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Full text of "Photographische Einzelaufnahmen antiker Sculpturen nach Auswahl und mit Text"

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FINE  ARTS  UBRARV 


Darvarö  CoIIcqc  Xtbrar? 


FROM  THE  BEQUEST  OF 

CHARLES  SUMNER 

CLASS  OP  1830 

SENATOR  FROM  MASSACHUSETTS 

POR  BOOKS  RELATING  TO 
POLITICS  AND  PINE  ARTS 


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VERLÄGSÄNSTALT  FÜR  KUNST  UND  WISSENSCHAFT  IN  MÖNCHEN  - 


VORM.  FRIEDRICH  BRUCKMANN. 


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Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 


nach  Auswahl  und  mit  Text 

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Paul  Arndt 


MÜNCHEN  1803. 

V E H 1,  A ( '.SAN  S T A I.  T F Ü R K V N S T U N 1 > W f S S E N S C TI  A F T 
V OBMALS  FIUEDlUCn  BltUCKMANN 


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Bezugsbedingungen : 


Diese  Ausgabe  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement, 
noch  in  einzelnen  Bliittem,  sondern  ausschliesslich  direct  von  der  Verlagsanstalt 
Bruckmann  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes 
des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  übernommen  hat,  ohne 
daraus  ein  eigentliches  Verlagsobjcct  zu  bilden. 

1.  Serie;  1.  Teil.  Blatt  1 — 191. 

8 Blatt  (No.  9 — 11,  69 — 73)  des  Plattcnformatcs  24/30. 

6 Blatt  (No.  108 — 113)  des  PlAttenformntes  18/24. 

177  Blatt  des  Plattenfonnates  13/18. 

Preis  der  einzelnen  Photographie  24/30:  1 Mark. 

„ „ „ „ 18/24:  80  Pfg. 

„ „ „ „ 13/18:  50  Pfg. 

Preis  dieses  1.  Teiles  der  1.  Serie  für  N i c h t a b o n n o n t e n:  101,30  Mark. 

Im  festen  Abonnement  auf  das  gesammte  Unternehmen  auch  in  seiner 
Folge  20°/.  Preiscrmitssigung.  Preis  dieses  1.  Teiles  der  1.  Serie  im  Abonnement 
demnach  : 81  Mark. 


Es  besteht  die  Absicht,  jährlich  300  Blatt  des  in  der  Hauptsache  zur  An 
Wendung  gelangenden  Formates  13/1#  herauszugeben;  die  wenigen,  voraussichtlich  nur 
in  dieser  Serie  zur  Ausgabe  kommenden  Bliltter  grösserer  Formate  bedingen  eine 
entsprechende  Verminderung  der  Blattzahl.  Der  Preis  der  Serie  botrügt  im  Abonne- 
ment 120  Mark,  monatlich  also  10  Mark.  Diese  Summe  soll  jedenfalls  nicht  über- 
schritten werden. 

Das  Abonnement  wird  vom  1.  Januar  1893  an  gerechnet;  die  für  diese 
1.  Serie  noch  restierenden  Blätter  im  Abonnementspreis  von  39  Mark  werden  am 
1.  September  1893  ausgegeben  werden.  Am  1.  Januar  1894  folgen  die  300  Blatter 
der  2.  Serie. 


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HEINRICH  BRUNN 

tum  20.  März  i8qj. 


Kb  ist  erforderlich,  dem  kurzen  Texte  einige  Bemerkungen  über  Zweck  und  Art  diese»  neuen 
Unternehmens  vorauazuBchickon.  Dasselbe  »oll  in  erster  Linie  Vorarbeit  für  oin  künftiges  „Corpus 
s tat nnrum*  »ein.  Die  Durchführbarkeit  dies««»  für  unsere  Wissenschaft  grundlegenden  Werkes 
wird  allerdings  von  verschiedenen  Seiten  in  Zweifel  gezogen.  Ich  glaube,  mit  Unrecht. 

Dass  eine  vollständige  Sammlung  des  uns  erhaltenen  plastischen  Materiales  in  bestmög- 
lichen mechanischen  Abbildungen  die  dringendste  Aufgabe  unserer  heutigen  Wissenschaft  sein 
muss,  wird  allgemein  zugestandeu.  Die  Studien  über  die  historische  Entwicklung  der  antiken 
Plastik,  mögen  sie  auch  in  den  letzten  Jahrzehnten  durch  Forschungen  auf  anderen  Gebieten  in 
den  Hintergrund  gedrängt  worden  sein,  bleiben  das  erste  und  vornehmste  Ziel  der  Archäologie. 
Ohm  genügende  Abbildungen  ist  ein  erfolgreicher  Betrieb  dieser  Untersuchungen  aber  nicht  denkbar. 
Ausgedehnt*»  Reisen  zu  unternehmen  sind  die  Wenigsten  irn  Stande,  und  bei  der  Fülle  des  Aufzu- 
nehinenden  schwindet  auch  demjenigen,  der  die  Originale  zu  studieren  die  Gelegenheit  gehabt  hat, 
das  Einzelne  rasch  aus  dem  Gedächtnis.  So  sind  wir  bisher  auf  das  in  Zeitschriften,  Katalogen  oder 
Einzidabhandliingcn  Veröffentlichte  und  auf  da«  durch  Berufsphotographen  in  don  Handel  Gebrachte 
beschränkt  gewesen;  das  gesummte  andern  plastische  Material,  das  jenes  bei  weitem  Ubertrifft,  ist 
bisher  der  Mehrzahl  der  Archäologen  so  gut  wie  unzugänglich  gewesen. 

Und  wie  verhält  es  sich  mit  dem  eben  erwähnten  Teile  des  Materiales,  der  bereits  ver- 
öffentlicht ist?  Die  grossen  Moniimentalpublicntionen  des  vorigen  und  auch  dieses  Jahrhunderts  sowie 
die  einzelnen  Zeitschriften  haben  sich  bis  in  die  neueste  Zeit  des  Kupfer-  und  Stahlstiches,  der  Litho- 
graphie, des  Holzschnittes  bedient,  Reproductionsverfahren,  die,  nicht  rein  mechanisch  arbeitend,  das 
Bild  dos  Objectes  nicht  in  seiner  wirklichen  Erscheinung,  sondern  so,  wie  cs  durch  das  Auge  des  Künstlers 
gesehen  worden  ist,  darbictcn.  Derartige  Abbildungen  können  wohl  dazu  dienen,  uns  das  Motiv  eines 
Gegenstandes  zu  veranschaulichen,  aber  sie  genügen  nicht  zum  Studium  der  einzelnen  Form.  Erst 
in  den  letzten  Jahrzehnten,  durch  die  Nutzbarmachung  der  Erfindung  der  Photographie  für  archäo- 
logische Zweck©,  ist  hier  eine  Umwälzung  eingetreten;  jede  grössere  Zeitschrift  und  Serienpublication 
wendet  heute  mechanische  Druckverfahren  zur  Herstellung  ihrer  Tafeln  an.  Erfüllen  sich  also  in  dieser 
Beziehung  im  Wesentlichen  unsere  Ansprüche,  die  w ir  auf  Grund  der  Fortschritte  der  Technik  zu 
stellen  berechtigt  sind,  so  bleibt  daneben  doch  der  andere  Mangel  aller  Zeit-  und  Einzelschriften 
bestehen:  der  Mangel  an  Planmäßigkeit.  Wer  in  einer  Zeitschrift  oin  Monument  veröffentlicht, 
thut  dies  nur,  wenn  er  etwas  Neues  über  dasselbe  zu  sagen  weise.  Diejenigen  Monumente,  über 
die  wir  bisher  nichts  Stichhaltiges,  Positives,  das  eine  längere  Erörterung  erforderte,  zu  bemerken 
gewusst  haben  (und  das  dürfte  die  Mehrzahl  der  auf  uns  gekommenen  sein),  sind  infolge  dessen 
bisher  — falls  sie  nicht  in  einer  der  grossen,  im  vorigen  Jahrhundert  beliebten,  dann  aus  der 
Mode  gekommenen  und  erst  in  neuester  Zeit  wieder  unternommenen  Museuinspublicationen  Platz 
gefunden  haben  — unveröffentlicht  geblieben. 


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Photographische  Einzolaufnahmen  antiker  Sculptarcn. 


Dio  gleiche  Willkür  in  der  Herausgabe  der  Monumente  macht  »ich  in  den  Photographien* 
Serien  der  Kunsthändler  geltend.  Dieselben  werden  hergostellt  mit  Rücksicht  nicht  auf  den 
Archäologen,  sondern  auf  den  kaufkräftigen  Fremden.  Maassgebend  bei  der  Auswahl  des  Aufzu- 
nehmenden  ist  also  nicht  der  Gesichtspunkt  des  wissenschaftlichen  Interesses,  sondern  des  Geschmackes 
des  grossen  Publicum*  Dass  beide  sich  decken,  wird  nicht  allzu  häutig  Vorkommen.  So  ist  es  in 
der  That  der  Fall,  dass  wir  z.  B.  aus  italienischen  Museen,  von  Florenz  über  Rom  nach  Neapel, 
eine  Fülle  monumentaler  Aufnahmen  von  »ecundärem,  tertiärem  Interesse  besitzen,  während  eine 
Reihe  der  wichtigsten  Denkmäler,  die  von  entscheidender  Bedeutung  für  die  geschichtliche  Erkenntnis 
der  antiken  Kunst  sind,  überhaupt  noch  keine  Veröffentlichung  gefunden  haben.  In  diesen  Verhält- 
nissen ist  auch  kaum  eine  Änderung  zu  erwarten.  Denn  der  Händler  hat  zunächst  und  ausschliesslich 
seinen  Gewinn  im  Auge,  der  ihm  von  dem  reichen  Fremden,  aber  nicht  vom  knappen  Beutel  des 
Gelehrten  zugeführt  wirr).  Mohr  als  einmal  habe  ich  persönlich  versucht,  grosse  Photographen, 
wie  Alinari  in  Florenz,  Anderson  in  Roin,  zu  Aufnahmen  archäologisch  besonders  interessanter 
Sculpturen  zu  bestimmen,  aber  stets  vergebens.  Ein  „non  si  venderebbero“  machte  weiter« 
Bemühungen  in  jedem  Falle  überflüssig.  Als  einzige  Ausnahme  wüsste  ich  hier,  von  München 
abgesehen,  wo  durch  Bruckmann,  Böttger,  Hanfstängl  kaum  ein  wuchtiges  Stück  unanfgonommon 
gelassen  worden  ist,  von  Ausländern  den  Pariser  Photographen  Giraudon  zu  nennen,  dessen 
bisherige  Serien  auf  den  Plan  einer  vollständigen  Aufnahme  der  Marmorwerke  dos  Louvre  zu 
weisen  scheinen,  ln  Berlin  wird,  wie  ich  höre,  ein  gleiches  nützliches  Unternehmen  vorbereitet. 

In  der  Erkenntnis,  dass  die  Archäologie  nur  durch  planmässige  Sammlung  und  kritische 
Sichtung  ihres  Materiales,  durch  Schaffung  festgesicherter  Grundlagen,  zu  der  Höhe  emporsteigen 
kann,  die  ihre  Schw  esterwissenschaften,  die  Epigraphik,  die  politische  und  die  Li ttera turgeschich te 
des  klassischen  Altertums  bereits  inne  haben,  haben  wir  in  neuester  Zeit  nun  allerdings  den  Anfang 
gemacht,  das  auf  uns  gekommene  Material  nach  Gattungen  zu  sammeln.  Es  sind  hier  dio  folgenden 
Publicationen  zu  nennen:  dio  attischen  Grabreliefs  von  Conze  u.  A.,  die  Sarkophage  von  Robert, 
die  hellenistischen  Reliefbilder  von  Schreiber,  etruskische  Spiegel  und  Urnen  von  Körte,  die  Terra- 
cotten  von  Kekulc  u.  A.,  griechische  und  römischo  Porträts  von  Brunn  und  mir;  eino  Zusammen- 
stellung der  griechischen  Votivreliefs  wird  von  Locwy  vorbereitet ; eine  systematische  Sammlung  der 
Vasen  endlich  wird  nouerdings  in  Benndorfs  „Wiener  V orlegoblättem“  in  Angriff  genommen.  Unser 
wichtigstes  Forschungsgebiet  aber,  dio  statuarischo  Plastik,  ist  vom  Standpunkte  planmässiger 
Durcharbeitung  aus  bisher  am  meisten  vernachlässigt  worden.  Das  Institut  hat  dio  Vorarbeiten 
für  ein  Corpus  statuarum  unter  Leitung  von  Michaelis  mit  der  Erforschung  der  Geschichte  der 
Museen,  bozw.  des  einzelnen  Kunstwerkes  begonnen.  Fundstellen  und  Aufbewahrungsorte,  das 
„Schicksal“  der  Statue,  ihre  verschiedenen  Publicationen  und  Besprechungen  sollen  zunächst 
eruiert  werden.  Nun  ist  es  gewiss  für  uns  von  Wert,  über  alle  in  dieser  Richtung  in  Betracht 
kommenden  Punkte  unterrichtet  zu  sein,  und  im  einzelnen  Falle  können  z.  B.  Fundnotizen 
von  gewichtiger  Bedeutung  worden.  Aber  näher  liegen  uns,  so  scheint  es  mir,  doch  die  folgenden 
Fragen:  wie  sieht  die  Statue  aus?  in  welche  Zeit  und  welche  Kunstrichtung  gehört  sie?  wen  stellt 
sio  dar?  wie  verhält  sie  eich  zu  den  übrigen  Darstellungen  des  nämlichen  Gegenstandes,  der 
nämlichen  Persönlichkeit?  was  ist  an  ihr  antik,  was  restauriert?  Dieses  sind  dio  Fragen,  die 
uns  in  erster  Linie  interessieren  müssen;  das  Andere  ist  von  secundäror  Bedeutung. 

Was  haben  wir  nun  zu  thun,um  da«  Ziel  zu  erreichen,  das  ich  für  das  erroichonswerte  halte? 

Wir  haben  zuerst  da«  Material  zu  sammeln.  Wie  soll  das  geschehen?  Nach  einzelnen 
Gattungen  in  kunstmythologischem  Querschnitte?  Die  Apollines,  dio  Athenen,  die  Athletenstatnen 
getrennt?  Soll  der  eine  von  un»,  um  es  übertrieben  auszusprechen,  die  europäischen  Museen  nach 
den  Hermesgeatalton  de«  5.  Jahrh.  durchforschen , der  andere  seinen  Blick  auf  die  unterwärts  be- 
kleideten Aphroditen  der  nachpraxitclischen  Zeit  beschränken?  Eino  solche  Arbeitsteilung  wurde 
wohl  auch  in  mündlichen  Gesprächen  über  da«  vorliegende  Thema  von  befreundeter  Seite  in  An- 
regung gebracht.  Ich  würde  «ie  für  vollständig  verkehrt  halten.  Denn  abgesehen  davon,  dass  wir 
durch  eine  derartige  Speciallsierung  die  uns  zur  Verfügung  stehenden  Mittel  und  dio  Zeit  der  einzelnen 
Mitarbeiter  in  überflüssiger  Weise  in  Anspruch  nehmen,  hoi  weniger  selbständigen  Geistern,  statt 
Ihnen  einen  Überblick  Uber  das  gesammte  Material  zu  gewähren,  nur  eine  nüchterne  Beschränkung 
begünstigen  würden,  so  verbietet  sieb  eine  derartige  Anordnung  der  Arbeit  bereit«  dadurch,  dass 


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Photographische  Einzelaufnahmon  antiker  Sculpturon. 


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in  einer  grossen  Reihe  von  Füllen  die  sichere  Einordnung  des  einzelnen  Stückes  in  bestimmte 
Kategorien,  sei  es  infolge  mangelhafter  Erhaltung  oder  falscher  Restauration,  sei  es  infolge  unseres 
noch  beschränkten  Wissen»  gar  nicht  oder  nur  mit  zweifelhafter  Sicherheit  möglich  »ein  wird. 

Die  „statistisch©-  Aufnahme  unseres  Statuen  Vorrates  kann  nur  nach  Museen  geschehen. 
Das  ist  unsero  erste  primitivste  Aufgabe;  das  andere,  z-  B.  die  Classificierung  dos  Materiales  nach 
Typen  und  innerhalb  dieser  Typen  in  historische  Gruppen,  sind  curae  posteriores,  die  zu  besorgen 
sind,  wenn  das  Material  fertig  gesammelt  uns  vorliegen  wird  und  die  zum  grossen  Teil  schon 
während  dieser  Sammlung  erledigt  werden  können  und  müssen- 

Diese  Sammlung  des  Stoffes  ist  nach  meinem  Dafürhalten  in  zweifacher  Weise  vorzunelimen. 
Ersten»:  durch  vollständige  und  genaue  Katalogisierung  der  Museen;  zweitens:  durch 
photographische  Aufnahmen  aller  irgendwie  in  Betracht  kommenden  Stücke  mit  alleinigem 
Ausschluss  des  absolut  Wertlosen. 

Für  die  Katalogisierung  der  Museen  liegt  bereits  eine  Reihe  vortrefflicher  und 
dankenswerter  Vorarbeiten  vor,  durch  welche  dieser  Teil  der  Aufgabe  dos  „Corpus  Statuarum* 
wesentlich  vereinfacht  wird.  Indem  ich  auf  die  Nennung  der  einzelnen  einschlägigen  Arbeiten,  die 
den  Fachgenossen  bekannt  sind,  verzichte,  führe  ich  hier  als  Musterbeispiel  den  am  Ende  des 
vorvorigon  Jahre«  erschienenen  Katalog  der  Berliner  Scalptnren  an,  dor,  wenn  er  vielleicht  auch  in 
seinen  Urteilen  weniger  vorsichtig  zurückhaltend,  in  seinen  Abbildungen  zeichnerisch  vollkommener 
sein  dürfte,  doch  in  seiner  ganzen  Anlage  ein  vorzügliches  Beispiel  des  nach  dieser  Richtung  hin 
Erstrebenswerten  bietet  Kurze  und  verständliche  Beschreibung  dos  Thatsäch liehen,  künstlerische 
und  knnathistorischo  Würdigung  des  einzelnen  Stückes,  dazu  eine  Umrisszeichnung,  die,  olmo  eine 
Photographie  zum  Studium  dos  Einzelnen  überflüssig  zu  machen,  zur  Verdeutlichung  der  Gcsammt- 
orscheiming  des  Gegenstandes  genügt : das  ist  es,  was  wir  brauchen,  und  da«  Vorgehen  der  Berliner 
Museums  Verwaltung  verdient  deshalb  meines  Erachtens  den  Dank  aller,  die  mit  plastischen  Studien 
cingohcnd  sich  beschäftigen.  Es  ist  zu  hoffen,  dass  dieses  Beispiel  In  Zukunft  von  keinem  Bearbeiter 
eines  Muscmukatulogos  ausser  Acht  gelassen  werde.  Vor  allem  darf  die  Beigabe  von  Zeichnungen 
jedes  einzelnen  Stückes  künftighin  nicht  mehr  unterlassen  werden;  die  einfachste  Konturzeichnung 
sngt  mehr,  als  die  langatmigste  Beschreibung. 

Naturgemäss  werden  sich  unsero  Katalogisierungsarbeiten  zunächst  den  italienischen  Museen 
als  den  reichsten  und  am  meisten  der  Verarbeitung  bedürftigen  zuwenden.  Denn  in  England  sowohl, 
als  in  Griechenland  haben  in  jüngster  Zeit  die  berufenen  Hüter  der  dort  aufgehäuften  antiken 
Kunstschätzo  eine  Inventarisation  ihrer  Vorräte  begonnen  — zunächst  leider  freilich  noch  ohuo 
Abbildungen,  — und  aus  Frankreich  darf  man  in  Bälde  das  Gleiche  hoffen.  Die  kleineren 
Museen  diesseits  der  Alpen  sowie  in  den  östlichen  Ländern  werden  leichter  gelegentlich  unter 
günstigen  Verhältnissen  und  durch  geeignete  Persönlichkeiten  vorgenonunen  worden  können. 
So  hat  sich  unser  Hauptaugenmerk  zunächst  auf  dio  grossen  italienischen  Museen  zu  richten. 
Für  die  ober-  und  mittel  italienischen  Sammlungen,  sowie  für  einige  römische  ist  diese  Arbeit 
bereits  geschehen.  Noch  harren  aber  di«  grössten  Museen  Italiens,  der  Vatican , dio  capito- 
linischon  Sammlungen  — der  gut«  Katalog  des  Capitols,  li era u »gegeben  von  der  commissione 
archoologica  comunale,  entbehrt  leider  des  wissenschaftlichen  Apparates  — , dio  Villen  Albani  und 
Borghese,  Museo  Torlonia,  das  Therrnenmuseum  in  Rom,  das  Museo  Nazional«  in  Neapel  der 
wissenschaftlichen  Durcharbeitung.  Hier  hat,  falls  nicht  von  den  Vorständen  dieser  Sammlungen 
in  absehbarer  Zeit  eine  Katalogisierung  zu  erwarten  ist,  dio  Thätigkeit  des  Corpus  Statuarum 
zunächst  einzusetzen  und  in  Verbindung  mit  den  oingebomen  Musoumsbeamten  und  zur  Unterstützung 
derselben  die  Inventarisation  vorzunehmen.  Bei  richtigem  Auftreten  der  zur  Mitarbeiterschaft  an 
diesem  Unternehmen  heranznziehenden  Persönlichkeiten  werden,  so  glaube  ich,  in  weitaus  den 
meisten  Fällen  dio  betreffenden  Muse  ums  Vorstände,  in  der  Erkenntnis  der  grossen  umfassenden  Ziele 
eines  Corpus  Statuarum,  eine  derartige  Unterstützung  von  fremder  Seite  mit  Vergnügen  willkommen 
heissen.  Die  Erfahrungen  des  Corpus  inscriptionum  werden  hier  für  uns  maassgebend  sein  können. 
Einzelne  Fälle  des  Misslingen»  aber,  dio  doch  nur  in  momentanen  persönlichen  Verhältnissen  ihre  Be- 
gründung haben  können  und  nach  Veränderung  dieser  Bedingungen  nicht  notwendig  wiodork ehren 
müssen,  dürfen  nicht  von  der  Erreichung  des  gesteckten  Zieles  Abschrecken. 


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6 Photographische  Einzelaufnahmen  antiker  «Skulpturen. 


För  die  Katalogisierung  des  römischen  Statuenmaterials  sind  in  der  jährlich  sich  erneuernden 
Schaar  der  capitolinischeu  Itugazzi  und  Stipendiaten  die  trefflichsten  Arbeitskräfte  bereits  gegeben,  und 
wie  ich  höre,  besteht  auch  an  der  römischen  leitenden  Stelle  die  Absicht  — oder  ist  sie  bereits  ver- 
wirklicht worden?  — , auf  diesem  Wege  den  Zwecken  des  Corpus  Statuarum  in  die  Hände  zu  arbeiten. 
Gerade  für  Neulinge  auf  archäologischem  Arbeitsgebiete  halte  ich  die  Beteiligung  an  einer  derartigen 
Aufgabe  fUr  ausserordentlich  instructiv,  da  sie  durch  den  Zwang,  mit  Verschiedenem  sich  ein- 
gehend zu  beschäftigen,  von  unfruchtbarer  Einseitigkeit  oder  ratlosem  Heruintasten  ablenkt,  da 
sie  nötigt,  das  Einzelne  genau  bis  ins  feinste  Detail  hinein  zu  betrachten,  da  sie  auch  dem 
Philologen  Gelegenheit  giebt,  sieb  einen  bestimmten  Begriff  von  praktisch-archäologischer  Arbeits- 
methode zu  bilden. 

Nehmen  wir  als  Beispiel  an,  es  sei  die  Aufgabe  gestellt,  das  Museo  Chiaramonti  mit 
seinen  30  Comp.irtimenten  und  731  darin  enthaltenen  Einzehverken  zu  inventarisieren  und  5 junge 
Gelehrte  ständen  im  Laufe  eines  Winters  zu  diesem  Zwecke  zur  Verfügung.  Es  kämen  also  auf 
den  Mann  Ö Compartimente  mit  rund  150  Einzelbildwcrken.  Die  genaue  Beschreibung  und  Unter- 
suchung von  150  Antiken  aber  lässt  sich  im  Laufe  von  4 Monaten  bequem  und  ohne  andre  eigene 
Arbeiten  zu  beeinträchtigen  durchführen.  So  ist  es  möglich,  mit  den  dem  Institute  zur  Verfügung 
stehenden  Kräften  in  einem  Winter  einen  nicht  unbeträchtlichen  Teil  der  vaticaniachcn  Antiken 
aufzunehmen,  in  4 bis  5 Jahren  den  ganzen  Vatican,  in  12  biH  15  Jahren  den  Gesnmmtvorrat  der 
noch  nicht  inventarisierten  römischen  Monumente. 

Es  versteht  »ich,  dass  diese  Arbeiten  unter  Leitung  und  Aufsicht  der  Institutsvorstände, 
denen  voraussichtlich  auch  die  Verarbeitung  von  Litteratur  und  Geschichte  der  einzelnen  Statuen 
zufallen  würde,  zu  geschehen  haben,  oder,  falls  deren  Kräfte  bei  ihrer  Überbürdung  mit  Geschäften  zur 
Übernahme  dieser  neuen  Pflichten  nicht  nusreichen  würden,  unter  Überwachung  durch  einen  besonders 
für  die  Zwecke  diu  Corpus  Statuarum  dein  Institute  beizugebenden  Gelehrten.  In  Rom  speciell 
würde  es  »ich  sodann  für  «len  an  «ler  Spitz«)  stehenden  Gelehrten  empfehlen,  in  Fühlung  mit  den 
Kunsthändlern  and  Antiquaren  zu  treten,  die  häutig  über  Fundumstände  und  Provenienzen  wert- 
volle Auskünfte  zu  erteilen  im  «Stande  sind.  Etwaige  Verüii<lerungen  aber  des  römischen  Antiken- 
bestandes nr.ch  Besitzern  uml  Aufbewahrungsorten  im  Laufe  der  Zeit  wird  das  Institut  selbst 
unschwer  verfolgen  können. 

Fassen  wir  min  «len  zweiten  Punkt  unserer  Betrachtungen,  die  Beschaffung  dos  Ab- 
bild u ng »materiales,  schärfer  ins  Augo.  ln  welchem  Umfange  und  mit  welchen  Reproduetions- 
mittoln  sind  dio  Illustrationen  herzustellen?  Meine  Postulat«*  lauten: 

1.  Die  Kataloge  sind  mit  guten  Umrisszeichnungen  (eventuell  Autotypien)  jedes  einzelnen 
«Stückes  zu  versehen,  nach  «lern  Muster  des  Berliner  Museumskataloges. 

2.  Jegliches  stilistisch  interessante  Kunstwerk,  bei  welchem  «lio  künstlerische  Behandlung 
der  Form  von  Bedeutsamkeit  für  das  Studium  ist  (das  heisst  also:  die  grosse  Mehrzahl  der  uns 
erhaltenen  Statuen),  muss  in  guten  Photographien  zu  billigem  Preise  dein  einzelnen  Archäologen 
zugänglich  gemacht  werden.  Bei  statuarischen  Werken  mit  erhaltenem  Kopfe  sind  auch  Facc- 
untl  Profilansiehten  des  Kopfes  herzustellen.  Diese  Photographien  können  den  unter  1 erwähnten 
Umrisszeichnungen  resp.  Autotypien  zur  Vorlage  dienen. 

Zur  Erreichung  dieser  hier  angedeut'den  Ziele,  zu  welchen  man  ohne  einen  inirnerhiu 
nicht  unbeträchtlichen  Aufwand  von  Geld  nicht  gelangen  wird,  steht  dem  Corpus  statuarum  nun 
eine  Reih«*  von  Hilfsquellen  zu  Gebote,  die  eben  diese  Unkosten  zu  verringern  geeignet  sind. 

Es  sind  «lies  zunächst  dio  bereits  im  Handel  befindlichen  Photographien.  Von  diesen  »intl 
genaue  Verzeichnisse  mit  Angabe  «ler  Bezugsorte  anzufertigen.  Es  wird  sich,  glaube  ich,  aus 
praktischen  Gründen  empfehlen,  diese  Verzeichnisse  nicht  nach  Museen,  sondern  nach  Händh'rn 
anzulegen,  und  erst  etwa  bei  Herstellung  der  einzelnen  Museumskataloge  als  Note  zu  jedem  Stück 
»eine  photographischen  Vervielfältigungen  anzuführen,  in  der  Art  wie  z.  B.  die  neueren  Kataloge 
von  Gemäldesammlungen  (Dresden,  München)  dies  thun.  Für  dio  bereit«  erschienenen  Katalog«1 
lässt  sich  dies  in  Form  besonderer  Nachträge  nachholen.  Für  die  italienischen  Sammlungen  dies 
durchzufUhreii , erscheint  mir  eine  passende,  in  die  praktische  Kenntnis  der  Monumente  gut 
einfühn*nde  Aufgabe  für  «lie  jüngeren  Angehörigen  des  Institutes.  Das  unlängst  von  der 
Berliner  Firma  Ainslor  & Kuthnrd  begonnene  „Verzeichnis  von  Photographien  nach  Werken  der 


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Photographische  Einzelaufnahmen  antiker  Scolpturen.  7 


Malerei“,  welche»,  wie  ich  höre,  auch  auf  dio  antike  Sculptur  ausgedehnt  worden  soll,  wird  für 
unsere  Zwecke  die  erwünschteste  Beihilfe  gewähren,  und  vielleicht  wird  sogar  ein  Hundinhand- 
gehen  beider  Unternehmungen  sich  ermöglichen  lassen. 

An  zweiter  Stelle  ist  es  der  von  mir  begonnene,  hiermit  in  die  Öffentlichkeit  tretende 
„Einzel verkauf*,  der  den  Interessen  dos  Corpus  statuaruui  entgegenkommt.  Indem  ich  bezüglich 
der  Einzelnheiten  dieees  neuen  Unternehmens  auf  meine  Bemerkungen  am  Beginne  und  am  Schlüsse 
dieser  einleitenden  Worte  hinweise,  betone  ich  hier  nur,  dass  auch  ich  es  gewiss  vorgezogen  haben 
würde,  diese  Publication  sofort  systematisch  in  Angriff  zu  nehmen,  d.  h ein  Museum  vom 
ersten  bis  zum  letzten  Stück  durchzuphotographieren.  Die  Unmöglichkeit,  dieB  mit  privaten  Mitteln 
oder  auf  Kosten  etwa  der  Verlagsanstalt  Bruckmann  »lurchzuführen,  habe  ich  bald  erkennen  müssen. 
Denn  da  dio  Unkosten  des  Unternehmens  zunächst  nur  durch  den  jährlichen  Beitrag  von 
120  Mark  Seitens  der  Abonnenten  (deren  Zahl  bis  jetzt  gerade  hinreicht,  um  die  Spesen 
der  Aufnahmen  zu  decken)  bestritten  werden,  so  ist  es  unsere  Pflicht,  auf  den  besonderen  Interessen- 
krois  dieser  Abonnenten  Rücksicht  zu  nehmen  und  ihr  Budget  nicht  mit  Ausgaben  zu  belasten  für 
Dingo,  deren  Anschaffung  ihnen  zunächst  nicht  von  dringendster  Notwendigkeit  erscheinen  wird. 
Da  diese  Abonnenten  aber  sich  bisher  fast  ausschliesslich  aus  den  20—25  Vertretern  der 
Archäologie  auf  den  dentschsprechenden  Hochscliulon  zusammonsetzen,  so  galt  es  fürs  Erste,  Dinge 
aufnehmen  zu  lassen,  die  für  die  augenblicklichen  Forschungsrichtungen  von  Intercsso  und  Bedeut- 
samkeit sind.  Es  tritt  dieser  Gesichtspunkt  bei  dieser  ersten  Serie  weniger  scharf  hervor  als  er 
bei  den  in  Vorbereitung  befindlichen  kommenden  Serien  erkenntlich  sein  wird.  Denn  was  wir  jetzt 
als  Aufnahmen  1—101  bieten  können,  war  zum  allergrössten  Teile  ohne  die  Absicht  einer  späteren 
Publication  vor  einer  Reihe  von  Jahren  für  Privat-  und  Musenmszwecke  gesammelt  worden,  und 
erst  das  mit  wachsender  Einsicht  in  den  Stand  unserer  Wissenschaft  sich  fühlbar  machende  Bewusst- 
sein der  Pflicht,  diese  Photographien  auch  der  allgemeineren  Benutzung  zugänglich  zu  machen, 
hat  mich  veranlasst,  zum  Zwecke  der  Veröffentlichung  der  Aufnahmen  mich  mit  der  Verlagsanstalt 
Bruckmann  in  Verbindung  zu  setzen.  In  dieser  ersten  Serie  also  erhalten  die  Abonnenten  nicht 
so  sehr  ausschliesslich  „interessante*  Stücke,  als  Aufnahmen  aus  kleinen  Orten,  wohin  auch  der 
ArclüLolog  seltener  sich  verirrt,  hub  schwerer  zugänglichen  Privatsammlungen  und  aus  dem  beständig 
fluctuierenden  Kunsthandel.  Dio  kommenden  Serien1)  hingegen  sollen  in  sorgfältiger  Auswahl 
nur  das  Wichtigste  und  zunächst  für  unsere  Studien  Notwendige  bieten.  Ist  das  Unternehmen 
einmal  im  Gange,  so  wird  Bich,  denke  ich,  unschwer  zu  einer  gegenseitigen  Verständigung  über 
das  Wünschenswerte  gelangen  hissen.  Sorgfältige,  nach  verschiedenen  Gesichtspunkten  angelegte 
Indices  werden  etwa  alle  5 Jahre  aasgegeben  werden,  um  die  Benutzung  der  Photographien  und 
des  Textes  zu  erleichtern.  In  jedem  Fallo  soll  mein  „Einzelverkauf“  zunächst  bis  zur  consequenten 
Inangriffnahme  des  Corpus  statuaruin  dio  dringendsten  und  lebhaftesten  Bedürfnisse  derjenigen 
Fachgenossen  befriedigen,  dio  auf  dem  Gebiete  der  antiken  Plastik  arbeiten,  unter  Inanspruch- 
nahme einer  auch  dem  weniger  Bemittelten  erschwinglichen  Summe. 

So  sehr  mich  aber  oin  Erfolg  meines  Unternehmens  erfreuen  und  befriodigon  würdo,  so 
entschieden  spreche  ich  gleich  in  seinem  Beginne  die  Warnung  aus,  dabei  stehen  zu  bleiben.  Das 
Corpus  statuaruin  bleibt  trotz  des  „Einzölverkaufos®  unser  erstrebenswertes  Endziel,  er  selbst  ist 
und  will  nichts  anderes  sein  als  oin  Notbehelf,  eine  Vorarbeit 

Eine  nicht  unbeträchtliche  Förderung  kann  diesem  Einzelverkauf,  und  dadurch  indirect 
dem  Corpus  statuaruin,  aus  »len  Kreisen  »1er  Fachgenosson  selbst  ohne  Mühe  und  Kosten  zu  Teil 
werden.  Eine  grosse  Zahl  von  uns  ist  im  Besitze  photographischer  Negative  nach  antiken  Sculptaren, 
die  für  Zwecke  privaten  Studiums  hergestollt  worden  sind.  Beim  athenischen  und  namentlich  beim 
römischen  Institute  ferner  befindet  sich  eine  beträchtliche  Reihe  photographischer  Cliches,  von 
welchen  Abzüge  zur  Zeit  nicht  zu  Gunsten  d»>s  Institutes,  sondern  des  dio  Kopien  herstell  enden 
Photographen  verkauft  werden.  Eine  unentgeltliche  Abtretung  dioscr  Negative  tritt  den  Interessen 
der  bisherigen  Besitzer  also  nicht  zu  nahe,  unterstützt  dagegen  diejenigen  des  Corpus  etatuarum 

J)  Bis  jetzt  sind  Aufnahmen  vorbereitet  aus:  Florenz,  Pal.  Pitti  und  verstreut»)  Bild- 
werke, Rom,  Villa  Albani,  Villa  Ludovisi,  Capitolinischo  Sammlungen,  Pal.  Borghese,  Brescia, 
Pisa,  Neapel,  Palermo,  Einiges  aus  Consta n tinop  olitaner  Privatsaiuinliingcn,  München 


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8 Photographisch«*  Fiuzolatifiiuhux-n  antiker  Sculpturen. 


in  willkommener  Weise.  Von  privaten  Besitzern  ist  die  gleiche  Liberalität  in  Hinblick  auf  den  zu 
fördernden  Zweck  für  jetzt  und  in  Zukunft  erliefen  und  mit  Sicherheit  zu  erwarten.  Dazu  kommt, 
dass  die  Fähigkeit,  mit  eigener  Hand  photographische  Aufnahmen  herzustellen,  sich  voraussichtlich 
und  hoffentlich  von  Jahr  zu  Jahr  mehr  unter  den  Archäologen  verbreiten,  dass  der  photographische 
Apparat,  wie  Maassstab,  Notizbuch  und  Museumskatalog,  der  unzertrennliche  Begleiter  des  reisenden 
Fachgenossen  werden  wird  Es  w ird  dann  jeder  Einzelne  os  einfach  als  »eine  unumgängliche  PHichfc 
empfinden,  in  kleinen  und  entlegenen  Museen,  w ie  z.  B in  oberital  Ionischen  und  englischen  Samm- 
lungen, so  viel  er  nur  kann,  photographisch  aufzunehmon  und  somit  dem  wissenschaftlichen  Studium 
zu  übermitteln. 

Aber  auch  wenn  wir  die  hier  aufgeftlhrten  Unterstützungsmittel  zur  Beschaffung 
der  notwendigen  Allbildungen  in  Anschlag  bringen  — um  von  anderen  Hilfsquellen,  die  sich 
noch  eröffnen  werden , hier  zu  schweigen  — so  bleibt  immerhin  noch  bo  ausserordentlich 
viel  zu  photographieren  übrig,  dass  nur  beträchtliche  Geldmittel  hiurcichen  werden,  um  alle 
unsere  Anforderungen  zu  befriedigen.  Wie  und  woher  dieses  Geld  beschaffen?  Ich  spreche  nicht 
davon,  dass  ich  es  für  möglich  erachte,  auf  privatem  Wege  von  Freunden  der  alten  Kunst, 
Maerenen,  deren  os  ja  noch,  wenn  auch  zur  Zeit  nicht  gerade  in  Deutschland,  giebt,  Beiträge  für 
unsere  Zwecke  zu  erhalten.  Denn  das  sind  Factoren,  mit  denen  ein  Budget  „für  das  koimncudo 
Jahr“  zunächst  nicht  rechnen  darf.  Ich  äussere  hier  nur  meine  Überzeugung,  dass  auch  auf  diesem 
Wege,  wenn  inan  die  Sache  geschickt  anpackt,  Mittel  für  uns  ffUssig  gemacht  werden  können. 

In  der  Hauptsache  wird  dio  Archäologie  doch  schliesslich  in  den  eigenen  Beutel  greifen 
müssen.  Da  derselbe  schmal  zu  sein  pflegt,  so  w ird  es  sich  empfehlen,  etwas  langsam  vorzugehen 
und  »eine  Spannkraft  nicht  allzusehr  auf  dio  Probe  zu  stellen.  Mit  einem  Wurfe  ist  ©in  so 
umfassendes  Werk  wie  das  Corpus  statuarum  natürlich  nicht  zu  vollenden;  es  wird  einer  Reih«  von 
Jahren,  von  Jahrzehnten  bedürfen.  Aber  innerhalb  eines  längeren  Zeitraumes  muss  o»  dann 
wirklich  auch  durchführbar  sein.  Man  prüfe,  ob  folgende  Berechnung  mit  Hirngespinsten  arbeitet 
oder  mit  der  Wirklichkeit  in  Einklang  steht.  Man  (d.  h.  das  Institut  selbst  oder  durch  Vermittlung 
eines  Kunstverleger»  wie  Bruckmann)  gehe  pro  Jahr  500  Photographien  des  Formate©  13/18  cm*) 
heraus;  das  sind  in  20  Jahren  10000,  in  50  Jahren  25000,  die  uns  einstweilen  genügen  mögen. 
Man  wird  ganz  zweifellos  im  Minimum  30  Abonnenteu  im  In-  und  Auslande  für  dieses  Unter- 
nehmen gewinnen.  Der  Preis  des  einzelnen  Blattes  betrage  50  Pfg.,  so  hat  der  Abonnent  im  Jahre 
250  Mark  zu  zahlen  — der  Wichtigkeit  der  Publication  gegenüber  eine  geringe  Summe,  die  den 
kärglicher  dotierten  Sammlungen,  falls  sie  nicht  aus  den  laufenden  Mitteln  bestreitbar  ist,  als  Extra- 
hewilligung  kein  einsichtiges  Ministerium  verweigern  wird.  Die  jährliche  Einnahme  aus  dem  Verkaufe 
der  Photographien  wird  also  betragen:  250.30  = 7500  Mark.  Dieser  stellen  sich  folgende  Spesen 
gegenüber:  500.30  = 15000  Kopien;  die  Eiweisskopie  im  Formate  13/18  mit  20  Pfennig  be- 
rechnet, giebt  3000  Mark.  Bleiben  4500  Mark.  Der  Preis  des  Negatives  13/18  wird  im  Durch- 
schnitt, hoch  gerechnet,  5 Mark  betragen  (in  Born  hatte  ich  für  das  Unternehmen  des  Einzel- 
verkaufes, falls  dasselbo  in  grösserem  Maassstab  begonnen  worden  wäre,  2 Lire  als  Negativpreis 
[13/18]  festgesetzt!);  der  Preis  der  500  Negative  würde  also  2500  Mark  betragen.  So  bleiben  von 
den  4500  Mark  noch  2000  übrig,  dio,  da  andere  Spesen  (von  Kleinigkeiten  abgesehen)  nicht  mehr 
zu  decken  sind,  dazu  verw  endet  w'orden  mögen,  um  den  eigentlichen  Leiter  des  Corpus  statuarum, 
der  dessen  Durchführung  Bich  ja  zur  Lebensaufgabe  machen  müsste,  vorläufig  wenigstens  einiger- 

*)  Besonders  wichtige  Sculpturen,  bei  deren  Studium  die  Feinheit  und  Bildung  der  einzelnen 
Form  in  Betracht  kommt,  werden  daneben  in  grossem  Formate  ihre  Publication  in  Brunn-Bruck- 
manns  „Denkmälern  griechischer  und  römischer  Sculptur“  finden,  zu  welchen  wir  nach  Durchführung 
des  in  Aussicht  gestellten  Programmes  vou  450 — 500  Tafeln  jährliche  Supplcraenthofto  (ohne  Abon- 
nenten tszwang)  herauszugehen  beabsichtigen,  welche  neu  entdeckte  oder  neu  in  ihrem  Werte  erkannte 
Sculpturen  der  oben  genannten  Art  in  bestmöglichen  Lichtdrucken  de»  Maximalformatea  40/50  cm 
roproducleren  sollen.  — Noch  weiter  im  Sinne  Morellis  zu  vertiefen  ist  das  vergleichende  Studium 
der  einzelnen  Formen  durch  „VorlegeblRttor  für  plastische  Übungen“,  deren  Inangriffnahme  von 
kundiger  Seite  dringend  zu  wünschen  ist 


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Photographische  Einzelaufnahmen  antiker  Scalptnren, 


0 


nmassen  für  seine  Bemühungen  zu  entschädigen.  Dass  der  Sitz  dies*1«  Leiters  nur  Rotn,  nicht 
Berlin  oder  eino  andere  deutsche  Stadt  sein  kann,  mnas  der  einsichtige  Kenner  der  Verhält- 
nisse unbedingt  zageben ; die  Durchführung  seiner  Aufgabe  wird  ihm  erleichtert  werden,  wenn  er 
dom  Institute  gewisBermaassan  attachiert  würde. 

So,  oder  so  ähnlich  — man  rechne  mir  nicht  um  das  Einzelne  nach,  wo  es  mir  nur  darauf 
unkain,  überhaupt  die  Möglichkeit  des  Ganzen  zu  erweisen  — so,  auf  diesem  Wege,  mit  diesen 
Mitteln,  lässt  sich  in  absehbarer  Zeit  und  mit  orschwingbaron  Kosten  das  Ahhildungsmaterial  für 
das  Corpus  statuaruin  beschaffen.  Ich  glaube  nicht,  allzu  falsch  gerechnet  zu  haben.  Gegen  jede 
kleinliche  Auslegung  meiner  Vorschläge  aber,  als  erstrebo  ich  mit  ihnen  nur  persönliche  Zwecke, 
verwahre  ich  mich  mit  Verachtung. 

Aber  ich  vernehme  den  Einwand:  ist  es  mit  der  Beschaffung  des  AbbiHungsmateriales, 
der  Inventarisierung  der  Museen  etwa  dom»  schon  gothan?  beginnt  nicht  dann  erst  die  eigentliche 
Arbeit,  die  Verarbeitung,  Gruppierung  und  Clas.sificierung  des  aufgehänften  Stoffes?  Ohne  Zweifel. 
Alles  Katalogisieren  und  Photographieren  ist  nichts  als  Vorarbeit.  Haben  wir  unser  Material 
einmal  ganz  zusammen,  dann  ist  es  an  der  Zeit,  dio  Resultate  unserer  während  der  Sammlung  de*« 
Stoffes  gemachten  Arbeit  in  möglicbst  einfacher  Gestalt  der  Öffentlichkeit  zu  Übergeben.  Ich  denke 
mir  «He«,  wie  ich  schon  oben  andeutete,  in  ungofahr  folgender  Weise : Anordnung  der  Statuen  nach 
Typen  und  innerhalb  dieser  Typen  w ieder  in  historischer  Reihe.  Zusammenstellung  aller  Repliken 
mit  genauen  Angaben  über  Ergänzungen,  Litteratur  u.  ä.  und  mit  Abbildung  der  besten  der 
erhaltenen  Wiederholungen.  Ob  diese  Abbildung  in  Holzschnitt,  Zinkotypie,  Autotypie  oder  einem 
anderen  Verfahren  zu  geschehen  hat,  ist  mir  zunächst  gleichgiltig ; denn  in  50  Jahren,  wenn  wir 
einmal  an  die  Inangriffnahme  dieses  grundlegenden,  abschliessenden  Werkes  werden  geben  können, 
werden  voraussichtlich  auch  50  neue  Reproductionsverfahren  erfunden  worden  sein.  Dies  und 
überhaupt  dio  ganze  Frage  nach  der  endgiltigen  Einrichtung  des  Corpus  statuaruin  sind  Sorgen 
für  spätere  Zeit,  deren  Überlegung  uns  nicht  von  der  endlichen  Durchführung  der  dringendsten 
und  nächsten  Aufgabe  nbhalten  soll. 

Ich  gehe  hier  absichtlich  auf  eine  Menge  von  Dctailfrugon  nicht  oin , da  die  nähere  Er- 
örterung derselben  die  Erkenntnis  und  Würdigung  meiner  Hnaptgesichtspunkto  nur  erschweren  und 
trüben  würde.  Es  Ing  nicht  in  meiner  Absicht,  hierein  System,  ein  fertiges  Programm  für  dio  Durch- 
führung des  Corpus  statuanim  gebon  zu  wollen.  Es  galt  mir  vielmehr  nur,  die  hauptsächlichen  hier  in  Be- 
tracht kommenden  Fragen  an  zu  regen,  da  wir  vor  dem  definitiven  Beginn  des  gesummten  Unternehmens 
im  grossen  Maassstabe  uns  über  dio  Ziele  des  Ganzen  im  Klaren  und  einig  sein  müssen.  Ich  will 
zunächst  zar  Discussion  über  dieso  wichtigste,  nicht  länger  zu  vertagende  Frage  herausfordern,  und 
ich  würde  es  als  willkommenen  Erfolg  dieser  meiner  Darlegungen  betrachten,  wenn  ich  durch  einen 
Gogner  meiner  Ansichten,  in  denen  ich  mich  im  Übrigen  Eines  w eiss  mit  der  Mehrzahl  der  jüngeren 
selbständig  forschenden  Archäologen,  gezwungen  würde,  den  von  mir  entworfenen  Örganisationsplau 
von  Neuem  auf  das  Einzelne  hin  durchzuprüfen,  zu  verändern  und  zu  verbessern. 

Nur  gegen  eine  Art  von  Angriffen  werde  ich  mich  ablehnend  verhalten : gegen  Leute,  die, 
mit  dem  Kopfe  iu  den  Wolken  schwobond,  ihro  Klage  erheben  werden  Uber  zunehmende  Geistlosig- 
keit, abnehmende  EmpfindungafÜhigkeit  der  jüngeren  archäologischen  Generation,  die  jetzt  gar  unter 
das  Joch  trockener  Katalogisierungsarbcit  gebeugt  worden  und  den  Apparat  des  Photographen  hand- 
haben solle,  statt  sich  mit  Praxiteles  und  Phidias  abgeben  zu  dürfen.  Vgl.  den  Artikel  „unsere 
Archäologen“  in  der  „Gegenwart“  1892,  No.  52,  p.  409  f.  Falls  ein  derartiger  Angriff  auf  die  geflammten 
Vertreter  einer  Wissenschaft,  der  doch  nur  einem  durch  Sachkenntnis  nicht  getrübten  Urteile  ent- 
sprungen sein  kann,  überhaupt  eino  Erwiderung  verdient,  so  ist  es  diese:  dass  wir  dio  Werke  des 
Phidias  und  Praxiteles  nicht  mittels  hochtönender  sogenannter  ästhetischer  Phrasen,  sondern  nur 
auf  dem  Woge  ernstor  und  stiller  w issenschaftlicher  Arbeit  aus  der  Menge  dos  auf  uns  Gckommnen 
herauszuerkennen  vermögen,  dass  wir  allo  aber  (die  paar  Ausnahmen  bestätigen  nur  dio  Regel) 
die  trockno  Einzeluntersuchuug  mir  als  Mittel  zum  Zwecke  betrachten  und  dass  unser  Interesse  für 
die  geschichtliche  Entwicklung  der  ganzen  Kunst,  unser  Empfinden  für  die  Schönheit  des  einzelnen 
Kunstwerks  durch  die  nüchterne  Detailarbeit,  dio  gothan  werden  muss,  nicht  erstickt,  sondern  nur 
vermehrt  und  vertieft  wird.  Zur  Zeit  befindet  sich  aber  die  Archäologie  infolge  äusserer  Verhältnisse 
in  einer  Entwicklungsperiode,  die  die  Einzclarhoit  begünstigt;  wird  die  Fülle  des  Materiales,  das  uns 


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Photographische  Einzelaufuahmeu  antiker  Sculpturen. 


in  den  letzten  Jahrzehnten  fiberströmt  hat,  etwas  gesichtet  sein,  so  wird  auch  die  ästhetische  Bo 
trachtnngawefoo  der  alten  Kunst  wieder  bei  uns  zu  ihrem  Kochte  gedungen.  Wilren  wir  wirklich  so, 
wie  uns  der  Verfasser  jenes  Artikels  darzustellen  beliebt,  so  wäre  cs  allerdings  für  uns  an  der  Zeit, 
das  Bündel  zu  schnüren.  Aber  zum  Glück  ist  unsere  Wissenschaft  noch  eine  junge,  der  grosse 
Aufgaben  harren,  und  vom  Vertrocknen  weit  entfernt. 

Zum  Schlüsse  noch  einige  kurze  Bemerkungen  über  die  Ätisserlichkfdten  meines  „Einzel- 
Verkaufes“.  Wie  bei  jedem  grosseren  Unternehmen,  so  hat  auch  bior  eine  Kcihe  von  CalamitUten 
am  Beginne  nicht  gemangelt  und  das  Erscheinen  unliebsam  verzögert.  Die  Aufnahmen  1 — 82  der 
oberitalienischen  Museen  haben  mein  Freund  W.  Amelung  und  ich  gemeinschaftlich  hergestellt. 
Beido  zu  jener  Zeit  noch  wenig  geübte  Dilettanten,  unsere  Apparate  mit  einer  damals  neu  erfundenen 
Plattensorte  ausgerüstet,  mit  Hautnegativen  ohne  Glas,  die  zwar  den  Vorzug  der  leichten  Tram.- 
portabilitiit  hatten,  sich  im  Übrigen  aber  durchaus  nicht  bewahrten,  so  dass  manche  gute  Aufnahme 
durch  ihre  Schuld  zu  Grunde  gegangen  ist;  statt  des  im  Süden  erhofften  Sonnenlichtes  im  Mitrz 
Wcn'nen  von  Kegen  und  Schnoeßtürznen  und  in  den  an  sich  dunkeln  Räumen  jener  Museen  somit 
düstres  Dämmerlicht;  dann  infolge  beschränkter  Zeit  und  räumlicher  Mangel  die  Unmöglichkeit,  dio 
täglich  auf  gut  Glück  gemachten  Aufnahmen  gleich  am  Orte  entwickeln  und  etwa  misslungene 
am  nächstfolgenden  Tage  wiederholen  zu  können.  So  wird  man  in  meinem  „Einzelverkaufe“  eino 
Reihe  von  Aufnahmen  wertvoller  Stücke  vermissen,  die  auf  diese  Weise  zu  Grande  gegangen  sind: 
in  Vicenza  z.  B.  die  schöne,  etwa  skopasiseho  Statue  eines  stehenden  Dionysos  D.  20,  die  interessante 
sitzende  Frauengestalt  des  5.  Jahrh.  in  CAtajo  D.  509,  dio  Lodz  in  Mantua  D.  091),  den  sog.  Narkissos 
ebenda  D.  650.  Eino  photographische  Nachlese  wird  sieh  deshalb  in  fast  allen  von  uns  besuchten  Samm- 
lungen lohnen.  — Dann,  als  die  Negative  nach  München  kamen,  hatten  sie  erneutes  Unglück,  indem 
sie  in  dio  Hände  eines  untauglichen  Retoucheurs  gerieten,  der  die  Hintergründe  mit  harten  Conturon 
ansdeckte,  dio  „Cartelli“  mit  Angabe  des  Museums  und  der  Katalognnmmer  an  falscher  Stolle  oder 
auf  der  verkehrten  Seite  des  Hautnegative»  anhrachte  und  schliesslich  auch  eine  ganze  Reihe  dieser 
Hautnegative  von  der  verkehrten  Seite  kopierte  (was  ich  besonders  zu  entschuldigen  und  zu  kon- 
trollieren bitte).  Nicht  mehr  Glück  hatte  dio  Abfassung  des  kurzen  Textes.  Denn  noch  während 
jener  oberitalienischen  Reise  verfiel  ich  seihst  in  schwere  Krankheit,  die  mich  für  mehr  als  */4  Jahr 
nrbeitsuntanglich  machte.  In  den  Süden  zurückgekehrt,  war  ich  durch  andere  dringende  Arbeiten 
für  längere  Zeit  vollständig  in  Anspruch  genommen,  und  so  komme  ich  erst  heute,  nach  fast  zwei 
Jahren,  post  tot  diacriminA,  dazu,  jene  paar  Bemerkungen  herauszu geben.  Dieselben  sollen  nur  das 
geben,  was  nicht  in  den  Katalogen  zu  finden  ist,  deren  Benutzung  neben  meinem  Texte  deshalb 
als  selbstverständlich  vorausgesetzt  wird,  ln  den  erforderlichen  Citateu  mag  mir  Manches,  ich  hoff« 
aber  nichts  Wesentliches,  entgangen  sein. 

Es  ist  natürlich,  dass  hei  Arbeiten  auf  der  Reise,  wo  in  beschränkter  Zeit  ein  bestimmtes 
Quantum  erledigt  werden  muss,  ich  Einzelne«  falsch  oder  flüchtig  gesehen,  Andres  nicht  beachtet 
habe.  Ich  werde  für  alle  Berichtigungen  nach  dieser  Seite  hin  den  Fachgenossen  zu  Danke  ver- 
pflichtet sein  und  beabsichtige,  dieselben  in  Form  von  Nachträgen  jedesmal  zum  Texte  der  nach- 
folgenden Serie  zu  veröffentlichen,  aus  dem  also  eino  Art  „Anzeiger  dos  Corpus  Statuarum“  sich 
entwickeln  möge.  Da  dio  Aufnahmen  dieser  ersten  Serie  fast  sämmtliche  mindestens  seit  Jahresfrist 
fertig  vorliegon  und  ich  mit  der  Mehrzahl  archäologischer  Fachgenossen,  mit  denen  ich  in  dieser 
Zeit  in  Berührung  gekommen  bin,  über  das  einzelne  Stück  meine  Bemerkungen  ausgetauscht  habe,  so 
hat  es  sich  von  selbst  ergeben,  dass  eine  Reihe  von  Beobachtungen,  dio  in  meinem  Text©  enthalten 
sind,  nicht  aus  der  Quelle  meines  Wissens  geflossen  sind.  Ich  habe  versucht,  so  gut  es  ging,  unser 
geistiges  Figentum  auseinanderzuhalten,  wenn  gleich  ich  an  »ich  kein  Freund  überflüssigen  Personen- 
citierensbin.  Mit  Freude  und  Dankbarkeit  habe  ich  hier  derUnterstützung  meinesFreundesW.  Amelung 
zu  gedenken,  der  mit  Hand  und  Kopf  zum  Gelingen  meines  Unternehmens  unermüdlich  beigetragen 
hat;  für  den  Text  von  Blatt  1—82  wollen  wir  beide  gemeinschaftlich  verantwortlich  gemacht  werden. 

Was  schliesslich  die  Auswahl  der  von  mir  heransgegobenen  Monumente  anbolangt,  so  soll 
alles,  was  in  den  oben  erwähnten  grossen  Sericnpublicatiouen  erschienen  ist  oder  erscheinen  wird 
oder  wraa  sonst  gut  und  leicht  zugänglich  veröffentlicht  ist,  zunächst  ausgeschlossen  bleiben.  Dass 
trotzdem  einige  bereits  von  Schreiber  publiciorfce  hellenistische  Roliefbildor  aufgenoinmeu  worden 
sind,  ist  ein  Versehen,  für  das  ich  um  Nachsicht  ersuche.  Im  Übrigen  hebe  ich  auch  hier  hervor 


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Im.  - — - — — 


Photographische*  Einzelaufnahmen  antiker  Skulpturen. 


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dass  dio  Mehrzahl  der  Aufnahmen  vor  mehr  als  zwei  Jahren  ausgewühlt  worden  ist.  Für  Manches 
habe  ich  damals  noch  kein  Auge  gehnbt,  was  mir  heute  als  wichtiges  und  bedeutungsvolles  Monument 
erscheint  (um  ein  Beispiel  anzu  führen,  nenne  ich  die  Mantuaner  Aphrcditeetatue  D.  677);  Anderes, 
was  ich  damals  aufnahm,  sehe  ich  heute  als  minderwertige  Dutzendware  nur  mit  flüchtigem  Auge 
an.  Ohne  mich  derartiger  naturgemüsser  Irrtämer  besonders  schuldig  zu  fühlen,  ziehe  ich  vielmehr 
aus  dieser  Thatsuche  die  Folgerung,  das«  es  notwendig  ist,  bei  conseqncntor  Inangriffnahme  der 
Sache  alles  nur  irgendwie  Beachtenswerte  zu  bringen. 

Die  Auswahl  der  kommenden  Serien,  über  die  ich  oben  bereits  Näheres  mitgeteilt  habe, 
wird  in  ihrer  Folge  voraussichtlich  durch  die  Anordnung  der  Reisen  bedingt  werden,  die  ich  im 
Aufträge  der  Verlagsanstalt  Bruckmann  zu  unternehmen  habe;  ich  habe  als  nächstes  Arbeitsgebiet 
Spanien  und  englische  Privatsaminlungen  ins  Auge  gefasst. 

Zur  grosseren  Bequemlichkeit  des  Citierens  wird  es  sich  empfehlen,  das  vorliegende 
Untornehmen  zum  Unterschiede  von  * Brunn-Bruck  inann*  (Denkmäler  griech.  und  röm.  Sculptur) 
und  „Brunn-Arndt“  (Griech,  und  röin.  Porträts)  als  „Arndt-Bruckmanns  Einzelverkauf*  anzuführen. 

München,  im  Mai  1893. 

Paul  Arndt 


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NB.  Die  Blätter  des  Formate«  18/2-1  sind  mit  •,  diejenigen  de«  Formate«  24/SO  mit  ••  bezeichnet. 


Verona,  Museo  lapidario. 

I und  2.  Dütschko  505.  Kinderköpfchen. 
Vierte«  Jahrhundert,  mit  Anklängen  an  den  Ko]>f 
des  Dornausziehcrs.  Vgl.  auch  das  von  Furt* 
wSngler  in  der  Festschrift  ftir  Brunn,  1803, Taf.  111, 
veröffentlichte  Köpfchen  eines  Kro«  ans  Brauron. 

3.  I).  462.  Fragment  eines  hellenistischen 
K e I i e f b i 1 d e « : KomÖdienscone.  Schreiber, 
Bninnenrelief«  G rinnt  ni  p.  0t>,  Nr.  66.  Reisch, 
grieck  Weihgeschenke  p.  142. 

Museo  civico. 

4.  D.  600.  Wiederholung  des  pasitelischen 
Tors  oh  in  Berlin  Nr.  &09  (Areh.  Zeit  1878, 
Taf.  14  und  15). 

5.  D.  610.  Männliche  Gewandstatue  im 
Typus  des  latoranensischen  Sophokles.  Der  Kopf 
(nach  D.  nicht  zugehörig)  scheint  ein  Porträt  vom 
Endo  des  2.  Jahrh.  n.  Chr. 

6.  W eibliche  Ge  wnndstn  tue.  Soll  mit  den 
neuen  Veroneser  Funden  der  letzten  Jahre  zu- 
gleich ans  Licht  gekommen  sein.  Ab:  Kopf,  r. 
Arm,  1.  Vorderarm,  Fübho.  Loch  für  Stütze  am 
r.  Oberschenkel.  Rückseite  angelegt.  Himation 
über  Kopf  gezogen.  Nicht  vor  dem  Ende  des 
4.  Jahrh. 

7.  Rohe  Bronzestatuotte  eines  nackten 
Jüngling«,  der  in  der  vorgestreckten  L.  einen 
runden  Gegenstand  trägt;  in  der  gesenkten  R. 
Loch  für  stabartiges  Attribut.  Ab:  untere  Htilfto 
der  Unterschenkel  und  Füsse.  Vgl.  Fnrtwingler, 
50.  Berliner  Wluckelmannsprogramm  p.  133. 

8.  Bron zestatuette  einor  Amazone 
Im  Typus  der  Matteischen.  In  neuerer  Zeit  an- 
geblich in  der  Nähe  des  Mincio  gefunden.  In 
beiden  Händen  Schlagringe.  Wird  von  Loesclike 
besprochen  werden.  Nach  Furtwiingler  Fälschung. 

Mantua. 

•*9.  D.  703.  Statue  einer  Muse,  mit  nicht 
zugehörigem  Apollonkopfe.  Die  Verwandtschaft 


der  Statue  mit  den  Karyatiden  dos  Erechtheion 
ist  von  D.  bemerkt  worden.  Von  den  drei  uns 
bekannten  Künstlern , die  um  die  Wende  des 
5.  Jahrh.  Musenstatuen  gearbeitet  haben,  Stron- 
gylion,  Kephisodot,  Olympiosthenos,  dürfte  der 
an  zweiter  Stelle  Genannte  den  meisten  Anspruch 
darauf  haben,  als  Schöpfer  des  in  Rede  stehenden 
Typus  zu  gelton. 

•*I0  und  **l  I.  D.  858  und  860.  Zwei  helleni- 
stische Reliofbildor  mit  bacchischen  Darstel- 
lungen. Schreiber  hält  dieselben  (nach  brieflicher 
Mitteilung)  für  modern.  „Da«  Relief  858  ist  für 
mich  zweifo  los  modern  wegen  des  maniorirten 
Stiles,  des  fremdartigen  Satyrkopfea,  der  An- 
stUckung  der  linken  untern  Ecke  vor  Beginn 
der  Arbeit,  der  ungeschickten  Drapierung  des 
rechten  Beines  des  alten  Silcns  auf  dem  Wagen 
(das  Gewand  kann  so  nicht  haften ; oder  hält  es 
der  Satyr?).  Auffällig  auch  das  Hochstehen  des 
hinteren  Bockes,  die  allzu  einfache  Form  dds 
Wagens,  der  aus  Platzmangel  nn  die  Zugtiere 
angedrängt  wird,  der  überflüssig  leere  Raum  über 
den  Figuren,  der  Thyrsusstab  Silens  u.  a.  ni. 
Der  Stil  ist  für  hellenistische  Zeit  zu  schlecht, 
für  kafeerrömiscli«  eher  zu  gut,  im  16./17.  Jahrh. 
aber  möglich,  etwa  Algardi  oder  Consorten. 
Ebenfalls  zweifellos  modern  ist  meines  Erachtens 
860,  wohl  von  derselben  Hand  wie  858.  An 
beiden  Stücken  war  von  Anfang  an  nicht  mehr 
gearbeitet,  als  erhalten  ist.  Bei  Vervollständigung 
der  Rdiefplntten  würden  in  der  Compo&ition 
grosse,  nicht  auszufüllende  Lücken  entstehen. 
Die  Composition  beidemal©  durchaus  gegen 
griechische,  auch  hellenistische  Gesetze,  die  Pro- 
portionen z.  T.  verfehlt.  Wo  bleibt  der  Unter- 
körper des  Silens  und  der  Nymphe  rechts  in 
860?  Das  Gewand  der  Nymphe  links  ganz  un- 
verstanden (Überfall  und  Schlitz  nur  bis  zur 
Mitte  de«  Oberschenkel«).  Beide  Reliefs  sind  auch 
nicht  Seifenstücke  von  Sarkophagen.  Das  Bei- 
werk des  Hintergrundes  in  860  besonders  unver- 
ständig* 


E Jt 


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14  Mantua.  — Vicenza*  — Catajo. 


12  und  13.  D.  647.  Kopf,  in  nächster  Ver- 
wandtschaft zum  Apollon  köpf  Kassel-Bar- 
racco- Athen  und  seiner  Gruppe  (Friederichs- 
Wolters  223  und  224). 

14.  I).  057.  Musieiorondo  Satyrn-  Helleni- 
stisches Rclicfbild.  Schreiber  Tafel  LV1  A. 

15.  D.  687.  Jüngl i ngstorso  (kein  Eros, 
da  ohne  Fitigel).  Der  r.  Kopfnicker  angespannt 
der  Kopf  war  also  nach  der  1.  Schulter  gewendet. 
Geputzt,  aber  griechisches  Original  etwa  praxi- 
tolischer  Zeit.  Keine  Wiederholung  der  sog. 
Narkissosstatuon 

16.  I).  707.  Statue  der  Athene.  Michaelis, 
Parthenon  XV,  5.  Schreiber,  Abh.  d.  sächs.  Ges. 
d.  W.  1883,  p.  570. 

17.  D.  711.  Kopf  des  „Vergil“,  Wieder- 
holung des  sog.  Eubuleus  aus  Eleusis.  Die 
Arbeit  nicht  vor  dem  Ende  des  2.  Jahrh.  n.  Chr. 

18.  D.  706.  Kolossaler  Idealkopf. 
Das  Loch  auf  dom  Scheitel  wird  zur  Be- 
festigung des  Meniskoastachels  gedient  haben. 
An  der  Halsgrube  und  am  Haaransatz  Uber  der 
Stirn  in  der  Mitte  jo  ein  Messpunkt.  Apollo? 
Vgl-  die  Bronzestatuette  in  Neapel  Inventar 
113257  (Phot.  Sommer  7562).  Nach  einem  Ori- 
ginale vom  Ende  des  5.  Jahrh. 

19.  D.  838-  Dionysos  und  Satyrn  bei 
der  Weinlese.  „Prachtrelief  römischer  Erfindung“ : 
Schreiber,  Brunnenreliefs  Grimuni  p.  98,  Nr.  111. 
Das  Tier  recht«  von  Dionysos  ein  Panther,  kein 
Bock.  Verwandt,  aber  von  geringerer  Arbeit, 
sind  die  beiden  Reliefs  im  Hofe  des  Museo  eivico 
zu  Padua  Nr.  Xn  und  XVI  (Müller- Wieseler 
XL1X,  611;  Roulez,  bull,  de  l'acad.  royale  de 
Belgique  T.  XIII,  Nr.  7). 

20.  D.  844.  Torso  eines  nackten  Faust- 
kämpfers. Im  Stile  dein  krupeziontretenden 
Satyr  der  Tribuna  der  Uffizien  (D.  546)  verwandt. 

21.  D.  845.  Weiblicher  Idealkopf. 
Löckchen  im  Nacken.  Fleisch  geglättet  Dio 
nämliche  Frisur  an  den  Karyatiden  des  Erocli- 
theion  und  an  dem  Kopfe  aus  Argos:  Waldstein, 
excavations  at  tho  Heraion,  1892,  pl.  4 und  5. 

22.  und  23.  D.  853.  Bacchisches  Köpf- 
chen. Gesicht  sehr  überarbeitet. 

24.  D.  854.  Kopf  des  Asklepios.  Zweit© 
Hälfte  des  5.  Jahrh. 

25.  D.  876.  Junger  Römer  vom  Ende 
des  2.  Jahrh.  als  Hermes.  Bernoulli,  rüro.  Ikonogr. 
1,  p.  229,  Anm.  2 ; II,  2,  p.  235,  Nr.  62.  Der 
(vom  Kopfe  nicht  getrennte)  Torso  geht  auf 
ein  Vorbild  altertümlicher  Kunst  zurück. 


Vicenza. 

26.  D.  8-  Männlicher  Kopf.  Fragment 
eines  Hochreliefs.  Augenbemalung  erhalten.  An 
die  Kunst  des  Skopas  erinnernd. 

27.  D.  9 und  10.  Zwei  männliche  Köpfe, 
der  eine  (D.  9)  behelmt,  der  andere  (D.  10)  bärtig. 
Fragmente  eines  römischen  Hochreliefs.  Inter- 
essant wegen  der  nuch  hier,  wenigstens  in  D.  9, 
erkennbaren  Nachklänge  «kopasischer  Kunst 

28.  D.  25.  Statuette  eines  sitzenden 
Mädchens. 

29.  I>.  27-  Weiblicher  Kopf.  Ergänzt: 
Hinterkopf  vom  Hnarbaud  an  und  die  GowandbUsto. 

30  und  31  D.  30.  J ünglingskopf.  Hinter- 
kopf von  der  Binde  ab  angestückt,  wohl  schon 
in  antiker  Zeit.  Stark  geputzt.  Am  ehesten  an 
Pasitelischcs  erinnernd. 

Catajo. 

32  und  33.  D.  610.  Männlicher  Kopf. 
Stark  ergänzt,  aber  Stirn  und  oberer  Teil  der 
Nase  intakt  Hellenistisches  Porträt? 

34.  D.  472.  Griechisches  Relief  mit 
mythischen  Scenen.  Wird  von  R.  v.  Schneider 
besprochen  werden. 

35.  D.  475.  Artemis  und  Endymion, 
halblebeusgrosse  Gruppe.  Die  Basis  zugehörig; 
über  ihre  Form  vgl.  Strzygowski,  röm.  Quartal- 
schrift f.  christl.  Altertumskunde  IV,  1890,  Tafel 
VI,  p.  104  ff. 

38  und  37.  D.  509.  Weiblicher  Kopf 
des  5.  Jahrh.  In  der  Anlage  der  Haare  über 
der  Stirn  an  den  Berliner  Kopf  606,  die  sog. 
Aspasia,  erinnernd. 

38.  D.  519.  Weiblicher  Kopf. 

39  und  40.  D.  524.  Archaischer  männ- 
licher Kopf.  Dio  nächsten  Parallelen  scheint 
derselbe  in  aeginetischer  Kunst  zu  haben. 

41.  D.  786.  Oberteil  einer  Jünglings- 
statue. Wohl  Porträt  der  Diadochenzeit. 

42  and  43.  D.  547.  Männlicher  Kopf, 
dein  des  Doryphoros  verwandt.  Sehr  schlecht 
erhalten. 

44.  D.  602.  Kopf  dos  Dionysos.  Der 
Kopf  scheint  dem  der  Münchener  Statue  103 
aufgesetzten  näher  verwandt  zu  sein,  als  dem 
des  Dionysos  aus  den  Gruppen  Chiaramonti  588 
(Helbig  111)  und  Villa  Lndovisi  (Schreiber  77). 

45  und  46.  D.  652.  Athleten  köpf  des 
4.  Jahrh.  Die  gedrehten  Löckchen  an  den 
Schläfen  w'ie  bei  Nr.  41. 

47.  D.  673.  Griechisches  Votivrelief 


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Catajo.  — Parma, 


15 


an  Dometor  und  Kor:».  Vgl.  Korn,  da*  Cultbild 
dl,r  GOttinen  von  Eleusit*,  ath  Mitt.  1892,  p.  125  ff. 

48.  D.  676.  WiederholungdeB.,Meleager''- 
Kopfcs:  Ant-  Dcnkm.  d.  Jn»t.  I,  Taf.  40- 

49.  D.  682.  Kleiner  Torso  eines  Nubiers 
aus  dunklem  Stein.  Die  r.  Hand  auf  der  1. 
Schulter.  Zu  der  von  Schreiber,  Hth.  Mitt  1885, 
Taf.  XII  publicicrtcn  Reihe  U^\ptisch-helleni- 
stischer  Statuetten  gehörig. 

50  und  51.  D.  685.  Archaischer  Jüng- 
lings köpf.  Dem  Kopfo  de«  sog.  wage» »be- 
steigenden Jünglings  im  Conservatorenpalaste 
(Bull,  comin.  1888,  tav.  XV  und  XVI)  und  dem 
sog.  Lysins  in  Villa  Alhani  Nr.  62  am  nächsten 
verwandt 

52  und  53.  D.  687.  Kopf  eines  Athleten 
Wohl  attisch,  Anfang  des  I.  Jalirh.  Die  Augen- 
bildung  ähnlich  am  Kopfe  desselben  Museums 
509  (oben  36  und  37).  Der  Kopf  achoint  dem 
der  Statue  Matz-Duhn  1040  verwandt  (ehemals 
Palatin,  jetzt  Thermen;  Phot.  röm.  Institut). 

54  und  55.  D.  699.  Jünglingskopf,  dem 
Kopfe  des  Maasimischen  Diskobolen  nahestehend, 
aber,  wie  es  scheint,  keino  Wiederholung. 

56.  D.  702.  Statue  «los  Serapis  mit 
dem  Füllhorn.  Der  Kopf  war  gebrochen,  schien 
uns  aber  zuzugehören.  Die  R.  war  nicht,  wie 
D.  angiebt,  gesenkt,  sondern  ging  nach  vom,  wie 
ein  Einsatzlot*!»  für  die  Stütze  an  der  r.  Hüfte 
im  Gewandwulst  beweist  Der  r.  Chitonärmel 
mit  doppeltem  Santne  der  Länge  nach  gesäumt. 
Das  Original  muss  von  Neuem  daraufhin  unter- 
sucht werden , ob  es  nicht  identisch  ist  mit 
der  von  Michaelis,  Journ.  of  hell.  stud.  1885, 
p.  305  nach  Maffbi,  Museum  Veronense  pag.  75,5 
abgebildoten  Serapisstatue.  Dieselbe  ist  jetzt 
verschollen ; Ortsangabe  fehlt  bereits  bei  Maffei. 
Obwohl  der  Kopf  dort  der  eines  Serapis  ist, 
während  er  auf  der  Statue  von  Catajo  den 
Asklepiostypus  zeigt,  und  obwohl  das  Füllhorn 
in  den  beiden  Statuen  in  verschiedenem  Erhalt- 
ungszustand sich  befindet,  halte  ich  doch  ihre 
Identität  für  höchst  wahrscheinlich.  Die  örtliche 
Nähe  von  Catajo  und  Verona  unterstützt  die 
Vermutung.  Die  Gowandmotive  der  Statue  selbst 
weisen  auf  die  erste  Hälfte  des  4.  Jahrh. 

57.  D.  716.  I Bisstatue.  Nach  der  runden 
Queder  am  Halsausschnitt  auB  pergainonischer 
Zeit.  Ein  verwandtes  Stück  Museo  Chiara- 
monti  654. 

58.  D.  730.  Apollo  als  Kind?  Das  Tier 
keine  Sphinx,  soudern  Greif  (Bart,  Klauen,  keine 
Bürste).  HalsatUck  zw  ischengesotzt,  daher  Zu- 


gehörigkeit des  (zu  grossen)  Kopfes  zweifelhaft. 
Vgl.  die  Porträtfigur  eines  Knaben  ats  Apollino 
Uffizien  D.  155. 

59.  D.  743.  Statue  eines  Jünglings. 
Der  Torso  scheint  eino  auch  in  den  Maassen 
ungefähr  entsprechende  Wiederholung  der  Ber- 
liner Bronzo  aus  Eleusis  zu  sein  (Nr.  1 ; Brunn- 
Bruckmann  Tafel  278).  Der  aufgesetzte,  bekränzte 
Kopf  zeigt  einen  späteren  pcloponnesischen 
Athletentypus.  Die  Statue  vielleicht  iden- 
tisch mit  der  ehemals  im  Cortile  des  vat  iranischen 
Belvedere  aofgestelltcn,  jetzt  daselbst  nicht 
mehr  befindlichen  „Dionysos^statue  bei  Michaelis, 
Jahrh  d.  Inst.  1890,  p.  36;  vgl.  1892,  p 95. 

60  und  61  D.  777.  Athletenkopf.  Hinter- 
kopf und  r.  Ohr  ergänzt.  Pnnkratiaatenohr. 
Nase  intakt.  An  den  Hermes  des  Praxiteles 
erinnernd. 

62.  D.  787.  Statuette  der  Hygieia. 
Kopf  modern.  Koste  der  Schlange  auf  Rücken, 
1.  Schulter,  Vorderseite.  Vgl.  Roscher,  myth. 
Lexikon  s.  v.  Hygieia,  Schema  2.  — Auf  dem- 
selben Blatte : D.  446.  Weibliche  Gewand- 
h tat u» utto.  Nach  Queder  und  durchscheinendem 
Gewände  auf  ein  pergamenisches  Original  zurück- 
gehend. 

63.  D.  791.  Statuette  des  Mars.  Kopf 
modern. 

64.  D.  796.  Torso  des  Herakles.  Im 
Motiv  dem  Fanieseschen  in  Neapel  verwandt 
(nur  dass  hier  die  r Hand  in  die  Hüfte  gestützt 
ist,  dort  auf  dom  Rücken  ruht),  aber,  wie  es 
nach  den  Körperformen  scheint,  älter.  Vgl.  Furt- 
wängler  bei  Roscher,  myth.  Lexikon  s.  v.  Herakles 
Sp.  2173,  und  unten  Nr.  132  (Villa  Borghese). 

65.  D.  800.  Statue  des  Apollon.  Der 
Omphalos  links  unten  als  solcher  nicht  sicher. 

66.  D.  813.  Statuette  eines  Mädchens 
mit  Vogel.  Parallelen  auf  attischen  Grabsteinen. 

67.  D.  815.  Statue  des  Hermes.  Kopf 
nicht  zugehörig.  Die  Bildung  des  Schmnhaare» 
nach  altertümlichen  Mustern. 

68.  D.  819.  Statuette  der  Athene. 
Nach  einem  in  Anlehnung  an  die  Parthenos  ge- 
schaffenen Vorbilde  vom  Endo  des  5 Jalirh. 

Parma, 

•*69  und  **70.  D.  869.  Kopf  des  Zeus.  Vorn 
Palatin:  Schreiber,  sächs.  Bor.  1892,  p.  126,  XXI. 

••71,  Bronzestatuette  de»  trunknen  H er  ak- 
les.  Heydemann,  Mitt.  aus  d.  Antikouaamm- 
lungen  Ober-  und  Mittolitalien»,  1879,  p.  46, 
Nr.  20;  Mon-  d.  J.  I,  4i  C.  Aus  Velleja. 


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16 


Parma. 


Florenz. 


**72.  Zwei  Bronze«!  atu  et  ton : «.Jugend- 
licher behelmter  Krieger,  in  Chlamys,  mit 
Schild  und  Schwert,  nach  r.  stürmend.  Ül>er 
seinem  Haupte  ein  Stadtthor  in  Relief.  Vorsatz 
einer  innen  auegehöhlten,  zum  Aufsätzen  etwa 
auf  einen  Stab  bestimmten  Bronzeleiste.  Von 
einem  Feldzeichen  ? 

b.  Nackter  Bärtiger,  mit  Helm  und 
Schwert,  mit  zurückgewandtem  Haupt  und  vor- 
gost  reck  ton  Händen  nach  r,  schreitend.  In  Stil 
und  Motiv  an  den  Aias  der  Pasquinogruppe  er- 
innernd. 

**73.  Zwei  Bronzestatuetten:  a.  Sog. 
A 1 c xa  n d e r.  Nackter  gehender  Jüngling  mit 
erhohnem  r.  Arm.  Heydemann  a.  a.  0.  p.  40, 
Anin.  107.  Nach  dein  Ausdruck  der  Gesichtszüge 
halte  ich  die  Benennung  der  im  (ihrigen  ikono- 
graphisch  wertlosen  Statuette  für  nicht  unwahr- 
scheinlich. 

b.  Dionysos,  mit  übergeschlagnen  Beinen 
stehend.  II.  Fnss  neu.  Der  Gegenstand,  den  die 
R.  hält,  ein  Rebzweig?  Mon.  d.  J.  III,  Iß,  1; 
Müllcr-Wieselcr  XXXII,  307.  Zur  Stellung  vgl. 
dio  Bronze  eines  Apollon  im  brit.  Mus.:  Phot. 
Stereoscopic  Co.  No.  270. 

74.  D.  876.  Erostorso.  Im  Rücken  An- 
sätze der  Mnriuorflügel.  Wiederholung  der  Eros- 
statue vom  Palatin  im  Louvro  (Phot.  Giraudon 
1205;  Furtwänglor  bei  Roscher,  mytli*  Lexikon 
s.  v.  Eros,  Sp.  1360  f . ; Baumeister.  Denkmäler 
s.  v.  Praxiteles,  Abb.  1551). 

75.  D.  886.  Torso  eines  Satyrs.  Im 
Rücken  Stumpf  dos  Schwanzes.  Rundlicher, 
walzenförmiger  Körper. 

76.  D.  891.  Torso  einer  Jünglings- 
statue.  Kopie  eines  archaischen,  dein  Bog. 
Omphalosapoll  nahe  verwandten  Originales, 

77  und  78.  D.  896.  Kopf  des  Serapis. 
Overbeck,  Kunstmythologie  des  Zeus  p.  309,  Nr.  3. 
Auf  dein  Scheitel  runder  Wulst  mit  Einsatz  für 
den  Modius.  Über  der  bei  D.  erwähnten  Ansatz- 
Hüche  für  die  in  di«  Stirn  fallende  Lockonpartie 
und  vor  dem  Modius  Rest  einer  Erhöhung  von 
unklarer  Bedeutung  (Lotosblüte?).  Auf  Grundlage 
der  Formen  des  Zeus  von  Otricoli  und  wohl  vom 
nämlichen  Künstler  (Bryaxis?). 

79.  D.  897.  Torso  einer  sitzenden 
Figur  aus  dunklem  Stein.  Die  Haltung  umge- 
kehrt wie  um  Torso  vom  Belvedere. 

80  und  81,  D.  902  und  903.  Fragmente 
eines  Flachreliefs  aus  Vclleja : Haus  and 
Ziehbrunnen.  Dio  Fonneu  der  Kandelaber  er- 
innern an  Etruskisches. 


82.  Bronzestatuette  einer  Victo  ri  a.  Publ. 
Gnz.  arch.  1880,  pl.  26.  Heydemann,  u a.  O. 
p.  47,  Nr.  23. 

Florenz,  Uffizien. 

83  und  84.  D.  13.  Altertümlich  or  Kopf 
eines  Jünglings. 

85  und  86.  D.  19.  Inventar  3519.  Kopf  olnes 
Athleten  (des  Herakles?).  Zweite  nttipcb« 

1 Schule;  von  Graef,  röm.  Mitt.  IV,  1889,  p.  197, 
Nr.  14  unt«r  den  Wiederholungen  des  Kopfes  des 
1 „skopasischen  Herakles“  aufgeführt. 

87  und  88.  Jüngl  ingskopf,  der  Statuo 
D.  27  aufgesetzt  (Phot.  Alinari  9787).  Die  Statuo, 
wie  auch  von  Anderen  bemerkt  worden  ist,  dem 
sog.  Omphalosapoll  nahestehend ; der  Kopf  an 
attische  Typen  vom  Ausgang  des  5.  Jahrh.,  wio 
den  Münchner  „Salber“  165  und  den  Florentiner 
Athleten  Uffizien  1>.  72,  erinnernd. 

89  und  90.  Jüngl  ingskopf,  der  Statuo 
D.  70  aufgesetzt.  Wiederholung  vom  Kopf« 
des  Hermes  von  Andros  und  des  „Anlmous* 
vom  Belvedere.  Beachtenswert  dio  Verwandt- 
schaft dieses  Typus  mit  dem  Kopfe  des  Are« 
Ludovlsi. 

91.  D.  187.  Statue  der  Demeter.  Over- 
I beck,  Kunstmythologib  der  Demeter,  p.  461,  Nr.  7. 
Verwandt  mit  den  Statuen  Capitol,  Salone  24 
(Helbig  503)  und  Vatican,  Sala  rotonda  542 
' (Helbig  297)  und  deren  Gruppe. 

92  und  93.  Kopf  der  Asklopiosstatuo 
■ D.  198  (Phot.  Alinari  P*-  1*-  Nr.  1222). 

94  und  95.  I).  535.  Männlicher  Torso 
aus  grünem  Basalt.  5.  Jahrhundert 

Giardino  Boboli. 

96.  D.  77.  Angebliche  Replik  des  Har* 
m odios  aus  der  Gruppe  der  Tyrannen  in  Order. 
Vgl.  Friedericks- Wolters  zu  No.  124.  Die  Statue 
ist  vielleicht  trotz  der  veränderten  Ergän- 
zungen und  des  vertauschten  Bow egnngsinotives 
(Wiedergabe  des  Originales  im  Gegensinn  bei 
Stichen  häufig)  identisch  mit  dein  „Gladiator  in 
arona“  bei:  (de  Rubels)  Villa  Pampliilia. 

97  und  98.  Köpf  von  06.  Zugehörigkeit 
zur  Statue  nicht  erweisbar.  Vgl.  Dütscbke,  A.  Z. 
1874.  p.  163  gegen  Benndorf.  Ann.  d.  L 1867, 

p 828. 

99.  Wiederholung  des  Aristogoiton 
aus  der  Gruppe  der  Tyrannenmörder.  Vgl. 
DÜtschke,  A.  Z.  1874,  p.  103  ff  ; darnach  modern. 

100.  D.  79.  Weibliche  Gewandstatue 
vom  Beginn  des  4.  Jahrh.  Wie  W.  Amelung  mir 


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Florenz. 


Rom. 


17 


nachweist,  publiciort  ohne  Ortsangabe  von  Clarac 
438  E,  792  J nach  Montfaucon  I,  43,  5. 

101  und  102.  Kopf  von  100.  Nicht  zur 
Statu«  gehörig.  Mitte  des  5.  Jnhrh. 

103.  D.  84.  Statue  de»  Herme»  mit  dem 
Dionysoskinde.  Von  Overbeck,  Gesch.  d. 
griech.  Plastik  * II,  p.  7,  vermutungsweise  auf 
da»  Werk  des  alteren  Kephiaodot:  Mercurius 
Liberum  patrem  in  infantia  nutriens,  zurück- 
geführt.  Ich  halte  diese  Identiticierting,  da  der 
Kopf  in  den  Kreis  attischer  Typen  zu  gehören 
scheint,  für  möglich,  aber  für  zur  Zeit  nicht  be- 
weisbar. Jedenfalls  müsste  das  Werk  dann  in 
die  früheste  Zeit  der  Thfttigkeit  des  Kephisodot 
gehören. 

104  und  105.  Kopf  von  103.  Mit  grösster 
Wa hrscheinl ichkeit  zugehörig. 

106  und  107.  Nicht  bei  D.  Überlebensgrosser 
jugendlicher  Kopf  auf  moderner  Büste.  Der 
Kopf  erinnert  an  den  sog.  Alexander  in  Bleti- 
heim  (Koepp,  Über  das  Bildnis  Alexanders  de» 
Grossen,  52.  Berliner  Winckolnmnnsprogr.  1802, 
p 27  und  Tafel  III),  der  seinerseits  wieder  mit 
dem  Kopfe  des  praxitelischeu  Satyrs  verwandt  ist. 

Rom,  Palazzo  Barborini* 

••  08,  *109,  *1 10.  Männlicher  bärtiger 
Kopf  des  5.  Jahrh.  Identisch  mit  M — I>  1741, 
den  Dulin  mit  Unrecht  für  modern  erklärt? 
Dem  Kopfe  der  Dresdner  ,Zeusa8tatue  Augusteum 
Tafel  16;  Clarac  549,  1150  (Treu,  Areh.  Auz.1890, 
p.  107;  1892,  p.  1 f.)  verwandt. 

Palazzo  Rospigliosi. 


120.  M — D 1058.  Jünglingstatue.  Trotz 
j der  Wnlzeufönnigkeit  des  Torsos  nach  Behandlung 
der  Muskulatur,  desSchamhaares  und  der  Chlainys 
noch  5.  Jahrh. 

121  und  122.  Nicht  bei  M— D.  Kopf  des 
Asklepios.  Neu  Büste,  Nase,  Oberlippe.  Be- 
ginn des  4.  Jahrh. 

123.  Kopf  der  Diony  so  hs  tat  u e M — D 
369.  Die  Statue  selbst  dicht  mit  Laubwerk  über- 
wachsen, so  dass  eine  Aufnahme. unmöglich. 

124.  M — 1)68.  Statue  des  Asklepios. 
| Dem  lateranensischen  Sophokles  etwa  gleich- 
zeitig, also  aus  praxitelischcr  Periode.  Der  auf- 
gesetzte bärtige  Diunysoskopf,  mit  Trauben  und 
Binde,  ist  streng  und  einfach,  wohl  noch  5.  Jahrh.; 
ich  werde  eine  besondere  Aufnahme  desselben 
in  einer  der  folgenden  Serien  bringen. 

125.  M— D 1550.  Weibliche  Gewand- 
statue mit  nicht  zugehörigem  bacchischen 
Kopfe 

126  und  127.  Nicht  bei  M — D.  Porträt 
eines  bärtigen  Griechen.  Neu:  Rüste,  Nase, 
Oberlippe.  Repliken  in  Villa  Ludovbi  (Schreib»  r 
93;  wird  in  »len  „Gr.  und  röm.  Porträts“  erschei- 
nen), Palermo  und  (nach  freundlicher  Mitteilung 
E.  Petoraeas)  Wien. 

128  und  129.  Nicht  bei  M — D.  Porträt 
eines  unbärtigen  Römers.  Neu:  Büste,  Hals, 
! Nase  mul  viel«*  Flicken  im  Gesiebt.  Deu  sog. 
Ciceroköpfen  ähnlich  und  aus  ihrer  Zeit.  Ein 
sehr  verwandter  Kopf  kolossalen  Maassstabes, 
wahrscheinlich  dieselbe  Persönlichkeit  darstellend, 
im  Giardino  Boboli  zu  Florenz,  wird  in  den  „Gr. 
i und  röm  Porträts“  veröffentlicht  werden. 


•III.  M — D 621.  Statue  der  Athene. 

^*112.  M— D 707.  Statue  der  Artemis. 

Villa  Mattei. 

*113.  M — I)  1375.  Weibliche  Kolossal- 
statuo  nach  einem  Originalo  phidiasischer  Zeit.  | 
Da  die  Statuo  in  beträchtlicher  Hohe  aufgestellt,  j 
stark  von  unten  aufgenommeu  und  deshalb  unan-  | 
genehm  verkürzt. 

114  und  115.  Nicht  hei  M — D.  Koplik 
vom  Kopfe  des  Harm  o d i o s aus  der  Gruppe 
der  Tyrannonmörder.  Auf  moderner  Büste. 

1 16  und  1 17.  M — D 1668.  Schlecht  erhaltene, 
aber  fein  gearbeitete,  namentlich  in  den  Augen 
Spuren  noch  strenger  Behandlungswoise  zeigende  | 
Wiodorholung  des  Doryphoroskopfos. 

118  und  119.  M — D 1683.  Athletcnkopf, 
Kol) binde  iiu  Haar.  Zeit  doe  Skopas. 


130  und  131.  M D 1827.  Wiederholung 
des  Kopfes  der  Be rlincr  „Caesar “-Statu e 
No.  341  (Bernoulli,  röm.  Ikonographie  I,  p.  175, 
Fig.  23  und  Tafel  XVII).  Di«  von  M — D aus- 
gesprochenen  Zweifel  au  der  Echtheit  des  Kopfes 
erschienen  mir  unbegründet. 

Villa  Borghese. 

132.  Statu  o <les  Herak  los.  No.  CXXII. 
Neu:  Kopf,  die  Teile  um  beide  Brustwarzen 
herum,  beide  Armo  von  der  Mitte  der  Oberarme 
j ab,  2.  u.  3.  Finger  der  r.  Hand,  Unterbeine  von 
Kniccn  ab,  Basis,  Stamm  mit  Löwenfell  und 
Stab,  von  dom  nur  ein  Stück  unter  der  linken 
Schulter  alt.  Kopfwendung  und  Motiv  des  r. 
Annes  nach  erhaltnen  Spuren  richtig  ergänzt ; 
am  1.  Oberschenkel  aussen  oberhalb  des  Kuicos 
Rest  einer  antiken  Stutze. 


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18 


Rom. 


Ein«  Replik  «li*»s«*r  Statue  mit  antikem  un- 
gebrochenem Kopfe  befindet  «ich  im  Museo 
Torion  ia  Nr.  50  (Schreiber,  A Z.  1879,  p.  08,  No.  54); 
ebenda  Nr.  214  eine  Statuette  demselben  Typus 
mit  modernem  Kopfo.  Eine  dritte  statuarische 
Wiederholung  ohne  Kopf  ist  1892  aus  Rom  nach 
Dresden  gelangt.  Weitere  Repliken  werden  eich 
gewiss  bei  genauerer  Durchsicht  der  Museen 
finden;  die  bereits  erkannten  beweisen  «Ile  Be- 
rühmtheit de»  Original».*  Während  der  Torlonia- 
»ehe  Kopf,  wenn  mein  Gedächtnis  nicht  trügt, 
auf  den  Anfang  de»  4.  Jahrh  weist,  zeigt  die 
Korperbehnndlung  wenigen»  des  Borghesischen 
und  des  Dresdener  Exemplare»  noch  die  strengere 
Formen gebung  de»  5.  Jahrh.;  die  Statue  wird 
also  in  einer  Kunstrichtung  des  *1.  Jahrh.  ent- 
standen »ein,  die,  wie  die  skopasische,  in  den 
Körperformen  noch  ältere  Elemente  bewahrte. 
Da»  Motiv  ist  eine  Vorbildung  de»  lysippischen ; 
vgl.  Furtwängler  bei  Roscher  ».  v Hernkle», 
Spalte  2173,  und  oben  No.  61. 

133.  Statue  der  Artemi».  No.  CXXVI. 
Neu:  r.  Arm,  1.  Unterarm  mit  Maske.  Der  Kopf 
(neu:  Nase,  Oberkopf,  verschmiert)  ist  alt,  »eine 
Zugehörigkeit  aber  »ehr  zweifelhaft.  Umbildung 
de»  am  besten  durch  München  No.  113  vertretenen 
praxitelischen  Artemietypu»  im  Geachmacke  einer 
späteren,  kleinlicher  eleganten  Zeit,  Der  Kopf 
ist  von  demjenigen  der  Dresdner  Wiederholung, 
dem  einzigen  sicher  erhaltenen,  der  entschieden 
praxitelischen  Kunstcharakter  trägt,  abweichend. 

Via  Margutta  53  B 
(im  Hofe). 

134.  M—  D 1055.  Repl  ik  der  athenischen 
Statue:  Nationalmuseum,  Kuvvudias  246;  Sy  bei 
274 ; Ann.  d I.  1866,  tav.  P,  3.  Weitere  Wieder- 
holungen:  Matz-Duhn  1087  (Pal.  Mattei);  nach 
der  Angabe  unter  No.  1055  „den  vorigen  gleich-  j 
artig“  vielleicht  auch  die  Nummern  1052—54, 
die  ich  nicht  aus  eigener  Anschauung  kenne. 
Da  da«  in  Athen  aufbewahrte  Exemplar  auch 
dort  gefunden  worden  ist,  so  hat  vermutlich  da- 
selbst da»  Original  gestanden.  Die  Benennung 
der  Statue  kann  nach  den  Fussflügeln  der  athe- 
nischen Replik  nur  zwischen  Hermes  und  Perseus 
schwanken  (vgl.  Kavvadia«  a.  a.  O.)  Die  auf  die 
bei  der  Stoa  Poikile  aufgestellte  Statue  des 
Herme«  Agoraio»  zurückgeführte  Münze  bei  Im- 
hoof-Gardener,  numismatic  commontary  on  Pau- 
»anias  DD,  XXI,  zeigt  ein  »ehr  verwandte» 
Bewegungsmotiv.  Eine  Entscheidung,  ob  Hermes  . 
oder  Perseus,  wird  »ich  nur  durch  genaue  Unter-  1 


Stichling  der  vorlmndiien  Kopien  und  ihrer 
Attribute,  die  mir  zur  Zeit  nicht  möglich  ist, 
ergeben.  Die  athenische  Wiederholung  trägt  einen 
Kopf,  «len  inan  ehemals  lysippischer,  neuerding» 
»kopasisclier  Kunstrichtung  zugeschrieben  hat; 
jedenfalls  gehört  er  in  das  4.  Jahrh.  Er  i»t  auf- 
gesetzt, »oll  aber  zugehörig  sein.  Don  Stil  de» 
Torsos  finden  mehrere  Beurteiler  mit  dem  de» 
Kopfe»  ühertdnstimmund.  Ich  frage  jedoch 
zweifelnd,  ob  eine  derartig  strenge  und  ein- 
fache Behandlung  der  Chlamys  in  da»  Endo 
de»  4.  und  nicht  vielmehr  in  die  Mitte  de» 
5.  Jahrh.  gehört,  und  führe  ala  Beispiel»  ver- 
wandt«^ Faltengebung  Monumente  an,  wie  die 
i Stier-  und  Sau-Metope  vom  Theseion,  «len  durch 
; die  Münchner  Augustusstatu«*  209  und  ihre  zfthl- 
I reichen  Repliken  (z.  B.  Uffizien  D.  200,  Neapel, 
Corr.  d.  imporatori,  mehrfach  mit  vertauschtem 
Standmotiv,  niemals  meines  Wissen»  mit  antikem 
Kopf«*)  vertretenen  statuarischen  Typus,  den 
Herme»  Jngenui  in  der  Galleria  dolle  »tatuo 
de»  Vatican.  Ober  die  Tnrsobchandiung  den 
athenischen  Stücke»,  ob  5.  oder  4.  Jahrh-,  wage 
ich,  ohne  da»  Original  oder  einen  Gip»  näher 
studiert  zu  haben,  keine  Entscheidung.  Ich  muss 
also  die  Möglichkeit  offen  halten,  da»»  der 
Kopf  de»  athenischen  Exemplare»  entweder  mo- 
dern aufgesotzt  oder  eine  antike  Restauration  ist 
oder  dass  die  Kopie  im  Altertum  bereit»  bei  ihrer 
H«*r»t«dlung  einen  stilistisch  freieren  Kopf  erhalten 
hat.  Durch  die  oben  aufgeführten  P:  rallclmonu- 
mente  werden  wir  in  den  Kreis  des Myron gewiesen 
(Theseion,  Hermes  Jngenui);  ea  wäre  unter  diesem 
Gesichtspunkte  besonders  erwünscht,  Aufschluss 
über  die  Bcileutung  der  Statue,  ob  Hermes  oder 
Perseus,  zu  erhalten. 

Sammlung  des  Bildhauers  Herrn  Prof. 
Comm.  Giulio  Monteverde,  Senator  des 
Königreiches 
(Via  de’  Mille  fi). 

1 35.  S t a t u o eines  nackten  Jünglings. 
Nicht  bei  M — D.  Mitte  des  5.  Jahrh. 

136  und  137.  Kopf  von  135. 

138  und  139.  Oberteil  einer  weiblichen 
Sitzfigur  (M — D 1101a).  Stil  vom  Endo  des 
5.  Jahrh.  Der  Figur  aufg«m*tzt  ein  nicht  zu- 
gehöriger jugendlicher  Kopf,  Replik,  wie  es 
scheint,  von  dein  einen  Kopfo  der  Madrider 
Doppelhenne  (Arch.  Z.  1871,  Taf.  50:  Friederichs- 
Wolter»  1609). 

140.  Nicht  bei  M— D.  Nackter  jugend- 


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Rom 


lieber  Torso.  Ab:  Kopf,  1.  Arni,  r.  Arm  von  i 
Mitto  de«  Oberarms  ab,  beide  Unterschenkel  und 
Küsse.  Prnxitelische»  Standinotiv  mit  unnatürlich 
stark  ausgebogener  1 Hüfte. 

141.  Eros b tu  tue.  Nicht  bei  M— D.  Er-  i 
gänzt  (nach  frdl.  Mitteilung  von  li.  Bulle):  Kopf, 
Arme,  alle  Zehen  des  1 und  grosso  Zeho  des  r- 
Fubscs.  Die  Beine  mehrfach  gebrochen  und  Mark 
geputzt.  Die  Flügel  alt;  der  obere  Tlieil  des  1*  J 
scheint  neu.  Soweit  ich  nach  der  Photographie 
urteilen  kann,  Wiederholung  des  Eros  von  Cen- 
tocelle. 

142.  Nicht  bei  M-D.  Archaischer 
nackter  männlicher  Torso.  Ab:  Kopf, 
Arme,  Beine. 

143.  Nicht  bei  M— D.  Altertümlicher  j 
nackter  männlicher  Torso.  Ab:  Kopf,  Arme, 
Bein«  von  Mitto  der  Oberschenkel  ab. 

144.  Nicht  bei  M-  D Torso  einer  männ- 
lichen Figur  mit  Mantel  um  Schultern  und 
Unterloib.  Ab:  Kopf,  Arme,  Beine. 

145.  Nicht  bei  M — D.  Scharf  gearbeitetes 
Fr  a gm  ent  von  einerWi  oderbolung  desK  o p f e 8 
der  Knidierin. 

146.  Nicht  bei  M—  D.  Schlecht  erhaltener 
Kopf  eines  jugendlichen  Dionysos  mit  Stirn- 
binde  und  Kranz. 

147  and  148-  Nicht  bei  M— D.  Abboz- 
zierter  weiblicher  Kopf  im  Typus  etwa  der 
Knidierin.  An  den  Schläfen  scheint  ein  Seiten-  • 
lückchen  intendiert  zu  sein. 

149  und  150.  Nicht  bei  M- D.  Schlecht  er- 
haltener weiblicher  Kopf.  Ab:  Nase,  Kinn, 
Teil  der  r.  Gesichtshälfte.  Dem  Kopfe  derSosikles- 
atnazone  verwandt,  vielleicht  eine  Replik. 

Römischer  Kunsthandcl. 

151.  Statuo  de»  Herakles  in  Weibor- 
kleid ern,  Wiederholung  aus  der  Neapolitaner 
Gruppe  de«  Herakles  mit  Omphalo  (Inventar  6406; 
Gerhard-Panofka,  Neapels  antike  Bildwerke  p.  24, 
No.  71  und  das  dort  Citierte).  Der  Kopf 
war  gebrochen.  Auf  der  linken  Schulter  die 
Hand  der  Omphalo.  Die  ehemals  in  Villa 
Borghese  befindliche  Figur  eine»  Herakles  in 
Weiberkleidern,  die  man  ebenfalls  als  Wieder- 
holung der  Neapolitaner  Gruppe  unzufUhren  pflegt, 
geht  offenbar  auf  ein  andres  Original  zurück, 
ln  der  Vermutung,  das«  die  obige  Gruppe  im 
Kreise  der  „parteiischen“  Künstler  erfunden 
worden  sei,  treff«  ich  mit.  W.  Ameluiig  zusammen,  j 

152  und  153.  Kopf  des  unbärtigen  be- 
kränzten Herakles  im  Typus  des  sog-  sko-  i 


19 


pasischen.  Neu:  Nase,  Kinn,  Hals  Der  fehl«nde 
Hinterkopf  war  besonders  angosetzt.  Neuerdings 
vom  Dresdner  Museum  erworben. 

154  und  155.  Überlobensgrosscr  bartloser 
Kopf  des  Herakles  mit  Kuli  binde.  Auf  dem 
Terrain  der  Villa  Lutlovisi  gefunden.  Scheint 
dom  der  kolossalen  Bronzestatue  im  Conser- 
vatorenpalast  (Holbig  007)  verwandt  zu  sein. 

156.  Votivrelief  an  die  Den  Svria. 
Ehemals  in  den  Magazinen  der  Villa  Ludovifii : 
Schreiber  No  337. 

157  und  158.  Griechischer  männlicher 
bärtiger  Porträtkopf.  Wohl  vom  Ende  des 
4.  Jahrh.  Ein«  Wiederholung  des  Typus  ist  mir 
nicht  bekannt. 

159  und  160.  Kopf  einer  Römerin  des 
flavi  schon  Zeitalters.  Vgl.  Reruoulli , röm. 
Ikonogr.  II,  2,  p.  39  fF. 

161  und  162  Kopf  einer  römischen 
Fürstin  tr  a i a n i sc  her  Zeit  (Plotina  ? Matidia?)- 
Mit  Mauerkrone.  Nase  und  Hals  neu. 

163.  Torso  einer  der  Parthenos  ver- 
wandten A t h e n e s t a t u o.  Typus  der  Exemplare 
Capitol  Salon©  8,  Stockholm  etc.  (Schreiber, 
Athens  Parthenos  des  Phidias  p 578).  Ist  in- 
zwischen verkauft  worden. 

164  und  165.  Wahrscheinlich  M — D 1682: 
„Studio  Carimini“.  Jünglingskopf  mit  Pinien- 
kranz.  Neu:  Henne,  Hals,  Nase,  Kinn,  Unter- 
lippe, Flicken  auf  1.  Wange,  Stück  des  r.  Ohres. 
Vom  Dresdner  Museum  erworben.  Wie  auch 
P.  Horrmann  bemerkt  hat,  nicht  Wiederholung, 
aber  nächster  Verwandter  des  Kopfes  der  neuer- 
ding» in  Abgüssen  verbreiteten  Heraklesstatt) e 
Landsdowno  (Michaelis,  ancient  marblee  p.  451, 
No.  61). 

166—170  Reste  eines  grossen  Statuen- 
complexes  von  Künstlern  aus  Aphrodisias- 

Die  Statuen,  von  welchen  ich  hier  nur  einige 
im  Sommer  1892  photographierte  Fragmente  ver- 
öffentlichen kann,  sind  seither  völlig  zusammen- 
gesetzt worden.  Nach  Photographien,  die  mir 
vorliegen,  haben  sich  aus  den  Bruchstücken  fünf 
Statuen  wiederherstellen  lassen  (ob  noch  Weiteres 
vorhanden,  ist  mir  unbekannt):  Zeus,  Poseidon 
(oben  No.  166 — 168),  Herakles,  Helios  (?  von 
diesem  soll  der  Kopf  169/70  stammen)  und  ein 
das  Dionysoskind  auf  den  Schultern  tragender 
Satyr.  Auch  die  Inschriften  scheinen  jetzt  voll- 
ständig zusammengesetzt  worden  zu  sein ; aus  den 
im  vorigen  Jahre  mir  zu  Gesicht  gekommenen 
Bruchstücken  war  nur  zu  erkennen,  das«  die 
Künstler  in  den  Kreis  der  bereits  anderweit' 


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20 


Rom. 


bekannten  Bildhauer  von  AphrodisiaB  in  Kurien 
gehören,  die  im  zweiten  christlichen  Jahrhundert 
in  Italien  gearbeitet  haben.  Vgl.  Lcewy,  In- 
schriften griech.  Bildhauer,  No.  364  ff.  und  Visconti, 
Bull.  comm.  1880,  tav.  XI  und  XII,  p.  297  und 
316  ff.  Da  di«  Statuen  zusammen  gefunden  worden 
»ein  »ollen  und  ihrem  ganzen  Charakter  nach 
zusammengehüren , bo  bilden  sio  offenbar  die 
einzelnen  Teile  eines  grösseren  Ganzen,  eines 
Weihgeschenkes  etwa,  wio  derartige  aus  jener 
Zeit  von  Hadrian  und  später  von  lierodes  Atticus 
(Overbeck,  SQ  2317  ff.)  überliefert  sind.  Eft  ist 
zu  wünschen,  dass  diese  für  die  Geschichte  der 
römischen  Kunst  als  Vertreter  ihrer  Barockzeit 
wichtigen  Sculpturen  genauer  untersucht  und 
veröffentlicht  werden. 

171.  Statue  eines  sitzenden  Hades,  don 
Kerberos  zur  H.  Vgl.  Chr.  Scherer  bei  Koscher, 
myth.  Lexikon  s.  v.  Hades,  Spalte  1804. 

1 72.  Statue  einer  A m a z o n o.  Angeblich 

in  Tusculnm  gefunden.  Schlecht  erhalten  und 
ergänzt,  aber  ursprünglich  feine  Arbeit  nach 
einem  gegen  Endo  de»  5.  Jahrh.  entstandenen 
Originale.  Vgl.  die  etwas  spatere  Dresdner 
Statue  einor  ,, Bacchantin“:  Augusteum  53, 

Hettner  4 148;  Phot.  Krono  (51)  706. 

173  und  174.  Kopf  der  Statue  17*2.  Da 
der  Bruch  verschmiert,  kann  ich  seine,  im  übrigen 
mich  wahrscheinlich  (hinkende  Zugehörigkeit 
nicht  verbürgen.  Jedenfalls  nicht  nach  Praxiteles. 

1 75  und  176.  M ä n n 1 i eher  unbärtiger  K o p f 
mit  Hut  (Hermes?).  Ich  gestehe  für  diesen  merk- 
würdigen , noch  Anklängo  an  Altertümliches 
zeigenden  Kopf,  an  dessen  Echtheit  zu  zweifeln 
ich  keinen  Grund  gehabt  habe,  keinerlei  stilistische 
Parallelen  zu  kennen. 

177  und  178.  Kopf  eines  Hermes  mit 
Flügelhut  Auch  diesen  Kopf  habe  ich  trotz 
seiner  Seltsamkeiten  für  antik  gehalten,  weis» 
ihm  aber  gleichfalls  keinen  bestimmten  Platz  in 
der  kunstgeschichtlichen Entwicklung  anzu weisen. 


179  und  180.  Köpfchon  einer  Isis.  Neu: 
Nasenspitze,  Hals  und  Bruststück.  Dio  bronzene 
Lotosblume  antik. 

181  und  182.  Kopf  einer  Aphrodite  (?), 
verwandt  demjenigen  der  Aphrodite  de»  Daedalu» 
im  Gab.  dolle  maschero  (Helbig  250).  Neu:  Nase, 
Kinn,  Stücke  de«  Krobylo».  Stim-,  aber  keine 
Schläfonlöckchen.  Soll  verkauft  sein. 

183  Statue  einer  Loda.  Ab:  1.  Hand, 
r.  Unterarm,  Schwan.  Der  Kopf  scheint  alt  und 
zugehörig;  genauere  Notizen  fehlen  mir  leider 
Hinten  hi»  zu  den  Schenkeln  entblößt  Aua 
praxitelischer  Zeit  (W.  Ainclung:  Venu»  von 
Arle»  und  sog.  Danaide  im  Vatican,  Gail.  d.  statue 
405,  Helbig  208).  Ein  ähnliches  Stück,  wo  eben- 
falls der  Schwan  über  das  Gewand  gepresst  wird, 
im  Hofe  des  Museo  Nazionale  zu  Neapel.  Vgl. 
ferner  Uffizien  D.  192. 

184.  Oberteil  einer  Herakl esstatu e 
ohne  Kopf  und  Arme.  Ein  Rest  der  Keule  auf 
der  rechten  Schulter.  Der  Kopf  war  nach  links 
gewendet.  Nach  don  Kinzclnheitcn  der  Musculatur 
Polyklet  nahestehend.  Vom  Dresdner  Museum 
erworben. 

1 85.  1 thyphalliscbe  Her  m e eine«  oberwärta 
bekleideten  Hermaphroditen.  Ob  der  mit 
zwischengeHtücktem  Halse  aufgesetzte,  stark  ver- 
schmierte Kopf  (neu:  Nase)  zugehörig  ist,  lässt 
sich  (nach  gef.  Mitteilung  H.  Bulle»)  zur  Zeit 
nicht  feststellen.  Vgl.  Ann.  d.  I.  1884,  p.  88  f. 
und  tav.  L (Robert). 

186  und  1887.  Kopf  eines  Apollon  (?). 
Neu  : Nase  und  Hals.  Trotz  Krobylos  und  Scblüfen- 
löckchen  seiner  einfachen  und  herben  Formen- 
gebung  halber  nicht  später  als  Anfang  des  4.  Jahrh. 

1 88  und  189.  Herme  des  bärtigen  Dio- 
nysos, Neu:  Nase  und  Herme. 

1 90  und  191.  Kopf  eines  I)  i a d u m e n o s. 
Neu:  Bruststück,  Kinn,  Teile  der  Lippen  und 
Nase.  Überarbeitet.  Nach  Arbeit  und  Erhaltung 
gleich  geringe  Kopie  vom  Kopfe  des  Diadumenos 
Farnese. 


-&&&•<>- 


Hrucknuum'tche  Huchdruckcrei,  Manchen. 


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rA  4-  L 7 


YERLAGSANSTäLT  FOR  KUNST  UND  WISSENSCHAFT  IN  MÖNCHEN 

VORM.  FRIEDRICH  BRUCKMANN. 


Photographische  Einzelanfnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

nach  Auswahl  und  mit  Text 


Paul  Arndt. 


Serie  1,  Teil  2. 


MÜNCHEN  1894. 

VERLAGSAXSTALT  FÜR  KUNST  UND  WISSENSCHAFT 
VORMALS  FRIEDRICH  BRUCKMANN. 


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JUL  io  191 1 

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it-»  iCA~.  ■a*«-«-<u 


1.  Serie;  2.  Teil.  Blatt  192  — 278. 

ist  Blatt  (247— 2f)l;  2Ö4-2Ö7;  263  —266;  269;  272;  273;  276—27«)  iles  Platten- 
formales  18/24  (mit  * bezeichnet). 
t»H  Blatt  des  Plattenformates  13/18. 

19  Blatt  zu  KO  Pfg.  = lf>  Mk.  20  Pfg. 

«8  Blatt  zu  7)0  Ptg.  = 34  Mk.  — Pfg. 

87  Blatt  = 49  Mk.  20  Pfg. 

Im  Abonnement  20®/,,  Ermlissigung:  rund  39  Mark. 


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Die  Herausgabe  dieses  zweiten  Teiles  der  ersten  Serie  dos  „Einzelverkaufes“ 
hat  sich  über  Gebühr  verzögert.  Der  Unterzeichnete  trägt  fast  allein  daran  die  Schuld. 
Besondere  Verhältnisse  meiner  äusseren  Stellung  haben  mir  zu  eigenen  Arbeiten  wenig 
Müsse  gelassen.  Ich  darf  indessen  mit  Bestimmtheit  die  Erwartung  nussprechen,  dass 
derartige  Unregelmässigkeiten  im  Erscheinen  unserer  Publication  sich  nicht  allzu  oft  in  Zu- 
kunft wiederholen  werden.  Die  Juhresserien  zu  300  Blatt  werden  weiterhin  in  zwei  Ab- 
teilungen zu  je  150  Photographien  ausgegeben  werden.  Ich  glaube,  das  Erscheinen 
von  Serie  II  (1894)  noch  für  den  Lauf  dieses  Jahres  in  sichere  Aussicht  stellen  zu 
dürfen.  Die  Publicationsweise  der  früheren  Petersburger  Compte-rendus,  die  im  Jahre  1884 
z.  B.  -pour  1881“  erschienen,  nachzuahmen,  liegt  in  der  Absicht  weder  des  Verlegers 
noch  des  Autors. 

Wir  sagen  den  Fachgenossen  aufrichtigen  Dank  für  die  freundliche  Unter- 
stützung unsres  Unternehmens,  dessen  Fortbestand  durch  dieselbe  gesichert  ist.  Zu 
festem  Abonnement  haben  sich  die  folgenden  28  Herren  und  Institute  verpflichtet: 


In  Dänemark: 

Herr  Karl  Jakobsen  in  Kopenhagen. 

In  Deutschland: 


. A.  Kalkmann  in  Berlin. 

„ Prof  Dr.  G.  Loeschcke  in  Bonn. 

„ Prof.  Dr.  G.  Treu  in  Dresden. 

„ Prof.  Dr.  F.  Xtndniczka  in  F rei- 
burg  i/B. 

„ Prof.  Dr.  Dilthey  in  Göttingen. 

„ Prof.  I)r.  Preuner  in  Greifswald. 
„ Prof.  Dr.  K.  Robert  in  Halle. 

„ Prof.  Dr.  von  Dulin  in  Heidel- 
berg. 


Geheimrat  Prof.  Dr.  Overbeck  in 
Leipzig. 

. Prof.  Dr.  von  Sybel  in  Marburg. 

. Geheimrat  Prof.  Dr.  von  Brunn  in 
München. 

„ Prof,  Dr.  A.  Milchhöfer  in  Münster. 
„ Prof.  Dr.  A.  Michaelis  in  Strass- 
burg. 

„ Prof.  Dr,  K.  Sittl  in  Würz  bürg. 


In  England: 

W.  H.  D.  Rouse  Estj.,  M.  A.,  F.  R.  G.  S.  in  Cheltenhnm. 

In  Frankreich: 

Herr  Professor  M.  Holleanx  in  Lyon. 

In  Griechenland: 

Das  k.  deutsche  arehaeologische  Institut  in  Athen. 

In  Italien: 

Herr  Dr.  Walter  Aineliitig  in  Florenz. 

Das  k.  deutsche  arehaeologische  Institut  in  Rom. 


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In  den  Niederlanden: 

Herr  Prof.  Dr.  Jim  Six  in  Amsterdam. 

„ H.  F.  Donpierre  de  Chaufepie  in  Leyden. 

In  Österreich: 

Herr  Prof.  Dr.  E.  Reiscb  in  Innsbruck. 

„ Prof  Dr.  W.  Klein  in  Prag. 

„ Hofrat  Prof  Dr.  0.  Benndorf  in  Wien. 

In  Russland: 

Herr  Prof.  Redin  in  Charkow. 

„ Prof.  Dr.  W.  Mn  Irnberg  in  Jurjew. 

„ Staatsrat  Prof  Dr.  .1.  Zvetaieff  in  Moskau. 

Durch  Abnahme  einzelner  Blätter  haben  die  Folgenden  ihr  Interesse  an  dem 
Unternehmen  zu  erkennen  gegeben. 

Herr  Dr.  H.  Bulle,  Athen.  Herr  Studiosus  6.  Habich,  München. 

„ Prof.  Dr.  A.  Furtwüngler.  Berlin.  „ Dr.  A.  Stauffer,  München. 

„ Dr.  E.  Loewe,  Colmar.  ] . Dr.  F.  Hauser,  Stuttgart. 

„ Prof.  Dr.  A.  Flasch,  Erlangen.  1 Frau  Elisabeth  von  Thurau,  Exc.,  War- 

„ Dr.  B.  Sauer,  Giessen.  schau. 

Von  öffentlichen  Besprechungen  erwähne  ich  mit  lebhaftem  Dank  den  Aufsatz 
von  Dr.  0.  Bie  im  „Hamburgisehen  Correspondenten“  vom  2f>.  Sept.  1 803  (Mittagsaus- 
gabe No.  614)  und  die  freundlichen  Worte,  mit  denen  Furtwüngler  in  der  Vorrede 
zu  seinen  „Meisterwerken  der  griechischen  Plastik“  meines  Planes  gedacht  hat. 

Durch  Beschaffung  der  für  unsere  Zwecke  erforderlichen  Permessi  hut  uns 
dieses,  wie  auch  bereits  das  vorige  Mal,  W.  Helbig  in  Rom.  ohne  dessen  unermüd- 
liche Bereitwilligkeit  und  weitreichenden  EinHuss  Arbeiten,  wie  die  meinigen,  zur  Zeit 
in  Italien  mit  den  grössten  .Schwierigkeiten  verknüpft  sein  würden,  auf  das  Tiefste 
verpflichtet.  Die  Erlaubnis,  die  Aufnahmen  in  Catajo  (in  Teil  1 der  ersten  Serie) 
herstellen  zu  dürfen,  verdanke  ich  der  liebenswürdigen  Vermittlung  R.  von  Schneiders 
in  Wien. 

Ergänzungen  und  Berichtigungen  zu  meinem  Texte  zu  Serie  I,  1 haben  die 
Herren  Atnelnng,  Furtwüngler,  Hauser,  Herrmann  mir  zu  liefern  die  Freundlichkeit 
gehabt;  durch  unentgeltliche  Abtretung  photographischer  Negative  haben  die  Herren 
Hauser  in  Stuttgart  und  Six  in  Amsterdam  unsere  Publieatinn  in  dankenswertester 
Weise  gefördert. 

Für  die.  kommenden  Serien  liegt  ausser  den  im  Vorwort  zum  vorigen  Programm 
p.  7 Antti.  1 erwähnten  Aufnahmen  noch  eine  grössere  Reihe  von  Photographien  aus 
Wörlitz  bei  Dessau  vor,  die  ich  im  Januar  ds.  Jahres  hergcstellt  habe. 

Meine  erläuternden  Bemerkungen  zu  den  einzelnen  Blättern  habe  ich  auf  mehr- 
fache Anregungen  von  befreundeter  Seite  hin  etwas  eingehender  gestaltet  als  bei  dem 
ersten  Teile  dieser  Serie. 

München,  im  Mai  1804.  Paul  Arndt. 


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Mi.  Die  Blätter  des  Formalem  18/24  sind  mit*  bezeichnet 


Brescia. 

192  und  193.  D.  .'{21.  Weiblicher  Kopf. 
Unter  den  von  D.  verzeiehnoton  Ergänzungen  so 
verbessern:  linker  Teil  des  Oberkopfes.  Der 
I Iberkopf  nur  angelegt:  wahrscheinlich  als  Unter- 
lage für  einen  Bronzehelm,  von  welchem  jedoch 
keine  Befestigungsspuren  vorhanden  sind.  Vgl. 
die  nächste  Nummer.  Typus  vom  Ende  des 
5.  Jahrh. ; vgl.  E— V 18  (Mantua  I).  706). 

I94--I96.  D.  335.  Kopf  der  Athene. 
FurtwÄngler,  Meisterwerke  p.  123  ff.  Zum  Ein 
setzen  in  eine  Statue  hergerichtet.  Der  Oberkopf 
nur  angelegt:  auch  liier  keine  BefestigiitigMspuren 
eines  auf  liegenden  Bronzehelmes  Derselbe  muss 
indes*  vorhanden  gewesen  Mein ; denn  ich 
wüsste  den  die  Stirn  abschliessenden  Reif  mit 
FurtwÄngler  a.  a 0.  nicht  anders  als  als  untern 
Holmrami  zu  deuten.  Die  gleiche  Verwendung 
zweier  Materialien  für  den  Helm  findet  »ich  an 
dem  von  FurtwÄngler  und  mir  auf  die  Promaclios 
bezogenen  Kopfe  der  Sammlung  Jakobson: 
Meisterwerke  p.  135.  Der  Kopf  wird  von  Furt- 
wänglcr,  wie  ich  glaube,  mit  Recht,  auf  eine 
Athene  des  Phidias  znrückgeführt 

197—199.  I).  336.  Arclia  isolier  Jüng- 
lingskopf. FurtwÄngler,  Meisterwerke  p.  350  f. 
Darnach  ein  Jugendwork  de»  Myron  FurtwÄngler 
erklärt  den  Kopf  für  eine  „ziemlich  gute  Kopistcn- 
:irbeit“;  ich  habe  vor  dein  Stücke  selbst  an  ein 
griechisches  Original  gedacht  Der  Marmor  schien 
mir  pentelisch;  jedenfalls  ist  er  griechisch.  Der 
Fundort  scheint  nicht  bekannt  zu  sein. 

Pisa. 

200  und  201.  D 16.  Weiblicher  Kopf 
Auf  einen  Typus  vom  Ende  de»  5.  Jahrh.  zurück- 
gehend.  Vgl.  unten  No.  264. 

202  und  203.  D.  78.  Kopf  de»  Caesar. 
Bernoulli.  rbm.  Ikonogr  I.  p.  158,  No.  22 ; p 172, 
Fig.  22.  Ich  wiederhole  dieses  bereit*  abgebildete 
Stüek  wegen  der  relativen  Vorzüglichkeit  »einer 


• Arbeit  und  »einer  Wichtigkeit  für  die  noch  immer 
[ nicht  sichergestellte  Ikonographie  des  Caesar 

204  und  205.  D.  84  Kopf  der  Aphro* 
, dite.  Verwandt  dein  der  Daedalusaphroditc 
I im  Vatiean  Helbig,  Führer  I,  25u  und  dein 
I Münchner  au*  Ciiiuae  Brunn  IUI  Vgl.  auch 
E V 181;  182 

Florenz,  Palazzo  Pitti. 

206  und  207.  D.  2 K o p f der  Statue  de*  sog. 
j ii ge  n d I i c h e n Z e u ».  Die  Statue  photographiert 
von  Aiinari  No.  3567.  Die  Angaben  Dtttochke* 
über  die  Ergänzungen  dieser  sowie  der  andoren 
Statuen  de*  Palazzo  Pitti  habe  ich  nicht  nacli- 
prüfen  können,  da  mir  nur  ein  kurzer  Besuch  in 
dem  Palast»*  gestattet  war  — Hegen  Overbecks 
Deutung  auf  den  jugendlichen  Zeus  Kunst- 
mythologic  dos  Zeus  p.  10*  f.)  hat  »ich  bereit* 
Hoydeniftiiu  Mitt.  aus  d.  Antikensanunl.  in  Ober* 
uud  Mittelitalien  p.  100,  No.  2 ausgesprochen 
Aber  auch  dessen  Erklärung  der  Statue  als 
Ganymed  unter  Berufung  auf  den  Ganymed  au» 
Falerone  in  der  Galleria  de*  candelabri  de»  Vaticana 
Helbig,  Führer  I,  No.  380  und  auf  eitlen  „gegen- 
seitig aufgefassten“  Dresdner  Torso  (Augusteum 
Taf.  50  unterliegt  mehrfachen  Bedenken.  Denn 
einmal  gebt  der  vaticanische  Ganymed  (Over- 
beck, Kunstmythologie,  Atlas,  Taf.  VIII,  20 
„unzweifelhaft*4  nicht  auf  da»  Original  der  Floren- 
tiner Figur  zurück,  solidem  hat  nur  ein  ver- 
wandte* Motiv;  «ein  Kopf,  der  an  den  des  jüngsten 
Niobideiiknabcu  Florenz-Paris-Galleria  de’  cande- 
labri erinnert,  ist  von  dem  des  Florentiner 
„jugendlichen  Zeus“  vollständig  verschieden;  und 
zweitens  ist  der  Dresdner  Torso  (nach  freund I. 
Mitteilung  Treue)  eine  Wiederholung  des  West- 
macottscheu  pol y kl otisehen  Kuahensieger»  und 
als  solcher  jetzt  auch  in  Dresden  ergänzt  Nach 
Wegfall  dieser  angeblichen  Repliken  spricht  für 
Ganymed  eigentlich  nur  das  aufwärts  gewandte 
Haupt.  Aber  grade  dieses  Motiv  würde  sinnlos 
seil»,  wenn  Oveiheeks  Annahme,  an  Stelle  der 


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Fluor«  7. 


6 


angeblich  ergänzten  Vase  mit  dom  Lorbeerzweig 
sei  der  Adler  des  Zeus  zu  denken,  sieh  erweisen 
Hesse.  Es  kffme  vor  Allem  darauf  an,  zu  con- 
»tarieren,  ob  diese  Vase  antik  ist;  der  beigefügte 
Lorbeerzweig  würde  dann  für  Apollo  sprechen. 
Sonst  könnte  inan  auch  an  einen  Helios  denken , 
vgl.  die  Berliner  Bronze  Arch  An*.  1*91,  p 
123,  K.  — Gleich  schwierig  ist  die  Datierung 
des  Stückes.  Auf  den  ersten  Blick  macht  dasselbe 
keinen  sonderlich  altertümlichen  Eindruck.  Das 
Aufblicken  scheint  etwas  Pathetische»  zu  haben, 
die  rechte  Hüfte  ist  ausgeschwungen  und  das 
Gewand  fallt  in  freien  Falten  hernieder  Bei 
genauerem  Zusehen  aber  wird  man  zunächst  auf 
den  breiten  Stand  der  Figur  aufmerksam  werden, 
der  noch  in  Vielem  an  den  Idolino  erinnert  und 
für  den  ich  aus  späterer  Zeit  keine  Parallele 
wüsste.  Im  geflammten  Motiv  der  Figur  findet 
diese  Bcinstcllung  nicht  ihre  Krkliirung;  sie 
muss  durch  den  Stil  gegeben  »ein.  Auch  der 
Körper,  obwohl  weicher,  scheint,  nach  der  Photo* 
grnphie  zu  urteilen,  dem  de»  Idolino  im  Formen* 
bau  nicht  fern  zu  stehen.  Die  Chlamys  mögen 
wir  dann  für  eine  stüutigemässo  Zuthat  des 
römischen  Kopisten  ansehen  vgl.  Furtwängler 
Meisterwerke  p.  302  u sonst).  Bei  flüchtigem 
Hinschauen  auf  den  Kopf  wird  man  zuerst  an 
späte  Typen,  wie  etwa  den  Alexander,  denken. 
Aber  man  beachte  den  regelmässigen  Stirn- 
abschluss, der  ganz  der  Weise  des  5.  Jahrh  ent- 
spricht; die  Bildung  der  Stirn  hat  ihre  Analogieen 
bei  der  Barberinischen  Schutzflehenden  und  der 
Ncmeeis-Leda  (Hel  big,  Führer  I,  No.  451).  Ich 
habe  nicht  genügend  eigne  Beobachtungen  ge- 
macht, uui  mit  Sicherheit  behaupten  zu  können, 
dass  auch  in  der  Bildung  der  Augen  mit  der 
geraden  Linie  des  Unterlides  sich  eine  ältere  Zeit 
verrät  Jedenfalls  scheinen  mir  die  ganzen 
Formen  des  Gesichtes  Nichts  zu  haben,  was  eine 
spätere  Entstellung  bedingte.  Man  wird  sich  hier- 
gegen auf  die  freie  und  malerisch  wirre  Anord- 
nung der  Locken  berufen,  diu  über  Praxitelische» 
noch  binausgeho.  Aber  ist  dies  wirklich  der 
Fall?  Mau  übersetze  sich  dio  Locken  in  den 
Stil,  den  sie  im  Original  gehabt  haben,  dh,  man 
entkleide  sie  de»  Plumpen,  Stofflichen  der  Kopie, 
und  denke  sich  jede  einzeln  in  Bron/.e  sauber 
ausgedreht  und  von  der  andern  losgelöst : ist  du 
noch  eine  Verschiedenheit  von  der  Hnarbehand- 
lung  etwa,  w ie  sie  der*schöne  Neapolitaner  Bronze-  j 
köpf  eine»  Jüngling»  Brunn-Bruckmnnn  Taf.  323  . 
z.  B.  iui  Profile  zeigt?  den  doch  gewiss  Niemand  I 
unter  das  Jahr  440  wird  hmnbdatieren  wollen! 


! Man  beacht**  ferner,  wie  jede  Locke  als  Ganze» 
für  sich  fertig  durcbgefülirt  ist,  wie  keine  unter 
i der  andern  verschwindet,  wie  die  Enden  jedes 
! Mal  umgebogen  sind  Da»  ist,  scheint  mir, 
die  Stilistik  des  5.  Jalirh.,  die  noch  um  Viele» 
I strenger  und  einfacher  ist,  als  etwa  jene  in  den 
gleichen  Partieen  am  Eubulcti*  oder  dem  unten 
I).  27  zu  erwähnenden  „Triptolemos  des  Prazi- 
i teles*  Die  Statue  passt  sonach  im  Allgemeinen 
! in  den  Kunstkreis  des  von  Furtwängler  dem  ich 
‘ einige  diesbezügliche  Hinweisungen  verdanke 
aufgestellten  „älteren  Praxiteles**  hinein. 

208  und  209.  D.  4.  Kopf  der  Statue  des 
Apollon.  Die  Statue:  Brunn-Bruck  mann  Taf.  30  i; 
Alinari  3570.  Nach  Furtwängler,  Meisterwerke 
p.  *1  f.  Stil  des  Kritios;  den  dem  Florentiner 
am  nächsten  verwandten  Apollotypus  Neapel 
Mantua  etc.  ;Briiiin-ßruckumtin  Tatf  302  und  303 
I schreibt  Furtwängler  (p.  SO'  dem  Hegias  zu. 
Mantel  und  Kitlmra  hält  «*r,  wie  ich  glaub«;  mit 
Recht,  für  Zuthat  des  Kopisten. 

D.  5-  Eine  Replik  der  „Aphrodite*  mit 
dem  Schwurt  aus  Epidauro»  und  der  Münchner 
Libera  No.  1 12  (Flasch,  Verli  d Münchner  Phil  - 
Vers.  1*92,  p.  2 16  ff  , aber  ohne  jegliches  Attribut. 

1 also  eine  dritte  Variante  des  Typus,  wird  dem- 
nächst von  Flasch  veröffentlicht  worden- 

210.  I).  0.  Statue  eines  unterwärts 

bekleideten  M ftdehene.  Ich  möchte  die  Statu«* 

: wegen  der  einfachen  Behandlung  von  Körper  und 
Gewand  nicht  unter  den  Beginn  des  1.  Jahrh. 
hinabrücken.  Eine  Replik  im  Museo  Torlonia 
No-  88  abg,  in  der  Viscontischon  Lichtdruck 
I publication  und  — unkenntlich  — b-i  Clarac 
602,  1332  C).  Die  von  Visconti  a a.  O.  als 
Replik  angeführte  Statue  der  Villa  Albani  No.  31 
| (CtiriQ  632  G,  1374;  Phot  Molinfl  2760  ist  ähn- 
lich, aber  keine  Wiederholung. 

I).  7.  Statue  eines  gefangenen  Barbaren* 

I fürsten,  ist  von  Alinari  unter  No.  3576  photo- 
graphiert. 

211  und  212.  D.  12.  Kopf  des  poly- 
k I e t i * c h e n^Do'ry p h o r[o s.  Auch  von  Alinari 
unter  No.  3571  photographiert.  Furtwängler, 
Meisterwerke,  p.  421,  Anm.  4.  Hervorragend  gute 
Kopie,  die  besonders  in  den  Haaren^dor  Neapler 
Bronzoliurme  unbestellt  — Eine  unschw  erdurchzu- 
führende  Zusammenstellung  von  Abgüssen  sämint- 
lichor  bisher  mit  dein  Doryphoro*  de»  Polyklet 
in  Verbindung  gebrachten  Köpfe  würde  besonders 
lehrreich  sein  für  Erkenntnis  d«  r Grunze  zwischen 
Kopie  und  Variation  eine»  Originales.  Vgl 
dio  dahin  zielenden  Bemerkungen  von  Kalkmann, 


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t orenz 


Proportion«*»  «lex  G^ielito»,  Berliner  Winckol- 
matinsprogr.  1803,  p.  In  f.  Gerade  die  Dory* 
phorosküpf«*,  von  denen  wir  eine  grosso  Anzahl, 
darunter  vorti  eff  lieh  gearbeitete  und  gut  er- 
haltene, besitzen,  die  aber  untereinander  in  Kinz«*!- 
heiten,  zum  Teil  be«leutend,  abweichen,  liefern 
ein  vorzügliches  Musterbeispiel  für  Kopieeiikritik 
W«*!cheeKxemplar  stell  tdemOriginalo  am  nächsten? 
Die  Neapolitaner  Bronzeherine?  oder  haben  hier 
bohondere  Umarbeitungen  für  den  Zw^ek  «ler 
Henne  stattgefunden  ? Wurden  z.  B.  die  Propor- 
tionen des  Gesichtes  verändert,  wenn  der  Kopf 
einer  Statue  für  die  niedrige  Aufstellung  als 
Herme  kopiert  wurde?  Sind  Kopieen,  wie  Col- 
lection Barracco  pl.  XI dH  und  Xldll  A,  ferner 
Berlin  475,  wirklich  noch  Wiederholungen, 
«lie  nur  durch  die  Übertragung  in  Marmor  in 
«len  Formen  des  Gesicht*  verweichlicht  worden  sind, 
oder  sind  es  Wiedergaben  von  Typen,  die  bereit* 
von  griechischen  Künstlern,  etwa  im  Anfauge  des 
4.  Jahrh.,  au»  dem  Doryphuros  abgeleitet 
worden  sind?  (Ein  ähnlicher  Fall  bei  den  sog. 
Sapphotypen,  FurtwUngler,  Meisterwerke  p.  98 
und  Amn.  2 ; das  Barraccosche  Exemplar  [Collection 
Barracco  pl.  18  bis]  ist  gegenüber  dem  einen 
Borgheseschen  ß.,  von  dem  mir  Photographieen 
vorliegen,  eine  auch  in  den  Haaren  stark  inodi- 
lieierte,  ins  Erregte  umgesetzte  Weiterbildung 
Das  Exemplar  des  britischen  Museums  dagegen, 
«lessen  Photographieen  beim  Institut«*  in  Berlin 
käuflich  sind,  macht,  wenigstens  in  den  Augen- 
partieen,  auch  gegen  die  Borghesosche  Kopie  einen 
noch  fast  Altertümlichen,  strengen  Eindruck 
Eine  Sammlung  dieser  Kopieen  dürfte  nicht 
minder  instructiv  »ein  ala  jener  de»  Doryphnros'. 
Weitere  Fragen:  Könne»  wir  die  K«>pieeii  genauer 
datieren?  An  der  Neapolitaner  Bronzeherme  mit 
der  Künatlerinschrift  und  der  pompeianischen 
Statue  haben  wir  annähernd  genau  fixierte 
chronologische  Anhaltspunkte;  zur  Datierung  der 
anderen  kann  uns  der  Vergleich  mit  der  Technik 
der  römischen  Portrats  die  Grundlage  liefern. 
Ferner:  .wie  verhalten  sich  neben  den  Köpfen 
«lie  veracliie«!eni-n  Doryphuros  torsi  zu  einander? 
hatte  das  Original,  w ie  die  PourtahVsche  Replik 
in  Berlin,  Adeln  auf  dem  Bauche,  oder  sind  diese 
Kopistenzuthat(Furtw  ängler,  Meisterwerk«  p.42 1 ? 
um!  so  fort. 

213 — 215.  D lö  Statue  des  Hermes. 
Auch  von  Alinari  unter  No.  3574  photographiert. 
Furtwängler,  Meisterwerke  p,  504,  Amn.  3:  nI)as 
rechte  Unterbein  ist  fälschlich  zurückgezogen 
ergänzt.  Das  End«*  des  Kerykeions  am  linken 


Arme  scheint  alt.“  Der  Abguss  in  Dresden  zeigt 
(.nach  frl.  Mitteilung  von  P Herrinami)  mehrere 
Abweichungen  von  dem  Florentiner  Exemplare, 
die  wahrscheinlich  aber  nur  auf  Nachlässigkeit 
de»  Formers  beruhen-  - Wie  der  Kopf  des  Dory- 
phoros,  so  regt  auch  diese  Statue  zum  Nach- 
denken über  das  Wesen  der  uns  orhnltnen  Kopieen 
an.  Furtwängler  führt  a.  a.  O als  „Wieder- 
I holungen*  «1er  Florentiner  Statue  an:  eine  Statue 
in  LaiisdowneliuusH  (ahg.  p.  504.  Fig.  91),  einen 
; Torso  in  B«*rlin  190  Jn  eigner  Aufnahme  mir 
vorliegend),  eine  Statue  ebenda  199  (phot.  von 
j d«*r  Photogr  Gesellschaft , als  abgeleitete  Vari- 
anten «len  sog  Hermes  von  Aegion  in  Athen 
Athen  Mitt.  III,  Taf.  5 un«l  in  Phot.)  und  «Jessen 
! Repliken,  und  als  Umbildungen  in  lysippischem 
Gescliiuack  die  Statue  des  Antipliane»  von 
PHros  Berlin  2U0,  den  Mercur«*  Richelieu  im 
Louvre  und  den  Herrn«?»  von  Atalanti  in  Athen 
Ich  beschränke  «lie  Vergl«*ichung  auf  die  vier  erst- 
genannten Stücke,  du  ich  sowohl  den  Hermes 
von  Aegion  als  den  von  Atalanti  und  seine  Ge- 
nossen für  zwar  verwandte,  aber  im  Grunde 
nicht  identische  Typen  halte,  die  nicht  auf 
«las  nämliche  Original  zurückgeben.  Ab«*r  sind 
auch  jene  vier  Ex«*mplare,  Laußdow  ne,  Florenz 
und  «lie  beiden  Berliner,  wirklich  Repliken? 
Furtwäugl«?r  hat  die  Abweichungen  «lerselben 
untereinander  bemerkt,  schreibt  sie  aber  der 
i Hand  «les  Kopisten  zu.  Nehmen  wir  «lie  Statue 
| Lansdowne  mit  ungebrochnem,  nach  Furtwängler» 

; Angabe  po ly k le tischen  Kopf  zum  Ausgang»- 
1 punkt,  so  scheint  allerdings  der  Berliner  Tors«« 
i 196,  wenigstens  nach  d«*r  BehaiHllung  «ler  Chlawv » 
zu  urteilen,  wirklich  eine,  nur  in  Kleinigkeiten, 
wie  «ler  Hinzu  nähme  der  Fussflügel,  abw'eichemle, 
Wiederholung  zu  »ein.  Die  Florentiner  Statue 
hingegen  hat  ein  im  Motiv  zwar  ähnliches,  in 
der  Kinzelbehamlluug  aber  durchaus  verschiedene» 
Gewaml  auf  der  Schulter,  und  der  Kopf  ist  von 
jenem  de»  englischen  Exemplare»,  der  „einen  dem 
Dresdner  polykletischen  Smgerkmtben  und  dem 
Öleingtoaer  von  Petworth  ähnlichen  Typus*  lmh«*n 
| soll  ; Furtwängler  p.  503),  absolut  abweichend 
I Ich  sehe  in  dem  Florentiner  Kopfe  (den  auch 
ich  für  zugehörig  halte)  keine  Spur  mehr  von 
Polvklct.  Die  B«*rl»n«*r  Statue  199  endlich  »teilt 
dem  Florentiner  Exemplar  näher  als  d«'in  Londoner, 
weicht  aber  auch  von  jenem  sowohl  im  Kopfe  als  in 
der  ChlHinysboliandliing  ab  Ein  sicheres  Urteil 
darüber,  oh  w ir  ^derartige  Differenzen  der  Ein- 
wirkung der  Kopistenarbeit  Zutrauen  oder  ob 
wir  auf  verschalen««  zu  Grunde  liegende  Originale 


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r loriMiy, 


achliessen  sollen,  mag  ich  nicht  abgebon , ohne 
die  ganze  Frage  in  grösserem  Zusammenhänge 
erwogen  zu  haben  Einem  Ähnlichen  Kalle 
werden  wir  gleich  unten  unter  No.  222—225 
begegnen.  Zunächst  muss  ich  gestehen,  dass  ich 
mir  nicht  vorstellen  kann,  wie  ein  Kopist  aus 
einem  Kopfe  vom  Stile  des  Potworther  Ein- 
gi essenden  den  der  Florentiner  Statue,  der  mich 
«her  an  Attisches  erinnert,  hat  zurechtarbeiten 
können.  Wie  sich  die  Torsi  d«s  Londoner  und 
dos  Florentiner  Exemplare»  zu  einander  ver- 
halten, kann  ich  nach  der  mangelhaften  Abbildung 
dos  orsteren  nicht  beurteilen.  Die  Toraobehand- 
lung  der  Florentiner  Statue  erinnert  mich  mehr 
als  an  Polyklotisehe»  an  den  myronischen  Hermes 
Jngenni  (Furtw fingier  p.  361),  und  in  Myrons 
weiterem  Kreise  würde  auch  der  Typus  des 
Kopfes  seinen  Platz  finden  Vermutlich  haben 
wir,  w ie  unten  bei  den  Statuen  der  Olein  giesser, 
an  eine  polykletische  und  eine,  resp.  mehrere 
attisch»»  Variationen  desselben  Motive»  zu  denken 
216  218.  D.  17.  Statue  der  knidischen 
Venus.  Furtwfingler,  Meisterwerke,  p-  551, 
Anni.  2,  5.  Der  Kopf  im  Halse  gebrochen,  der 
Bruch  verschmiert.  Zugehörigkeit  des  Kopfes 
wahrscheinlich;  er  ist  aber  falsch  aufgesetzt 
Michaelis,  Journal  of  hell.  Studie*  1887,  pp  10  f. 
und  27  ff  des  Soparatabdruckes).  Gute,  nicht 
verflachte  Kopie. 

219—221.  D.  19-  Statue  des  Asklepios. 
Phot,  von  Alinari  No.  3572.  Dass  die  Statue  »»in 
berühmtes  Original  reproduciert , beweisen  ihre 
mehrfachen  Kopieen:  einmal  auf  einer  unter 
Antoninus  Pius  geprägten  Münze  von  Ainastris 
hei  Panofka,  Asklepios  und  die  Asklepiaden, 
Berliner  Akadomieabh.  1815,  Taf.  I,  15  (Dütschke 
a.  a.  0.),  sodann  auf  dem  sog.  Diptychon  Gaddi 
in  Liverpool  W.  Meyer,  zwei  antike  Elfenbein- 
tafeln  p.  81,  No.  55;  Müller-Wiesoler  II, Taf.  LXI, 
792  a;  Thraemer  in  Roschers  inyth.  Lexikon 
s.  v Asklepios,  Sp.  636  f.)  und  endlich  eine 
statuarische  Replik,  auf  die  W.  Amelung  (Flo- 
rentiner Antiken  p.  30,  Aum.  2)  aufmerksam 
gemacht  hat,  im  Palazzo  Massimi  alle  colonne 
in  Rom  (Matz-Duhn  52;  Rossi-Maffei,  raccolta 
di  statue  tav.  CXXXII)  mit  nebenstehendem 
Telesphoros-  Die  Entatehungszeit  der  Statue 
ist  meines  Erachtens  die  Mitte  dos  4.  Jahrh., 
nicht  die  Wende  desselben,  wie  Amelung  meint 
Die  Gewandinotive  sind  die  der  vorgeschritten 
praxitelischen  Kunst.  Das  d«»n  alt»»n  Mann 
churaktcriamrende  welk»  Rrustfleisch,  das  auch 
an  dor  Massi  mischen  Replik  wiederkehrt  und 


d»?shalh  dem  Original»  zu  eig**n  gewesen  sein 
| wird,  kann  in  jener  Zeit  nicht  befremden,  wenn 
1 wir  uns  des  um  mind»*Htons  100  Jahr«*  filteren 
„sinnenden  Greises“  vom  olympischen  Ostgiebel 
entsinnen.  Im  Kopfe  selbst  erkenne  ich  viel 
I direct  Praxitelisehes,  so  in  der  Formation  der 
| Stirn  und  in  dein  Winkel,  den  Nase  und  oberer 
Augenhöhlenrand  bilden.  Di»  Erfindung  de» 
Typus,  der  sich,  soviel  ich  sehe,  an  Altere»  nicht 
anlehnt  und  durch  individuelle  Auffassung  aus 
gezeichnet  ist,  geht  jedenfalls  auf  einen  be- 
deutenden, convontioneller  Darstellung  abholden 
Künstler  zurück.  Vgl  Thraemer  a.  a.  O.,  wo  auch 
die  Angabe  (die  ich  zur  Zeit  nicht  prüfen  kann  *, 
dass  der  Gott  ursprünglich  »len  Stab  unter  di» 
1.  Achsel  gestemmt  habe,  dass  die  jetzig«  Er- 
gänzung also  unrichtig  »ei. 

222-224.  I>.  22.  225.  D.  25.  Zwei 
Statuen  von  öleingiessendon  Athleten. 

Auch  von  Alinari  photographiert:  I).  22 
| unter  No  3569,  D 25  unter  No.  3568  Von 
Furtwfingler,  Meisterwerk»  p.  467,  An  ui.  4 worden 
beide  als  K»pliken  de»  Dresdner  Torsos  auf- 
gefasst.  Für  D.  22  trifft  dies  zu  vgl.  auch  Kalk 
mann,  Proportionen  des  Gesicht»  p.  62,  Anm  1); 
nur  scheint,  worauf  mich  P.  Herrmann  auf- 
merksam macht,  der  r.  Arm  des  Dresdner 
Exemplares  etwas  höher  erhoben  gewesen  zu 
sein.  D.  25  ist  hingegen  weder  Replik  des 
Dresdner  noch  des  Münchner  wie  Kalkmann 
I u.  a.  O.  will)  noch  des  Petwortlier  Typus, 
auch  nicht  der  durch  die  beiden  vaticanischen 
Statuen  Braccio  nuovo  99  und  103  vertrotnen 
; Variante,  sondern,  falls  nicht  Wiederholung  des 
Turiner  oder  des  Cassler  Typus,  die  mir  beide 
unbekannt  sind,  einziger  bisher  nachweisbarer  Ver- 
treter einer  neuen  Abwandlung  dieses  beliebten 
Motive».  Vgl.  oben  zu  213—215.  Die  Behand- 
lung der  Körperformen  steht  — soweit  die  Photo- 
( graplue  darüber  ein  Urteil  gestattet  — derjenigen 
»ler  polvkle  tischen  Statue  in  Petworth  näher  als 
jener  der  attischen  Typen;  auch  die  dem  Motiv 
eigentlich  nicht  entsprechende  gezwungene  Stei- 
lung der  Beine  und  Bewegung  der  Arme  kehrt  hier 
wieder.  — Den  durch  D.  22  vertretenen  Typus 
weist  Furtwfingler  einem  attischen  Künstler 
um  die  Wende  des  5.  u.  4.  Jahrh.  zu  (p.  468:. 
Der  Kopf,  obwohl  geputzt  und  von  flacher,  leerer 
Arbeit,  lässt  noch  deutlich,  besonders  in  Stirn- 
und  Augenhildung,  als  sein  niebt  unbeträchtlich 
älteres  Vorbild  »len  Kopf  de»  Münchner  Olein- 
giessera  erkennen.  Die  Verwandtschaft  mit  «lern 
, Florentiner  von  Bloch:  Köm  Mitt.  1892,  p.81  ff.ver- 


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öffentlich  ton  Apoxyomoiin«  scheint  mir,  im  Kopfe 
wenigstens,  nicht  eine  so  starke  zu  »ein.  als  dass 
ich  daraus  mit  Furtwftngler  p 46*  ttuf  «len  nüin* 
liehen  Künstler  schließen  mochte.  Dem  Kopfe 
des  Florentiner  Oleingiess«rs  ist  — worauf  mich 
Furtwftngler  mündlich  hiitwies  — sowohl  in  der 
Tracht  des  Backenbartes  als  in  Einzelheiten  der 
Formengebung  verwandt  ein  auch  in  Abgüssen 
verbreiteter,  vielleicht  etwas  jüngerer  Kopf  der 
Sammlung  Barracco  (pl  LV ; Hel  big,  Text  p 43;, 
der  seine  nächste  Parallele  im  Kopfe  einer  ge- 
stürzten Jünglingsfigur  vom  Maussolnumsfriese 
bat  Photogr.  Bernieri,  Caldosi  & Co.  No.  10;  i 
Overbeck,  Plastik  # II,  Fig.  111,1)  Von  Timotheus 
sind  (Overbeck  S-  Q 1330)  athlutao  überliefert. 

— D.  27  (phot.  von  Aliuari  No.  3573)  ist  von 
Furtwftngler,  Meisterwerke  p.  567  ff-,  als  T ri  pto- 
1 ein  os  des  Praxiteles  veröffentlicht  worden. 
Grössere  Aufnahmen  des  schönen  Kopfes  liegen 
für  „Brunn -Bruck  nrnnn"  vor 

226.  D.  2H.  Replik  der  Athene  Giusti- 
niani.  Furtwftngler,  M— W p.  503,  Anm  2,  d. 
Die  daselbst  als  weitere  Wiederholung  angeführte 
Statue  in  Neapel  Inventar  0300  ist,  wenn  ich 
nicht  irre,  identisch  mit  Olarac  '*06  A,  1020  A 
und  Wiederholung  vielmehr  der  „Sappho"  Albani 
Phot-  Alinari  No  3575.  Ob  der  ergänzte)  I. 
Arm  ursprünglich,  wie  bei  den  anderen  Repliken, 


den  nach  Ausweis  der  Natterschen  Gemme  das 
Original  gehabt  hat,  von  den  Kopisten  weg- 
gelassen worden  (Furtwftngler,  M — W p.  207, 
Anm  I).  — Ein  analoges  Beispiel  eines  Athena- 
typua  mit  und  ohne  Aegis  liefern  die  beiden 
! Statuen  Chiarainonti  400  •Beschreibung  der 
Stadt  Rom  II,  2,  p 60,  No.  494  und  Museo 
Torlonia  62,  Athenestatoen  der  phidiasiachen 
: Zeit,  die  bisher  nicht  genügend  beachtet  worden 
sind.  (Die  von  Visconti  im  Katalog  des 
Mnseo  Torlonia  1*80,  p.  4«>,  No.  62  citierte 
Replik  im  Casino  Pius  IV.  im  Garten  des  Vatican 
ist  mir  nicht  bekannt).  Was  hier  da«  Original« 
war,  Aegis  oder  nicht,  lässt  «ich,  soviel  ich  sehe, 
nicht  mehr  feststellen.  Wie  frei  im  Allgemeinen 
die  Kopisten  mit  Zuthnt,  Wegnahme  und  Ver- 
änderung von  Attributen  geschaltet  haben,  lehrt 
besonders  deutlich  das  oben  erwähnte  Beispiel 
der  sog.  Aphrodite  mit  dem  Schwert  aus  Epi- 
dauro«  und  ihrer  Repliken  (D.  5).  Man  ver- 
| gleichet».  A.  auch  das  Verhältnis  der  „Karyatide 
1 des  Kriton  uiul  Nikolaus*  zu  der  „Leinnia  des 
Phidias" ; Furtwftngler,  M — W p 8 und  Anm.  3. 

Furtwftngler  führt  den  Typus  auf  ein  Werk 
des  Kuphranor  zurück  Für  mich  habeu  die 
Gründe,  mit  welchen  Furtwftngler  die  Statue  aus 
den  Jahren  etwa  440  -430  hinweg  in  das  vierte 
Jahrhundert  »‘tickt  und  sie  mit  den  andern  von 
ihm  dem  Kuphranor  zugeschriebenen  Werken  in 


das  Gewand  gefasst  hat,  habe  ich  versftumt.  fest-  | Verbindung  setzt,  bisher  noch  keine  zwingende 
zustellen  Das  Florentiner  Exemplar  schien  mir  Beweiskraft  »Die  Chitonfalten  gleichen  nur 
vor  den»  Originale)  in  der  Arbeit  besser  und  J oberflächlich  der  Weise  des  5.  Jahrhunderts,  in 

lebensvoller  als  die  plumpen  und  leeren,  in  den  Wirklichkeit  stehen  sie  der  Behandlung  an  der 

Proportionen  untersetzteren  K Opi  een  im  Vatican  Koorin  des  Praxiteles  viel  näjier.  Die  Muntel- 
»ind  im  Capitol  Furtwftngler  a.  a.  O.)  und  falten  sind  ernst  und  einfach  beabsichtigt; 

Ameluug  (brieflich  hingegen  stimmen  in  der  namentlich  der  Überfall  über  die  linke  Schulter 

Würdigung  der  Florentiner  Kopie  als  einer  ober-  hat  etwas  Strenges.  Doch  fehlt  alles  Schneidige, 
tlftchlichen  und  geringen  Arbeit  überein  — Nach  Grosse,  und  man  fühlt  etwas  Absicht  und  etwas 

Furtwftngler  p.  594)  ist  die  bei  der  Mehrzahl  Zurechtgelegtes-  (p.  591).  Helbig  und  Wolters 

der  Wiederholungen  auftretende  Aegis  Kopisten-  beurteilen  die  Statue  ähnlich:  jener  (Führer  1, 
zu t hat  „Dergleichen  populäre  charakteristische  No.  51  meint,  „die  gekünstelte  Faltengebung 
Attribute  haben  di«  Kopisten  wohl  zugefügt,  aber  verrate  den  Geschmack  einer  späteren  Zeit 

nicht,  wenn  sie  das  Original  bot.  weggelassen*.  ! (Wende  des  5.  und  4.  Jahrh  “,  und  Wolters  gar 
Die  Frage  verdient,  im  Zusammenhang  und  mit  (Bansteine  1436 , nach  dein  „dio  Anlage  des  Go- 

grosgein  Material  untersucht  zu  werden.  Für  wände»  späteren  Geschmack  verrät",  bringt  die 

mein  Empfinden  hat  das  Obergewand  des  capi-  Statue  in  der  hellenistisch-römischen  Epoche 

toliniscben  Exemplare«  ohne  Aegis  etwas  un-  unter  Ich  erkenne  in  den»  Gewände  durchaus 
gemein  Langweilige«  und  Nüchternes,  Nichts,  | keine  Elemente,  die  der  Stilistik  des  dritten 
was  „den  Eindruck  ernster  Ruhe-  (Furtwftngler  Viertels  des  5.  Jahrh  widersprechen.  Anlage 
hervorruft  Und  bestätigt  sich  die  eben  erwähnte  und  Durchführung  der  Gewandung  im  Einzelnen 
Behauptung  Furtwänglcrs  wirklich  durchgehend«?  stellen  vollkommen  auf  der  Stilstufe  der  Athenen 


An  einigen  Exemplaren  des  Amazonentypus  Mattei  Farnese,  Hope,  Albani,  der  Sapplio  Albani,  also 

i«t  z.  B d«r  an»  Köcher  angebundene  Bogcu,  von  Werken  aus  dem  Kiinstkrcise  de«  PhMias 


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10 


Floren». 


Schwerer  ist  das  Urteil  über  den  Kopf,  da  mir 
für  denselben  bisher  jede  di  recte  stilistische 
Parallele  mangelt.  Die  von  Furtwilngler  (p.  595) 
als  Beweis  späterer  Entstehungszeit  angeführten 
Details  der  Helm  Verzierung  brauchen,  obwohl 
sie  auf  Münzen  erst  am  Ausgange  des  5 und  im 
Verlaufe  des  4.  Jahrh.  Auftreten,  danach  doch 
nicht  notwendig  im  dritten  Viertel  de»  5.  Jahrh. 
unbekannt  gewesen  zu  sein.  „Die  Haarbehand- 
lung  sticht  von  der  stärker  stilisierenden  Weise 
des  5.  Jahrh.  ab*1.  Aller  in  welche  Zeit  gehören 
dann  die  Dioskuren  vom  Monte  Cavallo?  Ich 
kann  auch  im  Köpft*  keinen  Einzel  zu  g entdecken, 
der  über  die  oben  gegebene  Datierung  hinab- 
zugehen  zwänge.  Richtig  angesetzt  wird  die 
Statue  auch  von  Kalkmann,  Proportionen  des 
Gesichtes,  p.  92,  No.  II;  p 99,  No.  28;  p.  104, 
No.  II ; p 110,  No.  28. 

227.  D.  30.  Statue  der  Hygieia  Puhl, 
auch  von  Clarac,  553,  1172.  Die  von  D.  als 
entsprechend  angeführte  Figur  einer  Münze 
von  AniRBtris  MüllerWieseler  II,  781)  hat  mit 
diesem  Typus  nichts  zu  thun.  Mit  dem  As- 
klepios D.  19  stoht  die  Statue  ebensowenig  in 
Beziehung.  Das  späte  Motiv  des  durchscheinenden 
Chitons  ist  wohl  auf  Rechnung  des  Kopisten  zu 
setzen,  da  im  Übrigen  die  Gewandanlage  nicht 
später  als  die  Mitte  des  4.  Jahrh  zu  sein  scheint 

228-  230.  D.  33.  Statuo  des  Herakles. 
D.'s  confuse  Beschreibung  wird  durch  die  Photo- 
graphie berichtigt.  Zugehörigkeit  des  Kopfes 
kann  ich  nicht  verbürgen ; vor  dem  Original  war 
sie  mir  wahrscheinlich  Die  Behandlung  de« 
Körpers  weist,  wie  jene  des  Herakles  Lansdowne. 
auf  Vorbilder  des  5.  Jahrh.  aus  dem  polykle- 
tischen  Kreise  zurück , ist  aber  weicher  und 
runder  als  an  diesen.  Der  sehr  individuelle  Kopf 
erinnert  nicht  minder  an  den  des  Herakles  Lans- 
downe nnd  noch  mehr  an  den  diesem  verwandten 
Siegerkopf  in  Dresden:  Einzelverkauf  No.  161/165, 
namentlich  in  der  Bildung  de«  kurzen  Unter- 
gesichtes. Die  Statue  ist  also  wahrscheinlich 
ebenfalls  die  Wiedergabe  eines  Werkes  von  der 
Kunstart  des  Skopas. 

231.  I>.  35.  Sta  tue  des  Hera  k les.  Furt- 
wänglor,  M — W p.  515,  Anm.  1;  darnach  keine 
Replik  des  Herakles  Lansdowne,  als  welche  ich 
früher  die  Statue  nach  dem  Gedächtnis  bezeichnet 
hatte.  Sie  ist  vielmehr  nach  Ausweis  der  Ab- 
bildungen Wiederholung  einer  iin  Museo  Torlonia 
l»etindlichen  Herak lesstuf ue  No.  25  der  Publi- 
c.ition;  Clarac  794,  1909  A Neu  scheinen 
an  dieser  nach  meinen  Notizen)  beide  Arme  und 


der  grösste  Teil  der  Beine  zu  »ein;  Halsstück 
zwischengesetzt,  Zugehörigkeit  des  Kopfes  daher 
nicht  sicher.  Derselbe  (an  seinem  Altertum  habe 
ich  nicht  gezweifelt  ist  interessant,  da  er  einen 
jünger- inyronischcn  Typus  wiedergiobt.  der  dein 
der  sitzenden  Colossalstatue  fies  Herakles  im 
Palazzo  Altemps  Kalkmann.  Proportionen  de» 
Gesichtes,  Taf  II)  nahe  verwandt  i»t.  Wie  sieh 
zu  diesen  beiden  Statuen  die  jedenfalls  ähnliche 
Herak leaetatae  Matz-Duhn  97  (Clarac  790,  1970; 
Graef,  röm.  Mitt  1889,  p.  214,  Anm.  2;  Palazzo 
Torlonia)  verhält,  kann  ich  Mangel»  genügender 
Abbildungen  diese»  Stückes  nicht  feststellen. 

D.  30.  die  Statue  des  lysippischen  Herakles, 
ist  bei  Brnnn-Bruckiniinn  Taf.  284  abgebildet 
Der  an  Commodus  erinnernde  Kopf  der  Statue 
ist  nach  meinen  Notizen  modern.  Dem  wider- 
spricht allerdings  der  bei  Loewy,  Inschriften 
griech.  Bildhauer  No.  506  wiederholte  F.undbe- 
richt  des  Flaminio  Vaeea : „ne  ui  mancaua  nitro 
che  una  rnano*. 

D.  37,  Herakles  nnd  Autani»,  ist  von  Alinari 
unter  No  3505  photographiert. 

232  und  233.  D.  48.  Weiblicher  Kopf. 
Durch  einen  Irrtum  de«  Photographen  ist  die 
nicht  zugehörige,  wohl  moderne  Büste  mit  auf- 
genomme»  wordeu  Von  ausserordentlich  weicher 
und  verschwommener  Behandlung  der  Form,  und 
hierin  wie  auch  in  der  haubenartigen  Kopfbe- 
deckung an  die  sog  Met  he  München  134  Bronn- 
Rnickinann  Taf.  125  erinnernd.  Über  die  Datie- 
rung dieser  Kunstart  in  nachpraxitelische  Zeit 
allerdings  in  die  u n mittel  ba  r auf  den  Meister 
folgende)  vgl  meine  Bemerkungen  in  der  Fest- 
schrift für  Overbeck  1893,  p.  9S. 

234  und  235.  Nicht  bei  D.  ln  der  Sala  di 
Giovanni  da  San  Giovanni.  Mit.  roter  Nummer 
945  bezeichnet.  Kopf  des  Caesar.  Neu  die 
Büste.NaseJJppenfKinn:  an  den  Augen  und  Wangen 
geflickt.  Nicht  bei  Bertioulli.  Die  Persönlichkeit 
gewiss  identisch  mit  E— V 130/131  und  202/203 

I)  50-  Statue  der  schlafenden  Ariadne, 
befindet  sich  jetzt,  noch  nicht  .öffentlich  aus- 
gestellt, im  Museo ^archeologieo.  Veröffentlicht 
bei  Brann-Brin-kmann  Tafel  168. 

D.  52.  Sog.  Sapphokopf.  jetzt  auf  der  Treppe 
aufgestellt,  ist  veröffentlicht  in  den  Annati  d J. 
1879,  tav  O,  p.  246  ff.  von  Gamurrini  und  von 
nnrin  den  griech.  und  röm . PortrIts/r»ff.  149/150 
Vgl.  Furtwiingler,  M — W p.  103,  Anm.  2. 

I)  66.  Angeblich  Replik  des  farnettteben 
Herakopfes  in  Neapel , im  Magazine  de«  Pal 
Pitti,  habe  ich  nicht  gesehen 


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Floren*. 


Uffizien. 

236.  D.  526.  Römisches  Relief  mit 
Darstellungen  angeblich  aus  der  Aenoaa- 
sage  wird  von  H.  L.  Urlichs  demnächst  er- 
läutert werden 

Uiardino  'lorrigiani. 

237  und  238.  D.  450  Sta  tue  eines  sterben- 
den Galliers  Reinach, revue  Arch.  1889,  p.  13, 
No.  6.  Stark  gepatzt.  Düfsclikes  Angaben 
schienen  mir  vor  dem  Originale  im  Wesentlichen 
richtig.  Reinachs  Behauptung,  der  Marmor  sei 
der  nämliche  feinkörnige,  weisse,  wie  der  der 
Figuren  des  attalisehen  Weihgeschenk  es,  bat  sich 
mir  hingegen  nicht  bestätigt ; oa  fehlt  der  dem 
pergamenischen  und  k vzikenischon  Marmor  eigen- 
tümliche bläuliche  Schimmer.  Auch  die  Arbeit 
hat-  mir  in  Einzelheiten,  wie  dem  Schamhaar, 
einen  minderwertigen  Eindruck  gemacht.  Da 
die  Statue  in  den  Grössenverhältnisacn  zu  den 
andern  des  Weihgeschonkes  zu  passen  scheint, 
so  halte  ich  Dütschkes  Vermutung , dass  die 
Statue  antike  Kopie  eines  Originales  ans  dem 
Weihgeschenk  des  Attalos  sei,  für  richtig  Ähnlich 
beurteilt  man  bisher  — ob  mit  Recht,  lasse  ich  ^ 
dahingestellt  — die  beiden  Figuren  des  Museo 
Torlonia  279  mit  der  Kttii»tlerin*elirift  des  Phi- 
lumetios  (Loewy  381;  Reinach  a a.  O,  p.  14,  ! 
No.  7 und  8)  sowie  die  Amazone  Patrizi  (Matz- 
Ihihn  948;  Robert,  Sarkophage  II,  83;. 

239.  D p 214  Statuette  des  vom  Adler 
gerauhten  Ganymede».  Nicht  hei  Overbeck, 
Kunsfcmvthologie  des  Zeus.  Neu:  Flügel  und 
Schwanzfedern  des  Adler»,  Unterarme  und  Beine 
des  Ganymed,  Stamm  und  Basis  Alt  also  nur: 
Mittelteil  de»  Adlers  (mit  Kopf)  und  Oberkörper 
des  Knaben.  Dies  genügt  zur  Erkenntnis  des 
Motiven,  das  von  demjenigen  der  auf  Leochare» 
zu  rückgeführten  Statuette  der  Galleria  de’cando 
labri  (Helbig,  Führer  I,  398  bei  finsserficher  | 
Ähnlichkeit  in  wesentlichen  Punkten  abweicht,  j 
Der  Kopf  des  Adlers  blickt  an  der  Florentiner 
Statuette  abwärts  zu  dem  ursprünglich  offenbar  | 
zu  ihm  emporgewaudten  des  Ganymed.  Die 
Klanen  des  Adlers  fassen  den  Jünglingskörper  i 
direct  ohne  zwischengelegtes  Gewand  Der  | 
Körper  des  Ganymed  liegt  in  der  Diagonale,  1 
nicht  senkrecht.  U.  A.  m.  Die  Eiitstehungszeit 
den  Originales  wird  von  jener  des  vaticanisehcn 
Typus  nicht  weit  ah  liegen;  ilas  Sinnliche  des 
Motive»  ist  in  dem  Florentiner  Exemplar  durch 
di**  Annäherung  der  Köpfe  gesteigert  worden. 


Palazzo  Orlandi 

(Via  de'Bnoni  4,  jetzt  im  Besitze  der  englischen 
Versicherungsgesellschaft  Gresham 

240  md  241.  Kopf  de»  Aak  lopios.  D.  503. 
Photographiert  auch  von  Alinari  unter  No.  3562 
Furtwängler  M W p.  400,  Anm.  3 Darnach 
Wiederholung  der  Asklepiosherme  in  London 
Brunn-Bruckmann  22t»  und  des  entsprechenden 
Pariser  Kopfes  aus  Sammlung  Campana.  Alle  drei 
Werke  aber  fasst  Furtwängler  als  dnreh  den 
Kopisten  variierte  Repliken  des  Kopfes  der  von 
ihm  auf  Myron  zu  rückgeführten  Florentiner 
Afktepiosetafa«  IJ.  198  (der  Kopf  E — V 92  und 
93)  auf.  Photographie  des  Pariser  Exemplare» 
besitze  ich  leider  nicht ; aber  auch  ohne  dieses 
ist  ein  Vergleich  der  drei  anderen  Köpfe  (der- 
jenige de»  brit  Museums  liegt  am  besten  ausser 
in  der  Abbildung  bei  Furtwängler,  M -W  p 401 
in  einer  beim  Institute  in  Berlin  käuflichen 
Aufnahme  von  Face  und  Profil  vor)  ausserordent- 
lich lehrreich,  um  sich  über  »las  Wesen  der  uns 
erhaltnon  Kopieen  klar  zu  werden.  Sind  zunächst 
der  Londoner  und  der  Orlandiache  Kopf  wirklich 
Wiederholungen  eines  Originales?  IVm  Orlan- 
diMchen  Kopfe  scheint  die  starke  mittlere  Bart- 
locke de«  Londoner  Exemplare«  gefehlt  zu  haben, 
dieses  wiederum  entbehrt  der  schweren,  gesenkten 
oberen  Augenlider  de»  Orlaudinchen,  die  Behand- 
lung de»  Haupthaares  unterhalb  der  Binde  im 
Profil  ist  bei  beiden  Köpfen  stark  verschieden 
— und  doch  glaube  ich  mit  Furtwängler,  dass 
sie  in  der  Tliftt  auf  em  gemeinsames  Original 
zu rück gehen  Die  Anordnung  der  I»eken  Über 
der  Stirn  z.  B.  ist  bei  beide«  Köpfen,  von  der 
Verschiedenheit  der  Ausführung  abgesehen,  ganz 
gleichartig,  und  auf  dem  Schädel  oberhalb  der 
Binde  erkennt  man  da»  Vorhandensein  einzelner, 
den  regelmässigen  Gang  der  Frisur  unterbrechen- 
der Locken  beidemale  in  übereinstimmender 
Weise.  Die  verschiedene  llaarunordnung  kn  Profil 
wird  darnach  mit  Furtw  ängler  wohl  auf  die  Ver- 
wendung de»  Londoner  Kopfe»  als  Herme  zurück - 
zuführen  »ein,  während  der  Orlandische  einer 
Statue  angehört  haben  mag  Sehr  bedeutend 
»ind  die  Abweichungen  des  Kopfes  der  Statue 
in  den  Uffizien.  Die  ganze  Haarbehandlung  ist, 
worauf  Furtwängler  (p.  402)  hin  weist,  in  den 
kleinlich  unruhigen  Geschmack  der  anton mischen 
Periode  umstilisiert;  die  Modellierung  der  Stirn 
ist  kräftiger  entwickelt;  die  Augen,  im  Gegen- 
satz zu  den  durch  das  Oberlid  beschatteten  d«» 
Orlandischen  Kopfe»,  weit  geöffnet,  die  Augäpfel 


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I 


12  Floren*. 

rund  und  voll  heraustretend.  Und  doch  sind, 
auch  im  Einzelnen  , der  Berührungspunkte  mit 
den  beiden  anderen  Köpfen  so  viele  — z B.  in 
der  sei tw Art«  eingebognen  Locke  auf  dein  r. 
vorderen  Obersch&del  — , dass  auch  ich  die  Statue 
der  Uffizien  für  eine  durch  Kopistcnhaud  stark  ver- 
iinderte  Wiederholung  des  nämlichen  Originales 
halte,  auf  das  der  Londoner  und  der  (Irländische 
Kopf  zurückgehen.  Es  ist  zu  bedauern,  dass  die 
Replik  im  Louvre  noch  nicht  in  allgemein  zu- 
gänglichen Photographieen  vorliegt.  Jedenfalls 
lehrt  dieses  Beispiel , wie  ausserordentlich  vor- 
sichtig wir  im  Gebrauche  von  Kopieen  bei 
stilistischen  Fragen  sein  müssen.  Man  vergleiche 
den  ähnlichen  Fall  in  meinen  griech.  und  rön». 
Por tritt«  Tnff.  Ifi  1 — 100. 

242.  Nicht  bei  D.  Am  Aufgang  zur  Trepp©. 
Statue  eines  reiten  «len  Knaben.  Auch  von 
Alinari  unter  No.  3561  photographiert  Unter* 
lebensgroß»  Neu:  Kopf,  1.  Arm,  r.  Unterarm, 
Füsse  des  Knaben,  Schnauze  und  Beine  des 
Pferd««.  Harnisch,  Basis.  Ein  puer  celetizon,  wie 
die  Werke  des  Kanacho»  und  de«  Hcgius  und 
die  erhaltncn  Statuen  der  Akropolis.  Indessen 
aus  späterer  Zeit,  als  die*e  Werke;  die  Formen 
der  Statue  sind  durchaus  die  der  freien  Kunst. 
Ob  es  plastische  Analogiecn  für  den  Brustschmuck 
des  Pferdes  gieht,  weise  ich  nicht  zu  sagen. 

Rom,  Villa  Ludovisi. 

243  und  244.  Schreiber  1.  Helbig,  Führer  II, 
855.  Kopf  der  sog  Th  ose  usherme  Brunn - 
Bruckmann  Tafel  3*2lJj  Nach  Fnrtwr  Angler,  M — W j 
p.  431  Herakles;  aber  ist  die  Strigilis  antiker 
Rest  in  der  1.  Hand,  ein  passemies  Attribut  für  ' 
diesen?  Über  die  polykletischer  Kunst  ver- 
wandte Körperhehandlung  der  Hernie  vgl.  Furt- 
wXngler  a.  a.  0.,  der  auf  die  Ähnlichkeit  mit 
dem  Dresdner  Torso  E — V 184  aufmerksam 
macht.  Der  Kopftypus  hingegen  ist  rein  attisch, 
nach  Furtwängler  dem  Kresilas  verwandt.  Mich 
erinnern  SchXdelforin  und  Haarheliandlung  stark  I 
an  den  inyronisehen  Diskoboleu  und  an  dessen  j 
Genossen,  den  Lapitheri  G aus  dem  olympischen  1 
Westgiebel.  Das  1.  geschwollene  Ohr  besser  er- 
halten als  das  auf  der  Abbildung  ersichtliche  r. 

Sind  di©  sechs  ludovisischen. Hermen  Brunn- 
Bruckmann  Taff.  329  und  330;  Schreiber  I,  3, 

*,  55,  00,  62;  Helbig  854, 855,  *56,  857,  858,  861) 
griechische  Originale  oder  Kopieen?  Sind  sie 
Werke  (liezw.  Ueproduetionen  von  Werken  aus 
der  nämlichen  oder  aus  verschiedenen  Stilepochen: 
Diese  Fragen  werden  verschieden  beantwortet. 


- Rom. 

Schreiber  Katalog  p 42  hält  fünf  der  Hermen 
für  zusammengehörig  und  für  Originalwerke  de« 
5 Ja lirli  . die  sechste,  den  Diskoholen,  für  ein«* 
Alter© , gleichfalls  originale , Arbeit  Helbig 
(Führer  II,  p 9s  ff.,  p.  102  f.)  scheidet  gleich- 
falls den  Diskoholen  aus,  als  älteres  und  in  der 
Arbeit  geringeres  Werk  vielleicht  Kopie  ; di«* 
fünf  anderen  Hermen  sei«*u  attische  Original* 
arbeiteu  aus  der  Mitt©  des  5.  Juhrh  nur  die 
Pallas  könne  ihrer  geringeren  Ausführung  halber 
möglicherweise  ebenfalls  eine  Kopie  aus  späterer 
Zeit  sein;.  Furtwängler  (in  Koscher»  mythol. 

. Lexikon,  Spalte  2159  oben'  hingegen  glaubt. 

dass  di©  Hormon  nach  < Originalen  verschiedenen 
< Stiles  zu  einem  bestimmten  Zwecke  vielleicht 
j schon  gegen  End«*  des  4 Jahrh.  in  Athen  ge- 
arbeitet worden  sind  vgl  auch  M — W p 430, 
Anin.  1 ; p-  591  und  Anm.  2). 

Was  die  Originalität  der  Arbeit  anbolnngt, 
so  scheint  mir  dieselbe  für  «len  Diskobolen,  den 
Thescus{?)t  den  H«*rakles  und  den  Dionysos  (? 
unbestreitbar.  An  der  1.  Seite  des  Dionysos,  wo 
di©  Oberfläche  unberührt  ist,  ist  die  Arbeit 
von  ausserordentlicher  Frische  und  Schneidig- 
koit  (Brunn,  ein©  kunstgeschichtlich©  Studie, 
| Sitz.-Ber  d.  bayr.  Akad  1892,  p.  661).  Die 
Ilaarhehaudluug  am  Herakles  und  namentlich 
am  sog  Theseus  ist  nicht  »ehr  fein  und  «*iu- 
geheud,  aber  doch  von  der  trocknen  und  Ängst- 
lichen Manier  gewöhnlicher  Kopieen  unterschieden. 
Es  sind  oben  derorativen  Zwecken  bestimmte 
Werke,  keine  CabinetestUcke  Bei  der  Athen© 
und  «lern  Hermes  ist  mein  Urteil  über  den 
Charakter  der  Arbeit  Angesichts  der  Originale 
weniger  sicher  gewesen;  doch  neige  ich  mich 
auch  hier  mehr  «ler  Ansicht  zu,  dass  die  Stücke, 
wie  die  andern,  Arbeiten  griechischen  McisscU  sind. 

Bezüglich  der  Entstehungszeit  der  Stücke 
ist  mir  Furtwänglers  Ansicht  die  wahrschein- 
liebste  Die  Hermen  reproducieren  ganz  un- 
leugbar statuarische  Vorbilder;  es  ist  danach 
anzunehmen,  dass  sie  mindestens  einige  Zeit 
nach  Entstehung  dieser  Vorbilder  ausgeführt 
w orden  sind.  I>a  nun  aber,  wie  wir  unten  ©eben 
werden,  »lie  Heriucshertno  in  die  erste  Hälfte 
des  I Jahrh  gehört,  so  kann  inan  — vorausge- 
setzt, dass  die  Hermen  einem  bereite  im  Alter- 
tum zusainmengestellten  Cyclu»  angehören 
leicht  zu  dein  Furtwänglerschen  Ansatz  «ler 
Hermen  in  «las  Endo  des  4.  Jahrh.  gelangen. 
Furtwängler  (bei  Roscher  a.  a.  O.  macht  dafür 
noch  besonders  geltend,  «lass  das  Füllhorn  de* 
Herakles  geriefelt  und  mit  Früchten  g«*füllt  ist. 


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Koni 

Wann  zuerst  auf  den  Denkmälern  ein  gefüllte» 

I rtichthorn  auftritt,  die«  festzustellen  wüide  eine 
besondere  Untersuchung  erfordern;  die  Itieftdang  ; 
aber  dient  doch  wohl  nur  zur  Charakterisierung 
des  W i d d e r hornes. 

Vollständig  hingegen  stimme  ich  wiederum 
Furtwängler  zu,  wenn  er  in  den  Hennen,  bexw.  | 
ihren  Originalen , Werke  verschiedener  Zeiten 
und  Stilstnfen  erblickt.  Der  Älteste  ist  der  Dis- 
koboi, dessen  Verwandtschaft  mit  den  olympischen 
Seulpturen  mehrfach  hervorgehoben  worden  ist 
Er  hat  das  nach  oben  dreieckig  verlaufende 
Schamhaar,  das  11.  A.  auch  jenen  eigen  ist. 

Der  Übergang  des  Körpers  in  den  Hermonpfoiler 
ist  noch  etwas  ungeschickter  als  bei  den  andern 
Hermen;  vgl-  Schreiber  zu  No  8.  Die  zweite 
Gruppe  bilden  der  Thesetis  {?  und  der  Herakles, 
die  nach  Körperbildung  wie  Kopftypus  zusammen-  j 
gehören.  Der  Herakles  findet  sich,  worauf  Furt- 
wängler (bei  Koscher  a.  a.  O.  Spalte  2108  Iimi- 
weist,  ganz  entsprechend,  auch  als  Herme,  auf  , 
athenischen  Kupfermünzen.  FurtwÄnglers  Ge- 
danken, beide  Werke,  Marmor  wie  Münze,  könnten 
auf  den  Herakles  Alexikakos  des  Ageladaszuriick- 
gehen  (vgl.  auch  M — W p.  59 1\  halte  ich  wegen 
des  durchaus  attischen  Kopftypus  der  Herme  für 
verfehlt.  Dass  letzterer  der  Stilstufe  des  Euphranor 
entspreche  (Furtwängler  a.  a.  O.),  ist  gewiss  un-  | 
richtig;  Mitte  des  5-  Jahrh.  Des  Weiteren  stelle  j 
ich  als  eine  etwas  jüngere  Gruppe  der  später- 
phidiasischen  Zeit  den  sog.  Dionysos  und  die 
Athene  zusammen  Das  Gewand  des  Dionysos 
macht  zunächst  einen  etwas  späteren  Eindruck 
Aber  ein  genauerer  Vergleich  etwa  n»it  «lein 
praxitelischcn  „Sardanapal*  der  Sala  della  biga, 
an  dessen  Gewand  die  unteren  Particen  der 
Herme  erinnern,  zeigt  deutlich,  das»  die  Herme 
nach  dem  grossen  Schwung  und  der  einfachen, 
aller  kleinlichen  Unterbrechungen  haaren  Einzel- 
behandlung  der  Falten  noch  ins  0.  Jahrh.,  in 
die  Gegend  der  Athene  Albani  und  ihrer  Ge- 
nossinnen gehört  Für  die  Beurteilung  der  Gewand- 
behandlung  der  Henne  ist  zu  beachten,  dass  sie 
ausserordentlich  stark  übergangen,  zum  Teil 
direct  dureh  Abmeisselung  entstellt  worden  ist. 

Das  letzte,  getrennt  sich  absondernde  Stück,  den 
sog  Hermes,  noch  ins  5.  Jahrh  zu  versetzen,  I 
habe  ich  mehrere  Bedenken.  Wie  der  für  den 
Unterschied  der  Gewandung  im  5.  und  im  4.  Jahrh 
besonders  charakteristische  Wulst  des  Himations 
über  den  Bauch  gebildet  war,  lässt  sich  in- 
folge seiner  starken  Zerstörung  auf  der  Ab- 
bildung wenigstens  nicht  mehr  erkennen.  Aber 


13 

die  Art,  wie  die  grösseren  Flächen  dos  Ge- 
wandes durch  kleine  Zwischenfiiltchen  belebt 
sind  (z  B an  dem  vom  1 Arm  heruhhängenden 
Zipfel  iles  Himations  . wie  sich  an  der  r Hüfte, 
wo  das  Gewand  aufgezogen  w'ird.  Augen  und 
Zusainmenschiehungen  bilden : derartige  Fein- 
heiten sind  meines  Wissens  im  5 Jahrh.  uoch 
nicht  bekannt  gewesen.  — Jedenfalls  ist  nach 
allem  dem  eine  gleichzeitige  Entstehung  der  6 
Hernien  oder  ihrer  Originale  ausgeschlossen. 

Eine  weitere  Frage  ist:  waren  di«  Ü Hennen 
bereits  im  Altertum  vereinigt  (.etwa  zum  Schmuck« 
eines  Gvmnasions) , oder  sind  sie  erst  in  der 
Renaissance  von  verschiednen  Punkten  herboi- 
geholt  und  ihrer  Ähnlichkeit  halber  zuaammen- 
gcstellt  wordeu,  wie  dies  z B.  offenbar  mit  den 
vier  sog.  farnesischen  Gladiatoren  in  Neapel  ge- 
schehen ist?  Da  die  Maasse  der  6 Herrneu  über- 
einzustimmen  scheinen  und  ihr  Marmor  «ler 
gleiche  pentelische  sein  soll,  im»  ist  ihre  ursprüng- 
liche Zusammengehörigkeit  sehr  wahrscheinlich. 
Im  17.  Jahrh-  gehörten  noch  zwei,  jetzt  ver- 
schollne,  doch  wohl  antike  Hermen  zu  dieser 
Serie  (Schreiber  pp.  35  und  42).  Ähnliche  Stücke 
im  braccio  nnovo  des  Vatican  I,  65,  67  A,  136 
(=  Loewy,  Kün&tlerinschrifteu  61»);  ferner  die 
Herme  aus  Rhamnus  * Eqtf ft  au/.  1891,  Taf.  7, 
auf  die  Furtwängler,  M — W p.  591,  Anin.  2 
hinweist 

245  und  246.  Schreiber  8.  Helbig  11,  a6l. 
Kopf  der  Herme  dos  sog.  Diskoboleti  Die 
Herme;  Brunn  - Bruckinann , Tafel  329.  Über 
Motiv,  Stil  und  Arbeit  vgl  Schreiber  und  Helbig 
a.  a.  O.  und  oben  No.  243/44.  Auch  in  der  Bil- 
dung des  runden  Ohres  den  olympischen  Sculp- 
turen  verwandt.  Interessant  der  Vergleich  dieser 
aus  griechischer  Zeit  stammenden  Reproduction 
eines  olympischen  Originales  mit  den,  nach  Treu 
Jahrbuch  d.  J III,  187)  römischer  Zeit  un- 
gehörig«», Ergänzungen  des  olympischen  West- 
gicbeU  aus  pentolischem  Marmor,  die  boi  weitem 
weniger  stilgetreu  sind 

*247.  S 9.  Männlicher  Torso.  Im  Motiv, 

| dem  erhobenen  Arm,  dem  vor  das  andere  ge- 
setzten Bein,  (nach  einer  Beobachtung  von  W 
Amelung)  an  den  auf  Leochares  zurückgeführte» 
Ganymede«  und  die  sich  anjliesen  anschliessen- 
den Werke  (Satyr  von  Lamia  in  Athen,  Svbel 
269;  Friederichs-Wolters  1429;  zwei  Satyrstatuon 
in  Villa  Albani,  Phot  Molius  2817  und  2823; 
die  von  Furtwängler  im  Berliner  Winckuliiianns- 
. programm;  „Der  Satyr  von  Pergamon“  zu- 
| sammengestollteu  Satyrtypen  u.  A.)  erinnernd 


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14  Rom 


uimI  wohl  derselben  Zeit  wie  diese  ungehörig. 
Ob  die  von  Schreiber  als  im  Motiv  verwandt 
angeführte  Statue  Chirac  486,  941  auch  stilistisch 
in  diesen  Kreis  gehört,  hisst  sich  nach  der  un- 
genügenden Abbildung  nicht  sagen.  Die  Statue 
befand  sich  ehemals  in  der  Galleria  Giustiniani : 
ihr  heutiger  Aufbewahrungsort  ist  mir  unbekannt. 
Es  ist  wünschenswert,  dass  dem  Verbleib«  der 
in  der  I’ublieation  der  Sammlung  Giustiniani  ab- 
gebildeten  Stücke  einmal  im  Zusammenhänge 
nachgegangen  werde. 

•248  und  *249.  S.  .<5-  Kopf  der  Hera. 
Es  ist  nicht  leicht,  dieses  Stück,  von  welchem 
sich  eine  Replik  in  Neapel  (Saal  dos  Porphyrapoll : 
Inventar  6268;  in  Photogr.  käuflich  befindet, 
zeitlich  unterzuhringen-  Bei  der  Lebendigkeit 
der  Bewegung,  dein  stark  unterhöhlten  Haar, 
den  Schläfenlöckchen,  ist  man  zuerst  geneigt, 
mindestens  an  4-  Jahrh  zu  denken.  Aber  ein 
Vergleich  mit  dom  Kopfe  der  auf  Alkamenes 
ziirückgcfUhrten  barberinischen  Hera  in  der  Ro- 
tunde des  Vaticane  (Hel big,  Führer  1,  .»Ol;  Furt- 
wängler,  M — VV  p.  117),  mit  dein  der  ludovisische 
grosse  Verwandtschaft  hat,  beweist  »eine  Ent- 
stehung im  5 Jahrh.  Vor  Allem  ist  die  Bildung 
der  Stirn  ganz  entsprechend;  man  vergleiche 
ferner  die  Scheitelung  der  Haare,  das  Unter- 
gesicht.  Dass  iui  übrigen  der  Kopist  sein  Ori- 
ginal nicht  getreu  roproduciert  hat,  lehrt  das 
Schläfeulöckchen,  das  ich  im  5.  Jahrh.  noch  nicht 
kenne  ■ zuerst  am  Sauroktouos  und  das  nach  Aus- 
weis der  Neapolitaner  Replik  dem  Original  ge- 
fehlt hat.  Dieser  Fall  ist  von  Interesse,  weil  er 
uns  warnt,  auf  derartige  scheinbar  feste  chrono- 
logische Indicien  zu  bauen,  wenn  sie  nicht  durch 
mehrere  Wiederholungen  als  dem  Original  un- 
gehörig gesichert  sind.  Auch  «las  Diadem  w ird 
wohl  erst  Kopistenzuthat  »ein;  vgl.  den  nämlichen 
Fall  an  der  oben  erwähnten  „Hera  des  Alka- 
menes*  (Exemplar  Borghese- Jakobseu , das  stili- 
stisch reinste,  ohne  Diadem);  Furt  wängler,  M — W 
p.  742.  Die  zu  dem  Kopftypus  gehörige  Statue 
ist  mir  nicht  bekannt  Sie  w ird.  nach  dem  Aus- 
drucke des  Kopfes  zu  urteilen,  vor  der  barberini- 
sehen  Hera  die  grössere  Frische  und  Lebendig- 
keit voraiisgehabt  haben,  ähnlich  wie  etwa  die 
Protnacho»  sich  von  der  Partheno»  unterschieden 
zu  haben  scheint.  Auf  ein  Original  des  näm- 
lichen Stiles  geht  augenscheinlich  der,  im  Unter* 
gesicht  leider  schlecht  erhaltene , Kopf  der  sog 
Juno  Sospita  in  «1er  Rotunde  des  Vatieans  zurück 
(Helbig  I,  307),  die  mir  im  Übrigen  noch  ein 
kun«thistorische*  Rätsel  ist 


*250  und  *251.  S DO.  Weiblicher  Kopf 
'auf  nicht  zugehörigem  Torso).  Stark  geputzt 
und  übergangen.  Furt  wängler , M-W  p.  99. 
Amu.  2,  r.  Ganz  verhunzte  Kopie  des  sog. 
Sapphotvpus,  den  Furtwängler  auf  eine  Aphrodite 
des  Pbidias  zurück  führt.  Vgl  Helbig,  Führer  II,  01 9 
252  und  253.  S 62  Helbig  HM.  Kopf  der 
| Her  m e des  Hera  kies  mit  dem  F ül  1 li  o rn.  Vgl 
i oben  No  243,41.  Die  plastische  Angabe  der 
oberen  Zalmreilie  gilt  jetzt  allgemein  (ob  mit 
Recht,  wäre  zu  untersuchen  als  ein  Zeichen 
späterer  Zeit,  als  Zuthat  des  Kopisten,  die  einem 
, altertümlichen  Originale  fremd  gewesen  sein  müsse 
1 Herrmann,  athen  Mitt.  189t,  p.  322,  Anm  1 
*254  und  *255.  S.  63.  Helbig  877.  Kopf 
der  Statue  des  sitzenden  Ares.  Furtwäng- 
ler, M — W p.  525  f.  Eine  bessere  Replik  des 
j Kopfes  ist  in  München  No.  83:  Flasch,  Verb,  d 
Münchner  Philol.-Vere.  1891 , p 244  f Die  Er- 
findung der  Statue  wird  von  Furtwängler  dem 
j Skopas  zugeschrieben;  mir  ist  jedenfalls  soviel 
j sicher,  dass  sie  init  Lvsipp  nicht  das  Geringste 
j zu  thun  bat.  Vgl.  E — V 89,90. 

*256.  S.  65.  Statue  des  sitzenden 
Apollon.  Wiederholung:  uiit.-n  No.  276  Schrei- 
ber 116;  Helbig  872.  Ein  verwandtes  Stück, 
aber  keine  Replik,  ist,  worauf  mich  Amelung 
aufmerksam  macht,  der  bekannte  farneeischc 
Dionysostorso  in  Neapel  (Inventar  6034;  Brunn* 
Bruckmann  Tat*  .»00b;  Frieder  ich»- Wolter»  1286 
Die  Erfindung  dieses  Apollontypus  wird  wegen 
seiner  idyllischen,  genrehaften  Stimmung,  welche 
Helbig  a a.  O.  hervorhebt,  in  die  frühhclleniatische 
Zeit  zu  setzen  sein  Ob  sich  das  Motiv  des  den 
Raum  zwischen  den  Beinen  füllenden  Gewand- 
I zipfeis  zeitlich  fixieren  lässt,  habe  ich  noch  nicht 
j genügend  beobachtet  Gruppe  von  Eros  und 
Psyche;  Gruppe  der  Aphrodite  mit  Eros  und 
Psyche  als  Kindern  in  Dresden,  Clarac  640, 1451 
*257.  S.  67.  Statue  der  Athen».  Wie 
Amelung  bemerkt  hat,  wiederholen  die  Gewand- 
inotive  den  Typus  der  sog.  barberinischen  Hera 
1 (».  oben  No.  248/219),  bezw  des  stilistisch  treueren 
Jakobsenschen  Exemplare«  aus  Villa  Borghese 
Ist  nun  diese  Athene  ein  Werk  des  nämlichen 
Künstlers  — wie  auch  ich  glaube,  des  Atkaincnes 
; — oder  ist  sie  nur  eine  Kopistenvariante  des 
Heratypus?  Ich  bin  geneigt,  mich  für  da» 
Letztere  zu  entscheiden.  Denn  einmal  entspricht 
die  Athene  so  genau  in  den  Eiuzelnheiten  der 
Gewaudung  jenem  Heratypus,  dass  eine  eigne 
neue  Leistung  de»  Künstlers  sich  höchstens  in 
dem  (leider  verlornen)  Kopfe  gezeigt  haben  könnte, 


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Knill. 


und  ferner  existiert  «in«  ander»*  Umgestaltung 
de»  lleratypns,  diesmal  zu  Hygiei»  (Roscher, 
mytli.  Lexikon  ».  v.  Hygieia,  Spalte  2790),  in 
Kassel,  die  ebenfalls  nur  durch  da»  Attribut  der 
Schlange  (von  welcher  nach  freundl.  Mitteilung 
I)r  Bühlaus  antike  Rest«'  vorhanden  sind 
von  dem  ihr  zu  Grund«?  liegenden  Originale 
unterschieden  ist  (ißt  der  Kopf  antik  und  zu- 
gehörig?). Wir  haben  aber  keinen  Grund,  einein 
Künstler  wie  Alkaincnes  eine  so  geistlose  drei- 
fache Verwendung  eines  Gewandmotives  zu- 
zutraucu.  Nach  der  Zahl  der  K<?pliken  zu  ur- 
teilen, ist  der  Typus  für  Hera  (Fnrtwängler  M — W 
p.  117  zweifelt  an  der  Richtigkeit  der  Be- 
nennung) erfunden  worden.  Zu  untersuchen,  ob 
die  Gestalt  der  Aegis  mit  den  umgebognen 
Rändern  bereits  im  5.  Jahrh.  gebräuchlich  war, 
ist  Sache  «*iner  besonderen  Arbeit  über  die  Ent- 
wicklung der  Aogißbildung,  die  sehr  erwünscht 
wäre.  Andentongen  darüber  in  Furtwänglor» 
M — W paaßim.  Auf  Grund  de»  obigen  Falle» 
halte  ich  jetzt  auch  die  oben  N««  0 veröffent- 
lichte „Muse  des  Kcphiaodot“  in  Mantua  nur  für 
«»ine  Kopistenvariante  der  Karyatiden  des  Ereeh- 
theion.  Vgl.  auch  das  Verhältnis  der  „Karyatide 
des  Kriton  und  Nikolaus8  in  Villa  Albani  zur 
„Lemnia  de»  Phidiaa*.  Die  von  Schreiber  als 
verwandt  angeführten  Statuen  Chirac  463,  863 
und  470,  893  gehört?»!  nicht  hierher. 

258  und  259.  S.  69.  Helbig  *81  Kopf 
tles  Jünglings  au»  der  G r u p p e de»  M e n «?  1 & o s. 
Die  Gruppe  am  besten  bei  Brunn-Bruckuiuim 
Taf.  309 

260  und  261.  Kopf  der  Frau  aus  der 
Gruppe  de»  Menelaos.  Beide  Köpfe  mehr- 
fach ergänzt  und  stark  überarbeitet;  ».  Schreiber 
a.  a.  O. 

Pie  Statuen  gehen  nach  Furtwiiugler,  Saniut- 
hing  Saburoff,  Einleitung  p.  00  und  llelbig, 
•ihrer  »-  a.  O.  auf  attische  Originale  au»  der 
Mitte  des  4.  Jahrh  zurück.  Auch  für  die  Köpfe 
werden  die  Vorbilder  in  d«*r  spät  - praxiteliscben 
Epoche  zu  suchen  »ein,  obwohl  ich  allerdings 
schlagende  Parallelen  au«  jener  Zeit  nicht  nach- 
weiften  kann.  Sehr  verwandt  ist  der  Kopf  der 
der  gleichen  Stilrichtung  ungehörigen  weiblichen 
Gewandstatue  in  Villa  Panfili  (Matz-Puhu  1528; 
nach  diesen  antik.  Pie  daselbst  als  weitere 
Parallele  angeführte  „zu  derselben  Familie  ge- 
hörige“ Statue  in  der  Villa  Santangelo  in  Pullona 
am  Vesuv  ist  meine»  Wissen»  noch  völlig  un- 
bekannt. Sind  noch  die  Vorarbeiten  und  .Samm- 
lungen zu  der  von  Gerbar«!  uni  Panofka,  Nea- 


pel» antike  Bildw  «*rk«*  I,  Vorrede  p.  V erwähnten 
„Beschreibung  «ler  PrivatsaminUingen  Neapel» 
j und  der  Antiken  der  Umgegend“  erhalten?). 

262.  S.  74.  Kopf  de»  Asklepios.  Nur 
die  Maske  antik.  Per  Kopf  »eheint  eine  Wieder- 
holung d«*a  Pariser  Asklepios  Müller- Wieseler  II, 
tiO,  768  (von  dem  eine  treffliche  Replik  in  Kopen- 
hagen, Sammlung  Jacohsen  1071  eicli  befindet) 
zu  »ein;  auch  in  den  Magazinen  de«  Thermen- 
uiuseuiu»  ist  ein  ähnlicher  Kopf  (ehemals  auf 
dem  Palatin;  wohl  = Matz-Puhn  04). 

*263.  S.  76  Helbig  869.  Bünte  de»  Attia. 
Nach  der  Büste  und  der  hart«?»»  Arbeit  frühestens 
aus  hadrianischer  Zeit. 

*264.  S.  78.  Helbig  874.  Büste  der 
Demeter (?).  Über  die  Benennung  vgl.  Helbig 
a.  a.  0.  und  Bloch  in  Roscher»  myth.  Lexikon 
».  v.  Kura,  Spalte  1359  tt*.  Pie  Ähnlichkeit  des 
Kopf«*»  mit  dom  der  ehemals  Romlaninischen 
Demeterstatue  (jetzt  in  der  Sammlung  Jakobson, 
abgeb.  bei  Roscher  a.  a.  O.  Sp.  1361/62)  ver- 
langt nacli  Helbig  und  Bloch  Aufgabe  der  bis- 
herigen Bezeichnung  de»  Kopfe«  als  Demeter. 
Ein  Versuch  zur  zeitlichen  Fixierung  de»  Stückes 
ist  noch  nicht  gemacht  worden.  Es  scheint  mir 
in  der  Behandlung  der  Formen  der  oben  mehr- 
fach erwähnten  Hera  Barberitii  niVlit  »ehr  fern 
1 zu  stehen.  Pie  Form  de»  Gesichtes,  die  Bildung 
«ler  Stirn,  die  Anordnung  d»*»  Haare»  sind  noch 
sehr  ähnlich;  nur  sind  Augen,  Muml  und  Kinn 
! weicher  und  milder  geworden.  Wir  werden  so 
ungefähr  auf  «las  Ende  de»  5.  Jahrh  geführt, 

| in  welche  Zeit  auch  die  Jakobsensche  Statue 
gehören  wir«l.  Die  Angabe  der  SchlafenlÖckch«?n 
an  beiden  Köpfen  fällt  dann  wohl  dem  Kopisten 
zur  Last  Ein  verwandt«*»  Stück  ist  der  ob«*» 
No.  200  und  201  veröffentlichte  weibliche  Kopf 
in  Pisa. 

*265.  S 83.  Weibliche  Gewandstatue 
j E»  ist  schwierig,  dieses  nicht  uninteressante  Stück 
| genauer  zu  datieren.  Die  gesummte  Anlage  and 
der  Zug  der  Falten  hat  etwas  Streng«*»;  aber  da» 
zwischen  den  Beinen  als  steife  Mas»«*  herabfallendc 
Gewand  ist  ein  Motiv  späterer  hellenistischer  Zeit. 
Pie  Zugehörigkeit  de»  Kopfe»  ist  nicht  erweis- 
bar, da  das  Halsstück  zwischengesetzt  ist.  Ich 
habe  leider  keine  Kinzelphotographion  von  ihm, 
<la  ich  ihn  im  Originale  nicht  genügend  beachtet 
habe.  Er  scheint  ein  guten  Stück  des_5  Jahrh. 
zu  »ein  Darnach  wäre  »eine  Zugehörigkeit  zum 
Torso,  die  ^Schreiber  für  möglich  hält,  sehr  un- 
wahrscheinlich- Pie  von  Schreiber  al»  im  Motiv 
ähnlich  aufgeführte  Statu«*  der  Sammlung  Smith 


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Rolli 


Hi 

Barry  hei  Chirac  438  A,  774  C (jetzt  in  Marhurv 
Hall;  Michaelis,  ancient  iimrbles  p 5U1,  Nr  2 
konnte  möglicherweise  eine  Wiederholung  »ein 
(allerdings  differieren  die  Höhen  etwa«) ; die 
andere  von  Schreiber  eitierte  Statue  Clarae  436. 
762  F — Monutnenta  Matthaeiana  pl.  26  ist  nach 
Michaelis  a.  a.  O.  mit  dieser  identisch. 

*266.  S.  87-  Helbig  860.  Staiue  des  A n - 
toninus  Pius  Bernoulli,  röm.  lkonogr.  II,  2, 
p.  141,  Nr.  3.  Ich  gehe  dieses  Stück,  weil  es 
offenbar  auf  eine  ältere  griechische  Vorlage  zu- 
rückgeht  Eine  Sammlung  und  Sichtung  der 
zahlreichen  römischen  Imperatorenstatuen  die 
iiltere  Götter-  und  Athlelentypen  reproducieren, 
würo  eine  wünschenswerte  und  erfolgversprechende 
Arbeit.  Lassen  sich  z.  B mehrere  Repliken 
eines  Typus  consta tieren,  so  können  wir  mit 
Sicherheit  sch  Hessen,  dass  derselbe  ein  berühmtes 
Original  wiedergiebt.  Als  Wiederholung  der 
ludovisischen  Statue  citiert  Schreiber  Clarae 
634  A,  1436  A;  ähnliche  Stücke,  auch  mit  der 
im  Kücken  lang  herabfallcnden  Clilamy«,  sind 
z.  B.  Laterau  Benndorf  - Schöne  Nr.  127  Furt- 
wilngler,  M-W  p 124  f.)t  die  zwei  Dresdner 
Statuen  Phot.  Krone  681  16)  und  731  53), 

267  und  268.  S .88.  Kopf  des  Hades  •,? 
Der  Kopf  ist  trotz  der  ausserordentlich  starken 
modernen  Glflttung, die  er  erlitten  hat,  von  Interesse, 
da  die  schon  von  Welcker  gegebene  Benennung  als 
Hades  meines  Erachtens  das  Richtige  trifft.  Der 
allerdings  durch  die  Überarbeitung  noch  ge- 
steigerte finstere  Ausdruck  von  Augen  und 
Brauen,  die  gerunzelte  Stirn,  das  tief  heroin- 
fallende  Haar  sind  Eigentümlichkeiten,  die  keinem 
der  andern  Götter  (Serapi*  ist  sowohl  zeitlich  als 
wegen  des  mangelnden  Modius  ausgeschlossen 
/.iikotiimcn  Mit  Schreiber  aber  an  ein  Porträt 
zu  denken,  verbietet  der  wenig  individuelle  Aus- 
druck der  Züge  und  wohl  auch  die  grosso  Breite 
der  Haarbinde,  die,  wenn  ich  nicht  irr»*,  in  dieser 
Art  bei  Menschen  nicht  vorkonnnt.  Das  Original 
des  Kopfes  muss,  i. ach  der  Haarbehandlung  zu 
urteilen,  in  den  letzten  Decennion  des*5.  Jahrh. 
entstanden  sein.  Die  Stirnfalten  an  der  Nasen- 
wurzel ebenso  beim  sog.  Aeschylue  des  Capitols 
(Brunn-Arndt,  Porträts  Nr.  111  und  112  Pia-  , 
»tische  Darstellungen  des  Pluton,  an  sich  selten, 
sind  aus  dieser  Zeit  sonst  noch  nicht  bekannt 
Vgl.  Scherer  bei  Roscher,  mythol.  Lexikon,  s.  v 
Hades  Sp.  1766  ft'. 

*269.  S.  9ü.  .Statue  de»  Dionysos.  Ich 
glaube,  diese,  hinsichtlich  der  Güte  ihrer  Arbeit 
übrigens  von  Schreiber  u A.  überschätzte,  Statue 


mit.  Sicherheit  auf  ein  Original  des  Praxiteles 
zurückführen  zu  können.  Denn  nicht  allein  das 
Motiv  der  ausgeschwiingncu  Hüfte,  des  erliobucn 
Armes  entspricht  völlig  den  im  Kunstkreise  des 
Praxiteles  üblichen,  sondern  auch  vor  Allem 
Amehnig  hat,  unabhängig  von  mir,  die  näm- 
liche Beobachtung  gemacht  die  Behandlung  der 
Chlainys,  die  Art,  wie  die  Falten  verlaufen,  wie 
die  Flächen  durch  kleine  ZwischeiifUltchen  be- 
lebt sind,  ist  derjenigen  am  olympischen  Hermes 
so  auffallend  verwandt,  dass  wir  berechtigt  sind, 
auch  hier  den  Namen  des  Praxiteles  zu  nennen. 
Für  die  Weise,  wie  die  Chlainys  auf  der  Schulter 
auf  liegt,  vgl.  die  von  Furtwängler  (M  W p.  572  f 
auf  Praxiteles  zu  rückgeführte  Hermesstatue  der 
Uffizien  Mit  einem  litterarisch  oder  durch 
Münzen  überlieferten  Werke  des  Praxiteles  kann 
ich  die  Statue  nicht  idcntificicren. 

270  und  271.  S 91  Hclbig  865.  Kopf  der 
Statue  des  „Hermes  Ludovisi*.  Furtwänglor, 
Meisterwerke  p.  86  tf.  und  742.  Von  Repliken 
der  Statue  sind  bisher  drei  bekannt:  ausser  dem 
ludovisischen  Exemplare  der  Pariser  Germanien» 
und  die  Statue  in  Palazzo  Colomm  Matz-Dulm 
157;  vom  Kopfe  ausser  dein  der  ludovisischen 
Statue  das  Exemplar  in  Broadland»  Furtwängler 
a a O.  p 87  und  ein  drittes,  das  Furtwängler 
a.  a.  O p 742;  in  dem  Kopfe  der  Uffizien 
E— V 83,84  erkannt  hat;  oh  die  drei  Köpfe 
»äinml liehe  auf  nicht  zugehörigen  Statuen)  La- 
teran Benndorf  Schöne  46  in  Photographie 
von  A Kalkül. mn  mir  vorliegend  , Dresden 
Augusteum  46,  Chirac  664,  1533  phot.von  Krone 
und  Villa  Albani  566  :Phot.  für  den  E— V her- 
gestellt  wirklich  weitere  Repliken  oder  nur  ähn- 
liche Typen  sind,  bedarf  einer  besonderen  ge- 
nauen Untersuchung  vor  Allem  der  Ergänzungen 
der  drei  Köpfe.  — Furtwängler  a.  a.  O.  will  die 
Statue  auf  ein  Werk  des  Telephancs  von  Phokaea 
zurückführen. 

"272.  S-  161.  Statue  des  Asklepios 
Die  Gewaudmotive,  namentlich  die  unter  den 
Querwulst  hinaufgezogenen  Hiinatioiifalteii  auf 
dem  r.  Oberschenkel  oben , erinnern  an  die 
Aphrodite  von  Melos,  und  in  deren  Zeit  führt 
auch  die  pathetische  Seitwärtswendung  des  Kopfes 
und  der  geöffnete  Mund.  Man  vgl.  auch  die  der 
Aphrodite  Von  Melos  nah  verwandte,  ebendort  ge- 
fundene Poseidonstatue,  jetzt  im  Nationalmuseum 
in  Athen  (Furtwängler,  M — W p 615)  Die  von 
Schreiber  als  ähnlich  angeführte  Asklcpiusstatue 
Clarae  547,  1155  repräsentiert  einen  anderen 
Typus. 


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Rom  — Nachträge  t i 


•273.  S.  107.  Hol  big  «70.  Biiate  »1er 
Hygieia.  Die  Form  «1er  Büste  weist  mich 
meinen  Beobachtungen  auf  hadrianische  Zeit. 
Falls  dieselben  richtig  sind,  so  müsst«  allerdings 
auch  die  „Clytia*  des  britischen  Museums,  die 
ich  bisher  mit  Andern  für  «in  stark  idealisiertes 
augusteisches  Frauenporträt  gehalten  habe,  in 
jene  Zeit  rücken.)  Die  Stirnlöckchen  kenne  ich 
von  sicher  datierten  Werken  zuerst  an  der 
Neapler  pergainenfochen  Amazone. 

274  und  275.  S.  114.  Helbig  864.  Kopf 
der  Athene  des  Antiochos.  Die  Statue  bei  ! 
Brunn-Bruckmann  Taf.  253.  Fnrtwängler,  M — W 
p.  21,  Antn.  1. 

•276.  S.  116.  Helbig  872.  Statue  des 
sitzenden  Apollon.  Wiederholung  von  No  250, 
S.  05  oben  . Über  den  Typus  des  antiken, 
aber  nicht  zugehörigen  Kopfes  s.  Fartwtnglor, 
M — W p 570,  Anm.  3.  Kin  gute«  Exemplar 
desselben  auch  itn  K Museum  in  KonBtantinopel 
•277  und  “278.  S.  118,  Helbig  868.  Kopf, 
der  Statue  des  ruhenden  Kriegers  auf- 
gesetzt. VonOraef,  rörn.Mitt  1889,  p.  221,  No.  17, 
dem  Helbig  folgt,  als  Replik  des  Kopfes  des 
Meleager  bezeichnet  soviel  ich  sehe,  mit 
Unrecht. 

- » — - - 

Unter  den  Photographien  der  ludovisischen 
Antiken,  die  ich  in  dieser  Serie  biete,  fehlt  aller- 
dings manches  interessante  Stück,  das  der 
Schreiberache  Katalog  verzeichnet  Ausge- 
schlossen bleiben  musste  zunächst  das,  was  im 
KunsthAndel  in  Aufnahmen  käuflich  ist;  ferner 
diejenigen  Stücke,  die  in  einer  der  Serieopubli- 
catiuuen  des  Institutes  oder  Bruckmanua  er- 
schienen sind  oder  noch  erscheinen  werden 
Unerreichbar  waren  des  Weiteren  für  mich  leider 
so  gut  wie  alle  diejenigen  Antiken,  die  sich 
früher  ausserhalb  der  ehemaligen  Statu engallerie 
befunden  haben  (in  Schreibers  Katalog  von 
No.  119  ab  Dieselben  sind  jetzt  zum  Teil  zur 
Decoration  des  neuen  Palazzo  Piombino,  in  dem 
die  Sammlung  zur  Zeit  nntergebracht  ist,  ver- 
wendet worden;  itn  Garten,  auf  den  Dächern,  an 
der  Balustrade  nach  der  Strass«  hin,  sind  Antiken 
aufgestellt,  deren  genaueres  Studium  mir  nicht 
möglich  gewesen  ist.  Anderes  bähe  ich  im  Kunst- 
handel wiedergetroffen  (s.  oben  No  156;  ferner 
Schreiber  292 : die  inschriftlich  bezeichnet«,  sehr 
interessante  Statue  der  Spe«,  im  Mai  1892  bei 
dem  Bildhauer  Gian  Giacotno  Pap  in  i,  Rom,  Via 
Claudia  24,  verkäuflich);  Mehrere«  ist  bereits  in 


festen  Händen  (Schreiber  249,  Hephaestoskopf, 
in  der  Sammlung  Barracco;  die  vortrefflichen 
Köpfe  „des  Maximians*  Schreiber  321 — 325  in 
Sammlung  Jakobson)  Die  colossale  weibliche 
( iewandstatue  Schreiber  211  steht  noch  jetzt 
d.  Ii.  1892)  auf  freiem  Felde,  hei  Via  Campania, 
an  der  Stadtmauer,  rechts  von  Porta  Pinciana. 
Über  den  Verbleib  wertvoller  Sculpturen,  wie 
Schreiber  146,  207,  209.  242,  254,  287,  315,  316, 
bin  ich  leider  gänzlich  ununterrichtet.  — Aber 
mich  unter  Berücksichtigung  dieser  gebotnen 
Beschränkungen  wird  man  in  meiner  Auswahl 
unter  den  Antiken  1 — 118  des  Schreiberschen 
Kataloge»  Einiges  vermissen,  das  eine  besondere 
Aufnahme  verdient  hätte  Ich  kann  diesen  Mangel 
wiederum  nur  damit  entschuldigen,  dass  vor 
21  , Jahren,  als  ich  die  Photographien  herstelleu 
lies«,  mir  die  Bedeutsamkeit  der  betreffenden 
Monumente  noch  nicht  klar  geworden  war.  Dies 
gilt  vor  Allem  von  dem  Kopfe,  der  der  archaischen 
Originalstatue  Schreiber  29  = Helbig  883  auf- 
gesetzt ist  'Brunn-Bruckmann,  Taf.  357)  und  den 
ich  (nach  Ausweis  der  Photographie  nicht  mit 
Schreiber  und  Helbig  für  ergänzt,  sondern  für 
ein  höchst  interessantes  Stück  aus  der  Mitte  des 
5.  Jahrh.,  aus  dem  Kreise  von  Furtwänglers 
Lemma,  halte. 


Nachträge  zu  Serie  t,  Blatt  I— 191. 

Zu  No.  8:  Bronzestatuette  einer  Amazone 
in  Verona.  Vgl.  Fnrtwängler,  M — W p.  297, 
Anm  1;  p 661,  Anm  2. 

Zu  No.  9:  Musenstatne  in  Mantua.  Vgl 
oben  No.  257.  Der  aufgesetzte  Kopf  gehört  jeden- 
falls auch  noch  in  da«  5.  Jahrh.;  wie  mir  nach 
der  Photographie  scheint,  in  den  Kreis  der  von 
Furtwänglor  M -W  p UW  dem  Agorakritos 
zu  geschriebenen  Werke  (barberinische  Muse  in 
München,  Athen«  im  Capitol). 

Zu  No.  12/13:  Kopf  vomTypusdes  Kassler 
Apollon  in  Mantua.  Nach  Atnelung,  Floren- 
tiner Antiken,  p.  9,  Antn.  1 u.  P.  Herrmann 
(brieflich  weiblich.  Nach  Fnrtwängler  (brieflich 
„vielleicht  nur  Kopistenvariante  des  Kassler 
Apollonkopfe«  mit  unterdrückten  Einzellocken 
Sehr  unwahrscheinlich,  wie  ein  Vergleich  etwa 
mit  der  Abbildung  der  Barraccosehen  Replik  bei 
Fnrtwängler,  M — W p.  377  lehrt. 

Zu  No.  15:  J Ungl ingstorso  in  Mantua 
Von  Fnrtwängler.  M—  W p.  483,  Anm.  3,  1» 
wiederum  als  Replik  der  sog  Narkissosstatnvu 

2 


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Nachträge. 


18 


bezeichnet;  aber  die  1 Schulter  ist  an  jenen 
höher  gehoben. 

Zu  No  25;  Junger  Römer  als  Hermes, 
Statue  in  Mantua.  Ähnliche  Verwendung  eines 
archaischen  Torsos  für  ein  spätes  Porträt  hei 
der  Statue  eines  Jägers  im  Capitol,  Holbig  502, 
die  eine  Replik  des  einen  farnesiechen  Athleten 
in  Neapel  Bruim-Brnckmaim  Taf  3111  zu  s»*in 
scheint  (vgl.  auch  Matz-Huhn  382,  Pal  Alteinps). 
S-  ferner  oben  zu  No.  286. 

Zu  No  36/37;  Weiblicher  Kopf  in  Catnjo. 
Furtwängler,  M— W p.  730,  Hinweis  auf  die 
Berliner  kleinere  Athenestatue  von  Pergamon. 
Vgl.  Kalkmann,  Proportionen  des  Gesichte» 
p.  65  ff. 

Zu  No.  50/51:  Archaischer  Jünglings- 
kopf in  Catajo.  Von  Furtwänglor  M—W  p.  Ö8.f>, 
Anm.  2 mit  Kalamin  in  Verbindung  gebracht. 
F.  Hauser  erinnert  mich  bez.  der  Haartracht 
am  Hinterhaupt«  an  den  Dresdner  Kopf  ans 
Sammlung  Dreesei  Areh  Anz  IV,  p 97. 

Zu  No.  52/53:  Jünglingskopf  in  Catajo. 
Furtwängler,  M—W  p.  520  ff.  Die  ehemals  auf 
dem  Palatin  befindliche  Statue,  die  eine  Replik 
dieses  Kopfes  trägt,  stellt  nach  F.  Hermes  dar. 
Aber  kommt  dieser  jemals  mit  gesehwollnon 
Atbletonohren  vor? 

Zu  No.  54/55:  Myronischer  Jünglings- 
kopf in  Catajo.  Furtwängler,  M—W  p.  342. 

Zu  No.  50:  Serapisstatue  in  Catajo. 
Vgl.  Berlin  157 

Zu  No.  59:  J ünglingsat atuo  in  Catajo. 
Furtwängler,  M—W  p 584,  Anm.  1. 

Zu  No.  84:  Heraklestorso  in  Catajo. 
Hermann,  Arcl».  Anz.  1894,  p.  20.  Fr.  Hauser 
verweist  mich  auf  die  Bronzestatuett«  der  Villa 
Albani  Helbig  719  (wird  bei  Brnnn-Bruckmann 
erscheinen)  als  im  Motiv  identisch,  vielleicht  Replik 
de»  nämlichen  Typus. 

Zu  No.  72b:  Bronze  eines  bärtigen 
Nackten  in  Parma:  puld.  Mon.  d.  J.  1840, 
tav.  10,4. 

Zu  No.  74  Erostorso  in  Parma.  Furt- 
wilngler,  M—W  p.  539,  Anm.  1 

Zu  No.  83/84:  Altertümlicher  Kopf  eines 
Jünglings  in  den  Uffizieu.  Replik  vom  Kopf«* 
des  Hermes  LudovW  nach  Furtwängler,  M-W 
p.  742.  Siehe  oben  zu  No.  270/271.  Ich  habe  das 
Original  auf  die  Richtigkeit  der  Fnrtwänglerschen 
Identification  hin  bezüglich  seiner  Ergänzungen 
noch  nicht  wieder  untersuchen  können 

Zu  No  85/86:  Athletenkopf  in  den  Uffi- 
zien. P.  Herrmann:  gehört  zu  der  E — V 184/165 


erwähnten  Gruppe  des  Herakles  Lansdowne  und 
seiner  Verwandten. 

Zu  No  87/88 : Jünglingskopf  In  den 
Uffizien  Die  dort  von  mir  angeführten 
) stilistischen  Parallelen  sind  nicht  schlagend;  ich 
; werde  jetzt  mehr  an  den  Kopf  des  Sorrentlnvr 
Athleten  in  Neapel  Kalk  mann,  Proportionen  des 
1 Gesichtes  p.  68)  erinnert. 

Zn  No.  89/90:  Jünglingskopf  in  den 

* Uffizien  Amelung,  Florentiner  Antiken  p 37  f 
Furtwängler,  M — W p.  571. 

Zu  No-  92/93:  Kopf  einer  Asklepios- 
statue  in  den  Uffizien.  Furtwängler  M—W 
p.  394  ff.  Vgl  oben  No  240/241. 

Zu  No.  94/95:  Männlicher  Torso  in  den 
Uffizien.  Replik  des  Doryphoros  nach  Furt- 
wängler,  M—W  p.  421,  Anm.  2. 

Zu  No  96  - 99:  Statuen  angeblich  der 
Tyrann  e nm  örd  er  im  G iardin  o Bo  bol  i.  Vgl. 
Furtwängler,  M — W p.  346.  Ebenderselbe  in  der 
Berliner  philol-  Wochenschrift  1888,  Sp  1448: 
darnach  der  Aristogeiton  antik.  Ich  habe  die 
Originale  seither  nicht  wieder  gesehen.  Den 
I Kopf  dos  Anderen  hält  F.  für  zugehörig  (M—W 
; p.  346,  Anm.  4);  or  schreibt  die  Statue  dem 
Pythagoras  zu. 

Zn  No.  100  — 102:  Weibliche  Gewand- 
statue im  G iardin o Boboli.  Als  Replik  habe 
i ich  mir  notiert  (ohne  im  Augenblick  die  Richtigkeit 
: nachprüfen  zu  können) : Louvre,  Museumsinventnr 
2977.  Phot  Girandon  1376  „Agrippina“.  Ist 
i diese  Pariser  Statue  identisch  mit  dem  in 
meinem  Text©  angeführten,  bei  Clarac  438  E, 
j 792  J ohne  Ortsangabe  veröffentlichten  Exemplare 

* des  Typus,  oder  ist  die  Florentiner  Statue  mit 
I demselben  gemeint?  Als  ähnlich  vgl.  auch  Clarac 

305,  1170,  sowie  eine  weibliche  Gewandstatue 
im  Conservatoronpalast  (Raum  vor  dein  ersten 
Treppenabsatz,  bei  den  Marc-Aurelischen  Reliefs 
Helbig  540  —542),  die  in  der  Gesammtanordnung 
des  Gewandes  sehr  verwandt  ist,  in  der  Einzel- 
behandlung  desselben  aber  Züge  aufweist,  die 
bereits  für  das  4.  Jahrh.  charakteristisch  sind 
(Abguss  in  der  Kunstakademie  in  München).  Den 
Kopf  fuhrt  Furtwängler,  M-  -W  p.  86  und  389  ff* 
auf  ein  Werk  des  Myron  zurück. 

Zu  No.  103—105:  Statue  des  Hermes  mit 
dem  Dionys oskinde  im  Giardino  Boboli. 
Furtwängler,  M—W  p.  424,  wo  die  Beziehung 
des  Werkes  auf  Kephisodot  bestritten  und  es  in 
den  Kreis  des  Polyklet  verwiesen  wird  Chlamys 
und  Kopftlügel  hält  F.  für  Znthat  d©B  Kopisten, 


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Nachtrag. 


19 


dem  möglicherweise  sogar  auch  di«  Cnmposition 
erst  zu  verdanken  sei. 

Zu  No-  108— 1 10:  Bärtiger  Kopf  im 
Palazzo  Barberini.  Furtwängler,  M— W p.  84  f 

Zu  No.  111:  Statue  der  Athone  im  Pal. 
Rospigliosi  Furtwängler,  M — W p.  527,  der  j 
die  Erfindung  des  Typus  auf  Skopas  zurückführen 
möchte. 

Zu  No.  113:  eolossale  weibliche  Go- 
wandstatue  in  Villa  Mattel.  F urtwfingler, 
M— W p.  44,  Anm  7.  Meine  Angabe  ira  Texte, 
die  Statue  sei  von  unten  ausgenommen  worden 
und  erscheine  deshalb  stark  verkürzt,  ist  un- 
richtig; denn  dann  müssten  die  Beine  sehr  lang, 
der  Oberkörper  kurz  erscheinen.  Das  Umge- 
kehrte, dass  der  Photograph  die  Statue  von  oben 
hör  aufgcnominen  hat,  ist  ausgeschlossen  durch 
die  Grösse  derselben  und  ihre  hohe  Aufstellung 
Folglich  ist  die  Statue  absichtlich  so  gearbeitet, 
init  kurzen  Beinen,  langem  Oberkörper.  Offenbar 
mit  Rücksicht  auf  die  hohe  Aufstellung,  die  die 
Statue  auch  ursprünglich  gehabt  hat;  würde  der  | 
Künstler  die  Beine  nicht  verkürzt  haben,  so  würde  ; 
der  Oberkörper,  von  unten  gesehen,  zu  kurz  er-  I 
schienen  sein.  Ganz  das  Nämliche  kann  man  I 
an  dein  ludovisischon  Exemplar  der  Parthenos 
(Antiochos)  beobachten  sowie  an  einer  weiblichen 
Gewandstatue  des  5.  Jahrh.  in  .Sammlung  Jakohsen 
No.  1002  (dort  aura  velificans  genannt ; von 
Fartwängler  in  der  Berliner  archacolog-  Gesell- 
schaft vor  etwa  2 Jahren  besprochen),  die  „auf 
einer  TerrAss©  von  beträchtlicher  Höhe  ge- 
funden wurde.“  Eine  ähnliche  feine  Berech-  | 
nung  de»  Eindruckes  der  vollendeten  Statue  an 
ihrem  Standort«  auf  das  Auge  de«  Beschauer»  I 
zeigt  sich  in  der  Art,  wie  die  antiken  Künstler  I 
bei  Sitzstatuen,  die  auf  höhere  Aufstellung  be- 
rechnet waren,  die  Oberschenkel  gesenkt  haben,  I 
damit  dieselben  dem  unten  stehenden  Betrachter 
nicht  di©  Brustpartie  der  Statue  verdeckten. 
Grade  bei  neueren  plastischen  Kunstwerken  be- 
gegnet man  häufig  einem  Mangel  an  derartigem 
Feingefühle;  die  Künstler  scheinen  die  Statue 
im  Atelier  ausgearheitet  zu  haben,  ohne  ihre 
spätere  Verwendung  zu  berücksichtigen.  Es  wäre 
interessant,  die  diesbezüglichen  Beispiele  ans  der 
Antike  zusammenzustellen;  man  könnte  vielleicht 
wertvolle  Rückschlüsse  auf  die  Höhe  der  ur- 
sprünglichen Basen,  auf  den  Ort  der  einstigen 
Aufstellung  u.  A machen. 

Zu  No.  116/117:  Kopf  des  Doryphoros  in  j 
Villa  Mattei.  Furtwftngler,  M— W p.  421, 
Anm  4 


Zu  No.  124:  Ask lepiosstatne  in  Villa 
Mattei.  Amelung  erinnert  mich  an  die  in  Per- 
gamon gefundne  Ammonstatue,  jetzt  in  Konstan- 
tinopel, die  verwandte  Gewandmotive  hat. 

Zu  No  126/127:  Porträt  eines  bärtigen 
Griechen  in  Villa  Matt  ei.  Eine  weitere  Re- 
plik ist  der  dem  sog.  Posidonfus  im  Louvre  auf- 
gesetzte Kopf  (Friederichs -Wolters  1322;  Milch- 
höfer  in  der  Festschrift  zu  Ehren  Brunns  1893). 

Zu  No.  132:  Heraklesstatue  in  Villa 
Borghese.  P.  Herrmann  im  Archaeol  Anzeiger 
|sy4,  p 25,  No.  4,  nach  dessen  Ausführungen 
meine  irrtümlichen  Angaben  über  zwei  Repliken 
im  Museo  Torlonia  sowie  die  auf  eine  derselben 
basierte  Datierung  des  Typus  zu  verbessern  sind 

Zu  No.  133:  Statue  der  Artemis  in  Villa 
Borghese.  Puhl,  bei  Clarac  5 1 6 1 050.  F Wtwängler, 
M -W  p.  554,  Anm.  1.  Falls  die  Aufwürtsbo- 
wegnng  des  r.  Annes  gesichert  ist,  gehört  da« 
Exemplar  zu  den  Wiederholungen  des  ursprüng- 
lichen, praxi telischen  Artemistypus  (ob  ein 
Köcher  vorhanden  war,  weise  ich  nicht).  Der 
Chiton  am  l.  Oberarm  hingegen  ist  sonst  den 
Variationen  der  Statue  zu  Tvche  zu  eigen, 
die  den  r.  Arm  gesenkt  haben. 

Zu  No.  135 — 137:  J (in gl  in gs statue  in 
Sammlung  Monte verde.  Furtwftnglor,  M — W 
p.  737;  darnach  attisch  um  440,  Fortsetzung  der 
Schule  des  Kalami» 

Zu  No.  138  und  139:  J U ngl  ingskopf  in 
Sammlung  Monte  verde.  Furtwängler,  M — W 
pp.  738  f und  p 101;  darnach  ein  Eros  des 
Phidia»  Diesem  Typus  nahe  verwandt  ist  meinem 
Empfinden  nach  und  nach  Acusserlichkeiten,  wie 
der  Disposition  der  Haare  über  der  Stirn,  dem 
Conturo  des  Profils,  der  herrliche  Neapolitaner 
Bronzekopf  eines  Jünglings  Brunn-Bruckmann 
Taf.  323,  den  Furtwängler,  M— W p.  508,  mit 
Polyklet  iu  Verbindung  bringen  will,  während 
er  mir  ein  Werk  von  reinstem  attischen  Charakter 
scheint. 

Zu  No.  141:  Statue  dt«  Eros  in  Samm- 
lung Monteverde.  Furtwängler,  M — W p.  542 
Anm.  2-  Die  über  den  Stamm  gehängte  Chlamy« 
ist  der  des  Neapolitaner  Exemplares  sehr  ähnlich 
und  hat  den  Charakter  der  praxitelischen  Zeit 
(vgl.  z.  B-  die  von  Furtwängler  p.  573  auf  Pra- 
xiteles bezogne  Hermusstatue  der  Uffizien).  Furt 
wänglcr  (p.  541  f.)  spricht  indessen  die  StÜizc 
am  linken  Bein  dein  Originale  ab.  Wir  müssen 
dann  annelimen,  entweder  dass  die  «ine  der  beiden 
Kopieen  mit  Kenntnis  und  Benutzung  der  anderen 
oder  dass  beide  nach  einer  dritten  entsprechenden 


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Nachträge. 


20 

Wiederhol ii na;,  nicht  nach  dem  Originale,  ge- 
arbeitet worden  sind.  Die  Kopieenkritik  wird 
in  Zukunft  auch  derartige  Verhältnisse,  wie  Re- 
production  berühmter  Kunstwerke  nicht  nach 
den  Originalen,  sondern  nach  Wiederholungen, 
tu  berücksichtigen  und  zu  untersuchen  haben. 
Die  grössere  Zuverlässigkeit  werden  im  Allge- 
meinen natürlich  die  directen  Kopieen  der  Ori- 
ginale zu  beanspruchen  haben.  Ebenso  wie  z.  B. 
bei  römischen  Porträts  die  in  der  Hauptstadt 
selbst,  nach  dem  Leben  oder  jedenfalls  nach 
getreuen  Vorlagen  gefertigten  Exemplare  von 
grösserer  i ko  nographischer  Bedeutung  sind  als 
in  der  Provinz  gearbeitete  Werke,  die  in  den 
lindsten  Füllen  ihre  Vorlagen  nur  in  Münzen, 
geschnittenen  Steinen  o.  ii.  gehabt  haben  werden 
Zu  No.  14h:  Wiederholung  des  Kopfes 
der  Knidiorin.  Furtwftngler,  M — W p 551  u. 
Anm.  2. 


Zu  No.  119  ii.  150:  Wiederholung  des 
Kopfes  der  Sosik  lesamazone.  Furtwftngler, 
V W p.  2*6  ft*. 

Zu  No.  184:  Horakiestorso  in  Dresden. 
Furtwftngler,  M— W p.  429  u.  Anm  3. 

Zu  No.  1*6  und  187:  Apollonkopf  in 
römischem  Kunsthandel.  P.  Herrmann  ver- 
weist mich  bezüglich  der  Mischung  älterer  Stil- 
elemente mit  späteren  Zuthaten  auf  einen  Bronze- 
kopf des  Dionysos  in  Berlin  (Arch.  Anzeiger 
1890,  p.  91). 

Zu  No.  190  u.  191:  Diadumenoskopf  in 
r ö m lach em  K u n s t h a nd el.F urtwftngler, M— W 
p.  441,  No.  6.  Nicht  Replik  des  Diadumenos 
Farnese,  sondern  desjenigen  von  Vaison-Madrid. 
(Einen  Abguss  der  letzteren  Statue,  ohne  Arme, 
habe  ich  auf  dein  Speicher  der  Münchner  Kunst- 
akademie wiedergefunden;  derselbe  ist  jetzt  im 
obern  Corridore  der  Akademie  anfgestellt) 


Hiuikraaniitrhe  Huehdrnekerci,  München. 


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1 A huc,’  / 


YERLÄGSANSTÄLT  FÜR  KUNST  UND  WISSENSCHAFT  IN  MÖNCHEN 

VORM.  FRIEDRICH  BRUCKMANN. 


Photographische  Einzclaufnalinieii 

ANTIKER  SCULPTUREN 

nach  Auswahl  und  mit  Text 


Paul  Arndt  und  Walther  Amelung. 


Serie  II. 


Mit  Beitrügen  von  Heinrich  Bulle  und  Friedrich  Hauser. 


Prcl*  %!  Mark. 


M Ü N C H E N 1895. 

VERLA  GS  AN  ST  ALT  FÜR  KUNST  UND  WISSENSCHAFT 
VORMAIJS  FRIEDRICH  BRUCKJIANN. 


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JUL  13  1911 

<^LBRVg,S 

\jio t^w»  u£/U-  <C4 


Bezugsbedingungen : 

Diese  Pul)lication  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement 
noch  iu  einzelnen  Blättern,  sondern  ausschliesslich  direct  von  der  Verlausanstalt 
Bruck  mann  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes 
des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  Übernommen  hat, 
ohne  daraus  ein  eigentliches  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfasst  278  Nummern,  davon 

8 Blatt  im  Format  von  24 : 30  cm  zu  I Mark 
25  . , . „ 18 : 24  „ „ 80  Pfennigen 

245  „ „ „ , 13:18  ..  50 

Die  zweite,  vorliegende  Serie  enthält.  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu  50  Pfennigen. 

Fllr  die  Abonnenten  tritt  eine  Ennifssigung  von  20  °/o  ein,  sodass  jede,  voll- 
ständige Serie  120  Mark  kostet.  Das  Abonnement  verpflichtet  zur  Abnahme 
aller  Serien. 





lh*8  miH'whr  E»rv.'nirl:»r*l 


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Mit  dieser  Serie  tritt,  oiner  Aufforderung  des  bisherigen  alleinigen  Heraus- 
gebers folgend,  der  Zweite  der  Unterzeichneten  in  die  Leitung  dieses  Unternehmens 
mit  ein,  welches  von  nun  an  den  Namen  „Arndt-Amelungs  Einzel  verkauf“  fuhren 
soll.  Jeder  der  beiden  Herausgeber,  deren  Anschauungen  bei  vollkommener  Überein- 
stimmung über  das  Wesentliche  und  Grundlegende  im  Einzelnen  oft  stark  von  einander 
abweichen,  ist  für  den  von  ihm  bearbeiteten  Text  allein  verantwortlich.  Dass  eine 
gemeinsame  Aussprache  über  die  Mehrzahl  der  behandelten  Stücke  vorausgegangen 
ist,  ist  selbstverständlich.  Desgleichen  tragen  unsere  Herren  Mitarbeiter,  denen  wir 
für  ihre  bereitwillige  und  selbstlose  Unterstützung  unsern  besten  Dank  aussprechen, 
die.  alleinige  Verantwortlichkeit  für  ihre  Bemerkungen.  Die  Thütigkcit  der  Heraus- 
geber beschränkt  sich  in  dieser  Hinsicht  auf  Verbesserungen  redactioneller  Art. 

Den  Text  zu  den  Nummern  279 — 380,  424,  497,  498,  512,  513,  531,  539, 
540,  575,  576  hat  W.  Amelung,  zu  381 — 423,  425 — 495,  505 — 508,  510,  511,  514 
— 526,  545—551,  553—557,  559 — 566,  577,  578  sowie  zu  den  Nachträgen  P.  Arndt, 
zu  496,  499,  500,  502—504,  536,  558  II.  Bulle,  zu  501,  509,  527—530,  532—535, 
537,  538,  541 — 544,  552,  567 — 574  Fr.  Hauser  verfasst.  Die  Negative  der  Nummern 
279 — 343,  346 — 367,  372 — 380  sind  von  dem  Photographen  Jac<|uier,  Florenz,  Via 
Guicciardini,  angefertigt  worden,  der  Nummern  344,  345,  368 — 371,  505 — 508,  510, 
511,  514 — 526  von  V.  Alinuri  in  Florenz,  Via  Nazionale  8,  der  Nummern  403 — 405, 
413—416,  422,  423,  437—448,  457,  458,  468-479,  481 -484  von  D.  Anderson,  Rom, 
Via  Nomentana  28,  der  Nummern  406 — 412,  417 — 421,  424 — 436,  449 — 456,  459  bis 
467,  480  von  G.  Luchetti,  Rom,  Via  della  Fontanclla  Borghese  62,  der  Nummern 
501,  509,  527—530,  532—535,  537,  538,  541—544,  552,  567—574  von  Dr.  Fr.  Hauser, 
der  Nummern  496—500,  502 — 504,  512,  513,  531,  536,  539,  540,  558  von  Dr.  II.  Bulle, 
der  Nummern  381 — 402,  485 — 495,  545 — 551,  553 — 557,  559 — 566  von  Dr.  P.  Arndt, 
der  Nummern  575  und  576  von  einem  Madrider  Photographen,  der  Nummern  577 
und  578  vom  Petersburger  Photographen  Lcvitsky.  Die  Negative  der  Herren  Hauser 
und  Arndt  sind  der  Verlagsnnstalt  als  Geschenk  zugcstellt  worden  ; desgleichen  ver- 
dankt die  Verlagsanstalt  den  Herren  Bulle  und  Amelung  die  unentgeltliche  Zu- 
wendung mehrerer  Platten.  Eine  grössere  Reihe  von  Platten,  die  voraussichtlich  in 
der  nächsten  Serie  ihre  Veröffentlichung  finden  werden,  hat  wiederum  Herr  Prof. 
Dr.  Jan  Six  in  Amsterdam  unserm  Unternehmen  geschenkweise  abzutreten  die  grosse 
Liebenswürdigkeit  gehabt. 

Für  Erteilung  der  Erlaubnis  zur  Herstellung  der  Photogrnphieen  sowie  für 
diesbezügliche  Vermittlung  haben  wir  zu  danken  der  Verwaltung  der  Uffizien,  der 


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Prcfetturu  (Pal.  Riccardi)  und  dem  Com u ne  (Pal.  Vecchio)  von  Florenz,  S.  E.  dem 
Principe  Corsini  ebenda,  dem  Ilufmarschallaint  S.  Hoheit  des  Herzoge  von  Dessau  sowie 
Herrn  Geheimrnt  Hosaeus  in  Dessau,  den  Herren  Comrn.  A.  Castellani  und  Wolfgang 
llelbig  in  Rom,  Herrn  Comrn.  de  Petra  in  Neapel,  Herrn  Comm.  Salinas  in  Palermo, 
S.  E.  dem  Grafen  Scrgci  Stroganoff  in  Petersburg.  Die  Herren  Petersen,  Graeven, 
Dieterich  haben  uns  durch  Erteilung  wissenschaftlicher  Auskunft  verbunden. 

Zu  den  bisherigen  Abonnenten  sind  neu  hinzugetreten : 

In  Italien: 

Prof.  L.  A.  Milani  in  Florenz. 

Prof.  Dr.  Em.  Loewy  in  Rom. 

In  Österreich: 

Prof.  Dr.  W.  Gurlitt  in  Graz. 

so  dass  unser  Unternehmen,  nachdem  Dr.  Araelung  als  Redncteur  aus  der  Zahl  der 
Abonnenten  ausgeschieden  ist,  nunmehr  deren  30  zählt. 

Durch  Abnahme  einzelner  Blätter  haben  dieses  Mal  den  Einzelverkauf 
unterstützt: 


ln  Amerika:  Miss  A.  M.  Stetson. 

In  Braunschweig:  Frl.  Mathilde  Vier- 
thaler. 

Herr  Prof.  Dr.  Koch. 

In  Colmar:  Herr  Dr.  E.  Loewe. 

In  Kopenhagen:  Herr  Dr.  Blinkenberg. 


ln  Krakau:  Herr  Dr.  P.  von  Bicnkowski. 
In  München:  Herr  Prof.  Dr.  A.  Furt- 
wängler. 

Herr  Dr.  Georg  Hirth. 

Frl.  Hummel. 

Herr  Dr.  A.  Stauffer. 


Den  Wunsch,  der  uns  immer  wiederholt  wird,  nicht  blos  einzelne  Stücke  aus 
den  Museen,  sondern  ihren  Gcsammtinhalt  an  plastischem  Material  zu  veröffentlichen, 
sind  wir  so  lange  zu  erfüllen  ausser  Stande,  als  die  Abonncntcnznhl  unserer 
Puhlication  eine  so  geringe  bleibt.  Zur  Zeit  arbeitet  der  Einzclverkanf  noch  mit 
Deficit,  und  es  wäre  angemessner,  wenn  die  öfters  erklingenden  Klagerufe  über  die 
Kostspieligkeit  Bruckmannscher  Publieationen  sieh  in  den  Ausdruck  der  Dankbarkeit 
gegen  einen  Verleger  umwandeln  wollten,  der  trotz  materieller  nicht  unbeträchtlicher 
Einbnsse  ein  Unternehmen  seiner  wissenschaftlichen  Bedeutung  halber  in  Hoffnung  auf 
kommende  bessere  Zeiten  weiterführt.  (Dies  gilt  für  den  Einzclverkauf  nicht  minder 
wie  für  das  Porträtwerk.)  Die  beiden  Herausgeber  des  Einzelverkaufs  leiten  den- 
selben ohne  Entschädigung,  zum  Teil  mit  grossen  persönlichen  Unkosten.  So  lange 
diese  Verhältnisse  andauern,  ist  es  nicht  zu  verlangen,  dass  die  Herausgeber  mit 
Hintansetzung  aller  eignen  Interessen  Zeit  und  Geld  ausschliesslich  der  completcn  Auf- 
nahme der  Museen  widmen  sollen.  Sobald  der  Einzclverkauf  mehr  Teilnehmer  gefunden 
haben  wird,  so  dass  eine  Honorierung  der  Autoren  möglich  sein  wird,  sind  wir  gern 
bereit,  uns  ganz  in  den  Dienst  des  Corpus  Statuarum  zu  stellen.  — Der  bedauerliche 
Geldmangel  bat  es  auch  unmöglich  gemacht,  wie  es  beabsichtigt  war,  diesem  Texte 
die  Erläuterung  der  von  Herrn  Lagrelius  in  den  Handel  gebrachten  Aufnahmen  der 
Stockholmer  Antiken  sowie  einen  vollständigen  Katalog  der  Alinarischcn  Aufnahmen 


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antiker  Sculpturen  beizufUgen.  Beide  Verzeichnisse  werden  voraussichtlich  im  Anzeiger 
zum  archacol.  Jahrhuche  des  Instituts  veröffentlicht  werden. 

Von  neuerlichen  Besprechungen  des  bisher  Erschienenen  ist  uns  nur  Th. 
Schreibers  Keconsion  im  litterar.  Centralblntt  vom  13.  Oktober  18!>4  zu  Hunden 
gekommen. 

Der  Text  ist  — fast  wider  tuwem  Willen  — im  Vergleich  mit  den  früheren 
Heften  ausserordentlich  umfangreich  geworden:  es  erschien  uns  als  Pflicht,  gegenüber 
den  zahlreichen  Fragen,  die  ein  zum  grössten  Teile  neues  und  unverarbeitetes  Material 
anregt,  bestimmte  Stellung  zu  nehmen. 

München  und  Rom,  am  1.  April  1895. 


Paul  Arndt. 
Walther  Amelung. 


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Florenz,  Giardino  Boboli. 

279.  D.  72.  8 1 a t u c d e r D ein  e t e r.  Was 
D.  für  einen  Messpunkt  an  der  r.  Seite  ausgiebt, 
ist  vielmehr  der  Ansatz  des  entsprechenden  Mantel- 
zipfcls,  welcher  liier  ursprünglich  ebenso  tief,  wie 
auf  der  Seite  deä  Standbeins,  herabfiel.  Die  Figur 
ist  nicht,  wie  D.  tmd  Overbeck,  Kmistmytho- 
l*»gie  III,  p.  461,  6 angeben, eine  Wiederholung  des 
capitolinischon  Demeter-Typus  (Helbig,  Führer  I,  | 
No.  Ä03;  über  die  richtige  Bezeichnung  dieser  j 
Typen  als  Demeter  vgl.  Bloch,  Roschers  inythol.  \ 
Lex.  Sp  1352  ff).  Sie  hat  dieselbe  Stellung,  Kopf- 
haltung, dieselbe  Kleidung,  aber  an  dieser  Kleidung 
ist  alles  Einzelne  verschieden,  und  zwar  wird 
man  leicht  unsre  Figur  a's  die  ältere,  einfachere, 
die  capitolinische  als  die  jüngere,  reichere  er- 
kennen. Leider  ist  die  Arbeit  des  hiesigen  Excra-  ! 
plarcs  schlecht  und  die  Erhaltung  nicht  besser. 
Die  Brust  ist  unproportioniert,  der  Kopf  hinten 
vernachlässigt  und  ganz  zersprangen.  Dennoch 
zeigen  Gesicht  und  Haare  fn.>t  die  gleichen  Züge 
wie  bei  dem  römischen  Typus  und  es  kann  nicht 
zweifelhaft  sein,  dass  beide  Figuren  demselben 
Künstler  angeboren.  Für  ilie  Gewandung  ver- 
gleiche man  dagegen  die  ausserordentlich  viel 
bessere  Wieder h o I u n g unserer  Figur  in  de m 
Berliner  Museum  ( Besch r.  No.  178),  an  der 
aber  der  Kopf  ergänzt  ist  (In  der  gen.  Be- 
schreib. ist  auch  diese  Statue  als  Replik  des 
capitoliniscben  Typus  angeführt;  ebenso  bei  Over- 
beck). 

Man  hat  bisher  (so  noch  Bloch  a.  a.  0.) 
angenommen,  dass  die  capitolinische  Demeter 
auf  dem  berühmten  eleusitiischen  Keliet  benutzt 
sei,  ebenso  wie  die  Kore  Albani.  Das  ist  aber 
factisch  ii n möglich.  Das  Relief  wird  überein- 
stimmend und  mit  Recht  in  die  Jahre  kurz  vor 
Vollendung  des  Parthenon,  vor  438,  verlegt.  Die 


Gewandmotivo  der  Itetreffenden  Statue  dagegen 
sind  vor  der  Zeit  des  Erechtheions,  d.  h.  der  Voll- 
endung der  Korcnhallc,  also  vor  413  nicht  dank- 
bar, ja  vieles  erinnert  schon  lebhaft  an  die  Eirene 
des  Kephisodot  (deren  späte,  dem  Stil  der  Statue 
widersprechende  Datierung  auf  370  mail  doch 
endlich  aiifgeben  sollte).  Sehr  wohl  denkbar 
wäre  es  indessen,  dass  das  unserer  Figur  zu  Grunde 
liegende  Original  dem  Künstler  des  Reliefs  als 
Vorbild  gedient  habe.  Der  Stil  der  Statue  ent- 
spricht durchaus  demjenigen  der  Giebdfiguron 
des  Parthenon;  man  vergleiche  den  Oberkörper 
z.  B.  mit  dem  der  im  langen  Gewände  vorwärts 
Eilenden  des  Ostgiebels.  Peterscti  hat  in  den 
Antiken  Denkmälern  I T.  53  den  Kopf  der  rapi- 
tolintseheu  Deineter  mit  dem  der  sog.  Venus 
Genetrix  zusammengestellt  und  beide  für  Werke 
eine«  Meisters  erklärt;  die  Zusammenstellung  wirkt 
vollkommen  überzeugend.  Als  Künstler  der  Venus 
Genetrix  hatte  Furtwänglcr  schon  früher  (Roscher, 
mythol.  Lex.  Sp.  412)  den  ebenbürtigen  Schüler 
des  Phidias,  Alkainenes,  genannt.  Hiergegen  hat 
Reisch  im  E ratlos  Vindoboncnris  p.  1 ff.  opponiert, 
indem  er  nachwies,  dass  sieh  einige  der  berühin- 
j testen  Werke  des  Alkamonos  zeitlich  fixieren 
I lassen  u.  zw.  in  die  Zeit  um  420:  Hephäst«»» 
j und  Athena  vor  421/20;  Dionysos  420-  413.  In 
| dieselbe  Zeit  wird  auch  die  Hekate  gehören, 
welche  wahrscheinlich  ziemlich  gleichzeitig  mit 
dem  Bau  de«  Nike-Tcmpels  (ca.  42  *.  Vgl.  Furt w. 
Meisterw.  p 207 — 211)  oder  höchstens  später  auf- 
gestellt  wurde,  und  endlich  der  Asklepi«»s  von 
Mantinea,  dessen  Errichtung  man  vor  418  wird 
, ansetzen  müssen,  d.  h.  ehe  Mantinea  nach  der 
! unglücklichen  Schlacht  vor  seinen  Mauern  von 
Sparta  abhängig  wurde.  Alkameues  wird  420 
etwa  nach  Mantinea  gegangen  sein,  als  durch 
Alkibiades  das  Bündnis  zwischen  Athen,  Argot, 
Eli»  und  Mantinea  zu  Stande  kam.  Es  würde 


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ft  Florenz. 


also  der  Asklepios  zwischen  Hephäst  und  Athenn 
einerseits  und  Dionysos  andrerseits  snzusetzen 
sein.  Nun  ist  mit  diesen  Werken  aber  noch  nieht 
die  Zahl  derer  erschöpft,  die  uns  als  von  AI- 
kanienes  herriihrend  überliefert  sind,  und  wir 
dürfen  annebmen,  dass  diese  wiederum  nur  einen 
kleinen  Teil  der  einstmals  wirklich  existierenden 
Werke  des  Meisters  ausmachen.  Wir  haben  des- 
halb auch  gar  keinen  Grund,  die  Zeit  desselben 
auf  diese  wenigen  Jahre  zu  beschränken ; werden 
wir  ja  durch  die  Nachricht  von  dem  Weihgeschenk 
lies  Thrasybulos  und  der  Keinen  weit  über  jene 
Zeit  hinausgeführt  bis  an  das  Ende  des  Jahr- 
hunderts. Ebenso  also  dürfen  wir  annehmen,  dass 
der  Künstler  auch  lange  vor  jener  Zeit  schon 
thätig  war,  und,  da  uns  nichts  hindert,  das  letzt- 
erwähnte Weihgeschenk  in  das  höchste  Greiscn- 
alter  des  Alkamencs  zu  rücken,  so  können  wir 
seine  Geburt  schon  zwischen  470  und  460  an- 
nrhmen  und  demnach  bald  nach  460  den  Beginn 
seiner  Thiitigkeit  vermuten. 

Es  ist  aber  augenscheinlich  ke'n  Zufall,  dass 
wir  gerade  aus  jener  Zeit  um  420  soviel  sichere 
Daten  besitzen.  Die  Jahre  426— 4l.‘S  sind  für 
Athen  die  glänzendsten  im  Verlauf  des  ganzen 
peloponncsiaehcn  Kriege«;  hier  herrschte  sogar 
ein  zeitweiliger,  wenn  auch  nicht  ganz  ungestörter 
Frieden.  Vorher,  vom  Beginn  des  Krieges  bis 
425  und  nachher  bis  zum  Ende  desselben  waren 
alle  Verhältnisse  so  trübe  — ausgenommen  den 
kurzen,  bald  wieder  verlöschenden  Glanz  der 
Siege  des  Alkibiades  von  411—407  — , dass  für 
grössere  künstlerische  Unternehmungen  weder 
Sinn  noch  Geld  vorhanden  war.  Vor  dem  Kriege 
aber  wird  Alkamencs,  als  Schüler  des  l’hidias, 
wesentlich  an  dessen'  grossen  Unternehmungen 
beteiligt  geweseu  sein.  Wahrscheinlich  war  er 
doch  auch  nach  Vollendung  des  Parthenon  ndt 
seinem  Meister  nach  Olympia  gegangen,  und  es 
wird  sich  auch  dort  das  eine  oder  andere  Bild 
von  seiner  Hand  gefunden  haben  — vielleicht 
sein  „enkrinomenos*  — , sodass  sich  hierdurch  die 
Entstehung  der  Legende  von  seiner  Arbeit  an 
den  Giebeln  des  Zeustempels  erklären  dürfte. 
Längere  Zeit  vorher  aber  könnte  Alkamencs  schon 
die  berühmte  Aphrodite  in  den  Gärten  anfgestcllt 
haben,  wenn  uns  dieselbe  wirklich  in  der  Venus 
Oenetrix  erhalten  Ist.  Denn  von  dlcspr  hat  Winter 
(50.  Berliner  Winckclmannsprogr.  p.  118)  mit 
vollem  Hecht  behauptet,  dass  sie  wegen  der  eigen- 
artigen Stilisierung  des  Gewandes  beträchtlich 
Her  sein  müsse,  als  die  Figuren  des  Parthenon. 
Unverträglich  scheinen  mir  demnach  die  Ansichten 


Furtwängler's  und  Heisch 's  nicht.  Die  des  ersteren 
bedürfen  allerdings  immer  noch  eines  sicheren 
Beweises. 

280.  D.80.  Hcraalatue.  Die  Ergänzungen 
bei  D.  richtig  angegeben.  Der  Kopf  ut  antik, 
aber  nicht  zugehörig. 

Die  Figur  scheint  auf  den  ersten  Blick  eine 
Replik  der  bekannten  Hera  von  Ephesos  in  Wien 
(Koscher,  mytliol.  Lex.  Sp.  2114)*),  ist  aber  in 
der  That  durch  geringe  Abweichungen  verschieden, 
Abweichungen,  welche  dieselbe  als  eine  wenig 
spätere  Weiterbildung  des  Typus  erscheinen  lassen; 
und  zwar  leiten  diese  Verschiedenheiten  — man 
; beachte  besonders  die  Partie  vor  dem  linken 
j Bein  — über  zu  einer  abermals  etwas  jüngeren 
Fortbildung,  jener  llcrastatuc,  die  sich  früher  in 
' Villa  Borghese  befand  und  jetzt  in  der  Sammlung 
des  Herrn  Jacobsen  zu  Kopenhagen  steht.  Furt- 
. wängler  bat  in  seinen  Meisterwerken  p.  742  mit 
Hecht  die  Verwandschaft  des  Kopfes,  den  diese 
Statue  ungebrochen  trägt,  mit  denen  der  Venus 
Gcnctrix  etc.  hervorgehobrn ; falsch  aber  ist,  was 
er  ebenda  und  vorher  p.  177  behauptet,  dass  die 
barberiniseho  Hera  in  der  Rotunde  des  Vaticana 
eine  Kopie  desselben  Originales  sei.  Die  Köpfe 
und  die  Statuen  sind  verschieden.  Die  bar- 
berinische  Hera  ist  vielmehr  alwrtnals  eine  Weiter- 
bildung. Man  vergleiche  die  obere  Abschluss- 
linie des  Chiton  auf  der  Brust,  die  verschiedene 
Lage  des  Himation  auf  der  linken  Achsel,  den 
verschiedenen  Verlauf  der  feinen  Fältchen  de* 
Chiton,  die  verschiedenen  Faltenzüge  in  dem 
horizontalen  Wulst  des  Himation  und  dem  lierali- 
liiingcndcn  dreieckigen  Zipfel.  Und  zwar  ist  all 
dies  bei  der  barberinisehen  Hera  reicher  und 
mannigfaltiger.**) 

Stellt  man  nun  die  vier  verschiedenen  Ab- 
wandelungen: Hera  von  Ephesos,  Hera  Boboli, 
Hera  Borghese  und  barberinisehe  Hera  neben- 
einander, so  erhält  man  eine  continuicrlichc  Ent- 
wickelnngs-Rcihc,  ein  sprechendes  Beispiel  dafür, 
wie  in  der  griechischen  Kunst  ein  einmal  beliebt 
gewordenes  Motiv  in  langsamer  Weiterbildung 
bewahrt  wurde.  Der  Kopf  der  Hera  Borghese 
scheint  zwischen  dem  Kopf  der  Venus  einerseits 
und  dem  der  capitoiiuischen  Demeter  und  dem 
in  diese  Reihe  gehörenden  Berliner  Kopf  anderer- 
seits zu  stehen.  Die  Hera  von  Ephesos  wird, 

*J  Kueh  ihrer  Wiederholung  in  Neapel  Ut  auch  der  obere 
Teil  des  Oberkörpers  ergänzt  worden. 

••)  Die  übrigen  mir  bekannten  Wiederholungen  (Bmecio 
nuovo  und  Tbertnenmuseum)  geben  die  Ilera  Borghese 
[ wieder. 


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Florenz. 


dem  Gewand»  nacli  zu  urteilen,  etwa  in  die  Zeit 
der  Vollendung  de«  Parthenon  gehören,  und  an 
sie  miis-en  sieh  die  übrigen  Glieder  der  Kette  in 
schneller  Reihenfolge  angeachlosscn  haben.  Alle 
gehören  jedenfalls  den  Scliülerkreisen  des  Phi- 
dias  an. 

281  und  282.  I).  80.  Kopf  der  Statue 
280.  Der  Kopf  ist  eine  vollkommen  nn  v erscli  rt 
erhaltene  Keplik  des  Kopfes,  wclehcr  im  capito- 
liniselieu  Museum  auf  der  pergamenisehen  sog. 
Persephone  im  Saal  des  sterbenden  Fechters  auf- 
sitzt (Helbig,  Führer  I,  528  n.  K-V  no.  470—71). 
Allerdings  steht  er  jenem  an  Gilt»  der  Arbeit  nach. 
Augensterne  und  Pupillen  sind  eingegraben  (wohl 
modern);  der  Blick  ist  nach  rechts  oben  gerichtet. 

Furtwängler  hat  in  den  Meisterwerken  p.  644 
den  gewiss  berechtigten  Zweifel  ausgcsprocheu, 
ob  der  Kopf  zu  der  Statue  im  capitolinischcn 
Museum  zugehöre.  Kr  stellt  denselben  in  eine 
Keilte  mit  den  Verwandten  der  Venus  von  Capna, 
welche  er  alle  dem  Skopas  zuschreibt.  Wenn 
wir  imles  berechtigt  sind,  aus  tlen  Köpfen  von 
Tegea  den  Stil  des  Skopas  zu  erkennen,  so  halten 
die  Köpfe,  welche  Furtwängler  dort  mit  Hecht 
zusainmenordnet,  gewiss  nichts  mit  diesem  Meister 
zu  thut),  ebensowenig  wie  der  vorliegende  Kopf. 
Die  Motive  der  zugehörigen  .Statuen  (Venus  v. 
Capna,  Bogcnspanncudcr  Eros,  Hypnos  ete.)  ge- 
hören alle  in  die  zweite  Hälfte  des  vierten  Jahr- 
hunderts, während  die  Hauptblüte  des  Skopas  in 
die  erste  Hälfte  gehört.  Vergl.  übrigens  meine  Aus- 
führungen zu  No.  292.  Der  Kopf  wird  von  Fiirt- 
wängler,  Meistcrw.  p.  643  Oilsehlicli  für  eine  Kopie 
der  praxitelischen  Aphrodite  in  l’etworth  erklärt. 

283  und  284.  D.  89.  Statue  der  sitzen- 
den Aphrodite  mit  Eros.  Erg.  an  der  Aphro- 
dite: ein  Stilek  am  Hals,  r.  Arm,  beide  Brüste, 
1.  Arm  bis  auf  die  Hand,  au  dieser  ein  Teil  des 
Mittelfingers,  der  untere  Teil  des  Uber  den  Unter- 
arm hängenden  Felles,  gr.  Zehen  am  I.  Fass  und 
Kleinigkeiten;  der  r.  Fuss  ndt  einem  Stück  des 
Gewandes  war  gebrochen.  Der  Kopf,  an  dem 
die  Nasenspitze  ergänzt  ist,  ist  antik,  aber  nicht 
zugehörig.  Erg.  an  dem  Eros  der  r.  Arm,  die  1. 
Hand,  beide  Beine;  der  Oberkörper  und  der  I. 
Arm  waren  gobroebon.  Diitschke  hat  übersehen, 
dass  die  Göttin  als  Unterlage  für  das  Kind  eine 
Nehris  benutzt,  deren  Kopfende  über  den  linken 
Unterarm  geworfen  ist;  ein  deutlich  erkennbarer 
Fuss  hängt  neben  dem  Gcwaudzipfel  zwischen 
den  Beinen  herab.  Ich  dachte  daher  zunächst 
daran,  es  möchte  eine  Thyiadc  mit  dem  Dionysos- 
kind gemeint  und  das  Oberteil  das  Eros  modern 


sein.  Das  letztere  zeigt  jedoch  ganz  dieselbe 
Arbeit  mid  Erhaltung  wie  das  übrige,  ist  auch 
durch  Bruch,  nicht  durch  Schnitt  von  dem  Unter- 
teil getrennt.  — Die  Arbeit  ist  recht  gnt ; der  Fels 
ist  auf  der  linken  Seite  (No.  283)  roher  als  an  der 
rechten.  Vielleicht  war  derselbe  liier  durch  eine 
stehende  Figur  verdeckt,  denn  die  Hanptansicht  der 
Gruppe  ist  von  dieser  Seite.  Die  Bewegung  des  Eros 
entspricht  vollkommen  der  de»  Dionysos-Kindes 
an  dein  praxitelischen  Hermes,  an  das  auch  die 
Behandlung  der  Formen  erinnert  Das  Original 
der  Gruppe  wird  also  etwa  in  derselben  Zeit, 
wie  jenes  Werk  des  Praxiteles,  entstanden  sein. 
Der  Kopf  der  Aphrodite  entspricht  dem  Ideal  des 
j ausgehenden  vierten  Jahrhunderts. 

Über  eine  Wiederholung  der  Gruppe  im  Pal. 
Dante  zu  Kom  vgl.  Matz-Dubn  no.  354. 

285.  Statue  des  Asklepios.  Nicht  bei 
DUtschkc  verzeichnet.  Befindet  sich  unten  links 
am  Ende  des  grossen  Cypressenganges.  II.  ca. 
1,80.  Erg.  Kopf  mit  Ilals,  r.  Arm,  I.  Unterarm 
und  Hand,  der  Schlangenstab  bis  auf  das  oberste 
j Ende  unter  der  Achsel  und  die  ganze  untere 
Partie  unterhalb  der  Ktiicc  mit  Basis  bis  auf  ein 
Stück  am  linken  Schienbein  und  ein  Stück  des 
Hiniation  vor  dem  rechten  Schienbein,  die  beide 
gebrochen  waren.  — Die  Ergänzung  des  rechten 
Annes  ist  richtig,  da  sich  noch  die  antiken  Ansatz- 
spuren  der  Hand  finden.  Die  Haltung  der  linken 
I Hand  wird  ungefähr  richtig  »ein ; vielleicht  be- 
schäftigte sic  sich  mit  dem  Haupt  der  einpor- 
steigenden  Schlange.  Das  Uimation  muss  kürzer 
gewesen  sein.  DieStellung  der  Küsse  ist  gegeben. 

Die  Statue  repräsentiert  den  vierten  Asklepios- 
typns  in  Florenz  tind  steht  den  drei  anderen  au 
Interesse  nicht  nach.*)  Eine  Wiederholung  ist 
i augenscheinlich  eine  in  Villa  Doria-Pamfili  zu 
, Kom  befindliche  Figur  (Clarar  551,  1160  C),  auf 
die  mich  Arndt  aufmerksam  macht.  Nach  Matz- 
Dulm  (55)  wäre  hei  ihr  der  Kopf  alt  und  sässe 
ungebrochen  auf.  Es  war  mir  nicht  möglich,  die 
Richtigkeit  dieser  Angabe  nuchzuprüfcn.  Eine 
andere  Wiederholung  s.  unten  No.  553. 

Ein  weiteres  Interesse  verdient  dieser  Typus 
deshalb,  weil  er  auf  drei  Deckeln  von  Arznei- 
kästchen benutzt  ist;  am  deutlichsten  in  Neapel, 

I abgebildet  „Antichitä  d'Ercolano,  Tomo  quinto 
I p.  271“,  liespr.  ebenda  p.  264  f.  (gefunden  in 


•)  Die  «Ire!  anderen : D.  III,  197  nnd  198  und  II,  19. 
MH  der  Datierung  diese»  letzteren  (Hui.  Pilti)  ln  No.  219 
bla  221  dca  E.-V.  durch  Arndt  kann  ich  mich  nicht  ein* 
| verstanden  erklären,  halte  dagegen  wn  meiner  eigenen,  in 
i den  Flor.  Ant.  gegebenen  fe*L. 


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10 


Floren?.. 


Portki).  Hier  steht  Asklepios  neben  Hypieia  auf 
einer  Basis,  also  ist  eine  Cultgrnppc  gemeint.  Flüch- 
tiger, aber  doch  sofort  tu  erkennen,  auf  zwei 
weiteren  hu  Berliner  Museum,  abgeb.  „Jahrbücher 
de«  Vereins  von  Alterthumsfr.  i.  Itheinl.“  XIII, 
T.  I.  (aus  Neapel)  u.  T.  11.  (vom  Niederrhein',  bespr. 
ebenda  p.  33  flf.  von  Urlichs.  Auf  beiden  steht  der 
Gott  allein  auf  einer  Basis  *)  Kunstgeseliichtlieh 
repräsentiert  unser  Typus  die  bezeichnende  Weiter- 
bildung einer  Asklcpiosdarstellung  aus  dem  fünf- 
ten Jahrhundert,  welche  in  einer  guten  Kopie 
im  berliner  Museum  erhalten  ist  (Beschr.  No.  68). 
Diese  dürfte,  besonders  nach  dem  Kopf  zu 
urteilen,  welcher  mit  dem  Dresdener  „Zeus“  (Arch. 
Anz.  1892  p.  1.  f.)  nahe  verwandt  ist,  etwa  um 
das  Jahr  440  entstanden  sein.  Unsere  Figur  da- 
gegen zeigt  in  der  reichen,  lebendigen  Bildung 
der  Falten,  wie  in  der  weicheren  Haltung  des 
Körpers  den  verfeinerten  Geschmack  des  vierten 
Jahrhunderts.  In  dieselbe  Zeit  führt  auch  die 
beste  statuarische,  wohl  noch  etwas  ältere  Parallele, 
der  sogen.  Lykurgo»  in  der  Sala  dcllc  Muse  de« 
Vatican  (Helbig,  Führer  1,  280).**) 

286—289  sind  nicht  bei  Dütsehke  verzeichnet ; 
sic  befinden  »ich  auf  den  hoben  Geländerpfcilem 
vor  den  grossen  Gewächshäusern  in  der  Näbo  des 
Ausgang*  nach  Via  Humana.  Gerechnet  sind  sie 
von  rechts  nach  links. 

286.  Tyche.  Lcbcnsgross.  Krg.  Kopf  und 
Hals,  r.  Arm,  Teil  der  I.  Hand  mit  unterem  Ende  de« 
Füllhorns,  oberes  Ende  desselben.  Das  mittlere 
•Stück  de«  llorncs  ist  erhalten  und  damit  die  Deutung 
gegeben.  Die  Ergänzung  der  Arme  etc.  ist  richtig. 

Die  Figur  ist  eine  bessere  Wiederholung  von 
No.  350,  nur  dass  da»  Attribut  der  Unken  dort 
eine  Palme  ist.  Alles  Weitere  siehe  dort. 


i 


')  Muh  vprfflelrltu  ein  ähnliches  Arineikästrhen  am 
EllViiUln,  auf  «la»  mich  (J  raven  hingew iosen  bat,  in  den- 
selben Jahrbüchern  Lll  p.  127  f.  T.  1 «n«l  Westwood, 
Ficlilc  Jroric*  in  ehe  Kuuth  Kcn»lngU>n  Mumdiuii  Nu.  17 
(au*  Hilten).  Anf  dem  Deckel  Atkleplo*  und  llygichi  nach  , 
anderen  Vorlagen.  Endlich  ein  drittel»  Kästchen  a.  a.  O.  . 
LXXI  p.  117  f.,  in  dem  sich  eiuc  streute  gebildet«?  Asklepios- 
herine  uns  Elfenhein  als  Futteral  für  eine  lanueite  ge- 
funden hat. 

••)  Der  Kopf  dieser  Figur  kehrt  in  Florenz  zweimal  In 
beaucren  Exemplaren  wieder:  1.  l’ffixien,  Saal  der  In-  . 
schritten  D.  :i:m  (durch  eine  gratiMAm  ergänzte  Käse  tu 
einem  Sokrates  verfälscht)  und  2.  Pal.  Biccardi  D.  IM.  I 
Hei  Isolden  sind  die  Augen  klein  und  iinregeluiusaig,  wie 
bei  den  meisten  guten  Porträt*.  Nicht*  dagegeu  lässt  auf 
eine  gewaltsame  Bose  lind  igung  de»  einen  Auges  »chlicssen, 
wie  es  bei  der  Deutung  auf  Lyknrgn«  vorausgesetzt  wurde. 
Bei  beiden  ist  Übrigens  diu  Behänd lung  der  Haare  und 
des  Bartes  einfacher,  dem  Ktil  der  Statue  entsprechender 
als  an  dem  römischen  Exemplar.  Vgl.  Brunn-Arndt,  Porträt* 
werk,  Tatf.  IW-  170. 


287.  Tycbe.  Lebcnsgrosa.  Erp.  r.  Arm, 
Finger  der  I.  Hand,  r.  Fm.  Abgobr.  die  Nasen- 
spitze. Das  Füllhorn  ist  alt  und  zugehörig;  da- 
mit ist  die  Deutung  bestimmt.  Auf  dem  Haupte 
ein  eigenartig  geformtes  Diadem;  vgl.  No.  358. 
Der  leichte  Chiton  ist  einfach  gegürtet. 

Die  Figur  ist  eine  gute  Kopie  nach  einem 
Werk  desselben  Meistern,  der  die  bekannte  Aphro- 
dite mit  dem  Sehwerte  von  Epidauros  geschaffen 
hat  (Brunn- Bruckmann,  Denkm.  T.  14).  Man 
vergleiche  den  eigenartig  charakteristischen  Fall 
des  Chiton  an  den  Unterschenkeln  und  die  Falteu- 
gebung  an  dem  Iliination.  Leider  ist  der  Kopf 
auf  der  Photographie  nicht  deutlich;  die  Auf- 
nahme war  mit  grossen  Schwierigkeiten  ver- 
bunden, und  zudem  ist  der  Kopf  besonders  ge- 
schwärzt durch  den  Einfluss  der  Witterung  So 
muss  ich  hier  besonders  auf  das  Studium  des 
Marmors  selbst  verweisen.  Man  wird  dann  er- 
kennen, dass  auch  die  Haartracht  und  die  Be- 
handlung der  Haare  an  beiden  .Statuen  ttberein- 
Btininit. 

Die  Figur  verdiente  trotz  aller  .Schwierig- 
keiten und  Kosten  gegossen  zu  werden. 

288.  Muse.  Lebensgross.  Erg.  Kopf  mit 
Hals,  r.  An»  vom  Ärmel  an,  1.  Hand  mit  Gewand, 
Stück  der  Lyra  und  de«  Felsens,  Knie  und  Kleinig- 
keiten. 

Die  Figur  existiert  in  zwei  weiteren  statuari- 
schen Wiederholungen:  Vanvitelli,  marmi  »colpiti 
del  miisco  archeologico  della  Marcinna  di  Venezia 
T.  XXXII  (Dütsehke  V No.  280)  und  Clarac  554, 
1180 (Cavaeeppi  T.  3 No.  6);  ferner  als  Terracoltc 
aus  Myrina  (S.  Ueinach,  Observation*  sur  l’apo- 
theose  d’IIonuvre,  Gazette  archeol.  XII  p.  183  ff. 
und  Pottier  et  Heinaeh,  La  n£cropolo  de  Myrina 
ph  34).  Heinaeh  hat  bei  Besprechung  der  Terra- 
cottc  schon  darauf  hingewiesen,  dass  dieselbe 
Figur  auf  dem  Relief  des  Archelaos  von  Prienc 
rechts  neben  Apollon  verkommt.  Entgangen  ist 
ihm  noch,  dass  eben  diese  Fignr  auf  der  Musen- 
basis von  Halikarnass  wiederholt  ist  (Trendclcn- 
btirg,  W inckelmannsprogramin  v.  Berlin  1876). 
Während  nun  die  beiden  Reliefdarstclluugen  für 
die  Restauration  des  rechten  Armes  von  Wert 
sind  — der  Unterarm  w ar  seitwärts  erhoben  und 
hielt  eine  »Srhriftrolle  — , ist  unser  Exemplar  be- 
sonders wichtig  für  die  Restauration  der  linken 
»Seite;  denn  hier  ist  ein  Teil  der  grossen  Lcycr 
erhalten,  auf  die  sieh  die  Linke  stützt,  ähnlich 
wie  bet  einer  andern  Figur  der  Muscnbasis  von 
Halikarnass.  Da  nun  fast  alle  Typen  der  beiden 
Relief»  unter  einander  übereinstimmen,  ferner  sich 


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Floren*. 


11 


in  römischen  Kopien  statuarisch  nachweisen  lassen, 
da  dieselben  endlich  anf  römischen  Sarkophagen 
häufig  sind,  so  ist  cs  ausser  Zweifel,  dass  wir 
hier  das  Glied  einer  berühmten  Musengnippc  vor 
uns  halten,  welche  in  Koni  und  vordem  bis  *um 
Anfang  des  letzten  vorchristlichen  Jahrhunderts 
etwa  in  Klein-Asien  nachweislich  bekannt  und 
beliebt  war.  Dies  scheint  mit  Bestimmtheit  auf 
die  Mnscngrnppc  des  Philiskos  von  Rhodos  zu 
führen.  Alle  weiteren  Ausführungen  hierüber 
behält  sich  der  Verfasser  für  cino  besondere 
Arbeit  vor. 

289.  Weibliche  Figur.  I.ebensgross. 
Erg.  beide  Unterarme  mit  Attributen,  Kleinig- 
keiten. Der  Kopf  wohl  autik,  aber  nicht  zuge- 
hörig. 

Die  Figur  scheint  nicht  durch  Znfall  neben 
No.  288  geraten  *n  sein,  denn  sie  stimmt  im  Stil 
vollkommen  mit  ihr  überein.  Wahrscheinlich 
haben  wir  hier  ein  weiteres  Glied  jener  Musen- 
gruppe zu  erkennen.  Wiederholungen  sind  mir 
nicht  bekannt. 

290  und  291  sind  nicht  bei  Diltschke  ver- 
zeichnet; sie  befinden  sich  nahe  bei  dem  obersten 
Ausgang  des  Gartens. 

290.  Wiederholung  der  sogen.  Klio  in 
der  Kala  delle  Mnse  (Helbig,  Führer  I,  274).  Erg. 
Hals,  I.  Brust,  beide  Arme  mit  Attribut  und 
Kleinigkeiten.  Der  sehr  zerstörte  Kopf  antik, 
aber  nicht  zugehörig. 

Die  Figur  verdient  ein  selbständiges  Inter- 
esse nur  wegen  eines  merkwürdigen  Bestes  an 
ihrer  linken  Hüfte,  den  man  auf  der  Photographie 
erkennen  kann.  Es  scheint  der  Best  eines 
Musikinstrumentes  zu  sein.  Vielleicht  war  diese 
Figur  mit  ihrem  Gegenüber  zu  Einzclverwendung 
bestimmt  und  hielt  ein  Instrument  statt  der  bei  dem 
vaticanischcn  Exemplar  zum  Teil  erhaltenen  Rolle. 

291.  Wiederholung  der  sogen  Kalli- 
ope in  der  Kala  delle  Muse  (Helbig,  Führer  I 
No.  273).  Erg.  Kopf  mit  Hals,  beide  Arme  und 
Teile  des  Gewandes.  Schlecht  und  zerstört. 

Poggio  Imperiale. 

292.  D.  90.  Statue  des  Apollon,  Die 
Ergänznngen  bei  D.  richtig  angegeben.  Antik 
auch  der  mit  der  I.  Hand  zusammenhängende 
obere  Steg  der  Lyra. 

Der  Typns  ist  bei  Overbeck,  Kunstmy Biologie 
des  Apollon,  p.  189  ff.  behandelt,  und  im  Atlas  T. 
XXI,  34  ist  die  bestgearbeitete  und  besterhaltene 
Wiederholung,  welche  aus  Kyrcnc  in  das  brittisehe 
Museum  gekommen  ist,  abgebildet.  Die  Erfindung 


ist  eine  der  allersehönsten ; der  Contrast  des 
reichfaltigen,  um  den  Unterkörper  geschlungenen 
liimation  mit  dem  nackt  em|Mirsteigeuden  Ober- 
körper wirkt  prachtvoll.  Furtwängler  hat  in 
Rosehcr’s  mytliol.  Lexikon  Sp.  462  richtig  erkannt, 
das«  dieser  Typus  eine  reichere,  prächtigere 
Entwickelung  des  praxitelischen  Apollon  Lykeios 
ist.  Willkürlich  alicr  ist  »eine  Behauptung  eben- 
dort, das«  diese  Entwickelung  oder  vielmehr  nur 
Variicrung  durch  Zufügen  des  Mauteis  erst  in 
römischer  Zeit  »tattgefunden  lialie  Denn  cs  findet 
sich  derselbe  Mantel  mit  denselben  Falten  oder 
der  gleiche  Wurf  mit  dnrehaus  verwandten  Mo- 
tiven an  einer  ganzen  Reihe  von  Werken  wieder, 
welche  auch  ans  anderen  Gründen  eng  Zusammen- 
hängen und  alle  der  gleichen  Zeit  und  augen- 
scheinlich dem  gleichen  Künstlork reise  angehören. 

I Einen  Teil  dieser  Werke  hat  Furtwängler 
selbst  in  den  Meisterwerken  p.  614  ft.  zusanmicn- 
gcstollt. 

Die  nächste  Verwandte  unseres  Apollon  ist, 
wie  ich  schon  In  den  Florentiner  Antiken  p.  30 
hervorgehoben  habe,  die  Ilygicia  eines  in  Liver- 
pool befindlichen  Diptychon  (Baum.  Dcnkm.  Abb. 
152),  dessen  Figuren  auf  statuarische  Vorbilder 
zurilekgehen.  Miese  alter  bildet  nun  eine  Brücke 
zu  den  Werken,  welche  sich  um  die  Venus  von 
Capua  gruppieren,  denn  bei  diesen  Ist  nicht  nur 
der  Wurf  des  Mantels  ganz  nahe  verwandt,  auch 
der  Kopf  der  Hygieia  entspricht  in  allen  liaupt- 
ziigen,  soweit  dieselben  eben  anf  dem  Diptychon- 
Relief  dargestcllt  sind,  dem  Typus  jener  Aphro- 
dite nnd  ihrer  Verwandten.  Hier  ist  zunächst  zu 
nennen  der  auch  bei  Furtw.  p.  GIG  erwähnte 
Leda-Typns,  ferner  das  Mädchen  mit  dem  Wasser- 
becken in  der  Gal.  delle  Statue  (Helbig,  Führer  1 
No.  208),  dann  das  Original  des  in  Pergamon  ge- 
fundenen Hermaphroditen  (jetzt  im  Museum  zu 
Konst autinopel),  die  bemalte  Aphrodite-Statuette 
ans  Pompei  in  Neapel,  endlich  der  bogenspannende 
Eros  nnd  die  Statue  des  Hypnos  (siehe  bei 
Furtw ).  Furtwängler  erklärt  die  Gruppe  der 
Venus  von  Capua  für  Werke  des  Skopas;  schon 
bei  No.  281  habe  ich  erklärt,  dass  und  aus  welchem 
Grunde  mir  diese  Ansicht  unwahrscheinlich  ist. 
Den  Gegensatz  gegen  den  praxitelischen  Charakter 
hat  Furtwängler  vollkommen  richtig  dargestellt; 
dieser  Gegensatz  ist  aller  ganz  allgemein  und 
kann  in  sehr  verschiedenen  individuellen  Einzel- 
formen  znr  Erscheinung  kommen.  Auf  diese, 
d.  h.  die  Hanilsehrift  de«  Künstlers,  kommt  es 
vor  Allem  an,  und  diese  stimmt  an  den  bespro- 
chenen Werken  durchaus  nicht  mit  den  charak- 


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12 


Florenz. 


toristischen  Zügen  überein,  welche  die  wenigen  • 
sicher  bestimmbaren  Werke  de»  Skopas  ans* 
zeichnen. 

293.  D.  91.  Satyrstatue  (?).  T>ic  Er- 
gänzungen bei  I).  richtig  angegeben.  Das  I.  Hein 
ist  gar  nicht  gebrochen  gewesen,  und  somit  ist  D.’s 
Zweifel  an  seiner  Echtheit  ganz  unberechtigt. 
Das  Feil  soll  das  eines  Hoekcs  sein,  wie  mau  an 
den  Hörnern  des  Kopfes  erkennt.  Die  Darstellung 
des  Felles  mit  langen  Haaren  ist  aber  durchaus 
ungewöhnlich.  Stellung  und  Formen  des  Köipcrs 
sehr  inen  die  Figur  in  das  fünfte  Jahrhundert  zu  j 
weisen,  doch  widerspricht  dem  die  Hchamllung  I 
der  Ncbril.  Der  Kopf  ist  schwerlich  zugehörig. 
Kr  ist  von  anderem  Marmor,  und  der  Hals  ist 

z e ischcngesctzt.  Vielleicht  stammt  der  Kötper 
von  einer  Dekorationsligur,  einem  Satyr  als 
Atlanten,  ähnlich  wie  die  beiden  Fane  im  Hof  des 
capitoliuischcn  Museums  (Iielbig,  Führer  1 No.  400 
und  401).  Die  Bewegung  des  r.  Armes,  die  durch 
den  Ansatz  der  Schulter  zur  Hauptsache  gegeben 
ist,  wünic  gut  hiezu  ]iassen.  Oder  stammt  der 
Körper  von  einer  Figur  des  Faunns?  Vgl.  den 
betreffenden  Artikel  von  Wissowa  in  Boselicr's 
uiythol.  I.cx. 

294.  I).  92.  Statue  der  Demeter  mit 
l’ort  rätkopf.  Die  Ergänzungen  bei  D.  richtig 
angegeben.  Die  Statue  gehört  zu  dem  Typus,  den 
Overbeck,  Kunstmythnlogic  der  Demeter  p.  485  f , 
T.  XIV,  23,  behandelt.  Das  Origiiial.muss  nach  den 
Eigenheiten  des  Gewandes  dem  Beginne  des  dritten 
Jahrhunderts  angehören.  Der  Künstler  hat  noch 
an  der  für  Demeter  und  Kore  charakteristischen 
Tracht  des  Himation  (vgl.  No.  357)  festgehalten, 
aber  alle*  nach  seinem  verfeinerten  Geschmack 
eleganter  und  reicher  gestaltet. 

295.  D.  93.  Statue  des  Asklepios.  Erg. 
r.  Arm,  das  untere  Ende  dos  Schlangenstabes 
und  Kli  inigkiiten.  Die  Figur  war  mehrfach 
dureligelirochen,  was  D.  verleitet  hat,  fast  die 
ganze  Figur  für  ergänzt  zu  halten.  Die  merk- 
würdige 1'a‘el  ueben  dem  r.  Fuss  ist  an  der 
äusseren  Seite  abgebrochen.  Auf  ihr  ist  in  ganz 
tiachcni  Belief  ein  steruartiges  Viereck  und  eine 
Tünic  dargestellt.  Die  Bedeutung  ist  mir  unklar. 
Die  Figur  ist  recht  roh  und  schlecht  gearbeitet, 
erregt  aber  durch  ihren  Typus  Interesse.  Es  ist 
der  fünfte  Asklopiostypns,  den  wir  in  Florenz 
finden. 

Für  die  Verbreitung  des  Originales  spricht 
eine  zu  Rheims  gefundene,  jetzt  iu  di  r Blbliothöquo 
nationale  zu  Paris  befindliche  Bronze-Statuette, 
auf  deren  Photographie  mich  Arndt  aufmerksam 


gemacht  bat  (Oirattdon  B.  253).  Dieselbe  giebt 
unseren  Asklepios  wieder  bis  auf  die  fehlenden 
Küsse  und  den  Schlangen. tab.  Der  r.  Arm  stimmt 
ebenfalls  mit  unserem  Exemplar  überein,  ist  an 
diesem  also  richtig  ergänzt.  Die  Arbeit  ist 
wesentlich  hc.-ser  als  an  dem  Marmor.  Natürlich 
fehlt  an  der  Bronze  auch  die  zur  Stütze  dienende 
Tafel  neben  dem  r,  Bein.  Der  Ausdruck  der 
Figur  ist  ein  ausserordentlich  frischer  und  ener- 
gischer. 

Der  Typus  steht  zeitlich  zwischen  zwei  l>e- 
kannten  Darstellungen  des  Gottes,  näher  der 
älteren.  Diese  ist  die  Statue,  deren  vollständigste 
Kopie  in  Petersburg  erhalten  ist;  Furtwünglcr, 
Metoterw.  p.  887  (vgl.  No.  306).  Der  herab- 
hängende,  dreieckige  Überschlag  des  Himation 
stimmt  noch  fast  Zug  für  Zug  llbcrcin;  aber  die 
reicheren  Motive  in  den  übrigen  Gewandteilen, 
die  Schrittstellung  der  Beine  und  die  Bewegung 
des  Körpers  weisen  in  spätere  Zeit.  Die  Haare 
und  Bartlocken  sind  im  Einzelnen  noch  ziemlich 
streng  gebildet,  aber  sie  entfalten  sicli  schon  in 
reicher  malerischer  Fülle.  Die  jüngere  Darstellung 
des  Gottes,  welche  abermals  unter  Beibehaltung 
i einzelner  Motive  eine  Wdtercntwickclung  im 
1 Ganzen  repräsentiert,  ist  der  Typus,  welcher  zu 
| dem  berühmten  Kopf  voll  Melos  gehört  (Wolters, 
| atheu.  Mitt.  XVII,  p.  i ff.  Taf.U — IV).  Derselbe 
j gehört  etwa  der  Mitte  des  vierten  Jahrhundert« 
an.  Nach  alledem  werden  wir  das  Richtige 
: treffen,  wenn  wir  die  Erfindung  unserer  Dar- 
! Stellung  im  Beginn  des  vielten  Jahrhunderts 
1 ansetzen. 

296.  D.  94.  Weibliche  Gewandstatue, 
i Erg.  r.  Arm,  I.  Hand,  Nasenspitze,  Teile  der 
I Locken  und  des  Diadems.  Der  Olicrkörper  war 
ilurehgebrochcn.  Der  Kopf  ist  gebrochen,  scheint 
aber  zugehörig;  wohl  Porträt.  Die  sehr  schlecht 
gearbeitete  Figur  gehört  stilistisch  zu  einer 
’ grösseren  Gruppe,  von  der  ich  vorläufig  nur  einige 
I 1 laiiptstückc  herausheben  will : D’Escamps,  Marbres 
anlique*  du  Musie  Camparin,  I.ivic,  fcmnic 
d'Augnste  en  Junen,  dann  Jordan,  Tempel  der 
Vesta  etc.  T.  VIII,  3 u.  6,  und  besonders  wich- 
tig als  griechische  Arbeit:  Journal  of  bell,  studics 
1866  P.  LXXI  (besprochen  ebenda  p.  246  f.  von 
Cb.  Waldstein;  stammt  ans  Klein-Asien,  aus  der 
Nähe  von  Sardcs).  Die  Gruppe  ist  vor  Allem  von 
Interesse,  weil  ihre  Hauptmotive  an  einer  berühmten 
| Figur  auf  einem  der  schönsten  pompcjanischcn 
Wandgemälde  wiederkehren,  an  der  Hera  auf  dem 
I Bilde  der  heiligen  Hochzeit.  Wie  mir  Bulle  mitteilt, 

, wurde  kürzlich  in  Eiensis  ein  2 cm  hohes  Figürchen 


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r lorenz. 


an»  Silber  gefunden  im  Typus  der  Hera  Campana, 
aber  als  Tyche  mit  Schale  uud  Füllhorn.  Vgl. 
auch  No.  333. 

297.  1>.  95.  Karyatide.  Erg.  Hals,  bohle 
Hände.  Der  Kopf  — ein  schlechte»  römisches 
Forträt  — nicht  zugehörig.  Die  Figur  war  mehr- 
fach gebrochen.  Sie  ist  ein  bis  auf  geringe  Ab- 
weichungen ü herein»4,  immen  des  SeitcnstÜck  zu  der 
einen  Karyatide  in  Villa  Albaui  (Hclblg,  Führer  II 
No.  827).  Das  Himatiou  reicht  hier  bis  auf  die  FUsse 
herab,  w elche  mit  Schuhen,  statt  mit  Sandalen  1h> 
kleidet  sind.  Zu  beiden  Seiten  des  Halses  sind  die 
Iteste  von  je  zwei  gedrehten  Locken  sichtbar, 
welche  eine  andere  Haartracht  voraussetzen  lassen, 
als  sie  die  Karyatide  Alhani  zeigt.  Sonst  aber 
stimmt  Zug  für  Zug  überein.  Vgl»  über  diese  und 
die  mit  ibr  zusammengehörigen  Karyatiden  die 
erschöpfende  Arbeit  Hülle’»  in  den  U m.  Mittii. 
1894  p.  184  ft'.  IlitizuziifUgen  ist  nur  ein  Hinweis 
auf  ein  kleines  Fig drehen  aus  Amethyst,  das  in 
den  Jahrbüchern  d.  Verein»  v.  Alterthfr.  in  d 
Rheinl.  IV,  T.  IV  abgebildet  und  p.  185  ft',  von 
Urlichs  besprochen  ist  > gefunden  in  den  pompti- 
niselien  Sümpfen,  jetzt  im  Besitz  des  Herrn  Leven 
in  Cöln).  Dasselbe  ist  in  allem  Wesentlichen  eine 
Wiederholung  der  oben  genannten  Karyatide  Al- 
ban!, ist  aber  selbst  keine  Karyatide.  Der  Kopf 
ist  von  einem  Diadem-Hand  umschlungen , vor  dem 
die  Haare  in  gedrehten  Lockeu  nach  vorne  uud 
hinten  in  den  Nacken  fallen.  Auf  dem  Oberkopf 
lauten  alle  Haare  gleichmässig  von  dem  Scheitel- 
punkt strahlenförmig  nach  dein  Hände  zu,  wie  z.  H. 
bei  der  Hera  Farnese.  In  der  1.  Hand  etwas,  „das 
vielleicht  von  dem  aufgcuommcucn  Gewände  ver- 
schieden ist-  (vielleicht  ein  Strauss  von  Ähren?) 
Das  Figürchen  dürfte  nicht  nur  für  die  weite 
Verbreitung  des  Typus  sprechen,  sondern  auch 
für  die  Datierung  des  ursprünglichen  Originales 
von  Wichtigkeit  sein. 

Giardino  di  Castclio. 

298  und  299.  D.  102.  Athletcnstatue. 
Erg.  r.  Hein,  I.  Unterschenkel,  Hämisch,  Gewand, 
beide  Arme,  Kinn,  Unterlippe,  Nase,  Teil  des  I. 
Ohres  und  de»  Oberschädels.  Abgcbr.  .Scham  und 
Oberlippe.  Oben  an  der  1.  Hüfte  hat  sich  der 
Rest  eines  viereckigen  Fmitello  erhalten  (auf  298 
sichtbar).  Der  I.  Oberschenkel  war  gebrochen. 
Durch  eine  oberflächliche  Ähnlichkeit  hat  sieh 
Diitschkc  verleiten  lassen,  diese  Figur  für  eine 
Wiederholung  des  Lysippischen  Apoxyomeno» 
aoszugeben.  Die  Figur  kann  weder  ein  Apoxyo- 


meiios  sein,  noch  war  ihr  Vorbild  von  Lysipp. 
Linen  Athleten  stellt  dieselbe  sicher  dar,  denn  das 
linke,  vollständig  erhaltene  Ohr  ist  verseil wolleu. 
Die  Arme  können  sich  aber  nach  den  Ansätzen 
an  den  Srlmltern  niemals  so  weit  genähert  haben, 
w ie  bei  dem  Apoxyomeno».  Vielmehr  hat  die  Er- 
gänzung in  der  Richtung  der  Arme  ungefähr 
das  Richtige  getroffen.  Die  Stütze,  deren  Rest 
wir  an  der  1.  Hüfte  finden,  kann  niemals  dem 
Arm  gedient  haben;  dazu  ist  sic  zu  klein. 
Mittel»  derselben  wird  ein  Attribut  befestigt  ge- 
wesen »ein. 

Über  die  richtige  Ergänzung  kann  ich  nach 
den  wenigen  Indicicu  keine  sichere  Ansicht  Vor- 
bringen. Am  wahrscheinlichsten  ist  es  noch,  dass 
ein  Faustkämpfer  dargestcllt  war.  Wozu  aber 
diente  dann  die  .Stütze  ? Ja,  mau  könnte  auch  an 
den  jugendlichen  Herakles  denken;  für  diesen 
aber  erscheint  die  Hildung  de»  Gesichte»  nicht 
vornehm  genug.  Kein  Zweifel  kann  hingegen 
über  den  Stil  des  Werkes  walten,  noch  darüber, 
welchem  Kreise  wir  das  Original  desselben  zuzu- 
»chreiben  haben.  Es  ist  der  Kreis  des  S k o p a »,  von 
dem  wir  hier  die  erste  Athletenfigur  kennen  lernen. 
Die  Züge  des  Köpft*«  tragen  so  unverfälscht  den 
Stempel  seiner  Eigenart,  wie  wir  ihn  sonst  nur 
wieder  an  den  Köpfen  von  Tegea  finden.  Ich 
kann  im  Angesicht  der  Photographien  auf  Einzel- 
Angaben  verzichten  und  verweise  nur  auf  die 
Analyse  der  skopasischen  Köpfe  bei  Graf,  Köm. 
Mitth.  1889  p.  189  fl*.  Von  den  Haaren  ist  leider 
wenig  erhalten,  doch  stimmt  das  Wenige  durch- 
aus mit  den  Haaren  jener  Herakles-Köpfe,  die 
ebendort  (T.  VIII  und  IX)  publiciert  sind.  Ausser- 
ordentlich charakteristisch  ist  auch  der  Hals  in 
»einer  übermässigen  Bewegung  und  der  starken 
Schwellung  des  Muskels;  man  vergleiche  den  un- 
behelmten Kopf  von  Tegea  (ähnlich,  aber  ge- 
mässigt noch  am  Melcager).  Nach  den  Formen 
des  Körpers  und  der  Behandlung  der  Schamhaare 
gehört  das  Werk  noch  entschieden  in  die  erste 
Hälfte,  wahrscheinlich  in  das  zweite  Viertel  des 
4.  Jahrhunderts.  Mit  hohem  Interesse  sehen  wir 
Skopas  oder  einen  »einer  Genossen  hier  mit  einem 
so  bewegten  Motiv  beschäftigt,  wie  wir  es  früher 
nicht  vor  dem  Auftreten  de»  Lysipp  vorauszusetzeu 
geneigt  waren.  Hierin  findet  denn  auch  der  Fehler 
Diitschke’s  einige  Entschuldigung.  Man  versäume 
aber  nicht,  um  »ich  auch  die  starken  Unterschiede 
klar  zu  machen,  den  Vergleich  unserer  Figur  mit  dem 
Apoxyomeno».  Dort  ist  alle»  rund  und  flüssig  ge- 
worden, der  Körper  bewegt  »ich  mühelos;  hier 
spüren  wir  bei  »1er  noch  tlächenhafteren  Itehand- 


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14 


Florenz. 


hing  de*  Torsos  eine  gewisse  Gewaltsamkeit  und 
damit  noch  nicht  da»  vollo  freie  Leben  wie  dort. 

Palazzo  Riccardi. 

300.  I).  116.  JQuglingikopf.  Erg.  Xa*e; 
Uhren  bcstossen.  Untergesicht  und  Hals  scheinen 
überarbeitet.  Der  Kopf  ist  der  nächste  Ver- 
wandte de»  Brouzekopfe»  ans  Herculanum,  [ 
den  Furt  wäugler  in  den  Mcisterw.  Fig.  87 
und  88  abbildet  (Ürumi-Bniekmami  Taf.  339).  Die  j 
llaaitrarht  und  auch  die  Behandlung  der  Haare 
stimmen  überein,  dann  die  Form  des  Gesiebte«, 
besonders  der  Stirn,  die  schmale,  wenig  bewegte 
Oberlippe,  das  kleine  Kinn  etc.  Kleine  Ab- 
weichungen verbieten,  eine  Kopie  desselben  Ori- 
ginales zu  vermutben.  Furtwänglcr  erklärt  den 
Typus  a.  a.  0.  für  polykletisch.  Abhängig  von 
l’olyklet  ist  er  gewiss,  aller  einige  Unterschiede  I 
in  der  Form  des  Schädels,  in  der  ISildnng  der 
Augen  und  des  Untergewichte*  scheinen  mir  doch 
für  eine  andere  Persönlichkeit  zu  sprechen. 

301  und  302.  D.  118.  Kleine  ltcplik 
von  dem  Kopfe  der  Athen«  Partticnos. 
Erg.  Nase.  Der  kleine  Torso  gebürte  einer  anderen 
unbedeutenden  Athenastatuette  an.  Auf  dem  Helm 
haben  sieh  die  Spuren  des  ganzen  Schmuckes  er- 
halten: in  der  Mitte  die  Pranken  der  Sphinx, 
link»  und  rechts  Reste  der  l’egasoi,  über  dem 
Helmrand  die  Ansätze  der  abw  echselndeu  Pcgasui 
uud  K>  he  (der  Kleinheit  wegen  in  verminderter 
Anzahl),  auf  der  Wangenklappe  die  Spur  des 
(•reifes.  Vgl.  über  den  ganzen  Schmuck  Löschcke, 
Kopf  der  Athcua  Parthenon  des  Phi  idias,  Fcstschr. 
des  Vereins  von  Altertumsfreunden  im  Rhein!,  zum 
50jährigen  Jubil.  1891.  Der  Mund  ist  freundlich 
lächelnd  geöffnet;  das  Gesicht  hat  die  vollen 
runden  Formen  aller  wirklichen  Repliken  der 
l’arthenos,  wie  sie  auch  die  Madrider  Statuette  zeigt. 
Vgl.  No.  575  und  576. 

303.  D.  121.  Griechischer  bärtiger 
Krieger  köpf,  Erg.  Nase,  Helm  und  Hllsle. 
Augensterne  und  Pupillen  eingegrahen.  Zu  der 
Ergänzung  des  Helmes  müssen  deutliche  Ansatz- 
spuren  geführt  haben.  Das  Original  gehörte  ins 
5.  Jahrhundert,  nahe  mit  dein  Dresdener  „Zeus“ 
(Arch.  An*,  1892  p.  1 f.)  zusammen,  in  die  Um- 
gebung des  l'hidia».  Sehr  ähnlich  sind  bärtige 
Köpfe  des  Parthenonfrieses. 

304.  D.  157.  Griechischer  J üngli  ngs- 
k o p f.  Erg.  die  Rüste  und  die  eingesetzten  Augen. 
Abgestossen  die  Nasenspitze;  auch  sonst  sehr  he- 
stossen  uud  verwaschen. 


Das  Original  gehört  in  die  Schule  des  Lysipp, 
wio  die  ausserordentliche  Kleinheit  des  Kopfes 
im  Verhältnis  zum  Hals,  die  Bildung  der  Stirn, 
der  Haare  und  der  eigenartig  nervöse  Ausdruck 
beweisen. 

305.  D.  160.  Kopf  des  Doryphoros. 
Die  Ergänzungen  bei  D.  richtig  angegeben.  Der 
Kopf  ist  eine  gute,  besonders  in  den  Haaren 
scharfe  und  genaue  Kopie. 

306.  1).  161.  Bärtiger  Götterkopf.  Erg. 
Nase  und  1.  Teil  der  Unterlippe.  Beatoasen  die 
Haare  und  die  Lider  des  I.  Auges. 

Der  Kopf  ist  eine  Kopie  nach  dem  gleichen 
Original,  wie  ein  Kopf  de»  Berliner  Museums 
(Bcachr.  No.  158',  den  Furtwänglcr  in  den  Meister- 
werken p.  364  ff.  besprochen  und  T.  XXI  alige- 
hildct  hat  (das  hiesige  Exemplar  erwähnt  p.  369 
Anui.  2).  Mit  geringen  Abweichungen  in  der  Lage 
der  Haarlocken  stimmen  beide  Köpfe  überein ; 
indes  ist  das  berliner  Exemplar  einfacher,  ruhiger 
gehalten,  während  das  mistige  viel  lebendiger  und 
reicher  modelliert  ist.  Jenes  wird  im  Einzelnen 
getreuer  sein;  den  Eindruck  de«  Originale«  wird 
man  sich  vor  uuserm  Kopf  weit  frischer  vergegen- 
wärtigen können.  Dies  dürfen  wir  mit  desto 
grösserer  .Sicherheit  behaupten,  als  es  verschiedene 
Köpfe  giebt,  welche  nach  stilistischen  Kriterien 
mit  diesem  Typus  eng  zusammengehöreu  und 
welche  alle  die  gleiche  lebendige  Modellierung 
zeigen  wie  das  llorentiner  Exemplar.  So  vor 
Allem  der  Kopf  jener  petersbnrger  Asklepios- 
statue, welche  Furtwängler  a.  a.  0.  bespricht  uud 
abbildet.  Derselbe  ist  aber  augenscheinlich  keine 
Replik  unserer  Köpfe,  wie  dort  angegeben  wird. 
(Die  Deutung  auf  Asklepios  muss  bestehen  bleiben, 
ilcnu  überall,  wo  sich  au  den  Wiederholungen 
Attribute  erhalten  haben,  sind  es  eben  die  Attri- 
bute de«  Asklepios;  vgl.  Furtw.  a.  a.  O.  p.  368 
Amu.  3).  Ferner  der  ebenfalls  ungebrochene 
Kopf  einer  anderen  Statue  desselben  Gottes  hier 
in  den  Uffizien  I).  197,  der  älteste  und  beste  Ver- 
treter de»  nachmals  »o  weit  verbreiteton  und  be- 
liebten Typus.  Bei  diesen  drei  Köpfen  wieder- 
holen sich  die  gleichen  charakteristischen  Eigen- 
heiten: die  Umrahmung  des  Gesichtes  durch  den 
kräftigen  Haarkran/.,  dessen  Locken  über  der 
Stirn  kurz  emporstrebeu,  das  mächtige  Vorwölben 
des  unteren  Teiles  der  Stirn,  die  grossen  Augen, 
die  Modellierung  der  Wangen,  die  Behandlung 
des  Bartes.  Auch  die  Körper  der  beiden  Statuen 
stehen  sich  nicht  fern.  Der  fiorentiner  Asklepios 
gehört  indes  in  die  Zeit  der  Vollendung  des  Par- 
thenon, während  diu  Entstehung  der  Petersburger 


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Florenz. 


15 


Statue  erst  beträchtlich  später  denkbar  ist.  Kür 
das  Gewand  derselben  linden  sich  kaum  an  den 
entwickeltsten  Teilen  diw  Parthenon  Parallelen. 
Die  kaum  bemerkbare  Ähnlichkeit  mit  dem  Ge- 
wand des  Zeus  im  Ostgicbel  vom  Olympia  (Furt- 
wäuglcr  a.  a.  0.)  ist  ganz  bcdeutnngsloa.  Der 
vorliegende  Kopf  steht  der  Petersburger  Statue 
näher.  Wir  sind  uoeh  nicht  iui  Stande,  zu  er- 
klären, welchem  Kreise  wir  die  Originale  ver- 
danken. Die  Rückführung  auf  Myrou  bei  Furt- 
wänglor  ist  ganz  problematisch.  Weder  die  Ver- 
wandschaft vom  Kttrpcr  dcsllermeslngenuiinil  dem 
Körper  des  Neptun  (Kurtw.  Abb.  49),  noch  die  des 
letzteren  uiit  dom  Körper  der  Petersburger  Statue, 
noch  endlich  diedcrKöpfcdes Neptun  und  Asklepios 
ist  so  gross  und  einleuchtend,  das»  wir  danach 
berechtigt  wären,  auf  einen  Künstler  zu  sehliessen. 

307.  D.  102.  W i ede r h ol uu g de r sog. 
Sappho.  Die  Krgänzuugen  bei  D.  richtig  an- 
gegeben. Dio  I.  untere  Kckc  des  Halses  war  ge- 
sprungen. Der  Kopf  war  znm  Entlassen  in  eine 
•Statue  gearbeitet. 

Die  Kopie  ist  erwähnt  hei  Kurtwäugler, 
Meisten»-,  p.  9S,  Aum.  2,  e,  der  den  Kupf,  wie  | 
ich  glaube,  mit  Recht  neben  die  Parthenon  stellt 
und  das  Original  für  ein  Werk  des  Phidias  er- 
klärt. Mail  vergleiche  neben  der  Form  des  Ge- 
siebtes, der  Augen,  besonders  die  lichandiung  der 
Haare  und  die  individuelle  Uihluiig  des  Mundes. 
Mit  beiden  Köpfen  nahe  verwandt  und  sicher 
auch  dem  Phidias  gehörig  ist  die  Kore  Albaui, 
dereu  Entstehung  etwa  in  das  Jahr  140  fällt.*) 
Ebenso  überzeugend  ist  iui  Vergleich  mit  den  ge- 
nannten Köpfen  die  Rückführung  des  Atliena- 
Kopfcs  aus  Krescia  (E. — V.  194—196)  auf  Phi- 
ilias  (Furtwängler  p.  123  IT.).  Eine  Stütze  erhält 
Furtwängler's  Ansicht  über  die  Sappho  noch 
durch  die  Verwandschaft  des  Diadumenos  Farnese 
mit  dem  sogen.  Phaou  in  Madrid  (Furtw.  p.  445). 

308  und  309.  D.  182.  Wiederholung 
des  Petworthcr  Diadumenos.  Erg.  Nase, 
Hals  und  Büste  von  Mannor,  Teile  der  Lippen, 
der  r.  Backe  und  der  r.  Augenbraue  von  Gyps. 
Pupillen  und  Augensterne  eingegraben. 

Der  Kopf  ist  bei  Furtwängler  Mcisterw.  p. 
333  erwähnt  und  richtig  gewürdigt.  Es  ist  keine 
Frage,  dass  das  Original  einem  attischen  Künstler 
zu  verdanken  ist.  Für  Kresilas,  dem  es  Furt- 
wängler zutcilt,  scheint  mir  indes  jeder  greifbare 
Anhalt  zu  fehlen. 

•)  Vjfl.  li.  r.  Sehne* hier,  Jnhrb.  der  Kun«t*nm»ih  d. 
allerh.  KAi»crhuu*e*  1*91  p.  72  ff.  und  Hauer,  FeHtKctirift 
für  Overbeck,  swel  Fragmente  veui  Parthenon,  p.  7:t  f. 


310.  D.  201.  Kopf  des  Apollon.  Erg. 
Kinn,  Unterlippe,  Nase  (zweimal i,  Rand  des  Halses 
r.  unten  und  Kleinigkeiten. 

Dieser  wundervolle  Kopf  mit  begeistertem 
Ausdruck  stellt  eher  A|>ollnn  dar,  als  Aphrodite. 
Derselbe  war  zum  Einlassen  in  eine  Statue  ge- 
arbeitet ; die  letztere  war  also  wahrscheinlich  voll 
bekleidet,  was  allein  schon  gegen  Aphrodite 
spricht.  Es  wird  die  Figur  eines  Apollon  Musa- 
getes  gewesen  sein.  Diu»  Original  ist  nicht  vor 
dem  Ende  des  4.  Jahrhunderts  zu  vermuten. 

311.  D.  202.  Griechischer  Jünglings- 
kopf. Erg.  Nase,  beide  Obren,  Teil  der  r.  Wange, 
I.  Teil  des  Halses  und  Büste. 

Wegeu  »ler  eigenartigen  gewellten  Haartracht 
und  des  individuellen  Ausdruckes  haben  wir  viel- 
leicht ein  Porträt  zu  erkennen.  Das  Original  wird 
den  Sclmlkreiscn  des  Lysipp  entstammen. 

3l2und3l3.  D.  207,  Wiederholung  des 
A nakreon k o pfes.  Erg.  Nasenspitze  und  Büste. 
Die  Haare  über  der  Mitte  der  Stirn  sind  abgestossen. 

Das  Exemplar  ist  von  Furtwängler  in  den 
Meisterwerken  p.  92  Anm.  1 und  3 richtig  ge- 
würdigt. P.  93  Aum.  6 weist  Furtwängler  mit 
Recht  die  Zuteilung  des  Originales  an  Kresilas, 
wie  sie  von  Kokille  versucht  war,  zurück.  Eben- 
sowenig wie  der  Kopf  mit  dem  Perikiesporträt, 
ist  der  Körper  mit  dem  des  zusamiucnsinkendcii 
Athleten  in  Neapel  (Furtw.  a.  a.  0.  p.  282)  ver- 
einbar. Dieser  Athlet  und  der  Perikle»  sind  alter 
die  einzigen  Werke,  die  wir  mit  einiger  Sicher- 
heit auf  Kresilas  zurückführen  können.  Nicht 
weniger  problematisch  hingegen  erscheint  mir  dio 
Behauptung  Furtivänglers,  der  Anakreoii  sei  ein 
Werk  des  Phidias.  Die  Verwandschaft  des  Kopfes 
mit  dem  Bologneser  Athena-Kopf  — und  ist  diese 
sicher  von  Phidias  und  die  LemniaV  — und  des 
Körpers  mit  dem  des  Diadumenos  Farnese  ist  keines- 
wegs schlagend. 

314  und  315.  D.  210.  Griechischer 
J Unglingsko  p f.  Die  Ergänzungen  hei  1>. 
richtig  angegeben.  In  der  Stilisierung  der  Haare 
erinnert  dieser  schöne  Typus  etwas  an  den  Pet- 
worthcr Diadumenos.  Sein  Original  gehört,  wie 
jener,  der  attischen  Kunst  vom  3.  Viertel  des 
5.  Jahrhunderts  an. 

316.  D.  220.  J iingli ngsstat uu.  Erg. 
Kopf  mit  Hals,  r.  Arm,  I.  Unterarm,  I.  Unter- 
schenkel, r.  Bein  von  der  Mitte  des  Oberschenkels 
an,  Hund,  Basis,  1.  Hinterbacken,  Vorderteil  des 
Geschlechtsteiles  (Penis  abgebrochen). 

Die  Armu  sind  in  der  Haltung  nach  ge- 
bliebenen Spuren  richtig  ergänzt,  ebenso  die  Beine. 


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1 fi  r lorctis. 


Audi  tlic  Haltung  des  Kopfes  ist  richtig  getroffen.  ; 
Nach  alledem  würde  man  geneigt  »ein,  die  Figur 
dem  5.  Jahrhundert  zuznspreehen , wenn  nicht  | 
die  weichere  iiehatidlung  der  Formen  im  Ein-  ; 
zelnen,  vor  Allem  eine  Einzelheit  wie  die  Bildung 
des  Schainhaarcs  mit  Entschiedenheit  auf  das  { 
4.  Jahrhundert  liiuwicsvn.  Die  Gestalt  gehört  in 
eine  Reihe  mit  dem  sog.  Adonis  des  Gahinelto 
delle  maschcre  (Helhig,  Führer  I,  No.  25.">)  I fiese 
Werke  repräsentieren  eine  eigenartig  conscrvative 
Richtung  de*  4.  Jahrhunderts,  in  welcher  nicht, 
wie  in  den  Kreisen  des  Praxiteles  und  Skopas,  1 
die  Formen  des  l'olyklct  fortwirken,  sondern  das 
Ideal  der  älteren  pcluponncsi  dien  Schule  bewahrt  , 
wird.  Diesen  Charakter  hat  Furtwänglcr,  Meistcrw.  j 
p.  528  ff.  richtig  dargestcllt;  ob  alle  Werke, 
welche  er  dort  vereinigt,  einer  Künatlcr-Indivi-  . 
duulitüt  gehören  und  oh  diese  Eujdiranor  ist,  . 
mag  vorläufig  dahinstchen. 

317.  D.  221.  Wiederholung  des  praxi- 
telisehcn  Satyrs.  Von  D.  richtig  erkannt. 
Die  Arbeit,  besonder»  am  Fell,  sorgfältig  und  gut. 

Giardino  dcl  Palazzo  Corsini  al  Prato. 

318.  D.  229.  Statuette  eines  sitzen-  ^ 
den  Hermes.  Erg.  Kopf  mit  llals,  r.  Arm  und 
Schildkröte,  I.  Hand,  unterer  Teil  der  Basis.  D. 
nimmt  auch  die  Beine  von  der  Mitte  der  Ober- 
schenkel und  die  Küsse  mit  dem  vurderen 
Teil  der  Basis  als  ergänzt  an,  doch  trennen  die 
Beine  weder  oben  noch  unten  Schnitte,  sondern 
Brüche.  Indes  wiir  der  wahre  Thatbestand  nur 
festzustellen,  wenn  die  Figur  von  dem  gelben  . 
Farbonllbcrzug  befreit  würde. 

Die  Statuette  ist  eine  genaue  Kopie  eines  im  j 
Akropolis-Museum  zu  Athen  (No.  1346)  befind-  ’■ 
liehen  Torsos,  wohl  des  ursprünglichen  Originales.*) 
Dort  fehlt  der  Kopf,  r Arm  mit  Vorderteil  der 
Schulter,  r.  Bein  fast  ganz.  I.  Bein  vom  Knie  ab- 
wärts, I.  Daumen,  der  ganze  untcro  und  I.  Teil 
des  Felsens.  Die  Linke  hielt  ein  Kcrykcion  aus  [ 
Bronze,  dessen  Bloiverguss  noch  in  der  ge- 
schlossenen Hand  erhalten  ist.  Zur  weiteren  Be- 
festigung diente  ein  kleines  Loch  im  Gewand 
reehts  von  der  Hand.  Zwei  grössere  I sicher, 
eines  an  der  I.  Schulter,  das  andere  auf  dem 
Kücken  dicht  an  dem  Rande  der  Chlamys,  dienten 
wahrscheinlich  zur  Befestigung  des  aus  Bronze 
gearbeiteten  Hutes  mit  seinem  Bande.  Nicht  ganz 
übereinstimmend  mit  dem  florentiner  Exemplar 

*)  II.  Bull«-'  hat  die  Einzelheiten  nuehnial«  verglichen. 


wäre  nach  Bulle  nur  der  Zipfel  der  Chlamys  auf 
dem  Fclseu  neben  dem  I.  Bein. 

Die  Kerbte  stützte  sicli  ursprünglich  augen- 
scheinlich auf  den  Felsen;  der  Kopf  war  stark 
nach  der  r.  Schti'tcr  gedreht,  so  wie  der  hei 
unscrni  Exemplar  ergänzte.  So  erhalten  wir  eine 
Figur,  welche  in  allen  Motiven  an  die  berühmte 
Bronzestatue  des  sitzenden  Hermes  mit  der  Rosette 
in  Neapel  erinnert,  und  vielleicht  waren  ja  auch 
die  Beine  analog  gestellt.  Das  darf  lins  iudessen 
nicht  verleiten,  unsere  Statuette  in  die  gleiche 
Zeit  lind  Schule  mit  jenem  zu  rücken,  d.  h.  in 
diejenige  Lysipps.  Die  Behandlung  der  dirk- 
wolligen  Chlauiys  lind  die  des  Körpers  weisen 
vielmehr  in  wesentlich  ältere  Zeit,  etwa  das  dritte 
Viertel  des  5.  Jahrhunderts.*)  Die  athenische 
Statuette  diente  jedenfalls  nicht  dem  Cultus, 
sondern  wird  eine«  der  vielen  zerstreuten  Weih- 
gesclicnkc  auf  der  Akropolis  gewesen  sein.  Wohl 
weniger  die  Berühmtheit  de»  Künstlers  als  der 
Reiz  de»  Motive»  und  der  Ausführung  veranlasst™ 
den  Kopisten,  dem  wir  das  Florentiner  Exemplar 
verdanken,  zur  Nachbildung  dt»  Werkes. 

319.  D.  247.  W ei  bliebe  0 e wandstat  ne. 
Die  Ergänzungen  lassen  sich  nicht  mehr  durch- 
gehend fcststellcn,  treffen  aber  Im  Ganzen  das 
Richtige.  Sie  sind  augenscheinlich  ausgeführt 
nach  der  einen  Figur  der  Loggia  de’  l.anzi  D.  858, 
welche  dasselbe  Original  besser  und  ml:  dem 
Unterschied  wiedergiebt,  dass  das  Himation  als 
Schleier  Uber  den  Kopf  gezogen  ist.  Das  Original 
muss  der  ersten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts  ange- 
hören. 

320,  321  und  322.  Kopf  der  Statue  319. 
Er  ist  nicht  zu  der  Statue  gehörig.  Erg.  die 
ganze  Nase,  Mund  und  Kinn  in  einem  Stück,  ein 
Stiirk  des  Haares  über  der  Mitte  der  Stirn,  das 
Ende  des  Schopfe«  im  Nacken. 

Wir  müssen  den  schlechten  Erhaltungszustand 
dieses  Kopfes  tief  beklagen,  denn  das  Original 
desselben  stammte  ohne  Zweifel  von  demselben 
Künstler,  der  den  „Kasseler  Apoll“  geschaffen 
bat.  Mail  vergleiche  die  Kihluug  des  Schädels, 
der  Stirn,  der  Augen,  der  Haarlocken  über  der 
Stirn  und  der  gedrehten  Locken  hinter  den  Ohren. 
Alle»  spricht  so  entschieden  dieselbe  Sprache, 
wie  bei  dem  Kopf  jenes  Apoll,  dass  wir  an  der 
Identität  des  Künstlers  nicht  zweifeln  können. 

•)  Bulle  tun)  Ich  Stimuli™  In  diesem  Ansatz  unah- 
hängig  flhcrcio.  llullc  denkt  an  myronisehe  Klchtung 
und  vergleicht  wegen  der  Bildung  der  Bauehfalle  den 
Dlskobtdcn.  Attlaeher  Kund  gehurt  die  Erfindung 
sicher  au. 


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1-  loreuz. 


Auch  di«  Vorlieho  für  oittc  kraftvi>llo  und  zu- 
gleich kunstvolle  Haartracht  charakterisiert  ihn 
dort  wie  hier.  Die  Stirn  wird  von  zwei  Wollen 
einzelner,  nach  den  Seiten  strebender  Locken  um- 
rahmt; der  Schädel  ist  von  zwei  mächtigen  Haar- 
flechten wie  von  einer  Krone  umgehen;*)  hinter 
den  Ohren  fallen  je  drei  kurze  geringelte  tacken 
herab  und  endlich  ergicsst  sich  noch  in  den  Nacken 
ein  gewaltiger  Schopf  von  losen  Strähnen,  welche 
einst  wohl  an  ihrem  Ende  in  einem  Hing  zu- 
sauimengefasst  waren.  Es  ist  der  dritte  weibliche 
Kopf,  den  wir  von  diesem  eigenartigen  Künstler 
kennen  lernen  (Ausser  der  Athena  Albani  ein 
Kopf  in  Mantua  E.-V.  12  u.  13).  Gewaltig, 
wie  in  seinen  Männerköpfen,  tritt  er  uns  hier  ent- 
gegen 

Wer  war  dieser  Künstler? 

Furtwängler  teilt  in  den  Meisterwerken  p, 
371  ff.  den  genannten  Apoll  und  p.  382  dou  von 
diesem  untrennbaren  Perseus  dem  Myrou  zu.  Wie 
ich  schon  einmal  ausgesprochen  habe,  fehlt  mir 
zwischen  den  sicheren  Werken  des  Myrou**)  und 
dieser  Gruppe  jede  Brücke.  Dort  linden  wir  eine 
ausserordentliche  Feinheit  dos  Formgcfühls,  ein 
Beschränken  alles  rein  Decorativen,  wie  der 
Haare,  auf  das  Notdürftigste,  sodass  überall 
die  Klarheit  der  Form  und  Linie  gewahrt  bleibt, 
hier  eine  gewisse  gewaltsame  Grösse  des  Form- 
gcfiihls  und  ein  auffallendes  Interesse  für  einen 
rein  decorativen  Teil,  wie  das  Haar,  und  seine 
Tracht.  Wo  sind  hier  Ähnlichkeiten  oder  auch 
nur  Verwandschaften,  und  nicht  vielmehr  Gegen- 
sätze? Wie  hätte  jemals  auch  nur  der  oberfläch- 
lichste oiler  befangenste  Scrib  nt  im  Angesicht 
eines  Kopfes  wie  des  vorliegenden  oder  wie  jenes 
des  A |m >llou  zu  einem  Urteil  wie  dem  folgenden  ge- 
langen können:  cnpillutu  quoque  et  pu hem  non 
emeudatius  fecisse  quam  rudis  antiquitas  insti- 
tuiasct?  Dagegen  scheint  unser  Kopf  den  Ge- 
danken an  Pythagoras  wieder  besonders  zu  em- 
pfehlen. 

323.  D.  250.  Statue  des  Ganymed.  Erg. 
I.  Hand  mit  dem  unteren  Ende  des  Pcdum,  1. 
Unterschenkel,  Fusu  und  die  entsprechende  Ecke 
der  Basis,  .Schnabel  des  Adlers  und  Kleinigkeiten. 
Das  Erhaltene  war  mehrfach  gebrochen. 

Die  Situation  ist  ähnlich,  wie  bei  der  be- 
kannteren Gruppe  desselben  Gegenstandes,  von 

•}  Ebenso  bet  »ton  Karyatiden  vom  Krechtheion, 

••)  Schriftlich  hexe n gt : Di« kohol  uud  Miusyns.  Nach 
stilistischen  Merkmalen  sicher:  Hermes  InKennl  Kurtw. 
p 300  tr.i,  bärtiger  Kopf  ans  l'ctontbnrK  (Kurtw.  p.  3X2  ff.) 
und  tlemkles  Altemps  (Kurtw.  |i.  30t  IT.). 


der  eine  Kopie  in  den  Uffizien  steht  (D.  III,  115). 
Trotz  der  Kleinheit  dt»  Adlers  ist  auch  hier  die 
allmähliche  Annäherung  den  Knaben  an  den  Boten 
des  Zeus  dargestellt,  tlenn  Pedum  und  Hund  ver- 
wc'sen  die  Scene  noch  in  den  bla. 

Ein  Vergleich  mit  dem  Apoxyotneuos  de» 
Lysipp  lässt  es  ausser  Zweifel  erscheinen,  dass 
wir  auch  hier  die  Kopie  nach  einem  Werke  des- 
selben Meisters  vor  uus  haben  Der  Hund  ge- 
hörte sicher  zu  der  Original-UoiiqHisitiou. 

Die  sehwubcmlu  Bewegung  des  Körpers  ist 
auch  an  diesem  Werk  wie  am  Apoxyoinenoa  von 
höchstem  Ke;z. 

324.  Amazone.  Bei  Dütschkc  p.  105  unten 
erwähnt.  Erg.  Kopf,  beide  Arme,  I.  .Schulter,  r. 
Teil  tles  Kückens,  der  freistellende  Teil  des 
Köchers,  das  Nackte  beider  Beine  fast  ganz,  Stamm 
und  Basis.  DUtachkc  giebt  das  Antike  für  modern 
uud  das  Moderne  für  antik  aus. 

Der  Torso  stammt  von  einer  etwas  unter- 
lebensgrossen Wiederholung  der  Amazone  Mattei. 

325.  Dionysos.  Bei  Dütsehke  p.  10G  oben 
erwähnt.  Lebensgross,  Erg.  beide  Anne  mit 
Ärmeln  und  deti  Enden  der  Chlamys,  beide  Unter- 
schenkel. Der  unversehrte  Kopf  ist  antik,  alter 
nicht  zugehörig.  Ahg.hci  Chirac  833  B,  202t;  B. 

Die  Figur  wird  von  Dütschkc  für  weib- 
lich und  modern  erklärt.  Es  ist  Dionysos, 
der  über  dem  kurzen,  ziemlich  tief  gegürteten 
Chiton  von  leichtem  Stoff  die  Ncbris  trägt. 
Dieselbe  ist  auf  der  rechten  Schulter  geknüpft 
uud  um  den  Leib  gegürtet.  Eine  Chlamys, 
welche  am  Kücken  der  Figur  erhalten  ist,  muss 
der  Gott  auch  ursprünglich  ähnlich  gehalten  halten 
wie  jetzt.  Das  Flattern  der  Chiton-Falten  lässt 
auf  tanzruüssige  Bewegung  Schlüssen.  Die  Enden 
von  zwei  Schulterloekcn  sind  zu  beiden  Seiten 
des  Halses  erhalten.  — Es  ist  ein  Dionysostypus, 
wie  er  uns  auch  sonst  mehrfach  erhalten  ist. 
Siehe  die  Zusammenstellung  bei  Thrätuer  in 
Koscher's  mythol.  Lexikon  Sp.  1133  und  daselbst 
Fig.  14.*)  Der  Kopf  der  Statue  gehört  der  Mitte 
des  vierten  Jahrhunderts  an.  Nächitverwandt 
ist  ihm  ein  Kopf,  der  auf  einer  Statue  der  Artemis 
in  Stockholm  (V,  15)  aufsitzt  und  dort  nicht  zn- 
geliört, 

326.  D.  251.  Statue  der  Artemis.  Erg. 
r.  Arm,  1.  Schulter,  I.  Unterarm,  beide  Knice, 
Teil  des  r.  Unterschenkel»,  Teile  des  Hundes  uud 
Kleinigkeiten.  Der  Kopf  (erg.  Hinterkopf  und 


•)  Man  T0T»l.  die  Artemis  des  Bert.  Museums,  Bescbr. 

No. 


2 


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18 


Florenz. 


Nasenspitze)  ist  eingelassen  (kaum  ursprünglich 
zugehörig). 

Die  Figur  geht  auf  ein  Original  au«  dem 
dritten  Viertel  des  5.  Jahrhundert«  zurück.  Der 
I lu  11(1  ist  wold  Zlll hat  de»  Kopisten. 

Auffallend  verwandt  ist  die  liehamllung  de« 
Gewandes  an  einem  Torso  des  Kasseler  Museums 
(Furtw.  Meistorw.  Abb.  22;  vgl.  No.  331). 

327.  D.  252.  Kphebcnstatne.  Krg.  da» 
untere  Stück  de»  Halses,  beide  Anne,  beide  Heine 
von  über  den  Knieen  an  abwärts,  Stück  de»  r. 
Oberschenkels,  I.  Hinterbacken,  Glied,  Stamm  bis 
auf  da»  obere  Hilde  und  Itasis.  Au  dem  antiken, 
aber  nicht  zugehörigen  K<  pf  ist  die  Nase  modern. 
Der  linke  Arm  ist  richtig  ergänzt.  Die  Figur 
stimmt  mit  einer  bekannten  polykletischcn  Figur 
im  Motiv  überein  (Furtwänglcr,  Meisterw.  p.  434), 
ist  aber  aus  dem  4.  Jahrhundert  und  bietet  so- 
mit ein  interessantes  ileispiel  von  dem  Fortwirken 
nicht  nur  der  Formen,  sondern  auch  der  Motive 
dieses  Meisters  im  4.  Jahrhundert.  Hin  ähnliches 
Vorbild  für  Praxiteles  war  die  Amazone  des 
Folyklct. 

Der  nicht  zugehörige  Kopf  ist  nahe  verwandt 
mit  eiuem  herrlichen  Knabcukopf  des  Pal.  Pitti 
(D.  11,  27),  den  Fnrtwängler  in  den  Meisterwerken 
Fig.  106  abbildet  und  p.  567  für  den  Tripto- 
lemos  des  Praxiteles  erklärt.  Daselbst  Anin.  2 
»vird  gesagt,  auch  ich  hätte  bei  diesem  Kopfe  an 
Praxiteles  gedacht.  Diese  Behauptung  muss  auf 
einem  Irrtum  beruhen. 

328  und  329.  Kopf  der  Statue  D.  254. 
Die  Figur  selbst  ist  zu  sehr  von  der  Witterung 
mitgenommen,  als  dass  sic  noch  mit  einigem  Nutzen 
hätte  photographiert  werden  können.  Der  nicht 
zugehörige,  schöne  Kopf  hingegen  ist  bis  auf 
einige  Flecken  ganz  unversehrt.  Der  nächste  Ver- 
wandte desselben  ist  ein  J Uuglingskopf  der  Samm- 
lung Barrncco(I,VII  u.  LVHa,  Alcxaiidcr?  i welcher 
unseren  jedoch  an  Güte  der  Arbeit  nicht  entfernt 
erreicht.  Hin  weiterer  Verwandter  scheint  ein 
besonders  schöner  nnd  ebenfalls  unversehrter 
Zeuskopf  des  lierliner  Museums  (llcschr.  No.  291) 
zu  sein.  Die  drei  Werke  gehören  der  zweiten 
Hälfte  de»  vierten  Jahrhunderts  an. 

330.  I).  266.  Kleine  Gruppe  des  Silen 
und  Pan.  Erg.  ausser  den  I.  Armen  beider 
Figuren  noch  der  Schnabel  der  einen  Ente  und 
Kleinigkeiten.  Zu  der  Beschreibung  ist  noch  hinzu- 
zufUgcii,  das»  der  Pan  den  Silen  in  sein  liukes 
Ohr  heisst,  wodurch  diu  Situation  de»  letzteren 
äusserst  peinlich  wird,  w-a»  er  denn  auch  durch 
heftiges  Schreien  kuudgiebt.  Die  Gruppe  ist  sehr 


hübsch  und  lebendig  erfunden  und  geht  sicher 
auf  ein  gutes  Original  aus  dem  Anfang  des  dritten 
Jahrhunderts  zurück. 

Palazzo  Corsini  Lung’  Arno. 

331.  D.  267.  Torso  eiuer  Statue  des 
Hephäst,  ergänzt  als  Silen.  Erg.  Kopf  mit 
Hals,  beide  Anne  mit  Schlauch,  beide  Beine  vom 
Gewand  abwärts.  Ganz  unklar  ist,  was  llcydc- 
mann  (3.  Höllisches  Winrkclmannsprogramm 
p.  102)  über  die  Statue  sagt.  Das  Bartende  auf 
der  Brust  oben  ist  nicht,  wie  er  dort  angiebt, 
modern  heransgearbeitet.  Die  t'haraktcristik 
dieses  Bartes,  sowie  da»  eigenartige  derbe  Ge- 
wand (Exomis)  passen  nur  für  Hephäst.  Die  Be- 
handlung de»  Stoffes,  sowie  die  Körpcrfonneu 
weisen  in  das  5.  Jahrhundert.  Als  die  nächsten 
Parallelen  bieten  sich  die  Gewänder  dir  Ama- 
zonen; dieselben  stehen  in  der  Stilisierung  des 
Stoffes  jedoch  auf  einer  noch  älteren  Stufe.*) 
Ans  der  fraglichen  Zeit  wird  uns  imrcinellephästos- 
statue  überliefert,  die  des  Alkamcnes  (Overb. 
S-0  821  u.  822),  deren  Aufstellung  nach  Heisch 
(Eranos  Vindolionensis  1893  p.  1 ff.)  in  das  Jahr 
421.20  fallen  würde,  was  mit  dem  Stil  unserer 
Statue  wohl  vereinbar  ist.  Doch  kommt  man 
über  Möglichkeiten  nicht  hinaus,  Furtwänglcr 
hat  in  den  Meisterwerken  p.  119  ff',  einen  schönen 
Torso  de»  Kasseler  Museums  für  den  Hephäst  des 
Alkamcnes  in  Anpmch  genommen.  Soviel  ich 
weis»,  hatte  Michaelis  mündlich  schon  früher  diese 
Ansicht  geäussert.  An  diesem  Torso  will  ab.r 
Verschiedenes  nicht  für  Hcpliästos  passen ; so  diu 
Gürtung  de»  Gewandes  durch  einen  Ledergurt, 
dessen  Schnalle  aus  Metall  besonder*  angesetzt 
war,  ferner  der  grosse  Mantel,  welcher  auf  der 
Unken  Schulter  aufliegt  und  dann  um  den  I. 
Unterarm  geschlungen  war,  und  endlich  die 
Charakteristik  de»  Stoffe»,  welcher  fein  genug 
ist,  um  das  Glied  leicht  durchscliimnicrn  zil  lassen. 

Nun  kommt  Ares  in  einer  dem  Torso  ganz 
entsprechenden  Tracht  vor,  z.  B.  an  der  Brunnen- 
mündung in  dem  Saal  der  Itcliefs  zu  Neapel 
Nu.  6070,  wo  für  ilio  einzelnen  Gottheiten  be- 
kannte gute  Typen  gewählt  sind,  und  bei  diesem 
Gott  würden  alle  erwähnten  Züge  unbedenklich 
sein.  Diesen  erkenne  ich  denn  auch  in  dem  Torso 
von  Kassel. 

332.  tmpcratorcnstatuc.  Bei  Dütschkc 
p.  110  in  der  Mitte  erwähnt:  Lucius  Vcrns  (49a). 
Diitschkc  hat  nur  ein  Stück  des  Gewandes  für 

*)  Mau  vngl.  such  «I  io  Artemis  Urs  Berliner  Museums, 
Ilcsckr,  Ko.  Dl. 


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Florenz. 


19 


antik  gehalten,  getäuscht  dadurch,  dass  der  nackte 
Körper  von  dem  Gewandteil  gebrochen  gewesen 
ist.  Krg.  Kopf  mit  Hals,  r.  Artu,  1.  Oberarm  und 
I.  Hand,  beide  Unterschenkel  mit  itasis  und  unterem 
Stammende,  manche  Flicken  am  Gewand. 

Hie  Figur  geht  auf  ein  Original  von  der 
Wende  des  5.  zum  4.  Jahrhundert  zurück.  Das 
Gewand  steht  /.wischen  dem  oben  erwähnten  ber- 
liner Asklepios,  ilcschr.  No.  G8  und  dein  Asklepios 
des  Giardino  ßobnli  No.  281  in  der  Mitte.  Voll- 
kommen übereinstimmend  ist  die  Figur  dt»  Opfer- 
priesters, des  Kpibomios,  auf  der  liekannten  l'racht- 
vase  aus  Uumä  mit  Darstellung  der  clcusinischcn 
Gottheiten  (t'ompte-rcndu  1862  T.  111  und  danach 
hei  Baum.  Denkm.  Abb.  520).  Diu  Vase  gehört 
sicher  der  ersten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts  an. 
Wir  erhalten  dadurch  eine  feste  Bestätigung  für 
die  Datierung  des  Originals  unserer  Statue.  Das 
ursprüngliche  Vorbild  stellte  wahrscheinlich  Her- 
mes dar. 

Kino  Wiederholung  derselben  Figur  in  einem 
Hof  lies  l*al.  Pitti  D.  46. 

333.  D.268.  Weibliche  Gewandstatuc. 
Erg.  dor  ganze  untere  Teil  von  dem  Bruch  über 
den  Kniecn  an  abwärts,  beide  Unterarme,  Nasen- 
spitze, Lippen,  r.  Wange  und  das  Diadem,  bi» 
auf  den  Ansatz.  Hals  und  Kopf  waren  mehrmals 
gebrochen,  ebenso  der  Oberkörper. 

Die  Figur  stimmt,  geringe  Abweichungen  ab- 
gerechnet, mit  vier  .Statuen  in  der  Loggia  de’  Lanzi 
überein:  D.  111,569,  das  I iirnat  ioti  über  den  Kopf  ge- 
zogen; I>.  561;  562;  563,  das  Himation  über  den 
Kopf  gezogen.  Die  Figuren  stimmen  in  den  Haupt- 
Motiven  mit  der  unter  No.  296  erwähutun  Gruppe 
überein,  geben  aber  alles  Einzelne  weit  prächtiger 
und  in  reichlicherer  .Stofffülle.  Vgl.  Michaelis, 
Anc.  marld.  in  Gr.  Br.  p.  481  ff. 

334.  D.  269.  Gewandstatuc.  Erg.  der 
ganze  Oberkörper  vom  Gürtel  an  aufwärts  mit 
Ausnahme  des  kleinen  Gewandbausches  über  der 
Mitte  des  Gürtels  und  einem  dreieckigen  Stück 
recht»  davon.  An  dem  Gewand  manches  gcllickt. 
An  dem  antiken,  aber  nicht  zugehörigen  Kopf 
erg.  Nase,  Lippen,  Kinn,  Teile  des  Haares  und 
lies  Ohres  auf  der  r.  Seite. 

Wie  aus  der  Form  der  Hüften  hervorgeht, 
ist  der  Unterkörper  männlich  [und  gehörte  also 
einem  Apollon  Musagetcs  Im  langen  Gewände  and 
Mantel  an,  ähnlich  wie  die  sog.  barbcrinische 
Muse  in  München,  der  unser  Werk  auch  zeitlich 
nahe  steht;  doch  ist  dasselbe  etwas  jünger,  da 
alle  Motive  des  Gewandes  lebendiger  und  reicher 
sind.  Manches  stimmt  mit  der  Eirene  in  München 


überein.  Da»  Original  wird  der  Wende  vom  f>. 
zum  4.  Jahrhundert  angchören.  Das  Fragment 
gewinnt  ein  besonderes  Interesse  dadurch,  dass 
es  Zug  für  Zug  mit  der  Apollonligtir  dos  Sorren- 
tiner  Altars  (ibcrcinstimint,  welche,  wie  Hülsen 
(Köm.  Mittli.  1894,  p.  238  ff ) kürzlich  iiachgcwieseu 
hat , den  Apollon  A c t i u s des  Palatin 
wiedergiebt.  (Vgl.  E.-V.  no.  544.)  Die  barhcriuischc 
Muse  stimmt  thatsächlieh  nicht  mit  der  Relief- 
tignr  überein.  Der  sehr  zerstörte  Kopf  erinnert 
an  die  Köpfe  der  Venus  Genetrix  etc. 

335.  D.  270.  Apollon  Lykelos.  Erg. 
beide  Unterschenkel,  Basis,  Stamm,  I.eyer,  beide 
Arme,  Nase,  Teile  des  Kranzes.  Das  Erhaltene 
war  mehrfach  gebrochen.  Gute  Wiederholung 
des  prnxitclischen  Apollon;  vgl.  Furtwänglcr  in 
Roscher's  mythoi.  Lex.  Sp.  460.  Der  Kranz  ist 
Zuthat  des  Kopisten.  (Ähnliche  Variationen  hei 
dem  Satyr  de»  Praxiteles.) 

336.  D.  271.  Statue  des  Dionysos.  Erg. 
Kopf  mit  Hals,  beide  Arme,  Ober-  und  Unterteil 
des  Stammes,  Basis,  Füssc  mit  dem  unteren  Teil 
der  Unterschenkel,  Flicken  an  der  Stelle,  wo  die 
Oberschenkel  gebrochen  waren. 

Die  I).  utung  als  Dionysos  ergieht  sielt  aus 
den  Kesten  einer  Weinrebe  an  dem  erhaltenen 
Teil  des  Stammes.  Stilistisch  gehört  der  interessante 
Körper  in  den  Anfang  des  4.  Jahrhundert». 

337.  D.  275.  Wiederholung  der  Ar- 
temis Co  Ion  na.  Erg.  r.  Arm  von  der  Mitte 
de»  Oberarmes  an,  1.  Arm,  freistehender  Teil  des 
Köchers,  Hals  und  unbestimmbare  T :,c  ■*“* 
Kopfes.  Das  Wenige,  ' Vs  von  dem  Kopf  erhalten 
ist,  stimmt  mH  dem  Kopf  überein,  der  auf  dem 
berliner  Exemplar  aufsitzt,  aber  dort  nicht  zuge- 
liürcn  soll.  Natürlich  lässt  sich  auch  hier  nicht 
die  Zugehörigkeit  der  wenigen  antiken  Fragmento 
erweisen.  Auf  dem  Kodier  liegt  hier  wie  dort 
ein  Schopf  zierlich  gedrehter  Locken  auf.  Der 
untere  Teil  des  Himation  hat  viele  bemerkenswerte 
Verwantlschaftcu  mit  den  entsprechenden  Teilen 
an  der  älteren  Tochter  der  Niobe  (D.  III,  265) 
unti  dem  kleinsten  Sohn  derselben  (D.  266). 

338  und  339.  D.  280.  AthletcnkCpfchen. 
Nase  und  Unterlippe  und  Ohren  bcstosscu.  Sehr 
gnt  gearbeitet.  Wohl  griechische  Kopie.  Der 
Stil  ist  unverkennbar  skopasisch. 

Palazzo  Vecchio. 

340.  D.  510.  Statue  des  A pollon.  Erg. 
ein  Streifen  im  r.  Oberarm,  1.  Fus»,  Streifen  im 
Gewände.  Beide  Unterschenkel,  der  r.  Fuss  und 
die  Arme  waren  gebrochen.  Der  Kopf  antik, 

2* 


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20 


Kloi  euz. 


aber  nicht  zugehörig.  Vgl.  über  die  Figur  Over- 
beck, Kunstmythologic  de»  Apollon  p.  240  f.  Die 
Haltung  der  Figur,  ihr  Motiv  und  die  licdeutung 
des  Wasservugel»  i«t  vollkommen  unklar.  Man 
muss  wohl  eine  Stütze  unter  dem  Gewand  an- 
nehmen, angedeutet  ist  eine  solche  aber  nirgend». 
Die  Arme  schienen  mir  an  diesem  Exemplar  antik; 
nach  diesen,  aber  auch  nach  den  au  anderen 
Kopien  erhaltenen  lteaten  i»t  es  unmöglich,  dass 
der  Gott  eine  Lyra  gehalten  habe. 

Die  Arbeit  unserer  Kopie  ist  nicht  schlecht, 
wie  Diitsehkc  augii  bt.  Den  Körperrormen  und 
der  eoinplieierten  Stellung  nach  kann  da»  Original 
nicht  vor  dem  licginu  des  .'I.  Jahrhunderts  ent- 
standen sein. 

Der  schöne  Kopf  gehört  dem  praxitelisehen 
Apollon  I.ykcios. 

341.  D.  511.  Wiederholung  des  Anti- 
no u s v om  li  cl vedere-II  erm es  von  A n d ros. 
Erg.  beide  Unterschenkel,  r.  Arm,  I.  Hand  mit 
Flöte,  Stücke  des  Halses.  An  dem  autiken,  aber 
nicht  zugehörigen  Kopf  erg.  Fetasos,  r.  Unterlid, 
Teil  der  Unterlippe  und  viele  Teile  der  llaare. 

Der  Torso  scheint  neben  dem  londoner  Exem- 
plar die  beste  Wiederholung  des  einstigen  Ori- 
ginales zu  sein.  Die  Bildung  des  Körpers,  seine 
Proportionen  und  alle  Detail-Formen  stehen  dem 
Hermes  zu  Olympia  ausserordentlich  nahe.  Die 
griechische  Kopie  von  Andros  beschränkt  sich 
hingegen  mehr  auf  die  allgemeinen  grossen  Züge. 

Der  schöne  interessante  Kopf  gehört  noch  in 
•bs  r\  '•■.'  -hundert ; die  nächsten  Analogien  bieten 
<lic  Münzen  von  Ainos  mit  dem  Hermes-Kopf, 
z.  U.  Baumeister,  Deukm.  Abb.  1083. 

342.  D.  512.  Statue  des  Apollon.  Krg. 
beide  Unterschenkel,  Basis,  beide  Baumstämme, 
Leycr,  beide  Anne,  Teile  am  Kiun,  Uppen,  Nase, 
Stück  der  Stirn  und  der  Haare  über  dein  I.  Ange, 
Kleinigkeiten  an  der  r.  Brauo  und  dem  r.  Ohr. 

Vgl.  über  diesen  Typus  Overbeck,  Kunst- 
my Biologie  des  Apollou  p.  150 f.  und  DIOfT.  Be- 
kanntlich giebt  es  die  Figur  einmal  gruppiert  mit 
einem  Knaben  fraglicher  Bedeutung  (Ovcrb.  Atlas 
T.  XXVI,  18).  Overbeck  hält  die»  für  das  Ur- 
sprüngliche. Es  ist  indes  weit  natürlicher,  das 
Einfache  für  das  Ursprüngliche  und  den  Knaben, 
welcher  in  seiner  Gruppierung  äusserst  unglück- 
lich und  gleichgültig  wirkt,  für  eine  Zuthat  des 
Kopisten  zu  halten,  dessen  Absicht  bei  dieser 
Veränderung  wir  nicht  mehr  deutlich  erraten 
können.  Die  Figur  des  Apollon  ist  für  »ich  voll- 
kommen geschlossen  gedacht  und  verständlich. 
Von  dem  Ausdruck  tiefster  Trauer,  wie  ihn  Over- 


beck in  dem  Kopfe  und  in  der  Haltung  liudet, 
kann  ich  weder  hier  noch  in  besseren  Exemplaren 
etwas  entdecken.  Da»  Original  gehört  nicht,  wie 
Overbeck  meint,  in  hellenistische  Zeit,  sondern  in 
die  erste  Hälfte  dtw  4.  Jahrhunderts.  Das 
j Fragment  aus  dem  fonservatoren- Palast  (Overb. 

| Atlas  T.  XXII,  32;  E-V  480)  ist  keine  Kopie, 
sondern  eine  Weiterbildung. 

343.  D.  513.  Statue  des  Dionysos.  Erg. 
Kopf  mit  Hals,  1.  Unterarm,  r.  Unterarm  nebst 
liaumast,  Glied,  Kopf  des  Panthers.  Die  Schnauze 
der  Nehris  abgebrochen. 

Wie  die  kräftigen  l.oekensträhneu  zu  beiden 
Seiten  de»  Halses  beweisen,  haben  w ir  eine  Statue 
des  Dionysos,  nicht  eines  Satyrs  vor  uns,  wie 
Dlltsrhkc  ailgicbt.  Das  Original  dieser  schönen 
Figur  gehört  der  M'tto  des  5.  Jahrhunderts  an. 
Dasselbe  wird  aus  Bronze  gewesen  und  der  Stamm 
und  der  Panther  somit  eine  Zuthat  des  Kopisten 
sein.  Die  Proportionen  de»  Körpere  stehen  denen 
des  l’olyklet  schon  »ehr  nahe,  und  so  wird  die 
Figur  den  argivischen  Kreisen  entstammen. 

Uffizien. 

344  und  345.  D.  66.  Kolossalkopf  einer 
weiblichen  Gottheit.  Erg.  Büste  und  untere 
Hälfte  des  Halse»,  Kinn,  Unterlippe,  Nase,  Mauer- 
krone und  grosse  Teile  des  Haares  am  lliuterkopf. 
Oberlippe  bestossen.  Seinem  Charakter  nach  würde 
der  Kopf  am  besten  für  Hera  passen.  Die  in  die 
Stirn  fallenden  Locken,  wie  die  stark  geschwun- 
genen Schläfenlöckchen  kehren  ganz  ähnlich  bei 
der  toten  Amazone  aus  dem  Attalos-Weihgcschcnk 
in  Neapel  wieder,  und  in  frühere  Zeit  als  die  erste 
pcrgamcnische  dürfte  das  Original  unseres  Kopfes 
auch  wegen  der  Augen-  und  Hanrbchnudhmg 
nicht  zn  setzen  »ein. 

346.  D.  95.  Kleine  W lederholung  des 
farnesischen  Herakles.  Ergänzungen  bei  D. 
richtig  angegeben. 

Dies  Exemplar  kann  uns  die  reinste  Vor- 
stellung von  dem  einstigen  Originale  geben,  denn 
es  ist  gut  gearbeitet  und  zeigt  nirgends  die 
schwülstigen  Uhertriebenhciten  der  Kolossalfiguren 
in  Neapel  und  im  Pal.  Pitti.  Die  Figur  stimmt  in 
der  eigentümlichen  Haltung  — besonders  des  I. 
Beines  — ganz  mit  dem  bekannten  Silen  überein, 
der  das  Dionysos-Kind  auf  den  Armen  trügt. 
Während  aber  unser  Herakles  sicher  dem  Kreise 
des  Lysipp  entstammt,  gehört  jene»  Werk  in  die 
Schule  des  Praxiteles,  und  die  Gleichheit  in  der 
Haltung  spricht  nur  für  Gleichzeitigkeit  der  Ent- 
stehung. So  hat  man  denn  auch  beide  Gestalten 


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Floren*. 


21 


schon  unabhängig  von  einander  an  das  Ende  des  < Vgl.  Hcydcniann  p.  73,  No.  139,  der  sich  wohl 
4.  Jahrhunderts  gerückt.  mit  Hecht  für  das  Ballspielen  als  Motiv  der  Statuette 

347.  I).  101.  Statue  der  Aphrodite.  entscheidet.  Zu  den  bei  D.  angeführten  Repliken 

Ergänzungen  bei  D.  richtig.  kommt  Museo  Torlonia  315  hinzu. 

Eine  sehr  ähnliche  Figur  ist  eine  Aphrodite-  35?.  D.  144.  Statue  einer  Nymphe  mit 

Statuette  in  Berlin  (licschr.  No.  22;  vgl.  auch  l’anther  ('?).  Erg.  Kopf  mit  Hals,  r.  Arm, 

ebendort  No.  34).  halber  I.  Arm.  Das  r.  Hein  mehrfach  gebrochen; 

348.  D.112.  W eibliche  (Icwaudst  at  iic.  auch  der  Kopf  de»  Tiere»,  an  dem  die  Ohren  er- 

Von  dem  Kopf  ist  nur  das  Qeaicbt  mit  einem  gänzt  sind,  war  gebrochen.  Die  I /hoher  im  Ge- 

Teil  der  Haare  oben  und  an  der  r.  Seite  antik,  wände  sind  natürlich  nicht,  wie  D.  angiebt,  bc- 

Erg.  ferner  Nasenspitze  und  Teil  der  r.  Wange.  absirhtigt. 

Die  Figur  ist  sehr  schlecht  gearbeitet  und  auch  Das  Ende  de»  Halsbandes,  das  der  l’anther 

in  den  l’ro|K>rtionon  arg  verfehlt.  Ihr  Original  trägt,  lauft  an  dem  Hinterkopf  desselben  in  die 

muss  noch  dem  5.  Jahrhundert  nngehöit  haben.  : Hübe;  seine  Fortsetzung  wurde  also  von  der  I. 

349.  D.  112.  Kopf  der  Statue  345.  Auch  i Hand  der  Nymphe  gehalten.  Hierdurch  ergiebt 

dieser  gehört  in  da»  5.  Jahrli.,  n.  zw.  in  den  »ich  eine,  sprechende  .Situation,  welche  auch  für 

engsten  Kreis  des  l’hidias,  ist  aber  sicher  nicht  die  Deutung  der  Gruppe  von  Wichtigkeit  ist.  Das 

zur  Statue  gehörig.  . Tier  ist  der  Begleiter  der  Nymphe  auf  ihren 

350.  D.  127.  Nike.  Erg.  r.  Arm,  I.  Hand,  1 eiligen  Streifzflgen  durch  die  Berge;  sie  hält  das- 

oherer  Teil  der  l’nlinc,  ltansch  de»  Gewandes  am  selbe  an  festem  Hantle  gefesselt.  Gehorsam  bleibt 

r.  Oberschenkel  aussen,  Streifen  im  Hals,  Nase  es  in  Rull«  bei  seiner  Herrin,  aber  der  Kopf 

und  Kleinigkeiten.  Mehrfach  gebrochen.  Der  h endet  sich  fragend  nach  oben,  denn  die  Nymphe 

Kopf  ist  sicher  zugehörig,  da  die  Haarsträhne,  hat  sich  in  heftiger  Bewegung  auf  die  Zelien- 

w eiche  auf  der  I.  Schulter  liegt,  ölten  ansetzt.  spitzen  erhoben  und  die  rechte  hoch  erhobene 

Dadurch,  dass  sieh  ein  Teil  des  Palnicnsticlce  Hand  muss  ein  Attribut  geschwungen  haben.  All 

erhalten  hat,  ist  die  Deutung  gesichert.  Die  rieh-  diese  Motive  sind  aber  erst  bedeutungsvoll,  wenn 

tige  Ergänzung  ergiebt  sich  durch  No.  286,  eine  wir  die  Gruppe  in  eine  Jagd  hineindeiiken  und 

bessere  Wiederholung  desselben  Originales.  Dort  also  der  Nymphe  einen  geschwungenen  Speer  in 

aber  ist  die  Figur  durch  das  Attribut  des  Füll-  die  Rechte  geben.  Dieser  wird  im  nächsten  Mo- 
horns zu  einer  Tycho  gemacht.  Glücks-  nnd  ment  hinansfiiegen,  ihm  nach  die  Jägerin  und  mit 

Sieges-Göttin  stehen  »ich  ja  im  Wesen  nahe.  Der  ihr  da»  der  Fessel  entledigte  Tier.  Es  ist  also 

Kopf  unserer  Figur  schliesst  sich  nicht  ohne  Be-  eine  Gefährtin  der  Artemis,  die  wir  in  diesem 

deutung  und  im  Einklang  mit  der  Erscheinung  zart  gebauten  jugendlichen  Wesen  zu  erkennen 

dos  Körper»  in  dem  durchsichtigen  Gewände  an  ! halten.  Sonst  könnte  man  ja  nur  noch  an  eine 
den  späteren  Aphrodite-Typus  an.  Münadc  denken;  bei  dieser  Deutung  aber  würde 

Auf  das  gleiche  Vorbild,  wie  diese  beiden  weder  die  Bewegung  der  Figur  selbst,  noch  da» 
Figuren,  geht  eine  8talue  in  der  Münchener  Glypto-  , Halten  des  Tiere»  an  dem  fest  geschlungenen 
flick  zurück,  die  t'eres  im  schwarzen  Gewände  Halsband  seine  Erklärung  finden, 
in  dem  Saal  der  farbigen  Bildwerke  (Bcscbr.  Bei  unserer  Deutung  aber  giebt  nun  die  dar» 

No.  298).  Tenerani  hat  sieh  bei  der  Ergänzung  gestellte  Verwendung  eine»  Panthers  oder  pantbor- 

zu  einer  Demeter,  welche  mit  der  Fackel  die  ver-  ähnlichen  Tieres  zur  Jagd  einen  gewissen  Anhalt 

lorene  Tochter  sucht,  wohl  durch  das  ernste  für  Herkunft  nnd  Datierung  des  Originales.  Eine 

Schwarz  des  Gewandes  leiten  lassen,  und  wir  derartige  Abrichtung  und  Verwendung  des 

w erden  unten  bei  No.  357  allerdings  eine  derartig  Panther»  oder  vielmehr  des  Geparden  ist  uns  nur 

sinnreiche  Verwendung  des  dunklen  Materiales  an-  aus  Ägypten,  dort  allerdings  schon  aus  sehr  alter 

erkennen  müssen;  bei  der  Münchener  Figur  aber  Zeit  bekannt  (Vgl.  Keller,  Tiere  des  klass.  Alter- 
scheint diese  doch  mehr  spielender  Absicht  ent-  thuins  p.  146).  Eine  Übertragung  dieses  Factums 

»prangen  zu  »ein,  und  wir  w erden  Brunn  liecht  geben.  aus  der  wirklichen  in  die  mythische  Welt  kann 

wenn  er  die  Gestalt  dein  Kreise  der  den  oberen  Gott-  aber  "erst  stattgefunden  haben,  als  den  Griechen 

beiten  dienenden  Wesen,  wie  Horen  u.  a.  zu-  die  eigcnthiimlichen  Sitten  Ägyptens  in  vollem 

schreibt.  Umfange  erschlossen  waren,  d.  h.  in  der  alexan- 

351.  D.  139.  Erotenstatue.  Der  Kopf  drinlschen  Epoche.  In  dieselbe  Zeit  weist  unsere 

war  gebrochen,  ist  aber  antik.  Gruppe  auch  der  ganze  stilistische  Charakter;  die 


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22 


Florenz. 


Behandlung  des  wehenden  Gewandes  findet  in 
einigen  sogen,  neu-attischen  Reliefs  die  nächsten 
Parallelen.  In  specieil  alexandrinischen  Künstler- 
kreisen wird  das  Original  unserer  Gruppe  ent- 
standen sein. 

Die  C'otn poaition  derselben  verdient  hohes 
Lob,  vor  allen»  die  Art,  in  der  das  Momentane, 
Gespannte  in  der  Handlung  zum  Ausdruck  ge- 
bracht ist;  dann  die  höchst  e!egaute,  chiastische  I 
Bewegung  des  jugendlichen,  weiblichen  Körper»  ' 
und  endlich  die  überaus  reizvolle  Wirkung  de» 
Winde»  in  dein  zarten  Stoffe  de»  Gewarnte». 
Auch  die  Arbeit  an  unserem  Exemplare  ist  I 
nicht  schlecht,  kommt  aber  über  äussere  Eie-  * 
ganz  nicht  hinaus. 

Vgl.  Hcydcmann  p.  73. 

353.  D 177.  Statue  der  Ilygicia.  Erg. 
r.  Unterarm,  1.  Hand  mit  Schale,  Teilen  des  Ge-  , 
w amles  und  der  Schlange,  viele  Teile  des  übrigen  | 
Gewände»;  an  dein  nicht  zugehörigen  Kopf  erg.  ; 
der  ganze  Ober-  und  H'ntcrkopf,  Kinn,  beide 
Unterlider  mit  dem  grössten  Teil  der  Augäpfel. 
Das  Gesicht  war  mitten  dnrchgcbrochcn.  Die 
Figur  gehört  ’n  die  Übergangszeit  des  Kcphisodot. 
Ili  t findet  der  Stil  und  die  Idee,  «lass  Hygieia 
die  Schlange  wie  ein  Kind  in  dem  Bausch  ihres 
Gewandes  birgt,  die  nächsten  Parallelen.  Man 
vergl.  besonders  die  Athcna  m t der  Schachtel, 
aus  der  die  Krichthouios-Scklange  schlüpft,  in 
Paris  (.siche  Besclir.  der  ant.  Sculpt.  Berlin  No.  72).  | 
Sehr  ähnlich  ist  die  llygieia  einer  Münze  von  I 
Pergamon  (Müller-Wieseler,  Denkm.  I No.  219  h).  | 

Das  Kopffragmeut  scheint  von  einem  Werk 
aus  dem  Kreise  de»  Skopa»  zu  stammen. 

354.  D.  182.  Statue  des  Asklepios. 
Erg.  auch  der  r.  Arm. 

Die  Figur  repräsentiert  einen  wenig  er- 
freulichen Typus  etwa  vom  Endo  des  5.  Jahr- 
hunderts. Sehr  ähnlich,  aber  keine  Replik  ist 
der  Asklepios  aus  schwarzem  Marmor  in  der 
Mitte  des  Saloue  im  capito  Untschen  Museum. 

355.  D.  200.  Jugendliche  männliche 
Statu  e.  Ergänzungen  bei  I >.  richtig. 

Das  Original  dieser  Figur,  wohl  ein  Hermes, 
ist  nicht  vor  dem  Ende  de»  4.  Jahrhunderts 
vorauszusetzen. 

356.  1>.  209.  Musenstatue.  Erg.  r.  Hand, 

1.  Unterarm  und  die  Hörner  der  Lyra,  der  untere 
Teil  de»  Pfeilers.  Der  Kopf  war  gebrochen,  ist 
aber  zugehörig. 

Die  Figur  ist  in  ihrer  Abscheulichkeit  äusserst 
charakteristisch  für  das  letzte  Stadium  der  ab- 
»tcrbendeii  Antike. 


357.  D.  213.  Statue  der  Demeter.  Erg. 
r.  Unterarm,  I.  Hand,  Nasenspitze,  Kleinigkeiten 
am  Gewände.  Der  Kopf  war  gebrochen,  ist  aber 
zugehörig.  Da»  Gewand  ist  nicht  aus  Basalt, 
sondern  aus  schwarzem  Marmor. 

Die  Figur  wird  als  Demeter  bestimmt  durch 
die  für  diese  Gottheit  um!  ihre  Tochter  typische 
Gewandung.  Viele  Beispiele  in  Overbeck»  Kiinst- 
my Biologie  (Atlas  T.  XIV,  XV  u.  XVIII)  auf  Votiv- 
reliefs und  Vasen  bildern.  So  erscheint  Kore  auf  dem 
schönen  Vasen bild,  da»  ihre  Ziirückfüliriing  zur 
Mutter  durch  Hermes  und  Hekate  darstellt.  Sta- 
tuarisch erhalten  an  einer  Figur  des  Pal.  Doria, ( K erb, 
a.  a.  D.  T.  XIV,  24.  Nach  dieser  dürfen  wir 
auch  unsere  Figur  ergänzen.  Der  r.  Unterarm 
war  erhoben  and  die  Rechte  fasste  eine  Fackel; 
die  Linke  hielt  einen  Straus«  von  Mohn  und  Ähren. 
Als  besonderes  Kriterium  kann  hier  aber  noch 
das  Ornament  des  D'adems  gelten,  «bis  eiu  Ge- 
liecht von  Ähren  darstelt.  Die  Entscheidung  für 
die  Mutter  fonlern  die  vollen  matronalcn  Formen 
der  Gestalt  und  de»  Gesichtes  und  das  schwarze 
Gewand.  Denn  wrir  dürfen  wohl  anuclnmii,  das« 
die  Farbe  liier  nicht  ohne  Bedeutung  sei,  viel- 
mehr an  die  trancrvollc  Zeit  de»  vergeblichen 
Suchen»  nach  der  Tochter  gemahnen  soll,  in  der 
die  Göttin  nach  dem  homerischen  Hymnus  sich 
den  dunkelfarbigen  Schleier  um  die  Schultern  warf. 

Die  Figur  kann  uns  eine  Vorstellung  von  den 
Akrolithen  der  Alten  gehen.  Auch  können  wir 
uns  leicht  ihre  einstige  volle  farbige  Erscheinung 
vor  Augen  stellen,  wenn  wir  Haare,  Augen  und 
Lippen  gemalt,  Diadem,  Fackel  und  Straus»  aber 
vergoldet  denken,  in  prächtigem  Uontrast  zu  dem 
I ernsten  Schwarz  de»  Gewände». 

Dem  Stil  nach  gehört  die  Figur  in  die  Über- 
gangsperiode des  5.  zum  4.  Jahrhundert. 

358  und  359.  Kopf  der  Statue  357.  Der 
Kopf  ist  von  einer  ganz  eigenartigen  Grossheit 
und  Schönheit.  Leider  ist  d e Arbeit  unseres 
Exemplare»  dem  Vorwurf  nicht  entsprechend. 

Die  eigentümliche  Form  des  Diadems  ist  mir 
nur  aus  einem  weiteren  Beispiel  erinnerlich,  von 
der  Statue  No.  287  iiu  Giardino  Boboli. 

360.  D.  230.  Statue  des  Apollon.  Erg. 
Vorderteil  der  Basis,  r.  Fuss  mit  Vorderteil  der 
Schlange,  Zehen  de»  1.  Kusses,  beide  Arme,  obere 
Teile  der  Lyra,  Hals  und  an  dem  nicht  zuge- 
hörigen Kopfe  Kiun  und  Nase. 

Dargestellt  ist  sicher  Apollon.  Für  ihn  allein 
passt  Lyra  und  Schlange. 

361.  D.  242.  Statue  des  Apollon.  Die 
beulen  Arme  sind  sicher  ergänzt ; ebenso  die  rechte 


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Floren* 


23 


obere  Ecke  de»  Felsens.  Der  Köcher  ist  ange- 
setzt, aber  gesichert  durch  die  erhaltenen  Bänder. 
Mit  der  Haltung  der  Arme  und  den  Attributen 
wird  der  Ergänzer  allerdings  das  Richtige  ge- 
troffen haben,  wenn  er  auch  mit  den  letzteren 
nicht  „Stübchen  zum  Weissagen*  (Wieseler)  ge- 
meint hat,  sondern  Pfeil  (Rechte)  und  llogou 
(Linke).  Vcrgl.  Münzen  von  Antiocheia  bei  Bau- 
meister, Denkm.,  Münzkunde  Abb.  1108  und  1109. 
Ilcydcmann  p.  74. 

362  und  363.  D.  245.  Jttnglingskopf. 
Der  Kopf  sitzt  auf  dem  Torso  de»  myronischen 
Diskobolen.  Er  ist  vollkommen  unversehrt.  I.eider 
ist  die  Arbeit  nicht  hervorragend.  Sein  Original 
gehört  in  die  Mitte  des  4.  Jahrhunderts. 

364  und  365.  1>.  263.  Kopf  der  sogen. 
N io  bidcn-Trophos.  Erg.  der  untere  Teil 
der  Nase. 

Der  schöne,  fein  gebildete  Kopf  gehört  noch 
an  «las  Ende  de»  5.  Jahrhunderts.  Die  Behand- 
lung der  Haare  ist  ähnlich,  wie  bei  der  Aphrodite 
mit  «lom  Schwert  von  Epiilauros.  Sehr  ähnlich 
ist  der  Ilygicla-Kopf  der  Mßuzen  von  Metapont 
ans  der  Zeit  um  400  (Koscher,  13 LSI h Lex.  Sp. 
2780).  Eine  bessere  Wiederholung  in  Siena  im 
Besitz  de»  Marchese  t'higi,  eine  weitere  lebens- 
grosse grobe  Wicderhidung  im  Museo  Civieo  von 
Bologna  aus  der  Sammlung  der  Universita.  (Die- 
selbe war  zum  Einsetzen  in  eine  Statue  gearbeitet. 
Nase  abgestos» en ; Augensterne  tief  cingcgrabvn.) 
liier  schliessc  ich  gleich  an: 

366.  Weiblicher  Kopf.  Erg.  Nase.  Der- 
selbe ist  nicht  bei  D.  verzeichnet;  er  steht  in  dem 
Ycrbiudnngsgang  zwischen  Uffizien  und  Pal.  l'itti, 
wohin  er  aus  l'oggio  imperiale  gekommen  ist. 
Die  Arbeit  ist  ziemlich  roh,  und  ausserdem  hat 
der  Kopf  durch  Wasser  gelitten.  Er  ist  stilistisch 
nahe  mit  dem  vorigen  Kopf  verwandt;  die  Ori- 
ginale waren  sicher  von  demselben  Künstler. 
Auch  er  war  zum  Einsetzen  in  eine  Statue  ge- 
arbeitet. 

Ein  weiterer  hierher  gehöriger  Kopf  sitzt  un- 
zugehörig  auf  einer  Wiederholung  der  Artemis  L'o- 
lonna  in  l’asino  Borghese  (Eingangssaal,  rechts 
von  der  Tliilr). 

367.  D.271.  Kopf  eines  Triton.  Nur  einen 
solchen  und  weder  einen  Flussgott  noch  Okcanos 
(Heydcmanu  p.  74)  kann  der  Kopf  darstellen. 
Für  den  letzteren  fehlt  ihm  die  Würde,  für  den 
ersteren  die  Ruhe.  Der  Kopf  ist  ausserordentlich 
charaktervoll.  Er  sehlicsst  sieh  wohl  noch  ziem- 
lich eng  an  die  Schöpfungen  de«  Skopas  an. 


Er  wie  D.  272  steht  jetzt  am  Ende  des 
3.  Ganges,  D.  273  am  Anfang  des  1. 

368  und  369.  Ü.  321.  Bärtiger  Götter- 
kopf. Ergänzungen  bei  D.  richtig  angegeben. 
Sehr  mässige  Kopie  eine»  Götterkopfe»  aus  dem 
Ende  de«  5.  Jahrhundert«. 

370  und  371.  D.  322.  Bärtiger  Götter- 
kopf. Ergänzungen  bcil).  richtig  angegeben.  Mittel- 
gute Kopie  nach  einem  Original  aus  der  Mitte  des 
5.  Jahrh.  Die  nächste  stilistische  Parallele  bietet 
der  Kopf  de»  sog.  heroischen  König»  in  der  Mün- 
chener Glyptothek  (Xo.  ICO).  Die  Behandlung  der 
Haare  in  einzelnen  dicken  Locken,  «las  breite, 
Haeh  aufliegende  Band  und  die  betonte  Querfalte 
auf  der  .Stirn  finden  sich  ganz  übereinstimmend 
liier  und  dort.  Allein  Andere»,  wie  vor  Allem  die 
Kopfform,  ist  verschieden.  Ein  ähnliche»  Stück, 
keine  Replik,  ist  im  Lateran,  B-S  382  (auf  Phot. 
Molins  2887). 

372.  D.  354.  Fragment  einos  grie- 
chischen Votiv rclicfs  Erg.  an  «lein  vor- 
deren Pferd  der  Unterschenkel  de«  r Hiuter- 
bcincs  und  de»  r Vorderbeines,  der  Huf  des  I. 
Vorderbeine»,  an  dem  hinteren  Pferd  die  Schnauze. 
Das  schöne  Fragment  stammt  aus  der  Zeit  de» 
Parthenon. 

373.  D.417und418.  a.  Apoll  niitMusen. 
Es  liegt  gar  kein  Grund  vor,  in  «lern  Gott  Dionysos 
und  nicht  Apoll  zu  erkennen.  Zu  h.  vgl.  Heyde- 
mnnn  p.  74  und  Overbeck,  Kunstmythol.  «1er  Demeter 
p.  51ö  f. 

374.  D.  425  und  Anhang  p.  259  f.  Kopf 
eines  Fettschwanzschafes.  Hcydemann  p 74. 

375  und  376-  D.  471.  Kopf  des  Zeus 
Ammon.  Ergänzungen  bei  D.  richtig.  Over- 
beck, Kunstmythol.  de»  Zeus  p.  280  No.  14.  Der 
geile  tierische  Ausdruck  ist  vorzüglich  gegeben. 
Das  Original  aus  dem  4 Jahrhundert. 

377.  D.  607.  Relief  mit  Darstellung 
eines  Tuchladen».  Die  hehlen  Männer,  welche 
zu  Selten  der  Sitzenden  stehen,  sind  wohl  die 
Sclavcn  der  Käufer  Die  Darstellung  ist  ausser- 
ordentlich lebendig  Die  Ausführung  hält  sich 
ganz  an  die  bei  «len  alexandriiiischcu  Kcliefbihlern 
übliche  Manier. 

378.  D.  610.  Volivrelief  an  Dionysos. 
Vgl  Heyilcmann  p.  75;  Hauser,  Neuattische  Reliefs 
p.  13  No.  9 uud  Winter,  60.  Berliner  Winckel- 
mannsprogramm  p.  97. 

379.  D.  533.  Relief  mit  Darstellung 
eines  Stickerei-Ladens  Vollkommenes 
Gegenstück  zu  370,  wahrscheinlich  von  denselben 
Hand. 


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Wörlitz. 


24 

Kunsthandel. 

3S0.  Statue  eine»  Knaben.  II.  ca.  1,40. 
Griech.  Marmor.  Erg.  Kopf  m.  Hals,  beide  Anne 
von  der  Mitte  der  Oberarme  au,  1.  liein,  r Iiein 
von  der  Mitte  den  Oberschenkels  an,  Glied,  be- 
findet sieh  bei  dem  Kunsthändler  A.  Mellt,  Via 
Guicciardini  26  und  will  aus  einer  Villa  in  der 
Nähe  von  Ferrara  stammen.  Ziemlich  gute  Ko- 
pistenarbeit. Das  Original  muss  einer  attischen 
Schule  vom  Ende  des  5.  Jahrhunderts  angehören. 
Die  Ergänzung  der  Arme  hat  jedenfalls  das  nich- 
tige getroffen. 

Hei  dein  Kunsthändler  Hardini  befinden 
sich  unter  Anderem : verschiedene  gute  römische 
Porträts  mit  erhaltener  IHlste,  zwei  nach  der 
Form  der  letzteren  ans  rcpublicanischer  Zeit; 
ein  vorzüglicher  Barbaren  köpf;  du  sehr 
schönes  Kn  lest  lick  einer  sitzenden  Figur  mit 
Drap  i e r u n g , in  der  die  Liegefalten  angedcutct 
sind,  doch  ist  das  Original  mindestens  um  ein 
Jahrhundert  älter  als  die  pergamenische  Schule  i 
die  aus  Villa  Horghese  stammende  Wiederholung 
der  in  einen  l«orlieer  sich  verwandelnden 
Daphne  ohne  Kopf  und  Hände  (ahg.  bol 
Brunn  - Brock  uiann  Taf.  260);  ein  lebhaft  in 
chiastischer  Bewegung  vorwärts  eilender  Jüng- 
ling (vorgestreckt  der  r.  Arm,  vorgesetzt  das 
1.  Bein;  fehlen  der  r.  Arm  von  der  Mitte  des 
Oberarmes  an,  I.  Arm  mit  Schulter,  beide  Unter- 
schenkel; der  fein  geformte,  reich  gelockte  Kopf 
ist  nach  rechts  vorgestreckt),  dessen  Original  nach 
der  sehr  naturalist'schen  Behandlung  des  weichen 
Körpers  (vgl.  «len  Hypnos  in  Madrid  und  die 
Bronze  aus  Xanten  in  Berlin,  Besch r.  No.  4)  nicht 
vor  dem  Ende  des  4.  Jahrhunderts  denkbar  ist; 
endlich  ein  ebenfalls  aus  Villa  Borghese  stammender, 
vorzüglich  gearbeiteter,  bisher  noch  in  keinen 
weiteren  Exemplaren  bekannter,  polyklcthehcr 
Körper  mit  ungebrochenem  Kopf  (griechischer 
Marmor;  die  Grösse  des  Doryphoros;  die  Arme  bis 
auf  die  Ansätze  abgebrochen,  ebenso  das  r.  Bein  in 
der  Mitte  dt»  Oberschenkels;  ergänzt  die  Nase,  die 
1.  Hüfte  mit  dem  Ansatz  des  Beines);  der  I.  Arm 
war  erhoben,  der  r.  gesenkt;  der  Kopf  neigt  sich 
stärker  als  bei  dem  Doryphoros,  etwa  in  der  Art 
des  sich  bekränzenden  Knaben,  in  der  Hiehtmig, 
in  der  sich  die  r.  Hand  befunden  haben  muss: 
die  Behandlung  des  feinen,  vornehmen  Kopfes 
und  der  Körperformen  weist  das  Werk  in  die 
spätere  Entwickelung  des  Polyklct. 

Es  wurde  nicht  gestattet,  Photograph ieen  zu 
nehmen.  


Wörlitz  (bei  Dessau). 

Wilhelm  Ilosaeus,  die  WOrllticr  Antiken. 
Dessau  1873.  Daselbst  früher"  I.ittcratnr. 

Ilosaeus  2,  der  auch  in  Abgüssen  (z.  1t. 
München  und  Berlin,  Frirderiehs- Wolters  lGOü) 
verbreitete  schöne  (alter  nicht  originale)  weibliche 
Kopf,  dessen  Urbild  nicht  lange  naeli  400  auztt- 
setzen  ist,  wird  in  den  „Denkmälern  gr.  und  röm. 
Sculptur“  veröffentlicht  werden. 

381-384.  Altertümlicher  Jünglings- 
kopf. Ilosaeus  5.  Grobkörniger  parischer  Mar- 
mor. Seit:  Nase,  Teil  der  Uppen,  Stück  am  Hals, 
Einzelnes  an  den  hocken  des  hintern  Ilaarkranzos; 
die  antike  Büste  nicht  zugehörig.  Das  Ilaar  intaet. 
Gute  Kopistenarbeit.  Ich  hin  nicht  im  Stande, 
diesen  interessanten,  bisher  unr  in  dieser  einen 
Keplik  bekannten  Typus  einem  bestimmten  Meister 
ziizuschreibeu  und  begniige  mich  daher  mit  der 
Aufzählung  der  ihm  am  näclistcn  stehenden  Monu- 
mente. Den  U Barabschluss  ühcr  der  Stirn  hat  er 
gemein  mit  der  Sehntztlehenden  Harberini  (s.  unten 
No.  483  und  484),  dem  Kopfe  der  Münchner  Glypto- 
thek No.  40  (Fnrtwingler,  Meisterwerke  p.  llä, 
Fig.  21)  und  dem  diesem  sehr  verwandten  des 
l’ula/.zo  Torlonia  Matz-Dnhii  234  (Phot,  hei  l)r. 
A Kaikuianii).  Die  Bildung  der  Seitenloeken 
über  den  linken  Schläfen  mit  den  eingerollten 
Enden  kehrt  ganz  ähnlich  wieder  am  Kassler  Apoll 
und  seinen  getreuen  ltcplikeu,  sowie  an  dem 
myroiiischcn  Herakles  des  l'alazzo  Alt  mips  (Kalk- 
mann,  Proportionen  des  Gesiebtes  Taf.  2);  auch 
der  sog  Jakrhos  de»  Braccio  nuovo  (Helbig, 
Führer  I,  9),  bei  dem  ausserdem  die  Bildung  des 
Naekeuhtuurea  zu  entspreehon  scheint,  sowie  der 
Asklepios  der  Uffizien  D.  108  (E-V  02  und  93) 
otlcr  vielmehr  seine  genaueren  Heplikeii  (vgl 
E-V  240  und  241)  sind  für  die  Behandlung  des 
Haare»  zum  Vergleiche  heranzuziehen.  Diese 
Parallelen  führen  auf  ein  attisches  Original  ans 
der  Zeit  um  480.  Es  wäre  sehr  zu  wünschen, 
dass  der  Kopf  geformt  würde. 

385.  Gruppe,  restauriert  als  Theaeus  mit 
der  athenischen  Jugend,  die  ihn  als  Minotaurus- 
toter  preist.  Ilosaeus  9.  Brunn  in  den  Verb.  d. 
Dessaucr  Phil.-Vcr».  1881,  p.  189  ff.  Bezüglich 
der  Ergänzungen,  die  sehr  geschickt  gearbeitet 
und  mit  Sinter  Hbcrschmicrt  sind,  weichen  meine 
Notizen  in  einigen  Punkten  von  den  Angaben  bei 
Hnsaeus  und  Brunn  ab.  Ich  habe  das  Folgende 
angemerkt:  an  der  .lünglingslignr  ist  alt  der  r. 
Fuss,  die  Zelten  des  1.,  die  untere  Hälfte  des 
Stamme»  mit  Sehwanzende  und  Klaue;  das  che- 


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Wörlitz. 


malige  Vorhandensein  der  (rcstanr  orten)  Keule 
ist  durch  den  Astanfang,  auf  dem  sie  aufsitzt,  (re- 
sidiert. Von  der  kniceuden  Figur  I.  ist  nur  da* 
Unterteil  etwa  2 ein  oberhalb  der  jltasis  antik, 
ferner  Zellen  und  Sohle  des  r.  Kusses  und  das  1. 
Unterhein  vom  Knie  ab  eainnit  Kuss.  An  der 
deui  Jüngling  zu  nächst  stehenden  vorderen  Müd- 
cbenfigur  ist  Kopf  und  r.  Ami  ergänzt,  an  der 
hintern  Mädchenfigur  der  Kopf  sowie  der  r.  Unter- 
arm mit  dein  Gewandzipfel.  Ausserdem  sind 
Kleinigkeiten  an  der  liasis  restauriert.  Darnach 
ist  also  die  Kxhdctiz  einer  Gruppe  von  vier  Figuren 
auf  zugehöriger  liasis  erwio-cn,  und  zwar  eines 
(wie  das  Maas«  des  Kusses  ergiebt)  grösser  ge- 
bildeten Jünglings,  der  nach  Keule  und  Keil  nur 
Herakles  oder  Thesen*  seiu  kann,  und  dreier 
weiblicher  Figuren , deren  eine  kniet.  Ob  die 
von  llosaeiis  und  lirunn  statt  der  früheren  in 
Vorschlag  gebrachte  Deutung  auf  Henkln  und 
Auge  das  nichtige  trifft,  müssen  Kenner  der 
Mythologie  entscheiden;  dass  die  beiden  Mädchen 
zur  Linken  des  Jünglings,  die  doch  nicht  blosse 
Nebenfiguren,  wie  etwa  die  AntJnpe  beim  far- 
nesischen  Stier,  hier  a'so  etwa  Tenipeldienerinnen 
der  Athcna,  zu  seiu  scheinen,  dabei  keine  ge- 
nügende Interpretation  erfahren,  ist  fiir  mich  ein 
starkes  liedonken  gegen  den  Krkllrungavorsehlag. 
Ilruun  hat  denselben  zu  stützen  geuicht  durch  den 
Hinweis  auf  die  Qualität  des  Marmors,  der,  wie 
meine  Untersuchung  bestätigt  hat,  der  bläuliche 
klcinaaiatische  der  Scnipturcn  von  Pergamon  und 
Kvzikos  ist ; der  Mythus  von  Herakles,  Auge  und 
Telephon  ist  aber  eine  der  perganicnischcn 
tiründiitigssagen.  lirunn  erklärt  darnach  sowie 
nach  der  Form  der  Plinthe,  die  in  ihrer  singulären 
Form  mit  der  des  .Schleifers  der  Tribuiia  fibcrcin- 
stimmt,  und  nach  der  Glättung  der  Marmorolicr- 
tiärhe  (dieses  allerdings  kaum  mit  Hcelit,  da  ich 
die  angebliche  Glättung  der  aus  Italien  stammen- 
den perganicnischcn  Sculpturcn  fiir  Renaissance- 
|M>litnr  halte)  die  Würlttsor  Gruppe  für  ein  per- 
gamenischcs  Original,  und  zwar  Tür  die 
freie  Übertragung  eines  Werkes  von  grösserem 
Maassstabo  in  kleinere  Verhältnisse,  wie  man  dies 
auch  Dir  einige  der  Figuren  des  attalischcn  Wcih- 
gesehenks  voraiissctzen  darf.  Art  des  Marmors, 
Form  der  I’linthe  und  Anordnung  einer  Gruppe 
von  vier  Personen  auf  einer  Hais  empfehlen  meines 
Krachten*  llrtimis  siilistisehe  Kinreihung  de* 
Stückes.  Die  Arbeit  allerdings,  die  naeli  Hrunn 
„in  einigen  wohlerhnltencn  Gcwandpartieen  nicht 
eines  bestiuunten  t harakters  entbehrt,  der  sie  von 
römischer  Kopistcnarbeit  wesentlich  unterscheidet“, 


25 


schien  tnir  keine  auf  ein  Original  weisende  Spuren 
zu  tragen.  Ich  bedaure,  keine  besonderen  grösseren 
Aufnahmen  der  beiden  stellenden  Mädchen  her- 
gestellt zu  haben.  Man  könnte  dann  auch  besser 
erkennen,  ob  die  Anordnung  ihrer  Gewänder  Ana- 
logieou  mit  Pergamenischem  zeigt. 

386  und  387.  llosaeiis  IO,  Kopf  des  Apol- 
lon (?).  Neu:  ilrust,  Teil  des  Halses,  Teil  des 
j Kinnes,  läppen,  Nase,  der  hintere  llaarzopf,  der 
| sog.  Krohylos,  dessen  Ansätze  aber  alt  sind,  und, 

I wie  es  scheint,  Mehrcres  auf  dem  Oberkopfe. 
Stark  geputzt.  In  Frisur,  Stimbildting  und  Gesichts- 
oval erinnert  der  Kopf  all  den  der  capitoüniselien 
Aphrodite  und  an  den  Kopf  der  kauernden  Aphro- 
dite des  Daedaltis  von  llithynicti  (ähnlich  auch 
der  Münchner  Kopf  aus  Ciiinac  N 1. 110  in  seiner 
: neuen  Restauration)  und  wird  wie  diese  dem 
3.  Jalirti.  angehören.  Das  Neapler  lind  das  vor- 
treffliche Torlolliasche  Kxeniplar  (No.  170)  der 
kauernden  Aphrodite  haben  Stirn-  und  Schläfen- 
löckehcn;  vgl.  olien  Text  zu  No.  273:  die  Uotiibi- 
nation  beider  erst  an  Werken  der  ersten  |»erga- 
menisriieu  Schule  sicher  nachweisbar.  Durch 
Vergleichung  säumitlichcr  Repliken  der  Daedaltis- 
aphrodite  müsste  allerdings  untersucht  werden, 
oh  dieses  Detail  auch  dem  Originale  zu  eigen  war. 
Die  capitolinischc  Aphrodite  und  der  Wörlitzer 
Kopf  haben  nur  Scliläfeulöckclien,  sind  also  viel- 
leicht etwas  älter  als  Daedaltis,  d.  Ii.  ans  dein 
Heginn  des  3.  Jahrlt.  Wegen  seines  ernsten  lind 
stillen  Ausdrucks  scheint  mir  der  Kopf  eher  Apoll 
als  Aphrodite  oder  Artemis  darzustellon. 

388  390.  Oberteil  einer  ltcplik  der 
Soaiklcsatnazone.  llosaeiis  11.  Friederiehs- 
Wolters  515.  Nach  dem  Gips  ahg.  im  Jahrli.  d.  J 
1886,  Taf.  4 (Michaelis);  vgl.  p.  18  i.  FnrtwKnglcr, 
Meisterwerke  p.  291  ff.  Neu:  r.  Brust  (die  Wunde 
alt),  Flicken  auf  der  1.  Wange,  Nasenspitze,  Teil 
der  Oberlippe,  der  rechte  seitliche  Obcrschildcl  und 
der  Hinterschädel.  Ober-  und  Unterkopf  waren 
einmal  von  einander  gebrochen;  die  Brüche  sind 
teils  verschmiert,  teils  in  Form  der  aufgefllhrten 
Krgänzuugen  verdeckt.  Das  Fleisch  ist  stark  ge- 
putzt. — Meine  Aufnahme  der  ganzen  Figur  ist 
leider  iiliercxpoiiicrt.  — Wie  ein  Vergleich 
mit  den  Abbildungen  besserer  Itcplikcn  (Kopf  auf 
der  Mattelsclicn  Amazone  im  Vatlcan,  Furtwänglor 
a.  a.  O.  Taf.  XI,  und  Kopf  im  l onaervatoren- 
palast,  Phot.  rötn.  Inst.  131  uml  132)  ergiebt, 
finite  und  leblose  Kopie,  ilie  wenig  vom  ursprüng- 
lichen Bronzecharakter  bewahrt  hat.  Fnrtwänglcr 
will  in  diesem  Typt»  das  Werk  de*  Kresilas  er- 
I kennen. 


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26 


Wörlitz. 


391  und  392.  Weiblicher  Kopf  mit  j 
Mauerkrone.  Hoeaeti»  12. 

Keu:  Kaue,  Lippen,  Kinn,  Loekenteile,  Hain; 
Bruststück  nicht  zugehörig.  Die  Mauerkrone 
antik;  was  <lcr  über  ihr  in  der  Mitte  sichtbare 
Ansatz  zu  bedeuten  hat,  lialie  ich  vor  dem  Origi- 
nale nicht  constatiert.  Lieber  die  Benennung  der- 
artiger Köpfe  vgl.  Kurt  wänglcr, Sammlung  SaburotT 
zu  Tafel  XXV.  Kine  Bearbeitung  de»  gesammten  i 
einschlilgigen  bildlielien  Materiales,  die  zunächst 
eine  Scheidung  der  Darstellungen  vonTychc  und 
Kybele  versuchen  müsste,  fehlt  noch.  In  den 
Formen  des  Gesichtes  weist  der  Würlitzcr  Kopf 
auf  l’raxitcllschcs,  z.  B.  die  .Hera*  Ludovisi,  zu- 
rück. Das  Attribut  der  Mauerkrone  scheint  in- 
dessen erst  in  späterer  Zeit  aufgekomnien  zu  sein; 
vgl.  Furtwüngler  n.  a.  0.  (Der  Kopf  der  Tyehe 
von  Anliochia  des  Kutychides  ist  nacli  meiner  ! 
Untersuchung  im  Jahre  1892  — gegen  llelliigs  An- 
gaben  — modern ; erneute  genaue  Prüfung  ist  sehr 
wünschenswert)  Die  S.unm'ung  Jacoliscn  in  Kopen- 
hagen iiat  kürzlich  die  Colossalatatuc  einer  sitzen- 
den  Göttin  mit  Mauerkrone  erworben  (Ko.  1047  h; 
angeblich  aus  dem  Kyhelctcmpcl  in  Formiac  und 
darnach  Kybele  zu  benennen),  welche  einen  in  den 
Formen  etwas  volleren,  im  Ucbrigcn  aber  dem 
Würlitzcr  sehr  ühnlirhrn  Kopf  trägt.  Vgl.  ferner 
die  .Statue  der  vatieanisehen  Gärten  Clarac  395, 
662  — Müller- Wieseler  LXIi,  807 — Itoseher,  mytli 
Lexikon  s v.  Kybele,  Sp.  1045. 

393.  Statuette  eines  trunkneu 
Herakles  „mingens*.  iiosacus  13. 

Neu:  1‘linthc,  Küsse,  Unterschenkel  bis  zu 
den  Knieen,  I.  Arm  Von  der  Keule  nur  das 
Mittelstück  alt.  B.  Arm  und  l'euis  sind  antik. 
Die  Augen  waren  eingesetzt.  Arbeit  von  Bart- 
undSrhamliaar  besonders  roh.  Wiederholungendes 
Motivs:  Friederiehs- Wolters  1776;  daselbst  weitere 
l.ittcratur.  Vortrefflich  gelungen  ist  die  schwierige 
Wiedergabe  des  doppelten  Motive«,  dass  Herakles  ; 
schwankeudin  Kusses  im  Gehen  sein  Bedürfnis  [ 
befriedigt.  Ltie  Kntstehungszcit  dieser  köstlichen 
humoristischen  Erfindung  näher  zu  fixieren,  bin 
Ich  nicht  im  Stande  — vor  Alexander  kaum. 
Vgl.  die  Bronze  aus  I’artua  E-V  Ko.  71.  Michaeli» 
(ancient  marbles  p.  517,  No.  4)  denkt  an  Ver- 
wendung des  Typus  für  Brunnenfiguren:  antikes 
Vorbild  des  Brüssler  Manneken-Pis. 

iiosacus  22,  sog.  Statue  der  Flora. 
Ich  habe  die  Statue,  von  der  mir  die  Skizze  eines 
bcficntidctcn  Malers  vorliegt,  aus  äusseni  Gründen 
nicht  sellist  zu  Gesiebt  bekommen.  Ergänzt  nach 
Hosaeus  unter  Anderem  der  Kopf.  Von  dem 


Typus  defStatue  kenne  ich  vier  weitere  Repliken : 
Clarac  498D,  1053  H (Neapel,  Inv.  6400,  aus  Her- 
culaneum; Kopf  neu,  tragische  Maske  in  L.  im 
Wesentlichen  alt,  in  diesem  Exemplare  also  sicher 
Melpouicnc;  Chiton  mit  Halsqucdcr);  Clarac  516, 
1058  A (Ince  Blundell  Hall;  Michaelis,  ancient 
marbles  p.  341,  No.  18;  kleine  Abweichungen 
wohl  nur  infolge  der  Ergänzungen);  Museo  Tor- 
lunia  ‘201  und  Stockholm  V,  17  (unterleliensgross). 
Ausserdem  entspricht  die  Figur  der  ersten  Muse 
link»  auf  der  Musenbasis  von  Halikarnass  (Trcn- 
dclenburg,  Berliner  Winekclmannsprogi  auuu  1876), 
wo  das  Attribut  allerdings  nicht  die  Maske,  son- 
dern eine  grosso  Leier  ist.  Hinsichtlich  weiterer 
Schlüsse  filier  die  Eutstchnngszeit  und  den  Meister 
des  Originales  verweise  ich  auf  das  demnächst 
erscheinende  Buch  von  W.  Amcluug.  Der  zu 
dem  Typus  gehörige  Kopf  ist  noch  nicht  bekannt. 
Eine  in  der  Gewandanordnung  sehr  verwandte 
Figur  ist  die  ohne  Grund  als  liygiela  ergänzte 
Statuette  des  Musen  t'hiaramonti  No.  86  (in  Phot, 
verbreitet),  sowie  ein  in  zwei  Repliken  (Sala  delle 
Muse  533  und  Chiaramonti  354;  beide  photo- 
graphiert) mir  bekannter  Athenetypus. 

Iiosacus  23,  sog.  Statue  der  l'rauia, 
von  welcher  ich  ebenfalls  leider  keine  Photo- 
graphie habe  nehmen  können,  entspricht,  wenn 
Skizze  und  Erinnerung  nicht  täuschen,  in  den 
allgemeinen  Zügen  der  Gcivandanord- 
nung  ungefähr  der  Statue  der  Uffizien  D.II‘2 
(E-V  348),  nur  dass  hier  der  Bausch  des  Ilima- 
tions  tiefer  in  der  Gegend  des  Nabels  sich  be- 
findet und  dadurch  die  Gfirtung  der  Taille 
sichtbar  wird;  auch  scheinen  die  Proportionen 
breiter  und  gedrungner  zu  sein.  Der  antike 
„praxitclische“  Kopf  ist  fremd  und  wertlos;  neu 
Anne  und  Attribute.  Gewöhnliche  und  ver- 
waschene Arbeit. 

Hosaeus  24,  sog.  Statue  der  Poly- 
hymnia,  sehr  schlechte  Replik  der  vatieanisehen 
Muse  gleichen  Namen»  Helbig  I,  270.  Kopf  neu. 
Keine  Skizze. 

394.  Sog.  Statue  der  Melpomene. 
Hosaeus  25.  Neu:  Anne,  Häudc,  Attribute.  Hals 
zwisclicngesetzt,  Kopf  (neu:  Nase;  mit  Stirnkrone; 
an  Praxitelisches  entfernt  erinnernd)  kaum  zuge- 
hörig. Die  Gewandauordnnng  steht  derjenigen  der 
„Flora“  Hosaeus  ‘22  und  noch  mehr  der  dort  bereit» 
angeführten  „Hygicia“  t'hiaramonti  86  sehr  nahe; 
wie  diesu,  w ird  die  Statue  in  pergamenisclic  Zeit, 
in  die  erste  Hälfte  de«  2.  Jahrh.  vor  Uhr,  gehören. 

395.  Sog.  Statue  der  Thalia.  Hosaeus 
26.  Neu : Arme,  Hände,  Attribute,  unterer  Zipfel 


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Wörlitz. 


der  Ncbris  sowie  d:ui  Gewandstück  vorn  darunter; 
Hais  zwischcngeaictzt,  Kopf,  der  etwa»  an  die 
capitoliuischc  „ Flora“  Ilolbig  I,  519  erinnert, 
nicht  zugehörig.  Wiederholungen  der  Statue  (vgl. 
ltulle  in  den  rüm.  Mitt.  d.  J.  1891,  p.  186):  I. 
Stockholm,  Clarac  509,  1027 ; Phot.  laigrelius  V,  5. 
2. Marbury  Hall,  Michaelis,  ancicnt  marbles p. 505, 
No.  10  = Clarac  694  B,  1623  A.  3.  Vatican, 
Sala  a eroce  greca  71  = l’larac  507,  1013; 
Statuette.  Die  weiteren  von  Bulle  aufgefUhrten 
Statuen  Clarac  275,  1646  (Louvre)  und  709, 1654 
(Rom,  Coli.  Chaldais,  wo  jetzt  ?)  scheinen  keine 
Repliken  zu  sein:  bei  beiden  ist  das  linke  das 
Standhein,  bei  der  Pariser  Statue  zieht  sich  die 
Neliris  von  der  rechten  Schulter  zur  linken  Hüfte. 
Ausserdem  ist  der  Kopf  der  Statue  Chaldais  (nach 
Clarac»  Text  zugehörig)  verschieden  von  dem- 
jenigen des  Exemplare»  im  Vatican,  welche»  (das 
einzige)  nach  Clarac  (eigne  Notizen  fehlen  mir 
leider)  einen  ungehrochnen  Kopf  trügt.  Genaue 
Untersuchung  de»  Thathoatandcs  sowie  gute  Ab- 
bildung der  vatiranisrhen  Replik,  die  ich  ausser 
von  Clarac  nur  aus  einer  photographischen  Gc- 
sanimtveiiutc  der  Sala  a crocc  greca  kenne,  sehr 
erwünscht.  — Wie  ist  der  Typus  zeitlich  an- 
zusetzen? Das  zwischen  beiden  Beinen  vorn  in 
schwerer  Masse  herabfallende  Gewand  sowie  die 
tief  unterhöhlten  Falten  (besonders  auffallend 
nach  Michaelis’  Beschreibung  am  englischen  Exem- 
plar) könnten  an  hellenistische  Kntstehungszcit 
denken  lassen;  wir  müssen  indessen  fragen,  ob 
die»  nicht  nur  Schuld  der  Kopisten  ist,  die,  wie 
ein  Vergleich  der  Photographicen  des  Stockholmer 
und  des  Wörlitzcr  Exemplare»  lehrt,  in  Eiuzeln- 
hcltcn  sehr  von  einander  und  darnach  möglicher- 
weise auch  vom  Originale  abwcichcn.  Im  Übrigen 
ist  der  Formcbarakter  de»  Typus  durchaus  der 
um  350  übliche;  die  nächste  stilistische  Parallele 
ist  die  zweifellos  auf  Praxiteles  znrückgcbendc 
Artemis-Tyehc  Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  554  ff. 
(hier  der  nämliche  Unterschied  in  der  Arbeit 
der  verschiedenen  Kopieen;  das  Münchner  Exem- 
plar das  am  meisten  in  .hellenistischem“  Stile 
kopierte).  An  die  praxitelische  Artemis  von 
Galiii  sowie  an  die  Aphrodite  nach  Praxiteles 
im  Louvre  (Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  552, 
Fig.  104)  erinneit  auch  die  Arbeit  des  Chiton- 
Überfalles  wenigstens  an  der  Wörlitzcr  Replik. 
Wie  sich  mit  dieser  Datierung  der  Kopf  des  vati- 
canisehen  Exemplare»  verträgt,  mag  ich  nach  der 
schlechten  Abbildung  bei  Clarac  nicht  beurteilen. 
Da  die  Attribute  bei  keiner  der  Repliken  er- 
halten sind,  lässt  sieh  nicht  entscheiden,  ob  eine 


27 


Muse  oder  eine  Maenade  dargestellt  war.  Ob  das 
Fell  bereit»  in  jener  Zeit  Musenattrilmt  war,  be- 
dürfte besonderer  Erwägung. 

396.  Sog.  Statue  der  Euterpe.  Ho- 
sacu»  27.  Neu : 1.  Oberkörper  bi»  zur  Hüfte  mit 
I.  Ann;  r.  Unterarm  mit  Hand;  Plinthe.  Der  Kopf 
(neu:  Nase,  Oberlippe,  Kinn,  Hals;  geputzt)  nicht 
zugehörig  und  ohne  besonderen  Wert.  Das  Haar 
ist  seitlich  durch  die  Kopfbinde  gesteckt,  wie  an 
gewissen  „archaisierenden“  Köpfen  (s.  unten 
No.  425—428).  Von  der  Statue  kenne  ich  keine 
genaue  Replik.  Wohl  aber  fügt  sic  sich  nach  der 
Anordnung  ihres  Gewandes  in  eine  grosse,  der 
Zeit  des  Phidias  ungehörige  Statuengrup|M!  ein, 
von  welcher  ich  folgende  Vertreter  nenne:  Berlin 
582  (mit  antikem  Kopf;  Phot,  desselben  erwünscht), 
Replik  München  79  (Phot.  Böttger);  Stockholm 
Phot,  l-agrelins  V,  11  (Clarac  500,  987);  Villa 
Albani  2 (Clarac  438  G,  759  E;  Phot.  Molins  2752) ; 
Braccio  nnovo  56  (Clarac  975,  2514;  Geling, 
Führer  I,  27;  Bernonlli,  rüm  lkonogr.  II,  p.  49, 
No.  3);  Conservatorenpalast,  Octogon  12  (Phot.); 
Clarac  993,  2583  1!  (Villa  Albani);  Clarac  438  F, 
795  F (Villa  Albani);  eine  Statue  mit  nicht  zuge- 
hörigem Kopfe  (der  von  E.  Reisch  veröffentlicht 
werden  wird)  im  Giardino  dclla  l’igna  des  Valican 
(Phot.  rüm.  Institut;  Beschreibung  der  Stadt  Rom  II, 
pag.  107,  No.  2 ? );  Clarac  987,  25»2  (Villa 
Borghese) ; 988,  2574  C — Vaux,  Handhook  p 208 
(brit  Museum);  989,  2583  (Vatican) ; 990,  25S0  A 
(Ginstiniani);  ferner  die  Athenen  Farnese,  llope, 
Albani  (Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  103  ff.)  und 
die  Musen  Mantua,  Venedig,  Petersburg  (Dütschkc 
IV,  720;  V,  115  und  120;  daselbst  I.itteratllr; 
werden  in  den  „Denkmälern  gr.  und  rüm  Seulptur“ 
veröffentlicht  werden).  Durch  eingehendes  Studium 
der  genannten  Werke  winl  »ich  gewiss  eine  ge- 
nauere chronologische  Folge  derselben  feststellen 
lassen,  die  ich  hier  zu  geben  nicht  beabsichtigt 
habe.  Eine  archaische  Vorstufe  zu  dieser  Gruppe 
lehrt  die  Statue  Museo  Torlonia  482  kennen. 

397.  Statue  der  sog.  Erato.  Hosaeus28. 
Kopf  und  Unterarme  neu;  von  der  Leier  ein 
Stück  alt  und  zugehörig,  also  ist  die  Statue  als 
Muse  gesichert.  Nach  dein  ruhigen  Stande  der 
Figur  und  dem  einfachen  Wurfe  der  Falten  noch 
ins  5.  Jalirh.  gehörig;  der  Künstler  dieser  Muse 
wird  dem  Kreise  des  Phidias  nicht  feru  gestanden 
haben.  Vgl.  E— V 9. 

Ilosaeus  29,  sog.  St  at  uc  der  Kal  liope, 
liegt  mir  in  Skizze  vor.  Nach  derselben  scheint 
die  Statue  eine  Wiederholung  der  sog  Kalliope 
der  Sala  delle  musc  515  (Hclbig,  Führer  I,  273) 


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28 


Wörlitz. 


zu  sein.  Weitere  Repliken  des  Typus:  Iloboli, 
K— V 291;  Villa  Lmlovisi,  Schreiber  No.  61; 
Madriil,  Clarac  536, 1115,  Hübner  55,  Phot,  l.auront  1 
1713,  No.  472;  Madrid,  Clarac  52t»,  1 HK),  Hübner 
54;  Wiirlit*,  liosaeiis  31  (».  unten).  Unterarme 
und  Attribute  neu,  ebenso  Oberteil  de»  Rückens; 
Hals  zwischengesetzt,  Kopf  nicht  zugehörig,  da 
von  dein  de»  Madrider  Kieuiplare»  Hübner  55, 
welcher  zur  Statue  gehören  soll,  verschieden. 
Rolio  Arbeit.  IHo  Angaben  von  Hosaeus  über 
Spuren  der  ehemals  vorhandenen  Attribute  be- 
dürfen nach  meinen  Notizen  nochmaliger  genauer 
Nachprüfung,  die  mir  nicht  möglich  war. 

Hosaeus  30.  Sog.  Statue  der  Ter- 
pslchorc.  Anne  neu;  ein  Stück  der  Leier  alt. 

I lals  zwischengesetzt,  Kopf  kaum  zugehörig.  Rohe 
Arbeit.  Nach  der  Skizze  zu  urteilen,  i»t  die  Statue 
eine  nicht  wesentlich  modificierte  Replik  der  vati- 
rnnisrhen  Thalia  Saia  delle  Muse  503,  lielhig  1, 
272,  deren  Restauration  mit  Tympanon  in  der  L. 
danach  unrichtig  wiire  (die  Wiederholung  in 
Dresden  Ilcttncr  84,  Clarac  522,  1071,  Phot.  Krone 
(4C|  <*37  trügt  auch  in  der  I,.  die  lauer,  von  der 
aller  nach  den  Heschrciliiingen  nichts  antik  ist). 
Der  Kopf  des  vaticauiselien  Exemplare»  ist  antik 
und  zugehörig;  der  des  Wörlitzcr  nach  meinen 
Notizen  davon  verschieden. 

Hosaeus  31,  Replik  von  Hosaeus  29, 
aber  bedeutend  kleiner  (hoch  0,80).  Sehr  roh. 
Vorderarme  mit  Attributen  neu.  Kopf  (mit  Diadem 
und  seitwärts  gcstrichnem  Haar)  kaum  zugehörig,  ! 
ganz  unbedeutend.  Keine  Skizze  vorhanden. 

Hosaeus  32,  Statuette  de»  Apollon. 
Ktwa  halldebensgross.  In  Skizze  vorliegend. 
Kopf,  r.  Unterarm,  1.  Hand  neu;  Stück  der 
Leier  alt.  Rohe  Arbeit.  Nicht,  wie  Hosaeus  an- 
giobt,  „Nachbildung  des  bekannten  vatieanischen 
Originales“,  sondern  Wiederholung  der  Apollo- 
statuo,  die  auch  Archelaos  von  Prienc  auf  seiner  i 
llomerapothcose  kopiert  hat;  nur  fehlt  dort  das 
Tragband  der  Leier  quer  über  die  Brust.  Vgl. 
auch  Clarac  498  E,  lll>8  A,  auf  der  Insel  Santorin 
gezeichnet,  jetzt  wo?  Über  Zeit  und  Meister  des 
Original»  vgl.  W.  Amelungs  demnächst  erschei- 
nendes Buch  über  die  praxitclischcn  Musenreliefs 
von  Mantinca.  — 

Das»  die  Wörlitzcr  Musenstntucn  nur  der 
Phantasie  des  Restaurators  ihre  Vereinigung  ver- 
danken, hat  Hosaeus  a.  a.  0.  p.  32  liereits  richtig 
bemerkt  Nur  fünf  von  ihnen  sind  als  Musen 
überhaupt  gesichert  (Hosaeus  24,  28,  29,  30,  31), 
von  denen  24,  29,  30  vielleicht  ursprünglich  zu- 
samnieiigehört  haben  (um  dies  zu  entscheiden, 


wäre  erneute  Besichtigung  der  Originale  im  Hin- 
blick auf  Grösse,  Arbeit,  Marmor  erforderlich’, 
da  sie  alle  drei  Repliken  nach  den  Thcspiaden 
de»  Praxiteles  sind  (vgl.  Amelung  a.  a.  0.),  während 
31,  ebenfalls  hierher  gehörig,  sieh  durch  sein 
kleineres  Format  ansscheidot  Hosaeus  28  endlich 
gehört  einer  der  praxitelisrhen  zeitlich  voraus- 
liegenden  Musengnippe  an.  Der  Apoll  ist  nach 
der  Gruppe  des  Philiskos  von  Rhodos  kopiert 
(s.  Amelung  a a.  0.).  Auf  die  nämliche  Gruppe 
geht  die  in  Wörlitz  offenbar  irrtümlich  von  den 
Musen  getrennte  „Flora“  Hosaeus  22  zurück.  — 

393  und  399.  Kopf  de»  Ammon  und 
Kopf  eines  Mädchens  (die  Faces  und  die 
Profile  auf  je  einer  Platte).  Hosaeus  34  und  36. 

Kopf  des  Amnion.  II.  80.  Neu:  Nasenspitze, 
Oberlippe,  grösster  Teil  beider  Hörner  und  die 
darunter  in  der  Mitte  der  Stirn  hcrvorkoimnende 
Locke,  Kleinigkeiten  an  der  (antiken)  Herme. 
Sehr  verwaschen.  Wiederholung  in  Berlin,  Katalog 
No.  9;  ».  das  dort  Gitterte;  ferner  Stockholm, 
Phot.  Lngrrliu»  V,  48.  Der  Typus  gehört  nach 
Haar-  und  Aiigeubehaudlung  in  die  Mitte  des 
5.  Jahrhundert».  Die  llaai  Verschlingung  über 
der  Stirn  entsprechend  an  dem  bärtigen  Kopfe 
des  Giardino  lioholi  Amelung,  Florentiner  Antiken, 
Tafel,  und  an  dem  Kopfe  des  Lateran  B.-S.  388 
(M.-N.  770;  Phot,  auf  Gcaammtvcdutcn).  Vgl. 
Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  679  f.  (dessen  Liste 
ein  neu  erworbner  strenger  Apollon[?]kopf  der 
Sammlung  Jacobson  zuzufügen  ist).  Wir  besitzen 
mehrere  Ammontypen  au»  dem  5.  Jahrhundert: 
1.  den  oben  besprochenen,  2.  den  durch  den 
schönen  Neapler  Kopf  Inv.  6274  vertretnen  (Phot. 
Sommer  1535,  Brogi  5781,  Alinari  11082),  3.  den 
Typus  München  81,  von  welchem  eine  ältere  Vor- 
stufe (oder  nur  Replikenvariante?),  ohne  den  wild 
durclieinandergeworfnen  Bart,  aber  mit  dem  ganz 
entsprechenden  singulären  Arrangement  de»  Kopf- 
haares, in  einem  Kopfe  vorliegt,  der  mir  nur  au« 
l’hott.  bekannt  ist  und  von  dem  ich  nicht  weis»,  wo  er 
sieh  befindet.  (Die  scheinbar  altertümlichen  Züge 
in  dem  Constantinopolitancr  Ammonkopf  Kcinach 
307;  Gaz.  arch.  1887,  pl.  10,  2 sind  wohl  nur  durch 
die  Schwierigkeit  der  Arbeit  in  hartem  Material 
— schwarzem  Granit  — liincingebracht.  Den 
Kopf  des  museo  Chiaramonti  Del  big,  Führer  1,72; 
Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  95,  den  ich  früher 
wegen  seiner  für  Ammon  »pecicll  charakteristischen 
Barttracht  trotz  einzelner  Abweichungen  vom  ge- 
wöhnlichen Typus  diesem  Gotte  znscli reiben  zu 
müssen  geglaubt  habe,  reihe  ich  hier  nicht  mehr  mit 
völliger  Sicherheit  ein,  seit  die  Sammlung  Jaeobscn 


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Wörlitz. 


unter  No.  1100a  eine  Wiederholung  ohne  «lies« 
Barttracht,  mit  gewöhnlich  streng  geringelten 
Hartlorken,  besitzt.  Was  das  Ursprüngliche 
gewesen  ist,  wage  ich  noch  nicht  zu  ent- 
scheiden; derselbe  Kall,  wie  ei  scheint,  oben  bei 
München  81  und  seiner  Replik  ) l im  Kahmes 
ist  uns  bekanntlich  eine  Statu.'  des  Ammon,  die 
I’indar  in  Theben  weihte,  überliefert  (S.-Q.  512; 
da  l’indara  Todesjahr  gesichert,  jedenfalls  vor 
4M).  Kitten  der  angeführten  Ty|teii  mit  diesem 
Werke  bestimmt  zu  identitiricren  bin  iclt  nicht  im 
Stande;  doclt  halte  ich  es  für  sehr  wahrscheinlich, 
dass  dasselbe  hinter  einem  von  ihnen  verborgen 
ist.  Am  nächsten  liegt  di t Vermutung,  dass  der 
in  den  meisten  Repliken  erhaltne  Typus,  llerlin- 
Wörlitz-Stockholm,  auf  das  Werk  des  Kalauiis 
zurDekgeht. 

Kopf  eitles  Mädchens.  11. 34  (?).  Neu:  Brust- 
stück, Nase,  llintcrhnl*,  I.  Ohrrand,  r.  Ohr  und 
Haarstreif  über  demselben.  Stark  geputzt.  Am 
I.  I’rofil  nach  meinen  Notizen  ein  SehUUenlöckchcn. 
iiosacus'  Gedauke  an  modernen  Ursprung  lic- 
stimmt  unrichtig.  Nach  der  Anordnung  des  Haares 
über  tier  Stint  und  im  Nacken  gehört  der  Kopf 
in  die  Mitte  des  5.  Jahrhunderts,  in  die  Gegend 
etwa  der  Neapler  bronzenen  A masonont  VJhcrnie 
lirnim-Bruekmann  Taf.  337  oder  des  der  Petwor- 
ther  Amazone  aufgesetzten  Köpft»  Jaltrb.  d.  inst. 
1886,  Taf.  1 und  2.  Oh  die  mit  dieser  Datierung 
in  Widerspruch  befindlichen  Spuren  weicltercr 
Kormcnhehandlung  in  Mund  nnd  Augen  sowie 
das  Schläfenlöckclten  damit  zu  erklären  sind,  dass 
der  Kopist  ungenau  arbeitete  und  Züge  späterer  ! 
Zeit  dem  strengen  Originale  bcimischte,  oder  da- 
mit, dass  das  Original  des  Kopfes  in  eitler  Zeit 
entstanden  ist,  in  welcher  sielt  bereits  Spnren 
weicheren  seelischen  Kmpfindcns  mit  den  strengen 
Können  mischten,  also  etwa  in  der  Zeit  tier 
Kirnte  des  Kcphisodot,  eine  Entscheidung  dieser 
wichtigen  Krage  hin  ich  weder  in  diesem  ein- 
zelnen Kalle  noeil  Ulicrliattpt  bisher  mit  Sicher- 
heit zu  gehen  im  Stande.  Es  fehlt  liier  durchaus 
noch  alt  eingehenderen,  ziisauiinrnfassendeit  Be- 
obachtungen. 

400.  Kopf  eines  Satyr  s (llosacns  35), 
Relieftorso  eines  Giganten  (?  H.  43V,  sog. 
Gruppe  von  Fortuna  und  Abnndautia 
(II.  62). 

Kopf  eines  Satyrs.  Neu:  Brust,  Kinn,  Kippen, 
Nase,  Hinter-  und  Oberkopf.  Ähnliche  Köpfe 
z.  B.  in  Dresden  (Hettiter*  No.  195;  Augusteum 
Taf.  96),  Stockholm  (Phot.  Kagrelitts  V,  50),  Neapel 
(Inv.  6328,  neben  der  Gruppe  von  Pan  und  Olyrn- 


20 

|his),  Capitol,  Galleria  25.  Wie  sind  diese  Typen 
zeitlich  zu  fizieren?*) 

Relieftorso  eines  Giganten  (V):  -auf  der  Rück- 
seite abgesägt  und  unbedingt  früher  Teil  eines 
Reliefs*  (Iiosacus).  Wie  llosacns  ebenfalls  bereits 
richtig  bemerkt  hat,  vermutlich  von  einem  Giganten- 
sarkophage  in  der  Art  de*  vaticanisrlien  (Hclb'g, 
Eflhrer  I,  213)  und  wie  dieser  auf  ein  Vorbild 
hellenistischer  Zeit  ztirilckgelieml. 

Statuettengruppe  von  „Fortuna  und  Alum- 
dniltia“.  Neu:  die  Köpfe;  r.  Vorderarm  mit  Hand 
und  Attribut  der  Stehenden;  r.  Hand  der  .Sitzenden 
nebst  Ruiier  (die  Kngel  darunter  alt).  Die  Füll- 
hörner sind  antik.  Trotzdem  dass  die  Basis 
zwischen  beiden  Figuren  Schnitt  hat,  kann  ich 
Iiosacus  nicht  folgen,  der  die  Figuren  überhaupt 
für  nicht  zusammengehörig  hält.  Denn  die  Arbeit 
und  die  Grösse  beider  ist  ganz  übereinstimmend, 
ihre  Attribute  sintl  die  gleichen,  der  Stil  der  Ge- 
wandung der  nämliche : nur  ein  ganz  seltner  Zu- 
fall könnte  einem  Restaurator  zwei  so  ent- 
sprechende Figuren  gleichzeitig  zugefiihrt  haben. 
Vielleicht  Italien  sic  ursprünglich  weiter  aus- 
einander gestanden  oder  CB  befanden  sich  zwischen 
ihnen  noclt  mehr  Figuren  auf  der  Bas».  Vermutlich 
Nachbildung  einer  römischen  Cnltgruppc,  die  sieh 
vielleicht  auf  Münzen  wiederfindet.  Wie  sind  die 
Figuren  zu  benennen?  Fortnnac?  Vgi.dic  Glan- 
(taste  bei  Baumeister,  Denkmäler  s.  v.  Fortuna 
p.  672,  Abb.  609.  Roscher,  mytli.  Iasxikon  s.  v. 
Fortuna  Sp.  1537  ff.  und  1546  ff.  Die  Originale, 
auf  welche  diese  Fignren  zurückgehen,  sind  nach 
der  Gewandung  nicht  später  als  das  4.  Jahrhundert. 

401  und  402.  Kopf  einer  Wieder- 
holung der  sog.  I, eda  oder  Nemesis 
(Hclbig,  Führer  I,  454)  und  weiblicher  Kopf 
prazitolisehen  Stils  (die  Faees  nnd  die  Profile 
auf  je  einer  Tafel). 

Kopf  der  l.cila.  Iiosacus  69.  Neu:  Büste, 
Nase,  Uppen;  Augen  und  Haar  geiliekt.  Winter 
(atheu.  Mitt.  1894,  p,  157  ff,  Taf.  6)  erkennt  in 
Kopf  und  Gcwandnng  der  Kcda  Ähnlichkeit  mit 
den  Sculptitrcii  vom  Asklcpiostempcl  in  Kpidatirus 
und  schreibt  deshalb  tiie  Erfindung  der  Statue 
tietn  Timotheus  zu,  auf  dessen  Entwürfe  die  Gieitel- 
scnlpturen  zttrflekgehen.  Ich  kann  Winters  Ver- 
gleich für  nicht  richtig  oder  wenigstens  für  nicht 
zwingend  halten.  Der  Kopf  der  Ketin  reiht  sieh 
nach  der  Art,  wie  das  Haar  des  Hinterhauptes 
vom  Wirbel  ans  sieh  gleichinässig  verteilt,  wie  es 

•)  Der  Torrncottakopf  einen  Biitjr»  Ilosaeus  ,ji  Ut  eine 
Fälschung  nach  de  tu  Münchner  f«uno  cuttn  murehiit 
Brunn  W. 


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ui— 


30  Rom. 


hinten  in  einem  Schopfe  endigt,  wie  es  die  Stirn  ab-  [ 
schlicsst  und  seitlich  in  gleiehmüssigen  gegliederten 
Wellen  sieb  ausbreitet,  am  ehesten  an  Köpfe  aus 
dem  dritten  Viertel  de*  5.  Jahrhunderts  an. 
Die  Köpfe  aus  den  epidaurischen  Giebeln  hin 
gegen  scheinen  nach  den  Publieatioiicn  und  . 
I’hotiigraphiccn  bereits  pathetischer,  seelisch  er- 
regter und  in  der  Eiiizclbebandliing  freier  r.u  sein,  j 
Der  Kopftypus  der  I.cda  wäre  in  den  Jahren 
380— .170,  in  welche  Zeit  etwa  die  epidaurischen 
GieboUculpturcn  gehören  sollen,  eine  singuläre 
Erscheinung.  Ebensowenig  kann  ich  eine  nahe 
Verwandtschaft  in  den  Gewandungen  der  I.cda 
und  der  epidaurischen  Scnlptoren  erkennen.  In 
den  letzteren  linden  sich  allerdings  noch  zahlreiche 
Ankliinge  an  das  5.  Jahrhundert,  die  aller  doch 
nicht  bis  zur  Zeit  der  sog.  Aphrodite  des  Alkatnenes 
hinanfreiehen.  mit  welcher,  wie  dies  bereits  Furt- 
wängler  ansgesprochen  hat  (Sammlung  Saburoft, 
Test  zu  den  Vasen  p.  !l),  tlic  I.cda  in  der  Gewandung 
die  meisten  lierühmngspnnkte  hat.  Eine  nahe 
Beziehung  dlcecr  beiden  Werke  wird  mir  ausserdem 
besonders  wahrscheinlich  durch  eine  nur  aus  der 
l'ublieation  mir  bekannte  Figur,  die  zwischen  ihnen 
zu  stehen  scheint.  Es  ist  dies  die  bei  Visconti- 
Eabus,  monumenti  scelli  Horghcsiani,  Milano  1837,  t 
tav.  XVII,  1 = Sculture  della  Villa  llorghese  (17M6) 
II,  Stanza  IV,  No.  13  abgcbildctc  Statue  (jetzt  im 
Louvre;  vgl.  Müllcr-WIcscler  2,  XXIV,  265,  wo 
Litteratur  und  Angabe  der  Ergäuznngen'i,  die  in 
ihren  untern  Partien!  ganz  auffallend  an  die 
I.cda  erinnert,  während  die  Gewandung  des 
Oberkörper»  die  nächsten  Analogieen  an  der 
Alkamencsaphroditc  hat.  Vgl.  auch  Sculture  della 
Villa  llorghese II,  StanzälV,  No.  1.  Zwischen  den 
Giebeln  von  Epidauros  und  der  I.eda  bestehen 
meines  Erachtens  nur  gewisse  Ähnlichkeiten  in  den 
Motiven  der  Gewandung,  die  aber  elienso  wenig 
hinrriehen,  beide  Werke  dem  gleichen  Meister  zu- 
zuschreiben, als  die  Ähnlichkeit  im  llewegungs- 
motivo  beim  Apoll  vom  Belvedere  und  beim 
Ganymed  des  I.eocharc*  genügt,  beide  auf  den 
nämlichen  Künstler  zurlickzuführen. 

Weiblicher  Kopf.  Hosaeus  Nr.  V . Neu: 
liüste,  Nasenspitze,  ganzer  Hinterkopf.  An  Lippen 
und  Stini  etwas  geflickt.  Praxitclisch  auf  der 
Stilstufe  der  Knidicrin. 

Rom,  Capitol. 

Die  Angabe  der  Ergänzungen  verdanke  icli 
der  Gefälligkeit  W.  Amclungs. 

403  und  404.  Cortilc  4,  auf  einer  Säule  neben 
dem  Marlbrio.  Weiblicher  Golossalkopf, 


ohne  Grund  im  Kataloge  (nuova  descrizinnc  del 
Museo  t'apitoliuo,  2.  Anti.,  ltom  1888)  alsGiunonc 
bezeichnet.  Ainclung  hält  an  dem  Kopfe  Alles 
für  antik  und  ist  nur  zweifelhaft  bei  einem 
Stilek  der  I.  Wange  mit  (Ihr  und  Haaren.  Doch 
dürfte  wohl  auch  das  Bruststück  vom  Halse  an 
abwärts  modern  sein.  Im  Haare  ein  Diadem. 
Die  Augen  ursprünglich  eingesetzt.  Der  Kopf 
geht  auf  ein  wold  attisrhe»  Original  aus  der  Mitte 
des  5.  Jahrhundert»  zurück.  Im  Untergcaichte, 
in  der  Bildung  des  Mundes  untl  des  breiten 
knochigen  Kinnes  erinnert  der  Kopf  an  den 
Kassler  Apoll  und  seine  Genossen,  während  die 
Stilisierung  lies  Haares  bereit«  freier  und  vor- 
geschrittener als  an  jenen  ist. 

405.  Atrio  42.  Statue  eines  Jünglings, 
als  Hermes  ergänzt.  G'larac  658,  1527  A.  Lebens- 
gross Neu : r.  Arm  von  der  Mitte  de*  Oberarmes  an 
mit  Kcrykcion,  1 Fnterarui  und  Hand  mit  dem 
hcrabhängcndcu  Ende  der  t'ldaniys  und  dem 
Beutel,  I.  Bein  von  der  Mitte  de»  Oberschenkels 
au,  r Unterschenkel,  Stamm,  PUnthe,  Knopf  an 
der  Chlamys.  Kopf  antik,  aber  nicht  zugehörig. 
Ergänzt  an  ihm  die  Flügel  uud  fast  der  ganze 
Rand  des  I’ctasos,  Stücke  an  der  I.  Augenbraue 
und  unter  dem  r.  Auge.  Die  Photographie  ist 
leider  von  einem  ungünstigen  Standpunkte  aus 
aufgenommen;  vor  dem  Originalo  schien  mir  die 
einfache  und  strenge  Behandlung  der  Körperformen, 
sowie  die  Faltengcbung  der  Chlamys  , vgl.  E.-V.134) 
auf  da»  5.  Jahrhundert  zu  weisen.  Der  schöne  Kopf, 
von  welchem  ich  leider  keine  besonderen  Aufnahmen 
habe  allfertigen  lassen,  gehört  in  da»  4.  Jahr- 
hundert. Vgl.  E.  Braun,  Kunstmythologie  Taf.  87. 

406  408.  Auf  dcrTreppo  (Katalog  p.  108). 
Statue  einer  weiblichen  Gottheit. 
Ilelbig  125;  daselbst  Litteratur.  Gefunden  bei 
t'ivitä  Lavigna,  dem  alten  Lanuvium  (daher  auf 
der  Plinthe  die  moderne  Inschrift:  Juno  Lanum- 
vina).  Neu:  Diadem,  Nase,  beide  Unterarme  mit 
Teilen  der  Ärmel,  r.  Knie  und  Kleinigkei’en  am 
Gewände.  Der  Kopf  soll  zugehörig  »ein.  Das 
Fell  scheint  mir  dasjenige  eine«  jungen  Schweines 
zu  sein;  ich  vermute  daher,  dass  die  Statue 
Demeter,  der  das  Schwein  geopfert  wurde  (Preller- 
ltobert,  griech.  Mylhologio  I,  p.  706),  darstelleu 
»oll  (mit  dem  Ferkel  in  der  Hand  Demeter  häulig 
auf  Tcrracotten).  Für  Demeter  passen  ferner  die 
vollen,  matronalcn  Formen  der  Figur  am  besten. 
Vielleicht  sind  auch  die  Schuhe,  die  die  Statue 
trügt,  mit  Alisicht  der  .wandernden*  Göttin  ge- 
geben. Die  ungewöhnliche  Kürze  des  Chitons, 
der  die  Füsse  frei  lässt,  wird  man  vielleicht  ebenso 


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Ham. 


zu  Gunsten  dieser  Deutung  anfiiliren  dürfen.  I)io 
Disposition  der  Gewänder,  die.  die  Statue  trägt, 
ist  nicht  ganz  leicht  zu  verstehen;  mir  scheint 
sic  viiach  der  Photographie  und  der  Beschreibung 
des  Kataloge»)  so  gcuieint  zu  »ein,  dass  die  Güttin 
eiueu  gegürteten  Chiton  mit  einem  feiner  ge-  J 
fältelten  0 bersch  lag  trägt,  der  nur  auf  der  Seite 
der  r.  Brust  sichtbar  wird;  der  Schleier  ist  vom 
Hinterhaupt  abwärts  um  die  r.  Hüfte  nach  der 
I.  Schulter  hinaufgezogen  unii  dort  befestigt,  so 
dass  sein  herabfallendes  Kode  unterhalb  des  Felles 
auf  der  1.  Seite  des  Oberkörpers  sieht  bar  wird. 
Über  alles  Dieses  ist  endlich  noch  das  Schwcins- 
fell  gegürtet.  Für  die  sehr  individuelle  l'mkrem- 
pung  des  ChitonUhcrschlagcs  am  Halse  weiss  ich 
keiuc  monumentale  Parallele.  I )as  Original  dieser 
interessante!!  Figur  gehürt  an  den  Schluss  des 
5.  Jahrhunderts,  in  die  Nähe  der  Karyatiden  vom 
Ereehtheion  und  der  diesen  gleichzeitigen  Kirene 
des  Kcphisodot.  Auch  der  Kopf  hat  zu  Werken 
jener  Zeit  die  meisten  Bezüge  (vgl.  unten  No.  1 22 
und  423).  Hie  gedrungenen  Proportionen,  nament- 
lich die  Kürze  der  Unteisehcukel,  haben  vermut- 
lich ihren  Grund  in  hoher  Aufstellung  der  Statue. 

409  und  410.  Galleria  15.  Kopf  eines 
Hermaphroditen  (?).  Neu:  unterer  Teil  der 
Nase,  Unterlippe,  Stück  im  Kinn,  oberster  Teil 
der  Haare  mit  Band,  äusserer  Band  der  Büste. 
Hals  antik  und  ungebrochen,  die  Neigung  des 
Kopfes  also  ursprünglich.  Amcltuig  hat  mich 
darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  der  Kopf  sehr 
au  denjenigen  der  Neapler  llermaphroditenstatuettc 
aus  Pompei,  im  Saal  des  Atlas,  Inv.  G352  (phot.), 
erinnert.  Frisur  und  Stirnbildung  vor  Allem  sind 
ganz  identisch;  die  Übertragung  des  Namens  kann 
trotzdem  natürlich  nicht  für  zweifellos  gelten.  Die 
colossalen  Proportionen  scheinen  eher  zu  wider- 
sprechen. Hie  Entstehungszeit  des  Kopfes  möchte 
ich  wegen  seiner  immerhin  noch  einfachen  Fonncn- 
gebung  nicht  allzu  weit  unter  das  1.  Jahrhundert 
hinabrücken.  Vor  dem  Marmor  selbst  habe  ich 
1.1392)  an  oiigiuale  Arbeit,  wenn  auch  nicht  von 
besonderer  Feinheit,  gedacht;  namentlich  schien 
mir  die  Arbeit  der  Haare  von  der  der  gewöhn- 
lichen Kopicen  verschieden. 

4M  und  412.  Galleria  00.  Satyrkopf, 
einem  Exemplare  des  flötenden  Satyrkuaben  mit 
gekreuzten  Beineu  (».  Frioderichs-Woltern  1501 
und  1502)  aufgesetzt,  aber  nicht  zugehörig,  da 
von  den  echten  Köpfen  dieses  Typus  verschieden. 
Neu : Hals,  I.  Ohr,  I.  Hörnchen,  Nase  und,  wie  es 
srheint,  Einiges  am  Hintcrkupf.  Praxituliscliem  ; 
aus  der  späten  Periode  des  Meisters,  wie  dem 


31 


Hermes,  nahe  verwandt  und  vielleicht  auf  ein 
Original  de»  Praxiteles  selbst  zurückgehend. 

413  und  414.  8a!a  dolle Uolombe  1 7.  Herme 
einer  bärtigen  Gottheit.  Neu:  Nasenspitze 
und  Kami  de»  1.  Obres;  von  der  Herme  nur  da« 
Mittelstück  oberhalb  der  Miiseumsnuiumer  alt. 
Ähnliche  Stücke:  Villa  Albani  1035  (Replik 
Museo  Torlonia  401,  t'apitol,  Sala  dcllc  eolombeöO 
und  Berlin  109  (Abguss  käuflich;  vielleicht 
Replik).  Hie  «crapisartig  in  die  Stirn  fallenden 
Haare,  sowie  andrerseits  das  Diadem  legen  den 
Gedanken  nahe,  das»  der  UnterwelUhemchcr 
Hades  in  dem  Kopfe  dargcstcllt  ist.  Nach  der 
strengen  Behandlung  der  Barthaare  wird  da» 
Original  dieses  Kopfes  noch  in  tlas  5.  Jahrhundert 
gehören. 

4l5und4l6.  Sala  dcllc  Colombo  19.  Herme 
einer  bärtigen  Gottheit.  Neu:  Nasenspitze. 
Das  vom  Barte  freie  Kinn,  die  mageren  Wangen  mit 
den  vorstehenden  Backenknochen,  der  olfue  Mund 
und  der  con vergici  ende  Blick  geben  dem  Gesichte 
einen  thicrischeti  Ausdruck,  dem  die  über  der 
Stirn  aufspriesseudeti  Bockhörnchen  entsprechen. 
Das  Diadem  verbietet,  an  ein  niederes,  dienendes 
Wesen  des  bacchischen  Kreises  zu  denken.  Einen 
be  tiuiintcn  Namen  weis«  ich  dem  Typus  indessen 
nicht  zu  geben.  Amching  denkt  an  Faunus,  den 
Schützer  der  Viehzucht  und  alt  italischen  Bandes- 
künig;  doch  ermangeln  die  bisher  auf  diese  Gott- 
heit bezognen  Darstellungen  (Wissowa  bei  Koscher, 
myth.  Lexikon  s.  v.  Faunus;  der  Andeutung  de« 
thierischen  Elementes.  Vielleicht  ist  Pan  selbst  als 
.Allgott“  gemeint  (Preller-Robert,  grfech.  Mytliol. 
p.  744  f.).  Die  Formen  des  Typus  sind  nicht  echt 
altertümlich;  die  strenge  Behandlung  der  llart- 
locken  steht  iu  Widerspruch  zu  derjenigen  des 
Haares  und  zu  den  individuellen  Zügen  im  Gesicht. 
In  welcher  Zeit  aber  die  Erfindung  einer  solchen 
stilistischen  Mischbildung  stattgcfuildcn  haben 
kann,  weiss  ich  noch  nicht  zu  sagen.  Und  wenn 
in  der  Thal  eine  römische  Gottheit  dargeöclll 
sein  sollte:  ist  dann  dieser  aus  verschiedenen  Stil- 
elementen combinierte  Typus  als  Erfindung  eines 
römischen  Künstlers  denkbar? 

417—419.  Sala  delle  colombc  28.  Doppel- 
herme zweier  W assergotthejt eil.  Ilclbig 
4-18;  daselbst  I.itteratur.  Am  unbärtigen  Kopfe 
ergänzt  die  linke  Ecke  der  Herme  und  eine  Haar- 
locke rechts,  am  bärtigen  das  Ende  der  änssersten 
Bartlockc  rechts  iuid  das  Ende  der  einen  llaar- 
lucko  neben  den  rechten  Schläfen.  Die  besonders 
charakteristischen  Nasen  unergänzt.  In  Abgüssen 
verbreitet.  Man  kanu  hier  ähnlich  wie  liei  der 


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32 


Korn. 


vorigen  Nummer  fragen:  Entsteh  ungszeit  der 
beiden  Typen?  römische  Erfindung  nach  griechi- 
schen Mustern  oder  genaue  römische  Kopie  eines 
griechischen  Originale»?  und  war  auch  letzteres 
bereits  eint»  Doppelherme  oder  hat  erst  der  Kopirit 
zwei  statuarische  Kundköpfe  zu  einer  Doppel- 
herme vereinigt? 

420  und  421.  Sala  dello  colombe  85.  Weib- 
licher?) Kopf.  Neu:  Hals,  Düste,  Nasenspitze. 
Stirnbildung  und  das  Haar  bereits  mehr  in  der  ! 
Weise  de»  4.  Jahrhundert»,  wahrend  die  streng  | 
geschnittenen  Uder  und  das  I n torgeeicht  noch 
an  Älteres  erinnern:  also  wohl  Kopie  eines  Werkes 
aus  der  Übergangszeit.  Die  Stintspitzc  liegt  be- 
trächtlich nach  recht»  seitab  von  der  Verlängerung 
der  Nasenaxe:  beabsichtigte  Disharmonie? 

422  und  423.  Sala  dclle  colombc87.  Herme 
einer  jugendlichen  Gottheit.  Neu:  Nase, 
Hals,  Herme  uiit  den  Lockensträhnen.  Das  Ge- 
schlecht des  Dargestellten  unbestimmt;  daraus, 
dass  eine  Wiederholung  des  Typus  im  Lateran 
(B.-S.  378;  auf  Phot.  Drogi  83G7)  als  Pendant  zu 
einer  bärtigen  Dionysoshernie  gearbeitet  ist,  darf  j 
man  noch  nicht  sehliessen,  das»  mit  dem  jugend- 
lichen Kopfe  Ariadne  gemeint  sei.  Eine  weitere 
Wiederholung  in  Sammlung  Jacobson  1007  (»ehr 
gewöhnliche  Arbeit;  trotz  des,  wie  cs  nach  der 
Photographie  scheint,  fehlenden  Diadems,  das 
hinter  den  Ohren  au»  den  Haaren  liervorkomiut, 
als  Kopie  sicher).  Ebenda  unter  Ko.  1073  c eiu  im 
Stile  ausserordentlich  verwandter,  iu  den  Formell 
etwa»  mehr  weiblich- weicher  schöner  Hermen- 
kopf. Vgl.  ausserdem  oben  zu  No.  407  und  408, 
wo  ich  bereit»  bemerkt  habe,  dass  diese  Typen 
zeitlich  in  das  Ende  des  5.  Jahrhunderts  gehören, 
iu  die  Nahe  der  Eirene  de»  Kephisodot.  Die  im 
Lateran  als  Pendant  gearbeitete  bärtige  Dionysos- 
herine  zeigt  eine  ganz  verwandte  Anordnung  des  i 
Haupthaare»  um  die  Stirn;  ihr  Bart  hingegen  ist  1 
in  steife,  stilisierte  Locken  gedreht.  Wenn  sieh 
festste! len  Hesse,  dass  die  Erfindung  dieser  Herme 
nicht  einem  combinicrcndeu  Kopisten  zu  verdanken, 
sondern  gleichzeitig  mit  derjenigen  der  unbärtigen 
Henne  erfolgt  sei,  so  würde  die»  einen  wertvollen 
terrainu»  für  das  Port  leben  bezw.  für  die  Wieder- 
aufnahme altertümlicher  Kinzelzüge  liefern. 

424  .Stanza  dei  filosofi  1.  1* rofilj  de»  , 
sogen.  E ii  b ulen».  Hel  big,  Führer  1,  No.  458. 
Da»  Profil  ist  wichtig,  da  an  diesem  Exemplar  die 
Nase  hi»  auf  die  Spitze  erhalten  bt. 

425  und  426.  Stanza  dei  Filosofi  11.  Weib- 
licher Kopf.  Neu:  Diiatc,  grösster  Teil  der 


Nase,  Stück  der  Haarsträhne  neben  der  r.  Schläfe 
und  Enden  beider  Strähnen  neben  den  Ohren 
S.  die  folgende  Nummer. 

427  und  428.  Stanza  dei  Filosofi  12.  Weib- 
licher Kopf.  Neu:  Nase  mit  Nasenwurzel  und 
Oberlippe,  Kinn,  die  frcihäiigenden  Haarsträhnen, 
das  r.  Schulterstück  der  Herme. 

Dieser  und  der  vorige  Kopf  sind  einander 
im  Typus  nahe  verwandt,  aber  keine  Repliken. 
Ähnliche  Stücke,  bei  welchen  ebenfalls  die 
Mischung  älterer  und  jüngerer  Stilelemente  auf- 
lallt, sind  der  aus  Pumpei  stammende  Kopf  in  der 
Sala  de’  capolavori  in  Neapel  luv.  100621  (Phot. 
Sommer  1532;  Brogi  5501  \ ein  Kopf  der  Sammlung 
Jacobson  1076,  ferner  Museo  Torlonla  500  und  505 
und  Collection  Barraecopl. 31  W«.  Ein  mir  nur  au»  der 
Photographie  noch  erinnerlicher  Kopf  de»  athe- 
nischen Nationnimiiseums,  den  inan  durch  die  drei 
Löckchonreihon  leicht  herauserkennen  wird,  scheint 
»ich  ebenfalls  liier  cinztifügcn.  Vgl.  auch  oben 
No.  306.  Ferner  »ind  hier,  als  zur  nämlichen 
Gruppe  gehörig,  zu  nennen  der  in  den  Mon.  d. 
Ist.  1874,  tav.  VII  veröffentlichte  Kopf  der 
Sammlung  Struganoff  iu  Petersburg  (Friedoriehs- 
Wolter»  230;  Alinall  d.  bt.  1874,  p.  172  ff.  i 
und  ein  Kopf  de»  Museum»  in  den  Dioclctians- 
thennen  zu  Korn  (Phot.  röm.  Inst.  207).  Endlich 
sitzt  ein  ähnlicher,  offenbar  nicht  zugehöriger 
Kopf  einer  Statue  der  Villa  Albnni  (No.  3;  Chirac 
944,  2583  A;  Phot.  Möllns  2753)  auf.  Ich  vermag 
nicht  anzitgcbcii,  weder  in  welcher  Zeit  diese 
..archaisierende“  Kunstrichtung  gehen  acht  hat,  der 
derartige  Typen  zu  verdanken  sind,  noch  wie  die 
zu  diesen  Köpfen  gehörigen  Statuen  auageschen 
haben. 

429  und  430.  Stanza  dei  filosofi  17.  II  er  nie 
de»  Ile  räkle».  Sog.  Ilicron.  llolbig  I,  465. 
Abguss  in  Dresden.  Ergänzt  (nach  Ml.  Mitteilung 
der  Herren  Gracveu  und  Potenten'*:  Der  ganze 
llenuenschaft,  doch  ist  am  Habe  vorn  von  Büste 
und  Schulten!  genug  erhalten,  um  zu  erkennen, 
«lass  der  Kopf  einer  Henne  angehörte.  Auf  diesen 
Schultcrausützcn  sind  auch  die  Koste  der  vom 
Kopf  horabfallendcii  Bänder  erhalten.  Neu  ferner 
die  untere  halbe  Nase  und  «ler  ganze  Hiutcrkopf, 
und  zwar  geht  die  Fuge  vom  Nacken  zur  Höhe 
de»  r.  Auges,  läuft  dann  über  der  Stirn  und  auf 
der  1.  Seite  stets  unterhalb  der  Binde  hin,  so  das» 
fast  nur  das  Gesicht  und  die  untere  Haarparlte 
auf  «ler  r.  Seite  antik  bt  und  an  «len  übrigen 
Teilen  nur  das,  was  vor  der  Biude  liegt.  Dagegen 
hält  Potenten  das  freiliegende  Stück  der  Binde 
auf  «ler  I.  Seite  dos  Kopfe»,  das  »ich  von  den 


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Rom 


33 


sicher  ergänzten  Teilen  stark  unterscheidet,  für 
antik,  obgleich  es  an  beiden  Seiten  gebrochen 
war.  Von  der  Koilbindc  selbst  ist  nach  diesen 
Angaben  nichts  antik.  Das  Erhaltene  scheint 
eine  flaue  Replik  des  sog.  skopasischeu  Ilcraklcs- 
typus  zu  sein;  vgl.  Graef,  röm  Mitt.  1889,  p.  197, 
No.  12. 

431  und  432.  Stanza  dei  Filosofi  28.  Jugend- 
licher Colossalkopf.  Neu:  Büste,  Nasenspitze, 
einige  Teile  des  Haares,  Teil  des  r.  Ohres,  kleiner 
Klicken  am  Kinn.  Aus  Privcraum  im  Volsker- 
gebirge. Früher  Alexander  der  Grosse  benannt; 
doch  ist  die  Ähnlichkeit  nicht  schlagend.  Porträt 
aus  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts 
scheint  der  Kopf  allerdings  zu  sein;  der  Katalog 
des  Capitols  weist  mit  Recht  auf  Verwandtschaft 
mit  Ivsippischcr  Kuustweise  hin.  Für  einen  Ideal- 
typus enthält  der  Kopf  meines  Erarhtcns  nament- 
lich im  Profil  zu  stark  individuelle  Züge,  (»rosse 
phyaiugnomischo  Treue  in  der  Wiedergabe  eines 
Porträts  darf  mau  allerdings  bei  einem  in  Privemum 
nicht  nur  gefundnen,  sondern  möglicherweise  auch 
gearbeiteten  Kopfe  nicht  erwarten:  so  muss  immer- 
hin die  Möglichkeit,  dass  Alexander  gemeint  sei, 
aufrecht  erhalten  bleiben.  Vgl.  den  entsprechenden 
Fall  bei  provincialen  römischen  Porträts:  Text 
zu  K-V  1,  2,  p.  20  oben. 

433  und  434.  Stanza  dei  Filosofi  54.  Herrn  o 
der  Athene.  Furtwäingler,  Meisterwerke  p.  90  f. 
und  p.  747 f.,  daselbst  Utteratur.  Neu:  Nasenspitze, 
I.  Hinterteil  des  Helmes,  I.  Schulterstück  der  Herme. 
Furtwünglers  Angabe,  dass  die  Herme  die  „genaue 
Replik“  einer  in  Neapel  (abg.  ebenda  p.  91)  be- 
findlichen sei  (die  andere  Neapolitaner  Wieder- 
holung Inv.  6282 — Arcli.  Jahrb.  1893,  p.  176  halt« 
ich  nur  1892  als  modern  notiert),  ist  nicht  richtig. 
Vielmehr  zeigen  beide  Köpfe,  die  allerdings  Re- 
pliken eines  Originales  sind,  beträchtliche  und 
für  die  Freiheit  der  Kopisten  charakteristische 
Abweichungen  von  einander.  Der  Kopf  der 
Neapolitaner  Herme  ist  nach  der  I.  Schulter  ge- 
wendet, der  der  capitolinischon  geradeaus  ge- 
richtet. Das  Bruststück  der  letzteren  ist,  offen- 
bar in  Übereinstimmung  mit  dem  Originale,  mit 
Gewand  bedeckt,  jenes  der  Neapler  nackt.  Der 
Helm  des  Neapler  Exemptarcs  hat  einen  Bügel, 
der  dem  römischen  fehlt.  Das  Gorgoneion  der 
Neapler  Replik  reckt  die  Zunge  heraus,  das  der 
capitolinischen  nicht.  Und  vor  Allem  sind  die  Go- 
sichtszüge  des  letzteren  in  das  Unbedeutende  und 
Kleinliche  verflacht  und  verweichlicht,  während 
die  Neapler  Herme  eine  allem  Anscheine  nach 
getreue  Replik  des  Originales  ist  (so  auch  Wolters, 


Jahrb.  d.  Inst.  1893,  p.  173  ff.).  Als  solch«»  hat 
Wolters  eine  Athene  des  Kepliisodot  angenommen, 
während  Furtwängler  (a.  a.  0.)  die  Erfindung 
des  Typus  dem  Pliiilias  zuschreiben  möchte.  Auch 
ich  halte  die  Datierung  des  Kopfes  in  den  Beginn 
der  2.  Hälfte  «les  5 Jahrhunderts  namentlich 
gegenüber  der  strengen  Neapler  Wiederholung  für 
wahrscheinlicher  als  in  den  Schluss  desselben,  in 
welchen  die  Eirene  des  Kephisodot  gehört.  Für 
Phidiaa  seihst  mangeln  nach  meinem  Dafürhalten 
die  entscheidenden  Gründe.  Die  zu  dem  Hennen- 
kopfe ursprünglich  gehörige  Statue  ist  noch  nicht 
bekannt. 

435  und  436.  Stanza  dei  Filosofi  55.  Weib- 
licher Kopf.  Neu : Herme,  fast  die  ganze  Nase, 
nach  dem  Katalog  des  Capitols  auch  die  Alabaster- 
angen.  Das  Face  auch  von  Alinari  photographiert 
(P°  1«  No.  15  183).  Früher  Cleopatra  genannt. 
Eine  Wiederholung  des  Kopfes  in  Sammlung 
Jacobacn  No.  1098,  mit  einer  kleinen  Abweichung 
im  Bindcnarrangemcnt  am  Hinterkopf,  weniger 
sorgfältig,  aber  lebendiger  und  geistvoller  in  der 
Arbeit.  Zwei  weitere  Repliken  im  Museo  Torlonia, 
No.  54  und  No.  58  der  Fublication  (an  54  Herme, 
Nase,  Lippen,  an  58  Herme,  Nase,  Hinterkopf 
neu).  Von  Furtwängler  (Meisterwerke  p.  98)  ist 
der  Typus  mit  Recht  dem  Kreise  des  Phidiaszu- 
gewiesen  worden. 

437  und  438.  Stanza  dei  Filosofi  68.  Bär- 
tiger behelmter  Kopf,  früher  Massinissa  oder 
Miltiades  genannt.  Hclbig  1,483.  Neu : grösster 
Teil  der  Nase  und  unterer  Teil  de«  Halses.  Der 
Helmschmuck  besteht  aus  zwei  Greifen  (I.  weib- 
lich, r.  männlich)  auf  den  Beiten  und  einem  nicht 
mehr  erhaltenen  Tiere  in  der  Mitte;  am  Nacken- 
schutz stehen  sich  ein  Löwe  und  ein  Stier  gegen- 
über. Uber  der  Stirn  ein  Stern.  Furtwängler, 
Meisterwerke  p.  122;  englische  Ausgabe  p.  90 
und  pl.  IV,  woselbst  Abbildung  der  schönen  und 
ausserordentlich  viel  charaktervolleren  Pariser 
Wiederholung.  Die  weitere  von  Furtwängler  an- 
geführte Replik  in  Palazzo  Colonna  habe  ich 
(1891)  in  Übereinstimmung  mit  Matz-Duhn  (No.  1743) 
für  modern  gehalten.  Furtwängler  deutet  den 
Kopf  auf  einen  Heros,  Hclbig  ansprechend  auf 
Are».  Der  Helmschmuck  wird  in  seiner  Allge- 
meinheit in  keiner  Beziehung  zur  Persönlichkeit 
des  Dargestellten  stehen;  höchstens  der  Stern, 
der  an  der  Pariser  Replik  wiederzukehren  scheint, 
könnte  bedeutungsvoll  sein  (vergl.  Collection 
Barracco  pl.  521*1*).  Furtwängler  will  den  Kopf 
dem  Phidias  selbst  zuschreibeu,  ohne  zwingende 
Gründe;  doch  trifft  sc'nc  Datierung  in  die  Mitte 

3 


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34 


Rom. 


des  5 Jahrhundert»  gegenüber  der  Helbigschen 
in  den  Anfang  de»  4.  Jahrhundert»  jedenfalls  da» 
Richtige. 

439  und  440.  Stanza  dei  Fi'oaofi  69.  Bär- 
tiger Kiipf.  Ilclbig  I,  484.  Neu : Nase.  Stück 
de»  Halse»  zwisehengeetzt.  Henne  antik,  alter 
nicht  zugehörig.  Da»  Haar  endigt  hinten  in  einem 
Nackenscliopfc;  zwischen  diesem  und  dem  Ohre 
ist  beiderseits  je  eine  Haarsträhne  aufgezogen 
und  unter  dem  Diademe  dnreligcsteckt.  Nach 
der  Stilisierung  der  einzelnen  Formen  gehört  der 
Kopf  in  den  Beginu  ('.erzweiten  Hälfte  de»  5.  Jahr- 
hunderts. Cher  seine  Bedeutung  habe  ich  keine 
Vermutung. 

441  und  442.  Stanza  dei  Filosofi  85.  Jugend- 
liche männliche  Herme.  Neu:  fast  die  ganze 
Nase  und  die  r.  Vorderecke  der  Büste.  Kurt- 
wängler,  Meisterwerke  p.  82  ff.,  wo  auch  Ab- 
bildung de»  1.  Profils.  Furtwänglcr  stellt  den 
Kopf  mit  dem  „Jakchos“  de»  Braccio  nuovo,  der 
„Pallas  mit  dem  l,üwcnhelm‘‘  Alhani,  dun  „I.vsias“ 
Alhani  und  dem  Münchner  Kopf  49  zusammen 
und  schreibt  diese  Gruppe  vermutungsweise  dem 
Praxias,  dem  Schüler  de»  Kaland»,  zu  (p.  116). 
Damit  ist  der  Kopf  zeitlich  jedenfalls  richtig 
fixiert. 

443  und  444.  Stanza  dei  Pitnsofi  94.  Bär- 
tige Herme.  Neu:  Nase,  vorderer  Teil  diu 
Kinn  hartes  mit  den  Finden  des  Schnurbartes  und 
die  Herme.  Kino  Replik  in  Stockholm  (Phot. 
Lagrclius  III,  63;.  Beginn  der  zweiten  Hälfte  des 
5.  Jahrhunderts. 

445.  Salone  10.  Wiederholung  dcspoly- 
klctischcu  Diadumcuos,  als  Augustus  er- 
gänzt. Neu:  Nase,  Ohren,  Hals,  r.  Arm,  I.  Unter- 
arm, Stücke  an  beiden  Schultern,  I.  Harken  und  j 
Teil  de»  Spannes.  Das  r.  Bein  w ar  in  der  Mitte 
de»  Obcrschonkcl»,  da»  1.  unter  dem  Knie  und 
am  F’usa  gebrochen.  Der  Kopf  nicht  zugehörig. 
Bull. comuuale  1890, p.l89,n”l  (Petersen). Sorgfältig 
gearbeitete  und,  wie  es  scheint,  getreue  Kopie. 

446—448.  Salone  12.  Statue  eine»  nackten 
Jünglings.  Neu:  Naseuspitze  (nach  dem  Katalog 
des  Capitol»',  r.  Arm,  I.  Hand,  beide  Unterschenkel, 
Stamm  und  PKnthe.  F'urtwängler  (Meisterwerke 
]>.  596)  hat  die  Stiltue  richtig  als  letzte»  Glied 
einer  Reihe  von  J ünglingsstatuen  erkannt,  deren 
Anfänge  auf  die  Schule  des  Polyklet  znrückführen 
(Idoliuo,  Pariser  Bronze:  Meisterwerke  Tafel 

XXVUI,  8)  und  deren  Ilauptvertretcr  der  Dionysos 
von  Tivoli,  die  Berliner  Saburuffsche  Bronze  und 
eine  Dresdner  Jüugliugsstatuc  (Furtwängler  F'ig. 
114;  Phot,  in  meinem  Besitz)  sind.  Ich  füge  den 


Neapler  Antinons  derSala  de’  capolavorl  (lnv.  6030) 
und  die  ähnliche  Statue  des  Capitols  Hel  big  1,  520 
(werden  beide  in  meinem  Porträtwerk  veröffent- 
licht werden)  hinzu,  sowie  den  Oberteil  e'ner 
Jünglingsstatue  mit  Kopf,  diu  1894  in  römischem 
Knnsthandel  war  un  i nach  Amerika  verkauft 
sein  »oll  (Phot,  in  meinem  Besitz).  Der  von  F’urt- 
wängler  hier  eingereihte  Typus  de»  sog.  Adonis 
von  Centocelle  im  Gabinetto  dellc  maschere  ge- 
hört streng  genommen  nicht  hierher,  da  er  in 
den  Proportionen,  wie  es  scheiut,  vorpoly- 
kletischen  Mustern  folgt;  die  Dresdner  Hermes- 
statue Meisterwerke  p.  596  nnd  Amu.  2 (Phot, 
in  meinem  Be  ilz\  die  F'urtwängler  der  capito- 
liiiischen  Statue  Sabine  12  verwandt  nennt,  ko- 
p'ert  ein  ältere»  Vorbild:  die  Arbeit  der  Haare 
de»  Ilintcrknpfc»,  die  der  Kopist  sauberer  und 
sorgfältiger  als  die  vorderen  Partieeu  ausgeführt 
hat,  erinnert  au  den  Münchner  Bronzekopf  802. 
Die  olion  angeführten  Werke  hängen  durch,  die 
Behandlung  der  Körpurformen,  die  Neigung  de» 
Kopfes,  die  Pondericrung,  die  Haltung  der  Arme, 
zusammen.  Sie  indea-en  alle  einem  Künstler 
znxnarhrciben  und  in  diesem  Euphranor  zu  er- 
kennen, wie  Furtwängler  will,  scheint  mir  zu  ge- 
wagt. Die  in  Rede  stehende  capitolinische  Statue 
ist  die  jüngste,  in  der  I'oi  men  Bildung  am  weitesten 
vorgeachrittue  der  Reihe;  F’urtwängler  vermutet 
als  ihreu  Künstler  Sostratos,  den  Sohn  des 
Fluphranor  und  Zeitgenossen  des  bysipp.  Kill 
nahe  verw  andter  Kopf  ist  nach  meiner  Erinnerung 
der  Berliner  Jünglingskopf  No.  548. 

449-451.  Salone  17.  Weibliche  Statue, 
Wiederholung  der  »og.  Sappho  Alhani  Hclkig  li, 
805  Brunn-Bruck  mann  Tafel  255.  Ilelhig  I, 
507.  F'urtwängler,  Meisterwerke  p.  100.  Bei 
Beiden  Utteratur.  Neu:  Nasenspitze,  unterer  Teil 
ilcs  Halse»,  beide  Unterarme  mit  Teilen  der  Ärmel, 
| sehr  viele  Teile  des  Gewandt*,  besonders  hinten 
link».  Der  (antike)  Kopf  ist  nicht  zugehörig; 
er  scheint,  wie  auch  der  Katalog  augiebt,  stark 
mit  dem  Raspel  übergangen  zu  sein.  Die  Statue 
ist,  im  Gegensatz  zu  andern,  ebenfalls  zumeist  für 
Repliken  ausgegebnen  Exemplaren,  die  aber  nur 
in  den  Motiven  verwandt  sind,  eine  wirkliche, 
mir  durch  die  Minderwertigkeit  der  Ausführung 
unterschiedene  Wiederholung  der  Sappho  Alhani; 
s.  Amclung  unten  zu  Nr.  497.  Im  Kopf  erkennt 
Hclhig,  wie  icii  glaube,  nicht  mit  Recht,  „einen 
au»  dem  polykletUchen  abgeleiteten  Typus“.  Die 
vor  den  Uhren  auf  die  Wangen  sieh  senkenden 
und  wieder  aufgezognen  Haarsträhnen  erinnern  au 
arcliaischcn  Gebrauch  Ich  kenne  keine  schlagcn- 


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Rom. 


35 


den  stilistischen  Parallelen  fiir  diesen  schönen  und 
individuellen  Athencknpf. 

452  — 454.  Salone  20.  Wiederholung 
des  sog.  (Imp h al osa pol I o n.  llelbig  1,  SOG. 
Neu:  Nase,  Unterarme,  Unterschenkel,  Stamm, 
Plinthc;  Kopf  war  gebrochen,  ist  aber  zugehörig. 
Furtwängler,  50.  Berliner  Winckcluiannsprograuim 
p.  150.  Hi  rou  de  Villefosse  in  den  Monuments 
et  memoire»  (Fondation  Eugene  Plot)  I,  1894,  pl. 
8 and  9,  pp.  61 — 70.  8.  unten  zu  Nr.  481  und  482. 

455  und  456.  Salone  21.  Kopf  der  Statue 
tines  ansruhenden  Kphebcn.  llelbig  I,  505. 
Hninn-Bruckniann  Taf.  387.  Neu : l)ic  Nase.  Die 
Statue  stammt  aus  der  Hadriausvilla.  Kekule,  die 
Gruppe  des  Künstlers  .Menelaos  p.40.  Furtwängler» 
Meisterwerke  p,  525.  Letzterer  hat  richtig  darauf 
hingewieseu,  dass  die  Statue  mit  dem  sog.  Jason 
München-  Paris -Lansdowne- Akropolis  nichts  zu 
thun  hat.  Kekule  und,  wie  ieh  weiss,  auch  Brunn, 
brachten  die  Statue  in  Verbindung  mit  der  Gruppe 
des  Menelaos.  Diese  Ähnlichkeit  beschränkt  sich 
aber  auf  die  Kaltenbehaudlung  des  Mantels  und 
erklärt  sich  dadurch,  dass  beide  Werke  auf  ein 
Vorbild  praxiteliseher  Zeit  zurilckgchen.  Auch 
der  Kopf  hat  iu  jener  Zeit  die  nächsten  Analogieen 
(vgl.  Furtwängler  a.  a.  0.).  Auffallend  das  laug- 
gezogene Ohr.  llelbig  datiert  die  Kopie  nach  ihrer 
glatten  Ausführung  iu  hadrianische  oder  anto- 
ninischc  Zeit;  ob  die  Fonu  der  Plinthe  zu  diesem 
Ansätze  passt,  bedarf  besonderer  Untersuchung. 

457  und  458.  Salone  24.  Kopf  der  Statue 
«ler  sog.  Hera  oder  Demeter,  llelbig  1,  503. 
Furtwängler,  Meisterwerke  p.  117.  Bei  Beiden  Lit- 
teratur.  Neu:  unterer  Teil  der  Nase.  Vgl.  Pctcrscn 
in  den  riim.  Mitt.  d.  Inst.  1889,  p.  GG  f.  und  im 
Text  zu  den  „Antiken  Denkmälern"  Taf.  55.  Die 
gedrückten  Proportionen,  die  der  Kopf  in  der 
lTofilansicht  hat,  verschwinden,  wenn  man  die 
Statue  von  unten  sicht.  Vgl.  E-V  I,  2,  Nach- 
träge, p.  19,  No.  113.  Bessere  Aufnahme  des 
Profites  in  den  „Antiken  Denkmälern“  Taf.  55.  Nach 
Pctcrscn,  dem  Furtwängler  folgt,  ein  Werk  de* 
Alkamcnes,  s.  auch  oben  Amelung  zu  No.  279. 
Ich  gestehe,  dass  ich  die  angebliche  enge  Ver- 
wandtschaft des  Kopfes  dieser  Statue  mit  dem 
der  sog.  Gcnctrlx  nicht  sehe;  noch  weniger  kann 
ich  die  von  Furtwängler  vorgesehlagene  Einreihung 
der  Athene  Farnese  und  der  barbcrinischen  Hera 
mit  ihren  Verwandten  in  diesen  Kreis  gutheissen. 
Nur  die  letztere,  bezw.  den  Typus  Borghcse- 
Jacobsen  (s.  oben  Amelung  zu  No.  280)  halto  ich 
für  möglich,  mit  der  „üenetrix*  des  Alkamcnes 
iu  Verbindung  zu  bringen. 


459—481.  Salone  30.  Statue  des  Apollon, 
llelbig  I,  500.  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  77 
und  Anm.  4 und  5;  p 381  Und  Auui.  2.  Bei 
Beiden  Littcratur.  Neu : Nase,  Teil  der  Oberlippe, 
Kinn,  .Stück  des  Halses,  Teile  der  langen  Bocken, 
r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarme»  an  (Ober- 
arm gebrochen),  I Unterarm,  r.  Unterschenkel 
(Fuss  antik),  Stamm  mit  Köcher,  Rand  der  Plinthe; 
I.  Unterschenkel  und  1.  Knie  waren  gebrochen. 
Vgl.  Pctcrscn  in  den  röm.  Mitt.  d.  .1.  1891,  p.  802 
und  378.  Furtwängler  hat  darauf  hingewiesen,  dass 
der  Körper  der  Statue  vollständig  dem  des  Kassler 
Apollon  und  seiner  Repliken  entspricht;  man  vgl. 
die  Abbildung  der  Pariser  Wiederholung  bei 
Furtwängler  p.  373  (Phot  Girandon  1199).  Die 
Ähnlichkeit  scheint  mir  nach  den  Photographiccn 
so  stark,  dass  ich  eine  nochmalige  genaue  UntCT- 
suehnng,  ob  der  Kopf  der  eapitolinischcn  Statue 
wirklieh  zugehört,  für  sehr  wünschenswert  erachte. 
Overbeck,  Kunstmythologie  des  Apollon  p.  175: 
„Der  Kopf  ist  gebrochen  gewesen,  aber,  wie  ieh 
überzeugt  Iüd,  zugehörig“.  Pctcrscn  brieflich: 
„Der  Kopf  ist  zugehörig  wegen  der  zum  Teil  auch 
hinten  antiken  Lockenenden“.  Pctersen»  Gedanke, 
das  Werk  dem  jungen  Phidias  zuzuschreiben,  ist 
(für  den  Kopf  wenigstens)  bestechend;  der  Kopf 
zeigt  im  Grunde  bereits  ganz  die  Fornivnelemcnte 
de»  Parthenoskopfcs  (man  vgl.  die  Abbildungen 
de»  Kopfe»  der  ludovisischeu  l’arthcnoskopie  de» 
Antiochos  oben  No.  274  und  275),  nur  in  ge- 
hundnerein  Stile. 

462  und  463.  Stanza  del  fantio  rosso  4. 
Jünglingskopf.  Neu:  Büste,  llals,  fast  der 
ganze  Iliuterkopf,  Stück  in  der  1.  Wange  und 
im  Kinn,  Rand  des  1.  Ohre».  Der  Kopf  gehört 
in  den  Beginn  des  4.  Jahrhunderts.  Während  der 
Haarabschluss  über  der  Stirmuittc  noch  der  Weise 
des  5.  Jahrhunderts  entspricht,  sind  Blick  und 
Mund  bereits  innerlicher  und  freier.  Vgl.  die 
oben  unter  No.  222 — 225  behandelten  ähnlichen 
Köpfe. 

464  und  465.  Stanza  del  faunn  rosso  19. 
Kopf  des  Dionysos  (?).  Neu:  Unterteil  des 
Halses,  Nase,  Traube  r.  oben.  Etwa  aus  der 
Mitte  des  4.  Jahrhundert». 

466  und  467.  Stanza  del  fanno  rosso  21. 
Kopf  der  Ariadne  (?),  llelbig  I,  513.  Das 
Face  besser  phot.  von  Alinari  p«  1»  No.  19663. 
Neu:  Nase,  Oberlippe,  fast  die  ganze  Büste  mit 
den  Haarenden;  wie  es  nach  der  Photographie 
scheint,  auch  ein  Teil  des  Hinterkopfes.  Ich  weiss 
keine  genauere  Datierung  fitr  diesen  herrlichen 
Kopf  in  Vorschlag  zu  bringen. 

3* 


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3G  Rom. 


468  und  469.  Stanza  del  fauno  roeso  26. 
Kopf  des  Dionysos.  Neu:  Büste,  Kinn,  Unter- 
lippe, Nase,  Teile  der  Locken  und  die  Trauben  r. 
Himer  den  Traulien  r.  scheint  nach  der  Photo- 
graphie eine  Stütze  zu  sein,  wohl  für  die  auf  den 
Kopf  gelegte  Hand:  dies  ergieht  das  Motiv  der 
zu  dem  Kopfe  gehörigen  Statue.  Auf  weinselige 
Mattigkeit  deuten  auch  diu  schweren  gesunknen 
Lider.  Die  kreisrunde  Scheibe  ?)  iui  Haare  neben 
dem  r.  Auge,  die  ich,  wie  die  Stütze,  erst  auf 
der  Photograph  io  bemerkt  habe,  weis«  ich  nicht 
zu  erklären.  Genaue  Datierung  des  Stückes? 

470  und  471.  Stanza  del  gladiatore  2.  Kopf 
auf  der  sog.  Persephonestatue  liolbig  I,  528; 
Rrunii-liruckinami  Taf.  359.  S.  oben  Anielung 
zu  No.  281  und  282;  daselbst  die  neueste  Lltteratur. 
Der  Kopf  in  Abgüssen  z.  H.  in  Dresden  und 
Mllnrhcu;  in  Kerlin  bei  Gcbr.  Michcli,  unter  den 
Linden  76a,  unter  dem  Namen  „Juno  vom  Capitol" 
käuflich.  Wie  die  zu  dem  Kopfe  ursprünglich 
gehörige  Statue  etwa  ansgesehen  haben  mag. 
kann  die  schöne  Konstautinopolitaner  Statuette 
eitler  stehenden  Artemis  aus  l.csbos  (Mus.-No.  38; 
Jütihin  13;  Phot.  Schah  & Jonillier;  American 
Jotim.  of  arch.  I,  pl.  9)  vergegenwärtigen,  die  einen 
ganz  ähnlichen  Kopf  trägt.  Die  Entstchungszcit 
des  durch  die  Statuette  vertretenen  Typus  w ird 
die  zweite  Hälfte  de*  4.  Jahrhundert*  sein.  Auch 
der  der  Statue  einer  „Gcfüssträgerin*  im  Capitol, 
Stanza  del  gladiatore  (llclbig  I,  524),  aufgesetzte 
Kopf  ist  verwandt. 

Rom,  Consorvatorenpalast. 

Die  Krgänzungcn  nach  Angaben  W.  Amelungs. 

472.  llof.  Sitzende  weibliche  Statue, 
als  Roma  o.  ä.  ergänzt.  Clarac  770  K,  1903  A. 
Neu : Kopf  mit  Hals  und  grösster  Teil  der  Brust, 
beide  Hände,  die  vier  Stuhlbeine  mit  den  Waffen, 
der  r.  grosse  Zeh,  Teile  der  Basis.  Stil  der 
Parthenongicbel  und  darnach  Kopie  eine*  Werkes 
ans  dem  Kreise  dt»  l'hidias 

473.  Atrio  29.  Statue  einer  Mänade. 
Clarac  694  B,  1656  C.  Neu:  Kopf  mit  Hals  nach 
Clarac  der  Kopf  zwar  nicht  zugehörig,  aber  antik), 
I.  Arm,  r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarmes  ab, 
Teile  der  Guirlande.  Die  Aufnahme  ist  leider  von 
ungünstigem  Standpunkte  aus  hcrgcstclit.  Der 
Chiton  scheint  dicht  unter  dem  Busen  gegürtet 
zu  sein ; darüber  trägt  die  Statue  ein  Fell  (welche* 
Tieres?)  und  über  diesem  zwei  sieh  kreuzende 
Guirlamlcn.  Die  Behandlung  der  Falten  weist  in 
die  Zeit  der  praxitelischen  Artemis  Furtwängler, 
Meisterwerke,  Taf.  29  und  p.  554  fl.  Bottari  er- 


wähnt mach  Clarac,  Text  a.  a.  0.)  eine  „ähnliche“ 
Statue  im  Palazzo  Colonna,  die  Ich  nicht  kenne. 

474  und  475.  Treppenhaus,  Halle  der  Marc- 
Aurel-Reliefs,  auf  No.  38.  JUnglingskopf  mit 
Kranz.  Neu:  Nasenspitze,  Rand  dos  1.  Ohres, 
unbedeutende  Teile  des  Kranzes.  Die  Büste  war 
in  mehrere  Stücke  gebrochen;  eie  ist  antik,  aber 
nicht  zugehörig.  Ktwa  au*  dem  dritten  Viertel 
des  4.  Jahrhundert*. 

476  uRd  477.  Sala  di  Appio  Claudio  5. 
Jünglings  köpf.  Die  Krgänxuugcn  (nach  Arne- 
lung  und  E.  Peterscn):  Die  nicht  zugehörige 

Büste  ist  ihrer  singulären  Form  halber  kaum  alt, 
sondern  neuerdings  aus  einem  Torso-Oborstück 
'zurechtgeschnitten  Neu:  Hinterkopf  von  hinter 
dem  1.  Ohr  ab;  die  r.  hintere  Kopf  hälfte  bis 
zu  dem  Schnitt  auf  der  r.  Wange;  die  halbe  Nase 
Antik  also  iui  Wesentlichen  nur  da*  Gesicht,  da* 
in  der  Mitte  gebrochen  war  (Bruchlinie  auf  der 
I Gesiehtshälfte).  Da*  Erhaltene  ist  vollständig 
überarbeitet.  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  310 
Dem  Typus  lticcardi  (Kninn-Kruckuiann  Taf.  361; 
Furtwängler, M- W Taf.  XVII)  am  nächsten  stehend; 
ob  wirklich  Replik,  wie  Furtwängler  will,  lässt 
sieh  bei  dem  traurigen  Erhaltungszustände  des 
Kopfes  nicht  naehweisen. 

478  und  479.  Sala  degli  arazzi  (oder  del 
triuio)  3.  Bacc bischer  Kopf.  Neu:  Büste, 
Flicken  am  Kinn,  Nase,  nach  meinen  eignen  Notizen 
auch  tler  Hinterkopf.  Durch  Putzen  und  die 
hässlichen  Ergänzungen  verhunzt.  Im  Haar  ein 
Ephctikranz.  Da»  Original  diese*  schönen  Kopfes 
wird  nocli  in  die  erste  Hälfte  de*  4.  Jahrhunderts 
gehören. 

480.  Obcrtoil  einer  Statue  des  Apollon. 
Nichts  ergänzt.  Naeh  Politur,  Haar-  und  Augen- 
Behandlung  frühestens  au*  autoniiiisclier  Zeit. 
Overbeck,  Kuustmythologio  des  Apollon  p.  150; 
Atlas  Taf  XXII,  31:  „Apollon  um  llyakinthos 
trauernd“.  Vgl.  oben  Aincliing  zu  No.  3-12. 

481  und  482.  Octogon.  Kopf  der  sog. 
esquilinisrben  Venu*,  llclbig  L 561.  Furt- 
wängler, Meisterwerke  p.  633,  Anm.  1.  Neu:  die 
Nasenspitze.  Seine  stilistische  Verwandtschaft  mit 
dem  Berliner  Penelopckopfe  (No.  603)  ist  so  stark, 
dass  cs  naliciicgt,  beide  Werke  dem  nämlichen 
Künstler  znzuschrciben.  Demselben  Kunstkreise 
gehören  naeh  der  Ähnlichkeit  des  Kopftypus  in 
weiterer  Entfernung  der  sog.  Omphalosapoil,  die 
vaticanischc  Wettläuferin,  die  Hcstia  Giustiniaui 
an,  die  mau  nicht  ohne  Wahrscheinlichkeit  mit 
Kalamis  in  Verbindung  gebracht  hat. 


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Rom. 


Rom,  Palazzo  Barberini. 

483  und  484.  Kopf  der  sog.  Sebutz- 
flchcnden.  M-D  988.  Frioderiel i»- Wolters  498. 
Kalkmann,  Bonner  Studien  38.  Furtwänglcr, 
Meisterwerke  pp.  34  und  G47.  Brunn-Bruckmann 
Taf.  415.  Neu:  ein  Stück  des  Nasenrückens.  Ab- 
güsse u.  a.  in  Berlin,  Halle  und  Strasslinrg.  Es  ist 
meines  Erachtens  bisher  noch  nicht  mit  Sicherheit 
gelungen,  einen  bestimmten  Meister  für  dieses 
schöne  und,  wie  die  raticanlscho  Replik  beweist, 
Itcreits  im  Altertum  berühmt  gewesene  Original 
nachzuweisen.  Iler  Stil  der  Gewandung  ist  älter 
als  derjenige  der  (licbclfiguren  des  Parthenon  und 
ebenso  steht  der  Kopf  einer  den  Parthenon  typen 
vorausliegenden  Gruppe  nahe:  man  darf  darnach 
die  Entstehung  der  „Schutzflehenden“  mit  ziem- 
licher Sicherheit  in  die  Mitte  des  5.  Jahrhunderts 
versetzen. 

Rom,  Palazzo  Borghese. 

Eine  Kontrolle  der  Ergänzungsangaben  bei 
Matz-Dulm  verdanke  ich  der  Freundlichkeit  der 
Herren  Graevcn  und  Albrecht  Dieterich. 

485.  Statue  des  Herakles.  M-D  90.  Drci- 
vicrtel-lebcnsgross.  Neu:  obere  Hälfte  des  Kopfes, 
r.  Unterarm  vom  Ellenbogen  ab  mit  der  Keule, 
I.  Hand,  das  Stück  des  Löwenfelts,  das  vom  linken 
Arm  herabhängt,  beide  Beine  vom  o beraten  Bruch 
an,  Füsac  und  Basis.  Auch  die  Ergänzungen  mehr- 
fach gebrochen.  Verwertbar  im  wesentlichen  nur 
der  Torso.  Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  517, 
Anm.  1,  wo  sich  das  Gitat  aus  Winckelmann 
auf  den  Diadumenos  Farnese  bezieht.  Ob 
die  Erfindung  des  Typus,  wie  Furtwänglcr 
meint,  auf  Phidüis  bezw.  seine  Schule  zurttrkgeht 
oder  ob  sic  in  die  Frühzeit  des  Skopas  gehört, 
in  welcher  der  Künstler  in  der  Behandlung  der 
Körperfonncu  den  Traditionen  des  5.  Jahrhunderts 
gefolgt  zu  Bein  scheint,  lässt  sich  nicht  entscheiden, 
da  von  dem  Kopfe,  der  den  Ausschlag  gellen 
würde,  zu  wenig  erhalten  ist.  Ein  ähnliches  Stück 
ist  bei  de  Rubeis,  Villa  Pamphilia,  abgebildct, 
ohne  Tafelnununcr,  wo  befindlich? 

486.  Statue  des  Dionysos.  M-D  396. 
Neu:  Kopf,  Hals,  Anne,  Beine,  Basis,  Stamm. 
Ähnliche  Statuen  in  grosser  Zahl  vorhanden,  so 
dass  es  schwierig  ist,  anzugeben,  von  welchem 
Typus  das  Borghcscsche  Exemplar  Wiederholung 
ist.  Die  Erfindung  des  Motives  geht  in  praxite- 
lische  Zeit  hinauf.  Ein  sehr  verwandter  Torso, 
dieser  vielleicht  wirklich  Replik,  befand  sich  1889 
in  Eregll  (Perinthos)  am  Marmaramecrc  in  einem 


37 

Zimmer  der  Kircho  rla  J/ijrgi.Toiic,  am  Orte  ge- 
funden; Phot,  in  meinem  Besitz.  Hoch  ea.  1,30; 
ohne  Kopf,  Arme,  Untcrlieine.  StüUenrcst  an  der 
r.  Hüfte  für  den  gesenkten  Arm.  Feine  und 
welche  Arbeit. 

487.  Kolossale  weibliche  Statue.  M-I> 
595.  Neu : r.  Unterarm  vom  Gewandansatz  ab, 
Spitze  des  r.  Fussen,  kleine  Stücke  des  Mantels. 
„Der  Kopf  scheint  vom  Rumpfe  nicht  getrennt 
gewesen  zu  sein“  (M-D).  Nach  M-D  hat  der  Kopf 
Porträtzflge  und  Frisur  der  Julia  Domna;  dagegen 
Hernoulli,  rüm.  Ikonogr.  Hl,  p.  41,  No.  18:  „Der 
Kopf,  der  hinten  jetzt  ebenfalls  mit  dem  runden 
Schopf  ergänzt  ist,  hatte  ursprünglich  die  Haar- 
tracht der  Mammaea“.  Die  Erfindung  der  Go- 
wandmotive  wohl  nicht  später  als  das  4.  Jahr- 
hundert. I.iegefaltcn  im  llimation. 

488.  Weiblicher  Kopf,  einer  Artemis- 
statue  aufgesetzt.  M-D  69 9.  Ilabstück  zwiseben- 
gesetzt,  Zugehörigkeit  nicht  sicher..  Über  den 
Typus  der  Statue  vgl.  M-D.  Der  Kopf,  dessen 

j Haar  von  einem  Kekrypbalos  bedeckt  ist,  gehört 
: in  die  erste  Hälfte  des  4.  Jahrhundert». 

489.  Zwei  weibliche  Statuen.  M-D  850 
und  1539 

850:  Zwcidrittel  Lebetisgrösse.  Statue  der 
sog.  Nemesis.  Vgl.  Furtwänglcr,  Einleitung  zu  den 
Vasen  der  Sammlung  Saburoff  p.  17.  Die  L.  hob 
ursprünglich  den  Zipfel  des  Überschlags;  die 
jetzige  Ergänzung  falsch.  U.  Unterarm  sowie 
Oberteil  des  Pfeilers  modern  „Der  offenbar  zu- 
gehörige antike  Kopf  ist  auf  einen  eingedickten 
Hals  aufgesetzt“  (M-D).  Mir  sind  folgende  weitere 
Wiederholungen  des  Typus  bekannt:  1.  Galleria 
dei  candclabri  des  Vatieau  No.  224;  Clarac  759, 
1854  und  in  Phott.;  r.  Unterarm  und  I.  Hand  neu, 
Kopf  scheint  mit  Schnitt  aufzusitzen.  2.  Lateran, 
B-S  19,  Ilelbig  620  (Phot,  auf  Geeammtvednton 
des  ersten  Saales);  Kopf  nicht  zugehörig.  3.  Samm- 
lung Jacobson  1063  a;  ohne  Kopf;  die  L.  hält 
eine  Traube,  die  im  aufgezognen  Überfall  des 
Chitons  liegt,  die  gesenkte  R.  hält  eine  Oinochoc, 
die  auf  einem  Pfeiler  ruht.  Gefltss,  Pfeiler  und 
Basis  durchbohrt,  also  Brunnenfigur.  4.  Clarac 
j 773,  1925  (Colt.  Giustiniani;  wo  jetzt?  Kopf  nach 
Clarac  nicht  zugehörig'i.  5.  Wilton  Hotise;  Michaelis, 
J ancicnt  marbles  p.  675,  No.  10  — Clarac  538  B, 
1122  B (Kopf  neu)  Wie  w eit  diese  6 Exemplare  im 
Einzelnen  mit  einander  Ubereinstimmen,  ob  sie  alle 
Repliken  oder  ob  sie  zuin  Teil  Weiterbildungen  sind, 
lässt  sich  Mangels  genügender  Abbildungen  von  2, 4 
und  5 nieht  feststellen.  Das  laterauensische  Exetn- 
| plar  scheint  ältere  Einzelzüge  bewahrt  zu  haben. 


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38 


Rom. 


Hinsichtlich  der  Bedeutung  der  Figur  hat  Wolters 
(Bausteine  Ho.  155:2)  auf  die  Grundlosigkeit  der 
Benennung  Nemesis  hingewiesen.  Eine  sichere 
Erklärung  lässt  sich  nicht  geben.  Die  Verwen- 
dung des  Jacobsenschen  und  wohl  auch  des  Borg- 
heseschen  Exemplare«  als  Brunnenfiguren  sowie 
das  baceliische  Attribut  des  eratcrcn  sind  Be- 
sonderheiten anscheinend  ent  der  Kopieen.  Die 
Hohe  der  crhaltnen  Exemplare  ist  die  gleiche  von 
ungefähr  1,10  in ; darnach  wird  auch  das  Original 
eine  Statuette  gewesen  sein.  Bei  keiner  der 
Kopieen  ist  der  Kopf  sicher  zugehörig.  Die 
Motive  der  Gewandung  erinnern  stark  an  die  der 
praxitelischeu  Artemis  Fui  twängler,  Meisterwerke 
Tafel  29;  in  die  nämliche  Zeit,  also  in  die  Jahre 
360—350,  ist  auch  die  Erfindung  dieses  Typus  zu 
versetzen. 

1533  (?).  Zweidrlttcl  Ecbensgrösse.  Neu: 
Kopf,  Hals,  r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarms 
ab  und  der  ganze  untere  Theil  der  Statue  von 
über  den  Kniecn  an.  Nach  den  Ucwaudino'.ivcn 
dem  Kreise  der  von  Amelung,  Florentiner  Antiken 
p.  32  ff.  und  von  Uob.  v.  Schneider  im  Jahrbuch  der 
Kunstsammlungen  des  allcrlr.  Kaiserhauses  1894, 
p.  135  ff.  behandelten  praxitelischen  Figuren 
angehörig. 

490.  Statue  der  llygieia.  M-D  859.  Zwei- 
drittel Ecbensgrösse.  Neu:  Kopf,  r.  Unterarm,  I. 
Hand  vom  Gewandansatz  ab,  zwei  Stückchen  der 
Schlange,  unterer  Teil  der  Statue  von  den  Knieen 
ab  neiwt  Basis. 

491.  Jugendliche  nackte  Statue.  M-D 
985  (T).  Drei  viertel  l.ebensgrössc.  Nen:  beide 
Arme  von  der  Mitte  der  Oberarme  ab,  die  Beine 
vom  Knie  an,  Stamm  und  Basis.  Der  Kopf  nicht 
zugehörig;  er  erinnert  sehr  an  den  des  Satyrs 
von  Earnia  im  Nationalmuseum  zu  Athen  No.  239 
(über  dessen  Datierung  s.  oben  zu  No.  247).  Der 
Torso  nach  einem  Werke  praxitclisclier  Zeit 

492.  Statue,  als  Augustus  restauriert. 
M-D  1060.  Vgl.  M-D  1078.  Antik  nur  der  Torso 
mit  der  Hälfte  der  Oberarme  und  dem  Ansatz 
der  Schenkel. 

493.  Statue  eines  Jünglings.  M-D  1331. 
Neu:  Unterteil  der  Statue  von  oberhalb  der  Kniee 
ab  nebst  Basis  und  Altar.  Halsstüek  zwischen- 
gesetzt,  Zugehörigkeit  des  Kopfes  nicht  beweisbar. 
An  diesem  neu  die  Nase.  Er  bestellt  aus  vier 
Stücken:  einem  untern  Teile,  einem  obero,  einer 
l’latto  hinten  und  einem  Haarstück  über  dem  I. 
Ohr.  Was  davon  antik,  bedarf  noch  genauer 
Untersuchung.  Die  Deutung  der  Figur  ist  un- 


gewiss; die  Entstehung  ihres  Originales  fällt  in 
die  Frühzeit  des  Praxiteles  (Venus  von  Arles). 

494.  Kolossale  weibliche  Gewand- 
figur.  M-D  1374;  daselbst  Eittcratur.  Neu: 
beide  Unterarme  vom  Gewand  al»,  ein  Stück  des 
Mantels  auf  der  1.  Seite  der  Figur.  Matz-Duhn 
sowohl  wie  Graeven  und  Dieterich  halten  den 
Kopf  mit  Hals  für  modern : „Von  unten  lies*  sicli 
zwar  keino  Fuge  erkennen;  doch  die  Wcisse  des 
Marmors  und  die  Unverletztlicit  des  Kopfes  zwingt 
zu  dein  Schlüsse,  dass  er  ergänzt  und  zwar  mit 
dem  Hals  genau  in  das  Gewand  ciugcpasst  ist, 
dessen  Raul  jetzt  dem  Untenateh enden  die  Fuge 
verdeckt.“  Auch  ohne  nochmalige  Untersuchung 
des  Originales,  die  wegen  der  Höbe  desselben 
kaum  durchführbar  ist,  glaube  ich  diesen  An- 
gaben bestimmt  widersprechen  zu  dürfen  Der 
Kopf  rcproduciort  ein  Werk  aus  dem  Kreis.:  des 
Aikamenes  (?)  und  zwar  ist  er  der  nächste  Ver- 
wandte des  in  Furtwänglers  Meisterwerken  Taf.  V 
abgebiideten  Berliner  Kopfes  G08.  Da  von  dem 
Borghesesehen  Kopfe  meines  Wissens  keine  genaue 
Replik  existiert,  nach  der  er  in  moderner  Zeit 
gearbeitet  sein  könnte  und  da  andrerse'ts  diese 
ganze  auf  Aikamenes  znrückgcfilhrtc  Gruppe  erst 
im  letzten  Dccennium  wissenschaftlich  untersucht 
und  besprochen  worden  ist,  so  halte  ich  es  für 
ganz  undenkbar,  dass  ein  Restaurator  vergangener 
Jahrhunderte  ans  freier  Erfin  lang  einen  so  stil- 
getreuen  Kopf  der  Statue  zugcarbeitet  habe.  Mau 
kann  höchstens  den  sehr  unwahrscheinlichen  Fall 
set.,en,  dass  der  Kopf  vom  Restaurator  nach  einer 
inzwischen  verloren  gogangnen  Antike  gearbeitet 
worden  sei.  — Seine  Zugehörigkeit  zur  Statue  ist 
zunächst  nicht  erweisbar.  Die  Statnc  seihst  ist 
schwer  zu  datieren.  Die  gesaiinnte  Gewandanlage 
entspricht  der  Weise  des  5.  Jahrhunderts;  M-D 
vergleichen  passend  den  Apoll  der  Sala  a croee 
greca  582  (C'larac  520,  1068).  Das  unter  dem 
Giiitel  hinaufgezogene  Stück  des  l'hitonü  bersch  lag- 
kchrt  au  der  Barbcriniachen  Muse  in  München 
wieder.  Die  mehrfach  ausgesprochene  Behauptung, 
die  hohe  Gürtnug  direct  unter  dem  Busen  sei 
erst  in  hellenistischer  Zeit  anfgekoinmen,  bestätigt 
sich  nach  meinen  Beobachtungen  nicht.  Das  für 
hellenistische  Werke  entsprechender  Gewand- 
anlage charakteristische  Uerabfallcn  einer  dichten 
Stoffmasse  zwischen  beiden  Beineu  (vgl.  oben  Wör- 
litz Hueaeus32  und  Stockholm  Phot.  Lagrelius  V,  12) 
fehlt  bei  der  Borglicsusclien  Statue  vollständig. 
In  der  De  tai  I beba  udl  u ng  hingegen  zeigt  die 
Statue  mehrfach  Spuren  einer  jtingern  Zeit,  von 
dencu  es  schwierig  ist  zu  entscheiden,  ob  sie  bc- 


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Neapel 


3Ö 


reits  dein  Originale  zti  eigen  waren  oder  ob  erst 
der  Kopist  sie  hineingebracht  hat.  Es  sind  di»» 
die  Liegefalten  u d die  im  Hinblick  auf  die  kolos- 
sale Grösse  der  Statue  feine  Fältelung  des  die 
Heine  liedeckenden  Chitons,  die  sonst  bei  Werken 
ans  der  Mitte  des  5.  Jahrhunderts  weniger  durcli- 
gefülirt  ist  und  die  man  hier,  bei  einer  Kolossal- 
figur,  eher  noch  steifer  und  monotoner  erwarten 
würde.  Ähnlich  liegt  der  Fall  bei  der  kolossalen 
Mclpouicne  in  Paris  (Clarac  315,  1046),  die  Wolter» 
(Hausteine  1 442)  in  die  hellenistisch-römisch e Epoche 
versetzt.  Wenn  sich  erweisen  Hesse,  dass  die  auf 
jüngere  Zeit  weisenden  Details  Schuld  des  Kopisten 
wären,  so  würde  ich  die  Zugehörigkeit  des  Kopfes 
für  wahrscheinlich  ha’tcn.  Dass  derselbe  auf  der 
Photographie  ein  so  hässliches  und  in  den  Pro- 
portionen gedrücktes  Aussehen  hat,  liegt  daran, 
dass  ich  die  Statue  ihrer  Grösse  halber  viel  zu 
stark  von  unten  her  aiifgenommen  habe. 

495.  Kolossale  weibliche  Gewand- 
figtir.  M*D  1480.  Neu:  beide  Unterarme  vom 
Gewand  ab,  nach  Graeven  und  Dieterich  auch 
der  für  die  Statue  viel  zu  grosse,  plumpe  Kopf. 
Datierung  der  Gewandmotive  V 

Neapel,  Museo  nationale. 

496.  Saal  des  Herakles  mit  ümphale.  Inv. 
6378.  — Sog.  „Mnemosyne“.  Der  für  die  Ge- 
stalt zu  kleine  Kopf  ist  antik,  aber  von  anderem 
Marmor,  mit  einem  modernen  Halsstück  auf- 
gesetzt; Nase  neu.  Ferner  ergänzt:  der  linke 
Unterarm  mit  sämtlichen  davon  herabhängenden 
Falten,  ein  grosses  Stück  über  dem  r.  Knie.  Aus 
dem  Theater  von  llerculanum.  Abg.  Clarac  111, 
498  c,  973  A.  Vgl.  Gerhard  und  Panofka,  No.  263. 
Köm.  Mitt  1894,  s.  158,  — Der  1.  Unterarm  ist 
im  wesentlichen  richtig  ergänzt,  nur  war  vielleicht 
die  Hand  nicht  bedeckt  und  trug  etwa  ein  Opfer- 
gerät,  da  diese  Art,  das  Himntinn  zu  tragen,  für 
die  Mädchen  auf  attischen  Wcihrelicfs  seit  dein 
Ende  des  5.  Jahrhunderts  die  typische  ist  Doch 
eignet  sich  die  Gewandung  ebensogut  für  eine 
Muse  (vgl.  die  Muse  ohne  Attribut  auf  »len  praxi- 
telischen  Mantincarcüefs).  Der  Chiton  ist  doppelt, 
die  innere  Stofflage  steht  unten  um  etwa  2 ein 
heraus.  Der  1.  Fus»  hat  nur  drei  Zehen,  eine  Nach- 
lässigkeit, die  auch  sonst  vorkommt,  z.  H.  an  der 
Vaticanischen  „Pudicitia“,  Hel  big  I,  8.  Das  Vor- 
bild »ler  Statue  wird  nach  der  grossen  Einfachheit 
der  Gesummtanluge  und  der  noch  mangelhaften 
Verschmelzung  von  Körper-  und  Gcwandmotlvcn 
uoeh  dem  5.  Jahrhundert  angehören.  Der  Kopf 
aus  praxiteliseher  Zeit;  vgl.  Anidt  in  der  Fest- 


schrift für  Overbeck  p.  96  fT.  und  Brunn- Arndt, 
Porträtwerk,  zu  Tafel  218  und  214. 

497.  WeibllchöStatuette.  Stammt  aus 
Pompei.  Erg.  Kopf  mit  Hals,  beide  Unterarme. 
Die  Figur  steht  in  dem  Portieo  «lei  Halbi  rechts 
lieben  «lein  Eingang  zu  der  Sala  «lell*  Apolline 
und  trägt  die  Nummer  6107.  Clarac  410  D,  742  C ; 
Overbeck,  Kunstmythologic  der  Demeter  p.  470. 

Die  .Statuette  gewinnt  jetzt  ein  erhöhtes, 
eigenartiges  Interesse,  nachdem  Sauer  in  «ler  Fest- 
schrift für  Overbeck  p.  73  f.  nachgewiesen  hat, 
«lass  ein  athenisches  Fragment,  «las  sieh  zu  un- 
serer Figur  fast  wie  das  Original  zu  «ler  Kopie 
verhält,  ursprünglich  zu  einer  «ler  Parthemm- 
Metopcn  gehörte,  deren  Entstehung  in  die  Jahre 
kurz  vor  440  fällt.  Abweicheml  Ist  nur,  das» 
sieh  bei  «l«*r  Statuette  zwischen  den  Brüsten  einige 
Falten  spitzwinklig  senken,  und  «biss  «ler  Chiton 
an  der  r.  Hüfte  weniger  voll  über  «las  lliination 
fällt.  Damit  gewinnen  wir  für  «li»*  1 »atierung  «li«*ser 
Statuette  einen  sicheren  Anhalt;  ihr  Original  muss 
ebenfalls  in  den  letzten  Jahren  vor  440  entstanden 
sein,  und  zwar  spcciell  in  den  Kreisen  «I«**  Phidias. 
Die  Statuette  bildet  nun  eine  interessante  Vor- 
stufe für  eine  bekannte  Antike,  welche  von  R. 
v.  Schneider  (Jalirh.  d.  Kunstsamml.  d.  allerh. 
Kaiser!».  1891  p.  72 ff.)  schon  mit  dem  athenischen 
Fragment  in  Zusammenhang  gebracht  worden  war, 
für  die  Kore  Albani  (Bruun-Bruckmann,  Dcnkm. 
T.  255).  Dass  diese  Figur  ebenfalls  «len  engsten 
attischen  Kreisen  angehöre,  wir«l  uns  ja  liewiesen 
«lureh  ihre  Benutzung  auf  «lern  grossen  eleusini- 
sclicn  Relief,  welches  sieb  wiederum  zeitlich  ziemlich 
genau  fixieren  lässt.  Es  wird  übereinstimmend  in 
die  Jahre  vor  Vollendung  «les  Parthenon,  vor  438 
gesetzt.  Hienlurch  also  gewinnen  wir  für  die 
Kore  Albani  einen  Terminus  ante  und  einen  p«>»t 
quem,  nnd  ihre  Entstehung  um  440  wird  givichcrt. 
Der  Vergleich  «ler  beiden  Werke  ist  für  «Uc  Ent- 
wickelung der  Gewandung  äusserst  lehrreich. 

Eine  ebenfalls  in  Neapel  befindliche  Figur 
aus  Herculaneum  in  der  Sala  «lelle  Muse  No.  6399, 
ergänzt  als  Thalia  (neu:  Kopf  mit  Hals  un«l  beide 
Unterarme),  bat  bisher  immer  als  \ViV«lerli«dii»g 
der  Kore  Albani  gegolten  (Clarac  506  A,  1026  A; 
vgl.  E-V  226),  indes  sind  die  Abweichungen  doch 
so  stark  und  erstrecken  sich  auf  alle  Teile,  «lass 
man  dieselben  nicht,  mehr  dem  Kopisten  zuschreilvcn 
darf,  sondern  das  Original  für  eine  ungeschickte 
Abwandlung  «les  gleichen  Typus  erklären  muss. 

Eine  «Iritte  Statue  des  Museums  zu  Neapel 
endlich  in  der  Sala  dell*  Apolline  No.  6269  (Clarac 
420  A,  727  B ; Overbeek  a.  a.  0.  p.  470)  erinnert 


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40  Neapel. 


bi  den  Gewattdmotiven  lebhaft  an  die  besprochene 
Keilte  und  muss  demselben  Kreise  und  derselben 
Zeit  entstammen,  wie  die  Kure  Albaui. 

Die  Betrachtung  dieser  Figur  tirnl  ihrer  Ge- 
wandung bringt  uns  aber  mit  Notwendigkeit  eine 
andere  bekaunte  Antike  ins  Gedächtnis,  welche 
jünger  ist,  alter  sieh  doch  noch  in  ihren  Haupt- 
motiven an  die  Keilte  der  erwähnten  Werke  an- 
sehliesst:  die  Atlicna  Giustini.ini.  Man  vergleiche 
neben  dein  allgemeinen  Wurf  Einzelheiten  wie  die 
Falten  des  von  dem  1.  Ellenbogen  an  die  Hüfte 
gedrückten  Mantels  mit  der  gleichen  Partie  an 
der  Kore  Albani  und  besonders  auf  dem  eleu- 
sinischcn  Relief.  Arndt  hat  in  dem  Text  zu  der 
vorigen  Serie  des  Einzel- Verkaufs  (No.  'Ü0)  dem 
Ansatz  der  Atlicna  in  das  vierte  Jahrhundert 
durch  Furtwängler  u.  A.,  wie  ich  glaube,  mit 
Recht  widersprochen.  Er  geht  indessen  mit  dem 
Ansatz  in  das  dritte  Viertel  des  fünften  Jahr- 


dus  Berliner  Museums,  die  Kckttld  in  einer  beson- 
deren Festschrift  für  Brnnn  (lieber  eine  weib- 
liche Gowandstntue  aus  der  Werkstatt  der  Par- 
thenongielM-lfigitrcri;  publiciert  hat.  Die  Rechte 
ist  mit  einer  Schale  vorgestreckt,  der  linke  Ellen- 
bogen lehnt  sich  auf  eine  Stele,  der  linke  Fus« 
tritt  auf  einen  Itesonduren  Klotz  (nicht  die  Basis 
der  Stele'.  Das  Haar  ist  in  der  Mitte  gescheitelt 
und  in  wellenförmige  Streifen  parallel  dem  Scheitel 
gelegt.  Von  dem  Gesicht  ist  leider  die  rechte 
Seite  abgeschlagen,  die  linke  fast  ganz  zerstört. 
Einzelnes  mag  hier  der  Künstler  des  Reliefs  der 
Bequemlichkeit  zuliebe  geändert  haben:  jedenfalls 
muss  tlie  Figur  in  Berlin  in  Rücksicht  auf  das 
Relief  einer  erneuten  Prüfung  unterzogen  werden. 
Einet  scheint  das  letztere  ohne  Weiteres  zu  be- 
weisen, dass  nämlich  die  an  der  Keknleaelien 
Restauration  störende  Wiederholung  des  Vogels 
unter  dem  Fuss  uud  auf  der  Hand  an  dem 


hnnderts  wieder  zu  weit  hinauf.  In  dieser  Zeit  Original  nicht  vorhanden  war. 
wäre  in  der  That  die  Arbeit  der  Chitoufaltcn  ttn-  Eine  interessante,  wenig  jüngere  W eiter- 

denkbar,  welche,  wie  Furtw.  Meisterw.  p.  51*4  mit  bililung  der  bet  reffenden  Figur  ist  die  hei  D’Es- 
Reeht  hervorhebt,  schon  an  die  Webe  des  vierten  catnps,  ntarhres  aut.  du  M us£o  fampana  I auf 

Jahrhundert«  erinnert  Statt  der  weielt-gornn-  'lern  19.  Rlatte  abgebildete,  als  Mclpomcnc  er- 


deten Einzelrippen  des  Stoffes  geben  die  Künstler 
jener  älteren  Zeit  noelt  scharf  geschnittene,  im 
Einzelnen  viel  bewegtere  Rip[>en.  Nichts  hindert 
uns  aber  anznnehiiien,  dass  die  spätere  Webe 
schon  auf  der  Wende  des  5.  zum  4.  Jahrhundert 
begonnen  habe,  und  in  dieser  Zeit  dürften  auch 
alle  anderen  Eigentümlichkeiten  der  Atlicna  ihre 
besten  Parallelen  finden. 

NR.  Die  Kure  Albaui  oder  jedenfalls  eine  Figur 
de«  gleichen  Typus  bt  im  Profi!  auf  der  einen  Seite 
des  viereckigen  Klotzes  dargestellt,  der  den  Sitz 
der  bekannten  sogen.  Agrippina  in  Villa  Albani 
stützt  (Hclbig,  Führer  II  No.  707.  Diese  Beobachtung, 
sowie  die  ausführlicheren  Notizen  Uber  die  Einzel- 
heiten an  den  Figuren  dieser  Stütze  sind  den  Herren 
Reichel,  Pallat  uud  Münzer  zu  verdanken). 
Die  Unke  bt  gesenkt,  die  Rechte  leer  vorgestreekt. 
Auf  der  zweiten  Seite  dieses  Würfels  befindet 
sich  eine  tief  in  das  Ilimation  gehüllte  Figur, 
welche  am  uicbtcn  au  ein  besouders  häufig  statu- 
arisch wiederholtes  Glied  der  Musengruppe  erinnert, 
die  auf  der  Tafel  des  Arehelaos  von  Pricnc  und 
der  Musenliasis  von  Halikaniass  benutzt  ist  (die 
Muse  mit  der  kleinen  Lyra;  vgl.  No.  288).  Die 
interessanteste  Figur  jedoelt  befindet  sieh  auf 
der  dritten  Seite,  rechts  vom  Beschatter.*)  Es 
ist  eine  Wiederholung  der  jüngsten  Erwerbung 

*)  Sichtbar  auf  der  In  Rom  käuflichen  Photographie 


I giinzte  Statue  (vgl.  auch  die  Gcsamlaitsiehten 
auf  dem  106.  und  107.  Blatte).  Der  Chiton  bt 
doppelt  gegürtet;  das  Hiniation  bt  über  die  L 
Schulter  geworfen  und  die  Falten  desselben  ver- 
laufen mannigfaltiger. 

498.  Weibliche  Statuette.  11.0,51. 
Par.  Mann.  Nichts  ergänzt.  Der  Saunt  des  Chitons 
und  Himations  bt  mit  Blatt,  ltotli  und  Gelb  (Gold) 
bemalt  Das  Figürcheu  steht  in  dem  Saal  der 
Amazone  und  bt  mit  No.  I.H65  bezeichnet. 

Der  1.  Arm  war  erhoben  und  zog  das  Hiniation 
über  die  I.  Schulter.  Schon  au  diesem  kleinen 
Exemplar  bemerkt  man  die  auffallende  Verwandt- 
schaft mit  der  Venus  Gcnetrix.  Dieselbe  wird 
zur  Gewissheit,  wenn  man  eine  wundervoll  ge- 
arbeitete, lebensgrosse  Wiederholung  vergleicht, 
welche  au  dem  Westabhang  des  Palatin  gefunden 
wurde  und  sich  jetzt  in  dem  Thcnncn-Museum  zu 
Rom  befindet.*)  Es  fehlen  der  Kopf,  beide  Arme 
von  tler  Mitte  der  Oberarme  an,  der  Niederfall 
des  Himations  links  iiml  beide  FUssc.  Es  kann 
kein  Zweifel  sein,  dass  wir  hier  ein  Werk  des 
gleichen  Meisters  vor  uns  haben,  dem  wir  die 
Venus  Genctrix  verdanken,  ein  Werk,  tlas  eben- 
falls geschätzt  war,  und  mit  Recht. 

*)  PhotoKraphlccn  dieser  stotuc  sind  Jetzt  ln  Rom 
bei  Maoclont,  Via  CondoftilOa,  häuflieh,  der  überhaupt  die 
bedeutendsten  Stücke  des  Thermen* Museums  neu  auf- 


der  Htatuo. 


j gcnouinieu  hat. 


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Neapel. 


41 


Während  wir  in  der  Venns  das  vollerblühte 
Weib  im  Reichtum  seiner  Schönheit  bewundern, 
sehen  wir  hier  einen  zarten  Mädchenkörper, 
dessen  Formen  indes  schon  die  ganze  Fülle  aphro- 
disischer Reize  ahnen  lassen.*)  Fs  kann  kaum 
fraglich  sein,  wen  wir  in  dieser  jugendlichen 
(liittin  der  Fiche  und  der  Anmut  zu  erkennen 
haben ; es  ist  Charis  oder  eine  der  Chariten. 
Dass  es  in  der  Tliat  einen  derartigen  Typus  für 
diese  Göttinnen  gegeben  habe,  beweisen  uns,  wie 
Furtwänglcr  in  Roscher's  mythol.  Fex.  Sp.  883 
richtig  bervorgekobrn  hat,  zwei  römische  .Schrift- 
steller, Scneca,  der  in  de  benef.  1,  3 die  Chariten 
beschreibt  luanibus  implexis  solutaiinc  aeper- 
Incida  veste,  und  Horaz,  der  Ode,  1,  3J  von 
den  Grazien  solutis  zonis  spricht. 

499.  Saal  der  Amazone.  Statuette  eines 
Mädchens.  Wcisscr  Marmor.  Kopf  war  gebrochen. 
Derselbe  erinnert,  in  der  weichen  und  duftigen  Be- 
handlung an  den  bekannten  schonen  Kopf  aus 
Pergamon.  Die  gross  stilisierte  Gewandung  mit  der 
starken  Schattenwirkung  weist  in  dieselbe  Richtung. 

500.  Saal  des  Snlpionkrntcrs.  Inv.  No.  6.519. 
Torso  einer  kleinen  Wiederholung  des  nty To- 
nischen Diskobois.  Wcisscr  Marmor.  II. 

O.lbo  in.  — Trotz  der  Kleinheit  sorgfältig  gearbeitet. 
An  der  rechten  Hüfte  der  Rest  einer  auffallend 
starken  Stütze  für  den  aushoicudcn  Arm,  woraus 
vielleichtzu  schticsscn  ist,  dass  das  Stück  nicht  nach 
dem  Bronzeuriginal,  sondern  nach  einer  Mannor- 
kopie  gearbeitet  wurde.  Die  gleiche  Stütze  war  nach 
Guattani,  Monuni.  iued.  1784,  Febraro,  s.  12  ur- 
sprünglich auch  an  dem  Diskoboi  Massiini  vor- 
handen. Von  diesem  weicht  der  Neapler  Torso 
in  einer  anatomischen  Einzelheit  ab,  indem  über 
der  Nabelfaltc  eine  zweite,  der  Natur  entsprechende 
Qiiertciluug  des  geraden  Baurhmuskels  angegeben 
ist,  die  aber  dem  Uronzevorbild  gefehlt  haben 
wird.  Ausserdem  macht  sich  durchweg  eine 
weichere  Begrenzung  der  Muskelränder  geltend. 
Da  cs  lehrreich  ist,  an  einem  so  berühmten  Beispiel 
die  Abweichungen  der  Repliken  im  Einzelnen  zu 
verfolgen,  so  stelle  ich  die  mir  bekannten  zu- 
sammen, obwohl  ich  nicht  über  sämtliche  aus 
eigener  Anschauung  urteilen  kann.  Die  ausführ- 
lichste Aufzählung  derselben  bisher  bei  Wclcker, 
Alte  Doukm.  I,  s.  417  fg. 

A.  Wiederholungen  in  der  Grösse  des  Originales ; 

1.  Rom,  Palazzo  Faneelotti,  früher  in  Palazzo 
Massimi  alle  Colonne.  Gefunden  1781  in  der  Villa 

V Das  kann  man  alKriHi.pl  nur  an  dem  herrlichen 
rUmtichcn  Exemplar  erkennen,  bei  dem  Ich  zweifle,  ob  ca 
Kopie  oder  Original  Ul. 


I Paloiubara  auf  dum  Esipiilin.  Abg.  Brunn-Bruck- 
I mann  Taf.  25(5.  Collignon,  Hist,  de  la  sculpture 
j grceipie  Taf.  11.  Anerkannt  beste  Wiederholung, 
I welche  alle  Eigentümlichkeiten  de«  Brouzcstits 
j beibehaltcn  hat. 

2.  Fondon,  British  .Museum.  Smith,  Catai. 

J of  sculpt.  I,  No.  250.  Fricderichs-Woltcrs,  No.  452. 
I Gefunden  1791  in  der  Villa  Hadrians  in  Tivoli. 
1 Die  Annahme  liegt  nahe,  dass  diese  wie  die  folgende 

Kopie  auch  in  hadrianischor  Zeit  gearbeitet  siuil. 
— An  dem  Fomloncr  Exemplar  ist  sichtlich  eine 
getreue  Wiedergabe  de«  Vorbilds  angostrebt,  aber 
die  Hätte  und  Trockenheit  aller  Formen  wirkt 
| übertrieben.  Der  Baumstamm  ist  In  geschickterer 
Weise  als  bei  1 soweit  nach  vorne  gerückt,  dass 
| er  »ich  in  der  Hanptansirht  mit  dem  Standbein 
! deckt  und  dass  das  andere  Bein  frei  nachsclilcift. 

3.  Rom.  Vatican,  Sala  dclia  biga.  Ilelbig, 
Führer  I,  No.  332.  Friederichs- Wolters  No.  451. 
Gefunden  ebenfalls  1791  in  der  Villa  Hadrians.  Vgl. 
Winnefeld,  die  Villa  de*  Hadrian  bei  Tivoli  p.  1 44  und 

j 162.  Der  ergänzte  und  falsch  gewendete  Kopf  stimmt 
vollständig  mit  demjenigen  von  2 überein,  welcher 
j in  dem  Katalog  von  Smilh  als  zwar  unrichtig  auf- 
gesetzt, aber  als  antik  und  zugehörig  behandelt 
wird.  Vgl.  Wclcker,  Alte  Dkm.  I,  s.  421  fg.  Falls 
er  überhaupt  antik  ist,  bat  der  Ergänzer  ilm  sich 
für  die  Vatioaniache  Statue  als  Vorbild  genommen. 

| Der  Körper  der  Vulkanischen  Kopie  ist  von 
| weicherer  nnd  flauerer  Formgebung,  doch  zeigt 
sich  nirgend»  eine  bewusste  Uinstilisie. utig  des 
j Originals;  der  Kopist  hatte  offenbar  fiir  die  Herbig- 
keit  seines  Vorbildes  weniger  Verständnis  als  der 
| von  2.  — Fiir  die  Echtheit  der  Inschrift,  die  von 
Sy  bei,  Weltgeschichte  der  Kunst  s.  14(>,  Anm.  1 
ohne  weiteres  angenommen,  von  lielbig  wieder 
energisch  lies!  ritten  worden  ist,  möchte  ich  an- 
fiihrrn,  dass  das  hohe  1'  sehr  gut  dem  Gebrauch 
des  2.  Jahrhunderts  n.  dir.  entspricht;  auch  bleibt 
E.  Brauns  Beobachtung  zu  liechte  bestehen,  dass 
sieh  in  den  Tiefen  der  Buchstaben  Spuren  von 
Sinter  linden.  Eine  erneute  Untersuchung  von  be- 
rufener epigraphischer  Seite  wäre  sehr  erwünscht. 

4.  Rom.  Fapitolinis dies  Museum.  Ilelbig  1, 
No.  448.  Als  stürzender  Krieger  ergänzt,  mir 
der  Rumpf  alF  — An  diesem  Exemplar  scheint 
mir  bereit*  eine  alMÜehtlkhc  Umbildung  der  ana- 
tomischen Detail»  vorzuliegen.  Die  an  1 *o  auf- 
fallend harte  Begrenzung  des  Brustkörbe*  ist  fast 
verwischt,  über  der  Hüfte  tritt  der  schräge  Baucli- 

I mnskel  sehr  viel  weniger  dick  und  scharf  heraus; 

die  Erhöhungen  des  Sägemuskels  sind  rundlich 
I und  zeigen  weichere  Umgrenzungen.  Endlich  ist 


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42 


Neapel. 


an  dem  Nal>el  die  aueh  an  dem  Neapler  Tors»  ! Matt,  1830,  s,  213.  Abg.  ('larac  482  D,  988  11. 
beobachtete  zweite  Baucliinacription  hinzngefHgl.  Ilei  Matz-Dnhn  nicht  anfgeführt;  ich  habe  das 
Ks  liegt  offenbar  eine  altertümliche  ltefangenheit  Stück  gleichfalls  nicht  mehr  dort  gesehen, 
des  Vorbildes  darin,  dass  der  Abstand  zwischen  10.  Rom.  .Ein  Rumpf  ist  in  der  Villa  Albani 

dem  unteren  Brnstbeinendc  und  dem  Nabel  so  in  dem  untersten  Teil  des  Gartens  in  einer  Mauer 
gross  ist,  während  sich  in  der  Natur  lwi  der  ge-  etngemanert  Im  Katalog  der  Villa  ist  dieses 
krümmten  Stellung  diese  Teile  mehr  zusammen-  Bruchstück  nicht  erwähnt.“  Welckcr  a.  a.  0.  Oh 
schieben  müssten.  Vgl.  z.  B.  die  ähnliche  Stellung  noch  dort  vorhanden  ? Jedenfalls  ist  es  nicht 
der  Körperteile  zueinander  in  der  Figur  bei  Koll-  identisch  mit  dem  Würzburger  Fragment  aus 
mann,  l'lastiscbe  Anatomie  s.  66  (aus  Michelangelos  Wagner»  Besitz  (unten  No.  14),  da  Welcher  sicher 
t'arton  der  badenden  Soldaten)  oder  an  dem  den  kleineren  Maasstab  erwähnt  hätte. 

Torso  vom  Belvedere.  Aufgerichtet  würde  der  ll.  .Eine  Wiederholung  in  Turin,  wozu 

Diskoboi  vermutlich  einen  zu  langen  Mittelrumpf  Milli»  Vojr.  an  Piemont  eine  in  Neapel  nennt.“ 
haben.  Um  dieses  von  den  Kopisten  als  Mangel  ' Welcher  in  K.  0.  Müllers  Handbuch  122,  3.  Die 
empfundene  Verhältnis  zu  verwischen,  wurde  die  Turnier  nicht  lwi  Dütachkc.  Bei  Millill  habe  ich 
weitere  Bauchteilung  zugefügt.  Die  Hautfalte  am  das  Cltat  nicht  finden  können.  Dass  er  den 
Nabel  ist  trotz  der  Weichheit  der  übrigen  Teile  kleinen  Torso  13  bemerkt,  ist  wenig  wahrscheinlich, 
sehr  tief  und  unvermittelt  eingeschnitten,  in  einer  ,o  ßccbtcr  Arm  mit  Diskos.  Nur  aus  altem 

Weise,  wie  es  etwa  erst  bei  den  gefallenen  Bar-  Stich  bekannt  Welcher,  Alte  Dkm.  1,428.  Vielleicht 
baren  des  attali-chen  Wcihge  chenks  geschieht,  identisch  mit  einem  entsprechenden  Stück,  das 

Da»  alles  ist  nicht  Unfähigkeit  des  Kopisten,  gich,  wie  mir  Arndt  mitteilt,  in  Rom  in  der 

sondern  Umsetzung  des  Originals  in  die  Manier  Sammlung  Barracco  befindet  und  noch  nicht  ver- 

jfingercr  Zelt.  nffeutlicht  ist. 

5.  Florenz,  Uffizien.  Diitschkc  III,  No.  245. 

Geringe  Arbeit.  Nur  die  IIau|>tforraen  des  Körpers  ^ erkleincrte  >\  iederholungen : 

sind  wiedergegebon,  so  dass  z.  B.  jede  Andeutung  13.  Neapel  No.  G5I9:  s.  oben, 

des  Brustkorbrandes  und  des  Sägemuskel»  fehlt;  14.  Wilrzburg.  Ab#,  in  ungenügendem 

die  Brustmuskeln  verlaufen  flach  und  un bestimm*.  Stich  Sittl,  Würzburger  Antiken  Taf.  VI.  Erw. 
Man  bat  die  Empfindung,  dass  dem  Kopisten  nur  Overbeck,  Gesell,  d.  Elastik*  I,  ».  300,  Auin.  218. 

Körp  *r  von  praxitclisclier  Weichheit  und  Fleischig-  Erhalten  nur  der  Kumpf  bis  etwa»  unter  den 

kelt  zu  bilden  geläufig  war.  Nabel.  II.  0,140.  „Carrarischer  Marmor**  (Over- 

6.  *)  L o n d o n , Lansdownc  llouac.  Michaelis,  beck).  Nach  Sittl  sind  Messpunkte  stehen  geblieben. 

Aue.  Marb.  s.  467,  No.  80.  Gefunden  1712  in  15.  München,  Antiquarium.  Bronze.  Bi» 

O tia.  Al»  Diomcdcs  ergänzt.  „Good  workmansbip,  zur  r.  Schulter  0,28  hoch.  Ergänzt  der  r.  Fils» 

thougli  not  pohitivly  excdlcnt.“  und  der  Disko».  Erworben  in  der  zweiten  Hälfte 

7.  Wien.  Sacken  und  Kenner,  Antiken  de»  de»  vorigen  .lahrhnndert»  (Christ,  Abh.  der 

Münz-  und  Ant.-Cabiuet»  s.  37,  No.  138.  Jahn,  bayr.  Akad.,  philos.-philol.  ('lasse,  X,  1,  1864, 
Arch.  Zeitung  1854,  Anz.  s.  454*.  Ohne  Kopf»  s.  397j.  Er  war  früher  falsch  aufgesetzt  (sitzend) 
r.  Arm,  I.  Hand.  Nach  Jahn  von  niittelmassigcr  und  wurde  von  Hirt  richtig  erkannt  (Tliierech, 
Arbeit  und  hie  und  da  geflickt.  Epochen*,  b.  214).  — Der  1.  Ariu  war  für  ßich 

8.  Abguss  in  Koni,  von  Welcker  (A.  D.  ^ gegossen,  ist  aber  so  nachlässig  allgefügt,  daa»  er 

».  428)  bei  dem  Kupferstecher  Firoli  gesehen:  viel  zu  lang  geworden  ist,  weil  man  versäumte, 

„Der  linke  Arm  mehr  als  der  rechte  erhalten  und  die  überstellenden  Bänder  an  den  beiden  An- 
»o  das  Bein:  wo  der  Marmor  »ich  befinde,  war  scblussfläcben  abzufeilen.  Obwohl  die  einzige 
nicht  zu  erfahren“.  Ob  mit  dem  vorigen  identisch  ? Replik,  welche  im  Material  de»  Originals  ausge- 

9.  „In  Rom  in  Villa  Pamfili,  in  dem  Blumen-  führt  ist,  ist  sie  doch  für  die  Reconstruction  des- 
garten  am  Casino,  in  der  Nische  einer  Mauer  dicht  selben  völlig  wertlos.  fcI>enn  die  Ausführung  aller 
neben  diesem  sind  die  gut  gearbeiteten  Beine  Formen  des  Körpers  und  vornehmlich  des  Kopfes 
eines  Diskobois  und  andere  Bruchstücke  mit  ist  so  sehr  in  der  gewöhnlichen  römischen  Manier 
anderen  fremdartigen  zu  einer  Statue  zusammen-  erfolgt,  dass  Furtwängler  (Meisterwerke  p.  341, 
gesetzt.“  Welcker  a.  a.  0.  Wagner  im  Kunst-  Anm.  4)  zu  einem  verneinenden  Urteil  über  die 

•)  Die  .Nummern  c kl.  12  .lud  mir  nlrhi  ....  elnner  Echtheit  veranlagt  wer, Ion  konnte,  welche«  aller 
An.thi.uunK  bekannt.  in  der  cugliBclicn  Au»gabe  s.  168,  Ami).  2 bereite 


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Neapel 


sciuo  Richtigstellung  erfahren  hat.  Dieses  Exemplar 
beschlicaat  die  iilien  gegebene  Bcilic  von  llcispiclen 
bewusster  Umsetzung  der  älteren  Formen  nnter 
genauer  Beibehaltung  des  Motivs. 

lfi.  Koni.  Abguss,  bei  AI.  Ghcrardi,  Rom, 
Via  -Sistiua  87,  känflich.  H.  bis  zur  r.  Schulter 
0,35,  von  etwa  der  gleichen  Grösse  wie  das  Würz- 
burger Fragment.  Von  ganz  vorzüglicher  Aus- 
führung. Furtwänglcr,  der  das  Stück  aiifgefunden 
hat,  glaubt  in  ihm  eine  Maschincnverklcinerung 
des  Massiiuisehen  Exemplars  zu  sehen  (Meister- 
werke p.  29,  Anm.  2 und  p.  311,  Anin.  1).  So- 
weit sich  ans  dem  Vergleich  mit  den  Photographien 
desselben  urteilen  lässt,  ist  die  Übereinstimmung 
vollkommen.  Nur  im  Stamm  weicht  der  Abguss 
dadurch  ab,  dass  unter  dem  linken  Schienbein 
noch  ein  Kranz  von  schmaleren  Blättern  vor- 
handen ist,  der  am  Afarmor  zu  fehlen  scheint. 
Auch  Ist  die  Plinthe  nicht  rund,  sondern  ein  recht- 
eckiger Kasten  mit  vorspringeudem  schmalen  Rand 
unten,  eine  Form,  die  durchaus  antik  ist  und  sich 
z.  B.  au  Neapler  Bronzen  sehr  häufig  findet.  Mir 
scheint  daher  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen, 
dass  cs  eine  antike  Verkleinerung  ist,  zumal  wir 
bereits  drei  andere  Wiederholungen  in  kleinem 
Masstabe  kennen.  Arndt  erhielt  bei  seinen  Nach- 
forschungen in  Kom  die  Auskunft,  dass  die  Form 
von  einem  Amerikaner  stamme;  vielleicht  ist  das 
Original,  von  der  Wissenschaft  unbemerkt,  ausser 
Landes  gegangen.  Auf  alle  Fälle  ist  der  Ab- 
guss ein  vollkommenes  Hilfsmittel  zum  Studium 
tny  tonischer  Kunst,  doppelt  schätzbar  bei  der 
Unzugänglichkeit  der  Massiiuisehen  Replik. 

501.  Inv.  6354;  Saal  des  Atlas;  Gerhard 
und  Panofka  Nr.  309;  abg.  Chirac  671 , 1636. 
„Racco  Krmafrodito“,  ein  in  schönem  griechischem 
Marmor  ansgefilhrter,  fast  lebensgruaser  Torso 
eines  in  dünnem  wallendem  Chiton  lebhaft  ein- 
herschrcitendcn  Dionysos,  dessen  Brust  eine  auf 
der  1.  Schulter  geknüpfte  Nehris  srhärpcnartig 
umgiebt.  Der  Krgänzcr,  welcher  den  Torso  mit 
einer  schlechten,  an  einigen  Stellen  überarbeiteten 
Replik  vom  Kopfe  des  eingiessenden  Satyrs  versah, 
hat,  wie  die  Verschiebung  des  Gcnitnls  zeigt,  die 
Statue  falsch  ponderirt;  das  nackt  aus  dem  Ge- 
wand herausstehende  r.  Bein  fiberkreuzt  das  I. 
in  raschem  Tanzsehritt.  Die  ausgezeichnete  Ar- 
beit des  Torso  erinnert  an  die  tanzende  Macnade 
in  Berlin  Nr.  208.  Aua  Sammlung  Farnese:  Doc. 
In.  IV  S.  170  No.  9 und  I S.  76;  nach  Aldroandi 
(1556)  S.  151  in  den  C'aracallathermen  gefunden. 
Aus  diesem  Typus  ist  die  Macnade  in  Villa  Albani, 
Hel  big  H.  No.  786  abgeleitet. 


43 


502  und  503.  Portico  dei  Balbi,  Inv.  6115.  — 
Knicender  Perser  aus  lmntem  Marmor,  das  Ge- 
wand und  die  Plinthe  aus  Pavonazetto,  die  Fleisch- 
teile aus  Nero  antico  II. ohnedie  Plinthe  1,55,1!  der 
Plinthe,  welche  auch  hinten  abgerundet  ist,  0,085. 
Erg.  r.  Arm  mit  Hand,  1.  Unterschenkel,  Stücke  am 
Rande  der  getragenen  Console.  — An  dem  Gegen- 
stück, Inv.  6117,  welches  auf  dein  1.  Bein  kniet  und 
den  r Arm  erhebt,  sind  neu  beide  Arme,  oberer  Teil 
der  Console,  Spitze  der  Mütze,  Teile  der  Plinthe.  — 
Nur  bei  6115  ist  die  Oberseite  der  Console  erhalten 
(0,34  : 0,45  m);  sie  ist  rauh,  in  der  Mitte  ein  rundes 
Loch  von  0,045  Dm.  und  0,045  Tiefe.  Aus  der 
Kleinheit  desselben  geht  hervor,  dass  ein  Gegen- 
stand aus  Bronze  darauf  ruhte.  Die  Finger  der 
erhobenen  Hände  griffen  vermutlich  nicht  oben 
über,  sondern  legten  sich  an  die  Seite  des  kasten- 
artigen  Cippus  an.  Khcmals  auf  dem  Palatin  In 
den  Orti  Farnesiani ; Ergänzungen  von  Albaccini. 

Abg.  ist  bisher  nur  6117:  bei  Guattani,  Mon. 
ined.  1789,  Luglio,  tv,  1 ; danach  Clarac,  V,  853, 
216;);  nach  anderer  Zeichnung  CI.  V,  854  C,  2163 

Die  bei  beiden  Figuren  identische  Tracht  ist 
die  persische.  Als  deutlichstes  Unterscheidungs- 
merkmal gegen  ähnliche  Barbarentrachten,  z.  B. 
die  dakische,  dient  die  Mütze  mit  den  herab- 
hängenden Laschen,  welche,  wie  neuerdings  wie- 
der der  Alexandersarkophag  von  Sidon  gezeigt  hat, 
beim  Kampfe  um  das  Kinn  gesteckt  werden.  Die 
Köpfe  stimmen  in  den  allgemeinen  Zügen  Uberein 
mit  denen  der  kämpfenden  Perser  aus  dem  Weih- 
geselienke  des  Attalos,  besonder»  mit  der  .Statue 
in  Aix  (Fricdericlia-Wolters  1409),  mit  der  sic  auch 
die  biischclwcis  wachsenden  Haare  an  Kinn  und 
Backen  gemein  halten  (6117  mehr  als  der  hier 
publicicrtc).  Von  den  dakisclien  Barharenköpfen 
unterscheiden  sic  sich  durch  die  edleren  und 
weniger  verkniffenen  Gesichtszilgc. 

Keine  genaue  Replik,  aber  nach  demselben 
Vorbildc  gearbeitet  Ist  der  beträchtlich  kleinere 
Perser  aus  weissem  Marmor  in  der  Galleria  dei 
candelabri  de«  Vatican  (Heilig,  Führer  I,  348), 
der  den  Arm  auf  der  Seite  des  emjiorsteliendeii 
linken  Knies  erhebt,  die  r.  Hand  in  die  lliifte 
stützt  und  sich  im  ganzen  tiefer  ziisammenkanert. 
Auch  fehlt  ihm  der  Mantel,  der  bei  den  Neapler 
Statuen  von  der  llrust  nach  hinten  und  dann  zum 
Hoden  herabgeht.  Dagegen  hat  er  w ie  jene  auf  dem 
Nacken  ein  Polster,  auf  welches  ihm  der  Restau- 
rator eine  antike  Vase  gesetzt  hat  Der  Kopf- 
typus ist  der  gleiche,  nur  dass  der  Kinnbart  voller 
ist.  Die  stark  sichtbaren  Bohrlöcher  in  den  Haaren 
deuten  auf  spätere  römische  Arbeit  — Genau 


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44 


Neapel. 


stimmen  mit  No.  6115  drei  kleine  Statuen  überein, 
eine  in  Berlin  (Beschreibung  cL  ant.  Sc.  493  A,  ohne 
Kopf,  0,41  hoch,  carrarischer  Marmor),  eine  zweite 
in  Madrid  (Hübner,  Bildwerke  in  Madrid  No.  73; 
II.  0,66,  italischer  Marmor;  der  bartlose  Kopf  ist 
anders  gewendet  und  hat  grosse  Verwandtschaft 
mit  den  bekannten  Attistypen , der  getragene 
(Segenstand  ist  kalathosförmig  und  nach  Hübner 
zwar  angesetzt,  aber  zugehörig;  doch  zeigt  die 
Photographie  an  seiner  Grundfläche  und  am  Ge* 
lenk  der  anliegenden  Hand  deutlieh  einen  scharfen 
Schnitt),  endlich  eine  dritte  in  Neapel  (im  Saal 
der  Marmorgeräte,  Inv.  6118,  II.  0,85).  Diene  ist 
wieder  au»  buntem  Marmor  (graublau  mit  einge- 
sprengten weissen,  roten  und  gelben  Stücken). 
Hinter  der  Gestalt  befindet  »ich  ein  Pfeiler,  von 
dem  eine  Gonsole  vorspringt;  auf  der  gemein- 
samen Oberfläche  beider  befinden  sich  zwei  kleinere 
und  zwei  grössere  Stiftlöchcr,  vermutlich  zur  Be- 
festigung einer  marmornen  Tischplatte.  — Vgl.  auch 
das  Bronzefigürchen  aus  Alexandria  Ath.  Mitt.  X 
(1885),  tf.  XI,  1,  ».  382  (Schreiber). 

Schon  Gunttani  hat  darauf  hingewiesen,  dass 
Pausania»  I,  18,  8 im  Bezirk  des  olympischen  Zeus 
in  Athen  HOou  *Pnvytm>  IJiooat  xuXxovv  jofaoda  «r- 
//oitfc,  Mac  ästot  erwähnt. 

Aus  dem  letzteren  Zusatz  darf  man  schliesson, 
dass  es  ein  in  die  Augen  fallendes  Monument,  also 
wohl  von  beträchtlicher  Grösse  war,  da  Paus, 
für  rein  künstlerischen  Wert  wenig  Auge  zu  haben 
pflegt.  I>a  die  breiten  und  wenig  tiefen  Gonsolen 
der  Neapler  Statuen  sehr  gut  zum  Tragen  eines 
Bronzcfusses,  etwa  in  Klauenfonn,  geeignet  sind, 
gewinnt  die  Vermutung  an  Wahrscheinlichkeit, 
dass  sie  mit  den  athenischen  entweder  identisch 
oder  in  gleichem  Material  nach  ihnen  kopiert  sind. 
Man  hat  sich  dann  einen  dritten  hinzuzudenken 
und  sie  so  anzuordnen  wie  die  knieenden,  becken- 
tragenden Silene  in  der  Galleria  dei  candelabri 
(Hel big,  Führer  I,  430).  Die  Frage  nach  der 
Identität  würde  von  der  Datierung  abhängen* 
Die  Ausführung  der  Neapler  Statuen  wird  man 
nach  der  Darstellung  der  Augensterne  durch  Ein- 
kerbung der  Pupille  und  Umrändening  der  Iris  ins 
2 Jahrhundert  n.  Clir.  setzen  wollen,  obwohl  wir 
nicht  wissen  können,  ob  man  bei  Köpfen  in 
farbigem  Material  diese  Gewohnheit  nicht  schon 
früher  angenommen  hat,  da  in  griechischer  Zeit 
ein  unbelebter  Augapfel  undenkbar  sein  dürfte. 
Andrerseits  zeigen  sie  im  Kopfe  so  nahe  Ver- 
wandtschaft mit  den  Persern  des  attalisehett  Weih- 
geschenks, dass  man  sic  am  liebsten  für  Wieder- 
holungen nach  Werken  aus  pergameniseher  Zeit 


ansprechen  möchte.  Auch  Schreiber  a.  a.  0. 
hält  sie  für  hellenistisch.  Es  liegt  daher  die  Gom- 
hinathm  nahe,  dass  die  Perser  im  Olyiupicion 
das  prächtige  Geschenk  eines  pcrgatncnischcn 
Herrschers,  vielleicht  Attalos  dcsl.  seihst  waren,  der 
neben  dem  Bezirk  der  Athcna  auch  den  des  Zeus 
zu  bedenken  Veranlassung  haben  mochte,  und 
dass  ein  Körner  sich  diese  Weihgabc  kopieren 
lies»,  worauf  das  römische  Kunsthandwerk  den 
auch  für  Hausgerät  gut  verwendbaren  Typus  sich 
aneignete.  Doch  muss  diese  ganze  Aufstellung 
auch  deshalb  als  zunächst  problematisch  bezeichnet 
werden,  weil  wir  für  die  Verwendung  bunten 
Marmor»  für  statuarische  Werke  in  vorrömischer 
Zeit  keine  gesicherten  Anhaltspunkte  haben. 

504.  Zimmer  de«  Narcis».  Inv.  5206.  Bronze- 
statuette eines  flöteblascndcn  Silcns.  II.  0,29. 
Aus  Portiei.  Klein  abg.  Gomparetti  e de  Petra, 
la  Villa  Ercolanest*  tf.  16,  No.  10,  ».  271.  Vgl. 
Friederichs- Wolters  Nr.  1428.  — Nicht  Koplik  der 
Borghesisehen  Statne  Hclbig,  Führer  II,  037,  son- 
dern nach  einem  älteren  Vorbild  kopiert.  Der 
obere  Teil  des  Rumpfes  ist  weniger  stark  gegen 
die  Hüften  verdreht,  das  Mnskeldetail  einfacher, 
Haar  und  Bart  anders  als  an  dem  Silen  Borghese; 
auch  kreuzen  sich  die  Beine  nicht  so  stark.  Die 
Bronze  dürfte  nach  Proportionen  und  Kopftypus 
dcm.Krotec  de»  Lvsipp  angehören;  die  Borghesischc 
1 Statue  ist  eine  Weiterbildung  in  hellenistischem 
Geschmack.  Eine  dritte  als  Replik  geltende  Figur 
(ohne  Arme  und  Beine,  jetzt  im  Conservatoren- 
palast ; Bullet,  comuu.  VIII,  1880,  tf.  10)  ist  wiederum 
älter  als  die  Bronze.  Ich  stehe  nicht  an,  sie  nach 
dein  außerordentlich  schlicht  behandelten  Haar 
an  Kopf,  Bart  uiul  Scham,  sowie  nach  der  ganz 
knappen  uml  einfachen  Stilisierung  de»  Körpers 
bis  in  die  Nähe  des  iiiyroiiischen  Marsyas  hiuaufzu- 
rücken.  Es  liegt  hier  also  eine  Behandlung  dos 
gleichen  Motiv»  in  der  Weise  dreier  verschiedener 
Jahrhunderte  vor.  — Eine  Marmorstatuettc  der 
Sammlung  Barracco,  tf.  65,  wiederholt  das  Motiv 
nach  der  andern  Seite  gewendet;  die  Ausführung 
ist  von  charakterloser  Eleganz. 

505  und  506.  Saal  des  Porphyr-Apollon. 
Inv.  6258.  Archaischer  J ü n g 1 i n g » k o p f. 
Neu:  Henne,  Nase.  Abguss  in  München.  Stilistisch 
ist  diesem  interessanten  und  singulären  Typus  am 
ehesten  der  allerdings  beträchtlich  jüngere  sog. 
Hernes  Chinnery  in  London  (Friederichs- Wolters 
160;  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  3*48,  Antn.  2; 
Brunn-Bruckmann  Taf.  224;  Phott  von  Face  und 
Profil  beim  Institut  in  Berlin  käuflich)  zu  ver- 
gleichen, welchen  man  mit  myronischer  Kunst 


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Neapel. 


45 


in  Verbindung  bringen  will,  (inte  uud  sorgfältige 
Replik« 

507  und  508.  Saal  der  Ileraklea-Omphale- 
G ruppe.  Inv.  6393.  Replik  vom  Kopfe 
des  Kassler  Apollon.  Auf  nicht  zugehöriger 
weiblicher  Herme.  Nase  neu.  Helbig,  Text  zu 
Collection  Barraeco  pl.  XXXIV  a und  b;  p.  34, 
Anin.  2;  daselbst  Litteratur.  Furtwängler,  Meister- 
werke p.  371,  Amu.  1,  No.  8.  Zwar  Borgfaltig 
gearbeitet,  aber  ziemlich  stark  übergangen  und 
durch  den  Kopisten  ins  Flache  und  Leere  ver- 
wässert. Namentlich  die  Partiecn  um  den  Mund 
lassen  nichts  von  der  Hoheit  und  verachtenden 
Erhabenheit  erkennen,  die  nach  Ausweis  der  in 
diesen  Partiecn  gewiss  getreuen,  charaktervollen 
Barraccosehcn  Replik  (Collection  Barraeco  a.  a.  ()., 
die  Faceaufnahme  ganz  ungenügeud)  das  Original 
ausgezeichnet  hat. 

509.  Inv.  6412;  Saal  der  Flora.  Gerhard 
und  Panofka  No.  311.  Gut  gearbeitete  und  gut 
erhaltene  Replik  de»  Doryphoros-Kopfcs; 
in  einen  Hermenpfeiler  eingelassen. 

510  und  511.  Sala  de’  capolavori.  Inv.  6011. 
Kopf  der  Doryphorosstatuc  aus  Pompei: 
Friedcrichs- Wolters  503;  Hrunn-Bruckmann  Taf. 
273.  Intact.  IMe  Statue  ist  wichtig  für  die  Datierung 
der  uns  erhaltenen  Kopien,  weil  sie  durch  ihren 
Fundort  einen  terminus  ante  quem  gicbL  Vor 
79  n.  Chr.  hat  man  bereite  so  kopiert.  Von  der 
Bronzehenne  des  Apollonios  in  Neapel  (Brunn- 
Rruckmann  Taf.  336),  die  doch  wohl  als  die  ge- 
naueste Kopie  anzusehen  ist  (vgl.  Furtwängler, 
Meisterwerke  p.  421),  zeigt  der  Kopf  der  pom- 
peianischen  Statue  eine  Reihe  von  Abweichungen 
im  Detail.  Vgl.  oben  zu  No.  211  und  212. 

512  und  513.  Kopf  einer  Aphrodite- 
Statue.  Erg.  die  Nasenspitze. 

Es  ist  der  Kopf  der  in  der  Sala  dclle  Muse 
befindlichen  Figur  No.  6396  = Chirac  498  C, 
1019  A,  an  welcher  nur  die  beiden  Unterarme, 
soweit  sie  nackt  sind,  und  unbedeutende  Teile 
des  Gewandes  ergänzt  sind.  Die  Statue  ist  ver- 
hältnissmiissig  oft  wiederholt  wurden,  aber  dicB 
scheint  das  einzige  Exemplar,  das  mit  dem  Kopfe 
erhalten  und  bei  dem  das  Himation  als  Sehleier 
über  den  Kopf  gezogen  ist.  Leider  ist  seine  Ar- 
beit ganz  minderwertig.  In  demselben  Saal 
in  Neapel  steht  als  No.  6395  = Clarac  498  C, 
1019  B eine  sehr  viel  bessere  Wiederholung,  au 
der  Kopf  und  Unterarme  ergänzt  sind.  Ein  gute» 
Exemplar  befindet  sich  in  dem  Gang  des  capito- 
linischen  Museums  No.  52  =r-  Clarac  508,  1019 
(erg.  Kopf  m.  Büste,  I.  Unterarm  mit  Flöte,  r.  Arm 


vom  Biccpti  an  mit  Gewand  und  Flöte,  beide  Fftsse 
mit  Gewand),  eines,  unbekannten  Standortes,  bei 
Clarac  515,  1041  C (siehe  die  Ergänzung  dort), 
zwei  im  Louvre:  a = Clarac  295,  1016  (Phot. 
Giraudon  1139;  der  Kopf  antik,  aber  nicht  zu- 
gehörig; erg.  Ilal»,  Kinn,  Nase,  !.  Arm,  r.  Unter- 
arm, Teil  des  Pfeilers,  1.  Fnss  uud  Teil  de»  1. 
Schenkels  ; b Phot.  Ciraudon  1138  (erg. 
beide  Unterarme,  Kleinigkeiten  am  Gewände; 
der  Kopf,  an  dem  die  Nase  fast  ganz  ergänzt  ist, 
war  gebrochen  und  iat  vielleicht  zugehörig;  es 
wäre  »lies  ein  erhaltenes  Beispiel  ohne  Schleier). 
Endlich  befindet  sich  noch  eine  schöne  griechische 
Kopie,  leider  sehr  fragmentiert  (ohne  Kopf,  Arme, 
Unterschenkel  und  Stütze)  im  Museum  zu  Smyrna, 
welche  Pottier  im  Bulletin  de  corr.  hell.  1881  pl.  13 
p.  279  ff.  publiciert,  aber  nicht  erkannt  und  als 
Nike  erklärt  hat. 

Alle  diese  Wiederholungen  stimmen  in  der 
Grösse  überein,  d.  h.  Lebensgrösse,  sodass  wir 
diese  auch  für  das  Original  voraussetzen  dürfen. 
Alle  weichen  indessen  in  Einzelheiten  von  der 
ersterwähnten  Replik  in  Neapel  und  auch  unter 
einander  ab.  Die  Hauptabweichung  ist  schon  er- 
wähnt; das  Himation  ist  1k?I  keiner  der  andern 
Wiederholungen  über  den  Kopf  gezogen.  Dies 
dürfte  sich  aber  hauptsächlich  aus  der  grösseren 
Bequemlichkeit  für  den  Kopisten  erklären;  der 
Handwerker,  der  die  neapeler  Wiederholung 
fertigte,  hat  sich  diese  Schwierigkeit  sicherlich 
nicht  erst  geschaffen;  ferner  erhält  die  Rechte 
eine  natürliche  Beschäftigung;  sie  fasste  das 
Himation,  wie  der  Ergänzer  der  Figur  richtig  er- 
kannt hat;  die  anderen  Ergänzer  werden  ihren 
Figuren  entweder  eine  Blume  oder  einen  Spiegel 
in  die  Hand  gegeben  haben.  Mit  dem  Wegfall 
des  auf  der  l.  Schulter  auf  liegenden  Teile»  de» 
Himation»  hat  sieh  auch  eine  andere  Abweichung 
ergeben:  statt  die  rechte  Schulter  freizulassen, 
wie  bei  der  neapeler  Replik,  lässt  das  Himation 
an  den  andern  Wiederholungen  — hier  mehr, 
dort  weniger  — die  linke  Schulter  frei.  Unter 
einander  weichen  die  Figuren  ferner  darin  ab, 
dass  der  Pfeiler  nicht  bei  'allen  die  gleiche 
Höhe  hat.  Hier  worden  die  pariser  Exemplare, 
die  den  höheren  Pfeiler  haben,  den  Vorrang 
verdienen , denn  es  ergeben  sich  hierdurch 
reichere  Motive.  Die  Deutung  auf  Aphrodite  ist 
wohl  zuerst  von  Furtwängler  In  Roschers  rnyth. 
Lex.  Sp.  413  ausgesprochen  worden.  Sie  ist 
zweifellos,  und  ebensowenig  kann,  wie  ich  glaube, 
über  Herkunft  und  Zeit  des  Originales  ein  Zweifel 
herrschen.  Wir  können  hier  die  liegende  Thau- 


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46 


Neapel. 


Schwester  aus  dem  Parthcnongicbel  im  kleineren 
Massstab  und  deshalb  zarterer  Ausführung  that- 
sächlicb  fast  Zug  für  Zug  wiedererkeunen.  Und 
in  die  gleiche  Zeit  gebürt  denn  aueh,  soviel 
man  an  dem  schlechten  Exemplar  erkennen  kann, 
der  Kopf  unserer  Photographien,  die  zur  Hand- 
habe dienen  mögen,  bessere  Er.emplarc  zu 
Imstimmen.  An  den  Parthenon  frics  gemahnt 
uns  endlich  die  Verschleierung.  Dem  Geiste 
jener  Zeit  aber  entspricht  die  Auffassung  der 
Göttin,  deren  voller  Körper  sich  in  bequemer 
Ruhe,  aber  doch  voll  Würde  und  Züchtigkeit  den 
Rücken  darstellt.  — Man  hat  die  Figur  früher  wegen 
des  Anlehnens  an  einen  Pfeiler  und  des  Ueber- 
einanderlegens  der  Reine  an  den  Reginn  der  helle- 
nistischen Zeit  gerückt.  Dass  sich  dies  indes  nur 
auf  oberflächliche  Renlmchtung  gründet,  wird  man 
recht  erkennen,  wenn  man  die  Figur  mit  einer  sehr 
viel  späteren,  der  Kutcrpc  des  Berliner  Museums 
(Bcschr.  No.  218)  vergleicht.  Die  allgemeinen  Motive 
sindganz  die  gleichen.  Aber  schon  die  Körperfurmen, 
hier  breit  und  voll,  dort  schlank  und  zart,  lassen  uns 
einen  grossen  Abstand  fühlen.  Ferner  beachte 
man  eine  kleine,  scheinbar  geringe  Abweichung, 
welche  in  der  That  höchst  bedeutsam  ist:  die 
Stellung  des  linken,  über  den  rechten  gelegten 
Fusses.  Man  erprobe  aiu  eigenen  Körper  die 
beiden  verschiedenen  Stellungen.  Bei  der  Aphro- 
dite ist  der  linke  Fuss  gerade,  fast  parallel,  die 
Sohle  nach  unten  gewendet,  neben  den  rechten 
gestellt.  Dabei  kann  der  Körper  breit  zurück- 
gelagert  bleiben,  die  Brüste  in  der  gleichen  Ebeno 
wie  die  Hüften,  und  selbst  das  naturgemäße  Aus- 
biegen der  rechten  Hüfte  ist  nicht  übermässig. 
Nun  ändere  man  die  llaltuug  des  Fusses  zu  der- 
jenigen, die  man  an  der  Euterpe  wuhruiinmt, 
d.  h.  man  drehe  den  Hacken  nach  aussen,  sudass 
der  Fuss  nur  noch  mit  den  Zeilen  nach  innen  den 
Roden  berühren  kann;  sofort  wird  mau  ein  weit 
stärkeres  Herausdrängeu  der  rechten  Hüfte  be- 
merken, und  der  Oberkörper  fällt  mit  seiucr 
rechten  Seite  nach  vorne,  wodurch  sich  dann 
eine  vollkommene  Drehung  des  Körpers  um  die 
eigeuu  Achse  ergicht.  So  nahe  verwandt  also 
aueh  die  Motive  beider  Statuen  sind,  so  leicht 
sieli  das  Motiv  der  einen  aus  dum  der  andern 
hcrstellt,  so  charakteristisch  sind  sie  untersdiiedcn, 
charakteristisch  für  das  verschiedene  Wollen  und 
Können  zweier  weit  von  einander  getrennter  Zeiten- 
Das  Werk  muss  den  häufigen  Wiederholungen 
nach  sehr  berühmt  gewesen  sein.  Durch  die  Ver- 
wandschaft mit  der  Thausehweater  ist  die  Be- 
ziehung auf  Pliidias  besonders  nahe  gelegt.  Unter 


den  Gründungen  des  Perikies  wird  ein  Tempel  der 
Aphrodite  Urania  im  Stadtviertel  Melitc  zu  Athen  ge- 
nannt, dessen  Bild  aus  parischem  Marmor  ein  Werk 
des  Phidias  war  (Paus.  1,  14,  T).  Dieses  glaube 
ich  in  unserer  Figur  wiederzufinden. 

Man  vergleiche  die  einzelnen  Motive  des  Ge- 
wandes auch  mit  denen  der  Kore  Albani,  welche 
ich  oben  (No.  307)  für  ein  Werk  des  Phidias  er- 
klärt habe,  und  man  wird  überall  Berührungs- 
punkte finden. 

514  und  515.  Sala  ilei  rapolavori.  Inv.  No.  V. 
Kopf  der  Athene  Farnese.  Der  Kopf  ist  mit 
dein  Hals  in  die  Statue  eingelassen,  vielleicht 
auch  von  anderm  Marmor:  trotzdem  ist  kein 
Grund  vorhanden,  an  der  Zugehörigkeit  zu  zweifeln. 
Neu:  die  aufrecht  stehenden  Hrlmklappcn  und 
die  Köpfe  der  Uehnticrc;  sonst  intact,  auch  die 
Nase.  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  103  ff.,  dar- 
nach ein  Werk  des  Alkamenes. 

516  und  517.  Saal  der  Flora.  Inv.  6411. 
Farnese  176.  Kopf,  der  Statue  des  sog. 
Protesilaos  (BrunnBruckinann  Taf.  331)  auf- 
gesetzt. IlalBstück  zwischengesetzt,  Zugehörig- 
keit des  Kopfes  also  nicht  zu  beweisen.  Neu: 
die  Nase.  Replik  in  London,  von  Amelung 
(1892  mündlich)  und  Furtwängler,  Meisterwerke 
p.  668  ff.  erkannt;  abg.  bei  Furtwängler  a.  a.  0. 
und  bei  Kucpp,  Bildnis  Alexanders  d.  Grossen, 
52.  Berliner  Wlnekelmanusprogr.  1892,  p.  24; 
Phot,  beim  Institut  in  Berlin  käuflich.  Koepp  und 
Furtwängler  deuten  den  Kopf  auf  A|iollun.  Ersterer 
versetzt  ihn  in  die  Kutstchungszcit  des  Aisdlon 
vom  Belvedere,  letzterer  in  die  Mitte  des  5.  Jahr- 
hunderts, in  den  Kreis  des  altern  Praxiteles.  Der 
Apollon  I’arnopios  der  Akro]wlis,  der  als  angeb- 
liche* Werk  des  Phidias  überliefert  ist,  sei  mög- 
licherweise vielmehr  von  diesem  älteru  Praxiteles 
und  der  in  Kedu  stehende  Typus  möglicherweise 
eine  Wiederholung  des  Kopfes  dieser  Statue.  Eine 
Entstehung  des  Typus  hu  5.  Jahrhundert  halte 
ich  für  ganz  ausgeschlossen;  allein  schon  eine 
derartig  freie  Bildung  des  Haare*  auf  dem  Ober- 
kopf ist  den  Werken  jener  Zeit  fremd.  Die  Be- 
handlung der  Uder  und  Brauen  an  dem  Londoner 
Exemplare  hat  allerdings  noch  etwas  Strenges  und 
Hartes,  das  jedoch,  wie  die  weichere  Neapler 
Wiederholung  erweist,  sehr  wohl  auf  Rechnung 
des  Kopisten  gesetzt  werden  kann.  Zeitlich  den 
Typus  bestimmt  einzureihen,  scheint  noch  nicht 
möglich ; die  Zeit  vor  350  kann  meines  Erachtens 
nicht  in  Frage  kommen. 

518  und  519.  Sala  de'  capolavori.  luv.  6009 
und  6010.  Kopf,  dem  Aristogeitou  aufge- 


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Neapel. 


47 


setzt.  Friedcrichs-WolterB  123,  p.  66.  Xen:  untere 
I Hilft«  der  Nase.  Wiederholung  vom  Kopfe  des 
auf  Skopas  znrQckgefUhrten  Meleager:  neueste 
Utteratur  bei  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  526, 
Anin.  2.  Unter  den  zahlreichen  „Repliken1*,  die 
zum  Teil  in  der  Haarbehandlung  und  -Disposition 
stark  von  einander  abwcichen  und  unter  diesem 
Gesichtspunkt  eiuer  strengen  kritischen  .Sonderung 
bedurften,  zeichnet  sich  dieses  Kxemplar  durch 
zwar  nüchterne,  aber  sorgfältige  und  verständnis- 
volle Arbeit  aus. 

520  und  521.  Portico  dei  Balhi.  Inv.  6138. 
J ttnglingskopf.  Ausserordentlich  raffiniert  re- 
stauriert Neu:  Brust,  Nase,  Fleck  auf  I.  Wange. 
Mehrfach  gebrochen  und  ganz  Hberschmicrt;  doch 
scheint  das  Andere  antik.  Vermutlich  trotz  kleiner 
Abweichungen  im  Haar  und  der  Hinzufilguug  des 
Backenbartes  Wiederholung  vom  Kopfe  des  An- 
tinous  von»  Belvedere  — Hermes  von  Andre«: 
Furtwängler,  Meisterwerke  p.  571  ff. 

522  und  523.  Sala  de'  capolavori.  Inv.  6016. 
Kopf  der  Statue  des  sog.  Adonis  von 
Capua  (l’hot.  Sommer  11223;  Alinari  py  1*  No. 
11028).  Neu:  die  Nase.  Praxttelisch  aus  derZeit 
des  „Pcriboetos1*  und  de«  „Kuhuleua“.  Ebenso 
gehört  »las  Bewegungsmotiv  der  Statue  (neu:  r. 
Bein,  I.  L'ntcrbein,  Stamm  mit  Bogen  und  Köcher, 
Basis,  I.  Arm,  r.  Hand;  der  r.  Arm  war  oben  ge- 
brochen, ist  aber  antik)  in  jene  Periode  Eine 
bestimmte  Deutung  lässt  sieh  dem  Werke  nicht 
gehen. 

524.  Saal  de»  Porphyrapollon.  Ohne  Nummer, 
r. neben 6261.  Weiblicher  Kopf  mit  Hörnern 
Ober  der  Stirn.  Nur  Maske.  Nichts  ergänzt. 
Nicht  vor  dem  4.  Jahrhundert.  Jo?  Eine  Statue 
der  Jo  von  Deinomenes  auf  »ler  Akropolis;  vgl. 
I.oewy,  KUnsterimchriftcn  No.  233.  Oder  Isis? 
Vgl.  »len  Kopf  im  Louvre  Phot.  Giramlon  1217 
Frölmcr,  notice  de  la  sculpture  antique  du  Louvre, 
1871,  No.  553.  Ein  kleines  Fragment  einet  weib- 
lichen Kopfei  aus  schwarzem  Stein,  mit  Kranz 
und  zwei  Stierhörnern,  iui  Thorvahbeu-Muscnm 
iu  Kopenhagen,  Saal  XXXIX,  Schrank  I,  No.  25. 

525  und  526.  Saal  der  „Venus  genetrix“. 
Inv.  6315.  Uubürtiger  Kopf.  Nou:  »lic  Nasen- 
spitze. Zum  Einsetzen  in  eine  Statue  hergerichtet. 
Schwarze  Farbspuren  in  dm  Augen  deutlich  er- 
halten; auch  im  Haar  Farbenreste  erkeunhar.  Das 
Profil  de»  Kopfes  hat  manche  individuelle  Züge, 
namentlich  im  Blick  und  in  der  Bildung  des 
kralligen  Untergesichts.  Vielleicht  ein  stark  ideali- 
siertes Porträt  der  Diaduchcn/.cit.  Der  Reif  im 
Haar  ist  allerdings  von  der  Königsbimle  der 


Diadocheuporträts  verschieden.  Über  das  Ge- 
schlecht des  Kopfes  kann  man  trotz  der  auf 
Schultern  und  Nacken  lang  horabfallendcn  Locken 
nicht  zweifelhaft  sein. 

527.  Saal  der  Vase  des  Salpion,  Relief: 
Herakles  und  Hebe;  abg.  Kcknle  Hebe  Taf.  I. 
Stammt  aus  Andres  uacli  Angabe  im  Inventar 
»lcr  Sammlung  Borgia,  Doc.  In.  I,  S.  284,  No.  45. 

528.  Saal  der  Vase  des  Salpion.  Relief: 
abg.  Arch,  Ztg.  1871,  Taf.  53a,  No.  3.  leb  habe 
nur  den  antiken  Teil  ohne  die  hässlichen  modernen 
Köpfe  aufgeuommen.  Vgl.  Michaelis  a.  a.  0. 
S.  143;  Gerhard  und  Panofka  No.  524;  Rciseli, 
Weihgcschcnke  S.  137.  Ein  von  einem  Hunde 
begleiteter  Jüngling,  welchem  Artemis  (vgl.  C.  R. 
1868  S.  66  und  für  die  Handlung  Mon.  d.  Jst.  XI, 
33)  die  Hand  auf  die  Schulter  legt,  reicht  Hermes 
die  Rechte  (vgl.  Gerhard  AVB  200).  Für  »lic  chrono- 
logische Fixierung  vgl.  das  Relief  bei  Schocne 
Taf.  VIII  50,  au»  dem  Jahr  424. 

529.  Saal  der  Puteolanischen  Basis.  Inv. 
6757.  Eines  der  Reliefs  von  der  Basilica 
N e p t u u 1 iu  Rom  mit  der  Personification  <»iner 
Provinz;  Gerhard  und  Panofka  No.  322;  Doc. 
In.  I.  S.  77;  Aldroaudi  8. 159;  abg.  Mus.  üorb.  UI 
57  links.  Über  die  anderen  zugehörigen,  in  ver- 
schiedenen Sammlungen  zerstreuten  Stücke  vgl. 
Helbig,  Führer  I,  No.  533.  — Auf  demselben  Blatt 
Teile  der  aus  »lern  Amphitheater  von  Capua 
stammenden  Reliefs;  vgl.  Francesco  Alvino,  Anfi- 
tcatro  Cauipano  (Napoli  1842)  Taf.  11. 

530.  Saal  der  Vase  des  Salpion.  Nchcnscite 
eines  Sarkophags.  Vor  einem  Parapctaama 
sitzt  auf  »lein  Fels  ciu  Philosoph,  docierend,  bloss 
mit  »len»  llimation  bekleidet,  einen  Knoteustoek 
iu  der  Haml;  liehen  ihm  eine  Rollenka|H»»-t;  vor 
ihm  ein  vicrfUsaigc»  Tier.  Die  Züge  gleichen 
denen  des  Diogenes,  das  Thier  sollte  also  wohl  ein 
Hund  Bein. 

531.  Hof.  Torso  eines  Heros.  II.  1,29. 
Nichts  ergänzt.  Die  Beine  unterhalb  »ler  Kniec  ab- 
gebrochen. Die  übrigen  fehlenden  Teile  waren 
besomlers  angesetzt.  Der  vorgestreckte  I.  Unter- 
arm muss  einet»  Schild  gehalten  haben,  sodasa 
die  rauli  gelassene  Fläche  auf  der  1.  Schidter 
verdeckt  war.  Um  den  untersten  Teil  des  Annes 
war  dann  der  lange  Mantel  geschlungen.  Der 
Teil  des  Schwertriemens  über  der  I.  Hüfte  ist  nur 
angelegt;  die  Stelle  war  durch  den  Mantel  ver- 
deckt. 

Der  Torso  stammt  von  einer  jugendlichen 
Hcrecnfigur,  u.zw.  einem  Bruder  »ies  praxitclischcn 
Ueruies  von  Andros.  Ganz  auffallend  ist  die 


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48  Neamd. 


Ucbcreinstiminnng  beider  Statuen  in  dem  von  der 
Schulter  herabhütigcuden  Ende  des  Mänteln;  aber 
aueli  die  Behandlung  de«  Körpere,  die  Bildung 
de«  Schamhaare#  stimmen  vollkommen  überein, 
nur  dass  der  Heros  augenscheinlich  einen  festeren 
Stand  und  compacter«  Formen  hatte  als  der  be- 
wegliche Bote  der  Götter.  Wir  gewinnen  damit 
ein  zweites  Beispiel  spät-praxitolischer  Kunst.  Die 
Arbeit  di1»  Exemplare  Ist  recht  gut. 

532.  Hof.  Kuiecndes  Mädchen  (Kopf  und 
Arme  fehlen)  in  steifer  Haltung,  mit  streng  stili- 
sierter Gewandung.  Eine  Replik  in  Stockholm, 
Clarac  750,  1837;  Phot.  Lagrclius  IV  22,  hält  vor 
dem  Schooss  eine  Muschel,  welche  aber  auf  Er- 
gänzung beruht.  An  dem  neapolitanischen  Exem- 
plar führte  in  das  verlorene  Attribut  eine  Wasser- 
leituugsrühre,  für  welche  zwischen  den  Schenkeln 
eine  Höhlung  durchgebohrt  ist.  Anstatt  einer 
Muschel  ist  w'ohl  ein  Becken  zur  Fusswaschuug 
von  den  Händen  gehalten  worden.  Stand  diu 
Figur  auf  dem  Boden,  so  hielt  sic  das  Becken  in 
bequemer  Höhe,  welches  dann  praktischen  Zwecken 
dienen  konnte,  wie  da»  Weihwassorbecken  in  der 
Hand  des  Knaben  von  Lykios.  Auch  im  Stil  ent- 
spricht die  Statue  der  Zeit  dieses  Künstlers. 

533.  Hof.  Untcrlebensgrosso  Statue 
der  thronenden  Kybcle,  zu  jeder  Seite  des 
Throne»  hockt  ein  I-owe.  Einer  der  Haupttypcn 
für  die  Göttin,  wie  Repliken  in  Baalbeek  (Phot. 
Bonfds  474)  und  in  Oreos  (Phot.  d.  ath.  Inst. 
„Euhoca  3‘)  Imweisen;  im  Wesentlichen  liegt  der 
Typus  schon  in  dem  Berliner  Relief  Arch.  Ztg. 
1880  Taf.  1 vor.  Kopf,  r.  Arm  und  1,  Unterarm 
fehlen. 

534.535.  Hof.  Replik  des  Ares  l.udovisi. 
Erwähnt:  Furtwängler  Meisterwerke  S.  526; 
daselbst  IJtteratur. 

536.  Hof.  — Leda.  Replik  der  Floren- 
tiner Statue  DUtschke  III,  192.  Vgl.  Furtwängler, 
Meisterwerke  s.  644,  646.  Nach  Mitteilung 
von  Amelung  ist  der  Kopf  des  Florentiner 
Exemplare  sicher  nicht  zugehörig.  Nach  dem 
Halsansatz  der  Neapler  Replik  scheint  er  zur 
rechten  Körpcreeite  und  nach  oben  gewendet  zu 
sein,  was  allein  ein  befriedigendes  Motiv  ergiebt, 
da  sich  der  Vogel  von  dieser  Seite  her  unter  das 
Gewand  geflüchtet  hat  und  I-eda  naturgemäss 
nach  dem  Verfolger  ausschaut.  Von  einer  dritten 
Replik  im  Tiergarten  der  Villa  Borghese  in  Rom 
teilt  mir  Amelung  mit,  das»  der  erhaltene  r.  Unter- 
arm im  Erstaunen  und  zum  Schutze  des  Schwanes 
erhoben  ist. — In  der  Körperhaltung  sehr  ähnlich 
ist  die  beckentragende  Nymphe  dur  (ialleria  dellc 


statne  de»  Vatican  (Helbig  I,  208),  die  auch  in 
der  zarten  Bildung  des  Nackten  und  in  der  Gc- 
wandbcliandlung  Analogien  bietet.  Vgl.  auch 
die  Statue  E-V  183,  die  nach  Arndt»  neuester 
Untersuchung  sicher  keine  Leda,  sondern  eine 
beckcntragende  Brunnenfigur  ist.  — Die  Florentiner 
Statue  ist  von  Furtwängler  a.  a.  0.  dem  Kreis  des 
Skopas  zugetcilt  worden. 

537.  Hof.  Reliefbruc hat  il  ck  mi  t U ber- 
lebensgrosser  Figur.  Ein  Jüngling,  bis  zum 
Ansatz  der  Beine  erhalten,  mit  l'hlamya  bekleidet, 
auf  dom  Kopf  einen  Pileus,  bewegt  sich  nach 
rechts  vor  einem  galoppierenden  Pferde  hin;  also 
wohl  ein  Diosktir. 

538.  Hof.  Zeus  Aminon  auf  einem 
Fclson  sitzend,  doppelt  lebensgrossc  Relicf- 
figur,  abg.  (’larae  410  E 692  E;  vgl.  Overbeck 
Zeus  S.  200.  Vor  den  Originalen  unterlicss  ich 
leider  Nachforschungen  darnach,  ob  No.  537  und 
538  zu  der  gleichen  Dccoration  gehören  könnten. 

539  h.  540.  Hof.  Torso  einer  kolossalen 
Satyrstatue.  Griech.  Marin.  Hoch  0,79.  Nicht» 
ergänzt.  Reste  von  Stützen : an  der  1.  Seite  unterhalb 
der  Rippen,  an  der  r.  Hüfte;  an  der  1.  Hinterbacke 
Ansatz  für  da»  Schwanzende.  Rest  eines  kleinen 
Puntcllo  unten  an  der  1.  Brust.  Auf  der  r.  Brust 
ein  kleines  Loch  zur  Befestigung  eines  Gegenstandes 
in  Metall,  bei  dessen  Entfernung  auch  die  Um- 
gebung des  Loches  zerstört  ist  Der  r.  Arm  war 
besonders  gearbeitet  und  angrsetzt ; oben  auf  dem 
Ansatz  desselben  befindet  sich  noch  der  eine  Teil 
des  DBbclIoches.  Die  Figur  muss  auf  dem  r.  Bein 
gestanden  haben,  der  Oberkörper  war  zurück- 
gelegt; beide  Oberarme  waren  vom  Körper  ab- 
gcstreckt,  der  rechte  erhoben ; der  Kopf  wendete 
»ich  nach  der  1.  Schulter.  Die  Ergänzung  ist 
rätselhaft  und  ebenso  die  Bedeutung  der  Stützen 
und  des  laiche»  auf  der  r.  Brust  Die  Arbeit  ist 
ganz  wundervoll  und,  wenn  auch  Kopie,  doch 
cie»  höchsten  Lobes  wert.  Man  wird  zunächst  an 
den  kolossalen  pergamenischen  Satyr-Toreo  in 
Florenz  (D.  520)  erinnert.  Vergleicht  man  aber 
beide,  so  wird  man  nur  Unterschiede,  ja  Gegen- 
sätze gewahr.  Hier  ist  nlehls  von  der  perga- 
menischen Geschwollenheit  und  Überfülle.  Eine 
schlagende  stilistische  Parallele  zu  unserem  Torso 
gestehe  ich  nicht  zu  kennen.  (W.  Amelung). 

Mir  scheint  die  Körperhaltung  am  ehesten  für 
einen  Krupeziontrctcr  geeignet,  zumal  da  der  Kopf, 
wie  die  Rückenansicht  am  deutlichsten  zeigt,  voll- 
ständig vornüber  geneigt  war.  Er  muss  ohne 
Bart  gewesen  sein,  da  sonst  Ansatzspuren  davon 
zurückgeblieben  wären  Der  Florentiner  Kru- 


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Neapel.  Sorrento.  Palermo. 


49 


I>e7.i< m treter  bietet  auch  stilistisch  «lie  nächste 
Parallele,  da  an  ihm  die  eigentümlichen  rund- 
lichen I, ücher  zwischen  den  Muskeln  (besonders 
aussen  am  graden  liauchnmakcl)  noch  deutlicher 
auftreten  als  an  dem  Torso.  Oer  Torso  dürfte 
ebenfalls  au  den  sehr  individuellen  Satyrbildungen 
der  pergarcenischen  oder  rhodischen  Kunst  ge- 
hören. (H  Bulle). 

541.  Hof.  Lebensgrosac  Statue  eines 
mit  der  Exomis  bekleideten  Negerscla  von. 
Ähnliche  Statuen  im  ltrit.  Mus.,  Guide  II  52,  und 
im  Vatican,  Museo  Pio  t'lem.  III  34.  Oie  Gesichts- 
züge verzerrt,  wie  bei  einem  Menschen,  der  in 
grelles  Sonnenlicht  schaut.  Kräftige  Ansätze  an 
der  Kxomis  beweisen,  dass  der  Sklave  einen  grossen 
Gegenstand  auf  den  Armen  trag. 

542.  Hof.  Tektonisch  verwendete 
Platten,  welche  in  Tierküpfo  (Hase,  Löwe, 
Hirsch,  Säbelantilope,  Gazelle  u.  s.  f.)  Auslaufen. 
Aus  dem  Amphitheater  von  Capua;  vgl.  Alvino, 
Anfiteatr»  Campano  Taf.  11. 

Neapel,  Museum  von  S.  Martino. 

543.  Sarkophag.  Auf  einer  Schmalseite 
Odysseus  mit  dem  llnnd.  Oie  Abbildung  bei 
Robert  Sarkophagreliefs  II  Xo.  150  lässt  nicht  er- 
kennen, dass  hier  eines  der  am  besten  gearbeiteten 
Stücke  vorliegt.  Mir  ist  dieser  Sarkophag  noch 
ein  Itiitsel.  Denn  der  gute  Stil  des  Reliefs  will 
sich  mit  der  geringen  Arbeit  der  Balustern  auf 
der  Vorderseite  nicht  vereinigen  lassen.  Ich  muss 
zu  der  Annahme  greifen,  dass  der  Sarkophag  eine 
zweite  Verwendung  fand,  wobei  das  Relief  der 
Vorderseite  abgearbeitet  und  die  Balustern  über- 
arbeitet wurden.  In  der  Mitte  der  I-angscite  sitzt 
ein  I.orbeerkranz.  Von  den  gut  auegefithrten 
Blättern  bis  zum  Grunde  läuft  ein  2 cm  starker, 
raub  gelassener  King  herum,  der  sich  auch  in  der 
Farbe  von  den  Blättern  unterscheidet.  Dieser 
King  stellt  wohl  die  Stärke  der  Schicht  dar, 
welche  ausser  dem  vermutlich  einst  vorhandenen 
Relief  von  der  Vorderseite  abgearbeitet  wurde. 

Sorrento,  Museo. 

544.  Basis.  Oie  Seite  mit  Apollon,  Artemis 
und  Lcto.  Vgl.  Hülsen  in:  Köm.  Mitth,  1894 
S.  238,  wo  weitere  Mttcratur  angegeben.  S.  ferner 
oben  zu  No.  334. 

Palermo,  Museo  nazionale. 

545.  Cortile.  Kauernder  Löwe,  der  mit 
den  Vordertatzeu  einen  Sticrsehädcl 
packt.  Kalkstein.  „Dono  de!  Bar.  B.  Salamone 


di  Mistretta“,  also  wohl  auch  an  diesem  Orte, 
dem  antiken  A inestrato»,  südöstlich  von  t'efalü 
an  der  XonlkUsto  Sieilieas  (s.  Panly-Wisson  a, 
Roalencyclopädie  s.  v.  Amestratos),  gefunden. 
Archaische  Arbeit,  vermutlich  aus  der  Periode 
der  phoenikischcn  Herrschaft  iu  Sicilien.  Vgl. 
Perrot-Chipiez  III,  p.  436  ff.  und  419  ff.,  smvie 
die  Gruppe  in  Marsala  Arch.  Zeit.  1871,  Taf.  51. 

546.  Cortile.  Thronende  weibliche  Gott- 
heit, zur  Seite  je  eine  bekleidete  Sphinx. 
Kalkstein.  Aus  Solunt,  dem  phoenikischcn  Soloeis, 
bei  Palermo.  Puhl,  von  Perrot-Chipiez  III,  p.  425  f., 
wo  ältere  Littcratur.  Archaische  plioenikisehe 
Kunst  auf  einer  den  ältesten  milesischcn  Sculpturen 
noch  vorauslicgeuden  Stilstufe. 

547—  549.  Cortile.  Inv.  715.  Statue  eines 
Bärtigen  (Zeus?).  Etwa  drcivicrtcl  lebens- 
gross. Amciung,  Florentiner  Antiken  p.  7 ff. 
Furtwänglor,  Meisterwerke  p.  746  f.  Bei  beiden 
Littcratur.  Neu:  r.  Arm,  I.  Hand,  r.  Unterbe’n 
vom  Knie  ab  mit  Stamm  und  Plinthe,  untere 
Hälfte  des  I.  Unterbeines,  Nase  mul  einige  Locken. 
Oer  Kopf  war  gebrochen,  ist  aber  alt  und  zuge- 
hörig. Oie  Statue  gilt  bisher  als  Wiederholung 
eines  Zeustypus,  der  am  besten  durch  eine  Floren 
tiner,  zuletzt  bei  Amciung  a.  a.  0.  p.  10  abge- 
bildets  Bronze  vertreten  ist.  Nirht  mit  Recht ; 
denn  wenn  auch  die  Torsi  der  Florentiner  Bronze 
und  der  Palcrmitancr  Statue  sieh  im  Wesent- 
lichen entsprechen  und  die  grössere  Schärfe  und 
Strenge  in  der  Muskulatur  an  ei  sterer  sich  ebenso 
wie  die  Differenzen  in  der  Behandlung  der  Chlamys 
durch  Verschiedenheit  des  Materiales,  der  Grösse 
uud  der  Kopistenhände  erklären  lassen  könnten, 
so  sind  doch  die  bei  beiden  Exemplaren  zuge- 
hörigen Köpfe  so  durchaus  von  einander  ver- 
schieden, dass,  falls  »ir  nicht  der  Palcrmitancr 
Kopie  mit  grundlosem  Misstrauen  begegnen  wollen, 
an  Wiederholung  des  nämlichen  Originales  nicht 
zu  denken  ist.  Wir  halten  es  wahrscheinlich  viel- 
mehr mit  der  Abwandlung  eines  eimini  beliebt 
gewordnen  Typus  durch  versehiedno  Künstler- 
bände  zn  tliun:  ähnliche  Fäl'e  sind  u.  a.  oben 
unter  Nr.  222  -225  und  280  besprochen.  Oer 
Florentiner  Typus  ist  der  ältere,  ungefähr  aus 
dem  Jahre  460;  seinen  Kopf  hat  Aiuelung 
überzeugend  mit  dem  des  Kassler  Apollou  zu- 
samnirngi  stellt,  während  der  Torso,  wie  Furt- 
wiingier  nachgewiesen  hat,  in  der  Behandlung  vom 
Stilcharakter  jener  Statue  beträchtlich  abweicht. 
Das  Original  der  Palcrmitancr  Statue,  deren  Be- 
deutung als  Zeus  darnach,  wenu  auch  wahrschein- 
lich, so  docli  nicht  mehr  sicher  bleibt, -gehört 

4 


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50 


Palermo. 


einem  im  Beginn  iler  zweiten  Hälfte  de»  5.  Jahr- 
liumicrt»  arbeitenden  Künstler  an;  die  nächsten 
Parallelen  zum  Kopfe  linden  sich  unter  den  jllngern 
Metopen  und  am  Priese  des  Parthenon. 

550.  Stanza  del  fauno  di  Prassitcle,  links 
neben Inv. 085:  Jugendlicher  nackter  Torso 
altertümlichen  Stiles.  Leicht  bläulicher 
Marmor.  Ohne  Kopf,  Arme  und  Be'ne,  Etwa 
lebcnsgross.  Provenienz?  l>ie  Arme  waren  ge- 
senkt: Stützenreste  an  beiden  Oberschenkeln 
amen.  Der  r.  llalsnicker  angespannt,  der  Kopf 
war  also  etwas  nach  der  I.  Schulter  gedreht.  ; 
Auf  der  linken  Schulter  liest  eines  Ansatzes: 
vielleicht  schulterte  der  Jüngling  eine  Lanze,  wie 
der  Doryphoros,  oder  er  trug  eine  Palme  in  der 
L.  wie  der  Münchner  Athlet  107  (Phot,  lliittger) 
und  der  abbozzierte  Athlet  im  athenischen  Natioual- 
museum  Sy  bei  411  (Phot  Athanasios  Konstantinu 
55).  Der  Stand  der  Beine  war  ziemlich  gleich, 
das  1.  ging  vielleicht  etwas  vor.  Die  Hüften 
gleichweit  ausgebogen.  Noch  kein  Schamhaar; 
zu  beachten  die  auf  der  Photographie  erkennbare 
Einränderung  am  Penisansatz.  Der  Nabel  kreis- 
rund. Vom  Rücken  eine  Photographie  zu  nehmen 
war  bei  der  damaligen  Aufstellung  des  Stückes 
nicht  möglich;  er  ist  sorgfältig  gearbeitet,  der 
H'ntcre  stark  hervortretend.  Der  nächste  Stil- 
verwandte  dieses  schönen,  originalen  Torsos,  von 
welchem  hoffentlich  bald  ein  Gipsabguss  hergestcllt 
wird,  ist  diu  Jünglingsstatue  von  der  Akropolis 
Athen.  Mitt.  1880,  Tat-.  1,  und,  wenn  mich  die 
Erinnerung  nicht  trügt,  ein  nackter  Jtinglingstorsu, 
den  ich  1889  im  Winter  in  Eregli  ( Perin tlios)  am 
Marmarameer  im  Hause  des  Konstantine»  Kara- 
theodoru  sah  und  von  dem  ich  nur  ungenügende 
l'hotographiecn  besitze  (hoch  0,46;  cs  fehlen  Kopf, 
Arme,  Beine;  im  Nacken  Best  des  Haarschopfes, 
der  an  Älteres  erinnert;  am  I.  Oberschenkel  nntor 
der  Bauchfalte  zwei  Löcher,  in  deren  unterm  auch 
ein  Bronzestift  sitzt). 

551.  Cortile.  Zwischen  den  Inventammu- 
mern  362  und  366:  Lebensgrosse  Gruppe  von 
Selene  und  Eros.  Aus  Museo  Astuto.  Kopf 
und  I.  Arm  der  Selene  neu,  Manches  geflickt.  Der 
Eros  schien  mir  trotz  seines  barocken  Aussehens 
alt.  Arbeit  gewöhnlich  decorativ.  Die  tiefe 
Giirtung  dicht  oberhalb  der  Scham  sowie  das 
llcrahsinken  des  Chitons  auf  die  eine  Brust  ver- 
binden die  Statue  mit  einer  Kcilic  von  Werken, 
welche  zeitlich  zu  filieren  noch  nicht  gelungen 
ist  (vgl.  Furt wängler,  Meisterwerke  p.  663) : Flora 
Farnese  i (Brunn- Bruckmann  Taf.  860);  München 
298  (Phot.  Bruckmann,  ältere  Serie);  die  beiden 


Florentiner  Statuen  E-V  286  und  360;  Torso  in 
Dresden:  Phot.  Krone  (52)  718. 

552.  l'ortile.  U n ter!  ebensgrosse  St  «tue 
eines  Läufers  oder  ltingers  (mitPlinthe  1,02 
hoch).  Ganzsingulär  sind  die  Stützen  behandelt.  Vom 
Boden  bis  zur  r.  Hand  hinauf  läuft  eine  »ich  ver- 
jüngende Säule,  die  man  zunächst  für  eine  Keule 
halten  könnte;  da  sie  aber  glatt  gearbeitet  ist 
und  in  den  Boden  überläuft,  statt  von  ihm  ge- 
trennt zu  sein,  ausserdem  die  r.  Hand  die  ver- 
mutliche Keule  gar  nicht  recht  anfasst,  da  ferner 
auch  da»  I.  Bein  durch  eine  unmüssig  lange  und 
dünne  Stütze  mit  der  Basis  verbunden  wird,  so 
ist  damit  die  richtige  Auffassung  der  Säule  recht» 
gegeben.  Neu  ist  der  Kopf  nebst  Hals,  der  Penis, 
der  I.  Unterarm,  dessen  Richtung  aber  indlciert  ist; 
vom  r.  Arm  ist  nur  ein  Teil  der  Handfläche  mit 
den  Fingern  alt.  Ähnlich  dem  sog.  Alkibiades 
im  Vatikan  abg.  Furt  wängler  Meistcrwei  ke  S.  284. 

553.  Stanza  del  fauno  di  l'rassitele.  luv.  685. 
Statue  des  Asklepios.  Aus  Girgenti  (nach 
Baedeckcr,  Unteritalien  und  Sicilien,  p.  304).  Von 
dem  Stabe,  auf  welchen  der  Gott  sich  stützend 
gedacht  ist,  sind  keine  Reste  vorhanden.  Trotz 
geringer  Abweichungen  im  Detail,  die  der  Kopist 
verschuldet  halten  wird,  Wiederholung  der  oben 
unter  No  285  besprochuen  Statuen  des  Giardino 
Boboli  und  der  Villa  Doria-Panfili  (M-D  55).  Ich 
stimme  Amelungs  Datierung  des  Typus  in  das 
4.  Jahrhundert  bei. 

554.  Stanza  de)  fauno  di  l’rassitele.  Inv.  710. 
Statue  der  Athene.  Neu:  Arme,  Hals,  Nase, 
Unterteil  der  Figur  von  den  Knieen  ab,  Kleinig- 
keiten. Der  Kopf  nicht  zugehörig.  Im  Stile  ver- 
wandt der  Pallas  der  Villa  Albani  970  (phot.; 
ohne  Ergänzungen  abg.  in  Winckelmnnns  Denk- 
malen der  Kunst  des  Altertums,  Donaueschingen 
1835,  No  17)  und  wie  diese  auf  ein  Original  der 
Zeit  um  500  zurückgehend.  Der  Kopist  verrät 
sieh  an  dem  Palcrmitaner  Stücke  durch  das  fein- 
gefältclte  Untcrgewaud  unter  der  I.  Achsel,  das 
in  der  Epoche  des  Phidias  (Athenen  Farnese  und 
Albani)  am  Platze  sein  würde.  Ich  bedaure,  von 
dem  interessanten  Kopfe,  der  ebenfalls  Athene  dar- 
stellt und  ganz  praxitclisclien  Typus  zeigt,  keine 
grösseren  Aufnahmen  liergestellt  zu  haben. 

555.  Cortile.  Inv.  725-  Statue  eines  von 
derSkyllagcpacktenjiigendlichenGc- 
fiihrten  des  Odysseus.  Publ  Arch.  Zeit.  1870, 
Taf.  34,2;  p.  57  f.  Neu  sind  von  wesentlichen 
Teilen  beide  Arme,  Nase  und  Kinn  de«  Jünglings. 
Wiederholung  in  Villa  Albani,  ebenda  Taf.  841; 
jetzt  im  Museo  Torlonia,  No.  167  der  Publieatioii ; 


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Palermo. 


51 


vgl.  Schreiber  in  der  Arch.  Zeit.  1879,  p.  63  f.  Eino 
weitere  Wiederholung  vielleicht  ein  ans  bmld 
(Nicotnedia  Hithyniae)  stammender  sehr  roh  ge- 
arbeiteter Jünglingskopf  mit  Hand  auf  dem  Scheitel, 
ehemals  in  Sammlung  Radowitz  in  Konstantinopel, 
jetzt  wohl  im  dortigen  kais.  ottoiuauischcn  Museum 
(Phot,  in  meinem  Besitz).  Vgl  die  folgende  Nummer. 

556.  Cortile.  Inv.  744.  Bärtiger,  von  der 
Klaue  der  Skylla  gepackter  Kopf  cinos 
G e f ft  h r t c n d e s 0 d v s s c u s.  Aus  Museo  Astuto, 
aus  dem  wohl  auch  die  vorige  Nummer  stammt. 
Neu:  Hals  und  Nase.  Eine  Wiederholung  im 
Museo  ( hiaramonti  No.  79,  llelblg  I,  66;  ferner 
zwei  Köpfe  in  Berlin  No.  569  und  570,  die  der 
Katalog  ebenfalls  als  Wiederholungen  aufführt, 
obwohl  die  Hand  der  Skylla  fehlt.  Vgl.  Michaelis, 
ancient  roarbles  p.  549,  n°  33  (Oxford). 

Die  Entstehung  de«  Originales,  das,  nach  der 
Anzahl  der  erhaltenen  Kopien  zu  urteilen,  sich 
grosser  Beliebtheit  im  Altertum  erfreut  hat,  ist 
von  1t.  Schöne  (Aich.  Zeit.  1866,  p.  153  ff.)  richtig 
in  die  pergamenisch-rhodischc  Kunstepoche  ver- 
legt worden;  die  nächsten  Analogieeu  bieten  der 
Laokoon,  der  sog.  Seneea,  den  Kopf  des  älteren 
Kentauren  des  Aristeas  und  Papias  und  der 
Kopf  des  sterbenden  Giganten  vom  attalischcn 
Weihgeschenk  in  Neapel.  Ob  der  Laokoon  in  der 
Detail beliandlung  die  Skyllagruppe  noch  über- 
triö't,  lässt  sich  nach  der  schlechten  Arbeit  wenig- 
stens der  Paleraiitaner  Stücke  nicht  sagen.  Es 
ist  zu  wünschen,  dass  au  Gipsen  eine  Recon- 
struction der  ganzen  Gruppe  versucht  wird,  mit 
Zuhilfenahme  der  Beschreibung  der  Bronzegruppo, 
die  ehemals  im  Hippodrom  von  Konstantinopel 
stand  (Näheres  bei  R.  Schöne  a.  a.  0). 

557.  Stanze  del  fauno  di  Prussitclc.  Inv.  713. 

Kopf  einer  Wiederholung  des  sog. 
Sardanapal.  Neil:  Nase  und  Brust  von 

unterhalb  des  Bartes  an.  Aus  Rom:  Winckel- 
manns  Werke,  Douaiicschingeu  1825,  Band  V, 
p.  199;  8.  Buch,  1.  Kapitel,  § 23.  Band  VIII, 
p.  308.  Vermutlich  identisch  mit  dein  von 
Winckelmann  bei  Cavaceppi  gesehenen:  Band  IV, 
p.  120;  5.  Buch,  1.  Kapitel,  § 25.  Ich  kenne  ausser 
diesen  und  der  vaticanischcu  folgende  we  teren 
Repliken  des  Typus:  1.  Neapel,  Inv.  6306,  Phot. 
Aiinari  p«  I“  No.  11052.  2.  Florenz,  Uffizien, 
Mus. -No.  286,  D.  364,  Phot.  Brogi  9410;  stark 
ergänzt.  3.  Athen;  der  Torso;  Sybel  292;  der- 
selbe, Weltgeschichte  der  Kunst  p.  255;  Reisch, 
grieeh.  Weihgeschenke  p.  31.  4.  London,  atu 

Posilipp  gcfundcu;  Sybel,  Weltgeschichte  der 
Kuust  p.  255;  Roschers  myth.  Lexikon  s.  v. 


Dionysos  8p.  1118.  — Interessant  ist  auch  hier 
wieder  die  Vergleichung  der  einzelnen  Wieder- 
holungen im  Detail.  So  hat  die  Neapler  Replik 
am  Bartansatz  unter  der  Unterlippe  kleine  spitz- 
zulaufoudc  Zwischenlöckchcn,  die  dem  vaticani- 
sehen,  dem  paleraiitaner  und  dem  fiorentiner 
Exemplare  fehlen  und  sonach  wohl  auch  dein 
Originale  nicht  zu  eigen  gewesen  sind.  Das 
Londoner  Exemplar  kann  man,  nach  den  Ab- 
bildungen zu  urteilen,  kaum  mehr  als  Replik  be- 
zeichnen : nicht  allein  ist  die  Gewandung  aus  dem 
noch  streugeu  und  einfachen  Stil  des  vaticanischcu 
Exemplare«  durch  reichere  Fältelung  ins  Unruhige 
und  Bewegte  umgesetzt,  sondern  vor  allem  ist 
der  Kopf  unter  Beibehaltung  der  Hauptziige  des 
älteren  Typus  im  Detail  wesentlich  (ungestaltet. 
„Des  älteren  Typus-:  vielleicht  auch  nur  „der 
strengeren  Kopteen“!  — Über  die  Datierung  des 
Originales  und  seine,  von  Treu  zuerst  ausge- 
sprochene, wie  mir  scheint,  unwiderlegliche  Zu- 
rückführung  auf  ein  Werk  des  Praxiteles  vgl. 
meine  Bemerkungen  in  der  Festschrift  für  Over- 
beck 1893,  p.  100. 

558.  Oberteil  eines  Pan  aus  der  Gruppe 
des  Pan  mit  Daphnis.  Hals  neu ; Kopf  sehr 
bestossen,  Hörner  abgebrochen.  Eine  Replik  scheint 
auch  die  von  Guattani,  Mon.  ined.  1788,  Aprile, 
tv.  2 abgeb.  Büste  zu  sein  (al  Museo  del  Marchese 
Romlinini;  bei  Matz-Dulm  nicht  mehr  verzeichnet). 
Die  übrigen  Repliken  sind  gesammelt  von  Sauer 
bei  Reitzenstein,  Epigramm  und  Skolion  s.  279  fg. 

559.  Cortile.  Auf  diesem  Blatte  sind  fünf 
Sculpturen  abgebildet.  Da  die  Photographie 
ursprünglich  nicht  zur  Veröffentlichung  bestimmt 
war,  wolle  man  einige  Mängel  in  der  Angabe  der 
Ergänzungen,  besondere  bei  d und  e,  entschuldigen 

a.  Weibliche  Htatuette.  Die  Aufschrift 
der  Plinthe  lese  ich  auf  der  Photographie  „Astuto-; 
darnach  aus  dieser  Sammlung  Ergänzt  (nach 
Mitteilung  von  II  Bulle):  r.  Unterarm  und  Pcduiu, 
1 Unterarm,  der  Pfeiler,  von  dem  nur  der  oberste 
profilierte  Teil  antik  (modern  auch  die  Maske), 
das  Gewandstück  am  1.  Oberschenkel,  der  l.  Fuas, 
die  Plinthe  in  ihren  äusseru  Teilen  Kopf  antik, 
aber  vermutlich  nicht  zugehörig.  Wie  Amclung 
bemerkt  hat,  in  der  Gewandung  nahe  verwandt 
mit  der  Wiener  Artcinisstat nette  aus  Larnaka, 
die  Furtwänglcr  (Meisterwerke  p.  556,  daselbst  die 
Littcratur)  mit  Recht  dem  engsten  Kunstkreise 
des  Praxiteles  eingereiht  hat. 

b.  Inv.  735.  Herme  des  Mctrodor.  Aus 
Rom.  Neu:  Henne  (mit  der  Inschrift),  Hals,  Nase 
und  fast  die  ganze  1 Gesichtshälfte  mit  grossem 

4* 


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52 


Palermo. 


Teile  des  Hiuterkopfe».  Die  arg  vcrschundcncn 
antiken  Teile  seluinen  mit  dem  inschriftllch  ge- 
sicherten Porträt  des  Metrodor  im  Capitol  (Hclhig, 
Führer  I,  482)  iUicrvinznstimincn. 

c.  Inv.  742.  Herme  des  Sokrates.  Aus 
Rom.  Neu:  Henne  (mit  der  Inschrift),  Nase,  1. 
Ohr.  Augensterne  angegeben.  Spät  und  schlecht. 
Kine  genaue  Scheidung  der  versehiedncn  Typen 
der  Sokrates|H»rträts  ist  noch  vorzunchuien. 

d.  Statuette  eines  Narkissus  (?)  mit  Kros 
zu  seiner  L.  unten.  Aus  Museo  Astuto.  Füssc, 
Basis,  Kopf,  Arme  neu.  Oh  etwas  von  dem 
Stamme,  in  den  der  Krgänzer  den  Jüngling  greifen 
lässt,  alt  ist,  habe  ich  nicht  untersucht.  Zur 
Deutung  vgl.  die  Statuette  im  Museo  Chiammunti 
No.  655  = Clarac  4'J5,  DG4 ; den  Sarkophag  der 
Galleria  lapidaria  162  — Visconti,  MPCI  VII, 
13  Gerhard,  ant.  Bildwerke  Taf  SKI,  3 — Millin, 
nouv.  galerie  myth.  pl.  151,  557;  die  Statue  des 
Louvre  Clarac  300,  185!»  = Frühner,  notice  4‘J3  — 
Phot.  Giraudon  120.3;  die  Berliner  Statuette  225 
und  das  im  Katalog  zu  dieser  Nummer  Citierte, 
sowie  die  Beschreibung  des  Kallistratos  Ix^q. 
tlynlfi,  V.  Der  Kopf  der  Statuette  muss,  wenn  die 
Deutung  auf  Narkissos  das  Richtige  trifft,  ur- 
sprünglich mehr  gesenkt  gewesen  sein. 

e.  Statuette  eines  nackten  Jünglings. 
Da  mir  genaue  Angaben  über  die  Ergänzung  des 
Stückes  nicht  vorliegen,  muss  ich  mich  damit  be- 
gnügen, die  Aufmerksamkeit  auf  diese  trotz  ihrer 
Kleinheit,  schlechten  Erhaltung  und  massigen  Aus- 
führung interessante  Sculptur  zu  lenken.  Sie  rc- 
produciert  offenbar  ein  Original  aus  der  Zeit  um 
400:  während  das  Arrangement  de»  Haares  noch 
an  Altere«,  wie  den  Berliner  auf  Alkamenes 
zuriiekgeführten  Kopf  608  (Furtwängler,  M-W 
Tafel  V),  erinnert,  haben  die  Cesiehtszüge  bereits 
einen  weicheren,  mehr  seelischen  Ausdruck,  der 
der  Zeit  des  Praxiteles  entspricht.  Am  Torso  ist 
die  Brust  stark  entwickelt,  doch  wird  man  nicht 
an  einen  Hermaphroditen  denken  dürfen. 

560.  Cortile.  Proxeniedecret  der  Athener 
für  Lachares,  Sohn  des  Chares,  den  Apolloninten. 
Aus  OL  106,  2 = 355,54  v.  Chr  Die  Inschrift  im 
C.  J.  A.  II,  70;  zur  dort  aufgetuhrten  Litteratur 
ist  Schreiber,  Athene  Parthcnos  p,  578,  Anm.  liin- 
zuzufdgen.  Gefunden  „prope  Athenas  ad  IH&Nim". 
Links  unvollständig.  Von  der  Darstellung  ist  er- 
halten (v.  1.  n.  r.):  stehende  Athene  n.  1.,  voll- 
bekleidete stehende  Frau  n 1.  mit  erhobener  R., 
den  I.  Arm  aut  die  1.  Schulter  der  folgenden 
sitzenden  Figur  legend  (*  Apollonia  heroina“ 
nach  Stephani;  vgl.  das  C.  J.  A.  a.  a.  0), 


auf  dem  Omphalos  sitzender  Apoll,  n I.  Während 
die  Figur  der  Athene  auf  ein  ans  der  Parthenon 
de»  Pliidia»  abgeleitetes  Original  zu  rück  weist, 
geht  die  andere  weibliche  Figur  auf  eine  offenbar  nur 
um  Weniges  späten1  statuarische  Vorlage  zurück. 
Es  ist  von  Wert,  hier  an  einem  sicheren  Beispiele 
constaticren  zu  können,  dass  ein  Votivrelief  aus 
der  Mille  des  4.  Jahrhunderts  Götterg«*stalten 
wiedergiebt,  deren  Erfindung  zweifellos  noch  dem 
5.  Jahrhundert  angehört. 

56 1.  t ’ortile.  F r agm ent  ei  n es  V ot  i v relie f s, 
vermutlich  au»  Athen.  Altar,  dahinter  stehende 
Göttin,  wahrscheinlich  Hygieia  im  Typus  der 
Votivreliefs  aus  dem  Asklepicion,  kleiner  Opfer- 
knahu  mit  .Schwein,  stehender  Adorant  mit  er- 
hobener R. 

562.  Cortile.  Inv.  768.  Voti  v rel  ie  falls  Athen. 
Besprochen  von  Deneken  in  Roschers  myth.  Lexikon 
s.  v.  Heros,  Sp  2565  unten  Von  r.  nach  I : de 
face  stehender  gerüsteter  Krieger  mit  Schild,  ihm 
entgegentretend  Frau  in  ärmellosem  Chiton  mit 
Überschlag,  aus  einer  Kanne  in  eine  Schale  spen- 
dend. llinterhaiipthaare  in  Haube.  Über  ihr 
kleine  Nike,  dem  Krieger  entgegeiischwebend,  eine 
Tänie  (?)  in  den  Händen  Zwei  Adorantcn : Kind 
und  Bärtiger.  Gute  Arbeit  wahrscheinlich  noch 
des  5.  Jahrhunderts 

563.  Cortile.  Weihrclicf  eines  Wagen- 
sieg c rs.  A ns  M iiseo  Astuto  Ergänzt : einzelne  Stücke 
der  Relicfplatte  und  sonstige  Kleinigkeiten.  Die 
Zügel  des  Viergespanns  waren  durch  Farbe  an- 
gegeben. Hinter  dem  Ia»nker  die  dns  Ziel  der 
Rennbahn  bezeichnende  .Säule.  Der  Sieger  selbst 
in  dem  langen  Gewand  der  Wagenlenker;  auf 
dein  Haupte  trägt  er  eine  heluiartige  Kappe  mit 
herabfallenden  Laschen  (oder  ist  es  die  einfache 
.Siegerbinde  und  sind  die  Haare  de»  Oberkopfes 
nicht  nusgeführt  ?).  Feint«  griechisches  Original 
aus  der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts. 

564.  Cortile.  Inv.  775.  Grabrelief  des 
Philokrates,  aus  Athen.  De  face  stehende» 
Knäbchen,  das  in  der  R.  einen  Vogel  hält,  zu 
welchem  ein  Spitz  aufspringt;  in  der  L.  hält  cs 
ein  Spielrad.  Über  der  Stirn  ein  seltsames,  offenbar 
aus  Bronze  zu  denkende»  Diadem.  Gute  Buch- 
staben des  4.  Jahrhundert».  Ein  sehr  ähnlich«« 
Stück,  mit  der  Inschrift  THA EM A X 02,  in  Kon- 
stantiuopcl  als  angeblich  dort  gefunden  erworben, 
in  der  ehemaligen  Sammlung  Radowitz,  jetzt  im 
kais.  ott omanischen  Museum  in  Koiistantinopcl. 

565.  Cortile.  Grahrclicf  eines  stehenden 
J iinglings.  Aus  Museo  Astuto.  Obcrtcilde»  Kopfes 
neu ; in  der  Mitte  de»  Relief»  ein  Stück  quer  ein- 


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Castelvetrano. 


gesetzt.  Die  gesenkte  R.  hält  an  einer  Schnur 
ein  Sallilläsrhrhcn.  Auf  iler  1.  Schulter  die  lang 
hcrahfallcnde  Chlamys.  Feine  griechische  Arbeit 
ans  der  Zeit  des  Parthcnonfricsv». 

566.  t'ortile  Relief.  Links  gebrochen.  I’ Ist 
einem  Altar  sengt  eine  stehende  Frau  das  Gefieder 
eines  Vogels,  den  sie  in  der  R.  hält.  Auf  dem  Altar 
stark  verwitterte  Reste  eines  darauf  befindlichen 
Gegenstandes:  nach  meiner  Ansicht  nicht  Flam- 
men, sondern  eine  Art  Kost,  den  bekannten  Vor- 
richtungen zur  Abhaltung  des  Luftzugs  vergleich- 
bar (vgl.  E-V  14  und  Dfitschko  IV,  G57  zu  der 
Stelle).  Links  schwer  zu  deutende  Reste  der 
weiteren  Darstellung,  am  ehesten  eines  Tropaions. 
Rechts  ein  Raum,  an  welchem  verschiedene  Gegen- 
stände, darunter  ein  l’cdum  und  ein  Tympanon, 
aufgehängt  sind. 

567.  CortUc.  Relief.  Tänzerin,  Typ.  39  meiner 
neuattischen  Reliefs.  Höhe  0.68,  Breite  034.  Erg.: 
die  I.  obere  Ecke  der  Platte,  fast  die  ganze  Maske 
des  Gesichts,  mit  Ausnahme  des  1.  Auges  und  der 
Wange;  da»  I.  Knie.  Da  ergänzte  uiul  echte 
Teile  die  gleichen  Raspelstriche  aufweisen,  so 
muss  da»  Relief  stark  übergangen  sein.  Das  Ver- 
schwinden der  Bodenerhebung  zwischen  beiden 
Füssen  ist  ursprünglich. 

568.  t'ortile.  Bein  eines  kolossalen 
Marmorthrones  aus  Solnnt.  Abg.  Arcli. 
Jalirb.  1889,  S.  255. 

liu  Palazzo  del  Municipio  in  Palermo,  im 
ersten  Stock,  in  einem  Privatzimmer  des  Sindaco 
Marchese  Ugo,  befindet  sich  (1892)  eine  nach 
Aussage  des  (.'ustoden  nicht  in  Sicilicn  gefundene 
etwa  leliensgrossc  völlig  nackte  Statnc  eines 
Jünglings  mit  gesenktem  Uaupt  und  leichtgc- 
locktem  Haar,  in  dem  ein  Lorbcerkranz  ruht. 
R.  Standbein,  r.  Hüfte  heraus,  I.  Fnss  etwas  zu- 
rück ; von  den  abwärts  gebenden  Oberarmen  mir 
die  Hälfte  erhalten.  Am  r Bein  Stamm.  Der 
Kopf  (neu : Kinn  und  Nase)  hat  keinen  bestimmt 
ausgesprochenen  Schulcharakter;  er  erinnert  etwas 
an  denjenigen  der  neugefundenen  Jllnglingsatatnc 
ans  Klensi»  «ojr.  1890,  S.  207  fl'  Die  Arbeit 

ist  nicht  fein,  die  Rückseite  besser  erhalten  Sieger- 
statue aus  dem  Anfang  des  4.  Jahrhunderts.  Wir 
hoffen,  in  einer  der  nächsten  Serien  eine  Ab- 
bildung dieses  interessanten  Stückes  bringen  zu 
können 

Castelvetrano. 

569  -572.  llronzestatuc  ans  Sclinunt. 
Als  ich  die  Statue  im  Dezember  1891  photo- 
graphierte, befand  sie  sich  im  Museum  zu  C'astel- 


53 


vetrano  und  zwar  war  sic  sequestriert,  weshalb  sic 
einen  versiegelten  Papierstreifen  um  den  Leib 
trägt.  Inzwischen  wurde  das  Streitobject,  wie  ich 
höre,  im  Proces»  dem  Finder  zugesprochen,  welcher 
die  Statue  bis  auf  weiteres  verschwinden  lies». 
Über  den  Fund  teilt  mir  Herr  Guzzo,  Municipal- 
beamter  in  Castelvetrano,  Folgendes  mit:  „la 
statuetta  fu  geoperta  in  Giugno  1882  da  ecrti 
Ancona  Giovanni  c la  Tona,  a 100  metri  ad  cst 
delle  case  detto  della  Galera-Bagliazzo“  (auf 
Baedeckera  Plan  angegeben),  „ove  twiste  una 
necropoli  Selinuntin.i.  E qnnutunquc  la  profon- 
ditä  media  delle  tombe  ivi  esistenti  fosse  di  metro 
um»  circa,  i»ure  la  statua  fn  rinvenuta  entro  un 
sarcofago  di  terrarotta,  quasi  a fior  di  terra;  e 
cif»  pcrchc  cssemlo  il  luogo  del  sotterramento  a 
declivio,  coll'andare  dei  tempi  le  acque  scorrendo 
sopra  la  terra  che  la  coprivano,  ne  trasportarono  la 
tnaggior  parte.  Mel  Dicembre  1891  ccrto  Caruso 
Mattco  rinvenne  la  mano  sinistra  che  mancava  a 
detta  statua  c che  cra  rotta  e dispersa  dai  sco- 
pritori.“  Die  .Statue  von  0.85  Höhe,  also  reichlich 
halber  Lcbcnsgrösse,  ist  fast  vollständig  erhalten, 
denn  die  Arme  und  der  1.  Unterschenkel  fehlen 
nur  auf  der  Photographie,  weil  diese  Glieder  noch 
nicht  wieder  an  den  Rumpf  angesetzt  sind  und 
getrennt  im  Museum  lagen.  Gebrochen  uud  ver- 
loren sind  nur:  die  vordere  Hälfte  des  r.  Kusses, 
j die  vorderen  Fingergeienke  der  r.  Hand.  Ausser- 
dem felden  folgende  ursprünglich  au»  anderem 
Material  angesetztuu  Teile:  die  Attribute  der 
Hände,  die  Ilaarbinde,  fiir  welche  ira  „Krobylos“ 
eine  Höhlung  freigelasseu  ist,  und  die  Augslorne. 
Die  r.  Ilaud  war  vorgestreckt,  ihre  innere  Fläche 
nach  oben  gedreht;  die  Fingerhaltung  lässt  deut- 
lich erkennen,  dass  sic  eine  Schale  hielt.  Mehr 
gesenkt  war  der  I.  Arm.  Die  ungewöhnlich  kleine 
Hand  mit  scharf  angegebenen  Nägeln  hielt  ein 
»tabförmiges  Attribut  von  geringer  Dicke  gesenkt; 
das  Attribut  war  in  einem  runden  Loch  in  der 
inneren  Handfläche  befestigt.  Dieser  Gegenstand 
kann  wohl  kaum  etwas  anderes  gewesen  »ein  als 
ein  Zweig.  Am  Kuss  des  1.  Standbeins  befindet  »ich 
der  Zapfen  zur  Befestigung  mit  der  Basis  unter- 
halb der  Ferse,  am  Spielbein  dagegen  in  der 
Höhlung  de»  Fnsses.  Nicht  bloss  die  Augäpfel, 
auch  die  Atighraucn  sind  mit  Bein  eingesetzt  Im 
Innern  der  Statnc  steckt,  wie  dies  bei  archaischen 
Grcssbrouzen  da»  Gewöhnliche  ist,  nocli  der 
Thonkern. 

Mit  der  durch  die  Fingcrhaltung  indicicrtcu 
Ergänzung  stimmt  min  die  Statue  vou  Sclinunt 
auffällig  mit  dem  Münzlypus  dei  Stadt  (abg.  Hcad 


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64 Taormina.  Madrid  Petersburg.  Nachträge 


Guide  Tat".  17  No.  32)  überein,  dem  opfernden  Flnss- 
gott,  der  durch  die  üeischrift  bald  als  llypsas, 
bald  als  Srliims  bezeichnet  wird.  Wenn  der  .Statue 
das  charakteristische  Attribut  des  Flusagottes,  die 
Hörner,  fehlen,  so  will  ich  nicht  daran  eriunern, 
dass  Sclimis  auch  auf  den  Münzen  einmal  1111- 
gehörnt  dargestellt  ist  (No.  19  im  Verzeichnis  bei  j 
lienndorf,  Metopen  S.  75),  vielmehr  hat  es  gar 
keine  Schwierigkeit,  wenn  man  einmal  die  Coui- 
hination  von  Statue  und  Miinztypus  gelten  lässt, 
sich  die  lliirocr  zusammen  mit  der  tlaarbinde  an- 
gesetzt  zu  denken  wie  auf  den  Münzen  von  (lela 
llead  Taf.  16  No.  24.  Bei  einer  Statue,  an  welcher 
so  vielerlei  angestückt  ist,  wären  sie  auf  keinen 
Kall  zusammen  ndt  dem  Kopfe  gegossen  worden. 

1 lass  die  Statue  in  einem  Thousarkophag  gefunden 
wurde,  Hesse  sich  doch  nur  dadurch  erklären,  dass 
sic  etwa  vor  hcranzichendeu  Feinden  verborgen 
werden  sollte.  Also  auch  die  Kuuduuistäude  weisen 
daraufhin,  dass  in  der  Statue  eines  der  wichtigsten 
(lütterbilder  der  Stadt  vorliegt,  das  man  als 
.■tneäoij/tor  n'/f  nuiton  auf  die  Münzen  setzte. 

Erwähnt  iBt  die  Statue  von  Kurtwängler  j 
Meisterwerke  S.  77  Aum.,  welcher  aie  der  Schule 
des  Kritius  und  Ncsiotcs  zuschreibt,  aber  hiuzu- 
setzt,  die  Bronze  erscheine  etwas  altertümlicher 
als  der  Knabe  von  der  Akropolis.  Dieses  .alter- 
tümlicher* würde  ich  stärker  betonen;  die  Bronze 
ist  wesentlich  unreifer  als  was  mit  Sicherheit  von 
jenen  Künstlern  herrührt,  auch  wesentlich  be- 
fangener als  z.  B.  der  Aktaion  auf  der  Metopc. 

Taormina,  Museo. 

573.  574.  Kopf  des  .Apollon“,  abg. 
Arch.  Ztg.  1878  Taf.  1;  Overbeck  Atlas  z KM 
Taf.  20  No.  4 und  5,  Text  III  S 131.  Koepp,  62. 
Herl.  Winckelmannsprogr.  p.  24.  Die  l’hoto- 
graphie,  welche  wegen  der  gelben  Flecken  des 
Originals  und  der  schlechten  Beleuchtung  iiu 
Museum  nicht  gut  gelang,  genügt  dennoch,  uw 
zu  zeigen,  wie  verfehlt  die  übliche  Benennung 
dieses  Kopfes  ist.  Dass  es  vielmehr  ein  Frauen- 
kopf ist,  zeigen  die  zwei  ringförmigen  Einschnitte 
im  Hals,  mehr  noch  die  Schwäche  des  Halses  im 
Ycihältnis  zur  Geeichtsbreitc.  Der  Kopf  war, 
wie  auch  Kckulc  bemerkte,  zum  Einsetzen  in  eine 
Statue  bestimmt ; aber  nicht  bloss  der  untere  Hals- 
nhschintt  ist  für  diesen  Zweck  hergerichtet,  auch 
der  hintere  Teil  des  Kopfs  ist  regelmässig  mit 
dem  Spitzclscn  zugchaucn.  Bis  zu  dem  wahren 
Schädelkoutur  fehlt  ein  so  beträchtliches  Stilek, 
dass  auch  der  üpp'gstc  Kranz  diesen  Mangel  nicht 
verdecken  könnte.  Wenn  der  Uiuterkopf  keil- 


förmig zugehaueu  ist,  so  erklärt  sich  die»  nur 
daran«,  dass  die  Büste  bestimmt  war,  in  eine 
■Statue  eingesetzt  zu  werden,  bei  welcher  das 
Himatiou  über  den  Kopf  gezogen  war.  In  der 
Tracht  liegt  ein  weiterer  Beweis  für  das  weib- 
liche Geschlecht  der  dargcgtclltcn  I’ersou.  Ein 
Namen  lässt  sich  ihr  aber  nicht  geben. 

Madrid. 

575  und  576.  Hübner  10.  Kopf  der  Atliena 
Parthenos.  Durch  diese  beiden  Aufnahmen  er- 
ledigt sieh  die  schon  von  Kurtwängler,  Meister»', 
p.  21  und  90  bekämpfte  Ansicht  Graf s,  dass  das 
Gesicht  der  Parthenos  schmal  gewesen  und  in  den 
nieistcu  römischen  Kopieeil  nur  vergröbert  worden 
sei,  und  dass  uns  in  einem  schönen  Athcna-Kopf 
des  Museums  zu  Neapel  die  beste  Kopie  der  Par- 
thenna erhallen  sei  (Aus  der  Auomia  1890  p.  61  ff. 
T.  1,  2).  Die  bblier  verbreitete  Photographie  der 
Madrider  Figur  täuschte  durch  die  Dreiviertcls- 
wendung  des  Gesichtes.  Vgl.  No.  301  u.  302. 

Petersburg,  Sammlung  Stroganoff. 

577  und  578.  Vorder-  und  Rückseite  der 
bronzenen  Wiederholung  des  Apollo  vom 
Belvedere.  Diese  seit  längerer  Zeit  bereits  im 
Besitze  der  Verlagsanstalt  Bruckmann  befindlichen 
Abbildungen,  die  wir  mit  gütiger  Genehmigung 
S.  E.  des  Herrn  Grafen  Sergci  Stroganoff'  ver- 
öffentlichen, werden  willkommen  sein,  auch  nach- 
dem Fnrtwänglcr  (Meisterwerke  p.  659  ff)  mit 
Gründen,  die  mich  überzeugt  hallen,  den  moder- 
nen Ursprung  der  Petersburger  Bronze  naehge- 
wiesen  hat 

-=-<*•>- 

Nachtrage. 

Die  am  Beginne  dieses  Unternehmens  ausgo- 
sprochne  Bitte,  durch  Mitteilung  abweichender 
Ansichten  oder  t hatsächlicher  Verbesserungen 
unsere  Textheftc  zu  einer  Art  von  »Spreclisaal  für 
die  das  t ’orpus  Statuarmu  betreffenden  Fragen 
gestalten  zu  wollen,  ist  leider  bisher  so  gut  wie 
erfolglos  geblieben.  Wir  suchen  den  Hauptgrund 
hierfür  nicht  in  Interessehwigkeit  oder  Egoismus, 
sondern  in  der  »Scheu  der  meisten  Fachgenossen, 
Ansichten  zu  äuasern,  für  die  sie  keine  iintmi- 
stössliehcn  Beweise  beizubringen  im  »Stande  sind. 
Stilkritischc  Untersuchungen  aber,  denen  unsere 
Blätter  ja  zunächst  gewidmet  sein  sollen,  gelangen 
überhaupt  nur  in  ganz  seltenen  Fällen  zu  positiven, 
unbestreitbaren  Resultaten,  und  Wissen,  Blick  und 


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Nachträge.  55 


Feingefühl  des  Urteilenden  müssen  zwingende  Be- 
weisführungen hier  zumeist  ersetzen  Unter  diesem 
Gesichtspunkte  erneuern  wir  unsere  Bitte  an  die- 
jenigen Fachgenossen,  die  eingehenden  plastischen 
.Studien  obliegen,  in  der  Hoffnung,  dass  durch 
lebhaft  geführte  Discnssionen  über  die  streitigen 
Punkte,  durch  Ablehnung  oder  Annahme  unsrer 
in  Vorschlag  gebrachten  Beurteilungen  sich  all- 
mählich ein  gewisser  Consensus  gentium  einstellen 
wird,  auf  Grund  dessen  die  Inangriffnahme  der 
abschliessenden  Redactionsarbeiten  für  die  end- 
giltige  Herausgabe  lies  Corpus  Statuarum  möglich 
sein  wird.  — Berichtigungen  zu  Teil  II  der  ersten 
Serie  sind  nur  von  Herrn  Dr,  Paul  Herrmann  in 
Dresden  eingolanfen,  dessen  Hilfsbereitschaft  zu 
gedenken  der  „ Einzel  verkauf  “ bereits  mehrfach 
erwünschte  Gelegenheit  gehabt  hat. 

Zu  No.  152  und  153:  P.  Herrmann  im  Arch. 
Anz.  1894,  p.  172,  No.  S. 

Zu  No.  164  und  165:  P.  Herrmann  im  Arch. 
Anz.  1894,  p.  171,  No.  5. 

Zu  No.  172:  Joh.  Dragendorff,  de  vasculis 
Romanorum  rubris,  Diss  Bonn.  1894,  These  VII, 
will  die  Statue  in  Verbindung  mit  dem  Künstler 
der  sog.  Venus  genetrix  oder  einem  seiner  Nach- 
folger bringen.  Mehr  als  zeitliche  Verwandtschaft 
zwischen  beiden  Werken  kann  ich  nicht  zugeben. 

Zn  No.  183:  vgl.  oben  Bulle  zu  No.  336. 

Zu  No.  184 : P.  Herrmann  im  Arch.  Anz.  1894, 
p.  169,  No.  1. 

Zu  No.  226 : über  die  dasetbst  als  Replik  der 
„Sappho“  Albani  erwähnte  Statue  Neapel  Inv. 
6399  = Clarac  506  A,  1026  A vgl.  jetzt  Ainelung 
zu  No.  497.  Ebenda  über  die  Datierung  der 
Athene  Giustiniani. 

Zu  No.  228—230:  P.  Herrmann  im  Arch.  Anz. 
1894,  p.  172. 

Zn  No.  236:  Herrmann  äussert  Zweifel  an 
der  Echtheit  des  Reliefs,  die  mir  beachtenswert 
scheinen.  „Die  seitlichen  Pilaster  mit  ihrem 
Rankcnomament,  der  Schild  links  mit  dem  merk- 
würdigen Gorgoneion,  die  sonderbare  Stnictnr 
de»  Altars,  der  auffallend  kleine  Mann,  der  das 
Schwein  opfert,  die  grossen  Köpfe,  dto  ganze 
Technik  in  iler  Behandlung  der  Gesichter  und 
Gewänder  berühren  fremdartig.“  Ich  habe  das 
Original  seither  nicht  wiedergesehen. 

Zu  No.  237  und  238:  ilcydcinanu,  Mitt.  aus 
d.  Antikcnsamml.  Otter-  und  Mittelitalieus  p.  104, 
N<».  456. 


Zu  No.  245  und  246:  Zur  Datierung  dieser 
Herme  ist,  falls  man  ihn  nicht  erst  später  ein- 
graviert hat,  der  nach  Schreiber  Nr  8 an  der 
Rückseite  des  Pfeilers  unten  eingeritzte  Buchstabe 
E,  von  welchem  genaues  Facsiiuile  erwünscht  ist, 
zu  verwerten. 

Zu  No  256  und  276:  Herrmann  wirft  die 
Frage  auf,  ob  nicht  statt  Apollons  vielmehr 
Dionysos  gemeint  sein  könne  Die  den  Apollon 
charakterisierenden  Attribiitesindsämtiich  modern. 

Zu  No.  257 : Herrmann  widerspricht  meiner 
Behauptung,  die  Athene  I.ttdovisi  sei  Repliken- 
variante der  sog.  barberinischen  Hera.  Die 
Gcwandanorilnung  ist  zwar  in  den  grossen 
Zügen  entsprechend,  im  feineren  Detail  aber 
mehrfach  verschieden.  „Der  Schlangcnnaum 
der  Aegis  — ein  Schlangenkopf  aus  jeder  Spitze 

— ist  archäologisch  zu  treu,  zu  sehr  im  Stil  des 
5.  Jahrhunderts,  als  dass  ein  Kopist  dies  gefunden 
halten  sollte.  Der  umgesehtagno  Acgisrand  findet 
sieh  'schon  bei  der  „„Eetnnia““,  wenigstens  auf 
dem  Rücken,  bei  der  auch  sebou  der  Aegis- 
sclilangcnaauin  in  die  jüngere  Form  übergeht.“ 
Ich  beabsichtige,  das  Thema  „Kopistenvariante 
oder  Weiterbildung  eines  älteren  Typus“  in  grös- 
serem Zusammenhänge  zu  behandeln. 

Zu  No.  264.  Der  Kopf  der  Jaeobscnschcn 
„Demeter “Statue  sowie  die  I.  Hand  mit  dem  Strausse 
sind,  wie  ich  im  Sommer  1894  genau  constatiert 
habe,  modern,  die  auf  das  Altertum  beider  basierten 
Schlüsse  danach  hinfällig. 

Die  Nummern  151, 167  und  158,  163,  166 — 170, 
183,  186  und  187,  die  photographisch  aufgenommen 
wurden,  als  sie  sich  nocli  im  Kunathandcl  be- 
fanden, sind  inzwischen  in  die  Glyptothek  Ny- 
t'arlsbcrg  des  Herrn  Carl  Jacobson  in  Kopenhagen 
übergegangen,  die  Nummern  152  und  153,  164 
und  165,  184  in  das  K.  Albertinum  in  Dresden 

— in  Folge  ihrer  Publication  im  K-V.  Es  sind 
dies  beinahe  die  Hälfte  der  von  uns  aus  dem 
Kunsthandcl  veröffentlichten  Antiken.  Wir  er- 
blicken in  dieser  Thatsache  einen  Beweis  für  die 
Nützlichkeit  unseres  Unternehmens  auch  für 
Museen  und  Sammler.  Wir  hoffen,  in  jeder  der 
folgenden  Serien  einen  Teil  der  Blätter  für  Nova 
aus  dem  Kiinstliandcl  reservieren  zu  können, 
und  erbitten  auch  nach  dieser  Richtung  hin  diu 
Unterstützung  der  Fachgenossen  durch  Mittei- 
lungen und  Übersendung  von  Photograpiiicn  oder 
Negativen. 


— 4— 


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FA  4U2.1 


VERLAGSANSTALT  F.  BRÜCKMANN  A.-G.  IN  MÜNCHEN. 


Photographische  Einzelaufnahmen 


ANTIKER  SCULPTUREN. 


Nach  Auswahl  und  mit  Text 


Paul  Arndt  und  Walther  Amelung. 


Serie  III. 


Mit  Beiträgen  von  H.  Bulle,  A.  Flasch,  H.  G raeven.  Fr.  Hauser,  F.  Freiherrn 
Hlller  von  Gflrtring-en,  E.  Petersen,  Br.  Sauer,  A.  Schiff. 


Preis  2 Mark. 


MÜNCHEN  1897. 


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Bezugsbedingungen : 

Diese  Puhlication  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen , weder  iiu  Abonnement 
noch  in  einzelnen  Blattern,  sondern  ausschliesslich  direct  von  der  Verlagsanstalt 
Bruckmann  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes 
des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  übernommen  hat,  ohne 
daraus  ein  eigentliches  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfasst  278  Nummern,  davon 

8 Blatt  im  Format  von  24  : 30  cm  zu  1 Mark 

25  , „ * » 18:24  , , 80  Pfennigen 

245  . , . , 13:18  „ „ 50 

Die  zweite  Serie  (No.  279  —578)  enthalt  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu 
50  Pfennigen. 

Die  dritte,  vorliegende  Serie  (No.  579—900)  enthalt  322  Blatt  in  Cabinetformat 
zu  50  Pfennigen. 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermässiguug  von  20  % auf  die  vorgenannten 
Preise  ein,  sodass  die  ersten  beiden  Serien  je  120  Mark,  die  dritte  Serie  128  Mark 
80  Pfennige  kostet. 

Von  der  vierten  Serie  ab  werden  regelmassig  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu 
50  Pfennigen  (Abonnementspreis  der  Serie  120  Mark)  erscheinen. 


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Um  die  durcli  Ankauf  der  grossen  Monumentalpublicationen  der  letzten  Jahre 
sehr  in  Anspruch  genommenen  Kassen  der  Museen  und  Bibliotheken  nicht  allzu  stark 
anzugreifen,  halten  wir  das  Erscheinen  der  dritten  Serie  unseres  „Einzelverkaufes“ 
mit  Altsicht  etwas  hinausgeschoben.  Dass  wir  die  Blätterzahl  über  den  gewöhnlichen 
Umfang  von  300  ausgedehnt  halten,  um  mit  Abschluss  dieser  Serie  die  Zahl  900  zu 
erreichen  und  von  nun  an  in  jeder  Serie  ordnungsgemäss  das  gleiche  Quantum  von 
Photogrnphieen  nur  in  Cabinetformat  zu  veröffentlichen,  wird  hoffentlich  die  Billigung 
unserer  Abonnenten  finden.  Mehrfachen  Anregungen  folgend  werden  die  Kopieen 
von  jetzt  ab  auf  starkem  I’apier,  das  sich  nicht  rollt,  hergestellt,  so  dass  das  Auf- 
ziehen derselben  auf  Carton  nicht  mehr  unbedingt  erforderlich  ist.  Um  den 
Anteil  der  einzelnen  Mitartieiter  auseinander  zu  halten,  wird  von  dieser  Serie  ab 
jeder  Beitrag  mit  dem  Namen  des  Verfassers  bezeichnet.  Die  Photographieen  der 
Nummern  579—734,  739 — 744  sind  von  P.  Arndt,  756  , 806 — 810,  819,  883—895  von 
H.  Bulle,  754,  755,  757 — 760,  762  — 764,  818  von  Er.  Hauser,  735  — 737  von 
A.  Schiff,  745—750,  752,  753,  761,  823 — 827  von  Jan  Six,  738  von  J.  Str/ygowski, 
774  — 805,  811  — 817,  820  und  821  vom  Photographen  G.  Luchetti  in  Rom, 
765 — 773  vom  Photographen  Giustino  Lembo  in  Neapel,  822  von  Alinari  in  Florenz, 
751  vom  Photographen  Nöhring  in  Lübeck,  896  — 898  von  Amsler  und  Ruthard 
in  Berlin.  899  und  900  von  einem  Basler  Freunde  unseres  Unternehmens,  828 — 882 
von  der  Verlagsanstalt  Bruckmann  hergestellt  worden.  Die  Photographieen  der 
Herren  Hauser,  Schiff,  Six,  Strzygowski  sind  unserer  Publication  als  Geschenk  zu- 
gestellt worden,  ebenso  die  Aufnahmen  von  Amsler  und  Ruthard  durch  Herrn  Hiller 
von  Gärtringen,  die  Basler  Negative  durch  Herrn  Prof.  J.  J.  Bernoulli.  Einiges  haben 
ferner  die  beiden  Herausgelier,  sowie  Herr  Dr.  H.  Bulle  geschenkweise  bei- 
gesteuert. Für  Beschaffung  der  Photographie  Nr.  751  sind  wir  Herrn  Prof,  von  Duhn 
in  Heidelberg  zu  Dauk  verpflichtet.  Von  Serie  IV  ab  ist  die  Verlagsanstalt  Bruck- 
mann imStande,  für  jedes  zur  sofortigen  Verwendung  geeignete  Glas- 
negativ des  Formates  ,s,i8  die  Summe  von  4 Mark  zahlen  zu  können.  Eine  Hono- 
rierung der  Herausgeber  und  Mitarbeiter  ist  bisher  leider  noch  nicht  möglich  gewesen. 

Als  neue  Abonnenten  sind  unserem  Unternehmen  zugetreten: 

In  Deutschland: 

Miss  Eugenie  Seilers  in  München. 

Ein  ungenannter  Gönner  in  Stettin. 

In  England: 

British  Museum,  Dept.  of  Greek  and  Roman  Autiquities  iu  London. 

1* 


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In  Frankreich: 

Bibliothöque  de  l'Institut  national  de  France  in  Paris. 

Herr  Salomou  Reinach  in  St.-Gerraain-en-Laye. 

In  Griechenland: 

L'Ecole  frangaise  in  Athen. 

In  Rufsland: 

Kaiserl.  Universität,  Museum  der  Altertümer  iu  St.  Petersburg. 

In  Schweden: 

Herr  I)r.  Lennart  Kjellberg  in  Upsala, 

so  dass  die  Gesammtzahl  der  Abonnenten  jetzt  38  1* trügt.  Durch  Abnahme  einzelner 
Blätter  ha!>en  unsere  l’ublieation  unterstützt: 

In  Amerika:  The  Bryn  Mawr  College  j Mr.  R.  C.  Bosauquet.  Alnwick. 

Library.  Bryn  Mawr.  Pa.  In  Halle  a./S. : Herr  I)r.  C.  Wemicke. 

The University  of Chicago, Chicago,  III.  In  Königsberg:  Herr  Gynwasialdirector 
Miss  A.  M.  Stetson,  Bangor,  Maine.  | Prof.  Dr.  Grosse. 

Iu  Braunschweig:  Frl.  Mathilde  Vier-  In  München:  Herr  Prof.  I)r.  A.  Furt- 

thaler.  ! wüngler. 

In  England:  Mr.  G.  V.  Harding,  Lewes.  Herr  Dr.  Albr.  Stauffer. 

Sussex.  j Iu  St.  Gallen:  Herr  Prof.  I)r.  A.  Dick. 

Allen  diesen,  sowie  den  olien  genannten  Herren,  die  unsere  Pläne  durch  selbst- 
lose  Mitarbeit  oder  Abtretung  von  Negativen  gefördert  haben,  sowie  den  Vorständen  der 
einzelnen  Museen  und  den  Besitzern  der  Privatsammlungen,  in  denen  wir  unsere  Arbeiten 
haben  vornehmen  dürfen,  sagen  wir  auch  an  dieser  Stelle  unseren  verbindlichsten  Dank. 

Von  ausführlicheren  öffentlichen  Besprechungen  unserer  I’ublication  sind  uns 
zu  Gesicht  gekommen  die  Recension  von  H.  L.  Urlichs  in  den  Blättern  für  das  baye- 
rische Gymnasialschulwesen  XXXII,  p.  6%  ff.,  sowie  diejenige  von  Salomon  Reinach 
in  der  Revue  critique  vom  23.  December  1895,  p.  471  ff.  Fis  sei  uns  gestattet,  einige 
irrtümliche  Behauptungen  der  letzteren  richtig  zu  stellen.  Unser  Plan  war  von 
Anfang  an,  in  jeder  Serie  300,  nicht,  wie  Reinach  angiebt,  500  Blatt  zu  veröffent- 
lichen. Mit  bibliographischen  Citaten  sind  wir.  um  uns  nicht  in  endlosen  Arbeiten 
zu  zersplittern,  möglichst  sparsam  und  geben  nur  das  Notwendigste  an.  Vollständige 
Litteraturaufführungen  gehören  iu  das  dereinstige  Corpus  StatUarum,  und  auch  dort 
wird  eine  verständige  Beschränkung  geboten  sein.  Für  unsere  nächsten  Zwecke  — 
Einreihung  des  einzelnen  Stückes  in  den  historischen  Gang  der  Stilentwicklung  — ist 
oft  die  Citierung  einer  guten  Giraudonschen  oder  Alinarischen  Photographie  von 
grösserem  Nutzen  als  die  Erwähnung  einer  schlechten  I’ublicatiou.  die  für  Stilkritik 
nichts  lehrt  und  keine  sachlichen  Angaben  von  Wichtigkeit  bringt.  Vor  Allein  ver- 
lange man  nicht,  wie  dies  S.  Reinach  thut,  dass  wir  die  in  den  Katalogen  z.  B.  von 
Dütschke  oder  Matz-Duhn  gebrachten  Litteraturangaben  nochmals  wiederholen.  Die 
Mehrzahl  der  von  Reinach  als  fehlend  aufgeführten  Citate  steht  in  diesen  Katalogen 
liereits  verzeichnet.  — Was  die  Qualität  der  Photographieen , die  wir  bringen , an- 
belangt, so  verlange  man  auch  da  nichts  Unbilliges.  Der  grösste  Teil  derselben  wird 
von  uns  Gelehrten,  also  Dilettanten,  hergestellt,  da  die  Einkünfte  aus  unserer 


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Publikation  noch  nicht  gestatten,  kostspielige  Negative  von  Berufsphotographen  in 
grösserer  Zahl  nusführen  zu  lassen.  Von  Dilettnntenphotogrnphieen  aber  darf  man, 
wenigstens  in  schwierigen  Aufnahmefilllen , nicht  Leistungen  ersten  Ranges  erwarten. 
Das  Eine  glauben  wir  behaupten  zu  dürfen : dass  sellwst  die  schlechteren  unserer  Auf- 
nahmen bessere  Dienste  für  die  Wissenschaft  leisten,  als  die  früher  üblichen  Reproduk- 
tionen durch  Küustlerhaud.  — Bei  der  vorliegenden  Serie  war  es  ein  besonderer  unglück- 
licher Umstand  für  den  die  Photographieen  ausführenden  Gelehrten,  dass,  nachdem  die 
aus  Deutschland  mitgebrachten  Platten  zu  Ende  gegangen  waren,  in  Athen  im  Hoch- 
sommer nirgends  gute  Platten  aufzutreilien  waren,  so  dass  man  gezwungen  war,  sich  mit 
minderwertiger  Waare  zu  behelfen.  Des  Weiteren  hat  der  Mangel  an  frischem  Wasser 
in  dieser  Jahreszeit  es  verschuldet,  dass  ein  grosser  Teil  dieser  au  sich  bereits  mangel- 
haften Negative  jetzt,  nach  mehr  als  Jahresfrist,  gelb  geworden  ist.  Besonders  gute 
Kopieen  sind  von  diesen  Negativen  natürlich  nicht  zu  erzielen  gewesen.  Wir  schildern 
diese  Übelstiinde  ausführlich,  um  nicht  wiederum  dem  Vorwurfe  ausgesetzt  zu  werden, 
wir  Hessen  die  Auslieferung  ungenügender  Photographieen  Seitens  des  Verlegers 
ungerügt  geschehen.  — Dass  wir  in  eine  Puhlication , die  das  Corpus  Statuarum 
vorbereiten  soll,  auch  einige  Gegenstflnde  der  Kleinkunst  aufgenommen  haben,  liedarf 
wohl  keiner  l>esonderen  Rechtfertigung*). 

München  und  Rom,  Februar  1897. 


Paul  Arndt. 
Walther  Amelung. 


*)  Im  letzten  Augenblicke  vor  Abschluss  der  Drucklegung  kommt  uns  Band  I von  Salomon 
Keinuchs  „Repertoire  de  la  statuaire  grecque  et  rnmainc“,  Paris,  I.eronx , 1897,  zu  Händen,  wo  in 
der  Einleitung  aueh  unserer  Publication  gedacht  wird.  Ohne  den  praktischen  Wert  dieser  nach- 
ahmenswert billigen  Beinachschen  Unternehmung  für  bestimmte  statistische  Arbeiten,  aber  auch  nur 
für  solche,  zu  unterschätzen,  müssen  wir  doch  betonen,  dass  für  stilistische  Untersuchungen,  auf 
denen  der  Fortschritt  unserer  Wissenschaft  in  erster  Linie  beruht  und  auf  deren  liesnltaten  das 
Corpus  Statuarum  sich  anfhauen  wird,  Utnrisszcichnungen,  wie  die  von  Reinach  gebotenen,  nur 
geringen  Wert  besitzen.  An  der  Durchführbarkeit  des  Corpns  Statuarum  aber  deshalb  zu  ver- 
zweifeln, weil  die  Zahl  und  das  Volumen  der  für  dasselbe  aiiszuffihrendcn  Photographieen  unbequem 
gross,  ihre  Anordnung  schwierig,  ihr  Preis  nicht  unbeträchtlich  ist  — das  heisst  doch  wahrhaftig 
die  Flinte  zu  rasch  ins  Korn  geworfen!  Den  Vergleich  unserer  Thätigkeit  mit  der  von  Berufs- 
photographen, wie  Alinari,  Ciraudon,  lehnen  wir  höflich  dankend  ab. 


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Triest. 

11  rauseo  civico  di  antichita  di  Triestc.  In- 
formazione  di  Carlo  Kunz  con  note  illustrative 
del  lapidario  triestino  del  Dr*  Carlo  Grego- 
rutti.  Trieste,  G.  Balestra  e C.,  1879. 

Museo  lapidario. 

579.  Weibliche  Statue.  Aus  Aquileja. 
Hoch  0,85.  Das  Material  schien  mir  weifscr 
Marmor,  der  stark  durch  Feuchtigkeit  gelitten 
hat  Dargestellt  ist  ein  Mädchen  in  flatterndem 
Gewände,  das  eine  Amphora  oder  Hydria  auf  der 
I.  Schulter  trägt.  Der  1.  fehlende  Arm,  der  be- 
sonders eingesetzt  war,  hielt  offenbar  das  Gefäss.  i 
Der  r.  bis  zum  Ellenbogen  erhaltene  Arm  ging 
abwärts.  Das  1.,  aus  dem  Gewände  nackt  her- 
austretende Bein  ging  vor.  Der  Kücken  scheint 
von  unterhalb  der  Gurtung  an  besonders  an- 
gestückt gewesen  zu  sein.  Oberhalb  der  Gür- 
tung  ist  eine  grosse  viereckige  Eintiefung, 
wie  für  ein  anzusetzendes  Marmorstück,  und  , 
innerhalb  dieser  ein  tiefes  Dübelloch.  Ich 
konnte  mir  Angesichts  des  Originales  diese  ( 
Zurichtung  nur  so  erklären,  dass  Flügel  aus 
Marmor  angestückt  waren.  Ein  geflügeltes  Mäd- 
chen mit  einem  Gefässe  auf  der  Schulter  wird 
man  am  passendsten  wohl  Eos,  Aurora  benennen, 
die  Göttin  der  Morgenröte,  die  den  Thau  auf  die 
Wiesen  giefst  (vgl.  das  strengrotfig.  Vasenhild  bei 
Koscher,  mythol.  Lexikon  s.  v.  Eos  Sp.  1257  f.). 
Eine  ehemalige  Verwendung  der  Statue  als 
Brunnenfigur  habe  ich  nicht  mehr  feststellen 
können.  Nach  Carlo  Gregorutti,  le  antiche  lapidi 
d'Aquileja  (Triest  1877),  p.  5 ff.  wurde  die  Statue 
in  der  Nähe  der  Grabinschrift  C.  J.  L.  V,  8307 
gefunden,  welche  von  einem  collegium  der  aqua- 
tores  Feronienses  (vgl.  Koscher,  mythol.  Lexikon 
s.  v.  Feronia  Sp.  1478)  errichtet  worden  ist,  und 
trägt  deshalb  im  Museum  die  Inschrift  „la  dea 


Feronia  in  forma  di  ninfa  acquntica“  — soviel 
ich  sehen  kann,  ohne  zwingenden  Grund,  da 
Zusammengehörigkeit  von  Statue  und  Inschrift 
nicht  erwiesen  sind.  War  es  ferner  in  römischer 
Zeit  üblich,  auf  Grabcippen  Götterstatuen  auf- 
zustellen? Das  Gefass,  das  die  Figur  trägt,  würde 
nicht  gegen  eine  Darstellung  der  Feronia  sprechen, 
welche  sich  aus  einer  ursprünglichen  Gottheit 
des  Wolken wassers  zur  Getreidegöttin  ent- 
wickelt zu  haben  scheint  (vgl.  Koscher  a.  a.  0. 
Sp.  1481).  — Stilistisch  gehört  das  Vorbild  der 
Figur  an  das  Ende  des  5.  Jahrb.  Mit  der  Nike 
des  Paionios  hat  sie  noch  das  Anliegen  des  Ge- 
wandes an  Hauch  und  Oberschenkeln  und  das 
Heraustreten  des  nackten  1.  Beines  gemeinsam. 
Die  Behandlung  des  Chitonüberfalles  unterhalb 
der  Brust  erinnert  an  die  gleichen  Partieen  an 
der  einen  Nereide  von  Epidauros  (Brunn -Bruck- 
mann Taf.  19).  Arbeit  decorativ,  Erhaltung 
schlecht.  (Arndt.) 

580.  Nack  ter  männlicher  Torso.  Hoch 
0,88.  Der  1.  Kopfnicker  angespannt;  der  Kopf 
war  etwas  nach  der  r.  Schulter  hin  gewendet.  An 
der  linken  Hüfte  und  dem  Oberschenkel  scheint 
der  Stammansatz  ausgebrochen  zu  sein.  Auch 
das  Schamliaar  ist  ausgebrochen.  Das  1.  Bein 
i scheint  das  Standbein  gewesen  zu  sein.  Nach 
dem  noch  erhaltenen  Armansatz  zu  urteilen,  ging 
i der  r.  Arm  über  die  Brust  vor:  eine  Bewegung, 
die  für  die  Ergänzung  des  Torsos  zu  einem 
Apoxyomenog  spricht.  Über  die  einstige  Richtung 
des  1.  Armes  lässt  sich  nicht  mehr  urteilen.  Für 
einen  Apoxyomenos  passen  auch  die  etwas  nach 
! vorn  zusammengescliohenen  Schultern.  Vgl.  den 
Berliner  Torso  470,  das  athenische  Grabrelicf 
I Le  Bas-Reinach  pl.  62,  2 (Kavvadias  888)  und 
' die  bei  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  470  f.  ab- 
gebildeten Gemmen;  hei  allen  diesen  Stücken 
schabt  der  Athlet  mit  der  Rechten,  wie  am 
Triestiner  Torso,  während  der  lysippische  Apoxyo- 


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8 


Triest. 


menoM  sowie  der  unten  unter  No.  722  veröffent- 
lichte Torso  des  athenischen  Nationalmuseums 
die  Strigilis  in  der  Linken  hält.  Nur  die  Blick-  i 
rieht  ung  an  der  Triestiner  Statue  — von  dein  zu  | 
reinigenden  Arme  weg  — hat  hei  der  Ergänzung  I 
zu  einem  Apoxyomenos  etwas  Auffälliges,  Ge-  | 
zwungenes.  — Die  Muskel hehandlung  des  Torsos  j 
sowie  die  Form  des  Hauchahschlusses  verweisen 
die  Figur  in  den  polvkletischen  Kreis.  „Fecit 
Polyclitus  destringentem  se.“  Overheck  S-Q  962. 
Furtwftngler,  Meisterwerke  p.  471.  Gute  und  aus- 
drucksvolle Arbeit,  Der  Klicken  wenig  detailliert. 
Katalog  p.  46,  No.  4.  (Arndt,) 

581  und  582.  Statuette  eines  auf  einem 
Felsen  liegenden  Silens.  Hoch  0,48.  Auf  der  , 
Brust  Spuren t wie  es  scheint,  eines  Vollbartes, 
im  Rücken  der  Schweif:  danach  die  Benennung. 
Der  r.  fehlende  Arm  scheint  hochgegangen  zu  , 
sein,  die  1.  Schulter  ist  ganz  ausgebrochen.  Auf 
dem  Felsen,  der  auf  der  I.  Seite  unvollständig  i 
ist,  liegt  ein  Gewand.  Teil  eines  Syinplegmah  von 
Silen  und  Hermaphrodit , wie  das  Dresdner 
Müller- Wieselcr,  Tat.  XL,  No.  474.  Gewöhnliche 
Arbeit.  Katalog  p.  46,  No.  6.  (Arndt) 

583  und  584.  Kopf  des  Dionysos.  Hoch 
ca.  0,30.  Arg  verstossen.  Kranz  (wahrscheinlich 
Epheu)  und,  wie  es  scheint,  Stirnbinde.  An  der 
r.  Seite  des  Kopfes  scheinen  noch  Spuren  einer 
trauhenahnlichen  Frucht  vorhanden  zu  sein.  Nach 
einem  Rest  am  l.  Hals  hatte  der  Kopf  wahrschein- 
lich Schnltcrlockcn.  Schläfenlöckchen.  Der  Kopf 
ist  nach  der  1.  Schulter  hin  gewendet.  Nach  der 
Arbeit  der  Lider  und  der  harten  Führung  des 
oberen  Augenhöhlrandes  möchte  ich,  falls  uns  die 
Kopie  nicht  trügt,  das  Original  des  Kopfes  noch 
n das  o.  Jalirh.  versetzen  und  zwar  in  die  Nähe 
des  Amazonen-Kopfes  vom  Sosikles-Typus  (Furt* 
wängler,  Meisterwerke,  Taf.  XIX  Die  Anbringung 
•der  Schlfffetilöokchen  würde  dann  dem  Kopisten 
zur  Last  fallen  (vgl.  K-V  248-49).  Harte  Arbeit. 
Katalog  p.  47,  No.  7.  (Arndt.) 

585  und  586.  Zwei  Köpfe  in  Hoch- 
relief. Feiner  pentelisrhcr  Marmor.  Der  Kopf 
des  Mannes  hoch  0,23  in,  der  Frau  0,26  m.  Am 
Kopf  des  Mannes  I.  hinten  noch  Reliefgrund. 
Nach  Material,  Maassen  und  Stil  offenbar  zu- 
sammengehörig und  wohl  von  einem  attischen 
Grabrelief  grösserer  Sorte.  Im  Haar  des  Mannes 
ziemlich  weit  nach  vorn  zwei  Stiftlöcher,  für  einen 
Kranz?  Am  Kopf  der  Frau  ist  die  Nase  neu. 
Zwischen  der  Stirnbinde  und  dem  über  das 
Hinterhaupt  gezogenen  Schleier  ist  das  Haar  in 
ein  Netz  gefafst,  das  sich  ganz  ähnlich  wieder- 
findet  an  einem  Kopfe  am  südöstlichen  Aufgange 
des  Capitols,  Matz-Duhu  4088  ■»  Urlichs,  Würz- 


burger Gipse  108  (Phot  von  Gundermann,  Würz- 
burgX  Vier  Stiftlöcher  dienten  wohl  auch  hier 
zur  Befestigung  eines  Kranzes.  Vor  dem  Ohr, 
an  welchem  eine  runde  Scheibe  zum  Schmuck 
befestigt  ist,  eine  Lorke. 

Besonderes  Interesse  verdienen  diese  beiden 
herrlichen  Köpfe,  denen  die  athenischen  Museen 
kaum  Gleiches  ihrer  Art  zur  Seite  stellen  können, 
durch  ihren  Stil.  Der  Kopf  des  Mannes  beweist 
— was  man  für  die  nackte  Figur  schon  aus  der 
Körperhildung  bei  Skopas  und  Praxiteles  ge- 
schlossen bat  — , wie  tiefgehend  der  Kinflufs  der 
polykletischen  Kunst  auf  Attika  war.  Übersetzt 
mau  sich  den  Reliefkopf  in  Rundplastik  und 
denkt  man  sich  den  Bart  hinweg,  so  hat  man 
den  Bruder,  um  ein  Beispiel  zu  nennen,  des 
Neapolitaner  Bronze- Kopfes  Brunn  - Bruckmann, 
Taf.  389  = Furtwängler,  Meisterwerke,  p.  496  f, 
vor  sich.  Wir  werden  dadurch  zur  Vorsicht  ge- 
warnt, derartige  Typen  allzu  sicher  der  pelopon- 
nesischen  Kunst  zuzuschrciben.  Auch  von  dem 
Ostfriese  des  Parthenon  (Michaelis,  Taf.  XIV,  44) 
ist  mir  eine  solche  „polykletische*  Physiognomie 
erinnerlich.  Die  Sammlung  Jarobsen  hat  un- 
längst ein  ausserordentlich  schönes  Votivrelief 
j pentelischen  Marmors,  angeblich  aus  dem  Piraeus, 
erworben,  aus  der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrli.,  auf 
welchem  neben  weiblichen  Figuren  phidiasischen 
Stiles  eine  Jünglingsgestalt  ausgeprägt  polykleti- 
schen Charakters  steht.  Aus  der  gleichzeitigen 
Vasenmalerei  nenne  ich  die  von  Six  in  den  „Bonner 
Studien,  U.  Kekule  gewidmet“,  Taf.  XII,  p.  157  publi- 
cierte  weissgrundige  Lekythos  in  Athen,  auf  der 
der  Kopf  des  Jünglings  nicht  mvronischen  Typen 
(Winter  im  Jahrbuch  d.  J.  1887,  S.  286),  sondern 
vielmehr  dem  Kopfe  des  Diadumenos  des  Polyklet 
i besonders  nahe  steht.  Der  weibliche  Kopf  in  Triest 
hingegen  steht  zwischen  dem  Diadumenos  Farnese 
und  dem  Ares  Borghese,  wohl  näher  nach  dem 
ersteren  hin:  er  hat  manche  Berührungspunkte 
mit  dem  etwas  jüngeren  Grabreliefkopf  in  Lans- 
downe  House  (Michaelis,  anc.  marbles,  p.  437, 
No.  1;  Conze,  att.  Grabreliefs  Taf.  CXVI).  Die 
Entstehung  des  Reliefs  wird  in  die  Jahre  440— 
420  fallen.  Grabreliefs  so  bedeutender  Dimen- 
sionen sind  mir  sonst  aus  jener  Zeit  nicht  bekannt. 
Katalog  p.  48,  No.  8 und  9.  (Anult.) 

587. 

A.  Grableky thoa,  ohne  Hals,  der  Fufs 
neu.  Hoch  0,69.  Sehr  verwaschen.  In  der  Mitte 
eine  n.  I.  sitzende  Frau,  Händedruck  mit  1.  naeh 
r.  stehendem  Manne,  r.  hinter  der  Frau  kleines 
Mädchen.  Ohne  Inschrift.  Attisch.  Unbedeutend. 
Katalog  p.  48,  Nr.  10. 

B.  Fragment  einer  dreiseitigen  Basis. 


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Triest. 


9 


Nur  Reste  von  zwei  Seiten  erhalten.  Hoch  0,61. 
Unten  Rest  eines  Kymations.  Rechts  I.  Fufs  und 
Gewand  einer  vollbekleideten  Frau:  das  über  dem 
Fufs  aufgezogene  Gewandstück  ist  „archaisierend“ 
behandelt.  L.  hingegen  Rest  eines  Togntus,  der 
mir  auf  Monumenten  dieses  „neuattischen“  Stiles 
sonst  unbekannt  ist.  Saubere  Arbeit.  Katalog 
p.  49,  No.  2. 

C-  Männliche  Statuette.  Hoch  0,48. 
Fehlen:  Kopf,  Unterbeine,  r.  Unterarm,  ln  Chiton 
und  Himation,  das  vorn  von  der  r.  Hüfte  unter 
den  1.  Arm  hinaufgezogen  ist.  Rest  einer  Kopf- 
binde auf  der  r.  Schulter.  Stützenansätze  an  r. 
Hüfte  und  r.  Oberschenkel  vom  r.  Arm  und  seinem 
Attribute.  Die  vorgestreckte  L.  hält  einen  Hasen 
oder  ein  Kaninchen  (der  Kopf  fehlt,  Reste  der 
langen  Ohren  auf  dem  Rücken).  Gewöhnliche 
Arbeit  nach  einem  Originale  etwa  des  4.  Jahrh. 
Opferdiener  oder  Angehöriger  eines  Cultus?  Vgl. 
Athen.  Mitt.  1895,  p.  857  f.  und  die  Statue  eines 
Opferdieucrs  mit  Schwein  in  Petworth:  Michaelis, 
auc.  marbles,  p.  618,  No.  53.  Der  Hase  war  u.  A. 
ein  heiliges  Tier  der  Aphrodite,  (»egen  die  Deutung 
auf  einen  Knaben,  der  mit  seinem  Haustier  spielt, 
spricht  die  Kleidung  der  Figur  und  die  feierliche  Art, 
mit  der  sie  das  Tier  trägt.  Katalog  p.  46,  No.  5. 

D.  Relief  mit  Isis.  Hoch  ca.  1,30.  Die 
Inschrift  EQttrto  im  Felde  modern  (vgl.  Conze  in 
den  Sitz.- Ber.  d.  Wiener  Akad.,  pla.il* -hist.  Cln 
1872,  p.  325).  Viel  ergänzt.  Die  L.  hielt  offen- 
bar die  Situla,  die  R.  das  Sistruin.  Schulter- 
locken. Gefranster,  auf  der  Brust  geknoteter 
Mantel.  Von  der  1.  .Schulter  in  der  Diagonale 
abwärts  eine  breite  G ui rl aride.  Vgl.  zu  diesem 
Attribute  E-V  473  und  die  Jünglingsstatue  in 
Konstantiuupel  Reinach  39  (Phot.  Sdbah  u.  Joail- 
lier).  Das  Ganze  offenbar  Grabstein  einer  Isis- 
p rieste  rin  wie  der  athenische  der  Alexandra  (Sybel 
447)  und  der  des  Ktikarpos  und  der  Sophia 
(Le  Bas -Reinach,  pl.  75).  Gewöhnliche  Arbeit 
Katalog  p.  46,  No.  2.  (Arndt) 

588. 

A.  Attisches  Grabrelief.  Hoch  1,07. 
Pentelischer  Marmor.  Neu:  I.  Schulter  der  sitzen- 
den Frau.  — R.  eine  nach  I.  sitzende  Frau,  unter 
ihrem  Stuhle  ein  Spitzhund.  Händedruck  mit 
einein  1.  nach  r.  stehenden  Bärtigen.  Zwischen 
beiden  im  Hintergrund  eine  Frau,  den  r.  Ellen- 
bogen auf  der  I.  Hand.  Der  Kopf  der  sitzenden 
Frau  scheint  antik  (rote  Farbspuren),  ist  aber 
nicht  zugehörig.  Der  Bruch  ist  jetzt  verschmiert; 
Marmor  und  Arbeit  sind  verschieden.  Oben,  auf 
der  die  Seitenpilaster  verbindenden  Leiste,  die 
Inschrift:  KAAY<1IA  HY  PA  A ASt  (?)  MAPA- 
ti&IXfA.  Dieselbe  mufa  von  einer  erneuten  Be- 


nutzung der  Stele  aus  römischer  Zeit  herrtih reu. 
Das  Relief  ist  eine  gute  Handwerksarbeit  des 
: 4.  Jahrh.;  es  erinnert  in  Stil  und  Uoinposition  an 
i das  Grabrelief  des  Thraseas  und  der  Euandria 
I in  Berlin  738.  Katalog  p.  47,  No.  1. 

B.  Grabstele,  von  einer  Palmette  bekrönt. 
| Hoch  0,64.  Pentelischer  Marmor.  L.  ein  de  face 
I stehender  Mann  in  Himation.  R.  eine  Jünglings- 
i herme,  auf  einer  Basis  nach  1.  stehend.  War  der 

Verstorbene  besonder»  athletisch  geübt  oder  be- 
kleidete er  ein  Amt  in  der  Palastra?  Man  vgl. 
I die  Herme  auf  dem  Votiv  des  Tiberius  Claudius 
Syntrophos  in  Konstantinopel,  Le  Bas -Reinach 
pl.  133. 2 und  den  athenischen  Grabstein  National- 
inuseuui  1318,  sowie  die  Bemerkungen  von  Christ 
in  den  bayr.  Akad.-Ber.  1866,  p.  244  f„  wo  andere 
1 einschlägige  Monumente  angeführt  sind.  S.  ferner 
I auch  unten  No.  764.  Flüchtig.  Katalog  p.  49, 
I No.  4,  wo  auf  den  „Osservatore  Triestino“  vom 
21.  März  1868  verwiesen  wird. 

C.  Fragment  eines  attischen  Grab- 
reliefs.  Hoch  0,73,  grösste  Breite  0,49.  Pentel. 
Marmor.  L.  und  unten  Bruch;  I.  ist  der  Bruch 

| modern  glattgearbeitet,  so  dass  er  jetzt  aussieht 
wie  Schnittfläche.  Kleine  Ricken  ergänzt.  Sitzende 
Frau  n.  1.  Die  Maske  des  Gesichts  war  geplatzt ; 
, ihr  Altertum  ist  zweifelhaft.  Das  Arrangement 
des  Haares  nach  meinen  Notizen  wie  an  dein  von 
Furtwängler,  Meisterwerke,  p.  665,  An®.  1 er- 
wähnten Jacobsenschen  Grabrelief.  Katalog  p.  47, 
I No.  2.  (Arndt.) 

Museo  civico. 

589  — 91.  Nackte  männliche  Statue. 
Pentelischer  Marmor.  1888/89  in  einer  römischen 
| Villa  zu  Barcola,  zwischen  Triest  und  Miramarc, 
zusammen  mit  Münzen  aus  verschiedenen  Zeiten 
gefunden,  die  keinen  Anhalt  ftlr  die  Datierung 
der  Kopie  ergeben.  Siebe:  Alberto  Pust- hi 
(Director  des  Museums),  Scavi  di  Barcola,  im 
Arcbeografo  Triestino  1890,  p.  316  ff.  Die  Statue 
ist  jetzt  ca.  1,52  hoch.  Sie  war  in  viele  Stücke 
zerbrochen  und  hatte,  nach  Puschis  Angaben, 
bereits  im  Altertum  Restaurationen  erfahren. 
Jetzt  ist  der  untere  Teil  des  Stammes,  von  ober- 
halb des  r.  Kniees  an,  neu  (auf  der  Phot,  er- 
kenntlich). Die  Statue  steht  falsch:  sie  ist  viel 
zu  sehr  nach  hinten  ühergencigt.  Ihre  Ergänzung 
giebt  viele  Rätsel  auf.  Das  r.  Rein  ist  das  Standbein, 
das  1.  geht,  etwas  entlastet,  nach  vorn.  Unter- 
| halb  der  r.  Schulter  sowie  an  der  r.  Hüfte  weiter 
nach  vorn  steckt  je  ein  starker  Metallstift.  Es 
ist  unmöglich,  dass  dieselben  Armstützen  gewesen 
sind;  sie  müssen  vielmehr  zum  Attribut  der  R. 
gehört  halten.  Zwischen  diesen  Stiften  endigt 
eine  von  der  1.  Brustseite  quer  ülter  die  Brust 


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10 


Triest. 


sich  hinüberziehende  rauhe  Bearbeitung , die 
schwerlich  zufällig  ist.  Sie  mute  mit  den  Metall* 
stiften  irgendwie  in  Zusammenhang  stehen.  Sie 
sieht  aus  etwa  wie  eine  rauh  gelassene  Unterlage 
für  einen  Bronzegurt:  aber  Schwert  wie  Köcher 
tragt  man,  wenigstens  in  griechischer  und  früh- 
römischer Zeit,  an  der  1.  Seite.  Auch  am  Hucken 
glaubte  ich  vor  dem  Originale  noch  Spuren  eines 
darüber  laufenden  Bandstreifeus  zu  erkennen. 
Über  die  Haltung  der  mit  Metalldübeln  angesetzt  | 
gewesenen  Arme  lässt  sich  nichts  Genaueres  mehr 
feststellen.  Am  1.  Unterschenkel  aussen  scheint 
irgend  ein  Gegenstand  gebrochen  zu  sein.  Der 
antike  Teil  des  Stammes  hat  hinten  einen  glatten 
Streifen ; ein  auf  der  Photographie  sichtbarer 
Eisendübel  führt  nach  hinten:  zu  welchem  Zwecke? 
— Im  Museum  sind  ausserdem  mehrere,  nicht 
direct  anpassende  Fragmente  der  Statue  erhalten, 
darunter  ein  gut  gearbeiteter,  aber  nicht  weiter 
charakteristischer  Fuss,  ein  r.  Unterarm  mit  halber 
Hand,  clie  einen  Gegenstand  getragen  hat,  für 
welchen  im  Innern  Metallstifte  angebracht  sind, 
ferner  ein  mir  unerklärliches,  für  die  Hestauration 
vielleicht  wichtiges  Fragment,  dessen  eine  Seite 
glatt  gearbeitet  ist.  Die  Kopfrichtting  der  Statue 
lässt  sich  nicht  mehr  bestimmen.  Die  Statue  ver- 
diente, von  einem  in  derartigen  Untersuchungen 
geübten  Fachgelehrten  mit  grösserer  Müsse,  als 
sie  mir  gegönnt  war,  genau  geprüft  zu  werden.  — 
Im  Stile  steht  die  Statue  dein  Kreise  des  Poly- 
klet  nahe;  zu  vergleichen  ist  etwa  der  Dresdner  i 
Torso  eines  Herakles  Arch.  Anz.  1894,  p.  2,  no.4.  I 
Das  Schamhaar  ist,  wie  am  Diaduuienos  Farnese, 
auf  dem  unteren  Teile  des  Bauches  selbst  an- 
gebracht, während  es  bei  Polyklet  vom  Bauch 
durch  die  Ingiiinalfalte  getrennt  ist.  Der  Ein- 
druck des  ganzen  Körpers,  auch  der  Schamteile, 
ist  ein  jugendlicher,  sehniger.  Der  Kücken  ist 
fein  ausgeführt,  wie  überhaupt  die  Arbeit  der 
Kopie  verständnisvoll  ist.  (Arndt.) 

592. 

A.  Saal  I,  Schrank  7,  No.  962.  Kleines, 
irgendwie  tektonisch  verwendet  gewesenes  Mar- 
ino rfigü  rchen  des  vor  einem  Stamme  sitzenden, 
gehörnten,  nicht  ithyphallischen  l’an,  de  face 
mit  gekreuzten  Üocksheinen;  die  beiden  Hände 
halten  die  Syrinx  vor  den  Mund.  Oben  im 
Stamm  zwei  runde  Löcher  wie  für  Metallstifte. 
Derselbe  Typus  wie  auf  attischen  Votiven,  z.  B. 
Berlin  709  und  Athen,  Nationalmuseum,  Instituts- 
Photographie  N.  M.  69.  Vgl.  K-V  709  a.  Wohl 
griechische  Arbeit. 

B.  Im  selben  Schrank  No.  1588  Relief- 
fragment eines  n.  r.  eilenden,  im  Oberkörper 
in  Vorderansicht  gedrehten  Pa  ns,  der  mit  beiden  | 


Händen  die  Syrinx  vor  den  Mund  hält.  Ithy- 
phallisch,  ohne  Hörner,  mit  Spitzohren,  Schweif, 
Bocksfell;  Oberschenkel  tierisch  behaart,  Unter- 
schenkel menschlich.  K.  im  Keliefgrund  ein 
Arm  (?),  I.  Reste  eineB  weiblichen  Gewandes  (?). 
Wohl  von  einem  Votiv  an  Pan  und  die  Nymphen. 
Feine  griechische  Arbeit.  (Arndt.) 

593. 

A.  Saal  III.  Oberteil  eines  delicat  ge- 
arbeiteten Heraklesfigürchens,  hoch  015, 
aus  Aquileja.  Der  Kopf,  vom  Löwenfell  bedeckt, 
ist  nach  der  I.  Schulter  hin  gewendet  Beide 
Arme  ginget  abwärts,  der  1.  etwas  nach  hinten. 
Ich  kenne  keine  Wiederholung  des  Typus,  aber 
mehrere  sehr  ähnliche  Stücke:  die  Dresdener 
Statuette  Ilettner4  No.  79=  Ularac  799,  2007  = 
Augusteum  Taf.  91  = Furtwängler,  Meisterwerke, 
p.  576,  Anm.  1 ; die  Münchener  Statuette  No.  234 

Ularac  793,  1983  (Phot.  Ilanfstängl);  die  Statue 
der  Glyptothek  Ny- Carlsberg  No.  10*59»  (abg. 
im  Prospect  der  Publicatinn)  und  deren  in  einer 
Kopie  im  Louvre  (Phot  Giraudon)  erhaltene,  ver- 
mutlich pergamenische  Umbildung*)  mit  der 
Hindin  lind  dem  Telephosknaben  auf  dem  1.  Arm. 
(Wie  weit  die  drei  Torloniaschen  Statuen  86,  242, 
388  hierher  gehören,  läfst  sich  erst  nach  Fest- 
stellung ihrer  Ergänzungen  constatieren.)  Die 
Originale  der  angeführten  Stücke  scheinen  nicht 
später  als  das  4.  Jahrh.  zu  sein. 

B.  Saal  III.  Weiblicher  Kopf.  HochO.31. 

Aus  Aquileja.  Hinten  nicht  ausgeführt  Am  Hals 
Gewandrest  Löcher  für  Ohrringe.  Stark  ge- 
glätteter italischer  Marmor,  ln  der  Frisur  der 
kleinen  Henulanenserin  in  Dresden  (Amelitng, 
Basis  des  Praxiteles  aus  Mnntinea,  p.  31)  ver- 
wandt. Zweifelhaft,  ob  Porträt  oder  ideal.  Nicht 
sonderlich  feine  Arbeit  (Arndt.) 

594. 

A.  Saal  III.  Ba6altkopf  eines  Römers. 
Hoch  0,19.  Auf  dem  Cartello  am  Halse:  „22  Feb- 
braio  1880“.  Hinten  abgesplittert;  es  scheint 
als  habe  der  Kopf  einen  Pfeileransatz  gehabt 
wie  er  den  Statuen  dieser,  noch  nicht  genügend 
untersuchten,  ägyptisch-römischen  Porträtgruppe 
I zu  eigen  zu  sein  pflegt.  Vgl.  Arndt-Bruckmann, 
j griech.  u.  röm.  Porträts,  Text  zu  Taf.  261f'26S. 

Im  Haar  ein  Kranz  mit  einzelstehenden  Blättern. 

1 Der  Kopf  ist  ein  aufserordentlich  ausdruckvolles 
Porträt,  vermutlich  noch  aus  republicanischer 
Zeit,  nicht  weniger  vorzüglich  wie  der  Caesarkopf 
der  Sammlung  Barracco  (Helbig  et  Barracco,  la 
collection  Barracco,  pl.  75  u.  75a;  Arndt-Bruck- 

*>  Vgl.  >ten  entsprechenden  Fa.ll  bet  den  HerfthleastAtafn 
Albwni  u.  (.'hiaramonti,  Furtwftngler,  Meisterwerke,  p.  575  K. 


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Triest 


II 


mann  a.  a.  Q.\  mit  dem  er  übrigens  eine  gewisse 
physiognomisckc  Ähnlichkeit  hat. 

B.  Kleine  Bronze  (hoch  0,12)  einer 
weiblichen  Gestalt  im  Typus  der  schweben- 
den Nike,  aber  ohne  Flügel.  Nach  dem  Aufsatz 
im  Haar,  der  einem  Halbmond  ähnelt,  mochte 
man  die  Figur  für  Selene  halten;  aber  die  Kugel, 
auf  der  die  Figur  steht,  widerspricht  dieser  Deu- 
tung. Die  Arme  sind  gebrochen.  Roh. 

C.  Kleine  Bronze  eine»  nackten 

Jünglings.  Hoch  0,20.  Angeblich  aus  Fernio. 
Die  gesenkte  Linke  hält  einen  grofsen  Hing,  die 
halberhobene  R.  in  den  Fingern  anscheinend  den 
Rest  eines  Stabe»  o.  ä.  Nach  einem  Vorbild  des 
4.  Jalirh.  Die  Krhtheit  des  Figürchens  möchte 
ich  allerdings  nicht  verbürgen.  (Arndt.) 

595. 

A.  Saal  I.  Toten  mahl.  Besprochen  von 
Conze,  Wiener  Sitz. -Her.,  phil.-hist.  CI.,  1872, 
p.  317  ff.,  Taf.  1,  2.  Furtwängler,  Samml.  Sabu- 
roff  I,  Sculpturen-Kinleitung,  p.  31  und  Anm.  1. 
Roschers  myth.  Lexikon  s.  r.  Heros  Sp.  2583  oben. 
Arcb.  Jahrb.  1887,  p.  27.  Ahg.  auch  in  den 
Wiener  Vorlageblättern  Serie  IV,  10,  3a.  0,32 
breit,  0,40  hoch  (nach  Conze).  Aus  Athen.  Ich 
habe  das  Original,  da  ich  die  darüber  geführten 
Discussionen  damals  noch  nicht  kannte,  leider 
nicht  gründlich  genug  untersucht.  Conze  giebt 
an,  1.  fehle  nur  der  dem  r.  entsprechende  Pilaster, 
Furtwängler:  ein  weiteres  Stück  der  Platte  mit 
Adoranteu.  Conze  und  Furtwängler  halten  die 
Inschrift  für  antik,  aber  überarbeitet:  das  erstere 
habe  ich  auch  angenommen,  das  letztere  versäumt 
zu  prüfen.  Conze  spricht  die  Vermutung  au»,  ob 
nicht  die  seltsamen  Archaismen  der  Inschrift  auch 
dem  modernen  Verbesserer  zuzuschreiben  seien. 
Die  Inschrift  lautet:  ....  ioj  tnnon  xtn 

nt  ßnaiXum  (C.  J.  Gr.  I,  925).  Die  Buchstaben» 
formen  u. ».  w.  sind  auf  der  Photographie  ersicht- 
lich. Zur  Erklärung  der  Namen  Zeuxippos  und 
Basileia  s.  Furtwängler  a.  a.  O.  Falls  die  In- 
schrift echt,  ist  Furtwänglers  Vermutung,  dafs  1. 
Adoranten  folgten,  die  wahrscheinlichere,  da  die 
Buchstaben  ...  doch  vermutlich  da»  Ende 
eines  Demotikon  sind,  und  die  Inschrift  ursprüng- 
lich o <f (irtt  r ov  Sfira  ji/tafjovoiof  o.  ä.  etc.  lautete, 
danach  also  1.  noch  ein  gröfserer  Raum  für  Figuren 
anzunehmen  ist.  — Die  Köpfe  der  beiden  Haupt- 
figuren waren  früher  ergänzt;  s.  Conzes  Abbildung. 
Die  Cberarbeitung  ist  besonders  kenntlich  an 
der  Patera  des  Mannes,  die  jetzt  mit  einem 
Pantherkopf  geziert  ist,  und  an  dem  Kästchen  (?), 
das  die  Frau  in  der  L.  hält  und  das  »ich  in  eine 
Maske  hat  verwandeln  müssen.  Die  Frau  sitzt 
auf  dem  1.  Ende  der  Klinc,  de  face;  ihr  r.  Arm 


ist  gebrochen.  Im  Grunde  Schwert,  Panzer, 
Chlamys.  Die  Arbeit  ist  hart  und  roh.  Furt- 
wängler  datiert  dA»  Relief  nach  der  Inschrift  in 
die  1.  Hälfte  des  4.  Jahrh.;  der  J>til  spricht  für 
spätere  Zeit.  Die  Echtheit  der  Inschrift  bedarf 
der  Untersuchung  von  kundiger  epigraphischer 
Seite. 

B.  Saal  1.  Griechisches  Votivrelief. 
I R.  nach  1.  thronender  Bärtiger,  da»  Himation  um 

| den  Unterleib,  in  der  B.  die  Schale;  die  hoch- 
| erhobene  L.  fasste  das  (offenbar  gemalte)  Scepter 
in  Kopfhöhe.  Im  Haar  ein  Lorbeerkranz.  Unter 
»einen  Füssen  ein  Schemel.  Jenseits  seiner  Beine 
ein  Altar.  Ihm  entgegen  tritt  eine  Göttin,  in 
Chiton  und  Himation,  mit  der  I..  da»  Gewand  in 
Schnlterhöhe  vom  Rücken  vorstehend,  in  der  ge- 
senkten R.  die  Kanne.  Ihr  Haar  ist  hinten  in 
einen  Schopf  aufwärts  gebunden.  Ihr  folgen  drei 
I kleiner  gebildete  Adoranten:  Bärtiger,  Frau, 

Mädchen.  Wäre  nicht  der  Lorbeerkranz,  so  würde 
man  versucht  sein,  das  Relief  auf  Asklepios  und 
Hygieia  zu  deuten.  Wohl  erste  Hälfte  des 
4.  Jahrh.  Grofse  Härte  in  den  Falten.  Die  Echt- 
heit schien  mir  sicher.  Katalog  p.  48,  Nr.  5; 
danach  früher  itn  Museo  lupidario.  (Arndt.) 
596. 

A und  B.  Zwei  Ter racottakö pfe  an» 

! Tarent.  Der  rechte,  ca.  0,12  hoch,  erinnert  in 
I Haltung  und  Ausdruck  an  die  Köpfe  der  Dios- 
! kuren  vom  Monte  cavollo  (Furt wängler,  Meister- 
| werke  Taf.  VII),  der  andere,  mit  Backenbart, 

I wild  gesträubtem  Haar,  vom  Petaso»  (?)  bedeckt, 
i gehört  nach  dem  lebhaften  Pathos,  das  ihn  durch- 
| dringt,  wohl  in  die  nämliche  Zeit;  wen  er  dar- 
stellt, weifs  ich  nicht«  Beide  Köpfe  sind  Pracht- 
stücke der  Tarentiner  Terracottaplastik , über 
welche  der  Aufsatz  von  Wolters  in  der  Arch.  Zeit. 
1882,  p.  285  ff.  zu  vergleichen  ist. 

C.  Fragment  einer  Terracottast  atu- 

ette,  vom  Typus  der  Statue  E-V  712,  wo  da» 
Weitere,  (Arndt.) 

597  und  598.  Ter racott  arel ief».  Saal  I. 
Das  Relief  auf  Blatt  597  ist  im  folgenden  Text 
mit  A,  das  Mittelstück  von  598  mit  B bezeichnet; 
von  den  beiden  ornamentalen  Fragmenten  auf 
598  trägt  das  linke  den  Buchstaben  das  rechte 

D.  — Aus  Tarent,  wo  ich  1889  zwei  minder  voll- 
ständige Exemplare  von  A und  B gesehen  habe: 
eines  (a)  mit  den  beiden  sitzenden  Figuren,  doch 
j oben  und  unten  unvollständig,  da»  andere  (b)  nur 
der  obere  Teil,  link»  und  rechts  etwas  tiefer  hinab- 
reichend als  in  der  Mitte,  beide  stumpfer.  Nur 
eine  äufsere,  Aa  und  Bb  scheidende  Zuthat  waren 
die  seitlichen  Pilaster,  dort  fehlend,  liier  vor- 
handen, aber  am  unvermittelten  Abschnitt  der 


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T riest. 


Kline  auch  dort  als  zugehörig  erkannt.  Es  sind 
Votive,  bestimmt,  aufgestellt  zu  werden,  mittels 
des  rauben  Fufses,  der  bei  B (ähnlich  C)  sicht- 
bar, bei  A bestimmungsgetnäfs  ins  Holz  einge- 
lassen scheint,  Votive  von  Brauten.  Denn  eine 
Braut  ist  es.  welche  in  ionischem  Kleid,  das 
schleierartig  den  Kopf  deckende  Himation,  wie 
Hera  auf  der  selinuntischen  Metope  oder  am 
Parthenonfries  wie  die  Gattin  des  spartanischen 
Heros,  nach  vorn  ziehend,  auf  der  sauber  be- 
stellten Kline  sitzt,  auf  welche  sie  die  Hechte  ! 
stützt.  An  bräutliche  Schmückung  erinnert  die 
Hydria  auf  dem  Boden  und  die  runde,  auf  diese 
gestellte  Schachtel.  Ähnliche  Ausstattung  findet 
sich  ja  auch  neben  der  Todesbraut  Andromeda. 
Selbstverständlich  ist  es  Aphrodite,  welche  vnu 
ihrer  Hechten  den  kleinen  Eros  ausfiiegen  lafst, 
der  Braut  eine  Binde  zu  reichen,  während  ihm 
sein  eigenes  shawlartiges  Gewand  um  den  1.  Arm 
und  über  den  r.  Flügelansatz  herahhängt. 

Auch  Aphrodite  ist  ionisch  gekleidet;  auch 
sie  bat  das  Haar  mit  einer  (gefältelten)  Haube 
bedeckt.  Wie  sie  dasteht  mit  dem  Eros  auf  der 
K.,  so  wie  Zeus  und  Athetta  gleicher  Zeit  ihre 
Nike  tragen,  und  Attribute  auch  in  der  L-, 
könnte  inan  sie  für  ein  Ciiltbild  halten,  aus  dem 
Tempel  zur  Braut  gekommen.  Was  für  Attribute 
es  sind,  ist  freilich  weder  auf  A noch  auf  a deut- 
lich. Früchte,  etwa  Mohn  und  Apfel,  wie  Schmuck 
scheint  ausgeschlossen,  für  einen  Spiegel  das 
Hund  etwas  klein;  die  bimförmigen  Gegenstände 
(vgl.  die  Vase  Arch.  Zeit.  1877  Taf.  6),  für  Spinn- 
rocken und  Spindel  gehalten,  wurden  Aphro- 
dite in  ähnlichem  Lichte  zeigen,  wie  die  Schild- 
kröte die  Urania  der  Eleer,  nach  Plutarchs 
Auffassung  (praec.  conjng.  82  otxoig föf  avu- 
ßolor.  Genug,  Aphrodite  erweist  der  Braut  sich 
gnädig. 

Unterhalb  dieser,  auf  dem  Schemel,  sitzt  die 
kleinere  Magd,  ähnlich  der  Herrin,  aber  das  r. 
Bein  über  das  1.  schlagend,  mit  der  H.  leicht 
einen  Gegenstand  haltend,  der,  auf  b ein  wenig 
deutlicher,  ein  Kreuz  mit  gleichen  Armen,  aber 
ungleichen  Winkeln  schien.  Man  kann  nicht  um- 
hin, hei  diesen  Belief»  sich  der  aldohramlinischen 
Hochzeit  zu  erinnern,  wo  Aphrodite  sich  zur 
Braut  auf  die  Kline  gesetzt  hat,  dienende  Frauen 
zur  Seite  stehen.  Vergleicht  man  dann  weiter 
die  bekannten  Alexandros-Helenn-Keliefs,  so  wird 
man  diese  nicht  allein  nach  ihrer  äufserlichen 
Anordnung,  sondern  auch  durch  das  stärkere 
Hervorheben  des  innerlichen  Vorgangs  dem  al- 
dohraiidinischen  Bilde  näherstehend  linden,  als 
den  Tarentiner  Belief».  Trotz  des  Fundorts,  an 
dem  sie  gewiss  auch  gemacht  sind,  scheinen  diese 


aber  durch  die  schlichte  Natürlichkeit  eher  ioni- 
schen als  dorischen  Geist  zu  atmen.  (Petersen.) 

Die  beiden  ornamentierten  Platten  C und  D, 
die  ich  in  Triest  für  die  Nehenseiten  de»  Frag- 
mentes II  gehalten  habe,  gehören,  wie  Petersen 
in  Erfahrung  gebracht  hat,  n’cht  dazu.  Eine 
weitere,  sehr  verwaschene  Wiederholung  — Ober- 
teil der  I.  sitzenden  Frau  und  der  ihr  zu- 
fliegende  Eros  — befindet  sich  im  Gymnasion  zu 
Corfti,  ferner  eine  Wiederholung  der  Aphrodite 
im  Antiquarium  zu  München,  1888  von  mir  in 
Koni  als  aus  Tarent  stammend  erworben  und  der 
Sammlung  (Inv,  848a,  1.  Saal)  geschenkt.  (Arndt) 

599.  Alt  italisch  es  Bronzel»  lech.  Abg. 
in  dem  Eingangs  citierten  Katalog  Taf.  IV. 
„Uomperato  e riuvenuto(V)  a Pisa“,  20.  febbr.  1876. 
Zwei  ähnliche  Stücke  befinden  sich  in  Karlsruhe 
(Schumacher,  Sammlung  ant.  Bronzen  in  Karlsruhe 
Nr.  925,  Taf.  VI,  8),  ein  viertes  im  Münchener 
Antiquarium  (Nr.  525.  Aus  Italien).  Die  drei  zuletzt 
genannten  waren  auf  Eisenplatten  befestigt,  die 
am  Bande  über  die  Bronzeschcihe  Übergriffen. 
Oben  und  unten  waren  viereckige  eiserne  Plätt- 
chen angebracht,  die  am  Münchener  Exemplar 
Spuren  hinterlassen  haben,  an  den  Karlsruher 
Stücken  zum  Teil  erhalten  sind.  Der  Zweck  der 

! Scheiben  ist  unaufgeklärt.  (Bulle.) 

600.  Elfenheinrelief.  Saal  I.  0,21:0,13  m, 

j mit  Spuren  von  Farben  (Grund  blau,  Stier,  Ge- 
wänder, Muscheln  etc.  rot)  und  Vergoldung.  Wie  cs 
scheint,  dem  vierten  nachchristlichen  Jahrhun- 
dert angehörig  (abgeb.  Arch.  Zeit.  XXXIU,  1875, 
Taf.  12).  Das  Werk  kam  aus  dem  Nachlass  de» 
Conservators  Dr.  Kandier  ins  Museum;  der  Fund- 
ort ist  unbekannt;  nach  der  Vermutung  Pervuno- 
gltts  (a.  a.  U.  S.  181)  stammt  es  aus  Istrien.  Kr 
bezeichnet«  das  Belief  fälschlich  als  Diptychon, 
doch  kann  die  Tafel  zu  einem  solchen  nicht 
gehört  haben,  ist  vielmehr  den  Elfenbeinschnitze- 
reien beizuzählen,  weh  he  zum  Schmuck  von 
Kästchen  und  Thüreu  verwandt  worden  sind. 

ln  der  unteren  Hälfte  ist  Europa  dargestellt, 
den  Stier  liebkoseud;  hinter  der  Gruppe  erscheint 
das  Brustbild  eines  bärtigen  Mannes  auf  einer 
Scheibe.  Pervanoglu  sah  darin  das  Porträt  de» 
Diptychonbesitzen,  es  kann  indes»  nicht  zweifel- 
haft sein,  dal»  der  bärtige  Mann  Zeus  ist  (vgl. 
zu  solcher  Darstellungsweise  der  Götter  die 
HomeriUust rationeu,  besonder» Taf.  47  in  A.  Mai’s 

; Homeri  lliados  IHcturae  etc.).  Schwieriger  ist  die 
obere  Scene  zu  deuten,  darin  wir  zwei  jugend- 
liche Gestalten  mit  phry gischen  Mützen  sehen, 
welche  »ich  umarmen,  während  Eroten  ihre 
Spiefse  halten.  Nach  Pervanoglu»  Ansicht  sind 
die  Hauptfiguren  die  „troisch  • dardanischen 


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Corfü. 


13 


grofgen  Götter“;  privatim  wurden  mir  die  Deu- 
tungen auf  Aeneas  mit  Dido  und  auf  Zeus  mit 
Kallisto  mitgeteilt.  Ausführlicher  werde  ich 
demnächst  das  Relief  besprechen  im  Zusammen- 
hänge mit  mehreren  anderen  Pseudodiptychen. 
8.  jetzt  auch  meine  Bemerkungen  im  Jahrbuch 
d.  preussischen  Kunstsammlungen  Will,  p.  20, 
Anm.  1.  (Graeven.) 

Im  Museo  civico  befinden  sich  ferner  das 
von  Momrasen  in  den  athen.  Mitt.  1888,  p.  18, 
veröffentlichte  Relief  aus  Hula  (vgl.  Roschers 
myth.  Lexikon  s.  v.  Heros  Sp.  2564  oben)  und 
das  in  den  athen.  Mitt.  1890,  p.  162,  publicierte 
Gladiatorenrelief  des  Akritos  und  Mariskos,  so- 
wie ein  grosser,  angeblich  aus  Tarent  stammen- 
der Terracottakopf  vom  Typus  Bernoulli,  röm. 
. Ikonogr.  I,  Taf.  8 (früher  Sulla  oder  Pompeitis, 

neuerdings  von  Studniczka  Menander  benannt), 
den  ich,  trotzdem  er  Farbspuren  zeigt  und  bei 
der  Auffindung  in  «58  Stücke  gebrochen  gewesen 
sein  soll,  für  eine  Fälschung  gehalten  habe.  Endlich 
besitzt  das  Museum  noch  zwei  ganz  vorzügliche 
Stücke  der  Kleinkunst,  die  hoffentlich  bald  eine 
würdige  Veröffentlichung  finden  werden:  eine 

l Bronzekanne  aus  Tarent  (in  Saal  VII  des 

2.  Stockes,  No.  1217)  mit  Greifen  und  am 
Henkelansatz  angebrachten  Hirschkopfen,  sowie 
ein  Silberrhyton  aus  Tarent  in  Form  eines 
Hirsch(?)kopfes  (No.  1216),  auf  dessen  Mündung 
eine  mythologische  Darstellung  in  getriebenem 
Relief  mit  Goldaufsatz  sich  befindet.  (Arndt.) 

Corfü,  Kgl.  Schlofs. 

601  und  602.  Archaischer  Löwe.  Ver- 
öffentlicht von  Overbeck,  griech.  Plastik  4 I,  178  f., 
und  von  Collignon,  hist,  de  la  sculpture  grecque  I, 
p.  220;  bei  beiden  die  altere  Litteratur  und  einge- 
hende stilistische  Würdigung.  Gefunden  in  Corfü  in 
unmittelbarer  Nahe  des  Menekratesdenkrnales  und 
wahrscheinlich  zu  diesem  gehörig.  Die  Inschrift 
dieses  Denkmals  (J.  G.  A.  842)  gehört  ungefikhr 
in  die  Jahre  570-540  (nach  Collignon  a.  a.  O.). 
Schmalseite  der  Plinthe  ca.  0,41  lang,  Langseite 
ca.  1,21,  Höhe  der  Plinthe  ca.  0,07,  höchste  Höhe 
der  Statue  ca.  0,45.  Aus  grünlich ‘gelbem,  sehr 
feinem  Kalkstein,  wie  ich  ihn  ähnlich  auch  sonst 
in  Corfü  verwendet  gesehen  zu  haben  glaube.  Von 
Overbeck  wird  als  Material  fälschlich  Marmor  an- 
gegeben. Wahrscheinlich  also  locale  Arbeit.  Inter- 
essant ist  unter  diesem  Gesichtspunkt  der  Vergleich 
dieses  in  Kerkvra,  einer  korinthischen  Kolonie,  ge- 
fundenen Löwen  mit  zwei  ungefähr  derselben  Zeit- 
epoche angehörigen  Löwenstatuen,  die  in  der 
' Nähe  des  alten  Korinth  gefunden  worden  und 


letzthin  in  die  Glyptothek  Ny-Carlsberg  verbracht 
worden  sind.  Auch  der  Vergleich  mit  der  ägyp- 
tischen Statue  Spec.  of  anc.  sculpture  II.  pl.  2 
ist  instructiv.  (Arndt.) 


Gvmnasion. 

603.  Weibliche  Statuette.  Hoch  ca.  0,66. 
Der  fehlende  Kopf  war  mittels  Dübels  eingesetzt; 
er  war  offenbar  nach  der  1.  Schulter  hin  gewendet. 
Der  1.  Ellenbogen  stützt  sich  auf  einen  Stamm, 
über  den  die  um  Rücken  und  beide  Unterarme 
gezogene  C'hlaina  fällt.  Die  R.  ist  in  die  Hüfte 
gestützt.  R.  Standbein.  Feiner  Chiton  mit  Halb- 
ärmeln und  langem,  unter  der  Brust  gegürtetem 
Überfall.  Auf  der  Photographie  scheint  es,  als 
laufe  von  der  r.  Schulter  zur  1.  Hüfte  ein  auf- 
gemaltes  Baud,  das  ich  am  Originale  nicht  be- 
merkt habe.  Hinten  roh.  Nicht  sehr  feine, 
griechische  Arbeit,  etwa  aus  der  mittleren  Periode 
des  Praxiteles,  um  350;  das  Motiv  hat  manche 
Verwandtschaft  mit  dem  der  schönen  Wiener 
Artemis  von  I.urnaka  (R.  v.  Schneider,  Album 
auserlesener  Gegenstände  der  Antikensammlung 
d.  allerh.  Kaiserhauses,  Taf.  IV).  (Arndt.) 

604. 

a.  Kleine  A sk  le  p ios  s t a t uet  te.  Hoch  0,25. 
Die  r.  Hand  war  in  die  Hüffe  gestützt.  Der 
Stab,  auf  dem  die  1.  Achsel  ruht,  ist  nicht  an- 
gedeutet. R.  Standbein.  Ansatzspuren,  wahr- 
scheinlich der  Schlange,  am  1.  herabfallenden 
Gewand.  Gute  Arbeit.  Rückseite  angelegt.  Nach 
der  Photographie  scheint  es,  als  habe  das  Ge- 
wand im  Gegensatz  zum  Fleisch  noch  Farben- 
überzug; vor  dem  Originale  habe  ich  nichts 
davon  notiert  Etwa  aus  der  Mitte  des  4.  Jahrh. 
Repliken  des  Typus  sind  mir  nicht  gegenwärtig. 
Sehr  verwandt  der  Asklepios  im  Giardino  Boboli 
E-V  285. 

b.  Statuette  der  Aphrodite.  Hoch  0,47. 
Von  schlechter  Arbeit  und  Erhaltung.  Es  fehlen: 
Kopf,  1.  Unterarm,  r.  Arm.  R.  Standbein,  das  1. 
ist  etwas  vorgesetzt.  Das  den  Unterleib  ver- 
hüllende Himatiun  wird  unter  der  I.  Achsel,  wo 
wieder  ein  Zipfel  herabtallt,  festgehalten.  Hohe 
Gurtung.  Der  1.  Ellenbogen  ruht  auf  dem  Mo- 
dius  (?)  eines  itliyphallischen  Hermaphroditen- 
idoles  (Arme  gebrochen),  dessen  Gewand  bis  zum 
Nabel  aufgezogen  »st  und  das  auf  hoher  cylin- 
drischer  Basis  steht  (vgl.  Herrmann  in  Hoscliers 
myth.  Lexikon  s.  v.  Hermaphroditos  Sp.  2320). 
Nach  den  Gewandmotivcu  gehört  die  Hauptfigur 
nicht  vor  das  Ende  des  4.  Jahrh. 

c.  Kleine  Statuettenreplik  der  sog. 
Gen  et  rix.  Hoch  0,25.  Ab:  Kopf,  I.  Hand,  r. 
Arm,  Fttsse.  Sehr  feine,  griechische  Arbeit.  Ab- 


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14 


Corfü. 


bildung  des  gut  durchgeführten  Kückens  auf 
Blatt  605  h.  Eine  Replik  von  ungefähr  der  näm- 
lichen Grösse  (hoch  0,37),  aber  viel  schlechterer 
Arbeit,  aus  Syrien,  in  der  Glyptothek  Ny -Carls-  ( 
berg  No.  1055.  (Arndt.) 

605. 

a.  Torso  eines  Eros.  Der  Kücken  auf  | 
Blatt  606  b.  Hoch  0,385.  Durch  Feuchtigkeit 
verwittert.  Auf  dem  1.  Schulterblatt  eine  Ein- 
tiefung  mit  einem  Loche  für  einen  Metallstift, 
zur  Befestigung  des  Flügels.  Auf  dem  r.  Schulter- 
blatt, aber  sehr  nach  der  Seite  zu  und  ohne  Loch 
für  einen  Metallstift,  eine  entsprechende  Ein- 
tiefung,  offenbar  für  den  andern  Flügel.  Wovon 
die  Ansatzspuren  am  1.  Uberarm  hinten  und  die 
ausgebrochene  Stelle  auf  der  1.  Schulter  her- 
ruliren,  ist  mir  nicht  klar  geworden.  Die  crstere 
kann  nicht  vom  Flügel  herrühren,  da  dieser  ja 
besonders  gearbeitet  war;  die  letztere  mag  vom 
Attribute  der  1.  Hand  herrühren.  Der  r.  Arm 
scheint,  nach  der  liantfalte  unter  der  Achsel  zu 
urteilen,  nicht  in  die  Höhe  gegangen  zu  sein.  K. 
Standbein.  Der  Kopf  sch  e int  nach  der  I.  Schul- 
ter hin  gewendet  gewesen  zu  sein.  Gute  Arbeit  : 
etwa  vom  Ende  der  ersten  Hälfte  des  4.  Jahrh. 

1».  Siehe  Blatt  604  c. 

c.  Altertümlicher  nackter  Jünglings- 
torso.  Hoch  0,39.  Der  Bücken  auf  Blatt  606c, 
Am  Hals  beiderseits  je  zwei  Lockenenden.  Der 
I.  Unterarm  ging  vor:  Stützenrest  an  der  1.  Hüfte. 
Für  den  gesenkten  r.  Arm  Stützenrest  um  r. 
Oberschenkel  in  Penishölie.  Am  1.  Oberschenkel 
in  Kniehohe  hiuten  und  aussen  Ansatzreste  wohl 
des  Stammes.  Ziemlich  detaillierte,  aber  nicht 
wirklich  altertümliche  Arbeit,  wie  die  Haar- 
behandlung an  Locken  und  Scham  beweist.  Wie 
es  scheint,  Statuettenreplik  des  sog.  Kasseler 
Apollon.  (Arndt.) 

606. 

a.  Fragment  e i n e s V o t i v r e I i © f s.  Grösste 
Höbe  0,28,  grösste  Breite  0,26.  L.  Ante,  oben 
Dach.  Die  Figuren  sind  v.  1.  u.  r.:  1.  Bärtiger 
kleiner  gebildeter  Adorant  u.  r.  2.  Jüugli.  g,  de 
face,  im  Typus  etwa  des  sog.  praxitelischen  ein- 
sc  henkenden  Satyrs  Ludovisi-Dresden,  in  der  er- 
hobenen K.  die  Kanne  zum  Spenden  (Hermes-  i 
Kadinilos  oder  Attis?).  3.  Kopf  und  Best  von  j 
Schulter  mit  Gewand,  von  einer  n.  r.  stehenden 
Göttin;  der  Kopf  hat  ungefähr  den  Typus  von 
München  89  (Hekate?!.  4.  Best  vom  Kopfaufsatz 
(Modius'O  der  folgenden  Figur  (Kybele?).  Vgl. 
Koscher,  myth.  Lexikon  s.  v.  Kybele  Sp.  1663  ff. 
— Ungefähr  Mitte  des  4.  Jahrh.  Gewöhnlich. 

b.  Vgl.  Blatt  605a. 

c.  Vgl.  Blatt  605  c.  (Arndt.) 


607.  Yotivrelief.  0,54  breit,  0,58  hoch. 

Pentelischer  (?)  Marmor.  Sehr  verwittert.  L. 
kleiner  gebildeter  unbärtiger  Adorant  n.  r.,  die 
K.  im  Adorationstypus  hebend.  Die  Göttin,  in 
Chiton  und  Himation,  das  Haar,  wie  es  scheint, 
in  einer  Opisthospheudone,  spendet  aus  einer 
Kanne,  die  sie  in  der  K.  hält,  in  eine  Schale, 
die  der  ihr  gegenüberstehende  bärtige  Gott  mit 
der  R.  ihr  entgegenstreckt.  Die  L.  des  Gottes 
geht  abwärts.  Sein  Gewand  ist  in  der  für  Asklepios 
gewöhnlichen  Art  ungeordnet.  Unter  seine  1.  Achsel 
ist  der  (schwer  erkennbare)  Stab  gestemmt.  Zwi- 
schen beiden  Gottheiteu  ein  Altar.  Oben  eine  ganz 
zerstörte  Inschrift,  die  man  nur  mit  Hülfe  eines 
Abklatsches,  für  welchen  ich  leider  die  nötigen 
Vorrichtungen  nicht  zur  Hand  hatte,  wird  lesen 
können.  Mehr,  als  man  auf  der  Photographie 
mit  Hülfe  einer  Lupe  erkennen  kann,  habe  ich 
auch  an  dem  Originale,  das  hoch  eingemauert 
ist  und  in  schlechtem  Lichte  steht,  nicht  ent- 
ziffern können.  Gute  Arbeit  der  2.  Hälfte  de» 
5.  Jahrh.  (Arudt.) 

608.  Fra  guient  eines  Hochreliefs. 
Grösste  Breite  0,44,  höchste  Höhe  0,38.  Hinten 
rauh.  Nirgends  Rand.  Pentelischer  (?)  Marmor. 
Oberkörper  einer  von  vorn  gesehenen  Frau,  die 
den  Kopf  n.  r.  v.  B.  wendet.  Nackt,  nur  Gewand- 
test über  r.  Oberauu.  Der  r.  Unterarm  scheint 
seitlich  nach  vorn  gestreckt  gewesen  zu  sein;  der 
1.  Oberarm  ging  abwärts.  K.  von  ihm  am  Ende 
der  Platte  ein  verstofsener  Rest,  etwa  von  einem 
Thymiaterion.  — Das  Fragment  ist  gegenständ- 
lich wie  stilistisch  von  Interesse.  Im  Kopfe, 
dessen  Haar  von  einem  breiten  Bande  durch- 
zogen ist,  spürt  man  noch  leise  Reste  des  alter- 
tümlichen Stils.  Der  Kontur  der  Figur  ist  an 
einigen  Stellen  durch  Einticfung  iu  den  Grund 
noch  mehr  hervorgehoben,  ähnlich  wie  an  dem 
in  Gipsabgüssen  verbreiteten  Fragment  eines 
römischen  Kindersarkophages  aus  Sparta  (Frie- 
derichs -Wolters  1821).  Die  Arbeit,  wenigstens 
des  Kopfes,  muss  recht  fein  gewesen  sein.  Eine 
Deutung  de»  Reliefs  ist  schwer  zu  geben.  Man 
wird  an  den  „Thron“  aus  Villa  Ludovisi  iHelhig, 
Führer  II,  886)  an  das  Belief  im  Lateran  B-S 
283  (Taf.  XXIII,  1)  erinnert,  ohne  zu  einer 
schlagenden  Erklärung  zu  gelangen.  (Arndt.) 

609. 

a.  Weiblicher  Kopf.  Höhe  des  Erhal- 
tenen 0,32;  der  Kopf  war  etwas  unterlehensgrofs. 
Von  einer  Statue.  Oben  und  hinten  nur  angelegt. 
Reif  in»  Haar.  Hinter  den  Ohren  Schulterlocken. 
Zunge  zwischen  den  Zähnen  angegeben.  Schlechte 
Kopie.  Stilistisch  gehört  der  Kopf  zu  der  von 


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Athen.  15 


Furtwängler,  Meisterwerke  p.  644  ff.  zusammen- 
gestellten  Gruppe. 

b.  Bärtiger  Kopf.  Hoch  ca.  0,29.  Von 
Statue  oder  Herme.  Hinten  und  oben  roh. 
Pinien (?)- Kranz  im  Haar.  Stark  sinnliche  Züge 
im  Munde.  Benennung  unsicher.  In  Haar  und 
Bart  Beste  altertümlicher  Behandlung,  die  auf 
das  5.  Jahrh.  als  Entstehungszeit  des  Originals 
weisen.  Vgl.  Museo  Torlonia  179.  Gewöhnliche 
Arbeit.  (Arndt.) 

610  und  611.  Griechisches  männliches 
Porträt.  Wird  von  Studniczka  besprochen  wer- 
den. Nach  diesem  Menander.  (Arndt.) 

612.  Capitell  mit  der  Inschrift  des  Xen- 
vares.  Vgl.  Puchstein,  Das  ionische  Capitell, 
47.  Berl.  Winckelinannsprogr.  (1887?,  p.  47  ff.  und 
p.  66,  no.  39,  wo  weitere  Litteratur.  (Arndt.) 

Ausserdem  befindet  sich  in  der  Sammlung 
des  Gymnasions  noch  eiue  Statue nbasis,  von 
welcher  es  mir  nicht  möglich  war  eine  Photo- 
graphie zu  nehmen.  Breite  0,97;  Höhe  0.30; 
grösste  Tiefe  des  erhaltenen  Blockes,  au  welchen 
sich  dahinter  wahrscheinlich  noch  ein  zweiter 
anschlofs,  0,44.  Die  rechte  Nebenseite  ist  fein 
gespitzt,  die  1.  rauh.  Auf  der  Oberseite  der  Basis 
ist  eine  ovale,  ca.  0,08  tiefe  Eintiefung  für  die 
einzusetzende  Plinthe  der  Statue,  sowie  drei  jetzt 
leere  Dübellöcher.  Auf  der  Vorderseite  ein 
flaches,  sehr  zerstörtes,  roh  gearbeitetes  Belief. 
Die  Figuren  sind  von  I.  nach  r.:  1.  Artemis,  n.  r*, 
kurzge wandet ; in  der  vorgestreckten  L.  der  Bogen ; 
die  lt.  greift  nach  dein  Köcher.  2.  Athene,  n.  r., 
etwa  im  Typus  der  capitolinischen  Statue  Helbig 
497;  in  der  L der  Schild.  3.  Eine  de  face  (?) 
stehende,  ganz  zerstörte  weibliche  Figur  (Aphro-  j 
dite).  4.  Pluto»,  n.  r.,  auf  dem  Wagen,  die  Perse-  | 
phone  raubend,  im  gewöhnlichen  Typus  der 
Surkophagdurstellu ngen.  Unten  spriefsen  Blumen 
hervor.  5.  Hermes,  n.  r.,  die  Zügel  der  Pferde 
führend.  — Basis  einer  KorastatueV  (Arndt.) 

Athen,  Nationulinuseuiii. 

Ka  ß ßad yXvnrn  tov  tfhnxov  uoracfov 

1.  Teil,  1890-92. 

613  — 616.  Weibliche  Statuette.  Kavv. 
176,  daselbst  Litteratur  (hinzuzufügcti:  Roh.  v. 
Schneider  im  Jahrbuch  d.  Kunstsammlungen  d. 
allerh.  Kaiserhauses  XII,  p.  75,  Anin.  6;  fer- 
ner Jahrb.  d.  J.  1892,  p.  208,  Anm.  9).  Aus 
dem  Piraeus.  Die  Rückseite  angelegt.  Der  Ge- 
wandsaum mit  Saalkante.  Löcher  für  Ohrringe. 
Original  mäfsiger  Arbeit.  Die  Dargestellte  ist 
nach  Conze  (athen.  MitU  XIV  (1889)  p.  203  und 


Taf.  IV)  und  Wolters  (Bausteine  1209)  die  Votiv- 
figur eines  Mädchens,  nach  lt.  v.  Schneider  Kora 
oder  eine  Sterbliche  unter  dem  Bilde  dieser 
Göttin;  er  gieht  ihr  Fackeln  in  die  Hände.  — 
Die  Statuette  ist  stilistisch  von  Interesse,  weil 
sie  das  Bindeglied  zwischen  zwei  bekannten 
Statuengruppen  aus  der  Mitte  des  5.  Jahrh. 
bildet.  Während  sie  in  der  Disposition  des  Ge- 
wandes, wie  B.  v.  Schneider  richtig  bemerkt  bat, 
der  sog.  Sappho  Alb&ni  nahe  steht,  erinnert  der 
Kopf  nach  einer  Beobachtung  S.  Reinachs  (Gaz. 
arch.  1887,  p.  260,  No.  38)  an  den  der  sog.  Genetrix 
(vgl.  die  Phot,  vom  Kopfe  des  Pariser  Exem- 
plare» Giraudon  1432  und  1433).  Auffallend  ist 
u.  A.  die  Ähnlichkeit  der  Ohrenbildung.  Auch 
in  den  wie  nafs  anliegenden  Falten  des  Himations 
am  r.  Bein  und  auf  dem  1.  Oberschenkel  verraten 
sich  Anklänge  an  die  letztgenannte  Statue.  Die 
Statuette  steht  in  der  Mitte  zwischen  der  älteren 
Kunstweise  der  „Genetrix“  und  der  entwickel- 
teren der  Sappho  Alhuni,  die  in  der  klaren  und 
übersichtlichen  Anordnung  der  Gewandung  weiter 
vorgeschritten  ist.  Verwandt  ist,  namentlich  im 
Kopfe,  nach  einer  richtigen  Bemerkung  L.  Kjell- 
bergs,  die  auch  in  der  Grösse  ungefähr  ent- 
sprechende Athenestatuette  aus  Leptis  in  Kou- 
stautinopcl  (Joubin  No.  20;  Phot.  Söbah  et 
Joaillier  No.  4,  6,  7,  33)l  (Arndt.) 

617—620.  Statuette  eines  nackten 
Jünglings.  Kavv.  223;  daselbst  Litteratur.  Aus 
Sparta.  Früher  im  Museum  der  archäol.  Gesell- 
schaft im  Polytechnion.  Der  Marmor  ist  nach 
Kawadias  wahrscheinlich  pelopo n ne» i scher,  nach 
Furtwängler  (Meisterwerke  p.  379,  Anm.  1)  pari- 
scher.  An  beiden  Oberschenkeln  aussen  Slützen- 
reate.  Von  Wolters  wird  die  Statuette  irrtümlich 
unter  den  Wiederholungen  des  Neapler  Bronze- 
Apollos  (Brunn -Bruckmann,  Taf.  302)  aufgeführt 
(Jahrbuch  d.  J.  1896,  p.  4,  Anm.  7).  Furtw  ängler 
(a.  a.  O.)  bringt  sie  iu  Zusammenhang  mit  dem 
Kasseler  Apollon  (s.  jetzt  denselben  auch  in 
„Intermezzi-  8.  7,  Anm.  3).  Näher  steht  sie  in 
Kopfhaltung  und  Körperformen  dem  Apoll  aus 
dem  Tiber  im  Thermenmusenm  (Brunii-Bruckmaiiii 
Taf.  462).  Auch  die  Behandlung  des  Haares  im 
Nacken  ist  sehr  ähnlich.  Besondere  stilistische 
Feinheiten  darf  man  in  der  harten  und,  wie  ein 
Blick  auf  das  charakterlose  Sckamhaar  lehrt,  im 
Detail  gewiss  nicht  sonderlich  getreuen  Kopie 
nicht  erwarten.  (Arndt.) 

621.  Grabstatue  einer  trauernden 
Frau.  Kavv.  825.  Aua  einer  athenischen  Nekro- 
pole: Athen.  Mitt.  1885,  p.  404,  3.  Eranos  Yin- 
dobonensis  (1893)  p.  48  (B.  Weissbaeupl).  Furt- 
I wangier,  Sammlung  Saburoff  Taf.  XV  — XVII. 


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16 


Athen. 


Von  den  beiden  entsprechenden  Saburoffschen 
Statuen  in  Berlin  (No.  498  und  499)  unterscheidet 
sich  die  athenische  durch  die  kur/.cn  Ärmel  des 
Chiton.  Jene  sind  durch  den  Chiton  mit  langen 
Ärmeln  als  Sklavinnen  charakterisiert;  es  ist 
also  möglich,  dass,  wie  Kavvadias  a.  a.  0.  ver- 
mutet, das  athenische  Kxemplar  die  Verstorbene 
seihst  darstellte.  Schulterbänder  wie  an  den  1 
Berliner  Statuen.  Ganz  verunglückt  ist  die  An- 
lage der  Küsse.  Kriselte  und  sorglose  attische 
Arbeit,  an  Güte  der  Ausführung  hinter  den  lier-  j 
liner  Statuen  zurückstellend.  Zeitlich  etwa  gleich 
<l**n  praxitelischen  Thespiaden,  von  welchen  das 
Motiv  herühergenoimnen  sein  mag.  (Arndt.) 

622  und  623.  Zw  ei  Statuen  skythischer 
Bogenschützen.  Kavv.  822  (=  628»  und  824 
(=  622);  der  daselbst  angeführten  Litteratur  ist 
hin/uzulug«‘ii:  Milchhöfer,  Die  Museen  Athens 
p.  15  f.  Brückner,  Ornament  und  Komi  der  atti- 
schen Grabstein  p.  35.  Derselbe,  Jahrb.  d.  Inst. 
1895,  p.  210.  Kranos  Vimlohonensis  1893.  p.  48. 
Grahstatueri  vom  Dipylou.  Genaue  Beschreibung 
des  Tbatbestandes , des  Motivs,  sowie  der  ein- 
stigen Aufstellung  bei  Sybel  262  (—  622)  und  263 
(=-  623)  und  bei  Kavvadias.  Klott  gearbeitete, 
nur  «las  Wesentliche  betonende,  das  Detail  igno- 
rierende attische  Originale  des  4.  Jahrb.  (Arndt.) 

624.  Ge  wand  partie  an  der  r.  Hüfte 
der  J ünglingsstatue  von  Eretria.  Kavv. 
244.  Die  Statue  selbst  ist  in  Phot.  in  Athen 
käuflich  und  wird  hei  Brunn  - Bruckmann  ver- 
öffentlicht werden;  vom  Kopfe  hat  «las  athenische  I 
Institut  schöne  Aufnahmen  unter  N.  M.  40  uml 
41  hergestellt.  Die  Statue  ist  ein  im  Kopfe  vor- 
trefflich, in  der  Gewandung  hart  gearbeitetes 
Original  aus  «1er  Spätzeit  des  Praxiteles.  Wüh-  1 
l*eud  der  Kopf,  wie  Kavvadias  richtig  bemerkt,  | 
«lern  Hermes  von  Olympia  sehr  nahe  steht,  zeigen 
die  Gewamlmotive  der  Statue  eine  so  grosse  Ähn-  | 
lichkeit  mit  denen  des  Neapolitaner  Aeschines,  ' 
dass  man  kauin  beide  Statuen  unabhängig  von 
einander  entstanden  denken  kann.  Das  Porträt 
des  Aeschines  wird  nicht  in  seinen  letzten 
Lebensjahren,  wo  er  verachtet  in  der  Verbannung 
lebte,  oder  nach  seinem  Tode  entstanden  sein, 
sondern  in  den  Zeiten  seines  politischen  An- 
sehens, etwa  um  340.  ln  die  nämlichen  Jahre 
fällt  vermutlich  auch  die  Entstehung  des  praxi-  , 
telischen  Hermes  (Kurtwängler , Meisterwerke  ! 
p.  530  f.).  Kurze  Zeit  darauf,  also  etwa  zwischen 
340  und  830,  ist  offenbar  auch  die  Statue  von 
Eretria  angef«*rtigt  worden.  Zu  dieser  zeitlichen 
Ansetzung  stimmt  die  Behandlung  der  besonders 
von  mir  photographierten,  sehr  charakteristischen 
Gewandpartie  an  der  r.  Hüfte.  Man  vergleiche 


die  Art,  wie  die  grossen  Flächen  durch  zufällige 
Zwischenflkltchen  belebt  werden,  mit  derselben 
Manier  an  der  columna  caelata  von  Ephesos 
(Bruiiii-Bruckmaun  Taf.  52)  — dort  noch  in  be- 
scheidenem Maasse  — , an  der  Chlamys  des  praxi- 
telischen  Hermes  und  an  der  kleinen  stehenden 
Nike  von  Samothrake  (Kriederichs -Wolters  1366) 
in  Wien.  Vgl.  Amelung,  Basis  des  Praxiteles 
aus  Mantinea  p.  64—  66.  (Arndt.) 

625  und  626.  Kopf  des  sog.  Apollon 
auf  de m O tn p li a I o s.  Kavv.  45.  Kriederichs- 
Wolters  219.  Vgl.  E-V  452—454.  (Arndt.) 

627 und  628.  Kopf  der  J ünglingsstatue 
vom  Olympieion.  Kavv.  248.  Die  Nase  ist 
zum  Teil  mit  Gips  verschmiert;  wieviel  «larunter 
antik , ist  zur  Zeit  nicht  festzustellen.  Die  Pu- 
pille ist  als  einfache  runde  Eintiefung  gegeben. 
Harte  Kopie.  Die  Statue  wird  hei  Lepsitts, 
griecli.  Marmorstudien  p.  79,  No.  128,  fälschlich 
als  Replik  der  Jünglingsstatue  in  Villa  Albani 
No.  44  bezeichnet.  Von  Kurtwängler,  Meister- 
werke p.  378,  Anm.  3;  p.  685,  Anm.  2;  p.  737, 
wird  sie  dem  Kreise  des  Kalamis  ziigewiescn. 
M.  Mayer  in  dem  Jahrb.  d.  Inst.  1893,  p.  224  ff. 
und  Taf.  4.  (Arndt.) 

629  und  630.  Kopf  der  sog.  Aphrodite 
mit  dem  Schwert  aus  Epidauros.  Kavv. 
262.  Defrasse  et  Lechat,  Kpidaure  p.  176  ff. 
Gebrochen,  ist  der  Kopf  zusammen  mit  dem 
I.  Arme  an  anderer  Stelle  als  die  Übrig«*  Figur 
zu  Tage  gekommen,  woher  die  verschiedene, 
hellere  Färbung  des  Marmors.  — Zur  Deutung 
des  dargestellten  Wesens  lassen  sich  aus  dem 
Kopf  allein  sicher  bestimmende  Momente  nicht 
gewinnen.  Haarbinde  und  Kopftuch  waren  so 
beliebte  Mittel,  der  Haarmasse  Schmuck  und 
Kormenwecbsel  zu  geben,  dass  daraus  auch  nicht 
einmal  der  weitere  Kreis,  dem  die  Id«»algc*talt 
angehörte,  gefolgert  werden  kann.  Aus  der  Hal- 
tung des  Kopfe,  aber  und  der  Gesichtshildung 
empfangen  wir  nur  den  allgemeinen  Eindruck 
der  Versunkenheit  in  eine  seelische  Empfindung 
eher  früher  als  heiterer  Natur.  Zwar  das  Gesicht 
ist  stark  beschädigt,  die  Nase  gänzlich,  der  Mund 
zum  grössten  Teil  zerstört,  doch  die  Winkel  der, 
wie  aus  der  Sichtbarkeit  des  oberen  Gaumens 
erhellt,  etwas  erregt  geöffneten  Lippen  waren 
gesenkt,  und  die  ungewöhnlich  starke  Beugung 
des  Hauptes  nach  vom  im  Verein  mit  dessen 
Neigung  zur  Seite  und  dem  nach  unten  gehenden 
Blick  erinnert  lebhaft  an  die  leise  Wehmut  so 
mancher  Grabstelenköpfe.  Zunächst  als  Aphro- 
dite gedeutet  (Stais,  Kavvadias),  ist  die  Figur 
von  mir  (Verhandl.  d.  Munclm,  Philol  -Versainml. 
1891,  8. 246  ff.)dem  bacchischen  Kreise  zugewiesen, 


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Athen.  17 


von  Milchhöfer  (Jahrb.  d.  arch.  Inst.  1892,  S.  203  ff.) 
als  Dike  in  Anspruch  genommen  worden.  Was 
von  Inhalt  aus  dem  Kopfe  herauszulesen,  sprü  ht 
keineswegs  zu  Gunsten  der  Milchhöferschen  Hypo- 
these. — Zuverlässiger  kann  die  kunstgeschieht- 
liehe  Stellung  des  Werkes,  auch  nach  dem  Kopfe 
allein,  bestimmt  werden.  Man  irrt,  die  Schöpfung 
noch  in  das  5.  Jahrli.  zurück  zudatieren.  Wie 
der  Geist  und  das  Empfinden  einer  etwas  jün- 
geren Zeit  in  den  sanften,  anmutigen  Rhythmen, 
in  welchen  der  Kopf  auf  dem  Halse  sich  wiegt, 
dieser  vom  Oberkörper  sich  hinaufschwingt,  so 
hekundet  auch  die  Formgebung  im  Einzelnen  sich 
als  eine  fortgeschrittenere.  Der  Hals  ist  weniger 
massig,  schmächtiger  gebildet  und  delicater  aus- 
modelliert, als  in  Werken  selbst  vom  Ausgang 
des  5.  Jahrh.;  Stirn  und  Wangen  sind  schon 
weniger  flächig  gezeichnet,  schon  mehr  zuge- 
rundet,  die  Kinnpartie  eingezogener,  das  Relief 
der  Augen  bei  tieferer  Einbettung  gesteigert,  alle 
Conture  etwas  weniger  scharf  und  geschwungener. 
Doch  dabei  ist  die  Arbeit  allerdings  nicht  ganz 
frei  von  Spuren  der  älteren  Kunstübung.  Dahin 
gehören  die  im  Vergleich  zu  Werken  wenigstens 
des  mittleren  4.  Jahrh.  noch  etwas  kräftige  Masse 
des  Hinterhauptes  und  die  Haardisposition  un- 
mittelbar über  der  Stirn.  Die  Haare  — im  Gegen- 
satz zu  der  im  o.  Jahrh.  so  beliebten  Führung 
in  höheren,  energischeren  Wellen  vielmehr  in 
niedrigeren  entwickelt  und  dadurch  nicht  minder 
als  durch  ihr  Verhältnis  zu  der  Breite  und  Stelle 
des  Bandschmucks  schon  an  Werke  erinnernd 
wie  die  Venus  von  Arles  und  besonders  den 
praxitelischen  Sauroktonos  — sind  auffallend 
trocken  behandelt,  ja  tragen  überhaupt  nicht  den 
vollen  Charakter  von  Marmorarbeit,  die  in  den» 
Haarwerk  vor  Allem  Lockerung  und  kräftige 
Gegensätze  von  Licht  und  Schatten  erstrebt.  Un- 
willkürlich werden  wir  durch  diese  Beobachtung 
zu  der  Frage  gedrängt,  ob  hier  nicht  eine  Be- 
einflussung durch  Bronzetechnik  stattgehabt  hat. 
Für  ein  Original  im  eigentlichen  Sinne  des  Wor- 
tes, den  Archetypus  der  vorhandenen  Repliken, 
vermag  ich  das  epidaurische  Exemplar  nicht  zu 
halten.  Als  Freistatue  ausser  architektonischem 
Verband  concipiert,  steht  das  Werk  im  Ganzen 
doch  nur  auf  der  Höhe  eines  allerdings  vortreff- 
lichen Decorationsstückes  und  ist  im  Einzelnen 
keineswegs  gleichen  Verdienstes  und  gleicher 
Art:  hier  scheinbar  frei,  nur  des  Künstlers 
eigener  Intention  folgend,  frisch  und  schneidig, 
mehr  auch  im  Marmorstil,  dort  ohne  besonderen 
Ausdruck  der  Formempfindung,  mehr  nüchtern 
säuberlich,  imitativ  und  trocken.  So  kann  der 
angedeutetc  Charakter  des  Haares  seinen  Grund 

ArDdt-Amwlaag,  Photogr.  Eins«laafbaliratm  Ul. 


so  gut  darin  haben,  das»  erst  der  Kopist,  welcher 
offenbar  derZeit  des  Originals  nahe  stand,  diesem 
jene  bronzestilistischen  Merkmale  einarbeitete, 
als  dass  dieselben  schon  dem  Original  eigen 
waren,  sei  es  als  Effect  der  individuellen  Rich- 
tung seines  Schöpfers,  sei  es  mehr  des  von  ihm 
benützten  Materials,  mit  anderen  Worten,  sei  es, 
dass  das  Original  überhaupt  Bronze  war. 

(Flasch.) 

631  und  632.  Hermes  von  Aigion,  Ober- 
körper. Kavv.  241.  Zusammen  mit  einer  Ge- 
wandstatue praxitelischen  Stils  (Kavv.  242; 
Replik  der  Dresdner  kleinen  Herculanenserin) 
auf  einem  Grabe  gefunden.  — Geringwertige 
Kopie  römischer  Zeit  nach  einem  Originale 
des  5.  Jahrh.  Eine  Wiederholung  des  Kopfes 
nach  Graef  (bei  Kekule,  Idolino,  S.  19)  in  Rom 
(Matz-Duhn  1069).  Eine  Replik  in  Neapel  (Im. 
6073,  Clara«:  942,  2411)  ist  besser  gearbeitet  und 
giebt  die  Züge  des  Originals  im  Körper  jedenfalls 
getreuer  wieder,  zeigt  aber  in  dem  Kopfe  (nach 
meinen  Aufzeichnungen  mit  Bruch  aufsitzend,  aber 
sicher  zugehörig;  nach  FurtwÄngler,  Meisterwerke 
S.  505,  der  Statue  fremd)  eine  Abweichung,  indem 
demselben  auf  G rundlag«1  des  Idealtypus  porträt- 
hafte Züge  gegeben  sind.  Die  Erklärung  liegt 
nahe,  dass  auch  die  Neapler  Figur  eine  Grab- 
statue war,  deren  Kopf  den  Zügen  des  Ver- 
storbenen angeähnelt  wurde.  Die  Neapler  Statue 
zeigt  im  Körper  die  allerengste  Verwandtschaft 
mit  dem  Hermes  Ludovisi  (E-V  No.  270.  271. 
Furtwängler,  M-W  S.  86),  indem  nicht  nur  das 
Standmotiv  das  gleiche  ist,  sondern  beide  auch 
in  der  Rumpfhildiing  mit  den  breiten  Schultern, 
in  den  relativ  kurzen  Unterschenkeln  und  in  der 
feinen  Modellierung  von  Kniescheibe  und  Knöcheln 
übereinstimmen.  Der  Hermes  von  Aigion  zeigt 
im  Körper  Abweichungen  zu  Gunsten  einer  grösse- 
ren Schlankheit  in  Rumpf  und  Extremitäten,  und 
auch  die  Detailformeii  sind  durch  den  Kopisten 
sehr  verflaut  worden.  Dagegen  steht  der  Kopf 
in  der  schmalen  und  feinen  Bildung  des  Unter- 
gesichts und  in  der  Wiedergabe  von  Augen  und 
Stirn  dem  Hermes  Ludovisi  sehr  nahe,  wenn  auch 
das  in  längeren  Strähnen,  nicht  in  kurzen  Locken 
geordnete  Haar  auf  eine  um  ein  Geringes  jün- 
gere Zeit  weist.  Trotzdem  scheint  es  mir  mög- 
lich, das  aus  der  Neapler  und  der  athenischen 
Statue  zu  reconstruierende  Vorbild  demselben 
Meister  zuzuschreiben,  der  das  Original  des  Her- 
mes Ludovisi  geschaffen  hat.  Furtwängler  (a.  a.  O.) 
vermutet  in  ihm  Telephanes  von  Phokaea.  Jeden- 
falls muss  es  ein  Künstler  aus  der  Mitte  oder 
dem  dritten  Viertel  des  5.  Jahrh.  gewesen  sein, 
der  dem  Kreis  des  Phidias  nahe  stand,  aber  in 

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18 


Athen. 


der  schweren  Rumpfbildung:  auch  den  Einfluss 
Polyklets  erfuhr.  — Für  eine  Verwendung  des 
gleichen  Motive»  des  Hermestypus  Aigion*  Neapel 
im  jüngeren  polykletischen  Kreise  hat  Furt- 
wängler,  M-W  S.  504,  eine  Gruppe  von  Statuen 
zusammen  gestellt.  Vgl.  dazu  Arndt,  E-V  No. 
218—215.  — Endlich  ist  derselbe  Grundgedanke 
auch  in  der  Art  des  4.  Jahrh.  behandelt  worden 
in  dem  Hermes  von  Atalanti  und  seinen  Ver- 
wandten (vgl.  E-V  Nr.  655)  und  in  dem  Hermes 
von  Andres.  Wahrend  dieser  deutlich  eine  völlige 
Neuschöpfung  ist,  neigt  Furtwingler  für  den 
Hermes  von  Atalanti  mehr  zu  der  Ansicht  einer 
successiven  Umbildung  des  alten  Typus  durch 
die  Kopisten.  Ich  glaube  aber,  dass  wir  auch 
hier  originale  Vorbilder  des  4.  Jahrh.  vorauszu- 
setzen  haben,  da  es  immer  klarer  wird,  dass  die 
„Motive“  als  solche  für  den  griechischen  Künstler 
Allgemeingut  waren  und  von  jeder  Zeit  und  Kunst- 
schule als  in  antikem  Sinne  „neu“  behandelt  zu  1 
denken  sind.  (Bulle.) 

633  und  634.  Kopf  der  Statue  des  Her- 
mes von  Troezen.  Kavv.  243.  Besondere  Auf- 
nahme des  1.  Profiles  auch  im  Bull,  de  corr.  hell. 
1892,  pl.  II.  Phot,  der  ganzen  Statue  in  Athen 
käuflich.  Die  Statue  gehört  nach  Körper-  und 
Gewandbebamllung  in  den  Kreis  der  E-V  218  bis 
215  besprochnen  Werke;  di  recte  Parallelen  zum 
Kopftypus  sind  mir  nicht  gegenwärtig.  Hatte 
Kopisteuarbeit,  im  Kopfe  besser  als  in  Körper 
und  Gewand.  (Arndt.) 

635  und  636.  Hermes  von  Atalanti, 
Oberkörper.  Kavv.  240.  Phot,  der  ganzen  Statue  ! 
in  Athen  käuflich  (besonders  gute  Phot,  auch  von  1 
Sebali  in  Konstantinopel).  Unsere  Aufnahmen 
des  Kopfes  sind  leider  nicht  besser  gelungen,  als 
die  des  athenischen  Instituts  (N-M  25).  Gute  Arbeit 
wohl  griechischer  Zeit,  nach  einem  Vorbild  des  ( 
4.  Jahrh.  v.  C.  — Repliken:  1)  „Mercure  Riche- 
lieu“, Paris,  Louvre.  Fröhner,  Notice  Nr.  177.  j 
Kopf  mit  ergänztem  Hals  aufsitzend,  nach  Froh-  | 
ncr  und  Furtwingler  (M-W  S.  505,  Anm.  6)  zu-  ■ 
gehörig,  nach  Clarac  (816,  1542)  nicht  zugehörig. 
Nach  der  Photographie  von  Giraudon  No.  1196 
scheint  er  wesentlich  älteren  Stils  als  der  Körper; 
jedenfalls  weicht  er  von  dem  dem  Hermes  von  j 
Atalanti  zu  Grunde  liegenden  Idealtypus  völlig  ab. 

2)  Berlin  No.  200.  Gearbeitet  von  dem  Parier  Anti- 
phaues  im  1.  Jahrh.  n.  Uhr.  Kopf  neu.  8)  München, 
Glyptothek  No.  156.  Kopf  neu.  — Alle  drei  Wieder- 
holungen unterscheiden  sich  von  dem  Hermes  von 
Atalanti  darin,  dass  der  Kopf  zur  1.  Körperseite 
gewendet  war.  Es  geht  dadurch  die  diesem  in- 
folge der  Wendung  zur  Spielbeinseite  eigne  I 
Brechung  des  Rhythmus  verloren.  Furtwangler  ; 


(a.  a.  O.)  sieht  auch  in  dieser  Gruppe  spätere 
Kopistenvarianten  eines  älteren  Typus.  Schon 
oben  zu  No.  631  habe  ich  bemerkt,  dass,  wenn 
auch  hie  und  da,  namentlich  in  der  Behandlung 
der  Chlaiuys,  manches  vom  Kopisten  willkürlich 
geändert  sein  mag,  mir  doch  überall  Originale 
aus  zeitlich  verschiedenen  Schulen  zu  Grunde  zu 
liegen  scheinen.  Für  den  Hermes  von  Atalanti 
ist  allerdings  auch  Furtwängler  geneigt,  ein  Ori- 
ginal aus  lysippischem  Kreise  anzunehmen.  Der 
Kopf  zeigt  neben  dem  lysippischen  Charakter  in 
Haar  und  Augen  einige  individuelle  Züge  in 
Mund  und  Kinn,  hauptsächlich  aber  in  der  Nase 
mit  ihrem  eigentümlichen  Höcker,  so  dass  auch 
hier  wie  bei  dem  Neapler  Hermes  (oben  No.  631) 
der  Gedanke  nahe  liegt,  dass  die  .Statue  als 
Grabmal  verwendet  war,  und  man  deshalb  dem 
Kopfe  Porträtzüge  beimischte.  — Für  die  Da- 
tierung des  Originals  ist  wichtig,  dass  neben  dem 
lockeren  Standmotiv  lysippischer  Art  sich  im 
Rumpf  noch  starke  Anklänge  an  die  schwereren 
und  flacheren  polykletischen  Verhältnisse  finden. 
Da  nun  Lysipp  den  Kanon  des  Polyklet  seinen 
Lehrmeister  genannt  haben  soll,  und  da  die  Ent- 
lastung des  Spielbeines  hier  noch  nicht  ganz  so 
weit  geht,  wie  hei  dem  Apoxyotnenos,  so  möchte 
ich  die  Vermutung  wagen,  dass  ein  Original  aus 
der  frühesten  Zeit  des  Lysipp  hier  zu  Grunde 
liegen  könne.  Im  Kopfe  sind  Anklänge  an  Werke 
wie  den  Ares  Ludovisi  zu  erkennen.  Nach  dem 
Zeugnis  der  drei  Repliken  sind  wir  gezwungen, 
anzunehmen,  dass  am  Originale  der  Kopf 
zur  Standbeinseite  gewendet  war.  Die  Drehung 
zur  Spielbeinseite , die  den  lysippischen  Rhyth- 
mus eigentlich  erst  vollständig  macht,  ist  dann 
allerdings  wohl  eine  Änderung  des  Kopisten,  ge- 
macht nach  den  Mustern  aus  Lysipp*  Blütezeit. 
Auch  die  Beimischung  von  Porträtzügen  ist,  als 
für  einen  besonderen  Zweck  geschehen,  wohl 
dem  Kopisten  zuzuschreihen. 

Während  des  Druckes  erhalte  ich  durch 
Arndt  die  Photographie  einer  vierten  Wieder- 
holung, die  soeben  der  Jacobsenschen  .Sammlung  in 
Ny-Carlsberg  einverleibt  worden  ist,  und  die  die 
Frage  in  ein  neues  und  klareres  Licht  rückt.  Es 
fehlen  der  r.  Unterarm  und  die  1.  Hand;  der  r. 
Unterschenkel  von  Knie  bis  Knöchel  ist  ergänzt. 
Der  Kopf  (erg.  Nase  und  Mund)  ist  gebrochen, 
aber  zugehörig.  Er  ist  zur  linken  Körperseite 
gewendet,  w’ie  an  den  anderen  Repliken.  Mit 
dem  auf  dem  Mercurc  Richelieu  sitzenden  hat  er 
keinerlei  Ähnlichkeit.  Dagegen  ist  er  dem  des 
Hermes  von  Atalanti  nahe  verwandt  in  der  Haar- 
bebandlung,  der  Umgrenzung  der  Stirn,  der  weiten 
Öffnung  der  Augenhöhlen.  Doch  sind  alle  Flächen 


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Athen, 


19 


des  Gesichts,  die  bei  jenem  reich  durchmodelliert 
und  bewegt  sind,  bei  dem  Jacobsenschen  Kopf  glatt 
und  einfach;  das  Untergesicht  ist  bei  ihm  schma- 
ler und  ohne  alle  individuellen  Züge.  Ich  zögere 
daher  in  Übereinstimmung  mit  den  obigen  Aus- 
führungen nicht,  in  dem  neuen  Kopfe  den  voraus- 
gesetzten Idealtypus  zu  sehen,  den  der  Künstler 
des  Hermes  von  Atalanti  seiner  porträthaften 
Umbildung  zu  Grunde  legte.  Auch  die  Be- 
ziehungen zu  den  Anfängen  Lysipps  dürften  bei 
einem  eingehenderen  Studium,  das  nach  der 
Photographie  allein  nicht  möglich  ist,  standhalten. 
Zu  bemerken  ist  ferner,  dass  die  Ghlamys  bei 
den  vier  Wiederholungen  übereinstimmend  in 
einem  einfachen  Bausche  auf  der  Schulter  auf- 
liegt, während  beim  Hermes  von  Atalanti  sich 
die  beiden  Faltenzüge  überschneiden,  und  die 
ganze  Gewandmasse  höher  aufgebauscht  ist. 
Auch  hier  wird  also  das  oben  Gesagte  in  der 
Richtung  bestätigt,  dass  die  Statue  von  Atalanti 
eine  pathetischere  Fortbildung  des  Originales  ist. 
Da  ihr  Künstler  eine  nicht  unbeträchtliche  Selb- 
ständigkeit verrät,  so  werden  wir  gut  thun,  ihn 
nicht  zu  weit  hinabzudatieren;  deshalb  ist  der 
Sachverhalt  wohl  so  zu  formulieren,  dass  der 
Künstler  etwa  im  3.  Jahrh.,  noch  unter  dein 
fortdauernden  Einfluss  der  lysippischen  Rich- 
tung, in  diesem  Werke  eine  zeitgcmässe  Um- 
bildung des  älteren  Typus  vernahm.  Es  stehen 
also  hier  die  vier  Kopien  römischer  Zeit,  die  den 
Typus  des  4.  Jahrh.  im  Wesentlichen  getreu 
wiedergehen , einer  freien  und  umgeänderten 
Wiederholung  aus  nicht  zu  später  griechischer 
Zeit  gegenüber.  (Bulle.) 

637  und  638.  Kopf  einer  Statue,  an- 
geblich des  Dio  nyso  s,  aus  Eleusi  s.  Kavv. 
255.  Phot,  der  ganzen  Statue  in  Athen  käuflich. 
Die  Statue  wird,  offenbar  wegen  ihrer  hohen 
Stiefel,  die  trotz  der  Ergänzungen  an  dieser  Stelle 
gesichert  sind,  von  Kawadias  vermutungsweise 
für  Dionysos  erklärt.  Der  Fundort,  derselbe,  wo 
der  sog.  Eubuleus  zu  Tage  gekommen  ist 
agx-  1886,  p.  259,  No.  1),  legt  den  Gedanken  an 
eine  andere  Deutung  nahe:  auf  den  auf  die  My- 
sterien bezüglichen  Vasen  Baumeister,  Denk-  j 
mäler  s.  v.  Eleusinia  p.  474  und  475  und  Müller- 
Wieselerll,  Taf.  10, 112,  trägt  eine  als  Daduc  hos 
gedeutete  Figur,  die  ebenfalls,  wenigstens  auf  | 
zweien  der  Vasen,  langgelockt  ist  und  ein  ähn- 
liches kurzes  Gewand  trägt,  die  nämlichen  Stiefel. 
Man  würde  dann  der  Statue  Fackeln  als  Attribut 
in  die  Hände  zu  geben  haben.  Ein  Beweis  für 
diese  Deutung  lässt  sich  freilich,  soviel  ich  sehe, 
nicht  erbringen.  — Die  Statue  ist  ein  deeorativ 
gearbeitetes  Original  praxitelischer  Zeit;  der  quer 


über  den  Leib  sich  ziehende  Gewandwulst  ist  mit 
dem  entsprechenden  am  vaticanischen  Sardanapal 
zu  vergleichen.  Unten  im  Gewand  Liegefalten. 
Dem  Kopfe  steht  der  Berliner  weibliche  Kopf 
616,  ein  schönes  Original  etwa  aus  dem  Beginn 
der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrh.,  im  Ausdruck 
nahe.  (Arndt.) 

639  und  640.  Kopf  der  Statue  eines 
vorwärts  schreitenden  Jünglings.  Kavv. 
246,  Phot,  der  ganzen  Statue  in  Athen  käuflich. 
Neu;  Nase,  Kinn;  wie  es  scheint,  auch  die  Pu- 
pillen. Der  Kopf  war  gebrochen,  ist  aber  zur 
Statue  gehörig.  Auf  dem  Oberkopfe  eine  horizon- 
tale, bis  auf  einige  grobe  Meisseihiebe  glatte 
Schnittfläche,  und  im  Anschluss  an  diese,  nicht 
ganz  vertical  zu  ihr,  über  dein  r.  Ohr  eine 
kleinere  Schnittfläche  mit  Stiftloch  (beide  auf  der 
Phot,  des  Profils  sichtbar).  Offenbar  waren  der 
Oberkopf  und  ein  kleiner  Teil  des  r.  Schädels 
aus  einem  Stücke  angestückt,  und  dieses  Marmor* 
stück  war  durch  einen  in  dem  Stiftloch  sitzenden 
Dübel  am  unteren  Kopfe  festgehalten.  Hinten  I. 
vom  Scheitel  ist  ein  viereckiges , ca.  5 cm  tiefes, 
2 cm  breites  Loch,  das  zu  weit  von  der  An- 
stfickungsflächc  entfernt  ist,  um  mit  ihr  in  Ver- 
bindung stehen  zu  können.  Über  seinen  Zweck 
habe  ich  keine  einleuchtende  Vermutung.  Eine 
nochmalige  Untersuchung  des  Originales  von  einer 
der  Marniorarbeit  und  der  antiken  Praxis  kun- 
digen Seite  scheint  mir  wünschenswert.  — Die  Deu- 
tung der  Statue  schwankt  zwischen  Hermes  und 
Perseus;  vgl.  darüher  Kawadias  a.  a.  O.,  wo  die 
Litterntur  angeführt  ist,  ferner  Milchhöfer,  die 
| Museen  Athens  p.  18,  No.  4,  und  E-V  184.  Der  an 
letzterer  Stelle  gegebene  Hinweis  auf  die  wahr- 
scheinlich auf  Münzen  nachgebildete  Statue  des 
Hermes  Agoraios  erledigt  sich  durch  die  Berner- 
| kungen  von  Scherer  bei  Roscher  s.  v.  Hermes  Sp. 

| 2897  f.  und  von  Hitzig  und  Blümner,  Pauaaniae 
Graeciae  descriptio  I,  p.  198,  wonach  die  Statue  von 
archaischem  Stile  war,  mit  angebundenem  Haar. 
Auch  die  von  mir  a.  a.  O.  gegebene  stilistische 
Beurteilung  der  Statue  ist  unrichtig.  Der  Stil 
des  Torsos  (besonders  gute  Phot,  von  P.  Schah, 
Konstantinopel,  als  „Patrocle  au  templc  de 
Thösee“,  No.  127,  Folio)  stimmt  durchaus  zu  dem 
des  schlechter  gearbeiteten  Kopfes,  welcher  dem 
auf  Skopas  zurückgeführten  Meleager  (vgl.  z.  B. 
E-V  518/519)  nahe  steht.  Die  Körperformen,  bei 
strenger,  vorlysippischer  Anlage  des  Ganzen  im 
Einzelnen  weich  und  rund,  fuhren  auf  die  Mitte 
des  4.  Jahrh.  Die  Chlamys,  deren  Behandlung 
vor  Allem  mich  früher  zur  Ansetzung  der  Statue 
in  das  5.  Jahrh.  verführt  hatte,  kann  nicht  etwa 
Kopistenzuthat  sein,  da  sie  bei  allen  Wieder- 

2* 


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20 


Athen. 


holungen  in  gleicherweise  sich  timlct.  Die  Reste 
altertümlicher  Kunst  weise  im  Gewand,  die  mir 
auch  heute  noch  vorhanden  zu  sein  scheinen, 
mögen  sich  daun  ähnlich  erklären,  wie  das 
starke  Xachlehen  polykletischer  Schultradition  in 
den  Kör|»ern  des  praxitelischen  und  skopasischen 
Kreises.  S.  auch  unten  unter  No.  718. 

(Arndt.) 

641  und  642.  Kopf  der  Statuette  des 
Satyrs  von  Lamia.  Kavv.  239.  Phot,  der 
ganzen  Statue  in  Athen  käuflich.  Über  die  zeit- 
liche Ansetzung  der  Statue  g.  E-V  247,  über 
einen  verwandten  Kopf  ebenda  No.  491.  Der 
Kopf,  mit  Spitzohren  und  einer  Binde  im  Haar, 
erinnert,  wie  schon  mehrfach  bemerkt  worden 
ist,  an  Typen  praxitclischer  Zeit,  wie  den  sog. 
Periboetos,  den  Eubuleus;  auch  der  (doch  wohl 
zugehörige?)  Kopf  des  Ganymed  des  Leocharcs 
steht  nicht  fern.  Die  Arbeit,  obwohl  recht  fein, 
ist  wegen  der  starken  Bohrung  des  Haares  doch 
wohl  nicht  original.  (Arndt.) 

643.  Kopf  der  Statue  des  das  Diony- 
sos kind  tragen d en  Si lens.  Kavv.  257;  da- 
selbst Litteratur.  Phot,  der  ganzen  Statue  in 
Athen  käuflich.  Zur  Deutung  s.  Friederichs- 
Wolters  1503  und  Le  Bas-Reinach  p.  60,  p|.  27. 
Die  Statue,  ein  Original  massiger  Arbeit,  wird 
von  Wolters  richtig  in  „noch  verhältnismässig 
frühe  Zeit“  gesetzt.  Der  ruhige,  gleichmäßige 
Stand  der  Figur  und  die  Faltengebung  des  Hiimi- 
tions  weisen  etwa  auf  das  Ende  des  5.  Jahrh. 
Aus  diesem  Grunde  habe  ich  die  vorliegende 
grössere,  leider  nicht  besonders  gut  gelungene 
Aufnahme  der  beiden  Köpfe  hergestellt.  Der 
eine  nimmt  voraussichtlich  in  der  Entwicklungs- 
geschichte des  Silenstypus  seinen  bestimmten 
Platz  ein,  als  eines  der  frühesten,  wenn  nicht 
das  früheste  Beispiel  der  Steigerung  desselben 
in  das  Viehische,  und  ist  auch  für  die  Datierung 
der  verschiedenen  Sokratestypen  von  Interesse, 
und  die  Maske,  die  das  Dionysoskind  hält  und 
deren  edle  Züge  einen  seltsamen  Contrast  zu  der 
scheußlichen  Silensfratze  neben  ihr  (sowie  zu 
dem  Kopfe  des  Dionysoskindes)  bilden,  ist,  falls 
meine  Datierung  der  Statue  das  Richtige  trifft, 
als  Original  vom  Ausgang  des  5.  Jahrh.  für  die 
Typengeschichte  der  antiken  Masken,  die  noch 
nicht  geschrieben  ist,  von  wesentlicher  Bedeutung. 

(Arndt.) 

644 — 646.  Altertümlicher  Jünglings- 
kopf. Kavv.  67.  Milchhöfer,  Museen  Athens 
p.  80,  No.  2586.  Vom  Dipylon.  Die  Nase  war 
bereits  im  Altertum  angesetzt.  Der  Kopf,  ein 
Original  geringer  Arbeit,  ist  von  Wolters  (bei 
Lcpsius,  Marmorstudien  p.  79,  No.  131)  richtig 


den  myronischen  Typen  angereiht  worden.  Er 
ist  nächstverwandt  dein  Hermes  Ingenui  der 
Galleria  delle  Statue  (Furtwüngler,  Meisterwerke 
( p.  861).  Das  eigentümlich  Verdrossene,  Mür- 
rische hat  er  mit  einem  anderen  Werke  des 
nämlichen  Kunstkreises,  dem  sog.  Julia  (Capitol 
Helbig  415;  Stockholm  Lagrelius  III,  59)  gemein. 
Die  Stirn  ist  ungewöhnlich  stark  bewegt. 

(Arndt.) 

647—  649.  Weiblicher  Kopf  mit  lluube. 
Kavv.  186.  Die  I.  Hälfte  des  Oberkopfes  war  auf- 
gekittet.  Flüchtige  Kopie  nach  einem  Original 
aus  dem  Ende  des  5.  oder  Anfang  des  4.  Jahrh. 
Aufs  Engste  verwandt  (aber  wegen  anderer  Kopf- 
wendung und  abweichender  Begrenzung  der  Stirn 
nicht  Replik)  mit  dem  schönen  Kopf  vom  Palatin 
im  Thermenmuaeum , in  dem  inan  wohl  ein 
griechisches  Original  sehen  darf  (Helhig,  Guide 
to  the  coli,  in  Rome  No.  1064.  Abg.  Mon.  ant. 
dei  Lincei  V,  S.  71,  72}.  Der  Kopf  in  Wien  hei 
' von  Sacken,  Antike  Sculpturen  des  Münz-  und 
Antikencabinets  in  Wien,  Taf.  12  links,  scheint 
dagegen  eine  wirkliche  Replik  des  pilaümschen 
Kopfes  zu  sein,  llelbigs  und  Petersens  (Rüm. 
Mitt.  1893,  S.  96,  6)  Datierung  des  Kopfes  vom 
Palatin  in  die  Mitte  des  4.  Jahrh.  scheint  mir  zu 
jung,  da,  auch  abgesehen  von  der  im  5.  Jahrh. 
j so  sehr  beliebten  Häuhchentracht,  in  der  schweren 
1 und  scharfen  Behandlung  der  Augenlider  und  in 
den  vollen  runden  Wangen  sich  eine  Formen- 
gebung  zeigt,  die  den  auf  Alkamenes  bezogenen 
Köpfen  noch  nabe  steht.  (Bulle.) 

650  und  651.  Weiblicher  Kopf.  Kavv. 
No.  ? Abgüsse  h.  a.  in  München  und  Dresden. 
Löcher  für  Ohrringe.  Vom  Scheitel  abwärts  zieht 
sich  eine  senkrechte  Schnittfläche  mit  tiefem 
Dübelloch  für  den  ehemals  angestückten,  jetzt 
fehlenden  Hinterkopf.  Schönes  1.  Ohr.  Zwischen 
den  Lippen  ist  ein  Marmorsteg  sichtbar.  Im 
Umriss  des  Kopfes,  in  den  herabgezogenen  Mund- 
I winkeln,  auch  in  dem  aus  der  Stirn  gestrichenen 
I Haar  glaube  ich  die  letzten  Ausläufer  der  Kunst- 
! weise  des  Kasseler  Apollon  erkennen  zu  dürfen. 

Der  Kopf,  eine  ganz  feine,  wohl  originale  Arbeit, 
j mag  in  die  Jahre  440  —420  gehören.  (Arndt.) 

652  und  653.  Weiblicher  Kopf.  Kavv. 
! No.  ? Stark  corrodiert.  Zum  Einsetzen  in  eine 
| Statue  gearbeitet.  In  den  Kreis  der  E-V  422/23 
besprochenen  Werke  gehörig.  (Arndt.) 

654  und  655.  Zwei  jugendliche  männ- 
liche Köpfe. 

a.  = Kavv.  194?  Gips  u.  a.  in  München. 
Geschwollene  Ohren.  Hübsches,  flüchtig  gearbei- 
tetes Original  aus  dem  Kreise  des  Skopas.  Unter- 
lebensgross. 


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Athen. 


21 


b.  = Kaw.  195.  ’iäyij/u  oqx-  1896,  p.  65  ff., 
nly.  4 (Pliarmakowsky).  Unterlebensgross.  Die 
Augen  waren  eingesetzt.  Geschwollene  Ohren. 
Der  Unterteil  der  Nase  war  besonders  an- 
gestückt.  Aus  dem  Anfang  des  4.  Jahrh. 

(Arndt.) 

636  and  657.  Jugendlicher  männlicher 
Kopf.  Kaw.  189.  Geschwollene  Ohren.  Harte 
Kopie.  Das  hässliche  Kinn,  Nase  und  Blick 
ausserordentlich  individuell.  Der  Kopf  steht  in 
der  Mitte  zwischen  einem  Typus  wie  E-V  455/56 
und  dem  lysippisrhen  Apoxyonienos,  an  den  er 
namentlich  in  der  Bildung  und  Bewegung  der 
Stirn  erinnert.  (Arndt.) 

658 — 860.  Köpfe  des  Grabreliefs  Kaw. 
716  -=  Friederichs -Wolters  1045  (l’hot.  Athana- 
sius Konstantinou  61,  35).  Conze,  Grabreliefs 
Taf.  LXIX,  No.  293.  Aus  der  Zeit  des  Partlienon- 
frieses;  zu  658  vgl.  z.  B.  E-V  726,  den  Kopf  der 
„Demeter“.  An  den  Figuren  sind  die  Gewand- 
falten hinten  im  Nacken  auffällig;  dieselben 
kehren  bei  Kaw.  714  wieder.  Das  Belief  ist 
eines  der  schönsten  des  strengen  Stils.  Im  Detail 
manche  Fehler  und  Nachlässigkeiten,  wie  im 
Gewand  der  Frau,  in  den  Händen,  vor  Allem  in 
der  L des  Mannes,  aber  man  vergisst  diese 
Schwächen  über  der  ernsten  Stimmung  des 
Ganzen  und  den  wahrhaft  herrlichen  Köpfen! 

(Arndt.) 

661—664.  Köpfe  des  Grabreliefs  Kaw. 
715  — Friederichs- Wolters  1012  (Phot.  Konstan- 
tinou 61,  16).  Lepsius,  Marmorstudien  p.  81, 
No.  156.  Reber-Bayersdorfer,  Klassischer  Sculp- 
tnrensebatz  No.  3.  Aus  Salamis.  Zeit  des  Par- 
thenonfrieses. (Arndt.) 

665.  Kopf  vom  Grabstein  der  Melite. 
Kaw.  720.  Phot.  Konstantinen  61.  1;  eine  bessere 
in  der  Collection  Merlin  in  Athen  käuflich.  Conze, 
Grabreliefs  Taf.  CL,  no.  803.  Aus  dem  Piräus.  Das  , 
Relief  gehört  nach  Inschrift  und  Stil  in  das  Ende 
des  5.  oder  in  den  Beginn  des  4.  Jahrh.  (So  auch 
Conze  a.  a.  O.)  In  der  Gewandung  hat  die  Figur 
Bezöge  sowohl  zur  Eirene  als  zur  sog.  Genetrix, 
zwei  mehr  als  eine  Generation  auseinanderliegen- 
den  Werken;  das  Aufstützen  des  einen  Armes, 
durch  welches  noch  keine  eigentliche  Entlastung 
des  Körpers  herbeigeführt  wird,  hat  sie  mit 
Werken  des  5.  Jahrh.,  wie  den  beiden  Berliner 
Statuen  Katalog  586  und  Arch.  Anzeiger  1893, 
p.  74,  gemein.  Die  Bildung  der  oben  spitz  zu-  . 
laufenden  Stirn  kehrt  ebenfalls  bei  der  Eirene 
wieder.  (Arndt.) 

666—671.  Köpfe  des  Grabreliefs  Kaw. 
717.  Phot,  von  Ath.  Konstantinou;  eine  schöne 
Aufnahme  des  Gipses  bei  Löwy  in  Wien  käuf- 


lich. Conze,  Grabreliefs  Taf.  LXXX,  No.  322. 
Das  Relief  gehört,  wie  das  vorige,  in  die  Wende 
vom  5.  zum  4.  Jahrh.;  die  dreieckige  Bildung 
der  weiblichen  Stirn  ist  für  diese  Zeit  besonders 
bezeichnend.  (Arndt.1! 

672.  Kopf  des  Grabreliefs  Kaw.  731. 
Gute  Phot,  des  Ganzen  in  der  Collection  Merlin. 
Dieses  Relief  ist,  wie  auch  Kavvadias  richtig  be- 
merkt bat,  durch  die  vollkommen  individuelle 
Bildung  des  Greisenkopfes  besonders  interessant. 
Die  nächste  Parallele  zu  diesem  aus  der  statua- 
rischen Plastik  bietet  das  Porträt  des  Antisthenes, 
das  voraussichtlich  nach  dessen  Tode,  also  etwa 
360,  entstanden  ist.  ln  dieser  Zeit  wird  also 
auch  das  Relief  gefertigt  worden  sein.  Vgl.  meine 
Bemerkungen  zu  Taf.  161—170  der  „gricch.  und 
röm.  Porträts“.  (Arndt.) 

673—676,  Köpfe  des  Grabreliefs  Kaw. 
833.  Aus  Rhamnus.  Dieses  Relief  gehört  in 
praxitelische  Zeit  Die  Frau  hat  den  aus  den 
Werken  jener  Periode  bekannten  Gewandwulst 
über  der  Brust;  ihr  Kopf  erinnert  an  die  Dronze- 
büstc  der  sog.  Berenike  in  Neapel  (Brunn-Bruck- 
manu  Taf.  385).  Den  Kopf  des  Mannes  wird 
man  am  ehesten  mit  dem  des  laterauensischeu 
Sophokles  vergleichen  können.  (Arndt.) 

677  und  678.  Kopf  vom  Grabrelief 
Kaw.  834.  Aus  Eleusis.  Kür  die  Datierung  des 
Reliefs  ist  das  Motiv  des  übergeschlagenen  Beines 
bedeutsam,  das  in  praxitelischer  Zeit  aufgekommen 
ist  (vgl.  Friederichs- Wolters  1501;  Ilelbig,  Führer, 
I,  19).  Die  Form  des  Helmes,  den  der  Knabe 
trägt  kehrt  u.  a.  auf  dem  sog.  Alexandersarkophag 
von  Sidon  wieder;  ein  entsprechendes  Exemplar 
in  Bronze,  in  Konstantinopel  erworben,  befindet 
sich  im  kgl.  Antikencahmet  in  Kojrenhagen.  Vgl. 
ferner  No.  695  — 697.  Die  Entstebungszeit  des 
Reliefs  wird  darnach  die  2.  Hälfte  des  4.  Jahrh. 
sein.  Der  Kopf  erinnert  an  den  von  Ilelbig 
fälschlich  auf  Alkibiadcs  bezogenen  Typus  (s. 
Führer  I,  92).  Ein  ganz  ähnlicher,  ebenfalls  von 
einem  attischen  Grabrelief  herrtthrender  Kopf 
befindet  sich  in  der  Sammlung  Barracco  (pl. 
53  bi*  der  Publication).  (Arndt.) 

679  und  680.  Kopf  vorn  Grabrclief 
Kaw.  736.  Conze,  Grabreliefs  Taf.  CXXXVI, 
no.  700.  Das  Relief  stammt  ans  der  Gegend  von 
Eleusis.  Kavvadias  bemerkt  richtig,  dass  es 
beachtenswert  ist  durch  die  Darstellung  der  Ver- 
storbenen im  Typus  von  Göttern.  Der  sitzende 
Bärtige  erinnert  stark  an  bekannte  Asklepios- 
figuren auf  Votivrcliefs,  der  stehende  Jüngling 
an  die  Statue  des  Hermes  von  Andros.  Diese 
Analogieen  sowie  der  Gesichtstypns  des  Sitzen- 
den verweisen  das  Relief  in  die  Mitte  des  4.  Jahrh., 


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22  Athen. 


nicht,  wie  man  aus  dem  Buchstabenchar&ktcr  der 
Inschrift  hat  schliessen  wollcnfs.Kavvadias  a.a.0.), 
in  den  Beginn  des  3.  Jahrh.  Dem  Gebrauche 
dieser  Zeit  würde  ausserdem  die  sumptuöse  Form 
des  Grabmals  widersprechen,  die  nach  dem  Er- 
lasse des  Demetrios  in  Athen  zunächst  nicht 
mehr  begegnet  (Arndt) 

681  — 685.  Köpfe  vom  Grabmal  des 
Prokleides.  Kavv. 737.  Conze,  Grabreliefs Taf. 
CXU,  no.  718.  Über  den  Stil  der  Köpfe  vgl. 
Winter,  Jahrbuch  d.  arcli.  Inst  1890,  p.  167; 
derselbe,  über  die  griechische  Porträtkunst,  1894, 
p.  17;  ihm  zustimmend  Kokille  in  den  Göttinger 
gelehrten  Anzeigen  1890,  p.  640;  widersprechend 
Furtwängler,  Meisterwerke  p.  320  f.  und  Statuen- 
kopieen  im  Altertum  p.  561,  Anm.  4.  Winter  stellt 
dem  Kopfe  des  stehenden  Mannes  denjenigen  des 
Münchener  Dioinedes  als  gleichzeitiges  Werk  zur 
Seite;  nach  meiner  Ansicht  hat  Furtwängler 
Recht,  der  zwischen  beiden  Köpfen  einen  Ab- 
stand von  fast  einem  Jahrhundert  erkennt  Man 
vergleiche  die  hier  gebotenen  Abbildungen  mit 
denen  des  Diomcdes  im  Atlas  zu  Furtwänglcrs 
Meisterwerken  Taf.  XIII.  Das  Relief  gehört  in 
die  Mitte  des  4.  Jahrh.;  die  Gestalt  der  Archippe 
erinnert  an  eine  Figur  des  sog.  Surenphage  des 
Pleureuses  in  Konstantinopel.  Kavvadias  versetzt 
das  Relief  unrichtig  in  das  3.  Jahrh.  — Man 
beachte  auch  die  höchst  individuelle  Nase  des 
Greises.  Seine  etwas  gezwungene  Hultung  er- 
klärt sich  offenbar  nicht  aus  Ungeschick  des 
Künstlers,  sondern  aus  der  Absicht,  die  Hin- 
fälligkeit und  Unsicherheit  des  Alters  wiederzu- 
geben. Das  Relief  ist  nicht  sehr  eingehend  ge- 
arbeitet, gehört  aber  zu  den  feinst  empfundenen. 

(Arndt.) 

686—689.  Köpfe  von  dem  Grabrelief 
Kavv.  870.  Phot.  Moraitis.  Conze,  Grabreliefs 
Taf.  LXXVIII,  No.  320.  Starke  Liegefalten  im 
Gewand  der  Stehenden.  Der  Kopf  der  Sitzenden 
erinnert  im  Profil  sehr  an  den  des  sog.  Apollon 
Lykeios  (vgl.  z.  B.  Collection  Barracco  pl.  59  a). 
Etwa  aus  dem  Beginne  der  zweiten  Hälfte  des 
4.  Jahrh.  (Arndt.) 

690 — 694.  Köpfe  von  dem  Grabrelicf 
Kavv.  832.  Conze,  Grabreliefs  Taf.  LXXXV,  No. 
337.  Dieses  herrliche  Relief  gehört  ungefähr  in 
die  Mitte  des  4.  Jahrh.  Die  beiden  weiblichen 
Köpfe  stehen  der  Demeter  von  Knidos  nicht  fern, 
das  Gewand  der  stehenden  Frau  hat  Analogieen 
am  Sarkophag  mit  den  Klagefrauen  in  Kon- 
stantinopel. Den  Kopf  des  Bärtigen  mag  man 
mit  dem  Porträt  des  Sophokles  vergleichen. 

(Arndt) 


695  — 697.  Kopf  vom  Grabmal  des 
A ri  s ton  aut  es.  Kavv.  738.  Athen.  Mitt  1893, 
p.  6 (Wolters).  Winter,  über  die  griech.  Porträt- 
kunst p.  18  f.  Amelung,  Basis  des  Praxiteles  aus 
Mantinea  p.  67.  Kunstrichtung  des  Skopas;  ihn 
selbst  als  Künstler  zu  nennen,  scheint  mir  kühn. 
Über  die  Helmform  s.  die  Bemerkung  zu  No.  677 
und678.  Der  Metallgegenstand,  der  den  Helm  zierte, 
war  vermutlich  ein  Kranz.  Muskeln,  Bauchadern 
und  Nabel  scheinen  unter  dem  Panzer  hervor. 
Die  Sammlung  Jacobsen  hat  kürzlich  das  ausser- 
ordentlich schöne  Fragment  (hoch  1,45)  eines 
attischen  Grabsteines  erworben,  der  dem  des 
Aristonautes  nahe  verwandt  gewesen  sein  muss: 
das  Oberteil  eines  bärtigen,  nach  unten,  wahr- 
scheinlich auf  den  besiegten  Feind  blickenden 
Kriegers,  mit  korinthischem  Helm.  (Arndt.) 

698  — 701  Köpfe  von  dem  Grabrelief 
Kavv.  869.  Yomllissos.  Sybel,  Weltgeschichte  der 
Kunst  p.  250  f.  Winter,  über  die  griech.  Porträt- 
kunst p.  17  f.  Furtwängler,  Meisterwerke  pp.  515, 
522,  528.  Auch  dieses  Relief,  gewiss  ebenfalls  die 
Arbeit  eines  Meisters  hohen  Ranges,  steht  in  Be- 
ziehungen zur  Kunst  des  Skopas.  Mit  dem  Kopfe 
des  Jünglings  vergleiche  man  den  Kopf  eines 
Faustkämpfers  aus  Olympia  (Olympia  III,  Taf.  54, 
3 und  4;  Friederichs- Wolters  322;  Baumeister  s. 
v.  Olympia  S.  1104  OO).  Ebenso  entspricht  die 
Korperbildung  mit  ihren  Reminiscenzen  an  ältere 
Werke  derjenigen  anderer  Statuen  aus  dem  Kreise 
des  Skopas.  Das  Fleisch  an  Leih  und  Beinen 
ist  von  wunderbarer  Saftigkeit  und  Kraft.  Die 
leichte,  mühelose  Art  zu  sitzen  findet  sich  auch 
hei  einigen  der  Frauengestalten  am  „Sarcophage 
des  Pleureuses“.  Über  das  Motiv  der  gekreuzten 
Beine  s.  z.  No.  677  und  678.  Hinter  dem  Kopfe 
des  Jünglings  im  Grunde  beiderseits  je  ein  Stift- 
loch  für  einen  Metallkranz.  Das  ziemlich  in- 
dividuell gehaltene  Gesicht  des  Vaters  zeigt  den 
Ausdruck  tiefer  Trauer,  der  besonders  durch  die 
hochgezogenen  Augenbraueu  hervorgerufen  wird. 
Das  Fragment  eines  attischen  Grabreliefs,  ehe- 
mals im  Besitze  des  Herrn  von  Radowitz,  jetzt 
im  kaiserl.  Museum  in  Konstantinopel,  publ.  von 
Conze,  attische  Grabreliefs  CXLIX,  774,  Bteht  in 
Stil  und  Feinheit  der  Ausführung  dem  be- 
sprochenen Relief  sehr  nahe.  (Arndt) 

702  und  703.  Kopf  von  dem  Grabrelief 
Kavv.966.  Conze,  Grabreliefs  Taf.  CLI,  no.  804  und 
Textabbildung.  Das  Relief,  das  1.  und  r.  Rand  hat, 
also  keine  weiteren  Figuren  enthielt,  stellt  eine 
nach  1.  hin  stehende  ältere  Frau  dar.  Die  Ge- 
wandanordnung entspricht  im  Wesentlichen  der- 
jenigen der  r.  stehenden  Frau  auf  dem  Grabrelicf 
Kavv.  832  (s.  oben  690— 694  t Das  Relief  gehört 


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Athen. 


23 


also  auch  etwa  in  die  Mitte  des  4.  Jahrh.  Von 
besonderer  Schönheit  ist  der  nicht  sehr  fein  ge* 
arbeitete,  aber  ungemein  ausdrucksvolle  Kopf. 
Der  volle  Hals  charakterisiert  die  Matrone. 

(Arndt.) 

Magazine  des  National museums. 

704.  Gruppe  des  Theseus  mit  dem 

Mi  notauros.  Kavv.  No.  ? Sybel  200.  Milch* 
höfer,  Museen  Athens  p.  19,  No.  18.  Baumeister 
s.  v.  Theseus  p.  1791  1.  Conze,  Theseus  und 
Minotauros  (88.  Berliner  Winckclmannsprogramin 
1878),  p.  11,  Anm.  8e;  daselbst  Aufzählung  wei- 
terer Litteratur.  Puhl,  von  Pervanoglu,  Arch. 
Zeit.  1866,  Taf.  208,  4 und  5;  p.  160  f.  Arch. .Zeit. 
1867,  p.  31  f.  (Michaelis).  Aus  Athen.  Brunnen* 
gruppe:  das  Wasser  rann  aus  dem  offenen  Stier- 
maul,  in  dem  noch  die  Einarbeitung  für  die  Röhre 
kenntlich  ist.  Genaue  Beschreibung  des  Erhal- 
tenen bei  Sybel  a.  a.  O.  Wie  das  ursprüngliche 
Motiv  der  (»ruppe  war,  muss  nochmals  genauer 
untersucht  werden.  Theseus  scheint  falsch  zu 
stehen;  er  muss  dein  Minotaur  mehr  zugewandt 
werden.  Ob  dieser  stand,  wie  auf  den  atheni- 
schen Münzen  Imhoof-Gardner,  numismatic  com- 
mentary  on  Pausanias  pl.  DD  VI,  oder  in  die 
Kniee  gefallen  war,  wie  ebenda  III  und  in  der 
albanischen  Gruppe  204  (Helbig  II,  811;  in  Phot, 
käuflich),  würde  sich  voraussichtlich  mit  Hülfe 
der  von  Sybel  erwähnten  Oberschenkelstücke  und 
Beinfragmente,  die  ich  nicht  zu  Gesicht  bekommen 
habe,  feststellen  lassen.  Wahrend  die  Wampe 
und  das  Auge  des  Minotaur  einen  archaischen 
Eindruck  machen,  zeigt  der  Körper  des  Theseus 
ganz  weiche  Formen  freier  Kunst,  der  das  Ori-  i 
ginal  der  Gruppe  — das  vorliegende  Exemplar  i 
ist  eine  Kopie  gewöhnlicher  Arbeit  — offenbar 
auch  angehört  hat.  Der  nämliche  Contrast  be- 
fremdet auch  an  dem  vaticanischen  Minotaur 
(llelbig  I,  180),  den  man  nach  den  Formen  des 
Gesichtes  für  archaisch  (und  zwar  für  ein  Original; 
pentelischer  Marmor;  scheint  im  Motiv  der  Münze 
Imhoof-Gardner  VI  zu  entsprechen)  halten  würde, 
wenn  nicht  die  Behandlung  des  Haares  zwischen 
den  Hörnern,  die  an  diejenige  der  Dionysos- 
hermen Amelung,  Florentiner  Antiken  p.  15  ff., 
erinnert,  auf  spätere  Zeit  wiese.  Die  Art,  wie 
die  1.  Brustwarze  ain  Minotaur  angegeben  ist, 
scheint  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Gruppe  eine 
Kopie  nach  Bronze  ist  (Arndt) 

705.  Torso,  Replik  des  Kasseler 
Apolls.  Kavv.  No.  ? Furtwängler,  Meisterwerke 
p.  371,  Anm.  1,  No.  3.  Beiderseits  zwei  Schulter- 
lorken. Stütze  am  r.  Oberschenkel  aussen  und 
an  der  1.  Hüfte.  Der  r.  Kopfnicker  ist  etwas 


mehr  angespannt.  Gute  Kopistenarbeit.  Nach 
Furtwängler  früher  im  kgl.  Garten  zu  Athen  und 
wohl  dort  auch  gefunden.  Nicht  weit  davon,  öst- 
lich vom  Olympieion,  ist  das  bekannte  schöne 
Exemplar  vom  Kopfe  der  nämlichen  Statue  ge- 
funden worden:  Kavv.  47,  Friederichs-Wolters 
223;  athen.  Mitt.  1876,  Taf.  8— 10.  Es  muss  mit 
den  Originalen  der  Versuch  gemacht  werden,  ob 
beide  nicht  zusammengehören.  (Arndt.) 

706.  Die  Phot,  ist  leider  wenig  gelungen. 

a.  Wiederholung  der  Athene  Medici. 
Statuette.  Angeblich  aus  Delos.  Sybel  280.  Der- 
selbe in  den  athen.  Mitt.  1880,  p.  102  ff.,  Taf.  V,  2. 
Konrad  Lange,  Arch.  Zeit.  1881,  p.  197  ff.  Furt- 
wünglcr,  Meisterwerke  p.49,  Anm.  4 und  p.  50.  Der- 
selbe, Intermezzi  p.21  und  Anm. 2.  Ich  kann  Furt- 
wänglersVersuch,  die  Athene  Medici  für  eine  Giebel- 
statue des  Parthenon  zu  erklären,  nicht  billigen. 

| Wenn  die  Athene  Medici  in  Rom  in  einem 
Tempelgiebel  stand  (was  nach  Furtwängler  p.  24 
durch  die  Dühelspuren  an  der  Statue,  für  die  am 
Giebelboden  des  Parthenon  keine  entsprechenden 
Löcher  vorhanden  sind,  erwiesen  wird),  warum 

: muss  sie  dann  auch  in  Athen  Giehelstatne  ge- 
wesen sein?  Wiederholungen  von  Giebelstatuen 
auf  Votivreliefs  sind  ausserdem  meines  Wissen» 
bisher  nicht  bekannt  und  ihr  Vorkommen  auch 
wenig  wahrscheinlich.  Ferner:  welche  Figuren 
waren  (neben  der  Athene  Medici)  in  diesem  römi- 
schen Giebel  uufgestellt?  Weitere  Statuen  aus 
dem  Parthenongiebel?  Aber  die  Statuen  in  den 
Eckeu  haben  bis  zum  Beginne  dieses  Jahrhun- 
derts den  Parthenon  nicht  verlassen,  und  auch 
von  den  Figuren,  die  in  nächster  Nähe  der  Athene 
standen,  ist  der  Torso  des  Poseidon  (Michaelis 
11;  Furtwängler  p.  28  oben)  noch  in  Athen.  Also 
ist  (falls  man  sich  nicht  mit  der  Erklärung  helfen 
will,  der  Torso  H sei  spätere  Kopie  des  geraubten 
Originales)  nur  die  Athene  der  Mitte  nach  Rom 
entführt  worden.  Stand  die  Athene  dann  allein 
in  dem  römischen  Giebel?  Schwerlich.  Bleibt 
also  nur  die  Möglichkeit,  dass  in  Rom  Repliken 
der  übrigen  Giebelstatuen  zu  der  originalen 
Athene  hinzugearbeitet  wurden.  Wer  sich  aber 
die  Mühe  macht,  die  kolossale  Athene  aus  dem 
Giebel  herunter  zu  befördern,  der  wird  doch  auch 
die  weniger  gewichtigen  anderen  Figuren  gewiss 
mit  heruntergebracht  haben.  Drittens  scheint  es 
mir,  dass  die  Rückseite  der  Athene  Medici  weniger 
sorgsam  durchgearbeitet  ist,  als  die  der  übrigen 
Giebelfiguren.  Vgl.  jetzt  auch  Hauser  in  der  Ber- 
liner philol.  Wochenschrift  1897,  no.  2,  p.  48  £. 

b.  Weiblicher  Torso.  Das  um  den  Unter- 
leib geschlungene  Gewand  fällt  von  der  1.  Schulter 
herab.  Die  r.  Hand  fasst  nach  der  1.  Brust.  Weiter 


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24  Athen. 


r.  (v.  B.)  von  den  Fingern  dieser  Kami  ein  grosser 

Puntello  mir  unklarer  Bedeutung.  Der  1.  Arm 
war,  wie  es  scheint,  in  das  Gewand  gewickelt. 
Rohe  Arbeit  nach  einem  Verbilde  etwa  praxite- 
lischer  /eit  (Gewandwulst  und  Kalten  darunter). 
Vgl.  den  Typus  Berlin  87  und  seine  Repliken. 
Schlecht  erhalten.  (Arndt.) 

707.  k rau  mit  Kind  zur  Seit e.  Statuette. 
Sybel  589;  daselbst  Litteratur.  Abg.  bei  Le  Bas- 
Reinarh,  pl.  25,  I,  und  Arcb.  Zeit  1859,  Taf.  128.  2. 
Aus  der  Peloponnes.  Die  Frau  hat  Schulter- 
locken. Die  Deutung  der  Gruppe  ist  umstritten; 

s.  die  angeführte  Litteratur.  Man  konnte  viel- 
leicht an  Demeter  und  Plutos,  nach  Analogie  der 
Kertscher  Vase,  Baumeister,  Denkmäler  s.  v. 
Eleusinia  p.  475,  Abb.  521,  denken.  Kopie  ge- 
wöhnlicher Arbeit  nach  einem  Originale,  das  der 
Eirene  des  Kephisodot  ganz  auffallend  nahe  steht 

(Arndt.) 

708.  Statuette  eines  Apollon.  An  der 

1.  Schulter  Einarbeitung  für  die  Leier.  Der  Kopf 
war  besonders  eingesetzt.  Kackenschopf  und 
Schulterlocken.  Ärmelchiton.  Mantel.  Hinten 
roh.  Aus  der  Zeit  der  Statuen  E-V  384  und 
Sala  a croce  grcca  582.  (Amdt.) 

709. 

a.  Kleines  Figürchen  des  sitzenden 
Pan.  Kavv.  688.  Aus  Athen.  Bocksheine.  Trügt 
ein  Panther(?jfell , dessen  Kopf  neben  seinem  r. 
Beine  zum  Vorschein  kommt.  Vgl.  E-V  592a. 

b.  Apollon  Statuette.  Keine  Spur  der 
Leier.  Sehr  roh.  Dem  unter  No.  708  besproche- 
nen Typus  nächst  verwandt. 

c.  Grabfigur  eines  Neunzigjährigen. 
Milchhofer,  Museen  Athens  p.  81  I.  o.  Sybel 
575,  dort  weitere  Litteratur.  Stehender  Greis,  in 
der  gesenkten  R.  einen  Zweig  (Palme?)  haltend. 
Hinten  ein  Stamm,  der  sich  Über  Kopf  und  Schul- 
tern zu  einer  Platte  verbreitert  mit  der  Inschrift: 

Ih'tOi  dioU  diatti  xai  oat&tls  Tjnvrott  vn 
auiüir 

EU  rvuftov  xtiuai  tvvia  f/ajv  StxdSff. 

Über  der  Platte  kommt  ein  Adler  hervor,  nach 
MilchhOfer  als  Andeutung  des  göttlichen  Schutzes, 
dessen  sich  der  Verstorbene  erfreut  hat.  Sollte 
nicht  vielmehr  eine  Analogie  zu  den  von  dem 
Adler  emporgetragenen  Figuren  der  apotheo- 
sierten  römischen  Kaiser  vorliegen  (vgl.  Bau- 
meister, Denkmäler  s.  v.  Apothoosis)?  Ganz  rohe 
Arbeit  später  Zeit.  (Arndt.) 

710  und  711.  Statuette  der  Hvgieia  (V). 
Aus  Epidauros.  Puhl,  von  Defrasse  et  Leeliat, 
Epidaure  p.  187.  Unterlebensgross;  die  Statuette 
war  mit  Kopf  etwa  1 m hoch.  Die  jetzige  Plinthe 
ist  modern.  Sie  ist  zur  Zeit  ausserordentlich 


1 

ungünstig  für  den  photographischen  Apparat  auf- 
gestellt; es  war  mir  deshalb  nicht  möglich,  eine 
directe  Faceaufnahme  herzustellen.  Die  Figur 
tritt  mit  dem  I.  Fuss  auf  einen  Baumstamm  (?), 
um  den  sich  eine  von  hinten  herkriechende 
Schlange  windet.  Diese  scheint  sich  zum  1.  Knie 
emporgeringelt  zu  haben,  wo  zwei  Stützenansätze. 
Einer  derselben  mag  von  der  1.  lland  der  Frau 
herrühren,  die  sich  offenbar  mit  der  Schlange 
beschäftigte.  Leeliat  meint,  sie  habe  mit  der  R. 
eine  Patera  gehalten.  Auch  der  Kopf,  dessen 
Richtung  jetzt  nicht  mehr  sicher  bestimmbar  ist, 
war  wohl  zum  1.  Knie  hingewendet.  Die  Göttin 
trägt  einen  dünnen  Chiton,  der  auf  der  1.  Achsel 
aufgeknöpft  ist  und  die  1.  Brust  frei  lässt,  und 
darüber  das  Himation,  das  über  das  1.  Bein  her- 
unter fällt  und  unter  der  r.  Achsel  eingeklemmt 
wird.  Die  Schlange  in  Verbindung  mit  dein 
Fundort  Epidauros  legt  die  Deutung  auf  Hygieia 
. nahe,  obwohl  der  Typus  sich  von  allen  bekannten 
, Darstellungen  dieser  Gottheit  entfernt.  Die  Arbeit 
! der  Statuette  ist  nicht  sehr  fein ; oh  original  oder 
ob  das  Werk  eine  Kopie  spätgriechischer,  helleni- 
! stiseker  Zeit,  wie  die  sog.  Aphrodite  von  Epi- 
dauros  oder  die  Niobide  Chiaramonti,  ist,  ge- 
traue ich  mir  nicht  zu  entscheiden.  Die  effect- 
I volle  Art,  die  Falten  tief  einzuhöhlen,  spricht  für 
i letztere  Datierung.  Die  Rückseite  ist  hart  ge- 
| arbeitet.  — Leeliat  bringt  die  Statuette  stilistisch 
j mit  den  Nereiden  vom  epidaurischen  Asklepios- 
| tempel  und  den  Reliefs  der  Nikebalustrade  zu- 
sammen. Ganz  auffallend  ist  die  Ähnlichkeit  der 
Motive  mit  denen  der  Leda  Helhig,  Führer  1, 
454.  Sie  ist  so  stark,  dass  man  für  die  Originale 
| beider  Statuen  denselben  Künstler  vermuten  mus». 
Winter  (ath.  MitL  1894,  p.  157  ff.)  und  Amelung 
(die  Basis  des  Praxiteles  aus  Mantinea  p.  70f.)  haben 
gleichzeitig  in  Timotheos,  dein  Verfertiger  der  epi- 
daurischen Giebelsculpturen,  den  Schöpfer  des 
Ledatypus  erkennen  wollen.  Die  Thatsache,  dass 
ein  zweites  Werk  desselben  Meisters  (voraus- 
| gesetzt,  dass  die  „Hygieia"  ein  Original  ist)  in 
Epidauros  gefunden  wäre,  würde  dieser  Ver- 
mutung zur  Stütze  dienen.  Ich  habe  (E-V 
401  402)  der  Zurückführung  der  Leda  auf  Timo- 
1 theos  widersprochen.  — Der  Kopf  der  „Hygieia“ 
hatte  keinen  Nackenschopf  wie  der  der  Leda. 

(Arndt.) 

712.  Statue  einer  Meer gött in  (?).  Kavv. 
706;  dort  Litteratur.  Aus  Thyrea.  Bernoulli, 
Aphrodite  p.  366  ff.,  wo  Aufzählung  der  Repliken. 
Hinzuzufügen  das  Exemplar  ehemals  in  Tersatto 
(arcli.-epigr.  Mitt.  1881,  p.  4 des  Separatabdruckes, 
I No.  4),  jetzt  im  kroatischen  Nationalmuseuni  zu 
i Agram  (nach  frdl.  Mitteilung  R.  von  Schneiders). 


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Athen. 


25 


Vgl.  auch  E-V  596  C.  R.  unten  auf  der  Plinthe 
der  Rest  eines  Pfeilers  (?).  An  der  r.  Hüfte  ein 
weggebrocheuer  Ansatz.  Sehr  rohe  Arbeit.  — 
Wie  die  zahlreichen  Wiederholungen  des  Typus, 
sogar  in  Terracotta,  beweisen,  liegt  ihnen  zweifel- 
los ein  berühmtes  Original  zu  Grunde.  Die  Deu- 
tung desselben  ist  noch  umstritten;  8.  Bernoulli 
a.  a.  0.  Für  die  Replikenkritik  ist  es  von  Inter- 
esse, dass  bei  einigen  Wiederholungen  der  Ober- 
körper mit  einem  Chiton  bekleidet  ist  (s.  Ber- 
noulli No.  10  und  11).  Der  Berliner  Katalog  (zu 
No.  276)  versetzt  die  Erfindung  des  Originals  in 
die  hellenistische  Zeit,  wie  ich  glaube,  mit  Un- 
recht. Nicht  mit  der  Aphrodite  von  Melos  und 
ihren  Faltenmotiven,  sondern  mit  der  Aphrodite 
von  Arles  ist  die  Statue  zu  vergleichen.  Die 
Art,  wie  der  Oberkörper  aus  dem  Gewände  her- 
auswächst, ist  bei  beiden  ganz  identisch;  das 
nach  der  1.  Hüfte  heraufgezogene  und  dort  fest- 
gehaltene  Hiraation,  sowie  die  unter  den  mitt- 
leren Gewandwulst  untergesteckten  Falten  au  der 
r.  Hüfte  sind  ebenfalls  beiden  Statuen  gemein- 
sam. Die  Aphrodite  von  Arles  ist  von  Furt- 
wängler,  Meisterwerke  p.  547,  richtig  in  die 
Jugendperiode  des  Praxiteles  versetzt  worden; 
eine  Reihe  von  Zügen  verbindet  Bie  noch  mit 
den  Werken  des  5.  Jahrh.  Ebenso  erinnert  die 
vorliegende  Statue  in  der  Gesammtdisposition  ihres 
Gewandes  noch  an  ältere  Arbeiten,  wie  an  den 
Pariser  Asklepios  Giraudon  1212  — Fröhner, 
notice  401,  an  den  von  Furtwftngler,  Meister- 
werke p.  366  ff.  besprochenen  Asklepiostypug  (vgl. 
E-V  306)  oder  an  die  Dresdener  Zeus  (Askle- 
pios ?jstatue  ebenda  p.  84,  Anni.  4.  In  Bewegungs- 
und Gewandinotiv  nahe  verwandt  ist  eine  poly- 
chrome Statuette  in  Neapel  (Iav,  No.  ??  Die  mir 
vorliegende  Phot,  trägt  die  Nummer  540),  die 
einen  „praxiteliBchen1*  Kopf  trägt.  Im  Kreise  des 
Praxiteles  ist,  wie  gesagt,  auch  unsere  Statue 
entstanden.  Es  wäre  sehr  zu  wünschen,  dass 
bald  eine  Photographie  der  Hopeschen  Replik  in 
Deepdene  (Clarac  599,  1312)  hergestellt  würde, 
• an  der  (nach  Michaelis,  anc.  nuirhles  p.  289, 
No.  35)  der  Hals  zwar  zwiscliengesetzt,  der  Kopf 
aber  antik  und  zugehörig  ist.  (Arndt ) 

713.  Wiederholung  der  unter  No.  639  640 

besprochenen  J i» n gl i n g s s t a t u e.  Mit  einem 
Porträtkopf  aus  der  Zeit  des  Lucius  Verus  oder 
Commodus.  Auch  diese  Verwendung  des  Typus 
für  eine  Porträtstat ue  spricht  für  seine  einst- 
malige Berühmtheit.  Das  vorliegende  Exemplar, 
von  sehr  roher  Arbeit,  ergiebt  nichts  Neues  für 
die  Ergänzung  der  Statue.  (Arndt.) 

714.  Torso,  Replik  des  sog.  Sardaua- 
pals.  Sybel  292.  Derselbe,  Weltgeschichte  der 


Kunst  p.  255.  Lepsius  No.  125.  Reisch,  griech. 
Weihgeschenke  p.  31.  E-V  557:  daselbst  Auf- 
zählung der  anderen  Wiederholungen.  Aus  dem 
Dionysostheater  in  Athen.  In  der  jetzigen  Auf- 
stellung etwas  zu  sehr  nach  r.  geneigt.  Gewöhn- 
liche Arbeit.  Kleine  Kopistenvarianten  gegenüber 
der  vaticanischen  Statue:  an  dieser  fällt  das  über 
die  Brust  gezogene  Himation  links  tiefer  herab 
als  am  athenischen  Torso;  ob  auch  der  Chiton 
unter  der  r.  Achsel  verschieden  behandelt  ist, 
kann  ich  nach  den  Photographieen  nicht  ent- 
scheiden. Die  Erfindung  dieser  herrlichen  Statue 
geht  meines  Erachtens  auf  Praxiteles  seihst 
zurück.  (Arndt.) 

715.  Torso,  Replik  des  Hermes  von 
Andros.  Frie de richs- Wolters  1219;  dort  Litte* 
rutur.  Aus  Melos,  dann  im  Besitz  des  Architekten 
Schaubert.  Clilamys  auf  1.  Schulter.  Fingerreste 
an  r.  Hüfte.  Am  r.  Schenkel  vom  abgesplitterte 
Stelle,  vom  Baumstamm.  Gute  Arbeit.  (Arndt.) 

716.  Weibliche  Statue.  Le  Bas-Reinach 
pl.  26;  daselbst  Litteratur.  Das  bei  Le  Bas  noch 
abgebildete  Stück  des  r.  Armes  fehlt  jetzt.  Au 
der  Identität  beider  Statuen  ist  trotzdem  nicht 
zu  zweifeln.  Kopfwendung  nicht  constatierbar. 
Gewöhnliche  Arbeit.  Durch  das  enge  Anliegeu 
des  Gewandes  entstehen  die  langgezogcnen  Pro- 
portionen. l’raxitelisch  auf  der  Stilstufe  der  Wiener 
Kora,  Jahrh.  d.  Kunstsammlungen  d.  allerh.  Kaiser- 
hauses 1894,  Taf.  X.  Vgl.  Amelung,  Basis  des 
Praxiteles  aus  Mantinea  p.  54,  oben.  (Arndt.) 

717.  Statue  der  llygieia.  Wie  ich  erst 
nachträglich  bemerkt  habe,  ist  diese  Statue  auch 
von  MoraUis  unter  No.  229  photographiert.  Kavv. 
701.  Mit  der  folgenden  Statue  (E-V  718)  zu- 
sammen gefunden  in  Athen  an  der  Stelle  des 
jetzigen  Zappeions.  Harte  Kopie.  Genaue  Be- 
schreibung der  Einzelheiten  bei  Sybel  432,  der 
auch  richtig  bemerkt  hat,  dass  die  Statue  eine 
Wiederholung  der  Hvgieia  Hope  in  Deepdene 
(Michaelis,  anc.  murblcs  p.  282,  No.  7)  ist.  Vgl. 
die  andere  Wiederholung  im  vaticanischen  Garten 
unten  No.  782.  Eine  dritte  in  St.  Petersburg:  Clarac 
555,  1 176  — i Duruy-llertzberg, Gesell. d. röm.  Kaiser- 
reichs I,  p.  39.  Nach  Michaelis*  Angabe  ist  der  Kopf 
des  Hopeschen  Exemplares  zugehörig.  Nach  der 
besten  Abbildung  desselben  in  den  Spec.  of  anc. 
sculpt.  I,  26  (leider  nur  Profil)  zeigt  derselbe  den 
reinen  Stil  der  Phidiasi sehen  Periode,  im  Arran- 
gement der  Kopfbiuden  an  die  sog.  Sapphuköpfc 
erinnernd  Auch  die  Gewandmotive  reichen  nach 
den  Untersuchungen  Amelungs  (Basis  des  Praxiteles 
von  Mantinea  p.  54)  in  die  Jahre  440  bis  430  hinauf. 
Interessant  für  Kopieenkritik  ist  der  Vergleich  mit 
der  obengenannten  vaticanischen  Replik.  (Arndt.) 


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26 


Athen. 


718.  Statue  des  Asklepios.  Kavv.  702. 
Mit  der  vorigen  Statue  E-V  717  zusammen  ge- 
funden. Beschreibung  des  Details  bei  Sybel  430. 
Linker  Kopfnicker  angespannt.  Der  Torso  gehört 
in  eine  grossere  Gruppe  von  Asklepiosstatuen 
hinein,  von  welchen  ich  zunächst  die  Neapoli- 
taner Statue  Inventar  6860  (Gerhard  und  Panofka 
p.  29,  No.  94;  Phot.  Alinari  11  072;  Sommer  1518; 
Baumeister,  Denkmäler  s.  v.  Asklepios  p.  139, 
Fig.  148;  lloscher,  inyth.  Lexikon  s.  v.  Asklepios 
Sp.  634)  und  die  Florentiner  Statue  D.  197  (Phot.  I 
Alinari  1221)  nenne.  Der  Kopf  der  Neapolitaner  [ 
Statue  ist  nach  meinen  Notizen  alt  und  zuge- 
hörig, während  Gerhard  und  Panofka  Zweifel  an 
seinem  Altertums  äussern.  Der  Kopf  des  Floren- 
tiner Exemplare»  ist  bestimmt  alt  und  zugehörig. 
Habe  ich  bezüglich  des  Neapolitaner  Kopfes 
Recht,  so  sind  die  beiden  .Statuen  höchst  inter- 
essante Belege  für  die  Freiheit,  mit  welcher  die 
antiken  Künstler  überkommenes  Gut  sich  zu 
eigen  gemacht  haben  vgl.  E-V’  213—215;  222—225; 
279;  280:  497;  547—549).  Denn  die  Gewand- 
behandlung stimmt  an  beiden  Statuen  im  Wesent- 
lichen ganz  überein,  am  Florentiner  Exemplar 
noch  init  starken  Kesten  altertümlichen  Stiles, 
am  Neapolitaner  freier  und  reicher.  Der  Unter- 
schied beider  Statuen  besteht  eigentlich  nur  in 
den  Köpfen,  die  von  einander  abweichen.  Auch 
hier  ist  der  Florentiner  der  strengere.  Er  gehört 
spätestens  in  die  Gegend  des  Parthenonfrieses, 
der  Neapolitaner  in  eine,  wenn  auch  nicht  um 
allzu  Vieles,  jüngere  Periode.  Die  Beziehung  der 
Neapolitaner  Statue  auf  Phyromachos,  den  per- 
gamenischen  Künstler  (s.  Müller-Wieseler  I,  48. 
219;  Brunn,  Künstlergesch.  I,  443;  Loewy,  Inschr. 
griech.  Bildhauer  118)  steht  natürlich  ganz  in 
der  Luft.  Eine  dritte  „Wiederholung“  lernen  wir  ' 
in  einer  Statue  des  Berliner  Museums  (No.  69; 
Phot,  der  pliotogr.  Gesellschaft  No.  17)  kennen, 
die  in  den  Hauptmotiven  der  Gewandung  wieder  j 
vollständig  übereinstiramt,  aber  einen  — nach 
dem  Kataloge  zugehörigen  — Kopf  trägt,  der 
von  denen  des  Florentiner  und  Neapolitaner 
Exemplare»  abweicht  und  etwa  in  den  Beginn 
des  4.  Juhrli.  gehört.  Die  Statue  des  Braccio 
nuovo,  Ilelbig  6,  müsste  für  eine  viert«  Abwand- 
lung des  Typus  genommen  werden,  wenn  Furt- 
wänglers  Behauptung  (Meisterwerke  p.  520,  Anm.1), 
ihr  Kopf  sei  von  .jünger -skopasisohoni“  Typus, 
richtig  wäre.  Doch  glaube  ich  nach  den  ausser- 
ordentlich individuellen  Zügen  des  Kopfes  an 
seiner  Deutung  auf  ein  Porträt  festhalten  zu 
müssen,  freilich  nicht  auf  ein  augusteisches  — 
man  erklärt  die  Statue  als  den  Leibarzt  des 
Augustus,  Antonius  Musa  — , sondern  eines  aus 


antoninischer  oder  noch  etwas  späterer  Zeit.  Im 
Gewand  hat  die  vaticanische  Statue  Einzelzüge 
sowohl  vom  Florentiner  als  vom  Neapolitaner 
Exemplar:  vielleicht  dass  man,  auch  wenn  der 
Kopf  Porträt,  doch  wirklich  an  eine  vierte  Varia- 
tion des  Typus  denken  muss.  — Ob  das  Original 
des  athenischen  Torsos,  der,  wie  oben  bemerkt, 
mit  einer  „Wiederholung“  der  Hygieia  Hope  zu- 
sammen gefunden  worden  ist,  mit  dem  Originale 
dieser  Statue  einstmals  zusammengehörte,  als 
Arbeiten  desselben  Künstlers,  oder  ob  die  Zu- 
sammenstellung erst  vom  Kopisten  vorgenommen 
worden  ist,  lässt  sich  nicht  entscheiden,  solange 
nicht  über  die  Kopftypen  beider  Statuen  völlige 
Sicherheit  und  Klarheit  gewonnen  ist.  Vgl.  jetzt 
auch;  Amclung,  Führer  durch  die  Antiken  in 
Florenz  No.  94.  Ferner:  Furtwängler,  Sammlung 
' Sab  uro  ff,  Text  zu  Taf.  24.  (Arndt.) 

719.  Statue  des  Asklepios.  Kavv.  703; 

I dort  Litteratur.  Aus  Athen.  Der  I.  Kopfnicker 

ist  mehr  angespannt.  Weiteres  bei  Sybel  429. 
Zu  der  unter  No.  718  besprochenen  Gruppe  ge- 
hörig, aber  im  Detail  auch  wiederum  keinem  der 
aufgeführten  Exemplare  genau  entsprechend.  Hohe 
Arbeit.  (Arndt.) 

720.  Statue  des  Asklepios.  Kavv.  704. 
Aus  Athen.  Die  Statue  war  nicht  ganz  lebens- 
gross. Der  1.  Kopfnicker  scheint  mehr  ange- 
spannt. Weiteres  bei  Sybel  431.  Ängstliche 
Arbeit.  Dieser  Torso  steht  einer  Statue  im  La- 
teran (B-S  78;  in  Phot,  verbreitet)  am  nächsten, 
die  ebenfalls  nur  1,50  hoch  ist.  Es  ist  inter- 
essant, diese  Statue  mit  den  unter  No.  718  be- 
sprochenen Typen  zu  vergleichen.  Sie  hat  das- 
selbe Schema  der  Gewandauordnung  wie  jene, 
nur  noch  etwas  lebendiger  und  unruhiger  im 
Detail  ausgestaltet,  wie  die  Neapler  Statue.  Der 
(ungebrochene)  Kopf  hingegen  ist  von  denjenigen 
der  früheren  Abwandlungen  ganz  verschieden;  er 
ist  frühestens  aus  praxitelischer  Zeit  und  er- 
innert mich  an  den  Poseidonkopf  des  Museums 
in  Syrakus  (Phot.  Sommer  2672;  Overbeck,  Kunst- 
mythologie  II,  p.  263,  No.  5;  Atlas  Taf.  XI,  No.  14). 

(Arndt.) 

721.  Statue  des  Asklepios  (?).  Kavv. 
No.  ? L.  unten  der  Rest  eines  Omphalos  (?). 
Der  1.  Kopfnicker  ist  mehr  angespannt.  Das 
Ilimation  liegt  auch  auf  der  r.  Schulter  auf.  Der 
1.  Unterarm  ging  wohl  vor.  Die  Haltung  des  r. 

| Unterarmes  scheint  nicht  mehr  constatierbar. 
Sehr  langgezogene  Proportionen.  Das  Original 
noch  aus  dem  5.  Jahrh.  Stark  zerstört.  Geringe 
Arbeit.  (Arndt.) 

722.  Torso  ei nes  Apoxyom enos.  Kavv. 
No.  ? Sybel  4787.  Ath.  Mitt  1877,  p.  57,  Taf.  4 


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Athen. 


27 


(Ulrich  Köhler).  Der  1.  Kopfnicker  ist  gespannt.  1 
R.  Standbein  (am  vaticanischen  Apoxyomenos  das 
linke).  Mit  der  römischen  Statue  hat  der  Torso 
nur  das  Motiv  gemein.  f Arndt.) 

723.  Statue  des  Dionysos  (?).  Erwäh- 
nungen in  der  Litteratur  sind  mir  nicht  bekannt. 
Ab:  Kopf  und  Unterarm,  Vorderteil  des  r.  Kusses. 

In  langem,  bis  zur  Erde  reichendem  Chiton  und 
ilimation.  Sandalen.  Der  I.  Arm  ist  in  die  Hüfte 
gestemmt.  Stützenrest  am  r.  Oberschenkel  aussen. 
Schulterlocken.  Hinten  ein  Nackenschopf.  L. 
unten  eine  .Schriftrolle.  Die  Rückseite  ist  nur 
angelegt.  Kopie  gewöhnlicher  Arbeit.  Über  das 
Geschlecht  des  Dargestellten  kann,  wie  mir  vor 
dem  Originale  schien,  kein  Zweifel  obwalten.  Die 
Deutung  auf  Dionysos  ist  nicht  sicher.  Das 
Original  der  Statue  wird  nicht  später  als  im 
4.  Jahrh.  entstanden  «ein.  (Arndt) 

724.  Weibliche  Statue.  Kavv.  No.  ? 

Sybel  436,  wo  ältere  Litteratur.  Aus  dem  Piräus. 
Wie  ich  nachträglich  bemerkt  habe,  auch  von 
Moraltis  unter  No.  22  photographiert.  Zu  Sybels 
genauer  Beschreibung  bemerke  ich  noch,  dass 
auf  dem  1.  Oberschenkel  aussen  zwei  ca.  3 cm 
tiefe,  1 cm  im  Durchmesser  haltende  Löcher  für 
Metallstifte  sich  befinden.  Unter  dem  zweiten  Loche 
ist  ein  abgespellter  Puntello;  an  der  hinteren 
1.  Ecke  der  Basis  neben  einander  zwei  Löcher 
für  Metallstifte.  Es  ist  mir  nicht  klar,  was  hier 
befestigt  gewesen  sein  könnte.  Der  I.  Kopfnicker 
ist  angespannt.  Der  r.  Arm  ging  nach  aussen. 
Die  Inschrift  auf  der  Basis  (C.  J.  Att.  III,  136) 
lautet:  'Eni  "EmxQtiiovt  aQ/oyroe  A/iy/orij  ’Yp/*- 
tffiov  £tfijT(i)fov  &vyajJiQ  A/qrpl  fvttrrn  (fy) 

lai(t(ry  ’/ff/pod/rij  arfft^xir.  Über  die  Vermischung 
der  Aphrodite  mit  der  Göttermuttcr  (die  im  Piräus 
einen  Tempel  hatte)  siehe  Preller- Robert,  griech. 
Myth.  I,  p.  652,  Amu.  2;  p.  349.  Anm.  Pauly-  | 
Wissowa  s.  v.  Aphrodite  Sp.  2736,  10  f.  Es  ist 
vermutlich  ihr  eigenes  Porträt,  das  Megiste  der 
Göttermuttcr  geweiht  hat.  Der  Archon  Epikrates 
gehört  wahrscheinlich  in  das  1.  Jahrh.  n.  Chr. 
(Pauly -Wissowa  s.  v.  Archontes  Sp.  595);  es  ist 
das  wichtig  für  die  Datierung  der  Kopie.  Das 
Original  der  Statue  ist  in  der  hellenistischen  Zeit 
entstanden;  das  Durchscheinen  der  Chitonfalten 
unter  dem  Himation  und  der  nach  unten  sich 
verbreiternde  Stand  der  Figur  sind  Kennzeichen 
dieser  Epoche.  Eine  sehr  ähnliche  Statue  der  l 
nämlichen  Zeit  befindet  sich  gleichfalls  im  athe- 
nischen Nationalmusenm,  aus  Melos,  mit  dem 
grossen  Poseidonstandbild  zusammen  gefunden 
(Kavv.  236;  Sybel  426;  Phot.  Moraitis  111). 

(Arndt.) 


A k ropol  ism  useu  dl 

725—727,  Köpfe  der  drei  Gottheiten 
von  der  Platte  des  Ostfries  es  des  Parthenon 
Michaelis  Taf.  14,  VI,  38—40  (Bninn-Bruckmann 
Taf.  194). 

725:  Poseidon.  Michaelis  p.  258.  Flasch, 
zum  Parthenonfries  p.  19.  Friedericlis -Wolters 
p.  276.  Von  Werken  der  Rundplastik  sind  diesem 
Kopfe  stilistisch  am  nächsten  verwandt  ein  Kopf 
des  Palazzo  Barberini  in  Rom  (E-V  108 — 110; 
Furtwängler,  Meisterwerke  p.  85)  und  der  Kopf 
der  Dresdener  Zeus-  oder  Asklepiosstatue  (Litte- 
ratur ebendort). 

726:  Peitho  nach  Michaelis  und  Wolters, 

Demeter  nach  Flasch  p.  31  ff.  Der  Kopf  steht, 
wie  auch  Flasch  (p.  41,  Anm.  1)  bemerkt  hat, 
demjenigen  der  sog.  Sappho  Alhani  (Helbig  II, 
835;  Phot,  des  Kopfes  in  Serie  IV  des  E-V) 
sehr  nahe. 

727:  Apollon  nach  Michaelis  und  Wolters, 
Dionysos  nach  Flasch  (p.  29  ff.).  (Arndt) 

728.  Kopf  des  Bärtigen  No.  41  von  der 

Platte  des  Nordfrieses  des  Parthenon 
Michaelis  Taf.  12,  X.  Wie  in  der  Gewandung 
dieser  Platte  sich  noch  stark  altertümliche  Züge 
finden,  so  auch  hier  in  der  Haartracht.  Der 
Mann  trägt  offenbar  den  Nackenzopf  wie  der 
Omphalosapoll  (vergl.  No.  626).  (Arndt.) 

729.  Kopf  des  jugendlichen  Reiters 
No.  97  von  der  Platte  des  Nordfrieses  des 
Parthenon  Michaelis,  Taf.  13,  XXXI. 

(Arndt.) 

730.  Kopf  des  Jünglings  No.  3 von  der 

Platte  des  Nordfrieses  des  Parthenon 
Michaelis,  Taf.  12,  II.  (Arndt) 

731  und  732.  Fragmente  zweier  Cha- 
ritenreüefs.  Roscher,  myth.  l^exikon  s.  v. 
Chariten  Sp.  880  f.  (Furtwängler).  Furtwängler, 
Meisterwerke,  p.  37,  Anm.  3.  Friederichs-Wolters 
118;  dort  ältere  Litteratur.  Rlümner  und  Hitzig, 
Pausaniae  Graeciac  descriptio  I,  251  f. 

Der  Vergleich  mit  dem  ganz  erhaltenen 
Exemplar  des  Museo  Chiaramonti  360  ist  in- 
strurtiv  für  Kopieenkritik;  vgl.  Furtwängler,  athen. 
Mitt  1878,  p.  181  ff.  Derselbe:  Statuenkopieen 
im  Altertum  p.  532  f.  Uber  die  noch  unentschie- 
dene Frage  uach  dem  Künstler  des  Reliefs  siehe 
obige  Litteratur.  Es  sei  hier  nur  darauf  hinge- 
wiesen, dass  die  Kopftypen  der  drei  Figuren  von 
den  gewöhnlichen  attischen  abweichen.  Vgl.  La 
Glyptotheque  Ny-Carlsberg,  Text  zu  den  Tafeln 
31  und  32.  Auch  die  Tracht  des  dorischen  Peplos 
ist  — nach  Furtwängler,  Meisterwerke,  p.  37  — 
um  diese  Zeit  in  Athen  selten.  (Amelung  bemerkt 
hierzu  Folgendes:  „Das  Charitenrelief  kann  un- 


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28 


Thera.  Melos. 


möglich  von  dem  Philosophen  Sokrates  herrühren, 
der  erst  ca.  470  geboren  wurde.  In  diese  Zeit 
aber  ungefähr  setzt  Furtwängler  (Meisterwerke 
j».  88,  Anin.  3 und  p.  48)  mit  Recht  die  Ent- 
stehung des  Reliefs.  Au»  eben  dieser  Zeit  wissen 
wir  von  einem  Bildhauer  Sokrates  aus  Theben 
(Brunn,  Kttnstlergesch.  I,  112;  Overbeck  S-Q 
478),  der  in  seiner  Vaterstadt  gemeinsam  mit 
seinem  Landsmann  Aristomedes  ein  Bild  der 
Kybele  arbeitete,  ein  Weihgosehenk  des  Pindar. 
Von  ihm  könnte  sehr  wohl  jenes  Relief  kerrühren, 
und  wir  würden  in  demselben  also  ein  Beispiel 
böotischer  Kunstübung  aus  dem  zweiten  Viertel  , 
des  5.  Jahrh.  besitzen.  Die  bäurische  Derbheit  I 
und  der  Muugcl  an  attischer  Grazie  in  dem  I 
Relief  würden  wohl  zu  dieser  Annahme  passen. 

In  Athen  aber  kann  »ich  sehr  bald  die  Legende 
gebildet  haben , welche  den  berühmten  Philo- 
sophen an  Stelle  des  wenig  bekannten  Künstler» 
setzte.“)  In  der  ägyptischen  Abteilung  des  athe- 
nischen Nutionalmuseuni»  (mittleres  der  drei  letzten 
nach  dem  Hof  zu  gelegenen  Zimmer,  in  der  Ecke 
rechts  ganz  hoch  oben)  habe  ich  tnir  eine  „im 
Stil  vollständig  entsprechende“  Statuette  an- 
gemerkt. (Arndt) 

733  und  734.  Kopf  der  ahhozzierten  Wie- 
derholung des  Sandalenbinder».  Athen. 
Mitt.  1886  , 362  ff.  (Studniczka).  Roscher,  myth. 
Lexikon  ».  v.  Herme»,  Sp.  2418.  Die  Aufnahme 
beweist,  das»  die  Köpfe  des  Münchener  ($.  E-V 
No.  851/852)  und  des  Pariser  (Brunn -Bruckmann 
Taf.  67)  Exemplare»  nicht  zugehörig  hi  ml,  vräh-  i 
rend  an  der  Lansdowneschen  Wiederholung,  wie  1 
auch  Michaelis,  andern  marldes,  p.  464,  No.  85  f., 
angiebt , der  Kopf  trotz  des  zwischengesetzten  j 
Halsstückes  alt  und  echt  ist.  Al»  weitere 
Wiederholung  fuhrt  Michaelis  richtig  den  Fagan- 
sclien  Kopf  im  Brit  Museum  an  (Spec.  of  am*.  | 
sculpture  II,  18;  Gips  u.  a.  in  München).  Die  ' 
weitaus  beste  Replik  aber  liat  .Studniczka  in  dem 
herrlichen  Jünglingskopfe  der  Sammlung  Jacob- 
sen  No.  1081a  (ehemals  in  Villa  Ilorgliese;  Helbig, 
Untersuchungen  über  die  campaniscbe  Wand- 
malerei p.  40  I.;  Furtwängler,  athen.  Mitt.  1878, 
p.  159,  Anm.  1)  erkannt.  Der  Kopftypu»  beweist, 
dass  man  die  Statue  richtig  dem  Kreise  de» 
Ly»ipp  zugesclirieben  hat;  ob  man  aber  Lysipp 
selbst  als  Künstler  nennen  darf,  ist  mir  fraglich. 
In  den  Zügeu  de»  Jacobsenschen  Exemplare» 
liegt  ein  so  starkes  Pathos,  wie  wir  es,  wenigstens  ! 
nach  dem  Apoxyomenos  zu  urteilen,  Lysipp  selbst 
nicht  Zutrauen  dürfen.  Vgl.  Arndt,  gr.  und  röm. 
Porträts,  Text  zu  No.  84 1 '342  und  Michaelis*  Be- 
merkungen a.  a.  O.  p.  466  über  den  Stilcharakter 
de»  Torsos.  Michaeli»  bringt,  nach  dem  Vorgang  * 


Anderer,  den  borghesischen  Fechter  Im  Louvre 
mit  Recht  in  nahe  Beziehung  zum  Sandalenbinder: 
ich  glaube,  das»  das  Original  jener  Statue  eben- 
falls dem  Kreise  des  Lysipp  zuzuweisen  ist,  und 
dass  Agasias  nur  ein  im  Detail  übertreibender 
Kopist  war,  wie  Glykon  von  Athen.  Vgl.  jetzt 
auch : Furtwängler,  Statueukopieen  im  Altertum  I, 
p.  543;  p.  548,  Anm.  9;  p.  575  f.  (Arndt.) 

Thera. 

735.  Weibliche  Statuette.  Gefunden  in 
der  Nähe  von  Megalo  ChoriO,  einem  Dorfe  in 
der  Südhälfte  von  Thera,  wo  sie  Ross,  Reisen 
auf  den  griech.  Inseln  1,  p.  181,  im  September 
1837  sah;  im  September  1848  befand  sich  die 
Statuette  in  der  Sammlung  des  Demarchen  N. 
Delendas  (Ross  a.  a.  0.  III,  p.  21).  Aus  dieser 
ging  sie  durch  Erbschaft  in  den  Besitz  de»  De- 
putierten und  Arztes  Dr.  jVomxuf  im  Hauptort 
der  Insel  Thera  über,  wo  sie  sich  noch  heute 
befindet.  Weisser  Marmor.  Hoch  0,345  in.  Der 
r.  Ellenbogen  hält  das  auf  dem  Kopfe  der  jugend- 
lichen Hernie  aufliegende  Gewand  fest  Die  1. 
liaml  war  nicht  in  die  Hüfte  gestemmt  Der  r. 
Unterarm  uiit  Hand  war  besonders  angeht  ückt. 
Übertrieben  lange  Beine.  Die  Rückseite  ist  wenig 
ausgearbeitet.  Etwa  aus  dem  3.  Jahrh. 

(Schiff  und  Arndt.) 

Melos. 

736.  Unterteil  einer  überlebens- 

grossen weiblichen  Gewandfigur.  Liegt 
im  Orte  PInka  auf  der  Strasse  vor  dem 
Hause  des  /Taraytanijf  Weisser 

Marmor.  Hoch  1.24  m.  Die  Statue  war  aus  zwei 
Stücken  gearbeitet,  von  denen  nur  dieses  untere 
erhalten  ist.  Oben  bat  dasselbe  glatte  Ansatz- 
ffäche  mit  tiefem  viereckigen  Zapfenloch.  Das 
lliination  ist  au  einer  Seite  des  Tuche»  lang  ge- 
franst, wie  an  der  weiblichen  Statue  des  Capitol» 
Salone  15.  Die  Fransen  sind  vorn  (2)  und  link» 
(2  + 3)  sichtbar.  Starke  Liegefalten  im  Himation. 
Lebendige  Arbeit  hellenistischer  Zeit;  im  Typus 
der  »og.  Pmiicitia  (Helbig,  Führer  1,  8;  Amelung, 
Basis  des  Praxiteles  in  Mantinea  p.  82,  Amu.  3) 
verwandt.  (Schiff  und  Arndt.) 

737.  Votiv  re  lief,  im  Hofe  der  Dimarchie 
in  PInka  aufgestellt.  Hoch  1,22  in,  breit  0,72  in, 
tief  0,095  m.  Starke»  Hochrelief.  Der  r.  Arm 
des  Gottes  war  anscheinend  horizontal  aus- 
gestreckt. Der  r.  Arm  des  adorierenden  Knaben 
stützt  sein  Haupt.  Das  Tier  scheint  ein  Lamm 
zu  sein.  Erwähnt  von  Ross,  Reisen  auf  den 
griech.  Inseln  111,  5,  als  im  Hofe  der  llauptkirchc 
der  7/a ray/a  f/f  ti )v  JJlttxn  im  Dorfe  '1\> vn ij r rj 


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29 


Smyrna,  Konstantinopel. 


(Nachbarort  von  ninxa)  befindlich.  Von  Ross 
irrtümlich  für  ein  Grabrelief  gehalten. 

Das  Relief  ist  dadurch  von  Interesse,  dass  ! 
die  Figur  des  Gottes  mit  der  bekannten  Statue  i 
des  Poseidon  von  Melos  int  athenischen  National*  I 
museuin  (Kavvadias  235)  im  Wesentlichen  über-  I 
einstimmt.  Da  das  Relief  auch  aus  Melos  stammt, 
ist  es  büchst  wahrscheinlich,  dass  es  in  An*  i 
lelinung  an  diese  Statue  geschaffen  worden  ist.  | 
Der  Typus  lässt  sich,  immer  mit  leichten  Varia-  , 
tionen,  noch  auf  zwei  anderen  Monumenten  nach-  | 
weisen:  der  in  Herculaneum  gefundenen  Bronze-  | 
statue  des  Augustus  in  Neapel  (Inv.  5595;  Phot. 
Sommer  7513;  Overbeck,  Gesch.  d.  griech.  Plastik  8 , 
II,  Fig.  154e;  Bernoulli,  röm.  Ikonographie  II, 

1,  p.  34,  No.  39),  die  den  Kaiser  (falls  die  Restau- 
ration das  Richtige  trifft)  als  Zeus  darstellen  soll,  . 
sowie  auf  dem  bekannten  Relief  mit  der  sog.  | 
Apotheose  des  Augustus  in  San  Vitale  zu  Ra- 
venna (Friederichs- Wolters  1923;  Bernoulli,  röm. 
Ikonographie  II,  Taf.  6;  Phot.  Alinari  10251X  wo 
Augustus  ebenfalls  offenbar  als  Zeus  gemeint,  ißt. 
Diese  aus  verschiedenen  Orten  stammenden  Wie- 
derholungen (die  melisrhe  Statue  ist  wegen  ihrer  ; 
harten  Arbeit  gewiss  nicht  das  Original,  sondern  i 
eine  Wiederholung  griechischer  Zeit)  lassen  auf 
ein  berühmtes  Original  scliliessen,  das  der  zweiten 
attischen  Schule  oder  frühhellenistischen  Zeit  nn- 
gehrtrt  haben  muss.  Vgl.  Furtwängler,  Meister- 
werke, p.  615.  Ob  dasselbe  Zeus  oder  Poseidon 
dargestellt  hat,  ist  nicht  zu  entscheiden,  da  die 
Wiederholungen  in  den  Attributen  schwanken. 
In  der  Beinstellung  und  Kopfhaltung  wie  in  der 
ganzen,  etwas  theatralischen  Pose  scheint  mir  I 
eine  grosse  Verwandtschaft  zum  Apoll  von  Bel-  I 
vedere  zu  bestehen.  Falls  Winters  Zurückführung 
dieser  Statue  auf  Leochares  zu  Recht  besteht  i 
(E-V  401402  habe  ich  allerdings  Widerspruch  1 
geäusscrt),  so  könnte  man  hei  dem  in  Rede 
stehenden  Typus  an  eine  der  Zeusstatuen  des  | 
Leochares  (S — Q 1303 — 1305)  denken.  Der  Kopf  j 
der  athenischen  Statue  erinnert  sehr  an  den  : 
Zeuskopf  aus  Pompei  in  Neapel  (Inv.  6266;  Phot. 
Alinari  11081;  Overbeck,  Kunstmythologie  des 
Zeus,  p.  82,  No.  13,  Atlas  Taf.  II,  No.  3),  hei 
welchem  Winter,  wie  ich  aus  einer  mündlichen 
Äusserung  weiss,  früher  ebenfalls  an  Leochares  j 
gedacht  hat.  — Ob  auf  dem  indischen  Relief  f 
Zeus  oder  Poseidon  gemeint  ist,  lässt  sich  nicht 
mehr  feststellen.  (Schiff  und  Arndt.) 

Smyrna,  Museum  der  griechischen 
evangelischen  Schule. 

738.  Inv.  No.  40.  G ra  h stein  ei nes  sieg-  j 
reichen  Hahneg.  Neben  dem  Hahn  der  1 


Palmzweig  mit  Tänie.  Feines  griechisches  Origi- 
nal guter  Zeit  Nach  einer  Notiz,  die  ich  mir 
früher  gemacht  habe,  publiciert  in  dem  zur  Zeit 
mir  nicht  zugänglichen  Buche  „Phokaika“  (n/r. 
III,  a)  von  Pappadopulos  Kerameus.  (Arndt.) 

Konstantinopel,  Sammlung  S.  E.  des 
kaiserl.  russischen  Botschafters  Herrn  von 
Nelidow  in  Pera. 

739.  Torso  eines  Eros.  Aus  Sammlung 
Dorigny  in  Konstantinopel.  Hoch  0,47,  also  unter- 
lebensgross.  Feiner  pentelischer  Marmor.  Von 
beiden  Flügeln  sind  die  Ansätze  erhalten.  Der 
Köcher  wird  an  einem  fein  eingeritzten,  ursprüng- 
lich bemalten  Bande  getragen.  Das  Haar  endigt 
in  einein  kurzen  Nackenscliopf;  von  den  Locken 
sind  beiderseits  auf  den  Schulten»  Ansätze  er- 
halten. Die  Richtung  des  Kopfes  lässt  sich  nicht 
mehr  feststeilen.  Am  1.  Oberschenkel  1.  hinten 
in  Kniehöhe  setzte  ehemals  der  Stamm  an.  Der 
Marmor  war  auf  der  Vorderseite  bereits  im  Alter- 
tum, wie  der  darüherliegende  Sinter  bezeugt,  ge- 
glättet. Der  Kücken  ist  nur  angelegt,  Raspel- 
Striche  stehen  gebliehen.  Die  Federn  der  Flügel 
sind  plastisch  angegeben.  Im  Motiv  scheint  der 
Torso  dem  Typus  des  Eros  von  Centocelle  nahe 
zu  stehen;  der  Gott  ist  aber,  wie  die  kleinen 
Proportionen  der  Statue  und  die  mageren  Formen 
beweisen,  als  Knabe  dargestellt.  Die  Arbeit  er- 
schien mir  1889,  als  ich  das  Stück  zuni  letzten 
Male  sah,  die  eines  Originales  von  grosser  Fein- 
heit und  Eleganz,  und  die  Photographie  bestätigt 
diesen  Eindruck.  Es  wäre  zu  wünschen,  dass 
der  schöne  Torso  durch  Abgüsse  zugänglicher 
würde.  Zeitlich  scheint  er  noch  dem  4.  Jahrh. 
anzugehören.  __ 

Die  Sammlung  Nelidow*)  enthielt  ausser 
diesem  hervorragenden  Stücke  irn  Jahre  1889  von 
M a r m o r we  r k e n u.  a.  den  in  Roschers  inytholog. 
Lexikon,  Sp.  1564,  Fig.  11  s.  v.  Kronos  veröffent- 
lichten kleinen  Kronoskopf  (hoch  0,07;  in 
Konstantinopel  erworben),  eine  aus  Rhodos  stam- 
mende Statuette  eines  liegenden  Jüng- 
lings, die  von  Treu  im  2.  Texthaude  zu  den 
statuarischen  Funden  von  Olympia  publiciert 
werden  wird,  einen  ebenfalls  in  Rhodos  gefun- 
denen Asklepiostorso  (Phot.,  hoch  0,27,  pari- 
scher Marmor)  von  einem  im  Wesentlichen  der 


*}  Oer  in  der  Bibliographie  dos  Arckiol.  Anaeiger»  1895, 
p.  243  angeführt*  Aufsatz  Ton  DomwiUki  über  Terrakotten  ond 
MannoraUtoett«»n  am  der  Sammlnng  von  Nelidow  (Annalen  der 
k.  OdeMaer  Üesellscbafl  fttr  Üeechlebt*  and  Alterttmer  ISBft, 
p.  S02  ff.)  i*t  mir  hier  nicht  ta^lng  heb  gewesen. 


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30 


Konstantinopel. 


athenischen  Statue  aus  Epidauros  Kavr.  263 
entsprechenden  Typus;  ferner  eine  fragmentierte 
Wiederholung  des  Herme»  von  Andros 
(Phot.,  hoch  0,65,  parischer  Marmor,  aus  Samm- 
lung Dorignj). 

Unter  den  kleinen  Bronzen  schien  mir 
die  0,13  hohe,  in  Konstantinopel  erworbene  Sta- 
tuette eines  stellenden  Nackten  (I’hot.) 
mit  erhobenem  1.  Arm  und  in  die  Hüfte  ge- 
stemmter K.  bemerkenswert.  B.  Standbein.  Iler 
lockige  Kopf  mit  l'nrträtzügeu  ist  nach  1.  gewandt. 
Beide  Beine  von  den  Knieen  abwärts  neu.  Die 
Bronzestatuc  des  Thermenmuseums  Hclhig  958 
sowie  die  von  Winter  im  Anzeiger  tles  Jahrbuchs 
1895,  p.  168,  publicierte  Pariser  Statuette  bieten 
die  nächsten  Vergleichungspunkte.  Die  Ober- 
fläche leider  geputzt,  das  Uunze  sicher  antik. 

Von  den  Terraeotteu  verdienen  einige 
weniger  ihrer  Schönheit  halber  als  wegen  ihrer 
Fundorte  Kyzikos,  Ephesos,  Sidon,  Thessalien 
Beachtung. 

Von  den  Vasen  ist  eine  s.  1.  Pelike  (hoch 
0,26;  Sammlung  Dorigny)  hervorzuheben  mit  der 
Darstellung  einer  Widderausweidung  (vgl.  Benn- 
dorf, Gjölbaschi-Trysa,  p.  167). 


fehlen;  das  1.  scheint  etwas  mehr  vorgesetzt  ge- 
wesen zu  sein.  Gute  und  sorgfältige  Arbeit; 
Bohrlöcher  in  den  Haaren.  Schlecht  erhalten 
und  schwer  zugänglich  aufgestellt.  (Arndt.) 

Soiumerpalast  der  französischen  Botschaft 
in  Therupia  aut  Bosporus. 

740.  Fragment  eines  grossen  Grab- 

reliefs des  4.  Jahrh.  Skizziert  hei  Conze, 
attische  Grabreliefs,  Tat.  CXIII,  No.  505;  dort 
genauere  Angaben.  (Arndt.) 

741.  Grabstein  eines  Gladiators.  Hoch 
0,925.  Bläulicher  Marmor.  Wohl  von  der  ur- 
sprünglichen Aufstellung  des  Steines  rühren 
folgende  Bearbeitungen  her:  an  der  1.  Schmal- 
seite ist  eine  Hinue  eingelieft,  die  auf  der  Ober- 
seite in  einer  viereckigen  Vertiefung  (0,10  in  tief) 
endet;  r.  neben  dieser  auf  der  Oberseite  ein 
Dbbelloch;  an  der  r.  Schmalseite  springt  oben 
ein  Stuck  Band  vor,  das  oben  ein  IlUbelloch  hat 
Im  vertieften  Felde  de  face  ein  Gladiator,  in 
kurzem  Chiton,  zu  den  Füssen  den  Helm,  in  der 
I,.  den  Schild,  in  der  erhobenen  11.  eine  Waffe. 
Sehr  rohe  Arbeit.  Die  Bemalung  der  Augen  ist 
modernen  Ursprung».  Die  Inschrift 


Im  Sommerpalaste  der  russischen 
Botschaft  in  Bujukdere  beflndet  sich  ausser 
einigen  Grabsteinen  im  Gebüsch  versteckt  auf- 
gestellt  die  ca.  1,15  hohe  Statue  einer  pan- 
theistischen  Gottheit  (l’hot.),  die,  wie  es 
scheint,  ursprünglich  als  Gebälkträger  o.  ä.  ver- 
wendet war,  da  sie  hinten  senkrecht  abgeschnitten 
und  gerauht  ist  und  über  der  Mütze  einen  run- 
den profilierten  Aufsatz  trägt.  Es  ist  ein  Misch- 
wesen aus  Attis,  Eros  und  Hermaphrodit  dar- 
gestellt. Ein  Jüngling  mit  gelocktem,  lebe  nach 
1.  geneigtem  Haupt,  das  von  einer  phrygischen 
Mütze  bedeckt  wird,  deren  Laschen  mit  je  einer 
Locke  zusammen  auf  die  Schultern  fallen.  Lange 
gesenkte  Flügel,  von  denen  der  I.  erhalten  ist 
Ein  dünnes,  auf  der  Brust  mit  einer  Medusen- 
maske  zusammengeheftetes  Gewand  geht,  den 
Bauch  bis  zur  Schamgegend  nackt  lassend,  von 
der  Brust  an  beiden  Seiten  entlang  bis  zu  den 
Beineu,  wo  es  in  Hosen  sich  fortsetzt,  die  vorn 
mit  einem  grossen  Knopfe  geheftet  sind  — die  für 
Attis  typische  Tracht.  Ausserdem  bedeckte  das 
Gewand  die,  wie  es  scheint,  auf  dem  Bücken  ge- 
kreuzt gewesenen  Arme  bis  zu  den  Ellenbogen; 
diese  Partieen  sind  sehr  zerstört.  Die  herm- 
aphrodisische  Natur  ist  angedeutet  durch  die  Ver- 
einigung eines  ziemlich  kleinen  männlichen  mit 
einem  weiblichen  Genitale  und  durch  weibliche 
Schwellung  von  Brüsten  und  Bauch.  Die  Beine 


weiss  ich  nicht  zu  lesen;  sic  ist  nach  meinen 
Notizen  vom  Jahre  1889  vollständig,  da  r.  kein 
Bruch.  Vgl.  Arclt.  Zeit.  1882,  p.  147  ff.  (P.  J.  Meier). 
Athen.  Mitt.  1890,  p.  162  ff.  (derselbe).  (Arndt.) 


Sammlung  S.  E.  des  Grosslogotheteu 
des  griechischen  Patriarchats  im  Phauar, 
Aristarehi  Bel,  in  Jeniköi  am  Bosporus. 

742.  Bärtiger  Porträtkopf  römischer 
Zeit  aus  üortyn  auf  Kreta.  Hoch  ca.  0,30.  Nach 
der  Atigeubeliandlung  nicht  vor  dein  Ende  des 
2.  Jahrh.  Gutes  Beispiel  der  provinziellen  griechi- 
schen Porträtkunst  jener  Zeit. 


Die  Sammlung,  aus  der  auch  der  Dresdener 
altertümliche  Jünglingskopf  von  Perintli  (Herr- 
mann, ath.  Mitt.  1891,  Taf.  4 und  5)  stammt,  ent- 
hält noch  einige  Marmorwerke,  die  genauere 
Untersuchung  verdienten,  und  mehrere  In- 
schriften. Als  Fundorte  der  Gegenstände  wer- 
den Periuth  (lleraklcia,  am  MarmarameerX  Kon- 
stantinopel  und  Gortyn  auf  Kreta  genannt. 

(Arndt.) 


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Palermo.  Syrakus. 


31 


Sammlung  des  Herrn  Dr.  Albert  L.  Long, 
Professors  am  Robert  College  in  Rumeli- 
Hissar  am  Bosporus. 

743  und  744.  H e raklesköpfchcn.  Hoch 
0,11.  Feiner,  leicht  krystallinischer  Marmor.  Aus  : 
Isnik  (Nicaea).  Geglättet.  Von  einer  Statuette,  j 
Stirnbinde,  die  am  Hinterkopf  geknotet  ist. 
Ausserdem  liegt  ein  Tuch  auf  dem  Haupt,  ähn- 
lich wie  bei  der  Münchener  „Methe“  (No.  134.  i 
Brunn-Bruckmann  Taf.  125),  dem  Kopfe  des  Pal. 
Pitti  E-V  232-233  und  dem  unter  No.  872  be- 
sprochenen Hennaphroditentypus.  Sorgfältige 
Arbeit. 

Die  Sammlung,  aus  der  auch  der  schöne 
Dresdener  Artemis(?)kopf  Brunn- Bruckmann  Taf. 
390  Arch.  Ana.  1894,  p.  5,  No.  10  stammt,  ent- 
hält ausser  einigen  nicht  uninteressanten  Werken 
der  Kleinkunst  ein  Votivrelief  an  Apollon 
Krateanos,  von  welchem,  zusammen  mit  an- 
deren, teils  im  Robert  College  in  Rumeli-Hissar, 
teils  (1889)  beim  armenischen  Antikenhändler 
Alischan  in  Konstantinopel -Galata  befindlichen 
entsprechenden  Exemplaren,  ich  in  einer  der 
kommenden  Serien  genauere  Nachricht  geben 
werde.  (Arndt.) 


Palermo,  Museo  nationale. 

745—750.  Drei  zu  Jen  sei inu nt i sehen 
Metopen  gehörige  weibliche  Köpfe.  745 
und  746  « Benndorf,  Metopen  von  Selinunt,  Taf. 
XI,  2;  747  und  748  Benndorf  XI,  3 = Sermdi- 
falco  XXXV,  3 = Ilittorf  50,  3;  749  und  750  <=  ' 
Benndorf  XI,  5 = Serradifalco  XXXV,  5 »-■  I 
Hittorf  50,  4 « Brunn -Bruckmann  293a.  Aus 
Marmor.  In  der  Himerhalle  des  Tempels  E (der  ! 
der  Hera  geweiht  war)  gefunden.  Zu  der  jüng-  i 

Bten  Metopenreihe  gehörig.  Weiteres  bei  Bonn-  , 

dorf.  (Am  dt.)  j 

Municipio. 

751.  Statue  eines  Jünglings.  Wir  ver-  1 
danken  die  Beschaffung  der  Photographie  dieser  ' 
Statue,  über  welche  ich  im  Text  zu  Serie  II, 
p.  53,  links,  das  Nötige  bemerkt  habe,  der  liebens- 
würdigen Vermittlung  des  Herrn  Prof,  von  Duhn  1 
in  Heidelberg.  Besondere  Aufnahmen  des  Kopfes 
haben  wir  leider  nicht  erlangen  können.  Die 
Statue  stebt  in  ausserordentlich  ungünstigem 
Lichte.  (Arndt.) 


Syrakus. 

752  und  753.  Archaischer  weiblicher 
Kopf  mit  Polos.  Phot.  Prof.  Six;  ich  habe  I 


das  Original  nicht  gesehen.  Nach  Petersen,  röm. 
Mitt.  1892,  p.  181:  „unlängst  «aus  Afrika«  ins 
Museum  gekommen;  colossal;  aus  Kalkstein; 
nicht  viel  jünger  als  die  Hera  von  Olympia“. 
Journ.  of  hell.  stud.  1891,  p.  56,  No.  1.  Offenbar 
ein  Stück  von  grosser  kunsthistorischer  Wichtig- 
keit, über  welches  genauere  Herkunfts-  und 
Erhaltungsangaben  notwendig  sind.  (Arndt.) 

754.  Torso  einer  lebensgrossen  (von  Hals- 
grube bis  Schamansatz  0,50  m hohen)  männ- 
lichen Statue  archaischen  Stils.  Eine 
auf  der  1.  Schulter  aufliegende  Chlamys,  welche 
sich  dicht  an  die  Körperformen  anschmiegt,  wird 
über  den  Rücken  weg  nach  der  r.  Hüfte  gezogen. 

(Hauser.) 

755.  Fragment  einer  Demeterstatu- 

ette, im  Typus  der  von  Overbeck,  Kunstmytho- 
logie  der  Demeter,  p.  465,  zusammengestellten 
Statuen ; besonders  nahe  verwandt  Atlas  Taf.  14, 
no.  23.  Rechts  neben  der  nur  von  den  Hüften 
abwärts  erhaltenen  Gestalt  die  grosse  Fackel. 
Stein  der  Latomien.  (Hauser.) 

756.  Gelagerter  Mann.  Länge  0,56  in. 
Er  stützte  sich  auf  den  1.  Ellenbogen  auf;  der 
Kopf  war,  wie  die  Verschiebung  der  Bartenden 
auf  die  1.  Brusthälfte  zeigt,  sow  eit  zur  L.  gedreht, 
dass  er  nahezu  im  Profil  gestanden  haben  muss. 
Der  r.  Unterarm  war  nach  Ausweis  des  Puntello 
durch  eine  Stütze  mit  dem  Körper  verbunden. 
Das  r.  Bein  schiebt  sich  utiruhig  über  das  I. 
Die  Formgebung  des  Nackten  ist  im  Allgemeinen 
die  der  hellenistischen  Zeit;  auch  das  flüchtig 
behandelte  Gewand  stimmt  zu  diesem  Ansatz. 
Die  Lage  der  Gestalt  erinnert  sofort  an  die  Eck- 
figuren der  Giebel  des  5.  Jahrh.  Ein  Analogon 
bietet  auch  der  gelagerte  Mann  aus  dem  Giebel 
des  dorischen  Tempels  auf  Samothrake  (Conze, 
Arch.  Untersuch,  auf  Sam.  1,  Taf.  36).  Ich  glaube 
aus  der  Kopfwendung  der  Syrakusaner  Statuette 
mit  Sicherheit  schliessen  zu  dürfen,  dass  die 
Statue  nicht  für  sich  gearbeitet  w ar,  sondern  die 
Kopie  nach  einer  hellenistischen  Giebelstatue  ist, 
da  sie  wegen  der  vom  profilierten  Plinthe  nicht 
seihst  in  einem  Giebel  gestanden  haben  kann. 
Eine  Deutung,  etwa  als  Flussgott,  wage  ich  nicht 
vorzunehinen,  seit  die  Erklärung  der  olympischen 
Ecktiguren  als  solcher  erschüttert  ist  (Bulle.) 

757.  Fragment  eines  prachtvollen  Reliefs 
mit  zwei  le bensgrossen  Figuren,  etwa  aus 
dem  Ende  des  5.  Jahrh.  Höhe  1,05  m,  Breite  0,90  m. 
Nach  r.  hin  ein  Mann  in  imposant  drapiertem 
Himation,  von  den  Hüften  abwärts  erhalten  ; ihm 
halb  zugewandt  ein  nackter  Jüngling  (fehlt:  der 
Kopf,  1.  Arm,  r.  Hand),  welcher  mit  dem  r.  Arm 
den  Gestus  der  Adoration  auszuführen  scheint. 


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32 


Girgenti.  Catania. 


Das»  es  sich  um  einen  Menschen  vor  einem  Gott 
handelt,  darauf  weist  auch  der  bedeutende  Grossen- 
unterschied  zwischen  beiden  Gestalten  hin.  Eine 
schlagende  Analogie  mit  dem  Relief  im  Lateran 
Benndorf-Schöne  No.  399  erhebt  diese  Vermutung 
fast  zur  Gewissheit.  Weitere  Schlüsse  wage  ich  1 
aus  dem  lateranischen  Relief  nicht  zu  ziehen, 
weil  dasselbe  an  mehreren  Stellen  überarbeitet 
ist;  umgekehrt  fällt  aber  von  dem  syrakusani- 
schen  Relief  ein  Licht  auf  das  lateranische , in- 
dem es  uns  zeigt,  wo  etwa  der  unbekannte  Ur- 
sprung jener  Blatte  zu  suchen  ist,  deren  Stil  mit 
keinem  Relief  aus  Griechenland  Zusammengehen 
will.  (Hauser.) 

758.  Fra  gment  eines  Ma rmorreliefs; 
Höhe  0,25  m,  Breite  0,28  m.  Zwei  auscheinend 
im  Reigentanz  nach  1.  eilende  Mädchen,  an  Dar- 
stellungen von  Nymphen  erinnernd;  doch  be- 
wegen sich  Nymphen  weniger  heftig.  Vor  den 
Mädchen  am  Boden  ein  undeutlicher  Rest,  der  i 
wie  der  Oberkörper  eines  Mannes  ausschaut,  | 
welcher  die  L.  an  die  Hüfte  legt.  Bei  einem  der  I 
Mädchen  entspricht  die  Art,  wie  das  Gewand  j 
angeordnet  ist,  ganz  der  in  Syrakus  gefundenen 
Aphrodite  (Friederichs -Wolters  No.  1469);  das 
llimation  lässt  den  Oberkörper  bloss,  wird 
vor  den»  Schoosse  festgehalten  und  senkt  | 
sich  nach  hinten  allmählich  derart,  dass  die 
Glutäen  frei  heraus  treten.  I>a  hei  dein  Relief 
nicht  an  Aphrodite  gedacht  werden  kann,  so  er- 
scheint mir  das  Wiederkehren  dieses  Gewand- 
motivg  um  so  bezeichnender,  und  besonders  auf- 
fällig, dass  dieses  Motiv  gerade  zweimal  durch 
W erke  in  Syrakus  verwendet  wird,  wo  bekannt- 
lich das  Bild  der  Aphrodite  Kallipygos  stand*  | 
Mit  viel  mehr  Recht  als  in  der  berühmten  Statue 
des  Nationalmuseums  zu  Neapel  wird  man  also 
den  Typus  der  syrakusanischen  Kallipygos  in 
der  in  Syrakus  gefundenen  Aphrodite  suchen  \ 
dürfen.  (Hauser.) 


Girgenti. 

758-761.  „Apollo  n“,  am  Flusse  Akragas 
unterhalb  der  Kirche  S.  Biagio  gefunden  (C’aval- 
lari,  sulla  topografia  di  talune  cittn  greche  in 
Sicilia,  p.  73),  bis  zu  den  Knieen  erhalten,  0,79  m 
hoch.  Friederichs -Wolters  No.  153;  Farneil  im 
Journ.  Hell.  Stud.  1891,  p.  56.  Cavallari  erklärt  | 
die  Statue  des  Fundorts  wegen  für  ein  Bild  des  j 
Flussgottes  Akragas,  wozu  es  aber  selhstver-  | 
stündlich  eines  bestimmteren  Hinweises  bedürfte. 
War  dieser  Apollon  schon  als  eine  der  wenigen 
auf  Sicilien  gefundenen  archaischen  Statuen  von 
Bedeutung,  so  hat  er  neuerdings  durch  den  Fund  j 
einer  Bronzestatuette  auf  der  Akropolis  von  Athen  i 


noch  an  Interesse  gewonnen.  Die  im  Bull,  de  corr. 
hell.  1894,Taf.5  und  6,  ahgebildetc  Bronze  zeigt  eine 
auffallend  grosse  stilistische  Übereinstimmung  mit 
der  Statue:  den  halbkreisförmigen  Schädelbogen, 
denselben  Schnitt,  dieselbe  Gliederung  der  Haare, 
die  weiche  Behandlung  der  Muskulatur,  welche 
scharfe  Former  grenzen  vermeidet,  die  grosse 
Differenz  zwischen  Schulter-  und  Hüftenbreite. 
Der  Ursprungsort  des  Stils  dieser  beiden  Werke 
aus  Athen  und  Akragas  darf  aus  chronologischen 
Gründen  nicht  in  Athen  gesucht  werden,  sondern 
da,  wohin  Furtwängler  (Bronzen  von  Olympia  IV, 
p.  20,  no.  52)  allein  schon  der  Stil  der  Bronze 
zu  weisen  schien,  nämlich  in  Aegina.  Die  Be- 
ziehungen von  Akragas  zu  Aegina  sind  dadurch 
verbürgt,  dass  Akragas  zuerst  unter  den  Stätten 
Siciliens  die  aeginetische  Währung  einführt.  Die 
grosse  Virtuosität  der  Marmorbehandlung  an  der 
Statue  von  Girgenti,  welche  Stützen  verschmäht, 
erinnert  an  die  aeginetischen  Giebel.  Und  doch 
wäre  in  diesem  Fall  der  Notbehelf  einer  Stütze 
um  so  eher  zu  entschuldigen  gewesen,  als  der  r. 
Arm  viel  weiter  vom  Körper  absteht,  als  sonst 
hei  dem  Apollon  typus  üblich  ist;  die  Haltung  dieses 
Armes  muss  durch  das  Attribut,  welches  einst 
die  Hand  hielt,  begründet  gewesen  sein.  (Die 
Phot,  der  Rückseite  nach  einem  Negativ  des 
Herrn  Prof.  Six.)  (Hauser.) 


Catania. 

762.  Niob  i de.  0.35  in  hohes  Bruchstück  eines 

Reliefs  ohne  Grund,  wie  die  Figuren  vom  Erech- 
theionfries.  Der  auf  beide  Kniee  niedergestürzte 
Sohn  der  Niobe,  der  mit  beiden  Händen  nach 
der  Wunde  im  Nacken  greift,  lässt  sich  in  drei 
weiteren  Wiederholungen  nachweisen:  auf  dem 
Diskos  im  Brit.  Mus.  (Heydeinann,  Niohidenreliefs, 
in  Sächs.  Ber.  1877,  Taf.  1),  einem  Relief  in  Bo- 
logna (das.  Taf.  4),  einem  verschollenen  Relief 
(das.  Taf.  5).  Vgl.  Raoul  - Rochette,  mon.  inert, 
pl.  LXXIX,  2.  (Hauser.) 

763.  Fragment  eines  Ik ariosreliefs: 

die  vier  letzten  Figuren  aus  dem  Gefolge  des 
Dionysos.  Reisch,  Weihgeschenke,  p.  28;  Hauser, 
neuatt.  Reliefs,  p.  194,  No.  11.  Ergänzt  ist  der  1. 
Rand  des  Reliefs  mit  den  Flöten  und  dem  r.  Knie 
des  Silen;  von  sonstigen  Flicken  nenne  ich  noch: 
die  Hälfte  vom  Schallkasten  der  Kithara  in  der 
Hand  der  Maenade.  (Hauser.) 

764.  Sarkophag(?)-Fragment.  (0,40  m: 
0,30  m.)  Ein  sitzender  Mann  mit  rasiertem  Gesicht 
legt  die  R.  an  den  Kopf  einer  vor  ihm  stehenden 
bärtigen  Herme.  Zwischen  der  Herme  und  dem 
Mann  sieht  eine  in  Haltung  und  Bekleidung  an 
den  Sophokles  im  Lateran  erinnernde  Gestalt. 


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Neapel. 


33 


Eine  stilistische  Parallele  und  zugleich  eine  ver- 
wandte Darstellung  bietet  ein  Bruchstuck  im 
Lateran,  Benndorf-  Scheine,  Taf.  17,  No.  16;  vgl. 
auch  Clarac  II,  119,  No.  48.  Das  Bruchstück  im 
Lateran  zeigt  una  einen  Schriftsteller,  umgeben 
von  Musen , z.  T.  mit  l’orträtzügen,  und  von 
anderen  Schriftstellern,  die  sich  durch  ihre  ab- 
weichende Tracht  als  die  klassischen  Vorbilder 
der  Hauptfigur,  nimlich  des  in  dem  Sarkophag 
bestatteten  Littcratrn,  zu  erkennen  geben.  Auf 
dem  Fragment  in  Catania  erinnern  die  Zuge  des 
Klassikers  lebhaft  an  das  angebliche  altere 
Sophoklesportrat,  abg.  Jahrb.  V,  1890,  p.  160. 
Das  Berühren  von  Hermen  lässt  sich  auch  auf 
Grabstelen  naebweisen,  z.  B.  Clarac  II,  155,  j 
No.  269.  Vgl.  ferner  oben  No.  588  B.  Ergänzt  j 
ist  ein  Stück  vom  Schädel  des  „Sophokles“,  I 
Daurnen  und  Zeigefinger  des  sitzenden  Mannes.  , 
Über  die  Provenienz  konnte  auch  Dir.  Orsi,  trotz 
seiner  freundlichen  Bemühungen,  nichts  erfahren. 

(Hauser.) 

Neapel,  Museo  nazionale. 

Im  Hofe  links: 

765.  Statue  eines  eilenden  Mädchens. 

Hoch  1,45.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Kopf 
und  Hals  waren  besonders  eingelassen.  R.  Ober- 
arm war  seitwärts  erhoben,  I.  gesenkt.  R.  sind 
2 Stützenreste  (vielleicht  für  ein  Attribut  der 
Hand),  1.  einer  für  den  Zipfel  des  Überschlags. 
Vielfach  bestossen.  Die  Figur  tragt  den  dori- 
schen Chiton  mit  Überschlag  über  dem  ionischen 
Ärmelchiton.  Für  eine  Deutung  fehlt  jeglicher 
Anhalt  (keine  Flügel).  Die  Arbeit  ist  sehr  gut. 
Der  Stil  entspricht  dem  der  Nikebalustrade.  Nach 
Sogliano  (notizic  degli  scavi  1898,  p.  264,  II)  ge- 
funden in  Via  del  Pendino  presso  S.  Agostino  la 
Zecca  bei  Gelegenheit  der  neuen  Strassenanlagen. 
Eine  andere  Photographie  (mehr  von  vorn  ge- 
nommen) ist  käuflich  in  Neapel  bei  Giustino 
Lembo,  Strada  S.  Mandate  No.  78a,  Salvator 
^08a-  (Amelung.)  . 

766.  Männliche  Gewandstatue.  Höhe 
1,86.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Ein  Bruch  , 
durch  den  Oberkörper,  einer  durch  die  Füsse. 

In  der  I.  Hand  eine  Rolle.  Vorzüglich  gearbeitete 
Wiederholung  der  Figur,  die  in  der  Sala  della 
Biga  des  Vatican  steht  und  Sextus  von  Chaeronea 
genannt  wird  (Heibig,  Führer  No.  384).  Fundort 
wie  bei  No.  765  (a.  a.  0.  IX  Das  Original  dieser 
schönen  Gestalt  muss  dem  4.  Jahrh.  angeboren,  j 

(Amelung.)  i 

767.  Torso  ein  er  guten  Wiederholung 
der  capitolinischen  Venus.  Höhe  1,00.  I 
Grobkörniger  gelblicher  Marmor.  Ansätze  der  I 

Arodt'Ar&elang,  Pbotogr.  Ein7«l»ufnaLmen  III. 


Lo<*ken  und  Finger  erhalten.  Die  Locken  liegen 
etwas  anders  als  hei  der  capitolinischen  Statue. 
Ansatz  einer  Stütze  am  r.  Oberschenkel  aussen; 
bei  der  capitolinischen  Statue  ist  hier  keine 
Stütze  vorhanden.  (Amelung.) 

Im  Hofe  rechts: 

768.  Torso  einer  vorzüglichen  Wie- 
derholung des  Apollon  Sauroktonos. 
Hube  0,88.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  An 
der  r.  Hüfte  Stütze  für  den  r.  Ellenbogen. 

(Amelung.) 

769.  To rs o e i n e r m Ä ss ig  gearbeiteten 

Replik  der  Artemis  von  Gabii.  Höhe  0,87. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Das  Exemplar 
zeigt  bemerkenswerte  Abweichungen  von  dem  in 
Paris,  welche  indes  alle  nur  Vergröberungen  und 
Vereinfachungen  des  schlechteren  Kopisten  sind. 
Das  Stück  ist  deshalb  nur  für  die  Beurteilung 
der  Kopisten  wertvoll.  (Amelung.) 

770.  Fragment  einer  menschlichen 
Figur,  die  auf  einem  Widder  reitet.  Hoch 
0,68.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Es  fehlen 
dein  Widder  die  beiden  Hinterbeine,  der  Schwanz, 
das  ganze  Vorderteil,  der  Figur  der  ganze  Ober- 
teil und  die  Fftase.  Der  Oberteil  der  Figur, 
Vorderteil  und  Schwanz  des  Widders  waren  be- 

; sonders  angesetzt.  Gute  Arbeit. 

Das  Geschlecht  der  Figur  ist  nach  dem  Er- 
haltenen nicht  zu  bestimmen.  Zunächst  wird 
man  an  Phrixos  denken,  der  auf  den  Wand- 
bildern ganz  ähnlich  dargestellt  wird  (vgl.  Roscher, 
mythol.  Lexikon,  Sp.  2027  zu  Art.  „Helle**).  Grössere 
Wahrscheinlichkeit  aber  hat  die  Deutung  auf 
Aphrodite  Epitragia  für  sich  (vergl.  Flasch,  an- 
gebliche Argonnutenbilder,  p.  1 ff.,  Böhm  im 
Jahrb.  d.  I.  1889  p.  208  ff.  und  Bethe  ebenda  1890, 
Anz.  p.  27  ff.,  wo  unser  Fragment  p.  28  rechts 
beschrieben  ist,  und  Anz.  p.  69)  (Amelung.) 

771.  Torso  einer  weiblichen  Statue. 
Höhe  1,19.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  An 
der  Seite  des  r.  Beines  unten  ein  grosser  Stützen- 
rest, vielleicht  für  das  von  der  erhobenen  r.  Hand 
gehaltene  Attribut. 

Wahrscheinlich  die  Darstellung  einer  Provinz. 

(Amelung.) 

Im  Saal  der  kleinen  Bronzen: 

772  und  773.  Kopf  der  kleinen  reiten- 
den Amazone.  Puhl,  bei  Brunn  -Bruckmann 
Taf.  355  A.  Angesichts  der  zuletzt  von  Furt- 
w Angler  (Meisterwerke,  p.303)  ge&usserten  Ansicht, 
dass  in  dieser  .'Statuette  die  „Eukncmos**  des 
Strongylion  nachgebildet  sei,  erschien  es  der 
Mühe  wert,  den  Kopf  besonders  aufnehmen  zu 
lassen.  Das  Arrangement  der  Haare  erinnert  an 
das  bei  Polyklet  übliche,  ist  aber  kunstloser. 

3 


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34 


Rom. 


Dies  und  die  übrigen  Formen  des  Gesichtes  be- 
weisen in  der  That  zweifellos,  dass  das  Original 
der  Statuette  in  das  5.  Jahrh.  gehört.  Dadurch 
und  durch  die  Kleinheit  der  Darstellung  empfiehlt 
sich  Furtwftnglers  Hypothese  als  möglich. 

(Amclung.) 

Rom,  Garten  des  Vatican. 


774  und  775,  Sitzende  weibliche  Statue. 
Höhe  ca.  2,05,  Tiefe  ca.  0,48.  Ziemlich  feinkörniger 
gelblicher  Marmor.  Erg.:  Nasenspitze,  Vorderteil 
des  Halses,  die  Teile  des  llimation  zu  beiden 
Seiten  des  Kopfes  und  neben  der  1.  Schulter, 
beide  Unterarme  mit  Hunden  und  dem  von  der 
1.  Hand  gehaltenen  Gewandstück,  der  obere  Teil 
des  im  Schoosse  liegenden  Gewandbausches,  1. 
Fuss  mit  Teil  des  Gewandes,  die  geschwungene 
Lehne  des  1.  Armes  und  da»  darunterl  egende 
Stück  Felsen.  Die  Figur  ist  in  eine  moderne 
Basis  eingelassen.  Der  Kopf  scheint  nicht  ur- 
sprünglich zugehörig. 

Hinten  ist  die  Figur  nicht  ausgeführt,  son- 
dern glatt  abgeflacht.  Sie  muss  also  ursprüng- 
lich an  einer  Wand  gestanden  haben.  Dies  und 
das  eigenartige  Bewegungsmotiv  machen  es  wahr- 
scheinlich, dass  die  Figur  sich  einst  in  dem 
Giebel  eines  römischen  Tempels  befand.  Dübel- 
löcher sind  an  dem  Erhaltenen  nicht  vorhanden. 
Der  Kopf  erinnert  sehr  au  den  der  Florentiner 
Demeter  im  schwarzen  Gewände  (E-V  357—359). 
Man  vergleiche  wegen  des  .Stiles  und  verwandter 
Motive  die  Giebelfiguren  aus  Thon  im  Conserva- 
torenpalast  (Helbig,  Führer  1,  p.  465).  Die  Arbeit 
unserer  Statue  ist  decorativ  und  effectvoll. 

(Amelung.) 

776.  Stehende  männliche  Statue.  Höhe 
2,37.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Erg.: 
Oberteil  der  Stirn  und  der  Haare,  die  unteren 
Teile  der  seitlichen  und  rückwärtigen  Locken, 
Kinn,  Hals  mit  Oberteil  der  Brust  und  Schultern, 
r.  Brust  und  Arm,  1.  Arm  bi»  auf  ein  Stück  Ober- 
arm, Gewand  am  1.  Unterarm,  r.  Fusa  mit  Knöchel, 
Vorderteil  des  1.  Kusses,  Basis  und  Teile  der 
Stütze.  Nase  und  Lippen  abgebrochen.  Die 
Figur  war  mitten  durchgebrochen. 

Der  Kopf  ist  von  einer  gewundenen  Binde 
umgehen,  in  deren  antiken  Teilen  sich  Löcher 
für  Strahlen  befinden.  Er  stellte  demnach  einen 
hellenistischen  Herrscher  als  Sonnengott  dar.  Zu 
der  Figur  wird  er  kaum  ursprünglich  gehören. 
Diese  wird  von  einer  römischen  Imperatoren- 
statue stammen.  Sie  ist  gut  gearbeitet. 


I 


i 


777-  780.  Büste  mit  einer  Wieder- 
holung des  Kopfes  des  myronischen  Dts- 


kobolen.  Höhe  0,55  (Scheitel  bis  unterer  Rand 
der  Büste;  Höhe  des  Kopfes  allein  0,25).  Ziem- 
lich feinkörniger  weisser  Marmor  (der  des  Kopfes 
sicher  pentelisch).  Erg.:  Nase,  Kinn,  Hals,  Büsten- 
fuss.  Der  Mund  fehlt.  Die  Ohren  sehr  bcstossen. 
Der  r.  Armansatz  teilweise  abgebrochen. 

Der  Kopf  (nicht  zu  der  Büste  gehörig)  ist 
eine  gute , leider  sehr  mitgenommene  Wieder- 
holung des  myronischen  Diskoholen.  Am  Halse 
ist  die  ursprüngliche  Drehung  noch  deutlich  sicht- 
bar. Die  Haare  sind  sehr  sorgfältig  gearbeitet. 
Von  den  Angen  bewahrt  das  r.  ganz  die  archaische 
Form,  während  sich  bei  dem  I.  die  Lider  ftber- 
schneiden.  An  der  Büste  ist  die  Rückseite  inter- 
essant. Vgl.  hierzu  Bicnkowski,  Geschichte  der 
antiken  Büstenform  (polnisch),  in  dein  XXIV.  Bande 
der  Abhandlungen  der  Akademie  der  Wissen- 
schaften in  Krakau  (deutscher  Auszug  in  dem 
Anzeiger  der  gen.  Akademie,  December  1894». 

(Amelung.) 

781.  Statue  der  Hera.  Höhe  1,85.  Gross- 
körniger  weisser  Marmor.  Erg.:  Mittelteil  des 
Diadems  und  der  Haare  darunter,  Nase,  Mund, 
Kinn,  Stück  des  Mantels  über  der  1.  Brust,  1. 
Schulter  und  Stück  des  1.  Oberarmes,  1.  Hand, 
das  unter  ihr  herabhängende  Stück  Mantel,  r. 
Unterarm.  L.  grosser  Zeh  abgebrochen.  Augen- 
sterne und  Pupillen  eingegraben.  Der  Kopf  scheint 
gebrochen  und  zugehörig.  Nach  Zeichnung  publi- 
cicrt  in  Overbecks  Kuiistmythologie.  Taf.  X,  35; 
Textband  Hem  p.  121,  No.  12.  Die  weiteren  dort 
angeführten  Figuren  haben  nichts  mit  diesem 
Typus  zu  thun. 

Eine  Wiederholung  derselben  Figur  in  Stock- 
holm (Phot.  Lagrelius  13).  Doch  ist  hei  ihr  das 
Himation  nicht  über  den  Kopf  gezogen.  Auch 
sind  Abweichungen  im  Einzelnen  zu  bemerken. 

(Amelung.) 

782.  Statue  der  Hygieia.  Höhe  1,02.  Ziem- 
lich grobkörniger  weisser  Marmor.  Es  fehlen : Kopf 
und  Hals  (waren  besonders  gearbeitet  und  tun- 
gesetzt',  r.  Arm,  1.  Hand  mit  Teil  des  Unterarmes, 
Teile  des  Leibes  und  Kopf  an  der  Schlange. 
Uber  der  Schlange  ist  ein  grösserer  Stiitzeu- 
ansatz. 

Die  Figur  ist  eine  Wiederholung  der  Hygieia 
Hope  (Roscher,  mythol.  Lexikon,  Sp.  2788  und 
2789,  Thrämer).  Während  aber  bei  dieser  die 
Schlange  von  der  I.  Schulter  der  Göttin  der  r. 
Hand  zustrebt,  richtet  sie  sich  bei  unserem 
Exemplar  neben  der  Göttin  auf.  Der  r.  Arm  war 
augenscheinlich  gesenkt,  und  die  Stütze  wird 
einem  von  der  Hand  gehaltenen  Attribut  als  Halt 
gedient  halfen.  Vgl.  oben  No.  717.  (Amelung.) 


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Horn. 


35 


783.  Kopf  einer  Karyatide  auf  einem 
umgekehrten  Kapitell. 

a.  Der  Kopf:  Hohe  (Ende  des  Haarschopfes 
hinten  bis  Höhe  des  Korbes  hinten)  0,31.  Fein- 
körniger weisser  Marmor.  Erg.:  Gesicht  und 
Hals.  Die  gedrehten  Lorken  beiderseits  hinter 
den  Ohren  und  der  Schopf  hinten  abgebrochen. 
Die  Frisur  ist  die  gleiche,  wie  hei  einem  Kopf  in 
Florenz  (E-V  No.  820—322),  der  mit  dem  „Kasseler 
Apoll“  eng  verwandt  ist  Doch  sind  die  Stirn- 
locken hier  freier  behandelt.  Über  der  Mitte  der 
Stirn  eine  eigenartige  Haarschleife.  Das  Original 
aus  der  Zeit  des  Erechtheion. 

b.  Das  Kapitell:  Höhe  0,30,  Breite  ca.  0,82. 

Feinkörniger  weisser  Marmor.  Zwei  Ecken  sind 
abgebrochen.  Das  Kapitell  ist  mit  einer  Löwen- 
haut umwickelt.  Zwei  ganz  entsprechende  Kapitelle 
befinden  sich  im  Museo  nazionale  delle  Terme  (Ala 
IV,  No.  26  und  27).  Sie  stammen  von  einem  kleinen 
Rundtempel,  welcher  am  Tiber  in  der  Nahe  der 
Engelshrücke  gelegen  hat  (Bulletino  comimale 
1892,  j».  175  f.,  T.  IX).  Dorther  muss  auch  unser 
Kapitell  stammen.  (Amelung.) 

784.  Statue  der  Kybele.  Da  die  Figur 

an  dem  Casino  des  Pirro  Ligorio  jenseits  eines 
Wasserbeckens  steht,  war  die  Höhe  nicht  festzu- 
stellen. Feinkörniger  weisser  Marmor.  Erg.  der 
obere  Teil  der  Mauerkrone  mit  Gewand,  1.  Unter- 
arm mit  Hand  und  dem  oberen  Teil  des  Tym- 
panon. Der  Vorderteil  des  1.  Fusses  fehlt.  Be- 
schädigt die  r.  Hand.  Unterhalb  der  Brust  war 
die  Figur  durchgehrocheti.  Die  bisherigen  Publi- 
catione»  der  Statue  siehe  hei  Roscher,  mythol. 
Lexikon,  Kybele,  Sp.  1645  unten.  Vergl.  E-V 
No.  891/392.  Wegen  des  Gewaudmotives  vgl.  man 
die  Monumente,  welche  hei  Amelung,  Basis  des 
Praxiteles,  p.  50  f.,  zusamniengestellt  sind.  Sie 
gehören  dem  4.  Jahrli.  an.  Derselben  Zeit  kann 
auch  das  Original  unserer  Figur  in  Rücksicht  auf 
den  Typus  des  Kopfes  angeboren.  Zu  den  eigen- 
artigen Gewandfalten  zwischen  den  Füssen  vgl. 
die  entsprechende  Partie  an  dem  Dionysos  vom 
Thrasyllos- Monument  aus  Athen  (Brunn -Bruck- 
mann, Denkmäler,  Taf.  119),  ebenfalls  einem  Werke 
des  4 Jahrli.  Die  Mauerkrone  ist  für  diese  Zeit 
nirlit  unerhört.  .Sie  bildet  sich  schon  auf  dem 
Kopf  einer  Statue  in  Villa  Doria  - Pamphili  (M-D 
920),  dessen  Original  noch  in  das  5.  Jahrh.  gehört. 
Derselbe  stimmt  fast  vollkommen  überein  mit  dem 
beim  Parthenon  gefundenen  Fragmente  eines 
Colossalkopfes  (Michaelis,  Parthenon,  Taf.  8,  14). 
Vgl.  jetzt:  Furtwangler,  Statuenkopieen  im  Alter-  j 
tum,  I,  p.  577  ff.,  Taf.  X,  2.  (Amelung) 

785.  Sitzende  weibliche  Statue.  Gelb- 

licher Marmor.  Höhe  und  Ergänzungen  waren  , 
nicht  zu  constatieren.  (Amelung.) 


786.  Sitzende  weibliche  Statue.  Höhe 
nicht  zu  constatieren.  Gelblicher  Marmor.  Erg. 
Kopf  und  Hals,  r.  Unterarm  mit  Teil  des  Ober- 
armes, r.  Unterschenkel  mit  Knie  und  Fuss.  Es 
fehlen  die  Hinterbeine  des  Stuhles.  (Amelung.) 

787.  Sitzende  weibliche  Statue.  Höhe 
1,40.  Grosskörniger  weisser  Marmor.  Erg.  Kopf 
mit  halbem  Hals,  r.  Unterarm  mit  Ellenbogen 
und  Teil  des  Ärmels,  die  beiden  Enden  der  Bolle, 
Teile  der  Basis. 

Die  drei  letztgenannten  Statuen  waren  wahr- 
scheinlich römische  Grabet atuen.  Ihre  Erfindung 
hat  sich  augenscheinlich  an  griechische  Vorbilder 
angelehnt,  diese  wohl  zum  Teil  direct  nachgeahmt, 
wie  bei  den  Kopieen  der  sog.  Olympia*  (Mus. 
Torlonia).  (Amelung.) 

788.  Statue  der  Tv che.  Höhe  1,29.  Mar- 

mor der  Gestalt  grobkörnig  und  we'ss,  der  des 
Kopfes  feinkörnig  und  gelb.  Erg.  Nase  mul  beide 
Anne  mit  Füllhorn.  Die  Figur  ist  eine  schlechte 
Wiederholung  eines  auch  sonst  als  Tyche  oder 
Nike  verkommenden  Typus;  vgl.  E-V  No.  286 
und  350.  Der  Kopf  ist  eine  schlechte  Wieder- 
holung des  Kopfes  der  Le  da  mit  dem  Schwan 
(Helbig,  Führer  454).  (Amelung.) 

789.  Mädchenkopf.  Höhe  0,27.  Fein- 
körniger gelblicher  Marmor.  Erg.  Hals,  Büste 
und  Fugs.  Halbe  Nase  abgebrochen.  Irn  Nacken 
ein  kleiner  Schöpf.  Das  Original  wird  etwa  im 
Anfang  des  4.  Jahrh.  entstanden  sein. 

(Amelung.) 

790.  Weibl  ich  er  Ideal  köpf.  Höhe  0,38. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Erg.  Nase,  Unter- 
lippe, Büste  und  Fuss.  Die  I.  Kopfseite  war  ab- 
gebrochen; der  Bruch  verschmiert.  Rückseite 
nur  angelegt.  Im  Nacken  ein  kleiner  Schopf. 

Erinnert  trotz  seiner  schlechten  Arbeit  an 
die  Hera  Farnese  und  soll  augenscheinlich  einen 
dieser  verwandten  Kopf  wiedergehen  (man  be- 
achte die  Bildung  der  Haare  und  Augen).  Sehr 
ähnlich  der  Kopf  des  Louvre  „Apollon“  No.  69, 
Phot.  Giraudon  1241.  (Amelung.) 

791.  Mädchen  köpf.  Höhe  0,35.  Fein- 
körniger gelblicher  Marmor.  Erg.  Haarschopf 
hinten,  Büste  mit  Fuss.  Nasenspitze  abgebrochen. 
Die  Haart*  sind  oben  und  hinten  nicht  ausgeführt. 

Sehr  welch  die  Arbeit  der  Haare  und  Augen. 
Man  vgl.  dagegen  No.  789.  (Amelung.) 

792  und  793.  Kopf  der  Ceres.  Höhe  0,35. 
Feinkörniger  grauer  Marmor.  Erg.  aus  Marmor: 
1.  oberes  Ende  des  Kranzes,  Nase  mit  Mund 
und  Kinn  und  Umgebung,  Büsten  fuss;  aus  Gips: 
r.  oberes  Ende  des  Kranzes,  Teil  der  r.  Braue, 
Büste. 

Durch  den  Ährenkranz  ist  die  Person  als 
Göttin  des  Getreidesegens  bezeichnet;  durch  die 

3* 


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36 


Rom. 


eigenartige  Frisur  wird  die  Erfindung  in  römische 
Kreise  gewiesen.  Also  Ceres.  Die  erhaltenen 
Teile  des  Gesichtes  haben  nichts  Porträthafles. 

(Amelung.) 

794  und  795.  Porträt  hü ste  ei  ne s Römers. 
Höhe  0,53.  Feinkörniger  wcisser  Marmor  mit 
schwärzlichen  Adern.  Erg.  Teil  des  r.  Ohrrandes 
und  Büstenfuss.  Nase  und  Rand  des  1.  Ohres 
beschädigt.  Die  Brauen  sind  durch  eingeritzte 
Striche  angedeutet. 

Wegen  der  Büstenform  vgl.  Bienkowski,  Ge- 
schichte der  antiken  Bastenform,  T.  I,  Fig.  13 
(Trajnnische  Achselbüste).  (Amelung.) 

796.  Weibliche  Statue.  In  einer  Nische 
des  Casino  des  l’irro  Ligorio.  Höhe  und  Ergän- 
zungen nicht  zu  constatieren. 

Wiederholung  der  sog.  Pudicitia. 

(Amelung.) 

797.  Weibliche  Statue.  Ebenda  als 
Gegenstück.  Jedenfalls  erg.  Kopf  und  Hals. 

Gute  Wiederholung  eines  •der  sog.  Pudicitia 
verwandten  Typus.  Uber  den  Kreis,  in  den»  die 
Entstehung  dieser  Typen  zu  suchen  ist,  vgl.  Ame- 
lung, Basis  des  Praxiteles,  p.  82,  Anm.  3. 

(Amelung.) 

798.  Statuette  eines  Mädchen  mit 
einem  Vogel  in  den  Armen.  Auf  einem 
Giebel  des  Casino;  daher  Höhe  gar  nicht  und  Er- 
gänzungen nur  ungefähr  zu  constatieren.  Sicher 
erg.  r.  Unterarm  ohne  Hand.  Kopf  antik,  aber 
nicht  zugehörig. 

Wohl  eine  Grahstatue.  Der  Stil  des  Ge- 
wandes schlicsst  sich  at»  den  hellenistischer  Vor- 
bilder an.  (Amelung.) 

799.  Statuette  der  Hygieia.  Gegenstück 
zu  der  vorigen.  Sicher  erg.  r.  Arm  mit  Schwanz- 
ende der  Schlai  ge.  Ein  Teil  der  Schlange  ist 
sicher  zugehörig.  Kopf  antik,  aber  nicht  zu- 
gehörig. 

Die  Schlange  wird  so  zu  ergänzen  sein:  sie 
wird  am  unteren  Ende  von  der  r.  Hand  der 
Göttin  gehalten  und  strebt  nach  einer  von  der  1. 
Hand  gehaltenen  Schale,  um  zu  trinken.  Die 
Figur  ist  eine  Wiederholung  der  als  Muse  er- 
gänzten Statue  im  Lateran,  ß-Sch  187;  diese 
stammt  aus  demselben  Besitz  wie  die  entsprechend 
aufgestellte  Asklepiosstatue  No.  182  und  hat  die 
gleiche  Grösse.  Sie  wird  also  ursprünglich  auch 
eine  Hygieia  dargestellt  haben. 

Die  Figur  erinnert  sehr  an  die  sog.  Spinnerin 
der  Glyptothek  (vgl.  Amelung,  die  Basis  d.  Prax. 
aus  Mant.,  p.  51),  die  Kopie  eines  Werkes  aus 
dem  4.  Jahrh.  v,  Chr.  Derselben  Zeit  wird  auch 
das  Original  unserer  Figur  angeboren.  Damit 
stimmt  der  Typus  des  Asklepios  überein. 


Zu  dem  Kopf  glaubt  Arndt  ein  verwandtes 
Stück  in  Athen  zu  kennen  (Kentrikon  No.  550, 
Theben).  (Amelung.) 

800.  Statue  des  Zeus.  Höhe  1,90.  Fein- 
körniger weisser  Marmor.  Erg.  Kopf  und  Hals, 
r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarmes  an,  1.  Arm 
von  oberhalb  des  Ellenbogens  an  (Daumen  antik), 
beide  Küsse  mit  Stütze  und  Basis.  Am  r.  Ober- 
schenkel aussen  ein  rundes  Loch. 

Die  gut  gearbeitete  Statue  ist  nächstvenrandt 
dem  Dresdener  „Zeus“  (Arcli.  Anz.  1890,  p.  107 
und  1892,  p.  1 f.)  und  geht  mit  ihm  jedenfalls  auf 
ein  Original  derselben  Zeit  zurück.  Bisher  publi- 
cicrt  im  Museo  Chiarnmonti  I,  pl.  4 (ehemals  in 
den  Gärten  des  Quirinalt,  danach  bei  Clarac  400, 
678.  (Amelung.) 

801.  Grab  gruppe  des  Cornntus.  Höhe 
1,10.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Erg.  an 
dem  „Kronos“  Nase,  kleiner  Finger  der  1.  Hand; 
an  dein  Knaben  r.  Hand;  an  dem  Stuhl  r.  Teil 
der  Rückenlehne,  Vorderteil  der  1.  Armlehne.  Es 
fehlen:  Stück  des  Himation  auf  dem  Kopf  des 
Kronos,  Kopf  mit  lials  und  r.  Unterarm  des 
Mädchens. 

Bisher  publiciert  hei  Clarac  395,  660.  Die 
Inschrift  an  der  Basis  (jetzt  ganz  überschmiert) 
im  Corpus  Inscr.  I.at.  VT,  p.  III,  16  483. 

Das  Ganze  ist  von  dem  Wetter  arg  zuge- 
richtet. In  der  r.  Hand  des  Kronos  ein  ziemlich 
kurzes,  breites  und  Haches  Attribut  (nicht  die 
Harpe).  Vgl.  Koscher,  mythol.  Lexikon,  Art. 
Kronos,  8p.  1564  (d).  (Amelung.) 

802.  Weibliche  Statue.  Hohe  1,92.  Fein- 
körniger weisser  Marmor.  Erg.  Nase,  Hals,  beide 
Unterarme  mit  Henkel  des  Gefässes,  I.  Vorder- 
ecke der  Basis.  Vgl.  zu  der  Figur  E-V  No.  396. 
Der  nicht  zugehörige  Kopf  ist  eine  Replik  des 
Kopfes  des  Omphalosapollon. 

Darüber  eingemauert  ein  hübsches  decora- 
tives  Relief  mit  bacchischer  Scene.  (Amelung.) 

803.  Kopf  der  Statue  No.  802.  Höhe  0,23. 

Ein  Teil  der  Locken  über  dem  r.  Auge  abge- 
brochen. (Amelung.) 

804.  Kopf  des  Herakles.  Höhe  nicht 
genau  zu  constatieren.  C'olossal.  Grosskörniger 
weisser  Marmor.  Erg.  Nase,  Hals  und  Büste. 
Beide  Brauen  fehlen.  Die  Haare  bedeckt  ein 
Wein«  oder  Pappelkranz.  Nach  Arbeit  und 
Grösse  ein  Gegenstück  zü  dem  Herakles  Farnese 

j und  seiner  Wiederholung  im  Pal.  Pitti. 

(Amelung.) 

805.  Weibliche  Statue.  Höhe  1,80.  Fein- 
körniger weisser  Marmor.  Erg.  1.  Schulter  mit 
der  äusseren  Hälfte  des  Oberarmes,  beide  Unter- 

i arme,  l.  Knie,  Vorderteil  des  r.  Kusses  mit  Ecke 


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Koni. 


37 


der  Basis,  grosser  Zeh  des  1.  Kusses,  Kleinig- 
keiten am  Gewände.  Der  Kopf  (röm.  Porträt), 
dem  Nase  und  Teil  des  Halses  fehlen,  ist  nicht 
zugehörig.  Puhl,  hei  Clarac  4-39,  796. 

Vgl.  zu  der  Figur  E-V  No.  287.  Darüber 
eingemauert  ein  römischer  Kindersarkophug. 

(Amelung.) 

Magazzino  archeologico  (Orto  hotanieo). 

806  und  807.  Stehendes  Mädchen.  Mar- 
morstatue. Höhe  0,97.  Kopf  und  Halsausschnitt 
gesondert  gearbeitet  und  eingesetzt.  Der  1.  Unter- 
arm war  angestückt  (Zapfenloch).  Der  r.  Unter- 
arm hing  herab.  Das  Mädchen  hat  sich  den 
hinteren  Teil  des  Überschlags  ihres  einfachen 
Chitons  über  den  Hinterkopf  gelegt.  Diese  Ge- 
wandanordnung giubt  die  Erklärung  für  das  Motiv 
der  einen  der  „hercula  ensischen  Tänzerinnen“ 
(Comparetti  e de  Petra,  La  Villa  Ercolanese,  Taf. 
XIV,  3,  p.  269),  die  sich  mit  der  L.  den  Über- 
schlag in  gleicher  Weise  von  hinten  über  den 
Kopf  ziehen  will,  so  dass  auch  ßie,  wie  ihre 
gewandnestelnde  Schwester  (a.  a.  O.  Taf.  XIV,  lk 
in  einer  Ankleidehewegung  begriffen  ist.  Zu  er- 
innern ist  auch  an  eine  Marmorsftatue  der  Samm- 
lung Jacobsen  (»Aura  velificans.“  Erw.  E-V  I, 
2,  p.  19,  zu  No.  113k  obwohl  hier  das  Motiv  zu- 
sammen mit  der  eiligen  Bewegung  der  Beine  noch 
andere  Bedeutung  haben  dürfte.  — Die  Statue 
des  M.  a.  ist  auch  stilistisch  aufs  Engste  mit 
den  „Tänzerinnen“  verwandt  (vgl.  besonders  die 
Brustfalten  des  Überschlags),  vornehmlich  mit  der 
kleinsten  von  ihnen  (a.  a.  0.  Taf.  XIV,  4).  Die 
breiten,  hohlen,  scharfrückigen  Falten  um  die 
Beine  sind  hei  beiden  so  übereinstimmend,  dass 
ich  nicht  anstelle,  die  Marmorstatue  für  eine  ge- 
treue Kopie  nach  einem  verlorenen  ßronzeoriginal 
zu  halten,  das,  wenn  es  nicht  überhaupt  zu  der 
Gruppe  der  „Tänzerinnen“  gehörte,  jedenfalls  aus 
derselben  Kunstschule  war.  (Bulle.) 

808.  Hermes.  Marmor&tatiie.  Höhe  0,85. 
Er  tragt  in  der  L.  das  Kerykeiou,  von  dem  Reste 
auf  dem  Unterarm  erhalten  sind.  Auf  dem  Petasos, 
dessen  Rand  gebrochen  ist,  die  Ansätze  von 
Flügeln.  Die  Chlamys  ist  angeordnet  wie  bei 
dein  Hermes  mit  der  Inschrift  Ingenui  uud  zahl- 
reichen anderen  Statuen.  Fuitwängler  (Meister- 
werke p.  362)  hält  diese  Drapierung  in  vielen 
Fällen  für  Zuthat  der  Kopisten;  hier  jedoch 
passt  die  strenge  Anordnung  der  Falten  voll- 
kommen zum  Stil  des  Kopfes.  Denn  obwohl  die 
Statue  eine  sehr  Haue  Kopie  ist,  erkennt  man 
am  Kopfe,  namentlich  an  den  Haaren,  deutlich, 
dass  ein  Original  etwa  von  der  Mitte  des  5.  Jahrh. 
zu  Grunde  liegt.  Am  Nächsten  verwandt  scheinen 


mir  der  Kasseler  Apollon  und  die  Perseusköpfe 
in  London  und  Rom  zu  sein  (glatte,  von  einem 
niederen  Dreieck  begrenzte  Stirn;  schmale  Lid- 
spalten; kräftiger  Mund  und  Unterkiefer;  auch 
die  Stilisierung  der  einzelnen  Haarlöckchen  ist 
sehr  ähnlich).  Der  Körper  scheint  durch  die 
Hand  des  Kopisten  »ehr  verweichlicht  worden  zu 
sein.  (Bulle.) 

809  und  810.  Kopf  des  Diomedes.  Der 
Kopf  verhält  sich  zu  dem  Münchener  Diomedes 
ähnlich  wie  die  vermutlich  in  England  befindliche, 
nur  durch  den  Dresdener  Abguss  (Fuitwängler, 
Meiste rw.,  Taf.  14)  bekannte  Wiederholung.  Alle 
Formen  erscheinen  einfacher  und  w eniger  effektvoll, 
so  dass  man  glauben  konnte,  es  liege  ein  etwas 
älteres  und  strengeres  Original  zu  Grunde.  Den- 
noch sind  dafür  meines  Erachtens  die  Überein- 
stimmungen zu  gross.  Furtwänglers  Anschauung 
(a.  a.  O.  S.  811  fg.)>  die  in  dem  Münchener  Exem- 
plare eine  d$m  Kopisten  zur  Last  zu  legende 
Steigerung  und  Übertreibung  der  originalen  For- 
men sieht,  scheint  mir  durch  diese  neue  Wieder- 
holung bestätigt  zu  werden.  Unser  Kopf  zeigt 
eine  skizzenhaftere  und  weniger  ängstliche  Be- 
handlung von  Haar  und  Bart,  ist  aber  in  der 
Modellierung  des  Fleisches,  namentlich  der 
Wangen,  vortrefflich.  In  der  Wiedergabe  des 
Haares  hat  sich  der  Kopist  anscheinend  dem 
Mannorstil  mehr  angepasst.  (Bulle.) 

Kunsthandel. 

Beim  Kunsthändler  Cupponi,  Via  della 
Fontunella  di  Borghese  20: 

811.  Büste  eines  Herrschers  als 
Sonnengott.  Höhe  0,49.  Feinkörniger  weisser 
Marmor.  Erg.  Nase,  1.  Schulter  und  Büstenfuss. 
Hinten  unter  den  Haaren  ein  Loch  zur  Befestigung. 
Die  Haare  von  einem  Reifen  umgehen,  in  dem 
sich  sieben  Löcher  zur  Einfügung  von  Strahlen 
befinden.  Eigenartig  sind  die  drei  Ähren  auf  der 
Brust  unten.  Sie  sollen  die  das  Wachstum  för- 
dernde Kraft  des  Sonnengottes  andeuteu  (Roscher, 
mythol.  Lexikon,  Sp.  2021  f.  Rapp).  Die  Gesichts- 
zuge erinnern  an  die  Alexanders  d.  Gr. 

(Amelung.) 

812  und  813.  Statuette  des  Apollon. 
Höhe  0,64  (des  obereti  Fragmentes  0,38).  Fein- 
körniger gelblicher  Marmor.  Da»  untere  Frag- 
ment scheint  von  einer  ehemaligen  Ergänzung  zu 
stammen.  An  der  l.  Hüfte  vorne  ein  kleines 
rundes  Lock. 

Gute  Kopie  einer  dein  Mantuaner  Typus  ver- 
wandten Apollonfigur,  etwas  weiter  entwickelt 
als  dieser  (vgl.  Jahrbuch  d.  J.  1896  p.  1 ff. 
Wolters).  (Amelung.) 


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38 


Florenz. 


Heim  Kunsthändler  Jandolo,  Via  Ha* 

buino  92: 

814  und  815.  Griechischer  Porträtkopf. 
Höhe  0,25.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Erg. 
Nasenspitze,  beide  Lippen,  Hals,  Huste  mit  Kuss. 
Kinn  hestossen.  Die  ganze  Vorderseite  sehr  ver- 
waschen. Gut  erhalten  der  Hinterkopf.  Auf  ihm 
ein  Loch  mit  Blei  vergossen. 

Erinnert  stark  an  das  Pariser  Porträt  Alexan- 
ders d.  Grossen.  (Amelung.) 

Heim  Kunsthändler  lunocenti,  Via  Ha- 
b ui  no  77: 

816.  Männlicher  Torso  mit  Agis.  Höhe 
1,12.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  1~  Arm 
war  erhoben.  Kopf  nach  der  r.  Schulter  gewendet, 
ln  Zeichnung  publ.  Mon.  d.  Inst.  111,  tav.  II.  Aus 
dem  Theater  von  Falterone  in  Umbrien.  Es  ist 
unbekannt,  wo  der  Torso  inzwischen  sich  be- 
funden hat. 

Der  Körper  schließt  sich  durchaus  au  poly- 
kletische  Formengebuug  an.  Die  Agis  ist  da- 
gegen ganz  naturalistisch  behandelt:  das  Medusen- 
haupt vom  spateren  Typus.  Al«  Stutze  dient  ein 
Palmenstamiu.  Die  Figur  wird  ursprünglich  den 
Kopf  eine«  römischen  Imperators  getragen  haben. 
Vgl.  Furtwünglcr,  Meisterwerke,  p.  425.  Wegen 
der  Ägis  vgl.  Furtwängler,  Gemmen  mit  Küiistler- 
inschriften , Jahrb.  d.  J.  1889,  p.  69  f. ; Helhig, 
Führer,  No.  556  und  Hübner,  die  ant.  Hildaeike 
in  Madrid,  No.  5 und  123.  (Amelung. 

817.  Statuette  der  Hygieia.  Hohe  0,43. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Der  Kopf  der 
Schlange  war  bei  der  1.  Hand,  welche  demgemäss 
eine  Schale  hielt. 

Die  sehr  hübsch  gearbeitete  Statnette  hat 
das  Gewandmotiv,  das  sonst  bei  Kore  üblich  ist 
(vgl.  Amelung,  Basis  d.  Prax.,  p.  51  f.). 

Vor  dem  Faustinatempol. 

818.  Fragment  einer  ara.  Von  einer 
darauf  im  Belief  dargestellten  Götterprocession 
sind  die  Oberkörper  von  Athena  und  Hepha«to$ 
erhalten  t in  e.nem  eigentümlichen  archaistischen 
Stil,  der  Züge  des  Stils  aus  dem  4.  Jahrb.  mit 
übertriebener  Stilisierung  vermischt.  (Hauser.) 

Forum  Romanum,  Rasilica  Julia, 

auf  einem  der  modern  aufgemauerten  Pfeiler. 

819.  Basisrelief  mit  Hygieia  und 
Athena.  Pentel.  Marmor.  H.  0,38.  Br.  0,355. 
Dicke  jetzt  0,195.  Oben  ohne  Kinlassspuren; 
hinten  glatt  abgeschliffen,  offenbar,  weil  der  Stein 
zur  Pflasterung  benutzt  war.  Dass  da«  Stück 
von  einer  Basis  stammt,  gebt  aus  der  beträcht- 


lichen Dicke  hervor.  Flotte,  nicht  ängstliche 
Arbeit,  aber  doch  wohl  Kopie. 

Links  Hygieia,  in  der  L.  die  Schale,  aus  der 
I sie  die  in  der  B.  gehaltene  Schlange  tränkt.  Sie 
I ist  nach  einem  statuarischen  Original  kopiert,  der 
„ Aphrodite  mit  dem  Schwert“  aus  Kpidauros 
(Kawadias,  Nationalmnseum,  No.  262:  Jahrbuch 
d.  archäol.  Inst.  1892,  S.  203),  da*  in  der  Mün- 
chener Ariadne  (Brunn,  Glyptothek  No.  112)  eine 
andere  Abwandlung  erführen  und  in  der  Statue 
, de«  Palazzo  I'itti  E-V  822  sogar  jedes  kennzeich- 
nende Merkmal  verloren  hat.  Das  Belief  weicht 
in  der  Haltung  des  1.  Beine«  ah,  was  durch  die 
Profil  Stellung  erfordert  wurde,  und  durch  die  für 
Hygieia  passendere  Bedeckung  der  r.  Brust. 

Hechts  Athena , im  gegürteten , unter  der 
Achsel  offenen  Peplos,  durch  den  Best  de«  Helm* 
husche«  kenntlich.  Sie  geht  deutlich  auf  eiiieu, 
vielleicht  ebenfalls  statuarischen  Typus  de« 
5.  Jabrh.  zurück. 

Das  Belief  erinnert  an  die  Basen  der  grossen 
Kultbilder,  namentlich  au«  der  zweiten  Hälfte 
des  5.  Jahrb.  Ausser  der  Basis  der  Partlienos 
(Jahrbuch  1890,  8.  114)  und  der  der  Xeinesia 
von  Rhamnus  (Jahrbuch  1894,  S.  0)  ist  auch  e.n 
neuerdings  durch  Photographien  bekannt  gewor- 
j deues  Belief  in  Stockholm  (Phot.  Lagreliu«  No.  150) 

, zu  vergleichen,  das,  wenn  nicht  eine  directc  Kopie 
| der  Nemesisbasis,  ihr  zum  mindesten  auf«  Engste 
I verwandt  ist  (eine  Behandlung  desselben  äst 
| von  Pallut  zu  erwarten).  In  dem  Götterbild,  das 
unsere  Basis  trug,  wird  man  wegen  der  Hygieia 
| vielleicht  eiiieu  Asklepios  vermuten  dürfen,  und 
j wegen  der  Verbindung  mit  Athena  se  der  Hin- 
! weis  gestattet,  dass  die  Darstellung  für  die  Basis 
des  Kultbildes  im  athenischen  Asklepieion  (nach 
Heisch«  Vermutung,  Eranos  Viuduhonensis,  p.  21, 
von  Alkameues.  Vgl.  Pauly-Wissowa,  Healencycl. 
II,  1692)  wohl  passen  würde.  (Bulle.) 

Florenz,  Uffizien. 

820  und  821.  Kopf  der  jüngsten  Nio- 
b i de  I).  234  (nach  einem  G ipsnhguss).  Da  der  Kopf 
der  Figur  weder  in  Orig  nal  noch  auf  Photographieen 
des  Originale«  gut  zu  sehen  ist,  erschien  es  an- 
gebracht, die  beiden  Aufnahmen  des  seltenen 
Gipsabgusses  zu  veröffentlichen.  Es  ist  von  be- 
sonderem Intere«se,  diesen  Kopf,  wie  die  der 
beiden  anderen  Töchter,  deren  Studium  leichter 
1 möglich  ist,  mit  praxitelischcn  Köpfen  zu  ver- 
gleichen. Man  erkennt  an  der  Verschiedenheit, 
besonders  der  oberen  Gesichtspartieen,  der  Bil- 
dung der  Augen,  Zeichnung  der  Lider,  Bildung 
der  Stirn,  sofort,  dass  wir  es  hier  mit  zwei  ver- 
schiedenen Meistern  zu  thuu  haben.  Stärker 


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Venedig. 


39 


noch  als  an  den  weiblichen  Köpfen  tritt  der 
Unterschied  hervor,  wenn  man  die  Köpfe  der 
männlichen  Niobiden  mit  dem  des  Hermes  von 
Olympia  vergleicht.  Die  Niobideuköpfe  teilen  da- 
gegen alle  charakteristischen  Eigentümlichkeiten  i 
mit  den  Köpfen  von  Tegea,  dem  skopasischen 
Heraklestypus  und  dem  Meleager,  der  Kopf  der 
Niobe  selbst  mit  dem  weiblichen  Kopf  vom  Süd-  I 
abhang  der  Akropolis.  Es  kann  demnach  kein 
Zweifel  sein,  dass  die  Gruppe  Skopas  XUXU-  ! 
schreiben  ist.  Wenn  sich  die  weiblichen  Nio- 
bidenköpfe  in  einigen  Zügen,  wie  dem  Umriss 
der  Stirn  (nicht  der  Bildung)  und  der  Form  des 
Untergesichtes,  mehr  dem  praxitelischen  Ideale 
aitnäherii,  als  z.  B.  der  Kopf  vom  Südabhang, 
so  erklärt  sich  das  dadurch,  dass  die  Niobiden- 
grnppe  ein  Spätwerk  des  Skopas  ist.  Die  beiden 
hervorragendsten  Meister  jener  Periode  können 
nicht  ohne  gegenseitige  Kenntnis  neben  einander 
hergegangen  sein,  und  gegenseitige  Beeinflussung 
ist  deshalb  nichts  mehr  als  natürlich.  In  dem 
Gesicht  des  Hermes  finden  sieb  auch  manche 
Züge,  welche  an  Skopaiisches  erinnern  und  die  I 
in  den  früheren  praxitelischen  Werken  durchaus 
fehlen.  Man  erinnere  sich  ausserdem  an  Polyklet,  I 
in  dessen  Diadumenos  starke  attische  Einflüsse 
unverkennbar  sind  (vgl.  No.  866—868). 

(A  me  hing.)  I 

Palazzo  Pitti. 

822.  Dütschke  5.  Wiederholung  der  | 
sog.  Aphrodite  mit  detn  Schwert  aus 
Kpidauros  (vgl.  No.  629  , 630)  und  der  sog. 
Libcra  der  Münchener  Glyptothek: 
Brunn,  Beschreib,  d.  Glyptotb.  No.  112;  Clarac  , 
690,  1621.  Bereits  erwähnt  E-V  209. 

Der  Vergleich  lehrt,  dass  hier  nicht  etwa  nur 
eine  ähnliche  Schöpfung,  sondern  eine  richtige 
Wiederholung  des  Typus  gegeben  ist,  die  auch 
gleichen  Muassstab  hat  mit  den  beiden  anderen 
Exemplaren.  Dieses  Horentinisclie  steht  indessen 
gegen  das  ausgezeichnete  epidaurische  weit  und  ! 
seihst  gegen  das  der  Glyptothek  zurück.  Nament- 
lich die  Draperie  des  Hiination  ist  ihrer  charakte- 
ristischen, malerischen  Reize  verlustig  gegangen, 
vereinfacht  und  verflacht,  leer.  Zwar  hat  die- 
selbe augenscheinlich  eine  derbe  Überarbeitung  | 
sich  gefallen  lassen  müssen,  dennoch  muss  sie  j 
ursprünglich  schon  ärmer  au  Detail  und  Gliede- 
rung gewesen  »ein  und  der  accentvollen  Differen- 
zierung der  einzelnen  Faltengunge  entbehrt  haben, 
die  auch  dem  Glyptothekexemplar  noch  verblieben 
ist.  Davon  kann  schon  ein  Blick  auf  das  gröb- 
lich gezeichnete  Faltenbündel  uu  der  r.  Hüfte 
überzeugen.  In  einem  Punkte  könnte  man  da- 


gegen versucht  sein,  die  Überlieferung  des  floren- 
tiner  Beispiels  für  eine,  wenigstens  der  Intention 
nach,  authentischere  anzusehen.  Der  von  der  r. 
Schulter  niedergeglittene  Chitonbausch  zeigt  seine 
Längsfalteu  von  weichen  (^uerbrttchen  durchsetzt 
und  belebt,  wie  sie,  häufiger  vorkommend,  w'eiehes 
Linnen  recht  wohl  charakterisieren.  Allein  ab- 
gesehen davon,  dass  auch  an  diesem  Bausch  eine 
Reduction  der  Hauptfalten  stattgefunden  hat,  so 
sind  diese  vertical  ziehenden  Weichbrüche  hier 
sichtlich  stark  übertrieben. 

Beachtenswerter  ist  eine  andere  Auskunft, 
die  das  florentiner  Exemplar  giebt  Wahrend 
das  epidaurische  ein  Schwertgehänge,  das  Mün- 
chener eine  Nehris  um  die  Brust  aufweist,  fehlt 
hier  an  dieser  Stelle  ein  Attribut.  Da  zu  der 
Annahme,  der  Typus  sei  hier  zur  Darstellung 
irgend  eines  andern  Wesens  als  des  ursprüng- 
lichen benutzt  worden,  vorläufig  und  an  sich 
nicht  der  mindeste  Grund  besteht,  so  können  wir 
aus  dem  Fehlen  vornächst  nur  folgern,  dass  zum 
Verständnis»  des  Bildes,  des  Bildes  in  seinem 
ursprünglichen  Sinne,  jenes  Attribut  nicht  gerade 
nötig  war,  die  in  den  beiden  Händen  vorauszu- 
setzenden Attribute  genügten.  So  erhält  die  unter 
No.  629/630  erwähnte  Deutung  Milchhöfers  durch 
diese  neue  Replik  nichts  weniger  als  eine  Stütze. 
Auch  wenn  wir  uns  die  Figur  „mit  dem  Schwert  in 
der  gesenkten  Rechten“  und  einem  „scepterartigen 
(ki/hfof“  in  der  Linken  ergänzen  wollten:  welcher 
Hellene  sollte  in  dieser  Gestalt  mit  dem  senti- 
meutvoll  geneigten  Haupt,  dem  ersichtlich  auf 
sinnlich  reizende  Wirkung  berechneten  Körper 
die  gestrenge  Dike  erkennen? 

Zu  der  Frage,  welcher  Zeit  ich  die  Entstehung 
des  Typus  zueigne,  habe  ich  mich  kurz  unter  No. 
629  630  ausgesprochen;  sie  auch  nach  Maassgabe 
der  Figur  hier  näher  zu  erörtern,  scheint  nicht 
der  Platz.  Betont  sei  nur  ein  Moment  von  meh- 
reren, das  leider  auch  von  soust  geschulten  Kri- 
tikern noch  immer  nicht  genug  gewürdigt  wird: 
die  Proportionierung.  Sie  ist  in  allen  drei  Re- 
pliken wesentlich  die  gleiche,  schlankere  des 
4.  Jahrh.  (Flasch.) 


Venedig,  Museo  archeologico. 

823  und  824.  Kopf  de,  Apollon  I).  360. 
Der  Kopf  ist  der  teste  Vertreter  eine,  verbrei- 
teten Typus,  über  den  iui  Text  zu  E-V  842  und 
in  meinem  „Führer  durch  die  Antiken  in  Florenz“ 
No.  2 ausführlich  gesprochen  ist.  Die  im  liuudel 
verbreiteten  Pliotographiecn  geben  den  Kopf  in 
Dreiviertelsprofil.  (Anielung.) 


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40 


München. 


Arsenal. 

Nach  Aufnahmen  von  Prof.  Six;  die  beiden 
andern  Löwen  sind  von  Naya  gut  photographiert. 

825  und  826.  Sitzender  Löwe.  II "he 
(ohne  Plinthe)  ca.  1,85,  Höhe  der  eingelassenen 
Plinthe  10  cm.  Unbekannter  Herkunft,  jedenfalls 
nicht  mit  den  drei  anderen  aus  Attika;  laut 
Unterschrift:  „Anno  Corcyrae  liberatae“  1716 auf* 
gestellt.  Modern  Kopf  und  Basis;  Geschlechts- 
teil abgearlieitet.  Naxischer  Marmor  gröbsten 
Korns.  Nicht  einzeln  abgebildet;  s.  jedoch  die 
Gesammtan  sicht  des  Arsenals  hei  Lahorde,  Par- 
thenon. Litteratur  bei  Sauer,  Altnaxische  Mar- 
morkunst, p.  89,  No.  1,  wozu  poch  Kock,  deutsche 
Bundsclmu,  1892,  S.  400.  Gutes  Beispiel  archa- 
ischer Auffassung  von  Tierformen.  Leih  unnatür- 
lich gestreckt  und  schwächlich,  besser  die  Bcitie.  i 
Mähne  zwischen  den  Vorderbeinen  als  dick  auf- 
liegende Schicht  behandelt,  während  im  Nacken 
einzelne  Locken  sauber  und  vorsichtig  aus  dem 
spröden  Material  herausgemeisselt,  bez.  graviert, 
durch  Überarbeitung  freilich  entstellt  sind.  In 
schwächerem  Belief,  vielleicht  auch  ohne  Gra- 
vierung ist  der  jetzt  schwer  erkennbare,  nahe 
vor  dem  1.  Hinterknie  liegende  Schwanzhüschel 
gearbeitet.  Anatomisches  Detail  spärlich;  um  so 
auffallender  die  starke  Betonung  der  drei  letzten 
Kippen  und  der  Kreuzwirbel.  Das  Ganze  sehr 
zerfressen  (besterhaltene  Epidermis  unter  dem 
Kinn);  es  hat  gewiss  auch  itu  Altertum  (als  Grab- 
mal?) im  Freien  gestanden.  < Sauer.) 

827.  Li  egender  Löwe  (oder  Löwin?)  von  ! 
hvmettischem  Marmor.  Aufschrift:  Ex  Atticis. 
Identisch  mit  der  in  einer  Depesche  Morosini's 
(bei  Laborde,  Athönes  II,  225  f.)  erwähnten  Löwin, 
der  ein  Stück  gleichen  Marmors  zum  Ersatz  des 
Kopfes  beigegehen  wurde.  Dass  diese  Löwin  von 
der  Akropolis  stammte  und  mit  der  von  Guillet 
(bei  Lahorde,  I,  217,  Anin.)  erwähnten  identisch 
sei,  finde  ich  nur  bei  Hertzberg,  Gesell.  Griechen- 
lands III,  p.  145  angedeutet;  die  Aufschrift  würde, 
wenn  dies  wirklich  so  wäre,  gewiss  stolzer  lauten. 
Flüchtige  Arbeit,  vielleicht  sogar  spater  Zeit. 
Grabmal?  (Sauer.) 

Mönchen,  Glyptothek. 

828  und  829.  Jünglingskopf.  Brunn  No.  49. 
Erg.  Nase,  Herme.  Nach  einem  Original  aus  der 
Mitte  des  5.  Jh.  v.  Chr.  Vgl.  Furt  wangier,  Meister- 
werke p.  115.—  Eine  Replik  des  Kopfes  im  Besitz 
von  F.  llauser  wird  in  der  nächsten  Serie  ver- 
öffentlicht werden;  eine  weitere  im  Pal.  Torlonia 
M-D  234  = Furtwangler,  Meisterwerke  p.  llo, 
Anm.  4 (Phot,  bei  Dr.  Kalkmann). 

(Bulle.)  I 


830  und  831.  Hermenbüste  des  Hermes. 
Brunn  No.  58.  Erg.  Nase,  Oberlippe,  unterer 
Teil  des  Bartes,  vorderer  Teil  der  Büste.  Am 
Hals  gebrochen.  Kopie  nach  archaischem  Ori- 
ginal. Von  der  Replik  bei  Barracco  (La  Collec- 
tion Barracco,  Taf.  26)  weicht  das  Münchener 
Exemplar  in»  Nackenhaar  ab,  das  hier  in  einem 
nach  unten  sich  zuspitzenden  Schopf  glatt  an- 
liegt, während  es  dort  ähnlich  wie  über  der 
Stirn  in  kurzen  Löckchen  unter  der  Mütze  her- 
vordringt. Unzweifelhaft  hat  sich  der  Kopist  des 
Münchener  Stückes  enger  au  seiu  Vorbild  ge- 
halten. Für  den  Kopf  hei  Barracco  kann  es 
übrigens  zweifelhaft  sein,  ob  er  als  Herme  ge- 
arbeitet war.  — Brunns  Deutung  auf  Hephäst 
hat  Furtwängler  (Führer  durch  die  Glyptothek) 
durch  die  auf  Hermes  ersetzt,  unter  dem  Hin- 
weis, dass  Hephäst  in  dieser  Zeit  noch  nicht 
init  dem  Pilos  ausgestattei  wird,  dagegen  ähn- 
liche archaische  Köpfe  sicher  Hermes  darstellen. 
Vgl.  Arndt,  La  Glvptotheque  Ny-Carlsberg.  Text 
p.  19,  Anm.  3.  (Bulle.) 

832  und  833.  Brunn  No.  83.  Replik  des 
Kopfes  des  Ares  Ludovisi  (Schreiber«  Be- 
schreibung der  Villa  Ludovisi,  p.  82  ff.  No.  63; 
Uelhig,  Führer  II,  No.  877),  als  solche  erklärt 
von  mir  in  den  Verhandlungen  der  Münchener 
Philologenversammlung  1891,  p.  244  f.  Sep.- 
Ahdr.  p.  3 f.  Auf  meine  dortigen  Ausführungen 
verweisend,  füge  ich  Rückschlüsse  bezüglich  des 
Originales  hei.  Der  Münchener  Kopf  war  mir 
stets  eine  Arbeit  nach  Bronze.  Als  ich  später 
seine  Beziehungen  zu  dem  Ares  Ludovis  er- 
kannte, bestärkte  mich  eine  Prüfung  auch  der 
Statue  in  der  Annahme  eines  Bronzeoriginals. 
So  konnte  drittens  die  Thatsache,  dass  in  einer 
Neapolitaner  Replik  (K-V  534^35)  ein  völlig  ver- 
schieden gestalteter  Sitz  erscheint,  kaum  mehr  be- 
fremden, und  gerade  deshalb,  ira  Hinblick  auf  die 
Frage  des  Originaluiaterials,  geschah  es,  dass  ich 
a.  a.  O.  die  Fachgenossen  auf  jenes  Neapolitaner 
Stück  aufmerksam  machen  zu  sollen  glaubte. 
Denn  gegenüber  jener  so  auffälligen  Differenz  — 
der  Sitz  ist  eine  Art  Pfeiler,  seitlich  und  vorne 
glatt  zugearbeitet,  vorne  unten  mit  dem  Rest 
einer  vorspringenden  Platte  — kann  mau  nicht 
umhin,  zu  folgern,  dass  in  dem  Original  der  Sitz 
eine  künstlerisch  ganz  irrelevante  Zugabe  ge- 
wesen sein  müsse,  bestimmt  nur,  dem  Bilde  einen 
entsprechenden  Sitzboden  zu  geben,  nicht  auch 
mitberechnet  in  der  Umrissentwicklung  des  Kunst- 
werkes selbst,  eine  Art  mächtiger  Unterstütze,  die 
unbeschadet  der  eigentlichen  Kunstforuieti  in  der 
einen  Kopie  diese,  in  der  andern  jene  Gestalt 
empfangen  konnte : was  w jeder  auf  eine  Bronze- 


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München. 


41 


tigui'  führt,  etwa  wie,  um  ein  bekanntes  und  auch 
künstlerisch  nahe  stehendes  Beispiel  anzuführen, 
die  Bronzestatue  des  ruhenden  Hermes  in  dem 
Museum  zu  Neapel  (Baumeister,  Denkm.  Fig.  788; 
lieber  - Bayersdorfer,  Klass.  Skulpturenschatz 
No.  7;  Bninn-Bruckmaun,  Taf.  282). 

Es  leuchtet  ein,  dass  unter  diesem  Gesichts-  j 
punkte  u.  a.  die  Krage,  zu  welcher  schon  das 
Neapolitaner  Exemplar  an  sich  drängte,  näm- 
lich welche  von  den  Attributen,  mit  denen  der 
Kopist  des  Ludovisischen  Exemplars  den  Sitz  zu 
beleben  für  gut  fand  (.Schild,  Beinschienen,  Eros,  i 
HelmX  in  dem  Original  vorhanden  gewesen  seien,  | 
ob  überhaupt  eines,  geradezu  unahweislich  wird; 
und  man  wird  dieselbe  principiell  dahin  ent- 
scheiden dürfen,  dass,  je  weniger  Objecte  die  ; 
unteren  Umrisse  der  Figur  bedrängten  oder  gar 
schnitten,  desto  mehr  den  Intentionen  des  Ori- 
ginalkünstlers entsprochen  war. 

Was  Stil  und  Entstehungszeit  des  Werkes  | 
anlangt,  anerkenne  ich  das  Urteil  Brunns  (a.  a. O.), 
Friedericht» ' (Baust.  486  = Fr.- Wolters  1268),  I 
llelbigs  i,a.  a.  O.)  u.  A.,  wenn  sie  dasselbe  der 
naturalistischer  gewordenen  Kunst  um  den  Aus- 
gang des  4.  .lahrh.  zuschreiben  und  speciell  lvsip-  ! 
pische  Richtung  in  ihm  linden.  Die  Möglichkeit, 
dass  es  auf  Skopai1  Kolossalmarmorbild  (l’lin.  : 
36,  26)  zurückgehe,  halte  ich  für  ausgeschlossen,  | 
nicht  etwa  nur  wegen  des  vermuteten  Original- 
materials,  auch  nach  Allem,  was  ich  von  der 
früheren  Kunst  des  4.  .lalirli.  bis  zu  den  Maus- 
solleionArbeiten,  diese  mitinbegriffen,  weiss.  Wenn 
Furtw Angler  — bei  Roscher,  mytk.  Lexikon,  S.490f., 
noch  der  meines  Erachtens  richtige.!  Ansicht  — 
in  den  Meisterwerken  S.  525  f.  wieder  auf  Skopas  , 
ruckfallend  an  die,  ich  möchte  sagen,  berüchtigte 
Stirnfalte  des  Apoxyomenos  erinnert,  statt  deren  \ 
an  dem  Areskopfe  „nur  eine  glatte  Modellierung 
der  Form  wie  in  der  gesammten  vurlysippi sehen 
Kunst“  erscheine,  so  ist  damit  für  die  Entstehung 
des  Ares  weder  vor  noch  nach  Lysipp  etwas 
besagt.  Denn  einmal  ist  doch  wohl  Lysipp  ! 
selber  so  weit  Naturkonner  gewesen,  dass  er 
nicht  ohne  Unterschied  alle  seine  Jünglingsköpfe 
mit  jener  Stirnfalte  ausstaffierte , zweitens  würde 
die  Abwesenheit  dieser  famosen  Kalte  ja  über-  ' 
haupt  erst  dann  ein  Beweismoment  abgehen,  ( 
wenn  dieselbe  wirklich  von  Lysipp  ab  auf  allen 
Jünglingsstirnen  oder  doch  den  meisten  spukte. 
Dafür  gar,  dass  die  vorhandenen  Repliken  des 
Ares  nicht  den  originalen  Massstah  hätten,  son- 
dern Verkleinerungen  wären,  fehlt  jedes  Indicium. 
Wir  überlassen  es  Fnrtwängler,  das  Auftauchen 
eines  Gros&exemplars  zu  erhoffen,  und  glauben 
unsererseits  vorläufig  Angesichts  dieser  tüchtigen 


Stücke  gleichen  Massstabs,  dass  dieser  auch  der 
des  Originales  war. 

Am  wahrscheinlichsten  trifft  die  von  Meyer 
ausgesprochene  Vermutung  (s.  Jahrb.  d.  arch. 
Inst.  1889,  Arch.  Anz.  p.  41)  das  Richtige,  dass 
Fiston  (Hin.  84,  89)  der  Autor  des  Bildes  gewesen 
sein  möge.  Vielleicht  hilft  hier  die  oben  an- 
geführte Hermesstattic  etwas  weiter,  die  ich  frei- 
lich auf  den  genaueren  Grad  ihrer  stilistischen 
Verwandtschaft  zu  prüfen  noch  keine  Gelegenheit 
gefunden  habe.  (Flasch.) 

834  und  835.  Kopf  der  Athen a,  auf  nicht 
zugehöriger  Athenastatue.  Brunn  Nr.  86.  Der 
Kopf  parischer,  die  Statue  italischer  Marmor. 
Am  Kopf  ergänzt:  der  lieltnhnsch;  der  Stim- 
Bchutz  des  Helmes  mit  der  Palmette,  doch  ist 
die  untere  Spitze  alt;  der  grössere  (obere)  Teil 
der  über  der  Stirn  liegenden  Locken;  die  Spitzen 
der  Locken  neben  dem  r.  Ohr;  die  Endigung  der 
vordersten  unteren  Locke  vor  dem  1.  Ohr;  der 
untere  Teil  des  Halses  mit  dem  Einsatzstück, 
den  beiden  Locken  unter  dem  r.  Ohr  und  den 
weiss  erscheinenden  Lockenenden  auf  der  1. 
Seite;  das  (weisse)  hintere  Ende  des  Nacken- 
schirmes  mit  den  Locken  darunter;  im  Gesicht 
Nase,  Oberlippe  und  Unterlippe  bis  zu  den  Mund- 
winkeln. 

Der  weisse  Fleck  an  der  1.  Halsweite  rührt 
von  der  Abarbeitung  der  sich  nach  unten  fort- 
setzenden grossen  Locke  her,  die  hinter  dein  1. 
Ohr  entspringt.  Aus  dem  Fall  dieser  Locke  und 
der  stärkeren  Schwellung  des  linksseitigen  Kopf- 
nickers ist  zu  entnehmen,  dass  der  Kopf  beträcht- 
lich nach  vom  und  zu  seiner  Rechten  geneigt 
war.  Kopie  nach  einem  Original  des  5.  Jahrh., 
etwa  aus  dem  dritten  Viertel  desselben.  Die 
ungewöhnlich  fleischigen  Wangen  hei  schmaler 
Bildung  des  Kinns  und  tief  bedeckter  Stirn  geben 
dem  Kopf  etwas  Eigenartiges.  Bei  richtiger  Nei- 
gung des  Kopfes  verschwindet  der  Ausdruck  von 
Verdrossenheit  etwas.  Erwähnt  von  Fnrtwängler, 
Meisterwerke  S.  90,  Anm.  4.  Löschcke,  Fest- 
schrift zum  50jähr.  Jubiläum  d.  Vereins  v.Alter- 
tumsfreunden  im  Rheinland«*,  1891,  p.  7,  Anm.  1. 

(Bulle.) 

836  und  837.  Brunn  No.  90.  Kopf  des 
Apollo  Citharoedus,  gen.  Muse  Ba rberini. 
Der  Kopf,  itn  Gesicht,  ausgenommen  die  Stirne 
und  die  Umgebung  der  Augen,  etwas  durch 
Corrosion  beschädigt,  ist  in  die  Figur  eingelassen, 
aber  sicher  zugehörig,  wenn  auch  nicht  richtig 
sein  wird,  „«lass  die  alte  Verbindung  beider  Teile 
nie  wieder  gelöst  worden  ist“  (Brunn).  Ergänzt 
sind  der  untere  Teil  der  Nase,  zwischen  Hals- 
ende und  Brust  Stücke  der  Schulterlocken,  ein 


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42 


München. 


schmaler  Einsatz*! reifen,  welcher  die  Haarmasse 
des  Nackens  mit  jener  auf  dem  Kücken  der 
•Statue  verbindet.  — Cher  Augapfel  und  Wimpern 
s.  Brunn  a.  a.  0.,  auch  Winckeluiann,  Werke 
(Ausg.  Eiselein),  V,  p.  77  f. 

Ein  selten  charaktervolles  Marmorhaar:  un- 
gemein  weich  bewegt,  breit  und  pastös  gezeichnet, 
durch  ein  paar  stärkere  Cäsuren  zu  einigen  I 
grosseren  Büscheln  gruppiert.  Arbeit  und  Arrange- 
ment machen  von  vornherein  geueigt,  die  Stärke 
des  Künstlers,  der  das  Original  erfunden,  in  dem 
Meissei  zu  suchen.  Es  ist  dieses  Haarwerk  aber  : 
keineswegs  Phidia s’scher  Zeit,  noch  selbst  des  j 
ausgehenden  5.  Jahrhunderts.  Zwar  in  deu 
Windungen  macht  sich  noch  Zusammenhang  mit 
den  älteren  Traditionen  bemerkbar,  aber  die 
einzelnen  Körper  sind  doch  schon  zu  decorativ 
und  in  ihrem  Zusammenhänge  zu  sehr  auf- 
gclockert,  zwischen  Hinterhaupt,  Stirn  und 
Schlafen  zu  buckelig  angehäuft,  als  dass  das 
Ganze  nicht  einen  bedeutenden  Fortschritt  in 
das  Malerische  des  4.  Jahrh.  markierte  und  dass 
es  mit  verwandten  Exempeln  der  früheren  Zeit 
ziisamiiiengebracht  werden  könnte.  Auch  ein 
Stirnkrobylos  so  ausgebildeter  Gestalt  oder  so 
kräftig  wirksamen  Sonderreliefs  wird  schon  aus 
inneren  Gründen  im  5.  Jahrh.  nicht  gefunden 
werden  können. 

Diesen  Wahrnehmungen  entsprechen  Kopf- 
form und  Gesichtsbildung.  Schon  die  Länge  der 
Maske  und  die  breite,  nach  Art  z.  B.  der  Knidierin  ! 
oder  der  Niobe  in  höherem  und  gesell  weif-  i 
tereni  Bogen  zum  Scheitel  verlaufende  Stirn 
halten  mich  ab,  eiue  Schöpfung  des  5.  Jahrh.  j 
anzuerkennen.  Das  Maass,  in  welchem  der 
Künstler  um  Kinn  und  Wangen  ins  Fleisch,  ins 
weiche  Fleisch  gegangen  ist,  die  Milde  der  ein- 
zelnen Umrisse,  das  Sfuuuito  des  Haaransatzes 
fallen  gleichfalls  zu  Gunsten  einer  späteren  Ent- 
stehung in  die  Wagschale,  und  aberinuls  eines 
Marmorkiinstlers.  Andererseits  ist  nicht  zu 
leugnen,  dass  trotz  des  Verlustes  des  Kernigen 
und  Flächigen  der  alten  Schule  sich  doch  noch 
etwas  von  der  Grosszügigkeit  des  5.  Jahrh. 
durch  die  allerdings  geschwungenere  und  weicher 
modellierte  Decke  hindurch  geltend  macht;  auch 
in  den  Lippen,  die  an  den  alten,  göttlichen  Wurf 
wenigstens  noch  erinnern. 

Mit  einer  solchen  Beurteilung  des  Kopfes, 
welcher  übrigens  analog  der  Figur  vornehmlich 
auf  Vorder-  und  halbe  Seitenansicht  gearbeitet 
ist,  treten  wir  in  Widerspruch  mit  der  fast  all- 
gemeinen Annahme,  die  in  dem  Bilde  ein  Werk 
der  Phidias 'sehen  Epoche  sieht.  Allein  so  ver- 
breitet diese  Meinung  sein  mag,  irrig  ist  sie  | 


nichtsdestoweniger.  Denn  auch  die  Figur  tragt 
sichere  Kriterien  späterer  Entstehung.  Furt- 
w&ngler,  Meisterwerke  p.  119,  nimmt  zu  einer 
GrupjH*  zusammen  die  sog.  Ceres  der  Rotunde  (be- 
züglich deren  die  Bemerkung  gestattet  sein  mag, 
dass  ich  sie  in  Vorträgen  lange  vor  dem  Er- 
scheinen des  F.schen  Buches  mit  Agorakritos 
Nemesis  in  Verbindung  gebracht  habe),  die  Muse 
Barberini  und  die  grosse  Athena  in  dem  unteren 
Corridor  des  capitolinischen  Museums.  Aller- 
dings diese  Figuren  tragen  den  gleichen  Chiton; 
aber  um  so  mehr  kann  man  an  ihnen  lernen, 
wie  stilverschieden  sie  untereinander  sind  und 
wie  sic  chronologisch  auseinandergehen  müssen. 
Es  handelt  sich  da  um  nicht  allzuschwer  zu 
demonstrierende  Unterschiede.  Beschränke  ich 
mich  hier  auf  den  Apollo,  so  sehe  ich  z.  B.  die 
Steilfalten  des  Chiton,  ausgenommen  die  Mittel- 
falte, die  nach  unten  spitz  verläuft,  in  eine 
grössere  Reihe  von  zum  Teil  sehr  schmalen 
Rücken  und  Tiefen  sich  gliedern,  dabei  jene, 
wenn  möglich,  noch  durch  Eindrücke  gebrochen, 
diese  zumeist  sehr  weit  hinein  zurückgeschnitten: 
Erscheinungen,  wie  s'e  der  sog.  Ceres  der  ltotonda, 
der  Parthenos  und  anderen  ähnlichen  Werken 
wirklich  der  Pliidias'schen  Epoche  fremd  sind, 
die  sich  noch  mit  einer  schlichteren  Art  der 
Gliederung  und  weniger  lebendigem  Wechsel  be- 
gnügt, demgemäss  breitere  Kücken,  breitere 
Thäter  bildet  und  diese  auch  viel  weniger  tief 
einsenkt,  überhaupt  sparsamer  faltet.  Die  reichere, 
belebtere  Art  des  Citharödus  begegnet  uns  ganz 
ähnlich  schon  an  der  Eirene  des  Kephisodot. 
Dennoch  kann  ich  mir  den  Meister  des  Citharödus 
zwar  wohl  als  den  Schüler  des  Kephisodot,  nicht 
aber  als  einen  in  der  gleichen  Kuustlergeneration 
aufgewachsenen  Zunft  genossen  denken.  Dazu 
zwingen  die  Fortschritte  in  dem  Kopfe  des 
Citharödus  und  überdies  der  völlig  verschiedene 
Bau  der  Gestalt.  Das  kürzere  Rechteck,  wie  es 
dem  entwickelten  5.  Jahrh.,  auch  noch  der  Eirene, 
eigen,  ist  hier  bereits  mit  Entschiedenheit  in  das 
gestrecktere,  das  Proportionsideal  des  4.  Jahrh., 
übergegangen.  Auch  der  schon  verhältnismässig 
hoch  genommene  Stand  der  Gürtung,  auf  dessen 
Wert  als  kunstgeschichtliches  Kriterium  ich  (vor 
Anderen)  schon  in  dem  Annali  1878,  p.  18  auf- 
merksam gemacht  habe,  bestätigt  unsere  Be- 
obachtungen. 

Grösse,  feierliche  Haltung,  die  gewählte 
Tracht,  die  hier  noch  frei  ist  von  den  Un- 
tugenden, welche  späterhin  diesem  Kleidungs- 
stück ein  gut  Teil  seiner  künstlerischen  Wirkungs- 
fähigkeit entzogen,  reihen  den  Apollo  Barberini 
den  Götterbildern  der  grossen  Zeit  an,  aber  als 


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München. 


43 


einen  Spätling,  geschaffen  wohl  eher  erst  in 
dem  zweiten  als  in  dein  ersten  Viertel  des  4.  Jahrb. 

— Ich  setze  die  Statue  seit  lange  in  Beziehung 
zu  Skopas.  Doch  auch  darüber  mich  hier  noch 
auszusprechen,  wurde  zu  weit  führen. 

(Flasch.) 

838  und  839.  Kopf  der  Artemis.  Brunn 
No.  93.  Stark  geputzt.  Ergänzt  die  Nase , eilt 
Teil  des  Gewandes  an  der  1.  Seite  des  Halses 
und  Teile  der  Diudcmverzieruug,  nämlich:  die 
mittelste  Gruppe  von  zwei  Tieren  und  der  Gegen* 
stand  rechts  davon  ganz;  an  der  Gruppe  Uber 
dem  r.  Auge  Köpfe  und  Hälse  der  Tiere,  an  der 
über  dem  1.  Auge  das  erste  Tier  ganz,  der 
grössere  Teil  des  Gegenstandes  daneben,  Hals 
und  Kopf  des  nächsten  Tieres.  Die  Tiere  sind 
ihrem  Baue  nach  deutlich  Hebe.  Der  Gegen* 
stand  zwischen  ihnen,  am  liesten  erhalten  Über 
der  1.  Schläfe,  ist  sehr  wahrscheinlich  ein  weib* 
liebes  Idol  mit  über  der  Brust  gekreuzten  Annen. 

— Boss Imcli.  Athen.  Mitt.  1890,  p.  69.  Furt* 
wangler,  Meisterwerke  p.  203.  Wolters  in  Lütxows 
Ztschr.  für  bi  Id.  Kunst,  N.  F.  VI,  8,  44. 

(Bulle.) 

840—843.  Kopf  der  Eirene  vonKephi* 
sodot  d.  ä.  Nach  dem  Original  und  nach  Gips*). 
Ergänzt  die  untere  Hälfte  der  Nase  der  Eirene, 
der  Arm  des  Plutos.  Der  Kopf  des  Knäbchens 
alt,  aber  nicht  zugehörig.  — Zu  Kephisodot  vgl. 
zuletzt  Wolters,  Jahrbuch  VIII,  1893,  p.  173  f. 
Furt wä» gier,  Meisterwerke  p.  613,  und  Denk* 
schritten  der  bayer.  Akad.  1.  CI.,  Bd.  XX,  Abt.  III, 
p.  552.  (Bulle.) 

844  und  845.  Brunn  No.  108.  Kopf  der 
Statue  des  Dionysos,  früher  in  Verona  inl’a- 
lazzo  Bevilacqua:  Clarac  675  B,  1584 (Maffei, Verona 
illustnita  III,  p.  226,  Tat.  XII).  aufgesetzt,  doch 
sicher  zugehörig.  Ergänzt  die  Nasenspitze,  ver- 
schiedene Flickstücke  am  Hals,  Partien  der  Haar- 
locken um  den  Hals.  — Ich  habe  in  den  Verhand- 
lungen der  Münchener  Philologen  Versammlung 
(1691),  p.  248  = Sep.-Abdr.  p.  7 den  Typus  für 
eine  Schöpfung  des  mittleren  4.  Jahrb.  erklärt 
und  muss  daran  festkalten  trotz  Milckhöfers 
Widerspruch,  der  ihn  für  jünger  nimmt  (Jahrb. 
der  arch.  Inst.  1892,  p.  200 j.  Bei  allem  Natura- 
lismus ist  das  Werk  für  eine  jüngere  Zeit  zu 
bescheiden  und  massbalteml  in  der  Anordnung, 
zu  stilvoll  in  der  gesummten  Formgebung,  des 


Nackten  wie  der  Draperie.  Die  weiche  und  zarte 
Führung  der  Umrisse,  die  aber  weit  entfernt  ist 
von  Verschwommenheit,  die  stilistische  Verwandt- 
schaft mit  dem  Hermes  des  Praxiteles,  die  auch 
in  dem  Kopfe  hervortritt,  lassen  mich  ein  Original 
praxitelischer  Provenienz  vermuten,  an  dem  der 
Kopist  höchstens  in  der  Beigabe  lind  nächsten 
Umgebung  des  Panthers  sich  Licenzen  gestattet 
haben  wird,  schwerlich  auch  in  dem  auf  der  linken 
Schulter  hängenden  Fultenhiindel  (Furtwängler: 
freie  spätere  Variante  [nicht  Kopie J eiues  Typus 
des  4.  Jahrb.).  Das  Bild  verdient  durch  Abguss 
dem  Studium  zugänglicher  gemacht  zu  werden. 

(Flasch.) 

846.  Archaisches  Belief  von  Delos. 
Brunn  No.  117.  Nach  dem  Abguss,  weil  in 
grosser  Höbe  eingemauert  Sehr  grobkörniger 
Marmor,  vielleicht  naxisek.  — Erhalten  sind  die 
Oberteile  dreier  Frauen  nach  links,  von  denen 
die  mittlere  Oberkörper  und  Kopf  nach  aussen 
wendet,  gauz  wie  auf  den  bekannten  atheni- 
schen Chariten  reliefs  (Koscher,  raytk.  Lex.  I, 
Sp.  882).  Der  Kopf  der  mittleren  ist  von  reich- 
lichem Haar  umrahmt.  Die  erste  und  zweite 
von  rechts  tragen  gegürteten  Chiton,  die  zweite 
auch  einen  Mantel,  der  vom  Kücken  herabhängt 
und  lieben  der  r.  Brust  und  am  I.  Ellenbogen 
! sichtbar  wird,  ln  den  erhobenen  r.  Händen  sind 
bei  der  ersten  und  dritten  gemalte  Attribute  zu 
denken,  während  die  Hand  der  mittleren  einen 
Gestus  der  Adoration  zu  machen  scheint.  — 
Nymphen  oder  wahrscheinlicher  die  Chariten. 
Links,  wo  das  Belief  sich  fortsetzt,  ist  dann  viel- 
leicht nach  Analogie  des  t basischen  Keliefs 
Apollon  zu  ergänzen,  mit  dem  die  Chariten  auch 
auf  Delos  eng  verknüpft  sind  (Cultbild  des  Tek- 
j taios  und  Augelion  mit  den  Chariten  auf  der 
Hand:  Overbeck,  S-Q  335/336). 

(Bulle.) 

847  und  848.  W i e d e r li  o I u n g vom  K o pf  d e s 
Hermes  von  Andros.  Brunn  No.  123.  Nase 
und  hintere  Hälfte  des  linken  Ohres  ergäizt.  Der 
Kopf  ist  stark  geputzt.  — Die  Statue,  auf  welcher 
er  mit  ergänztem  Hals  aufsitzt,  ist  eine  Wieder- 
holung des  polykletisrhen  Diadumenos  (Amelung, 
Florentiner  Antiken  p.  37)  und  erst  von  dem  Er- 
günzer  nach  dem  Vorbild  des  „Antinous  vom 
Belvedere-  zu  einem  Henne»  gemacht. 

(Bulle.) 

849  und  850.  Männlicher  Torso.  Prunn 


*1  Wir  haton.  da  di«  Aafnahm«  d«a  originalen  Kopfa*  in- 
folg« der  ungünstigen  ttotoochtungaverhAitniaa«  in  <i«r  Oljpto- 
tb«k  nicht  nach  Wunsch  gelungne  tot,  in  Hinblick  auf  di« 
kuasthtotorisch«  Wichtigkeit  de«  Stück«*  auch  di«  > Ort  reiflichen 
Photographien  de«  (iipMa  veröffentlichen  iu  müssen  geglaubt. 

1).  H. 


No.  137.  Replik  des  sog.  Omphalosapolloii.  ln 
der  einfachen  und  flächigen  Wiedergabe  der 
Formen  ist  die  Kopie  dem  Berliner  Exemplare 
No.  510,  sowie  dem  Florentiner  D.  27  (vgl. 
E-V  87/88)  verwandt.  (Arndt.) 


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44 


Mönchen. 


851  und  852.  Brunn  No.  151.  Aufgesetzter, 
nicht  zugehöriger  Kopf  der  Statue  des  sog. 

1 a s oit.  Der  Kopf  ist,  wie  Brunn  nach  mir  bemerkt 
hat,  eine  Wiederholung  des  Kopfes  des  vaticani-  ! 
sehen  sog.  Adonis,  nur  ohne  llaarschimr:  llelhig, 
Führer,  No.  255;  Furtwängler,  M*W,  p.  588, 
Fig.  115.  — Besonderer  Wert  kommt  dem  Exemplar 
nicht  zu.  Es  ist  zu  schlecht  erhalten,  das  llaar 
an  mehreren  Stellen  verstossen,  das  Gesicht  nicht 
nur  stark  ergänzt  (Nase,  Unterlippe  mit  Kinn, 
grössere  Partien  der  Wangen,  das  halbe  1.  Auge 
und  Teile  der  Stirn),  sondern  auch  üherputzt. 
Das  geistvoll  entworfene,  auf  feine  Detaillierung 
berechnete,  kurzlockig  sprossende  Haar  gemahnt 
an  ein  Original  in  Bronze,  das  von  einem  der 
noch  mit  den  grossen  Stilisten  der  unmittelbar 
nachphnliasischen  /eit  sich  berührenden  Meister 
stammen  muss.  (Flasch.) 

853  und  854.  Brunn  No.  152.  Kopf  de 9 
Asklepios,  auf  e’nen  modernen  Hernienschaft  \ 
aufgesetzt:  modern  ist  auch  die  Nase. 

Die  von  mir  herrührende  Deutung  beruht 
ausser  auf  der  Typik  des  Kopfes  auf  seiner 
Übereinstimmung  mit  dem  Kopfe  der  Dresdener 
Statue:  Augusteum,  Taf.  16;  Clarac  549,  1156, 
von  welcher  Treu  eine  Beplik  in  dem  Sculp- 
turenschatz  aus  Olympia  entdeckt  hat  (Arch. 
Anz.  1890,  p.  107;  Olympia  III,  T.  58,  1).  Da  der 
Kopf  den  Gott  sehr  wohl  charakterisiert  (s.  Brunn 
a.  a.  O.X  so  kann  ich  gleich  Furtwängler  (M-W, 
p.  84,  Anm.  4)  Treu  nicht  beipflichtcn,  wenn  er 
in  der  Statue  später  Zeus  dargestellt  vermutete 
(Arch.  Anz.  1892,  p.  66  f.).  — Die  Arbeit  ist  flau 
und  liandwerksmässig,  aber  die  Vorlage  eines 
Originals  aus  der  späteren  Zeit  des  5.  Jahrh., 
vermutlich  Phidiasisrker  Schule  (so  auch  Treu, 
Furtwängler),  dennoch  unverkennbar.  S.  auch 
unten  No.  869—871.  (Flasch.) 

855  und  856.  Kopf  des  nackten  Zeus. 
Brunn  No.  160.  Nach  Gips.  Nase  ergänzt  — 
Die  von  Kekulö,  Jahrbuch  1888,  p.  42  f.,  gegebene 
Deutung  auf  Zeus  näher  begründet  von  Furt- 
wängler, Meisterwerke  p.  408  f.,  der  die  Statue 
für  ein  vorpolykletisches  Werk  der  argivischen 
Schule  erklärt  und  in  ihr  eine  Nachbildung  des 
im  Jahre  466  v.  Chr.  in  Syrakus  aufgestellten 
Zeus  Eleutherius  vermutet.  (Bulle.) 

857  und  858.  Kopf  eines  Athleten. 
Brunn  No.  164.  Ergänzt  Hals,  Nase,  der  hintere 
Band  des  r.  Ohres,  ein  Klicken  an  der  r.  Seite 
des  Kinns.  Kopie  nach  einem  Typus  des  4.  Jahrh., 
der  den  praxitelischen  Köpfen  sehr  nahe  steht, 
namentlich  in  Haar-  und  Augenbildung.  — Re- 
pliken (nach  Arndt):  1.  Collection  Barracco, 


Taf.  56  und  56a.  Sehr  hart  gearbeitet.  2.  Pa- 
lazzo Torlonia.  M-D  1679  (Phot,  bei  I)r.  Kalk- 
manii).  8.  Villa  Albani,  No.  57,  wird  in  einer  der 
nächsten  Serien  des  E-V  veröffentlicht  werden. 

(Bulle.) 


859  — 862  Vier  Kanep  hören.  Brunn 

No.  167 — 170.  Nicht,  wie  Brunn  und  Schon»  an- 
nahtnen,  aus  Villa  Abani,  sondern  „aus  der  alten 
Versailler  Sammlung*1.  Vgl.  L.  v.  Urlichs,  Bei- 
träge zur  Geschichte  der  Glyptothek,  S.  14  u.  17. 
Hohe  ohne  die  modernen  Kalathoi  2 in.  Lunensi- 
scher  Marmor.  Ergänzt:  bei  allen  die  gesenkten 
Anne  und  Hände  mit  dem  oberen  Teil  des  Mantel- 
endes (bei  167  und  168  Oberarme  alt),  die  er- 
hobenen Arme,  die  Körbe;  bei  169  der  Mantel- 
zipfel auf  der  Schulter,  bei  167  und  170  dessen 
äussere  Hälfte;  die  Köpfe  und  Hälse  von  167 
und  170.  Antik  dagegen  sind  die  mit  ergänztem 
Hals  aufsitzenden  Köpfe  von  168  und  169  (Nasen 
ergänzt);  ihre  Zugehörigkeit  ist  durch  Gleich- 
artigkeit des  Marmors  und  richtigen  Verlauf  der 
Schulterlocken  gesichert  Auf  dem  Oberkopf  ist 
| bei  beiden  der  Rest  e'nes  dünnen  runden  Trag- 
! polsters  alt.  — 

Sehr  iiiittetmässige  Arbeit  Die  Augensterne 
sind  eingegraben  in  der  Art  des  zweiten  nach- 
christlichen Jahrhunderts.  Da  die  Gestalten 
hinten  ausgearbeitet  sind,  haben  sie  frei,  nicht 
an  einem  Pfeiler  gestanden.  Ob  sie  ehemals  ein 
Gebälk  trugen,  ist  unsicher.  Wegen  der  Er- 
hebung der  Arme  scheint  es  mir  schwierig,  sic 
1 alle  nebeneinander  unter  demselben  Arch  Brav  zu 
denken,  doch  wäre  eine  Anordnung  zu  zweien, 
etwa  neben  einer  Thür  das  vorkragende  Gebälk 
tragend  wie  jetzt  in  der  Glyptothek,  auch  in 
römischer  Zeit  wohl  denkbar.  Alle  vier  haben 
neben  dem  linke?  Fuss  am  Gewand  die  antike 
Inventarniimmer  XUII  (bei  168  geschrieben  V1IL). 
Da  das  bei  Statuen,  die  mit  einem  Gebäude  in 
architektonischem  Zusammenhang  stehen,  wenig 
Sinn  hätte,  so  ist  auch  die  Möglichkeit  zu  er- 
wägen, dass  sie  im  Freien,  etwa  als  Weihgeschenke 
in  einem  Heiligtum,  paarweise  aufgestellt  waren. 

Es  sind  nicht,  wie  ich  früher  ineinte  (Röm. 
Mitt.  1894,  p.  152),  Umbildungen  der  Koren  am 
Erechtheion,  da  sie  ausser  durch  die  Erhebung 
der  Arme  auch  im  Kopf  und  namentlich  in  den 
Falten  um  das  Standbein  sehr  wesentlich  ab- 
weichen;  auch  ist  die  Hüfte  auf  der  Seite  des 
! Standbeins  sehr  viel  stärker  ausgebogen.  Die 
Kopfe,  so  schlecht  sie  gearbeitet  sind,  erinnern 
in  der  Anordnung  des  Haares  und  im  Gesicht*- 
oval  sehr  an  den  Amnznnentypus.  der  auf  l'oly- 
klet  zurückgeführt  wird  (Furtwängler,  Meister- 
werke p.  293).  Da  uns  von  1‘olyklet  die  Dar- 


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München. 


45 


Stellung  von  Kanephoren  überliefert  ist  — aller- 
dings nur  kleiner  Erzbilder  im  Besitz  des  Heius, 
die  aber  nach  grösseren  Originalen  kopiert  sein 
konnten  (Overbeck,  S-Q  964)  — , so  ist  es  mög- 
lich, dass  die  Münchener  Statuen  späte  Nach- 
bildungen nach  diesen  Werken  sind.  Die  starke 
Ausbiegung  der  Hüfte  des  Standbeines  würde  gut 
dazu  passen.  (Bulle.)* 

863.  Augustnt.  Brunn  No.  209.  Über  den 
nicht  zur  Statue  gehörigen  Kopf  (erg.  Nase,  r. 
Augenknochen  zur  Hälfte,  die  oberen  Blätter  des 
Eirhenkranzes,  die  herahfalleuden  Enden  der 
Binde.  Beutel.  Marmor)  vergl.  Bernoulli,  Röm. 
Ikon.  II,  1,  p.  42,  No.  85.  — An  der  Statue 
(grobkörniger  Marmor)  sind  ergänzt  der  Hals- 
einsatz lind  der  obere  Rand  des  Chitons  sammt 
deui  Knopf,  der  r.  Arm,  die  I.  Hand  mit  Schwert- 
griff  (das  innere  Stück  des  Schwertes  alt’,  alles 
Gewand  unterhalb  des  1.  Armes,  die  verbindende 
Stütze  (Ansatz  alt,  so  dass  das  weite  Herab- 
hängen des  Gewandes  richtig  ergänzt  ist),  das  1. 
Bein  von  unterhalb,  das  r.  von  oberhalb  des 
Knies  an,  Stamm,  Schamhaare,  Geschlechtsteile, 
verschiedene  Flicken  an  Körper  und  Gewand. 
Flüchtige  Kopie,  nach  Stellung  und  Proportionen 
auf  ein  Vorbild  des  5.  Jahrh.  xurückgehend. 
Von  den  nicht  seltenen  Statuen  mit  ähnlicher 
Gewandanordnung  scheinen  Clarac  658,  1527  und 
Museo  Borhonico  V,  tav.  X am  Nächsten  ver- 
wandt, vielleicht  Repliken.  Vgl.  K -V  184  und  405 
und  Museo  Torlonia  52.  (Bulle.) 

864  und  865.  Kopf  der  Artemis.  Brunn 
Saal  IX,  c (jetzt  Vorhalle  BX  Erg.  Nase,  unterer 
Teil  des  Halses.  Kopie  etwa  des  2.  nachchrist- 
lichen Jahrhunderts  (tiefe  Bohrgänge  im  Haar)  nach 
einem  hellenistischen  Vorbild.  Die  Haaranord- 
nung und  die  etwas  kleinliche  Sfissigkeit  der 
Formen  lassen  den  Kopf  aufs  Nächste  verwandt 
erscheinen  mit  dein  von  R.  von  Schneider  mit 
einiger  Wahrscheinlichkeit  als  Artemis  gedeuteten 
Köpfchen  aus  Tralles  (R.  von  Schneider,  Album 
der  Antikensammlung  des  Kaiserhauses  in  Wien, 
Taf.  6).  Doch  ist  hei  dem  Wiener  Kopf  das  üe- 
sichtsoval  gestreckter,  die  Stirne  mehr  vorgewölbt 
und  oben  dreieckig  begrenzt  und  die  Kopf- 
wendung  zur  L.  statt  zur  R.  Auch  ist  er  kleiner 
(Gesichtshöhe  0,13;  am  Münchener  0,185).  Wenn 
somit  kein  gemeinsames  Original  anzunehmen 
ist,  so  haben  beide  Köpfe  jedenfalls  ihren  Ur- 
sprung in  denselben  Kreisen  hellenistischer  Kunst. 
Die  von  Brunn  gewählte  Benennung  des  Mün- 
chener Kopfes  als  Artemis  dürfte  das  Richtige 
treffen.  (Bulle.) 


Akademie  der  bildenden  Künste. 

866  — 868.  Gipsabguss  des  Diadu- 
raenos  in  Madrid.  Gegenüber  der  vom  falschen 
Standpunkte  aus  veranstalteten  LaurcnPsrhen 
Aufnahme  des  Originales  (reproduciert  in  Furt- 
wänglers  Meisterwerken  p.  439)  ermöglichen 
diese  Aufnahmen  des  Abgusses  ein  genaueres 
| Studium  der  Formen,  besonders  des  Kopfes.  Die 
Puhliration  erschien  wünschenswert,  weil  Ab- 
güsse der  Madrider  Statue  äusserst  selten  sind. 

• Ausser  dem  Münchener  Abguss*)  der  ganzen 
Figur  kenne  ich  nur  noch  einen  Abguss  des 
Kopfes  allein  hei  Gherardi  in  Rom  (Via  Sistina), 
der  nach  diesem  eine  neue  Form  hergestellt  hat. 

Zn  dem,  was  zuletzt  Furtwängler  in  den 
, Meisterwerken“  p.  435  ff.  über  die  Figur  und 
ihre  Kopien  gesagt  hat,  ist  wenig  hinznxufügen. 
Seitdem  sind  zwei  neue  Kopien  bekannt  ge- 
worden, eine  ganze  Figur  aus  Delos  in  Athen 
(Bulletin  de  corr.  hell.  1895,  pl.  VIII  p.  484  f.) 
und  ein  Kopf  im  Britischen  Museum  (Revue  arch. 
1895,  pl.  XI  u.  XII,  p.  144  ff-X  Ferner  macht  mir 
Arndt  folgende  Mitteilung:  „Im  Thorvaldsen- 
Museum  in  Kopenhagen,  Saal  XXXIX,  Schrank  1, 
No.  50  betindet  sich  ein  sehr  fein  gearbeitetes 
Fragment  vom  Kopfe  des  polykletischen  Hindu- 
tnenos;  r.  Ohr  mit  Binde  und  Teil  des  Ober- 
kopfes; Stil  der  Dresdener  Replik.“  Die  Figur 
aus  Delos  scheint  sehr  gut  gearbeitet  zu  sein; 
das  Sehamhaar  hat  sie  nach  der  Art  des  4.  Jahr- 
hunderts; sonst  scheint  sie  in  Allem  mit  den 
übrigen  Kopien  übereinzustiramen.  Über  den 
Kopf  im  Britischen  Museum  urteilt  Furtwängler 
in  seiner  Schrift  „Uber  Statuenkopien  im  Alter- 
tum“ (Ahhandl.  d.  k.  bayer.  Akad.  d.  Wissensch. 
I.  CI.  XX.  B.  III.  Abt)  p.  548  sehr  hart  („ein 
sehr  luittelmässiges  Stück“),  wie  ich  nach  der 
Abbildung  glaube,  mit  Unrecht.  An  dem  Kopf 
ist  der  Bronzecharakter  des  Originales  besser 
bewahrt,  als  an  irgend  einer  andern  Kopie, 
ohne  dass  die  Arbeit  dabei  hart  und  leblos  ge- 
worden wäre,  wie  bei  dem  Pariser  Fragment 
(Meisterwerke,  p.  440  No.  8X  Die  Haare  sind  ab- 
i weichend  von  denen  der  übrigen  Kopien  gebildet; 

I da  diese,  soweit  bei  ihnen  die  Haare  gut  erhalten 
sind,  in  diesem  Punkte  vollkommen  unter  ein- 
ander übereinstimmen,  so  müssen  wir  annehmen, 
dass  sie  das  Original  getreuer  wiedergeben.  Der 
Künstler  des  neuen  Kopfes  war  selbständiger 

*)  Ich  muss  bemerk«»,  das»  diewsT  Abiross,  el«  ich  ihn  vor 
einigen  Jahren  not  dem  Speicher  der  Akademie  wieder  entfernt, 
in  mehrere  Stacke  »erbrochen  and  erg  Tersclmaden  wer.  Er  Int 
denn  wieder  xniemcnrngeeettt  end  seine  OberiUcbe  etwea  ber- 
ge richtet  worden.  Pftr  Petnilntndien  iet  dieeer  Gips  eleo  jeden- 
falls nnr  mit  Vorsicht  xn  benot  xen.  (Arndt.) 


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München. 


46 


und  freier.  An  dem  Dresdener  und  Kasseler 
Kopf  ist  an  der  Binde  oben  und  unten  ein  Saum 
angegeben;  dieser  fehlt  an  allen  ührigou  Kopien, 
hei  denen  er  allerdings  durch  Farbe  an  gedeutet 
sein  konnte.  Die  beiden  genannten  Kopfe  unter- 
scheiden sich  aber  noch  durch  andere  Eigen- 
heilen  von  den  übrigen.  Sie  sind  entschieden 
die  weichsten  in  Form  und  Ausdruck;  bei  ihnen 
ist  dem  Material,  in  dem  sie  gearbeitet  sind,  am 
meisten  Rechnung  getragen.  Am  auffallendsten 
ist  das  hei  der  Bildung  der  Augen. 

Ä unser  st  charakteristisch  ist  die  Bildung  der 
Augen  an  der  bronzenen  Doryphoros-Herme  in 
Neapel,  die  bei  allen  Untersuchungen  über 
Polyklet  den  Ausgangspunkt  bilden  muss.  Das 
Auge  ist  rund  und  sehr  weit  geöffnet,  das  Oberlid 
hoch  aufgeschlagen.  Besonders  auffallend  aber 
ist  der  Fhergang  vom  Unterlid  zur  Wange,  der 
durch  einen  kantigen  Knick  markiert  ist.  Hier 
ftussert  sich  um  stärksten  die  starre,  stark 
schematisierende  Art  polvkletischer  Stilisierung 
im  Gegensatz  zur  attischen  Art.  Dass  dieser 
Zug  nicht  etwa  erst  von  dem  Künstler  der 
Neapler  Herme  bereingebracht  ist,  sondern  am 
Original  vorhanden  war,  wird  uns  bewiesen 
durch  den  herrlichen  Münchener  Bronzekopf  eines 
Knabensiegers,  ein  Original  polykletischer  Schule 
(vgl.  Hauser  in  den  Rom.  Mitt.  1895,  p.  108  ff.). 
Kr  ist  weiter  entwickelt,  als  der  Doryplwroa,  und 
doch  findet  sich  noch  der  gleiche  kantige  Knick 
heim  Ansatz  der  Wange  unter  dem  Unterlid  fast 
in  der  gleichen  Starrheit  wie  dort.  Betrachten 
wir  daraufhin  nun  die  übrigen  Kopien  poly- 
kletischer  Werke,  so  linden  wir  die  gleichen 
Charakteristika  immer  hei  den  besten  wieder, 
besonders  auffallend  an  der  llerakle>herme  in 
Neapel  (Furtwängler,  Meisterwerke  p.  4^0).  Unter 
den  Kopien  des  Diadunienos  haben  sie  in  voller 
Stärke  bewahrt  der  Kopf  der  Statue  von  Vaison, 
das  Pariser  Fragment  und  der  neue  Kopf  im 
Britischen  Museum.  Die  schlechte  Abbildung 
der  Figur  ans  Delos  lässt  mir  erkennen,  das» 
die  Augen  rund  geöffnet  sind;  ebenso  hat  sie  der 
Kopf  der  Statue  in  Madrid,  doch  ist  hier  das 
Unterlid  und  der  Übergang  zur  Wange  verweich- 
licht. Die  Augen  des  Kasseler  und  Dresdener 
Kopfes  aber  sind  schmaler  gebildet,  und  von  den 
Härten  ist  keine  Spur  geblieben.  Sie  entfernen 
sich  in  diesem  Punkte  augenscheinlich  recht  weit 
von  dein  Original.  Die  Constatierung  dieser 
Thatsache  ist  auch  für  die  Beurteilung  der 
übrigen  Kinzelheiten  von  Wichtigkeit.  So  werden 
wir  uns  die  Haare  des  Originales  nicht  so  reich 
und  vollkommen  entwickelt  \ erstellen  dürfen,  wie 
sie  der  Dresdener  Kopf  zeigt. 


Wir  dürfen  demnach  den  Grad  der  Ent- 
> Wickelung,  die  Polyklet  durchgemacht  hat,  nicht 
nach  jenen  beiden  Köpfen  allein  bemessen.  Den 
■ im  Ganzen  und  Grossen  richtigsten  Massstab 
scheint  uns  nach  Obigem  die  Madrider  Figur  zu 
liefern.  (Amelung.) 

869-871.  Gips  einer  römischen  Por- 
trätstatue mit  aufgesetztem  bärtigem  Götter- 
kopfe. Das  Original  in  Holkham  Hall:  Michaelis, 
ancient  marhles,  p.  820  No.  55.  Der  Torso  rührt 
wahrscheinlich  von  der  Statue  eines  l'rinzen  des 
iullaeh-claudischcn  Hauses  her,  für  welche  diese 
(nach  Originalen  des  4.  Jahrhunderts  componierte: 
Amelung,  zu  E-V  No.  882)  Art  der  Gewand- 
tracht typisch  gewesen  zu  sein  scheint  (vgl.  z.  B. 
den  Marcellus  aus  Pompei:  Mau  in  den  Atti  delP 
Accademia  di  archeologia,  lettere  e helle  arti  di 
Napoli  1890,  vol.  XV,  Tafel,  und  de  Ulaudius- 
statue  aus  Gabii  im  Louvre  [Litteratur  hei 
Hcrnoulli,  röm.  Ikonogr.  II,  1,  p.  885,  No.  22]). 
Der  Kopf  hingegen  ist,  wie  es  scheint,  eine 
Wiederholung  des  Kopfes  der  unter  No.  858854 
besprochenen  Dresdener  Zeus- Asklepios-Statue. 
Die  oberen  Partien  des  Kopfes  erinnern  sehr  an 
den  Kasseler  A|wdlon.  (Arndt.) 

872.  Gipsabguss  des  Torsos  ei  lieg 
i stehenden  Hermaphroditen.  Wiederholung 
der  Statue  Berlin  198»  in  welcher  Furtwängler 
(Statuenkopien  im  Altertum  I;  bayer.  Akad.-Abh. 
1896,  p.  582  ff.  und  Tafel  XII)  und  Amelung 
(Führer  durch  die  Antiken  in  Florenz  p.  256) 
1 mit  Wahrscheinlichkeit  das  Werk  des  Polykies 
erkennen  wollen.  Die  ältere  Litteratur  über  den 
angeblich  in  Villa  Pamfili  befindlichen,  hei  Matz- 
Duhn  aber  nicht  erwähnten  Torso  s.  hei  Furt- 
wängler  p.  582,  Anm,  2.  (Arndt.) 

873  und  874.  Gipsabguss  vom  Kopfe 
der  Hera  Barberini.  Die  beiden  Aufnahmen 
sind  insofern  von  besonderem  Interesse,  als  sie 
jedem  ermöglichen,  den  Kopf  in  allen  Details 
nicht  nur  mit  dem  der  Hera  Borghese  (jetzt  in 
Kopenhagen),  sondern  muh  mit  anderen,  dein 
letzteren  stilistisch  verwandten  Köpfen  zu  ver- 
1 gleichen.  Bekanntlich  hat  Furtwängler  Meister- 
I werke  p.  177)  die  Köpfe  beider  Ilerastatuen  für 
Kopien  desselben  Werkes  erklärt  und  nach  der 
| unleugbaren  Verwandtschaft  des  Kopfes  der  Hera 
Borghese  mit  dem  der  Venus  Genetrix  und  ihren 
Verwandten  (a.  a.  O.  p.  742)  dieses  Original  dem 
Alkamenes  zugeschrieben.  Ich  habe  an  dieser 
Stelle  zu  No.  280  nachgewiesen,  dass  die  lieiden 
Figuren  in  der  Gewandung  verschieden  sind. 
Vergleicht  mail  nun  die  beiden  Köpfe  mit  ein- 
ander, so  sieht  man  ohne  Weiteres,  dass  sich 
I auch  hier  überall  Abweichungen  finden,  welche 


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Würzburg. 


47 


nicht  etwa  dem  Kopisten  Schuld  gegeben  werden 
können.  Man  braucht  nur  die  Haare  Uber  der 
Stirn,  an  den  Schläfen  und  auf  dem  Schädel  zu 
vergleichen,  die  Stirnform,  die  Augen,  den  Mund 
und  vor  allen  Dingen  die  Schädelform,  welche 
bei  allen  mit  der  Venus  Genetrix  verwandten 
Köpfen  gleich  und  sehr  ähnlich  der  Schädelform 
des  Doryphoros  ist«  (Amelung.) 

875  und  876.  Gips  eines  weiblichen 
Kopfes  mit  Stirnkrone,  wahrscheinlich  der 
Aphrodite.  Wir  wissen  nicht,  wo  dieser  sehr 
schöne  Kopf  von  ausgeprägt  praxitelischen»  Kunst- 
charakter sich  befindet.  (Arndt.) 

877  und  878.  Gips  einer  Wiederholung 
vom  Kopfe  des  Hermes  von  Andros.  Auf- 
bewahrungsort des  Originales  uns  unbekannt. 
Mit  keiner  der  von  uns  gesehenen  Repliken 
identisch.  (Arndt.) 

879  und  880.  Gips  eines  jugendlichen 
Kriegerkopfes.  Aufbewahrungsort  des  Ori- 
ginales uns  unbekannt.  Das  Bruststück  wahr- 
scheinlich modern.  Das  1.,  offenbar  antike,  Ohr 
versch wollen;  das  r.  wohl  modern.  Die  Züge  sind 
»ehr  individuell,  so  das»  der  Kopf  eher  von 
einer  Port  rät-  als  von  einer  Idealfigur  herrühren  j 
wird.  Da  der  Stil  vollständig  der  der  ly  täppi- 
schen Kunst  ist,  liegt  der  Gedanke  an  eines  der 
zahlreichen  Keldherrenporträts  dieses  Meister» 
(S-Q  1485—89;  1492)  nahe.  Der  Helmschmuck 
(auf  den  Backenlaschen  ein,  wie  es  sehe  nt, 
doppeltgeschwünzter  Triton,  mit  Helm,  Lanze  in 
der  R.,  Löwenfell  um  den  1.  Arin?  darunter  Orna- 
ment. Auf  dem  Stirnbügel  zwei  Seepferde.  Dar- 
über: Medusenhaupt  zwischen  Hanken.  Oben 
auf  dem  Helm:  zwei  Seelöwen)  scheint  hier  nicht 
bedeutungslos  zu  sein  und  weist  entschieden  auf 
einen  Seehelden  hin.  Vielleicht  ist  der  Admiral 
Kearchos,  der  Jugendfreund  Alexanders  des 
Grossen,  gemeint.  (Arndt) 

Nach  einem  käuflichen  Gipst». 

881  und  882.  Kopf  der  Statuetten-  ' 
replik  des  myronischen  Diskobolen,  die  | 
E-V  No.  500,  16  von  Bulle  besprochen  worden 
ist.  Die  ganze  Statuette  ist  inzwischen  abgebildet 
bei  M.  G.  Zimmermann,  Kunstgeschichte  des 
Altertums  p.  113,  Abb.  75.  (Arndt.) 

Würz  bürg,  Wagnersches  Kunstinstitut. 

883  und  884.  Herakles  mit  der  Hydra. 
Marmors tatuette.  Höhe  0,35  m.  Besprochen  von 
II.  L.  Urlichs,  Verb,  der  Görlitzer  I'hilol.- Vers. 
1890,  p.  312  f.,  und  Bonner  Jahrbücher  95,  p.  90  f. 
— Körperbildung  und  -haltung  gehen,  worauf 


Arndt  bei  Urlichs,  Bonner  Jahrbücher  p.  97,  auf- 
merksam macht,  auf  ein  Vorbild  des  5.  Jahr- 
hunderts zurück,  das  der  Stephanosfigur  in  Villa 
Albani  sehr  nahe  steht.  Auch  die  einfache  Stili- 
sierung des  Löwenfells  entspricht  der  Art  des 
5.  Jahrhunderts.  Der  Typus  der  Hydra  dagegen, 
eine  Schlange  mit  weiblichem  Kopfe,  aus  dem 
kleine  Schlangen  he  rau  »wachsen,  ist  bi»  jetzt 
nicht  früher  als  für  die  hellenistische  Zeit  nach- 
weisbar (Dragendorff,  Rom.  Mitt.  1895,  p.  210). 
Es  wäre  zwar  möglich,  das»  die  Rundplastik  »ich 
diese  Darstellnngsweise  schon  früher  geschaffen 
hat,  da  die  gewöhnliche  Bildung  der  Hydra,  bei 
der  die  Schlangeuhälse  aus  einem  dicken  gemein- 
samen Leibe  hervorkommen,  für  sic  schwerer 
verwendbar  war.  Auch  könnte  dem  Gesiehts- 
tvpus  der  Hydra  an  unserer  Statuette  sehr  wohl 
ein  strenges  Vorbild  zu  Grunde  liegen.  Aber 
solange  keine  gesicherteren  Anhaltspunkte  vor- 
handen sind,  werden  wir  als  das  Wahrschein- 
lichere anzusehen  haben,  dass  in  der  Würz- 
burger Statuette  nicht  die  Kopie  eines  alten 
Werkes  vorliegt,  sondern  eine  römische  Zu- 
sammenstellung etwa  aus  der  Pasitelessclmle,  die 
ja  gerade  den  Typus  des  Stephano»- Jüngling»  auf 
die  verschiedenste  Weise  verwendet  hat. 

(Bulle.) 

885.  Torso  eines  Apollon.  Urlichs,  Ver- 
zeichnis der  Antikcnsamnilung  I,  p.  1,  No.  5. 
Ungenügend  abg.  Sittl,  Würzburger  Antiken 
Taf.  III.  — Italischer  Marmor.  Höhe  0,395. 
Brustwarzendistanz  0,105.  Das  Dübelloch  im 
Hals  und  zwei  Eisenstifte  in  den  Armstümpfen 
dürften  von  moderner  Restauration  herrühren, 
die  entweder  nicht  ausgeführt  wurde  oder  aus 
Gips  war  und  verloren  ging.  Am  r.  Oberschenkel 
unten  der  Ansatz  einer  Stütze. 

Die  Oberfläche  zeigt  die  leichte  Politur  von 
Werken  lmdrianischer  Zeit.  Das  Vorbild  wird 
au»  dem  4.  Jahrhundert  stammen  und  ist  am 
nächsten  verwandt  mit  einer  Gruppe  von  Statuen, 
die  Furtwängler  (Meisterwerke  p.  596)  als  „Aus- 
läufer der  Richtung  des  Euphranor“  bezeichnet, 
hat  Der  Jüngling  im  capitolinischen  Museum, 
Salone  No.  12,  E-V  446,  steht  unserem  Torso 
am  Nächsten,  doch  hat  er  kurzes  Haar,  wäh- 
rend hier  im  Nacken  ein  Haarschopf  erhalten 
ist,  der,  der  Bewegung  des  Kopfes  nach  r.  fol- 
gend, sich  auf  die  1.  Schulter  verschoben  hat. 
Der  Schopf  besteht  aus  senkrechten  gewellten 
Strähnen,  die  unten  durch  ein  qiierlaufendes 
Band  zusanunengefasst  sind;  er  macht  einen 
etwas  altertümlichen  Eindruck.  — Urlichs’  Be- 
zeichnung der  Statue  als  Apollon  wird  da»  Rich- 
tige treffen.  (Bulle.) 


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48 


Würzburg. 


886.  Disk  oho I de»  Myron.  Verkleinerte 

Nachbildung  aus  italischem  Marmor.  Vgl.  E-V 
500,  18.  Die  strengen  und  mageren  Formen 
des  Vorbildes  sind  verloren  gegangen.  Die  rund- 
lichere Muskelhildung  und  das  stärkere  Hervor- 
treten des  Bauches  erinnern  an  hellenistische, 
etwa  pergamentscbe  Art.  (Bulle.) 

887.  Kentaurenkopf  von  einer  Me- 

to pe  des  Parthenon.  Höhe  0,245  m.  Breite 
0,145  m.  Pentelischer  Marmor.  L.  Urlichs,  Ver- 
zeichnis I,  p.  5,  Xo.  27.  H.  L.  Urlichs,  Abgüsse 
in  WQrzburg  Xo.  113,  wo  das  Stück  richtig  er- 
kannt ist,  (Dagegen  kann  der  ebenda  vermutungs- 
weise dem  Parthenon  zugewiesene  Unterarm 
No.  114  — L.  Urlichs,  Verzeichnis  der  Antiken  I, 
p.  10t  No.  67,  der  aus  pentelischem  Marmor  ist 
und  von  der  Akropolis  stammt,  nicht  zum  Par- 
thenon gehören,  weil  er  für  die  Metopen  zu  gross 
und  für  die  Giebel  zu  klein  ist).  — Provenienz- 
angaben über  den  Kentaurenkopf  scheinen  nicht 
vorhanden.  Die  Zugehörigkeit  zu  einer  Metope 
des  Parthenon  steht  aber  nach  Stil  und  Material 
ausser  Zweifel.  Der  Haltung  nach  könnte  er  von 
der  verlorenen  Metope  Süd  XXV  (Michaelis, 
Tafel  3)  stammen.  — In  dem  geöffneten  Munde 
sind  die  Zähne  sichtbar.  Der  Oherkopf  ist  für 
Bemalung  glatt  gelassen,  wie  an  den  Köpfen  auf 
Metope  XXX  und  XXXI,  doch  ist  hei  dem  Würz- 
burger Fragment  der  untere  Teil  der  Haare 
plastisch  ausgearbeitet*).  (Bulle.) 

888.  Oberkopf  eines  Athleten.  Ur- 
lichs, Verzeichnis  I,  p.  5,  No.  20.  Pentelischer 
Marmor.  Höhe  0,10  m.  Breite  0,186  m.  Tiefe 

0. 207  in.  — Die  Unterseite  ist  eine  etwas  unregel- 
mässig nach  innen  gewölbte,  gerauhte  Fläche,  die 
ohne  Verdübelung  auf  den  verlorenen  unteren 
Teil  des  Kopfe»  aufgekittet  war.  Vom  I.  Ohr  ist 
der  obere  Band  mit  an  dem  Erhaltenen  aus- 
gearheitet. Drei  Messpunkte  sind  stehen  ge- 
blieben, zwei  oberhalb  der  aufgeklebten  Museums- 
nummer,  der  dritte,  sehr  verscheuert  und  in  der 
Photographie  nicht  herausgekommen,  auf  dem 
Scheitel  neben  der  Nummer.  Die  Anordnung  der 
Haare  ist  derjenigen  bei  polykletischen  Athleten- 
köpfen  ähnlich,  doch  sind  die  Haarlocken  in 
grösseren  Massen  zusammengehalten  und  haben 
weniger  geschweifte  Enden.  — Erwähnt  von  Furt- 
wängler,  über  Statuenkopien,  Abh.  d.  bayer.  Akad. 

1.  CI.,  XX.  Bd.,  3 Abt,  p.  545,  Anm.  4,  wo  andere 
Kopien  mit  Messpunkten  aufgezählt  sind. 
(Bulle.) 

•)  Kinn  naaf^brlirb«  B*h*a«llcnjc  <ü«mws  Starke«  von 
Michaeln  erscheint  eoebeo  in  Jahrbuch  d.  J.  XI,  18ÖC,  S.  300  fg. 
An t Grand  der  Beobachtang  ron  Studaicxka,  den  am  antereten 
Ende  de«  Barte*  der  Keit  eine#  Paamena  erhalten  iat.  wird  der 
Kopf  der  dritten  Sbdmetope  I Michaeli«  3.  III i aaffeertxt. 


889  und  890.  Zweiseitiges  griechisches 
Belief.  L.  Urlichs,  Verzeichnis  I,  p.  7,  No.  39. 
II.  L.  Urlichs,  Bonner  Jahrbücher  LXXXVII,  p.4, 
Taf  2.  Aus  Athen.  Pentelischer  Marmor  (nicht 
naxischer).  Höhe  0,42  m.  Erhaltene  Breite  0,21  m. 
Grösste  Dicke  0,135  m. 

Gute  griechische  Arbeit  des  4.  Jahrhunderts. 
Auf  der  in  etwas  höherem  Belief  gearbeiteten 
Vorderseite  889  sieht  man  links  ein  Stück  des 
Reliefgrundes.  Die  weibliche  Gestalt  trägt  feinen 
Annelchiton  mit  Arhselbftndern,  darüber  das 
Himation.  Die  R.  hält  eine  Fackel,  die  L.  war 
bis  in  Brusthöhe  gehoben  (Unterarm  ab,  die  Falten 
des  Himation»  gehen  im  Bogen  um  den  Arm- 
stumpf). Hinter  dem  r.  Handgelenk  zwei  kleine 
ahwartsgehende  Stiftlöcher,  ein  weiteres  hinter 
dem  r.  Ellenbogen,  eines  aussen  am  1.  Oberarm. 
— Rechts  stand  quer  vor  der  Schmalseite  des 
Belief«  eine  kleinere  Gestalt,  anscheinend  ein 
Knabe.  Sichtbar  ist  auf  889  der  r.  Unterarm; 
der  ovale  Gegenstand  mit  zwei  Bohrlöchern  im 
Innern,  einem  kleinen  und  darunter  einem 
grösseren,  scheint  für  eine  Hand  etwas  gross, 
doch  kann  es  kaum  etwas  anderes  sein.  — 

Auf  890  ist  erkennbar  der  Umriss  des  1. 
Armes  dieses  Knaben,  mit  einem  Gewandrest, 
ferner  ein  Teil  der  nackten  Hütte.  Vorderseite 
und  Beine  sind  vollständig  zerstört. 

Hinter  ihm  steht  auf  890  ein  Mann  im 
Himation,  den  1.  Arm  gesenkt  Es  scheint  mir 
nicht  nötig,  mit  Urlichs  hier  des  Gewandmotiv» 
wegen  einen  unter  die  Achsel  gestemmten,  ehe- 
mals gemalten  Stab  anziinehtnen.  Vielmehr  glaubte 
ich  vor  dem  Originale  den  Gegenstand  vor  der 
r.  Schulter  als  einen  Stab  deuten  zu  können,  der 
von  dem  rechten,  im  Winkel  gebogenen,  aber  nur 
ganz  flach  angedeuteten  Arm  gehalten  wird. 

Da,  wie  auf  889  deutlich  ist  Bich  da»  Relief 
nach  links  fortsetzte,  so  haben  wir  noch  eine 
oder  mehrere  Gestalten  auf  beiden  Seiten  hinzu- 
zudenken, die  durch  den  an  der  Schmalkante 
stehenden  Jüngling  verbunden  wurden,  eine  Relief- 
form,  für  die  ich  keine  ganz  genaue  Parallele 
kenne.  Doch  ist  die  Schmückung  der  Keliefkunte 
durch  eine  Gestalt  an  sich  nichts  Ungewöhnliches 
(vgl.  z.  B.  «las  von  H.  I,.  Urlichs  a.  h.  O.  Taf.  I 
veröffentlichte  athenische  Belief;  Photogr.  Athen. 
Inst.  X.  M.  128),  und  die  Verbindung  zweier  Relief- 
seiten  durch  eine  übereck  gestellte  Figur  ist  zu 
belegen  durch  die  Basis  von  Epidauros,  Kawa- 
dias,  Ephem.  arch.  1895,  Taf.  8;  Defraasc  et 
Lcchat,  Epidaure  p.  87. 

Die  Kackelträgerin  dürfte  der  jugendlichen 
Formen  wegen  eher  Kore  als  Demeter  sein,  der 
Knabe  dann  wahrscheinlich  Triptolemos,  da  sich 


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Würzburg.  Basel.  49 


die  Bohrlöcher  in  seiner  K.  für  die  Befestigung 
von  Ähren  besser  eignen,  als  fttr  irgend  etwas 
anderes,  etwa  ein  Kerykeion,  an  das  H.  L.  Ur- 
liebs  dachte.  I>en  Mann  aut  der  Rückseite  hat 
Urlicha  auf  Asklepios  gedeutet.  Sehr  verwandt, 
fast  als  wäre  er  nach  demselben  Vorbilde  kopiert 
(nur  nach  der  anderen  Seite  gewendet),  ist  der 
Asklepios  auf  dem  Weihrelief  Ath.  Mitt.  II,  1877, 
Tuf.  15,  in  dem  Reisch  (Eranos  Vindobonensis 
p.  22)  wegen  der  Ähnlichkeit  mit  späteren  atti- 
schen Münzbeizeichen  eine  Nachbildung  des  viel- 
leicht von  Alkamenes  gearbeiteten  Kultbildes  im 
Asklepieion  vermutet  hat.  Über  die  Verbindung 
der  elensinischen  Göttinnen  mit  Asklepios  vgl. 
zuletzt  Rubensohn,  Ath.  Mitt.  1895,  p.  365. 

(Bulle.) 

891.  Ringende  Eroten.  Relief  aus  pen- 
telischem  Marmor.  Urlichs,  Verzeichnis  der 
Wftrzb.  Antiken  I,  p.  16,  \o.  40.  — Höhe  0,22  m. 
Breite  noch  0,16  m.  Ehemalige  Breite  unten  etwa 

0. 25  m.  Dicke  0,05  in.  Aus  Athen.  Die  hintere 

Fläche  ist  rauh  gelassen  und  etwas  gewölbt. 
Die  Form  erinnert  an  einen  Stirnziegel,  doch 
muss  das  Relief  aus  der  Nähe  sichtbar  gewesen 
und  daher  etwa  an  einem  Sarkophag  oder  dergl. 
als  Bekrönung  gedient  haben.  Dargestellt  siud 
zwei  Eroten,  von  denen  der  eine  den  andern  am 
Beine  fortschleppt.  An  Eros  und  Anteros  zu 
denken,  scheint  mir  nicht  direct  notwendig,  da 
Eroten  auch  als  einfache  Pa  last ri teil  Vorkommen. 
Vgl.  Roscher,  mvthol.  Lex.  I,  Sp.  1368.  Hinten 
eine  bärtige  Herme  und  die  Zweige  eines  Baumes 
mit  zackigen  Blättern.  Flüchtige  Arbeit  Nach 
hellenistischem  Vorbild.  (Bulle.) 

892.  Hellenistisches  Relief.  Penteli- 
scher  Marmor.  Links  und  oben  gebrochen.  Am 

1.  Bruch  unten  ein  senkrechtes  Zapf  loch  zum  Auf- 

setzen  auf  eine  Balustrade.  Breite  0,24  m.  Höhe 
0,195  m.  L'rlichs,  Verz.  d.  Würzb.  Ant.  1,  p.  13, 
No.  14.  — Auf  der  Vorderseite  eine  Herme  des 
bärtigen  Priap  mit  Kopftuch.  Hinter  ihm  ein 
umgestürzter  Kantliaros  mit  Blattmustern,  auf 
den  die  Enden  des  langen  Bartes  einer  Maske 
(abgebrochen)  herabfallen.  Zwischen  den  Bart- 
spitzen ein  Gegenstand,  der  einem  Tierkopf  ähn- 
lich sieht  Die  flach  sculpiurte  Rückseite,  die 
eine  Publication  nicht  lohnt,  ist  von  einer  breiten 
Leiste  eingefasst  an  der  links  schmale  Fels- 
schichten übereinander  angedeutet  sind.  Daneben 
der  Rest  eines  in  einen  Pinienzapfen  endigenden 
Stabes.  (Bulle.) 

893.  Weiblicher  Torso.  Urhclis,  Ver- 
zeichnis der  Abgüsse  No.  159.  Höhe  0,53  m.  Nach 
Gips.  Das  Original,  von  Bröndstedt  in  Carthaea 
auf  Kcos  gefunden,  aus  parischem  Marmor,  ist 

Arndl-Atn«-1  untf,  Pfaotogr.  Kinii’laafcahmen  III. 


verschollen.  Die  viereckige  Basis  („piedestal 
carre“)  war  ganz  in  der  Nähe  gefunden  worden. 
Bröndstedt,  Voyages  et  recherches  en  Gröce, 
Taf.  9,  p.  22  und  p.  124  f.  Friederichs- Wolters 
No.  495.  Ein  weiterer  Abguss  in  Dresden.  — Der 
Kopf  ist  besonders  gearbeitet  gewesen.  Das  r.  Bein 
war  Spielbein.  Der  r.  Arm  war  gesenkt,  der  1. 
in  Schulterhöhe  erhoben,  etwa  ein  Scepter  auf- 
stützend. Der  Torso  ist  interessant  weil  er  aufs 
Engste  mit  der  Eirene  des  Kephisodot  verwandt 
ist.  Er  stimmt  mit  ihr  in  den  Proportionen  und 
in  der  Gesammtanordnung  deß  Gewandes  überein, 
ausserdem  in  manchem  Detail,  wie  der  schrägen, 
nnten  senkrecht  umbiegenden  Falte  von  der  r. 
Brust  bis  über  den  1.  Oberschenkel,  in  der  weiten 
Öffnung  der  schweren  Falten  unter  den  Achsel- 
höhlen, endlich  auch  in  der  Behandlung  des 
Kolpos.  Doch  stellt  der  Torso  von  Keos  ein 
jugendlicheres  Wesen  dar.  Ob  er  ein  flüchtiger 
gearbeitetes  Original  vom  Anfang  des  4.  Jahrh. 
oder  eine  Kopie  ans  guter  Zeit  ist,  wage  ich  nach 
dem  Abguss  nicht  zu  entscheiden.  (Bulle.) 

894  und  895.  Jugendlicher  Kopf.  Ur- 
lichs»  Verzeichnis  der  Abgüsse  No.  286.  Nach 
Gips.  Aufbewahrungsort  des  Originals  unbekannt. 
Höhe  0,25  m.  Starke  Wendung  des  Kopfes  nach 
links  und  unten.  Die  1.  Gesichtshälfte  ist  ver- 
kürzt und  weniger  ausgearheitet.  Am  Hinterkopf 
fehlt  ein  Haarschopf.  Nase  ergänzt.  — Der  Kopf 
ist  dem  SauroktonoB  des  Praxiteles  nahe  ver- 
wandt. (Bulle.) 

Im  Besitz  des  Herrn  Dr.  Freiherrn  Hiller 
von  Gärtringen. 

896 — 898.  Drei  weibliche  Köpfchen. 
In  der  Stadt  Rhodos  erworben.  Von  einem 
Relief  abgeschlagen,  dessen  Grund  am  Rande 
des  einen  Kopfes  noch  sichtbar  ist.  Der  Marmor 
wahrscheinlich  parisch.  Dio  Photographien  in 
der  Grösse  des  Originals.  896  und  898  tragen 
im  Haar  ein  Diadem,  897  eine  Haube  (?).  Nicht 
vor  der  Mitte  des  4.  Jahrh.  v.  Chr.  Erwähnt  in 
der  Bibliographie  des  Arcli.  Anz.  1894,  p.  196, 
r.  Spalte  (unter:  Hiller  von  Gärtringen). 

(Hiller  von  Gärtringen  und  Arndt.) 

Basel,  Museum. 

899  und  900.  Weibliches  Köpfchen. 
Bernoulli,  Katalog  der  antiquarischen  Abteilung 
des  Basler  Museums  (1880),  p.  28,  No.  «34:  „Ge- 
schenk der  Erben  des  Herrn  Ratsherrn  Vischer. 
Kopfhöhe  9 cm,  mit  Herme  18*/i  cm.  Neu:  Hälfte 
der  Nase,  I.  Seite  des  Haares  und  Herme.  Über 
der  Stirn  ein  Loch  zum  Einsetzen  eine» 

4 


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50  Nachträge. 


Schmuckes“  — vielleicht  einer  Mondsichel;  da- 
nach wäre  das  Köpfchen  Artemis  zu  nennen; 
vgl.  den  weiblichen  Kopf  aus  Kyzikos  in  Dresden 
Brunn-Bruck  mann  Taf.  390  — Areh.  Anz.  1894, 
p.  5,  No.  10,  mit  dem  das  Basler  Köpfchen 
auch  zeitlich  zusammengehören  wird.  Noch 
naher  steht  es  der  von  mir  in  der  Festschrift 


für  Overbeck,  p.  98,  Anm.  1 und  E-V  332/233  zu- 
sammengestellten  Gruppe  (der  der  Kopf  von 
Taormina  E-V  578/574 , sowie  das  Neapolitaner 
Köpfchen  Inv.  6542,  Phot.  Sommer  1509  anzu- 
reihen sind).  Bernoulli  bemerkt  mit  Hecht,  dass 
der  Kopf  „seinem  ganzen  Charakter  nach 
griechisch“  ist.  (Arndt) 


Nachträ 

Zu  No.  10—11:  Das  eine  der  Reliefs  hat 
Giulio  Romano  in  seinen  Fresken  des  Palazzo 
del  Te  in  Mantua  in  der  Camera  di  Psiche  be- 
nutzt; die  meckernde  Ziege  kehrt  ebenda  auf 
dem  Fresko  der  der  cantera  dei  cavalli  zu- 
gekchrten  Wand  (Bacchanal)  wieder.  Daraus  er- 
giebt  sich,  falls  die  Reliefs  wirklich  modern  sein 
sollten,  ein  terminus  ante  quem  für  ihre  Ent- 
stehungszeit. 

Zu  No.  18:  Vgl.  Collection  Greau,  Versteige- 
rungskatalog  der  Bronzen,  1885,  pl.  XX,  918  — 
Overbeck,  Kunstmyth.  des  Apollon  p.  229  ■— 
Jahrbuch  d.  Inst  1886,  p.  157. 

Zu  No.  19:  l’uld.  bei  Schreiber,  hellenistische 
Reliefbilder  Tafel  107  a. 

Zu  No.  32 — 68:  Die  Sammlung  von  Catajo 
ist  vor  einiger  Zeit  nach  Wieu  überfuhrt  worden. 

Zu  No.  36—37:  Bessere  Replik  im  Thermen- 
museum zu  Rom  (nach  Furtwängler,  Statuen- 
kopien im  Altertum  I,  j».  541,  Anm.  4). 

Zu  No.  56:  Die  dort  erwähnte,  bei  Matfei, 
Museum  Veronense  p.  75,  5 = Michaelis,  Journ. 
of  hell,  stuct  1885,  p.  305  abgehildete  Scrapis- 
statue  ist  nicht  identisch  mit  unserer  No.  56, 
sondern  befindet  Rieh  jetzt  in  Sammlung  Duval 
in  Morillon  bei  Genf  (v.  Duhn  im  Jahrb.  d.  Inst, 
Anzeiger  p.  53,  No.  11,  Fig.  11). 

Zu  No.  71:  Vgl.  Michaelis,  ancient  marblcs 
p.  267,  No.  102;  p.  240,  No.  112;  p.  517,  No.  4, 
und  die  an  letzterer  Stelle  angeführte  Litteratur. 
Neuerdings  ist  die  Bronze  auch  von  Alinuri 
photographiert  worden. 

Zu  No.  72b:  Vgl.  R.  v.  Schneider,  Album 
der  Wiener  Antikeiisainrnlung,  Taf.  XXXII  (Stra- 
tege zum  Kampf  rufend)  und  Arndt,  gr.  und  röra. 
Porträts,  Text  zu  Lieferung  29. 

Zu  No.  73  b:  Vgl.  Cabinet  Pourtales  pl.  XIX. 

Zu  No.  83-107,  206—242,  279-380  (Florenz) 
vgl.  jetzt:  W.  Arnelung,  Führer  durch  die  An- 
tiken in  Florenz,  München,  Bruckmuiin,  1697. 


g 6 (Arndt). 

Zu  No.  85 — 86:  Vgl.  Furtwinglcr,  Statuen- 
kopien im  Altertum  !,  AM),  auf  p.  558;  Text 
p.  568. 

Zu  Ko.  120:  Vgl.  Duhn  im  Jahrbuch  d.  Inst. 

| 1895,  Anz.  p.  51,  No.  3,  Fig.  3.  (Sammlung  Duval 
in  Morillon  hei  Genf). 

Zu  No.  126—127  (vgl.  Nachträge  I,  2,  p.  19): 

| Eine  weitere  Keplik  in  den  zwei  Hüpfen  einer 
I neugefundenen  Doppelherme  in  Athen  (vom  athe- 
i nischen  Institut  photographiert).  Das  Wiener 
Exemplar  jetzt  abg.  bei  H.  von  Schneider,  Album 
der  Antiken -Sammlungen  d.  a.  h.  Kaiserhauses, 
Tafel  XII  (Text  p.  6). 

Zu  No.  133:  Puhl,  bei  (Tarne  516,  1050  (nach 
Rcinach,  revue  critiquc  vom  23.  Dezember  1895, 

1 p.  473) 

Zu  No.  147—148:  Ein  ganz  verwandter  Kopf 
im  Thermenmuscum  in  Hom,  phot.  von  Moscioni. 

Zn  No.  161—162:  Nach  Dragendortf,  lihein. 
Museum  1896,  p.  281  rAmische  Vestalin. 

Zu  No.  163:  Vgl.  Furtwängler,  Statuenkopien 
; im  Altertum  I,  p.  555. 

Zu  No.  166  -170:  Vgl.  Furtwängler,  Statuen- 
kupien  im  Altertum  I,  p.  547,  Anm.  4. 

Zu  No.  183:  Vgl.  Duhn  im  Jahrbuch  d.  Inst. 
1895,  Anz.  p.  53,  links  oben. 

Zu  No.  185:  Vgl.  Roschers  mythol.  Lexikon 
s.  v.  llerinnphroditos  Sp.  2320. 

Zu  No.  226:  Die  dort  besprochenen  Statuen 
('biaraninnti  496  und  Torlonia  62  jetzt  auch  von 
Furtwängler,  Statuenkopien  im  Altertum  I,  p.  556 
behandelt. 

Zu  No.  227 : Vgl.  Berlin  100. 

Zu  No.  236:  Das  Relief  ist  ohne  jeden  Zweifel 
eine  Arbeit  der  Frührenaissance  (Arnelung). 

Zu  No.  243 — 244:  Vgl.  Furtwängler,  Statuen- 
kopien im  Altertum  I,  p.  545,  Anm.  4. 

Zu  No.  264:  Vgl.  Arnelung,  Führer  durch  die 
Antiken  in  Florenz  No.  262  a.  F,.:  die  Haar- 
bchandlung  sei  ähnlich  wie  an  den  echten  Köpfen 


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Nachträge. 


51 


der  Tyche  von  Antiochia  des  Eutychides;  der 
Kopf  stimme  fast  ganz  mit  demjenigen  einer 
Wiener  Bronzestatuette  der  Hera  aberein  (Over- 
beck, Kunstmyth.  der  Hera,  Text-Tafel  I,  1 = 
Roscher,  myth.  Lexikon  s.  v.  Hera  Sp.  2117). 

Zu  No.  265:  Vgl.  Bull,  comuuale  1875,  tav.  9 
*=*  Helbig,  Führer  No.  559. 

Zu  No.  272:  Vgl.  die  Zeusstatue  des  Louvre 
Phot.  Giraudon  1224. 

Zu  No.  285:  Die  dort  (und  unter  No.  553) 
erwähnte  Asklepiosstatue  der  Villa  Pamfili  ist 
besprochen  von  Wolters  in  den  athen.  Mitt.  d. 
Inst.  1892,  p.  6. 

Zu  No.  288:  Vgl.  Amelung,  Basis  des  Praxi- 
teles aus  Mantinea  p.  79  und  80. 

Zu  No.  290-291:  Vgl.  Amelung,  die  Basis  1 
des  Praxiteles  aus  Mantinea  p.  42,  Antn.  1. 

Zu  No.  294:  Sehr  ähnlich,  vielleicht  Replik, 
ist  Museo  Torioma  220. 

Zu  No.  295:  Vgl.  Furtwingler,  Statuenkopien 
im  Altertum  I,  p.  581  f. 

Zu  No.  318:  Vgl.  die  Bronze  von  I’aramythia 
in  nor  Park:  Michaelis,  ancient  tnarbles 
p.  213,  2 = Spec.  of  ancient  sculpture  II,  21. 

Zu  No.  352:  Bereits  publ.  (nach  frdl.  Mit- 
teilung von  Sal.  Reinach)  hei  C'larac  699,  1628. 

Zu  No.  357—359:  Vgl.  Amelung,  die  Basis 
des  Praxiteles  aus  Mantinea  p.  53,  Anm.  2. 

Zu  No.  391—392:  Die  dort  erwähnte  Kybele- 
statue  der  Sammlung  Jacobsen  ist  jetzt  abge- 
bildet und  besprochen  in  den  rom.  Mitt.  1895, 
p.  90  ff.  (Petersen). 

Zu  No.  2)95:  Die  hei  Clarac  700,  1H54  puhli-  : 
eierte  Statue  der  Sammlung  Chahlais  befindet 
sich  in»  Vatican,  Helbig  364  (nach  Reinach, 
revue  critique  vom  23.  December  1895,  p.  473). 

Zu  No.  2)96:  Zu  der  dort  aufgefUhrten  Gruppe 
vgl.  Furtw&ugler,  Statuenkopien  im  Altertum  I,  ; 
p.  577  ff.  In  diese  Reihe  gehört  auch  die  Wiener 
Bronzestatuette:  R.  v.  Schneider,  Album,  Tafel 
XXVI,  rechts. 

Zu  Serie  II,  p.  28,  Hosaeus  No.  32:  Vgl.  i 
Amelung,  Basis  des  Praxiteles  aus  Mantinea  p.  80.  I 

Zu  No.  2)98—2)99:  Vgl.  Furtwängler,  Statuen- 
kopien im  Altertum  I,  p.  563.  Dass  ich  die 
richtige  Deutung  auf  Ammon  a.  a.  O.  „ausge- 
sprochen, doch  gleich  wieder  zurückgenommen“ 
hätte,  ist  ein  Irrtum  Furtwünglers.  Zu  den  Am- 
montypen des  5.  Jahrh.  gehört  auch  die  Kon-  J 
stantinopolitaner  Statue  aus  Pergamon  (Phot. 
Söbah  und  Joaillier  No.  23  „Jupiter  de  Pergame“ ; 
Joubin  No.  68).  Die  Wörlitzer  Aminonshenne  j 
ist  puhliciert  von  Overbeck,  Kunstmythologie  1 
des  Zeus,  Atlas,  Tafel  III,  No.  4;  Text  p.  279, 
No.  9.  i 


Zu  No.  422—423:  Vgl.  Amelung,  die  Basis 
des  Praxiteles  aus  Mantinea  p.  57  und  Furt- 
wängler, Statuenkopien  im  Altertum  I,  p.  580. 

Zu  No,  425—428:  Vgl.  Arndt,  la  Glyptothfcque 
Ny-Carlsberg,  Text  zu  pl.  16. 

Zu  No.  446 — 448:  Die  beiden  Statuen  in 
Neapel  (Antinous)  und  im  Capitol  sind  bereits 
von  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  586,  Anm.  2, 
in  diese  Reihe  gestellt  worden. 

Zu  No.  449—451:  Die  nächste  Parallele  zum 
Kopfe  dürfte  das  sogenannte  „Relief  der  trauern- 
den Athene“,  im  Akropolisimiseum  bieten. 

Zu  No.  459 — 461 : Vgl.  jetzt  auch  die  Wiener 
Bronze  bei  II.  v.  Schneider,  Album,  Taf.  XXVII. 

Zu  No.  474—475:  Eine  Wiederholung  dieses 
Kopfes  hat  kürzlich  die  Glyptothek  Ny-Carlsberg 
erworben. 

Zu  No.  495:  Vgl.  Amelung,  Basis  des  Praxi- 
teles aus  Mantinea  p.  80. 

Zu  No.  497:  Eine  Vorstufe  der  hier  behan- 
delten Gruppe  zeigt  die  Wiener  Bronze  R.  von 
Schneider,  Album,  Tafel  XXVI,  links.  Eine 
schöne  Replik  der  „Sappho“  Alhani  bei  Gauckler, 
Musöe  de  Cherehe!  pl,  XVI,  1.  Überhaupt  lässt 
sich  die  zu  No.  497  gegebene  Aufzählung  von 
Wiederholungen,  Um-  und  Weiterbildungen  noch 
bedeutend  erweitern.  Es  giebt  kaum  ein  in- 
structiveres  Beispiel  für  Kopienkritik  in  der 
ganzen  Antike  als  diese  Gruppe  der  „Sappho“ 
Alhani.  Die  Statue  d'Escamps  19  ist  in  der 
Ermitage  (Guödöonow  2)07]  (nach  Reinach,  revue 
critique  vom  22).  December  1895,  p.  473). 

Zu  No.  500,  12:  Vielleicht  auch  identisch  mit 
den»  Exemplare  der  Casa  Buonarotti  in  Florenz: 
An»elung,  Führer  durch  die  Florentiner  Antiken 
zu  No.  107. 

Zu  No.  502 — 502):  Eine  ähnliche  Perserstatue 
soll  neuerdings  die  Glyptothek  Ny-Carlsberg  er- 
worben haben. 

Zu  No.  527:  Friederichs- Wolters  1202). 

Zu  No.  52)0:  (Nebenseite  eines  Musen- 
sarkophages?)  vgl.  Arndt,  gr.  u.  rö»n.  Porträts, 
Text  zu  Taf.  2)25-2)26. 

Zu  No.  547 — 549:  Vgl.  Hauser,  neuattische 
Reliefs  p.  151  f. 

Zu  No.  555—556:  Farneil  im  Journ.  of  hell, 
stud.  1891,  p.  52,  3,  fig.  2).  Vgl.  Treu,  Statuen  der 
Ilias  und  Odyssee,  in  den  athen.  Mitt.  1889,  p.  163, 
Anm.  2.  De  Wahl,  quomodo  monstra  marina 
artitices  graec»  ünxerint,  Diss.  Bonn.  1896,  p.  4L 
Jahrh.  d.  Inst.  1895,  An*,  p.  217  (Loeschcke). 
Matz-Duhn  966  (Palazzo  Camuccini). 

Zu  No.  559 e:  Neu:  Nase,  Hals  (Kopf  zu- 
gehörig), Penis,  Oberschenkel,  Oberteil  des 
Stammes  (Fftsse  und  Plinthc  scheinen  alt  und 

4* 


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52 


Nachträge. 


xugehörig),  r.  Brust,  Klicken  Uber  Nabel.  Schläfen- 
lflckchen. 

Zn  No.  560:  Farneil  im  Journ.  of  hell,  stud. 
1891,  p.  49,  oben. 

Zu  No.  562:  Karnell  im  Journ.  of  hell.  stud. 
1891,  p.  48,  c. 

Zu  No.  563:  Dieses  Relief  dürfte  eiuen  An- 
halt zur  Ergänzung  der  neugefundenen  Bronze- 
statue eines  WagenlenkerB  in  Delphi  bieten. 

Zu  No.  564:  Puhl,  von  C’onze,  att.  Grabreliefs 
CXCIV,  978;  Farneil  im  Journ.  of  hell.  stud. 
1891,  p.  49,  2.  Die  Inschrift  bei  Kaibel,  inscr. 
graccae  Italiae  No.  304.  Zu  dem  Diadem  des  , 


Knäbchens  vgl.  Gonzc  a.  a.  0.  CLXU,  828  und 
Gerhard,  ges.  akad.  Abh.  Taf.  77. 

Zu  No.  565:  Publ.  von  Conze,  att,  Grab- 
reliefs CXCII,  935;  Karnell  im  Journ.  of  lielL 
stud.  1891,  p.  48,  b,  hg.  1. 

Zu  No.  566:  Eiue  entsprechende  Darstellung 
auf  einem  Sarkophagfragment  der  Villa  Albani: 
Winckelmann , mon.  ant.  inediti,  1767,  I,  29  «■= 
Donaueschingener  Ausgabe,  1835,  No.  29;  Text 
(Ausgabe  Eiselein,  Donaueschiugen)  VII,  356  f. 

Zu  No.  569—572:  v.  Duhn,  neue  Heidel- 
berger Jahrbücher  1896,  p.  46,  Anm.  87  -»  Vor- 
trag auf  der  Kölner  Philologen  - Versammlung 
, 1895. 


— -O 


PStrer'arb«  Hofbnchdrocfcanri  -Stephan  Geisel  k Co.  in  Alttnbarg. 


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nach  Auswahl  und  mit  Text 


PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG. 


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MÜNCHEN  1899. 

VERLAGSANSTALT  F.  BRUCKMANN  A.-G. 


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Diese  Publication  ist  nicht  dnrcli  die  Huclihandlungen,  weder  im  Abonnement 
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üruckmann  zn  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes 
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8 Blatt  im  Format  von  24  : HO  cm  zu  1 Mark 

25  „ „ „ 18:24  „ „ HO  l’fennigen 

245  „ „ „ 13:18,,  „ 50 

Die  zweite  Serie  (Nr.  270 — 578)  enthalt  300  Blatt  in  Cabinet formst  zu  50  Pfennigen. 

Die  dritte  Serie  (Nr.  570 — OOÖ)  enthält  322  Blatt  in  Cabinetformat  zu  50  Pfennigen. 

Die  vierte,  vorliegende  Serie  (Nr.  001 — 1200)  enthält  300  Blatt  in  Cabinetformat 
zu  50  Pfennigen. 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermftssigung  von  20*/«  ein,  sodass  die  beiden  ersten 
Serien  je  120  Mark,  die  dritte  Serie  128  Mark  80  Pfennige  nnd  jede  weitere  .Serie 
wieder  120  Mark  kostet. 


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Der  Umstand,  dass  das  sog.  Antiquarium  der  Münchner  Kgl.  Residenz 
dem  allgemeinen  Besuche  vollständig  verschlossen  ist,  veranlasst  uns,  die  in  dem- 
selben aufgestellte,  bisher  nur  litterarisch  bekannte  Sammlung  antiker  Sculpturen 
in  ihrem  gesummten  Bestände,  soweit  derselbe  überhaupt  Beachtung  verdient, 
mit  Einschluss  der  Porträts,  die  den  Hauptbestandteil  bilden,  zu  veröffentlichen. 
Wir  danken  Sr.  Kgl.  Hoheit  dem  Prinzregenten  Luitpold  von  Bayern  untorthänigst 
für  die  gnädige  Erlaubnis  zur  Herstellung  der,  durch  locale,  Verhältnisse  erschwerten, 
photographischen  Aufnahmen  sowie  zur  Publication,  dem  Kgl.  Oberst hofmeisterstab 
verbindlichst  für  die  liebenswürdige  und  nachsichtige  Unterstützung  der  zum  Teil 
umständlichen  und  störenden  Arbeiten  des  Photographen  und  des  studierenden 
Gelehrten.  S.  Kgl.  Hoheit  Prinz  Rupprecht  von  Bayern,  Ehrenmitglied  des  K.  d. 
archäol.  Institutes,  hat  uns  die  Veröffentlichung  der  in  AllerhUchstseinein  Besitze 
befindlichen  antiken  Sculpturen,  zu  denen  sich  seither  eine  Reihe  anderer  gesellt 
hat,  gnädigst  gestattet  und  uns  dadurch  zu  unterthänigem  Danke  verpflichtet. 
Gleichen  Dank  schulden  wir  den  Fürsten  Colonnu  und  Torlonia  in  Rom  sowie,  den 
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,M.  Gustave  Foug&res  iu  Lille. 

ln  Italien: 

Frl  H.  Hertz  iu  Rom. 

Frau  Mond  in  Rom. 


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Das  Abonnement  aufgegeben  haben  hingegen  die  Kgl.  Akademie  in 
Munster  i/W.  und  die  Bibliothfeque  de  l’Institut  national  in  Paris,  so  dass  die 
Gesammtzahl  unserer  Abonnenten  jetzt  46  beträgt. 

Durch  Abnahme  einzelner  Blätter  haben  uns  zu  Dank  verpflichtet: 

In  Amerika:  The  University  of  Chicago,  Chicago,  111. 

In  Braunschweig:  Frl.  Mathilde  Vierthaler. 

Herr  Prof.  Meier. 

In  Giessen:  Das  Kunst-,  Münzen- und  Autiken-Cabinet  der  Universität. 
In  Königsberg:  Herr  Gymnasialdirector  Prof.  Dr.  E.  Grosse. 

In  Weimar:  Herr  Hauptmann  von  Schoeler. 

In  Znaiin:  Herr  Prof.  J.  Wisnar. 


Von  Recensionen  ist  uns  die  freundliche  Besprechung  unserer  Publication 
durch  Lennart  Kjellberg  in  der  schwedischen  Zeitschrift  , Eranos“,  II,  app.  crit. 
fase.  I;  II,  p.  10  f.,  zu  Gesicht  gekommen.  Das  starke  Papier,  auf  welchem  die 
Blätter  der  vorigen  Serie  kopiert  worden  waren,  haben  wir  wieder  durch  das 
dünne  der  früheren  Serien  ersetzen  müssen,  das  sich  zwar  rollt,  aber  der  zahlreichen 
andern  Nachteile  des  starken  Papieres,  dass  sich  nicht  bewährt  hat,  entbehrt. 

Für  Serie  V und  VI  liegen  Aufnahmen  aus  folgenden  Sammlungen  bereits  vor: 


Spanien: 

Madrid,  Prado, 

Museo  arqueolögico, 
Kunstakademie, 

Sammlung  Alba. 

Escorial  (Codex  Escorialensis). 

Schloss  La  Granja  bei  Segovia. 

Sevilla,  Museum, 

Casa  de  Pilatos. 

Barcelona,  Museum. 

Kaxa  bei  Palma  auf  Mallorca, 
Sammlung  Despuig. 

Italien: 

Udine,  Sammlung  des  Seminario  nrcivi 
covile. 

Genua,  Pal.  reale, 

Pal.  bianco. 

Rom,  Pal.  Aldobrandini. 

Oesterreich : 

Trient,  Museum. 

Frankreich: 

Aix,  Museum. 

Nimes,  Museum. 


Griechenland: 

Corfü. 

Patras. 

Athen. 

Andros. 

Paros. 

Sparta. 

Türkei: 

Smyrna,  evangel.  Schule. 

Sammlung  Gaudin, 

Dänemark: 

K openhagen , Thorvald senmuseum . 

Deutschland: 
München,  Privatsammlungen, 
Kunsthandel. 

Mannheim,  Museum. 

Karlsruhe,  Museum. 

Sammlung  Erbach. 

Worms,  Sammlung  von  Heyl. 
Strassburg. 

Berlin,  Sammlung  Klügmann. 


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Herrn  Professor  J.  .T.  Bernoulli  in  Basel  sagen  wir  fllr  die  freundliche 
Beihilfe,  die  er  bei  der  Bestimmung  der  Porträts  in  der  Münchner  Residenz  uns 
geleistet  hat,  unsem  Mitarbeitern  aber  für  ihre  selbstlose  und  freundschaftliche 
Unterstützung  dieser  Publication  unsem  herzlichsten  Dank. 

München  und  Rom,  Oktober  1899. 


Paul  Arndt. 
Walther  Amelung. 


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Inhalt 


Nr,  !M)1  — - 906.  Sammlung  Sr.  Kgl.  Hüheit  lieg  Prinzen  Kupprecht  von  Bayern 
„ 907 — 1035.  Sammlung  iin  Antiiinarimn  der  Kgl.  Residenz  in  München 

„ 1 030 — 1047.  Münchner  Privatsauimlungeti 

„ 1048/49.  München,  Knngtakademie 

„ 1050 — 1057.  München,  Kunsthnndel 

„ 1058 — 1067.  Augsburg,  Maximiliansmuseuni 

„ 1068—1085.  Hannover,  Provincialmuseum 

„ 1086 — 1089.  Privatbesitz  am  Gardasee 

„ 1090—  1 120.  Korn,  Villa  Albani 

„ 1127 — 1166.  Rom,  Palazzo  Colouna 

„ 1167/68.  Kom.  Villa  Martiuori 

„ 1169—1173.  Rom,  Palazzo  Lazzeroni 

„ 1174/75.  Koni,  Hanca  nazionale 

„ 1176/77.  Koni,  Privatbesitz  (Mangauil 

„ 1178  — 1196.  Kom,  Kunsthandel 

„ 1197/98.  Neapel,  Privatbesitz 

„ 1199  1200.  Florenz,  Galleri  degli  Arazzi 

p.  56  bis  p.  68  Nachträge 


J’niil  Anult. 

Pani  Ariult. 

/•„ui  Ar/ult. 

Paul  Arndt. 

Paul  Ar  mit. 

Paul  Arndt. 

Ham  Graeven. 
Heinrich  Bulle. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Walther  Amelung. 
Paul  Herrmann, 
die  Herausgeber 
und  Amirre. 


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München. 

Kgl.  Hoheit  Prinz  Rupprecht. 

901  — 903.  W eib  lieh  es  Köpfchen.  I’ubl. 
von  Amelung,  Bull,  dclla  commiBsione  archeologica 
comunalc  1897,  p.  115  uuil  Fig.  4.  Hoch  0,185  m. 
Ziemlich  krystallinischer,  dem  panschen  ähnlicher 
Mannor.  In  Ägypten  erworben.  Der  Kopf  war 
nicht,  wie  man  zunächst  denken  konnte,  zum  Ein- 
setzen in  den  Uewandausschnitt  einer  Statuette 
gearbeitet.  Die  r.  Seite  des  scheinbaren  Brustaus- 
schnittes hat  Bruchttäche,  die  I.  hingegen  Schnitt, 
den  ich  für  antik  gehalten  habe.  Die,  ganz  unten 
grob  gepickte,  Rückseite  des  Kopfes  ist  unaus- 
geführt. Amelung  vermutet,  dass  ein  Schleier 
den  Kopf  bedeckte:  wahrscheinlich  mit  Recht, 
ubwold  keiuc  sicheren  Spuren  eines  solcheu  vor- 
handen sind.  Der  im  Stil  nächst  verwandte  Kopf 
von  Oizeh  in  Dresden  (Areb.  Anz.  1891,  p.  25) 
trug  ebenfalls  einen  Schleier  (Iber  dem  llinter- 
baupte.  Ob  der  Münchner  Kopf,  wie  jener  von 
(iizeh,  von  einem  Relief  stammt,  lässt  sich  nicht 
mit  Bestimmtheit  feststellen.  Dafür  spricht,  dass 
■lie  I.  Seite  bei  weitem  sorgfältiger  als  die  ver- 
nachlässigte r.  ausgearbeitet  ist ; auch  ist  nur  auf 
dieser  Seite,  wenn  gleich  sehr  flüchtig,  eine  liaar- 
biude  angedeutet. 

Obwohl  nicht  detailliert  und  fein  in  der  Arbeit, 
ist  der  Kopf  ein  besonders  charakteristisches  Bei- 
spiel für  die  Formenbehandlnng  der  hellenistischen 
Plastik  auf  ägyptischem  Boden.  Dieselbe  ver- 
mied präcisc  Begrenzungen  der  einzelnen  Formen, 
indem  sie  die  plastischen  Flächen  durch  weiche, 
verschwimmcnde  Uebergänge  verband,  ln  der 
Bildung  der  Augen  tritt  dieses,  dem  Sfumato 
der  Malerei  entsprechende,  Princip  am  Klarsten 
hervor.  Vgl.  Amelung  a.  a.  0.  — Ein  schönes 
Köpfchen  dieses  Stiles,  wohl  das  Porträt  eines 
hellenistischen  Fürsten,  hat  unlängst  die  Glyptothek 
Ny-Carlsberg  aus  Ägypten  erworben. 


904.  Weibliches  Köpfchen.  Hoch 
0,08  m.  Feiner  pariseber  Marmor.  In  Ägypten 
erworben.  Hinten  nicht  ausgeführt.  Der  Hals 
war  in  der  Mitte  gebrochen.  Zum  F, inlassen  in 
eine  Gewandstatuette  hergerichtet.  Rotbraune 
Farbspuren  au  Augen  und  Haar.  Feine  Arbeit.  — 
Nach  der  Bildung  der  sehmalen  Augen  mit  hoch- 
gezogenen  Mderu  zu  der  von  Amelung  p.  134  ff. 
zusammengestelltcn  Gruppe  ägyptisch-hellenisti- 
scher Bildwerke  gehörig. 

905.  KOpfchen  des  Serapis.  Hoch 0,12 in. 

I Grobkörniger  krystallinischer Marmor.  In  Ägypten 

erworben.  Untere  Hälfte  der  Nase  neu.  In  der 
Mitte  des  abgeplatteten  Oberkopfes  ein  Loch  für 
i den  Modius.  Die  Farbspuren  wohl  modern.  Sehr 
verwaschen.  — Wichtig  wegen  seiner  Herkunft; 
es  bleibt  zu  untersuchen,  wie  sich  der  Kopf  zu 
deu  anderen  aus  Alexandria  stammenden  Typen 
dos  Serapis  (Arch.  Anz.  1890,  p.  93)  verhält. 

906.  K ö p f c h e n d e s H e r a k I e s.  Hoch 
0,115  m.  In  Aegypten  erworben.  Sehr  feinkör- 
niger weisscr  Mannor.  Durch  Feuer  (?)  gefärbt 
und  zum  Teil  verslntert.  Hinten  und  oben  nicht 
ansgefilhrt.  Der  obere  Kopfabschiuss  ist  offen- 
bar als  dicke  Wulstbinde  gedacht:  vielleicht  war 
Herakles  als  Tnmkncr  dargestellt.  Ziemlich  rohe, 
aber  recht  ausdrucksvolle  Arbeit  hellenistischer 
oder  römischer  Zeit.  Besonders  charakteristisch 
die  einwärts  gekrümmte  Nase. 

Antiquarium  der  kgl.  Residenz. 

W.  von  Christ,  Beiträge  zur  Geschichte  der 
Antikensammlungeu  Müucheus  (Abhandlungen  der 
baver.  Akad.  der  W.,  Klasse  I,  Band  10,  Abtei- 
lung 2;  1865).  Paul  Arndt,  Zeitschrift  des 
Münchner  Altertumsvereins  1898,  p.  13  ff.  G.  B., 
Münchner  Allgemeine  Zeitung,  24.. iuli  1897,  No.  203. 
An  diesen  Orten  Näheres  über  Herkunft  und  Ge- 
schichte der  Sammlung.  Eine,  den  Zwecken  der 
vorliegenden  Pulilication  zunächst  ferner  stehende, 


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8 


MUnchon 


neue  Untersuchung  Uber  die  l’roven lenzen 
der  einzelnen  Stücke  des  Rcsidonzantiqiiariuuis  ist 
notwendig.  Unter  Anderem  muss  festgestellt 
werden,  ob  Alles  alter  liestaud  ist  oder  ob  auch 
zu  den  Zeiten  König  I.u  lwigs  1.  Werke  der  Samm- 
lung eingefUgt  worden  sind  (vgl  z.  II  Xo.  ltiOl 
und  die  iieinerkungcn  von  U.  von  Urliclis  in 
den  „Beitrügen  zur  Geschichte  der  Glyptothek“, 
p.  14).  — Die  Angabe  der  Krgünzungcn  begegnete 
mehrfach  Schwierigkeiten,  da  die  Stücke  zum  Teil 
arg  Qlierschmiert  sind  und  auch  sonst  in  üblem 
Zustand  sich  lielinden,  andrerseits  ihre  Ilcrrichtung 
und  Krgünzung  zurZeit  nicht  vorgenotumen  werden 
kann. 

suuiartarlo1*. 

907.  Weib  liehe  Statuette.  Hoch  0,505  tu. 
Hinten  angelegt.  Her  Kopf,  tler  aul'gcbuitdenes 
Haar  gehabt  haben  muss,  und  die  Arme  waren 
mit  Metallstiften,  wie  es  scheint  bereits  iui  Alter- 
tum, besonders  augesetzt,  (’ber  dem  Chiton  mit 
geknüpften  Ärmeln  der  gegürtete  Peplos  mit  Über- 
schlag; im  Rücken  fallt  ein  über  die  Oberarme 
gelegter  langer  Mantel  herab.  Uelicate,  wohl 
griechische  Arbeit.  In  den  Kreis  der  im  E-V  2711 
und  von  Amelung,  Führer  durch  die  Antiken  in 
Florenz  No.  196  besprochenen  Werke  gehörig  und, 
wie  diese,  eine  Schöpfung  der  zweiten  Hälfte  des 
5.  Jahrhunderts  vor  (Jhr.  Wahrscheinlich  stellte 
die  Münchner  Statuette  auch  Demeter  dar. 

908  912.  Statue  ei  uer  Sela  vi».  Abg.  im 
Prospect  zur  zweiten  Serie  der  Brtickuiannscheu 
„Denkmäler“  und  in  der  Zeitschrift  des  Münchner 
Altertumsvereins  1898,  p 14.  Hoch  0,99ui  Penteli- 
sclier,  stark  gebräunter  Marmor.  Neu:  die  unterste 
Spitze  der  Nase  und  der  r.  Unterarm  vom  Ellen- 
bogen bis  zur  Handwurzel  (die  Hand  antik).  Viele 
nicht  verglättete  Kaspelstriche.  - Das  beste  Stück 
der  Sammlung  Vortreffliche  attische  Decorat ions- 
arbeit, offenbar  Schmuck  eines  Grabes,  wie  die  der- 
selben Zeit  angehürigen  Statuen  von  Sclavinnen  in 
Berlin  (Katalog  No.  498  99)  und  Athen  E-V  621). 
Die  Gewandmotive  der  Münchner  Statue  erinnern 
sehr  an  die  praxitelische  Artemis  -Tyche  (Furt« 
wängler.  Meisterwerke,  Taf  XXIX);  man  möchte 
an  ein  Werk  aus  dein  weiteren  Schülerkreise  des 
Praxiteles  denken.  Die  Entstehung  der  .Statue  fällt 
ungefähr  in  das  Jahr  360.  Trotz  des  Mangels  der 
für  die  Sclavinnen  charakteristischen  langen  Ärmel 
erweist  meines  Erachtens  der  ungriechische  Kopf- 
typus,  «lass  eine  solche  gemeint  ist  (vgl.  Furt- 
wängler,  Sammlung  Sab  uro  ff,  Text  zu  Taf.  XV 
bis  XVII).  Das  kurzgeschnittene  Haar  ist  das 
Zeichen  der  Trauer. 


913  und  914.  Statue  eines  Satyr».  Hoch 
ca.  1,27  in.  Italischer  Marmor-  Die  untern  Partieen 
der  Statue  sind  mit  Ölfarbe  verschmiert,  Angabe 
«ler  Ergänzungen  daher  nicht  völlig  sicher.  Neu 
schienen  mir  die  Beine  von  den  Kniecn  abwärts  und 
«ler  Stamm,  ferner  der  r.  Unterarm  mit  der  Syrinx. 
Der  hinten  eingestemmtu  1.  Arm  ist  alt.  Der  Kopf, 
mit  Spitzohren  und  zwei  kleinen  Stirnimniern,  ist 
ungebrochen.  Ihn  bedeckt  ein  Fell,  «las  auf  der 
Brust  geknotet  und  als  Chlamys  um  «len  I.  Ober- 
t arm  geführt  ist  Glatte  Arbeit,  an  deren  Altertum 
wohl  nicht  zu  zweifeln  ist.  Nach  dem  Motiv  der 
gekreuzten  Beine  — vorausgesetzt,  «lass  die  Er- 
gänzung das  nichtige  getroffen  hat  — gehört 
die  Statue  frühestens  in  die  spiiter-praxitclische 
■ Epoche. 

915.  Statuette  des  Asklepios.  Hoch 0,53m. 
Neu:  Kopf,  r.  Schulter  mit  Arm  und  Hand  (von 
«ler  aber  antik«?  Spuren  vorhanden),  die  Ftiase  mit 
der  Plinthe,  «ler  untere  Teil  dt»  1.  herabfallenden 
Gewandes  mit  dem  Stamm,  auf  den  «laaselbe  auf- 
trifft Hinten  unausgeführt.  Gewöhnliche  Arbeit. 
Bis  auf  geringfügig«'  Abweichungen  Typus  der 
athenischen  Statuette  Athen.  Mitt-  «I.  Inst  1892, 
Taf.  II,  von  welcher  sieh  u.  a.  eine  Koplik  auch 
im  MUnchner  Antiquarium  der  neuen  Pinakothek 
heüudet  (Nr.  Gl 5). 

916.  Weibliche  Statue.  Hoch  ca.  1,10  ui 
ohne  die  Plinthe.  Neu  scheinen;  Kopf  (lleete  der 
Schulterlocken  antik),  Uuterarme  mit  Attributen, 

I Plinthe.  Von  sauberer  Arbeit  Der  iui  E-V  227 
! publicierten  Hygieia-Statue  des  Palazzo  Pitti  nächst 
1 verwandt,  vielleicht  sogar  nur  ©ine  durch  den 
Kopisten  uioditicierte  Replik  des  nämlichen  Typus. 
Vgl  auch  Berlin  No.  160.  4.  Jahrhundert. 

917.  Weibliche  Statuette.  Hoch  0,81  ui. 
Kopf  und  Arme  waren  mit  Metalldübeln  befestigt. 
Die  Vorderseite  ist  ganz  mit  Ölfarbe  übcrstricben: 
soweit  mau  erkennen  kann,  ist  der  Unterteil  der 
Figur  von  etwa  der  Mitte  der  Unterschenkel  au 
neu.  Audi  die  Rückseite  ist  ganz  gut  gearbeitet. 
Zeitlich  mit  der  im  E-V  735  publicierten  Statuette 
aus  Thera  Zusammengehen«!,  als«.»  wohl  3.  Jahr- 
hundert. Vgl.  auch  Reinach,  rvpertolre  II,  1,318, 10 
(aus  Pergamon). 

918.  Weibliche  Statue.  Hoch  ca.  1 in.  Neu 
sind  der  Kopf,  die  Unterarme,  die  Plinthe,  der  Löwe, 
kleine  Gewandflicken.  Vermutlich  ist  auch  der 
vordere  Teil  des  r.  Kusses  der  Frau  modern.  Dass 
das  r.  Bein  auch  früher  leicht  aufgestützt  war, 
geht  aus  der  Vorbeugung  des  Kuiees  hervor.  Am 
Gewände  I.  aussen  in  Kniehöhe  ein  Stützenrest, 

I welchem  unten  auf  der  Plinthe  ein  mit  dem  Ende 


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München.  D 


des  Gewandes  zusammenhängender  runder  Ansatz, 
etwa  das  Knde  einer  Fackel  oder  eines  Scepters, 
entspricht  Dieses  Attribut  wurde  offenbar  von  der 
Unken  inSchultcrhiihe  gefasst.  Reste  von  Schulter* 
locken.  Chlaina  auf  der  I.  Schulter  Geknüpfte 
Halbärmel.  Leidliche  Arbeit  — Krinnert  im  Ge 
wandnmtiv  an  diu  ludovisische  Statue  K-V  265 
(vgl.  auch  Nachträge  zu  Serie  III  unter  dieser 
No.),  mit  der  sie  den  Wechsel  von  drei  Arsen  und 
zwei  Thesen  im  Faltenarrangemcnt  der  unteren 
Gewandpartie  gemein  hat.  Darnach  woht  aus 
hellenistischer  Zeit,  wenngleich  das  Motiv  der 
Statue  — der  eine  Fuss  leicht  aufgestützt,  ein  Arm 
einen  Stab  hoch  fassend  — bereits  im  5.  Jahr- 
hundert beliebt  war. 

919.  Torso  einer  Artemisstatue.  Hoch 
ca.  0,61  m.  Hinten  der  Kocher.  R.  in  Kniehohe 
Rest  des  Stammes.  Stlltzenrcste  am  Wulst  der 
um  den  lajlb  geschlungenen  Chlaina  I.,  am  I.  Ober- 
schenkel au-sen,  am  Chilonüberfall  r.  aussen  in 
HUftcnhOhc.  Sorgfältige  harte  Arbeit.  Häufig 
wiederkehrender  Typus  wohl  des  4.  Jahrhunderts; 
vgl.  Clarac  671,  1210  II;  577,  1242  und  124:!; 
Kcinach,  repertoirc  311,  7;  314,  1,  5,  10;  317,  7. 

920.  Männliche  Statue.  Hoch  ca.  0,89  ui. 
Stark  überschmiert,  daher  Angabe  der  Krgän- 
zungen  schwierig.  Sicher  neu:  r.  Arm,  r.  Hein, 
I.  Unterbein.  Zugehörigkeit  des  Kopfes  i,mit 
HohrlOchern  im  Bart  und  Pupillenangabe  später 
Art)  zweifelhaft,  da  der  Hals  verschmiert.  Die 
Amphora  ist  alt.  Kbenso,  wie  es  scheint,  das 
Gewand  zwischen  den  Beinen.  Die  Arbeit  des 
Körpers  ist  ganz,  leidlich.  Die  nächstliegende 
Deutung  auf  den  trunkuen  Herakles  wird  durch 
die  Chlaina  statt  des  Felles  zweifelhaft  gemacht. 
Der  Kopf  trägt  keinen  ausgesprochenen  Herakles- 
charakter. An  Odysseus  zu  denken,  der  dem 
Polyphem  die  Schale  reicht,  verbietet  die  dem 
Typus  des  Odysseus  widersprechende  geringe 
Bekleidung  der  Figur,  der  mangelnde  Pilos  (vor- 
ausgesetzt, dass  der  Kopf  zugehört),  wohl  auch 
die  Amphora,  an  deren  Stelle  man  eiuen  Schlauch 
erwarten  würde. 

921.  Weibliche  Statue.  Hoch  ca.  1,19  m. 
Neu:  Kopf,  Unterarme  mit  Attributen,  viele 
Gewandtlicken.  Die  Kugel  unter  dem  (modernen) 
Ruder  ist  alt  und  hängt  mit  der  Plinthe  zu- 
sammen. Danach  dürfte  die  .Statue  wohl  richtig 
als  Fortuna  ergänzt  worden  sein.  Ganz  gute 
Arbeit  nach  einem  hellenistischen  Vorbild  von 
der  Art  der  Pariser  „Melpomeue“  (vgl.  .Arndt,  la 
Glyptothe«|ue  Ny-Carlaberg,  Text  zu  pl.  43,  note  4). 


922.  Weibliche  Statue.  Hoch  0,97  m.  Neu: 
i r.  Schulter  und  Arm  mit  Doppelflöte,  I.  Hand, 

FUsse,  Plinthe.  Das  ganze  r.  Bein  ist  mit  Ölfarbe 
überschmiert  und  vielleicht  auch  modern.  Der 
Kopf,  au  dem  die  Nase  neu,  scheint  nach  Stil  und 
Arbeit  zugehörig;  der  Halsbruch  ist  allerdings 
verschmiert.  Schlechte  Arbeit  nach  hellenistischem 
Vorbild. 

923.  Weibliche  Statue.  Hoch  ca.  1,10  m 
Neu:  I.  Hand,  Füsse,  Gewandteile.  Der  lorbeer- 
bekränzte Kopf,  dessen  Gesiebt  ganz  mit  Ölfarbe 
überstrichen  ist,  ist  antik,  aber  kaum  zugehörig, 
da  von  roherer  Arbeit  und  zu  gross  für  die  Figur. 
Der  Halsbruch  ist  verschmiert,  ebenso  der  oberste 
Teil  des  Gewandes  vorn:  doch  scheint  die  Queder 
nach  antikvn  Spuren  angegeben  zu  sein.  Am 
Beginn  des  I.  Oberschenkels  aussen  im  Gewand 
ein  Metallstift,  wohl  für  das  Attribut  der  Linken.  — 
Durch  die  vielen  unruhigen  (juerfältchcn  der  Ge- 
wandung unerfreulich  wirkendes,  aber  inter- 
essantes Originalwerk  pergamenischcr  Zeit 

924.  Weibliche  Statuette.  Hoch  0,57  m. 
Vorderseite  schlecht  erhalten.  Hinten  angelegt. 
Die  Inschrift  Yl’IA  auf  der  Plinthe  modern.  Der 
Kopf  war  zum  Kinsetzen  gearbeitet.  Der  r.  Unter- 
arm und  das  Gewand  darunter  waren  gebrochen, 
scheinen  aber  alt  Die  Figtir  verbreitert  sich 
nach  unten.  Querfältchen  in  der  untersten  Ge- 
wandpartie zwischen  den  Beinen  Frühestens 
Knde  des  4.  Jahrh 

925.  W ei  bliebe  Statue  Hoch  mit  Plinthe 
ca.  1,05  m.  Neu:  der  Kopf  Kbenso  scheint 
der  1.,  mehrfach  gebrochene,  Arm  ganz  modern; 
beim  r.  sind  vielleicht  nur  die  Finger  nen.  Die 
profilierte  Plinthe  scheint  trotz  mehrerer  Brüche 
im  Wesentlichen  alt  zu  sein.  Das  Ganze  ist  stark 
übergangen  und  nur  dos  Gewandmotives  wegen 
noch  von  Wert.  Dasselbe  erinnert  nämlich  stark 
an  dasjenige  der  Pariser  Statue,  die  Furtwängler 
(Meisterwerke  p.  652)  mit  grosser  Wahrschein- 
lichkeit auf  die  koische  Aphrodite  des  Praxiteles 

[ zurückgeführt  hat.  Vgl.  auch  Gaucklcr,  M usee 
de  t'herchel,  pl  XVI,  2 und  eine  Stele  aus  Sidon 
in  der  BibliothtV|tte  nationale  zu  Paris  (erster 
Treppenabsatz;  donnOe  par  M.  L.  Batissier  en 
1H47 1. 

926.  Stat  nette  der  Fortuna.  Hoch  0,53  m 
Kopf,  I.  Hand,  r Unterarm  waren  mit  Metalldübeln, 

I die  mir  antik  schienen,  angesetzt.  An  der  r.  Hüfte 
nach  vom  zn  im  Gewandbausch  ein  Loch  für  einen 
Metallslift,  der  mit  dem  Attribut  der  Rechten  hu  Zu- 
sammenhang gestanden  haben  wird.  — Gegürteter 
Chiton  mit  Überschlag : Mantel  Uber  die  Schultern 


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10 


München 


Im  Füllhorn  Trauben  uml  Äpfel.  Gewöhnliche 
Arbeit.  Wie  mich  Aiuelung  belehrt,  au»  praxi- 
telischer  Zeit  (Torso  aus  llalikarnas»  im  Ixiuvre, 
No.  2838;  Furtwängler,  griech  Originalstatuen  in 
Venedig,  p.  3U6). 

927.  Statuette  der  Aphrodite  von 
Aphrodiaias  in  Karicn.  Abguss  in  Berlin: 
F Hederichs- Wolters  1551;  dort  die  ältere  I.itte- 
ratur,  darunter  vor  Allein:  Jahn,  Entführung  der 
Europa  Taf.  VI,  p.  41  tl.  Ferner:  Fredrich,  Athen. 
Mitl.  d Inst.  1897,  p. 8G3,  E Hoch  0,915  m.  Neu: 
Kopf  und  Hals,  der  Stumpf  des  r.  rnteranu»,  das 
ganze  Unterteil  der  Figur  von  unterhalb  der  auf 
dem  Seewidder  reitenden  Frau  an;  Einzelheiten 
der  Relieffiguren.  — Aua  Rom  (Christ  a a.  O. 
p.  8G5).  Ober  die  Kleidung  der  Güttin  s.  Fre- 
drich a.  a 0.  p 3Bö.  Um  den  Hals  hat  sie  eine 
kranzähnliche  Kette.  Lias  scldlrzenartige,  engan- 
liegende Gewandstück,  das  sic  Uber  dem  Chiton 
tragt,  ist  auf  dem  Busen  mit  einem  tintenliach- 
ähuiicheu  Ornament  geschmückt,  unter  dem  sich 
ein  nach  unten  gekehrter  Halbmond  befindet  Her 
oberste  der  drei  Figurenstreifen  zeigt  zwischen 
zwei  Full  hörnern  die  Gruppe  der  drei  nackten  t ha- 
riten,  deren  äusscrete  jede  einen  Zweig  von  Ähren 
und  Früchten  zu  hallen  scheint ; der  zweite  Streif 
eine  nackte  stehende  Frau  „vclitieantcui  sua 
viste“  zwischen  den  Oberteilen  der  Selene  (mit 
Halbmond;  links  und  des  Helios  rechts;  an  diesen 
beiden  Figuren  sind  die  Gesichter  neu.  Das 
dritte  Feld  enthält  die  Darstellung  eines  von 
einem  Triton  geleiteten  Seewidder»,  auf  dem  eine 
Frau,  ebenfalls  mit  über  dem  Haupte  flatternden 
Schleier,  »itzt;  dahinter  ein  Uelphiu.  Seewidder 
und  Nereide  siud  zum  grössten  Teile  modern.  — 
Die  Statuette  ist  von  sauberer  Arbeit. 

II.  t:lD«-lkS|ire.*: 

928  und  929.  Altertümlicher  Kopf  aus 
l’orphyr.  Hoch  0,28  in.  Neu:  l.ippen  und 

Kinnpartie.  Die  Nase  ist  ganz  zerstört.  Auf 
der  llinlerseite  rauh  gepickt  Vermutlich  mit 
dem  bei  Christ  a.  a.  0.  p.  .'lliö  erwähnten  .Abgott 
aus  Porphyr  oder  rotem  Stein“  identisch  und 
dann  uui  IÖG7  in  Rom  erworben.  — Des  Mate- 
riales wegen  dachte  ich  zunächst  all  ägyptischen 
Ursprung  dieses  interessanten  Stückes,  den  in- 
dessen Prof.  Kriuan  in  Berlin  bestreitet.  Da  an 
eine  absichtliche  KeuaissaneefaLschuiig  kaum  zu 
denken  ist,  der  Kopf  auch  äusserlich  keine:  lei 

*1  Ui«  Hüsten  uml  HruHtutürke  dieser  Kiiu<‘lk«'|»(e 
sowie  der  Portriits  sind,  soweit  nicht  anders  bemerkt, 
»ituimtllch  modern. 


Merkmale  nicht-antiker  Entstehung  trägt,  so  wird 
man  ihn  wohl  dem  Bereiche  der  griechisch- 
römischen  Kunst  zuteilen  müssen.  Für  das  Ar* 
rangeinent  der  Frisur  wüsste*  ich  aus  archaischer 
Zeit  allerdings  nicht  gerade  dirccte  Parallelen  bei* 
zu  bringen.  Zu  dein  hohen  Diadem  vgl.  die  Tcrra- 
eotteu  der  Akropolis:  Juhrb.  d.  Inst.  1H93,  Ans. 
p.  140  ff.  (Winter).  Stilistisch  steht  der  Kopf  etwa 
auf  der  Stufe  de«  Apollon  von  Orchoincnoe,  mit  dem 
er  eine  gewisse  Hatte  Stillosigkcit  gemein  hat,  die 
freilich  auch  erst  durch  die  Hand  des  Kopisten 
hineingebraelit  worden  sein  kann.  Denn  römische 
Kopie  wird  der  Kopf . ■'eines  Materiales  wegen  sein: 
von  Verwendung  de»  Porphyrs  für  griechische 
Originalarbeiteu  ist  mir  kein  Beispiel  bekannt. 

930.  Archaisches  Köpfchen.  Hoch 
0,155  in.  Pentelischer  (?)  Marmor.  Offenbar  von 
einein  Hochrelief.  Porträt?  Erinnert  im  Stil  etwas 
an  den, allerdings »pätcrerZcit  angchörigen,  Porträt- 
kopf von  schwarzem  Granit  aus  Sammlung Saburoff 
in  Berlin  (No. 301);  Furtwängler,  SaiumlungSaburoff, 
Taf.  XLV),  der  „von  einer  der  griechischen  Inseln“ 
stammen  soll.  Flüchtig  gearbeitet. 

931.  J ugendlicher  Kopf.  Hoch  ca. 0,21  ui. 
Die  Nasenspitze  tut  l ein  »Stück  im  Hals  1.  neu. 
Das  Gesicht  ganz  geputzt  Die  Angabe  des 
Augensternes  wohl  antik;  das  laich  der  Pupille 
wird  mit  eiueui  »Stein  gefüllt  gewesen  sein.  Nur 
in  diesem  einen  Exemplar  vertretener  Typus  aus 
der  Mitte  des  »5.  Jahrhunderts,  zu  dem  ich  keine 
dirccten  stilistischen  Parallelen  kenne. 

932  und  933.  Bärtiger  Kopf.  Unteres 
! Bartende—  »Scheitel  ca.  0,42  ui.  Neu:  Hals,  Nase. 
Der  Bart  und  der  Lockenkran/,  hinten  ganz  über 
schmiert,  ihre  ehemalige  Form  unkenntlich.  Schnur- 
bart und  Lippen  sind  alt,  ebenso  die  Pupillcn- 
angabe.  Stirn  und  Wangen  dagegen  sind  ganz 
geputzt,  ihre  Formen  dabei  verändert  worden. 
Starke  Bohrerarbeit.  Das  Haar  ist  sehr  sorg- 
fältig im  Bronzestil  ausgeführt:  hinten  ist  cs  nicht 
ausgearbeitet.  Zeustypus  des  5.  vorchristlichen 
in  Ausführung  des  3.-  4.  christlichen  Jahrhuuderts? 

934.  Weiblicher  Kopf.  Von  Kinnspitzc 
Haaransatz  0,215  m hoch.  Abscheulicher  Er- 
haltungszustand. Neu:  Hals.  Kinn,  Lippen,  Nase. 
Da»  Ganze  mit  Ölfarbe  überschmiert.  Ober-  und 
linker  Seitenschädel  waren  besonders  angestückt; 
die  Schnittflächen  sind  roh  gepickt;  Dfthellöcher 
für  die  angesetzten  Teile  sind  nicht  vorhanden. 
Löcher  für  Ohrringe.  Von  jeher  gewöhnlichste 
Arbeit.  Nur  als  Typus  von  Interesse:  in  den 
Kreis  der  dem  Alkamene»  ziigewie^enen  weib- 
liclieu  Köpfe  gehörig. 


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München. 


11 


935.  Jünglings  köpf.  Hoch  0.23  m.  Neu: 
die  Nase.  Au  Kinn,  Unterlippe,  Brauen  geflickt. 
Schlecht  erhalten.  Da«  Haar  nur  skizziert  als 
Unterlage  für  Farbe.  Flüchtige  griechische  Arbeit 
vom  Endo  de«  5.  Jahrhundert«,  mit  Remiuisccnzen 
an  Myrnnisclies. 

936  und  937.  Weiblicher  Kopf.  Hoch 
£a.  0,30  ui.  Neu:  Nase,  Kinn,  die  freistehenden 
Schlcierteile.  An  Augen  und  Lippen  verschmiert. 
Neu  «ehr  wahrscheinlich  auch  da«  ganze  Diadem, 
so  da»«  der  Kopf  nicht«  andere«  als  eine  wenig 
getreue,  stilistisch  gelockerte  Replik  der  sog. 
Aspasiatypen  (Arndt,  la  glvptotheque  Ny-Carls- 
berg,  Text  p.  53)  «ein  dürfte.  Da«  Krhaltne  ist 
gut  und  sorgfältig  gearbeitet. 

938.  Weiblicher  Kopf.  Hoch  ca. 0,21  in. 
Pentelischer  (?)  Marmor.  Hals  und  Nasenspitze 
neu.  Der  hintere  Teil  des  Oberkopfe»  nur  ange- 
legt, der  llinterkopf  fehlt:  offenbar  von  einem 
Relief.  Gut  gearbeitetes  griechische»  Original  der 
zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrhundert«. 

939  und  940.  Kopf  der  Athene.  Hoch 
ea.  0,30  in.  Der  fehlende  llinterkopf  war  mittels 
eine«  Metallstifte«  angestückt;  glatte  Schnittfläche. 
Neu:  die  Nnseuspitze.  Über  dem  I Auge  ist  der 
Marmor  geplatzt.  Gute,  aber  etwas  leere  Arbeit.  — 
Replik  de«  K-V  433  34  besprochenen  Typus  (s.  auch 
die  Nachträge  zu  dieser  Serie . Besser  als  da« 
flaue  capitoliniache  Exemplar,  aber  der  vortreff- 
lichen, charaktervollen  Neapler  Replik  weit  nach- 
stehend. Ob,  wie  diese  beiden  Wiederholungen, 
auch  ehemals  Henne,  ist  ungewiss  Interessant  ist 
der  Vergleich  der  drei  Repliken*;  im  Detail  (s.  K-V 
a.  a ü.).  Der  Münchner  Kopf  wendet  »ich  etwa« 
zur  r.  Schulter,  der  Neapler  zur  I-,  der  capi- 
toliiiische  blickt  gradeatis.  Da»  Gorgoneiou  auf 
dem  Stirnschirm  ist  auf  den  beiden  italienischen 
Exemplaren  mit  hcruusgestrcckter  Zunge  gebildet,  I 
auf  dem  Münchner  nicht. ' Dem  Münchner  fehlt, 
wie  dem  capitolinischcn,  der  Helmbügel,  den  das 
Neapler  bat  Am  Münchner  Exemplar  ist  das  Unter- 
gesicht noch  voller  gebildet,  als  am  capitol'mischen. 
während  offenbar  einer  der  Hauptreize  dt?«  schöllen  I 
Originals  in  dem  feinen  Oval  des  Gesichte«  bestand, 
wie  es  uns  die  Neapolitaner  Wiederholung  aufbe- 
wahrt hat.  In  ähnlicher  Weise  differiert  die  Bil- 
dung der  Augen ; die  schmalen,  nicht  weit  geöff- 
neten Augen  des  Neapler  Kopfes  sind  höchst  wahr- 
scheinlich auch  dem  Originale  zu  eigen  gewesen. 
Auch  iin  Detail  der  Haarbchandlung  offenbaren 

•)  Eine  vierte  Replik,  in  Petworth  iMlchaeli*.  wicien» 
mwrlilr»  No  74;  Klein,  Praxiteles  p.  10  ),  ist  in  AliliiliiaDgen 
Uoefc  nicht  bekannt 


»ich  Unterschiede  ähnlicher  Art  — Einen  weib- 
lichen Kopf  nächatverwandten  Stiles,  leider  von 
schlechter  Arbeit  und  Erhaltung,  habe  ich  1HÜS 
aus  Sammlung  Dcspuig  auf  Mallorca  (wohl  Hübner 
781)  für  die  Glyptothek  Ny-Carlsborg  angekauft. 

941.  Weiblicher  Kopf.  Hoch  ea.  0,35  m. 
Neu:  Nase  und  r.  Teil  de«  Halse«,  dessen  1.  Teil 
»ammt  dem  Brustausschnitt  alt  ist.  Zum  Einsetzen 
in  eine  Gewandstatue  Im  Nacken  ist  das  HaAr 
in  einen  Schopf  gebunden.  Schläfenlöckchen.  (Jute, 
etwa«  nüchterne  Arbeit  — Dieser  schöne,  in  der 
Photographie  leider  nicht  rocht  zur  Geltung  kom- 
mende Kopf,  der  durch  die  Wendung  zur  Seite 
einen  besonders  frischen  und  lebendigen  Ausdruck 
gewinut,  dürfte  in  die  Wende  vom  5.  zuu)  4.  Jahr- 
hundert gehören.  DieSehtäfenlöckchen  fallen  wahr- 
scheinlich, da  sie  «ich  sonst  erst  in  etwa«  späterer 
Zeit  Anden,  dem  Kopisten  zur  Last. 

942und943  Kopf  der  Athene  Iloch0,35m. 
Neu:  Hai«,  Kinn,  Lippen,  Nase.  Auf  dem  Ileln» 
Flügelgreife;  in  der  Mitte  der  Bügel  für  den  Busch. 
An  dem  hässlichen  schiefen  Mund  trägt  der  Er- 
gänzer  Schuld  Wenn  die  Abbildung  nicht  trügt, 
Replik  vom  Kopfe  der  Statue  in  Jnce  Blundcll  Hall, 
die  Furtwängler,  Statuenkopien  I,  p.555  ff.,  Taf.  IV, 
veröffentlicht  und  behandelt  hat.  Da»  Antike  von 
nicht  übler  Arbeit.  Ende  de«  5.  Jahrhundert*. 

944  und  945  Weiblicher  Kopf.  Hoch 
0,25  m.  Schlecht  erhalten  und  überarbeitet  Neu  : 
die  Nasenspitze.  Löcher  für  Ohrringe  Die  Arbeit 
der  unberührten  Teile  ist  ziemlich  gut,  jedenfalls 
besser,  als  die  Photographie  es  vermuten  lässt.  In 
den  Kreis  der  sog.  Snpphotvpen  (Arndt,  griechische 
lind  römische  Porträte,  Text  zu  Taff.  141 — 50)  ge- 
hörig; oh  aber  auch,  wie  diese,  Porträt,  zweifel- 
haft wegen  der  starken  Überarbeitung.  lu»  andern 
Falle  etwa  eine  Aphrodite.  Um  die  Mitte  de« 
4.  Jahrhunderts  entstandener  Typus. 

946  und  947.  Weiblicher  Kopf.  Hoch 
0,25  m.  Neu:  die  Nase  An  Lippen  und  Kinn 
geschmiert.  Das  Ilinterhaar  ist  in  eine  auf  dem 
Scheitel  geknüpfte  Haube  gcbuudcii.  Davor  liegt 
ein  Lorbeerkranz.  Gewöhnliche  Arbeit,  — Replik 
des  der  vatieanischeu  Statue  der  Klio  (Musen- 
saal 505;  Geling1  281)  aufgesetzten  Kopfes.  Der- 
selbe ist  dort  nicht  zur  Statue  gehörig  und  kann 
(nach  Amolungs  Mitteilung)  »ein«*«  verschiedenen 
Marmors  wegen  überhaupt  von  keiner  Statue  der 
vatieanischeu  Gruppe  stammen.  Da  der  Typus 
indessen  in  Ausdruck,  Bekränzung,  Stil  durchaus 
zu  den  erhaltenen  Köpfen  der  praxltetlschen 
Musengruppe  stimmt  (vgl.  Amclung,  Basis  des 
Praxiteles  aus  Mantinea,  p.  31  ff.),  liegt  die  Ver- 


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München. 


mutung  nahe,  dass  er  zu  einer  der  in  anderen 
Museen  erhaltenen  praxiteüschen  Musen -Serien 
gehört 

948  und  949.  Jünglings  köpf.  Etwas 
u n ter lebensgross:  Kinn  — Scheitel  ca.  0,23  m.  Neu: 
Hals,  Nase.  Das  Ganze  leider  dick  mit  Ölfarbe 
überzogen,  so  dass  etwaige  weitere  Ergänzungen 
nicht  coustatierbar.  Gute,  etwas  flüchtige  Arbeit. 
Typus  etwa  von  der  Mitte  des  4.  Jahrhunderts, 
l'raxitelisehcin  nicht  fernstehend. 

950  und  951.  J Üugl ingskopf  von  einem 
grossen  attisch  en  G rabrelief  des  4.  Jahr h 
Hoch  ca.  0,30  m.  Neu:  die  Nase.  Stirn- und  Augen 
partien  mit  Ölfarbe  überscluniert  Infolge  dieser 
»Restaurationen*  ist  die  hervorragende  .Schönheit 
des  Kopfes  zur  Zeit  leider  kaum  geniessbar. 

952.  Weiblicher  Kopf  von  einem 
attischen  Grabrelief  des  4.  Jahrh.  Hoch 
ca.  0,28  in.  Sehr  schlecht  erhalten.  Neu:  Nase, 
Stücke  in  Stirn  und  Kinn,  Teile  des  Schleiers. 
Gute  Arbeit. 

953  und  954.  Ko pf  einer  Sei ayin.  Hoch 
0,25  m.  An  der  Nase  und  auf  der  I.  Wange 
geflickt,  sonst  gut  erhalten.  Der  Hinterkopf  war 
angcstückt:  zwei  Löcher  für  Metallstifte,  sowie 
zwei  verticale  Killen,  in  die  offenbar  die  Pro- 
minenzen des  Ansatzstückes  hineinpassten.  Flüch- 
tige attische  Arbeit.  Von  einer  Grabetatue  wie 
ilio  unter  No.  908—12  besprochenen  Werke,  und 
ans  der  nämlichen  Zeit. 

955  957.  J ii  n g 1 i n g s k o p f.  Abg.  iu  der 
Zeitschrift  des  Münchner  Altertumsvereins  1898, 
p.  15.  Hoch  von  Kinn  -Scheitel  ca.  0,30  m.  Neu: 
der  Hals.  An  Nase,  Kinn  und  Lippen  geschmiert. 
Hohrerarbeit  im  Haar  Athletenohren.  — Von 
der  Schönheit  dieser  trefflichen  Kopie,  die  neben 
der  Statue  der  Grabsclavin  (908—12)  das  beste 
Idealwerk  der  Sammlung  ist,  besonders  von  der 
vorzüglichen  Arbeit  und  Erhaltung  der  fleischigen 
Partieen,  giebt  die  Photographie  keine  genügende 
Vorstellung  Die  Stirn  ist  stark  bewegt,  über  dem 
Nasenansatz  zwei  ausdrucksvolle  Schwellungen. 
Die  düster  blickenden,  von  den  schwer  liber- 
hängenden  Lid  Wülsten  beschatteten  Augen  liegen 
tief  zurück.  Im  Stil  steht  der  Kopf  den  Werken  des 
Skopas  sehr  nahe.  Man  könnte  glauben,  sein  Pathos 
»ei  noch  heftiger  als  bol  jenen;  doch  mag  dies  auf 
die  Persönlichkeit  des  Dargestellten  — cs  ist  doch 
wohl  Herakles  gemeint  - und  auf  die  besondere 
Situation,  in  der  er  zu  denken  sein  wird,  zurück- 
zuführen  sein.  Repliken  des  Typus  sind  mir  nicht 
bekannt.  Es  ist  »ehr  zu  wünschen,  dass  der  Kopf 
gegossen  werde 


958  und  959.  Weiblicher  Kopf.  Hoch 
ca.  0,3ü  iu.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Hinten 
in  der  Verticale  bis  zum  Ende  de«  Halses  hinunter 
glatt  abgeschnitten.  In  der  Schnittfläche  vier  ziem- 
lich tiefe  Löcher,  davon  drei  ungefähr  von  Blei- 
stiftdicke,  das  vierte  etwas  breiter.  Es  scheint  nicht, 
als  sei  dies  eine  für  Anstückung  hergerichtete  An- 
satzfläche, Bondern  als  Bei  der  Kopf  zum  Aufsetzen 
auf  einen  Kcliefgrund  bestimmt  gewesen.  — Durch 
da»  Haar  läuft  ein  Band.  Auf  dem  Hinterhaupt 
der  Schleier.  Stirn-  und  Schläfenlöckchen.  Danach 
und  nach  der  Behandlung  des  Haares  gut  ge- 
arbeitetes Originalwerk  pergamenischen  Stils. 

960.  Jünglingskopf  mit  phrygischer 
Mütze.  Hoch  ca.  0,31  ra.  Sandstein.  Römische 
Pro vincialar beit  rohen  Charakters.  Eher  Attls  oder 
Mithra»  als  Paris. 

« . I'ortrftt». 

I.  Griechische. 

961  Unbekannter.  Neu:  Bruststück,  Nase 
und  r.  Braue.  Die  1.  Gesichtsseite  stark  gebräunt 
Reif  im  Haar.  Gute  und  sichere,  wenn  auch  nicht 
sehr  eingehende  Arbeit.  — Der  Kopf  steht  im  Aus- 
druck den  von  mir  in  den  »Gr.  und  röm.  Porträts“ 
Taf.  40 1 — 410  veröffentlichten  Köpfen  (zu  denen 
eine  weitere  Replik  in  Madrid,  Hübner  p.  164, 
No.  13,  gänzlich  geputzt,  aber  antik,  sich  gesellt) 
sehr  nahe;  ob  er  aber  ebenfalls  als  Replik  dieses 
Typus  zu  gelten  hat,  wage  ich  nicht  mit  Bestimmt- 
heit zu  entscheiden.  Auf  die  physiognomische 
Verwandtschaft  dieser  Köpfe  mit  dem  lateranen- 
sischen  Portrat  des  Sophokles  habe  ich  im  Text 
a.  a.  0.  hingewiesen.  Ihre  Entstehnngszeit  ist  un- 
gefähr das  zweite  Viertel  des  4.  Jahrh. 

962.  Sog.  Homer  („Apöllonios  von 
Tyana“).  Bruststück,  Nase  und  Kleinigkeiten 
neu  Das  Gesicht  ist  an  mehreren  Stellen  ver- 
schmiert. Schlecht  erhaltene,  ehemals  ganz  leidliche 
Replik  des  vonBernoulli  im  Jahrbuch  des  Inst.  1896, 
p.  164  ff.  besprochncn  Typus. 

963.  Kolossal  köpf  eines  Unbekann- 
ten. Gesichtslänge  ca.  0,36  ni.  Neu:  Bruststück, 
Hals,  Nase,  Oberlippe.  Der  schiefe  Mund  rührt 
von  der  Ergänzung  her.  Geputzt,  Gute  Arbeit. 
Im  Haar  kein  Reif.  Repliken  mir  nicht  bekannt 
Erste  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts. 

964.  Kopf  des  Sokrates.  Sitzt  auf  der 
Panzerstatue  No.  987  auf.  Nichts  ergänzt.  Die 
Pupillen  scheinen  alt,  darnach  etwa  aus  dem  3.  Jahr- 
hundert u.  Chr.  Gewöhnliche,  aber  ausdrucksvolle 
Arbeit.  Der  Kopf,  durch  die  hohe  Glatze  ausge- 
zeichnet, ist  von  edlerem,  weniger  ins  Hässliche 


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München. 


13 


verzerrten  Typus  als  die  Mehrzahl  der  anderen 
Bildnisse  des  Philosophen. 

965-  -67.  Sog.  Alkibiades  Ahn.  Inder 
Zeitschrift  des  Münchner  Altcrtumsvcreins  189h, 
p.  16.  Hoch  (vom  untern  Bartende  ab)  ca.  0,32  m. 
Neu:  ein  grosser  Teil  des  Halses,  ein  kleiner 
Flicken  auf  der  Stirnnritte.  Din  Nase  ist  intact; 
am  entern  Ende  vorn  r.  eine  Kleinigkeit  abge- 
splittert  Das  r.  Ohr  ist  geschwollen,  das  I.  nicht. 
Um  das  Haupt  ein  vorn  in  eine  Spitze  auslaufender 
Metallreif.  Vortreffliche  Arbeit.  Uber  Kepliken, 
Stil,  Benennung  s.  Arndt  in  der  Festschrift  für  W. 
Hel  big,  1899. 

968.  Unbek  annter.  Neu:  Hals,  1.  Braue. 
Gänzlich  mit  Ölfarbe  überschmiert.  Gewöhnliche 
Arbeit.  Dem  Aschincs  (Arudt,  gr.  und  röm. 
Porträts,  Taff,  116—120)  physiognomisch  ver- 
wandt und  wohl  in  dessen  Zeit  gehörig. 

969.  Unbekannter.  Abg  in  der  Zeitschrift 
des  Münchner  Altcrtumsvercins  1898,  p.  17.  Ganz 
intact.  Etwas  verwaschen  (nicht  geputzt).  Vortreff- 
lich. Wohl  bereits  xweite  Hälfte  des  4.  Jalirh. 

970.  Unbekannter.  Neu:  Nase,  Brauen, 
Hals.  Auf  der  Mitte  des  Oberecliädels  eine  cpia- 
drate,  nach  allen  Dimensionen  hin  0,06—0,07  m 
messende  Eintiefung.  Schlechte  Arbeit.  Dem  in  , 
den  .Griechischen  und  römischen  Porträts“  Tafel 
366/86  abgebildeten  Typus  verwandt.  Wohl  aus 
dem  Beginn  der  hellenistischen  Zeit. 

971.  Unbekannter.  Neu:  Nase  und  Ober-  ! 
lippe.  Die  1.  Selto  des  Schädels  ist  mit  Ölfarbe 
Uberschmiert.  Das  r.  Profil  gut  erhalten.  Weit 
gcöfTnete  Augen,  stark  bewegte  Stirn.  Gute  Arbeit. 
Schwer  zn  datieren;  schwerlich  vor  dem  Ende  des 
4.  Jahrhunderts  v.  Chr. 

972.  Unbekannter.  Sehr  schlecht  erhalten. 
Neu:  Nase,  I.ippcnteile,  1.  Braue,  der  ganze  Hinter- 
kopf in  der  Verticalc  mit  dem  I.  Ohr,  die  Haar- 
partie über  der  Stirnmitte.  Das  Antike  ist  von 
guter  Arbeit.  Etwa  aus  dem  4.  Jahrhundert  v.  Uhr. 

973.  Unbekannter.  Marmor.  Der  ganze 
Kopf  ist,  um  den  Eindruck  einer  Bronze  zu  er- 
wecken, mit  schwarzer  Ölfarbe  überzogen.  An- 
gabe der  Ergänzungen  deshalb  nicht  möglich;  mit 
Sicherheit  sieht  man  nur,  dass  die  Nase  neu  ist. 
Athletenohrcn.  Zweite  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts 
v.  Uhr. 

974.  Epikur.  Nase  und  Uppen  abscheulich 
ergänzt.  Stark  verwaschen.  Gewöhnliche  Arbeit. 

975  und  976.  Unbekannter.  Neu:  Hals, 
Kinn,  Uppen,  Unterteil  der  Nase.  Das  Gesicht 
ist  (wodurch?)  dunkelbraun  gefärbt.  Runde  wul- 
stige Reifbinde  im  Haar;  ob  hinten  geknüpft,  ist 


nicht  zn  sehen,  da  diese  Partie  ergänzt  Sorg- 
fältige Arbeit  ungefähr  lysippischer  Zeit;  kaum 
Idealtypns,  sondern  wohl  sicher  Porträt,  vermut- 
lich eines  Diadochen  au*  der  Zeit  kurz  nach 
Alexander. 

977  und  978.  Kol  ossalkopf  eines  Dia- 
dochen. Hoch  vom  Beginn  des  Hai««  bis  znm 
Scheitel  ca.  0,39  m.  Neu:  Nase  und  Oberlippe. 
An  Unterlippe  und  Kinn  geflickt.  Ober-  und 
Hinterkopf  sind  rauh  gepickt  Breite  Binde  im 
Haar;  ob  als  hinten  geknüpft  zu  denken,  unge- 
wiss, da  diese  Partie  nicht  ausgeffihrt.  Flott,  in 
groben  Zügen  gearbeitetes  Original  3 —2.  Jahih 
v.  Uhr.  Eine  gewisse  Ähnlichkeit  scheint  mit  den 
Zügen  der  makedonischen  Könige  Philipp  V.  und 
Perseus  zu  bestehen  (Inihoof-lllumer,  Porträts  auf 
; griechischen  Münzen,  Taf.  IV,  10—13). 

979  und  980.  Unbekannter.  Neu:  Nase, 
Kinn,  Flicken  auf  r.  Wange,  Ohren.  Sonst  gut 
erhalten.  Vortreffliche  Arbeit 

981.  Unbekannter.  Intact  bis  auf  das 
r.  Ohr.  I.eicht  geputzt.  Massige  Anwendung  des 
Bohrers  im  Barthaar.  Von  besserer  Arbeit  als 
die  Photographie  vermuten  lässt. 

982.  Unbekannter.  Nase,  I.ippen,  Kinn 
überschmiert:  wieviel  darunter  antik?  Das  I.  Ohr 
ergänzt  I.eicht  geputzt  Gute  Arbeit. 

983.  Unbekannter.  Hals  und  Hinter- 
kopf neu.  Nase  .alt.  Backen-  und  leichter 
Schnurbart. 

Die  vier  letzten  Porträts,  979—983,  die  in 
Gesiclitsausdruck  wie  in  Haar-  und  Bartschnitt 
gewisse  gemeinsame  Züge  anfweism,  habe  ich 
zwischen  die  griechischen  und  die  römischen  Bild- 
nisse der  Sammlung  cingeordnet,  weil  ich  nicht 
sicher  bin,  weder  welcher  der  beiden  Nationali- 
täten die  Dargestclltcn  angehören,  noch  in  welcher 
Zeit  sie  gelebt  halten.  Zu  römischen  Physiognomien 
haben  die  Köpfe  keinen  entschiedenen  Bezug. 
Man  könnte  hei  983  au  Entstehung  in  othonischcr 
Zeit  wegen  des  für  die  Porträts  dieser  Periode 
charakteristischen  trepponartig  abgestuften  Haupt- 
haares denken:  doch  macht  der  Vollhart  diese 
Einreihung  wieder  unwahrscheinlich.  Bei  981  ist 
im  Barthaar  der  Bohrer  leicht  verwendet;  doch 
ist  die  Physiognomie  von  Hadrianisehein  zn  sehr 
verschieden,  um  wegen  dieses  technischen  Details, 
dessen  Gebrauch  wir  bisher  vielleicht  zu  streng 
zeitlich  zu  fixieren  suchen,  den  Kopf  bis  in  jene 
Periode  hinunterzurüeken.  Die.  nächste  Parallele 
zu  den  vier  Porträt»,  besonders  zu  dem  sehr 
schönen  Kopfe  979  80,  bietet,  wie  mir  sebeint, 
die  aus  Smyrna  stammende,  um  1700  gefundene 


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14 


München 


Büste  den  M.  Mod  ins  Aslaticus  im  Pariser  Cabinet  de** 
mcdnillcs  (Visconti,  Icon. grecqtie,  1824,  pl.  XXXIII, 
p 395  tT. ; Babeloii,  cahiuet  des  anftqu«*«  ä la  Hiblio- 
tliöque  nationale,  pl.  XXVIII).* » Dieselbe  ist,  nach 
dem  Buchstabencharakter  ihrer  Inschrift  zu  urteilen, 
im  1.  «Jahrhundert  n.  Ohr.  entstanden.  Wir  Hütten 
danach  in  den  Münchner  Köpfen  ebenfalls  Griechen 
dieser  Zeit  zu  erkennen  Ks  ist  merkwürdig,  dass 
sich  vier  ursprünglich  gewiss  nicht  zusammen* 
gehörige  Exemplare  dieser  seltenen  Porträtgattung 
in  München  zusammengefunden  haben.  Als  weitere 
Beispiele  derselben  seien  u.  A.  genannt  die  Köpfe 
in  Athen,  Nationalmuseum  372,  und  Neapel:  „Gr. 
ii.  röni.  Portr&te“,  Taft".  447/48. 

II.  Römische. 

984-986.  Pa  nzerstatue.  Hoch  ca.  2 m. 
Neu:  Arme  und  Beine.  An  den  unteren  Teilen 
des  Panzers  viel  geschmiert.  Die  Zugehörigkeit 
des  Kopfes,  au  dem  Nase,  Kinn,  Ohren  und  mehrere 
Flicken  neu  sind,  ist  nicht  erweisbar,  «la  am  Halse 
alles  verschmiert  ist.  — Interessant  Ist  die  Relief- 
darstelluug  des  Panzers:  ein  nackter,  aehildbc- 
waffneler  Krieger  stösst  (wie  es  scheint)  mit  der 
liechten  sein  Schwert  in  «len  Kopf  eine«  vor  ihm 
iiiedergestürztenKtmtanren,  «ler  dasselbe  mit  beid«m 
Händen  abwehrt.  Den  1.  Kuss  stemmt  der  Krieger 
dem  Kentauren  gegen  die  Brust  Was  man  r.  neben 
dein  Kentauren  sieht,  ist  der  Zipfel  der  durchge- 
steckten  Fehlbinde,  was  über  dem  Haupt«*  des 
Kriegers  erscheint,  der  weggebrochene  Medusen- 
kopf des  Panzers.  Eine  Wiederholung  di«*»«*«  Panzer- 
schmuckes  findet  sich  auf  einem  hei  lteinach,  reper- 
t«>irc  II,  2,  586,  3 abgebildeten  Fragment  einer 
Iroperatorcustatue  auf  Tenos.  Vielleicht  stammt 
auch  «las  Münchner  Stück  aus  dem  griechischen 
Osten.  — Der  aufgesetzt«;  Kopf  ist  ein  schönes, 
geistvolles  Port  ritt  eines  Körners  vom  Ende  «ler 
Republik  oder  Anfang  der  Kaiserzeit 

987.  Pa  nzerstatue.  Hoch  ca.  2 ui.  Neu: 
Arme  und  Beine  und  das  Paludainentiim  auf  der 
I.  Schulter.  Der  nicht  zugehörige  Sokrateskopf  ist 
unter  No.  964  abgebildet.  Die  Statue  ist  sehr  schlecht 
erhalten.  Auf  dem  Panzer  ein  Thymiaterion  zwischen 
Nemden  auf  Seepferden,  unter  denen  Delphine. 
Vgl.  von  Rhoden,  Bonner  Studien,  Taf.  I,  1; 
p.  16  f,  und  Warwick  Wrotli,  Joura  «»f  hell 
»tudies  VII,  1887,  p.  134. 

988.  Männliche  Ge  w an  data  tue.  Hoch 
ca.  1,19  ui.  Vor  gründlicher  Reinigung  der  «Statue 

•)  H«ruoulll  verdächtigt  In  brieflicher  Mitteilung; 

die  Echtheit  dieser  büate;  ich  aelbat  hibe  *le  bisher 
uur  flüchtig  gesehen.  nicht  K**naucr  untersucht. 


| sind  ihre  Ergänzungen  schwer  zu  eonstatieren. 
Neu  scheinen  die  ans  dem ( Je wände  heraustretenden 
(Jliterbeine  »ammt  Füssen  und  Plintlie,  der  unterst«* 
Te‘l  des  r.  Unterarm»  mit  Hand.  Der  Kopf,  an 
I dem  Kinn  und  halbe  Nase  neu,  war  vom  Körper 
getrennt,  die  Bruchstelle  iat  verschmiert;  Bohrer- 
arbeit im  Haar:  es  ist  »ehr  wahrscheinlich,  dass 
er  modern  iat. 

Ich  fürchte,  dies«*  Stück  hier  an  falscher  Stelle 
eingereiht  zu  haben,  durch  «len  römischen  Aus- 
druck des  Kopfes,  den  ich  anfangs  für  antik  hielt, 
irregeführt.  Aber  das  Gewand  hat  mit  Römischem 
Nichts  zu  thiin.  Die  Bekleidung  des  Oberkörpers 
legt  nahe,  an  einen  Serapis  zu  denken,  der  in 
ähnlicher  Bildung  vorkommt  (z.  B E-V  56 \ Der  Stil 
der  Gewandung  webt  auf  das  4.  Jahrhundert  v.  Chr. 

989.  Porträtkopf  von  einem  Relief.  Hoch 
0,22  m,  soweit  antik.  Neu:  die  Nasenspitze.  Hinten 
derReliefgrtind;  der  Kopf  wurde  de  face  gesehen.  — 
Auch  dieses  Stück  wäre  es  richtiger  gewesen  an 
früherer  Stelle  unterzubringen:  dem  phyniogiiotni- 
, sehen  Ausdruck  nach  stammt  «*s  eher  von  einem 
s|&t  griechischen  Grabrelief  in  «l**r  Art  derer  von 
Rheneia,  als  von  einem  römischen  Monument.  Man 
vgl  z B.  die  athenische  Stele  aus  Rheneia  Sy  bei  546 
(Phot.  Athanasios  Koiistautinou  61,  14  oder  41 
und  dasGrabrclief  des’.-M&ordpo; *Aiesurt\ttov  Mulf 
aioi  in  Athen  (Phot.  Athanasios  Konslantinou  61,84). 

990  und  991.  Un bekannter.  Neu:  Nase  und 
r.Ohr.  An  Kinn, Oberlippe.  Brauen, Kand des  1. Ohres 
ist  geflickt.  Hinter-  und  Oberkopf  sitzen  mit  einem 
quer  rundum  gehenden  Schnitt  an,  machen  indessen 
durchaus  antiken  Eindruck,  so  dass  alte  Austück* 
uiig  vorzuliegcn  scheint.  Das  nackte  Bruststück 
ist  alt.  — Dieser  vortrefliieh  gearbeitete  Kopf  ist 
so  eigenartig,  dass  man  zunächst  an  ein  Renaissance* 
werk  von  der  Art  de»  Niccolö  da  Fzzano  denken 
könnte.  Ich  kenne  für  den  langen,  schmalen  Hals, 
die  starke  Kopf  Wendung,  den  unnatürlich  weit  aus- 
ladenden Hinterkopf  keine  schlagenden  Analogien 
unter  «len  römischen  Porträte.  Aber  der  Kopf  ist 
sicher  antik,  ungefähr  aus  den  Ictzteu  Zeiten  der 
Republik. 

992  Unbekannter.  Hals,  untere  Hälfte 
der  Nase,  1.  Braue  neu.  Im  Auge  ein  leicht  ein* 
gerissener  Kreis.  Nackenhaar.  Hervorragend  vor- 
zügliche, scharfe  Arbeit,  vom  Ende  der  Republik. 

993  Unbekannter  Neu:  der  Hals.  Die 
Nase  ist  überschmiert;  jedenfalls  neu  ist  au  ihr 
die  Spitz«*.  Ober-  und  Hinterkopf  sind  nur  an- 
gelegt. Die  Pupille  ist  als  ganz  leicht  eingehohrte 
Vertiefung  gegeben.  Das  Fleisch  leicht  ge- 
glättet. Grosse  Ohren.  Nackenhaare.  Ebenfalls 


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München.  15 


ein  treffliches  Porträt  aus  den  letzten  Zeiten  der 
Republik. 

994-  Unbekannter.  Die  äußerste  Nasen- 
spitze neu,  sonst  intact.  I)aa  Fleisch  geputzt, 
das  Haar  unberührt.  Eines  der  großartigsten 
überhaupt  existierenden  Republikanerbildnisse ! 
Man  beachte  den  von  Runzeln  zerfurchten  Hals, 
den  dicken  Ilautwulst  im  Nacken,  den  herab- 
gezogenen  Mund,  die  schiefgewaohsene  Nase,  die 
colossalen  Ohren,  und  zu  allem  Dem  die  gemeine 
Geizhalsphysiognoiiiie.  Es  giebt  wenig  römische 
Porträts,  die  sich  diesem  Meisterstück  zur  Seite 
stellen  dürfen! 

995.  Unbekannter.  Hals  und  Ohren  neu, 
sonst  ganz  intact,  auch  die  Nase.  Das  Fleisch 
ist  geputzt;  das  Haar  hingegen,  in  dem  noch  zahl- 
reiche Farbspuren  in  vortrefflicher  Erhaltung, 
unberührt.  Als  Unterlage  der  Färbung  diente 
Rotbraun,  als  Deckfarbe  Gold.  Nackenhaar.  Vor- 
treffliche Arbeit,  wohl  vom  Beginn  der  Kaiserzeit. 

996.  Unbekannter.  Neu:  die  Nase.  Hinten 
und  oben  nur  angelegt.  Ende  der  Republik  oder 
Anfang  der  Kaiserzeit.  In  der  mürben  Behand- 
lung der  Haut  dem  Neapler  Kopf  Inv.  No.  6243 
verwandt. 

997.  Unbekannter.  Nen:  Xa-e,  Teile  des 
Kinns,  Brauen,  Ohren  Ausdrucksvolle  Arbeit, 
ebenfalls  etwa  aus  der  Übergangszeit  von  Republik 
zu  Monarchie. 

998  Unbekannter.  Neu:  die  Ohren  und 
Flicken  auf  der  Stirn  Die  Nase  intact.  Der 
Marmor  ist  rötlich-gelb  gefärbt.  Nackenhaar  Aus- 
gezeichnetes Porträt,  etwa  eiceronianisclier  Zeit. 

999.  Unbekannter.  Nasenspitze  und  Ohren- 
teile neu,  sonst  intact  Da  der  Marmor  ähnlich 
wie  an  998  gefärbt  ist,  die  Stücke  ausserdem  in 
Grösse,  Stil,  Vortrefflichkeit  der  Arbeit  sich  ent- 
sprechen, liegt  die  Vermutung  nahe,  dass  sie  als 
Pendants  gearbeitet  waren.  Etwa  vornehme  Be- 
amte an  Augustus’  Hofe 

1000  und  1001  Caesar.  Neu:  Nase,  Kinn, 
Telle  von  Brauen  und  Ohren,  wohl  auch  das 
unterste  Stück  des  Halses.  Geputzt.  Der  Kopf 
stand  ehemals,  auf  moderner  Büste,  in  der  sog. 
Josephskapelle  der  kgl.  Residenz,  von  wo  er  jetzt 
in  das  Antiquarium  übertragen  worden  ist.  Er 
scheint  danach  nicht  zum  alten  Bestände  dieser 
Sammlung  zu  gehören.  Sollte  er  identisch  »ein  mit 
dem  von  L Urliclis,  Die  Glyptothek  etc.  (1867). 
p.  56  erwähnten  «ganz  vortrefflichen  Caesar“,  den 
Urliclis  unter  dem  Bestände  der  Glyptothek  nicht 
auffinden  konnte?  Derselbe  war  1815  vom  da- 
maligen Kronprinzen  Ludwig  in  Wien  angekauft 


worden.  Vgl.  L.  von  Urlichs,  Beiträge  zur  Ge- 
schichte der  Glyptothek,  1889,  p.  14.  Das  Stück 
ist  in  der  That  ganz  vortrefflich,  eine«  der  besten 
uns  erhaltenen  Porträts  des  Uaesar.  Die  Richtig- 
keit der  Zusammenstellung  dieses  mit  den  übrigen 
auf  Caesar  gedeuteten  Bildnissen  unterliegt  meines 
Erachtens  keinem  Zweifel.  Vgl.  Arndt,  Gr.  und 
röni.  Porträts,  Taf  261 — 270. 

1002.  Octavianus  Die  Nase,  die  die  ge- 
bogene Form  zeigt,  die  z.  B.  auch  das  Florentiner 
August usportiät  hat  (Arndt,  Gr.  und  rötn.  Porträts, 
Taf.  244),  ist,  soweit  erhalten,  leicht  mit  Ölfarbe 
Ubersclimiert;  sonst  ist  der  Kopf  intact.  Sehr  feine 
Arbeit.  — Augustus  ist  hier  im  jugendlichen  Alter 
von  etwa  20  .Jahren  dargestellt.  Der  Typus  steht 
in  der  Mitte  zwischen  dem  Knabenporträt  derSala 
de’  bnsü  (Arndt  a.  a.  O.,  Taff.  241/42)  und  den 
Darstellungen  des  reiferen  Mannesalters  (ebenda 
Taff.  243  —250).  Porträts  au»  dieser  Lebensperiode 
des  Augustus,  bevor  er  zu  grösserer  Berühmtheit 
gelangte,  sind  begreiflicherweise  selten  (vgl.  Ber- 
noiilli,  Körn.  Ikonographie  II,  1,  p.62  ff'.,  zu  dessen 
Liste  ich  bemerke,  dass  der  Kopf  der  Sammlung 
Dcspnig  auf  Mallorca,  Hübner  717,  jetzt  im  Be- 
sitz von  E.  P.  Warren,  ein  ganz  ausgezeichnetes 
Werk,  sowie  die  beiden  Köpfe  der  Caaa  de  Pilato» 
in  Sevilla,  Hübner  890  und  891,  «len  Fürsten  im 
reiferen  Alter  von  30—40  Jahren  darstelleu.  Die 
Büste  beim  Marques  de  (’ampofranco  in  Palma  auf 
Mallorea,  Hübner  p.  292;  Bcruoulli  a.  a.  0.  p.  40, 
No.  71,  habe  ich  leider  nicht  zu  Gesicht  bekommen). 

1003.  Drusus  rainor?  Neu:  Hals,  Nase, 
Flicken  an  Oberlippe  etc.  Das  Fleisch  ist  geputzt. 
Nackenhaar.  — Die  Benennung  entbehrt  vollstän- 
diger Sicherheit.  Der  Vergleich  mit  den  Münzen 
(Bcruoulli  a.  a.  0.  11,1,  Taf.  XXXIII,  2-4)  und 
mit  zweifellosen  plastischen  Darstellungen  des 
Drusus  minor,  wie  dem  Kopfe  derSainmlung  Jacob- 
son (Arndt  a.  a-  0.  Taf.  17  und  18)  und  dem- 
jenigen des  Museo  arqiicolögico  in  Madrid  (Inv. 
2731;  aus  Sammlung  Salamanca,  in  Rom  gefunden; 
Phot  für  Serie  V'  liegt  vor;  Bcruoulli  p 201, 
Fig.  35,  No.  3),  zeigt  grosse  physiognomische  Ver- 
wandtschaft im  Allgemeinen,  in  Einzelheiten,  wie 
der  Bildung  von  Kinn  und  Mund  und  den  schläf- 
rigen Augen,  aber  Abweichungen,  die  allerdings 
vielleicht  nur  der  Hand  des  ziemlich  flauen  Ver- 
fertigers der  Büste  zuzuschreiben  sind.  Dass  ein 
Prinz  de*  inlischen  Hauses,  oder,  noch  präciser, 
aus  der  Familie  des  Tiberius  gemeint  sei,  ist  mir 
auf  jeden  Fall  wahrscheinlich. 

1004.  Unbekannter.  Ergänzt:  der  Hinter- 
kopf, das  r.  Ohr,  der  grösste  Teil  der  Nase,  die 


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München. 


1<> 


Kinnpartie,  Flicken  am  Haar  vorn  und  an  der  1. 
Braue  Das  Antike  fein  lind  lebendig.  Aus  der 
iiiliHcli'clauilisclien  Epoche. 

1005.  Unbekannter.  Der  Hals  ist  neu, Honst 
ist  der  Kopf  gänzlich  intact.  Das  Fleisch  ist  etwas 
geputzt.  Nackenhaar.  Harte  Arbeit.  Etwa  Mitte 
des  t.  Jahrhunderts  n.  Chr. 

1006.  Unbekannte.  Neu:  Nasenspitze  und 
Lippen.  Die  feine  Arbeit  dieses  schönen  Kopfes 
kommt  auf  der  Photographie  leider  nicht  genügend 
zur  Geltung.  Die  Frisur  ist  die  der  Frauen  des 
iulisch-claudisehen  Zeitalters,  die  hinten  geknüpfte 
und  zu  beiden  Seiten  des  Haarknoteos  hcrabfallendc 
Binde  erinnert  an  die  Königsbinden  der  Diadochcn- 
zeit  lind  scheint  «lic  Dargestellte  als  Fürstin  zu 
bezeichnen  Wer  gemeint  ist,  bleibt  zu  untersuchen. 

1007.  Unbekannte.  Neu:  Hals,  Nase,  Flicken 
im  Kinn  Die  Frisur  ist  im  Wesentlichen  diejenige 
der  Fulvia  und  der  Oetavia,  der  beiden  Gattinnen 
des  Mare  Anton  (Bcrnotilli,  Köm.  Ikonographie  I, 
Münztafel  IV,  92;  11,  I,  Taf.  XXXII,  14;  linhoof- 
Blumer,  Porträtköpfe  auf  röm.  Münzen,  Taf  1,6; 
Helbig,  Osservazioni  sopra  i ritratti  di  Fulvia  e 
di  Ottavia,  Monum.  anticlii  dei  Lincei  1891,  tav  II  ), 
in  deren  Zeit  die  Dargestellte  gelebt  hat. 

1008  Knabenkopf.  Neu:  Hals  und  Nasen- 
spitze; am  Kinn  geflickt.  Sehr  gute  Arbeit  Nach 
seinem  physiognomischen  Ausdruck  aus  neronischer 
Zeit. 

1 009.  U li  b e k a n n te  r.  Sehr  schlecht  erhalten 
Neu:  Nase  und  Hals.  An  Brauen,  Lippen,  Kinn 
und  Wangen  viel  geflickt.  Aus  flavischer  Zeit. 
Vielleicht  dieselbe  Persönlichkeit  ist  mit  einem 
Kopfe  des  Museo  Torlonia,  No.  313  der  Lichtdruck- 
publication,  gemeint,  welcher  die  dionysische  Stirn- 
binde  und  Wem(?)laub  im  Haar  trägt 

1010.  Unbekannte.  Neu:  Hals,  Lippen, 
Nase.  Die  Frisur  ist  die  bekannte  der  flavischen 
Zeit:  von  den  sechs  Löckchenreiheu  vorn  sind 
die  fünf  obersten,  offenbar  gewaltsam,  abgostossen 
worden.  Im  Übrigen  ist  der  »ehr  fein  und  sorg- 
fältig gearbeitete  Kopf  gut  erhalten. 

1011.  Knaben  köpf  Neu:  der  Hals  und 
wohl  auch  die  (verschmierte)  Nase.  Delicate  und 
feine  Arbeit.  — Ich  habe  das  Stück  wegen  seiner 
Frisur,  der  in  die  Stirn  gekämmten  Haare,  unter 
den  Porträts  trahinischer  Zeit  cingcreiht;  doch 
wage  ich  nicht,  diese  Bestimmung  mit  voller 
Sicherheit  zu  vertreten  Jedenfalls  ist  der  Kopf 
nach  Ausdruck  wie  Arbeit  eines  der  anziehendsten 
Werke  der  Residenz-Sammlung. 

1012.  Unbekannte.  Neu:  Hals,  Kinn, 

Lippen,  Nase,  Ohren,  das  Band  hinter  der  vorderen 


Frisur.  Sehr  gute  Arbeit  Nach  der  Haarord- 
nuiig  aus  traianischer  Zeit,  aber  nicht  mit  Sicher- 
heit mit  einer  der  damaligen  Fürstinnen  zu  identi- 
ficieren. 

1013.  Traian.  Neu:  Nase,  Flicken  an  Hals 
und  I.  Wange.  Sehr  gute  Arbeit. 

1014.  Kolossal  köpf  des  Hadrian.  Hoch 
(mit  Hals)  ca.  0,49  in  Uncrgiinzt,  aber  geputzt. 
Der  Kopf  scheint  eine  geschickte  Nachahmung 
der  Antike  zu  sein. 

1015.  Unbekannter  antoninischer  Zeit. 
Ohne  Ergänzungen.  Geputzt.  Die  Pupille  als 
leichte  Höhlung.  Im  Gegensatz  zum  vorigen  Kopfe 
des  Hadrian  scheinen  mir  bei  diesem  Stücke,  trotz 
seiner  vortrefflichen  Erhaltung,  Zweifel  am  Alter- 
tum nicht  erlaubt 

1016.  Unbekannter.  Intact  bis  auf  die 
äusserste  Nasenspitze.  Zeit  des  Lucius  Veras 
oder  Coiimiodus 

1017.  Unbekannter.  Neu : die  Nasenspitze. 
Etwa  Zeit  des  Marc  Aurel. 

1018.  Unbekannter  Neu:  die  Nasenspitze. 
Geputzt.  Dieselbe  Persönlichkeit  (ungefähr  vom 
Ende  des  2.  Jahrhunderts  n.  Chr.)  ist  in  einer 
Büste  des  Braccio  nuovo  (No.  63;  aus  Sammlung 
Ruspoli;  Phot.  Sommer  iu  Neapel  No.  1789)  dar- 
gestellt, welche,  fälschlich  den  Namen  Aelius  Caesar 
trägt  Die  Münchner  Büste  ist,  wie  die  vatiea- 
nische,  von  guter  Arbeit. 

1019.  Unbekann  ter.  Neu:  die  Hälfte  der 
Nase.  Antike  Glättung.  Ausgezeichnete  Arbeit. 
Wie  die  nnnimisclie  Physiognomie  beweist,  (irieche 
antoninischer  Zeit,  mit  den  athenischen  Porträts 
von  Kosmetcn  zu  vergleichen  (Arndt,  griech.  und 
rilm.  Porträts,  Taf.  381—889). 

1020  und  1021.  Bronzekopf  eines  Un- 
bekannten. Ohne  Ergänzungen;  das  Bruststück 
alt.  Am  Hinterkopf  ist  die  Bronze  mehrfach  ge- 
platzt; auf  dem  Oberschädel  links  ein  durch  äussere 
Verletzung  entstandenes  Loch.  Ziemlich  dünner 
Guss.  Schöne  schwarzgrüne  Patina.  Die  Arbeit 
ist  nicht  von  sonderlicher  Feinheit.  Ungefähr 
Zeit  des  ( ominotlus. 

1022.  Unbekannte.  Bis  auf  die  ergänzte 
I Nase  intact  Sorgfältige  Arb  . Haartracht  der 
, jüngeren  Faustina  und  ihrer  Tochter  Lucilla, 

1023.  Unbekannte.  Neu:  Nase,  hinterer 
j Teil  des  Halses,  1.  Teil  des  Schädels  ml»  Ohr. 

1 Gut  gearbeitet,  aber  schlecht  erhalten.  Zweite 

Hälfte  des  2.  Jahrhunderts  n,  Chr. 

1024  Faust ina  maior.  Neu:  Nase  Lippen, 
Kinn,  untere  Teile  des  Schleiers,  Hals.  Löcher 
für  Ohrringe.  Der  Marmor  ist  sehr  nachgedunkelt. 


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MUnrhen 


17 


Gute  Arbeit.  Die  Benennung  scheint  mir  ziem- 
lich sicher  (vgl  Beinonlli,  Rom.  Ikonographie  II,  2, 
Münztafel  IV,  8 10';  der  Schleier  ist  bei  den 
Bildnissen  gerade  dieser  Kaiserin  häufig  (Bernoulli 
a.  a 0.  p 152). 

1025.  Unbekannte  Die  Nasenspitze  ist 
etwas  abgestossen,  das  Fleisch  leicht  mit  Ölfarbe 
ü bersch  iniert  Mässige  Arbeit.  Nach  der  Frisur 
aus  der  Mitte  des  3.  Jahrhunderts  n.  Chr.  (vgl. 
Bernoulli,  Köm.  Ikonographie  III,  p 138). 

1026.  Knabenkopf.  Neu:  die  Nasenspitze. 
Im  Augapfel  ein  leicht  eingeritzt  r Dreiviertels- 
kreis. Vortreffliche  Arbeit  Schwer  zu  datieren: 
Bernoulli  versetzt  den  Kopf  (brieflich)  ins  1.  Jahr- 
hundert n.  Chr.,  ich  hatte  ihn  seines  physiog- 
nomischen  Ausdruckes  halber  hier,  in  gordianischer 
Zeit,  eingereiht,  bin  jedoch  jetzt  mehr  dazu  ge- 
ueigt,  in  Hinblick  auf  seine  Frisur  und  die  Art  der 
feinen,  aber  etwas  nüchternen  Arbeit  ihn  der 
traianischen  Epoche  ziizuschrcibeu. 

1027.  Jünglings  köpf.  Neu:  die  Nase 
und  Teile  der  Ohren.  Der  Bruch  im  Hals  ist  ver- 
schmiert-, die  Zugehörigkeit  der  Büste  daher  nicht 
ganz  sicher.  Da«  untere  Postament  ist  jedenfalls 
modern  Ein  grosser  runder  Maruiortlicken  über 
dem  r.  Ohr  scheint  in  antiker  Zeit  eingesetzt 
worden  zu  sein  Gute  Arbeit  gordianischer  Zeit. 

1028.  Maximinus  Thrax(?).  Leider  ist 
«ler  für  seine  Zeit  sehr  gut  gearbeitete  Kopf  mit 
Ölfarbe  überzogen,  so  dass  die  Ergänzungen  nicht 
mehr  genau  fretzustcllen  sind.  Sicher  neu  ist  die 
Nase.  Die  Benennung  hat  grosse  Wahrschein- 
lichkeit für  sich  (vgl.  Bernoulli,  Röra.  Ikono- 
graphie II,  3,  p.  110  flf.  Die  daselbst  erwähnten 
fünf  Köpfe  des  Maxiuiiu , die  sich  ehemals  in 
Villa  Ludovisi  befanden,  stehen  jetzt  in  der 
Glyptothek  Ny- Carlsberg). 

1029.  Kolossal  köpf  eines  Unbekannten. 
Der  Hals  neu,  sonst  iiituct  Vorzügliche  Arbeit. 
Bernoulli  bezeichnet  den  Kopf  zweifelnd  als 
Caracalla  lind  wird  damit  zeitlich  wohl  eher 
das  Richtige  getroffen  haben  als  ich,  der  ihn  in 
die  zweite  Hälfte  des  3.  Jahrhunderts  versetzt 
hatte.  Dass  Cautcalla  selltst  gemeint  sei,  halte  ich 
nicht  für  wahreef  in  lieh,  obschon  man  zur  N«>t 
die  Physiognomie  mit  derjenigen  der  Münze  Ber- 
noulli, Köm.  Ikonographie  11,  3,  MünztatVI  1,  17 
iden..  «eieren  könnte.  Doch  weichen  die  erhaltenen 
plastischen  Porträts  des  Caracalla,  vor  Allem  die 
ausgezeichneten  Büsten  in  Berlin  und  Neapel,  zu 
stark  von  dem  Münchner  Typus  ab,  der  ausser- 
dem etwas  zu  alt  für  den  bereits  im  29.  Lebens- 
jahr ermordeten  Kaiser  sein  dürfte.  Der  Maass- 


stab der  Büste  spricht  allerdings  andererseits  da- 
für, dam  keine  Privatperson  dargcstellt  ist. 

1030.  Unbekannter.  Neu:  .Spitze  nnd 
Rücken  «ler  Nase;  die  Oberlippe  geflickt  Im 
Haar  starker  Bohrer;  die  Augensterne  sind  nicht 
angegeben.  — Auch  dieser  Kopf  ist  zeitlich  schwor 
unterzubringen.  Seiner  Arbeit  nach  möchte  man 
ihn  in  das  Ende  des  2.  Jahrhunderts  n.  Chr.  ver- 
setzen, in  welcher  Zeit  allenlings  die  mangelnde 
Andeutung  «ler  Pupillen  auffällig  sein  würde. 
Der  Ausdruck  des  Kopfes  verrät  einen  Nicht- 
Römer,  Barbaren 

1031.  Unbekannter.  Neu : die  halbe  Nase. 
Bernoulli  und  Amelung  halten  den  Dargestellten 
für  einen  Griechen  vorchristlicher  Zeit;  «loch 
glaube  ich,  dass  er  eher  um  die  Wende  des  2. 
und  3.  christlichen  Jahrhunderts,  in  «ler  Zeit  des 
Pertinax  und  Diditis  Julianus  etwa,  gelebt  hat 
Vgl.  Athen,  Nationaluiuseum,  Kavvadias  336;  Phot, 
athen  Inst.  Die  Arbeit  ist  für  jene  Zeit  gut  und 
sorgfältig. 

1032  Links:  Unbekannter.  Neu:  die 

Nasenspitze.  Das  Gesicht  ist  mit  Ölfarbe  über- 
schmiert. Gute  Arbeit  antnninischcr  Zeit. 

Rechts:  Unbekannter.  Neu:  der  Hals  und 
eine  Kleinigkeit  am  1.  Ohr  Bläulich- weisser  Marmor. 
Ich  halte  den  Kopf  trotz  seiner  guten  Erhaltung, 
dos  wenig  häutigen  Material»,  der  seltenen  (auf 
der  Photographie!  ersichtlichen)  Art  der  Pupillen- 
angabe  für  antik.  Das  Haupthaar  ist  fein  gerippt 
nach  aut«>ninischer  Weise;  doch  dürfte  der  Kopf, 
«ler  Augenbehandlung  wegen,  bereits  dem  3.  Jahr- 
hundert angehören. 

1033.  Links:  Mädchenkopf.  Neu:  Nase, 
Hals,  Flicken.  Massig«1,  glatte  Arbeit  «l«*a  .3.  Jahr- 
hunderts. 

Rechts:  Unbekannter.  Non:  Nasenspitze 
und  Kleinigkeiten.  Sehr  feine  Arbeit  frühestens 
gordianischer  Zeit. 

1034.  Links:  Unbekannter.  Neu:  die  Nase. 
Höchst  ausdrucksvolle  Arbeit  aus  «ler  Zeit  unge- 
fähr des  Septiiuius  Severus. 

Rechts : Unbekannter.  Nur  der  Uber- 
Bchädel  in  der  Gegend  des  Wirbels  und  kleine 
Flicken  iiu  Gesicht  sind  neu,  sonst  ist  der  Kopf 
iutact.  Ein  ausgezeichnetes  Stück  der  zweit«*n 
Hälfte  des  3.  Jahrhunderts  n.  Uhr. 

1035.  Links:  Unbekannter.  Neu:  Hals 
und  Nase.  Das  Fleisch  antik  poliert.  Das  späteste 
der  Residenz-Porträts,  wohl  bereits  au»  dem 4 Jahr- 
hundert n.  Chr.:  ein  Wunderwerk  von  Sclien»- 
I ich  keilt 

2 


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1« 


Miinrhrn. 


Hecht«:  Unbekannter.  Neu:  Na*cnspit*e, 
Kinn,  I.  Ohr  (da*  r.  ist  abgebrochen),  Hals.  Haar 
und  Hart  gedickt.  Vortreffliche  Arbeit  der  ersten 
Hälfte  de*  3.  Jahrhunderts  n.  I hr 


Unter  den  von  uns  «war  photographisch  auf- 
genommenen, aber  thcils  ihrer  schlechten  Erhal- 
tung, tc.ils  ihrer  störenden  Ergänzungen  halber 
nicht  veröffentlichten  Antiken’)  der  Kesideuz seien 
hier  noch  folgende  erwähnt: 

\.  SUliiirltriH1». 

1.  Ein  ca  0,30m  hoher  Tors«)  einer  männ- 
lichen nackten  Statuette  ans  pcutclischcin 
Marmor,  von  sehr  feiner  nml  ausdrucksvoller  Ar- 
beit, Stil  der  Mitte  des  5.  Jahrhundert*.  Der  r Arm 
King  hoch  nach  aussen,  die  Bewegung  des  I.  ist 
nicht  mehr  constatierbar.  Da*  I.  Hein  ging  vor. 
Im  Kücken  Gewandrest,  der  von  der  r.  .Schulter 
nach  1.  abwärts  zieht  Auf  dem  r.  Hinterbacken 
ist  ein  grosser  Puntello  weggebrochen.  Die  Rück- 
seite ist  nur  skizziert 

2.  Eine  Replik  des  sogen.  NarkisBos- 
typus  (Portwänglcr,  Meisterwerke,  p.  484,  Fig.84), 
aber  im  Gegensinne.  Vgl.  Michaelis,  an  eien  t 
tnarbles  p.  ö48,  No.  1 (Rossie  Prior)')  Ehemals 
ganz  gute  Arbeit.  Hoch  ca.  1,15  m.  Neu:  Kopf, 
I.  Arm  (lland  auf  Hinterbacken  alt),  r.  Unterarm 
mit  Stamm,  I.  Unterbein,  r.  Hein  von  Mitte  des 
Oberschenkels  ab,  Plinthe. 

3.  Statuette  eines  nackten  Jünglings. 
Hoch  0,70  m.  Ganz  mit  Oclfarbc  überzogen.  Neu 
scheinen  das  r.  Hein,  da»  1 Unterhorn,  Stamm  und 
Plinthe.  Die  1.  Schulter,  zu  der  der  Kopf  sich  hin- 
wandte, ist  gehoben  Der  Torso  in  der  r.  Hüfte 
stark  eingezogen.  Der  r.  Unterarm  ist  vorgestreckt, 
der  I.  Arm  hängt  herab.  Das  r.  ist  das  Standbein. 
Ehemals  gute  Arbeit  isdykletischen  Stil» 

4 Jünglings» tat ue.  Hoch  ohne  Plinthe) 
ca.  1,15  tu.  Neu:  1.  Hand,  r.  Arm,  wie  es  scheint 
auch  die  Heine,  der  Kopf.  Der  Torso,  das  einzige 
Antike,  ist  nackt;  von  der  1.  Schulter  fallt  eine 
den  Arni  bedeckende  Uhlamys  herab.  Flüchtige 
und  stillose  Arbeit. 

5.  Statue  de*  Apollon  (?)  Hoch  ca.  1,35m. 
Neu  scheint  grösster  Teil  der  Arme  und  Heine 
Am  (ungebrochenen'1  Kopfe  ist  die  Nase  ergänzt; 
er  ist  »ehr  schlecht  erhalten  An  I.  Schulter  und 
I.  Oberarm  aussen  mehrere  Löcher  für  .Metallstifte 

*)  PhotogTapliliclie  Aufnahme»  «lrr»ell*>n  werden  von 
der  Vcrl»K»;in»t«lt  Hruekmann  Jntrrrssinton  zu  den  ge- 
wöhnlichen Freiten  zur  Verfügung  geztdü. 


I (für  eine  Leier?).  --  Nackter  stehender  Jüngling, 
| mit  gesenkten  Armen.  R.  Standbein.  Leidliche 
Arbeit,  nach  dem  Ausdrucke  des  ziemlich  flauen 
und  dazu  arg  zerstörten  Kopfes  aus  der  Mitte  des 
, 4.  Jahrhunderts. 

6.  Statue  des  Apollon.  Hoch  ca.  1/15  in. 
Neu:  Kopf,  1 Arm,  r.  Hand,  Unterbeine,  Unter- 
teil des  Stammes.  Das  Oberteil  desselben,  welches 
alt  ist,  ist  als  Lorbeer  charakterisiert:  danach  die 
Benennung.  Weggemefoseltc  Binden-(odcrLockcn-?) 
enden  auf  beiden  Schultern.  Der  Kopf  scheint 
einen  Nackenschopf  gehabt  zu  haben.  — Nackter 
stehender  Jüngling;  indem  der  r.  Unterarm  auf 
dem  Stamme  aufruht,  wird  der  Körper  leicht  ent- 
lastet. L.  Standbein,  das  r Spielbein  etwas  vor. 

j Das  Hewegungsuiotiv  ist  die  nächste  Vorstufe  zu 
demjenigen  des  Silens,  der  da»  Diouysoskind  wartet 
(Louvre,  München,  Hraccio  nnovo;  vgl.  Aiuchmg, 
Führer,  p.  81);  daraus  ergiebt  sich  die  Datierung 
des  Stückt«  Gute  Arbeit. 

7.  Oberteil  einer  Arteinisstatue  Hoch 
0,52  in.  Modern  aus  einer  Statue  zur  Rüste  her- 

I gerichtet.  In  der  1.  nackten  Schulter  ein  Metallstift. 
Der  obere  Teil  der  Haarschleife  neu.  Köcher- 
band von  der  r.  Schulter  zur  I.  Hüfte.  Feiner 
ärmelloser  Chiton.  Kopfwendung  zur  I.  Schulter. 
Der  1.  Arm  war  gesenkt,  der  r.  ging  nach  aussen. 
Trockne  Arbeit,  nach  der  Pupilleuangabc  frühesten* 
vom  Ende  des  2.  Jahrhundert»  n.  Uhr  Wichtig 
nur  wegen  des  ungebrochenen  Kopfes,  der  die 
Frisur  der  capitolinischen  Aphrodite  hat,  in  deren 
Zeit  die  Entstehung  diese»  Artemistypus  fallen  wird* 

8 Jüngliugsstatue.  Ucbcr lebensgross.  Alt 
scheint  nur  der  Torso  zu  sein,  der  im  Wesentlichen 
eine  Wiederholung  von  E-V  144  ist.  Die  Zuge- 
hörigkeit des  stark  ergänzten  und  schlecht  erhal- 
tenen Kopfes,  der  einen  Jflnglingstypus  der  zweiten 
Hälfte  de»  4.  Jahrhunderts  v.  Uhr.  wiedergiebt 
ist  zweifelhaft 

9.  Stark  ergänzte  Jünglingsstatue,  nackt, 
mit  der  lauer  in  der  Rei  hten.  Arme  lind  Heine 
sowie  der  Kopf  (Im  Typus  des  Eros  von  Cento- 
celle) scheinen  neu,  alt  nur  der  schwammige  Torso, 
der  in  Stil  und  Motiv  dem  Apoll  der  Sala  della 
biga  No.  C14  entsprochen  zu  haben  scheint  (kein 
Köcherband). 

10.  Statuette  eines  Knäbchens;  jetzige 
Totalhöhe  0,77  m.  Neu:  Anne,  r Hein  von  Mitte 
de»  Oberschenkel»  ab,  I.  Hein  von  Mitte  des  Unter- 
schenkels ab,  Stamm  lind  Plinthe.  Der  iiber- 
sohiuierte  Kopf  ist  alt  und  ungebrochen.  Eiu 
nacktes,  stehende»  Knähchen,  mit  hochaufge- 
»tützteuj  r.  Kuss,  auf  den  r.  Oberschenkel  gelegtem 


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München. 


19 


r.  Arm,  erhobenem  I.  Arm,  stark  empoibllckcn- 
tlcm  Kopfe.  Dlirrh  die  hässlichen  Ergänzungen 
verunstaltetes,  frisch  gearbeitetes  griechisches  Ori- 
ginal, wohl  eine  Grabtigur  nach  Art  der  Statuetten 
des  athenischen  Nationalmusenms  Sybel  59.5  und 
504,  etwa  aus  dem  4.  Jahrhundert. 

11.  Knabenstatnette.  Hoch : ca.  0,82  in. 
Neu  Schemen:  Kopf,  I.  Unterarm,  r.  Arm,  Unter- 
beinc.  Ilas  Ganze  fiberschmiert.  In  den  antiken 
Teilen  ganz  gut  gearbeitet.  Replik  eines  häufigen, 
in  den  Attributen  mehrfach  variierten  Kinder- 
typus  hellenistischer  Zeit;  z.  15  Keinach,  repertnire 
430,8(Tonlouse); 482,5(Torlonia  69);  432,7  Neapel): 
455,10  (Capitol);  Chiaramonti  284,  und  sonst. 

12.  Satyrstatue.  Von  Kuss  bis  Kopfende 
ca.  1 m hoch.  Neu  scheinen:  Kopf,  Arme,  ünter- 
beinc.  Hinten  scheint  der  Schwanz  angegeben  zu 
»ein.  Ganz  ordentliche  Arbeit.  Würde  sich  nach 
Abnahme  der  Ergänzungen  voraussichtlich  als 
Wiederholung  des  sein  Schwänzchen  haschenden 
Satyrs  (Helbig,  Führer’  377;  Klein,  Praxiteles 
p.  217,  Anm.  1)  hcrausstcllen. 

B.  FJnzelkSnn-. 

13.  JQnglingskopf,  anscheinend  von  einem 
Hochrelief.  Hoch:  ca.  0,24.  Nase  und  Kinn  neu. 
Griechische  Arbeit  des  ausgehenden  5.  Jahrhunderts, 
mit  entfernten  Reminiscenzen  an  Polykletisches.  ' 

14.  Weiblicher  Kopf.  Hoch,  soweit  an- 
tik, ca.  0,30  m.  Neu:  Hals,  I.ippen,  Nase.  Mas- 
sige Arbeit.  Schlecht  erhalten  In  den  Haupt- 
zügen  Typus  der  capitolinischcn  Aphrodite,  und 
diese  Göttin  oder  Artemis  darstellend. 

15.  Miidchenkopf.  Hoch  0,30  m.  Neu:  Nase 
und  Lippen  War  gänzlich  mit  ( jetzt  zum  Teil 
heruntergekratzter)  Ölfarbe  Qberachmiert.  Sogen 
Melonenfrisur  Aus  praxitelischer  Zeit.  Durch  die 
schweren  Oberlider  erhält  der  Kopf  einen  porträt- 
liaftrn  Ausdruck 

IG.  Hernieskopf.  Hoch  ca. 0,36 m.  ZiimEin- 
srtzen  in  eine  Statue.  Neu:  Nase,  Lippen.  Voll- 
ständig mit  Ölfarbe  llbersclmiiert  Pupillcnnugahc 
autouiniseher  Zeit  Mässige  Arbeit.  Der  mit  dem  ; 
Prtasoa  bedeckte,  kurzlockige  Kopf  ist  leise  zur 
r.  .Schulter  und  abwärts  geneigt.  Hinter  den  Zü- 
gen dieses  nach  Arbeit  und  Erhaltung  gleich  un-  , 
erfreulichen  Stückes  leuchtet  ein  schönes,  meines 
Wissen»  nur  in  diesem  Exemplare  erhaltenes  Vor- 
bild praxitelischer  Zeit  hervor. 

17.  Apollonkopf.  Von  Kinnspitze  bis  Schei- 
tel ca.  0,35  m hoch.  Ganz  mit  '»Ifarbe  über- 
schniiert,  so  dass  die  Angabe  etwaiger  weiterer 
Ergänzungen  unmöglich  ist  Leidliche  Arbeit  I 


Wiederholung  de*  von  Ameluiig,  Führer  durch 
die  Antiken  von  Florenz,  No.  2,  besprochenen 
Typus. 

18.  Zeuskopf.  Hoch  ca.  0,22  m Neu: 
Nase  und  viele  Flicken,  Rohe  Arbeit  mit  15e- 
nntzung  des  Bohrers.  Typus  der  zweiten  Hälfte 
des  4 Jahrhunderts,  von  etwas  erregtem  Ausdruck. 

19.  Weiblicher  Kopf  von  einem  atti- 
schen Grabrclief.  Hoch,  soweit  antik,  ca. 
0.20  in.  Neu:  die  Nase  Schlecht  erhalten.  Aul 
dem  Hinterhaupt  ein  Schleier  Flüchtige  Arbeit 
des  4 Jahrhunderts. 

20.  Weibliches  Köpfchen.  Hoch  ca. 
0,145  m.  Pentclischer  Marmor.  Nasenspitze  und 
Lippen  ergänzt.  Der  Hinterkopf  ist  abgebrochen; 
der  Kopf  rührt  von  einer  Rundfigur,  nicht  von 
einem  Relief  her  Frische  griechische  Arbeit  vom 
Beginn  des  4.  Jahrhunderts. 

21  und  22.  Zwei  schlecht  erhaltene  A tlicnn- 
köpfe,  jeder  0,2G  in  hoch,  und  au  beiden  Hals 
und  Nase  ergänzt.  Soweit  Erhaltung  und  geringe 
Arbeit  zu  beurteilen  erlauben,  erinnert  der  eine  im 
Allgemeinen  an  praxitelische,  der  andere  an  skopa- 
sischc  Typen  Repliken  sind  mir  nicht  bekannt; 
der  praxitelische  Athenakopf  Berlin  78  (Furt- 
wängler,  Meisterwerke,  p.  556  und  Anm  3)  geht 
auf  ein  anderes  Vorbild  zurück. 

23.  Hermeskopf.  Hoch ea.  0,23  m.  Nasen- 
spitze neu.  Kurzlorkigcs  Maar,  in  dem  über  der 
Stirn  kleine  Flügel  Harte,  aber  ganz  ausdrucks- 
volle Arbeit  römischer  Zeit  ohne  ausgesprochenen 
Stilcharakter 

24.  Weibliches  Köpfchen.  Ca.  0,30  ui 
hoch  Nase  neu.  Schlechte  Arbeit.  Ifcratypu», 
etwa  praxitelischer  Zeit.  Diadem,  darüber  hoher 
modiusartiger  Aufsatz  (vgl.  Dragendorlf,  Hb  Mus. 
LI,  p 294  IT):  also  wohl  eine  Stadtgüttin 

25  Dioskurenküpfchen.  Hoch  ca  0,21  m 
Neu:  Nase,  Lippen,  wohl  auch  Kinn  Schlecht  und 
spät.  Eiförmige  Mütze  ohne  Stern.  Kurzes  krauses 
Haar,  das  in  der  Anlage  über  der  Stirn  entfernt 
an  die  bekannten,  von  Furtwängler  (Meister- 
werke p.  591  f.)  auf  Enpbranor  zurückgcfülirten 
l’aristypen  erinnert 

26.  Satyrkopf,  lloeh  0,22  m Nase,  Lippen, 
Hais,  Flicken  neu.  Die  Augensterne  sind  ange- 
geben. Stirnhöraer,  Warzen  an  der  Seite,  Spitz- 
obren.  Schlechte  Arbeit  mit  viel  Bohrer.  Das 
Altertum  des  Kopfes  ist  wohl  nicht  zu  bezweifeln 
Jugendlicher  Typus  von  grinsendem  Ausdruck. 
Ähnliche  Köpfe  u.  a in  Dresden,  im  Capitol  (Gal- 
leria),  in  Neapel  (luv.  0328:.  Frühestens  4.  Jahr- 
hundert. 


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20 


München. 


27.  Kintge  Hiichtig  ausgcfUhrte  Köpfchen  ' 
apätgriechiechcr  Arbeit,  zum  Teil  von  Hoch- 
reliefs (in  der  Art  derer  von  Rhcneia)  stammend. 
Vgl.  No.  OHO. 

28.  JüngtiugsUopf  mit  Wulsthinde. 
Von  Kinn  hi»  Scheitel  0,80  m hoch.  Neu:  Kinn, 
läppen,  Nase,  Krauen;  fast  die  ganze  Maske  ist 
mit  Ölfarbe  Hherechiniert.  Da*  Haar  stark  gebohrt.  > 
[’upitien  angegeben.  Schlechte  Arbeit  vom  Knde  ; 
des  2.  Jahrhunderts  n.  t'hr.  — Idealer  Jünglings- 
typus, mit  kurzlockigcm,  wirren  Haar,  durch  das 
eine  dicke,  wulstige  Kinde  gelegt  ist.  Zur  Deu- 
tung ist  etwa  zu  vergleichen  der  Campus  Martins 
auf  dem  Relief  de*  Fussgestclla  der  Antoninssäide 
im  Vatican  (Krunn-Rruckmann  210;  Kriederichs- 
Wolters  1080;  KekuK'  bei  Koepp,  über  das  Bild- 
nis Alexanders  des  tlrosscn,  52.  Berliner  Winckel- 
inannsprogramm  1805,  p.  28). 

I'.  PortriUs. 

29.  Ein  zweites  Porträt  des  Sokrates  (vgl. 
No.  9f>4).  Nase  und  Oberlippe  neu,  Augensterne 
angegeben.  Sorgfältige,  etwas  ängstliche  Arbeit, 
im  Ausdruck  den  Typen  der  Sala  delle  mtise  und 
des  Louvre  nahestehend.  Wohl  sicher  antik« 

30.  Ein  zweites  Porträt  des  Epikur  (vgl.  1 
No.  074).  Da  die  Maske  gänzlich  mit  Ölfarbe 
überstrichen  ist,  sind  die  Restaurationen  nicht 
constaticrbar.  Das  Stück  in  seinem  jetzigen  Zu- 
stande wertlos. 

31.  Sehr  schlecht  erhaltenes  Porträt  eines 
Barbaren (?).  Hals,  Kinn,  Nase  und  Anderes  neu.  i 
Das  Antike  von  guter  Arbeit.  Schnur-  und  leichter  , 
Backenbart;  kiirzgcschnittencs  Haar;  schmale,  ein  | 
gefallene  Wangen;  schwere  Lider.  Die  wulstigen  ! 
Lippen  geben  dem  Kopfe  einen  negerartigen  Aus- 
druck. Interessantes  Stück,  über  dessen  Datie- 
rung und  nähere  Stilbestimnmng  vor  Entfernung 
der  abscheulichen  Ergänzungen  schwer  zu  ur-  i 
teilen  ist. 

32.  Römischer  hnperatorenkopf  mit  | 
Lorbeerkranz.  Hoch ea. 0,37  m Neu:  Nase,  Lippen, 
Kinn,  1.  Braue.  Wieviel  vom  Oberkopf  ergänzt  | 
ist,  ist  unter  der  Hülle  von  Ölfarbe,  «Ile  früher 
auch  das  Gesicht  bedeckte,  nicht  zu  erkennen 
Ehemals  von  vortrefflicher  Arbeit.  Wahrschein- 
lich Nerva. 

Unter  den  in  Photographieen  nicht  vor- 
handenen Porträts  sind  noch  erwähnenswert: 


36.  Ein  schwarz  angestrichcner,  jugendlicher, 
bartloser  Kopf  mit  Lorbeerkranz,  ans  der 
iulisch-c laudischcn  Epoche. 


Zwischen  den  Fensternischen  des  ersten  Stock- 
werks des  dem  Anthpinriuiu  vorgelagerten  sogen. 
Grottenhofes,  welcher  allgemein  zugänglich  ist, 
sind  auf  der  West-  und  der  Ost  wand  zwölf  antike 
Statuen  aufgestcllt,  deren  photographische  Auf- 
nahme aus  localen  Gründen  bisher  nicht  möglich 
war  In  kleiner  Abbildung  sind  sie  zu  sehen  auf 
den  photographischen  Reproduetioncn  des  gedämm- 
ten Hofes  hei:  L-  Bauer,  Münchener  Renaissance 
vom  Ende  des  16.  bis  Ende  des  IS.  Jahrhunderts. 
München  1878;  Folio.  72  Lichtdrucktafeln  mit 
Text  Ich  habe  die  Statuen  aus  der  Nähe  nicht 
untersuchen  können  und  kann  daher  keine  genauen 
Angaben  über  ihre  Ergänzungen  machen. 

An  der  Autiquariumswaml  sind  angebracht: 

1.  Aphroditestatue  des  mediceischen 
Typus. 

2.  Ein  zum  Dionysos  ergänzter  nackter 
Torso  mit  stark  ausgebogener  r.  Hüflc,  etwa 
praxitelisclien  Stils. 

3.  A rtemissta tu e.  Typen  wie  Reinach, 
Repertoire  314,  9;  316,  4 nahestehend 

4.  Asklepiosstatue.  L Spielbein  vor,  beide 
Arme  gesenkt,  in  der  Linken  die  Schale,  in  der 
Rechten  den  Schlangenstab,  Oberleib  nackt.  Ge- 
naue Wiederholungen  der  Gewandanordnung  mir 
nicht  bekannt.  Kjellberg.  Asklepios  II,  p.  14,  Amn. 

5.  F o r t u n a s t a t u e . <1  egürteter  Chiton. 

Himation  um  Unterleib  und  1.  Unterarm.  Füll- 
horn im  1.  Arm. 

6.  Eine  stark  restaurierte  und  überschmierte 
und  dadurch  zur  Zeit  wertlose  Hera  kl  esstat  ue. 

An  der  gegenüberliegenden  Wand  stehen: 

7.  Artemis(?)statue,  im  allgemeinen  Typus 
an  die  E-V  172  erwähnte  Statue  des  Dresdener 
Museums  erinnernd,  doch  ohne  die  quer  ftber- 
gegiirtete  Nebris. 

8.  Nackter;  Chlamy»  auf  I Schulter.  Wertlos. 

9.  A rtemissta  tue.  Typen  wie  Reinach, 
Repertoire,  313,  6;  801,  5 n.  a.  nahestehend.  Gut. 

10.  Zum  Hermes  ergänzter  nackter  Torso. 
L.  Hüfte  leicht  ausgebogen,  r.  Spielbein  etwas  zu- 
rück, r.  Arm  erhoben.  Scheint  eine  Replik  des 
sogen.  W estmacottaclieu  (polykletischen>  Athleten 
zu  sein.  Gut 


33.  Ein  schlechter  August us. 

34.  Ein  mit  schwarzer  Farbe  übeizogener 
Frauenkopf  augusteischer  Zeit 


11.  Nackter.  Zum  Apoll  ergänzt. 
12  Herakles. 


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MUnchi-u. 


21 


Einige  andere  in  der  Residenz  ver- 
streute antike  Sculpturen,  »aimntüchc  ohne 
besonderen  Wert,  bedürfen  noch  gelegentlicher 
genauer  Untersuchung:  im  Charlottengang  ein 
Kinderkiipfchen,  auf  der  Silberkannnertrep|>e  ein 
Kopf  der  Ktddierin  und  ein  (antiker?)  Satyrkopf, 
an  dein  llrnnnon  in  dem  ersten  der  sogen.  päjist- 
lichen  Zimmer  eine  schlafende  Nymphe,  ein  neuat- 
tisches Relieffragment  mit  der  Darstellung  einer 
MUuade,  ein  Torso. 


Im  Witt  elsbaeher  Palais  auf  der  Briennor- 
Strasse  befinden  sich  iui  Bibliotheksaal  zwei  gute 
römische  l’orträtbüsten,  eiu  Marc  Aurel  i Nase  und 
Büste  neu)  und  ein  Antoninua  l’ius  (Nase,  Brauen 
und  Büste  neu). 


Ueinmenkunner  »eien  darauf  aufmerksam  ge- 
macht, dass  an  den  Cimelien  der  .reichen 
Kapelle*  und  der  Schatzkammer  in  der  kg I. 
Residenz,  sowie  an  denjenigen  des  Kirchcn- 
»chatzes  der Tlioatiuor-Hofkircho  sich  eine 
Anzahl  antiker  geschnittener  Steine  befindet,  die 
der  wissenschaftlichen  Prüfung  noch  harren. 


Eine  Reihe  von  ursprünglich  zum  Antiquarium 
der  Residenz  gehörigen  Sculpturen  ist  jetzt 
im  Antiquarium  der  Neuen  Pinakothek  auf- 
gestellt.  Wir  werden  Abbildungen  dieser  Stücke 
in  einer  der  nächsten  Serien  bringen 


Ans 

Münchner  Privatbesitz*) 
veröffentlichen  wir  in  dieser  Serie  tlic  folgenden 
Stücke: 

Bei  Herrn  Ministerialräte  Gottfried 
Bohm,  k.  b.  Reichsheroldc  und  Vorstande 
des  k.  Geheimen  Haus-  und  Staatsarchives 
(Thierschstrasse  49): 

1036.  Fragment  eines  weiblichen  Köpf- 
chen» Pentelisclicr  Marmor  Höchste  Höhe 0,195m. 
Früher  im  Besitze  des  verstorbenen  Oberbau- 
directorg  von  Herrmann,  der  es  1835  in  Athen, 

•)  An  dieser  Stelle  sei  bemerkt»  dm  die  ehemult  in 
München  bei  Herrn  von  LoUbcck  befindliche,  spater  in 
den  Besitz  den  (trafen  Aruim  In  lluluendorf  iiberK«Kanicciio 
Vh»o  mit  der  Sühnung  de»  Orest  (Baumeulcr,  Denkmäler, 
p.  1117,  Fig  1314}  durch  einen  Brand  zu  (iruudc  gegangen  im 


angeblich  auf  der  Akropolis,  gefunden  hatte.  — 
Vorn  drei  Reihen  Löckchen,  dahinter  nach  vorn 
1 gellende  Haarsträhne  und  hinter  diesen  Reste  des 
Schleier».  Der  Hinterkopf  ist  völlig  abgesplittert, 
so  dass  mau  nicht  mehr  feststellen  kann,  ob  das 
Fragment  von  einer  Randfigur  oder  einem  Relief 
stammt.  Ziemlich  gewöhnliche  und  unsichere  Ar- 
beit. — Dieser  kleine  Kopf  ist  trotz  seines  kümmer- 
lichen Aussehens  nicht  ohne  archäologisches  In- 
teresse, da  er  auffallend  an  den  Kopf  der  mittleren 
Charite  auf  dem  sogen.  Cbaritenrelief  des  Sokrates 
(vgl.  E-V  731/32)  erinnert.  Doch  kann  er,  wie 
mir  Paul  Wolters  bemerkt,  nicht  von  einem 
der  erhaltenen  Exemplare  dieses  Reliefs  stammen 
(deren  bekanntlich  zwei  auf  der  Akropolis,  dem 
Fundorte  auch  des*  Höhnischen  Fragmentes,  vor- 
handen sind),  da  er,  abgesehen  von  geringfügigeren 
Abweichungen  im  Detail,  wesentlich  kleiner  als 
der  entsprechende  Kopf  auf  dem  vaticanischen 
Exemplar  ist,  bei  dem  (nach  Mitteilung  von  Paul 
ilernnann,  der  den  Dresdner  Abguss  verglichen 
I hat)  die  Entfernung  von  Haaransatz— Unterfläche 
de»  Kinnes  0,085  in  beträgt,  gegen  0,071  m am 
Röhmschen  Fragmente,  Dasselbe  ist  in  Abguss 
vom  Foruiator  der  Münchner  Kunstakademie, 
Heiler,  zu  beziehen. 

1037.  Weibliche  Statuette.  Hoch  0,65  in 
Angeblich  am  Fncineraee  gefunden  Der  Hals  ist 
mit  Gips  verschmiert  Der  ausdruckslose  Kopf 
(Nase  neu;  starke  Hohrerarbeit)  gehört  nicht  zum 
Torso,  da  seine  Locken  keine  Fortsetzung  auf 
den  Schultern  Anden;  auch  ist  er  von  anderem, 
wei»sercn  und  feinerkörnigen  Marmor.  Ergänzt  sind 
ferner:  Vorderteil  des  r.  sowie  der  I.  Fuss,  soweit 
er  aus  dem  Gewände  heraustritt,  sammt  der  Pliuthe 
rings  herum.  Die  Rückseite  ist  nur  angelegt.  Am 
Chiton  unten  vorn  und  an  den  Seiten  starke  Reste 
von  roter  Farbe;  desgleichen  an  der  1.  Hüfte  in 
der  Höhlung.  Nach  der  hohen  Gürtung  aus  helleni- 
stischer Zeit  Ganz  hübsche  Kopistenarbeit. 

1038-  Relief  mit  Hero  und  Leander. 

IPubliciert  vom  Hesitzer  in  der  Zeitschrift  des 
Münchner  Altertumsvereins  1893,  p.  5 ft,  mit 
Tafel.  1885  in  Venedig  als  aus  Palazzo  Mocenigo 
stammend  erworben.  0,85  m breit,  0,835  in  höchste 
erhaltene  Höhe.  Grau-grünlich  gestreifter  Mar- 
mor. Hinten  glatt,  l-ntou  Bruch,  auf  den  drei 
anderen  Seiten  Rand,  der  hinten  etwas  nach  ein- 
wärts geht.  Hinten  am  oberen  Rande  in  der  Mitte 
stak  ein  Metallstift,  wie  die  rötliche  Färbung  des 
Marmors  beweist  Die  ehemalige  tektonische  Ver- 
wendung des  Reliefs  ist  mir  unklar.  An  seinem 
Altertum  zu  zweifeln,  sehe  ich  keinen  Grund.  Späte 


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99.  München 


und  rohe  Arbeit;  3 hi«  4 Jahrhundert  n.  I hr.  — 
I.cander  ist  fast  knabenhaft  gebildet.  Sein  Unter- 
körper steckt  in  den  Wellen,  llero  trägt  einen 
ärmellosen  gegürteten  Chiton;  an  tieiden  Ober- 
annen Spangen.  Im  Haar,  wie  ca  scheint,  Binden. 
Auffällig  ist  die  Zugabe  de»  I’ferdes,  das  bei  dieser 
Scene  eigentlich  keinen  Kaum  hat  Neben  dem- 
selben ein  kleiner  Wächter,  im  Chiton.  — Das 
Kclicf  ist  die  einzige  erhaltene  Darstellung  des 
Mythus  in  Marmor  Die  Littcratur  über  dieselben 
siehe  bei  liöhm  a a.  0.;  ferner  Kiggaucr  in  der 
Zeitschrift  des  Münchner  Altertumsvercins  VII, 
1835;  Kuaaek  in  der  „Festgabe  für  Franz  Suse- 
mihl“  1838,  p.  46  ff.;  Berliner  philol.  Wochen- 
schrift 1898,  No.  29,  p.  907  ff.  (IG.  Juli);  Keschers 
inythol.  Lexikon  s.  v.  Leandros,  wo  das  Höhnische 
Belief  erwähnt  ist. 

Bei  Herrn  Dr.  Julius  Naue,  Promenade- 
platz  6. 

1039  und  1040.  Doppelseitiges  kypri- 
sches  Kelief.  Hoch 0,40m, breitO, 51m.  Kalkstein. 

1039.  Oberteil  eines  bärtigen  Kriegers,  in  ge- 
wöhnlichem halbhohen  Belief.  Beste  de»  Gewändes 
sind  auf  der  Schulter  erkennbar.  Den  Kopf  scheint 
eine  enganliegende  Kappe  bedeckt  zu  haben  Die 
Kerbte  schulterte  eine  Lanze.  Das  vertiefte  Belief- 
leid  ist  oben  von  einer  ganz  zerstörten  Palmette 
gekrönt. 

1040.  Oberteil  eines  unbärtigen  Kriegers,  in 
ganz  flachem  Kelief  und  von  weit  schlechterer, 
stillos  hässlicher  Arbeit.  Vermutlich  von  einer 
späteren  Benutzung  der  Grabplatte  herriilirend. 
Im  Haar  ein  Kranz,  in  der  Linken  die  l.anze. 
Der  Oberkörper  ist  mit  Gewand  bedeckt.  Das 
Ganze  sicher  antik. 

1041  und  1042.  Bärtiger  Kopf.  Höchste 
erhaltene  Höhe  ca.  0,20  m.  Aus  Athen.  Nase  und 
Schnurbart  neu.  Am  I.  Ohr  ein  4—4'/,  cm  tiefes, 
ca.  2 cm  im  Quadrat  umfassendes  Loch,  wohl 
modernen  Ursprung».  Vorn  über  der  Löckchcn- 
reihe,  nicht  in  der  Mitte,  sondern  über  dem  r.  Auge, 
ein  breiter  Ansatz,  wio  von  einer  Stütze,  in  dem 
ein  Metallstilt  steckt:  von  unklarer  Bedeutung 
Im  Haar  ein  Reif.  Hinten  ein  Narkcnschopf. 
.Schulterlocken.  Wohl  von  einer  Herme.  Flüch- 
tige, aber  nicht  Ublo  griechische  Arbeit.  Zu 
der  grossen  Gruppe  der  „archaisierenden“  Köpfe 
gehörig,  die  dringend  einer  zusammenfassenden 
Bearbeitung  bedürfen. 

1043.  Weibliche  Statuette.  Hoch  0,53ui. 
Aus  Kos.  In  mehrere  aneinander  anschliessende 
Stücke  gebrochen.  Auch  der  arg  verriebene  Kopf, 


der  eine  dunklere  Färbung  als  der  Torso  ange- 
nommen hat,  war  vom  Körper  getrennt,  istaber  nach 
Stil  und  Schultcrlocken  zugehörig.  Die  Füsse,  so- 
weit sie  aus  dem  Gewand  heraustreten,  fehlen. 
Hinten  ist  die  .Statuette  nicht  ausgearbeitet.  Beide 
Arme  sind  in  das  Gewand  gewickelt;  die  Hechte 
fasst  einen  Gewandzipfel,  die  Linke  liegt  auf  der 
Brust.  Nach  der  hohen  Giirtuiig,  der  zwischen  den 
Keinen  stark  hervortretenden  Gewandmasse,  der 
vcrschwimmenden  Arbeit  an  Augen  und  Haar  ein 
sehr  charakteristisches  Beispiel  für  hellenistische 
Gewandfigiircn.  Die  Arbeit  ist  ziemlich  gewöhnlich. 

1044.  Ammonskopf.  Aus  Athen.  Hoch 
0,14  m.  Pentelischor  Marmor.  Vorder-  und  I.  Seite 
di«  Gesichts  sind  leider  ganz  überarbeitet  und 
geglättet;  auf  der  r.  Seite  sitzt  noch  der  antike 
Sinter.  Hinten  leicht  gerundet  und  geraubt  : wohl 
Ansatz  eines  grossen  Gelasses.  Am  Überkopf  hinten 
ein  glatter  gerundeter  Streif:  der  Gefässrand. 
Bohrerarbeit.  — Vom  Formator  des  Münchner 
Natiimalnmseiiius  Kreittmayr  gegossen. 


Das  von  mir  in  der  Zeitschrift  des  Münchner 
Altertumsvercins  1897  und  danach  von  Aincliing 
im  Bulleltino  coiiitmale  1897,  p.  115,  Fig.  2 und  3, 
publiciertc  weibliche  Köpfclu-ii  aus  Memphis  in 
Aegypten  ist  1898  aus  der  Sammlung  Naue  in  den 
Besitz  der  Glyptothek  Ny -Carlsberg  (No.  108) 
übergegangen. 

Bei  Herrn  Professor  A.  Holm  borg, 
Director  der  k.  neuen  Pinakothek  zu 
München. 

I 045  Köpfchen  des  bärtigen  Dionysos. 
Aus  giallo  antico.  Die  Fleisclipartieen  geglättet, 
Haar  und  Bart  rauh.  Hoch  0,075  m Im  Haar  ein 
Kpheukranz.  Niedliche  Arlieit.  Kincm,  als  Kunst- 
werk allerdings  weit  überlegenen,  Kolossalknpfe 
der  Glyptothek  Ny-Carlsberg  (No.  191;  Arndt, 
pl.  71;  aus  Coli  Tyszkiewicz)  nahe  stehend  und, 
wie  dieser,  auf  ein  Origiual  aus  dem  Beginne  des 
4 Jahrhunderts  zurückgehend. 

Bei  Herrn  Dr.  Richard  Simon,  Privat- 
docenten  an  der  Universität,  Neu-Pasing 
bei  München. 

1046  und  1047.  Männlicher  bartloser 
Kopf.  Aus  les  Baux  bei  St.  Kemy  in  Südfrank- 
reich. Hoch  0,54  m.  Grauer  Sandstein,  wie  er  sieh 
an  den  antiken  Localaculpturon  jener  Gegend  häufig 
findet.  Unterteil  der  Nase  neu.  Im  Haareiii  Ocl(?)- 
Kranz.  — Ich  weiss  dieses  selt->amc  Stück  nicht 


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,\1  lim- heu.  23 


unterzu  bringen.  Kenner  der  mittelalterlichen  «üd-  j 
französischen  Kmust  vermögen  ihm  innerhalb  der- 
selben keinen  Platz  anzu weisen.  Aus  dem  Pe- 
reiche der  antiken  Kunst  kenne  ich  ebenfalls  keine 
zutreffende  Parallele.  Ob  les  llaux,  dessen  BlUtc 
in  das  12.  und  13.  Jahrhundert  fällt,  bereits  in 
antiker  Zeit  bewohnt  war,  ist  mir  unbekannt. 
Doch  ist  Verschleppung  aus  einer  der  nahegelegenen 
römischen  Ansiedlungen  der  Provence  nicht  aus-  1 
geschlossen.  Die  Perm  der  Herme  ist  in  der  antiken 
Kunst  ohne  Aualogic.  Vermutlich  locale,  bäurische 
Arbeit;  beabsichtigt  ist  wohl  ein  Porträt 

Akademie  der  bildenden  Künste. 

1048  und  1049.  Gipsabguss  eines  männ- 
lichen K o p f es.  Aufbewahrungsort  des  Originals 
unbekannt.  Hoch  bis  zur  Inschrifttafel  0,40  m. 
Dem  von  Petersen  in  den  Rom.  Mitt.  des  J,  1895, 
p.  134,  Pig.  1,  veröffentlichten  Kopfe  der  Stanza 
dei  husti  (No  310)  des  Vaticans  nahestehend,  und 
vermutlich,  wie  dieser,  einen  Griechen  aus  einer 
pcrgainenischen  Kampfgruppe  darstellend. 

Kunsthandel. 

1050  Gruppe  von  Asklepios  und  Ily- 
gieia.  Hoch  0,53  m.  Aus  Adana  iu  Cilicicn.  As-  j 
klepioe  hält  in  der  1 Hand  eine  Holle,*)  in  der  r.  : 
«len  von  einer  Schlange  umwundenen  Knotenstock, 
llygieia  fasst  mit  der  H.  eine  zweite  Schlange, 
die  nach  einer  in  der  L gehaltenen  Fracht  züngelt,  i 
Eine  weggebrochene  Stütze  verband  beide  Statu-  j 
etten  au  den  Oberschenkeln  Poliert.  Geringe  j 
Arbeit  frühestens  antoninischcr  Zeit.  Zu  ver-  | 
gleichen  ist  die  Gruppe  in  Palazzo  ttarberini:  i 
Furtwängler,  Meisterwerke,  p.  397.  Palls  über-  j 
haupt  der  Kopie  eine  originale  Komposition  zu 
Grunde  liegt,  so  ist  dieselbe  nicht  vor  dem  4.  Jahr- 
hundert v.  Chr.  entstanden. 

1051  Bronze  eines  stehenden  Jüng- 
lings, mit  Chlainys  auf  1.  Schulter  und  um  1. 
Unterarm.  Hoch  0,125  m.  Der  1.  Unterarm  war  bc- 
sonders  angesetzt  Die  r.  Hand  ist  durchbohrt,  für 
Stab  oder  Lanze  K.  Standbein,  1.  Spielbein  vor. 
Die  Chtauiya  hat  die  sogen.  Sal kante.  Leichter 
Backenbart.  Das  Haar  geht  ziemlich  regelmässig 
vom  Scheitel  aus.  Im  Hinterkopf  «ier  sogen,  attische 
Kinschnitt.  Gedrungene  Proportionen,  kurzcrOber-  i 
körper.  Der  Torso  wie  auch  der  stark  mit  Rost 
besetzte  Rücken  sind  gut  durchmodelliert.  Sorg- 
fältige Arbeit  römischer  Zeit,  nach  einem  Vor-  j 

*)  Vgl.  Furtwängler,  römische  Bronzen  aus  Deutsch- 
land, lihein,  Jahrbücher  k«,  p 'J,  An  ui.  1. 


bild  aus  dein  Kreise  des  Kresilas  (Münchener 
Diomcdet). 

1052  und  1053.  Bronze  eines  nackten 
stellenden  Jünglings  Hoch 0,18  in.  Dasl.  Bein 
scheint  iin  Knie  gebrochen  gewesen  zu  sein.  Das 
I.  Spielbein  ist  mit  voller  Sohle  auf  den  Boden 
gesetzt.  Die  Hechte  ist  iui  (iestus  der  Ansprache 
halb  erhoben.  Schani-  und  Haupthaar  sind  cha- 
rakterlos gearbeitet.  Iin  Kopfe  Keinitiiscenzen  an 
Polyklctisches.  Gedrungene  Proportionen.  Gute, 
durch  die  schöne  Patinierung  anziehende  Arbeit 
nach  einem  Vorhilde  der  Mitte  des  5.  Jahrhunderts. 
Auch  der  Rücken  ist  gut  durchmodelliert.  — Die 
Bronze  soll  seither  an  ein  deutsches  Museum  ver- 
kauft worden  sein. 

1054.  Bronzestatuette  der  Tyche- 
Forttina.  Hoch  0,15  iu.  Die  Göttin  trägt  den 
langen  ärmellosen  Chiton  mit  kurzem  Uebcrschlag; 
darüber,  um  die  Mitte  des  Körper»,  das  über  den 
1 Unterarm  geworfene  Uimation.  In  der  Unken 
hält  sie  das  mit  Früchten  gefüllte  und  am  Schafte 
mit  zwei  Tänien  geschmückte  Füllhorn.  Auf  dem 
Haupt  ein  Diadem.  Das  Haar,  das  vom  Scheitel 
glcichmässig  ausstrahlt,  fällt  hinten  laug  in  den 
Nacken  und  wird  in  der  Halsgegend  mit  einem 
Bunde  zusammongefasst.  Je  eine  Seliulterlockc. 
Die  Augen  waren  aus  edlerem  Materiale  besonders 
eingesetzt.  Sehr  anmutige,  auch  im  Rücken  gut 
durebgeführte  Arbeit  nach  einem  Vorbitde  etwa 
von  der  Wende  des  6.  und  4.  Jahrhunderts.  Vgl. 
Reinaeh,  Repertoire  248,  l.  — Das  Stück  ist  seit- 
her in  den  Privathesitz  des  Herrn  Dircctor 
Dr.  Carl  Jaeobscn  in  Kopenhagen  übergegangen. 

1055.  Bronzestatuette  des  Dionysos. 
Hoch  0,19  m.  Iu  der  Linken  ist  das  untere  Ende 
eines  geringelten  Stabes  (des  Thyrsos?)  erhalten. 
In  der  Rechten  das  Rhyton.  Chlainys  auf  I.  Schulter 
und  um  Unterarm.  Hohe  Stiefel;  die  Enden  der 
Riemen  sind  au  beiden  Seiten  des  Beines  durch- 
gcsteckt  Stirubindc,  Epticu-  oder  Weinkranz. 
Schulter-  und  Rilckeiilockcn.  Hinten  ist  das  Haar 
iu  einen  Nackenschopf  zusammengebunden.  Die 
Arbeit  ist  im  Gauzen  unerfreulich,  an  Händen 
und  Unterbcincn  sogar  recht  hart.  Der  Torso  ist 
von  unangenehmer  Schwa,mmigkeit,  das  Gesicht 
ohne  Ausdruck,  Nach  einem  Muster  praxitelischer 
Zeit. 

1056  Bronzestatuette  eines  taufenden 
Satyrs.  Hoch  0,456  m.  Spitzohren,  kein  Schwanz. 
Die  Hände  hielten  Nichts.  Der  Mund  zum  Rufen 
geöffnet.  Gute,  nach  dem  Ausdruck  des  Gesichts 
zu  urteilen,  wohl  etruskische  Arbeit  nach  einem 
Vorbilde  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderte. 


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24  Mönchen. 


Kleiubronzon  in  diesem  Motive  sind  nicht  selten; 
vgl.  z.  1$.  Roinach,  Repertoire  489,  5. 

1057.  Bronzestatuetto  des  Paris.  Hoch 
0,17  in  ohne  die  moderne  Basis.  Das  Stück  muss 
als  Attache  gedient  haben,  da  cs  anf  der  Rück- 
seite hohl  ist,  mit  zwei  nach  hinten  gehenden  dicken 
Ansätzen.  Schuhe,  geschlitzte  Hosen,  kurzer,  ge- 
gürteter Chiton  mit  laugen  Aenneln,  darüber  ein 
auf  der  Brust  geknöpfter  Mantel  Auf  dem  lockigen 
Haupt  die  spitze  Miitze.  ln  der  Rechten  ein  Apfel, 
in  der  I.inkcn  das  I.agobolon.  Stark  patiuiert. 
Massige  Arbeit 

Augsburg. 

Im  Rathaus,  im  ersten  Fürstenzimmer. 

1058  und  1059.  Gefälschter  weiblicher 
Bronzekopf.  0,2f>  m hoch.  Aus  der  Sammlung 
Riedinger.  Unserer  Absicht,  ein  Specinien  dieser 
häutig  wiederkehrenden  Fälschung  zur  Warnung 
zu  veröffentlichen,  ist  inzwischen  Furtwäugicr  in 
seinem  Buche  „Neuere  Fälschungen  von  Antiken“ 
p.  24  ft  zuvorgekommen.  Das  Augsburger  Kxcui 
plar  stimmt  mit  dem  dort  abgebildeten,  ehemals 
Kadowitzschen,  im  Wesentlichen  völlig  überein, 
leh  kenne  ausser  diesen  beiden  folgende  Exem- 
plare: 3.  im  Neapler,  4.  itn  Schweizer  Kunst- 
handel (letzteres  von  mir  nicht  selbst  gesehen), 
5.  in  römischem  Privatbesitz,  li.  in  Pest  (bei  Furt- 
wängler  a.  a.  0 erwähnt,  7.  bei  Prof,  llolmberg 
in  Mönchen,  8.  bei  Jatta  in  ltuvo  (nach  Mitteilung 
Amelungs),  9 bei  Generalkonsul  Kiscnmann  in 
Berlin  (vou  Furtwängler  a.  a 0.  erwähnt),  10.  im 
Museo  civico  in  Verona  (1.  Zimmer  unten  rechts; 
nach  Mitteilung  Bulles).*) 

Im  Maximiliansmuscum. 

(Vorstand:  Regierungs-  und  Kreismediciimlrat 
Dr.  Roger.) 

Vgl.  Chronica  der  Stadt  Augsburg  1595  (mit 
Abbildungen  der  Antiken)  und  die  beiSittl,  Hand- 
buch der  Archäologie,  p.  154,  citierte  l.itteratur, 
vor  Allem:  M.  Mezgcr,  Die  römischen  Stoindenk- 
mälcr  im  Mnscum  zu  Augsburg,  1882. 

1060  and  1061.  Bronzestat uclte de r Aphrn 
dite.  Museumsnummer  169.  Hoch  ca.  0,16  m ln 
der  GUni  (im  baycr  Regierungsbezirk  Schwaben, 
in  der  Gegend  von  Ulm)  gefunden.  Sicher  antik ; 
gute  Patina  mit  roten  Wucherungen.  Die  Augen 
waren  mit  Silber  eingelegt;  der  Mantel  hat  einen 
doppelten,  mit  Silber  eingelegten  Saum.  Die  Ohren 
scheinen  Schmuck  getragen  zu  haben.  Das  Stöck 

•)  Verschiedene  weitere  Kxemplsre  bähe  Ich  vur  vier 
Jahren  itn  Florentiner  Kunathanüvl  gttftehen.  (Amclnng  ' 


Augsburg. 


int  von  ganz  besonderer  Feinheit,  unter  den  in 
Deutschland  gefundenen  Bronzen  jedenfalls  eine 
der  besten.  Die  Göttin  ist  als  .Sandalenbindcriu 
dargestellt:  sie  stellt  mit  dem  I.  Bein,  befestigt 
mit  der  Hechten  die  Sandale  am  r.  Fuss  und 
balanciert  mit  der  1.  Hand.  Das  gewöhnliche,  it» 
zahlreichen  Kleinhronzen  und  Marmorstatuctten 
vertretene  Motiv  der  .Sandalenbinderin  ist  das 
chiastische:  dass  die  Göttin,  auf  dem  r.  Beine 
stehend,  mit  der  Hechten  die  .Sandale  am  1.  Fusse 
befestigt.  Der  Augsburger  Bronze  steht  im  Motive 
eine  aus  Alexandria  (wo  wahrscheinlich  der  Typus 
erfunden  worden  ist)  stammende  Bronze  der 
Bihliotheque  nationale  nahe:  licinach,  Repertoire, 
347,  10.  — Abguss  des  Augsburger  Stückes  itn 
Münchener  Gipsrauscum. 

1062  und  1063.  Pferdekopf  aus  vergol- 
deter Bronze.  Puhl,  von  Dr.  v.  Kaiser,  der 
Ober  Donau  Kreis  im  Königreich  Bayern,  Augsburg 
183*2,  111,  Taf.  1,  Xo.  5.  befunden  1760  hei  Pfer- 
see an  der  Wertach.  Dünner  Hohlguss.  Höchste 
Höhe  ca.  0,47  m,  höchste  Breite  ca.  0,70  ui.  Sorg- 
fältige römische  Arbeit,  vielleicht  von  einein  Vier- 
gespann. Abguss  ebenfalls  in  München. 

1064  a.  Heraklesköpfchen.  Hoch 0,1  Im. 
Von  einer  Statuette.  Feinkörniger  Marmor.  Poliert. 
Die  Nase  ergänzt.  Nach  der  Pupillcnaugabe  nicht 
vor  dem  Kode  des  2.  Jahrhunderts  u.  Chr.  Vcr- 
schwollcnc  Ohren.  Im  Haar  ein  hinten  geknüpfter 
Pappcl-(?)Kranz  Leidliche  Arbeit  nach  hellenisti- 
schem Originale. 

b.  Torso  einer  Herakles  Statuette. 
Mtiscuuisnummer  130.  Erwähnt  bei  v.  Baiser,  Das 
römische  Antiquarium  zu  Augsburg,  1823,  p.  26, 
No.  6 Angeblich  aus  Pompei.  Hoch  0,24  in.  Grob- 
körniger Marmor.  Das  Fell  fallt  im  Rücken  weit 
herab  Der  abwärts  gehende  r.  Arm  war  mit  einem 
Metalldübel  angesetzt;  der  I.  Arm  ging  ebenfalls 
abwärts  In  der  Mitte  des  r.  Oberschenkels  aussen 
der  Stammansatz.  Am  Oberschenkel  des  1.  Spiel- 
beins aussen  ein  .Stützenrest.  Flotte  römische 
Arbeit  mit  viel  Detail;  auch  die  Rückseite  ist 
ausgearbeitet.  Zum  Motiv  vgl.  etwa  Museo  Tor- 
lonia  242;  ob  der  Kopf  bärtig  oder  unbärtig  war, 
lässt  sich  nicht  mehr  entscheiden-  Nach  einem 
Vorbilde  frühestens  des  4.  Jahrhunderts.  Vgl. 
auch  E-V  503  A. 

1065.  Hochrelief:  Mercuri ust  den  Amor 
tragend.  Mit  B,  12  bezeichnet.  Mezger  p 20, 
No  XII  1854  in  Gersthofen  gefunden  Hoch 
ca.  1,30  m,  breit  ca.  0,63  m.  Sandstein.  Mercurius, 
die  lange  C'hlaniys  anf  1.  Schulter  und  Arm,  hält 


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Augsburg. 


Hannover. 


in  der  Kochten  das  Kcrykoiou,  unterhalb  dessen 
Hahn  und  .Schildkröte  angebracht  sind,  in  der 
Linken  eine  runde  Kugel  (den  Beutel  ?)t  auf 
welcher  ein  kindlich  gebildeter,  am  Flttgelrcst 
hinten  links  kenntlicher  Amor  sitzt  (Oberteil  fehlt)» 
der  mit  beiden  Händen  einen  Apfel  o.  ä.  hält, 
(inte  locale  Arbeit.  Für  die  Verbindung  der  beiden 
Gottheiten  kenne  ich  aus  römischer  Zeit  keine  Be- 
lege ; das  aus  der  ersten  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts 
v.  Chr.  stimmende  Münchner  Terracottirelief  aus 
Unteritalien,  auf  dem  Hermes  der  Aphrodite  gegeu- 
überstellt,  die  auf  ihrem  r.  Unterarm  einen  kleiner 
gebildeten  Eros  trägt  (Roscher,  Mythol.  Lexikon 
s.  v.  Eros.  Sp.  1352,  und  dazu  Furtwängler: 
„Offenbar  ein  Votiv- Piuax,  der  sich  auf  einen 
Kult  bezieht,  in  dem  mit  Hermes  und  Aphrodite 
zusammen  auch  Eros  verehrt  ward"),  darf  man 
schwerlich  zur  Deutung  eines  provincial-römischen 
Monumentes  herbeiziehen.  Mezger  denkt  an  Bonus 
eventus  oder  einen  der  Dii  Lncrii. 

1 066.  U e 1 i e f f r a g in  e n t.  Mit  B.  1 be- 
zeichnet. Mezger  p.  14,  No.  1.  Ehemals  am 

Jacobsthor  iu  Augsburg  eingemauert-  Oben  Ab- 
lauf; Nebenscito  eines  .Sarkophags?  Grösste 
Breite  ca.  1,02  in,  höchste  Höhe  ca  1,10  in.  Sand- 
stein. Das  Relief,  von  roher,  offenbar  localer 
Arbeit  und  schlechter  Erhaltung,  steht,  in  die 
Wand  eingelassen,  in  ungünstiger  Beleuchtung. 
Was  ich  erkennen  konnte  und  was  durch  die 
Photographie  bestätigt  wird,  ist  Folgendes:  Links 
Rest  eines  n.  r.  sitzenden  Bärtigen;  Mantel  auf 
der  I.  Schulter.  Die  1.  Hand  ruht  auf  dem  I Bein; 
sie  hält  einen  langen  Stab,  offenbar  ein  Sccptcr, 
das  bis  zwischen  die  Füssc  der  r.  ihm  zugewandt 
stehenden  Frau  reicht.  Diese  erhebt  dcu  im  Ellen- 
bogen gekrümmten  r.  Arm  mit  demonstrierender 
Gebärde,  während  ihr  1.,  in  das  Gewand  gehüllter 
Arm  aufgestützt  gewesen  sein  muss.  Ihr  Ober- 
körper scheint  bis  unter  die  Scham  nackt  zu  sein ; 
der  Unterkörper  ist  von  einem  auf  den  1.  Arm 
hinaufgezogeiicn  Gewände  verhüllt.  Auf  dem 
Kopfe  hat  sie  anscheinend  eine  spitze  Mütze. 
Hinter  ihr  steht  de  face  Hermes,  nackt,  in  der 
Linken  das  Kerykcion.  — Schwierig  ist  die  Deutung 
der  dargcstellteu  Scene.  Trägt  die  Frau  that- 
sächlich  eine  spitze  Mütze,  so  müsste  man  sie  für 
eine  Thrakeriu  halten,  und  es  läge  dann  nahe,  in 
ihr  Eurydike,  die  Gattin  des  thrakischen  Sängers 
Orpheus,  zu  erkennen,  etwa  wie  sie  Hades  anficht, 
ihr  die  Rückkehr  an  die  Oberwelt  zu  gestatten. 
Litterarisch  ist  eine  derartige  Episode  allerdings 
nicht  überliefert.  Im  andereu  Falle  köuute  man 
z.  B.  an  die  auf  der  capitolinischen  tabula  Iliaca 


25 

Uargestellte  Scene  der  Ilias  denken,  wo  Thetis 
den  Zeus  aiifleht,  Agamemnon  und  die  Achäer 
zu  demütigen.  Bei  beiden  Sccnen  wäre  Hermes 
nm  Platze. 

1067.  Römisches  Relief:  Totenmahl. 
Mit  C.  20  bezeichnet.  Mezger  p.  53,  No.  XXIX.  Aus 
Stadthagen  bei  Augsburg  Rechts  unvollständig. 
Breit  ca.  1,90  m,  hoch  ca.  0,50  m.  Sandstein.  Rohe, 
logale  Arbeit.  Sehr  zerstört.  Von  I.  nach  r.  sind 
j dargestellt:  Ein  auf  einem  Untersatz  stehender 
I Mischkrug,  auf  dessen  Henkeln  ie  eine  Taube 
| sitzt.  Eine  nach  r.  stehende  Frau.  Der  Verstorbene 
1 auf  einer  Kline  u.  I.  liegend.  Diesseits  der  Kline 
' ein  kleines  Tischchen,  dessen  Fflsse  in  der  Mitte 
Löwen  köpfe  haben.  Zu  Füssen  des  Toten  auf 
der  Kline  steht  ein  Hund.  Zweite  stehende  Frau, 
».  I.  gewendet.  Einhenkliger  Becher.  Linke 
Hälfte  eines  Tisches,  mit  geHügclteiu  Löwengreif 
als  Elisa,  drei  Gcfäase  auf  der  Tischplatte.  — 
Vgl.  Hettner,  die  römischen  SteiudcnkmÄler  de« 
Provincialmiiscums  zu  Trier,  No-  808,  und  die 
dort  cltierten  entsprechenden  Darstellungen,  sowie 
j Furtwängler,  Bayer.  Sitzungsberichte  1897  (Adain- 
| Kltasi.  Zur  Athena  Lemma),  p.  279,  nach  welchem 
in  der  provincialen  Kunst  die  Reliefs  mit  dein 
sog.  Totenmahltypus  in  seiner  hellenistischen  Ge- 
stalt in  der  Havischcn  und  noch  mehr  in  der 
I traianischcu  Epoche  beliebt  geworden  sind. 


Unter  dcu  übrigen  Sculpturen  des  Maximilians- 
luuseiiins  verdienen  hier  noch  Erwähnung: 

a.  Statuette  eines  liegenden  Aiuor, 
ca.  0,90  m lang,  höchste  Höhe  ca.  0,82  in.  Mezger 
p 29,  No.  XXV.  AtisOber-Bächingen  bei  Augsburg. 
Im  Typus  der  Statuetten  Reinach,  Repertoire,  pl 
490—492;  Clarac-Kcinach,  pl.  353,  354,  442,  443, 
445;  am  nächsten  io  der  Haltung  der  nicht 
gekreuzten  Fiiase  entsprechend  der  Florentiner 
Statuette  Clarae- Reinach  pl.  442,2  — Diitschke  544 
Marmor.  Schlafend.  Hinten  der  Köcher,  das  Band 

| über  der  Brust.  Lockiges  Haar  ohne  Scheitelzopf. 

I Die  Linke  hält  einen  Mohnstongel,  der  r.  Arm 
von  der  Mitte  de»  Oberarmes  ab  fehlt.  Liegt  auf 
seinem  Gewand.  Auf  dem  Fel»  vorn  Eidechse, 
Schnecke  und  ein  zerstörter , peduiiiähnlichcr 
(aber  nicht  gekrümmter)  Gegenstand  (kein  Bogen). 

I Hübsche  Arbeit 

b.  Rechter  weiblicher  Bronzearm,  von 
guter  Arbeit  und  feiner  Patina,  1894  im  Fluss- 
bett des  Lechs  bei  Augsburg  gefunden.  Die 
Finger  scheinen  etwas  gehalten  zu  haben. 


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26 

Hannover,  Provincial-Museum. 

Katalog  von  Heinrich  Köhler,  1891. 

Den  Grundstock  der  Sammlung  bilden  die 
Antiken,  welche  der  General  von  Walnioden  in 
der»  sechziger  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts 
in  Kom  kaufte  (vgl.  Justi,  Winckclinami*,  III, 
I».  *280).  Ein  Verzeichnis  seiner  Sammlung  erschien 
anonym  1781:  „Nachricht  von  einer  Kunstsainni- 
hing  zu  Hannover“  (Bild,  der  schönen  Wissen- 
schaften B.  IV,  St. 2);  18  Jahre  später  von  Fr.  Ball- 
horn: „Nachlicht  von  der  Gräflich  Walinoden-Gim- 
born’schen  Antikensammlung  zu  Hannover“  (Beil. 
Archiv  der  Zeit  und  ihres  Geschmacks,  Okt.  1798. 
1».  346).  Aus  diesen  Nachrichten  stammen  die  iiu 
Folgenden  angeführten  Fundnotizen,  die  indes»  mit 
Vorsicht  aiifziinelimeii  sind,  da  sie  teilweise  von  den 
Verkäufern  der  Antiken  erdichtet  »ein  mögen.  Die 
Waliiioden’schcnSeulpturcii  gingen  später  in  könig* 
liehen  Besitz  über  und  wurden  liebst  einigen  anderen 
zur  Decoration  der  .Schlösser  verwandt  (Justus 
Moltlinn,  Verzeichnis  der  Bildhauerwerke  und  Ge- 
mälde, welche  sich  in  den  künigl.  HanuovcrVchcn 
Schlössern  und  Gebäuden  betinden,  Hannover  1844). 
Nach  der  UeberfUhrung  ins  Provincialmuscum 
kanten  zu  der  Sammlung  einige  wenige  neue  Er- 
werbungen hinzu,  wie  Nr.  1085  (Relief  aus  Smyrna  < 

1068.  Flöte  blasender  Satyr.  Köhler  2. 
Gefunden  in  der  lladriansvilla  bei  Tivoli,  war  dann 
zunächst  in  der  benachbarten  Villa  d’Estc  aufge- 
stellt  (fehlt  in  der  Aufzählung  der  Kunstwerke  aus 
der  lladriansvilla  hei  Winnefeld,  Ergänzungslicft 
de*  Jahrh.  III,  p.  150  IT.)  Hoch:  ohne  Pliutlic 
1,27  m.  Grosskrystalliger  Marmor.  Der  Kopf 
war  gebrochen,  seine  Zugehörigkeit  ist  fraglich; 
die  ganze  Statue  ist  aus  vielen  Stücken  zusamincn- 
gellickt.  Ergänzt  (von  Pietro  Paeilli):  die  Nase, 
der  Penis,  ein  Teil  des  I.  Beines  unterhalb  des 
Kniccs,  ein  Stück  des  Bauches,  das  1 Handgelenk, 
Teile  des  r.  Unterarms  und  der  Hand,  sowie 
Stücke  der  Querflöte.  Über  den  Typus  vgl. 
Klein,  Praxiteles  p.  212  ff. 

1069  Dionysos.  Köhler  4.  Gefunden  1766 
auf  dem  Palatin.  Gelblicher,  grosskrystalliger 
Marmor  Hoch:  mit  Pliutlic  80 cm  Ergänzt  (von 
G.  Angcliui):  Stück  der  Nase  und  der  I Wange, 
Teile  des  Kranzes,  beide  Arme,  das  Glied,  das  1. 
Bein  vom  Knie  abwärts,  das  r , soweit  es  unten 
vom  Stamm  gelöst  ist,  die  Plinthc.  Iler  Baumstamm 
mit  der  ihn  umwindenden  Hebe  ist  antik,  ergänzt 
noch  der  Vord erteil  des  Panther»  und  da»  Gefäs», 
darauf  er  den  Fass  setzt  Schlechte  Arbeit. 

1070  Eros  und  Psyche,  Köhler  10.  Befand 
sich  bis  1766  im  Palazzo  Barberiui;  Justi,  YYinekcI- 


llannover. 

mann*.  III,  25  ideutificiert  da»  Werk  mit  «1er  bei 
Tivoli  gefundenen  Gruppe,  wegen  deren  Winckcl- 
mann  dem  c, »minien*  Bosclii  «len  Proces»  machen 
wollte,  weil  er  den  Fund  nicht  angezeigt  hätte 
| (vgl  Brief  an  Riedesel  vom  9.  Nov.  1765).  Fein- 
körniger Marmor.  Hoch:  mit  Plinthc  90  cm,  Breite 
der  Plinthc  34  cm;  diese  ist  hinten  halbkreisförmig. 
Ergänzt:  beide  Flügel  des  Eros,  der  I.  der  Psyche, 
die  1.  Hand  der  Psyche,  der  r.  Fils»  des  Eros, 
: sein  Köcher,  welcher  an  der  oben  als  Baumstamm 
charakterisierten  Stütze  hängt  Die  Gruppe  unter- 
| scheidet  sieh  sowohl  durch  die  Haltung  der  Figuren, 
i als  auch  durch  die  für  Psyche  ungewöhnliche 
I Art  der  Euthlössung  von  allen  übrigen  Dar- 
[ Stellungen  des  kindlichen  Liebespaares  (vgl.  die 
Aufzählung  derselben  bei  CoIHgnon  „Essai  sur  los 
monnments  grecs  et  romaius  rclatifs  au  mythe 
de  Psyche“,  Paris  1877).  Die  moderne  Entsteh- 
ung des  rohen  Werke»  ist  daher  nicht  unwahr- 
scheinlich. 

1071.  Sitzende  Frauenfigur.  Köhler  15. 
Gefunden  1765  unweit  Tusculums  Hoch:  ohne  die 
moderne  Plinthc  76  cm  Ergänzt:  beide  Hände, 
Zehen  des  r.  Kusses.  Der  Kopf  ist  antik,  aber 
nicht  zugehörig,  von  grobkörnigerem  Marmor  als 
der  Torso.  Für  diesen  war  der  Kopf  gesondert 
gearbeitet  ziuu  Einsetzen  in  den  Ucwaiulausscliuitt: 
um  den  jetzigen  Kopf  zu  verweudeu,  ist  ein 

I modernes  HaUstück  cingcfügt.  Aui  Kopfe  ist 
Nase  und  Kinn  ergänzt,  er  ist  mit  einem  Zacken- 
diadem geschmückt,  das  Haar  ist  hinten  zu  einem 
Schopf  aufgenoimnen. 

1072.  Sitzender  Pan.  Köhler  6.  Ehemals 
im  Palazzo  Salviati  in  Rom.  Feinkörniger  Marmor. 
Hoch:  ohne  die  moderne  Plinthc  61  cm.  Ergänzt: 
der  r.  Unterarm  mit  der  Schale,  die  Nase,  der 
vordere  Teil  des  Pinienkranzes  über  der  Stirn, 
der  grösste  Teil  des  Olierschädels,  der  I Unter- 
schenkel, Henkel  and  Hals  der  Amphora,  Stücke 
de»  Felssitzcs.  Wiederholung  der  Figur  in 
Madrid,  Museo  arqueolögico  2716  (Abb.  Reinach, 
Repertoire  de  la  Statuaire  11.  68,  4).  Auf  der  1. 
Schulter  liegt  ein  zusammengeknotetes  Ziegenfcll, 
von  dem  je  ein  Kuss  nach  vorn  und  hinten  herab- 
hängt;  die  Enden  fallen  über  die  Amphora.  Diese 
ruht  auf  einem  anderen  Fell  eigentümlicher  Form. 
Da»  auf  der  Innenseite  des  Schenkels  sichtbare 
Stück  i»t  viereckig  zugeselinittcn  und  hat  einen 
dreieckigen  Einschnitt,  auf  der  anderen  Seite 
scheint  cs  in  zwei  Streifen  geteilt  zu  »ein,  deren 
längerer  wieder  heraufgezogen  ist,  so  dass  eine 
Art  Schleife  entsteht.  Diente  ein  solches  Fell 
zum  Tragcu  der  Amphoren  V Gute  Arbeit. 


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27 


aiiiiovti. 


1073.  KnücbeUpieleriu  Köhler 3.  A hg.  bei 
Cavaceppi,  Raccolta  iPanticbc  atatuc  I 60,  mit  der 
falschen  Unterschrift:  Niufa,  rinvennta  nel  niese  di 
maggio  deü’  anno  1766.  Clarac  754,  1836.  Vgl. 
Hcydemann,  Die  Knöchelftplelcrin  im  Palazzo 
i'-olonna,  Halle  1877,  p.  26,  Anin.  08.  Gefunden  ward 
die  Statue  zusammen  mit  einem  Pendant  (British 
Museum,  abgeb.  Clarac  578,  1248)  Milte  Okt.  1765 
in  der  Vigna  Verospi  am  Pincio  neben  einer  alten 
Pontainenanlnge  (vgl.  Winekelmann,  Briefe  an 
Ueyne  vom  5.  und  20.  Dez.  1765)  lb»eh:  mit  Plintho 
und  Kopf  70  cm.  Die  Plinthe  hat  die  Form  eines 
unregelmässigen  Ovals  (grösste  Länge  67  cm)  und 
bildet  unterhalb  des  I.  Fussen  des  Mädchens  eine 
Ecke,  und  an  einer  anderen  Stelle,  unterhalb  der 
r.  Hand,  ist  die  ringsum  laufende  Hohlkehle  noch- 
mals unterbrochen  (vgl.  die  Plinthe  des  schlaugeu- 
wiirgeiulen  Herakles  in  Turin,  DUtschke  85).  Er- 
gänzt sind  (von  Cavaceppi)  der  Kopf  uml  die  I 
Schulter,  der  r.  Fuss  und  die  Zehen  des  l,  Mittel- 
lind  Zeigefinger  der  I.  Hand,  an  der  r.  Daumen, 
Zeigefinger,  Spitzen  «1er  Übrigen.  — Der  Typus  dieser 
Figur  ist  in  mehreren  Repliken  erhalten  (siehe 
Heydemaun  a.  a O );  die  meisten  derselben  stellen 
kuöchetspiclende  Mädchen  dar,  zum  Teil  mit  Por- 
trätzügen; eine  ist  zu  einer  Wasser  schöpfenden 
Nymphe  iniigewandelt.  Da  am  hannoverschen 
Exemplar  keine  Knöchel  auf  der  Plinthe  liegen, 
muss  angenommen  werden,  dass  dieselben  von  «len 
abgebrochenen  Fingern  der  R gehalten  waren, 
wenn  anders  die  Figur  als  Knüchelspiclenn  er- 
kennbar sein  sollte.  Eigentümlich  ist  diesem  uml 
dein  mit  ihm  gefundenen  Exemplar  der  kleine 
Bogen  mit  Tierköpfen  an  «len  Enden,  der  unter 
der  I.  Hand  liegt.  Durch  ihn  wird  angedeutet, 
«lass  die  Dargestcllte  eine  Gefährtin  «ler  Artemis 
ist,  die  sieh  nach  der  Jagd  an  dem  mädchen- 
haften Spiel  ergötzt. 

1074  Perseus  und  Andromeda.  Köhlerl. 
Abg.  bei  K.  F.  Hermann,  Perseus  und  Andro- 
meda, Göttinger  Winckeliuannsprogramm  1851. 
Friederichs-  Wolters  No.  1551h  Die  Gruppe  ward 
1760  Im  sogenannten  Ainpliiilieatruni  Castrensc 
bei  Santa  Crocc  in  Horn  gefunden  (siehe  Winckel- 
maun's  Brief  an  Muzel  Stoscli  vom  1.  Nov.  1760; 
Werke  ed.  Eisclcin,  X,  p.  452);  sie  war  in  viele 
Stücke  zerbrochen,  die  von  Cavaceppi  zusammen- 
gesetzt und  ergäuzt  wurden.  Hoch:  die  Andro- 
medafigur  1,36  m,  «ler  antike  Teil  der  Plinthe  16  cm; 
der  hohe  untere  Teil  «ler  Plinthe  ist  ergänzt,  auch 
ist  die  Plinthe  an  der  Rückseite,  wo  sie  halbkreis- 
förmig gebildet  war  (zum  Aufstellen  iti  einer 
Nische  bestimmt),  zum  Viereck  ergänzt.  Breite 


der  Plinthe  an  der  Vorderseite  82  cm.  Ergänzt 
sind  der  Kopf  des  Perseus,  der  Penis,  Flügelende 
aiu  r.  Schuh,  Splitter  des  Mantels,  der  Schopf 
der  Meduse  und  Teile  ihres  Gesichtes;  «lio  Nase 
der  Andromeda,  ihr  r.  Arm,  Stück  des  I Fuss  es 
und  Splitter  des  Gewandes.  Die  Frage,  in  wieweit 
die  erhobenen  Arme  der  beiden  Figuren  antik 
sind,  bedarf  noch  einer  neuen  Untersuchung,  deren 
Resultat  im  nächsten  Heft  mitgcteilt  werden  soll.*) 

1075.  Atliena.  Köhler  7.  Gefunden  1765  in 
der  Nähe  von  Tusculniu.  Hoch:  mit  Sockel  03  cm 
Ergänzt  (von  G.  Angclini):  der  Kopf,  der  ganze 
1.  Arm,  der  r,  soweit  er  aus  dem  Ärmel  hervor- 
kommt, der  Schild  mit  «lern  darunter  liegenden 
Block,  Splitter  des  Gewandes.  Die  Stütze  des 
Schilde-«  ist  an  «las  Gewand  angegipst ; es  ist  nicht 
wahrscheinlich,  dass  an  dieser  Stelle  der  Rest 
eines  antiken  Puntcllo  war.  Iin  Nacken  ist  das 
Ende  des  Zopfes,  mit  einem  Bande  umwunden, 
erhalten,  die  Aegis  ist  auf  dem  Rücken  ohne 
Schuppen  gebildet.  Die  Statuette  gehört  in  eine 
grössere  Reihe  von  hellenistischen  Athenatypen, 
die  alle  durch  die  hohe  Gürtuiig,  das  lange  Apo- 
ptygma,  tlie  grosse  Faltenfülle  des  unteren  Teiles 
des  Peplos,  die  Aegis  mit  aufgeworfenen  Rändern 
charakterisiert  werden:  Clarac  462 D,  888 D und 
461),  888  (Neapel),  462  E,  848  (Turin),  472,  81)8  A 
(Rom). 

1076  und  1077.  Köhler  22  Weiblicher 
I d e a I k o p f , als  Muse  bezeichnet.  Höhe  des 
Kopfes  26  cm,  ergänzt  die  Nase  und  die  Büste. 
Das  Gesicht  ist  geputzt,  in  den  Haaren  ist  der 
bräunliche  Sinter  belassen.  Wiederholung  des 
Kopfes,  der  der  Artemis  Colonna  aufgesetzt  ist. 
Sehr  ähnliche  Köpfe  finden  sieh  an  dein  Sarkophag 
mit  den  Klagefrauen  in  Koustantinopel. 

1078.  Köhler  23.  Idealer  Mädchenkopf, 
Hebe  genannt.  Hoch  mit  Hals  23  cm.  Ergänzt: 
die  Nasenspitze,  Teile  der  Locken,  ein  Stiiek  des 

•;  Diu  (irtip|»e  ist  vor  einem  Fenster  aufgcstellt  uml 
kaum  photugraphierbar;  daher  die  geringe  «Jualitüt  der 
Aufnahme.  Eine  gute  Photographie  nach  deui  Berliner 
Gipsabguss  Ul  hei  der  photogr.  Gesellschaft  in  Berlin  unter 
Nu.  1171  küufileh.  — Wir  verdanken  Franz  Ktudnicxka  die 
Mitteilung  seiner  Untersuchungen  über  die  Restauration 
der  Gruppe,  die  sich  in  den  Hauptpunkten  mit  den  Grooven-* 
sehen  und  meinen  eignen  Beobachtungen  decken:  .Im 
Wesentlichen  ist  die  Gruppe  antik  Neu:  Kopf  und  Hai» 
de«  Perseus,  ftclr.c  r.  Hand,  von  Andromedas  I-  Arme  höchst 
wahrscheinlich  nur  das  Htück,  wo  die  B.  de»  Perseus  an- 
»ctxl,  und  ihre  Finger.  Am  Gorgoueion  grosser  Teil  de» 
Gesichtes  neu,  mit  scharfem  Schnitt  eingeselxt  und  ge- 
kittet. Andromedas  Gesiebt  geputxt,  aber  echt,  mit  gut 
griechischer,  an  Grabreliefs  de»  4.  Jahrhunderts  erinnern 
«ler  Hanrhchnndlung".  (Arndt) 


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2H 


Hannover. 


lialsrandes  und  den  Hinterkopfcs.  Die  Rückseite 
des  Kopfes  ist  unbearbeitet  von  dem  Hände  an, 
das  hinter  den  vorderen  llaarwellen  den  Kopf 
umzieht.  Die  Angabe  der  Augensterne  jeden- 
falls modern;  das  Altertum  des  Kopfes  (Iberhaupt 
zweifelhaft. 

1079.  Kopf  des  Apollo  auf  moderner  Bllste. 
Kühler  16.  Nach  der  Koriu  des  Hrustaiissrlinittes 
war  der  Kopf  zum  Einsetzen  InelneSlatue  bestimmt. 
Hoch:  vom  Scheitel  bis  zum  unteren  Itandc  de» 
Brustausschnittes  46  cm.  Ergänz  : die  Nasen- 
spitze, Oberlippe,  Teil  der  Unterlippe,  l.ocke  über 
dem  r.  Auge,  Teil  der  entsprechenden  Locke  I., 
die  meisten  .Spitzen  der  Lorbeerblätter  und  die 
meisten  Lockenenden.  Die  Rückseite  des  Kopfes 
hinter  dem  Kranze  und  den  zu  den  Schultern 
fallenden  Locken  ist  ganz  roh  belassen  — Der 
Kopt  tragt  den  Lorbeerkranz  gleich  den  bekannten 
Köpfen  des  Apollon  Kitliaroidos,  stimmt  aber  im 
Typus  nicht  mit  ihnen  überein.  Die  Haarordnung 
hat  er  gemein  mit  dem  Kopfe  Harraeco  und  »einer 
Sippe  (Overbeck,  Kunstmythologic  IV.,  p.  10!)  ff.). 

1080  lind  81.  Fragment  einer  (iruppc: 
Kopf  eines  Jünglings,  der  mit  der  I.  Hand 
die  in  »ein  I.  Auge  greifende  I.  Hand  eines 
Anderen  ahzuwohren  sucht.  Köhler  24.  Abgeb 
nach  einer  kleineu  Skizze  Treu»  in  den  Athen 
Mitt.l889,p.  163, Anm.  2.  Grosskrvstalliger Marmor. 
Hoch : vom  Bruch  des  Halses  bis  zu  der  höchsten 
Stelle  der  Hand  28  cm.  Ergänzt  ausser  der  Büste 
die  Nase,  Ober-  und  Unterlippe,  das  r.  Ohr.  Ein 
Splitter  der  I.  Wange  ist  eingekittet.  Von  der 
Hand  des  Gegner»,  deren  Mittelfinger  sich  ins 
Auge  bohrt,  liegen  der  Ringfinger  und  kleine 
Finger  umgebogen  auf  den  Haaren,  Zeigefinger 
und  Daumen  Bind  vorgestreckt  der  Stirne  zu. 
Die  Lage  der  Finger  zu  veranschaulichen  dient 
die  erwähnte  kleine  Skizze  Treu»  Er  schrieb 
unsern  Kopf  einer  Replik  der  Gruppe  zu,  welche 
Skylla  die  Gefährten  de»  Odysseus  verschlingend 
darstellte.  Die  Verbreitung  dieser  Gruppe  im  Alter- 
tum bezeugen  die  Reste  verschiedener  Marmor- 
repliken, die  zusammen  mit  der  Beschreibung 
einer  in  Konstantinopcl  aufgeatcllten  Bronzereplik 
ein  deutliches  Bild  der  Darstellung  gewinnen 
lassen  (siebe  AA’aser , Skylla  und  t'harybdis, 
Zürich  IH'.'t,  und  oben  No.  55"»/56  und  Nachträge 
zu  Serie  1 II'.  Skylla  war  gebildet  als  mächtiges, 
nacktes  Weib,  dessen  Körper  von  den  Hüften  ab 
in  einen  Fischschwanz  übergeht.  Au»  dem  mit 
Blättern  verdeckten  Unterleib  ragen  die  Vorder- 
teile von  drei  Hunden  hervor,  deren  jeder  einen 
Mann  zerfleischt,  während  ein  vierter  Mann  von  der 


L.  des  Weibes  gepackt  wird,  deren  R.  ein  Ruder 
hält.  Aon  diesem  Opfer  der  Skylla  ist  uns  der 
Kopf  in  zwei  Exemplaren  erhalten,  kenntlich  eben 
durch  die  Hand  der  Skylla,  welche  in  seine  Haare 
greilt.  A'on  der  Hand  de»  Mannes  hingegen  ist 
an  beiden  Köpfen  keine  Spur  erhalten ; wenn  er 
eine  Bewegung  gemacht  hat,  um  sich  zu  befreien, 
muss  seine  Hand  den  Arm  der  Skylla  berührt 
haben  Im  Gegensatz  zu  den  Köpfen  in  Rom 
uud  Palermo , die  beide  bärtig  sind . ist  der 
hannoversche  jugendlich,  und  der  Griff  der  Hand, 
die  auf  ihm  liegt,  ist  hier  ein  total  anderer  wie 
dort.  Sie  hat  den  Kopf  nicht  erfasst,  um  seinen 
Besitzer  in  die  Höhe  zu  ziehen,  ihr  ganze»  Be- 
streben geht  vielmehr  darauf,  den  Mittelfinger 
in  das  Auge  zu  bohren.  Zu  beachten  ist  ferner, 
dass  diu  Hand  durchaus  nicht  grösser  ist  als  die 
abwchrciide  des  Jünglings;  dagegen  giebt  sich 
die  Hand  in  den  Haaren  de»  römischen  und  des 
palen&itaner  Kopfe-  durch  ihre  Grosse  als  die 
eine»  übermenschlichen  Wesens  zu  erkennen. 
Während  die  hehlen  letzteren  Köpfe  und  ebenso 
die  der  unbärtigen  Odyssetlsgcführten,  welche  von 
Hunden  zerfieischt  werden,  längeres  Haar  haben, 
ist  das  de»  hannoverschen  Kopfes  kurz,  in  kleine 
Klumpen  geballt  wie  an  anderen  Atbletenköpfen, 
und  das  antike  I.  Ohr  zeigt  die  .Spuren  früherer 
Kämpfe,  wie  es  bei  l’aukratiastcn  der  Fall  ist. 
Mit  Recht  ist  in  dem  Museumskatalog  auf  die 
l’ausaniasstellc  (III,  14,  10)  verwiesen,  welche  die 
Kämpfe  der  spartanischen  Epheben  im  l’latanistas 
schildert:  pä/ovTtu  bt  xul  t\  /rpoi  xni  (pui;- 
buivtcg  bäxioeui  Ti  xai  tuüs  i'upltaXuuög  iBiopeo- 
novmv.  Einer  (•rappe,  die  eine  Scene  solchen 
Kampfes  darstellte,  scheint  der  Kopf  angehört  zu 
haben  — Stilistisch  dürfte  am  ehesten  der  Kopf 
des  borghcsischcn  Fechter»  (»  oben  zu  No.  733/34) 
zn  vergleichen  sein. 

1082  Bronzemaske,  sog.  Scipio.  Köh- 
ler 26.  Bi»  1762  im  Palazzo  Spada  befindlich.  Höhe : 
31  cm.  Die  Maske,  deren  ganz  regelmässig  ge- 
schnittener Rand  hinter  den  Ohren  hinläuft,  ist  auf 
einen  Hinterkopf  und  eine  Büste  ans  Basalt  gesetzt. 
Das  Mittelstück  der  Maske  war  ausgebroehen, 
die  Naht  umzieht  just  das  Gesicht.  Einige  au  die 
Naht  stossende  Stücke  sind  ausgebroehen  und 
durch  Flicken  ersetzt,  z.  B.  Uber  beiden  Augen. 
Ziemlich  weit  oberhalb  des  r.  Auge»  ist  die  für  die 
sogenannten  Scipiokopfe  charakteristische  Narbe, 
halb  auf  dem  inneren,  halb  auf  dem  umgebenden 
Teil  Die  Maske  bat  den  Typus  des  Basaltkoplcs 
im  Pal.  Rospigliosi  (abg.  bei  Bernoulli,  Köm. 
Ikon.  I,  Tal'  II).  llemoulli  hält  die  hannoversche 


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Hannover.  Privat  besitz  am  Gardasee.  Koni  29 


Brnn/ctnnskc  für  eine  Fälschung  (a.  a.  0.  p.  43, 
No.  34).*) 

1083.  Römisches  K na benporträt,  Brutus 
genannt.  Köhler  28.  Ende  1764  in  der  Vigna  des 
Marchese  Cornavallo  (zwischen  Coclins  und  Palatin  i 
ausgegraben.  Ergänzt  ist  die  Büste  sannnt  dem 
Halse,  die  Nasenspitze  und  der  grösste  Teil  des 
lliutcrkopfes.  Hoch:  vom  Scheitel  bis  zum  Kinn 
19  ein.  Ca.  200  n.  Chr. 

1084.  Spätröuiische  Port  rät  hünte,  als 
Marius  bezeichnet.  Köhler  27.  1763  in  der  Vigna 
Belutli,  nahe  der  Porta  San  Sebastiauo,  gefunden. 
Hoch:  ohne  den  modernen  Fuss  58cm;  die  Reste  des 
antiken  Büsteiifusses  sind  abgemeisselt,  die  dadurch 
berges teilte  untere  Fläche  der  Büste  ist  vorn  18, 
hinten  12  cm  breit.  Ergänzt  sind  die  Spitze  der 
Nase  und  der  vordere  Teil  des  Kinnes  Der  Kopf 
ist  von  Bemoulll  (a.  a.  O.  p 43,  No.  31)  der  Liste 
der  Scipioncnküpfc  eingereiht  worden  — trotz  des 
kurzgcschorenen  Backenbartes  und  der  Tracht, 
welche  die  Büste  zeigt.  Vgl  über  dieselbe  llula, 
die  Toga  der  späteren  Kniserzcit,  Gymnasial* 
Programm,  Brünn  1895.  Nach  diesem  kommt 
eine  solche  Tracht  vor  dem  3.  Jahrhundert  nicht 
vor.  Die  Art,  llaar  und  Bart  zu  scheren,  weisen 
unsere  Büste  in  «lie  Zeit  der  Gordiane. 

1085.  Grabreli  ff  der  Eiitaxia  und  dos 
Arteuiisios.  Alt«  Smyrna  durch  Vermittlung 
ilmuann«  erworben.  Hoch  1,08  in,  breit  unten  50, 
oben  47  ciu.  Auf  den  beiden,  von  Kränzen  um- 
schlossenen Scheiben  liegst  man  XAIPK,  unter 
der  liogettc  I.  KYTASIA  EPMdNO—,  unter  der 
Rosette  r.  APTEMIXIK  MKNEKPATO.  Die  Frau 
i»t  dargestellt  in  Typus  der  sogen,  l’udicitia,  mit 
ihrer  kleinen  Dienerin  neben  sieh,  die  ihr  eine 
Pyxis  hinhält.  Neben  dem  Mann  im  Mantel  sein 
kleiner  Diener  im  Chiton.  Auf  dem  Pfeiler  in  der 
Mitte  ein  geöffnetes  viereckiges  Toileltekästchen 
auf  Füssen,  daran  lehnt  der  gewölbte  Deckel; 
zwischen  ihm  und  dem  Kasten  zwei  undeutliche 
runde  Gegenstände.  Vgl.  die  Relief«  gleicher  Her- 
kunft in  Berlin  (No.7f>8  fl'.;  und  in  Oxford  (Michaeli«, 
Ancient  marblcs  in  Great  ltritain,  p 678,». 

Privatbesitz  am  Gardasee. 

1086  -1089.  Weiblicher  Kopf.  Marmor. 
Nach  dem  Abguss,**)  der  leider  unrichtig  anfgc- 

*)  Meines  Krachten«  mit  Unrecht.  (Arsill.) 

*.)  Des  Orfgtn.l,  Uns  «Ich  im  Besitze  eine«  «tidtleutschen 
Kunstfreuinle»  hettnUet,  ist  una  er»t  In  leliter  Sluntle,  nla 
ilfese  Serie  versxnitlbereit  war,  zugsngilch  geworden.  Die 
Aufnahmen  de«  Kopfes  nach  dem  Original  werden  hei 
einer  anderen  (lelefrenhett  veröffentlich!  werden. 


setzt  ist  Höhe  0,28  in  Gesichlslänge  0,  18  m. 
Ergänzt:  tlie  Nase  (Ansatz  alt),  der  mittlere  Teil 
ties  r Augenlides  und  der  r.  Braue  nebst  einem 
Teil  der  Stirn,  das  I.  Drittel  der  Lippen  und  der 
vordere  Teil  des  Kinnes.  Die  Augensterne  sind 
fiir  die  Bemalung  vorgeriasen.  Der  Kopf  war 
zur  linken  Schulter  geneigt. 

Sehr  gute  römische  Kopie  nach  einem  gross- 
artigen  Typus  des  5.  Jahrhundert«.  Brunn,  der 
dcu  Kopf  einmal  gesehen  hat,  vermutete  die 
Amazone  des  Phidias  in  ihm.  Die  Verwandtschaft 
mit  den  Köpfen  i|cr  ephiwischcn  Amazonen  ist 
unverkennbar.  Jedoch  wäre  da«  gelöste  Haar, 
das  teils  in  den  Nacken,  teils  auf  die  I.  Schulter 
nach  vorn  gehängt  hat,  für  eine  rubigstehende 
Amazone  ungewöhnlich.  Vielleicht  stammt  der 
Kopf  aus  einer  Gruppe  (vgl.  die  olympische 
Metope  und  die  auf  dem  Stackelbergschen  .Marmor- 
thron, J.  h.  st.  1884,  Tf.  48,  kopierte  Gruppe). 
Das  Löckchen  vor  dem  r.  Ohr  ist  sicher  Kopi»ten- 
ztithat.  Eine  genauere  Bearbeitung  des  Kopfes 
behalte  ich  mir  für  eine  spätere  Gelegeuheit  vor. 

Rom. 

Villa  Albatii. 

Angaben  über  Maasne,  Marmor  und  Ergän- 
zungen verdanken  wir  Herrn  Prof,  von  Bienkowski. 
Diejenigen  Nummern,  welche  die  Stücke  in  der 
Sammlung  tragen,  sind  in  Klammern  hinter  unsere 
Nummern  gesetzt 

1090  (44).  A rchnischc  J II  nglingss tat  tie. 
Hoch  (Sohle  — Scheitel)  1,56  m.  Italischer  Marmor. 
Ergänzt:  Nase,  ein  zur  Befestigung  dienender 
Streifen  am  Bruch  des  I.  Oberarms  oben,  I.  Hand 
mit  Gelenk,  r.  Unterarm  mit  Ellenbogen,  Absatz 
des  1.  Kusses,  Spitzen  beider  grossen  Zehen,  Glied. 
1.  Oberarm,  beide  Filsse  und  Pliuthe  waren  mehr- 
fach gebrochen.  Die  I.  Ohrmuschel  ist  beschädigt. 

Die  Figur  ist  das  getreue  Nachbild  eines 
Bronze-Originals,  wie  die  Angabe  der  Brust- 
warzen lind  die  Arbeit  an  Haar  und  Augen  zeigt, 
ln  der  Eittcratur  ist  sie  bisher  nur  zw  eimal  kurz 
erwähnt  worden,  von  Studniczka  (Röm.  Mitt. 
1887,  p.  99,  Anm.  28),  der  sie  der  Zeit  des  Agc- 
ladas  zuwies,  und  von  Fiirtwängler  (50.  Berl. 
Winckelin.-Progr  , p.  151),  der  iu  ihr  ein  Werk 
der  attischen  Kunst  eben  jener  Zeit  erkannte 
Beide  Ansätze  halten  meiner  Meinung  nach  Recht, 
bedürfen  aber  der  näheren  Begründung.  Jedem 
wird,  wenn  er  vor  die  Figur  tritt,  zunächst  die 
grosse  Ähnlichkeit  zu  Bewusstsein  kommen,  die 
sic  mit  der  Jünglingsstatnc  des  .Stephanos  (siehe 
No.  1093)  verbindet.  Bei  einer  näheren  Ver- 


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glcichitug  beider  Gestalten  ergeben  sich  aller- 
dings Unterschiede  von  höchst  bedeutsamer  Art, 
Unterschiede,  die  uns  über  die  kunstgcscliichtlirlu» 
Stellung  beider  Werke  die  wichtigsten  Aufschlüsse 
geben.  Was  uns  vor  Allem  entgegentritt,  ist  der 
Kindruck  sehr  viel  starrerer  Gebundenheit  hier 
gegenüber  der  Leichtigkeit  und  Schmiegsamkeit 
in  den  Formen  und  ihrer  Beweguug  dort.  Die 
Küsse  stehen  bei  beiden  gleich,  aber  sic  lasten 
hier  sehr  viel  breiter,  sehr  viel  weniger  elastisch 
auf  dem  Boden  als  dort;  die  Knöchel  entbehren 
hier  der  Feinheit,  Oberschenkel  und  Knie  des 
Spielbeines  treten  weniger  weit  vor,  das  Knie  ist 
nicht,  wie  dort,  leicht  nach  innen  gezogen,  die 
Last  des  Körpers  ruht  gleicluuiissiger  auf  den 
Beinen,  wodurch  der  Körper  selbst  starrer,  unbe- 
wegter bleibt;  die  Breite  der  Brust  und  Schultern 
im  Verhältnis  zu  der  lliiftpartie  ist  Übertriebener, 
die  Arme  sind  gezwungener  vom  Körper  abge- 
»trcckt,  sie  hängen  nicht  leicht  iu  den  Geleuken 
wie  dort;  der  unviuhältnismässig  breite  Hals  slut 
gerade  wie  eine  Säule  in  den  Schultern,  und  dein 
Kopf  fehlt  die  liebenswürdige  Neigung,  die  dort 
der  ganzen  Figur  einen  Ausdruck  stillen,  hor- 
chenden Hin  neigen*  giebt,  ein  Moment,  das  mir 
zu  erklären  scheint,  weshalb  man  darauf  verfiel, 
gerade  sie  zu  den  bekannten  Gnippcnbildnngen 
i.Orost  und  Klektra;  Orest  und  Py  Indes)  zu  ver- 
wenden. Aus  alledem  ergiebt  sich  die  sichere 
Folgerung,  dass  die  Figur  des  Stephano«  einen 
stilistischen  Fortschritt  unserer  Statue  gegenüber 
repräsentiert.  Dazu  kommt  das  verschiedene 
Verhältnis  der  Köpfe  zu  den  Körpern.  Der 
Kopf  ist  hier  noch  unveihältuismässig  gross, 
dort  stellt  er  in  richtiger  Proportion  zu  dem 
Übrigen. 

Vergleichen  wir  nun  allerdings  die  Köpfe 
genauer(inan  siehe  unsere  lieidcn  nächsten  Nummern 
und  die  Abbildung  der  besser  erhaltenen  Replik  des 
Kopfes  der  Stephauosfigiir  im  Lateran  bei  Furt- 
wängler,  Meisterw.  Fig.  02),  so  könnte  man  zu  dem 
unigckchrö  n Resultat  gelangen.  Zwar  die  un- 
gleich lebendigen»  Stilisierung  der  Haare  an  un- 
serer Statue  wird  dem  Kopisten  zuziischrcilicn 
sein.  Aber  auch  abgesehen  davon,  macht  der 
Kopf  durch  seine  ausgeprägtere  Form,  die  sichschon 
der  der  myronischen  Köpfe  annuliert,  und  durch 
die  geringere  Ausdehnung  des  (Jotergesichts  und 
seine  feinere  Form  einen  entwickelteren  Kindruck. 
Andererseits  fehlt  ihm  jener  erste  Hauch  von 
Seele,  der  sich  in  dein  Kopf  der  andern  Statue 
durch  den  leisen  Ausdruck  eines  natürlichen 
Lächeln*  äussert,  wenn  damit  zunächst  auch 


nicht«  weiter  als  der  t 'harakter  geistloser  Liebens- 
würdigkeit erreicht  ist. 

Wägen  wir  aber  die  verschiedenen  Unter- 
schiede zwischen  den  Köpfen  und  den  Körpern  gegen 
einander  ab,  so  werden  wir  nicht  zweifeln,  dass 
das  vorhin  angedeutete  Resultat  bestehen  bleiben 
muss,  nur  werden  wir  zweifeln,  ob  die  Meister 
beider  Statuen  in  mehr  als  zeitlichem  Zusammen- 
hänge mit  einander  gestanden  haben 

Für  den  Kör|>cr  giebt  es  noch  zwei  rocht 
bedeutsame  Parallelen : erstens  den  Körper  des 
Omphalos- Apollon,  neben  dem  sich  die  albanische 
Figur  allerdings  wie  ein  Bauern bursebe  neben 
einem  aristokratischen  Jüngling  ausnimmt;  aber 
die  Bildung  des  Kör|»crs,  die  Proportion  voll 
Schultern  und  Hüften,  die  ArJ  des  Standes  scheinen 
mir  sehr  verwandt.  Dass  die  Köpfe  beider  Figuren 
nichts  mit  einander  gemein  haben,  braucht  nicht 
erst  hervorgehoben  zu  werden;  dennoch  ist  die 
Ähnlichkeit  der  Körper  nicht  bedeutungslos.  Man 
hat  jenen  Apollon  mit  Kalamis  oder  Pythagoras, 
aber  nie  mit  der  petopoinicsischcn  Kunst  in  Zu- 
sammenhang gebracht,  deren  Haupt  mcistcr  Age- 
ladas  dagegen  die  Figur  des  Stephano«  mit  einiger 
Wahrscheinlichkeit  ziigeseh rieben  worden  ist.  Ist 
der  Apollon  individuell,  eigenartig  durch  und 
durch,  so  macht  der  Jüngling  des  Stephano» 
einen  akademischen,  etwas  langweiligen  Kindruck. 
Mit  «len  gleichen  Worten  könnten  wir  den  Unter- 
schied bezeichnen,  der  zwischen  den  beiden  alba- 
nischen Statuen  besteht.  Dazu  kommt,  dass  der 
Kopf  unserer  Figur,  wie  wir  sahen,  in  manchen 
Zügen  den  myronischen  Köpfen  ähuelt.  In  der 
ganzen  Haltung  der  Figur  liegt  etwas  ungeschickt 
Moment  am»«.  Man  könnte  sich  denken,  dass  «Irr 
jugendliche  Myroii  so  gearbeitet  hätte. 

Dieses  Resultat  wird  nun  durchaus  bestätigt 
durch  die  zweite,  noch  schlagendere  Parallele  zu 
dem  Körper  unserer  Statue,  eine  Im  Louvre  er- 
haltene, leider  kopflose  Figur  des  Herakles  (Salle 
des  Karyatide«  No.  101;  Phot.  Giraudon  1294; 
Furtwängler,  Meisterw.  p.  1 10  u.  Mastcrpicccs  p.  82, 
Fig.  33).  Die  Übereinstimmung  ist  in  der  Tbat  so 
gross,  dass  inan  meinen  könnte,  es  sei  derselbe 
Mensch  auf  verschiedenen  Altersstufen  dargestellt; 
sie  erstreckt  sich  bis  in  die  schwere  Bildung  der 
Beine  und  spcciell  der  Knöchel.  Stand  und  Hal- 
tung sind  gleich;  nur  ist  der  1.  Fuas  etwas  weiter 
vorgesetzt,  und  die  Arme  sind  umgekehrt  bewegt. 
Die  Figur  ist  von  Furtwängler  a.  a.  0.  eben- 
falls mit  dem  Omphalos-Apollou  in  engste  Be- 
ziehung gesetzt  worden. 


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Rom. 


31 


1091  und  1092.  Kopf  der  Statue  Nr.  Iu90. 
llocli  Kinnspftze - Haaransatz  0,145  in,  Kinn- 
spitze—Scheitel  0,22  ui,  Schläfe—  Schläfe  0,12  iu. 

1093(317).  Wiederholung  der  J ünglings- 
statue  des  Bildhauers  Stephanos.  Hoch 
(Sohle— Scheitel)  1,435.  Weisscr  italischer  Mar- 
mor. Ergänzt:  Nase,  Spitze  des  r.  Ohres,  Teil 
des  Halses,  1.  Arm  nebst  Stütze,  r Arm  vom 
Biccps  abwärts,  r.  Bein,  1.  Unterschenkel  mit 
Knie,  Stamm.  Filme,  Plinthe.  Mehrfach  gebrochen 
(so  oberhalb  dos  Nabels)  und  an  den  Brüchen 
geflickt.  Die  I.  Gesiehtshälfte  überarbeitet  llel big, 
Führer  ’ No.  820* 

1 094  — 1 096  ( 316).  Are h a i s c h c J ü n g 1 i n gs- 
statne.  Hoch  (ohne  Plinthe)  1,39  in.  Griechischer 
gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  die  r.  obere  II  dfte 
des  Schädels  mit  dem  Band.  Nasenspitze,  1.  Hälfte 
der  Oberlippe,  r.  Arm  vom  Biccps  abwärts  nebst 
Puntello,  I.  Unterarm  mit  Ellenbogen  und  Pun- 
tello,  beide  Beine  von  der  Mitte  der  Oberschenkel 
abwärts  nebst  Stamm  und  Plinthe.  Der  Kopf  war 
gebrochen.  Die  Haare  besonders  an  der  l Schläfe 
bestosseii.  Kopfhöhe  0,20  in.  FurtwÜnglcr,  Mei- 
st erw.,  p.  738,  erklärt  die  Figur  für  die  Coplo 
eines  Werkes  des  jugendlichen  Phidias.  Bedenken 
dagegen  erhebt  Arndt,  La  glyptothcquc  Ny-Carls- 
berg,  p.  3G  (Fig.  13 — 15  Abbildungen  nach  unseren 
Aufnahmen  1094—96),  der  ebendort  auf  PI.  23,24 
eine  bessere  lteplik  des  Kopfes  und  PI.  21  eine  sehr 
ergänzte  Statue  publicicrt,  deren  Torso  vielleicht 
von  einer  Keplik  der  albanischen  stammt  (s.  den 
Text).  Mit  Hecht  weist  F.  auf  die  Verwandtschaft 
des  Kopfes  mit  den  von  ihm  a.  a.  O.  Figur  7 8 ab- 
gebildeten  Köpfen  hin  (man  beachte  besonders  die 
llaarliehnndliiDg  und  die Unirisslinic  des  Schädels; 
aber  auch  die  Züge  des  Gesichtes,  besonders  Mund 
und  Kinn,  sind  sehr  ähnlich);  aber  deren  Bezie- 
hung zu  Phidias  scheint  mir  durch  nichts  bewiesen. 
Zu  dieser  Gruppe,  allerdings  als  ein  Zeuge  wei- 
terer Entwicklung,  gehört  auch  der  bei  uns 
No.  381/84  publicierte  Kopf  in  Wörlitz.  Die  dort 
im  Text  von  Arndt  zum  Vergleich  herangezogenen 
Köpfe  scheinen  mir  nur  unwesentliche  Ähnlich- 
keit mit  dem  Wörlitzer  Kopf  zu  haben.  Auch 
dürfte  dieser  jünger  sein,  als  dort  angenommen 
wird  (460 1. 

1097(323).  Jünglingsstatue.  Hoch  1,40m. 
Italischer  Marmor.  Ergänzt:  der  Kranz  (aus 

Gype),  Nasenspitze,  Teil  des  Brustansatzes  (Gype), 
I.  Schulter,  beide  Unterarme  ne I ist  Händen  lind 
Stützen,  Fiisse  mit  Unterteil  des  Stammes  und 
Plinthe.  Der  Kopf  ans  hellgrauem  Marmor  ist  nicht 
zugehörig;  seine  Haare  sind  hinten  in  eiuoui 


Schopf  aufgcnotuincu  (Apollon V).  Erwähnt  von 
Arndt,  La  glyptothcquc  Ny-Carlsberg  p.  36, 
Anm.  5,  lind  dort  richtig  für  nflehstverwandt 
unserer  No.  1094  erklärt. 

1098  668).  Archaischer  Apollon-Torso. 
Hoch  0,99  ui.  Grobkörniger  gelblicher  Marmor 
(parisch).  Uber  der  r.  Hüfte  der  Ansatz  eine» 
Puntello.  War  in  der  Höhe  der  Hüften  ge- 
brochen. 

Der  Kopf  war  nach  der  I.  Schulter  gewendet, 
der  r.  Arm  gesenkt.  Die  Küsse  müssen  ziemlich 
gleiclunässig  nebeneinander  gestanden  haben; 

I.  Standbein.  Auf  jeder  Schulter  je  zwei  lange 
Locken.  Das  Schatnhaar  hat  noch  ganz  archa- 
ische Form,  wie  bei  den  Ägineten,  den  Tyrannen- 
mördern  und  einigeu  von  Kalkinaun  im  Jalirh. 
d.  I.  1892,  p.  132  f.f  zusamuieiigcätellten  Sctilp- 
turen,  die  aber  dieser  Torso  alle  in  der  leben- 
digen Wiedergabe  von  Fleisch  und  Haut,  weit 
hinter  sich  lässt.  Erwähnt  bei  Sauer,  das  sog. 
Thcscion,  p 219,  Anm.  1. 

Sehr  sorgfältige,  gute  Arbeit.  Helbig,  Führer  ‘ 

II,  848. 

1099  (604).  Poly  k I et  i sc  he  Kriege  r- 
st  a t ii  e.  Die  Höhe  der  gauzenStatue  mit  der  Plinthe 
(0,105  ni)  nnd  dein  llclmbiiscli  (0,085  m)  beträgt 
2,07  m.  Der  Körper  aus  bläulichem,  gestreiften, 
italischen  Marmor:  der  Kopf  aus  feinkörnigem, 
weissen  (wohl  pcntel.).  Ergänzt:  llelnibusch, 
oberer  Hand  am  Helm  vorn,  Stirnlocken  über 
der  r.  Seite  der  Stirn,  Nase,  Lippen,  Streifen  und 
Stück  im  Halse  vorn,  beide  Unterarme  mit  Händen, 
der  obere  und  untere  Teil  des  Schwertes,  Spitzen 
der  beiden  grossen  Zehen  E»  fehlen  einzelne 
birken,  die  ursprünglich  vom  Bai  ttlaiuu  bedeckten 
Teile  der  Wangen,  und  die  Spitze  der  r grossen 
Zehe;  alle  diese  Teile  waren  einst  ergänzt.  Der 
Kopf  gehört  nicht  zu  der  Figur. 

Helbig,  Führer 1 No.  824 ; Furtwiinglcr,  Meisterw. 
p.  423  („Aiu  r.  Oberschenkel  Dt  ein  Puntello  nb- 
geincisselt,  der  wie  am  Doryphoros  den  Unter- 
arm verband.“)  Da  das  Erfassen  des  Schwert- 
griffe«  durch  die  l.inke  eine  inhaltslose  Geste 
ist,  wird  die  Hand  vielmehr  den  Speer  geschultert 
haben:  ein  Schild  aus  Bronze,  den  man  auch 
an  dein  I.  Arm  voranssetzen  könnte,  würde 
jedenfalls  liefest igmigsspurcn  am  Oberarme  Unter- 
lassen haben.  Der  Kopf  war  auch  ursprünglich 
nach  der  I.  Schulter  gewendet. 

Augenschein  lieh  hat  diese  Figur  Thorvaldsen 
vorgeschwebt,  als  er  seinen  Jason  schuf  (J.  Lange. 
Thorvahlsens  Daistelluug  des  Menschen,  p.  10). 
Vgl.  unsere  No  1168. 


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32 


K<»iu. 


1100  und  HOI.  .1  ttgondlichcr  Krieger* 
köpf,  der  .Statue  No.  1099  aufgesetzt.  Siche  die 
Angaben  Ober  Ergänzungen  dort  Kinnspitze  — 
Haaransatz  0,19  m,  .Jochbein  — Jochbein  0,14  in. 

Das  Original  dieses  ausdrucksvollen  Kopfe» 
wird  im  Anfang  des  4.  Jahrhunderts  entstanden 
sein. 

1102  (596).  Statue  des  Hermes  Hoch 
(ohne  Plinthe)  1,89  in.  Marmor  des  Torso  italisch, 
der  des  Kopfes  griechisch.  Ergänzt  der  ganze  Hut, 
Nase,  Teile  beider  Uppen,  Hals,  der  grösste  Teil 
des  Mantels  auf  der  I.  Schulter  (das  Stück  mit 
der  Fibel  antik),  1.  Arm  mit  dem  anliegenden 
Stück  Mantel,  r.  Arm  mit  dem  ganzen  Kerykoion, 
Keine,  Stamm,  Plinthe.  Der  Kopf  gehört  nicht  zu 
dem  Körper. 

Die  Figur  ist  von  Furtwängler,  Meisterw., 
p.  425,  Anm.  1,  erwähnt  und  dort  richtig  in  die 
Werke  polykletfochen  Stiles  eingereiht  worden; 
doch  ist  der  Körper  nicht,  wie  er  angiebt,  eine 
bh>sse  Wiederholung  des  Doryphoros;  er  ist 
weicher,  jugendlicher  und  feiner  in  seinen  Formen 
Wahrscheinlich  liegt  also  hier  eine  Copie  nach 
einem  besonderen  Original  des  polykletisohen 
Kreises  vor;  dem  widerspricht  die  einfache  Stili- 
sierung der  Chlamys  nicht 

1 103  und  1 104.  Wiederholung  des  Kopfes 
des  Hermes  Ludovisi,  der  Statue  No.  1102 
aufgesetzt.  Siehe  die  Angaben  über  Ergänzungen 
dort.  Kopfhöhe  0,23  m,  Gesichtshöhe  0,155  m,  Gc- 
siclitsbreite  0,14  in.  Der  Kopf  ist  erwähnt  von 
Arndt  oben  zu  Nr.  270,71  und  von  Furtwängler, 
Meisterw.,  p.  425,  Anm  I : .scheint  eine  Kcplik 
des  Ludovisischen  Hermes“.  Dass  er  das  sicher  ist, 
erkennt  man  trotz  der  schlimmen  Zerstörung  an  den 
wenigen  erhaltenen  Zügen  des  Gesichtes,  vor  Allem 
Itcsoiidcrs  dem  Munde  und  den  Locken,  besonders 
denen  hinter  dem  I.  Ohr. 

1105  (945).  Statuette  der  Athen a.  Hoch 
0,71  m.  Der  Körper  aus  Alabaster;  alles  übrige  aus 
Bronze.  Ergänzt:  Sphinx  und  Greife  auf  dem  Helm, 
Hals  und  Brustansatz,  Arme  und  Fiiase;  auch  ein 
Flicken  in  der  l.  Wange  scheint  ergänzt  Die  Augen- 
sterne waren  eingesetzt  Stammt  nach  Bienkowskis 
Notizen  aus  den  Orti  Farnesiani  auf  dem  Palatin. 
Chirac  462  C,  902  C;  Furtwängler,  Meisterw  , p.  1 1 1. 
Der  Kopf  ist  eine  freie  Wiederholung  der  Athena 
Hope  (Furtwängler a.  a.  0.  p.  113).  Er  gehört  nicht  ■ 
zu  dem  Körper,  der  auf  ein  Werk  vom  Ende  des 
5.  Jalirhnudei  ts  zurückgehJ. 

1 106  (4).  S t atu  e d e r A p 1»  r o d i t e.  Hoch 
1,385  in.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt: 
Diadem,  Nase,  Lippen,  Hals,  Oberteil  der  Brust 


; mit  I.  Busen,  beide  Schultern  mit  Armen  und  fast 
' allen  freistehenden  Teilen  de*  Mantels,  zwei  Zehen 
nächst  der  grossen  am  1.  Fitss,  r.  Kuss  mit  Ge- 
wand, fast  die  ganze  Plinthe.  Viele  Sprünge  und 
Flicken.  Die  Bauehgcgend  ist  überarbeitet.  Der 
unbedeutende,  sehr  zerstörte  Kopf  ist  nicht  zuge- 
hörig. Clarac  632  F,  1449  0. 

Die  Figur  steht  in  merkwürdig  gebundener 
Weise;  das  h Bein  ist  Standbein,  aber  das  r.  be- 
teiligt sich  mit  aui  Tragen  des  Körpers;  der  r.  Fass 
ist  nur  wenig  zur  Seite  gesetzt  Die  Anne  sind 
mit  dem  Mantel  beschäftigt;  sie  wiederholen  um- 
gekehrt das  Motiv  der  Venus  Genetrix.  Der  Chiton 
ist  ganz  durchsichtig  und  hat  ein  kleines  Apo* 
ptygraa,  wie  w ir  es  an  Werken  von  der  Wende 
des  5.  zuiu  4.  Jahrhundert  häufiger  linden,  und 
zwar  besonders  häutig  an  Werken,  die  sich  an 
die  Nike- Balustrade  aiischliesscn  (siehe  8p.  2320 
in  meinem  Artikel  .Chiton“  bei  Pauly-Wissowa, 
Rcalencyclopädie).  Dass  unsere  Figur  ebenfalls 
zu  diesen  Werken  gidiört,  ist  auf  »len  ersten  Blick 
einleuchtend.  Sie  bildet,  wie  die  oben  unter 
No.  401/2  besprochene  Statue  des  Louvre,  die 
Vermittlung  zwischen  der  sehr  viel  älteren  Venus 
Genetrix  und  den  auf  Timotheus  ziirückgefiihrtcn 
Werken.  Mit  ersterer  hat  sie  Motiv  und  Typus 
gemeinsam,  mit  letzteren  die  Einzelheiten  der 
Stilisierung. 

1107  und  1108.  Torso  einer  Satyrstatu- 
I ette.  Hoch  0,495  m.  Ziemlich  grobkörniger  gelb- 
I lieber  Marmor.  Es  fehlen  Kopf  und  Hais,  r.  Arm, 

| 1 Arui  mit  Hinterteil  der  Schulter,  r.  Bein  bis  zur 
I Hütte,  I.  Bein  von  der  Milte  des  Oberschenkel»  ab- 
j wärt»,  Glied.  Das  r.  Bein  war  Standbein  und 
w'eiter  zurilekgesetzt  als  das  I.  Der  I.  Ami  war 
erhoben  lui  Nacken  ein  undeutlicher  Best  und 
daneben  eine  grosse  Verletzung.  Stützenansätze 
an  der  1.  Schulter  hinten,  an  dem  r Armstumpf 
oben,  an  der  I.  Hüfte  und  an  der  I.  Hinterbacke. 

Der  Satyr  ist  augenscheinlich  in  Bewegung 
gewesen  und  hat  vielleicht  zu  einer  Gruppe  ge- 
hört Sein  Stil  erinnert  lebhaft  an  den  einer  Faust- 
kämpfer-Statuette  in  Mantua,  die  bei  uns  No.  20 
publicicrt  ist.  Die  Ausführung  ist  deb  und  hart. 

1109  und  IHO.  Archaischer  bärtiger 
M :i  n ni'rk  o p f.  Höhe  des  Kopfes  0,37  m (Gesichts- 
liölie 0,285m).  Wcisser  italischer  Marmor.  Ergänzt: 
Nase,  Teil  der  1.  Braue,  beide  Rippen  mit  dem 
grössten  Teil  des  Schnurbartes,  ein  grosser  Teil 
der  r.  Seite  des  Kopfes  nebst  Teil  des  Backen- 
bartes darunter,  der  ganze  Hintcrkopf,  Teil  des 
I.  Ohres,  Hals  und  Büste.  Der  erhaltene  Teil  des 
Kopfes  war  mitten  durchgebrochen  (senkrechter 


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33 


Rom. 


Bruch  durch  die  Schläfe).  Sehr  bcstosscn,  beson- 
ders die  kleinen  Löckchen,  die  die  Stirn  umgrenzen. 
Das  Haar  ist  hinten  in  zwei  Zöpfe  geflochten  nach 
den  Resten  richtig  ergänzt),  die  rings  um  den 
Schädel  gebunden  sind. 

Trotz  dersehrschlec  liten  Erhaltung  des  Stückes 
entbehrt  es  nicht  des  kunstgeschichtlichen  Inter- 
esses, da  sich  die  Zeit,  in  der  sein  Original  ent- 
standen sein  muss,  ziemlich  genau  bestimmen  lässt. 
Die  ohne  Andeutung  des  Scheitels  strahlenförmig  j 
vom  Wirbel  Uber  den  Schädel  gelegten  Haupt- 
haare, die  niedrige,  flache  Stirn,  das  grosse,  flache 
Auge,  das  kräftig  vorgebaute  Kinn  und  endlich 
auch  die  Zopftracht  weisen  mit  Bestimmtheit  in 
die  erste  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts.  An  den  älte- 
sten Metopcn  des  Parthenon  finden  sich  ähnliche 
Köpfe.  Unbestimmt  ist,  ob  ein  Gott  oder  ein  Irdi- 
scher dargestellt  werden  sollte.  Etwa  zu  vgl.  ist  die 
Bronze  eines  blitzschleudernden  Zeus  aus  Olympia 
(Furt w Kogler,  Olympia,  IV  [Bronzen],  Taf.  VII,  43; 
Text  p.  18.  Jetzt  in  Athen,  Nationalmuseum,  In- 
ventar No.  61Ü4). 

III I und  1 1 12.  Archaischer  Frauenkopf. 
Stellt  auf  einer  4 m hohen  Säule,  weshalb  Maasse 
und  Marmor  nicht,  Ergänzungen  nur  schwer  zu 
constatiereii  sind.  Sicher  ergänzt  ist  Nase,  Hals 
und  Büste.  Verschiedene  Brüche.  Sehr  zerstört. 
Die  Spitze  des  Haarknotens  hint  n abgebrochen. 
Die  Haare  hinter  den  Ohren  nach  unten  zu  nicht 
ausgefiihrt  'oder  abgearbeitet?). 

S.  Uber  diesen  Typus  Mariani  im  Bull,  coiuunale 
1897,  p.  1G9  ff.,  tav.  XII  -XIV,  und  Arndt,  La 
glyptothcque  Ny-Carlsberg,  Text  zu  PI.  31/32  (wo  j 
Abb.  des  Kopfes). 

1 1 13  und  1 1 14(1012).  Kopf  der  sog.  Athene 
mit  dem  Löwenlielni.  Marmor  peutelisch.  Er- 
gänzt: Nase,  Mund,  kleiues  Stück  der  I.  Braue,  . 
Schnauze  der  Kopfbedeckung,  oberer  Teil  deH 
IJinterkopfes.  L.  Augapfel,  r.  Braue  und  Unterlid 
bestossen-  Das  ganze  Gesicht  hat  durch  Reinigung 
gelitten.  Eine  Überarbeitung  ist  nur  an  den  Haaren 
der  I.  Kopfseite  bemerkbar  llelbig,  Führer 1 II,  775. 

Vgl  Fnrtwängler,  Meiitcrw.  p.  113  ff.,  Fig.  20, 
wo  die  Kopfbedeckung  für  die  aus  einem  Wolfs- 
oder Hundsfell  hergestellt«  Iladeskappe  und  die 
Figur  deshalb  für  Athena  Itonia  erklärt  wird. 
Es  war  mir  nicht  möglich,  nachzuprüfen,  ob  das 
Krhalteue  iu  der  That  zeige,  dass  die  Schnauze 
spitz  zulief  (a.  a.  0.  p.  114,  Amn.);  doch  scheint 
mir,  allein  nach  den  Photographieen  zu  nchliessen, 
die  Behauptung  wahrscheinlich,  besonder*  da  die 
Hadeskappe  bei  Athena  eine  besondere  Bedeutung 
hat,  während  sich  für  den  Löwenhelm  gar  keine 


Erklärung  finden  dürfte.  Dies  Argument  ist  aller- 
dings für  den  hinfällig,  der  den  Kopf  nicht  für 
den  ursprünglich  zur  Statue  gehörigen  hält.  Ich 
kann  — einer  eigenen  Untersuchung  zufolge  — 
die  diesen  Punkt  betreffenden  Worte  Furtwänglers 
a a.  0 nur  bestätigen;  auch  nach  unseren  Photo- 
graphieen kann  man  das  constatieren  A lerdings 
glaubt  F.  selbst  eine  gewisse  Disharmonie  zwischen 
Kopf  und  Körper  zu  bemerken;  jener  sei  auf- 
fallend strenger  als  dieser.  Indes«  scheint  mir 
dieser  Eindruck  nur  darauf  zu  beruhen,  dass  der 
Künstler  des  Kopfes  jenem  Proportionssystem 
huldigte,  das  dem  Untergesicht  eine  un verhältnis- 
mässige Ausdehnung  gab;  alle  anderen  Teile  de« 
Kopfes  entspiochen  ganz  dem  Stile  der  Zeit,  in 
der  wir  die  Entstehung  des  Körpers  annehmen 
müssen  Aus  diesem  Festhalten  an  dem  älteren 
Proportionssystem  können  wir  schliessen , dass 
der  Künstler  nicht  zu  dem  engeren  Kreis  des 
Phidias  gehört  haben  kann;  dass  er  und  seine 
Wrcrke  jedoch  in  diesem  bekannt  und  geschätzt 
waren,  beweist  die  Weiterbildung  der  Figur  in 
der  Athena  Hope  und  Farnese  (Furtw.,  a.  a.  Ü, 
p.  104  ff.).  F.  will  das  Verhältnis  der  Figuren 
umkehren:  denn  er  glaubt  nicht  annehmen  zu 
können,  dass  Phidias,  in  dem  er  den  Meister  der 
Athena  Hope  vermutet,  sich  auf  der  höchsten 
Höhe  feines  Schaffens  so  genau  an  ein  fremdes 
Werk  angeschlossen  habe.  Allein  gerade  Air  ein 
derartige*  Anschlüssen  auch  der  grössten  Künstler 
an  einander  liefern  uns  unsere  Studien  immer  aufs 
Neue  sprechende  Beispiele. 

F.  stellt  dann  p.  115  den  Kopf  der  Athena 
mit  einer  Reihe  anderer  zusammen,  die  derselben 
Zeit  angeboren,  und  erklärt  sie  alle  für  Werke 
au*  dem  Kreise  des  Kalamin  und  seiner  Schüler. 
Es  würde  mich  hier  zu  weit  führen,  auf  alles 
Einzelne  einzugehen  Mir  scheinen  die  verschiedenen 
(Bieder  dieser  Reihe  nicht  eng  genug  zu  einander 
zu  gehören,  um  Schlüsse  zu  gestatten,  wie  sie  F. 
zieht  Die  Köpfe,  die  am  meisten  Ähnlichkeit 
miteinander  hnb^n,  sind  der  Kopf  des  Wagen- 
lenkers  hu  Capitol,  der  Jiiuglingskopf  aus  der 
Münchener  (Hypothek  (Furtw.  Fig.  21)  und  der 
der  Demeterstatue  in  Berlin  (KekuU,  Über  Kopien 
eiuer  Fra  neust  atue  aus  der  Zeit  des  Phidias, 
57.  Bert.  Winckölm  -Progr.,  Taf.  V).  Sie  alle  sind 
in  der  Structur  de»  Kopfes  durchaus  verschieden 
von  der  Athena,  bei  der  man  auch  immer  in  Be- 
tracht ziehen  muss,  dass  die  Lippen  sehr  hässlich 
ergänzt  sind,  und  dass  dadurch  der  Ausdruck 
des  Uutergesichts  ganz  gestört  ist  Verdeckt  mau 
indes*  die  ergänzten  Teile,  so  wird  die  grosse  Abu- 

3 


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34 


Rom. 


lichkeit,  die  den  Kopf  mit  dem  de»  Kassler  Apoll 
verbindet,  recht  deutlich,  und  in  eine  Gruppe  mit 
diesem  gehört  die  Figur,  wie  ich  nach  wie  vor 
annehme  (vgl  Text  au  No.  320—22  und  meinen 
Führer  d.  d.  Ant  in  Floren,  p 264) 

I M5  und  1 1 16(749).  Kopf  der  KoreAlbani. 
Kopfhühe  0,24  m.  Gcsiclitshölic  0,18  m Weisser, 
feinkörniger  Marmor  (wahrscheinlich  pentelisch 
wegen  der  Spaltungen).  Es  fehlt  die  Spitze  der  Nase 
und  der  r.  Ohrmuschel.  Das  Gesicht  .stark  gereinigt- 
lielbig,  Führer1  No.  835.  Furtwängler,  Meisterw., 
p.  100,  und  (»riech.  Originalstatuen  in  Venedig,  p.  286. 
Die  Haare  haben  die  grösste  Ähnlichkeit  mit  denen 
der  Sosikles-Amazone  (s.  No  1117/18).  Vgl  Pottier 
im  Rull,  de  corr.  hell.  XX,  p.  448  ff. 

1 1 17  und  1 1 18  (76).  Hermenbüste  mit  dem 
Kopf  der  Sosikles-Amazone.  Höhe  0,415  m. 
Kinnspitze  Haaransatz 0,17  m Kinnspitze  Scheitel 

0. 255  m.  Griechischer  Marmor.  Ergänzt  die  ganze 

1.  Seite  des  Gesichtes  mit  Nase  und  den  ent- 
sprechenden Teilen  der  Haare  (doch  ist  die  1 
Kinnlade  und  Schülterlocke  antik),  Ilintcrkopf, 
Teil  der  r.  Braue  und  die  r.  Srhnlter. 

Der  Kopf  der  Sosikles-Amazone  ist  hier  zu 
einer  Henne  verwendet  worden;  man  hat  ihn  ge- 
rade auf  den  Hals  gesetzt  und  ihm  je  eine  kleine 
und  eine  grosse  seitlich  lierabfallende  Locke  ge- 
geben. Vgl.  Arndt,  La  glyptothe<|ue  Ny-Carls- 
berg,  Text  zu  pl.  47/48. 

Einfache,  decorative  Arbeit. 

1119  und  1120  (57).  Hermenbüste  eines 
Jünglings.  Hoch  0,49  ui.  Kopfhöhe  0,245  m. 
Griechischer  Marmor.  Ergänzt:  Nase,  Ränder  der 
Ohren,  hinterer  Teil  der  r.  Schulter.  Die  r.  Ge- 
sichtshälfte sehr  stark  beschädigt.  Vgl.  den  Text 
zu  E— V 857/58.  Sehr  verwandt  mit  diesem 
Kopf  und  seinen  dort  angeführten  Repliken  ist 
der  Kopf,  der  ungebrochen  auf  einer  schönen, 
leider  sehr  überarbeiteten  .Jünglingsstatue  des 
Museo  I hiarainonti  sitzt  (No.  297;  Museo  Chiara- 
monti  III,  t.  XXVIII;  gefunden  in  Anzio).  Der  Jüng- 
ling ist  im  Motiv  des  Apollon  Lykeiofl  dargestellt 

II 21  und  1122  (711).  Kopf  einer  Gott  in  mit 
D i ad e in.  Gesiehtshühe  (Kinnspitze— Haaransatz) 
0,14  in.  Grobkörniger,  gelblich-grauer,  wohl 
griechischer  (parischer)  Marmor.  Ergänzt : untere 
Hälfte  der  Nase,  die  ganze  mittlere  Partie  der 
Stephane  nebst  Wollbinde,  sowie  der  Teil  der 
.Stephaue  an  der  r.  Kopfseite  ohne  die  Binde,  die 
beiden  Schulterlocken  (Ansätze  vorhanden),  Unter- 
teil des  Halses.  Teil  de»  Haark noteii»  hinten  fehlt. 
Der  Kopf  gehört  nicht  zu  der  Statue,  der  er  auf- 
gesetzt ist  (L'larac  416,  719  A:  lielbig,  Führer' 


No.  837).  Der  Kopf  ist  von  Furtwängler,  Meisterw  , 
p.  558,  Anin.  1,  erwähnt  im  Zusammenhang  tnii 
der  Juno  Ludovisi,  da  er  wie  diese  am  Diadem 
eine  geknotete  Wollbinde  trägt.  Der  Knoten,  in 
dem  die  Haare  hinten  endigen,  Ist  bestossen;  doch 
genügt  das  Erhaltene,  um  constatieren  zu  können, 
dass  er  derselben  Art  war  wie  der  der  Juno. 

Furtwängler  betont  a.  a.  0.  mit  Recht  die 
»ehr  viel  grössere  Idealität  diese»  Köpft*»  und 
seinen  rein  praxite  Hachen  Charakter.  Wahrschein- 
lich war  in  dem  Original  Aphrodite  dargestellt;  aber 
auch  eine  der  Chariten  wurde  durch  das  Diadem 
ausgezeichnet.  Für  Hera  ist  der  Kopf  zu  jugendlich. 

Diesen  beiden  Köpfen  schliesscn  sich  durch 
die  eigentümliche  Mischung  mehr  oder  minder 
idealer  Züge  aus  dem  vierten  vorchristlichen  Jalirh. 
mit  römischer  Frisur  au:  der  lebensgrosse  Kopf 
einer  als  Diana  Lucifera  ergänzten  Statue  des 
Museo  Chiaramonti  No.  548;  Pistoleai,  II  Vaticauo 
descr.  IV,  t XLVII;  Clarac  564,  1205;  ergänzt: 
Nase  und  Oberlippe;  er  gehört  nicht  zu  der  Figur, 
der  er  aufgesetzt  ist);  ferner  der  Kopf,  der  der 
sog.  Kalliope  im  Mitscnsnal  des  Vaticau  (lielbig, 
Führer*  No.  280»  aufgesetzt  ist;  ein  zum  Ein- 
setzen in  eine  Statue  bestimmter  Kopf  in  Neapel  (luv. 
No.  6289;  ergänzt  die  Nasenspitze),  und  der  Kopf 
einer  Venus  Anadyomcne  ebenda  (luv.  No.  6292). 

1123  und  1124(119).  Hermenbüsto  de» 
j ugendlichen  Dionysos  Hoch 0,41  m.  Kopfhöbe 
0,245  in.  Gesiehtshühe 0,1 7 m Gealchtsbreite  0,13m. 
Griechischer  Marmor.  Ergänzt:  Nase,  Teile  der 
Brauen  und  der  Ränder  der  Ohren,  grosse  Locken- 
büschel seitwärts  Über  der  Stirn,  Teile  der  Ränder, 
die  beiden  Vorderecken  der  Herme. 

Helbig,  Führer'  No.  789;  Amelting,  Floren  1. 
Ant , p.  21;  Klein,  Praxiteles,  p,  415,  Anm.  No.  5. 
Zu  der  bei  Klein  gegebenen  Reihe  von  sechs 
Repliken  sind  hiuzuzu  fügen : 7.  Exemplar  im 
Museum  de»  Klosters  von  Groltaferrata;  die  Hörner 
»ind  erhalten;  noch  nicht  näher  von  mir  unter- 
sucht. 8.  Kleine,  sehr  stark  ergänzte  Replik  mit 
Wendung  uach  der  r.  Schulter  im  Museo  Chiara- 
monti No  410.  — Rei  einem  Besuch  der  Gail, 
geografica  konnte  ich  f entstellen,  dass  die  Hörner 
au  dem  dortigen  Exemplar  in  der  That  ursprüng- 
lich sind. 

Das  Londoner  Exemplar,  da»  Klein  a a.  O. 
Fig.  89/90  ptiblicicrt,  ist  eine  Umarbeitung  ins 
Sentimentale.  Durch  den  veränderten  Ausdruck 
der  Augen  (leise  Hebung  und  Vertiefung  der 
inneren  Winkel),  die  Senkung  der  Mundwinkel 
und  die  Verweichlichung  aller  Formen  ist  dem 
Kopf  jede  Frische  und,  um  es  offeu  zu  sagen, 


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35 


Koni. 


alles  Praxitelische  verloren  gegangen.  Ich  hätte 
vor  diesem  Exemplar  nie  — wenigstens  soweit  ich 
nach  der  Abbildung  bei  Klein  urteilen  kann  - 
und  ebensowenig  vor  dem  albanischen  auf  Praxi- 
teles geraten  Mit  dem  Adonis  des  Gabin.  d. 
maschere  haben  sie  allerdings  auch  nichts  gemein, 
ausser  allgemeine  seitliche  Verwandtschaft  (siehe 
Furtwänglcr,  Meisterw.,  p.  590). 

1125  (218'.  Kopf  des  Paris.  Kopfhöhe 
(Kinnspitze'  Miitzenspitze)  0,235  in.  Uesichtshöhe 

0. 145  m.  Gesichts  breite  0,11  m.  Griechischer, 
wohl  parischer  Marmor.  Ergänzt:  das  ganze 
Untergesicht  mit  Nase  und  Umgebung,  Hals.  Sehr 
bcstossen;  die  I.  Kopf  hälfte  sehr  corrodiert;  die 

1.  Ohrmuschel  ist  fast  gauz  verschwunden. 

Der  Kopf  gehört  nicht  zu  der  Statue,  der 
er  aufgesetzt  ist  (diese  von  italischem  Marmor) 

Er  ist  von  Furtwängler,  Meisterw.,  p 592,  er- 
wähnt, dessen  Ausführungen  mannigfacher  Be- 
richtigung bedürfen,  die  er  zum  Teil  schon  selbst 
(Über  Statuenkopien  im  Altertum,  p.  566  ff.)  ge- 
geben hat.  Doch  muss  betont  werden,  dass  der 
albanische  Kopf  mit  dem  in  den  Meisterwerken 
erwähnten  Münchener  Kopf  (Glyptothek  135)  nur 
die  allgemeinste  Ähnlichkeit  bat;  beide  gehen  ent- 
schieden auf  verschiedene  Originale  zurück;  und 
zwar  scheint  mir  der  Stil  des  römischen  Kopfes 
älter  als  der  des  Münchener.  Seine  Augen  haben 
sehr  viel  Praxitclisches. 

Den  ältesten  Eutwickelungsgrad  dieses  Typus 
von  Köpfen  repräsentiert  jedenfalls  ein  Pariser 
Kopf  (Salle  du  Heros  comb.  No.  535;  Phot. 
Giraudon  1242);  er  ist  bei  Furtw.,  Statuenkop., 
p 566,  Anui.  1 nur  flüchtig  erwähnt.  Seine  her- 
vorragende Schönheit  sichert  ihm  einen  der  ersten 
Plätze,  und  zudem  gehört  er  unbestreitbar  in  die 
erste  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts,  dürfte  also  bei 
der  Suche  nach  dem  Paris  des  Eupliranor  mehr 
berücksichtigt  werden,  als  bisher  geschehen  Ist. 

Indes«  scheint  es  mir  nicht  so  unmöglich,  wie 
Furtw  , Meisterw , p.  591,  Anm.  5 es  ausgiebt, 
dass  einige  dieser  Köpfe  auch  Ganymed  dar- 
stelleu:  muss  doch  dieser  in  der  Gruppe  mit  dem 
Adler,  die  ihr  Motiv  dem  Sauroktonos  entlehnt 
hat  und  jedenfalls  nicht  sehr  viel  jünger  ist  als  | 
jene«  praxitelische  Werk,  nach  den  Kesten  vou 
Mützeubändern  an  dem  Neapeler  Exemplar  eben 
eiuen  solchen  Kopf  getragen  haben  i siehe  meinen 
Führer  d.  d.  Ant.  in  Florenz,  No.  51,  und  Klein, 
Praxiteles,  p 128  ff.). 

Kobert’s  Hypothese,  der  Ares  Borghese  sei 
eine  Kopie  jener  Figur  des  Euphranor  (Votivgeui. 
eines  Apohaten,  19  haitisches  Winckelm.-Progr., 


p.21  ff.)  wird  von  Furtwängler  (Statuenkop.  a.a.O.) 
mit  Recht  bekämpft.  Robert  hat  eine  Fignr  über- 
sehen, an  der  sich  der  bewusste  Knöchelring  eben- 
falls findet,  die  aber  nicht  jugendlich  ist  und  bei  der 
es  sich  uicht  um  Sucht  zu  gefallen  handeln  kann : 
den  Agamemnon  auf  dem  Bilde  Hierons,  das  die 
Wegführung  der  Briseis  darstellt  (Hon.  d.  J.  VI, 
19  = Baumeister,  Dcnkm-,  Abb  776).  A.  wird 
hier  durch  diesen  Ring  (am  1.  Knöchel),  wie  durch 
die  breitere  Binde  im  Haar  und  das  Armband 
an  der  r.  Handwurzel,  als  die  reichste,  vornehmste 
Person  bezeichnet;  auf  Reichtum  und  Vornehm- 
heit allein  kann  der  Ring  denn  auch  bei  der 
Statue  deuten  wollen. 

1126(706).  Relief: Th eseus  und  Aitbra. 
Hoch  1,07  in.  Eäugc  1,97  m.  Ergänzungen  siehe 
bei  Helbig 1 No.  838.  Ebendort  siehe  über  die 
Deutung. 

Die  Gewandmotive  der  weiblichen  Figuren 
gehören  alle  in  hellenistische  Zeit.  Wahrschein- 
lich gehört  das  Relief  auch  zu  jener  Gruppe,  die 
wir  unten  unter  No.  1162  behandeln  werden 

Sculpturen  in  der  Gemäldesammlung  des 
Palazzo  Colonna. 

Ausser  den  Augaben  über  die  einzelnen  Werke 
bei  Malz-Duhn,  Antike  Bildwerke  in  Ruin,  die 
bei  jedem  Stück  citiert  sind,  ist  für  die  Geschichte 
der  Sammlung  Material  enthalten  in  den  „Docuinenti 
inediti  per  servire  allastoria  dei  uiusei  d'ltaliu"  IV, 
p.  382  ff.  (Inveutarium  bouor.  haered  a 1714), 
in  der  „Beschreibung  der  Stadt  Rom“,  III,  3, 
p.  162  ff.,  in  dem  Bull.  d.  ].  1838,  p 22  (Braun), 
und  in  der  Vorrede  zu  dem  in  der  Sammlung 
selbst  käuflichen  „Uatalogo“.  Die  „Beschreibung 
der  Stadt  Koni“  gibt  als  die  Zeit,  in  der  die 
noch  jetzt  bestehenden  Palastbauteu  errichtet 
wurden,  die  Mitte  des  16.  bis  Mitte  des  17  Jahr- 
hunderts an.  Der  „Uatalogo“  nennt  als  specielles 
Datum  1620.  Nach  ihm  wäre  die  Mehrzahl  der 
hier  befindlichen  antiken  Sculpturen  an  der  Stätte 
des  alten  ßovillnc  gefunden;  die  „Beschreibung 
der  Stadt  Rom“  beschränkt  diese  Angabe  auf  die 
Reliefs,  was,  wie  es  scheint,  auch  Braun  a.  a O. 
sagen  will.  Im  Jahre  1714  war  die  Sammlung 
in  ihrem  jetzigen  Bestände  oder  wenigstens  in 
ihrer  jetzigen  Anordnung  noch  nicht  vorhanden.4) 
In  der  Aufzählung  des  Inventar»  fehlen  alle  die 
Reliefs,  die  unter  den  Fenstern  eingeinaucrt  sind. 

*)  Die  diesbezügliche  Angabe  in  deui  topographischen 
I Register  von  M.  D.  ist,  nach  deu  Statuen  tu  urteilen,  die 
I dort  angeführt  worden  und  die  mit  den  heute  an  Ort  und 
Stelle  befindlichen  üt>erein»tiinineti.  uicht  correct. 

3* 


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36 


Rom. 


In  der  Beschreibung  der  Stadt  Rom  werden  sie 
genannt;  sie  werden  mit  den  Relief»  gemeint  »ein,  j 
die  nach  Braun  Cav  D Filippo  Colonna  au»  dem 
Besitztum  der  Familie  an  der  Stelle  des  alten  I 
Bo  villaein  den  Palast  bringen  lies»  Die  Postamente 
in  dem  Hanptteil  des  grossen  Saales  mit  den  in 
sie  eingelassenen  Reliefs  standen  schon  1714,  wie 
sie  jetzt  stehen;  nicht  durchweg  die  Statuen. 
Doch  sind  diese  Umstellungen  unwesentlich.  Wich- 
tiger ist,  dass  damals  noch  einige  Figuren  dort 
standen,  an  deren  Stelle  wir  heute  andere  linden.*) 
So  sind  vier  nackte  Venusstatucn,  von  denen  eine 
sicher,  eine  andere  wahrscheinlich  in  den  Vatican 
gelangt  ist  .Michaelis  im  Jonrn.  of  hell.  stnd.  1887, 
p.  331),  eine  Athen«,  ein  Herakles  und  ein  Askle- 
pios verschwunden.  An  Stelle  dieser  sieben  Figuren 
sind  getreten  unsere  No.  1127,  1149,  1150,  1153, 
1155,  und  zwei  ganz  schlechte  Gewandfiguren,  | 
römische  Grabstatuen,  die  eine  in  Motiven  des  , 
4.  Jahrhundert»,  die  andere  von  der  Art  der  so-  I 
genannten  Pudicitia  (M.-D.  1433  und  1455) 

Auch  in  dem  hochgelegenen  kleineren  Teil 
des  grossen  Saales  ist  manches  gegen  1714  ver- 
ändert Von  den  dort  angeführten  Figuren  ist 
nicht  mehr  vorhanden:  Statuette  einer  Flora;  un 
imperatore;  zwei  Putten  und  ein. Cupido.  Von 
den  Figuren,  die  M.-D.  in  diesem  Teil  des  Saales 
auffibhren,  Ist  der  Silen  (475)  nicht  mehr  vorhanden. 

An  der  Rückwand  diese»  Teiles  (Ausgang 
nach  der  zum  Garten  führenden  Brücke  stehen 
drei  moderne  Sculptnren,  die  sämtlich  nach  Stücken  : 
des  Capitol  ln  »eben  Museum»  cuplort  sind:  1.  der  J 
sogenannte  Miltiade»  (von  Furtwüngler,  Meisterw.,  j 
p 122,  Anm.  3 fälschlich  als  antik  aufgezählt; 
vgl  Arndt,  K-V  437  38);  2.  Kopf  des  Dionysos, 
M.-D.  408;  Copie  des  bei  uns  unter  No  404,5 
publicierton  Kopfes;  3.  Kopf  de»  Antinous; 
M.-D  917  (Attis;  offenbar  modern);  Copie  des 
Antinous-Kopfea  in  der  Galerie  de»  cap.  M 
No.  43  (Nuova  de»criziuuc  p.  128). 

1 127.  Wiederholung  des  „llernies  Ludo- 
visi“.  M.-D.  157.  Hoch  1,80  in.  Feinkornigci 
gelblicher  (wohl  penteliachcr)  Marmor.  Die  Er- 
gänzungen des  Körpers  bei  M.-D.  richtig  ange- 
geben. Ueber  den  nicht  zugehörigen  Kopf  siehe  j 
No.  1128.  Ueber  den  Typus  dieses  Hermes  siche 
Furtwängler,  Meist  er  w,  p.  80  ft'  und  742;  in  un- 
aerm  Text  No.  270,71  und  1103/4.  Furtwängler 
spricht  a.  a,  0.  die  Vermut  ung  aus,  da»  Origi- 

•) Auch  die  MUtuette  No  U M Mehl  Jetzt  nicht  mehr  in 
den  öffentlich  luganfrltchen  Tellen,  wo  nie  bis  1#m7  ge- 
standen hat. 


nal  sei  vielleicht  ein  Werk  des  Telcphanes 
gewesen,  eines  Zeitgenossen  des  Myron,  Polyklet 
und  Pythagoras,  aus  Phokäa  in  Kleinasien 
Als  Anhaltspunkt  dient  ihm  die  Verwandtschaft, 
die  den  Kopf  unsere»  Hermes  init  dem  einer 
Münze  von  Phokäa  verbindet  Aber  die  Herkunft 
dt«  Telcphanes  au»  jeuer  ionischen  Colonie  ist 
mehr  als  unwahrscheinlich,  und  ihre  Annahme  in 
unserer  Ueberlieferung  absolut  nicht  als  notwen- 
dig indiciert.  Plinius  erwähnt  den  Telephane» 
N.  II.  XXXIV,  68.  Das  Wort,  das  die  Herkunft 
des  Künstlers  bedeutet,  schreibt  der  Bambergens» 
„Phoeaeum“,  die  Mehrzahl  der  Hamlschriften  aber 
•Phoctum*  (siehe  die  betreffende  Stelle  in  Sillig’a 
Ausgabe,  vgl.  C.  Keil,  Analecta  epigr.  et  ono- 
matol.  p.  213).  Phocaeus  findet  sieh  ausserdem 
noch  bei  Vitruv.  ptaef.  VII  Theodorus  Phocaeus 
de  tholo  qiii  cst  Delphis),  wo  es  zweifellos  „aus 
Phokis“  bedeutet,  und  im  Plural  bei  Hora/.,  Epod. 
XVI,  17,  wo  es  „Einwohner  von  Phokäa-  bedeutet. 
Phoceus  findet  steh  sonst  nur  bei  Ovid  (trist  I,  9, 
28;  rem.  589)  als  Beiwort  bei  Pylades,  heisst  dort 
also  „aus  Phokis“.  Mögen  wir  demnach  unser 
Urteil  nach  der  Qualität  oder  nach  der  Quantität 
in  der  handschriftlichen  Ueberlieferung  richten,  in 
beiden  Fällen  werden  wir  eher  dazu  geführt, 
Phokis  al»  das  Vaterland  des  Telephanes  zu  ver- 
muten; wenigsten»  spricht  nichts  Entscheidendes 
für  Phokäa. 

Für  Phokis  aber  spricht  mit  Entschiedenheit 
die  Thatsache,  dass  ein  Hauptteil  der  Werke  des 
Künstlers  »ich  in  Thessalien  befand.  Nach  Furt- 
wängler soll  »eine  ionische  Herkunft  den  Anlass 
gegeben  haben  zu  der  anekdotenhaften  Erklärung 
seines  geringen  Bekanntsein»,  durch  die  Annahme, 
dass  er  für  die  Perserkönige  Darin»  und  Xerxcs 
gearbeitet  habe.  Zur  Bildung  dieser  Legende  aber 
genügte  die  Thatsache,  das»  er  sich  ungefähr  zur 
Zeit  jener  Könige  in  Thessalien  aufgehalteu  hatte, 
denn  die  perserfreundliche  Stellung  der  Theeealer 
in  eben  jener  Epoche  iat  bekannt. 

Deshalb  scheint  es  mir  auch  zweifellos,  dass 
die  Legende  nicht  Darin»  II.,  sondern  I.  meinte. 
Doch  braucht  das  für  die  Chronologie  des  Künstlers 
nicht»  zu  bedeuten,  für  die  vielmehr  die  Gleich- 
set/.ung  mit  Myron,  Pythagoras  und  Polyklet  ent- 
scheidend ist.  War  nun  Telephanes,  wie  mir  evident 
scheint,  aus  Phokis  — bei  E.  Seilers,  The  elder 
Pliny's  chaptcrs  on  the  hist,  of  art,  p.  54  (vgl. 
ebenda  p.  XXII)  ist  diese  Möglichkeit  gar  nicht 
in  Betracht  gezogen  - , so  wird  für  die  Vermu- 
tung, dass  er  der  Künstler  unseres  Hermes  sei, 
die  Aehnlichkeit  des  Kopfes  der  Statue  mit  der 


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Rom 


37 


Münzt  von  Phokäa  bedeutungslos,  und  mehr  als 
Aehnlichkcit  ist  nicht  vorhanden.  Nicht  anders 
aber  steht  cs  mit  der  weiteren,  von  Kurtwänglcr 
versuchten  Begründung  durch  die  Verwandtschaft 
des  Hermeskopfes  mit  dein  einer  Grabstele  des 
b.  Jahrhunderts  aus  Thessalien  (Bull,  de  corr. 
hell.  1888,  pl.  VI);  diese  Verwandtschaft,  die 
fast  nur  in  der  Art  besteht,  wie  der  Pctasos  ge- 
tragen wird,  scheint  mir  denn  doch  zu  oberfläch- 
lich, um  daran  kunstgeschichtliche  Po'gcrungen 
knüpfen  zu  dürfen  Sucht  man  die  Stellung  der 
Figur  in  der  geschichtlichen  Kntwicklung  allein 
nach  ihrer  künstlerischen  Kigenart  zu  eruieren, 
so  lässt  sich  der  Kieis,  dem  sic  angehürt,  recht 
genau  bestimmen;  es  ist  der  Kreis  der  at tischen 
Werke  des  Phidias  und  des  Myron  aus  dom  dritten 
Viertel  des  5.  Jahrhunderts.  Mit  den  Werken  ans 
dem  Kreis  des  Phidias  (vgl.  1!  Grilf,  Aus  der 
Anomia,  p.  69)  hat  das  Werk  die  formale  Dar- 
stellung des  Körpers,  die  eigenartige  Stellung  und 
Proportion  (kurze  Unterschenkel)  gemein;  die  enge 
Beziehung  zn  Myron  wird  klar  bei  der  Vergleich- 
ung des  Kopfes  mit  dem  des  Diskobolen:  die  Form 
des  Schädels,  die  ausserordentlich  feine  Profillinie, 
die  lebendige  Bildung  des  Mundes,  vor  Allem  der 
Oberlippe,  sind  besonders  auffallend  verwandt; 
dabei  ist  aber  Alles  weiter  entwickelt,  wie  auch 
die  Haare  beim  Herme»  schon  viel  freier  behandelt 
sind,  als  am  Diskobolon.  Am  Indivi  I Hellsten 
wirkt  das  Motiv  des  vom  Arm  hcrabgieitenden 
Gewandes  und  dessen  eigenartige  Behandlung,  wie 
wir  sie  an  unserm  und  an  dem  Kxemplar  Eudovisi 
beobachten,  lieber  das  stilistisch  ganz  umge- 
arbeitete Gewand  am  sogen.  Klcomencs  siehe 
Kurtwänglcr  a.  a.  0.,  Anm.  3.  Am  Kleomenc* 
Anden  sich  auch  sonst  Einzelzflge,  die  auf  starke 
Benutzung  des  lebenden  Modells  schliesscn  lassen: 
siche  besonders  die  I.  Hand.  Vgl.  /immermann, 
Kunstgeschichte  des  Altertums  und  des  Mittel- 
alters, p.  304.  Auch  das  Gewand  an  unserem 
Kxemplar  stimmt  nicht  in  allen  Kinzelheitcn  mit 
dem  des  Kxemplar»  Kndovisi  überein. 

1128.  Kphebenkopf  in  ProAl,  aufgesetzt 
auf  No.  1127.  M.-D.  157.  Ergänzt:  Teil  des 

llinterkopfcs,  kleines  Stück  der  Stirn,  Nase,  Kippen, 
Kinn,  Rand  des  I Ohres.  Trotz  der  starken  Er- 
gänzung ist  cs  deutlich,  dass  wir  hier  die  Copie 
nach  einem  Ephcbcnkopf  des  4,  Jahrhunderts  vor 
uns  haben.  Die  Haare  erinnern  iu  ihrer  Anlage, 
besonders  an  Schläfe  und  Ohr,  noch  an  die  Art 
des  5.  Jahrhundert».  Aber  die  runde  Form  des 
Schädels,  die  hohe  Bildung  der  Stirn,  die  Weich- 
heit, mit  der  die  Eider  um!  ihre  Umgebung  go- 


arbeitet sind,  sprechen  deutlich  für  die  spätere 
Zeit.*) 

1129.  Statue  der  Athcna.  M.-D.  640. 
Hoch  ohne  Kopf  1,33  m Feinkörniger  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  Kopf  nnd  Hals,  r.  Arm  vou 
Uber  dem  Ellenbogen  abwärts,  I.  Arm  mit  Schild, 
Teile  der  Falten,  Füsse  mit  anstossenden  Teilen 
des  Gewandes  und  Basis.  Siche  über  diesen  Athcna- 
Typns  Fnrtwängler,  Ueber  Statnencopicu  im  Alter* 
; tum  I,  p.  555,  Taf.  IV,  wo  ein  Exemplar  mit  dem 
1 zugehörigen  Kopf  pnbliciert,  unsere  Kopie  nicht 
. verzeichnet  ist  Vgl.  ferner  oben  No.  942/43. 

| Die  Arbeit  ist  recht,  schlecht.  Der  obere  Aegis- 
rand  ist  mit  Schlangen  umsäumt.  Im  Nacken  ist, 
nach  der  I Schulter  verschollen,  der  Haarschopf 
erhalten.  Die  Falten  sind  womöglich  noch  alter- 
tümlicher im  Stile,  als  die  des  capitolinischen 
Exemplare»;  doch  mag  sich  dies  aus  dem  geringen 
künstlerischen  Wert  der  Arbeit  erklären.  Be- 
deutsamer ist,  dass  sich  die  gloiche  Art  der  Stili- 
sierung an  einer  weiteren  Replik  findet,  dem  in 
der  2.  Auflage  von  llelbigs  Führer  No.  620  richtig 
bestimmten  Torso.  In  dein  Stil,  der  nunmehr  also 
durch  die  Mehrzahl  der  Kopien  repräsentiert  wird, 
müssen  wir  uns  das  Original  voretcllcn  Lag  ein 
solches  vor,  so  konnte  der  Wunsch  eines  einzelnen 
Kopisten,  die  Faltenlagen  lebhafter  im  Kontrast 
von  Eicht  uud  Schatten  zu  gestalten,  leicht  zu 
Ebnwaudltingen  im  Einzelnen  fuhren,  wie  wir 
sic  an  dem  englischen  Exemplar  unserer  Figur 
vor  uns  sehen.  Eine  übereinstimmende  archai- 
sierende Vereinfachung  seitens  all  der  anderen 
Kopisten  scheint  mir  wenigstens  sehr  viel  weniger 
wahrscheinlich.  Dagegen  möchte  ich  kaum  wagen, 
eine  derartig  durchgreifende  systematische  Um- 
wandlung, wie  sie  das  Stockholmer  Exemplar 
repräsentiert  (Photogr.  I.agrelius  No  2),  einem 
Kopisten  zuznschreiben ; hier  ist  nicht  etwa  die 
ältere  Figur  mit  einzelnen  Zügen  praxitclischen 
Gewandstils  ausgeslattet,  sondern  es  liegt  eine 
vollkommene,  planmäßige  Umarbeitung  in  diesem 
I Stil  vor.  Die  Brust  ist  aug.  nscheinlich  schmal  r, 

I der  Brustausschnitt  infolgedessen  spitzer  zulaufend ; 
der  Fuss  des  Spielbeins  ist  weiter  zur  Seite  und 
zurückgesetzt  Nur  Mitglieder  der  pasitelischen 
' Schule  scheinen  fähig  gewesen  zu  sein,  derartige 
Umarbeitungen  in  späterer  Zeit  vorzunehmen,  und 
doch  tragen  ihre  Werke  unverkennbarer  den 

•)  Man  vgl  den  viel  verbreiteten  (Hpiahguss  eine« 
Jüngling»kopfe«,  der  eine  Wiederholung  den  Henne«  Litnfl- 
downr  Michaeli«,  ancient  markte«  p.  467,  No.  88)  ohne  Hut 
| i«t.  Der  Aufbewahrungsort  de»  Originale«  diese»  Kopfe« 

I ist  mir  unbekannt  (Arndt  ) 


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38 


Hom. 


Stempel  der  alten  Zeit,  als  inan  das  von  der 
Stockholmer  Athena  behaupten  kann  Ich  möchte 
deshalb  eher  dazu  neigen,  hier  eine  Umarbeitung 
aus  dem  4 Jahrhundert  selbst  anzunehmen.  Das 
Original  der  Übrigen  Repliken  ist  aber,  nach  dem 
Zeugnis  der  Mehrzahl  derselben,  nicht  erst  am 
Ende  des  6.  Jahrhunderts  entstanden  (vgl.  Arndt,  } 
La  glyptotheque  Ny-Carlsberg,  p.  71  f).  Der 
Kopf  de«  englischen  Exemplare«  steht  stilistisch 
zwischen  dem  der  Athena  von  Velletri  und  dem 
der  Athena  Ilcphaisteia,  die  Heisch  kürzlich  dem 
Alkamenes  zugeschrieben  hat  (Jahreshefte  des 
österr.  archäol.  Institutes  I,  p 66  ff.)  und  die 
ohne  Zweifel  noch  dem  Ende  des  ß.  Jahrhunderts 
angehört. 

1 130.  Torso  der  attischen  verwundeten 
Amazone.  M.-D.  940.  Höhe  des  Antiken  1,28  m. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Die  Ergänzungen 
bei  M.-D  richtig  angegeben.  Richtig  gewürdigt 
bei  Fnrtwängler,  Meisterw.,  p.  294,  Anm.  2. 

1131.  Statue  der  Aphrodite,  Typus  der 
sogen.  Venus  Gonetrix.  M.-D.  711.  Hoch  2,06  in. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Kopf 
und  Hals,  r.  Arm  mit  dem  von  der  Hand  gehobenen 
Zipfel  de«  Mantels,  1.  Hand  mit  dem  Kranz. 

Der  Bildhauer  dieser  Figur,  den  man  kaum 
noch  Copist  nennen  kann,  hat  nicht  nur  das  Unter- 
gewand zugefügt,  sondern  auch  in  den  Falten  und 
vor  allem  in  der  Stellung  geändert;  die  I.  Hüfte 
ist  viel  w eiter  ausgebogen,  die  Taille  darüber  viel 
mehr  eingeknickt,  als  bei  den  genauen  Repliken 
des  Werkes.  Ein  Vergleich  dieser  Punkte  ist  sehr 
lehrreich,  denn  er  zeigt  besonders  deutlich,  wie 
gebunden  die  Darstellung  dieser  Aphrodite  noch 
in  künstlerischer  Hinsicht  ist.  Erwähnt  bei  Klein, 
Praxiteles,  p.  57,  II,  8,  wo  die  Notiz  „Torso  rest.- 
auf  Irrtum  beruht. 

1 132.  Weibliche  Statue,  eine  Höre,  Charite 
oder  ein  verwandtes  Wesen  darstellend.  M.-D.  608 
Hoch  1,41  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Er- 
gänzt: Nase,  beide  Arme  bis  auf  Ansatz,  Teile 
der  Gewandfalten,  Zehen  des  r.  Fusses,  Vorder- 
teil des  I.  Fusses,  Plinthe;  kleine  Flicken  an  den 
Wimpern,  den  Lippen  und  an  den  Brüchen,  von 
denen  einer  sich  am  Hals  unten,  der  andere  in 
der  Höhe  der  Knie  befindet.  Die  Ränder  der  Ohren 
sind  abgeetossen;  kleinere  Beschädigungen  auch 
sonst.  Die  Figur  macht,  so  anmutig  auch  ihre 
Erfindung  ist,  wegen  der  geringen  Güte  der  Arbeit 
und  der  schlechten  Erhaltung  keinen  sehr  erfreu- 
lichen Eindruck.  Desto  interessanter  ist  sie  kunst- 
geschichtlich, denn  sie  tritt  vermittelnd  zwischen 
zwei  Flgaren-Grnppen,  die  man  auch  sonst  schon 


in  Verbindung  zu  einander  gesetzt  hat,  zwrischen 
die  der  sogen  Venus  Genetrix  und  die  Gruppe 
der  Figuren,  die  sich  stilistisch  an  die  Nike-Balu- 
strade anschlies&cn.  Während  unsere  Gestalt  zu 
letzterer  durch  ihre  leichtgcw'ebte,  reichgefältete 
und  mannigfaltig  flatternde  Gewandung  in  Be- 
ziehung steht,  bekundet  ihr  Kopf  (siehe  die  nächste 
. Nummer)  in  allen  Zügen,  bis  auf  die  ihre  Haare 
hinten  eiuschlieascnde  Sphondone,  ihre  Abkunft 
von  dem  Kreis  der  Venus  Genetrix.  Sie  gibt  sich 
zugleich  in  allen  Teilen  als  die  nächste  Verwandte 
der  Hera  Borghese  (Arndt,  I«a  glyptotheque  Ny- 
Carlsberg,  pl.  56-58;  Fnrtwängler,  Meisterw., 
p.  117  und  742;  siehe  hier  No.  280  und  Röm. 
Mitt.  1897,  p.  73)  zu  erkennen. 

1133.  Kopf  der  Statue.  Siehe  die  Ausfüh- 
rungen zur  vorigen  Nummer.  Wegen  der  Sphendune 
vgl.  Helhig,  Coli.  Rarracco,  p.  57  f.,  und  Savignoni, 
Mon.  ant.  dei  Lincei  1898,  p.  11  f. 

1134.  Torso  einer  männlichen  Statuette. 
M.-D.  1019  Höhe  des  Antiken  0,36  m.  Feinkör- 
niger gelblicher  Marmor.  Die  Ergänzungen  bei 
M.-D.  richtig  angegeben.  Nach  dem  allgemeinen 
Charakter  der  Formen,  Proportionen  und  der 
Ponderation  zu  schliessen,  gehörte  dieser  Torso 
zu  einer  kleinen  Wiederholung  einer  Figur  aus 
dem  Kreise  des  Stephanos-Athletcn.  Während  aber 
bei  den  übrigen  Gestalten  dieses  Kreise«  der 
Arm  auf  der  Seite  de«  Standbeins  gebeugt  ist 
war  hier  das  Umgekehrte  der  Fall.  Eine  Sonder- 
stellung nimmt  unser  Torso  auch  dadurch  ein, 
dass  die  schematische  Bildung  des  Nabels,  die 
flache  und  kurze  Bildung  des  Bauches,  der  Mangel 
jeder  Trcunungder  Scham  vom  Bauche  und  die 
flache  Bildung  des  Schamhaares  noch  anf  eine 
unentwickeltere  Stufe  deuten,  als  sie  jeno  Figur 
des  Stephanen  repräsentiert.  Diese  Züge  ver- 
dienen um  so  mehr  beachtet  zu  werden,  als  die 
Arbeit  des  Torso  gut  ist. 

1135.  Torso  einer  Wiederholung  des 
poly k letischen  Diadumcnos.  M.-D.  1008a. 
Höhe  des  Antiken  1,12  m.  Feinkörniger  gelblicher 
Marmor.  Die  Ergänzungen  bei  M.-D.  richtig  ange- 
geben Die  Arbeit  der  Copic  ist  schlecht;  die 
schöne  Eigenart  polykletischcr  Gestalten,  die  klare 
Sonderung  der  verschiedenen  Flächen,  ist  fast 
ganz  verloren  gegangen.  Der  Torso  ist  in  dom 
von  Peteraen  aufgestellten  Kcplikenverzeichnfo  de« 
Diadumcnos  im  Bullcttinu  comunale  1890,  p.  189  ff. 
nicht  erwähnt. 

1136.  Statue  des  Herakles.  M.-D  96. 
Hoch  2,03  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt:  Oberkopf,  Brauen,  Nase,  Lippen,  Kinn, 


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Rom 


39 


beide  Ohren,  Hals,  r.  Arm  von  der  Mitte  de«  Ober- 
arme an  mit  ganzer  Keule,  1.  Hand  milden  Aepfcln, 
r.  Hüfte  und  Hinterbacke,  r.  Bein  (der  Fuss  antik), 
l.  Knöchel,  Teile  des  Felles,  hinterer  Teil  des 
Stammes.  Bruch  im  I.  Oberarm,  quer  durch  die 
Hüften,  iin  1.  Oberschenkel;  mehrere  Brüche  im 
Fell.  I)ic  Plinthe  in  die  jetzige  profilierte  Basis 
eingelassen,  deren  antiker  Ursprung  mir  zweifel- 
haft ist.  Der  Kopf  gehört  nicht  sicher  zu  der 
Figur;  er  hat  ganz  kurz  geschorenes  Haar,  das 
an  dem  oberen  Teil  des  Ilinterschiidels  gar  nicht  | 
ausgearbeitet  ist,  und  kurzen  Backenflaum.  Leider 
ist  er  in  einem  zu  traurigen  Zustand  der  Erhal- 
tung, um  ein  sicheres  Urteil  zu  gestatten  Arbeit  : 
und  Erhaltung  ist  bei  dem  Körper  nicht  viel  besser  ^ 
als  bei  dem  Kopfe;  aber  der  Körper  repräsentiert 
unverkennbar  einen  strengen  TypuB  der  Herakles-  : 
Figur  aus  dem  5.  Jahrhundert  mit  zur  Hauptsache 
polykletischen  Formen. 

1137.  Torso  einer  polykletischen 
A t h I c t c n-S  t a t u e,  zu  einem  Zeus  ergänzt.  M .-T>.  Iß.  j 
Hoch  1,97  iu.  Feinkörniger  weisser  Marmor 
Die  Ergänzungen  bei  M.-D.  richtig  angegebcu. 
Nach  Furtwänglcr,  Meisterw.,  p.  494,  wäre  der 
Torso  eine  Replik  des  ebenda  abgebildeten  Torso 
einer  polykletischen  Athleten-Statuo  in  der  Galleria 
dello  statue  des  Valican  tHelbig,  Führer*,  No.  190). 
Das  scheint  mir  jedoch  nicht  zweifellos.  Der  Körper  I 
ist  an  jener  Figur  stärker  bewegt  und  deshalb  j 
die  Mittellinie  des  Torso  mehr  geschwungen  Auch 
sind  an  jener  Figur  im  Vatican  die  Muskeln  auf 
der  r.  Schulter  weniger  stark  bewegt,  was  darauf  I 
schliessen  Messe,  dass  der  Kopf  der  colonna’schen 
Statue  mehr  gedreht  war.  Da  intles  auch  unser 
Torso  entschieden  jMjlykletisch  ist  und  die  allge- 
meinen Motive  beider  Figuren  Ubereinstim meu,  so 
mögen  diese  Differenzen  den  verschiedenen  Copisten 
zuzuschreiben  sein.  Unser  Torso  ist  dem  vaticani- 
schen  an  kräftiger  und  ausdrucksvoller  Formen-  i 
gebung  überlegen. 

L>ie  Ausführungen  Furtwänglers  über  die  vati- 
can ische  Figur  sind  in  einem  wichtigen  Punkte  zu 
berichtigen:  der  Kopf  gehörte  ursprünglich  nicht 
zu  dem  Torso.  Der  Marmor  des  Kopfes  ist  fein- 
körnig und  weiss  mit  schräg  (von  1.  oben  nach 
r.  unten)  verlaufenden,  schieferigen  Streifen;  der 
Marmor  des  Körpers  hat  etwas  grössere  Kry stalle 
und  ist  weise  ohne  Streifung.  Die  Oberfläche  des 
Kopfes  ist  ausserdem  schlechter  erhalten  als  die 
des  Körpers;  sie  hat  augenscheinlich  durch  Wasser 
gelitten.  Endlich  muss  der  Kopf  auf  einem  stärker 
bewegten  Hals  gesessen  haben,  als  ihn  der  Torso 
nach  »len  erhaltenen  Ansätzen  hatte. 


Alle  an  die  Zugehörigkeit  des  Kopfes  ge- 
knüpften Folgerungen  sind  deshalb  hinfällig.  Der 
Kopf  hat  in  der  That  die  grösste  Verwandtschaft 
mit  dem  Bronzekopf  aus  Herculaneum  (Furtwänglcr 
a.  a O Fig.  87),  der  mir  nach  wie  vor  eine  von 
Polyklct  beeinflusste  Richtung  der  attischen  Kunst 
zu  repräsentieren  scheint  (vgl  No.  300). 

1138.  Statue  des  Hermes  mit  nicht  zuge- 
hörigem Kopf  des  Trajan  (ergäuzt:  Nase  und 
Hals),  der  auf  der  Photographie  weggefaasen  wurde, 
da  er  unbedeutend  ist  M -D.  1065.  Höhe  der  Figur 
ohne  Kopf  1,80  m.  G rosskörniger  gelblicher  Mar- 
mor. Ergänzt:  1.  Unterarm  mit  Hand,  Attribut  und 
dem  darüber  liegenden  Teil  der  Chlamys  bis  zum 
Stamm,  Glied;  sonst  nur  Kleinigkeiten.  Ein  Bruch 
geht  durch  das  r.  Handgelenk,  ein  zweiter  durch 
die  Hüften,  ein  dritter  durch  die  Oberschenkel,  ein 
vierter  durch  da«  r.  Knie  und  ein  fünfter  durch  den 
r.  Knöchel.  Die  V ordereeite  der  Plinthe  ist  durch 
eine  nur  oben  und  rechts  mit  einfacher  Leiste 
umränderte  Platte  markiert.  Der  Kopf  war  nach 
der  r.  Schulter  gewendet.  Die  Arbeit  ist  ziemlich 
schlecht;  das  Schainhaar  ist,  der  Bequemlichkeit 
wegen,  iu  fast  archaischer  Weise,  d.  h.  in  einzelnen 
Hachen  Lockenringcln  gearbeitet.  Die  Figur  gibt 
einen  Hermes-Typus  wieder,  der  uns  ausserdem 
in  fünf  Exemplaren  erhalten  ist,  von  denen  vier 
in  unserer  Publication  No.  635/36  von  Bulle  be- 
sprochen sind,  während  die  fünfte,  ein  Torso,  von 
Furtwänglcr  in  der  Sammlung  Somz6c  T.  VII, 
p.  9,  No.  9 publiciert  worden  ist.  Von  diesen 
schliessen  sieh  unsere  Figur,  der  Henne»  von  Ata- 
lanti  und  die  Statue  des  Antiphanes  in  Berlin 
(Beschreibung  No.  200)  dadurch,  dass  bei  allen 
dreien  der  Kopf  nach  der  r.  Schulter  gewendet 
ist  oder  war,  näher  zusammen,  während  die  anderen, 
an  deren  Spitze  der  Mercure  Richelieu  in  Pari» 
steht,  wie  Furtwänglcr  a.  a.  0.  richtig  ausfiihrt, 
wiederum  eine  zusammengehörige  Gruppe  bilden, 
die  wohl  auf  ein  etwas  älteres  Vorbild  zurück- 
gelit  als  die  andere.  Die  Originale  beider  Gruppen 
müssen  im  4.  Jahrhundert  entstanden  sein.  Vgl. 
Klein,  Praxiteles,  p.  393  Die  Chlamys  liegt  bei 
unserer  Figur  andere  als  bei  dem  Hermes  von 
Atalanti  und  den  übrigen. 

M39-  Wiederholung  des  sogenannten 
Narkissos.  M -D. 222  Hoch  1,13  m.  Feinkörniger 
gelblicher  Marmor.  Ergänzungen  bei  M.-D.  richtig 
angegeben.  Der  Kopf  nicht  zugehörig;  siehe  nächste 
Nummer.  Bei  Furtwänglcr, Meisterw.,  p.  483,  Anrn.3 
unter  k mit  Recht  als  Replik  des  sogen.  Narkissos 
aufgeführt.  Ebenda,  p.  485  ff.,  hat  Furtwängler  alle 
Möglichkeiten  einer  mythischen  Deutung  auf  brei- 


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40 


Korn 


tester  Basis  erwogen;  das  Resultat  bleibt  aber 
zu  schwankend,  als  dass  wir  in  der  Figur  nun 
mit  Sicherheit  Adonis  erkennen  konnten.  Was 
das  formale  Motiv  angeht,  so  hat  Furtwänglcr  mit 
Recht  auf  seine  Verw  andtschaft  mit  dein  des  aus- 
ruhenden Herakles  im  5.  Jahrhundert  hingewiesen; 
doch  fehlt  bei  ihm  die  Erwähnung  eines  poly- 
kletischcn  Athlcten-Typus,  der  in  noch  engerem 
Zusammenhang  mit  dem  Narkissos  steht,  d.  h.  des 
Typus,  dessen  I.  Hand  seitlich  Uber  dem  Gcsüss 
ruht  (am  besten  erhalten  in  der  Statuette  der 
Coli.  Barracco,  1*1.  XLV;  siehe  Furtwänglcr  a.  a.  O. 
p.  434  f.  und  Arndt,  La  glyptoth£que  Ny-Carls- 
berg,  pl,  49/50).  Trotzdem  scheint  mir  der  Narkissos 
dem  polykletischen  Kreise  nicht  so  nahe  zu  stehen, 
wie  Furtwänglcr  meint,  ebensowenig  wie  der  Pan, 
den  er  in  demselben  Werke  auf  den  Seiten,  die 
den  citierten  vorhergehen,  behandelt  Für  die  Bc- 
urtheilung  dieses  Werkes  haben  wir  in  dem  schönen 
Kopf  im  Conservatoren-Palast  (Hclbig,  Führer’, 
No.  626)  eine  sichere  Grundlage.  Furtwänglcr,  der 
ihn  p.  480,  Amn.  1 unter  e anführt,  schreibt  zwar, 
der  polykletische  Stil  sei  hier  recht  rein  wieder- 
gegeben. Es  steht  hier  aber,  meiner  Meinung  nach, 
wie  bei  dem  Bronzekopf  aus  Herculaneum  und 
seinen  Verwandten  (siche  oben  No.  1137);  der  Ein- 
fluss des  polykletischen  Style«  ist  unverkennbar, 
stärker  aber  noch  ist  das  attische  Element,  das 
sieh  weder  in  der  Straetur  di*»  Kopfes  noch  in 
den  Einzelformcn  verläugnet  Der  Kopf  im  (’ouser- 
vatoren-Palast  hat  z.  B.  eine  unverkennbare,  starke 
familiäre  Verwandtschaft  mit  dem  der  Amazone, 
dessen  bestes  Exemplar  sich  in  d r gleichen  Samm- 
lungbefindet (Helbig,  Führer*,  No.  596 ; ß.Gräf  «Ver- 
such im  Jahrb.  d.  I.  1897,  p.  81  ff  , diesen  Ama- 
zonen-Typus  für  polykletisch  zu  erklären,  hat  mich 
nicht  überzeugt). 

Uebrigens  ist  zu  beachten,  dass  nicht  sämmt- 
liehc  Köpfe  der  „Xarkissos^Statuen  genau  mit  ein- 
ander übcrcinstimmen;  am  deutlichsten  zu  unter- 
scheiden ist  das  vaticanischc  von  dem  Berliner 
Exemplar.  Kopf  und  Gesicht  sind  bei  jenem  be- 
deutend schmäler  und  länger  als  bei  diesem,  bei 
dem  ausserdem  die  Modellierung,  entsprechend  der 
runderen  Bildung  des  Ganzen,  lebhafter  ist.  Das 
ist  vou  besonderer  Bedeutung,  da  wir  diesen 
letzteren  Typus  auch  sonst  finden,  und  zwar  an 
Figuren,  die  an  der  Grenze  zwischen  polyklctischer 
und  attischer  Kunst  stehen;  so  z B.  an  dem  Hermes 
mit  dem  Dionysosknaben  im  Giard  Boboli  (siehe 
unsere  No.  103  105)  und  an  der  bei  Barracco 
befindlichen  Darstellung  des  »ich  kränzenden  Knaben 
(Coli.  Barr.  XXXVIII  und  f ),  derei»  Kopf  sich 


unmöglich  als  Wiederholung  des  Wcsttn  cott‘schen 
Exemplare»  (siehe  Furtwänglcr,  Meisterw.,  p.  452  ff.) 
fassen  lässt.  Wir  haben  cs  hier  augenscheinlich 
mit  einer  attischen  Variation  einer  ursprünglich 
polykletischen  Figur  zu  thun,  wie  wir  eine  solche 
ja  zweifellos  in  dem  in  Athen  befindlichen,  in 
Eleusis  gefundenen  Exemplar  (Ephem.  arch.  1890, 
p.  207  ff.,  pin.  10/11)  vor  uns  haben. 

Es  ist  auch  diese  Beobachtung  wieder  ein 
Zeugnis  für  die  lebhafte,  gegenseitige  Beeinflussung 
der  polykletfocben  und  attischen  Schule,  die  wir 
auch  aus  dem  Auftreten  des  Diadumenos  und  de« 
Salben  in  beiden  schließen  können  Vgl.  auch 
Michon  in  Mon  Piot  I,  p.  115  ff.,  pl.  XVII,  und 
die  Pariser  Bronze  bei  Babeion  et  Blanrhet,  Catal. 
des  br.  ant.  de  la  bibl.  nat , n°  926.  Vgl  ferner 
die  Bemerkungen  zu  E-V  585  und  586. 

1140  und  1141.  Kopf  des  unbärtigen 
Asklepios,  aufgesetzt  der  unter  der  vorigen 
Nummer  behandelten  Statue  M.-D.  222  Ergänzt: 

] die  Nase  Für  die  Deutung  auf  Asklepios  scheint  mir 
der  turbanartige  Kopfschmuck  zu  sprechen.  Man 
könnte  andernfalls  nur  an  die  gewundene  Sieger- 
binde denken,  wie  sie  Herakles  trägt  (Furtwänglcr, 
Meisterw  , p.  430  f.);  aber  erstens  müssten  dann 
die  Enden  der  Tänie  hinten  herabhängen  und  auf 
die  Schullern  fallen,  zweitens  hat  der  Kopf  durch- 
aus keinen  athletischen  Charakter.  Sein  Aus- 
sehen, da»  an  Apollon-Kopfe  und  an  den  soge- 
nannten Kubuleus  erinnert,  spricht  vielmehr  eben- 
falls fiir  die  Deutung  auf  Asklepios  Stilistisch 
gehört  der  Kopf  in  die  Mitte  des  4.  Jahrhunderts. 
Die  Augen  erinnern  an  die  praxitclisehen;  sonst 
hat  der  Kopf  nichts  von  der  Art  dieses  Künstler» 
Auch  von  dem  „Eubuleus",  an  den  er  im  Allge- 
meinen erinnert,  ist  er  in  wesentlichen  Dingen, 
wie  besonders  dem  Bau  des  Schädel»,  durchaus 
verschieden.  So  kann  nur  ungefähr  seine  Zeit 
angedeutet  werden.  Seine  Arbeit  ist  ziemlich 
flau:  von  den  Haaren  auf  dem  Schädel  sind  nur 
die  llauptziigc  angegeben,  wodurch  sic  einen 
stilistisch  strengeren  Eindruck  machen  als  die 
übrigen  Partien  Zu  vergleichen  ist  ein  Kopf  des 
Thermen-Museums  (Guida  del  tuiiseo  nazion  rom., 
p.  13,  No.  C)  von  ähnlichem  Typus. 

1 1 42.  Statue  des  Dionysos.  M.-D.  393. 
Hoch  1,51  m Feinkörniger  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt:  r.  Arm  mit  Ellenbogen  und  Stütze,  1. 
Unterarm  mit  Hand  (die  Richtung  de«  Unterarms 
gegeben  durch  den  Rest  des  Ellen bogens),  Stamm 
mit  grosser  Stütze,  1.  Unterschenkel  (Fu&s  antik), 
Teil  de»  r.  Schienbeins  aussen,  r Knöchel;  von 
I dem  Panther  sind  nur  die  beiden  Hintertatzen 


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Ko  ui 


41 


mit  Schwänzende  und  r.  Vordertatze  antik  Das 
Fragment  des  r Unterschenkels  war  abgebrochen; 
ein  Bruch  auch  in  der  Plinthe  neben  dem  1-  Fuss 
Beschädigungen  an  Kranz  und  Glied 

Gute  Coplc,  von  besonderem  Wert  wegen  der 
vortrefflichen  Erhaltung  des  ungebrochenen  Kopfes 
(siehe  nächste  Nummer)  Auch  für  die  Ergänzung 
der  Extremitäten  ist  alles  Notwendige  gegeben 
Das  Original  muss  dem  Kopf  und  dem  Körper 
zufolge  im  4.  Jahrhundert  entstanden  sein.  Wegen 
der  einfachen  Bildung  der  Augen  könnte  man 
sogar  geneigt  sein,  noch  an  das  Ende  des  5.  Jahr- 
hunderts zu  denken;  dem  widerspricht  aber  die 
reiche,  lockere  Bildung  der  Haare  und  vor  Allein 
die  verhältnismässig  kurze  Gestalt  des  Leibes, 
dessen  Brust  nicht  mehr  die  breite,  flächenhafte 
Bildung  jener  Zeit  zeigt  und  dessen  Formen  ziem- 
lich voll  und  rundlich  erscheinen:  alles  Züge,  die 
mehr  dem  Ideal  des  Lysipp  als  dem  des  Polyklet 
entsprechen  Es  hat  augenscheinlich  iin  4.  Jahr- 
hundert Künstler  gegeben,  die  den  Hauptmeistern 
in  der  malerischen,  effectvollen  Darstellung  des 
Auges  nicht  gefolgt  sind.  Diese  Darstellung  ergab 
sich  aus  der  Bevorzugung  des  Marmors  als  Statucn- 
Materialea;  wir  bemerken  aber  selbst  an  den 
Figuren,  die  in  Marmor  nach  ßronzeoriginalen  jener 
Hauptmeister  copiert  sind,  ein  Züriicktreten  jener 
speciell  malerischen  Züge.  Nach  Bronze  wird 
denn  auch  unsere  Statue  und  der  Kreis  von 
Figuren  mit  analogen  Eigenschaften  gearbeitet  sein 
Unser  Dionysos  repräsentiert  einen  eigen- 
artigen Typus  dieses  Gottes,  der  uns  sonst  noch 
in  zwei  Fassungen  erhalten  ist , die  stilistisch 
weiter  entwickelt  sind  und  ungefähr  zur  selben 
Zeit  entstanden  sein  werden.  Die  eine  ist  in  voll- 
ständiger Figur  in  Madrid  erhalten  (Hübner,  Die 
ant.  Bildw.  in  M , p 43,  No.  18;  Frieder  -Wolters, 
Bausteine, No  1485;  Furtwängler,  Meistorw.  p 571 ; 
Ktcin,  Praxiteles  p 407.  Bruststück  einer  Replik 
im  Braccio  nuovo  des  Vatican,  No  125,  zur  Büste  j 
hergerichtet  durch  Aushöhlung  des  Kückens;  die  | 
darauf  gesetzte  Replik  vom  Kopf  des  Apoll  von  1 
Belv.  ist  modern;  publ.  Mus.  Chiar.  II,  t.  VI),  die 
andere  in  dem  schönen  Bacchus  Richelieu  im 
Louvre  (Salle  des  cariatidcs,  No.  87;  Fröhncr, 
Notice  de  la  sc.  ant  , No  217;  Replik  des  Torso 
mit  Kopf  iu  der  (»all.  delle  statue  des  Vatican, 
No.  258;  Replik  des  Torso  in  der  Gail,  lapidnria 
des  Vatican,  No.  67'.  Bei  allen  ist  das  Haupt- 
motiv der  Stellung  und  Haltung  gleich,  aber 
unsere  Statue  steht  noch  am  geradesten  und 
festesten  auf  den  Beinen;  am  weichsten  ist  der 
Bacchus  Richelieu.  Gleich  ist  auch  bei  allen  dreien 


der  Kopftypus,  bei  dem  selbst  das  Arrangement 
der  Haare  mit  Stirnbinde  und  Kranz  überein- 
stimint,  nur  dass  die  Haare  hinten  bei  dem  B R 
in  breiter,  compacter  Masse  über  den  Rücken 
fallen,  während  sie  an  unserer  Statue  aufgebunden 
sind  (e  nächste  Nummer);  der  Madrider  Dionys«», 
von  welchem  Aufnahmen  für  die  nächste  Serie 
bereits  vorliegen,  stimmt  in  diesem  D6tail  mit  dem 
B.  R überein. 

Wir  haben  hier  also  einen  festgeschlossenen 
Kreis  typisch  zusammengehöriger  Figuren,  von 
denen  augenscheinlich  die  eine  der  andern  als 
Vorbild  gedient  hat.  All  * gehören  sie  wohl  noch 
dem  4.  Jahrhundert  an  • Wie  unsere  Statue  die 
älteste  ist,  so  ist  sie  auch  künstlerisch  die  zahmste 
und  unbedeutendste  Die  vollkommenste  IJfenng 
ist  in  dem  B R.  gefunden:  ich  wüsste  keine  antike 
Figur  des  Dionysos,  in  der  das  feurig  schwärmerische 
Wesen  «les  Gottes,  seine  weiche  und  doch  mächtige 
Erscheinung  bedeutender  zur  Darstellung  ge- 
kommen wäre. 

1143.  Kopf  der  Dionysosstatue  No  1142, 
in  Profil.  Siehe  die  Ausführungen  unter  der 
vorigen  Nummer. 

1144.  Statue  der  Aphrodite  Anadyo- 
mcnc.  M.-D.  765.  Hoch  1,80  m.  Feinkörniger 
gelblicher  Marmor.  Die  Ergänzungen  bei  M.-D. 
richtig  angegeben.  Siche  Stephani,  Compte-rendu 
1870/71,  p.  79,  No  4;  liernoulli,  Aphrodite,  p.  286, 
No-  2.  Die  Figur  repräsentiert  einen  Typus,  der 
uns  besonders  häutig  in  kleinen  Bronzen  erhalten 
ist,  von  denen  jetzt  eine  Reihe  bei  S Reinach, 
Repertoire  de  la  statuaire,  II  1,  p.  341  ff.  ge- 
sammelt ist  (vgl.  Stephani  a.  a.  0.  p 81  ff. 
und  Bcrnoulli  a a.  0.  p.  288  f.).  An  unserer 
Statue  ist  die  Nässe  an  den  auf  dem  Kopf  und 
dem  Rücken  anliegenden  Haaren  deutlich  zum 
Ausdruck  gebracht.  Bei  M.-D.  wird  die  über- 
mässige Schwere  und  Derbheit  der  Formen  mit 
Recht  hervorgehoben.  Zum  Teil  fällt  sie  wohl 
dem  Copiflten  zur  Last:  zum  Teil  aber  wird  sic 
auch  darin  ihre  Erklärung  finden,  dass  das  Origi- 
nal in  Bronze  gearbeitet  war,  wie  mir  aus  dem 
Motive  selbst,  aus  der  verhältnismässigen  Strenge 
der  Gc8icbtäfonncn  und  aus  der  Thatsache  her- 
vorzugehen scheint,  dass  das  Motiv  so  häufig  iu 
kleinen  Bronzen  wiederholt  worden  ist.  Die  Zeit 
dieses  Originales  wird  durch  den  Vergleich  mit 
der  knidischen  Aphrodite  bestimmt,  mit  deren 
Körperbildung  es  die  grösste  Verwandtschaft  hat 
Ausserdem  w ird  man  geneigt  sein,  eine  Abhängig- 
keit der  Figur  von  dem  Gemälde  des  Apelles  an- 
zunehmen, das  den  gleichen  Gegenstand  in  der 


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42 


Korn 


gleichen  Form  darstellte.  Mit  den  attischen  Werken 
des  4 Jahrhunderte  hat  der  Kopf  in  «einen  Formen 
allerdings  keine  Achnlichkeit.  Iler  Schädel  ist 
oben  in  seiner  Längsrichtung  nicht  gewölbt, 
sondern  ganz  gerade,  und  fällt  nach  hinten  steil 
ab,  ebenso  wie  der  Schädel  des  Doryphoros.  K» 
sei  daher  mit  allem  Vorbehalt  an  die  ‘Agnodini 
xcdxfj  des  Sikyoniors  Kleon  im  Ilcraton  von  Olympia 
erinnert  (Paus.  V,  17,  3);  vgl.  Furtwftngler, 
Meister*.,  p,  416.  A pell  es  hatte  sieh  in  Sikyon 
ausgebildet;  vgl.  Benndorf,  Athen.  Mitt  1876, 
p.  50  ff. 

NB.  lieber  die  angebliche  Keplik  im  Museo 
Torlonia  (Mon.d.  M.  T.  ripr  in  fotot  T.  XXVII,  107;, 
die  Bcrnoulli  a.  a.  0.  unter  No  1 anführt,  siehe 
Th  Schreiber,  Arcli.  Zeitung  1879,  p.  68,  No.  105, 
der  nur  den  Kopf  für  antik  hält;  mir  fehlen 
Notizen  darüber  Die  bei  Bernoulli  a.  a.  O.  unter 
No.  3 verzeichnete  Statue  in  Syrakus  ist  zu 
streichen;  es  ist  die  Figur,  in  der  Hauser  mit 
grosser  Wahrscheinlichkeit  die  Kallipygos  ver- 
mutet hat;  siehe  unsere  No.  758. 

1145.  Männlicher  Torso.  M -D.  1030 
Höhe  des  Antiken  1,14  m.  Feinkörniger  gelb- 
licher Marmor  Die  Ergänzung  bei  M -D.  richtig  j 
angegeben.  Die  runde,  walzenförmige  Bildung  ! 
des  Torso,  die  geringe  Höhe  der  Brus:  scheinen 
dem  Original  dieses  Fragmentes  seinen  Platz  in 
der  Epoche  des  Lysipp  anzuweisen.  Dem  aber 
scheint  andererseits  die  reichliche  Bildung  des 
Schamhaares,  das  oben  mit  einem  Halbkreis  ab- 
schlieest,  zu  widersprechen.  Ich  kenne  weder  zu 
dieser  Bildung  des  Scham  haar  ca  eine  Parallele, 
noch  eine  Replik  des  Torso 

1146.  Unterlebensgrosse  Statue  des 
Herakles  M -D  109.  Hoch  1,02m.  Feinkörniger 
gelblicher  Marmor  Zu  den  bei  M -D.  genannten 
Ergänzungen  sind  noch  einige  Flicken  im  Fell 
zu  notieren.  Schlechte  Arbeit.  Da«  Original  ge- 
hörte der  Schule  de»  Lysipp  an.  Die  Rechte  stützte 
jedenfalls  die  Keule  auf. 

1147.  Statue  ei  ner  Vestalin.  Hoch  2,10  m. 
Marmor  des  Körpers  gross  körnig  und  gelblich.  Der 
Kopf  ist  von  anderem  Marmor  und  nicht  zuge- 
hörig; nähere  Angaben  über  ihn  unter  der  nächsten  . 
Nummer.  An  dem  Körper  ergänzt:  die  ganze  | 
Partie  der  Brust  und  der  r Schulter,  soweit  sie 
von  dem  Tuch  bedeckt  sind,  die  obere  Partie  der 
I.  Schulter  und  des  Nackens,  der  r.  Unterarm  mit 
Hand  und  Flöte  und  einem  Teil  des  Oberarms, 

1.  Hand  mit  Maske,  Teile  der  Falten,  die  Vorder- 
teile beider  Küsse,  Basis.  Das  grosse  Medaillon  ist 
besonders  gearbeitet  uud  angesetzt. 


Die  Figur  ist  ohne  Zweifel  identisch  mit  der- 
jenigen, die  nach  verschiedenen  Zeugnissen  im 
Jahre  1591  in  der  Vigna  de«  Cardinal«  Ce»i  (nahe 
bei  S.  Maria  maggiore)  zusammen  mit  einer  In- 
schrift gefunden  wurde,  die  von  der  Errichtung 
einer  Statue  der  Vestalin  Uoelia  Concordia  meldet: 
Graevius,  Thesaurus  V,  p 656  f aus  Justi  Lipsl 
de  Vesta  et  vestalibus  syntagma  (mit  Stich  nach 
einer  Zeichnung  des  Jo.  Mennelarius);  CIL  VI 
2145  u.  S.  32408  (danach  eine  weitere  Zeichnung 
im  Ciacconius  cod.  Oliver  f.  233  in  Pesaro);  Lan- 
ciani  in  den  Notizie degli scavi  1883,  p.  462,  T XVIII 
4,  5 und  7 (nach  dem  Stich  bei  Graevius);  Jordan, 
der  Tempel  der  Vesta  und  da«  Hau«  der  Vestalinnen, 
p.  46,  No  12,  u.  p.  55.  Der  Stich  des  Graevius  giebt 
die  Figur,  wie  sie  im  Palast  des  Cardinal«  Federieus 
Cacsius  stand,  d.  b.  ohne  Kopf,  r.  Unterarm  und 
i I.  Hand  Die  Uebereinstimmnng  mit  unserer  Figur 
I ist  so  auffallend  und  erstreckt  sieb  bis  in  alle  De- 
| tails,  so  dass  ein  Zweifel  über  die  Identität  nicht 
aufkomuicn  kann  Da  sie  in  ihrer  jetzigen  Ergän- 
zung schon  in  dem  UolonnaVhen  Inventar  von 
1714  figuriert,  muss  sie  vor  dieser  Zeit  aus  dein 
Besitze  der  Cesi  in  den  der  < olonua  gelangt  sein, 
und  zwar  musste  ihre  Bestimmung  als  Vestalin 
vergessen  sein,  als  man  sie  durch  die  Attribut«* 
zu  einer  Muse  machte.  Während  »ich  die  Statue 
auf  diese  Weise  erhalten  hat,  scheint  die  Inschrift 
verloren  zu  sein 

Wenn  die  Figur  in  ihrem  merkwürdigsten 
Teil,  dem  Halstuch  und  Medaillon,  jetzt  nicht  mehr 
vollständig  mit  der  Zeichnung  übereinstiiiiint,  so 
liegt  das  an  ihrer  Ergänzung.  Da»  Tuch  breitet 
sich  jetzt  auch  über  den  Teil  aus,  wo  nach  Mcr- 
melarius*  Annahme  eine  auf  dem  Transport  vom 
Fundort  zum  Ort  der  Aufstellung  verloren  ge- 
gangene Kette  (monile  . . . commtnutum)  gewesen 
wäre,  die  da»  Medaillon  gehalten  hätte  Dass  diese 
Annahme  nicht  richtig  war,  beweisen  die  erhal- 
tenen Reste  des  Tuche»  auf  der  I.  Schulter,  die 
auch  den  Ergänzer  zu  weiterer  Ausbreitung  de» 
Tuches  veranlasst  haben,  und  der  Vergleich  mit 
anderen  Monumenten,  auf  denen  ähnliche  Ketten 
fehlen  (anders  steht  es  mit  dem  Schmuck,  den  wir 
nach  den  vorhandenen  Löchern  an  einer  der  Vesta- 
linnen  aus  dem  Hause  der  Vestalinnen  voraussetzen 
müssen:  Jordan  a.  a.  0.  T VIII  1 ; Lanciani  a.  a. O., 
p.  462,  Anm  3).  Der  Teil  de»  Nackens,  wo  Mcrme- 
larius  die  vier  vittae  gezeichnet  hat,  ist  jetzt  er- 
gänzt; er,  wie  da»  ursprünglich  erhabene,  jetzt 
auch  ergänzte  Stück  des  Tuche»  auf  der  r.  Schul  er. 
muss  vor  oder  bei  dem  Uebergang  der  Statue  in 
deii  Besitz  der  t'olonna  zerstört  worden  sein.  Den 


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Rom 


43 


Kami  des  Tuches  im  Kücken  und  auf  der  I.  Schulter 
erkennt  man  auch  jetzt  noch  deutlich.  Das  Me- 
daillon sitzt  nicht  mehr  in  derselben  Art,  wie  cs 
die  Zeichnungen  angeben;  cs  ist  nach  der  r.  ISrust 
hin  gedreht,  so  dass  jetzt  nicht  mehr  eine  der 
rechteckigen  Vertiefungen  am  höchsten  sitzt,  son- 
dern eine  der  runden.  Diese  rechteckigen,  kreuz- 
förmig sich  entsprechenden  Vertiefungen  sind  in 
denZeichnungen  dos Mermelarius  etwas vergriiesert, 
so  dass  die  Kreuzform  stärker  zur  Geltung  kommt, 
als  es  in  Wirklichkeit  geschieht.  Ohue  Zweifel 
aber  ist  das  vorhandene  Medaillon  dasselbe,  das 
Mermelarius  gezeichnet  hat.  Es  ist  entweder  bei 
jener  Beschädigung  der  Statue,  die  wir  annehmen 
müssen,  ausgebrochen,  oder  es  war  auch  ur- 
sprünglich besonders  gearbeitet  und  aufgesetzt.*) 

Mit  unserer  Figur  erweitert  sich  also  die  l.iste 
der  erhaltenen  Statuen  von  Vestalinnen.**)  Das 
sul'fibulum  war  bei  ihr  auf  die  Schultern  herab- 
gesunken und  die  vittae  hatten  sich  im  Nacken 
darüber  gelegt.  Einzig  steht  sie  unter  den  Statuen 
nicht  nur  durch  diese  Eigenheit  da,  sondern  auch 
durch  die  Grösse  des  Medaillons,  das  das  suflfi- 
bulum  zusammenhält.  Zu  ihm  und  zu  der  Lage 
des  Tuches***)  findet  sich  nun,  was  äusserst  be- 
deutsam ist,  die  einzige  deutliche  Parallele  auf 
der  Darstellung  einer  .gottgeweihten  Jungfrau“, 
der  heiligen  Agnes,  auf  einem  tioldglase  im  christ- 
lichen Museum  des  Vatican  (Wilpert,  Die  gott- 
geweihten Jungfrauen,  p.  22,  T.  II,  8),  das  zudem 
ebenso  wie  unsere  Statue  aus  dem  1 Jahrhundert 
n.  Chr  stammt.  Durch  diese  schlagende  Uebcrein- 
stinunung  wird  der  enge  Zusammenhang  zwischen 
der  Tracht  der  Nonnen  und  Vestalinnen  aufs  Neue 
bestätigt.  Bei  unserer  Figur  fehlt  die  (Jürtung, 
wie  bei  der  schon  oben  erwähnten  Statue  aus 
dem  Haus  der  Vestalinnen  (Jordan  a a.  0.  T. 
VIII  1). 

Die  Figur  verdient  zwar  nicht  das  I,ob  des 
Mermelarius  (perfectissimi  operis),  ist  aber  noch 


•}  Während  des  Druckes  ist  mir  die  Zeichnung  in 
Pesaro  mittels  einer  von  Dr  tirären  gUtlgst  besorgten 
Photographie  bekannt  geworden.  Das  Medaillon  ist  etwas 
abweichend  gezeichnet:  mit  15  statt  12  kleinen  Vertiefungen 
und  einer  grossen  rechteckigen  im  inneren  Kreis.  Mit 
letzterer  soll  einer  der  Edelsteine  nugedeutet  sein,  deren 
einstiges  Vorhandensein  in  den  Vertiefungen  nun  annahm. 
In  der  lielschrin  ist  von  der  Kette  nicht  die  Hede;  des 
Medaillon  selbst  wird  Monile  gensnnt:  ln  pectore  monile 
inest,  nt  videlur  etc. 

**)  Vgl  sutetst  Dragendorff  itn  Rhein.  Museum,  N P. 
M,  p.  281  ff. 

***}  Diese  allein  auch  auf  dem  Medaillon  der  Bellieia 
Modesta,  Lanciani  a.  a.  l>.  T.  Will  6 und  Baumeister, 
Denkui,  Abb.  2122. 


verhältnismässig  gut  gearbeitet.  Sie  schlicsst  sieb 
in  der  Anlage  der  Gewandung  in  freier  Weise  an 
Typen  des  4.  Jahrhunderts  v.  Chr.  an. 

NB.  Ausser  dieser  Figur  vermag  ich  noch 
eine  sichere  Statue  einer  Vestalin  aozuflihren,  die 
aus  einem  alten  Funde  stammt.  Sic  steht  in  den 
: Uftizien  in  Florenz  am  Ende  des  dritten  Ganges 
an  der  Fensterwand  lind  ist  bei  Diitschke  1U,  219 
richtig  beschrieben  (siehe  dort  unter  No.  218  über 
ihre  wahrscheinliche  Herkunft  aus  Kom).  Auch 
bei  ihr  ist  das  Motiv  der  Gewandung  von  Figuren 
des  4.  Jahrhunderts  übernommen  Da  ihre  Arbeit 
sehr  schlecht  ist,  habe  ich  sic  in  unseren  Einzel- 
Aufnahmen  nicht  puldiclert. 

In  Grösse,  Marmor  und  Art  der  Arbeit  stimmt 
die  ebendort  befindliche,  von  Dütschke  unter 
No.  221  beschriebene  Statue  mit  der  eben  be- 
sprochenen überein,  mit  der  sie  auch  die  Her- 
kunft gemeinsam  hat  Sie  hat  keine  Anzeichen 
der  Tracht  der  Vestalinnen,  sondern  ist  eine  Copio 
der  grossen  Herculanenscrin  in  Dresden  (ihr  jetziger 
Kopf  ist  ergänzt).  Angesichts  der  genannten  Bc- 
i rührnngspunktc  mit  der  sicheren  Vestalin  ist  zu 
bedenken,  dass  sich  eine  Keplik  derselben  Figur 
itn  Haus  der  Vestalinneu  gefunden  hat  (Jordan 
a.  a.  0.  T.  VIII  4);  deshalb  ist  es  sehr  wohl 
möglich,  dass  auch  diese  Figur  ursprünglich  den 
Kopf  einer  jener  Dienerinnen  der  Vesta  trug  und 
mit  der  anderen  Statue  am  nämlichen  Ort  ge- 
funden wurde. 

Endlich  sei  darauf  hingewiesen,  dass  sich  in 
derselben  Sammlung  noch  eine  Büste  einer  Vestalin 
aus  hadrianischer  Zeit  befindet  (Amelung,  Führer 
, d.  d.  Ant.  in  Fl.,  No.  50)  Auch  habe  ich  in  Villa 
Aibani  einen  lebensgrossen  Kopf  einer  Vestalin 
notiert  (einer  fremden  Büste  aufgesetzt;  Nase  er- 
gänzt; Brauen  und  Augensterne  angegeben;  steht 
in  dem  dritten  .Zimmer  an  der  Halle“  und  ist 
mit  No.  160  bezeichnet) 

1148.  Kopf  des  Apollon,  der  Statue 
No.  1147  aufgesetzt.  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  Nase,  r.  Braue,  Unterteil  des 
Halses.  Die  Ränder  der  Ohren  bestossen. 

Der  Kopf  stammt  von  einem  Exemplar  des 
.Apollon  mit  dem  Wasservogel“;  er  stimmt  auch 
in  der  Grösse  mit  der  überwiegenden  Mehrzaitl 
der  übrigen,  etwas  itberlcbenBgrossen  Repliken 
überein.  Kr  ist  weder  in  dem  Verzeichnis  bei 
; Overbeck,  Kunstmythologic  V,  p 240,  noch  in 
dem  von  Klein,  Praxiteles,  p 122  erwähnt.  Seine 
Arbeit  ist  flau  und  weichlich. 

Zu  den  in  den  betreffenden  Verzeichnissen 
anfgczähltcn  Repliken  des  Körpers  kann  ich  einen 


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Rom 


Torso  de«  Museo  Uhiaromonti,  No  590  (Mus 
Cbiir.  III,  t.  XXIX),  hinzufügen. 

1149-  Statue  eines  tanzenden  Satyrs. 
M.-D.  .441.  Hoch:  1,43  m Feinkörniger,  gelb- 
licher Marmor.  Ergänzt:  Nasenspitze,  Kinn,  Hals, 
r.  Schulter  mit  anliegendem  Stück  des  Mantels 
und  ganzem  Arm,  1 Arm,  beide  Reine  von  ober- 
halb der  Kniee  abwärts  mit  dem  Stück  des  Mantels 
dahinter,  Flisse  und  Plinthc  Die  Geschlechtsteile 
sind  tortgeineisselt  und  statt  ihrer  ein  Loch  ge- 
bohrt, wohl  zur  Befestigung  einer  Ergänzung 
best  i nimmt  Die  Zugehörigkeit  des  Kopfes  ist 

möglich  Die  Figur  ist  sicher  mit  der  von  Winckel- 
mann,  Mon  ined , p 261  (Werke,  Donaueschinger 
Ausgabe  VIII,  p 424)  erwähnten  identisch. 

Da»  Original  dieser  leicht  bewegten,  elegant 
gebauten  Gestalt  mit  ausgesprochenem  <‘on trapost 
in  der  Bewegung  kann  nicht  vor  dem  Ende  des 
4 Jahrhunderts  entstanden  »ein 

I ISO.  Statue  einer  Muse.  M -D  821.  Hoch 
1,53  in.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor  Ausser 
den  bei  M -D  angegebenen  Teilen  noch  ergänzt  : 
der  Rand  de«  Mantels  unter  der  I.  Brust  um!  fast 
die  ganze  Plinthc  Gute  Arbeit 

Die  Figur  gehört  zu  der  Gruppe  von  Musen, 
die  ich  : Basis  des  Praxiteles  aus  Mantinea,  p.  79  ff.) 
dem  Philiskos  von  Rhodos  zugeschrieben  habe. 

1151.  Statuette  der  Artemis.  M -D  686. 
Hoch  1,31  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor 
Die  Ergänzungen  bei  M -D  richtig  angegeben, 
doch  schien  mir  ausserdem  auch  das  Vorderteil 
der  Plinthc  modern.  Der  Kopf  des  Hundes  ist  an- 
gesetzt.  Die  ganze  Figur  ist  ii bersch iniert,  so  dass 
eine  untrügliche  Constaticrung  der  kleineren  Er- 
gänzungen unmöglich  ist 

Der  Kopf  ist  ein  schlechtes  spätes  römisches 
Porträt  mit  eingegrabenen  Augensternen.  Die 
Figur  geht  auf  ein  nicht  sehr  reizvolles  Original 
wohl  aus  dem  Anfang  der  hellenistischen  Epoche 
zurück. 

1152.  Statuette  eines  Hirten  M.-D.  1204. 
Hoch  1,23  in.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor,  j 
Ergänzt:  Kopf  und  Hals,  r Arm  von  der  Mitte 
des  Oberarmes  an,  Beine  des  Lamme»,  I Hand 
mit  Teil  des  Unterarmes  und  fast  dein  ganzen 
Stab,  untere  Hälfte  der  Unterschenkel  und  des 
Stamme»  Fiisse,  Plinthc  Der  von  Matz  geäußerte 
Zweifel  an  der  Echtheit  ist  unberechtigt.  Späte 
Arbeit  Vgl  die  ungleich  bessere  Statuette  eines 
Hirten  unter  No.  1171. 

1153.  Weibliche  Statue  im  Typus  der 
„Elektra-.  M -D.  720.  Hoch  1,75  m.  Gross-  j 
körniger,  gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Nase,  Hat»  ! 


mit  Kinnlade  mul  Unterlippe,  Mant  el  bausch  auf 
der  r.  Schulter,  r Arm  von  der  Mitte  de»  Ober- 
armes an  mit  Hand  und  Rolle,  die  an  einer  antiken 
Stütze  auf  der  Hüfte  befestigt  ist,  1 Arm  vom 
Ellenbogen  an  mit  dem  darüber  fallenden  Teil 
des  Mantels,  Hand  und  Flöte  Der  Kopf  ist  von 
demselben  Marmor,  wie  die  Statue,  von  gleicher 
Erhaltung  und  Arbeit  lind  gehört  deshalb  sicher 
zu  der  Figur. 

Ich  kann  drei  Wiederholungen  der  Figur  an- 
führen: die  eine  steht  im  Casino  Borghese  im 
Zimmer  rechts  vom  Eingangssaal  (No.  LV1;  Chirac 
532,  1108);*)  ihre  Arbeit  ist  besser  als  die  de« 
eolonnaseben  Exemplare*  Sie  ist  ergänzt  als  Muse 
der  Astronomie;  vielleicht  mit  Recht,  denn  von 
dem  Attribut  der  R.  ist  der  am  Handgelenk  und 
Unterarm  anliegende  Teil,  ein  schmaler  Stab,  er- 
halten; bei  der  Verlängerung  diese«  Stabes  hätte 
es  allerdings  der  Ergänzer  lassen  «ollen,  denn  den 
Zirkel  finden  wir  sonst  nirgends  in  der  Hand  einer 
Muse.  Die  zweite  Wiederholung  kenne  ich  nur 
ausClarac  594,  1449  B;  Michaelis,  Ancicnt  marble«, 
p 503.  No  6**),  die  dritte  aus  S Ueitinch,  Reper- 
toire de  la  «tatnairc  II  332,  9,  wo  sie  aus  Mus. 
Naniauo  181  wiederholt  ist;  sie  befindet  sich  jetzt 
in  der  Ermitage  No.  160  (Ouedeonow,  Ermi- 
tage, p 42.)M*) 

Ich  habe  die  Figur  als  im  Typus  der 
„Elektra“  bezeichnet  In  der  That  stimmt  sie 
mit  der  „Elektra“  der  bekannten  Grupp  * in  Neapel 
Zug  für  Zug  überein,  bis  auf  den  absolut  ver- 
schieden gebildeten  Oberkörper  Ist  dieser  bei 
unserer  Statue  ganz  ül>ennä»sig  schmal,  so  Ist  er 
bei  der  Elektra  ganz  unorganisch  breit,  so  dass 
da»  Schulterstück  fast  den  Eindruck  macht,  als 
sei  cs  von  einer  anderen  Figur  genommen  worden. 


•)  Grösse,  wie  bei  dem  co  Ion  naschen  Exemplar.  Fein- 
körniger, welsser  Marmor.  Der  »ehr  xer*turte  und  geflickt» 
I Kopf  nicht  zugehörig  Krgftnxt : llals,  Teil  der  1.  Schulter 
| und  des  I Armes,  1.  Hand  mit  Kugel,  (Jewand,  das  vom 
1.  ruterann  vorn  und  hinten  herabhiingt,  Flicken  lin  r. 
Ellenbogen,  r.  Zeigefinger  und  Scharnier  nnd  vorderer 
Schenkel  des  Zirkels,  viele  Klicken  im  (Jewand  r.  und 
1 vom  I.  Bein  nnd  im  I.  Schienbein,  Vorderteil  dea  1.  Kusse» 
mit  (}«.- wand,  lu  moderne  Ea»i»  eingelassen  Vielfach  ge 
brochcn  und  an  den  Brüchen  geflickt  Da«  Gürtelhand  ist 
eine  geflochtene  Schnur. 

**}  I>ie*e  beiden  Exemplare  und  da«  von  uns  publlclerte 
«Iml  augenscheinlich  identisch  mit  den  bei  Klein,  Praxiteles, 
p.  59,  Anra. mit  No.  4,  37,  11  und  dem  *u*ammenfas*en- 
den  Namen  „Elektiatypus*  bczeichneten  Statuen,  trotxdem 
die  dort  gegebenen  Citate  fast  durchweg  mit  den  unseren 
nicht  iibereinstimmen 

••♦)  Eine  vierte,  «ehr  schlechte  Wiederholung  in  einer 
Villa  Cafaggiolo  ltn  Florentl  Machen  (Itealts  der  Familie 
Borghese)  ist  mir  nur  aus  Photographie  bekannt. 


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Rom. 


45 


In  der  Gestalt  der  Elektra  herrscht  eiue  unge- 
löste Dissonanz  durch  den  Gegensatz  zwischen 
dein  nach  archaischer  Weise  unentwickelten  Kopf 
und  breiten  Schulterstück  einerseits,  und  dem  leb- 
haft bewegten  Unterkörper  mit  weit  ausgebogener 
Hüfte,  weit  zurUckgesetztem  Spielbein,  tiefer  Giir 
tung  und  dem  ganz  frei  behandelten  Gewände 
andrerseits.  Dagegen  ist  an  unserer  Figur  Alles 
aus  einem  Guss;  Alles  ist  hellenistisch  in  seiner 
weitesten  Ausbildung,  und  hellenistisch  ist  auch 
der  Kopf  mit  seinen  Stirnlocken,  den  nach  perga- 
menischer  Weise  tief  gesonderten  Haarsträhnen 
an  den  Schläfen  und  dem  sentimentalen  Blick, 
dessen  Ausdruck  bei  der  schlechten  Arbeit  der 
Replik  allerdings  fast  ganz  verloren  gegangen  ist. 
Mir  scheint  es  nach  diesen  Indicien  zweifellos, 
dass  uns  in  dieser  Figur  und  ihren  Wiederholungen 
diejenige  hellenistische  Statue  nachgebildet  er- 
halten ist,  die  dem  Verfertiger  jener  Gruppe  als 
Vorbild  fib  seine  Elektra  diente.  Hellenistisch  war 
dieses  Vorbild,  und  nicht,  wie  hie  und  da  ange- 
nommen wurde  archaisch.  Fiir  die  Arbeitsweise 
jener  Leute,  die  diese  und  die  verwan  '.ten  Gruppen 
hergestelli  haben,  ist  dies  äusserst  charakteristisch. 

1154  Kopf  der  Statue  Nr  1153.  Siehe  dir 
Ausführungen  zur  vorigen  Nummer  Keine  dei 
anderen  Repliken  hat  den  zugehörigen  Kopf. 

1155.  Stat  ue  einer  Pro vinz  (?)  M -D  945 
Hoch  1,80  m.  Marmor  des  Kopffragmentes  gross- 
körnig  und  gelblich,  der  des  Torso  feinkörnig 
und  weiss.  Ergänzt:  Helm,  Nase,  Mund,  Kinn, 
Hals,  r Arm  fast  ganz,  1.  Unterarm  mit  Teil  des 
Mantels  und  Schild,  beide  Unterschenkel,  grösster 
Teil  des  Stammes,  Fiisse  und  Plinthe.  Das  Kopf- 
fragment gehört  nicht  zu  dem  Torso,  an  dessen 
Echtheit  Matz,  wie  es  mir  scheint,  mit  Unrecht 
zweifelt 

Die  Breite  des  Oberkörpers  erinnert  an  Werke 
des  5.  Jahrhunderts;  dieser  Zeit  widerspricht  aber 
die  tiefe  Giirtung  Die  Arbeit  des  Gewandes  ist 
zu  charakterlos,  um  bestimmte  Schlüsse  zu  ge- 
statten Die  Bezeichnung  der  Statue  als  Provinz 
scheint  mir  die  meiste  Wahrscheinlichkeit  für  sich 
zu  haben  Vgl.  No.  771. 

1156/57.  Kopf  desZeus  M.-D.  25.  Höhe 
des  Kopfes  0,34  in.  Feinkörniger,  gelblicher  Mar- 
mor. Ergänzt:  Nasenspitze,  llals  mit  Nacken- 
haaren  und  dem  untersten  Teil  des  Bandes,  Büste. 
An  dem  Band  in  den  Haaren  auf  jeder  Seite  ein 
tiefes  Loch,  dessen  Bestimmung  nicht  klar  ist  (zur 
Befestigung  eines  Kranzes?).  An  den  Haaren  und 
im  Bart  hat  der  Bohrer  stark  lind  ziemlich  roll 
geholfen  Sonst  ist  die  Arbeit  nicht  schlecht  Sie 


giebt  ein  schönes  Original  des  4.  Jahrhunderts 
aus  der  zweiten  attischen  Schule  wieder,  das  den 
König  der  Götter  jünger  und  einfacher  darstellt, 
als  die  berühmte  Maske  von  Otricoll  Bei  Over- 
beck, Zeus,  p.  87,  No.  18  erwähnt  Von  Furt- 
wänglcr,  Meisterw.,  p.  369,  Anm.  2,  fälschlich  als 
freiere  Wiederholung  des  Petersburger  Asklepios 
(nach  F.  Zeus)  verzeichnet. 

1158  - 1 1 60.  Weiblicher  Idealkopf 
M.-D.  916  (Attis).  Hoch:  0,51  m Grobkörniger, 
gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  unterer  Teil  des 
Halses  und  der  Nase.  Das  eigenartige,  schöne 
Gesicht  wendet  sich  nach  der  r.  Schulter;  der* 
Blick,  bezeichnet  durch  leichte  Abflachungen  des 
Augapfels,  folgt  dieser  Wendung  Die  ganze  Fülle 
wirr  durcheinander  geworfener  Haare  ergoss  sieb 
über  Nacken  und  Schultern;  eine  Partie  bildet 
oben  eine  merkwürdige,  vorn  bestossene  Erhöhung, 
an  der  weder  Zweck  noch  Richtung  klar  ist. 
Die  Haare  sind  an  der  r.  Kopfseite  weniger  aus- 
gearbeitet, als  an  der  I;  der  Kopf  wendete  also 
dem  Beschauer  seine  I.  Seite  zu.  Er  gehörte 
sicher  zu  einer  Statue  Seine  Arbeit  ist  sehr  gut, 
und  es  scheint  mir  nichts  der  Annahme  zu  wider- 
j sprechen,  dass  er  ein  griechisches  Original  sei. 
Die  eben  beschriebene  Andeutung  des  Blickes 
ist  speciell  giiechisch.  Die  Bedeutung  des  Kopfes 
ist  mir  rätselhaft;  auch  Uber  seine  Entstehungs- 
zeit wüsste  ich  nur  zu  sagen,  dass  sie  in  der 
hellenistischen  Epoche,  d h.  in  einem  der  letzten 
drei  vorchristlichen  Jahrhunderte,  zu  suchen  ist. 
Währeud  die  Behandlung  der  Haare  an  die  barocke 
Art  gemahnt,  wie  wir  sie  an  den  Sculpturen  der 
zweiten  pergamenischen  Schule  finden,  sind  die 
Formen  des  Gesic  htes  und  speciell  des  Auges  so 
einfach,  wie  wir  sie  sonst  nur  an  älteren  Werken 
kennen. 

1161  Relieffigur  eines  sterbenden 
Niohiden.  Hoch:  0,47  m.  Feinkörniger,  gelb- 
licher Marmor.  Ergänzt:  das  r Bein.  Die  Naseu- 
spitze  war  einst  ergänzt.  Die  Figur  gehört  zu 
jeuer  Niobiden-Darstellung,  die  am  besten  durch 
das  bekannte  Petersburger  Relief  vertreten  ist 
und  auf  ein  Original  aus  dem  Kreise  des  Phidias 
zuriiekgebt  (Furtwängler,  Meisterwerke,  p.  68  ff. 
Aiuelung,  Führer  d.  d.  Antiken  in  Florenz,  p.  H6). 
Unsere  Figur  ist  bei  Stark,  Niobe,  p.  175  und 
bei  Heydemann,  unedierte  Niobidenreliefs,  säebs. 
Ber.  1877,  p.  73,  Anm.  11,  und  p.  93  erwähnt; 
sie  hat  augenscheinlich  zu  einer  Darstellung  von 
derselben  Art  gehört,  wie  die,  von  der  uns  ein 
Rest  in  dem  Niobiden  von  Catania  erhalten  ist: 
siehe  No.  762. 


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46 


Rom. 


1162,  Relief:  Heimbringung  der  Leiche  I 
eines  jugendlichen  Kriegers.  M.-I).  3728.  Hoch: 
0,"7  in  Breite:  1,02  in  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor  Über  die  Zusammenfligung  dieses  Frag- 
mentes mit  einem  anderen  in  Grottaferrata*),  da» 
die  Darstellung  links  ahschliesst,  siche  Braun  im 
Bull.  d.  J.  1838,  p.  22  fl.  und  Antike  Marmor- 
werke, I.  Dekade,  T.  IX  a und  1». 

Der  Leichnam  hat  einen  kurzen  Vollbart. 
Das  dreieckige  unverständliche  Zeichen  links  neben 
dem  Stab  des  Alten  auf  Braun's  Zeichnung  scheint 
mir  von  Falten  herzustaimuen;  doch  ist  mir  nicht 
klar,  wozu  sie  gehören:  auch  von  der  Bewegung, 
die  der  I.  Anu  des  Alten  machte,  vermag  ich  . 
mir  kein  klares  Bild  zu  machen.  Der  Stab  ist 
oben  durch  eine  Ausladung  abgeschlossen.  Von 
den  Umrissen  des  Baites  und  Mundes  des  Alten 
ist  Nichts  mehr  vorhanden.  Die  Alte  kann 
nicht,  wie  Braun  annimmt,  die  Rechte  des  Toten 
gehalten  haben;  der  Ansatz  jener  Hand  ist  auf 
der  Hüfte  des  Alten  deutlich  erhalten:  auch  die 
Arme  der  Alten  hätten  hier  ihre  .Spuren  hinter- 
lassen  müssen  Der  vorspringende  Rand  unten  | 
ist  rechts  beschädigt;  doch  ist  es  ohne  Weitere« 
sicher,  dass  die  Darstellung  hier  abgeschlossen 
ist.  Die  »Spuren  starker  Verklammerung  bezeugen, 
dass  das  Relief  an  einer  Wand  befestigt  war 
Doch  kann  cs,  was  Braun  als  möglich  liinstellt, 
weder  eine  Metope  gewesen  sein  — dazu  ist 
es  zu  laug  — noch  zu  einem  Fries  gehört 
haben,  da  die  Darstellung  in  sieb  abgeschlossen 
ist;  man  müsste  denn  einen  Fries  amiebuien,  der 
durch  Pilaster  in  mehrere  Scenen  geteilt  war. 

Die  Arbeit  ist  sehr  gut  und  leltendig.  Beim 
Haar  dos  Toten  ist  der  Bohrer  zu  Hilfe  genommen. 
Wenn  das  Relief  wob)  auch  erst  in  römischer 
Zeit  ausgeflilirt  ist,  so  gehört  es  doch  zu  den  best- 
gearbeiteten antiken  Reliefs  überhaupt. 

Braun  giebt,  Wiuckelmann  folgend,  die  Deu- 
tung auf  die  Scene,  in  der  der  Leichnam  Rektors  j 
nach  Troja  geschafft  wird,  oder  auf  die,  in  der 
er  zum  Scheiterhaufen  getragen  wird.  Als  Stütze  I 
dient  ihm  die  In  der  Gruppierung  allerdings  ver-  | 
wandte  Darstellung  auf  der  ilisclien  Tafel,  auf  1 
der  der  Leichnam  Rektors  voll  drei  Jünglingen 
aufgehoben  wird,  während  daneben  Priamos  noch 
im  Zelt  des  Achilleus  weilt.  Mir  scheint  die 
Deutung  nicht  über  jeden  Zweifel  erhaben.  Braun 
selbst  giebt  zu,  dass  das  Schwert  des  Toten  der 
Darstellung  des  Homer  widerspreche,  denn  Achill 
habe  seinen  Gegner  aller  Waffen  beraubt;  aber 

•)  Jetzt  von  Ifoacioni  (Kutn,  VI*  Comlotli)  pholo 
irraphkrt . No.  «122. 


die  antiken  Bildner  hätten  nicht  pedantisch  Wort 
für  Wort  ans  den  poetischen  Schilderungen  in  ihre 
Kunst  übertragen.  Nun  scheint  es  mir  aber,  dass 
es  sich  hierbei  nicht  um  etwas  Nebensächliches, 
sondern  um  einen  der  tiefsten  Züge  der  homerischen 
Dichtung  handelt  Der  furchtbare  Rachedurst 
des  Achill  verlangt  die  tiefste  Demütigung  des 
Feindes,  und  wenn  der  Held  dem  Flehen  des 
Priamos  nachgiebt,  so  liefert  er  eben  doch  nur 
dem  Vater  den  Leib  des  Sohnes  aus,  aber  er  er- 
spart ihm  nicht  die  bittere  Erniedrigung,  ihn 
seiner  Waffen  cntblösst  heimtragen  zu  müssen.  Zu- 
dem scheint  es  mir  vollständig  sicher,  dass  der 
linke  von  den  beiden  auf  dem  andern  Fragment 
dargestellten  Knappen  Helm  und  Schild  de« 
Toten  trägt. 

Aber  in  der  Darstellung  liegen  noch  mehr 
Widersprüche  gegen  die  beiden  versuchten  Deu- 
tungen Nehmen  wir  die  erete  an  — Heimbrin- 
gung  der  Leiche  — , so  müsste  der  Moment  ge- 
meint sein,  in  dem  der  Zug  mit  dem  Leichnam  am 
Palast  de»  Priamos  aulangt.  Wäre  dann  die  äusser- 
lich  wie  innerlich  nebensächliche  Stellung  der 
llekabe  verständlich,  der  Mutter,  die  jetzt  erst  des 
Sohnes  ansichtig  wird?  Ihr  müsste,  wenn  nicht 
der  bedeutendste,  so  doch  ein  weit  bedeutenderer 
Platz  in  der  Composition  gebühren.  Es  ist  charak- 
teristisch, dass  sie  auf  der  von  Braun  abgebildeten 
Gemme  (darnach  auch  Overbeck,  Gal  her.  Bildw., 
T.  XX,  10,  p.  486  f.)  und  auf  einem  in  Neapel 
befindlichen  Relief  aus  Knochen  (Giornale  degli 
scavi  di  Pompei  N.  S.  111,  T.  I,  2d,  p.  15  f.),  für 
deren  Darstellungen  unser  Relief  beuiltzt  ist,  ein- 
fach als  überflüssig  für  das  Verständnis  ausge- 
lassen ist.  Der  Moment  des  Transportes  zumScbeiter- 
häufen  scheint  mir  wieder  ganz  ausgeschlossen, 
da  der  Künstler  viel  mehr  Apparat  hätte  dar- 
stellen müssen  und  darge^ellt  hätte,  um  uns  deut- 
lich zu  sagen,  dass  es  sieh  um  eine  derartige  Action 
handle.  Der  unbefangene  Beschauer  wird  in  dieser 
Scene  immer  den  Moment  sehen,  in  dem  ein  Krieger, 
der  in  der  Schlacht  gefallen  ist,  von  seinen  Waffen- 
gefährten  den  trauernden  Eltern  ins  Haus  ge- 
bracht wird. 

Endiich  würde  sich  der  Künstler  kaum  ein 
Mittel  haben  entgehen  lassen,  seine  Absicht  zu  ver- 
deutlichen Er  würde  dem  Priamos  Abzeichen 
asiatischer  Kleidung  gegeben  haben.  I )hne  Zweifel 
lebte  ja  doch  der  Künstler  dieser  Composition  in 
einer  Zeit,  in  der  man  die  asiatische  Tracht  kannte 
und  gern  auf  Bildwerken  verwendete  Dieser 
Alte  trägt  weder  Hosen  noch  Ärmel,  und,  dass 
sein  Kopf  unbedeckt  war,  bezeugen  uns  die  Gemme 


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Hora. 


47 


und  da»  Knochenrelief.  Au»  all'  diesen  Gründer 
halte  ich  die  Deutung  Brauns  für  äusserst  zweifel- 
haft Wer  dennoch,  gestützt  auf  die  äussere  Ähn- 
lichkeit mit  der  Gruppe  der  ilischen  Tafel,  daran 
fest  halten  will,  muss  annolnnen,  das  - der  Künstler 
die  Charakterisierung  der  spcciellen  Situation  ganz 
ausser  Acht  gelassen  habe. 

Eine  mythische  Scene  muss  ja  dargestellt  sein; 
man  könnte  sonst  nur  au  ein  ganz  eigenartiges 
Grabmonuraent  denken,  wofür  uns  jede  Analogie 
fehlt.  Für  die  mythische  Bedeutung  sprechen  auch 
die  verkleinerten  und  abgekürzten  Nachbildungen. 
Man  möchte  am  ehesten  an  die  Heimbringung  des 
todten  Meleager  denken,  wobei  allerdings  die 
Hurtigkeit  des  Helden  und  das  hohe  Alter  der 
Eltern  Bedenken  erregen. 

Für  die  künstlerische  Würdigung  des  Reliefs 
ist  die  speciclle  Deutung  im  Grunde  gleichgiltig. 
Der  oben  angegebene  menschliche  Inhalt  ist  ausser- 
ordentlich klar  und  schön  zum  Ausdruck  gebracht. 
Da»  Rührende  des  letzten  Dienstes  hilfreicher 
Freundschaft,  das  Ergreifende  des  trostlosen  Eltern- 
schmerzes und  das  Jammervolle  im  Anblick  des 
unbeweglichen  schweren  Leichnams  eines  Mannes 
in  »einer  schönsten  Blüte  — Alles  kommt  kräftig 
und  natürlich  zur  Wirkung.  Es  giebt  kein  Werk 
des  Altertums,  au  das  unser  Relief  durch  eben 
diesen  Gehalt  und  die  Art  seiner  Darstellung  so 
stark  erinnert,  wie  au  die  Gruppe  de«  Pasqnino. 
Ich  glaube,  dass  damit  zugleich  die  Richtung  für 
die  Zeit  und  den  Kreis  gegeben  ist,  in  denen  wir 
den  Künstler  des  Originals  zu  suchen  haben.  In 
die  gleiche  Zeit  weist  uns  eine,  zunächst  schein- 
bar rein  äusscrliche  Beobachtung.  ln  merk- 
würdig genauer  l’cbcrcinstiimming  finden  sieh  die 
Motive  der  beiden  tragenden  Jünglinge  bei  zwei 
Figuren  einer  athenischen  Basis  w ieder,  auf  der  I 
sechs  Athleten  in  der  Beschäftigung  des  A*o-  I 
Sm.oUcn  oder  ruhig  stehend  dargestellt  sind  (Ann. 
d.  I.  1862,  p.  208  ft'.,  tav.  M).  Vergleichen  wir 
eingehender,  so  bemerken  wir,  dass  auch  die 
körperliche  Bildung  der  Figuren  und  die  Art  des 
Reliefs  bei  beiden  Werken  sehr  verwandt  ist,  mir 
das«  sich  au  der  Basis  die  Figuren  nicht  über- 
schneiden. Letztere  wird  von  Michaelis  mit  vollem 
Recht  in  nahe  Beziehung  zu  den  Reliefs  des  , 
Ly«ik  rate»- Moli  um  ent«  gesetzt  (also  335  v.  Chr.)  •) 

•J  Die  um  meisten  rechts  befindliche  Figur  der  Basis 
erinnert  merkwürdig  lebhaft  au  den  Hermes  des  bekannten 
SÜulenrellef«  von  Kphesut  Eine  nähere  Vergleichung  Über- 
zeugt uns  aber,  dm»  der  Künstler  der  Baal«  in  der  Relief 
bi  blutig  weiter  vorgeschritten  war.  al»der  des  KÜuletireUef». 
auf  dem  die  Figur  noch  viel  llkehcnhafiur  auf  dem  Unitide 
auagebreltet  ist,  wahrend  sie  dort  »ebon  rund  au»  ihm 
hervoitritt. 


j Unser  Relief  wird  wegen  der  Anordnung  der  Fi- 
s guren  hintereinander  und  wegen  der  weiteren  Aus- 
bildung des  umgebenden  Detail«  eher  noch  etwa» 
jünger  sein,  d h.  am  Ende  des  4.  Jahrhundert» 
entstanden  sein,  in  derselben  Zeit,  in  der  man  jetzt 
auch  die  Schöpfung  der  l’astpiino-Gruppe  anniiumt. 

Es  scheint  mir  nicht  bedeutungslos,  dass  wir 
hier,  am  Beginn  der  hellenistischen  Periode,  ein 
Relief  finden,  da«  in  seinem  heroischen  Inhalt, 
in  der  Vertiefung  des  Reliefs  durch  gegenseitiges 
Uebersch neiden  der  Figuren  und  in  der  andeuten- 
den  Darstellung  der  architektonischen  und  vege- 
tativen Umgebung  einen  ersten  Ansatz  zu  dem 
enthält,  was  wir  in  reichster  Ausbildung  an  dem 
pergameniseben  Telephon- Friese  finden.  Die  Art 
wiederum,  wie  die  Architektur  und  die  Bäuinc 
dargestellt  sind,  setzt  die  Anfänge,  w'ie  wir  Bie  auf 
attischen  Votivreliefs  und  an  den  schon  genannten 
Lysikrates- Denkmal  finden,  unmittelbar  fort  (siehe 
Rüiu.  Mitt.  1894,  p.  6f>  ff.).  Hier  scheint  mir  eine 
continnierliche  Entwicklung  zu  Tage  zu  treten. 
Auf  allen  Gliedern  dieser  Reihe  — und  dadurch 
unterscheiden  sie  sich  von  den  eigentlichen  Relief- 
bildern  — bleibt  der  menschliche  Vorgang  die 
Hauptsache,  und  die  Umgebung  bildet  nur  Deco- 
ration;  auf  den  Reliefbildern  wird  die  Umgebung 
ebenbürtig  mit  dem  menschlichen  Vorgang  be- 
handelt; dieser  ist  nur  eine»  der  Elemente  der  Kom- 
position neben  Gebäude  und  Vegetation.  Diese 
letztere  Ausbildung  des  Reliefs  dürfen  wir  mit  Recht 
alexandriniseh  nennen;  die  andere  Art  ist  die  folge- 
richtige Weiterbildung  de»  attischen  heroischen 
Reliefs,  wie  es  sich  in  reichster  Blüte  am  Mausso- 
leum findet.  Ob  diese  Weiterbildung  sich  in  Athen 
(»der  in  Klcinasien  oder  in  beiden  parallel  ent- 
wickelt hat,  lässt  sich  heute  nicht  feststellen. 

Ungefähr  der  gleichen  Zeit  und  Richtung 
müssen  die  Originale  der  Reliefs  angehören,  die  zu- 
letzt Bienkowski  in  den  Jahresheften  des  öslerr. 
Archäol.  Institutes  I p.  17  flf.,  T II,  behandelt  hat. 

1163.  Relief:  Selene  zu  Wagen.  M.-D. 
3 7. ‘18.  Sehr  zierliche  Arbeit.  Das  Gewand  ist 
missverstanden : unter  der  Gü.  tung  ist  eine  Längs- 
tronnung  des  Gewandes  angegeben,  wie  sie  bei 
dem  ionischen  Chiton,  den  die  Göttin  trägt,  nie- 
mals vorkam  Auf  dem  Original  wird  sie  den 
Peplos  über  dem  Chiton  getragen  haben,  uud 
! vielleicht  machte  der  Bildhauer  unseres  Reliefs 
»ein  Versehen  mittelst  der  Farbe  bei  der  Bemalung 
wieder  gut 

1164  and  1165.  Zw* ei  Reliefs:  Wind- 
götter M.-L>  8662.  Siehe  Matz  in  der  Arch 
Ztg.  1880,  p.  18  ff  , T.  4. 


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1166.  Relief:  Eros  und  Anteros  M.-D. 
3586.  Furtwängler  in  Roschers  mythol  Lexikon 
s.  v.  Eros,  Sp  1368  unten.  Das  Relief  ist  in  einer 
engen  Nische  unter  einem  Fenster  eingemauert, 
weshalb  die  Photographie  so  matt  ausgefallen 
ist.  Man  vgl.  die  Zeichnung  bei  Braun,  Ant 
Bildw.,  II.  Dekade,  T.  Va. 

Villa  Martinen. 

Die  beiden  Aufnahmen  sind  von  Professor 
P.  von  Bienkowski  hergestellt. 

1 167.  Statue  des  Poseidon  (?)  mit  Kopf 
des  Herakles.  M.-D.  100.  Hoch  1,93  m.  Gross- 
krystallinischer  weisser  Marmor.  Seit  M.-D.  die 
Statue  beschrieben  haben,  ist  der  ergänzte  1.  Arm 
mit  Löwenfell  und  Keule  abgenoinmen  und  durch 
einen  andern  ohne  Fell  ersetzt  worden.  Ausserdem 
ergänzt:  Nase.  Hals,  r.  Arm,  Oberteil  des  Stammes, 
I.  Unterschenkel  und  die  Basis,  in  die  die  Statue 
eingelassen  ist.  Es  fehlen:  Teil  der  Nase,  Ober- 
lippe, 1.  Hand,  Glied,  Stück  des  r.  Oberschenkels 
hinten.  Verschiedene,  zum  Teil  verschmierte  Brüche. 

Der  Kopf  ist  von  dem  gleichen  Marmor  wie 
die  Statue,  kann  aber  nicht  ursprünglich  zu  ihr 
gehörnt.  Kr  stellt  den  Herakles  mit  Pappclk ranz 
in  dem  auf  Skopas  zurückgeführten  Typus  dar, 
während  der  Körper  in  seinem  Schema  am  meisten 
an  den  Omphalos-Apollon  erinnert,  wenn  er  auch 
lebhafter  als  dieser  modelliert  ist.  Das  vom  Co- 
pisten  beigefügte  Meerungeheuer  l>ezeugt,  dass 
eine  Meergottheit  dargestellt  war.  Für  Poseidon 
ist  der  Körper  allerdings  sehr  jugendlich.  Die 
Arbeit  ist  gering. 

1168.  Statue  eines  Satyrs.  M.-D.  417. 
Hoch  1,97  id.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor. 
Die  Ergänzungen  bei  M.-D  richtig  angegeben; 
aber  modern  auch  die  Basis,  in  die  die  Figur 
eingelassen  ist  Die  von  Clarac  als  ergänzt  an- 
geführte r.  grosse  Zehe  fehlt  jetzt.  Mit  dein 
Pimtcllo  „auf  dem  r.  Teil  der  Brust“  hat  Matz 
wohl  den  gemeint,  der  auf  der  Höhe  der  I.  Schulter 
sichtbar  ist  und  dazu  bestimmt  war,  «las  stab- 
artige Attribut  derL  zu  unterstützen.  Ein  anderer 
Puntello  ist  auf  der  Photographie  nicht  sichtbar 
Die  Statue  ist  jetzt  ganz  mit  Epheu  überwachsen 
und  eiue  genauere  Untersuchung  dadurch  unmög- 
lich geworden.  Die  Zweifel  an  der  Echtheit  sind 
unbegründet  Duhn  macht  mit  Recht  die  Bemer- 
kung, die  Statue  reproditeiere  den  sogen.  Dory- 
phorostypus.  In  der  That  ist  sie  aus  diesem  nur 
durch  Zufügung  des  Fells  entstanden.  Sie  ent- 
spricht in  diesem  Zustand  einem  verbreiteten  Dio- 
nysostypus,  dessen  berühmtester  Vertreter  der 


Dionysos  aus  der  Villa  des  Hadrian  im  Thermcn- 
I Museum  ist  (vgl.  Milani,  Mon.  dei  Lincei  1896, 
p.  77  ff.  und  Amelung,  Führer  durch  die  Antiken 
in  Florenz,  No  1).  Trotzdem,  und  trotzdem  das 
Satyrschwänzchen  fehlt,  hat  unsere  Figur  augen- 
scheinlich einen  Satyr  darstellen  sollen,  wie  sich 
aus  der  am  Stamm  hängenden  Syrinx  und  dem 
Schultern  des  Attributes  ergiebt:  so  trägt  der  Satyr 
sein  Pedum,  aber  nicht  der  Gott  den  Thyrsos. 
Man  kann  zweifeln,  ob  diese  Variierung  des  Dory- 
phuros  noch  zu  Lebzeiten  des  Polyklet  vorge- 
f nommen  worden  ist,  oder  erst  in  römischer  Zeit. 

Da  die  Figur  im  Typus  mit  dem  Dionysos 
des  Thcrmcu-Musciiiiis  Ubereinstimmt  und  durch- 
aus polykletiscli  ist,  so  ist  ein  Vergleich  mit  eben 
dieser  Statue,  in  der  man  ja  auch  polyklctischen 
Stil  vermutete,  äusserst  lehrreich  Man  wird  sich 
gerade  dadurch  des  grossen  Abstandes  bewusst, 
der  jenen  Dionysos  von  dem  Kreis  wirklich  poly- 
kletischer  Gestalten  trennt. 

J Palazzo  Lazzcroni,  Via  de’  Lucchesi  No.  26. 

Bei  M.-D.  ist  dieser  Palast  nach  dem  Strassen- 
natnen  aufgeführt:  T«  pographisches  Register, 

p 341,  r.  u.;  doch  sind  nur  drei  Sciilpturen  als 
dort  befindlich  beschrieben.  No.  1220  (Toga- 
statue 1 ist  eine  ganz  elende  Wiederholung  der 
kleinen  lierculanenserin,  neben  deren  1.  Bein  von 
moderner  Hand  aus  den  Falten  des  Chiton  ein 
Scriniinu  ausgearbeitet  ist,  und  der  man  einen 
schlechten  antiken  Kahlkopf  im  Typus  der  sogen. 
Scipioköpfe  aufgesetzt  hat.  No.  1429  ist  eiue 
schlechte  römische  Grabstatue  im  Typus  der  Pudi- 
citia.  Beide  stehen  wie  unsere  No.  1169  und  1173 
in  der  Einfahrt.  Der  .Sarkophag  M.-D.  No.  2592 
steht  in  dem  Hof  links  von  der  Einfahrt  und  dient 
als  Bnmncntrog  In  dem  hinteren  Hof  steht  unsere 
No.  1170.  Die  ebendort  stellende  Replik  der  kleinen 
Herculanenserin  ist  modern.  Hier  befindet  »ich 
auch  die  neueste  Erwerbung  des  Barone  Lazze- 
roui,  ein  sehr  gut  gearbeiteter,  aber  leider  »ehr 
zerstörter  Sarkophag  mit  der  Darstellung  des 
Mythos  von  Eudymion  und  Selene.  Es  ist  der- 
selbe Sarkophag,  der  bei  M -D.  2726  beschrieben 
und  bei  Robert,  Antike  Sarkophagrel.  111,  p 76, 
No  60,  als  verschollen  verzeichnet  ist  Er  war 
| zunächst  aus  Vicolo  della  Fontana  secca  16  in 
einen  kleinen  Hof  de»  benachbarten  Palazzo  Sacri- 
j pante  gelangt,  von  dort  in  diesem  Jahr  in  den 
j Palazzo  Lazzcroni,  wo  ihm  sein  Aufstellungsort 
| noch  nicht  eudglltig  angewiesen  ist.  Der  Hypnos  hat 
1 in  der  That  grosse  Schult  ei  Hügel.  An  der  r 
I Schmalseite  ist  eiu  sitzender  Greif  in  Flachrelief, 


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Rom. 


an  der  1.  nichts  dargestellt.  Die  Composition 
stimmt  mit  keiner  der  sonstigen  im  Sarkophag-Cor- 
plus  abgebildeten  genau  überein.  Im  Treppenbaus 
ist  ausser  unseren  No.  1171  u.  1172  ein  Sarkophag 
mit  bakchischen  Darstellungen  hervorzuheben  (nach 
der  inschritt  für  Maconiana  Sevetina,  Tochter  des 
M.  Semproniu»  Proculus  Faustinianus  und  der 
Praecilia  Severina  0.  F.  bestimmt;  Photographie 
bei  Professor  Robert).  Sonst  sind  in  den  Höfen, 
in  der  Einfahrt  und  dem  Treppenhaus  noch  allerlei, 
meist  fragmentierte,  unbedeutende  antike  Sculp- 
turen  verstreut. 

1169.  Statue  der  bekleideten  Aphro- 
dite. Höhe  des  Ganzen  2,26  m.  Höhe  de»  An- 
tiken 1,60  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt : Kopf,  Hat»,  Brust,  beide  Arme,  Flicken 
in  der  Gewandung,  ein  grosses  Stück  des  Maireis 
hinter  und  neben  dein  1 Bein,  beide  l'Usse,  soweit 
sie  aus  dem  Gewände  vortreten,  Plinthe.  Der  von 
dem  I.  Oberarm  vorn  herabliängende  Zipfel  des 
Hitnation  ist  znm  grössten  Teil  antik,  aber  kaum 
zugehörig,  da  er  von  sehr  viel  schlechterer  Arbeit 
Ist,  als  das  Uebrigc. 

Die  Figur  ist  die  weitaus  beste  Wiederholung 
der  Aphrodite-Gestalt,  die  Furtwängler  in  den 
Meisterwerken,  p.  654  f.,  besprochen  und  für  ein 
Werk  des  Agorakritos  erklärt  hat.  Bisher  waren 
von  ihr  nur  zwei  Repliken  bekannt  (Valentini 
und  Odesc&lcht;  siehe  Furt w Angler  a.  a O.,  Anm.  1); 
das  Fragment  einer  vierten,  von  miissiger  Arbeit,—  , 
teilweise  erhaltener  Unterkörper  - steht  im  Giar- 
dino  pubblico  von  Frascati. 

Jedenfalls  stammt  das  Original  von  einem 
Künstler  aus  dem  Schülerkreis  des  Phidias.  Alle  ! 
seine  einzelnen  Motive  finden  ihre  Analogien  an 
Werken  jener  Periode.  Auf  die  Parthenon-Sculp- 
turen,  die  Hera  von  Ephesoi,  die  Hera  Barbe- 
rini  und  ein  Fragment  von  der  Nemesis-Basis  des 
Agorakritos  hat  Furtwängler  a.  a.  0.  hingewiesen. 
Wegen  der  Lage  des  Himatiou  im  Allgemeinen  und 
des  eigenartigen  Motives  des  auf  dem  I.  Ober- 
schenkel unter  den  horizontal  verlaufenden  Falt  u 
herabfallenden,  in  der  Mitte  durch  eine  senkrechte 
Falte  geteilten  Bausches  vergleiche  man  eine  Figur 
vom  Friese  des  Erechthcion  (Schöne,  Griech.  Rel., 

T.  I— IV,  1;  Brunn-Bruckmann,  Dcnkm.,  T.  33  r). 
Die  kleinen,  kraus  gebildeten  Bausche,  die  an  der 
r.  Hüfte  über  den  horizontalen  Falten  sichtbar 
werden,  finden  »ich  ebenso  an  einer  gewissen  Reihe 
von  Grabreliefs,  deren  Köpfe  sich  ebenso,  wie  der 
Kopf  der  im  Palazzo  Valentini  befindlichen  Replik, 
durch  weiche  Fülle,  pastose  Behandlung  der  Fleisch- 
partien und  zarte  Ausführung  der  vollen,  in  hohen 


49 


Wellen  arrangierten  Haare  auszeichnen  (Conze, 
Griech.  Grabrel.,  T.  39,  40,  86,  115  und  besonders 
22*2).  Richtig  ist  auch,  dass  die  colossale  Athena- 
Statue  des  Capitol  in  die  gleiche  Gruppe  gehört,  da 
ihr  Kopf  stilistisch  mit  den  genannten  verwandt  ist 
(Furtwängler,  Meist  er  w,  p 119,  Anm.  4;  derselbe, 
Masterpieces,  Fig.  37);  dagegen  scheint  er  mir  mit 
dem  der  Aphrodite  nicht  genau  genug  übereinzustim- 
men,  um  die  Rückführung  auf  den  gleichen  Meister 
zu  rechtfertigen*).  Mit  der  Basis  der  Nemesis  ver- 
bindet die  Athena  andererseits  eine  sehr  merk- 
würdige Kigeuheit  Die  ganze  Gewandung  der 
Athena  ist  ruhig,  nur  am  I.  Unterschenkel  sind 
die  Falten  wie  von  einem  Btarken  Winde  zurück- 
gewellt  Die  gleiche  Erscheinung  findet  sich  au 
einer  Figur  der  Basis,  an  der  von  Pallat  Nemesis 
genannten  Gestalt  (siche  Jalirb.  d I.  1894,  p.  9),  an 
der  ilie  Falten  des  Mantels  allein  bewegt  sind, 
während  die  ganze  übrige  Figur  ruhig  gehalten 
ist.  Eben  diese  Eigenheit  findet  sich  an  einer 
Apollonstatue  des  Conservatoren- Palastes  (Bullet- 
tino  comiinalc  1887,  T.  XX),  dem  älteren  Vorbild 
der  sogen  harberinisclien  Muse,  deren  Epoche  von 
Flasch  im  Text  zu  unseren  No.  836/37  richtig  be- 
stimmt ist  Sie  gehört  nicht  mehr  in  den  engeren 
Kreis  diese.’  Figuren  Aus  diesem  ist  auch  die 
Demeter  in  der  Rotunde  des  Vatican  (Furtwängler 
a a.  0.  Anm.  2)  auszuscheiden;  ihr  Kopf  hat 
keinerlei  Verwandtschaft  mit  denen  der  anderen 
Figureu  und  stimmt  in  der  That  nicht  mit  dem 
Fragment  vom  Kopf  der  Nemesis  von  Rhamnus 
überein 

Das»  Agorakritos  im  Mittelpunkt  de»  oben  ge- 
schilderten Kreise»  stand,  ist  möglich,  doch  können 
wir  es  meiner  Meinung  nach  nicht  beweisen. 

Die  bei  Furtwängler  a a.  0.  Fig  126  ab- 
gebildete Terracotte  aus  Myrina  stimmt  in  der 
Haltung  und  im  Wurf  des  Mantels  zu  genau  mit 
unserer  Statue  überein,  als  dass  man  an  einem 
engeren  Zusammenhang  zweifeln  könnte 

1170.  Weibliche  Gewandstatue.  Hoch 
1,80  in.  Grosskörniger  gelblicher  Marmor.  Nase 
fehlt.  Der  Gegenstand  in  der  Linken  ist  wohl  ein 
Rüchschen  für  Weihrauch. 

Roh  ausgcfülirte  Replik  einer  iu  Florenz  be- 
findlichen Figur:  Amelung,  Führer  durch  die 
Antiken  in  Florenz,  No.  1 12.  Nach  der  Frisur  des 

•)  Zu  dieser  Gruppe  gehören  ferner  die  von  Arndt 
unter  No.  ttO — A3  publlcierlon,  in  Athen  befindlichen  Köpfe, 
dann  der  Kopf,  der  dein  Apollon  Kitbnrödos  der  Gail.  d. 
Statur  (llelbig,  Führer*,  No.  1V3)  aufgesetzt  ist  und  ein  Kopf 
des  capilol isehen  Museums  fNuova  desrriiione,  p 338,  No.  6;. 

4 


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Koin 


50 


Kopfe»  und  der  Andeutung  der  Augensterne  ist 
dies  Exemplar  in  der  zweiten  Hälfte  de#  2.  Jahr- 
hunderts n.  Chr.  entstanden 

1 171.  Statuette  eines  Hirten.  Hoch  1,30m. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt : Kopf, 
Hals  mit  Teil  des  Bandes  auf  der  Brust,  Köpfe 
beider  Tiere,  r.  Vorder-  und  I.  Hinterbein  des  von 
der  Rechten  gehaltenen,  beide  Beine  des  Hirten 
sanitnt  Stamm  und  Plinthe.  Bruch  im  r.  Oberarm 
und  Ellenbogen,  auch  sonst  kleinere  Brüche.  An 
dem  Gewand  neben  den  Fingern  der  r Hand 
Spuren  roter  Farbe. 

Ein  alter  Hirt,  bekleidet  mit  der  Exouiis,  trägt 
zwei  Zicklein;  das  grössere  hält  er  mit  der  ge- 
senkten Rechten;  das  kleinere  trägt  er  in  einer 
Felltasche  an  seiner  1.  Seite;  die  Hand,  die  die 
Tasche  umfasst,  hält  das  l’edutn,  dessen  Enden 
abgebrochen  sind. 

Die  Arbeit  ist  derb,  aber  lebendig.  Das  Alter 
ist  sehr  naturalistisch  wiedergegeben.  Eine  Wieder- 
holung befindet  sich  in  St.  Petersburg  in  der  Er- 
mitage: Clarac  742, 175*3;  Gu&Monow,  Kim.,  p.  41 
Ko.  158;  nach  der  Beschreibung  in  dem  Katalog, 
trüge  der  Hirt  in  seiner  Tasche  hier  zwei  Hähne 
Fragmente  einer  weiteren  genauen  Wiederholung 
habe  ich  im  Garten  des  Magazziuo  archeologico 
liegen  sehen. 

1172.  Büste  des  Helios  Hoch 0,64  m Grob- 
körniger gelblicher  Marmor.  Der  Fuas  der  Büste 
ist  bis  auf  das  obere  Profil  abgebrochen;  ebenso 
die  Schnauzen  und  Vorderbeine  der  vier  kleinen 
Pferde  bis  auf  die  Ansätze  der  Hufe.  In  der  Sen- 
kung für  den  den  Hinterkopf  umschlicssenden  Reif 
sieben  grosse,  mit  Metall  gefüllte  Löcher-  sieben 
kleinere  davor  in  den  lacken. 

Die  mit  der  Chlamys  bedeckte  Büste  ruht  auf 
vier  kleinen,  nach  vorn  sprengenden  Pferden,  in 
deren  Mitte  oben  die  DeiehHel  eines  Wagens  sicht- 
bar wird.  Die  Büste  stellt  Helios  dar;  das  Vier- 
gespann sind  die  Pferde  seines  Wagens,  die  hier 
in  höchst  naiver  Weise  in  verkleinertem  Maa#<stab 
unter  die  Büste  gesetzt  sind  Der  Kopf  giebt  den 
aus  dein  Porträt  Alexanders  abge'citetcn  Helios- 
typus in  ziemlich  matter,  jedenfalls  später  Aus- 
führung wieder  'vgl  Hel  big,  Mouuin-  ant  dei  Lincei 
18%,  p.  73  ff.,  T.  I— 111).  Man  vergleiche  die 
ebenfalls  späte  Helios hibte  des  gleichen  Typus  in 
unserer  vorigen  Serie  No.  81 1,  wo  die  Bezeichnung 
„Herrscher  als  Sonnengott“  wohl  eher  mit  der  ein- 
facheren „Helios“  zu  vertauschen  ist.  * 

1173.  Po  r t r ä t b ü s t e eines  römischen 
Knaben.  Hoch  0,33  tu.  Feinkörniger  hellgrauer 


I Marmor.  Ergänzt:  Kinnspitze  Die  Nasenspitze 
abgestosseii;  der  Bttoteofuss  fehlt.  Der  Kopf  war 
gebrochen. 

Die  Büste  stellt  dieselbe  Persönlichkeit  dar, 
i wie  die  in  der  Collection  Barracco  pl.  LXXUI 
puhlicierte  (dort  Wendung  nach  der  r Schulter), 
was  darauf  schliessen  lässt,  dass  der  hier  porträ- 
tierte Knabe  ein  Mitglied  der  kaiserlichen  oder 
j einer  sehr  vornehmen  Familie  war. 

Banca  nazionale. 

1174.  Statue  des  Antinous.  HochS, 28m. 

I Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Siehe  die  erste 

ausführliche  Puhlication  dieser  Statue  durch  C.  L. 
Visconti  im  Bullettino  comunale  1886,  p 209  ff., 
T.  VII,  und  den  Bericht  über  ihre  Auffindung  von 
Lanciani  ebenda,  p 189  f.  Der  grosse  Puntello 
auf  der  1.  Schalter  muss  der  Rest  einersehr  plumpen 
i Stütze  für  die  Spitze  des  Thyrsos  sein. 

1175.  a)  S tat  nette  der  Hygieia  Hoch 
0,83  ni.  Grosskrystallinischer  weisser  Marmor. 

I Kopt  mit  Hals,  I.  Hand,  Vorderteil  und  Schwanz- 
| ende  der  Schlange  (bis  auf  den  Ansatz  an  der 
I r.  Hüfte)  fehlen  Die  r Hand  und  einzelne  Falten 
I beschädigt. 

Die  Statuette  ist  eine  ziemlich  grob  gearbeitete 
Wiederholung  einer  in  mehreren  Repliken  erlial- 
j tenen  Figur.  Alle  Repliken  haben  die  gleiche 
Grösse.  Zwei  befinden  sieh  im  Museo  Chiarainonti, 
No  83  durch  einen  Rest  der  Schlange  ab  Hygieia 
gesichert;  schlechte  Arbeit)  und  86  (Clarac  556, 
1182;  ab  Hygieia  ergänzt;  gute  Arbeit),  eine  im 
: Louvre  Salle  de»  t'aryatide»,  No  131:  Clarac 311, 

! 722;  gute  Arbeit;  ohne  Attribute),  eine  in  Brescia 
(Clarac  5G0A,  1174  A;  Dütschke  IV  334;  ohne 
! Attribute  , eine  in  Neapel  (Clarac  538 C,  994  B;  ab 
Muse  ergänzt);  eine  fünfte  gehörte  zur  Collection 
Giustiniani  (Clarac  558  A,  1182B;  ab  Hygieia  er- 
gänzt). Mit  unserer  Figur  sind  es  abo  sieben 
Wiederholungen  An  einer  Bronze  in  Wien  (vgl. 
Sacken,  Antike  Bronzen  des  k k.  Münz-  und 
Antiken-Cabinet«,  T XV  2;  S.  Reinach,  Reper- 
toire de  la  statuaire  II,  p 248,  3)  ist  die  Figur 
durch  die  Attribute  zu  einer  lsb-Tvche  gemacht 

Da  die  Figur  zweimal  ab  Hygieia  gesichert 
ist  — die  verschiedene  Lage  der  Schlange  findet 
ihre  Parallele  iu  analogen  Fällen  bei  Wieder- 
holungen der  Hygieia  Hope;  vgl.  No.  782  — , so 
w erden  wir  annehmen  dürfen,  dass  auch  das  Ori- 
ginal diese  Göttin  darstollte  Die  zierliche  An- 
ordnung und  Stilisierung  der  Gew  andung,  die  am 
besten  au  dem  Exemplar  No.  86  des  Museo  Chiara- 


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Koni 


51 


monti  wiedergegeben  ist  und  die  »ehr  verwandt  ist 
mit  der  Gewandung  der  Pudicitia  und  der  Musen 
des  Philiskos  (siehe  Auielung,  Basis  von  Mantinea, 
p.  79  ff.  und  82,  Aura  8),  weist  die  Erfindung  der 
Figur  in  die  späte  hellenistische  Epoche. 

b)  Torso  einerWiederholung  des  sogen. 
Narkissos.  Hoch  0,73  in.  Grosskrystallinischer 
weisser  Marmor.  Es  fehlen  Kopf  und  Hals,  I Unter- 
arm, Glied,  beide  Unterschenkel,  Stamm-  Mittel- 
gute Arbeit  Siehe  No.  1139. 

Privatbesitz:  Mangani,  Via  Nomentana. 

11 76.  Torso  einer  Karyatide  Hoch 
1,40  in.  Fein k billiger  weisser  Marmor  Ergänzt: 
Stück  des  Mantels  auf  der  1.  Schulter  und  Teil 
des  1.  Oberarme#  Es  fehlen  Kopf  und  Hals,  die 
eingesetzt  waren,  beide  Hände,  beide  Füsse  mit 
Teil  der  Unterschenkel  Vielfache  Beschädigungen. 
Abgebrochen  die  ganze  r.  Brust  nebst  Schulter  und 
Teil  des  Rückens  und  der  r.  Arm  in  der  Mitte 
des  Oberarms  (er  liegt  am  Boden  neben  der  Statue 
und  wurde  bei  der  Herstellung  der  Photographie 
an  seinen  ursprünglichen  Platz  gehalten).  Der 
Torso  stammt  von  einem  dccorativ  und  nicht  un- 
lebendig  ansgeführten  Exemplar  jenes  Typus  einer 
Karyatide,  den  Bulle  in  den  Röra.  Mitt.  1894, 
p.  134  ff.,  ausführlich  behandelt  hat.  Vgl  meinen 
Text  zu  No.  297. 

1177.  Jugendlicher  männlicher  Torso 
Hoch  1,00  m.  Feinkörniger  weisser  Marmor 
Es  fehlen  Kopf  und  Hals,  beide  Anne  bis  auf 
die  Ansätze,  I.  Bein  bis  auf  einen  Teil  des  Ober- 
schenkels, r.  Unterschenkel  mit  Knie,  Vorderteil 
des  Gliedes.  Grosse  Stütze  an  der  I.  Hüfte 
aussen.  R.  Standbein.  Der  Kopf  war  nach  der 
r. , etwas  gehobenen  Schulter  gedreht  Beide 
Arme  gingen  abwärts  Der  Torso  stammt  von 
der  gut  gearbeiteten  Copie  eines  Werke#  aus  der 
zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts.  Ohne  die 
Verwandtschaft  mit  den  Werken  Polyklets  zu  ver- 
leugnen, unterscheidet  sich  die  Figur  von  ihnen 
in  der  grösseren  Schlankheit  des  Baues  und  da- 
durch, dass  der  I.eib  nicht  so  schwer  auf  den 
Hüften  lastet;  man  vergleiche  die  Hüfte  des  Stand- 
beines mit  der  gleichen  Partie  an  einer  poly- 
kletischen  Figur.  Auch  zu  attischen  Werken  seiner 
Zeit  bietet  der  Torso  keine  schlagenden  Analogien. 
Stilistisch  am  nächsten  scheint  er  mir  den  derben 
Gestalten  des  vulneratns  defieiens  in  Neapel  und 
des  sogen.  Alkibiades  im  Vaticau  zu  stehen,  die 
Furtwängler,  Meisterw.,  p.  277  ff.,  dem  Kresilas 
zuschreibt 


Kunsthandel: 

Simonetti,  Palazzo  Odescalchi,  Via  Vit- 
toria  Colonna. 

1178.  Weiblicher  Torso.  Hoch  0,99  m 
Feinkörniger  gelblicher  (parteiischer)  Marmor. 
Stammt  aus  der  Collection  Giustiniani- Recanati 
in  Venedig  Damit  ergiebt  sich  die  Möglich- 
keit, dass  der  Torso  ein  griechisches  Original 
sei,  wofür  auch  die  Art  der  Arbeit  spricht.  Es 
fehlen  Kopf  und  Hals,  r.  Schulter,  beide  Anne, 
Teile  der  Gewandung,  Teil  des  r Schienbeins 
und  des  r.  Kusses,  dio  Ränder  der  Basis-  An  der 
1.  Hüfte  der  flache  Rest  eines  Attributes,  dessen 
ursprüngliche  Gestalt  sich  nicht  mehr  erkennen 
lässt-  Der  r.  Arm  war  augenscheinlich  erhoben. 
War  cs  eine  Athena  ohne  Aegis,  die  mit  der  Linken 
den  am  Boden  stehenden  Schild  hielt,  mit  der  Rech- 
ten den  Speer  aufstützte?  L.  Standbein;  der  Fass 
des  Spielbeines  zur  Seite  gesetzt.  Dio  Figur  trägt 
den  ionischen  Chiton  und  darüber  einen  kürzeren 

| Peplos  mit  kurzem  Apoptyguia,  oder  eine  Chlaina, 
die  in  die  Gürtung  mit  cinbezogen  ist  {.siehe  meinen 
Artikel  „A jUmVq"  bei  Panly-Wissowa,  Real-Ency- 
clopädie).  Im  Stil  entspricht  die  Figur  der  Athena 
Parthenos  und  den  Metopen  des  Parthenon 

1179.  Statue  der  Nike  (?).  Höhe  (des 
Ganzen)  1,70  in.  Feinkörniger  weisser  Marmor. 
Stammt  aus  dem  Besitz  der  Borghese.  Ergänzt: 
der  ganze  Oberkörper  von  etwas  oberhalb  des 

j Gürtels  an,  Teile  der  zur  Seite  wehenden  Falten, 

' Stück  am  r.  Schienbein,  grosse  Zehe  des  r.  Kusses, 
t grosse  und  kleine  Zehe  des  1.  Kusses.  Die  Figur, 
bekleidet  mit  dem  einfach  gegürteten,  an  ihrer 
I.  Seite  offenen  Peploe,  schwebt  mit  Vorgesetztem 
1.  Beine  vorwärts.  Am  Wahrscheinlichsten  war 
Nike  dargestellt,  vielleicht  auch  Artemis  (siehe  das 
Bronzemedaillon  des  Antoninus  Pius:  Roscher, 
Myth.  Lex.  I,  Sp  606).  Der  nach  der  Seite  ge- 
wehte Teil  des  Apoptygma  erinnert  noch  an  den 
gleichen  Teil  an  der  Nike  des  Paiouios,  doch  ist 
er  hier  faltenreicher  und  lebhafter,  wie  die  ganze 
Behandlung  des  Gewandes  einen  grossen  Fort- 
schritt jenem  älteren  Werke  gegenüber  bekundet. 
Immerhin  wird  das  Original  kaum  später  als  aui 
Ende  des  5.  Jahrhundert#  entstanden  sein. 

1180  und  1181.  Statuette  des  Apollon 
Kitharödos.  Hoch  1,00m.  Feinkörniger  weisser 
Marmor.  Herkunft  wie  bei  No.  1178.  Es  fehlen 
: Kopf  und  Hals  (waren  eingesetzt;  Eisendübel  er- 
halten), beide  Unterarme  (waren  angesetzt;  an 
beiden  Stumpfen  ein  Stück  aus  Gips  ergänzt), 
Teile  der  Falten,  besonders  an  den  Rändern  des 

4* 


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Rom 


52 

Mantels,  und  Kleinigkeiten  Dass  auch  eine  Kithara 
fohlt,  die  der  1.  Arm  gehalten  hat,  können  wir 
aus  analogen  Gestalten  achlicssen  Die  Stellen 
des  Körpers,  wo  Teile  des  Instrumentes  angestosaen 
halten  müssen,  sind  nelutt  den  angrenzenden  Teilen 
modern  stark  überarbeitet  (auf  dem  Glatt  No.  1 1 HO 
an  der  helleren  Färbung  deutlich  sichtbar). 

Der  Gott  — die  Brust  ist  stark  entwickelt, 
alter  entschieden  männlich  — trägt  über  dem 
Aermelchiton  den  einfach  gegürteten,  an  der  r 
Körperseite  offenen  Peplos  mit  langem  Apoptygma 
(siche  meinen  Artikel  Xngiimtot  pnir  und  Airi ur 
bei  Pailly-Wissowa,  Keal-Encyclopädie,  wo  unsere 
Statuette  Sp.  2317  erwähnt  ist)  und  einen  auf  den 
Schultern  am  Peplos  befestigten  Mantel.  Kr  ist  im 
lebhaften  Vorwärtsschreiten  auf  leicht  geneigtem 
Hoden  begriffen;  die  hinke  hielt  die  Kithara,  die 
liechte  näherte  Bich  mit  dem  Plektron  den  Saiten 
Dieausscrordeiitlich  reiche, schwungvolle  Erfindung 
gehört  dem  4 Jahrhundert  an.  Man  wird  zunächst 
an  Werke  wie  die  Heliefs  der  Nike-Ilaltistrade  er- 
innert und  an  all  die  Figuren,  die  das  Gefolge  der 
Nike  des  Paionios  bilden  und  zu  denen  auch  zwei 
in  der  Bewegung  mit  unserem  vollkommen  über- 
einstimmende Apollines  gehören  (siehe  Pauly- 
Wissowa  a.  a.  0 );  aber  der  Künstler  unserer  Sta- 
tuette verzichtet  auf  den  für  jene  so  charakte- 
ristischen Effect  der  tralucida  vestis;  die  Bildung 
der  Kalten,  besonders  derer  des  Apoptygma  vor 
dem  Unterleib,  ist  so  lebhaft  und  stofflich,  wie 
wir  sie  sonst  an  praxitelischen  Werken  zu  sehen 
gewohnt  sind. 

Die  Arbeit  ist  gut,  aber  nicht  original  Der 
Marmor  ist  italisch.  Am  r Kuss  sind  t'hiton  und 
Peplos  nicht  geschieden. 

1182.  Weibliche  Gewandstatue.  Hoch 
1,42  m.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Es  fehlen 
Kopf  und  Hals  (waren  eingesetzt,  r.  Arm  und  I 
Hand  (waren  eingesetzt)  und  die  Vorderteile  beider 
Fiisse.  Das  Ganze  hat  sehr  durch  Wasser  gelitten. 
Erwähnt  bei  Klein,  Praxiteles,  p.  3GI,  Anin.  2. 

Die  Figur  ist  naeh  demselben  Original  wie 
der  Körper  der  ältesten  Tochter  des  Galbus  in 
Neapel  gearbeitet.  Siehe  darüber  Amelnng,  Basis 
von  Mantinca,  p.  52.  Die  dortigen  Ausführungen 
werden  durch  diese  Figur  bestätigt.  Sie  giebt 
das  gleiche  Motiv  in  dem  üblichen  Stil,  ohne  die 
eleganten  Besonderheiten,  die  die  Statue  in  Neapel 
auszeichnen 

1183  und  1184.  Statuette  einer  Ama- 
zone (V;.  Hoch  0,96  m Grosskörniger  weisser 
Marmor.  Ergänzt:  Nasenspitze,  r.  Arm  ganz,  I. 
Anu  bis  auf  den  grössten  Teil  des  Oberarmes, 


Stück  des  Köchers  an  der  I.  Hüfte,  beide  Unter- 
schenkel Vier  1.  mit,  der  r.  ohne  das  Knie),  Stamm 
und  Plinthe.  Die  ganze  I Hälfte  des  Oberkörpers 
ist  sehr  stark  modern  überarbeitet.  Der  Kopf 
I war  gebrochen;  die  Enden  des  Bandes,  die  auf 
1 den  Schultern  aufliegun  müssten,  sind  hier  ab- 
gearbeitet (siehe  unten).  Es  fehlt  der  hintere  Teil 
des  Köchers.  Die  Figur  stammt  ans  älterem  Besitz 
in  Grottaferrata.  Sie  ist  eine  Wiederholung  der 
sogen.  Atalante  im  Louvre,  Salle  de  la  Pallas  de 
V eilet  ri  No.  522;  Photographie  Giraudon  1420 
(ergänzt:  Teil  des  Haarknotens,  des  I.  Auges  und 
der  1 Braue,  untere  Hälfte  der  Nase  mit  Mund, 
Kinn  und  Teil  der  Wangen,  r.  Ohr,  Unterteil  de» 
Halses  und  Teil  der  r Schulter,  beide  Arme, 
Dolchscheide  an  der  I.  Hüfte,  Flicken  itn  Gewand, 
I.  Bein,  r Unterschenkel,  Stamm  und  Plinthe.  Der 
Kopf  zugehörig;  auf  der  r.  Schulter  sind  die  Enden 
des  um  den  Kopf  gelegten  Bandes  erhalten) 

Durch  unser  Exemplar  ist  der  Köcher  ge- 
sichert; die  Linke  wird  demnach  den  Bogen  gehalten 
liabgn.  Die  Haltung  beider  Figuren  beruht  auf 
Ergänzung  und  ist  beidemal  vollkommen  verfehlt. 
Die  .Atalante“  ist  viel  zu  weit  nach  vorn  über 
gelegt  — ein  derartiges  Laufen  ist  ein  Motiv,  das 
für  die  Antike  ganz  undenkbar  ist  — , die  andere 
ist  zu  weit  hinten  Uber  gelehnt. 

Die  beiden  Repliken  sind  in  Bezug  auf  die 
Stilisierung  des  Gewandes  und  auch  der  Haare 
merkwürdig  verschieden.  Gegenüber  der  weichen 
Einfachheit  des  Pariser  Exemplares  ist  das  rö- 
mische im  krausesten  hellenistischen  Geschmack 
gearbeitet,  ohne  Feinheit,  aber  decorativer  und 
effectvoller,  leb  wage  nicht  zu  entscheiden,  was 
I von  beiden  das  Ursprünglichere  sei. 

Das  Gewand,  das  die  Jägerin  trägt,  entspricht 
dem  der  polyklctischcn  Amazone;  der  Teil  vor 
dem  I.  Oberschenkel  ist  mittels  des  Gürtels  auf- 
genommen, wie  bei  derMatteisehen  Amazone  Un- 
klar ist  mir  der  vorne  tief  herabhängende  Bausch; 
doch  findet  er  sich  an  beiden  Exemplaren.  Wegen 
J dieser  Analogieen  zu  sicheren  Ainazoncnstatuen, 

| und  weil  die  Kntblüssung  der  beiden  Brüste  für 
Artemis  unerhört  wäre,  ist  es  mir  wahrschein- 
lich, dass  auch  diese  Statuette  eine  Amazone 
darstcllto.  Feber  die  Situation,  in  der  sie  sich 
' befand,  lässt  sich  nichts  Bestimmtes  sagen;  der 
Ausdruck  des  Kopfes  au  dem  römischen  Exemplar 
ist  freudig  erregt. 

1185.  Weibliche  Gewandstatue.  Hoch 
1,48  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt: 
Nase,  ilais,  r.  Arm,  I.  Unterarm,  r.  Fuss.  Der  un- 
bedeutende Kopf  nicht  zugehörig. 


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Rum 


53 


Die  Figur  stellt  ein  ganz  junges  Mädchen  dar. 
Der  eigentümlich  kraus  geleitete  Chiton  ist  hoch 
gegürtet  und  wird  ron  Schulterbändern  gehalten 
Das  Himation  liegt  auf  der  I Schulter,  ist  um  die 
r.  Hüfte  nach  vorn  genommen  und  mit  einem 
Zipfel  über  den  I.  Unterarm  geworfen;  ein  Motiv, 
das  sich  häufig  bei  Hygieia  auf  Votivreliefs  findet. 

Fragmente  einer  genauen  Wiederholung  habe 
ich  im  Garten  des  Magazzino  archeologico  liegen 
sehen  Die  Arbeit  des  Exemplare«  ist  gut;  das 
Original  wird  in  der  zweiten  Hälfte  des  4 Jahr- 
hunderts entstanden  sein. 

1186.  Weiblicher  Torso,  Hoch  1,62  m. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Es  fehlen  Kopf 
und  Hals  (waren  eingesetzt),  r Arm  mit  Schulter 
und  Teil  der  Brust,  I.  Hand  (war  angesetzt),  r. 
Knie,  beide  Fftsse,  viele  Teile  der  Falten,  Ränder 
der  Basis.  Stammt  ans  Frosinone. 

Der  Tonio  giebt  in  verhältnismässig  recht 
guter  Arbeit  eine  in  mehreren  t'opieen  erhaltene 
Figur  wieder.  Ich  kann  zehn  weitere  anführen; 
eine  Zahl,  die  für  die  grosse  Beliebtheit  des  Mo- 
tive* in  römischer  Zeit  spricht : 

1.  Museo  Cbiaramonti  II,  t XXXVII  = Clarac 
656,  1184  — Reinach,  Repertoire  II,  p 654,  7 

2.  Museo  Pio-Cleiuentino  III,  pl.  10 —Clarac 
960,  2464. 

3.  Museo  Pio-Clemcntino  111,  t A 10=  Clarac 
760,  1858 

4.  I monumenti  del  Museo  Torlonia  ripr.  in 
fotot  T UH,  No.  208  = Clarac  452,  828 

6.  Louvre,  Salle  des  saisous,  No.  1037  = Clarac 
327,  2416. 

6.  Clarac  438  D,  774  D (autrefois  aux  Tni- 
leries). 

7.  Clarac  930,  2366  (Collection  Egrcmont). 

8.  Clarac  410F,  791  A,  Madrid  =»  Hübner, 
Antike  Bildw.  in  M.,  No.  11  (Füllhorn  zum  Teil 
antik). 

9 Olympia,  Bildwerke,  T.  63,  1 — Reinach, 
Repertoire  II,  p.  676,  2 (sehr  freie  Replik). 

10.  Bronze  in  Wien,  von  Sacken  XVI  2 = 
Reinach  a.  a 0.  II,  p.  248,  6 (mit  antikem  Füll- 
horn). 

Das  Original  kann  nicht  vor  dem  Beginn  der 
hellenistischen  Zeit  entstanden  sein.  Das  Motiv 
des  Mantels  ist  wieder  (siehe  No.  1185)  das  bei 
Hygieia  häufige;  die  eine  Replik  (2)  ist  denn 
anch  als  diese  Göttin  ergänzt  worden  Die  That- 
saehe,  dass  hei  einigen  Exemplaren  das  Füllhorn 
sicher  vorhanden  war,  bei  der  Mehrzahl  nicht, 
spricht  dafür,  dass  die  Figur  wohl  ursprünglich 
keine  Güttin  darsteiite,  und  dass  man  sie  erst  in 


römischer  Zeit  aus  Devotions-Bedürfnis  für  die 
Person,  deren  Kopf  man  ihr  aufsetzte,  mit  jenem 
Symbol  der  Abundantia  ausstattete 

1187.  Jünglings  köpf  Hoch  0,30  m.  Fein- 
körniger weisser  Marmor.  Ergänzt:  Hals,  Unter- 
teil der  Nase,  Unterlippe.  Die  Oberlippe  und  einige 
sonstige  vortretende  Teile  heatossen,  im  Ganzen 
aber  vortrefflich  erhalten.  Der  Kopf  stammt  von 
einer  Doppclherme;  von  dem  andern  Kopf  hat 
sich  nur  ein  kleiner  liest  (r  auf  unserer  Photo- 
graphie sichtbar)  erhalten:  er  scheint  dem  ersten 
vollkommen  entsprochen  zu  haben. 

Die  Haare  sind  in  der  Mitte  gescheitelt,  tiet 
in  die  Stiinc  gelegt  und  hier  symmetrisch  nach 
beiden  Seiten  auseinander  gestrichen;  sie  verdecken 
die  Ohren  vollständig.  Eine  breite  Binde,  das 
Zeichen  des  siegreichen  Athleten,  uninchlieist  die 
Haare. 

Der  Kopf  macht  durch  seine  grosse  formale 
Schönheit  und  seinen  herben  Ernst  einen  ausser- 
ordentlichen Eindruck.  Die  Copic  ist  mit  Ver- 
ständnis und  ohne  Kleinlichkeit  gearbeitet. 

So  leicht  es  ist,  die  allgemeine  historische 
Stellung  des  Originales  zu  bestimmen,  so  wenig 
wüsste  ich  zu  sagen,  an  welches  einzelne  Werk 
man  cs  anschliessen  könnte,  das  mit  ihm  so  viele 
Züge  gemeinsam  hätte,  um  die  Vermutung  eines 
Künstlers  oder  eines  speciellen  Kunstkreises  für 
beide  zu  berechtigen.  Am  nächsten  verwandt  ist 
der  Kopf  mit  den  strengeren  Werken  der  phidiasi- 
seben  Epoche,  mit  Ausschluss  jedoch  der  poly- 
klctischen  Köpfe.  Die  Augen  mit  ihrer  Umgehung 
erinnern  sehr  an  die  gleichen  Partien  am  Kasseler 
Apollon,  Das  Kinn  ist  noch  sehr  stark  entwickelt, 
aller  nieht  mehr  so  übermässig  wie  an  jenem 

Der  Kopf  ist  seither  in  d e Glyptothek  Ny- 
t’arlsberg  Ubergegangen. 

1188  lind  1189.  Weibliche  Porträtherme. 
Hoch  0,58  m.  Feinkörniger  weisser  (imntelischcr) 
Marmor.  Ergänzt:  Nase  und  r.  Braue  nebst  Teil 
der  Stirn  L.  unten  ist  ein  Stück  der  Kante  ab- 
geschlagen. Stammt  aus  der  Villa  Borghese  in 
Frascati.*)  Die  sogen  Melonenfrtonr  des  Kopfes  ist 
von  eiuem  breiten  Band  umschlossen,  dss  oben 
Uber  der  Stirn  gebunden  ist  und  an  dem  hinter 
den  Ohren  ein  zweites  angenäht  ist,  das  den  Kopf 
bügelfünuig  überspannt. 

Die  Henne  ist  wichtig  durch  ilire  Erhaltung, 
wenn  sie  auch  keine  originale  Arbeit  ist;  sie  giebt 

•)  Identisch  mit  der  bei  Guattani,  monumenti  antichi 
tnedlti,  1785,  Giugno,  tov.  1 o 2,  publiclerten  Herme? 
Nach  der  Angabe  auf  p.  LVIII  war  dieselbe  damals  bei 
1 Pacoltl.  (Arndt.) 


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Hon» 


54 


ein  sehr  ideal  gehaltenes  Porträt  aus  «lern  Anfang 
des  4.  Jahrhunderts  oder  noch  aus  dem  5.  Jahr- 
hundert wieder  Von  dem  Kopf  allein  existieren 
zwei  Wiederholungen : die  eine,  stark  ergänzt  und 
im  Gesicht  überarbeitet,  im  Mu-eo  Chiarainouti, 
No.  256  (Beschreibung  der  Stadt  Hora,  II,  p.  56, 
No.  251);  die  andere  ist  von  Schliemann  in  Ale- 
xandrien bei  einer  Versiichsgrabung  gefunden 
worden  (Photographie  des  Athen  Instituts,  Arch. 
Anz.  1891,  p.  HO,  No.  33  34):  auch  »eine  Erhal- 
tung ist  schlecht,  doch  ist  die  Oberlippe  dort  leben- 
diger, als  an  unserem  Exemplar,  an  dem  der  Mund 
besonders  wenig  gelungen  i»t;  trotzdem  wird  das 
Werk  im  Ganzen  durch  die  Herme  am  Besten  re- 
präsentiert Die  gleiche  Frisur  wie  hier  findet  sich 
an  einer  Reihe  von  Werken,  die  meist  dem  4.  Jahr- 
hundert allgehören  (Arndt,  Feber  einen  Koratvpus 
praxitelischerZeit,  Festschrift  für  Overbeck,  p 96 ff., 
und  „Griech.  und  röm.  Porträts“,  Text  zuT.  213  14); 
zu  ihnen  ist  nach  der  kürzlich  durch  S.  Heinach 
erfolgten  Puhlication  (Revue  archeol.  1898,  p.  1 ff , 
pl.  V)  auch  eine  Statuette  zu  rechnen,  an  deren 
Plinthc  sich  die  Inschrift  Korintia  befindet  und  in 
der  Reinaeh  eine  verkleinerte  Wiederholung  der 
Korinna  des  Silanion  erkennen  möchte,  was  der 
Zeit  nach,  der  das  Original  der  Statuette  angeboren 
muss,  wohl  möglich  wäre.  Man  hatte  die  Mehrzahl 
der  durch  die  genannte  Frisur  ausgezeichneten 
Köpfe  dem  Praxiteles  und  seinem  Kreise  zuge- 
schrieben, und  zwar  nicht  wegen  der  Frisur,  sondern 
wegen  der  künstlerischen  Eigenart.  Reinaeh  glaubt 
die  ganze  Gruppe  nun  dem  Silanion  zuschreibcn  zu 
müssen.  Wenn  indes  die  Statuette  wirklich  nach 
dem  Werk  jenes  Künstlers  gearbeitet  ist,  so  be- 
weist sie  doch  nur,  dass  er  ebenso  wie  Praxiteles 
und  seine  Genossen  ein  begreifliches  Gefallen  an 
jener  Frisur  gefunden  hat.  Der  Stil  der  Mehrzahl 
jener  Köpfe  bleibt  deshalb  doch  praxitelisch;  vom 
Stil  <les  Silanion  kann  uns  die  Statuette  nichts 
Greifbares  lehren. 

Individuelle  Züge  sind  in  dem  Gesichte  nur 
schwach  angedeutet,  am  stärksten  im  Untergesicht, 
dem  kräftig  entwickelten  Kinn  und  dem  breiten 
Mund.  Wegen  der  Wiederholungen  wäre  man  ge- 
neigt, an  ein  bekanntes  Werk  zu  denken,  doch 
sehe  ich  bisher  keine  Möglichkeit  einer  zuver- 
lässigen Entscheidung. 

1190.  Weiblicher  Kopf.  Hoch  0,37  m 
Feinkörniger  weisser  Marmor.  Ergänzt : Nase  und 
Unterlippe.  Zum  Einsetzen  in  eine  Statue  bestimmt. 
Ziemlich  gute  Copie  nach  einem  attischen  Werk 
aus  der  Mitte  dt»  4 Jahrhunderts.  Achnlich,  aber 
künstlerisch  weit  überlegen  ist  der  Kopf  der 


Demeter  von  Knidos,  die  ausserdem  aus  dem  Kreise 
des  Skopas  stammt,  während  unser  Kopf  den 
Werken  de«  Praxiteles  näher  steht;  man  ver- 
gleiche besonders  die  Augen 

1191.  Herme  mit  m ä'n  n 1 ich  ein  Porträt- 
kopf. Hoch  0,65  m.  Feinkörniger,  hellgrauer 
Marmor.  Ergänzt:  Nase  und  unterer  Teil  des  Halses. 
Der  Kopf  sicher  zu  der  Herme  gehörig*;.  Haar 
und  Bart  bestossen.  Herkunft  wie  bei  No.  1178. 

Auf  der  Henne  ist  iu  Flachrelief  eine  Palme 
dargestellt;  das  muss  auf  einen  Sieg  deuten,  den 
der  Dargcstellte  in  einein  Agon  errungen  hat. 
Nach  der  Physiognomie  und  dem  Haar-  und  Bart- 
wuchs des  Kopfes  sind  gymnastische  Agone  aus- 
geschlossen. Die  Palme  aber  lässt  am  ehesten  an 
apollinische  Wettspiele  denken,  so  dass  wir  in 
dem  Porträt  einen  Dichter  oder  Musiker  zu  er- 
kennen hätten. 

Das  capitolinische  Museum  besitzt  ein  andere« 
Bildnis  derselben  Persönlichkeit  (Philosophen- 
zimmer  No.  71).  Der  Kopf  sitzt  ungebrochen  auf 
einer  Hcrmeubiiste ; der  Marmor  ist  feinkörnig  und 
gelblich,  wahrscheinlich  pentclisch;  ergänzt:  die 
Nase.  Der  Kopf  ist  hier  nach  der  r.  Schulter  ge- 
wendet ; die  Modellierung  des  Ganzen  ist  ruhiger, 
weniger  ausdrucksvoll,  aber  feiner. 

Die  Originale  beider  Porträts  müssen  im  Be- 
ginn der  hellenistischen  Zeit  entstanden  sein,  in 
der  dann  vermutlich  auch  die  dargestellte  Persön- 
lichkeit gelebt  hat. 

Das  Simonettische  Exemplar  ist  seither  von 
der  Glyptothek  Ny-Carlsbcrg  angekauft  worden. 

1192.  Männliches  römisches  Porträt. 
Hoch  0,48  in.  Ziemlich  grosskörniger  Marmor  mit 
leichter  graubrauner  Färbung  Ergänzt:  Nasen- 
spitze, Stück  am  Rand  des  r.  Ohrs,  Teil  des  Kinns. 
Der  Kopf  mit  dem  Hals  ist  auf  die  Büste  aufge- 
setzt. Die  Fuge  macht  nicht  den  Eindruck  eines 
Bruches;  da  aber  Kopf  und  Büste  von  gleichem 
Marmor  und  gleicher  Erhaltung  siud,  i»t  an  ihrer 
Zusammengehörigkeit  schwer  zu  zweifeln.  Der 
Unterteil  des  Büstenfusses  fehlt.  Auf  dem  erhal- 
tenen Teil  ist  vorn  eine  Inschrift  weggcraeisselt. 
Auf  die  Frage,  was  dort  gestanden  habe,  giebt 
ein  Stich  vom  Jahre  1650  (loses  Blatt),  auf  den  mich 
Prof.  Helbig  aufmerksam  gemacht  hat,  die  Ant- 
wort. Dort  ist  die  Büste  mit  der  Inschrift  „Ves- 
pasianus“  abgebildet;  dass  diese  nicht  antik  ge- 
wesen sein  kann,  ist  selbstverständlich  Man  hat 

*)  Wie  mir  der  jetzig«  Besitzer  des  Sticke»,  Herr 
Direclor  Dr.  Carl  Jacobsen  in  Kopenhagen,  mitzuteilen  die 
Freundlichkeit  hat,  ist  diese  Angabe  unrichtig  Kopf  und 
Ilcrme  gelmrcn  uiclit  zusammen  (Arndt.) 


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Roin.  Neapel.  Florenz. 


55 

| 


durch  sic  der  Büste  einen  berühmten  Namen  geben 
wollen,  aber  die  Fälschung  konnte  nicht  verbor- 
gen bleiben,  und  die  Inschrift  wurde  entfernt. 

Herkunft  wie  bei  No.  1178.  Dadurch  ist  die 
Möglichkeit  gegeben,  dass  das  Werk  aus  dem 
Osten  stammt,  eine  griechische  Arbeit  ist  und 
keinen  liömer  darstellt  (der  Marmor  ist  nicht 
italisch).  Die  Kntstehungszcit  ist  durch  die  Biisten- 
form  und  die  Art  der  Arbeit  als  die  letzte  Zeit 
der  römischen  Republik  fixiert.  Die  künstlerische 
Ausführung  ist  ganz  hervorragend.  Die  Augäpfel 
sind  leicht  geglättet,  wodurch  der  Blick  etwas 
ausserordentlich  Lebendiges  erhält.  Die  kurz  ge- 
schorenen Haare  sind  durch  kleine  eingepickte 
Linien  dargestellt. 

Das  Stück  ist  seither  in  den  Besitz  des  Herrn 
Directors  Dr.  Jacobson  in  Kopenhagen  überge- 
gangen. Wie  ich  höre,  sind  Zweifel  an  seiner  Echt- 
heit geäussert  worden,  leb  kann  diese  Bedenken 
nach  dem  Eindruck,  dcu  ich  liier  von  dem  Marmor 
erhalten  habe,  nur  für  irrig  halten.*) 

Sgrna.  La  Bella,  Via  venti  settembre. 

(Dort  photographiert;  hat  seither  den  Besitzer  gewechselt.) 

1193.  Statuette  des  sitzenden  Pan.  Hoch 
0,45.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor  (wohl  pen- 
tclisch).  Abgebrochen  das  untere  Ende  der  Syrinx 
Die  Figur  ist  eine  schlechter  gearbeitete,  aber 
vollständiger  erhaltene,  auch  in  der  Grösse  ent- 
sprechende Wiederholung  einer  in  Athen  gefun- 
denen und  befindlichen  (Kentrikon  No.  083;  hei 
uns  No.  70ya;  S.  Reinach,  Report.  II,  p.  69,  3); 
nur  ist  hier  der  Penis  einfach  herabhfingend  ge- 
bildet. Der  Kopf  hat  keine  Hörner.  Die  Herkunft 
des  StÜckea*au.H  Athen  ist  wahrscheinlich. 

Benvenuti,  gegenüber  dem  Hingang  zum 
Palatin. 

1194.  Männliches  hellenistisches  Por- 
trät Hoch  0,45  m Feinkörniger  gelblicher  (pen- 
telischer)  Marmor.  Durch  langes  Liegen  im  Wasser 
sehr  verwaschen.  Eh  fehlt  die  I.  Schulter  und 
das  Brustteil  der  Büste  Da  der  Kopf  mit  Epheu 
bekränzt  ist,  haben  wir  wahrscheinlich  das  Por- 
trät eines  lyrischen  Dichters  vor  uns.  Sonst  könnte 
man  nur  an  einen  Herrscher  denken,  der  sieh  als 
Dionysos  hätte  darstellen  lassen;  doch  würden 
in  diesem  Falle  kaum  die  kurzen  Hörner  fehlen. 
Ganz  vorzügliche  Arbeit,  und  jedenfalls  Origiual. 
Soll,  wie  wir  hören,  seither  in  den  Besitz  des 
Britischen  Museums  gelangt  seiu 

•)  Ich  habe  da»  Original  untersucht  und  halte  cs  fiir 
eine  Arbeit  etwa  des  vorvorigen  Jahrhundert»  (Arndt.) 


1195.  a)  Porträtkopf  des  „Cäsar“.  Hoch 
0,34  ui.  Feinkörniger  weisser  Marmor.  Ergänzt: 
Hals  und  Nase. 

b)  Kopf  eines  bärtigen  Kriegers  aus 
dem  5.  Jahrhundert  v,  Chr.  Hoch  0,37  ni. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor  Ergänzt:  Unter- 
hai» und  r.  Seite  des  Bartes.  Die  Nase  fehlt.  Auch 
sonst  best'issen.  Der  leider  schlecht  erhaltene  Kopf 
entspricht  im  Stil  den  attischen  Werken  aus  der 
Zeit  tie»  Parthenon.  Von  der  Glyptothek  Ny-Carls- 
berg seither  erworben. 

1196.  Kopf  einer  Stadtgöttin.  Hoch0,35m. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor  Ergänzt:  die 
Nasenspitze.  Zum  Einsetzen  in  eine  Statue  be- 
stimmt. 

Der  nicht  reizlose,  aber  iu  »ehr  allgemeinen 
Zügen  gehaltene  Kopf  i*t  nach  einem  Werk  des 
3 Jahrhunderts  copicrt  (Stirnlöckchen)-  Gute 
1 Arbeit. 

Neapel,  Privatbesitz. 

Die  beiden  Aufnahmen,  die  der  Photograph 
Letnbo  hergestellt  hat,  und  die  beuch  reihen  den 
Notizen  verdanken  wir  Herrn  Dr  Pollak. 

1197  und  1198.  Jugendlicher  männlicher 
Torso.  Hoch  0,81  m.  Dunkler  bläulicher,  ziem- 
lich welcher  Kalkstein,  den  man  in  Neapel  Traver- 
tiuo  nennt;  ähnlich  dem  dunklen  Stein  von  Eleusis. 
Im  Hafen  von  Brindisi  im  Wasser  liegend  ge- 
funden Kopf,  Beine  und  Genitalien  abgebrochen. 
Die  Arme  waren  angesetzt.  Im  r.  Armstumpf  zwei 
seitliche  Löcher,  im  1.  eins;  wohl  zur  Befestigung 
der  Arme  dienend. 

Der  Torso  muss  wegen  der  weichen  Behand- 
lung de»  Fleisches  und  speeiell  der  Schamgegeml 
im  4 Jahrhundert  gearbeitet  oder  nach  einem 
I Werke  jener  Zeit  copiert  sein.  Er  scheint  mir  die 
nächste  Verwandtschaft  mit  den  Figuren  zu  haben, 
die  Furtwängler,  Meistcrw.,  p.  583  ff  , zu  einer 
Gruppe  zusammenorduet  und  dem  Eupliranor  zu- 
schreibt. 

Florenz,  Galleria  degli  arazzi. 

1199.  Kopf  der  Kore.  Hoch  0,35  m Gross- 
krystaliinischer  weisser  Marmor.  Ergänzt:  Hinter- 
köpf  mit  fast  dein  ganzen  r.  Ohr,  Vorderteil  der 
Nase  und  Büste.  Der  Oberschädel  ist  besonders 
gearbeitet  und  angestückt.  Sehr  verwaschen. 

Der  Kopf  ist  eine  getreue  Wiederholung  des- 
jenigen, der  zugehörig  auf  der  von  R.  von 
Schneider  (Jahrbuch  des  allerh.  Kaiserh.  1894, 
p 135  ff  , T.  X und  XI)  publicierten  Statue  der 
Kore  in  Wien  aufsitzt  Nur  ist  dort  die  Arbeit  in 
den  Haaren  sehr  viel  sorgfältiger,  an  dem  Floreu- 


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Flore  li  x.  Nachträge. 


f>ti 


tiner  Exemplar  summarischer,  aber  auch  weicher 
Dagegen  ist  der  von  Le  Bas,  Voyage  architi- 
logi<|iie  T.  143,  3 pnblicierte  Kopf  au»  Smyrna 
nicht,  wie  Klein,  Praxiteles  p 367,  Anm.,  angiebt, 
eine  Keplik-,  die  Frisur  stimmt  nicht  überein 
und  der  Kopf  ist  nach  der  anderen  Schulter 
geneigt.  Schneider  meint  am  Schluss  »einer  Aus- 
führungen, es  werde  sich  schwerlich  entscheiden 
lassen,'  ob  das  Original  von  Praxiteles  oder  von 
einem  unmittelbaren  Nachfolger  geschaffen  wor- 
den sei.  Meiner  Meinung  nach  lässt  sich  wenigstens 
sicher  aussprechen,  dass  Praxiteles  der  Urheber 
nicht  gewesen  sein  kann,  denn  die  Züge  der 
beiden  Wiederholungen  des  Kopfes  — man  be- 
achte besonders  die  Augen  — haben  nicht  das 
Geringste  mit  sicher  praxitelischen  Werken  gemein 

1200.  Statuette  einer  Paniskin.  Hoch 
0,97  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt: 
Kopf  und  Hals,  r.  Ann  von  der  Mitte  des  Ober- 
arms abwärts,  I.  Handgelenk,  I.  Zeigefinger,  Künder 
des  Fells,  r.  Bein,  I.  Unterschenkel,  Stamm  und 
Plinthe.  In  dem  Fell  ein  kleines  Panskind  — Die 
Statuetto  ist  erwähnt  bei  Wicscler,  Weibl.  Satyrn 
und  Pane  in  der  Knust  der  Griechen  und  Körner 
(.Göttinger  Gelehrte  Nadir  18!*0)  p,  391  nach 
A.  Hirt,  Bilderbuch  fiir  Mythol , Arch  und  Kunst 
II,  p 163,  der  sie  als  in  der  „Gallerte  zu  Florenz" 
befindlich  anführt.  Wieseler  hielt  sic  für  ver- 
schollen, da  er  sic  in  den  Ullizien  nicht  anffinden 
konnte. 

Keine  hervorragende  Arbeit. 


Nachträge 

{soweit  nicht  besonders  unterzeichnet, 
von  P.  Arndt). 

Kine  Iieihe  unsrer  Aufnahmen  ist  in  Keinachs 
„repertoire  de  la  statuaire“  in  Umrisszeichnungen 
reprodilciert  worden. 

Zu  No.  15:  Vor  dem  Original  habe  ich  mir 
den  Torso  doch  als  Replik  des  sogen.  Narkissos- 
typus  notiert  und  stimme  darin  mit  Furtwängler, 
Meisterw  , p.  463,  Anm.  3,  h überein.  Es  ist  ja 
richtig,  was  Arndt  unter  den  Zusätzen  zu  der 
Nummer  (Serie  I,  2,  S.  17)  bemerkt,  dass  die  I 
Schulter  beim  Mantuaner  Torso  weniger  hoch  ge- 
hoben ist  als  gewöhnlich,  doch  weichen  darin  die 
Repliken  überhaupt  von  e'nander  ab.  Man  vergleiche 
als  Extreme  etwa  die  Karlsruher  und  die  Pariser 
Wiederholung  (Mon  Piot.,  I,  pl.  17).  Der  Copist, 
der  den  Mantuaner  Torso  verfertigte,  hatte,  wie 
der  Augenschein  lehrt,  überhaupt  die  Tendenz, 


die  Stilstrenge  des  Originals  in  der  Formenbchand- 
lung  zu  mildern,  und  diesem  Streben  entsprang 
cs  wohl  auch,  wenn  die  harte  und  eckige  Bewe- 
gung der  I.  Schulter  gedämpft  wurde.  Die  Karls- 
ruher Keplik  verfolgt  ähnliche  Ziele  und  steht 
der  Mantuaner  am  nächsten;  auch  bei  ihr  paart 
sich  weichere,  flüssigere  Formenbehandlung  mit 
Milderung  der  Schulterbewegung.  (Herrmann.' 

Zu  No.  24:  Kjcllberg,  Asklepios  II,  p.  37, 
Anm  ; p.  41. 

Zu  No.  48:  Klein,  Praxiteles  p 394,  Anm.  1. 

Zu  No  49:  Amulung,  Bull  com.  1897,  p.  142, 
Anm.  1 

Zu  No.  54  55:  Studniczka,  Festschrift  für 
Benndorf  p.  169. 

Zu  No  57:  Amelung,  Bull,  com  1897,  p 122, 
Anm.  1. 

Zu  No.  74:  Klein,  Praxiteles  p.  241,  Anm.  1. 

Zu  No.  89  90:  Klein,  Praxiteles  p.  392,  Anm., 
No  3. 

Zu  No.  94  515:  Arndt,  la  glyptotheque  Ny- 
t'arlsberg  p 80. 

Zu  No.  103—105:  Klein,  Praxiteles  p 90, 
Anm.  1 

Zu  No  112:  Klein,  Praxiteles  p.  336,  Anm. 

Zu  No.  121/122:  Kjellberg,  Asklepios  II,  p.  37, 
Anm  ; p.  41. 

Zu  No.  124:  Kjellberg,  Asklepios  II,  p.  19. 

Zu  No  182:  Eine  Keplik  dieser  Heraklcs- 
statue,  mit  ungebrochenem  Kopfo,  habe  ich  un- 
längst für  die  Glyptothek  Ny-Carlsberg  erworben 

Zu  No  133:  Klein,  Praxiteles  p.  309,  Anm., 
No.  5.  Die  ebenda  erwähnte  Statuettenreplik  der 
Sammlung  Despuig  auf  Mallorca  befindet  sieb  jetzt 
in  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg. 

Zu  No.  134:  Amelung  bei  Pauly-Wissowa  s.  V. 
Chlamys  Sp.  2345. 

Zu  No.  145:  Klein,  Praxiteles  p 253,  Anm , 
No.  16. 

Zu  No.  151:  Amelung  bei  Pauly-Wissowa  s v. 
Chiton  Sp.  2322. 

Zu  No  163:  Arndt,  la  glyptotheque  Ny-Carls- 
berg p 71  ff. 

Zu  No.  183  (vgl.  No.  536  und  Nachträge  zu 
Serie  111  unter  No.  183):  Zwei  ähnliche  Statuen  aus 
Aspra  sind  abgcbildet  in  dem  Buche  „sullc  seoperte 
archeologiche  della  cittä  e provincia  di  Koma  negli 
anm  1871.72.  Ketazione  presentata  ....  dalla 
K.  sopraintendenza  degli  seavi  della  provincia 
di  Roma“.  Rom  1873.  Vgl  ferner  Matz-Dulm  812. 

Zu  No  185:  vgl  Clarac  668,  1554  A. 

Zu  No.  194  — 196:  die  Bemerkungen  über  das 
doppelte  Helmiuaterial  an  dem  sogen.  Promachos- 


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Nachträge. 


köpfe  der  Sammlung  Jacoben  sind  unrichtig  ; 
vgl.  Arndt,  glyptoth6que  Ny-Carlaberg,  Text,  p.  68; 
p.  70. 

ZaKo.206und207 : Ich  benutze  die  »ich  bietende 
Gelegenheit,  bezüglich  de»  (»anvmed  au»  Falerone 
in  der  Galeria  dei  candel.  (Helbig,  Führer  I , 3b7) 
zu  constntiercn,  da«»  Knabe  und  Adler  gar  nicht 
zusaiutnengchöreu.  Der  Körper  des  Knaben 
besteht  aus  schönem  p arischen,  der  des  Adlers 
dagegen  aus  einem  ganz  feinkörnigen  Marmor 
Dazu  stimmt,  dass  zwischen  dem  1 Flügel  de» 
Adlers  und  dem  Baumstämme  neben  dem  r.  Bein 
des  Knaben  eine  durchgehende  Lücke  klafft. 
Flügel  und  Stamm  waren  also  niemals  mitein- 
ander verbunden,  haben  nicht  aus  einem  und  dem- 
selben Stück  bestanden,  was  man  doch  als  selbst- 
verständlich annehmen  müsste,  wenn  der  Adler 
ursprünglich  zur  Compositiou  gehörte.  Die  Ver- 
einigung ist  erst  mit  Hilfe  der  modernen  Plinthe 
erfolgt.  Bezüglich  der  Deutung  der  Knabenstatue 
haben  wir  nunmehr  freie  Hand.  Es  kann  natür- 
lich auch  so  Ganymed  gemeint  sein,  doch  kann 
sich  diese  Benennung  nicht  mehr  auf  den  Adler 
stützen  und  hat  keinen  höheren  Wert  als  den 
einer  Hypothese.  Durch  die  Loslösung  des  Adlers 
rückt  die  vaticanischc  Statue  etwas  näher  an  die 
des  Palazzo  Pitti  heran,  wenn  ich  auch  mit  Arndt 
darin  übereinstimme,  dass  wir  nicht  beide  Statuen 
auf  das  gleiche  Original  zurückfnhren  dürfen. 
Das  wird  durch  die  von  Arndt  mit  Recht  betonte 
Verschiedenheit  der  Kopftypen  erwiesen.  Indes 
die  Aehnlichkeit  im  Aufbau  der  beiden  Statuen 
und  im  Bewegnngsmotiv  ist  doch  eine  recht  grosse, 
und  die  Erklärung  ist  für  beide  gewiss  in  der- 
selben Richtung  zu  suchen.  (Herr mann.) 

Zu  No.  211  212:  Artult,  la  glyptotheque  Ny- 
Carlsberg  p 43. 

Zn  No  213—215:  Klein,  Praxiteles  j>.  303,  [ 
Amu.  2. 

Zn  No.  216—218:  Klein,  Praxiteles  p.  251, 
Anm  2,  No.  3. 

Zu  No.  219 — 221  : Das  oberste  Ende  des 
Schlangenstabes  habe  ich  mir  als  antik  notiert, 
das  Stellungsinotiv  ist  also  vorn  Krgänzer  im 
Wesentlichen  richtig  gegeben;  es  kann  nicht,  wie 
Thräraer  bei  Roscher,  Myt hol.  Lex.  I,  Sp.  687,  und 
Amelung,  Führer  durch  die  Antiken  von  Florenz, 
p.  135,  behaupten,  der  Schlangeustab  ursprüng- 
lich unter  die  1 Achsel  gestemmt  gewesen  sein. 

(Uerrmann.) 

Fnrtwängler,  Rhein.  Jahrb.  103,  p.  9.  Nach 
ihm  wie  nach  Amelung  (Führer  No.  188)  hellenis- 
tisch. Ich  sehe  auch  jetzt  noch  keinen  Grund, 


von  meiner  Datierung  der  Statue  in  die  Mitte  de» 
4 Jahrli.  abzuweichen  Vgl  ferner  Kjellberg, 
Asklepios  II,  p.  35  ff. 

Zu  No.  222  225:  Kjellberg,  Asklepios  II, 
p.  29,  Antn.  I.  Klein,  Praxiteles  p.  48,  Anm.  1 

Zu  No.  226:  Furtwänglcr,  griech.  Ortginal- 
statuen  in  Venedig,  p.  288,  Anm.  1. 

Zu  No.  282,233:  Ein  entsprechendes  Kopftuch 
hat  auch  die  sogen.  Brautmutter  auf  dem  Münchner 
Poseidonfrie»  — ein  nicht  unwichtiges  Kriterium  für 
die  Datierung  des  Reliefs.  Vgl.  ferner  Amelung, 
Bull.  com.  1897,  p.  135  f. 

Zu  No.  237—239:  Die  Antiken  der  Sammlung 
Torrigiani  befinden  »ich  zur  Zeit  im  Florentiner 
Kunsthandel. 

Zu  No  243/244:  eine  wohl  auf  dasselbe  Ori- 
ginal wie  die  ludovisische  sogen.  Theseushermc 
znrückgehendc  abbozzierte  Statuette  aus  Athen, 
im  Museo  arqueolögico  nacional  in  Madrid,  No. 

1 2729,  wird  in  Serie  V veröffentlicht  werden.  Mau 
vgl.  auch  die  Bemerkungen  1*.  Herrinanns  zu  dem 
j Dresdner  Torso,  Arch.  Anz.  1894,  p.  169,  und 
| denselben  in  den  Athen.  Mitt  d.  J.  1891,  p.  324. 

Zu  No.  252  253:  Arndt,  la  glyptotlu’quc  Ny- 
Garl»bcrg  p.  22  und  p.  62. 

Zu  No.  257:  Klein,  Praxiteles  p.  64,  Antn.  1. 

Zu  No.  269:  Klein,  Praxiteles  p.  174,  Anm.  I. 

Zu  No.  272:  Kjellberg,  Asklepios  11,  p.  14, 
Amu  ; p.  20. 

Zu  No  277'78:  Der  Kopf  ist,  wie  ich  mich 
vor  dem  Original  überzeugen  konnte,  dennoch 
eine  Replik  de»  Melcager,  allerdings  eine  hervor- 
ragend schlechte.  (Amelung.) 

Klein,  Praxiteles  p.  394,  Anm  1. 

Zu  No.  280:  Klein,  Praxiteles  p.  63,  Amu.  2; 
p.  64,  Antn.  1. 

Zu  No.  285:  Kjellberg,  Asklepios  II,  p.  23, 
Anm  4;  p.  24,  Amn.  5;  p.  27,  Anm.;  p.  31. 

Zu  No.  292:  Klein,  Praxiteles  p.  163,  Anm., 
Nu.  4. 

Zu  No  294:  Klein,  Praxiteles  p.  866,  Anm., 
No.  6. 

Zu  No.  295 : Eine  weitere,  ungenauere  Replik 
bei  Keinach,  Bronze«  fignres  p.  244,  No.  29.  — 
Kjellberg,  Asklepios  II,  p.  16  f. 

Zu  No.  296:  Furtwänglcr,  griech.  Origiual- 
statuen  p.  307  ff. 

Zu  No.  306:  Kjellberg,  Asklepios  II,  p.  16, 
Anm.  1. 

Zu  No.  312,313:  Arndt,  la  glyptotheque  Ny- 
Carlsberg  p.  44. 

Zu  No.  316:  Vor  dem  Original  hatte  ich  den 
Eindruck,  als  ob  die  Stellung  des  I.  Unterschenkels 


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Nachträge. 


;>s 


vom  F>gänzer  nicht  ganz  richtig  getroffen  sei. 
Die  Lage  der  Muskeln  am  Knie  und  der  erhaltene 
liest  des  Schienbeines  deuten,  glanbe  ich,  daran!' 
hin,  dass  der  Unterschenkel  etwas  stärker  zuoiok- 
gesetzt  und  dementsprechend  die  Ferse  des  Kusses 
leicht  gehoben  war.  Ks  würde  sich  dann  eine 
stärkere  Anlehnung  an  Polykletischcs  ergeben, 
als  es  bei  der  jetzigen  Ergänzung  scheint  Und 
wie  sollen  sich  zu  dem  im  Text  als  Vorbild  |HWtu- 
lierten  älteren  pcloponnesischen  Canon  die  stark 
gesenkte  r.  und  das  Vorwerfen  der  I.  Schulter 
verhalten,  die  schon  ein  lebhaft  rhythmisch  be- 
wegtes Standmotiv  ergeben?  Die  Statue  wird  also 
doch  dem  4 Jahrhundert  angeboren,  wohin  die 
Eormcnbehandlung  sie  verweist,  und  steht,  wie 
gewisse  Skopasische  und  Praxitelische  Motive,  zu 
Poiykleli  chen  Vorbildern,  nicht  zu  denen  der 
älteren  Peloponneaichen  Schule  in  einem  Abhäugig- 
kcitaverhältnis.  Die  Zusammenstellung  mit  dem 
sogen.  Adonis  des  Gabln,  delle  tnasch.  und  seiner 
Sippe  kann  ich  nicht  für  richtig  halten. 

(llerrmann) 

Ich  habe  die  Figur  mit  Entschiedenheit  dem 
4 , nicht  dem  5.  Jahrhundert  zugeschrleben,  wie 
es  nach  Obigem  scheinen  könnte.  Wenn  ea  auch 
richtig  sein  nag,  dass  der  I.  F’u-s  ursprünglich 
etwas  weiter  zurückgesetzt  war,  so  kann  das  doch 
nicht  in  der  polyklctischcn  Weise  gewesen  sein, 
solidem  etwa  in  der  Art  des  Dionysos  aus  der 
lladriansvilla.  Die  Senkung  der  r.  Schulter  ist 
nicht  stärker  als  die  der  linken  am  Stephanus- 
Jüngling,  und  von  einem  »Vorwerfen*  der  I. 
Schulter  kann  wohl  gar  nicht  die  Rede  «eiu.  Die 
Figur  scheint  mir  wirklich  in  den  vom  pclopomie- 
sischcn  Canon  abhängigen  Kreis  zu  gehören. 

(Amclnng.) 

Zu  No.  323:  Klein,  Praxiteles  p.  131,  Anm.  1 

Zu  No  334:  Amelung  bei  I’auly-Wissowa 
s v.  Chiton  Sp.  2317. 

Zu  No.  835 : Klein,  Praxiteles  p.  162,  Amu  1, 
No  4. 

Zu  No.  337:  Klein,  Praxiteles  p.  311,  Anm., 
No.  13;  p.  344,  Anm.  I 

Zn  No.  340:  Klein,  Praxiteles  p.  122,  Amu., 
No.  5;  p.  164,  Anm.,  No.  10. 

Zu  No.  341:  Klein,  Praxiteles  p .390,  Anm.  1, 
No.  11. 

Zu  No.  342:  Klein,  Praxiteles  p.  126,  Anm.  1. 

Zu  No.  346:  Klein,  Praxiteles  p 402,  Anm.  1. 

Zu  No.  354:  Kjellberg,  Asklepios  II,  p.  14, 
Anm  ; p.  18. 

Zu  No.  357:  Klein,  Praxiteles  p.  364,  Anm.  2, 
No.  7. 


Zu  No.  368|369:  zwei  woitcre  Wiederholungen 
des  Typus,  die  eine  in  Nitucs,  Maison  carree 
No.  18,  die  andere  in  Madrid,  Prado,  Hübner  150, 
werden  in  Serie  V veröffentlicht  werden. 

Zu  Serie  II,  p.  24,  »polyklelischc  Statue“ : 
jetzt  publ.  von  Hienkowski  in  der  Festschrift 
f.  ltonndorf  p.  117  ff  und  Taf.  V. 

Zu  No.  385:  Die  Darstellung  dieser  Gruppe 
war  — in  Beschränkung  auf  die  3 vorderen 
Figuren  — auf  einem  späten  römischen  Relief 
wiedergegeben,  von  dem  sich  nur  die  r.  untere 
Erke  erhalten  hat  Das  Fragment  ist  im  Giardino 
della  Pigna  des  Vatiean  cingcmaucrt  und  in  der 
Beschreibung  d.  St.  R.  II  p 107  No.  12  als  »Herakles 
vielleicht  mit  einer  llesperido*  erwähnt.  Erhalten 
ist  das  I.  Bein  des  Herakles,  von  dem  F'ell  die 
herabhängende  Tatze  und  das  Schwänzende  (die, 
Keule  ist  hier  nicht  dargestellt;;  dann  die  nach 
rechts  entweichende  Genossin  der  Auge  mit  er- 
schrocken erhobenem  Antlitz;  die  r.  Hand  ist  bis 
zur  Scliulterhiilic  erhoben  (hier  hat  also  der  F.r- 
gänzer  der  Gruppe  nicht  das  Richtige  getroffen); 
hinter  und  Uber  der  F’igur  ein  Baumstamm.  Das 
Relief  war  von  einem  einfachen  Profil  umrahmt, 
auf  das  die  Küsse  der  Personen  (lbergrcifeu 

(Amelung.) 

Zu  No.  395:  eine  weitere  Replik  bei  Reinach, 
rOpertoire  399,  6. 

Zu  No.  398/399:  Arndt,  la  glyptothtque  Ny- 
Carlsberg  p.  75. 

Zn  No.  406— 408.  F'ttr  die  Felltracht  vergleiche 
die  Statue  im  Hofe  des  Palazzo  Altcmps  in  Rom, 
Matz-Duhn  No.  512,  Photogr.  des  Röm.  Inst. 
No.  289—91,  wo  mir  die  Charakterisierung  des 
Felles  als  dasjenige  eines  Schweines  besonders 
deutlich  erschien.  Zwar  ist  daran  ergänzt  — Obcr- 
und  Unterkiefer  bestellen  aus  Gips  — , aber  es 
waren  doch  wohl  antike  Reste,  Brnclifiächen  oder 
dergleichen  erhalten,  welche  die  Ergänzung  des 
Tierkopfes  zu  dem  eines  Schweines  nahe  legten; 
allein  wäre  ein  Krgäuzcr  wohl  kaum  auf  diese 
sonst  bo  feni  liegende  Charakterisierung  verfallen. 
Vgl.  auch  die  F’urm  des  I.,  auf  dem  Grunde  an- 
liegenden Ohres.  Dadurch  gewinnt  die  im  Texte 
gegebene  Bezeichnung  des  gleichen  Attributes  bei 
der  capitolinischen  Statue  an  Wahrscheinlichkeit, 
tiud  diu  Deutung  der  so  charakterisierten  Statuen 
auf  Demeter  liegt  dann  wold  am  nächsten.  Die 
Trauben  iin  Haar  mul  in  der  I.  Hand  der  Statue 
Altcmps,  welche  gegen  diese  Deutung  zu  sprechen 
scheinen,  sind,  letztere  sicher,  crstcrc  sehr  wahr- 
scheinlich modern;  ich  zweifle  sogar  sehr  stark, 
ob  der  antike,  aller  mit  glatter  Schnittfläche  auf- 


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Nachträge. 


69 


sitzende  Kopf  zur  Statue  gehört:  die  Stillste» 
rung  des  Haares  in  den  .Seitenlocken  des  Halses 
ist  eine  andere,  weniger  präcise  und  ängstlich 
sorgfältige  als  in  den  Haarwellen  um  die  Stirn. 
Eine  merkwürdige,  aber  wohl  zufällige  lieber- 
einstiinnmng  ist  die  fast  gleiche  und  gleich  unver- 
ständliche Anordnung  des  Gewandes  auf  dem  Ober- 
körper Die  Entstehungszeit  der  Originale  beider 
Statuen  ist  annähernd  die  gleiche,  doch  steht  die 
capitoliniscbe  den  Gewohnheiten  des  strengen 
Stiles  noch  näher  ln  der  Auffassung  und  im 
Formen  vortrag  weichen  beide  stark  voneinander 
ab  und  lassen  die  Schöpfungen  zweier  durchaus 
individuell  und  sehr  verschieden  veranlagter  Künst- 
ler erkennen.  (Herrmann.) 

Das  Schweinsfell  ist  im  dionysischen  Kreise 
nicht  ohne  Beispiel;  es  findet  sich  an  einem  sehr  ver- 
breiteten Satyrtypus  (x.  B.  Clarac  706,  1686;  712, 
1694;  716  B,  1673  A u.  sonst).  Die  Statue  stellt 
eine  Bakehantin  oder  Ariadne  selbst  dar.  Vgl. 
übrigens  zu  der  Figur  iin  eapit.  Museum  llelbig, 
Führer*  No.  436.  (Amelung.) 

Zu  No.  409  u.  410:  Der  Kopf  der  Neapeler 
Hermaphroditen-Statuette  (er  ist  gebrochen,  aber 
nach  Marmor  und  Erhaltung  zweifellos  zugehörig] 
hat  S p i t z o h r e n Es  ist  das  eines  der  deutlichsten 
Indicien  für  die  Einmischung  des  Hermaphroditen 
in  dm  dionysischen  Kreis.  (Amelung.) 

Zu  No.  427/428:  der  dort  erwähnte  Kopf  des 
athenischen  Nationalmuseums  trägt  die  No.  65 
(wird  in  Serie  V publiciert  werden).  Er  hat  nichts 
mit  den  dort  besprochenen  Typen  zu  thun.  — 
Zur  Zeitbestimmung  dieser  Typen  ist  der  Kopf 
der  mittleren  Charite  des  Sokrates- Reliefs  zu  vgl. 
(siehe  auch  No.  1036). 

Zn  No  420/430:  Ich  notierte  mir  ein  Stück  der 
Rollbinde  über  dein  r.  Ohr  als  antik.  Dann  wird 
man  von  einer  Replik  des  bekannten  Skopasischen 
Herakiestypus  im  eigentlichen  Sinne  kaum  reden 
dürfen,  es  handelt  sich  nur  um  ein  stilistisch  und 
zeitlich  verwandtes  Werk.  (Herruiann) 

Zu  Nu.  433/434.  Der  Kopf  sitzt  allerdings 
geradeaus  gerichtet  auf  der  Herme,  doch  scheint 
ursprünglich  eine  Wendung  desselben,  und  zwar 
nach  der  r.  Schulter  intendiert  gewesen  zu  sein, 
die  der  Copist  nur  nicht  durchgeftthrt  hat.  Denn 
die  1.  Schulter  ist  gegen  die  r.  beträchtlich  zurück- 
genommen, d.  h.  sic  weicht  gegen  die  beiden  paral- 
lelen Achsen,  welche  durch  den  vorderen  Rand 
der  Herme  und  die  Verbindungslinie  der  ausseren 
Augenwinkel  gebildet  werden,  stark  nach  hinten 
aus.  Damit  wollte  der  Copist  wohl  eine  Wendung 
des  Kopfes  nach  der  r.  Schulter  bin  amieuten, 


die  er  in  der  Bewegung  des  Halses  durchzuführen 
versäumt  hat.  Wir  finden  dann  auch  hier  die  bei 
Hcnnencopien  häufiger  zu  beobachtende  Erschei- 
I nung,  dass  die  Copisten  in  der  Stellung  des  Kopfes 
| frei  und  ohne  genauen  Anschluss  an  die  Original- 
Cüiuposition  verfuhren.  — Das  Gorgoneion  auf 
dem  Stirnschirm  des  Heimes  ist  doch,  wie  bei 
dem  Neapeler  Exemplar,  mit  herausgestreckter 
Zunge  gebildet,*)  nur  hat  auch  hier  der  Copist  seine 
Absicht  mehr  flüchtig  angedeutet,  als  streng  durch- 
geführt. Auf  der  Fläche  der  Unterlippe  heben  sich 
zwei  vertiefte,  nach  unten  convergicrende  Striche 
ah,  die  kaum  anders  erklärt  werden  können,  denn 
als  die  Ränder  der  herausgestreckten  Zunge. 

(Herrmann.) 

Klein,  Praxiteles  p.  100. 

Zu  No.  435,436:  Arndt,  la  glvptotbeipie  Ny- 
Carlsberg  p.  73. 

Zu  No.  439,440:  Der  Kopf  ist,  wie  Hclbig  I* 
No. 498  mit  Recht  angiebt,  mit  Diadem  und  Binde 
geschmückt,**)  und  als  einen  Teil  dieser  Binde,  nicht 
als  Haarsträhne  fasse  ich  die  über  dem  Diadem 
! jederscit*  eiuporstehende  Schleife,  die  mit  den 
! hinter  den  Ohren  herabhängenden  Bindenenden 
unverkennbar  in  Zusammenhang  steht,  auch  deut- 
lich als  aus  Stoff  bestehend  behandelt  ist.  Wie 
und  wo  Diadem  und  Binde  zusamnienstossen,  lässt 
sich  freilich  nicht  erkennen.  (Herrmann.) 

Zu  No  443/444:  eine  dritte  Replik,  in  Madrid, 
Prado,  Hübner  155,  wird  in  Serie  V veröffentlicht 
werden. 

Zu  No.  446-448:  Furtwängler,  Sammlung 
Somzee,  Text,  p.  54. 

Zu  No.  450/51 : Dieser  Athena-Kopf  scheint  mir 
eine  verfeinerte  Entwicklung  des  Stiles  zu  repräsen- 
tieren, den  wir  in  den  olympischen  Tempelsculp- 
turen,  oder  specleller  in  dem  Knabenkopf  von 
der  Akropolis  finden,  der  mit  jenen  so  eng 
verwandt  ist  iKpliem.  arch.  1888,  pin.  2).  Be- 
sonders ähnlich  ist  die  Bildung  der  Augen  und 
des  Mundes.  Durch  beiderseits  übereinstimmende 
Züge,  wie  die  hohe  Lage  der  Brauen,  die 
flache,  noch  archaische  Bildung  der  Augen, 
der  Lider  und  ihrer  Umgebung,  sowie  durch  die 
breite,  wenig  modellierte  Form  der  Lippen,  die 
ein  sehr  feiner  Contur  umzieht,  und  schliesslich 
durch  die  weiche  Bildung  der  Wangen  und  des 
zarten  gerundeten  Kinnes  wird  in  beiden  Fällen 
der  gleiche  Ausdruck  einer  bescheidenen,  etwas 
blöden  Liebenswürdigkeit  erreicht.  (Amelung.) 

•)  Ko  »ucli  nach  Mitteilung  Klerekhig« 

■•)  So  such  imch  Hiorckinga  Untorsucbuug 


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Nachträge. 


(50 


Furtwängler,  griceh.  Originalstatuen  in 
Venedig  p.  285,  Anm.  1. 

Kine  Heplik  de»  Kopfes  in  Madrid,  Prado, 
Hübner  124,  wird  in  Serie  V veröffentlicht  werden. 

Zu  No.  457/458:  eine  weitere  Heplik  der 
Demeter  im  Salone  de»  Capitol,  die  »ich  im  Prado 
in  Madrid  befindet  Hübner  42),  wird  in  Serie  V 
veröffentlicht  werden.  — Klein,  Praxiteles  p.  02, 
Anm.  2. 

Zu  No.  459/401 ; Noch  ehe  ich  Arndts  im  Texte 
angedeutete  Zweifel  wegen  der  Zugehörigkeit  des 
Kopfe«  zur  Statue  gelesen  hatte,  notierte  ich  mir 
vor  dem  Original  die  nachfolgenden  Beobach- 
tungen: Die  äusseren  Umstände  sprechen  nicht 
nur  nicht  für  eine  Zusammengehörigkeit  von  Kopf 
und  Statue,  sondern  lassen  im  Gegenteil  Bedenken 
nufkommen.  Der  Kopf  sitzt  nicht  mit  Bruch,  sondern 
mit  Schnitt  auf,  und  es  ist  zwischen  beide  Schnitt- 
flächen wenigstens  vorn  du  Stück  Marmor  ein- 
geschoben. Ferner  muss  der  Kopf,  der  ursprüng- 
lich aufdercapitolinischen  Statue  sasa,  eine  andere 
Richtung  gehabt,  er  kann  nicht  geradeaus  geblickt 
haben.  Die  auf  dem  Torso  erhaltenen  Enden  der 
Hängelocken  fallen  auf  der  r.  Seite  des  Halses 
beträchtlich  weiter  nach  vorn,  als  auf  der  I., 
sie  nehmen  genau  dieselbe  Lage  ein,  wie  bei  dem 
(•asseier  Apollon,  und  es  ergiebt  sieh  daraus  mit 
Notwendigkeit,  dass  wie  dort  auch  bei  der  capito- 
linischen  Statue  der  Kopf  ursprünglich  eine  aus- 
gesprochene Wendung  nach  der  1.  Schulter  hin 
machte,  welche  den  unsymmetrischen  Fall  der 
Hängelocken  bedingte.  Hätte  der  Kopf,  wie  es 
bei  der  jetzigen  Zusammensetzung  der  Fall  ist, 
auch  ursprünglich  geradeaus  blickend  auf  den 
Schultern  gesessen,  so  wäre  diese  Anomalie  un- 
erklärlich, bei  einer  solchen  Haltung  des  Kopfes 
würden  vielmehr  die  Locken  aut  beiden  Seiten 
ganz,  gleichmässig  angeorduet  gewesen  sein.  Wollte 
mau  aber  detu  jetzt  auf  der  Statue  sitzenden  Kopf 
die  durch  die  Lockenenden  des  Torso  angezeigte 
Wendung  geben,  so  würden  sich  die  an  seinem 
Halse  herabhängenden  Hängelocken  mit  den  auf 
der  Brust  der  Statue  erhaltenen  Spitzen  nicht 
organisch  verbunden  haben;  um  diese  Verbindung 
herzustellen,  war  man  vielmehr  gezwungen,  den 
Kopf  gerade  auf  die  Schultern  zu  setzen,  damit 
die  vorderste  Locke  des  Halses  auf  die  erste  des 
Torso  traf.  Die  Folge  aber  war,  dass  nun  dem 
unsymmetrischen  Fall  der  Lockenenden  am  Torso 
nicht  Rechnung  getragen  werden  konnte,  und  es 
erscheint  mir  deshalb  ganz  ausgeschlossen,  dass 
der  jetzt  auf  der  Statue  sitzende  Kopf  ursprüng- 
lich zu  dieser  gehörte.  Es  kommt  hinzu,  dass  in 


der  Farbe  der  Marmor  des  Kopfes  von  dem  des 
Torso  nicht  unbeträchtlich  abweicht:  indess  das 
könnte  an  dem  verschiedenen  Grade  der  Reini- 
gung, bezw.  Ueherarbcitung  liegen,  welcher  Kopf 
wie  Torso,  vielleicht  zu  verschiedenen  Zeiten  und 
von  verschiedenen  Händen,  unterzogen  wurden, 
wenngleich  es  am  wahrscheinlichsten  scheinen 
muss,  dass  diese  Reinigung  nach  der  Zusammen- 
setzung beider  Theile  erfolgte.  Ob  auch  im  Korn 
des  Marmors  ein  Unterschied  vorliegt,  konnte  ich 
von  unten  nicht  entscheiden. 

So  weit  meine  Notizen  an  Ort  und  Stelle,  die 
ich  Angesichts  der  auch  von  Arndt  oben  im  Text 
geäusserten  Zweifel  nicht  unterdrücken  zu  sollen 
glaubte.  Ich  bin  also  überzeugt,  dass  bei  der  capi- 
tolinisclien  Statue  Kopf  und  Torso  nicht  zusammen- 
gehören,  dass  vielmehr  letzterer  einfach  von  einer 
Replik  des  (.‘asseler  Apollon  stammt,  mit  dem  be- 
reits Furtwängler,  Meisterw.,  p.  77,  Anm.  5,  und 
danach  Arndt  oben  in»  Tost  eine  vollständige 
Uebereinstiummng  constatiert  haben  Auf  den 
gleichen  Fall  der  Lockenenden  auf  der  Brust  habe 
ich  oben  schon  hinge  wiesen  Dem  steht  nun  freilich 
die  von  Arndt  mitgeteilte  briefliche  Notiz  Uetersens 
entgegen,  «lass  bei  der  Capitolinischen  Statue  der 
Kopf  zum  Torso  gehöre  „wegen  der  zum  Teil 
auch  hinten  antiken  Lockenenden“.  Ich  habe  das 
am  Original  von  unten  nicht  entscheiden  können. 
Die  Profilaufnahme  des  Kopfe«  No.  461  (Instituts- 
Photogr.  No.  249)  zeigt,  dass  an  der  r.  Seite  des 
Halses  mit  Ausnahme  der  beiden  vordersten  keine 
Isockenspitzen  am  Torso  erhalten  sind;  über  einen 
Lockenwulst  im  Rücken  wage  ich  auf  Grund  der 
Photographie  keine  Entscheidung.  Angesichts  der 
oben  ausgeführten  Bedenken,  welche  mir  eine 
Zusammengehörigkeit  von  Kopf  und  Torso  geradezu 
auszuscb  Hessen  scheinen,  möchte  ich  vorläufig  mit 
der  Möglichkeit  rechnen,  dass  Petersens  brieflich  ge- 
äus&erte  Angaben  auf  einem  .Sehfehler  beruhen. 
(Vgl.  aber  auch  unten  die  Bemerkungen  zu  No.  507 
ii  508).  Für  den  auf  der  capitolinischen  Statue 
sitzenden  Kopf  scheint  mir  die  von  Furtwängler 
a.  a.  0.  hervorgehobene  Verwandtschaft  mit  dem  dt» 
wagen  besteigenden  Jünglings  im  Conservatoren- 
palast  besonders  augenfällig.  Seine  Bedeutung 
wird  etwa  in  derselben  Richtung  zu  suchen 
sein,  wie  die  der  capitolinischen  Herme  E.-V. 
No.  441  und  442,  die  Furtwängler,  Meisterw., 
p.  84  auch  stilistisch  mit  Recht  zur  Vergleichung 
heranzieht.  (lierrmann.) 

Die  ganzen  Lockenenden  bis  auf  die  der 
•Schultcrlocken  sind  aus  Gyps,  ohne  dass  Marmor- 
rote  darunter  liegen;  der  Marmor  des  Kopfes  ist 


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Nachträge.  fi] 


anders  als  der  de»  Körper»  (an  erstem»  sicht  inan 
die  einzelnen  Kry stalle,  an  letzterem  nicht).  Beide 
Thatsachen  schlicssen  die  Zugehörigkeit  de»  Kopfes 
ziiin  Körper  aus.  Dieser  stimmt  fast  ganz,  aber 
nicht  vollständig  mit  dem  des  Kasseler  Apoll 
überein;  das  Knie  des  Spielbeins  tritt  etwas  weiter 
vor;  dadurch  ergeben  sich  weitere  Abweichungen 
auf  dieser  Körperseite.  Die  Formen  sind  etwas 
voller.  Der  Kopf  scheint  mir  mit  dem  des  Wagen- 
Icnkers  im  Cons  -Pal.  wenig  Verwandtschaft  zu 
haben.  Er  ist  von  dem  des  Thermen- Apollons 
nicht  zu  trennen.  (Amelung.) 

Klein,  Praxiteles  p.  61,  Anin  1. 

Zu  No.  468/469:  Was  im  Text  als  «kreis- 
runde Scheibe  (?)  im  Haare  neben  dem  r.  Auge“ 
bezeichnet  ist,  ist  keine  solche,  vielmehr  einfach 
ein  in  der  Form  etwas  rundlich  ausgefallenes 
Ephcublatt,  de  sen  von  oben  herabkommender 
Stiel  in  den  Locken  am  Original  deutlich  zu  er- 
kennen ist.*)  (Herr  mann) 

Zu  No.  472:  Amelung  bei  Patily- W isso  wa 
s.  v.  Chiton  Sp.  2320 

Zu  No  473:  Es  schien  mir  vor  dem  Original 
nicht  ausgeschlossen,  dass  der  Kopf  trotz  «1er  vor- 
trefflichen Erhaltung  antik  sei,  allerdings  stark  ge- 
putzt und  überarbeitet  Ergänzt  ist  an  dem  Kopfe 
sicher  die  obere  Korytube  links.  — Das  Tier- 
fell sieht,  nach  dem  gehörnten  Kopf  mit  dem 
breiten  Maul  zu  urteilen,  am  meisten  wie  das 
eine«  Kalbes  aus,  jedenfalls  ist  es  nicht  vom  Bock, 
wie  man  erwarten  könnte.  (Uerrutann.) 

Zu  No.  485:  Es  ist  von  Kopf  und  Gesicht  ein  so 
charakteristischer  Teil  erhalten  wie  der  Mund, 
und  diesen  mit  seinen  weichen, sch  wellenden  Formen, 
«len  stark  geschwungenen  und  reich  belebten  Poli- 
turen seiner  Lippen  wird  man  sich  schwer  im 
Kreise  des  Pheidias  entstanden  denken  Auch  die 
Art,  wie  der  Kopf  auf  den  Schultern  sitzt  und 
sich  leicht  und  frei,  ohne  jede  Gebundenheit,  auf 
dem  Halse  bewegt,  weisen  auf  eine  jüngere  Zeit 
und  enthalten  Im  Keime  bereits  «las  später,  z.  B. 
bei  dem  Frauenkopf  vom  Siitlabhange  der  Akro- 
polis, zu  höchster  Ausdrucksfähigkeit  gesteigerte 
pathetische  Bewegungsmotiv  «ies  Skopas.  Das 
Standmotiv  mit  dem  fast  gestreckten,  zur  Seite 
gesetzten  Spielbein,  dessen  Ergänzung  mir  in» 
Wesentlichen  richtig  getroffen  schien,  bedeutet 
g«‘gcnüber  der  gebundenen  Strenge,  wie  sie  z B. 
«ler  Phidiasische  Diadumenos  Farnese  noch  auf- 
weist,  einen  Fortschritt  zu  grösserer  Freiheit  und 
findet  seine  nächste  Parallele  am  Herakh's  Lans- 

*)  So  auch  K I c v *•  k hi  k 


downe.  Diese  Gründe,  zu  denen  endlich  noch  «lie 
flockige  Behandlung  des  Bartflaumes  auf  der 
I.  Wange  und  der  Schamhaare  hinzukommt, scheinen 
mir  genügend,  oder  vielmehr  zwingend,  die  Borghe- 
sisclie  Statue  aus  dem  Pheidinsischen  Kreise  heraus- 
zulüseu  und  sie  vielmehr  der  Reihe  derjenigen 
Werke  anzuschliessen,  welche,  um  den  schon  ge- 
nannten Herakles  Lansdowne  gruppiert,  die  charak- 
teristischen Züge  der  Kunst  des  jungen  Skopas  ver- 
raten. (Herr  mann.) 

Arndt,  la  glyptothe«|Uc  Ny-Carlaberg  p.  43. 

Zu  No.  4H8:  Der  Kopf  gehört  nicht  in  die  erste 
Hälfte  de»  4.,  sondern  entschieden  ins  5.  Jahrhun- 
dert, letztes  Drittel  desselben.  Diellaiibentracht,die 
Anordnung  und  Behandlung  der  sichtbaren  Haar- 
partien, die  grossen,  weitgeöffneten  Augen,  die 
überall  hervortretende  Strenge  der  Formenbeband- 
I lung  erweisen  das  zur  Evidenz.  Zu  der  Statue, 

| deren  Typus  eine  viel  spätere  Eutstehiingszeit 
j verrät,  kann  «ler  Kopf  keinesfalls  zu  gehören. 

(Hermann.) 

Der  Kopf  gehört  in  die  Reihe  der  mit  der 
Venus  Genetrix  verwandten  Werke 

( A in  e I u n g.) 

Zu  No.  489:  Zu  der  vat iranischen  Statuette  «ler 
sogen.  Nemesis  (Galleria  dei  t'amlelabri,  No.  224) 

| benütze  ich  die  Gelegenheit,  Folgendes  zu  bemerken : 

| Der  Kopf  sitzt  nicht  nur  mit  Schnitt  auf,  sondern 
es  ist  zwischen  ihn  and  «len  Torso  ein  Stück  des 
Halses  modern  eingeschoben.  Er  gehört  aber  auf 
keinen  Fall  zur  Statue,  weil  er  überhaupt  nicht 
weiblich  ist.  sondern  einen  Knaben  «lai stellt, 
wenigstens  die  antiken  Teile  Denn  antik  ist  nur 
die  vordere  Hälfte  des  Kopfes,  etwa  bis  in  die 
Gegen«!  der  Ohren.  Der  Hinterkopf  ist  modern 
angesetzt.  Man  kann  deutlich  auf  dem  Schädel 
«lie  verticale  Schnittfug«:  verfolgen.  An  dem  an- 
tiken Gesichtsteil  nun  ist  die  Anordnung  der  Haare 
durchaus  knabenhaft  Feber  der  Stirnmitte  weichen 
sie  in  zwei  symmetrischen  Löckchen  auseinander, 
weiter  nach  hinten  zu  ist  das  Haar  in  herab- 
hängend«:  Locken  mit  aufgerollten  Spitzen  ge- 
gliedert, über  Schläfen  und  Ohren  in  zwei  paral- 
I leien  Reihen  übereinander.  Von  den  Ohren  an 
wird  die  Frisur  weiblich,  aber  das  ist  eben  Alles 
i modern,  einschliesslich  der  seitlich  des  Halses 
! hcrabhüiigemlcn  Locken,  «lie  rein  äuaserlicl»  und 
| schematisch  mit  den  horizontalen  Haarwellen  ver- 
I hundeu  sind  Der  Typus  des  Knabenkopfes  mit 
[ seinem  Lockenschmuck  erinnert  mich  am  meisteii 
an  den  Jüngling  der  Madrider  Doppelherme, 
j Furtwängler,  M eist  er  w.,  p.  99,  Fig.  12,  den  Furt- 
' wäuglera.  a.  0 , p.  101,  auf  einen  Eros  des  Pbei- 


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62 


Nachträge. 


dlas  ziirilckfillircn  möchte,  wenn  auch  die  Strenge 
der  Formenbcliandlung  bei  dem  vaticaniachen 
Köpfchen  sehr  verflacht,  allenfalls  noch  in  der 
Zeichnung  des  Mundes  zu  spüren  ist  Von  den 
secVs  Repliken  der  sogen  Nemesis,  die  Arndt  auf- 
führt,  würde  somit  nicht  eine  den  ursprünglichen  j 
Kopf  bewahrt  haben,  wenn  nicht  vielleicht  doch  | 
der  Kopf  des  Borghesischen  Exemplars  zugehörig  1 
ist,  was  M.-D.  mit  aller  Bestimmtheit  behaupten, 
was  ich  selbst  mir  aber  vor  dem  Original  als 
ziemlich  zweifelhaft  notierte  Uebrigens  kann  ich 
zu  den  sechs  Repliken  Arndts  noch  eine  siebente, 
leider  ebenfalls  kopflose,  hiuzulUgeii:  sie  ist  als 
.Ariadne“  ergänzt  und  mit  Dionysos  zusammen- 
gestellt in  einer  Gruppe  des  Berliner  Museums, 
No  93,  abgeb.  Beschreib,  der  ant  Seulpt , p.  31. 
Dass  die  Gruppierung  der  beiden  Figuren  der 
Phantasie  des  modernen  Krgänzcrs  entsprungen, 
giebt  der  Berliner  Katalog  an  Nicht  erkannt, 
wenigstens  nicht  erwähnt  ist  aber  die  ursprüng- 
liche Bedeutung  der  weiblichen  Figur  Ks  ist  eine 
Replik  der  sogen.  Nemesis,  bei  der  das  ursprüng- 
liche Motiv  durch  moderne  Ergänzung  und  Eeber- 
arheitung,  welcher  z.  B.  das  charakteristische 
Detail  des  aufgehobenen  Gewandzipfcls  zum  Opfer 
gefallen,  verdunkelt  ist.  (Herr mann.) 

Der  Kopf  ist  in  der  Tbat  eine  Replik  des 
Madrider  .Eros“.  Der  Hinterkopf  ist  nicht 
modern,  aber  vollständig  überarbeitet;  ergänzt 
sind  nur  die  Teile  mit  den  Haarschleifen. 

(Atnelung.) 

Zu  No.  494:  Den  Kopf  der  Statue  habe  ich 
durchaus  für  antik  gehalten  Die  Gründe,  die  Arndt 
— abgesehen  vom  Augenschein  dafür  anführt, 
scheinen  mir  durchschlagend  Ob  der  Kopf  ur- 
sprünglich zur  Statue  gehörte,  darüber  bin  ich 
zu  einer  Entscheidung  nicht  gekommen;  aber  wahr- 
scheinlich schien  mir  auch  das.  Für  den  Kopftypus 
ist  ausser  dem  von  Arndt  genannten  Berliner  ein 
Koloesalkopf  im  Magazzinu  arclieologieo  (Orto 
botanico)  auf  dem  Caelitis  heranzuziehen  (s.  Helbig 
Führer’  No.  740).  •)  Formenbchandlung  und 
Haubentracht  stellen  ihn  mit  dem  Borglieseschen 
und  dem  Berliner  Kopf  in  eine  Reihe. 

(Herrmann.) 

Kjcllberg,  Asklepios  II,  p.  29,  Anm 

Zu  No.  497:  Dass  die  im  Text  erwähnte,  in 
Neapel  befindliche  Statue  Olarae  506  A.  1026  A), 
die  mit  der  Kore  Albaui  im  Typus  wohl,  in  Einzel- 
heiten aber  nicht  übereinstimmt,  in  der  Tliat  eine 
selbständige  Variante  jener  berühmteren  Figur 

•)  Replik  der  Ilers  Hur*  bete.  Jarolixi  n (Arndt) 


repräsentiert,  wird  dadurch  gesichert,  dass  sich 
eine  genaue  und  besser  gearbeitete  t 'opie  derselben 
nachweisen  lässt.  Es  ist  die  in  Venedig  befindliche, 
von  DUtschke  V,  No.  210  beschriebene  Statue,  die 
kürzlich  von  Furtwängler,  Griecb.  Originaistatnen 
p. 262  ff.,  T.  I n.  II  publiciert  lind  richtig  gewürdigt 
worden  ist;  Photographie  in  der  Aiinarisehen 
Sammlung  No  12911.  (Auiclnng.) 

Ergänzt  ist,  ausser  den  im  Text  angegebenen 
Teilen,  auch  der  t e c h t e F u a s von  da  an, 
wo  er  unter  dem  Mauleirand  lieraustritt.  Das 
Stück  Chiton,  das  nul  dem  FussrUcken  aufliegt 
und  das  iu  seiner  weichlichen,  völlig  stillosen 
Stoff-  und  FaUctihehandlung  so  gar  nicht  zu  dem 
übrigen  Gewandstil  der  Figur  passen  will,  ver- 
liert damit  das  Anstüeaigc.  Wie  die  betreffende 
Gowandpaitic  aussehen  mi  ss,  zeigt  die  herrliche 
Originalstatue  in  Venedig,  die  von  Furtwängler, 
Abh.  d.  Bavr.  Akad.  d W.,  XXI,  2,  Taf.  1,  ab- 
gebililet  lind  bereits  ra  t der  liier  besprochenen 
Figur  in  engen  Zusammenhang  gebracht  ist 

(Herrmann.) 

Zu  No  5t)Ü:  Studnirzka  in  der  Festschrift  für 
Benndorf  p.  163  ff. 

Zu  No.  502  503:  In  der  Beschreibung  des 
Textes  sind  die  Nummern  der  beiden  Originale 
mit  einander  verwechselt  worden,  auch  die  Er- 
gänzuiigsangabcn  durcheinander  geraten.  Das  in 
den  Photographien  wiedergegebene  Exemplar  trägt 
die  No.  6117  (wie  man  übrigens  auch  auf  der 
Photographie  erkennen  kann).  An  ihm  sind  er- 
gänzt: K.  Arm  ganz,  vom  1.  das  vorderste  Stück 
mit  dem  iimgcschlagcnen  Aermelrand,  1.  l'nter- 
schcnkui  mit  Kuss,  Fersenteil  des  r.  Ftisaes,  Stück 
vom  r.  Rand  der  Plinthe,  fast  die  ganze  Mütze, 
das  meiste  vom  oberen  Teil  der  Konsole 

Die  im  Text  oitierten  Abbildungen  bei  Ctarae 
beziehen  sich  nicht  auf  dieses  Exemp'ar  6117,  w ie 
dort  angegeben,  sondern  auf  das  Gegenstück 
No.  6115.  An  diesem  notierte  ich  mir  von  Er- 
gänzungen: R.  Arm  ganz,  1.  von  Mitte  des  Ober- 
armes an,  vordere  Hälfte  des  r.  Fusses  mit  dem 
zugehörigen  Stück  der  Plinthe  und  dem  ganzen 
anschliessenden  Vorderteil  derselben  bis  zum 
I.  Knie  hin,  Spitze  der  Mütze  (NascnrUckeu  mit 
Teil  der  i.  Augenbraue?).  Die  Kousole  ist  im 
Wesentlichen  intuet,  nur  an  den  Rändern  leicht 
bestossen. 

Bei  der  Statuette  des  gleichen  Typus  in  Neapel, 
Inv.  6118,  ist  der  Kopf  nicht  zugehörig,  wenn 
auch  antik.  Er  zeigt  keinen  Barbai  entypus,  sondern 
den  eines  griechischen  Athleten  mit  kiirzlockigem 


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Nachträge. 


68 


Haar  und  Wulstbinde,  von  ungefähr  Skopasischer 
Richtung.  (llerriuann.) 

Zu  No.  504:  eine  Wiederholung  der  Neapler 
Bronze,  kopflose  Porphyratatuette  im  Museum  von 
Aix  cn  Provence  (Bildergallerie  No.  269),  wird  ln 
Serie  V veröffentlicht  werden 

Zu  No.  607/508:  Iier  Kopf  ist  jetzt  von  der 
Herme  getrennt  und  in  der  Sala  «lei  capolavori 
gesondert  aufgestellt.  Die  Nase  ist  nicht  neu,  sie 
ist  überhaupt  gar  n'cht  gebrochen,  wie  ich  mir 
vor  dem  Original  gegenüber  der  Angabe  des 
Textes  ausdrücklich  notierte.  Was  auf  der  Photo- 
graphie der  Seitenansicht  wie  eine  Ansatzfuge 
aussieht,  ist  nur  eine  Ader  iui  Marmor.  Zu  be- 
achten ist  übrigens  am  Neapler  Kopf  der  Kranz 
von  kurzen  Locken  im  Nacken,  der  au  den 
Exemplaren  Barme co  Wien  und  Kopenhagen 
(Jacolisen)  fehlt,  wahrend  die  am  Olympieion  ge- 
fundene Athenische  Replik  an  jener  Stelle  eine 
dicke,  wulstige  und  formlose  Masse  zeigt,  die  doch 
wohl  zu  einem  Nackenschopf  ausgearbeitet  werden 
sollte.  Wie  sich  die  sonst  bekannten  Kopfrepliken 
in  diesem  Punkte  verhalten,  darüber  fehlen  mir 
die  Beobachtungen  Das  Detail  Ist  wichtig  für 
die  Kopienkritik  im  Allgemeinen  und  im  Beson- 
deren vielleicht  Tür  die  an  den  Capltolinischen 
Apollon  (vgl.  zu  459/461)  sich  knüpfenden  Fragen. 
Denn  wenn  dort  am  Rücken  des  Torso  wirklich 
antike  Lockenrcste  erhalten  sein  sollten,  wie 
Petcrscn  angiebt,  so  würden  dieselben  vielleicht 
dadurch  zu  erklären  sein,  dass  zu  dem  Torso  eine 
Replik  des  Casseler  Kopfes  gehörte,  die,  wie  die 
Exemplare  in  Neapel  und  Athen  (vielleicht  gegen 
die  Tradition  des  ursprünglichen  Originals),  mit 
Nackenlocken  oder  einem  Schopf  ausgestattet  war. 
Welche  Freiheiten  die  Copisten  sich  in  solchen 
Details  erlaubten,  kann  das  Beispiel  des  Kopfes 
lehren,  der  auf  dem  Pylades  des  Louvre  und  der 
Elektra  in  Neapel  sitzt:  vgl.  meine  Bemerkungen 
zu  diesen  Köpfen  und  einer  dritten  Replik  in 
Dresden  Arch.  Anz.  1894,  S.  24.  — Zu  der  Reihe 
der  Kopfrepliken  des  Casseler  Typus  kann  ich 
eine  neue  hinzufügen,  die  ich  bisher  in  der  Litte* 
ratur  nicht  erw'älmt  finde  (vgl.  das  vollständigste 
lieplikenver/.eichnis  bei  Furtwängler,  Meisterw. 
S 371,  Anm.  1).  Der  betreffende  Kopf  steht  im 
Palazzo  Vecchio  zu  Florenz,  2.  Stock,  in  einem 
kleinen  korridorartigen  Raum  hinter  der  Capclla 
de’  Priori  di  S.  Bernardo,  unter  anderen  meist 
werthlosen,  z.  T.  auch  modernen  Büsten  magazin- 
artig aufgestellt.  Er  ist,  soviel  ich  in  dein  dnnkclcn 
Kaum  von  unten  sehen  konnte,  gut  erhalten,  mit 
ungebrochener  Nase,  abgebrochen  sind  nur  «He 


Hängeloeken  zu  beiden  Seiten  des  Halses.  Der 
Hals  selbst  ist  ungebrochen  und  in  eine  moderne 
Panzerbüste  eingefügt.  (Herrmann.) 

Zu  No  512/513.  Der  Berliner  Statuette  stellt 
in  Stil  un«l  Motiv  sehr  nahe  eine,  hoffeutlich  echte, 
Terrae«>tte  der  ehemaligen  Sammlung  Castellani 
(Versteigerungs-Katalog  1884,  pl.  XII,  No.  64‘), 
aus  Tanagra),  die  durch  den  beigegebenen  Eros 
deutlich  als  Aphrodite  charakterisiert  ist. 

Zu  No.  516/517:  Arndt  giebt  im  Text  an, 
die  Zugehörigkeit  des  Kopfes  zur  Statue  sei  wegen 
des  zwischen  üeschobenen  Halsstückes  nicht  zu  be- 
weisen. Gewiss  nicht.  Vielmehr  l:is«t  sich  mit 
völliger  Sicherheit  nach  weisen,  dass  der  Kopf 
nicht  zur  Statue  gehört.  Es  ist  am  Torso  unter- 
halb des  modernen  Einschiebsels  vom  Hals  ge- 
nug erhalten,  um  erkennen  zu  lassen,  das*  der 
1.  Kopfnicker  gespannt,  der  r.  geltist  war.  (Es  ist 
«las  auch  auf  der  Photographie,  namentlich  bei 
der  Aufnahme  in  Seitenansicht,  deutlich  zu  er- 
kennen.) Demnach  sass  auf  der  Statue  einstmals 
| ein  Kopf,  der  zur  rechten  Schulter  gc- 
| wendet  war,  und  zwar  ziemlich  energisch,  «la 
die  Spannung  des  I.  Kopfnicken!  relativ  tune  recht 
beträchtliche  ist.  Da  nun  der  jetzt  auf  der  Statue 
sitzende  Kopf  mit  aller  Entschiedenheit  nach  der 
Richtung  der  1.  Schulter  gewendet  ist,  so  können 
diese  Statue  und  dieser  Kopf  niemals  zu- 
sammen gehOrt  haben.  Der  Verfertiger  des 
zwischengeachobenen  Halsstiickes  hat  ja  denn  auch 
bei  dem  Versuch,  die  beiden  heterogenen  Elemente 
miteinander  zu  verbinden,  mit  seiner  Anatomie 
kläglich  Schiffbruch  gelitten.  Mit  Recht  trennt 
also  Furtwängler,  Meisterw.,  S.  668  ff.,  Kopf  und 
Statue  von  einander  und  lässt  dem  erstcren  eine 
gesonderte  Betrachtung  zu  teil  werden.  Gräfs 
Versuch  dagegen  (Rom.  Mitt.  XII,  S.  38),  aus 
Gründen  mythologischer  Interpretation  die  Zu- 
sammengehörigkeit von  Torso  und  Kopf  deunoeh 
vielleicht  zu  retten,  kann  gegenüber  den  oben  be- 
tonten Thntsacben  nicht  bestehen. 

Bezüglich  der  stilistischen  Würdigung  des 
i Kopfes  und  seiner  daraus  resultierenden  Ent- 
stchungszeit  muss  ich  bekennen,  mich  dem  von 
Arndt  oben  gegebenen  Ansatz  (nicht  vor  350), 
«ler  im  Wesentlichen  mit  Köpps  und  Gräfs  An- 
sichten übereinstimmt,  nicht  aiiBch Hessen  zu  können. 
Es  ist  mir  unmöglich,  diesem  Kopfe  mit  seinen 
grossen,  klaren,  ruhigen  Flächen  — man  ver- 
gleiche nur  die  ganz  glatte,  fast  ungegliederte 
; Stirn  — mit  den  scharf  und  bestimmt  gezeichneten 
I und  gegen  einander  abgenutzten  Formen  innerhalb 
der  Kunatentwicklung  des  4.  Jahrhunderts  seine 


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64 


Nachtrüge. 


Stelle  anzuweisen.  Ich  muss  mich  vielmehr  auch 
hier  Furtwänglors  Ansicht  (Meisterw.,  a.  a.  O.) 
in  so  weit  nnsehliesseu,  ab  er  die  Entstehung  des 
Kopfes  in  das  5.  Jahrhundert  zu  rück  verlegt  Arndt 
webt  auf  die  Bildung  des  Haares  „auf  dem  Ober- 
kopf- (soll  w ohl  den  hinter  der  Binde  liegenden 
Teil  bezeichnen?)  hin,  die  den  Werken  des  5.  Jahr- 
hunderts fremd  »ei.  Letzteres  kann  ich  nicht  zu- 
geben. Vielmehr  findet  doch  gerade  die  Art,  wie 
das  Haar  hinter  der  Binde  in  lauter  einzelne, 
scharf  betonte  und  präcis  modellierte,  recht  regel- 
mässig angeordnete  Locken  gegliedert  ist,  die  sich 
nur  in  geringem  Relief  vom  Schädel  n blieben, 
allein  in  Werken  des  5.  Jahrhunderts  Parallelen 
und  entspricht  einer  Stilstufe,  die  schon  durch 
den  Diadumenos  Polyklets  mit  seiner  weich  über 
die  Binde  hcrvorqmdlenden  Haarmasse  überwunden 
ist  Die  Haarbehandlung  bei  dein  Florentiner 
Athleten  (mit  der  modernen  Vase)  erscheint  un- 
serem Kopf  gegenüber  fast  schon  naturalistisch 
und  impressionistisch.  Die  Asymmetrie  in  der  Lage 
und  Anordnung  der  in  die  Stirn  fallenden  Locken 
ist  gleichfalls  durch  Beispiele  aus  dem  5.  Jahr- 
hundert zu  belegen.  Nicht  allzu  weit  scheint  mir 
die  Kluft,  welche  in  dieser  Beziehung  den  Neapler 
Kopf  von  dem  des  Omphalos- Apollon  trennt,  bei 
dein  eine  solche  Asymmetrie  doch  schon  mit  voller 
Absicht  und  in  Rücksicht  auf  eine  bestimmte 
künstlerische  Wirkung  durchgeführt  ist  Der  (an- 
geblich aus  Bcneventstammende)  bronzene  Knaben* 
köpf  des  Louvre  kann  für  die  Anordnung  der 
Lockenpartie  über  der  Mitte  der  Stirn  herange- 
zogen werden,  und  für  den  einer  naturalistischen 
Behandlung  sich  nähernden  Formen' vortrag  des 
gesummten  Stirnlockcnkranzos  bildet  doch  wieder, 
ausser  manchem  Andern  — man  denke  z.  B.  an  den 
Pctworther  Athletenkopf  — , Polyklets  Diadumenos 
mit.  den  auf  die  Schläfen  herabhängemlcn  Haar- 
partien eine  lehrreiche  Parallele.  Arndts  Ar  nutz 
würde  den  Neapler  Kopf  zeitlich  in  die  unmittel- 
bare Nähe  des  Praxitclbchen  Hermes  rücken.  Wie 
das  möglich  sein  soll,  bekenne  ich  nicht  zu  ver- 
stehen. Der  ganze  gründliche  Wandel  in  den  künst- 
lerischen Anschauungen,  der  die  Schöpfungen  des 
4.  Jahrhunderts  von  denen  des  5.  unterscheidet, 
hat  den  Neapler  Kopf  meines  Erachtens  noch 
nicht  berührt,  dessen  Entstehungszeit  deshalb  in 
die  letzten  Jahrzehnte  des  5.  Jahrhunderts  zu  ver- 
setzen sein  wird. 

Ich  henütze  die  Gelegenheit  zu  einigen  Be- 
merkungen über  den  Torso,  mit  dein  das  Neapler 
Exemplar  des  oben  behandelten  Kopftypns  fälsch- 
lich verbunden  ist,  um  zii  Gräfs  Ausführungen 


über  denselben  (Rom.  Mitt.  XII,  S.  30  ff.)  Stellung 
zu  nehmen.  Durch  den  oben  gefühlten  Nachweis, 
dass  der  ursprünglich  auf  dem  Torso  sitzende 
Kopf  nach  der  r.  Schulter  gewendet  war,  wird, 
scheint  mir,  das  Verständnis  der  gat  zen  Statue 
wesentlich  gefördert.  Die  der  jetzigen  Ergänzung 
in  Ausfallstellung  zu  Grunde  liegende  Idee  ist 
durch  die  nachgewiesene  Kiiekwärtawendung  des 
Kopfes  ohne  Weiteres  beseitigt,  vielmehr  deutet 
eben  diese  Rückwärts  Wendung  in  Verbindung  mit 
der  Vorwärtsbewegung  des  Körpers  darauf  hin, 
dass  der  Jüngling  etwa  auf  der  Flucht  vor  einem 
Gegner  zu  denken  ist,  dessen  drohendem  Angriff 
er  durch  das  Einziehen  der  r.  Hüfte  auszuweichen 
sucht.  Die  letztere  Annahme  scheint  mir  durch 
das  romplicierte  Bewegungsmotiv  des  Oberkörpers 
--  die  auch  von  Grat",  p.  72,  hervorgehobene  Bie- 
gung, wie  sie  in  der  stark  gekrümmten  Mittel- 
linie der  Brust  zum  Ausdruck  kommt  — nahe  ge- 
legt, das  auf  diese  Weise  seine  angemessene  Er- 
klärung findet.  Diese  meine  Auffassung  steht  mit 
der  von  Graf  a.  a.  0.  vorgetrageneti  in  Wider- 
spruch, wonach  nicht  ein  V'or wärt» bewegen,  sondern 
vielmehr  ein  Ziisaimiicnbrechen  darzustellen  in  der 
ursprünglichen  Absicht  des  Künstlers  gelegen  habe 
Gräf  hat  eine  seiner  Anschauung  entsprechende  Er- 
gänzung oder  vielmehr  Aufstellung  des  Torso  auf 
Tafel  II  zur  Darstellung  zu  bringen  versucht. 
Allein  diese  Aufstellung  lässt  sich  meines  Erach- 
tens mit  den  am  Torso  seihst  zu  beobachtenden 
Thatsacheu  nicht  in  Einklang  bringen  Gräf  selbst 
gieht  richtig  an,  dass  das  1.  Bein  des  Jünglings, 
wenn  auch  aus  mehreren  Stücken  zusammengesetzt, 
doch  im  Wesentlichen  antik  sei.  Da  nun  im  Knie 
die  Brüche  aneinander  schliessen,  so  sind  die  ein- 
zelnen Teile  des  Beines  in  ihrer  gegenseitigen 
I*agc,  und  damit  die  Stellung  des  Beines  so, 
wie  es  die  jetzige  Aufstellung  zeigt,  mit 
völliger  Sicherheit  gegeben,  namentlich  ist 
es  ganz  unmöglich,  den  linken  Fuss,  wie 
es  Gräf  p.  33  verlangt  beliebig  weit  vom 
Pal  in  stamm  zu  entfernen.  Unter  demselben 
Fuss  ist  aber  ein  Stück  der  Plinthc  erhalten,  deren 
Oberfläche  doch  natürlich  wagerecht  g.  legen  haben 
muss.  Letzteren  Grund  bat  bereits  Petersen  mit 
Bezug  auf  ein  unter  dem  Palmstainm  erhaltenes 
Stück  der  antiken  Plinthe  in  eiuer  Anmerkung  zu 
Gräfs  Aufsatz  (S.  84)  gegeu  diesen  geltend  ge- 
macht. Es  ist  also  unmöglich,  dein  Torso  die  von 
Graf  geforderte  Lage  zu  geben,  wenn  man  nicht 
gleichzeitig  annehmen  will,  dass  die  Plinthe  schon 
ursprünglich  jene  stark  geneigte  Oberfiäche  hatte 
wie  auf  Gräfs  Tafel.  Pas  will  ja  auch  Graf  selbst 


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Nachträge. 


65 


nicht.  Stand  dagegen  die  Oberfläche  der  Plinthe 
horizontal,  so  ist  die  Stellung  de«  Torso  so  wie 
jetzt  absolut  gesichert  und  die  Auffassung  der 
Statue  als  der  eines  Fliehenden,  wie  sie  oben  ver- 
treten ist,  sehr  nahe  gelegt.  Auch  die  Richtung 
der  Blutstropfen  widerspricht  meines  Krachten» 
nicht  der  jetzigen  Stellung.  Ich  vermag  wenigstens 
nicht  einzusehen,  dass  sie  bei  der  von  Graf  vor- 
geschlagenen Stellung  auch  nur  im  Geringsten 
eine  mehr  der  Natur  und  den  Gesetzen  der  Schwer- 
kraft entsprechende  Richtung  verfolgen.  Im  Gegen- 
teil macht  auf  Gräfs  Tafel  der  Blutstropfen  zu 
Husserst  1.  eine  bedenkliche  Abweichung  von  der 
zu  fordernden  verticalen  Richtung,  während  am 
Original  diese  Forderung  mit  mathematischer  Ge- 
nauigkeit erfüllt  wird.  Also  auch  von  dieser  Seite 
erfahrt  die  jetzige  Aufstellung  vielmehr  eine  Unter- 
stützung als  eine  Krschüttcrung.  Ob  man  die  Figur 
in  dem  neugewonnenen  Stellungsmotiv  wird  mytho- 
logisch deuten  können,  das  zu  untersuchen  ist 
hier  nicht  mehr  der  Ort.  (Herrmann.) 

Zu  No.  522/523:  Klein,  Praxiteles  p.  427,Anm.l. 

Zu  No.  531 : Das  angesetzte  Schulterstück  I., 
dessen  ganze  Oberfläche  nur  gerauht  ist,  ist  modern 
und  kann  für  die  im  Text  angenommene  Ergän- 
zung  mit  eiuem  Schild  nichts  beweisen.  Das  Stück 
ist  aus  anderem  Marmor,  ausserdem  ist  au  dem 
antiken  Teil  des  1.  Oberarms  vorn  ein  kleiuer 
Zipfel  der  Chlamys  angearbeitet  — man  erkennt 
darau  das  kleine,  in  den  Zipfel  eingenähte  Ge- 
wicht zur  Beschwerung  — , dessen  Falteuzüge  mit 
denen  des  gerauhten  Gewandes  auf  dem  ange- 
setzten Schulterstück  in  keiner  Weise  Zusammen- 
gehen. Wenn  also,  in  Abweichung  von  der  sonst 
mit  vollem  Recht  zur  Vergleichung  herange- 
zogenen Statue  des  Hermes  von  And  ros,  die 
I.  Schulter  noch  zum  Teil  von  der  Chlamys  be- 
deckt war,  wenn  ausserdem,  wie  im  Text  eben- 
falls mit  Recht  angenommen,  der  untere  Teil  der 
Chlamys  um  deu  1.  Vorderarm  geschlungen  war, 
so  wird  die  weitere.  Ausstattung  dieses  Armes 
mit  einem  Schild  doch  recht  unwahrscheinlich. 

(Herrmann.) 

Zu  No.  534  535:  Der  Torso  ist  jetzt  in  die 
Inucnräume  des  Museums,  Sala  dei  capolavori, 
% ersetzt.  (Herrmann.) 

Zu  No.  547  — 54‘J:  Arndt,  la  glyptotheque  Ny- 
Carlsberg  p.  20. 

Zu  No.  560:  Auf  Grund  der  auf  den  Hüfteu  er- 
haltenen Stützenreste  wird  oben  im  Text  ange- 
nommen, die  bei  deu  Arme  der  Statue  seien  ge- 
senkt gewesen.  Dem  steht  die  nur  einige  Zeilen 
weiter  ausgesprochene,  an  die  Rruclistelle  auf  der 


I.  Schulter  auknüpfende  Vermutung  entgegen, 
der  .Jüngling  habe  ursprünglich  eine  Lanze  oder 
Palme  geschultert.  Dann  könnte  aber  der  I Unter- 
arm eben  nicht  gesenkt,  sondern  er  müsste,  wie 
beim  Doryphoros,  bis  zu  horizontaler  Lage  er- 
hoben gewesen  sein.  Trotzdem  wird  die  letztere 
Annahme  die  richtige  und  der  Stützenrest  auf  der 
I.  Hüfte  so  zu  erklären  sein,  dass  die  Stütze  zuu» 
Halt  des  erhobenen  Unterarmes  diente,  also  ent- 
sprechend der  in  demselben  Saal  aufgestellten 
Replik  des  einschenkenden  Satyrs.  Man  erkennt 
an  dem  erhaltenen  Rest  noch  deutlich,  dass  die 
Stütze  ursprünglich  schräg  nach  oben  lief,  wodurch 
unsere  Annahme  besonders  empfohlen  wird  Die 
Hüften  sind  keineswegs  gleich  weit  atisgebogcn, 
auch  der  Stand  der  Beine  war  durchaus  nicht 
ziemlich  gleich.  Vielmehr  ist  die  Ausbiegung  «1er 
1.  Hüfte  ganz  entschieden  betont,  hier  war  also 
das  Standbein,  und  nicht  das  !.,  sondern  vielmehr 
das  r.  Bein  war  vor  und  zur  Seite  gesetzt.  Dem 
entspricht  der  ganz  verschiedene  Zug  der  Inguinal- 
falten, die  Senkung  der  1.  Schulter  und  die  Krüm- 
mung der  Mittellinie  der  Brust.  In  Verbindung 
mit  der  Drohung  des  Kopfes  ergiebt  sich  also  ein 
ziemlich  bewegtes  Motiv.  Nicht  die  zum  Ver- 
gleich lierangezogene,  viel  einfachere  und  ruhigere 
Knabenstatue  von  der  Akropolis  (Athen.  Mitt 
1880,  Tafel  I),  sondern  vielmehr  da»  Urbild  des 
Stephanos- Athleten  würde  etwa  die  nächste  Paral- 
lele zu  unserem  Torso  bilden.  Da  dieser,  wie  auch 
ich  glaube,  ein  griechisches  Original  ist,  und  da 
das  oben  für  ihn  erschlossene  Motiv  thatsächlich 
genau  mit  dem  Stephanos- Athleten  übereinstimmt, 
»o  könnte  inan  auf  die  Vermutung  kommen,  «lass 
uns  in  dem  Palenuitaner  Torso  und  in  der  Statue 
des  Stephano«  Urbild  und  (modificicrtc)  Copie 
nebeneinander  erhalten  seien  Dennoch  ist  das 
nicht  recht  wahrscheinlich,  schon  der  Grössen- 
unterschied  macht  bedenklich.  Vielmehr  werden 
wir  cs  hier,  in  ähnlicher  Weise  wie  bei  den  älteren 
sogen.  * Apollon“ -Figuren,  mit  einem  Zeittypu»  zu 
thuu  haben,  der  von  verschiedenen  Künstlern  und 
in  verschiedenem  Sinne  benützt  und  verwendet 
wurde.  Die  nicht  geringe  Bedeutung  des  Palcr- 
mitaner  Torso  liegt  dann  darin,  dass  er  lins  von 
der  stilistischen  Eigenart,  der  charakteristischen 
Formenspracbe  desjenigen  Werkes,  da»  uns  in  der 
Statue  des  Stephanos  in  einem  gründlich  ver- 
wässerten Aufguss  erhalten  ist,  die  lebendigste 
und  klarste  Vorstellung  vermittelt.  (Herr  mann.) 

Zu  No  553:  Kjellbcrg,  Asklepios  II,  p.  24, 
Anm  5;  p.  32  — Klein,  Praxiteles  p.  424,  Anm . 
No.  6. 

5 


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66 


Nachträge 


Zu  No.  554:  Zu  dein  Kopf  notierte  ich  mir  vor 
dein  Original,  das»  er  nicht  praxitcliseh,  wie  im 
Text  angegeben,  sondern  ebenfalls  archaisierend 
sei,  mit  dem  bekannten  Nackenschopf  lind,  wenn 
auch  nicht  erhaltenen,  so  doch  durch  Reste  indi- 
cicrten,  geringelten  Schulterlocken.  (Herrmann.) 

Zu  No.  558:  Eine  weitere  Replik  des  Fan- 
Kopfes  befindet  sich  im  Thorvaidsenmuseiun  in 
Kopenhagen,  No.  18  (erscheint  in  der  nächsten 
Serie). 

Zu  No.  559  d:  Allerdings  ist  der  ganze  Baum- 
stamm bis  dahin,  wo  die  modernen  Ergänzungen 
oben  überhaupt  beginnen,  antik,  also  etwa  bis  zur 
llaWmhe  der  Figur.  Von  da  an  mit  Kopf  und 
Annen  modern,  da«  Itaweguiigsmotiv  der  letzteren 
also  Erfindung  des  Ergänzeis.  Herrmann. 

Zu  No. 583:  Die  Haare  des  Oberkopfessind,  wie 
mau  am  Original  siebt,  thatsächlich  plastisch  aus- 
geführt. Der  Mann  trägt  also  nur  die  Rinde  mit 
herabhängeiideii  Enden,  nicht  eine  helmartige 
Kappe.  Im  Nacken  die  Haart  olle.  (Herrmann.) 

Zu  No  566:  Vor  dem  Original  hatte  ich  kein  Be- 
denken, die  verwitterten  Reste  oberhalb  des  Altars 
dennoch  als  Flammen  anznsehen.  Die  Darstellung 
links  vom  Altar  ist  im  Original  deutlich  zu  er- 
kennen Es  steht  dort  eine  zweite  Frau,  etwa 
eil  face,  während  der  Kopf  nach  r.  rückwärts  ge- 
wendet ist.  ln  meinen  Notizen  finde  ich  weiter 
die  Angabe,  dass  sic  in  der  Rechten  einen  zweiten 
Vogel  hatte,  dessen  Flügel  man  erkenne.  Das  ist 
mir  angesichts  der  Photographie  nicht  mehr  ganz 
klar*  Wahrscheinlich  bezieht  sich  die  Angabe  auf 
die  undeutlichen  Reste  I.  neben  dem  Kopf  der 
Frau,  in  denen  wohl  die  hoch  erhobene,  den  Vogel 
haltende  r.  Hund  derselben  zu  erkennen  ist. 

(Herr  manu.) 

Vgl.  den  Sarkophag  mit  dem  Triumphzug 
iles  Bacchus  im  Palazzo  Hianco  in  Genua  (Phot. 
A.  Noack  No.  6738). 

Zu  No.  575/576:  die  Statue  wird  iu  ver- 
schiednen  Dötailanfnahmen  in  Serie  V publiciert 
werden.  Sie  ist  weitaus  die  beste  der  Parthenos- 
repllken. 

Zu  No.  579:  Maionica  in  der  Festschrift  für 
Benndorf  p.  296  fl’. 

Zu  No.  583  584:  Abguss  in  Heidelberg,  No.  171. 

Zu  589—591:  Puschi  in  „Atti  del  mtiseo 
civieo  di  antichitä  in  Trieste“,  No.  2, 1897,  p.  35  tT. 
und  tav  X. 

Zu  No  595  B:  nach  frdl.  Mitteilung  E Lnwvs 
völlig  Überarbeitet. 

Zu  No.  697,598:  das  Relief  war,  wie  Arndt 
vermutet  hatte  und  wie  ich  an  den  Tarentiner 


Originalen  constatiert  habe,  die  Vorderseite  eines 
Kastens,  vermutlicher  einer  Arula,  die  niedriger  und 
kleiner,  als  in  TarenL  und  sonst  in  Griechenland 
gebrauch  lieb,  gebildet  war.  Die  Schmalseiten  sind 
mit  einer  aus  stacldichtem  Akanthos  einpor- 
wachsenden  Blume  verziert;  die  Arula  war 
schwerlich,  wie  sonst,  geschlossen  und  ist,  wie 
oft,  ohne  vertretenden  Rand  und  unten  ohne 
Boden.  Die  Länge  beträgt  0,265,  die  Breite  0,21 
(über  den  Kopfleisten  gemessen),  die  Höhe  0,225. 

(Petersen.) 

Zu  No.  599:  Ein  ähnliches  Blech  im  Bronze- 
saal des  Louvre,  No.  407  (Phot,  Giraudon  192). 
Zwei  weitere  sind  abgebildet  im  Auctionskatalog 
der  Sammlung  des  t av.  Luigi  Saulini  Rom,  Hotel 
de  vente  Sangiorgi,  24./26.  April  1899);  pl  II,  lüO. 
Aus  Praeneste.  — Vgl.  ferner  Bull.  d.  Jst.  1851, 
p 58. 

Zu  No.  604  c (=  605b  : Klein,  Praxiteles  p.  56, 
Anui.,  No.  26. 

Zu  Nu  606a:  Klein,  Praxiteles  p.  193,  Anm  1. 

Zu  No.  613—616:  Furtwänglcr,  griccli.  Ori- 
giualstatuen  in  Venedig,  p.  291  f. 

Zu  No.  621:  Duhn,  Bronze  der  früheren 
Sammlung  Ancona,  in  den  .Neuen  Heidelberger 
Jahrbüchern**  1893,  p.  98  tf. 

Zu  No.  633/634:  Furtwängler,  Meisterwerke 
p 424. 

Zu  Nu  635/636:  Furtwängler,  Sammlung 

Somzec,  Text  zu  Taf.  VII,  No.  9 und  p 79. — 
Klein,  Praxiteles  p.  393,  Anin  2,  Ko.  1. 

Zu  No.  637/638:  ein  w eiteres  verwandtes  Werk 
ist  der  Kopf  einer  Artemisstatuette  in  der  Glypto- 
thek Ny-Carlsberg  (No.  4fi),  eines  reizvollen 
griechischen  Originals  der  zweiten  Hälfte  des 
4.  Jahrh. 

Zu  No.  698—701:  Klein,  Praxiteles  p.  387, 
Anm.  1. 

Zu  No.  706a:  Furtwängler,  zu  den  Tempeln 
der  Akropolis  von  Athen  (bayr.  Akad.-Ber. 
1898),  p.  367  fl'.  — Furtwftnglera  Gedanke,  die 
, Athene  der  Ecole  des  beaux  art»  in  den  Ostgiebel 
des  Parthenon  zu  stellen,  ist,  abgesehen  von 
anderen  Gründen,  schon  deshalb  unrichtig,  weil 
das  Pariser  Exemplar,  das  jetzt  bequem  zugäng- 
lich und  in  vortrefflicher  Beleuchtung  aufgestellt 
ist,  sicher  kein  Original,  sondern  römische  Kopie, 
nicht  einmal  erster  Qualität,  ist-  Amelung  und 
! ich  haben  dies  unabhängig  von  eiuauder  vor  dem 
Marmor  festgestellt. 

Zu  No.  707:  Furtwängler,  griech-  Original* 
■ Statuen  in  Venedig  p.  309,  Anm.  t. 


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Nachträge.  6 1 


Zu  No  708:  Furtwängler,  griecli.  Original- 
statuen  in  Venedig  p.  313. 

Zu  No  710,711:  Ainelung  bei  Pauly-Wissowa 
».  v,  Chiton  Sp  8821. 

Zu  No.  714:  Klein,  Praxiteles  p.  419,  Anin.  2. 

Zn  No.  715:  Klein,  Praxiteles  p.  390,  Anm.  1, 
No.  2. 

Zu  No.  716:  Furtwängler,  griecli.  Original- 
statuen in  Venedig  p.  310,  Anm  1.  — Klein, 
Praxiteles  p.  364,  Anm  2,  No.  6. 

Zu  No.  718  720:  Kjcllberg,  Asklepios  II, 
p.  37,  Anm.;  p.  38;  p.  40,  Anm.  1;  p.  42;  p.  43 

Zu  No.  724:  vgl.  Athen  Mitt.  d.  J.  1897, 
p.  380,  Anm.  4. 

Zu  No  728:  Stiiduiczka,  Jahrbuch  d.  J 1896, 
p.  257  unten. 

Zu  No.  737:  Furtwängler,  zur  Venus  von 
Milo  (bayr.  Akad.-Ber.  1897),  p.  418,  Anm.  1; 
darnach  (Jrabrelief. 

Zu  Serie  III,  p.  29,  rechts:  die  Statuette  eines 
liegenden  Jünglings  in  der  Sammlung  Nelidow  (jetzt 
in  Rom)  ist  von  Treu  im  3.  Textbaud  zu  „Olympia“ 
p.  221  f.,  Fig  248  abgebildet  und  als  Dionysos 
erklärt  worden.  — Die  hellenistische  Bronze  eine* 
stellenden  Nackten  ist  von  O.  Wulff,  Alexander  mit 
der  Lanze,  Berlin  1898,  veröffentlicht  worden. 

Zu  dem  Asklepiostorso:  Kjcllberg,  Asklepios  II, 
p.  26,  Anm. 

Zu  No.  741:  die  Inschrift  ist  ~\  Md»F.IMJN  zu 
lesen  (Sal.  Kein  ach.) 

Zu  No.  743/744:  jetzt  in  Dresden;  Arch.  Auz. 
1898,  p.  54,  No.  4. 

Zu  No.  745—750:  Kckule  in  der  Festschrift 
für  Benndorf  p.  121  ff. 

Zu  No.  756:  ans  einer  ähnlichen  (inippe,  wie 
der  Kaukasos  des  Berliner  Prometheusreliefs  aus 
Pergamon?  (Bulle.) 

Zu  No.  759:  Der  Statue  ist  jetzt  der  r.  Unter- 
schenkel angefügt,  der  mit  der  Bruchtläche  ge- 
nau anpasst.  Als  ich  sie  sah  (atu  5.  September 
1898),  sagte  der  anwesende  Museumsvorsteher,  das* 
die  Anfügung  etwa  vor  zwei  Monaten  vorge- 
nommen sei.  Das  neu  angesetzte  Bruchstück  soll 
nach  der  gleichen  Quelle  an  derselben  Stelle, 
in  einem  Brunnen,  gefunden  sein,  wie  der  Torso. 
Man  habe  den  Bruuuen  ausgeräuint,  und  unter 
den  heratisgeworfeneu  Bruchstücken  habe  sich 
der  betreffende  Unterschenkel  gefunden 

(Herrin  a nu.) 

Zu  No.  762:  vgl.  Friederichs- Wolters  1509. 

Zu  No.  766:  Die  Statue  ist  der  des  sogenannten 
Sex t us  von  Chaeronea  in  der  Sala  della  Biga  sehr 
ähnlich,  aber  als  Wiederholung  kann  man  sie 


nicht  bezeichnen  Die  Anlage  des  Mantels  ist 
dazu  doch  gar  zu  verschieden,  wie  eine  Verglei- 
chung mit  den  Abbildungen  bei  Visconti,  Mus. 
Pio  dem.  III,  18  und  Pistolesi,  Vatic.  descr.  VI,  10 
ohne  Weitere»  lehrt-  (Herrmaiin.) 

Zu  No.  768:  Klein,  Praxiteles  p.  108,  Anm., 
No.  fl. 

Zu  No  777—780:  Studniczka  in  der  Fest- 
schrift fiir  Benndorf  p.  169 

Zu  No.  799:  Klein,  Praxiteles  p.  361,  Anm  1, 
No  5. 

Zu  No.  800:  Treu  in  der  Festschrift  für  Beim 
dorf  p.  108. 

Zu  No.  806  - 807:  Ainelung  bei  Pauly-Wissowa 
s.  v.  Chiton  Sp.  2314.  — Artidt,  la  glyptotheque 
Ny-Carlsberg  pl.  38-40,  p «5  ff. 

Zu  No.  809/810:  eiue  weitere  Replik  des  Dio- 
medeskopfes  (schon  von  P.  Herrmann  in  Furt- 
wänglers  „Meisterwerken“  p.  316,  Anm  2 als 
solche  vermutet)  in  Madrid  (Prado,  äussere  (lal- 
lerien),  sehr  gut  erhalten,  aber  von  flauer  Arbeit; 
wird  in  Serie  V veröffentlicht  werden.  - Ainelung, 
Bull  com.  1897,  p.  196,  Anm  3. 

Zu  No.  817:  Klein,  Praxiteles  p.  365,  Anm., 
No  6. 

Zu  No.  822:  eine  vierte  Replik  des  Typus, 
dieses  Mal  der  Münchner  entsprechend  mit  Fell, 
im  Palazzo  reale  in  Oenua,  wird  in  Serie  V ver- 
öffentlicht werden. 

Zn  No.  8:16/837:  Furtwängler,  griecli  Original- 
statuen  in  Venedig  p.  308,  Anm.  3.  — Amelung 
bei  Pauly-Wissowa  s.  v.  i'hiton,  Sp  2317. 

Zu  No.  840  -843:  ein  sehr  verwandter  Kopf, 
aber  keine  Replik,  in  der  .Sammlung  der  Madrider 
Kunstakademie , wird  in  Serie  V veröffentlicht 
werden. 

Zu  No.  847  848:  Klein,  Praxiteles  p.  392, 
Amu.,  No.  2. 

Zu  No  853  854:  Treu  in  der  Festschrift  für 
Benndorf  p 105 

Zu  No.  855  856:  Kjcllberg,  Asklepios  II,  p.  5 f. 

Zu  No.  857  858:  Klein,  Praxiteles  p.  414. 
Anm.  1. 

Zu  No.  869  871:  Treu  in  der  Festschrift  für 
Benndorf  p.  105. 

Zu  No.  875/876:  Das  Original  befindet  »ich 
auf  einer  Statue  des  Louvre,  No.  485  in  der  Salle 
de  la  Pallas  de  Velletri.  Der  Marmor  de«  Kopfes 
ist  grossköruig,  der  der  Statue  feinkörnig.  Er- 
gänzt sind  Flicken  an  den  Brauen,  Nase,  Mund, 
Kinn,  Flicken  der  linken  Wange,  Hals  mit  Locken, 
beide  Unterarme  mit  Händen,  Teile  der  Falten, 
beide  Füsse  und  Ränder  der  Plinthe.  Die  Zu- 

5* 


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6K  Nachträge 


gchOrigkeit  de»  Kopfe»  ist  also  »o  gilt  wie  aus- 
geschlossen. 

Kopf  und  Figur  sind  erwähnt  l>ei  Klein. 
Praxiteles  p.  .'164  f.  Die  Statuen,  die  dort  Anui.  3 
als  Repliken  der  Figur  angegeben  »ind,  stellen 
ihr  thatsäehlicli  nicht  so  nahe.  F.s  sind  alles 
sellntändigc  Variationen  de»  dort  behandelten 
Kore-Typus.  Klein'»  No.  4 hat  in  dieser  Reihe 
gar  nicht»  zu  thun.  (Ainelung.) 

Zu  No.  877  878:  Klein,  Praxiteles  p.  392, 
Anin , No.  4 

Zu  879  880:  der  Kopf  ist  der  Statue  de» 
Louvre  No  883(Löwy,  Kilnstlerinschriftcn  No  293; 
Phot,  Oirandon)  aufgesetzt;  ergänzt  (nach 
frdl  Mitteilung  von  A Heren  de  Villefosse):  der 


llehnkainm  mit  dem  Busch  (fehlen  im  Abguss  , 
die  Nase,  das  r.  Ohr,  Kleinigkeiten  am  Halse 

Zu  881  882:  Studniczka,  Festschrift  für  Benn- 
dorf p.  187 

Zu  No.  887:  Treu  im  Jahrh  d.  Inst.  1897, 
p.  101  f.  Darnach  zur  fllnften  .Sildwetopc  ge- 
hörig 

Zu  No  893:  Furtwängler,  griech  Original- 
statuen in  Venedig  p.  309 

Zu  No  894,895:  Klein,  Praxiteles  p.  110, 
Antn.  (dort  fälschlich:  „No.  285  286“). 

Zu  No  899/900:  Klein,  Praxiteles  p.  353, 
Aum.  2.  — Amelung,  Bull,  com  1897,  p.  127, 
Anm.  1 


e.  »,ft>r  » , s 


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f A t-f • ~l 


VERLAGSANSTALT  F.  BRÜCKMANN  A.-G.  IN  MÜNCHEN 

Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 

Herausgegeben 

von 

PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG 

Jedes  Blatt  auch  im  Einzelverkauf  zu  beziehen 

Serie  V 

Mit  Beiträgen  von 

HEINRICH  BULLE,  ADAM  FLASCH,  ANDRfi  JOUBIN,  EMANUEL  LÖWY, 
ADOLF  MICHAELIS,  FERDINAND  NOACK,  JOHANNES  SIEVEKING 

-x- 

Preis  £ Mark 


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Bezugsbedingungen. 

Die  vorliegende  Publication  int  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement 
noch  in  einzelnen  Blättern,  sondern  ausschliesslich  direct  von  der  Vcrlagsanstalt 
F.  Br  tick  mann  A.-G.  in  München  20  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissen- 
schaftlichen Zweckes  des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  über- 
nommen hat,  ohne  daraus  ein  eigentliches  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfasst  278  Nummern,  davon 

8 Blatt  im  Format  von  24  : 30  cm  zu  1 Mark 

‘25  „ „ „ „ 18 : 24  „ „80  Pfennigen 

245  „ „ „ „ 18 : 18  „ „ 50 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279—578)  enthält  300  Blatt  in  Cabinctformat  zu  50  Pfennigen. 
Die  dritte  Serie  (Nr.  579 — 900)  enthält  922  Blatt  in  C'ahinetformat  zu  50  Pfennigen. 
Die  vierte  Serie  (Nr,  901 — 1200)  und  die  fünfte,  vorliegende  Serie  (Nr  1201—1500) 
enthalten  je  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu  50  Pfennigen, 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermäasigung  von  20"/»  ein,  sodass  die  beiden  ersten 
Serien  je  120  Mark,  die  dritte  Serie  128  Mark  80  Pfennige  und  jede  weitere  Serie  wieder 
120  Mark  kostet. 


IlkUSI».  sIstMs. 


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Ais  neue  Abonnenten  sind  seit  dem  Erscheinen  der  letzten  Serie 
hinzugekommen : 

In  Dänemark,: 

Das  k.  Museum  von  Gipsabgüssen  in  Kopenhagen. 

In  England: 

Das  Fitzwilliam-Museum  in  Cambridge. 

In  Frankreich: 

Die  Universität  in  Montpellier. 

In  Russland: 

Die  Antikensammlung  der  Kais.  Ermitage  in  St.  Petersburg. 

In  der  Schweiz: 

Herr  Professor  Dr.  J.  J.  Bernoulli  in  Basel. 

Dagegen  haben  das  Abonnement  aufgegeben : Die  künigl.  Bibliothek  in 
Berlin  und  Mrs.  Strong-Sellers  in  London,  so  dass  die  Gesammtzahl  unserer 
Abonnenten  jetzt  48  beträgt. 

Durch  Abnahme  einzelner  Blätter  haben  unser  Unternehmen  unterstützt: 

In  Amerika:  Miss  Stetson. 

In  Braunschweig:  Frl.  Marie  Daeneke. 

Frl.  Mathilde  Vierthaler. 

Herr  Prof.  Dr.  P.  J.  Meier. 

In  Jena:  Herr  Prof.  Dr.  F.  Noack. 

In  Königsberg:  Herr  Geheimrat  Director  Prof.  Dr.  E.  Grosse. 

In  München:  Herr  Director  Prof.  Dr.  A.  Furtwüngler. 

In  St.  Petersburg:  Herr  Oberlehrer  R.  von  Kieseritzky. 

In  Strassburg  i.  E.:  Herr  Oberlehrer  Dr.  Ruhland. 

1* 


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Das  finanzielle  Ergebnis  der  Publication  ist  der  Art,  dass  der  Verleger 
von  dieser  Serie  ab  den  Mitarbeitern  ein,  wenn  auch  bescheidenes,  Honorar  zu 
zahlen  im  Stande  ist.  Fllr  gut  ausgeführte,  zur  Publication  geeignete  Negative  des 
Formates  13:18  cm  werden  wie  bisher  4 Mark  bezahlt.  Wir  ersuchen  insbe- 
sondere unsere  jtlngeren  Fachgenossen , dem  Unternehmen  in  dieser  Form  ihre 
Unterstützung  zu  schenken. 

Der  nächsten  Serie  wird  voraussichtlich  ein  ausführlicher  Index  Uber  das 
bisher  Erschienene  beigegeben  werden.  Für  die  kommenden  Serien  liegen  Auf- 
nahmen vor  aus  Spanien  und  Venedig  (wo  alles  Erreichbare  photographiert  worden 
ist),  Kreta,  Weimar. 

Auf  Beigabo  von  Nachträgen  wollen  wir  in  Zukunft  aus  praktischen 
Gründen  verzichten.  Jeder  der  beiden  Herausgeber  hat  hingegen  für  jedes  bisher 
erschienene  Blatt  einen  besonderen  Act  angelegt,  auf  welchem  neue  thatsächliche 
Angaben,  die  inzwischen  erschienene  Litteratur,  sowie  treffende  stilistische  Be- 
obachtungen eingetragen  werden.  Diese  Nachträge  sollen  später  in  geeigneter 
Form  den  Abonnenten  zur  Kenntnis  gebracht  werden. 

Um  das  Girieren  unserer  Publication  zu  erleichtern,  werden  fortan  nicht 
mehr  die  ganzen  Seiten , sondern  die  einzelnen  Spalten  des  Textes  nummeriert 
werden. 

Von  befreundeten  Seiten  werden  uns  zum  Aufziehen  der  Photographien 
anstatt  des  gewöhnlichen  starken  Pappcartons  die  Klebeleinwand  von  Dr.  A.  Hesekiel 
& Co.,  Berlin  NO  18,  sowie  die  Toile  adhäsive  „Linotype“  der  Firma  J.  Gautier, 
Paris,  Boulevard  Beaumarchais  81,  empfohlen.  Doch  haben  nach  unseren  Erfahr- 
ungen beide  Stoffe  den  Nachteil,  dass  die  Photographien  dann  keinen  Rand 
haben  zum  Einträgen  von  Notizen,  die  Rückseite  aber  nicht  beschrieben  werden 
kann,  sowie  dass  der  Preis  dieser  Fabrikate  ungewöhnlich  hoch  ist.  Die  Verlags- 
anstalt Bruckmann  ist  übrigens  bereit,  das  Aufziehen  einer  Serie  von  300  Blatt 
auf  starkem  graublauen  Carton  itn  Format  19  : 24  cm  zum  Preise  von  24  Mark 
zu  übernehmen. 

Der  Titel  der  Unternehmung  hat  auf  mehrfach  geäusserten  Wunsch  hin  eine 
Aenderung  erfahren.  Wir  bitten,  die  Publication  künftig  unter  dem  Namen 
„Einzelaufnahmen“  (E-A)  oder  (unlogisch,  aber  praktisch)  „Einzel verkauf“  (E-V) 
citieren  zu  wollen. 

Von  Recensionen  sind  ein  mit  ,,M“  gezeichneter  Bericht  in  der  Frankfurter 
Zeitung  vom  7.  April  1900,  sowie  die  Besprechung  von  Gräf  (Jahresbericht  Uber 
antike  Plastik,  in  Bursians  Jahresbericht  CX  [1901]  S.  74)  zu  erwähnen.  Der  Auf- 
forderung, unsere  Texte  kürzer  zu  gestalten,  können  wir  nicht  nachkommen,  da 
wir  nicht  nur  für  Andere  Arbeitsmaterial  herbeizuschaffen  beabsichtigen,  sondern  auch 
selbst  eine  wenigstens  vorläufige  Einordnung  und  Würdigung  der  einzelnen  Stücke, 
die  wir  veröffentlichen,  geben  wollen. 


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Wir  erwarten  im  Übrigen  vom  Rechtlichkeitssinn  unserer  Fach- 
genossen mit  Bestimmtheit,  dass  Keiner  von  ihnen  den  weiteren  Ab- 
sichten, die  wir  mit  dieser  unserer  Unternehmung  verfolgen,  durch 
ähnliche  Veröffentlichungen  oder  durch  Ausbeutung  der  unsrigeu 
hindernd  in  den  Weg  tritt. 

Unsem  Mitarbeitern  herzlichen  Dank  für  ihre  Hilfsbereitschaft!  Adam 
Flasch  müssen  wir  ihn  ins  Grab  nachrufen. 

München  und  Rom,  Februar  1902. 


Paul  Arndt. 
Walther  Amelung. 


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Inhalt 


Spalt« 

Nr.  1201 — 1265.  Athen,  Nationalmnsenin 1 — 32 

„ 1266 — 1273.  Athen,  Nationalmuseum,  Magazine 32 — 34 

„ 1274 — 1287.  Athen,  Akropolismuseum 3-1 — 37 

„ 1288 — 1297.  Athen,  Kunstbandel 37 — 39 

„ 1298 — 1299.  Kleuaiä,  Museum 39 — 40 

„ 1300.  Oropos,  Ainphiareion 41 

„ 1301 — 1303.  Thespiae,  Museum 41 — 42 

„ 1304 — 1306.  Patras,  Dimarchie 43 

„ 1307 — 1309.  Patras,  Gymnasion 43—46 

„ 1310.  Kloster  Lukü  (Tbyreatis) 46 

„ 1311 — 1324.  Sparta,  Museum  ..............  46 — 51 

„ 1325—1328.  Corffi,  Gymnasion 51—52 

„ 1329.  Andros,  Palaeopolis 52 — 54 

„ 1330 — 1332.  Paros,  Museum 54 

„ 1333.  Paros,  Ortschaft  Kustos 54 — 55 

„ 1334 — 1337.  Paros,  Privatbesitz 55 

„ 1338 — 1344.  Smyrna,  Kräng.  Schule 55 — 58 

„ 1345 — 1350.  Smyrna,  Konak 58 — 59 

„ 1351 — 1352.  Smyrna,  Sammlung  Gaudin 59—60 

„ 1353.  Konstantinopel,  Kunsthandel  60 

„ 1354 — 1355.  Itom,  Palazzo  Aldobrandini 60 — 61 

„ 1356 — 1357-  Rom,  Privatbesitz 61 — 63 

„ 1358 — 1365.  Genna,  Palazzo  reale 63 — 66 

„ 1366 — 1370.  Genua,  Palazzo  bianco 66—68 

„ 1371 — 1372.  Genna,  Villa  Gruber 69—70 

„ 1373 — 1380.  l'dine,  Klient.  Sammlung  Cernazai • 70 — 71 

„ 1381 — 1383.  Trient,  Museo  mnnicipale 71 — 75 

„ 1384—1408.  Aix  en  Provence,  Muse« 75 — 80 

„ 1409 — 1430.  Nimes,  Maison  carree 81 — 88 

„ 1431.  Nimes,  Kcole  des  beaux-arts 88 — 92 

„ 1432 — 1435.  Mannheim,  Grossherzogi.  Antiquarinm 92 — 93 

„ 1436 — 1443.  Karlsrahe,  Vereinigte  Sammlungen 93 — 99 

„ 1444 — 1447.  Schloss  Krbach 99 — 102 

„ 1448 — 1451.  Dannstadt,  Sammlung  von  Heyl 103 — 105 

„ 1452.  Würzburg,  Privatbesitz 105 

„ 1453—1459.  München,  Sammlung  Georg  Hirth 106 — 107 

„ 1460 — 1475.  Jena,  Sammlung  Schott 107 — 110 

„ 1476 — 1488.  Kopenhagen,  Thorvaldsenmnsenm 110 — 117 

„ 1489 — 1500.  Escorial,  Codex  Escorialensis 117 — 122 


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1 


Athen. 


2 


Athen. 

Nationalmuseum. 

1201  und  1202.  Jugendlicher  Kopf. 
Kavvadias65.  Etwa*  unterlebensgross.  Die  Angen 
waren  aus  anderem  Stoffe  eingesotr-t.  An  den 
Seiten  fielen  Schultorlocken  herab.  Erwähnt: 
Arndt  - Amelung , Einzclaufnahmen,  n°  427/428; 
ebenda,  Nachträge  zu  Serie  IV,  n0  427  128;  Arndt, 
laGlyptotlieque  Ny-Carlsberg,  Text  zu  pl  16,  note  1 
Furtwänglcr,  Statuencopien  I,  p.  13.  Die  freieren 
Gcsichtszügc  contrastieren  mit  der  altertümlichen 
Haarfrisur:  es  bleibt  zu  untersuchen,  ob  dieselbe 
bewusstem  Wiederaufnehmen  archaischer  Formen 
ihre  Anwendung  verdankt,  oder  ob  sie  ein  älteres 
Detail  ist,  das  eich  in  jüngere  Zeit  hinüber  ge- 
halten hat.  Nach  Furtwänglcr  Kichtung  des 
Kallimachoa.  Die  Arbeit  des  Kopfes  ist  leblos 
und  nüchtern,  seine  Benennung  zweifelhaft. 

(Arndt.) 

1203  und  1204.  Weiblicher  Kopf.  Kavva- 
dias  381.  Sybcl  718.  Arndt,  la  Glyptotheque  Ny- 
Carlsberg,  Text  zu  pl.  43.  Etwas  unterlcbeusgross. 
Locher  für  Ohrringe.  Auf  der  Rückseite  nur  an- 
gelegt Binden  quer  über  die  Stirn  und  um  den  Obcr- 
schädel;  das  Haar  des  Hinterkopfes  in  der  Sphcn- 
done.  Bei  schlechter  Erhaltung  und  harter  Arbeit 
interessant  als  ältere  Vorstufo  von  Typen,  wie 
der  sog.  Madrider  Sappho  (Aphrodite  phidiasischer 
Zeit:  Furtwängler,  Meisterwerke  p 98  ff.)  und 
den  «Glyptotheque  Ny- Carlsberg«  a.  a.  0.  zu- 
sammcngestcllten  Köpfen.  (Arndt.) 

1205  und  1206.  Weiblicher  Kopf.  Kavva- 
dias  f>50.  1883  in  Theben  gefunden.  Sehr  grob- 
körniger Marmor  (nicht  pcntclischcr,  wie  Kavva- 
dias  angiebt).  Wiederholung  des  Kopfes,  der  auf 
der  Artemis  Colonna  (Berlin  69)  nicht  zugehörig 
aufsitzt  (vgl.  oben  zu  n°  337).  Der  Typus  scheint 
im  Anfang  des  4.  Jahrb.  geschaffen  worden  zu 


sein  und,  nach  der  Zahl  der  Repliken  zu  urteilen 
— eine  weitere  ist  unlängst  in  die  Glyptothek 
Ny-Carlsberg  gelangt  — , sich  grosser  Beliebtheit 
erfreut  zu  haben.  Auch  auf  dem  Sarkophage  der 
Klagcfraucn  in  Konstantinopel  finden  sieh  ähnliche 
Köpfe.  Vgl.  Klein,  Praxiteles,  p.  344  ff.  Zu  welcher 
Statue  der  Typus  gehört,  Ist  noch  nicht  bekannt. 
Die  Arbeit  des  vorliegenden  Excmplares  ist  nicht 
ilbcl,  die  Erhaltung  dagegen  schlecht  (A  rn  d t.) 

1207—1209.  Jünglingskopf,  sog.  Jnba. 
Kavvadias  467;  dort  die  ältere  Litteratur.  Etwas 
nnterlebensgross.  Die  auf  den  Fundort  (die  Atta- 
loestoa  in  Athen!  sich  gründende  Deutung  auf 
Juba  II.  von  Mauretanien,  die  von  Brunn  aufge- 
stellt worden  ist,  entbehrt  jeglicher  Wahrschein- 
lichkeit; vgl.  Helbig,  Führer  'I,  426.  Der  Kopf 
stellt  vielmehr  offenbar  einen  jugendlichen  Ath- 
leten dar,  der  sich  ein  Tuch  in  mehrfachen  Win- 
dungen um  den  Schädel  geschlungen  hat,  ver- 
mutlich zum  Schutze  bei  palästrischcn  Übungen, 
wie  wir  dies  auch  sonst  auf  Denkmälern  sehen 
(vgl  Brunn-Bruckinann,  Tafel  527,  und  das  im 
Text  dazu  Bemerkte).  Der  Kopf  ist  meines  Er- 
achtens eine  feine,  bisher  nicht  gewürdigte,  Ori- 
ginalarbcit  des  4 Jahrhunderts.  Die  von  Kavva- 
dias unter  n°  458  erwähnte,  am  gleichen  Orte 
gefundene  Wiederholung  des  Typus  ist  mir  in 
Athen  nicht  zu  Geeicht  gekommen.  (Arndt.) 

1210  und  1211.  Jünglingskopf.  Kavva- 
dias 364.  Sybel  684.  In  Athen  gefunden.  Ge- 
schwolleno  Athletenohren.  Sehr  individueller  Ty- 
pus frühestens  vom  Ende  des  4.  Jahrh.  Die 
Lippenränder  sind  durch  eine  feine  Linie  ange- 
geben; darnach  ist  der  Kopf  Kopie  nach  Bronze 
Harte  Arbeit.  (Arndt.) 

1212.  Attisches  Urkundenrclicf,  Vom 
Südfuss  der  Akropolis.  Foueart,  Bull,  Corrcsp 
hellen.  1878  T.  X p,  37  ff.  CIA  II  2,653;  IV  2.  p.  17T. 
Sybel  4012.  Fried. -Woltem  zu  No  1158.  Leliuer 


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3 


Athen. 


4 


Athen.  Schatzverzeichn,  p.  127  f.  Collignon,  Hist, 
do  la  Sculpt.  II  F.  71.  — Die  Urkunde,  welcher 
unser  ltelicf  als  Krönung  dient,  ist  das  Protokoll 
betreffend  die  Übergabe  des  Schatzes  der  Athens 
und  der  anderen  Götter  seitens  der  Schatziueister- 
kommission  des  Jahres  398/7  vor  Ohr.  an  jene 
des  darauffolgenden  Jahres.  Dargestcllt  ist 
Athens,  in  deren  R.  ein  würdevoller  bärtiger 
Mann  die  seinige  legt.  In  diesem  hat  man  einen 
der  anderen  Götter,  den  Demos,  endlich  den 
Vertreter  des  Reamtcnkollegs,  auf  welches  die 
Urkunde  sich  bezieht,  erblicken  wollen.  Keine 
dieser  Deutungen  ist  einwandfrei;  die  Wahr- 
scheinlichkeit jeder  einzelnen  kann  nur  an  einem 
Überblick  über  den  Sprachgebrauch  dieser  Reliefs 
abgewogen  werden,  der  an  anderer  Stelle  gegeben 
werden  soll.  Die  Abhängigkeit  der  Athena  vom 
Gohlelfenbeinbitde  des  Pbeidias  bedarf,  trotz  der 
Verkleinerung  bezw.  Vereinfachung  von  Acgis 
und  Helm,  keines  Hinweises.  Für  das  Motiv  der 
männlichen  Figur,  in  Relief  und  Zeichnung  von 
der  Mitte  des  5.  Jahrh.  ab  in  verschiedenster 
Verwendung  beliebt,  liegen  dio  Vorbilder  sicher 
noch  jenseits  des  Parthenonfrieses.  Vgl.  auch 
No.  1256.  Unser  Relief  ist  eines  der  sorgfaltigst 
ausgeführten  seiner  Gattung  Die  liebevoll 
spielende  Bewegung  der  Gewandsäuine  bildet  in 
anderen  gleichzeitigen  Reliefs  Analogien. 

(Löwy.) 

1213.  Attisches  Urkunden rclief.  Schöne, 
Gr.  Rel.  No.  48.  CIA  II  1,  6«.  Sybel  33«.  Fried.- 
Wolters  1163.  v.  Nullet,  ßcschr.  d.  aut.  Münzen  II 
p.  103  f.  No.  36.  v.  Scala,  .Staatsverträge  d.  Altert.  I 
No.  191.  Dittenberger,  Syll.’  I,  115.  — Die  Ur- 
kunde, aus  dem  Jahre.  856/5  vor  Chr , betrifft  iu 
dem  erhaltenen  Teile  Verhandlungen  mit  Abge- 
sandten des  thrakischcn  Neopolis,  wahrscheinlich 
den  Alischhias  eines  Bündnisses.  Demgemäss 
reicht  im  Relief  Athena  der  durch  die  Inschrift 
auf  dem  Sims  als  Parthenos  bezeichneten  Stadt- 
göttin von  Keo))olis  die  Hand.  Athena  ist  wieder 
im  pheidias'schen  Typus  dargestcllt;  die  Parthenos, 
in  deren  Kleinheit  sich  das  politische  Macht- 
verhältnis ansspricht,  giebt  sicher  das  heimische 
Idol  wieder,  dessen  Aussehen  dem  attischen  Stein- 
metzen offenbar  durch  Münzen  vermittelt  wurde. 

(Löwy.) 

1214.  Attisches  Urkundenrelief  Schöne, 
Rel.  No.  93.  CIA  II  1,69.  Sybel  316.  Fried.- Wolters 
1164.  Dittenberger,  Syll.’  I.  116.  — Die  Inschrift, 
vom  Jahre  355  4 vor  C'hr.,  enthält  die  Verleihung 
der  erblichen  Prozente  an  die  Bewohner  einer 
hellrspontischen  Stadt  für  eine  wichtige  Meldung 


während  des  Feldzuges  des  Cliares  gegen  die 
abtrünnigen  Inseln  des  thrakischen  Meeres.  Das 
(durch  Abschlagen  auf  die  Silhouetten  beschränkte) 
Relief  stellt  im  Sinne  und  offenbar  im  Aufträge 
des  Geehrten  diesen  selbst  dar,  wie  er  in  an- 
betender Huldigung  der  Göttin  Athens  für  die 
Auszeichnung  dankt.  Eben  den  Geehrten  hat  man, 
gewiss  richtig,  in  dem  links  hinter  Athena  heran- 
sprengenden Reiter  vermutet  — ein  in  diesen 
Kunstwerken  nicht  befremdendes  Beispiel  naiv- 
kompletierender  Darstellung.  In  der  Athena  ist 
die  Anlehnung  an  die  pheidias’sche  Statue 
besonders  eng : im  abgesetzten  Schild  die  Schlange, 
auf  der  Hand  die  Nike.  Letztere  hält  nach 
Schöne's  Zeichnung  einen  Kranz.  (Löwy.) 

1215.  Attisches  Urkundenrelief.  Arch. 
Dritten  1891  p.  89  No.  23.  CIA  IV  2,  &3c  A.  Körte, 
Athen.  Mitt.  1893  p.  253  ff.  Phot.  Inst.  Ath.  NM  229. 
— Die  geringen  Reste  der  Inschrift  unter  dem  Relief 
ergeben  nichts  für  die  besondere  Beziehung  der 
Darstellung.  Nach  den  Aufschriften  auf  dem 
Epistyl  sind  die  beiden  grösseren  Gestalten 
Ampluaraos  und  Hygieia,  der  wohl  durch  Be- 
kränzung  (dies  hier  wahrscheinlicher  als  Hand- 
aufiegen,  s.  No.  1232)  seitens  der  Letzteren  Geehrte 
heisst  Artikleides.  Das  Relief  kam  in  der  Gegend 
des  sog.  Theseion  zum  Vorschein.  Auch  andere 
eben  daher  rührende  Funde  bezeugen  ein  städti- 
sches Heiligtum  des  Amphiaraos;  Verdienste  um 
dieses  mochten  die  öffentliche  Ehrung  des  Ar- 
tiklcides  veranlassen.  Amphiaraos  ist  ganz  nach 
einem  für  Asklepios  geläufigen  Typus  (vgl. 
No.  1224  f.)  gebildet  (s.  Körte  a.  0.  und  Reisch, 
Festschr.  f.  0.  Benndorf  p.  143  ff.);  bis  auf  den 
anders  bewegten  r.  Arm  und  die  fehlende  Schlange 
entspricht  er  genau  der  am  reinsten  durch  eine 
epidaurischc  Statue  (Athen.  Mitt  1892  T.  I p.  1 ff.) 
vertretenen  Varietät,  deren  Erfindung  Wolters 
(ebenda)  der  Zeit  des  Praxiteles  zuweist.  Nicht 
früher  ist,  glaube  ich,  unser  Relief  anznsetzen; 
die  in  der  Photographie  erkennbaren  Schriftreste 
widersprochen  wohl  nicht  Hygieia  ist  nahezu 
identisch  mit  der  von  No.  1232;  zum  Krug  in 
ihrer  Hand  vgl.  No.  1220.  Wie  sonach  in  der 
Erfindung  der  Figuren  sich  ein  besonderes  Maas 
von  Abhängigkeit  kundgiebt,  bo  herrscht  in  der 
Durchführung  starke  Eintönigkeit  und  fehlt  es 
zwischen  den  nur  für  den  Beschauer  posierenden 
Figuren  an  innerer  Verbindung.  (Löwy.) 

1216.  AttischesUrkundenrelief.  Schöne, 
Rel.  No.  94.  Sybel  337.  — Die  mit  den  unteren  Partien 
der  Figuren  weggebrochene  Inschrift  bezog  sich, 
wie  aus  der  erhaltenen  Adorantenfigur  hervorgeht 


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& 


Athen 


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(vgl.  zu  No  1314),  auf  Ehrung  einer  oder  mehrerer 
Personen.  In  dem  fehlenden  Teil  rechts  können 
noch  andere  Sterbliche  oder  etwa  ein  (bekrän- 
zender) Demos  als  Gegenstück  zu  der  links  hinter 
Athena  befindlichen,  inschriftlich  bezcichneten 
Bule  gestanden  haben.  Letztere,  wohl  für  den 
Gebrauch  dieser  Reliefs  erfunden,  lehnt  sicli  im 
Allgemeinen  an  matronaie  Göttertypen  des  aus- 
gehenden 5.  Jahrh.  an.  Ob  die  in  der  Athena 
vorliegende  Erweiterung  resp.  Abänderung  des 
Parthenostypus  durch  den  Mantel  und  den  dem 
jüngeren  Ideal  gemäaseren  korinthischen  Helm  auf 
ein  bestimmtes  statuarisches  Vorbild  zurückgeht, 
ist  fraglich.  Wohl  noch  erste  Uälfte  des  4.  Jahrh. 

(Löwy.) 

1217.  Attisches  Urkundenrelief.  Wahr- 
scheinlich aus  Acharnä.  Le  Ilas,  Mon.  fig.  T.  43,  2, 
p.TOf.  (Rein  ach).  Sy  bei  341.  Milchhüfer,  Athen.  Mitt. 
1888  p.  336  No.  499.  Deneken,  Heros,  in  Roscher’s 
Lex.  1 2,  2565.  — Hei  der  grösser  gebildeten, 
anscheinend  bärtigen  Gestalt  in  kriegerischer 
Rüstung  kann  man  an  einen  Gott,  einen  Epo- 
nymos  oder  sonstigen  Heros,  wie  an  den  Demos 
denken.  Doch  lässt  das  Fehlen  der  Inschrift 
hierüber,  wie  Uber  das  Verhältnis  der  drei  Männer, 
die  dem  idealen  Urheber  empfangener  Ehrung  in 
solcher  Webe  den  Dank  zurückgeben,  nichts  Be- 
stimmtes sagen.  Ruhig  beqnenie  Standmotive,  wie 
sie  schon  der  Parthenonfries  kennt,  werden  in  der 
Kunst  dieser  Reliefs  für  die  Verehrung  entgegen- 
nebmenden  Wesen  begreiflicherweise  schon  früh 
bevorzugt;  statuarisch  bt  die  hier  vorliegende 
Kombination  (aufgestiitzte  Hand,  gekreuzte  Beine) 
wohl  erst  im  vorgerückten  4.  Jahrh.  ausgebildet 
worden;  vgl.  Amelung,  Röm.  Mitt.  1994  p.  69; 
Arndt  zu  Einzelaufnahmen  No  677  f. 

(Löwy.) 

1218,  i (NM  1419).  AttischesUrkunden- 
r e I i c f.  Schöne,  Rel.  No.  59.  CIA  1, 75.  Sybel  834. 
— Nach  dem  unter  dem  Relief  erhaltenen  Reste  der 
Einleitungsformel  eines  Beschlusses  nocii  aus  dem 
5.  Jahrh , möglicherwebe  noch  periklcischcr  Zeit, 
daher  eines  der  ältesten  erhaltenen  Urkundcnreliefs. 
Die  den  drei  übrigen  Bärtigen  voranschreitende 
Figur  scheint  durch  die  grössere  Gestalt  ab  ihr  i 
Anführer  gekennzeichnet  zu  sein;  doch  wäre  auch 
die  Deutung  auf  oin  übermenschliches  Wesen 
(Demos)  nicht  ganz  ausgeschlossen.  Der  noch 
strengen  Zeit  entspricht  die  fein  empfindende  Aus- 
führung mit  leicht  archaischen  Reminiszenzen  im 
Stande  der  Figuren,  sowie  die  von  Routine  freie 
Behandlung  der  Gewandmotive  mit  den  stellen- 
weise noch  leblos  aufgesetzten  Falten.  (I,  ö w y.) 


1218.  2 (NM  1430).  Ich  weise  dieses  feine,  ge- 
wiss nicht  unter  die  ersten  Jahrzehnte  des  4.  Jahrh. 
herabzurückende  Reliefbruchstück  aus  Sybel 
nicht  zu  identifizieren,  obwohl  cs  nach  dem  auf- 
gemalten II  zum  älteren  Akropolisbestand  zu  ge- 
hören scheint  Die  zwei  jugendlichen  Gestalten 
rechts  und  ihre  im  Vergleich  mit  den  anderen 
kleinere  Statur  könnten  an  eine  Familie  von 
Heilgöttern  denken  lassen,  doch  stimmt  damit  die 
Haltung  der  anderen  und  wohl  auch  die  Tracht 
des  Jünglings  selber  nicht.  Nahe  liegt  der  Ge- 
danke an  Adoranten;  doch  bleibt  auch  hiebddie 
Haltung  des  (einen  undeutlichen  Gegenstand  an 
die  Brust  drückenden  ?}  Mädchens  wie  die  starke 
Bewegung  der  äussersten  Figur  links  auffällig. 

(Löwy) 

1219.  Votivrelief  atu  dem  Asklcpieion 
am  Südfuse  der  Akropolb.  Der  Asklepiue  1 aus 
Sybel  4306  (?)  und  4252  zusammengesetzt;  der 
Adorant  anscheinend  Sybel  4263.  Die  Richtigkeit 
der  letzteren  Zusammensetzung  kann  ich  nach  der 
Photographie  nicht  beurteilen.  Asklepios  und  ein 
Sterblicher.  Ersterer  nach  dem  ersten  der  von 
Thrämer,  Asklepios,  in  Roscher’s  Lex.  1 1,  634  IT. 
unterschiedenen  Schemata,  worüber  zu  No.  1220 
und  1231.  In  dem  nicht  gewöhnlichen  Stock  in 
der  Hand  des  Adoranten  wie  in  dessen  steifem 
Stand  auf  beiden  Füssen  bt  vielleicht  ein  liinweb 
auf  sein  der  Weihung  zn  Grunde  liegendes  Ge- 
brechen beabsichtigt  Nicht  zn  frühes  4.  Jahrh. 

(Löwy.) 

1220.  Votivrelief  aus  dem  Asklcpieion 
in  Athen,  v.  Duhn,  Athen  Mitt.  1877  T.  XIV, 
p.  214  fT  Sybel  4327.  Fried.  - Wolters  1143. 
Löwe,  De  Aescnlapii  figura  p.  18  ff.  — Dem 
Heilgott  mit  seiner  Familie  tritt  ab  Adorant 
der  Stifter  des  Reliefs  in  kurzem  gegürteten  Chi- 
ton mit  llelmkappe  gegenüber.  Dass  Letzterer 
dem  Gott  für  an  sich  erfahrene  Heilung  dankt, 
das  am  Zügel  nachgeführte  Pferd  darnach  nur 
seinen  ritterlichen  Stand  nusdrUckt,  möchte  man 
lieber  glauben,  ab  dass  die  Heilkunst  des  Askle- 
pios für  das  Pferd  angerufen  worden  wäre.  In 
den  über  dem  Kopf  des  Adoranten  erhaltenen  In- 
schriftresten AN---  IOI — glaubte  v.  Duhn  vor- 
euklidische  Zeit  (£« . . .)  zu  erkennen,  was  freilich 
nicht  sicher  ist  Doch  genügt  diu  Stilbtische,  um  das 
Stück  dem  5.  Jahrh.,  somit  der  Zeit  unmittelbar 
nach  Begründung  des  Heiligtums  zuzuweben,  von 
dessen  erhaltenen  (bezw.  publizierten)  Weihreliefs 
es  das  älteste  bt.  Dass  die  Gestalt  des  Asklepios, 
von  dessen  1.  Hand  möglicherweise  ein  gemalter 
Stab  berniederging,  durch  das  bereits  bestehende 

2 


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7 


Athen. 


8 


Tempelbild  (A.  Körte,  Athen.  Mitt.  18%  p 316) 
bestimmt  sei,  wird  man  um  so  eher  glauben 
dürfen,  als  im  Grunde  sämtliche  Elemente  der 
späteren  Darstellungen  des  stehenden  Asklepios 
(s.  die  Aufzählung  bei  Thrämer,  Asklepios,  in 
Roschcr’s  Lex.  1 1, 633  ff.),  die  ihrerseits  als  Varia- 
tionen eines  und  desselben  Themas  betrachtet 
werden  können  (vgl.  A.  Körte,  Athen.  Mitt.  1893 
p.  253),  hier  schon  vereinigt  sind.  Damit  soll 
natürlich  nicht  gesagt  sein,  dass  dieser  Typus 
nicht  schon  aus  vorhandenem  Kunstvorrat  schöpfte, 
noch  entschieden,  ob  In  der  Verwendung  für  den 
Heilgott  oder  -Heros  die  Priorität  Asklepios  ge- 
hörte (vgl.  Furtwiinglor,  Meister w.  p.  368;  399). 
Dass  von  den  1.  folgenden  Figuren  auch  die 
Asklep  zunächst  stehende  seine  Tochter  ist,  geht 
aus  ihrer  mädchenhaften  Erscheinung,  sowie  aus 
dem  den  beiden  weiblichen  Gestalten  gemeinsamen  ! 
Grössenunterschied  gegen  Asklepios  hervor;  seit 
Koepp,  Athen.  Mitt.  1885  p.  260  hat  man  in  ihnen 
allgemein  (vgl.  zuletzt  Blinkenberg,  ebenda  1899, 
p.  303)  Panakeia  nnd  Iaso  erkannt.  Die  Ver- 
schiedenheit der  Tracht  entspricht  einer  in  der 
griechischen  Kunst  weitverbreiteten  Tendenz  (vgl. 
archaische  Chariten-  und  Kymphendarstellungen  | 
ii.  s.  w.);  der  Krug,  wohl  mit  Hciltrank,  soll  die 
Charakteristik  vervollständigen;  über  das  Motiv 
des  Sichanfassens  vgl.  Jahrb.  d.  Inst.  1887  p.  108, 
Blinkenberg  a.  0.  p.  300.  Schwerlich  werden  auch 
für  diese  Figuren  statuarische  Vorbilder  anzu- 
nehmen sein;  dass  es  aber  auch  für  ihre  Verbin- 
dung nicht  an  einer  künstlerischen  Tradition  fehlte, 
zeigt  No  1221.  Die  individuelle  Gesichtsbildung 
des  Adoranten  ist,  wie  Milchhöfer,  Athen  Mitt. 
1880  p.  207  bemerkt,  ein  den  älteren  attischen 
Votivreliefs  gemeinsamer  Zug.  Dasselbe  gilt  für  | 
die  schlichte,  architektonischer  Einfassung  noch 
entbehrende  Form  (Milchhöfer,  ebnda  p.  220;  vgl. 
auf  anderem  Gebiet  Brückner,  Ornament  und 
Form  d.  Grabstelen  p.  62  f.).  Im  übrigen  ver- 
leugnet unser  Belief  auch  in  der  Anmut  der 
Motive  wie  in  der  Naivetät  des  Ausdrucks  (man 
beachte  die  Abstufung  der  Grössen,  das  unmittel- 
bare Herantreten  des  Sterblichen  an  die  Götter 
u.  s.  w.)  seine  Entstehungszeit  nicht.  (Löwy.) 

1221.  Votiv  re  lief  aus  dem  Asklepieion 
in  Athen,  v.  Duhn,  Athen.  Mitt  1*77  T.  XV' 
p.  215  ff.  Girard.  L'Asclepieion  T 3.  Sybel  3995. 
Brunn-Bnickinann  T.  62a.  Thrämer,  Asklepios, 
in  Roscher  s Lex.  I I,  639  f.  — Über  den  zu 
einem  Stückchen  noch  erhaltenen  Tisch  mit 
Opfergaben  s.  zu  No.  1231.  Die  Asklepios 
zugesellten  weiblichen  Gestalten  sind,  wie  in  i 


No.  1220  und  aus  denselben  Gründen,  Panakeia 
und  Iaso;  dass  die  voranschreitende  für  diese 
Deutung  zu  matronal  sei,  lässt  Bich  angesichts 
der  Photographie  wohl  nicht  aufrechterhalten, 
vgl.  auch  Koepp,  Athen.  Mitt.  1885  p.  260.  Für 
den  Fortbestand  gewisser  Hauptzüge  der  Charak- 
teristik bei  stilistischer  Weiterbildung  der  Motive 
selbst  ist  bezeichnend,  dass  auch  hier  eine  Unter- 
scheidung der  Schwestern,  u.  zw.  durch  dieselben 
Trachtelemcnte  gegeben  ist,  wie  in  dem  um 
mehrere  Jahrzehnte  älteren  Relief  No.  1220.  So 
ist  auch  der  Asklepios  eine  Weiterbildung  des 
No.  1220  erscheinenden  Typus.  Nur  war  hier 
die  Kleinreliefkunst  nicht  auf  sich  augewiesen: 
das  Schema  ist  statuarisch  durch  zahlreiche 
Exemplare  belegt  (Thrämer  a.  0.  631,  1),  und  die 
schon  von  Duhn  gerügte  ungeschickte  Anbrin- 
gung des  Stabes  unter  der  dem  Beschauer  zuge- 
wandten Achsel  in  unserem  Relief  erklärt  sich 
besonders  gut  aus  dem  engen  Anschluss  an 
ein  statuarisches  Original  Überhaupt  giebt  cs 
in  dieser  ganzen  Gruppe  von  Reliefs  kaum  eine 
Darstellung  des  stehenden  Asklepios,  die  nicht 
ihr  Gegenstück  in  erhaltenen  Statuen  hätte:  es 
lässt  das  bei  dem  schon  charakterisierten  Ver- 
hältnis dieser  Typen  zu  einander  (No.  1220)  einen 
Schluss  auf  die  gegenseitige  Originalität  der 
Asklepiosbildungen  zu,  die  uns  gerade  für  das 
4.  Jahrh.  von  namhaften  Bildhauern  in  grösserer 
Zahl  bezeugt  sind.  Die  in  Rede  steheude  Ge- 
staltung des  Typus  würde  ich,  abweichend  von 
Furtwängler,  Meisterw.  p.  121,  3;  488,  3,  nicht  vor 
dem  4.  Jahrh.  ansetzen  Freilich  gebricht  es  uns 
für  die  Entwicklung  der  Gewandmotive  in  der 
Zeit  zwischen  der  Schule  des  Pbeidias  und 
Praxiteles  noch  an  gesicherten  chronologischen 
Kriterien.  (Löwy.) 

1222.  Votivrelief  aus  dem  Asklepieion 
in  Athen.  Sybel  4001.  Koepp,  Athen  Mitt.  1885 
p.  258.  — Asklep  entspricht  dem  Schema  III 
Thrämers  (Asklepios,  in  Roscher's  Lex  I 1,  636). 
Schwierigkeit  macht  die  Erklärung  der  neben 
ihm  stehenden,  in  Bildung  und  Tracht  (doppelter 
Chiton,  schwerer,  über  den  Kopf  gezogener 
Mantel)  völlig  matronal  erscheinenden  Figur, 
wie  sie  als  einzige  Genossin  des  Asklepios 
auch  in  anderen  Reliefs  dieser  Gattung  (z.  B. 
No.  1223  f.)  vorkömmt,  v.  Duhn,  Athen.  Mitt. 
1877  p.  218  f.  betrachtet  sic  ;ila  Hygieia.  und 
Koepp  a 0.  p.  257  ff  zog  aus  diesen  Reliefs 
den  Schluss,  dass  die  attischo  Kunst  des  -1  Jabrh. 
iti  der  Darstellung  der  Hygieia  zunächst  zwischen 
dem  matronalen  und  dem  jungfräulichen  Ideal 


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Athen. 


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schwankte1  , bis  das  letztere  Uberwog.  Beige- 
stimmt  haben  A.  Körte,  Athen.  Mitt.  1893  p.  250, 
Lechat,  Hygea,  in  Daremberg  n.  Saglio,  Dict.  V 
p.  329;  Einsprache  erhob  Thrämer,  Hygieia,  in 
Koseher's  I,ez.  1 2,  2780  ff.  Befremdend  bliebe  ein 
solches  Neben  einanderbestehen  zweier  verschie- 
dener Vorstellungen  immer,  und  so  plausibel  es 
an  sich  wäre,  wenn  in  der  Verkörperung  der  Ge- 
sundheit die  Kunst  statt  der  knospenden  die  beran- 
gereifte  Jungfrau  zum  Vorbild  gewühlt  hätte 
(v.  Wilamowitz,  Isylloe  p.  193),  so  geht  sie  in  dem 
vorliegenden  Falle  doch  von  einem  geradezu 
matronalen  Ideal  aus  und  in  dessen  Betonung  so 
weit,  wie  es  neben  Asklepios  nur  für  eine  Gattin 
passend  scheint:  als  solche  ist  aber  Hygieia  der 
Vorstellung  dieser  Zeit  durchaus  fremd.  Wo  in 
auseerattischcn,  aber  doch  von  attischer  Kunst  ab- 
hängigen Asklepiosreliefs  eine  analoge  Figur  er- 
scheint, wird  sie  unbedenklich  als  Epione  erklärt, 
während  andrerseits  bei  den  sonst  fUr  eine  raa- 
tronalc  Hygieia  angeführten  attischen  Beispielen 
der  Bezug  auf  den  asklepischen  Kreis  zumeist 
unsicher,  die  künstlerische  Charakteristik  überdies 
eine  andere  ist.  Dass  Epione  auch  in  attischen 
Darstellungen  der  Familie  des  Asklepios  nicht 
fehlt,  ist  jetzt  durch  das  von  Ziehen,  Athen. 
Mitt.  1892  p.  242  zusammengesetzte  Relief  er- 
wiesen; vgl.  auch  Thrämer  a.  0.,  zu  Sybel  4988. 
Gleichwohl  kann  ich  miyh  nur  mit  Vorbehalt  der 
Benennung  dieser  Figur  als  Epione  anschüessen, 
und  dies  wegen  Ko.  1224,  wo  sie  als  dem  Altar 
zunächst  stehend  und  mit  Schale  versehen  an  der 
Ehrung  grösseren  Anteil  zu  haben  scheint,  als  für 
Epione  recht  verständlich  ist,  überdies  gegen  Askle- 
pios auffällig  kleiner  gebildet  ist,  und  Ko.  1227,  wo 
die  verschleierte  Figur,  wenn  die  Zerstörung  nicht 
täuscht,  mädchenhaft  schlank  und  an  den  Stuhl 
des  Asklepios  gelehnt  ist  in  einer  Welse,  wie  sie 
sich  nicht  selten  für  Hygieia  angewandt  findet 
und  der  Tochter  eher  angemessen  scheint  als  der 
ebenbürtigen  Gattin.  Dass  in  unserem  Relief  die 
Figur  nicht  ganz  freie  Gestaltung  des  Künstlers 
ist,  scheint  mir  auB  Ko.  1223  hervorzugehen,  wo 
offenbar  dasselbe  Vorbild  wiedergegeben  ist  (man 
beachte  auch  die  Befestigung  des  Mantels  unter 
der  I.  Hüfte),  dessen  statuarische  Natur  durch  die  in 
beiden  Reliefs  abweichenden  Ansichten  besonders 
ins  Licht  gerückt  wird  (s.  auch  zum  Asklepios 
Ko.  1221):  man  vergleiche  dazu  die  eine  Muse 
der  Mantincabaais  und  Amelnng,  Basis  d.  I’raxit. 
p.  16  ff.  Überhaupt  veranschaulichen  Ko.  1222 
und  1223  in  der  handelnd  belebten  Erscheinung 
der  schräg  gestellten  Götter  auf  Ko.  1222  und 


der  die  Adoranten  des  Bildes  ignorierenden  Vorder- 
ansicht in  1223  zwei  Tendenzen,  denen  das  Votiv- 
relief des  4.  Jahrk.  in  gleicher  Weise  zustrebt; 
charakteristisch  für  die  erstere  ist  auch  die 
Lockerung  der  Adorantengruppe  in  1222  mit  teil- 
weiser  Abkehrung  der  Gestalten,  ln  dem  von 
dem  Opferknecht  gefassten  Gegenstand  erkannten 
Duhn  und  Sybel  das  Horn  eines  Stieres,  der  als 
Opfertier  für  Asklep  auch  in  der  Inschrift  CIA 
II  1,  453  b,  Z.  7,  p.  418  und  dem  Pariser  Relief 
Rochctte,  Mon.  inöd.  III  T.  70,  Phot.  Giraudon 
1009,  vorkömmt.  (Löwy.) 

1223.  Votivrelief  aus  dem  Asklepieion 

in  Athen.  Svhel  3994.  — S-  zu  Ko.  1222.  Sorg- 
fältige, saubere  Arbeit.  (Löwy.) 

1224.  Desgleichen,  v.  Duhn,  Arch.  Zeit, 
j 1877  p.  147  No  15.  Sybel  4009.  Wolters,  Athen 

Mitt.  1892  p.  10  Anm.  1.  — Vgl.  zu  No.  1222.  FUr  das 
Motiv  der  übergeschlagenen  Beine  bei  Asklepios 
weiss  ich  keine  Analogie  aus  der  statuarischen 
Kunst.  Es  war  dieser  technisch  nicht  eben  günstig, 
während  seine  Entstehung  aus  dem  von  Wolters 
' a.  0.  p.  1 ff.  (vgl.  auch  No  1215)  behandelten 
Schema  gerade  in  diesen  Reliefs  nahe  lag  (s.  zu 
No.  1217).  Ob  der  vorderste  Adorant  aus  einer 
Schale  über  dem  Altar  spendet  (so  fragend  Sybel) 
oder  bloss  etwas  auf  denselben  legt  (vgl.  Rochetto, 
Mon.  inöd,  III  T.  70;  Sybel  4036),  lässt  auch  die 
Photographie  (vgl.  Duhn)  mich  nicht  deutlich  ent- 
nehmen; ebensowenig  die  von  Sybel  Im  Gewand 
des  Asklepios  bemerkte  Salkante.  (Löwy.) 

1225.  Votivrclief  aus  dem  Asklepieion 
in  Athen.  Das  I.  Stück:  Sybel  3993.  — Askepios 
wie  in  Ko.  1224;  die  weibliche  Gestalt  neben  ihm 
vollbekleidet,  aber  ohne  das  Schleiermotiv. 

(Löwy.) 

1226.  Desgleichen.  8ybel  4032.  — 
Hygieia  jugendlich  gebildet.  Bezeichnender  Weise 
hier  schon  die  Entblössung  der  I.  Schulter  durch 

i den  herabglcitcnden  Chiton;  vgl. Thrämer,  Hygieia, 
in  Roscher’s  Lex.  I 2,  2780,  (Löwy.) 

1227.  Votivrelief  aus  dem  Asklepieion  in 
Athen.  Sybel  4019  Fried  -Woltem  1144  Kocpp, 
Athen.  Mitt.  1886  p 259.  — Asklepios  sitzend  Diese 
Art  der  Darstellung  tritt  in  unseren  Reliefs  später 

, auf  als  die  des  stehenden;  von  den  hier  gegebenen 
I Beispielen  gehen  nur  Ko.  1229  uud  1232  stilistisch 
Uber  die  Mitte  des  4.  Jalirh.  hinauf.  Auch  hier  handelt 
es  sich  um  verschiedene  Variationen  eines  Grund- 
themas, wobei  der  bequemere  Diphros  an  Stelle 
des  Throns  einer  vorgeschritteneren  Gestaltung 
angehört.  Was  für  die  genauere  Kenntnis  des 
I Originals,  als  welches  allgemein  die  opidatirische 


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Athen. 


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Statue  des  Thrasyinedes  angesehen  wird,  ans  den 
Reliefe  zu  gewinnen  ist,  soll  an  anderer  Stelle 
gezeigt  werden.  Über  die  an  Asklepios'  Stuhl 
sich  lehnende  Figur  ist  zu  No.  1222  gesprochen; 
vgl.  Berlin  685  und  Vatican,  Statuengal.  260  = 
Helbig,  Führer 1 1,  194.  Wenn  auch  dem  Relief- 
brauch gemäss  aufgerollt,  ist  das  Motiv  doch  kein 
anderes,  als  das  statuarisch  durch  die  vaticanische 
Gruppe  (Helbig  I 212,  Hoecher's  Lex.  I 2,  2779) 
vertretene.  (Löwy.) 

1228.  Votivrelief  aus  dein  Asklepieion  in 

Athen.  Girard,  Bull.  Corresp.  hellön.  1878  T.  IX 
p.  65.  Sybel  4007.  Fried -Wolters  1145.  Lechat, 
Ilygea.  in  Daremberg  und  Saglio's  Dict.  V p 329, 
F.  3930.  — Die  Anordnung  der  stehenden  Hygieia 
im  hinteren  Plan  neben  dem  sitzenden  Asklepios  ent- 
spricht einem  auch  in  der  fortschreitenden  Knt  Wick- 
lung des  Votivreliefs  empfundenen  Bedürfnis  nach 
möglichstem  bildlichen  Zusammenschluss  der  gött- 
lichen Gestalten.  Das  Motiv  der  Hygieia  mit  einem 
eingestemmten  und  dem  anderen  stützend  abge- 
atrecktcn  Arm  ist  ein  in  den  jüngeren  Reliefs 
dieser  Klasse  beliebtes  (mehr  in  den  .Attischen 
Reliefs1*).  Besonders  nahe  steht  das  Relief  in  Paris 
Gatal.  somin.  755  ( Kochet te,  Mon.  inöd.  III.  T 70; 
Phot.  Giraudon  1009).  obwohl  hier  die  Gruppe 
gelockert  und  die  Stützmotive  der  Hygieia  abge- 
sc-h wacht  sind.  Wichtig  ist  dagegen  die  Überein- 
stimmung des  Kopftypus,  der  sieb  in  dem  Pariser 
Exemplar  bemerkenswert  eng  an  den  voll  Koopp, 
Athen.  Mitt.  1886  p.  264  IV  erörterten  anschliesst. 
Die  nahe  Verwandtschaft  dieses  Kopftypns  mit 
dem  der  von  R.  v.  Schneider,  Auieliing  lind  Klein 
besprochenen  „Kora“  sehe  ich  eben  auch  von  Arndt 
zu  Dcnkm.  griech.  und  rom.  Skiilpt.  No.  6*25, 1 her- 
vorgehoben. Das  Pariser  Relief  lässt  uns  aber  auch 
den  bisher  verkannten  Gegenstand,  an  den  sich 
Hygieia  uiitdcrK  anlehnt,  verstehen:  eine  auf  einem 
Pfeiler  aufgestellte  runde  Scheibe,  die  Hcydemann, 
Pariser  Antiken  p.  14  No.  22,  als  eingezapften  DiskoB 
der  von  Wclcker,  Alte  Denkm.  II  p.  143  f.  behan- 
delten Art  auffasst.  Die  Dicke  der  Platte  macht 
aber  Hcydemann's  ursprünglichen  Gedanken  an 
eine  Sonnenuhr  (wofür  sich  a*klepische  Bezieh- 
ungen finden  liesseu)  oder  dgl  wahrscheinlicher. 
Vgl.  auch  zu  No.  1230  (Löwy.) 

1229.  V otivrelief  ans  dem  Asklepieion  in 
Athen.  Sybel  4013.  CIA  II  3,  1474.  — Vgl.  zu 
No.  1222  und  1227.  Am  Architrav  dir  Inschrift : 

acoüelc  t%  [rjtup  soXtpcm  xai  XvTpcoÜcU  ---an 

tXco» iKji.fi  :*  dteih)]  *ev.  Danach  ist  die  Weihung 
ganz  oder  zum  Teil  durch  Befreiung  aus  Kriegs- 
gefangenschaft veranlasst.  (Löwy.) 


1230.  Desgleichen.  Girard,  Bull.  Corresp 
hellen.  1878  T.  7 p.  65  und  L’Asclep.  T.  4.  Sybel 
4000.  Fried.  - Wolters  1147.  Collignun,  Hist,  de 
la  Sculpt.  11  F.  130.  — Links  hinter  dem  (auf 
Thron  mit  Tierfüssen : Sybel:  sitzenden,  den  Stab 
in  ungewöhnlicher  Weise  haltenden  Asklepios 
könnte  noch  eine  Figur  fehlen  Hygieia  in  dem 
zu  No.  1228  erörterten  Stützmotiv.  nur  dass,  wie 
bei  No.  1231,  der  erhobene  Arm  an  einen,  zu 
der  fingierten  Architektur  de«  ltahincns  nicht 
recht  passenden,  Baumstamm  gelehnt  ist,  um  den 
•ich  in  No.  1231  die  Schlange  ringelt.  Köhler, 

i Athen.  Mitt.  1877  p 241  f.  Anm.  2,  möchte  in 
drin  Baum  die  Andeutung  eines  auch  inschriftlich 
belegten  llaiucs  im  Asklepieion  erblicken.  Dasselbe 
Motiv  ist  von  der  neuattischen  Knnst  verwendet 
worden  (Hauser,  Neu-att.  Reliefs  Typ.  45,  vgl. 
p.  144  f.);  dass  hier  der  Baumstamm  der  Figur 
mitfolgt,  scheint  seine  Ursprünglichkeit  zu  be- 
stätigen. Hs  würde  also  ein  eben  aus  den  be- 
sonderen Voraussetzungen  des  athenischen  Askie- 
pieions  hervorgegangenes  ausgezeichnetes  Werk 
(wohl  eher  ein  Gemälde  als  ein  Relief)  das 
gemeinsame  Vorbild  abgegeben  haben.  Indessen 
lässt  der  wiederholt  vorkommende  Pfeiler  mit 
dein  wie  immer  zu  erklärenden  Objekt,  wie  in 
No.  1228,  mit  nicht  minderem  Rechte  eine  besondere 
lokale  Anknüpfung  vermuten.  Da  ferner  die 
neuattische  Figur  mit  ihrer  abweichenden  Ge- 
wandung nichts  fttr  Hygieia  Spezifisches  hat,  so 
kann  das  Original  auch  flir  eine  ganz  andere 
Bedeutung  erfunden,  und  Pfeiler  wie  Baumstamm 
nur  mit  dem  Motiv  übernommen  sein : der  Hin- 
weis auf  den  Sauroktonos,  wo  gleichfalls  das 
Motiv  ein  der  statuarischen  Plastik  so  nicht  ge- 
läufiges landschaftliches  F.lement  mit  sich  zieht, 
liegt  in  mehr  als  einem  Betracht  nahe.  Dem  vor- 
gerückten 4.  Jahrb.,  dem  unser  Relief  offenbar 
angchört,  entsprechen  die  X’orderwendungcn  der 
Adoranten  (das  grössere  Mädchen  in  einem  von 
den  Grabreliefs  bekannten  Motiv)  und,  wie  ich 
glaube,  auch  die  plastische  Darstellung  der  Flamme 

| auf  dem  Altar.  (Löwy.) 

1231.  Votivrelief  ans  dem  Asklepieion  in 
Athen  H.  0,00,  Br.  0,64  (8ybel).  v.  Duhn , Athen. 
Mitt.  1877  T XVI  p.  220  f Girard,  Bull.  Corresp. 
hellen.  1878  T.  VIU  p.  73  und  L'Asclt-p.  p 45. 
Sybel  4tX)2.  Fried  - Wolters  1146.  Schreiber,  Wien. 
Brunnenrel.  p.52  CIA  113,1477.  Brunn-Bruekmann 
No.  62h.  Thrämer,  Hygieia,  in  Kuecher's  Lei.  I 2, 
2781.  Amelung,  Köm.  Mitt  1894  p.  71.  Lechat 
Ilygea,  in  Daremberg  und  Saglio's  Dict  V p.  328 
F.  3927.  — ln  der  effektvollen  Durchführung  eines 


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Athen. 


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der  hervorragendsten  Stücke  des  gesamten  Fun- 
des. Das  Thronen  des  Asklepios  ist  ganz  in  die 
lässig  elegante  Art  des  Sitzens  übergegangen,  wie 
sie  im  Vorsehreiten  zur  hellenistischen  Zeit  die  Kunst 
mit  steigendem  Raffinement  an  zahlreichen  Re- 
liefs und  Sitzstatuen  („Menandros"  etc.)  durch- 
bildet. Ziemlich  nahe  steht  unserer  Figur  die  des 
capitolinischen  Reliefs,  Uber  welches  Ainclung 
a.  0.  p.  60  ff.  Ilygieia  hat  auch  die  Beine  über- 
geschlagen (s.  zu  Nr.  1217).  Mit  dem  Baume  ist  die 
Schlange  verbunden  in  der  später  stereotypen 
Weise;  das  unsrige  ist  wohl  das  früheste  er- 
haltene Beispiel.  Der  Sorgfalt  in  der  gesamten 
Durchführung  entspricht  auch  die  detaillierte  An- 
gabe des  Opfers.  Lieber  als  an  einen  Tischform 
nur  nachahmendcn  Altar  (Reisch,  Altar,  Fauly- 
Wissowa  I 2,  1676)  mochte  ich  direkt  an  einen 
Opfertisch  (tpaaeja)  denken,  wie  sie  gerade  für 
den  Kult  des  Asklepios  in  Athen  und  sonst  be- 
zeugt sind  (Girard,  Bull,  t'orresp.  1678  p.  76  f., 
Blinkenberg,  Athen.  Mitt.  1898  p.  2*):  der  Stein- 
metz scheute  nur  die  freie  Herausarbeitung. 
Ähnlich  wohl  No.  1221,  1233.  Auf  dem  Epistyl, 
Uber  den  Figuren  der  Stifter,  deren  Namen:  --s, 
Nialoc  ’On»Ev,  ’Agapveös.  Die  Ursache 

der  Vereinigung  verschiedenen  Deinen  angchürigcr 
Personen  zur  Weihung  (es  muss  eine  grossere 
Anzahl  gowesen  sein,  da  nach  dem  senkrecht 
unter  der  r.  Kante  des  Altartisches  beginnenden 
Zapfen  fast  die  Hälfte  des  Reliefs  fehlt)  entzieht 
sich  unserer  Kenntnis.  Identität  des  Mneaiinachos 
mit  dem  in  einer  Diätetenliste  v.  J.  825/4  (CIA 
II 2,  913 IV,  Z.  K)  erscheinenden  vermutete  v.  Dulm. 
Da  in  diese  Zeit  das  Relief  seinem  Stil  nach  treff- 
lich passt  (man  beachte  noch  die  geflissentlichen 
Schrägstellungcn),  so  erhält  es  für  die  Chrono- 
logie der  ganzeu  Klasse  Wert.  (Lü  w y ) 

1232.  Votivrelief  ans  dem  Asklepieion  in 
Athen,  v.  Duhn,  Athen.  Mitt.  1877  T.  XVII  p.  221  f. 
Sybel  4008.  Fried. -Wolters  1149.  — Zum  Unter- 
schiede von  der  Mehrzahl  dieser  Reliefs,  in  denen  die 
weibliche  Begleitung  des  Asklepios  sich  mehr  zu- 
aebauend  verhält,  tritt  hier  Hygicia  handelnd  hervor 
(ähnlich,  aber  schwächer,  No.  1224).  Da  an  Be- 
kränzung  des  Adoranten  wohl  nicht  zu  denken  ist, 
wie  in  No.  1215  (von  Ziehen,  Athen.  Mitt.  1892  p.  230 
Anni.  2 als  Parallele  angezogen),  so  wird  die 
Bewegung  ihrer  r.  Hand  als  schützend  oder  gewäh- 
rend anfzufassen  sein;  vgl.  Vuulliümc,  Quoiu. 

• Dutneibets  Vertäuen  Asklepios  oa  hens  ftsemter  etc. 
Ut  mir  nicht  augüiiglich.  Ebensowenig  Alice  Wallern, 
The  Cult  of  Abklepio»,  Cornell  Studie«  in  Clus  Philo! 
No.  Hl. 


veteros  adoraverint  p.  40,  Sittl,  Gebärden  p.  319; 
323.  Stilistisch  nicht  unter  der  Mitte  des  4.  Jahrh. 

(Löwy.) 

1233.  Votivrelief  vom  Südfnss  der 

Akropolis.  Das  r.  Stück  mit  den  Adoranten: 
Sybel  4034.  — Beziehung  zu  Asklepios  lässt  der 
Fundort  voraussetzen,  die  beiden  links  noch  er- 
haltenen Figuren  sind  also  wahrscheinlich  aus 
dem  Kreise  der  Heilgütter  zu  erklären:  die 
sitzende,  wegen  des  Chitons  unter  dem  Mantel 
wohl  sicher  weiblich  und  danach  Epione;  das 
Kästchen  auf  ihren  Knien  mag  ähnlichen  Sinn 
haben  wie  die  Büchse  in  dem  Relief  Athen. 
Mitt.  1899  T.  X (s.  Blinkenberg  das.  p.  299); 
die  neben  ihr  stehende  in  einfacherer  Tracht  eino 
der  Tochter.  Ob  von  ihr  die  Schale  oder  das 
Becken,  in  welches  der  vorderste  Adorant  hinein- 
greift,  gehalten  sei,  wie  v.  Duhn,  Arch.  Zeit  1877 
p.  148  No.  18  und  r.  Sybel  meinen,  kann  ich  der 
Photographie  nicht  entnehmen.  .Zwischen  der 
Güttin  und  dem  Anbetenden  stand  ein  Opfertisch, 
von  dem  noch  der  Ansatz  des  r.,  auf  einer  Löweu- 
klane  ruhenden  Beines  erhalten  ist“  (Duhn):  also 
wie  No.  1231.  Anscheinend  feine  Arbeit  des  vor- 
geschrittenen 4.  Jahrh.  (Lüwy.) 

1234.  Votivrelief  an  Asklepios  und 
seine  Familie,  vom  Südabhang  der  Akropolis. 
Die  Güttergruppe  links  vou  Kocpp,  Athen.  Mitt. 
1885  p.  264  Anm.  2 zusammengesetzt  aus  Sybel  4264 
und  4323  a.  Ein  Teil  der  Adoranten  vielleicht 
Sybel  4023  — Asklepios  in  der  Mitte  zwischen 
der  an  scinon  Stuhl  gelehnten  Ilygieia  (vgl.  zu 
No.  1227)  und  einem  Sohne,  wohl  Machaon. 
Ilygieia  hat  den  von  Koepp  a.  0.  p.  263  (vgl.  zu 
No.  1228)  behandelten  jugendlichen  Kopftypua 
mit  hoch  aufgestecktem  Haar.  Die  gegenseitige 
Beziehung  zwischen  Angebeteten  und  Anbetern 
ist  sehr  locker.  Vorgerücktes  4.  Jahrh. 

(Lüwy.) 

1235.  Desgleichen.  Die  Adorantcngruppe: 
v.  Duhn,  Arch.  Zeit.  1877  p.  142  No.  G.  Sybel 
4005.  — Der  von  der  Güttcrgriippc  links  erhaltene 
Rest  gehört  dem  einen  der  Asklepiossöhnc  an 
Die  Adoranten  auch  hier  für  den  Beschauer  po- 
sierend. Das  grössere  Mädchen  und  das  kleinere, 

I welches  einen  Vogel  an  die  Brust  drückt  ^Dulin;, 
sind  aus  Grabreliefs  bekannte  Typen. 

(Löwy.) 

1236.  Weihrclief  an  Asklepios  und 
i die  eleusinischen  Göttinnen  Vom  Südfuss 
I der  Akropolis.  Köhler,  Athen  Milt.  1877  T.  XVIII 

p.  24.3  f.  Girard,  Bull.  Corrcsp-  hellen.  1878 
I p.  87  lf.  und  L’Asclep.  T.  2 p.  43  ff.  Sybel  8996. 


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Athen. 


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CIA  II  3,  1449.  E.  Curtius,  Stadtgesch.  p.  211. 
Kern,  Ephim.  1892  p.  116  ff.  A Körte,  Athen. 
Mitt.  1893  p.  237.  0.  Rnbcnsohn,  ebenda  1896 
p 365  f.  — Neben  Asklepios  (zmn  Typus  vgl. 
No.  1216)  erscheinen  hier  Demeter  und  Kora,  die 
erstere  sitzend,  die  andcro  mit  den  Fackeln  ehrer- 
bietig neben  der  Mutter  stehend  in  der  von  Kern, 
Athen.  Mitt.  1892  p.  135  ff.  fttr  das  eleusiniache 
Kultbild  der  Göttinnen  nachgewieseuen  Anordnung. 
Kern  hat  auch  in  dem  Sitz  der  Demeter  die 
mystische  Cista  erkannt.  Dass  in  unserem  Relief 
zusammen  mit  Asklepios  die  elcusinischen  Göttinnen 
dargestellt  sind,  hat  man  aus  einer  inneren  Ver- 
bindung dieser  Gottheiten  zu  erklüren  gesucht 
und  dafür  auch  die  Thatsache,  dass  die  Epidauria, 
das  Fest  des  Asklepios,  einen  Teil  der  Eleusinien 
bildeten,  sowie  zwei  Reliefs  und  die  Inschrift 
CIA  II  3,  1620  angeführt.  Allein  letztere  wie 
das  eine  Relief  enthalten  nichts,  was  auf  Ver- 
bindung von  Asklepios  mit  den  Göttinnen  wiese, 
und  in  dem  anderen  Relief,  Sybel  4010  (nach 
Wolters’  Zusammensetzung  Bonn.  Jahrb.  1889  T.  I), 
ist  weder  die  matronale  sitzende  Gestalt  auf  der 
Vorderseite  {vgl.  zu  No.  1222)  als  Demotor,  noch 
die  fackclbaltcnde  der  Nebenseite  als  Kora  ge- 
sichert. Girard's  Ergänzung  des  E auf  dem  Epi- 
styl  über  Asklepios  zu  'Esibaopia  schwebt  vollends 
in  der  Luft  Eher  könnte  man  nach  den  von 
A.  Kürte,  Athen.  Mitt.  1896  p.  315  ff.  dargelegten 
Verhältnissen  auf  alte  Besitzrechte  der  eleusini- 
schen  Göttinnen  an  den  heiligen  Bezirk  am  Siidfnsa 
der  Burg  schliessen,  die  auch  nach  Einsetzung 
des  Asklepiosheiligtums  nicht  ganz  aufgehört 
hätten.  Wahrscheinlich  war  aber  die  hier  gege- 
bene Verbindung  in  den  besonderen  l'niständcn 
der  amtlichen  Funktion  begründet,  deren  mit 
Kiänzen  belohnte  Erfüllung  den  Anlass  zu  der 
vorliegenden  Weihung  gab.  Die  Natur  dieses 
Amtes  entzieht  sich  unserer  Beurteilung.  Doch 
hat  von  den  in  die  Kränze  eingeschriebenen  Namen : 

0E}ub<i,pftiv;  Ilo\oxpdTo{u)c,  — cj,0 TpClt(>[z]  ’ F.stxpü- 
ro(o)z,  ’EafV>/[i|s)  Aw o/oi  n)t,  Aidxpuoc;  Aieo/o(o);, 
M[v|i|(oü>eoz  Ms]r|Oi!>€o{o)  Girard  zwei:  Mncsithcos 
und  Dicuchcs,  als  Namen  berühmter  Arzte  der 
gleichen  Zeit  (von  denetulerersto  wenigstensAthencr 
war)  erkannt  Eineu  Arzt  Mnesitheos  hat  ferner 
Köhler,  Athen.  Mitt.  1884  p.  80  f.  als  Zeitgenossen 
des  Alexis  und  Praxiteles  nachgewiesen;  das  könnte 
also  der  eine  der  Stifter  unseres  Reliefs  sein,  das 
nach  der  konsequenten  Schreibung  o=ou  wohl 
nicht  unter  460  (Mcistcrhans-Schwyzer,  Gramm, 
d.  att.  1 lisch  r * p.  6 Anm.  22),  wenn  auch  nach 
den  Schriftformen  nicht  wesentlich  Uber  diesen 


Zeitpunkt  hinauf  datiert  werden  dürfte.  Dass  von 
Mnesitheos  auch  für  seine  Person  Weihgeschenke 
an  die  eleusinischen  Gottheiten  errichtet  wurden 
(Köhler  a.  0 ),  mag  nicht  ohne  Zusammenhang 
mit  dein  Anlass  unseres  Reliefs  stehen.  Voraus- 
gesetzt, dass  die  Söhne  des  Dieuehes  den  Beruf 
des  Vaters  fortführten , wären  also  drei  der 
Stifter  unseres  Reliefs,  und  damit  wahrscheinlich 
alle,  Arzte  gewesen.  Auffällig  ist  die  Zahl  von 
sechs  Adoranten  im  Relief,  während  die  darunter 
befindlichen  Kränze  nur  fünf  und  die  auf  dem 
Architrav  stehenden  Namen,  von  dem  zu  keinem 
passenden  E abgesehen,  gar  nur  drei:  Bejobroptbqc, 
'Enoi/m,  MvrpiiSteoi;  sind.  Letztere  freilich  sind 
nach  Köhler  ohne  Sorgfalt  eingehauen  und  könnten 
spätere  Verstärkung  aufgemaltcr  Buchstaben  sein. 
Da  ihre  Reihenfolge  indessen,  je  mit  Überspringung 
eines  Namens,  der  der  Kränze  gleich  ist  und  die 
sohin  als  Epenches  anzusehende  dritte  Figur 
(von  L)  die  folgende  an  der  lland  fasst,  so  ver- 
mutet Girard  hierin  feinsinnig  die  Andeutung  des 
brüderlichen  Verhältnisses  zwischen  den  beiden 
Söhnen  des  Dieuehes  und  diesen  selbst  in  der 
an  den  Randpfeiler  gerückten  Gestalt,  welche 
die  Hand  auf  des  Diakritos  Schulter  legt  Mög- 
licherweise ist  in  diesem  Sinne  auch  die  etwas 
kleinere  Statur  der  Brüder  beabsichtigt.  Es  wäre 
also  der  noch  lebende  Vater  der  Beiden,  obwohl 
an  dem  Amt  und  der  llekränzung  nicht  beteiligt, 
pietätvoll  in  die  Weihung  mit  einbezogen. 

(Löwy.) 

1237.  Votivrelief  an  Asklepios  und 
Athens.  Vom  Siidfusse  der  Akropolis.  Sybel 
4006.  Studniczka,  Vermut,  z.  Kunstgcsch.  p.  13. 
Löwe,  De  Aescul.  figura  p.  53  f.  Ziehen,  Athen. 
Mitt.  1892  p.  261.  — Die  mäuuliche  Gottheit 
ist  zweifellos  auch  hier  Asklepios  (Schema  1 
Thrämer),  nach  Löwe  vielleicht  in  derselben  Go- 
bärde  wie  Hygieia  in  No.  1232.  Bei  einer  privaten 
Stiftung,  wie  die  vorliegende  offenbar  ist,  lassen 
sich,  zumal  in  Athen,  Gründe  genug  für  die  ge- 
meinsame Weihung  an  Asklepios  und  Athens 
denken,  auch  ohne  der  Letzteren  Eigenschaft  als 
Ileilgöltin  hcrauzuzieheu.  Ihr  Typus  ist  der  der 
Parthenon;  au  dieser  war  auch  der  Sockel  unter 
dem  hier  des  bequemeren  Armmotivs  halber 
noch  höher  gestellten  Schild  vorgezeichnet. 

(Löwy.) 

1238.  Thronender  Asklepios.  Fragment 

eines  Votivrelicfs.  Sybel  328.  — Erinnert  in  der 
grossartigen  Auffassung  an  Athen.  Mitt  1892  p. 
243  F.  7.  Von  langem  Haar  (so  Sybel)  lässt  die 
Photographie  nichts  erkennen.  (Löwy.) 


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Athen 


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1239.  Fragment  aus  dem  ath e nisc hen 

Aaklepieion.  Soviel  ich  sehe,  nur  von  Duhn, 
Arch.  Zeit.  1877  p 163  No.  73  beschrieben.  — Da 
Fundort  und  Kopftypus  den  Gedanken  an  Askle- 
pios nahe  legen,  so  wird  die  erhaltene  Figur  wohl 
auf  den  Gott  selbst  zu  deuten  sein,  der  wie  ein 
aufmerksam  dem  Kranken  zuhürcnder  Arzt  sich 
dem  Anbeter  znneigt.  Der  Ärmelchiton,  als  Haus- 
kleid, Hesse  sich  aus  dieser  Vorstellung  erklären. 
Ähnlich  glaube  ich  auf  dem  bekannten  Relief 
aus  dem  Amyncion:  A.  Körte,  Athen.  Mitt-  1893 
T.  XI  p.  231  IT  den  Heilgott  selbst  in  ärztlicher 
Thätigkeit  dargeetellt,  wie  er  ein  krankes  Bein 
(man  beachte  die  geschwollene  Ader)  durch  Um- 
fassen heilt.  (LOwy.) 

1240.  Votivrelief  aus  dem  Heiligtum  des 
Amphiaraos  in  Rhamnus.  StaYs,  Praktika  1891  I 
p.  18,  Arch.  Deltion  1891  p.  117  No,  22.  — Nur 
die  Adoranten  erhalten ; hinter  dem  Opferknecht 
ein  Schwein;  im  Hintergrund  auf  eine  Stele  ein- 
gezapft ein  Votivrelief  oder  -Pinax  — eine  uicht  | 
vereinzelte  (sonstige  Beispiele  bei  Blinkenberg, 
Athen.  Mitt.  1899  p.  295  Anm.  2,  vgl.  Schreiber, 
Jahrb.  d.  Inst.  1896  p.  99,  56),  typische  Be- 
zeichnung des  heiligen  Ortes,  ähnlich  wie  in 
Vasenbildern  die  Säule  mit  Dreifuss.  Die  Ge- 
sichter des  vordersten  Adoranten  und  des  Opfer- 
kn echten  haben,  vielleicht  unbeabsichtigt,  etwas 
Individuelles.  Auf  dem  Architrav  eingemeisselt 
die  Namen:  Bothiov,  'lxsoxpArns,  ECoyykoc  (so), 
AioxvXoc  ihrer  Stellung  nach  auf  die  Frau  und 
die  drei  Kinder  zu  beziehen.  War  der  Mann,  wie 
anzuuehmen,  Stifter  des  Reliefs,  so  war  sein  Name 
vielleicht  an  anderer  Stelle  angebracht.  Vgl. 
übrigens  diesbezüglich  zu  No.  1236.  (Löwy.) 

1241.  Votivrelief.  Angeblich  aus  dem 
Peiraiens.  Le  Bas,  Mon.  fig.  T.  45,  I,  p.  69 
(Rcinach).  Overbeck,  Kunstmyth.  IV  T.  XIV,  6, 
p.  509,  6.  Sybel  323.  R.  v.  Schneider,  Jahrb.  d. 
Knnstsamml.  d.  Ah.  Kaiserh.  XII  p.  74  Anm.  2, 
p.  75  F.  6.  — Kine  der  eleusinischen  Göttinnen, 
also  wohl  Demeter.  Ein  Diadem,  wie  v.  Schneider 
meint,  kann  ich  auch  auf  der  Photographie  nicht 
wahrnehmen  Der  Typus  geht  auf  ein  Vorbild 
des  5.  Jahrh.  zurück,  vgl.  darüber  Schneider 
a.  0.  p.  72  ff.,  Sauer,  Festsehr.  f.  Overbeck  p.  74. 
Ungewöhnlich  sorgfältig  durchgeführt  auch  der 
Altar,  hinter  dem  sich  der  Adorant  (der  vorderste 
eines  Zuges?)  vorgeschoben  hat  (Löwv.) 

1242.  Wcihrelief  des  Archandros  an 
die  Nymphen  und  Pan.  Vom  Südfuss  der 
Akropolis.  Milchhöfer,  Athen.  Mitt.  1880  T.  VII 
p.  206  ff.  Pottier,  Bull.  Uorresp.  hellen  1881  p.  j 


351  No.  1.  Sybel  4040.  Fried.-Wolters  1136. 
CIA  II  3,  1513.  Brunn  - Bruckmann  No.  439  a. 
Bloch,  Nymphen,  in  Roscher’s  Lex.  III  562.  — 
Schon  wegen  der  Grösse,  nicht  minder  aber  durch 
die  Ausführung  und  die  Entstehungszeit  eines 
der  hervorragendsten  Votivreliefs.  Der  Stil  weist 
ins  5.  Jahrh.,  dem  Ende  nicht  zu  nahe,  wogegen 
die  Formen  der  Inschrift:  "Apxa'bp(o]c  Novaen 
xo[!  II cm  wohl  nicht  Einspruch  erheben.  Es  ist 
also  die  Zeit,  in  der  das  Votivrclief  auch  noch  in 
Attika  etwas  Seltenes,  seine  Tradition  sich  erst 
zu  bilden  beginnt.  Demgemäss  ist  auch  hier  wie 
in  dem  ungefähr  gleichzeitigen  Relief  von  Neu- 
Phaleron  Ephim.  1893  T.  10,  Rloch  a.  0.  Sp.  569, 
und  dem  etwas  jüngeren  in  Berlin  No.  709  A die 
tektonische  Form  noch  die  alte  mit  einfachem 
Epistyl  und  Kyma,  ohne  seitliche  Einfassung 
(vgl.  zu  Nr.  1220),  noch  nicht  die  später  für  die 
Reliefs  dieses  Gegenstands  beliebte  der  Grotte 
(s.  zu  No.  1243,  2).  Erst  als  an  Stelle  jenes  ab- 
strakten Bildraumes  man  in  der  Einrahmung 
der  anderen  Votivreliefs  den  Tempel  darstelien 
wollte,  ergab  sich  für  die  Wcihreiiefs  der  nicht 
in  Tempeln  verehrten  Nymphen  die  Grottenform 
als  logisches  Scitenstück.  Ein  Beginn  zur  Andeu- 
tung der  Landschaft  ist  jedoch  in  unserem  Relief 
durch  den  Felsausschnitt  gemacht,  in  welchem 
Pan  mit  dem  Oberkörper  sichtbar  wird.  Die 
Deutung  ist  durch  die  Inschrift  gesichert:  offen- 
bar noch  vor  der  Besitzergreifung  durch  Asklepios 
(i.  J.  420:  A.  Körte,  Athen.  Mitt.  1896  p.  315), 
walten  die  Nymphen  des  Quells  am  Fusae  der 
Burg.  Eine  feste  Typik  besitzen  wie  der  Pan  so 
die  Nymphen  noch  nicht,  wie  der  Vergleich  mit 
dem  erwähnten  Exemplar  von  Neu-Phaleron  dar- 
thut.  Es  sind  die  allgemeinen  Mädchenmotive  der 
pheidias’schen  Zeit  mit  dem  Ausdruck  schwester- 
licher Zusammengehörigkeit  (s.  zu  No.  1220)  und 
dem  die  Kunst  damals  besonders  beschäftigenden 
Streben  nach  Gruppcnbildung  (s.  „Drcifiguren- 
reliefs“).  Zu  den  wie  aufgeeetzteu  streifigen  Falten 
namentlich  an  der  mittleren  Figur  rgi.  No.  1218,  1. 
Im  Hinblick  auf  die  Entstehungszeit  doppelt  be- 
achtenswert sind  die  langgezogenen  Proportionen. 

(Löwy.) 

1243,1  (NM  1439).  Votivrelief  an  die 
Dioskuren.  Aus  Aigeira  in  Achaia  Sybel  3103.  — 
Die  Beit  Alters  übliche  symmetrische  Gegenüber- 
stellung der  Dioskuren  erhält  durch  das  unge- 
wöhnliche Attribut  der  Hähne  (vgl.  Furtwängler, 
Dioskuren,  in  Roscher’s  Lex.  I 1,  1171)  eine  neue 
Motivierung:  auf  die  Lanze  gestützt,  seheu  sie 
aufmerksam  auf  die  Hähne  herab,  etwa  wie 


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Athen. 


20 


Knaben  beim  Hahncnkampf.  Ähnlich  scheint 
das  von  Duhn,  Athen.  Mitt.  1877  p.  891  No.  213 
beschriebene  Relief  Das  nach  Sybel  über  jedem 
Antenkopf  befindliche  Stiftloch  könnte  zur  An- 
bringung von  Kränzen  gedient  haben  ; vgl.  Arch  - 
epigr.  Mitt.  aus  Ocstorr.  1887  p,  178.  (Löwy.: 

1243.2  (NM  1445).  Votivrelief  an  Natur- 
gottheiten. Aus  Eleusis.  Furtwäugler,  Athen. 
Mitt.  1878  p.  201.  Sybel  3139.  Mylouas,  Hüll. 
Corresp.  hcllin.  1880  p.  478  No.  3.  Pottier,  ebenda 
1881  T.  VII  p.  356  f.  Bloch,  Nymphen,  in 
Roecher's  Lex.  III  557  ff.  F.  2.  — Die  Form  de« 
Reliefs  als  Grotte  (vgl.  zn  No.  1242),  sowie  die 
Darstellung  im  Innern:  drei  Nymphen  im  Reigen 
nach  links  an  einem  rohen  Altar  vorbei,  resp. 
um  ihn  herum  tanzend,  dazu  Acheloos  und  am 
Rande  Ziegen,  ist  einer  Anzahl  offenbar  auf  ein 
gemeinsames  Vorbild  aus  dem  F.ndc  des  5.  oder 
Beginn  des  4.  Jahrh.  zurückgehender  Reliefs 
eigen  (vgl.  zuletzt  Bloch  a.  0.).  Von  der  Mehr- 
zahl der  übrigen  weicht  das  vorliegende  dadurch 
ab,  dass  sich  die  Nymphen  bei  den  Gewandzipfeln 
fassen,  und  vor  Allem,  dass  an  Stelle  des  Hermes 
(z.  B.  No.  1248,  8;  1254,  6 -8)  der  syrinxblasende 
Pan  Koryphaios  ist.  Beides,  wie  auch  die  Ge- 
wandmotive an  sich,  weisen  auf  eine  schon  vor- 
geschrittenere Entwicklung  das  Typus.  Dass  diese 
nicht  erst  in  unserem  Relief  erfolgte,  beweist 
die  Wiederkehr  der  Miidckengruppe  in  der  neu- 
attischen Kunst  (Hauser,  Neu-att,  Reliefs  Typ. 
46,  p.  140  f).  Von  einem  1894.5  in  athenischem 
Privatbesitz  befindlichen  BruclistUck,  welches  die 
Nymphen  in  gleicher  Weise  enthält  (L.  0,52, 
II.  0,36),  habe  ich  durch  eine  Photographie 
Kenntnis.  (Löwy.) 

1244.  Votivrelief  an  Naturgottheiten 
Aus  der  im  Peiraieus  gebildeten  Sammlung  Dokos. 
Arch.  Deltion  1889  p.  145  No.  40.  — Ohne  Kenntnis 
über  das  Heiligtum,  dem  dieses  Bruchstück  ent- 
stammt. bleiben  die  drei  Gottheiten  im  Vorder- 
gründe: eine  thronende  männliche  mit  Szepter 
(die  R weggebrochen),  eine  stehende  weibliche 
mit  Polos,  Nzepter  und  Schale  und  eine  thronende 
weibliche  mit  Polos  (?),  Füllhorn  und  Schale, 
besser  unbenannt.  Über  ihnen , nur  von  den 
Schultern  an  wie  über  einein  Felsen  sichtbar,  drei 
weibliche  und  eine  undeutliche  Gestalt  im  Zuge 
nach  links,  offenbar  die  Nymphen  mit  Hermes. 
Zu  ähnlicher  Anbringung  vgl.  Reisch,  Festschr. 
f.  0.  Benndorf  p,  142.  (Löwy.) 

1245,1  (NM  1409)  Votivrelicf  an  die 
Dioskuren.  Nach  Kumanudis,  bei  dem  Conze 
1881  das  Relief  als  für  das  Varvakion  erworben 


. sah,  aus  dem  Peiraiens.  Von  mir  1886  im  National- 
museum gesehen  mit  der  zum  Inventar  nicht 
stimmenden  Bezeichnung  2514  E.  — Kicher,  wie 
auch  t'onze  mir  bemerkte , Weihrelief  eines 
Schiffers,  wofür  das  Argenidasrelief  Dütsrhke 
IV  538  das  klassische  Beispiel;  vgl.  anch  Furt- 
wängler,  Dioskuren,  in  Roscher's  Lex.  1 1, 1163f. 
Die  kleine  Figur  im  Kchiffsvorderteil  ist  offenbar 
der  Stifter ; ihm  naht  sich,  vom  Pferde  gestiegen, 
der  eine  Dioskur,  in  der  ganzen  Darstellung  etwas 
.rührend  Vertrauliches“  it'onze).  Im  Stil  erinnert 
mich  das  Relief  au  mehrere  im  Museum  von 
Mvkonoe  gesehene  aus  den  letzten  vorchristlichen 
Jahrhunderten.  (Löwy.) 

1245,2  (NM  1410).  Votivrelicf  an  einen 
Heros.  Im  athenischen  Kunsthandel  konfis- 
ziert. Arch.  Deltion  1888  p.  53  No.  6.  — Die 
Darstellung  setzt  sich  aus  zwei  Elementen  zu- 
sammen: dem  sein  Rosa  führenden  Heros,  dem 
eine  gleich  grosse  weibliche  Gestalt  den  Trauk 
kredenzt,  und  den  sich  an  Letztere  anschliessenden 
Adoranten.  Neben  dem  allgemeinen  Ausdruck 
der  Verehrung  haben  wir  so  noch  den  besonderen 
der  für  den  Heroenkult  bezeichnenden  Spende. 

1 Ausführlich  über  diesen  Gegenstand  gehandelt 
haben  namentlich  Kurtwängler,  Satrnnl.  Sabouroff, 
Sculpt.  Eiul  p.  16;  26  ff.  und  Dencken,  Heros, 
in  Roscher's  Lex.  1 2, 2486  ff.  Unserem  Relief  beson- 
ders nahestehend  x.  B.  Samrnl  Sabour.  T.  XXIX 
(Berlin  807,  vgl.  anch  709);  Athen.  Mitt.  1879  T. 
XVI  u.  a.  Auf  den  Typus  gedenke  ich  in  meinen 
.Attischen  Reliefs“  zurückznkommen.  Zur  Form 
des  Altars  vgl  Jahrh.  d.  Inst.  1887  p 110,  Reisch, 
Altar,  bei  Pauly-Wissowa  1 2,  1665,  Dencken  a.  0. 
Sp.  2499.  4.  Jahrh.  (Löwy.) 

1245,  S (NM  1408).  Votivrelief.  Sybel 
342.  Fried  - Wolters  1139.  — Der  thronende  bärtige 
Gott  mit  Szepter  und  Schale  ist  nach  der  Analogie 
anderer  Reliefs  (vgl.  No.  1246,  2)  wshrschcinlich 
als  Zeus  Mcilichios  (oder  Pbilios,  vgl.  zu 
No.  1247,  2,?)  anzusehen  Damit  stimmt  anch  das 
Schaf,  das  als  Opfertier  auf  sicheren  Meilichios- 
reliefs  (z.  B.  No.  1245,  4)  bezeugt  ist,  sowie  die 
seltene  Adoration  auf  den  Knien,  welche  bei 
diesem  von  fremder  Beimischung  doch  schwerlich 
freien  Gotte  mehrfach  vorkömmt  (so  anch 
No  1246,  1;  mehr  in  meinen  .Attischen  Reliefs“). 
Das  hübsch  ausgeführte  Stück  gehört  sicher  ins 
4.  Jahrh  (Löwy.) 

1245.  * (NM  1407).  Votivrclief  an  Zeus 
Meilichios.  Gefunden  beim  Theater  Taocha  Im 
Peiraiens,  dann  in  der  Sammlung  Meletopulos. 

I Dragatsis.  Arch  Deltion  1890  p.  75  f.  No  22.  — An 


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Athen 


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sich  würde  inan  den  bärtigen  auf  den  Stab  ge- 
stützten Gott  flir  Asklepios  halten  (vgl.  znui  Typus 
No.  1221);  doch  lässt  die  neben  ihm  sich  auf- 
ringelnde grosse  Schlange  keinen  Zweifel,  dass 
Meilichioe  gemeint  ist  (vgl.  Drexler,  Meilichioa, 
in  Roecher’s  Lex.  11  2,  2561),  der  also  hier 
von  Asklepios,  wie  andere  Male  von  Zeus,  den 
TypuB  entlehnt.  Furtwängler,  Sitzungsber.  d. 
bayr.  Akad.  1897  p.  407  Antu-  1 vermutet  an- 
sprechend, dass  die  zahlreichen  aus  dem  I’eirai- 
eus  zum  Vorschein  gekommenen  Votivreliefs  an 
Asklepios,  Zeus  Meilichios  nnd  Zeus  Philioe  aus 
einem  und  demselben  Heiligtum  stammen ; vgl. 
Milchhiifer  bei  E.  Curtius,  Stadtgesch.  p.  CXI,  46  ff. 

(Lüwy.) 

1 245,  5 Obere  Partie  des  Asklepiosreliefs  aus 

Lukn:  Sybel  319,  A.  Körte,  Athen.  Mitt.  1893 
p.  254  etc.  (Löwy.) 

1246.1  (NM  1433).  Votivrelief,  wahr-  ' 
scheinlich  an  Meilichios.  Litterarisch,  soviel  ich 
sehe,  nicht  erwähnt.  Die  Deutung  wird  durch 
die  Übereinstimmung  des  Gottes  mit  No.  1246,  2 
nahegelegt.  Wegen  des  Opfertieree  und  der  ; 
Adoration  auf  den  Knien  vgl.  zu  No.  1245,  3. 

(Löwy.)  I 

1246,  > (NM  1431).  Votivrelief  an  Zeus 
Meilichios.  Gefunden  beim  Theater  Tsocha 
im  Peiraieus,  dann  in  der  Sammlung  Meletopulos. 
Foucart,  Bull.  Corresp.  hellen  1883  T.  XVIII 
p.  507  ff.  Dragatsis,  Arch.  Deltion  1890  p.  76 
No.  23.  CIA  11  3,  1579.  Milchhöfer  bei  E.  Curtius, 
Stadtgesch.  p.  CXI,  42.  — Die  Deutung  gesichert 
durch  die  Inschrift  ’Apiotüpxn  Ad  MiXiyfcp.  Zum 
Typus  des  Gottes  vgl.  No.  1245,  3;  1246,  1.  Dass 
die  Darstellung  im  Zeustypus,  statt  der  allerdings 
häufigen  Schlangengestalt,  durch  Ankauf  eines 
fertigen  Reliefs  anderer  Bestimmung  zu  erklären 
sei,  wie  Foucart  meinte,  ist  wenig  glaublich;  vgl. 
auch  zu  No.  1247,  2.  Ebensowenig  berechtigt 
wohl  die  Fassung  der  Inschrift,  in  dem  voran- 
schreitenden Mann  statt  des  Gatten  (oder  Sohnes) 
der  Stifterin  den  Priester  zu  erkennen.  4.  Jahrh. 

(Löwy.) 

1247.1  (NM  1406).  Votivrelief  an  Men. 
Aus  Thorikos.  Sybel  390.  CIA  II 3, 1593.  Sinirnow 
in  Ettipavo^  p.  122  f.  No.  28  F.  4 (mir  nicht  ver- 
ständlich). Drexler,  Men,  in  Roscher's  Lex.  II  2, 
2730  f.  F.  9.  Perdrizet,  Bull.  Corresp,  hellin.  1896 
p.  83  f.  No.  6 F.  6.  - Der  phrygischc  Mondgott  Men, 
in  orientalischer  Tracht  auf  einem  llahnc  reitend, 
vor  ihm  ein  besetztes  Opfertischchen  (vgl.  zu 
No.  1231),  dann  die  Adoranteu,  nach  der  Inschrift 
Mupabünp;  xui  f\  Mrpl  4[v€Üt;xciy  selber  aus 


Asien,  offenbar  Leute  niederen  Standes.  Perdrizet 
weist  darauf  hin,  wie  die  Bergwerke  von  Laurion 
zahlreiche  Fremde,  namentlich  aus  den  erzreichen 
Teilen  Kleinasiens,  beschäftigten.  Köhler  setzt  die 
Inschrift  ins  3.  Jahrh.  Zu  den  auf  Men  bezüglichen 
Darstellungen  (s  auch  No.  1248,  2)  vgl.  ausser 
den  drei  Letztcitierten  Wolters,  Festschr.  f.  0. 
Benndorf  p.  126  ff..  Bull.  Corresp.  hellin.  1899 
T.  I p.  389.  (Löwy.) 

1247,2  (NM  1405).  Votivrelief  an  Zeus 
Philios.  Atu  dem  Peiraieus.  Schöne,  Gr.  Rel. 
No.  105  Sybel  3751.  CIA  II  3,  1672.  Milchhöfer 
bei  E.  Curtius,  Stadtgesch.  p.  CXI,  71.  — Die 
Architravinschrift  Mvvwsr  Ad  «IsXiqi  dveöfrpieY 
lässt  in  dem  das  Szepter  aufstutzenden  thronenden 
Gott  den  Zeus  Philios  erkennen.  Dieser  begegnet 
sich  übrigens  in  dem  vorliegenden  Typus  mit 
Zeus  Meilichios;  auf  dem  Relief  Schöne  a.  0.  104, 
Sybel  1107,  liegt  die  Ergänzung  der  Inschrift  zu 
Ad)  Mc[tXi)({<p  nahe.  Dass  unser  Relief  von  dem- 
selben Heiligtum  des  munichischen  Asklepios 
stamme,  wie  das  gleichfalls  auf  Zeus  Philios  be- 
zügliche CIA  II  3,  1672  b,  vermutete  Furtwängler, 
Sitzungsber.  d.  bayr.  Akad.  1897  p.  406.  Die 
Stifterin  ist  offenbar  auch  hier  niederen  Standes 
und  wohl  fremder  Herkunft  Kühler  setzt  das 
Relief  nicht  später  als  das  4.  Jahrh.  (Löwy.) 

1248.1  (NM  1440).  Votivrelief  an  Dio- 

nysos und  eine  Göttin.  AusThoben.  Le  Bas, 
Mon.  fig.  T.  56  p.  74  f.  (Reiuach).  Schöne,  Gr. 
Rel.  No.  110.  Sybel  352.  Reisch,  Gr.  Weihgesch. 
p.  125.  — Offenbar  attische  Arbeit,  wie  auch 
Reisch  bemerkt,  der  zum  Typus  des  Bakchos  mit 
kurzem  Chiton,  Nebris  und  hohen  Stiefeln  auf 
den  stehenden  des  Reliefs  von  Koropi  (Reisch  a.  0. 
p 124)  verweist  Das  Gewandmotiv  der  weib- 
lichen Figur  mit  dem  im  Mantel  eingestemmten 
Arm,  Querwulst  an  der  Taille  und  das  Knie  über- 
Bchneidendeu  Himationsaum  weist  in  die  Zeit  des 
Praxiteles.  In  dem  Apoll  der  mantincischen  Basis 
finden  auch  die  steifen  Hängelocken  des  Dionysos 
ihre  Analogie  (vgl.  Benndorf,  Österr.  Jahresh.  1899 
p.  261).  (Löwy.) 

1248.2  (NM  1444).  Votivrelief  an  Pan, 
Men  und  eine  Göttin.  Aus  der  Umgebung 
Athens.  Lepeius,  Mamiorstud.  p.  78  No.  116. 
Sinirnow  in  Ite^avoc  p.  114  ff.  No  24  F.  1. 
Drexler,  Men,  in  Roscher’s  Lex.  II  2,  2731  ff,  F.  10. 
Perdrizet,  Bull.  Corresp.  helldn.  1896  p.  77  f. 
No.  1 F.  6.  — Der  innere  Rand  des  Rahmens  ist 
nach  dem  Vorbild  der  Votivreliefs  an  Pan  und 
die  Nymphen  gruttenförmig  gestaltet.  Als  Nymphe 
dürfte  auch  die  etwaa  kleinere,  ganz  ins  Gewand 


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Athen, 


24 


gehüllte  weibliche  Figur  im  Polymniatypua  (Ame- 
lnng,  Basis  d.  Prax  p.  31  f ) au  erklären  sein. 
Der  Gott  des  nächtlichen  Gestirns  also  umgeben 
von  den  Vertretern  der  freien  Natur  in  Berg  und 
Quelle.  Zu  dieser  Verbindung  s.  auch  I’erdrizet 
a 0.  Men  (s.  an  No.  1247,  1)  hier  stehend,  den 
Halm  an  der  Brust,  die  Mondsichel  hinter  dem 
Kücken  l'an  gleichfalls  aufrecht,  in  bekanntem 
Typus  (Furtwängler,  Annali  1877  p.  198);  die 
Bühren  der  Syrinx  ungleich  lang.  Später«  Arbeit. 

(Löwy.) 

1248,3  (NM  1443).  Stück  eines  N y mphen - 
reliefs.  Nach  Pittakis  in  Athen  unterhalb  der 
Pansgrotte  gefunden.  Epbim.  1840  No.  389. 
Michaelis,  Annali  1883  p.  312,  C.  Sybel  1238 
Potticr,  Bull.  Corresp.  hellin.  1881  p.  354  No.  15  — 
Erhalten  nur  der  fiötenblascnde  hockende  Pan 
und,  als  Anführer  des  Nympbenreigcns,  Hermes. 
S.  No.  1213,  2;  1254,  6-8.  (Uwy.) 

1249.  Herakles  aum  Mahle  gelagert.  Ge- 
funden in  Eleuds  bei  der  Kirche  des  H Zacharias. 
Philios,  Praktika  1888  p.  27.  Arch.  Deltion  1888 
p.  178  No.  14.  Rüm.  Mitt  1897  p.  63,  E.  An 
letztgenanntem  Orte  (vgl.  p.  144  ff.)  habe  ich  das 
Relief  mit  anderen  Repliken  besprochen  und  auf 
ein  Vorbild  der  Malerei  zurUckgcfUhrt 

(Lüwy.) 

1250.  Stück  eines  Votivreliefs  an  Natur- 
götter  Aus  Mnstaphades  bei  Tanagra.  In  unserer 
Photographie  fehlen  drei  weitere  zugehörige,  aber 
nicht  anpassende  Fragmente.  G.  Körte,  Athen. 
Mitt.  1878  p.  890  IT.  No.  156.  Sybel  8187  (dazu 
8188—90)  Furtwängler,  Satyr  a.  Pergam.  p.  28. 
Gonze,  Arch.  Zeit,  1880  p.  9,  K.  Milehhöfcr, 
ebenda  1880  p.  216  f.  L.  Gurlitt,  Arch.  Zeit. 
1880  T 18  p 187  f.  Bloch,  Nymphen,  in  Roscher’s 
Lex.  III,  531.  — Da  das  eine  der  hier  nicht  re- 
produzierten Fragmente  hinter  dem  Kopf  eines 

ttgendlichen  Pan  anscheinend  Reste  der  thronen- 
den Kybele  aufweist,  so  wird  die  Deutung  der 
übrigen  Figuren  — ausser  dem  hier  Gegebenen 
noch  je  ein  weiblicher  Kopf  von  vorn  und  nach 
links  — in  dem  Kreise  derder  Göttermutter  zugcsell- 
len  Wesen  zu  suchen  sein.  Fflrdic  auf  unserem  Stück 
erhaltenen  Figuren,  deren  äusserste  ein  Tympanon 
und  einen  nicht  deutlichen  stabartigen  Gegen- 
stand (nach  Milchhöfer  eine  Fackel)  trägt,  haben 
Furtwängler  und  Milchhöfer  die  Deutung  als 
Kurai  nach  Pind  Pyth.  3,  77  (137),  vgl.  Phllostr. 
Imag.  II  12,  vorgcschlagen  und  Gurlitt  auf  die 
Verwandtschaft  mit  attischen  Nymphendarstel- 
lungen hingewiesen.  Bei  dem  bärtigen  Manne 
denkt  Milchhöfer  an  einen  Heilgott.  Dies  alles 


bleibt  natürlich  schon  wegen  des  Zustandes  des 
Reliefs  unsicher.  Stilistisch  gewiss  richtig  setzen 
die  Genannten  dasselbe  in  die  zweite  Hälfte  des 
5.  Jaltrh.  Dabei  ist  aber  gegenüber  den  attischen 
Vorbildern  provinzielle  Flauheit  nicht  zu  ver- 
kennen. (Löwy.) 

1251.  Votivrelief  an  Apollon,  Artemis 

und  Lcto.  Aus  Larissa.  Hartwig,  Bendis  p.  8 f. 
F.  2.  Kuruniotis,  Epbim  1900  T.  2.  8,  p.  18.  — 
Auch  hier  leuchten  atu  provinzieller  Vergröberung 
Vorbilder  der  besten  Zelt  durch.  Apoll  in  dem 
keines  Nachweises  bedürfenden  Kitharödentypus; 
l.eto  matrona!  in  Peplne  mit  tief  nntergUrtctem 
Bausch,  mit  Schale  und  Szepter  (vgl.  Sauer,  Leto, 
in  Hoscher's  Lex.  II  2,  1973  f.  1977);  Artcinia, 
bis  auf  die  fehlende  Alopekis,  in  dem  für  Bendis 
verwandten  Typus,  von  dem  freilich  nicht  er- 
wiesen ist,  dass  er  für  Bendis  und  erst  in  praxi- 
telischcr  Zeit  erfunden  sei  (vgl  auch  Hartwig  a. 
0 ).  Zn  einer  Datierung  unseres  Reliefs  bedürfte 
es  der  Kenntnis  der  besonderen  thcssalischcn 
Schriftentwicklung;  doch  scheint  mir  Kurunioti«' 
Ansatz  (3.  Jahrh.)  zu  tief  gegriffen;  die  Schrift- 
formen haben  z T.  noch  etwas  geradezu  Alter- 
tümliches. Loiting  ergänzte  I'opyov[laxja  dvz»uxeT, 
Kuruniotis,  der  ein  in  der  Photographie  nicht 
sichtbares  £ am  Schluss  des  Namens  verbürgt, 
l'opyov[iX.V]o4  ?.  (Löwy.) 

1252.  Desgleichen.  Aus  Larissa.  Amelung, 

Basis  d.  Praxit.  p.  23  Amu.  1.  Kuruniotis,  Ephim. 
I960  T.  2,  2,  p.  17  f.  — In  der  Gesamtkom- 
pusition  die  durch  No.  1251  vergegenwärtigte, 
wohl  auf  die  Anordnung  derTem|>clbildor  zurttek- 
gehende  Tradition  f enthaltend,  lässt  dieses  Relief 
die  seitwärts  stehenden  Geschwister  sich  etwas 
mehr  der  Mutter  zu  wenden,  was  der  Gruppe  grössere 
Geschlossenheit  giebt  Von  den  Eluzelmotivcn 
dagegen  ist  nur  der  Typus  des  Apollo  bewahrt; 
Leto  hat  ein  kunstreich  um  Kopf  und  Oberkörper 
geschlungenes  Himation,  für  Artemis  ist  ein 
statuarisch  mehrfach  vertretener  Typus  verwendet, 
über  den,  nach  Furtwängler,  Meistcrw.  p.  554, 
ausführlich  Amelung  a.  0.,  Klein,  Praxit.  p 308  ff. 
gehandelt  haben.  (Löwy.) 

1253.  Votivrelief  an  chthonische  Gott- 
heiten. AusTegea.  Milchhöfer,  Athen.  Mitt.  1880 
p.  69  und  Arch.  Zeit.  1883  p.  225  f.  Athen. 
Mitt.  1886  p.  206  f.  (aus  Arch.  Deltion).  Reisch. 
Weihgesch.  p.  19  Anm.  2.  Immerwahr,  Kulte  n. 
Mythen  Arkad.  p.  109.  Bloch,  Kora,  in  Roscher’» 
Lex.  II  1,  1301  — Milchhöfer  erkannte  in  der 
thronenden  Gestalt  mit  Füllhorn  Hades,  in  der 
neben  ihm  stellenden  weiblichen  mit  Polos  und 


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Athen. 


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Szepter  Kora,  in  der  anderen  mit  Schale  und 
Fackel  Demeter,  endlich  in  der  kleiner  gebildeten 
Hydrophore  und  ihrer  Genossin  mit  Eimer  die 
Stifterinnen  des  Reliefs,  deren  heiliger  Dienst 
eben  den  Anlass  zur  Weihung  gab.  Als  interessantes 
Seitenstück  zu  den  Letzteren  verweist  Milchhöfer 
auf  Votivterracotten  des  gleichen  Habitus  ebenfalls 
von  Tegea  (H.  Sostis),  Athen.  Mitt.  1879  p 168; 
170  — eine  andere  Ausdrucksform  des  in  unserem 
Relief  dargcistellteu  Gedankens  — , für  das  Ganze 
auf  das  Relief  ausGythion  Arcb  Zeit.  a.  0.  T.  13, 1. 
Das  unarige  wohl  aus  dem  4.  Jahrh.  (Löwy.) 

1254,  i (NM  1436):  Bruchstück  eines  Votiv- 
reliefs, von  mir  nicht  identifiziert.  (Löwy.) 

1254,2  (NM  1437).  Votivrelief  an  die 
Dioskuren.  AnsKythera.  Mylonas,  Bull.  Corresp. 
hellin.  1878  p.  365  No.  4.  Weil,  Athen.  Mitt.  1880 
p.  231  f.  Sybel  3278.  C'auer,  Delcctus  a No.  28. 
— Die  Dioskuren  erscheinen  hier,  ganz  ohne  die 
üblichen  Beigaben  (Ross,  Amphora,  Hahn),  gleich- 
mässig  dem  Beschauer  zngewandt.  Die  Inschrift 
Mcravhpo«  dpuoöT^p  Tivbopö>ai[«  scheint  etwa 
3.  Jahrh.  (Löwy.) 

1254,  3 (NM  1438):  Untere  Partie  eines  Votiv- 
reliefs,  von  mir  nicht  identifiziert  (Löwy.) 

1254,  « (NM  1439)  = No.  1243,  1. 

1254,  5 (NM  1440)  = No.  1248,  1. 

1254.«  (NM  1448).  Weihrelief  des  Tcle- 
phanesanPan  und  die  Nymphen.  Aua  einer 
Grotte  des  Parue».  Rangabe,  Ant.  hellin.  II  T. 
XXII  No.  1081.  Michaelis,  Annali  1863  T.  L,  3, 
p.  313,  E.  Sybel  360.  Lölling,  Athen.  Mitt.  1880 
p.  291.  Pottier,  Bull.  Corresp  hellin.  1881  p.  352 
No.  2.  Fried.- Wolters  1839.  CIA  II  3,  15G2. 
Bloch,  Nymphen,  in  Roscher's  Lex.  III,  559  — 
Vgl.  zu  No.  1243,  2.  Nur  ist  hier  in  der  üblichen 
Weise  Hermes  der  Führer  des  Nymphenreigens, 
während  Pan,  mit  gekreuzten  Beinen  in  der  Höhe 
sitzend,  mit  der  Schalmei  aufspielt.  Links  Achclooa, 
nur  mit  dem  Kopfe  sichtbar,  am  oberen  Grotten- 
rand Ziegen.  In  dem  ziemlich  rechteckigen  äusse- 
ren Umriss  hält  sich  das  Relief  nocli  einigermassen 
an  die  gewöhnliche  Form  der  Votivreliefs.  Darf 
darin,  wie  in  den  einfachen  Gewandmotiven,  ein 
Anzeichen  relativ  höheren  Altera  erblickt  werden? 
Die  Können  der  unter  dem  Relief  angebrachten 
Inschrift:  ii pV . f, u , I : ' ditüexe  llavl  xal  Ni'ii  yavp 
wären  (nach  dem  Stich  der  Annali)  dieser  An- 
nahme günstig,  dagegen  scheint  nur  die  hohe 
Gürtung  (s.  Petcraen,  Arch.-epigr.  Mitt.  a.  Öst 
1881  p.  2 H.)  und  die  Haartracht  des  ersten 
Mädchens  (vgl.  Fltrtwängler,  Meisterw.  p.  665 
Anm.  1)  zu  sprechen.  (Löwy.) 


1254,7  (NM  1447).  Votivrelief  an  Pan 
und  dieNymphen.  Aus  dem  Peiraieus.  Schöne, 

| Rel.  No.  117.  Sybel  3753.  Potticr,  Bull.  Corresp. 

: bellen.  1881  p.  353  No.  8.  Bloch.  Nymphen,  in 
Roscher's  Lex.  III  559.  — Sämtliche  drei  Nymphen 
mit  schärpenartig  über  die  I.  Schulter  genommenem 
Hiiuation.  Am  oberen  Rande  rechts  über  der 
zweiten  Pan,  ganz  klein.  Links  unten  Acheloos 
unhärtig.  Ein  kleines  viereckiges  Loch  auf  der 
unteren  Fläche  zum  Aufstecken  auf  einen  Zapfen. 

(Löwy.) 

1254,  8 (NM  1116).  Desgleichen.  AusMe- 
gara.  Wieseler,  Ber.  üb.  seine  Reise  p.  28  Furt- 
wängler,  Athen.  Mitt.  1878  p.  201.  Sybel  387. 
Pottier,  Bull.  Corresp.  hellen  1881  p.  353  No.  11. 
Bloch,  Nymphen,  in  Roscher's  Lex.  III  559.  — 
Die  Komposition  gelockert,  einiges  Charakteristi- 
sche verwischt.  Hermes  steht  vor  dem  nicht 
mehr  aus  Feldsteinen  geschichteten,  sondern  kunst- 
gemäss  rund  zugehauenen  Altar,  die  erste  der 
Nymphen  ist  ganz  in  den  Hintergrund  gedrängt, 
.indem  Uber  sie  weg  die  zweite  einen  Zipfel  von 
Hermes’  Chlamys  fasBt“  (Furtwänglcr).  (Löwy.) 

1254,  9 (NM  1445)  = No.  1243,  2 

1254,  10  (NM  1444)  = No.  1248,  2. 

1254,  >■  12  (NM  1451.  1452).  Blöcke  eines 

Fries os  unbekannter  Bestimmung  Angeblich  beim 
Dipylon  gefunden.  Bunian,  Ber.  d.  säclis.  Ge- 
sellsch.  1860  p.  197  f.  E.  Cnrtius,  Arcb.  Anz  1861 

j p.  231*.  Wieseler,  Ber.  üb.  a.  Reise  p.  31  f.  8ybel 
i 304,  1.  Reisch,  Weihgesch.  p.  107  Anm.  2.  — 
Das  grossere  Stück  (1451)  hat  beiderseits  Stoss- 
tlächc,  obenauf  Klammerlöcher;  das  kleinerc(1452) 
links  Bruch,  reclits  Klammcrloch  und  Stosstlächo 
(Sybel).  Gctlügelte  Jünglinge  (doch  wohl  Eroten) 
im  Zuge  nach  links,  alle  in  der  L.  vor  der  Brust 
eine  Scbale  haltend,  nur  durch  dio  Attribute  der 
r.  Hand  (Krug  und  Thymiatcrion,  meist  abwech- 
selnd; und  die  Haartracht  (Uaarknauf  in  1452) 
verschieden.  Ein  drittes,  offenbar  zugehöriges 
Stück  bei  Stuart  und  Revett  II  T.  XVII  Cb.  2—5, 
Fig.  15,  wo  gleichfalls  das  Haar  in  Knoten  auf- 
gesteckt  ist  und  die  mittlere  Figur  zwischen  zwei 
Kaunenträgern  einen  Dreifuss  hält.  Stuart’s  Ge- 
danken an  ein  choregischcs  Weihgeschenk  lehnt 
Reisch  ab  Für  ein  stilistisches  Urteil  reichen  die 
Photographie  und  meine  Erinncruug  nicht.  Ob 
ein  Relicffragment  aus  Daphui  Ähnlichkeit  besitzt, 
ist  aus  den  kurzen  Notizen  Praktika  1892  p.  11. 
Arcb.  Deltion  1892  p.  49,  nicht  zu  entnehmen. 

(Löwy.) 

1255.  Errichtung  eines  Drcifusses. 
! Früher  heim  Zugang  zu  den  Propyläen.  Müller- 


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27 


Athen, 


28 


Schöll  p.  % No.  85.  E.  Curtius.  Arch  Zeit.  1867 
T,  CCXXV1,  2,  p.  94.  Sy  bei  898a.  Heisch,  Wcib- 
gesch.  p.  57.  — Schwerlich  Votivrelief,  eher  Ver- 
kleidung einer  Basis  od.  dgl.,  wie  auch  Heisch 
denkt,  der  den  Mann  im  Ilimation  (vgl  zu  No. 
1258)  als  siegreichen  Choregen  oder  Dichter,  den 
mit  der  Aufstellung  des  Drcil'usscs  beschäftigten 
kleineren  Satyr  entweder  als  Personifikation  des 
Dithyrambus  oder  als  von  Dionysos  beauftragten 
Diener  erklärt  (Löwy.) 

1256.  Belief  unbekannter  Bestimmung. 
Aus  dem  Hicron  von  Epidauros  Mvlonas,  Kphim. 
1884  p.  93.  Athen  Milt  1886  p.  455  J 2 (nach 
Arch.  Deltion).  Furtwänglcr,  Sitxungsber.  d.  bayr. 
Akad.  1H97  p.  289  IT  Reisch,  Österr.  Jahresh.  1998 
p.  79  ff.  F.  37.  Sauer,  D.  sogen.  Thcsciun  p 248  f. 
Pcterscn,  Rom.  Mitt.  1900  p.  148  f.  Phot,  d Inst. 
Ath.  NM  152.  — Die  Art  der  Einrahmung  wie 
die  Dimensionen  machen  Furtwängler's  Gedanken, 
es  könnte  das  Relief  unter  einer  Erkunde  ge- 
standen haben,  wenig  überzeugend.  Architek- 
tonische Verwendung,  wie  Reisch  wahrscheinlicher 
vermutet,  braucht  nicht  gerade  im  Schmuck  eines 
Altars  oder  einer  Basis  bestanden  zn  haben  (als 
Plattcndicke  notierte  ich  0,10—0,14).  Was  die 
Deutung  betrifft,  so  erkennen  Furtwängler  und 
Reisch  (dem  Sauer  im  Wesentlichen  bciptlichtet) 
in  der  männlichen  Gestalt  übereinstimmend  He- 
phaistos, verwerten  jedoch  dessen  Gegenwart  zu 
Gunsten  abweichender  Meinungen  über  das  Vor- 
bild der  Athenafigur:  der  Gott  der  Insel  Lemno* 
passe,  nach  Furtwängler,  zur  Athcna  im  Typus 
der  pheidiaa’schen  Lemnia,  zumal  falls  das  Ganze 
eine  launische  Stiftung  gewesen  seiu  sollte;  wo- 
gegen nach  Reisch  die  Athena  Ilepbaistia  das  Vor- 
bild unserer  Göttin,  die  ganze  Gruppe  im  Geiste 
der  von  Alkamenes  für  das  athenische  Hephaisteion 
geschaffenen  zwei  Tcmpelbilder  gehalten  sei.  Es 
ist  bei  dieser  Sachlage  doppelt  geboten,  die  Er- 
klärung des  Reliefs  aus  diesem  selbst  heraus  zu 
versuchen.  Mir  scheint  nun  zunächst  die  Deu- 
tung der  männlichen  Figur  auf  Hephaistos  nicht 
zwingend  und  angesichts  der  Fundstelle  des  Re- 
liefs jene  auf  Asklepios  voll  vornrherein  min- 
destens gleich  berechtigt.  Auch  in  einer  für 
Athen  gearbeiteten  Darstellung  dieser  Zeit  würde 
Letzterer  nicht  anders  ausgeschen  haben  (vgl.  zu 
No  1220),  und  das  (von  Sauer  bemängelte)  Fehlen 
der  Schlange  hat  seine  Analogien  gerade  in  den 
älteren  Darstellungen  des  stellenden  Asklepios. 
Von  beabsichtigter  Andeutung  der  Lahmheit  kann 
ich  nichts  erkennen,  und  dass  sich  die  Figur  an- 
scheinend mit  dem  Helm  der  Athena  zu  schaffen 


macht,  genügt  doch  nicht  für  die  Benennung  als 
Hephaistos.  Ja,  wenn  meine  im  Sommer  1885  in 
Epidauros  von  dem  zu  Boden  liegenden  Relief 
genommene  Skizze  nicht  täuscht,  war  damals  am 
I Bruch  noch  der  Verlauf  des  r.  Zeigefingers  zn 
erkennen  in  einer  Bewegung  nicht  des  Anfassens, 
sondern  des  Grusses.  ln  jedem  Fall  aber  ist  es 
Athena,  die  den  Helm  am  Naekenschirm  gefasst 
hält,  und  wäre  ein  Überreichen  seitens  des  Mannes 
durch  seitliches  Hineingreifen  ungeschickt  und 
nicht  mit  der  der  griechischen  Kunst  sonst  eigenen 
Klarheit  ausgedrückt.  Es  fragt  sich  nun,  wie  der 
abgenommene  Helm  der  Athena  zu  erklären  ist. 
Die  Freiheit  der  Rcliefkünstler  im  Variieren  über- 
nommener Typen  je  nach  den  besonderen  Um- 
ständen der  Darstellung  bedarf  keiner  Erinnerung, 
und  im  friedlichen  Verkehre  mit  Anderen  Athena 
sich  der  Waffen  cutledigen  zu  lassen,  ist  ein  Zug, 
Dir  den  aus  verwandtem  Gebiet  die  Beispiele  nicht 
fehlen ; s.  die  Reliefs  Studniczka,  Vermut,  z.  Kunst- 
gcsch.  p.  12  (wo  die  Annahme  besonderer  statua- 
rischer Vorbilder  wohl  nicht  mehr  atifrechtcrhalten 
wird)  und  Lansdowne  House,  Michaelis,  Anc.  Mbls. 
p 450  No.  59  (vgl.  auch  das  Epigramm  IGB  532). 
Das  Motiv  in  unserem  Relief  aus  der  Abhängigkeit 
von  der  Lemnia  zn  erklären  ginge  nur  dann,  wenn 
der  Anschluss  an  diese  Figur  im  Übrigen  ein  pein- 
lich genauer  wäre.  Das  ist  aber  nicht  der  Fall , 
i Schild  und  Mäntelchen  sind  jedenfalls  fremde 
Elemente,  und  statt  der  mächtigen  übergürteten 
Acgis  erscheint  hier  eine  kleine  schärpenartige 
umgcbäiigt.  Mit  anderen  Worten : unserem  Künstler 
hat  überhaupt  nicht  die  Lemnia  vorgeschwebt, 
sondern  eine  jener  jüngeren  Athenen,  wie  sie  die 
Kunst  de»  5.  Jahrh.  mit  fortschreitender  Verein- 
fachung der  schrägen  Aegis  ausznbilden  liebte 
(vgl.  die  Aufzählungen  bei  Reisch  p.  66  ff.).  Damit 
ist  alter  auch  der  von  Reisch  a.  0.  behandelte 
Athcnatypus  ausgeschlossen,  der  sich  mit  dem 
ungegUrietcn  Überschlag  des  Peplos  noch  weiter 
von  dem  unsrigen  entfernt.  Es  wird  also  bei  der 
Erörterung  beider  Statuentypen  von  unserem  Relief 
besser  abzuseben  sein.  Trifft  unsere  Erklärung 
das  Richtige,  bo  ist  eine  Begegnung  Atbenas  mit 
Asklepios  dargestellt:  dieser,  als  Herr  des  Orts 
in  ruhiger  Stellung,  empfangt  (resp  begrttsst)  die 
Besucherin  — für  die  Gesinnung  etwa  von  Athenern, 
die  die  Gastlichkeit  des  llierons  genossen , kein 
unpassender  Ausdruck.  Das  Herantreten  Athenas 
ist  deutlich;  das  Anlehnen  des  Schildes  an  ihre 
Person,  selbst  wenn  so  gemeint,  würde  durch 
die  Häufigkeit  solcher  Gedankenlosigkeiten  im 
Untergeordneten  entschuldigt.  Als  attisch  aus  der 


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29 


Athen. 


30 


Zeit  um  400  vor  Cbr.  ist  die  Arbeit  mit  Recht 
bezeichnet  worden.  Für  die  ganze  Komposition 
bietet  sich  No.  1212  von  selbst  zum  Vergleich 
dar,  wenn  auch  nicht  notwendig  als  Beweis  eines 
konkreten  gemeinsamen  Vorbildes.  (Löwy.) 

1257.  Jüngling  mit  Pferd,  wahrscheinlich 

Grabrelief.  Aus  Aegina  Exped.  d.  Moree  III 
T.  41,  IV.  Sybel  322.  — Wohl  5.  Jahrh.,  ob  aber 
attisch?  (1,0  wy.) 

1258.  Stele  für  eine  Ephcbenurkunde 
vorbereitet.  P.  Gardner,  Journ.  of  Hell.  Stad- 
1890  p.  14(i  ff.  Fig.  1.  2.  — Die  Bestimmung  er- 
hellt aus  parallelen  Monumenten  (vgl.  No.  1259 
bis  61).  Ober  diese  ganze  Klasse  von  Inschriften 
wie  das  Institut  der  Ephebie  vgl.  Dumont,  Essai 
sur  l'Ephebie  attique,  Qirard,  Ephebi,  in  ßareui- 
berg  und  Saglio's  Dict.  II  1,  n.  A.  Dass  in 
unserem  Falle  die  Inschrift  bloss  gemalt  war,  wie 
Gardner  vermutet,  wäre  möglich.  Nicht  bloss  als 
zumeist  datierbare  Erzeugnisse  der  späten  Relief- 
knnst  verdienen  diese  Kopf-  und  Kussvignetten  der 
Ephebenstelcn  einiges  Interesse;  mögen  sie  auch  in 
dem  das  Ephebcnwcsen  beherrschenden  konser- 
vativen Zug  (E.  Curtius,  Stadtgesch.  p.  281  f.) 
ihre  besondere  Pinache  haben,  so  zeugen  sie  doch 
filr  den  nicht  ganz  erloschenen  Geist  der  attischen 
Kunst,  die  selbst  die  nüchterne  Urkunde  zu  ver- 
edeln, deren  Inhalt  auch  in  der  eigenen  Spraclio 
wiederzugeben  sucht.  Einförmig,  wie  die  zu 
Grunde  liegenden  Voraussetzungen,  sind  freilich 
diese  Darstellungen:  sie  wiederholen  in  stereotypen 
Formeln  den  Ausdruck  der  Dankbarkeit  des  Corps 
gegen  seinen  Chef,  den  Kosmeten,  die  errungenen 
Auszeichnungen,  sowie  was  im  heben  der  Ephebcn 
voranstand,  die  gymnastischen  Übungen,  nament- 
lich die  Wettkämpfe  zu  Boot  (vgl.  Dumont  I p. 
234  ; 245).  Im  vorliegenden  Exemplar  zeigt  die 
Kopfleiste  den  Kosmeten  in  feierlicher  Bürgcr- 
tracht  in  dem  vom  4.  Jahrh.  her  für  Porträt- 
statuen unendlich  oft  wiederholten  Typus,  be- 
kränzt von  einem  Epheben  in  Uhlamys  zu  seiner 
Linken,  während  der  zu  seiner  Rechten  mit 
Palme  aut  der  L.  sich  selbst  den  Kranz  aufsetzt, 
auch  dies  ein  in  weit  ältere  Zeit  hinaufgehender 
Typus,  den  Milchhöfcr,  Arch.  Stud.  II.  Bruun 
dargebr.  p.  62  ff.  auf  Eupompos  zurilckführt : 
möglicherweise  ist  auch  das  I.  stehende  Gelässi 
eine  häufig  wiederkehrende  Ilindcutung  auf  Pa- 
lästra  u.  dgl.,  aus  dem  Original  übernommen  (a. 
z.  B.  Matz-Duhn  III  4110.  3,  Milchhöfcr  a.  0. 
p.  63,  a).  Am  unteren  Rande  ein  mit  acht  Ephe- 
ben bemanntes  Ruderboot,  als  siegreich  durch 
die  vom  ersten  getragene  Palme  bezeichnet. 


Auf  das  Technische  dieser  Boote  und  ihre  Füh- 
rung kann  ich  nicht  eingehen.  (Löwy.) 

1259.  Oberes  Stück  einer  Kphebenliste, 

Offenbar  am  ursprünglichen  Aufstellungsort  Dio- 
geneion),  bei  II.  Dimitrios  Katiphoris  gefunden 
Dumont,  Essai  II  p.246  No  XLVI  c,  CIA  III  1, 1092. 
— Aus  dem  Archontat  des  Pantainos,  zwischen  98 
und  117  nach  Chr  (wahrscheinlich  105  6:  Schöffer, 
Archon,  Pauly-Wissowa  II  1,  595).  Der  Kosmet 
in  der  Mitte,  wie  auf  No.  1258,  in  der  L.  eine 
Schriftrolle  (?,  Dittcnberger),  ist  von  einem  zu 
seiner  Linken  stehenden  Epheben  bereits  bekränzt, 
während  von  der  anderen  Seito  her  ein  zweiter 
ihm  einen  Kranz  aufzusetzeu  im  Begriffe  ist.  Diese 
Gnippe  rechts  gauz  wie  in  No.  1258  Links  und 
rechts  jo  ein  ruhig  stehender  Ephcbe  mit  Palm- 
zweig  in  der  L , der  links  auch  mit  Stlengis  (Dittcn- 
berger; in  der  R.,  am  Boden  zwischen  ihnen  und 
den  mittleren  Epheben  je  eine  Amphora  (s.  zu 
No.  1258).  (Löwy.) 

1260.  Ephebenstele.  Fundort  wie  bei 

No.  1259.  Dumont,  Essai  11  p.  344  No  XCIV. 
CIA  III  1, 1177.  Sybel  3308.  — Aus  dem  Archontat 
des  Aurelios  Dionysios,  zwischen  212/3  u.  221  2 
nach  Chr.  (nach  Schöffer,  Archon,  Pauly-Wissowa 
II  1,  597  wahrscheinlich  219/20)  Oben  in  vier- 
eckiger Nische  der  Kosmet  mit  beiderseits  be- 
kränzenden Epheben,  ganz  wie  No.  1259,  nur  haben 
hier  die  Epheben  auch  Palmzweige  auf  der  L 
Rechts  zu  Füssen  des  Kusmcten  ein  Bund  Schrift- 
rnllcn,  zu  jenen  des  Epheben  rechts  ein  Gcfäss. 
Unten  von  mehreren  Booten  noch  zwei,  in  Aktion, 
mit  jo  zwei  Insassen.  (Löwy.) 

1261.  Ephebenstele  Vom  gleichen  Fundort. 
Epbim.  1862  T.  29,  1.  Dumont,  Essai  II  p.  326  ff. 
No.  LXXXIX.  CIA  III  I,  1160.  Sybel  3300. 
Girard,  Ephebi,  in  Daremberg  u.  Saglio's  Dict.  II 
1,  631  F.  2681  f.  — Aus  dem  Archontat  des 
Helvidius  Sccundus,  192,3  nach  Chr.  Das  obere 
Relief,  in  viereckig  eingetieftem  Feld,  nicht  voll- 
ständig: das  Erhaltene  bezieht  sich  auf  Fackellauf 
(ein  Ephcbe  mit  Fackel  eilt  vom  brennenden  Altar 
weg)  und  Ringkampf  (Ephebe  bringt  den  Gegner 
zu  Fall).  Weiter  rechts  eine  Statue  des  einen 
Schutzgoltes  der  Epheben,  Herakles,  im  Typus 
des  farnesischen.  Der  Raum  reichte  noch  filr  eine 
Figur  (Hermes?,  vgl.  Preller- Robert,  Griccli. 
Mythol.  1 415  f.).  Unten  ein  Boot  mit  drei  Epheben, 
der  mittlere  hält  Palme,  die  beiden  anderen  voll- 
fübren  das  auch  in  No  1260  dargcstcllte  Manöver. 

(Löwy.) 

1262.  Relief unklarerBestimmang.  Aus 
deuiDionysostheater.Sybe!ü85.  Fried.Wolters  1884. 


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Athen. 


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Reisch,  Weihgesch.  p.  123  Anrn.  3.  — Viel- 
leicht von  einem  Götterverein.  sind  erhalten  eine 
weibliche  Figur,  die  ein  Räuclierkorn  auf  ein 
Thymiaterion  legt,  und,  ihr  folgend,  Dionysos, 
jugendlich,  mit  Nebris  nnd  hohen  Stiefeln,  Spitz- 
amphora und  Kantbaros  tragend,  in  einem  von 
Artemis  entlehnten  Typus  (s.  zu  So.  1251). 
Von  der  IJasis  einer  Dionysosstatue  ? 

(Löwy.) 

1263.  KomOdienszcne.  Sybcl  2200.  L.  Gur- 

litt, Arch.  Zeit.  1881  p.  57  (T.  Reisch,  Weihgesch. 
p.  141.  — Ein  (trunkener?)  Mann  wird  beiderseits 
von  je  einer  Gestalt  im  Uimation  umfasst  und  in 
die  Hohe  gehoben;  links  enteilt  hilferufend  eine 
kleinere  Figur,  von  rechts  kommt  eine  andere, 
gleichfalls  kleinere,  im  Laufe  hinzu,  vielleicht  mit 
Stein  bewaffnet.  Die  Erklärung  als  Komödien- 
Szene  (so  schon  Sybel)  trifft  wohl  das  Richtige. 
Nach  Reisch  bildete  das  Stück  »den  oberen  vor- 
springenden Rand  einer  grösseren,  die  Hauptdar- 
stellung tragenden  Kelicftafel,  von  der  am  untern 
Rande  noch  der  Ansatz  der  zurücktrctendcn 
Fläche  mit  deutlichen  Spuren  der  Reliefbcarbei- 
tung  erhalten  ist.“  (Löwy.) 

1264.  Herakles  schlänge n w ürge n d, 
hinter  ihm  Amphitryon.  Gefunden  in  Athen, 
dann  in  einer  Sammlung  im  Piräus.  Rhusopulos, 
Annali  1803,  T.  Q,  2,  p.  457.  Wiescler,  lier.  üb. 
s.  Reise  p.  57.  Sybcl  680.  Robert,  Sarkophag-Rel. 
III  1 T.  XXVII,  100,  p.  123.  — Die  Herkunft  von 
einem  griechischen  Sarkophag,  n.  zw.  wahr- 
scheinlich von  der  Schmalseite,  sprach  zuerst 
Kern  (bei  Robert)  aus  »Die  Falmcttc  am  r.  Rand 
bezeichnet  die  Mitte.  Auf  der  rechts  wegge- 
brochenen  Hälfte  wird  die  erschreckte  Alkmene 
mit  dem  kleinen  Ipbikles  dargestellt  geweseu 
sein.  Diese  Komposition  hat  weit  höheren  An- 
spruch, für  eine  Nachbildung  des  berühmten  Hil- 
des von  Zeuxis  zu  gelten,  als  die  charakterlosen 
pompejauischen  Wandgemälde,  die  gemeiniglich 
mit  ihm  in  Verbindung  gebracht  werden.“  (Robert.) 

(Löwy.) 

1265.  Heroenrelief.  Angeblich  aus  Cbry- 
sapha  bei  Sparta.  Milchböfer,  Arch.  Zeit.  1881, 
T.  17,  2,  p.  293  ff.  Fried.- Wolters  05.  — Das 
Relief  gehört  in  die  Klasse  der  von  Milchböfer 
a.  O.  besprochenen  „Kautharosmänner“.  Ob  die 
Linke  etwas  hält  (Granate?)  oder  ob  das  durch 
die  I-iurisse  von  Daumen  und  Zeigefinger  um- 
schriebene Stück  nichts  bedeuten  soll,  ist  ange- 
sichts der  durchgängigen  Angabe  der  Details 
durch  bloss  eingeriHsene  Linien  auf  der  flach  vor- 
liegenden Silhouette  der  Figur  nicht  sicher  zu 


sagen.  Die  im  Grunde  Uber  den  Kantbaros  sich 
ringelnde  Schlange  will  gewiss  nicht  daraus 
trinken,  sondern  ist  alB  Genossin  des  Heros  ohne 
konkrete  Ortsvorstellung  seinem  Bilde  beigefügt- 
Stilistisch  kann  das  Stück  noch  dem  5.  Jahrh. 
angehören  (Löwy.) 

Athen 

Nationalmuseum. 

Magazine. 

1266  und  1267.  Arcbaiachcs  bärtiges 
Köpfchen.  Hoch  0,105  m.  Aus  dem  Amphia- 
raosheitigtum  von  Rhamnus.  Feinkörniger  Marmor. 
Körte,  Athen.  Mitl.  XVIII,  S.  252.  Stais,  Deltioo 
1891,  s.  117.  Die  Nase  fehlt,  ferner  das  untere 
Ende  des  Bartes  sowie  ein  Stück  der  Stirn  Uber 
dem  linken  Auge.  Das  volle  fleischige  Gesicht 
zeigt  einen  freundlichen  Ausdruck,  die  Augen  sind 
von  dicken  Wülsten  umgeben.  Das  Haar  rahmt 
die  Stirn  in  Buckellöckchen  ein,  der  Oberkopf 
ist  glatt  und  von  einer  flachen  Binde  umgeben, 
unter  der  hervor  das  Haar  lang  in  den  Nacken 
fällt,  wo  es  in  einen  durch  Streifen  regelmässig 
gegliederten  Schopf  ziisammengebunden  ist.  Die 
Modellierung  des  Bartes  ist  roh  angegeben, 
überhaupt  zeigt  die  ganze  Arbeit,  abgesehen  von 
der  schlechten  Erhaltung,  einen  groben  Hauen 
Charakter.  Der  Kopf  ist  stilistisch  am  nächsten 
verwandt  dem  auf  der  Akropolis  gefundenen 
Kopfe,  Furtwängler,  Sammlung  Sornzee  S.  2 und 
gehört  wie  dieser  in  die  Zeit  um  500  v.  Chr. 
Die  Deutung  auf  eine  bestimmte  Gottheit,  sei  cs 
Zeus  oder  Amphiaraos,  ist  unsicher,  doch  machen 
die  Fuudiimstäude  wahrscheinlich,  dass  der  letztere 
dargcstcllt  ist  mit  einfacher  Übertragung  des 
Zeustypus.  (Sievekiug.) 

1268.  Bärtiges  Götterköpfchen.  Hoch 
0,07  m.  Aus  dem  Amphiaraosheiligtum  von 
Rhamnus  Feinkörniger  Marmor  Körte,  Athen. 
Mitt  XVIII,  S.252  Stais,  Doltion,  1891,  S.  117.  Furt- 
wängler, Sammlg.  Somzec  S.  69.  Reisch,  Fest- 
schrift für  Benndorf  S.  147.  Savignoni,  Notizie 
d.  scavi,  1901,  p-  250.  Es  fehlt  die  Nasenspitze 
Zu  den  derben  Gesichtsformen,  die  in  der  niedrigen 
Stirn,  dem  sehr  stark  entwickelten  Untergesicht 
und  den  vollen  Lippen  zmn  Ausdruck  kommen , 
sowie  zu  dem  mächtig  ausladenden  llinterkopf 
stellt  die  elegante  Anordnung  des  Haares  in  auf- 
fallendem Gegensatz.  Zu  beiden  Seiten  der  Stirn 
fallen  Uber  die  Ohren  zierlich  gewundene  Locken 
bis  auf  den  Hals,  die  Hauptmasse  der  Haare  legt 
sich  in  langen  Strähnen  Uber  dcu  Hinterkopf 
bis  in  den  Nacken.  Die  Enden  sind  nach  innen 


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Athen. 


34 


zu  umgebogen.  Sparen  einer  Binde,  die  wahr- 
scheinlich mit  Farbe  aufgetragen  war,  glaube 
ich  am  liinterkopf  zu  bemerken.  Dieser  etwas 
gesuchten  Haaranordnung,  die  zuerst  bestechend 
wirkt,  hat  es  wohl  das  Köpfchen  zu  verdanken 
gehabt,  das«  sein  Wert  bedeutend  Überschätzt 
worden  ist;  man  hat  sich  sogar  an  den  Zeus 
des  Phidias  erinnert  geglanbt.  Der  Zeitansatz 
ist  richtig,  auch  eine  allgemeine  Beeinflussung 
durch  die  Kunst  des  Phidias  nicht  ausgeschlossen, 
im  Übrigen  aber  ist  das  Werk  in  Erfindung  und 
Ausführung  kaum  mehr  als  eine  Du  rehschnitta- 
arbeit- Hinsichtlich  der  Benennung  gilt  das  von 
dem  eben  besprochenen  Kopfe  Gesagte;  indes  ist 
hier  die  Deutung  auf  Amphiaraos  besonders  wahr- 
scheinlich, da  kürzlich  in  den  Caracalla-Thermen 
ein  t'olossalkopf  zu  Tage  gekommen  ist  (von 
Savignoni  a.  a.  0.  veröffentlicht),  der  mit  dem 
Köpfchen  von  Rhamnus  die  Haarordnung  gemein 
hat  und  dazu  eine  breite  rollenartige  Binde  trägt, 
also  nur  Asklepios  darstellen  kann. 

(Sieveking.) 

1219.  Bärtiges  Köpfchen.  Kavv,  594. 
Hoch  0,135  m Herkunft  unsicher.  Penteliscber 
Marmor.  Nase  sowie  ein  Stück  oben  auf  dem 
Kopfe  fehlen.  Dor  Kopf  war  nach  der  Schulter 
hin  geneigt  und  trägt  eine  Binde  im  Haar.  Die 
in  der  unteren  Partie  stark  hervorspringende  Stirn 
ist  von  einer  tiefen  Horizontalfurchc  durchzogen, 
die  dem  Gesicht  einen  düsteren,  schwermütigen 
Ausdruck  verleiht.  Die  Arbeit  ist  römisch,  es  liegt 
jedoch  ein  Göttertypua  aus  der  Mitte  des  3.  .lahrh. 
und  zwar  der  argivischen  Schule  zu  Grunde.  Am 
nächsten  verwandt,  besonders  in  der  Kopfform, 
der  Augen-  und  Ohrenbildung  und  der  Haarbe- 
handlung sind  der  Kopf  des  .Münchener  Königs* 
Einzelaufnahmcn  855  u.  56,  und  der  sog.  Stephanos- 
figur  Purtwängler  M.  W.  p 405.  Die  Haarbinde 
schneidet  allerdings  etwas  tiefer  ein.  Welcher 
Gott  oder  Heros  dargestellt  ist,  ist  zweifelhaft. 

(8  i e v c k i n g.) 

1270.  Weibliches  Köpfchen.  Kavv.  291. 

noch  0,07  tu.  Aus  dem  Asklepieion  in  Kpidauros. 
Pcntel.  Marmor.  Nase  bestossen.  Das  niedliche 
Köpfchen  von  ziemlich  flüchtiger  römischer  Arbeit, 
wohl  Aphrodite  darstellend,  lehnt  sich  an  praxitc- 
lisclie  Schöpfungen  an,  an  die  die  dreieckige  Stirn 
und  das  feine  Oval  erinnert.  Die  Haare  fällen  im 
Nacken  lang  herunter,  ein  Teil  hinter  den  Obren 
auf  die  Schultern.  (Sieveking.) 

1271.  Männlicher  Torso.  Hoch  0,31  m. 
Blauer,  wohl  hymettischcr  Marmor.  Die  Körper- 
formen sind  polykletiscb.  Bemerkenswert  sind  die 


beiden  Ansätze  am  Rücken,  ans  denen  bervor- 
gebt,  dass  die  Figur  irgendwie  als  Stütze  gedient 
haben  muss.  (Sieveking.) 

1272.  Männlicher  Porträtkopf.  Hoch 
' 0,25  m.  Feinkörniger  Marmor.  Nase  fehlt.  Nach 

der  ganzen  Kopf-  und  Gesichtsbildung  sowie  auch 
im  Einzelnen  nach  der  Behandlung  der  Augen  und 
Haare  gehört  das  Porträt  an  das  Ende  des  4.  Jahrh. 
und  ist  von  der  Skopasischen  Kunstrichtung  beein- 
flusst. Schnurrbart,  Backen-  und  Kinnbart  sind 
leiebt  angegeben.  Die  GeeichtszUge  zeigen  keinen 
rein  griechischen  Typus,  vielleicht  ist  eine  Ver- 
mischung mit  afrikanischem  Blute  vorhanden.  Gute 
Arbeit.  (Sieveking.) 

1273.  Porträtkopf.  Hoch  0,26  m.  Pente- 

lischer  Marmor.  Nase  und  Lippen  fehlen.  Kinn 
bestossen.  Der  Kopf  zeigt  in  seinen  Gesichtszügen 
grosse  Verwandtschaft  mit  dem  der  Statue  E-A  713, 
wahrscheinlich  gjebt  er  die  gleiche  Person  wieder. 
Dieses  Porträt  gehört  nicht,  wie  Arndt  a.  a.  0.  an- 
nimmt, in  die  Zeit  des  Lucius  Veras  oder  Commodus, 
sondern  noch  in  die  des  Hadrian.  Die  Verwandt- 
schaft mit  dem  Antinouatypus  ist  in  die  Augen 
springend,  vielleicht  dürfen  wir  auch  in  dem  vor- 
liegenden Jiinglitigskopf  einen  Bithynier  erkennen 
Ausführung  hart.  (Sieveking.) 

Athen. 

AkropolLsmuseum. 

1274.  Bruchstück  eines  Votivreliefs  an 
Pan  und  die  Nymphen.  Gefunden  beim  Ab- 
bruch der  grossen  Bastion  unter  den  Propyläen. 
Ross,  Arch.  Aufs.  I p.  97.  Müller -Schöll  p.  95 
No.  81,  T.  V,  12.  Le  Bas,  Mon.  fig.  T.  59  p.  75 
(Reinach).  Michaelis,  Annali  1863,  p.311,  B.  Heyde- 
mann,  Verh  Tänzerin  p.  10,  X.  Sybel6961.  Fried.- 
Wolters  1138.  Hauser,  Neu-att.  Rel.  p.  140  f.  — 
Cnter  den  Reliefs  dieses  Gegenstandes  nimmt  das 
vorliegende  seinen  Motiven  nach  eine  beson- 
dere Stellung  ein.  Die  Motive  der  zwei  fehlenden 
Nymphen  hat  Hauser  aus  □enattischcn  Wieder- 
holungen nacligcwicsen  (a.  O.,  Typ.  35.  36,  die 
erhaltene  Figur  Typ.  34).  Dass  unser  Exemplar 
selbst  das  Original  war.  könnte  man  nach  seiner 
Grösse  vermuten.  Indessen  scheint  die  Ausführung 
damit  nicht  ganz  im  Einklang.  Gegenüber  der 
früheren,  sicher  zu  tiefen  Datierung  unseres  Re- 
liefs ins  vorgerückte  4.  Jahrh.  vertritt  Hauser 
auf  Grund  von  Vasenbildern  einen  um  nahezu 
ein  Jahrhundert  höheren  Ansatz.  Doch  bedarf 
die  Verwertung  stilistischer  Parallelen  aus  anderen 
Knnstzweigen  für  dio  Chronologie  dieser  Reliefs 
überhaupt  uoeb  durchgängiger  Revision.  Vgl.  auch 


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Athen. 


36 


35 


Milchhöfer,  Jahrb.  d.  Inst.  IX  (1894),  S.  81.  Die 
von  Sy  bei  bemerkte  Sal  kante  ist  in  der  Photo- 
graph» sichtbar.  (L  ö w y.) 

1 275.  ReiieffragmenL  Hoch  0,34  in. 
Breit  0,18  m.  Pentclischer  Marmor.  Athen  Mit- 
teil. 1880,  Taf.  5,  p 102  ff.  Furtwängler,  Meister- 
werke p.  49  ff. 

Das  Belief  füllt  durch  seine  unbedeutende 
Arbeit  ans  der  Reihe  der  hier  besprochenen  Votiv- 
reliefs heraus  und  gehört  erst  in  römische  Zeit 
Gegenständlich  interessant  ist  das  Stück  in  so 
fern,  als  die  dargeetcllte  Athena  eine  Wieder- 
holung des  Torso  Medici  ist,  wie  schon  Sybel 
a.  a 0.  erkannt  hat.  Seine  Vermutung,  dass  auf 
dem  Relief  Poseidon  neben  der  Göttin  ilargcstcllt 
war,  hat  wenig  Wahrscheinlichkeit  für  sich. 

(S  i e v c k i n g.) 

1 276.  Relieffragment-  Hoch  0,22  m. 
Pentclischer  Marmor.  Stehende  Athena  in  Chiton, 
Obcrgcwand  und  Aegis.  Das  gut  gearbeitete 
Stück  ist  im  Stil  abhängig  vom  Krechtheionfries. 
Eine  genauere  Datierung  desselben  wie  auch  der 
unter  den  folgenden  Nummern  besprochenen  Re- 
liefs des  Akropolismuseums  ist  trotzdem  nicht 
möglich,  weil  der  Eintlnss  der  Skulpturen  des 
Parthenon,  des  Erechtheion  und  des  Niketempcls 
sich  auf  derartigen  Votivreliefs  vom  Ende  des 
5.  Jahrh  bis  etwa  durch  die  ersten  4 Jahrzehnte 
des  4.  Jahrh.  in  gleicher  Weise  geltend  macht, 
wie  die  inschriftlich  datierten  Stücke  beweisen. 

(S  i e v e k i n g.) 

1277.  Rclieffragment.  Hoch  0,29  in 

Pentclischer  Marmor.  Oberkörper  der  Athena  nach 
rechts  im  Profil.  Der  etwas  geneigte  Kopf  ist  ab- 
hängig vom  Typus  der  Parthenus.  Die  kleine 
Aegis,  an  der  weder  Schuppen,  Schlangen  noch 
Gorgoneion  sichtbar  sind,  zeigt  dieselbe  Form 
wie  auf  der  Aspasiosgemme.  Das  Bohrloch  am 
Helm  diente  zur  Anstücknng  der  Seitenklappe. 
Sorgfältige  Arbeit.  (S  i e v c k i n g.) 

1 278.  Relieffragraont.  Hoch  0 26  m. 
Pcntelischcr  Marmor.  Schöne,  Griech.  Reliefs 
Nr.  91.  Fricdcrichs-Wolters  1186. 

Sitzende  Athena  ohne  Ägis,  den  korinthischen 
Helm  auf  dem  Schosse.  Reste  einer  Nike,  rechte 
Hand  und  Flügel  sind  rechts  sichtbar.  Sehr  feine 
Arbeit.  Auch  dieses  Stück  steht  dem  Krecldheion- 
fries  stilistisch  nahe.  (S  i c v e k i n g.) 

1279  und  1280.  Zw  ei  Fragmente  von  einer 
kleinen  Marmorbasis,  das  eine  zur  Vorder- 
seite gehörig,  hoch  0,23  in,  das  andere  zur  rech- 
ten Nebenseite,  hoch  0,28  m.  Schöne,  Griech.  Re- 
liefs, No.  97. 


Heroenrelief.  Die  Trophäen  sind  nicht  ver- 
schieden, wie  Schöne  anniinmt,  denn  der  Neben- 
seite fehlt  nur  das  Obergewand,  das  die  Nike 
noch  in  der  Hand  hält  Etwas  flüchtige  Arbeit 

(S  i e v e k i u g.) 

1281.  Relieffragmont.  Hoch  0,15  m. 
Breit  0,27  m Pentelischer  Marmor. 

Zwei  glcichmässig  gekleidete  und  in  der 
Haltung  übereinstimmende  weibliche  Figuren 
stehen  wie  Adorantcn  hintereinander.  Die  Ge- 
wandbehandlung erinnert  an  den  Parthenoufries 
Sorgfältige  Arbeit.  (S  i e v e k i n g.) 

1282.  Rclieffragment.  Hoch  0,37  m. 
Pcntelischcr  Marmor.  Sicher  kenntlich  ist  eine 
weibliche  nach  rechts  stellende  Figur;  die  sonst 
erhaltenen  Reste  der  Darstellung  sind  nicht  recht 
deutlich.  Oben  glaube  ich  den  Ellbogen  eines 
rechten  Arms  zu  erkennen,  der  vielleicht  der 
stehenden  Frau  angehört  Rechts  von  dieser 
scheint  mir  der  rechte  gesenkte  Arm  einer  zweiten 
Figur  sichtbar  zu  sein,  die  vielleicht  von  der 
ersten  bokränzt  wird.  Zierliche  Arbeit. 

(S  i e v e k i n g.) 

1283.  Rclieffragment.  Hoch 0,17  m.  Pente- 
lischer Marmor.  Dargestellt  war  ein  ruhig  stehender 
Mann  in  der  typischen  Haltung,  den  Mantel  unter 
der  einen  Achsel  eingeklemmt,  den  einen  Arm  im 
Gewand  verborgen,  die  Brust  nackt. 

(8  i e v e k i n g.) 

1284.  Relieffragment.  Hoch0,19m.  Pente- 
lischer Marmor.  Schöne,  Griech.  Reliefs,  Nr.  69, 
wo  noch  ein  zweites  Fragment,  Oberkörper  einer 
Frau,  das  zugehoren  soll,  hinzugefügt  ist.  Eine 
Erklärung  des  Reliefs  lässt  sich  nicht  geben;  nur 
glaube  ich,  dass  kein  Grund  vorhanden  ist,  in  der 
zweiten  männlichen,  mit  Chlamys  bekleideten  Figur, 
wie  Schöne  cs  thut,  Hermes  zu  erkennen.  Denn 
der  undeutliche  Gegenstand,  den  die  Linke  hält, 
scheint  mir  sicher  kein  Beutel  zu  sein,  ein  Attribut, 
das  ausserdem  bei  rein  griechischen  Hermesdar- 
stellungcn  bisher  noch  nicht  nachgewiesen  ist 

(S  i e v e k i n g.) 

1285.  Rechte  Seite  einer  kleinen  relief- 
gescbmUckten  Basis.  Schöne,  Griech.  Reliefs, 
Nr.  100.  Huch  0,41  m.  Feinkörniger  Marmor. 
Der  sitzende  Mann  scheint  in  die  Betrachtung  des 
in  Beiner  Rechten  befindlichen  Gegenstandes  — 
ist  es  ein  Kranz?  — versunken.  Dass  er,  wie 
Schöne  meint,  im  Begriff  ist,  denselben  auf  den 
vor  ihm  stehenden  Schild  zu  legen,  halte  ich  für 
unwahrscheinlich;  auch  dass  der  Oberkörper  .durch 
ein  augenfälliges  Versehen  wesentlich  zu  kurz 
geraten  ist“,  kann  ich  nicht  erkennen.  Der  Mann 


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37 


Athen 


38 


sitzt  nur  ziemlich  gebeugt  und  mit  vorgeschobener 
rechter  Schulter  da.  Das  Motiv  ist  sehr  gefällig 
und  die  Arbeit  zierlich,  wenn  auch  etwas  flüchtig. 
Die  Gewandbehandlung  erinnert  an  die  sitzenden 
Figuren  des  Parthenonfrieses  (S  i e v e k i u g.) 

1286.  Fragment  vom  Oberkörper  einer 

weiblichen  Figur.  Hoch  0,28  m.  Pentelischer 
Marmor.  Der  Kopf  war  zum  Einsetzen  bestimmt. 
Der  linke  Arm  stutzt  sich  auf  einen  Pfeiler  auf, 
der  Körper  war  nach  seiner  rechten  Seite  abwärts 
genoigt,  so  dass  sich  filr  die  Figur  ein  ähnliches 
Motiv  ergiebt,  wie  das  der  Sandalenbinderin  von 
der  Nikebalustrade,  an  die  auch  die  Gewand- 
behandlung  erinnert.  (S  i e v e k i n g.) 

1287.  Oberkörper  einer  weiblichen 
Figur  ohne  Kopf.  Hoch  0,37  m.  Pentelischer 
Marmor.  Das  Stück  ist  in  der  Gewandbehandlung 
den  Figuren  der  Nikebalustrade  sehr  verwandt. 
Als  jüngere  Weiterbildung  schliesst  sich  an  das- 
selbe die  sog.  Aphrodito  mit  dem  Schwerte  aus 
Epidauros  an  Sehr  gute  Arbeit- 

(S  i e v e k i n g.) 

Athen. 

Kunsthandel. 

1288.  Kleine  Bronzestatuette.  Die 
Hände  fehlen.  Die  Bronze  gehört  der  pcloponnesi- 
seben  Gruppe  an,  die  Furtwängler,  Neue  Denk- 
mäler antiker  Kunst,  II,  Sitzungsber.  d.  k.  b. 
Akad.  1809,  p.  5CG  ff.  zusammengestellt  hat. 
Die  Hüften  sind  schmal,  die  Brust  ist  unverbält- 
nismäasig  breit,  der  Kopf  vierschrötig,  das  Ge- 
sicht fliiehenhaft,  die  Haare  sind  an  der  Stirn 
gerade  geschnitten,  mit  scharfen  Winkeln  zu 
beiden  Seiten,  die  einzelnen  Haare  mit  feinen 
Strichen  eingraviert.  Die  beiden  Unterarme  waren 
vorgestreckt.  Der  Kopf  ist  nicht  mehr  wie  bei 
dem  Apollon  von  Lusoi,  (Furtwängler  a.  a.  0. 
p.  667)  gradeaus  gerichtet,  sondern  etwas  zur 
Seite  gewendet.  Im  Missverhältnis  zu  diesem 
Fortschritt  steht  die  merkwürdig  ungeschickte 
Beinstellung  und  llaltuug  der  Oberarme,  die  daher 
nur  mit  der  Unfähigkeit  des  Künstlers,  nicht  etwa 
mit  älterer  Entstehungszeit  des  Werkes  zu  er- 
klären ist,  das,  wie  die  Behandlung  der  Bauch- 
partic  und  der  Pubes  zeigt,  zu  den  jüngeren 
Gliedern  der  Gruppe  gehört.  (S  i e v e k i n g.) 

1289  und  I29Q.  Weiblicher  Kopf.  Hoch 
0,20  m.  Er  gehört  zu  der  grossen  Masse  der 
lokalen  cypri-chen  Kalksteinskulptnren , die  ein 
Gemisch  von  einheimischer  Kunstweise  und  frem- 
dem Einfluss,  besonders  der  archaisch-ionischen 
Kunst,  zeigen.  Verglichen  mit  den  reinen  Erzeug- 
nissen der  letzteren  Kichtung,  die  sich  durch  ihre 


Frische  und  Natürlichkeit  hervorthun,  wirken  jene 
mit  wenigeu  Ausnahmen  unerfreulich,  unhar- 
monisch, und  in  ihrer  süsslichen  Weichlichkeit  ab- 
stosseud.  Bei  dem  vorliegenden  Kopf  ist  die 
Frisur  nicht  rein  griechisch,  sie  zeigt  nicht  wie 
andere  Beispiele  die  horizontal  über  die  Stirn 
laufenden  Haarwellen.  Hinten  erinnert  die  Haar- 
behandlung an  den  sog.  Rampin'schen  Kopf  im 
Louvre.  Dio  Gesichtsbildung  ist  in  der  Haupt- 
sache ganz  von  der  ionischen  Kunst  beeinflusst; 
dieser  gehört  auch  der  kreisförmige  Ohrschmuck  an. 

(S  i e v e k i n g.) 

1291  und  1292.  Weiblicher  Porträtkopf. 
Hoch  0,28  m.  Feinkörniger  Marmor.  Nase,  sowie 
ein  Stück  des  Hinterkopfes  und  der  Frisur  fehlen. 

Arndt  (Zeitschrift  d.  Münchner  Altertumsver- 
eins, XI,  S.  4,  Anm.  3)  fuhrt  den  Kopf  als  eine 
Wiederholung  des  bekannten  Kopfes  der  Kaul- 
bachschen  Sammlung  an;  wie  ich  glaube,  mit  Un- 
recht. Bei  der  ganzen  Keilte  dieser  noch  recht 
ideal  gehaltenen  Porträts  mit  der  gleichen  soge- 
nannten Melonenfrisur  ist  es  schwer,  den  feineren 
Unterschieden,  und  zwar  denen,  dio  nicht  den 
Kopisten  zuznschrcibeu  sind,  Rechnung  zu  tragen. 
Vergleichen  wir  den  vorliegeuden  Kopf  mit  dem 
Kaulbaehschen,  so  fällt  zunächst  eine  Verschieden- 
heit in  der  Art,  wie  das  Haar  an  der  Stirn  an- 
setzt, auf,  die  jedoch  auf  Rechnung  des  Kopisten 
gesetzt  werden  kann.  Auch  die  abweichende 
Behandlung  der  Augen  und  Brauen,  die  in  ihrer 
Härte  dem  athenischen  Kopfe  einen  strengen 
Charakter  verleiht,  lässt  sich  mit  der  Minder- 
wertigkeit der  Arbeit  erklären.  Dagegen  ist  die 
Gesamtstruktur  des  Gesichtes  bei  beiden  Köpfen 
eine  zu  verschiedene,  um  in  ihnen  dasselbo  Por- 
trät erkennen  zu  dürfen.  Der  Bau  der  Stirn  ist 
bei  dem  athenischen  Kopf  viel  breiter,  auch  das 
Untcrgcsicht  ist  voller  angelegt,  es  zeigt  nicht 
die  schmalen  Wangen  des  Kaulbaehschen  Kopfes. 
Endlich  sind  Mund  und  Kinn  durchaus  abweichend, 
ln  dem  Kaulbaehschen  Kopf  sieht  Furtwängler 
(Beschreibg  d.  Glyptothek  8.  185)  gewiss  mit 
Recht  eine  Weiterbildung  des  auf  praxltelische 
Kunst  zurückgehenden  Typus,  wie  er  uns  in  dem 
weiblichen  Kopf  der  Münchener  Glyptothek, 
Furtwängler  Nr.  210,  vorliegt,  in  das  Individuellere, 
uud  schreibt  ihn  der  Alczanderepoehu  zu.  Der- 
selben Zeit  gehört  auch  der  athenische  Kopf  au, 
nur  scheint  er  mir  nicht,  wie  der  Kautbachsche, 
auf  einem  praxitelischen  Idealtypus  zu  basieren, 
sondern  dem  Kopf  der  grossen  Herrulanenserin 
nahe  zu  stehen,  die  neuerdings  8.  Reinach  (Revue 
arch.  1900,  II,  S.  393  (T.),  wie  ich  glaube  mit  guten 

4 


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Athen.  Elenais. 


40 


39 

Gründen  zu  Lysipp  ln  Beziehung  gebracht  hat.*) 
(S  i e v e k i n g.) 

1293.  Jünglingakopf.  Von  einem  attischen 
Grabrelief.  Hoch  0,19  m.  l'entelischer  Marmor. 
Nase  bestossen.  Der  Kopf,  eine  geringe  handwerks- 
mässigc  Arbeit,  wie  besonders  die  Behandlung 
des  Hartes  zeigt,  gehflrt  in  die  Mitte  des  4.  Jalirh. 
und  schlicsst  sich  in  seinen  Formen  am  ehesten 
an  die  praxitclische  Richtung  an. 

(S  i e v c k i n g.) 

1294  und  1295.  Bärtiger  Kopf.  Hoch 
0,35  m.  Feinkörniger  Marmor.  Der  merkwürdig 
gut  erhaltene  Kopf  scheint  mir  eine  schlechte 
moderne  Fälschung  zu  sein  Besonders  ver- 
dächtig ist  die  äusserst  naturalistische  Ausführung 
deeKranzes.  Die  Angenbildung  ist  sehrunnatürlich. 

(S  i e v e k i n g.) 

1296  und  1297.  Weiblicher  Kopf.  Hoch 
0,2.4  m.  Wcisser  feinkörniger  Marmor.  Die  Ober- 
fläche ist  mit  einer  grauen  Schicht  überzogen. 

Der  in  seinem  Ausdruck  äusserst  langweilig 
wirkende  Kopf,  der  auch  in  den  Proportionen 
bedenklich  missraten  ist  und  sich  beinahe  wie 
eine  Karikatur  ausnimmt,  macht  einen  durchaus 
unantiken  Eindruck.  Die  Haarbehandlung  und  die 
sonderbare  Kopfbedeckung  scheinen  mir  eben- 
falls auf  modernen  Ursprung  hinzuweisen.  Die 
Arbeit  lehnt  sich,  nach  der  Augenbildung  zu 
schlicssen,  an  ein  noch  ziemlich  strenges  Vor- 
bild an.  (S  i e v e k i n g.) 

Eleusis. 

Museum. 

1298.  Bärtiger  Kopf,  von  einem  attischen 
Grabrelief.  Conze,  Grabreliefs,  1293  a.  H.  0,33. 
Wcisser  Marmor.  Am  Barte  ein  Rest  der  rechten 
Hand.  Die  Gestalt  ist  zu  ergänzen  wie  der  Alte  auf 
dem  Relief  vom  llissos  (Conze  II,  Taf.  211,  No.  1055). 
Und  zwar  sab  der  eleusinische  Kopf  ebenfalls 
nach  links,  wie  aus  der  Verwitterung  der  linken 
Gesichtshälfte  (nicht  der  rechten : Zahn  bei  Conze, 
Nr.  1293  a)  hervorgeht.  Auch  scheint  die  linke 
Gesichtshälftc  als  Hauptseite  namentlich  am  Auge 
weicher  und  feiner  gearbeitet  gewesen  zu  sein. 
Ferner  ist  Regel,  dass  bei  diesem  liewegungsmotiv 
die  Haud  stets  auf  der  dem  Reliefgruud  zuge- 
wandten Körperseite  erhoben  wird;  vgl.  u.  a. 

#)  Um  nicht  dis  Meinung  sufkntnmün  zu  lassen,  dass 
ich  ebenso,  wie  8.,  von  Kelnach’s  Küeknihning  der 
llerculaneneerlD  auf  I.jrtf  pp  überzeugt  worden  sei,  erkläre 
loh  hier  zunächst  nur  kurz,  dass  mich  vielmehr  ft.’a  Aus- 
führungen und  besonders  seine  Abbildungen  nur  in  meiner 
eigenen  Ansicht,  die  Heecuianenserin  sei  prnzitetisch,  be* 
•türkt  haben.  (Amelung.) 


Conze  Taf.  80,  322;  Taf.  221,  1084;  eine  der 
wenigen  Ausnahmen  siehe  Taf.  32,  70.  — Für 
den  Kopftypus  vgl.  den  Kopf  vom  Mausoleum 
im  British  Museum,  abg.  bei  Bullc-Hirth,  Stil  I, 
Tf.  151 ; Arndt  in  der  Strena  Helbigiana  S.  12, 
Fg.  3 und  4.  Sehr  gute  Arbeit  des  4.  Jalirh.  v.  Cbr. 

(Bull  e.) 

1299  rechts.  Statue  eines  Mannes,  archai- 
sierenden Stils.  H.  1,18.  Weisser  Marmor. 
Kopf  und  r.  Arm  fehlen.  Plinthe  alt,  Basis  modern. 

Die  Grundmotive  des  Unterkörpers,  namentlich 
die  schrägen  Falten  von  der  r.  Hüfte  zu  l Knie 
und  Knöchel,  sind  solche  des  4.  Jahrhunderts, 
jedoch  modifiziert  durch  altertümelndee  Ankleben 
des  Gewandes  am  Körper.  Die  Riischo  von  Zick- 
zackfalten schräg  über  die  Brust  giebt  ein  archaisches 
Motiv  in  weicherer  Ausführung  wieder.  Es  ist 
dieselbe  archaisierende  Stilmischung,  wie  bei  der 
Statue  in  Eleusis,  die  Fnrtwängier,  Statuenkopien  I, 
S.  13,  abgebildet  und  besprochen  hat,  und  die  nach 
der  Inschrift  nocti  ins  4.  Jahrh.  gehört.  Die  frische, 
gute  Arbeit  weist  unsere  Statue  der  gleichen 
Zeit  zu. 

Schultcrlocken.  Der  Dargestelite  war  wahr- 
scheinlich ein  Priester  oder  Hierophant.  (Bulle.) 

1299  links.  Mädchen  mit  Wasserbecken, 
archaistischen  Stils.  II.  0,60.  Weisser  Marmor. 
Ein  Teil  des  Beckens,  das  sie  mit  beiden  Händen 
hielt,  ist  vor  dem  Schooss  erhalten.  Danach  ist 
auch  die  sehr  ähnliche,  bei  Furtwängler,  Statuon- 
kupien  I,  S.  13  abgebiidete  eleusinische  Figur 
zu  ergänzen.  Diese  Statuen  dienten  ohne  Zweifel 
zu  praktischem  Gebrauch  für  das  Sprengwasser 
im  heiligen  Bezirke  (vgl.  auf  der  athenischen  Akro- 
polis Aexfou  toö  Möpiovoc  yaAxovv  itatba,  8c  vö 
sepippavnjpiov  l/a,  Paus.  I,  23,  7)  nnd  daraus 
erklärt  sich  ihr  «hieratischer*  Stil  (Furtwängler 
a.  a.  0.).  Auf  der  hellenistischen  Gemme  bei 
Furtwängler,  Antike  Gemmen  I,  Taf.  31,  33,  lehnt 
sich  ein  Apollon  mit  der  Leier  anf  die  Gestalt 
einer  solchen  Beckenträgerin. 

Diese  Statue  ist,  im  Gegensatz  zn  den  beiden 
anderen,  rein  archaistisch;  denn  cs  sind  keine 
jüngeren  Motive  eingemischt  und  nur  die  Ausführung 
verrät  die  Arbeitsweise  einer  jüngeren  Zeit  (am 
deutlichsten  an  den  Haarlocken).  Ein  vollkommenes 
Gegenstück,  mit  dem  Obcrgowand  von  rechts  nach 
links  statt  von  links  nach  rechts,  befindet  sich 
im  British  Museum  unter  den  Eigin  Marbies  (Cat 
of  sculpt.  I,  Nr.  152.  t larac  821  A,  2069  B),  stammt 
also  jedenfalls  aus  Griechenland.  Es  scheint  mir 
sehr  wahrscheinlich,  dass  cs  einst  mit  dem  unsrigen 
in  Eleusis  stand.  (Bulle.) 


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41 


Oropos. 

Oropos. 

Amphiareion. 

1300.  Weihrelief  an  einen  Hero» 
(„Totcnmahi“.)  Wcisscr  Marmor.  H.  0,28.  Br. 0,455- 
Unten  Zapfen  zum  Einsetzen.  Ancli  Photogr.  <lea 
athen.  InstiL,  Orop.  8 und  19.  Erwähnt  zuletzt 
von  Furtwängler,  Totenmalilrelief  mit  Insclirift, 
Sitzungsber.  der  Bayer.  Ak.,  phil.  Ci.,  1897,  8.  409. 

Der  Heros  auf  eincKline  gelagert,  Uber  die  ein 
Tuch  gehängt  ist.  Er  hält  in  der  Linken  eine 
fusslose  runde  Schale,  in  der  erhobenen  Rechten 
ein  Rhyton  mit  Widderkopf.  Vor  der  Kline  der 
dreifiissige  lange  Tisch  mit  Kuchen  und  Früchten- 
Am  Kopfende  der  Kline  derOinochoos  mit  Becher; 
vor  ihm  am  Boden  eine  schlanke  Amphora  mit 
sehr  hohen  Henkeln.  Am  Fussende  der  Kline  die 
Heroine  mit  halbotfcnem  Kästchen.  Die  r.  Hand 
hält  sie  Uber  ein  kleines  Räucheraltärchen,  auf 
das  sie  ein  Weihrauchkorn  legt.  Links  adorierendc 
Familie 

Weiche  Arbeit  etwa  des  4.  Jahrh.  v.  Ohr. 

(Bulle.) 

Thespiae. 

Museum. 

1301.  Grabroliof.  Kalkstein.  U 0,95. 
Br.  0,29.  Dicke  0,125.  ln  Kürtee  Antikenbericht 
aus  ßoeotien  (Athen.  Mitt.  1878,  8.  301  flg.)  noch 
nicht  erwähnt. 

Erhalten  ohne  den  Kopf  die  Gestalt  eines 
Jllnglings  nach  links,  in  gegürtetem  Chiton  mit 
kurzen  Ärmeln,  grosser  Chlamys.  den  Petasos  im 
Nacken,  in  der  Linken  ein  Schwert.  Die  Rechte 
vorgestreckt  wie  znm  Handschlag.  Unten  jenseits 
sein  Hnnd. 

Ganz  flaches  Relief,  sehr  fein  gearbeitet. 
Schliesst  sich  der  kleinen  Gruppe  schon  gear- 
beiteter Grabreliefs  ans  boeotischem  Kalkstein  an, 
die  von  Körte,  Athen.  Mitt.  1879,  8 273  und  Furt- 
wängler, Sammlung  Saburoff,  Text  zu  Taf.  5,  be- 
handelt sind,  und  in  die  zweite  Hälfte  des  fünf- 
ten Jahrhunderts  gehören.  (Bull  e.) 

1302.  Relief  des  Agathodaimon.  Kalk- 
stein. H.  0,436.  Br.  0,26  D.  0,006.  Ohne  Um- 
randung. Unten  Fortsatz  von  ca.  15  cm  Höhe, 
um  das  Relief  damit  ohne  Steiufundament  in  der 
Erde  aufznstellen.  Beschrieben  von  Körte,  Athen 
Mitt.  1878,  S.  408.  Nr.  189.  In  kleiner  Skizze 
abgeb.  von  Kern,  Athen.  Mitt.  1891,  S.  25. 

Auf  einem  Stuhl  mit  geschweifter  Lehne  und 
Füssen  sitzt  ein  Bärtiger  im  Himation,  den  Ober- 
körper nackt.  In  der  L.  ein  kleines  Füllhorn,  in 


Thespiae.  42 


der  vorgestreckten  R.  eine  flache  Schale.  Vor 
ihm  nicht  ein  „absichtlich  formloser  Steinblock* 
(Körte),  sondern  ein  schlanker  Gegenstand  mit 
drei  Füssen.  Vor  dem  Original  habe  ich  ihn 
skizziert  als  eine  henkel-  und  fusslose,  schwach 
bauchige  Vase,  die  in  einen  hohen  dreibeinigen 
Untersatz  hincingestellt  ist. 

Die  Deutung  der  Attribute  des  Mannes  auf 
Agathodaimon  ist  durch  die  von  Körte  und  Kern 
beigebrachten  Parallelen  gesichert.  Aber  es  ist 
sehr  auffallend,  dass  die  Gesichtszüge  keineswegs 
ein  Idealtypus  sind,  sondern  mit  der  Stnmpfnase 
und  der  gefurchten  hohen  Stirn  ganz  porträt- 
mässig  wirken  und  an  Sokrates-  und  Silenaküpfe 
erinnern.  Ferner  ist  die  Art  der  Aufstellung  un- 
mittelbar in  der  Erde  für  ein  Weihrelicf  unge- 
wöhnlich, auch  fehlt  jede  Inschrift.  Die  Ver- 
mutung liegt  daher  nahe,  dass  es  kein  Weih-, 
sondern  ein  Grabrelief  war,  auf  dem  der  Ver- 
storbene als  Agathodaimon,  aber  mit  Porträtzügen 
dargestellt  ist. 

Die  Arbeit  ist  zu  flüchtig,  um  eine  Zeitbe- 
stimmung zu  ermöglichen.  Doch  ist  der  Kopf 
trotz  der  skizzenhaften  Behandlung  so  ausdrucks- 
voll, dass  man  wohl  nicht  in  römische  Zeit  damit 
herabgehen  darf.  (Bull  e.) 

1303.  Weihrelief  an  Artemis.  Kalk- 
stein. U.  0,36.  Br.  0,27.  D.  0,08.  Giebelförmige 
Bekrönung.  Beschrieben  von  Körte,  Athen.  Mitt. 
1878,  S.  398,  Nr.  179. 

Artemis  (nicht  Kore,  Körte),  ausschreitend,  in 
Ärmel-Chiton,  der  vielleicht  nicht  tiefer  als  die 
Kniec  herabging,  mit  langem  gegürtetem  Über- 
schlag; Köcher  auf  dem  Rücken,  dessen  Band 
quer  von  der  r.  Schulter  zur  linken  Hüfte  läuft 
(nicht  „schräges  Obergewand“,  Körte);  lange 
Schultcrlockcn;  in  jeder  Hand  eine  lange 
Fackel. 

Die  Stellung  der  Figur  ist  nicht  reliefmässig 
und  macht  wahrscheinlich,  dass  ein  statuarisches 
Vorbild,  wohl  eine  Kultstatue,  etwa  des  4.  Jahr- 
hunderts kopiert  ist.  Eine  halblebensgrosse  Statue 
in  Paris  (Clarac  III,  285,  1218;  Rcinach,  Rep.  I, 
144,  1),  bei  der  Arme,  Kopf  und  Beine  ergänzt 
sind,  stimmt  so  eng  mit  dem  Relief  überein,  dass 
beide  vermutlich  auf  dasselbe  Vorbild  zurückgehen 
In  der  Tracht  ähnlich,  aber  im  Gewand  etwas 
jünger  und  anders  bewegt  (r.  statt  I.  Bein  vor. 

1.  Arm  gehoben)  ist  der  Torso  im  I-aterau  Benn- 
dorf und  -Schöno,  Nr.  239,  den  Klein,  Praiitel. 
Studien  S.  53,  Flg.  15  abbildet. 

Flüchtige,  aber  nicht  schlechte  Arbeit,  jeden- 
falls griechischer  Zeit.  (Bulle.) 

4* 


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43 


Patras. 


44 


Patras. 

Dimarchie. 

1304.  Replik  der  Athena  Parthenos  des 
Pheidias.  Weisser  Marmor.  H.  0,86  tu.  Nachdem 
diese  und  die  folgende  Aufnahme  bereits  in  die 
Serie  eingesetzt  waren,  ist  eine  Veröffentlichung 
des  Stackes  im  Annual  of  tho  British  School  at 
Athens,  UI,  1896/97,  Taf.  9,  S.  121  tf.  mit  einer 
ausführlichen  Studie  von  Cccil  Smith  erschienen, 
sodass  eine  nähere  Besprechung  hier  UbertUlssig 
wird.  Vgl.  n°  1806. 

1305.  AuBsenseitc  des  Schildes  der  Athens  l’ar- 

tlienos  n°  1304.  (Bulle.) 

1306.  Votivrelief  an  Asklepios  Weisser 
Marmor.  H.  0,52  m.  Br.  0,995  m.  Verwaschen. 

Links  AsklepioB,  auf  den  Schlangenstab  ge- 
stützt. Dann  Frau  mit  verhalltem  Hinterkopf, 
wegen  des  matronalcn  Typus  nicht  Hygieia,  sondern 
Epione,  die  in  Epidauros  und  sonst  als  Gattin  des 
Asklepios  verehrt  wird  (Preller-Robert,  Gricch. 
Myth.  I,  S.  526).  Soviel  ich  sehe,  ist  dies  die  erste 
deutliche  Darstellung  der  Gattin  de»  Asklepios 
Ferner  zwei  Sohne,  von  denen  der  zweite  eine 
Strigilis  in  der  Rechten  trägt.  Diesseits  des  zweiten 
Sohnes  der  Altar,  unten  das  Opferschwein  Von 
rechts  opfernde  Familie,  Vater,  Mutter,  Tochter 
(bräutlich  verschleiert),  Dienerin  mit  runder  t'iste, 
drei  Kinder.  — Art  des  4.  Jahrh.  v.  Cbr.,  wohl 
aus  dessen  erster  Hälfte  (Bull  c.) 

Patras. 

Gymnasion. 

1307.  1308.  Torso  einer  Aphrodite. 

Weisser  Marmor.  Etwa  halblebensgross  (die  ge- 
naueren Masse  kann  ich  nicht  angeben,  da  meine 
Aufzeichnungen  an  Ort  und  Stelle  leider  verloren 
gegangen  sind). 

Vortreffliche,  sehr  empfundene  Arbeit,  sodass 
man  an  ein  Original  hellenistischer 
Zeit  denken  darf.  Die  wundervollen  Körper- 
formen sind  realistischer  als  bei  den  meisten 
anderen  Apbroditetypen,  Die  Form  des  Helmes 
weist  ebenfalls  auf  hellenistische  Zeit. 

Linkes  Standbein,  sodass  die  volle  Hüfte  stark 
heraustritt.  Auf  der  1.  Schulter  unklare  Reste  (Haar 
oder  Bindenende?).  Am  1.  Oberschenkel  ein  Helm, der 
wohl  auf  einem  Untersatz  gelegen  bat,  darüber 
eine  kleine  Chlamys.  Oben  am  Gewand  der  Rest 
einer  Stütze,  die  nach  oben  ging.  Der  linke  Ober- 
ann geht  abwärts,  so  dass  er  Bich  mit  der  Ver- 
längerung der  Stütze  schneiden  würde.  Wäre 
der  Unterarm  gleichfalls  abwärts  gegangen,  so 


wäre  nicht  cinzusehen,  zu  was  die  Stütze  hätte 
dienen  sollen.  Nun  würde  der  Ellenbogen  allein  wohl 
kaum  einer  Stütze  bedürfen.  Diese  war  aber  nötig, 
sobald  unterhalb  desselben  ein  leicht  brechender 
Gegenstand  vorhanden  war.  Der  Helm  an  der 
Seite  lässt  sofort  an  ein  Schwert  denken.  Der 
rechte  Armstumpf  geht  fast  horizontal  seitwärts. 
Eine  Musterung  sämtlicher  Aphrnditetypen  ergiebt, 
dass  keiner  mit  einer  derartigen  Haltung  der  beiden 
Arme  so  genau  übereinstimmt  wie  die  Aphrodite, 
die  sich  das  Wehrgchäng  umlegt  (Bernoulli,  Aphro- 
dite S.  348.  Bestes  Exemplar  iu  Florenz,  Bernoulli 
Nr.  2,  Amclting,  Führer  S.  52,  Nr.  75.  Abg  Braun, 
Kunstiuythologic  Taf.  78;  Phot.  Alinari  1329).  Also 


kommen  wir  abermals  auf  den  Gedanken,  in  die 
linke  Hand  ein  Schwert  zu  legen.  Die  beistchende 
Skizze  Keichholds  zeigt,  wie  vorzüglich  dann  alles 
zusammengeht.  Die  Beschädigung  unten  an  der 
linken  Brust  könnte  sehr  wohl  von  der  hier 
angelegenen  Band  herrühren.  Die  Ergänzung 
erseheint  zwar  nicht  absolut  sicher,  aber  ausser- 
ordentlich wahrscheinlich. 

Die  Statuen,  welche  dieses  Motiv  wiederholen, 
sind  zwar  in  der  Gesamtanlage  alle  ziemlich  gleich, 
sind  aber  im  Beiwerk  timl  in  den  Maassen  ver- 
schieden und  auffallenderweise  auch  in  den  Kflrpcr- 
formeu,  die  bald  schlanker,  bald  voller  sind  Es  sind: 


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45 


I’atraa.  Kloster  Lukü.  Sparta. 


1.  die  schon  genannte  Florentiner  Statue. 

H.  1,23  m.  Die  Vase  mit  Gewand  zu  ihrer  Linken 
ist  ergänzt 

2.  Paris,  Louvre.  H.  1,984  m.  Bernoulli 
S.  348,  1.  Clarac  343,  1399  Phot,  Giraudon  1 159, 
Neben  ihr  ein  Eros,  der  einen  (zum  Teil  ergänzten) 
Helm  emporhält.  Sehr  schlanke  Formen. 

3.  Vatikan,  Clarac  614,  1362  A.  Bernoulli 
S.  349,  4.  Arme  und  Eros  modern,  das  Motiv  ge- 
sichert. Sehr  volle  runde  Formen. 

4.  Berlin,  Beschr.  d.  Skulpt.  Nr.  33.  U.  1,33  m 
Bernoulli  S.  349,  3.  Linker  Arm  mit  Ansatz  des 
Vorderarmes  alt.  „Hässlich  modernisierte  Formen ■“ 
(Amelung),  d.  h.  also  hellenistisch-realistische. 

5.  Der  Torso  von  Patras. 

6.  Ein  Torso  im  Thermenmuseum  in  Rom. 

Trotz  aller  Unterschiede  stehen  sich  diese 

Figuren  so  nahe,  dass  ein  gemeinsames  Urbild  zu 
Grunde  liegen  muss.  Der  Schluss  liegt  nahe,  dass 
dies  ein  wahrscheinlich  ßberlebensgrosses  (daher 
die  Maassdifferenzen),  nicht  an  Ort  und  Stelle  kopier- 
bares (daher  die  verschiedene  Stilisierung)  Tempel- 
bild gewesen  ist.  Nun  hat  Amelung  (Führer  S.  52) 
sehr  treffend  darauf  hingewiesen,  dass  auf  einer 
korinthischen  Münze  römischer  Zeit  eine  im  Motiv 
ganz  mit  unserem  Typus  übereinstimmende  Aphro- 
dite vorkommt  (Imhoof— Gardner,  Numismatical 
Comm.  on  Paus.  D,  LXXI).  Das  hier  beigebrachte 
neue  Material  stützt  Amelungs  Vermutung,  dass 
der  Typus  auf  eines  der  Tempelbilder  von  Korinth 
xurückgeht.  Zwar  wird  es  nicht  die  Aphrodite 
cbaXiap6*\  von  Akrokorinth  (Paus.  II,  6,  1)  ge- 
wesen sein,  da  unser  Typus  höchstens  als  eine 
„sich  waffneude“,  nicht  als  „gewaffnete“  Aphrodite 
bezeichnet  werden  könnte;  auch  war  diese,  wie 
Furtwängler  (Meisterwerkes.  634)  einleuchtend  be- 
merkt, gewiss  ein  archaisches  Bild,  da  sie  Pausanias’ 
Interesse  erregte.  Wohl  aber  könnte  unsere  Aphro- 
dite, die  sich  das  Schwert  umhängt  und  Helm 
(Nr  2,  5)  und  eine  Männerchlamys  (Nr.  &)  neben 
sich  hat,  ein  jüngeres,  neben  das  archaische  Idol 
gesetztes  Kultbild  auf  Akrokorinth  gewesen  sein. 
Der  Typus  der  sich  im  Schilde  spiegelnden  Göttin, 
von  dem  dasselbe  vermutet  worden  ist  (Furt-  ! 
wänglcr  a.  a.  0.),  dürfte  eher  mit  einem  anderen 
der  zahlreichen  Aphroditebildcr  Korinths  in  Zu-  j 
sammenhang  zu  bringen  sein.  (Bulle.) 

I3C9.  Skylla.  Ecke  eines  Sarkophags;  oben 
die  Kante  für  den  Deckel  sichtbar.  YVeisser  Mar- 
mor. Höhe  0,64.  Breite  0,50.  Dicke  0,135.  ln 
kleiner  Skizze  abg.  von  Treu,  Athen.  Mitt.  1889, 
S.  163,  Auru.  2. 

Skylla  als  Frau  mit  Fischlcib  in  dem  bekannten  | 


46 


Typus,  wohl  hellenistischen  Ursprungs.  Vgl.  oben 
No  655/56;  1080  81;  Nachträge  Serie  UI,  S 51. 
In  der  K.  hält  sie  einen  Stein.  (Bulle.) 

Kloster  Lukü  (Thyreatis), 

im  Garten. 

1310.  Sitzende  Statue  der  Athcna. 
Etwa  lebensgross.  Feinkörniger,  weisser  Marmor. 
Athen.  Mitt.  1878,  S.  291,  Anin.  4.  Der  zum 
Einsetzen  bestimmte  Kopf  fehlt,  die  beiden  Anno 
sind  dicht  unter  den  Schultern  abgebrochen , die 
Oberarme  waren  gesenkt.  Die  Göttin  thront  auf 
einem  schmucklosen  Sessel  ohne  Lehne;  die  FUsse 
ruhen  auf  einem  viereckigen,  jetzt  mehrfach  be- 
stossenen  Schemel,  über  den  die  rechte  Fusspitze 
vorn  hinausragte,  während  der  linke  Fuss  stark 
zurUckgenowmon  ist.  Es  entsteht  dadurch  ein 
lebhaftes  Faltenspiel  des  den  Unterkörper  be- 
deckenden Mantels,  der  dann  hinten  Uber  den 
Rücken  hinaufgezogen  ist.  Ausser  diesem  trägt 
die  Göttin  den  gegürteten  ärmellosen  Chiton  und 
darüber  die  Ägis  mit  Gorgoneion.  Sitzende 
Athcnastatuen  gehören  zu  den  Seltenheiten;  unter 
den  erhaltenen  Monumenten  aus  dem  5.  und  4. 
Jahrh.  ist  mir  kein  einziges  Beispiel  bekannt.*) 
Es  wäre  daher  von  Interesse,  wenn  wir  mit  der 
Datierung  unserer  Statue,  deren  Ausführung  aller- 
dings römisch,  wenn  auch  nicht  ohne  Sorgfalt,  ist, 
soweit  hinaufgehen  dürften.  Dafür  spricht  die 
Form  der  Ägis,  die  mit  der  des  Torso  Medici  über- 
einstimmt, ferner  die  tiefe  Gürtung  und  die  ein- 
fache Fältelung  des  Chiton;  dagegen  das  unruhige 
Faltenspicl  des  Mantels,  vor  allem  die  dadurch 
entstehenden  tiefen  Augen.  Vielleicht  darf  man 
hierin  jedoch  eine  Liebhaberei  des  Kopisten  er- 
kennen; in  diesem  Falle  steht  nichts  im  Wege, 
die  Erfindung  der  Statue  etwa  dem  Anfang  des 
4.  Jahrh.  zuzuweisen.  Die  Form  des  Sessels  giebt, 
glaube  ich,  keinen  Anhaltspunkt  ;Sieveking.) 

Sparta. 

Museum. 

1311.  Archaisches  Dioskurenrclief. 
Hoch  0,53  ui.  Breit  0,50  m.  Blau  weisser,  feinkörniger, 
lakonischer  Marmor. 

Das  seiner  Form  nach  ungefähr  quadratische, 
mit  einem  Giebel  gekrönte  Relief  stellt  die 
beiden  Dioskurcn  dar,  die  sich  ruhig  gegenüber 
stehen,  in  völlig  gleicher  Tracht  und  Haltung, 
der  eine  bärtig,  der  andero  unbärtig.  Die  rechten 

•)  An  der  »Uzenden  Athene*talueUc  in  Vicenza, 
DUUchke  32,  lat  der  Kopf  nicht  zugehörig.  Kr  t»t  nber 
das  Einzige,  da»  auf  Athene  weint.  (Arndt) 


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47 


48 


Sparta. 


Hände  sind  geöffnet  erhoben,  die  Unken  halten 
die  Lance.  Ober  beide  Arme  fallt  ein  Stück  Oe- 
wand.  Zwischen  den  Jünglingen  stehen  zwei 
grosse,  schlanke,  mit  Deckeln  versehene  Am- 
phoren von  sehr  gefälliger  Form.  In  der  Mitte 
des  Reliefgicbels  ist  ein  aufrecht  stehendes  Ei 
dargestcllt,  dem  von  beiden  Ecken  ans  je  eine 
Schlange  zukriecht,  es  mit  dem  Kopfe  berührend. 
Der  Kult  der  Dioskuren  war  in  Lakonien  ein 
wesentlich  chthonischcr;  vgl.  Furtwiingler,  Athen. 
Mitt.  1S83,  p.  373,  u.  Koscher,  myth.  Lexikon,  s.  v. 
Dioskuren.  Es  liegt  das  begründet  in  ihrem 
ursprünglichen  Wesen  als  Gottheiten  des  Über- 
gangs der  Finsternis  zum  Licht,  und  änderte  sich 
natürlich  nicht,  nachdem  sic,  entsprechend  der 
sonstigen  Entwicklung  des  Heroenkults,  allmählich 
zu  Landesheroen  geworden  waren.  Auf  den  clithoni- 
schen  Charakter  der  Dioskuren  w eist  denn  auch  in 
dem  vorliegenden  Relief  Verschiedenes  hin,  vor 
allem  die  beiden  Amphoren,  die  eine  rein  scpulkrale 
Bedeutung  haben.  Es  ist  unrichtig,  wenn  Petersen 
in  seiner  Besprechung  der  Tarentiner  Terrakotten 
mit  Dioskurcndarstellungen  (Köm.  Mitt  1900, 
p.  41  ff.),  auf  denen  regelmässig  die  beiden  Am- 
phoren Vorkommen,  die  Bedeutung  der  letzteren 
für  agonistisch  erklärt  und  dann  hinzufügt,  man 
könne  sie  auch  so  immer  noch  scpulkral  nennen 
Ausschliesslich  in  dieser  scpulkralen  Bedeutung,  die 
auch  durch  ihre  gelegentliche  Umwindung  mit 
Schlangen  erhärtet  wird,  sind  sic  ursprünglich  mit 
den  Dioskuren  zusammengebracht  und  zu  stehen- 
den Attributen  derselben  geworden.  Auf  den  bisher 
bekannten  archaischen  Dioskurenreliefs  waren  die 
Amphoren  nicht  dargestellt;  sie  zeigen  übrigens 
hier  bei  ihrem  ersten  Auftreten  Bchon  die  typische 
Form,  die,  abgesehen  von  einigen  Modifikationen 
(so  fehlt  später  die  Handhabe  an  dem  konischen 
Deckel),  festgehaltcn  wurde.  Auch  die  (iiebeldar- 
stcllung  bezieht  sieb  auf  den  chthonischen  Kult 
Die  Schlange  ist  ja  das  gewöhnliche  Symbol  des 
Heros  und  das  Ei  eine  beliebte  Opfergabc  an 
ihn  (vgl.  die  spartanischen  Heroenreliefs’..  Der 
Gedanke  an  das  Ei  der  I.cda  ist  entschieden 
abzuweisen.  Die  Lanzen  endlich  sind  ein  Hinweis 
auf  die  schützende  Macht  der  göttlichen  Ilelden- 
jünglingc.  Stilistisch  gehört  das  Relief,  ebenso 
wie  die  schon  länger  bekannten,  gleichfalls  im 
Museum  zu  Sparta  befindlichen,  fragmentierten 
Dioskurcndarstf Hungen  (Athen.  Mitt.  1877,  S.  313 
und  316;  1883,  Taf  18,  2).  eng  zusammen  mit  der 
älteren  Serie  der  spartanischen  lleroenreliefs. 
Hier  wie  dort  die  möglichste  Ausnutzung  des 
Raumes,  dieselbe  tlächenhaftc  Keliefbehandlung, 


die  gleiche  Schärfe  der  Umrisse,  die  die  Figuren 
wie  Silhouetten  erscheinen  lässt.  Im  einzelnen  ist 
die  Schlankheit  der  Körper  hervorzuheben,  die 
mageren  Arme  und  Beino  und  das  starke  Hervor- 
treten des  Gesässes.  Auf  die  Gesichter  ist  sehr  wenig 
Sorgfalt  verwendet,  doch  ist  auch  hier  die  Über- 
einstimmung mit  den  genannten  Denkmälern  in 
der  stark  zurücktretenden  Stirn,  der  sehr  spitzen 
Nase  und  der  Uaaranordnung  deutlich.  Für  die 
Bekrönung  mit  einein  Giebeldreieck  ist  unser 
Relief  wohl  das  älteste  Beispiel.  Wie  bei  dem 
jüngeren  lakonischen  Relief,  Athen.  Mitt.  1883 
Tafel  16  =■  Arndt,  la  Glyptothhquc  Ny-Carlsberg, 
pl.  4 A , ist  sie  ausserordentlich  einfach  und 
schmucklos  ausgeführt.  An  der  Basis  springt  eine 
einfache  Leiste  vor,  die  Uiebelschrägen  haben 
gar  keinen  Rahmen.  (Sieveking.) 

1312.  Archaisches  Relief.  Hoch  0,49 m. 
Dunkler  lakonischer  Marmor. 

Das  zu  der  bekannten  Serie  der  lakonischen 
Heroenreliefs  gehörige  Stück  ist  in  den  Athen. 
Mitt.  1882,  Taf.  1 nach  einer  Zeichnung  abge- 
bildet (danach  bei  Roscher  I,  2570)  und  von 
Furtwiingler  ausführlich  behandelt  worden.  Die 
chthonische  Bedeutung  von  Pferd  und  Hund  ist 
von  Deneken  (Roscher  I,  2584  ff.)  mit  Unrecht 
bestritten  worden.  (Sieveking.) 

1313.  Fragment  eines  Grabreilefs. 
Hoch  0,32  in.  Breit  0,24  ui  Köter  Marmor.  Athen. 
Mitt.  1877,  p.  413,  No.  247. 

Das  Relief  scheint  nach  der  horizontalen  Linie, 
die  über  dem  Kopf  der  Frau  sichtbar  ist,  wie  die 
meisten  der  spartanischen  Grabreliefs  oben  mit 
einem  Giebel  versehen  gewesen  zu  sein.  Auch 
die  Darstellung,  die  die  Verstorbene  in  das  Ge- 
wand, das  Uber  den  Hinterkopf  gezogen  ist,  ein- 
gehttllt  und  spendend  zeigt,  ist  häufig.  Die  in  der 
Gesamtanlage,  besonders  in  der  Anordnung  des 
Gewandes  gefällig  wirkende  Arbeit  ist  in  der 
Ausführung  flüchtig,  die  Inschrift  TH  . . . XAIPE 
nachlässig  hingekritzelt.  (8  i c v e k i n g.) 

1314.  Halbkreisförmiges  Relief. 
Hoch  0,26  ui.  Bläulicher  lakonischer  Marmor. 
Athen.  Mitt.  1877,  p.  420,  No.  261.  Furtwängler, 
Sitznngsber.  d.  k.  b.  Akad.  1899,  Bd.  II,  Heft  4, 
p.  599.  Dargestellt  ist  nach  Furtwängler  die 
Licbtgöttin  Aphrodite  Pandemos,  auf  der  Ziege 
reitend,  von  2 Eroten  und  einem  Zicklein  begleitet, 
wahrscheinlich  abhängig  von  der  Kultstatne  des 
Skopas  in  Elis.  Die  Eroteu  sind  eine  Zuthat  der 
hellenistischen  oder  römischen  Zeit,  in  die  das 
Relief  gehört.  Die  Bedeutung  der  Leiter  ist  unklar. 

(Sieveking.) 


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49 


Sparta 


50 


1315  und  1316.  Hermenkopf.  Hoch  0,57  ra. 
Bläulich  weisser,  feinkörniger  Marmor  Athen. 
Mitt.  1877,  p.  349,  No  100.  Der  Kopf  lat  nicht, 
wie  Milchhöfer  a.  a.  0.  annimmt,  weiblich,  aundern 
gehört  zu  den  zahlreichen,  »ich  an  ältere  Typen 
anlehnenden,  bacchiachcn  Hennen  römiacher  Kunst, 
bei  denen  die  weibliche  Frisur  mit  den  verschie- 
denen Reihen  runder  Stirnlöckchen  übereinander 
typisch  ist.  Es  ist  das  eine  archaisierende  Mode, 
der  wir  schon  an  den  Portrfttküpfen  vom  Mauso- 
leum begegnen.  Das  hinten  ziemlich  gradlinig  am 
Ilermenachaft  hcruntcrfliossende  Haar  und  die  nach 
vorn  fallenden  4 gewundenen  Locken  Süden  sich 
auch  bei  Hermenküpfen  der  besten  griechischen 
Zeit  (so  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  140).  Den 
Gesichtsformen  der  spartanischen  Herme  liegt  ein 
skopasischer  Kunsttypus  zu  Grunde,  auf  den  das 
volle  Untergesicht,  die  besonders  stark  vor- 
springende Unterstirn  und  der  pathetische  Aus- 
druck hinweisen.  Die  Arbeit  ist  gut. 

(Sievuking.) 

1317.  Birtiger  Kopf.  Hoch  0,35  m. 
Feinkörniger  Marmor.  Athen.  Mitt,  1877,  p 346, 
No.  93. 

Der  Kopf  ist  sehr  bestoesen,  besonders  auch 
an  den  Lippen,  die  fast  ganz  fehlen,  so  dass  die 
Zähne  in  einem  ursprünglich  nicht  beabsichtigten 
Umfange  sichtbar  sind.  Hierdurch  ist  der  tierische 
Zug  bedingt,  den  Milchhöfer  a.  a.  O.  an  dem  Kopfe 
unverkennbar  findet.  Von  geschweiften  Stier- 
augen vermag  ich  aber  nichts  zu  erkennen.  Die 
vermutungsweise  geüuaserte  Deutung  auf  einen 
Flussgott  ist  abzuweisen,  vielmehr  ist  wohl  As- 
klepios dargestellt,  und  liegt,  nach  der  strengen 
Haar-  und  Augenbehandlung  zu  urteilen,  der  römi- 
schen Kopie  ein  Typus  dos  5.  Jahrh.  zu  Grunde. 
Die  Angabe  der  Zähne  ist  vermutlich  Kopisten- 
zuthat.  Der  Kopf  trägt  die  bekannte  wulstartige 
Binde  im  Haar,  mit  der  ausser  Asklepios  häufig 
Herakles  geschmückt  ist.  (S  i e v e k I n g.) 

1318.  Weiblicher  Kolossalkopf. 
Dunkler  einheimischer  Marmor.  Hoch  0,45  in. 

Der  mit  Diadem  geschmückte  Kopf  einer 
Göttin  ist  in  christlicher  Zeit,  wie  das  Kreuz  auf 
der  Stirn  zeigt,  so  Übel  zugerichtet  worden,  dass 
kaum  noch  Schlüsse  auf  sein  einstiges  Aussehen 
gemacht  werden  können.  Fs  scheint  eine  römische 
Kopie  nach  einer  Schöpfung  des  4.  oder  3.  Jahrh. 
zu  sein.  (S  t e v e k i n g.) 

1319  und  1 320.  Kopf  des  Asklepios. 
Hoch  0,38  m.  Feinkörniger  Marmor.  Athen. 
Mitt.  1877,  S.  346,  Nr.  92. 

Auch  dieser,  gleichfalls  mit  einer  wulstigen 


Binde  geschmückte  Kopf  stellt,  wie  1317,  den 
Asklepios  dar.  Wenn  aber  letzterem  ein  Typus 
des  ft.  Jahrh.  zu  Grunde  liegt,  haben  wir  es  hier 
sicher  mit  einer  römischen  Kopie  nach  einer 
Schöpfung  des  4.  Jahrh.  zu  thun.  Ein  Vergleich 
der  beiden  Köpfe  macht  dies  ohne  weiteres  deut- 
lich. Vor  allem  ist  die  Haar-  und  liartbehandlung 
völlig  verschieden  Während  bei  dem  Kopf  1317 
die  einzelnen  Locken  streng  gegliedert  sind  und 
jede  sich  au  ihrem  Ende  ringelt,  ist  bei  dem  vor- 
liegenden Kopf  das  Haar  mehr  als  ganze  Masse 
behandelt  und  fällt  leicht  und  natürlich.  Ferner 
ist  hier  die  Gliederung  der  bedeutend  höheren 
Stirn  eine  viel  reichere.  Die  Augen  liogen  tiefer 
und  die  Lider  zeigen  eine  weichero  Linienführung. 

(S  i e v e k i n g.) 

1321.  Kolossalkopf  des  Herakles.  Hoch 
0,60  m.  Grobkörniger  Marmor.  Athen.  Mitt.  1877, 
S.  342,  Nr.  8t. 

Der  Kopf  stellt  Herakles  dar,  mit  leisem  Pathos 
im  Ausdruck,  den  Blick  nach  oben  guwandt,  den 
Mund  geöffnet.  Das  Werk  wirkt,  weil  von  Über- 
treibung frei,  erfreulich  und  wird,  von  der  lysipp- 
schen  Richtung  beeinflusst,  in  die  Zeit  bald  nach 
Alexander  gehören.  (8  i e v e k i n g.) 

1322.  Nackter  männlicher  Torso 
Hoch  0,30  m.  Feinkörniger  Marmor.  Athen. 

I Mitt  1877,  p.  341,  Nr.  79.  Friederichs-Wolters  1614. 
Die  Brust-  und  Bauchmuskulatur  tritt  besonders 
stark  hervor.  Doch  ist  deswegen  kein  Grund 
vorhanden,  au  einen  Herakles  zu  denken,  wie 
Milchhöfer  a.  a.  0.  timt;  wahrscheinlich  gehört 
der  Körper  einem  Athleten  an.  Die  rechte  Schulter 
ist  etwas  gesenkt,  der  Arm  geht  ein  wenig  zurück, 
an  der  linken  Seite  befindet  sich  ein  Ansatz.  Die 
recht  gute  Arbeit  wird  dem  4.  Jahrhundert  an- 
gehören. (8  i e v e k i n g.) 

1323.  Nackter  jugendlicher  männ- 

licher Torso.  Hoch0,41m.  Feinkörniger  Marmor. 
Athen.  Mitt.  1877,  p.  352,  Nr.  108.  Der  Körper 
gehört  einem  in  ausruhender  Stellung  befindlichen 
jugendlichen  Apollon  oder  Dionysos  an.  Das  linke 
Bein  ist  vorgesetzt,  die  rechte  Hüfte  stark  ausge- 
bogen. Der  linke  Arm  war  erhoben.  Auf  der 
Brust  sind  zwei  Lockenenden  sichtbar,  auf  der 
rechten  Schulter  eine.  An  beiden  Oberschenkeln 
befindet  sich  aussen  ein  Ansatz.  Die  Arbeit  ist 
sehr  fein  und  wird  in  die  hellenistische  Zeit  zu 
setzen  sein.  (8  i c v e k i n g.) 

1324.  Kleiner  männlicher  Gewand- 
torso. Hoch0,37m.  Feinkörniger  Marmor.  Athen. 
Mitt  1877,  8.  359,  Nr.  135.  Der  Kopf  war  zum 
Einsetzen. 


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51 


Sparta.  Corfii.  Andros 


52 


Das  Stück  ist  ebenso  unklar  in  seinen  Können 
wie  rätselhaft  in  seiner  Bedeutung.  Der  mit 
einem  handwerkerartigen  Gewand  bekleidete 
Körper  zeigt  einen  stark  entwickelten  Bauch,  zu 
dem  der  eine  allein  siehtbaro  Arm,  der  dem  eines 
Kindes  gleicht,  in  seltsamem  Kontrast  steht.  Der 
andere  Arm  ist  unter  einem  Teil  der  Gewandung 
verborgen,  von  dem  sich  nicht  erkennen  lässt,  ob 
es  ein  besonderes  Obcrgewand  oder  nur  ein  Teil 
des  übrigen  ist  Die  Gegenstände,  die  aus  der 
einen  Kalte  hervorschauen,  weiss  ich  nicht  zu  deuten 
Das  von  den  Händen  gehaltene  Werkzeug  scheint 
mir  eher  ein  Schustermesser  als  ein  Spaten  zu 
sein,  wenn  es  auch  nicht  wie  gewöhnlich  an  der 
Schneide  gerundet  ist.  Geringe,  wohl  römische 
Arbeit.  (S  i e v e k i n g.) 

Corfü. 

Gymnasion. 

1323.  Sitzendes  Knäbchcn.  Weisser  Mar- 
mor. H.  0,145  m.  Stiftloch  im  1.  Arm. 

Unten  Bruch,  sodass  man  nicht  sehen  kann, 
worauf  der  Kleine  sass.  Die  Haltung  der  Beine 
und  die  Gewandanordnung  ist  der  beim  Dionysos- 
knäblein  auf  dem  Arm  des  praxitelischen  Hermes 
ausserordentlich  ähnlich.  Abweichend  ist,  dass  das 
Gewand  hier  etwas  weiter  zur  Scham  hinaufreicht. 
Ob  die  Haltung  des  Oberkörpers  ganz  mit  der 
des  praxitelischen  Kindes  stimmt,  lässt  sich  nicht 
mit  voller  Sicherheit  sagen.  Doch  scheint  cs,  dass 
bei  jenem  die  rechte  Schulter  höher  steht,  als  es 
hier  der  Fall  war.  Die  Haltung  des  linken  Armes 
dagegen  stimmt  hier  mit  der  der  Rekonstruktion  I 
im  Olympiawerkc  (III,  53)  überein. 

Trotz  der  Verschiedenheiten  halte  ich  es  für  1 
möglich,  dass  wir  hier  den  Rest  einer  verkleinerten 
Wiederholung  des  praxitelischen  Hermes  haben  Die  [ 
Verkleinerung  hatte  et  wa  ein  Drittel  der  G rösse  des  j 
Originals  Etwas  flüchtige,  aber  flotte  sichere  Arbeit.  I 

(Eine  Aufnahme  von  der  linken  Seite,  die 
hier  nicht  mit  veröffentlicht  wird,  ist  auf  Wunsch 
von  mir  zu  erhalten.)  (Bull  e.) 

1326.  Grabrelief  eines  Schi  ff  brüchigen 
Marmor.  II.  0,47  m.  Oben  und  unten  profiliert. 

Unten  Andeutung  von  Wellen.  Darüber  vor- 
deres oder  hinteres  Ende  eines  Kahnes.  Darin 
sitzt  trauernd  ein  nackter  Jüngling.  Vor  ihm  sein 
kleiner  Sklave,  nackt,  die  Uände  zusamincngelegt, 
ihn  anschaucnd.  (Bull  e.) 

1327.  Stat ttenbasis.  Kalkstein.  II.  0,31m. 
Br.  0,98  m.  T.  0,43  m.  Hinten  ist  auf  zwei  Drittel 
der  Länge  ein  Stück  ausgebrochen.  Oben  glatte 
Ränder,  die  Mitte  gerauht;  droi  Dübellöcher. 
Daraus  geht  hervor,  dass  der  Stein  ursprünglich 


in  tektonischem  Zusammenhänge  mit  einem  andern 
gestanden  hat,  wohl  als  Unterstein  eines  zusam- 
mengesetzten Postaments.  Später  ist  dann  inmitten 
jener  Rauhung  eine  ovale  Vertiefung  zur  Auf- 
nahme einer  Statuenplinthe  eingearbeitet  worden. 
Das  HUchtigo  Relief  dürfte  von  der  zweiten  Ver- 
wendung herrühren. 

Koraraub.  Beschrieben  von  Arndt,  oben  Serie 
III,  S 15.  Von  links  nach  rechts:  Artemis,  kurz- 
bekleidet, in  den  Köcher  langend;  Athena  mit 
Schild  am  I.  Arm;  eine  langbekleidete  Göttin, 
wohl  Aphrodite.  Pluto  auf  dem  Gespann,  im  r. 
Arm  die  zurückgebcngte  Kora  haltend;  unten 
spriessen  stark  stilisierte  Blumen  als  Andeutung 
der  Wiese;  Hermes,  das  Gespann  am  Zügel 
führend.  Die  Darstellung  schliesst  sich  den  be- 
kannten Sarkophagtypen  an.  Arbeit  ungeschickt 
und  spät.  (Bulle.) 

1328.  Votivdiskos  aus  Thon,  die  Gra- 
vierungen mit  Zinnoberrot  ausgefilllt.  Dm.  0,19  m. 
Dicke  0,03  in.  Keine  Vorrichtung  zum  Auf  hängen 
erkennbar.  Erwähnt  bei  Riemaun,  Corfou  S.  51, 4. 

Rechts  oben  Pferdekopf,  umrahmt.  Darunter 
Krau,  das  Gewand  Uber  den  Kopf  gezogeu,  in 
der  vorgeetrcckten  Rechten  eine  Kanne,  mit  der 
sie  die  Spende  ausgiesst.  Die  Linke  scheint  eine 
Schale  zu  halten.  Vor  ihr  eine  aufgerichtete 
Schlange.  In  der  Mitte  Altar  mit  Klammen. 
Links  muss  sich  die  Darstellung  des  Heros  be- 
finden , dem  geopfert  wird.  leb  glaubte  am 
Original  sicher  zu  erkennen : das  Bein  einer  Klinc. 
darüber  ein  Kissen,  darauf  ein  aufgestützter  lin- 
ker Ellenbogen.  Der  Kopf  des  mit  dem  Körper 
nach  links  Gelagerten  müsste  verscheuert  sein. 
Wolters  sendet  mir  eine  vor  dem  Original  ge- 
nommene Skizze,  auf  der  er  ganz  links  am  Räude 
den  Kopf  und  deu  nach  oben  gestreckten  linken 
Arm  einer  nach  rechts  gewendeten  weiblichen 
Figur  zeichnet,  die  er,  was  mir  unmöglich  scheint, 
als  stehend  auffasst.  Kurtwängler  (bei  Deneken 
in  Roschers  Lex.  I,  Sp.  2570)  spricht  von  einer 
sitzenden  weiblichen  Figur.  Demnach  scheint  der 
Heros  wie  gewöhnlich  gelagert  dargestellt  gewesen 
nnd  die  Heroine  diesseits  von  ihm  auf  der  Kline 
sitzend  gedacht  zu  sein. 

Thon  schlecht  und  weich.  Zeichnung  .nicht 
zu  spät“  (Woltem).  Votivsebelben  mit  Einritzungen 
sind  mir  sonst  nicht  bekannt.  (Bull e.) 

Andros. 

Palaeopolis. 

1329.  Weihrclicf  an  dieNymphen.  Weisser 
(pcutelischcr) Marmor  11. 0,98m  Br.  1 m.  D.0, 18m. 


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53 


Andros.  Pari». 


54 


Ich  fand  das  Relief  1898  bei  einer  kurzen 
Anwesenheit  mit  der  Inselrcise  des  Instituts  unter- 
halb von  Palaeo|H)lis  auf  einer  der  Terrassen  nicht 
weit  Uber  dem  Meere  Es  war  zur  Abdeckung 
einer  Terraasenmaucr  verwendet  mit  der  Relief- 
seite  nach  oben.  Ich  Hess  das  Stück  auf  die 
nächste  tiefere  Terrasse  schaffen  uud  aufrecht  an 
die  Rückwand  stellen.  Es  wäre  sehr  zu  wünschen) 
dass  das  trotz  starker  Zerstörung  noch  sehr  schöne 
Stück  irgendwo  sicher  untergebracht  würde. 

Beschrieben  und  besprochen  ist  das  Relief 
häufig:  Ross  (1841),  Inselreisen  II,  S.  20  (der  ein 
Parisurteil  darin  sah;  er  fand  noch  Farbspuren). 
Le  Bas,  Revue  archeol.  1847,  S.  287.  Michaelis, 
Annali  d.  J.  1863,  S.  314,  F.  Conze,  Arch. 
Zeitung  1880,  S.  6,  U.  Pottier,  Bull  corr.  hell.  V, 
1881,  S.  353,  Nr.  7.  Furtwängler,  Sammlung 
Saburotf,  Text  zn  Taf.  27/28,  S.  5 unten.  Bloch 
in  Roschers  Lexikon  III,  Sp  535;  561.  Alle  diese 
Forscher  kennen  das  Stück  merkwürdigerweise 
nur  aus  den  Beschreibungen  von  Ross  und  Le  Bas. 
Es  war  jedoch  längst  in  Zeichnung  bekannt  bei 
Le  Bas,  Voyage  arcböol.  Monum.  fig.  Taf.  120; 
dazu  Text  in  Relnachs  Neudruck  (1888),  S.  109. 
Die  Zeichnung  giebt  das  Relief  noch  in  besserer 
Erhaltung  (r.  Arm  und  Schulter  der  Sitzenden, 
der  ganze  Körper  der  rechts  von  ihr  Stehenden, 
r.  Hand,  Hüfte  und  Obcrscheukel  des  Jünglings 
sind  noch  fast  unversehrt). 

Oben  Andeutung  einer  Grotte  (was  Ross  irr- 
tümlich für  Wolken  nahm).  In  der  Mitte  bärtige 
Maske  des  Acheloos  mit  Stierhörnern  und  Ohren. 
Rechts  in  der  Ecke  sitzt  Pan,  bocksbcinig.  mit 
der  Syrinx. 

Unten  drei  Nymphen,  die  mittlere  auf  einem 
Felsblocke  sitzend.  Diese  zieht  den  Mantel  mit 
der  linken  Hand  nach  vorn,  was  die  früheren 
Beschreiber  missverstanden  haben,  sodass  von 
einem  Schild  (Ross,  Michaelis,  Conze)  oder  von 
einem  Tympanon  (Furtwängler)  die  Rede  ist.  j 
Damit  erledigt  sich  die  Deutung  auf  Kybele 
(Furtwängler).  Die  beiden  anderen  Mädchen  legen 
traulich  die  Hand  auf  die  Schulter  der  Sitzenden.  \ 
Dadurch  wird  deutlich,  dass  die  Mittlere  nicht 
etwa  eine  höhere  Göttin  mitzweidienendcnMüdchen 
ist,  sondern  dass  alle  drei  sich  gleichstehen,  obwohl 
die  Figur  links  im  ungegtlrteten  Peplos  und  mit  I 
hohem  Haarschopf  mädchenhafter  gehalten  ist 
(Ross  sah  auch  noch  die  Spuren  von  Ohrringen) 
als  die  beiden  anderen  mit  Chiton  und  Himation. 
Durch  die  Umgebung  wird  die  Deutung  auf  Nymphen 
zur  Gewissheit,  da  kein  anderer  schwesterlicher 
Dreiverein  in  eine  solche  Grotte  gehört. 


Rechts  steht  Hermes  in  der  Chiatnys ; im  linken 
Arm  hatte  er  das  Kcry  keion,  das  aus  Bronze  war  und 
in  dem  rillenförmigcn  Einschnitt  im  Oberarm  lag. 

Den  Gewandmotiven  nach,  die  durchweg  vor- 
praxitelisch  sind,  gehört  das  Relief  in  die  erste 
Hälfte  des  4.  Jahrhunderts.  Die  Gewandung  der 
Nymphe  links  ist  der  der  Eirene  des  Kephisudot 
nahe  verwandt.  Das  Relief  ist  das  grösste  und 
grossartigste  in  der  ganzen  Gattung  der  Nymphen- 
reliefs. von  sehr  frischer,  flotter  Arbeit.  (Bulle.) 

Paros. 

Museum. 

1330  und  1331.  Archaischer  nackter 
männlicher  Torso.  Hoch  0,56 m.  Parischor 
oder  naxischcr  Marmor,  der  an  der  Oberfläche 
ganz  dunkel  geworden  ist. 

Der  Torso  gehört  zu  der  Reihe  der  sog. 
Apollines,  und  zwar  zu  der  älteren  Gruppe,  die 
Sauer  (Athen.  Mitt.  1892,  S.  37  ff.)  der  naxischen, 
Furtwängler  (Meisterwerke  p.  713  ff.)  dersamischen 
Kunst  zuweist.  Er  ist  sehr  nahe  verwandt  dem 
gleichfalls  in  Paros  befindlichen  Torso,  den  Löwy 
in  den  Arch.-epigr.  Mitt.  f.  Oest.  XI,  p.  161  be- 
handelt hat;  nur  zeigt  er  noch  schlankere 
Formen  und  eine  weniger  genaue  Durch- 
bildung der  Einzelheiten.  Auch  die  Haarbehand- 
lung ist  eine  nicht  so  sorgfältige  Sonst  ist  auch 
hier  das  linke  Bein  vorgesetzt;  die  Taille  ist 
stark  eingezogen,  die  Hüften  treten  wenig  hervor, 
das  Kreuz  ist  hohl,  die  Glutäen  sind  sehr  ausge- 
bildet. Die  stark  bestossene  Brust  ist  rundlich, 
der  untere  Brustkorbrand  nicht  angedeutet  Der 
Bauch  ist  ungeteilt,  der  Unterleib  mit  dem  lang- 
gestreckten Schamdreieck  tritt  vor.  Der  Nabel 
liegt  tief.  Die  Haltung  der  Arme  ist  ungewiss; 
Spuren,  dass  sic  am  Oberschenkel  angelegen  haben, 
sind  ain  Körper  nicht  erkennbar  (Sieveking.) 

1332.  Weiblicher  Gewandtorso.  Hoch 

0,30  m.  Panscher  Marmor.  Die  in  eiliger  Be- 
wegung befindliche,  mit  einem  kurzen  gegürteten 
Chiton  bekleidete  Figur  stellt  ohne  Zweifel  Ar- 
temis in  dem  bekannten  Jägerinnentypus  dar, 
wenn  auch  das  Köcherband,  sowie  Spuren  de« 
Köchers  fehlen.  Die  wohl  römische  Arbeit  ist 
flüchtig.  (Sieveking.) 

Paros. 

Ortschaft  Kostos. 

1333.  Kopflose  bekleidete  weibliche 
Figur.  Hoch  1,055m.  Parischer  Mannor.  Archäol.- 
epigraph  Mitt.  f.  Oest.  XI,  8.  165.  Kopf  uud 
Arme  waren  eingesetzt. 

5 


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55 


Paros.  Smyrna. 


56 


Die  mit  Rücksicht  anf  das  Köcherband  wohl 
Artemis  zu  benennende  Statue  giebt  mit  Ver- 
tauschung von  Stand  und  Spielbein  denselben 
Typus  wieder,  wie  die  im  Uraccio  nuovo  befindliche 
(Helbig,  Führer*  Nr.  20;  Furtwiingler,  Meister- 
werke p.  88,  Anm.  5;  derselbe,  gr.  Originalstatuen 
in  Venedig,  p.  38  ff  ),  in  der  man  eine  jüngere  Um- 
bildung der  Parthenos  aus  dem  4.  Jahrli.  erkennt. 
Die  parische  Figur  zeigt  jedoch  eine  ruhigere 
Faltenbchandlung  und  steht  dem  angenommenen 
Vorbild  des  5.  Jahrli  also  niihcr,  als  das  vatika- 
nische F.xomplar.  Die  Arbeit  schien  mir,  Boweit 
es  die  starke  Beschädigung  des  Werkes  noch  be- 
urteilen liess,  nicht  so  gewöhnlich,  wie  Löwy 
(Arch.-cpigr. Mitt.  a.a.O.)  meint  (Sieveking.) 

Paros. 

Privatbesitz. 

1334  und  1335.  W eiblicher  Hermenkopf. 
GesamtlängeO.lüin.  Kopf0,09m.  Parischer  Marmor. 

Die  Herme  hat,  wio  der  viereckige  Pfeiler 
an  ihrer  Rückseite  zeigt,  als  Stütze  gedient,  deren 
Höhe  man  etwa  auf  60  —70  cm  berechnen  kann ; 
in  welcher  Art,  ist  freilich  nicht  mehr  zu  sagen. 
Der  Kopf  giebt  einen  Typus  der  hellenistischen 
Zeit  wieder,  mit  besonders  vollem  Untergesicht, 
vielleicht  mit  Rücksicht  anf  die  tektonische  Ver- 
wendung. Auflallend  ist  die  reiche  ägyptische 
Frisur,  wie  sie  sehr  ähnlich  ein  weiblicher  helle- 
nistischer Porträtkopf  in  Florenz  zeigt  (Araelung, 
Führer  No.  157;  Arndt,  I’orträtwerk,  TalT.  219 
n.  220).  Geringe  Arbeit  (Sieveking.) 

1336.  Relief.  Hoch  0,80  m.  Parischer 
Marmor 

Das  Relief  ist  gewaltsam  zerstört  worden,  so 
dass  nur  noch  die  Umrisse  der  3 dargestellten 
Figuren  erkennbar  sind.  Diese  Bind  nackt  und 
wohl  als  Athleten  zu  erklären.  Der  mittlere 
scheint  den  linken  Arm  zu  seinem  Gesichte  hin 
erhoben  zu  haben,  während  der  rechts  stehende 
eine  eigentümliche  Kürperstellung,  etwa  die  eines 
Stand  suchenden  Diskoswerfers,  einnimmt. 

(Sieveking.) 

1337.  Relieffragment  Hoch  0,41  m. 
Parischer  Marmor,  ln  den  Arehäol.-epigraph.  Mitt. 
für  Ocsterr,  XI,  S 172  von  Löwy  genau  beschrieben. 

(Sieveking.) 

Smyrna. 

Evangelische  Schule. 

1338  und  1339.  Kopf  des  poly kletischen 
DoryphoroB.  Friedcrichs -Wolters  506.  Stammt 
nach  Koudolcon,  'Hpcpo.Vöyiov  xai  öbnyö«  it\«  Epep ■ 


vt\c  1890,  8.  223  aus  Tralles.  Hals  und  Herme 
modern.  Nase  intact.  Stark  versintert.  Athleten- 
ohren.  Unbedeutende  Arbeit.  (Sieveking.) 

1340.  1341.  Jünglingskopf.  Inv.  der 
Sammlung  Nr.  101.  Wcisscr  Marmor,  grobkörnig, 
wie  mir  schien  parisch.  Höhe  mit  Hals  0,29  m 
Gesichtslänge  0,19  m.  Augen  ehemals  eingesetzt; 
in  den  Höhlen  Reste  einer  gelblichen  weichen 
Masse,  anscheinend  Kitt.  Gute,  im  Haar  etwas 
schematische  Arbeit  spätgriechischer  oder  römischer 
Zeit,  nach  einem  Kopftypus  aus  der  zweiten  Hälfte 
des  5.  Jahrh.  v.  Chr.  Seinen  Charakter  erhält 
der  Kopf  durch  die  starke  Querteilung  der  Stirn, 
die  ziemlich  runden  grossgeöffneten  Augen  mit 
den  sehr  breiten  Flächen  unter  den  Brauen- 
bogen, die  breiten  Backenknochen  bei  schmal  und 
fein  auslaufcndem  Untergesicht,  endlich  die  sehr 
vollen,  fast  wulstigen,  aber  schön  geschweiften 
Lippen.  Alles  das  stellt  den  Kopf  in  klarsten 
Gegensatz  zu  dem  pcloponnesischen  Ideal.  Im 
Haar  hat  allerdings  die  Teilung  über  der  Stirn 
für  den  ersten  Blick  eine  oberflächliche  Acbn- 
lichkeit  mit  dem  Stirnhaar  beim  polykletischcn 
Doryphoros  und  seinen  Verwandten;  man  sieht 
aber  sofort,  dass  jenes  trockene  Schema  hier  ganz 
frei  und  locker  behandelt  ist  Im  übrigen  ist  das 
Haar  in  sehr  füllige,  vom  Hinterkopf  ausgehende 
kurze  Locken  gegliedert.  In  seinen  allgemeinen 
Zügen  ist  der  Kopf  von  reinster  attischer  Art,  so 
wie  sie  uns  im  „Thescus“  des  Parthenongiebcls, 
den  Köpfen  des  Parthcnonfrioscs  (vgl.  ganz  be- 
sonders den  bei  Furtwängler,  Masterpicccs  Taf.  5 
abgcbildetcn),  und  ans  etwas  jüngerer  Zeit  in  dem 
Jünglingskopf  des  Grabreliefs  von  Salamis  (Conze, 
A.  G.  II,  Tf.  204)  vor  Augen  steht.  [Eine  ge- 
wisse Aehnlichkeit  im  Speziellen  hat  durch  die 
vollen  Gesichtsformen  ein  in  Photographie  ver- 
breiteter Kopf  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg,  von 
dem  der  Pan  Borghese  (Helbig,  Führer  durch 
Rom  II,  - Nr.  960.  Friederichs-Wolters  Nr.  521) 
eine  ganz  verflautc  Replik  ist,  bei  der  die  Gesichts- 
formen völlig  verändert  worden  sind,  sodass  sie 
sich  polykletischem  Typus  annähern.  Im  Haar 
erinnert  der  Jakobsenschc  Kopf  an  polykletischc 
Art,  sodass  wir  bei  ihm  die  bekannte  Mischung 
attischer  und  peloponnesischer  Elemente  haben. 
Dem  gegenüber  erscheint  der  Kopf  von  Smyrna, 
um  es  zu  wiederholen,  rein  attisch.]  (Bulle.) 

1342  und  1343.  Weiblicher  Kopf  aus 
Tralles.  GesichtslängeO,22  m,  11.0,44  m mit  Hals, 
der  samt  Halsgrube  alt  und  ungebrochen  ist  und 
anscheinend  zum  Einsetzen  gearbeitet  war.  Büste 
modern.  Feinkörniger,  ins  gelbliche  schimmernder 


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57 


Smyrna. 


58 


Marmor  War  stark,  reraintert;  Hals  und  Gesicht 
mit  Säure  geputzt. 

Bisher  nur  ungenügend  abgcbildet  von  S. 
Reinach,  Bull.  corr.  hell.  1882.  Tf.  3,8.  175;  Kurt-  j 
wänglcr,  Masterpieces  S.  398  (nach  Abguss  in  Bonn). 

Ohrläppchen  durchbohrt  für  Ohrringe.  In 
dem  Einschnitt  des  Haares  an  deu  Schläfen,  der 
hinten  in  eine  rauhe  Rille  übergeht,  lag  ein 
Kranz  aus  Bronze,  der  hinten  durch  zwei,  vorn 
durch  sechs  runde  kleine  Stiftlöcher  befestigt 
war.  Wegen  des  Kranzes  ist  Reinachs  Deutung 
auf  Artemis  unmilglich  Am  ehesten  ist  an  ein 
Wesen  des  bakchischen  Kreises  zu  denken. 

Sehr  schönes  Original  hellenistischer 
Zeit,  von  weicher  duftiger  Ilaarbehandlung  Man 
beachte  auch  die  feinen  kleinen  I.örkchen  an 
den  Schläfen  und  die  (in  der  Aufnahme  kaum 
sichtbaren),  die  Uber  den  äusseren  Augenwinkeln 
in  die  Stirn  fallen. 

Die  Art,  wie  das  Haar  flammenartig  über  der 
Stirn  emporsteigt  und  oben  in  einen  kleinen  Knauf 
zusammengefasst  ist,  findet  sich  an  dem  Kolossal- 
kopf des  Dionysos  zu  Leyden  wieder  (Monum. 
d.  J.  II,  Taf.  41;  Brunn -Bruckmann  Taf.  155), 
der  aus  Smyrna  nach  Holland  gekommen  ist 
(Ann.  d.  J.  1837,  S.  151),  und  an  zahlreichen 
hellenistischen  Terrakottakilpfen,  wie  ich  sic  in 
Smyrna  in  der  Sammlung  des  Herrn  Gaudin 
sah.  V'on  anderswo  kenne  ich  keine  Beispiele. 
Man  wird  Bchlieasen  dürfen,  dass  diese  Kunst- 
mode  keine  allgemeine  war,  sondern  sich  auf  das 
Mäanderthal  mit  seinem  Kunstcentrum  Tralles 
und  die  Nachbargebiete  beschränkte. 

Im  Stil  echt  hellenistisch  auf  skopasischer 
Grundlage  Eine  ältere  Schwester  unseres  Kopfes 
ist  der  schone  Kopf  vom  Südabhang  der  Akro- 
polis (Friederichs- Wolters  Nr.  1277),  eine  jilngore 
der  bekannte  Kopf  aus  Pergamon  (Collignon,  Hist, 
d.  I sculpt  II,  S.  616).  Wolters  und  Arndt  machen 
auf  die  Verwandtschaft  des  Smyrnaer  Kopfes 
mit  dem  der  Krauenstatue  in  Antium  aufmerksam 
(Klein,  Praxitelische  Studien  8.  40,  42),  die  ver- 
mutlich einer  kleinasiatisehen  Kunstschule  helle- 
nistischer Zeit  angehört.  (Bulle). 

1344.  Schläfcrin.  Weisser Marmor  L.0,465m. 
H.  0,215  m.  Reinach,  lU-p.  II,  408,  I.  Friedorichs- 
Wolters  Nr.  1574. 

Dekorative  flüchtige  Arbeit.  In  der  Haltung 
völlig  Übereinstimmend  und  in  der  Gewandan- 
ordnnng  sehr  ähnlich  ist  die  (sehr  ergänzte) 
Kolossalfigur  im  Museo  Torlonia,  Taf.  97,  Nr  389, 
Reinach,  R£p.  II,  408,  3,  in  der  ich  die  Nach- 
bildung eines  Werkes  des  4.  Jahrhunderts,  etwa 


von  dessen  Ende,  vermute.  Es  ist  dies  ein  Typus 
von  Schläferinnen,  der  älter  ist  als  die  schlafende 
Ariadne  des  Vatikans,  worüber  ich  in  einem 
grösseren  Zusammenhänge  zu  handeln  gedenke. 

(Bulle). 

Smyrna. 

Konak. 

1345—1348.  Fries  vom  Dionysostempel 
in  Teos.  Der  Fries  ist  von  Gustav  Hirschfeld, 
Archacol.  Zeitung  XXXIII,  1875,  S 23  fg.,  Taf.  5 
mit  Hilfstafel,  in  Zeichnungen  publiziert  und 
mit  vortrefflichen  chronologischen  Untersuchungen 
begleitet  worden.  Seitdem  ist  der  Teil  der  Fries- 
platten,  der  hier  in  Photographien  gegeben  wird, 
von  Teos  nach  Smyrna  gebracht  und  im  Garten 
des  ehemaligen  Konak,  in  dem  jetzt  eine  Schule 
ist.  aufgestellt  worden. 

Identifizierung  mit  Hirschfcld: 

1345  links,  aufgemalte  inveutarnummer  t>=Hirsch- 
feld.  Hilfst  Nr.  11,  1. 

1345  Mitte  links,  Inv.  Nr.  19,  nicht  zum  Fries 
gehörig;  wohl  von  Heroenrelief. 

1345  Mitte  rechts,  inv.  Nr.  6 = Taf.  5,  rechts  oben. 

1345  rechts,  Inv.  Nr  4 (steht  umgestürzt)  = 

Taf.  <5,  links  unten. 

1316  links,  Inv.  Nr.  9 = Hilfataf..  Nr.  III,  1. 

1346  Mitte,  Inv.  Nr.  8a  = Hilfst.,  Nr.  III,  3. 

1346  rechts,  Inv.  Nr.  8 = Hilfst.,  Nr.  IV,  2. 

1347  Inv.  Nr.  7 = Taf.  5,  links  oben. 

1348  Inv.  Nr.  10  = Taf.  6,  rechts  unten. 

Weitere  I.itteratur  giebt  von  Dnhn  bei 

Durm,  Baukunst  der  Griechen’,  S.  385. 

Unsere  Photographien  ermöglichen  zuerst  eine 
genauere  stilistische  Würdigung  der  Reliefs.  Es 
fällt  zweierlei  daran  anf:  eine  grosse  Skizzen- 
haftigkeit, Flüchtigkeit,  ja  Derbheit  in  der  Aus- 
führung, und  eine  sonderbare  Proportionierung  der 
Figuren  (übermässig  langer  Oberleib,  sehr  grosso 
Köpfe,  unerhört  kurze  Beine;  vgl.  namentlich 
1347),  Beides  wird  aber  nicht  künstlerisches  Un- 
vermögen und  Roheit  sein,  sondern  Berechnung 
auf  Fernwirkung.  Die  Proportionen  sehen  ohne 
Zweifel  bei  der  Betrachtung  von  unten  richtiger 
aus,  und  die  derbe  Einzelausführung,  die  auf  ein 
sehr  starkes  Spiel  von  Licht  und  Schatten  ange- 
legt ist,  wird  von  weitem  nur  kräftig-dekorativ, 
nicht  roh  wirken.  Immerhin  ist  zuzugeben,  dass 
sich  diese  dekorative  Derbheit  von  dem  feineren 
Empfinden,  mit  dom  dio  ältere  Zeit  solche  Auf- 
gaben löste,  weit  entfernt,  obwohl  man  z.  B.  am 
Fries  von  Phigalia  auch  manche  recht  derb,  fast 
roh  hiugchauene  Partien  findet 


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.Smyrna.  Konatantinopcl.  Rom. 


Zum  Glllck  ist  der  Fries  von  Teos  gut  da- 
tiert, da  der  Tempel  von  llcrmogcnca  errichtet 
ist  und  sich  seine  Erbauung  nach  llirschfelds 
Ausführungen  rund  um  200  v.  I hr.  (erstes  Jahr- 
zehnt des  2.  Jahrli.  v.  Chr.)  ansetzen  hisst  Inter- 
essant ist  der  Vergleich  mit  dem  Friese  des  eben- 
falls von  Hermogetics  erbauten  Artemistempels 
von  Magnesia  a.  M.,  der  allerdings  eine  grossere 
Sorgfalt  der  Ausführung  aufweist  (Clarac  Taf.  ■ 
117  C— J;  Phot.  Giraudon  1(M0 — 1040).  Vgl.  auch  j 
den  späthellenistischen  Fries  vom  Hekatetempel 
von  Lagina,  Bull.  corr.  hell.  1895,  Tf.  10—15. 

(Bull  e.) 

1349.  Relief  mit  religiöser  Ceremonie. 
Marmor. 

In  der  Mitte  ein  idol-artiges,  weibliches 
Götterbild  mit  unkenntlichem  Gegenstand  im 
liuken  Arm,  den  ein  von  rechts  herantretender 
Mann  berührt.  In  der  Linken  hält  er  eine  Kanne. 
Weiter  nach  rechts  eine  Flötenspielerin,  dann 
zwei  Frauen,  die  ein  Gewand  (Himation  oder 
Peplus)  herbeibringen,  mit  dem  das  Götterbild 
bekleidet  werden  soll. 

Links  vom  Götterbild  ein  verstümmelter 
Gegenstand,  wohl  ein  Kandelaber.  Dann  ein 
Mann  mit  langer  Fackel  (wohl  nicht  Sccptcr). 
Weiter  eine  Flötenspiclerin.  Endlich  eine  Frau 

Ausführung  etwas  trocken  und  nüchtern, 
wohl  römischer  Zeit.  (II  u 1 1 e.) 

1350.  Grabrelicf  der  Tyrannis.  Marmor. 
Stele  in  einem  bekannten  Typus  hellenistischer  Zeit 
Vgl.  z.  B Berlin  Skulpt  Nr.  767  ff. 

Tyrannis  mit  zwei  Sklavenmädchcn,  von 
denen  das  eine  trauernd  dasteht,  das  andere  ein 
Kästchen  hält.  Auf  dem  Gesims  hinten  links  eine 
hohe  runde  Kiste,  rechts  ein  Kästchen  mit  Füssen 
in  Form  eines  Hauses 

Die  Frau  steht  in  der  Haltung  der  vatikani- 
schen Pudicitia  (Helbig,  Führer  I*,  Nr.  8)  da, 
nur  dass  der  Iteliefarbeiter  das  Motiv  verdorben 
hat,  indem  er  im  Oberkörper  die  Bewegung  um- 
kehrte, sodass  sich  nun  der  linke  Ellenbogen  und 
die  rechte  Hand  verkehrterweise  auf  die  Hüfte 
des  .Spielbeins,  statt  des  Standbeins  stützen. 

Vortreffliche  sorgfältige  hellenistische  Arbeit. 
Man  beachte  das  Durchscheinen  des  Unterge- 
wandes an  der  rechten  Seite  des  Unterkörpers. 

(Bull  e.) 

Smyrna. 

Sammlung  Gaudin. 

1351  und  1352  Kopf  des  Tiberius.  Hoch 
0,27  m.  Feinkörniger  Marmor. 

Das  charakteristische  Profil  mit  der  steil  an- 


00 


steigenden  Stirn,  der  stark  gebogenen  Nase,  die 
noch  im  Ansatz  kenntlich  ist,  dem  zurücktreten- 
den Mund  und  dem  energischen  Kinn  lässt  un- 
schwer den  Tiberius  erkennen,  dem  auch  die 
Frisur  mit  den  tief  einschneidenden,  spitzen 
Winkeln  zu  beiden  Seiten  der  Stirn  eigen  ist. 
Dieselben  Merkmale  zeigt  am  besten  der  in 
Gortyn  gefundene  Kopf  desselben  Kaisers  (Ameri- 
can Journal  1897,  Taf.  12,2),  obgleich  der  Smyr- 
naer Kopf  den  Tiberius  im  vorgerückteren  Alter 
dai  stellt.  Die  Züge  sind  schärfer  geworden,  der 
Ausdruck  finsterer  Auffallend  ist  der  Pinienkranz, 
den  ich  sonst  bei  keinem  römischen  Kaiser  nacli- 
w eisen  kann.  Wahrscheinlich  bezieht  er  sich 
auf  den  Kult  eines  Gottes,  vielleicht  des  Liber, 
als  dessen  Vertreter  oder  Priester  der  Kaiser 
dargestellt  ist.  Die  Arbeit  des  Kopfes  ist  sehr  gut. 

(S  i e v e k i n g ) 

Konstantinopel. 

Kunsthandel. 

1353-  Statuette  der  Aphrodite.  Hoch 
0,00 m.  Aus  Kyzikos.  Ich  habe  das  Original  selbst 
nicht  gesehen,  soudern  besitze  nur  eine  Photo- 
graphie des  Stückes,  nach  welcher  unsre  Auf- 
nahme hergcstellt  worden  ist.  Repliken,  beide  mit 
modernem  Kopf,  in  der  Sala  ottagona  des  Con- 
servatorenpalastcs  und  in  der  Galleria  dei  Cande- 
labri  des  Valieans  (Clarac  752,  1830;  Bernoulli 
Aphrodite,  p.  168);  eine  ähnliche  Statuette  auch 
im  Antiquarium  der  Münrhner  neuen  Pinakothek. 

Im  Motiv  erinnert  die  Figur  auffallend  an 
die  Münchner  Statue  Alexanders  des  Grossen. 

(A  r n d t.) 

Rom. 

Palazzo  Aldobrandini. 

1354.  Statue  des  Zous(?).  Matz-Duhn 
n°  17.  Hoch  ca.  1,8»  m.  Qrosskrystallinischer 
gelblicher  Marmor  Ergänzt:  Kopf  und  Arm*. 
Die  Beine  sind  mit  Stamm  und  Tieren  summt 
Plinthc  aus  einem  Stück  und  setzen  an  den  Torso 
mit  Schnitt  an.  Da  die  Statue  zu  lange  im 
J Freien  gestanden  hat,  ist  aus  dem  Erhaltungs- 
zustand der  Oberfläche  nicht  mehr  zu  schliessen, 
ob  die  Beine  otc.  antik  oder  modern  sind. 
Gegen  den  antiken  Ursprung  spricht  die 
plumpe  Form  der  Beine,  die  linkische,  ganz  un- 
antike Stellung  der  Füsso  und  die,  meines  Wissens, 
sinnlose  Zusammenstellung  der  Tiere  (Winckel- 
tnann's  Erklärungen  in  den  Denkmalen,  p.  297 
des  VII.  Bandes  der  Donaueschinger  Ausgabe. 

I und  im  .Versuch  einer  Allegorie*  § G9,  p.  7,  im 


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61 


Rom. 


62 


IX.  Bande  derselben  Ausgabe,  sind  gleich  unan- 
nehmbar). Auch  müsst«  bei  so  starker  Hebung 
der  r.  Ferse  die  1.  Hüfte  weiter  heraustreten.  Für 
den  antiken  Ursprung  spricht,  dass  beide  Teile 
der  Statue  aus  demselben  Marmor  gearbeitet  sind. 
Auch  scheint  aus  Winckelmann  hervorzugehen, 
dass  in  der  Villa  Borgheso  eine  Replik  der  Statue 
mit  dem  gleichen  Beiwerk  war.  Der  Torso  copiert 
in  sehr  flauer  Weise  ein  Werk  des  5.  Jahr- 
hunderts. (Amelung.) 

1355.  Statue  des  Dionysos.  Visconti, 
Villa  Miollis,  p.  35  f , n°  135;  Matz-Duhn  n°364. 
Hoch  1,99  m (mit  Plinthe).  Kleinkryst&llinischer, 
hellgrauer  Marmor.  Ergänzt:  halbe  Nase,  grosses 
Stück  im  Hals  über  der  r.  Schulter,  freistehende 
Locke  auf  dieser  Seite,  r.  Arm  mit  Hand,  Schulter 
und  Flanke,  1.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarmes 
an  mit  Hand  und  Stamm,  beide  Beine  von  der 
Mitte  der  Oberschenkel  abwärts  mit  Füssen  und 
Plinthe.  Der  Kopf  war  gebrochen. 

Die  Deutung  der  Figur  ist  gegeben  durch 
die  Bekrfinzung  des  Kopfes  mit  Epheu.  Die  rechte 
Hand  ruhte  auf  dem  Kopfe;  Reste  der  Finger 
haben  sich  auf  dem  Schädel  erhalten.  Das  Ende 
der  Cldamys  muss  uin  den  I.  Arm  geschlungen 
gewesen  sein.  An  der  Rückseito  der  1.  Flanke  hat 
sich  die  r.  Hand  einer  kleinen  Figur  erhalten, 
die  also  einst  an  Stelle  des  Stammes  gestanden 
haben  muss  und  auf  die  sich  der  Gott  lehnte;  nur 
Satyr  oder  Eros  können  in  Betracht  kommen. 
Vgl.  die  Zusammenstellungen  analoger  Gruppen 
bei  Clarac  690—4  und  S.  Kein  ach,  Repertoire 
II,  p.  129 — 32.  In  der  Figur  des  Dionysos  ist  ein 
Original  der  attischen  Kunst  nachgeahmt  Die 
Arbeit  ist  gering;  in  den  Haaren  ist  jedes  De- 
tail vernachlässigt.  (Amelung.) 

Rom. 

Privatbesitz. 

Via  Nazionale  184.*) 

1356—57.  Statue  der  Artemis.  Hoch 
1,45  ru.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt: 
Nase  mit  Oberlippe,  Flicken  in  der  r.  Wnnge, 
Armo  (der  r.  in  mehreren  Stücken)  mit  Händen, 
frei  flatternde  Teile  der  Gewandung,  Köcher, 
Unterschenkel  mit  Füssen,  fast  der  ganze  Stamm, 
Plinthe.  Der  Kopf  war  gebrochen.  Ein  Flicken 
auf  dem  Scheitel  eingesetzt.  Viele  kleine  Ver- 
letzungen. Augensterne  und  Pupillen  angegeben, 

•)  Das  Hau«  ist  auf  deiiiCiruad  and  Boden  der  Bospi- 
Kliosl  Kchaut  Ob  die  Figur  au«  dem  Besitz  der  Familie 
»lamme,  habe  ich  nicht  ermitteln  können.  Bei  llatz- 
Dulm  ist  sie  nicht  verzeichnet. 


wodurch  die  Ausführung  der  Figur  in  anto- 
ninischer  Zeit  fixiert  wird. 

Die  Göttin  eilt  nach  ihrer  Rechton,  den  Kopf 
lebhaft  nach  der  anderen  Seite  gewendet  Sie 
trägt  einen  kurzen,  ringsum  geschlossenen  Peplos, 
dessen  Gürtel  von  dein  Mantel  verdeckt  ist,  der 
um  die  Taille  geschlungen,  im  Rücken  kreuzweis 
gelegt  und  dann  beiderseits  Uber  die  Schultern 
geschlagen  ist;  die  beiden  Zipfel  sind  an  den 
Seiton  durch  den  die  Taille  umschliessenden  Teil 
gezogen  und  flattern  zurück.  Das  umsäumte 
Köcherband  überquert  die  Brust.  In  der  Er- 
gänzung der  Füsse  mit  Jagdstiefeln  und  der  der 
Arme  — der  1.  ist  mit  einem  Teil  des  Bogens  vor- 
gestreckt und  gesenkt,  der  r.  zum  Köcher  er- 
hoben — ist  sicher  das  Richtige  getroffen  worden. 
Die  Haare  sind  vorn  gescheitelt;  dann  ist  neben 
den  Schläfen  je  eine  breite  Strähne  aufgenommen, 
und  oben  sind  boide  verknotet  (die  Lockenenden 
jederseits  abgebrochen);  am  Hinterkopf  sind  die 
Haare  ebenfalls  gescheitelt  und  abwärts  gekämmt, 
bis  sie  unten  von  horizontal  verlaufenden  Strähnen 
überschnitten  werden,  die  von  den  Ohren  aus- 
gehen; hinten  wird  Alles  von  einem  Band  zu- 
sammengehalten und  bildet  dann  einen  kleinen 
abstehenden  Schopf  lebhaft  geringelter  Locken. 
Die  ganze  Stirn  ist  umsäumt  von  einer  Reihe 
kleiner,  enganliegender  Löckchen,  eine  zierliche 
Modetracht,  die  dem  Wesen  der  Jägerin  ent- 
schieden widerspricht  und  deshalb  wohl  erst  vom 
Kopisten  zugefügt  ist.  Thatsächlich  findet  sich 
die  gleiche  Löckchenreihe  bei  römischen  Porträts, 
die  allerdings  aus  dem  1.  Jahrh.  n.  Chr.  stammen 
(Bernoulli,  Röm.  Ikonographie  II,  1,  T.  XIX  und 
Fig.  32).  Fraglich  ist  es,  ob  an  der  Stelle,  wo 
auf  dem  Scheitel  ein  Flicken  eingesetzt  ist,  einst 
die  Mondsichel  befestigt  war.  Jedenfalls  würde 
auch  sie  ein  Zusatz  des  Kopiston  gewesen  sein. 

Zu  der  Frisur  vergleiche  Klein,  Prazitolische 
Studien  p.  16  ff.  In  der  dort  gegebenen  Ent- 
wicklungsreihe würde  die  Artemis  ihron  Platz 
zwischen  dem  Bostonor  Knaben  (oder  der 
Wiener  Kore)  und  der  mediceisclien  Venus 
Anden.  Am  ähnlichsten  sind  die  Haartrachten 
jenes  Knaben  (a.  a.  0.  p.  1 ff  ) und  des  Apollon 
im  Pal.  Vecchio  (Amelung,  Antiken  in  Florenz 
No.  2).  Selbstverständlich  ist  damit  noch  kein 
Anhalt  für  stilistische  Zusammenhänge,  sondern 
nur  für  die  Datierung  des  Stückes  gegeben,  das 
man  auch  nach  anderen  Indicten  zweifellos  auf 
ein  Original  aus  der  Mitte  des  4.  Jahrh.  v.  Chr. 
zurückführen  würde.  Dagegen  wüsste  ich  zu- 
nächst kein  Werk  zu  nennen,  mit  dem  die  Artemis 


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63 


Rom.  Genua. 


64 


so  nahe  Verwandtschaft  verbände,  dass  man  beide 
demselben  Künstler  znschreiben  könnte.  Nur  der 
Kunstkreis  im  Allgemeinen  dürfte  nach  der  be- 
sonderen Art  der  Gewandbehandlung  za  be- 
stimmen sein,  die  durch  das  flächenhafte  Anliegen 
ganzer  Partieen  an  den  Körper  und  die  tiefo 
Einhöhlung  der  dazwischen  liegenden  Falten  an 
zwei  andere  Darstellungen  derselben  Göttin  er* 
innert:  die  Artemis  von  Gabii  in  München  (Furt, 
wängler,  Beschreibung,  n°  214)  und  eine  Statue 
in  Stockholm  (Photographie  LAgreliun  n°  15).  Sie 
alle  entstammen  augenscheinlich  einem  Zweige 
jener  eigenartigen  Schule,  von  der  wir  zwei 
Künstler  — Paionios  aus  dem  5.  und  Timotheos 
aus  dem  4.  Jahrhundert  — mit  Bestimmtheit 
nennen  können. 

Das  Original  wird  man  sich  lieber  in  Bronze 
als  in  Marmor  denken.  Die  Arbeit  des  Exem- 
plares  ist  sehr  gering;  doch  ist  der  erfreuliche 
Eindruck  dos  Ganzen  geblieben,  ln  der  That 
wüsste  ich  keine  andere  Darstellung  der  Artemis 
— die  berühmte  Artemis  von  Versailles  nicht  aus- 
geschlossen — , in  der  die  Bewegung  des  stür- 
mischen Laufes  und  das  jugendlich  lebhafte 
Temperament  der  Jägerin  mit  so  frischer  Energie 
und  Anmut  zugleich  zum  Ausdruck  gebracht  wäre, 
wie  hier.  (AmelungJ 

Genua. 

Palazzo  reale. 

1358  und  1359.  Kopf  eines  Dioskaren(?). 
Er  stellt  im  Garten,  rechts  hinter  dem  grossen 
Gitter.  Weisscr  (pcntelischer)  Marmor.  H mit  Hals 
0,41  m.  Gesichtslänge  0,21m.  Haar  und  Nase  stark 
verwittert,  Ohren  bestossen,  sonst  unversehrt. 
Büste  modern.  Hals  zum  Einsetzen  in  eine  Statue 
hergerichtet.  Oben  in  der  Mitte  des  Kopfes  ein 
laich  von  3 — 3*  . cm  Durchmesser  und  mindestens 
2'/t  cm  ehemaliger  Tiefe  (Bänder  ausgesplittert), 
das  unten  etwas  breiter  wird.  Hier  war  also  ein 
Gegenstand  befestigt. 

Sehr  starker  Hals.  Kopf  ein  wenig  hinten- 
über geworfen,  nach  links  oben  gewendet.  Im 
Haar  gedrehte  Binde  Die  Deutung  hängt  davon 
ab,  was  man  in  dem  oben  besprochenen  I.ocbe 
auf  dem  Kopfe  voraussetzt.  Ich  finde  nichts  näher 
liegendes  als  einen  Stern  aus  Bronze,  wie  ihn 
die  Dioskuren  als  Götter  der  Seefahrer  tragen 
(Roscher,  Lexikon  I,  Sp.  1171,  0-  Der  Typus  des 
athletischen  Jllnglingskopfes  passt  vorzüglich  zu 
dieser  Deutung,  ebenso  der  aufwärts  gewendete 
Blick.  Vgl.  die  Dioskurentypen  Keinach,  Rep.  II, 
109;  110.  Das  Kehlen  des  Kilos  ist  kein  durch- 


schlagender Einwand  gegen  die  Deutung,  da  dieser 
erst  ein  spätes,  der  Stern  dagegen  ein  frühes 
Attribut  der  Dioskurcn  ist  (vgl.  Roscher  a.  a.  0 ). 
Endlich  passt  es  sehr  gnt  (da  der  Kopf  schwer- 
; lieh  von  anderswoher  gebracht  ist),  in  einer  alten 
Seestadt  ein  so  gutes  Bild  der  seefahrtsebützendeu 
I Dioskurcn  zu  finden. 

Der  Kopf  erinnert  an  den  Hermes  von  An- 
dros,  namentlich  in  der  Anlage  des  Haares  Uber 
der  Stirn,  wo  über  der  linken  und  rechten  Schläfe 
die  Locken  fast  direkt  übereinstimmen.  Auch  in 
■ den  übrigen  Teilen  ist  der  Charakter  des  Haares 
verwandt.  Die  Angcnbildung.  namentlich  die 
starke  Rundung  der  Augäpfel  erinnern  an  Sko- 
pasisehes.  Im  Gesicht  ist  der  Kopf  jedoch  evi- 
dent jünger.  Wir  haben  hier  die  Weiterbildung 
eines  Typus  des  4 Jahrhunderts  in  hellenistischem 
Geschmacke  (vgl.  zu  den  vollen  runden  Wangen 
und  dem  kleinen  Munde  etwa  die  Köpfe  des 
Damophon  . 

Die  Arbeit  ist  ausgezeichnet.  Es  ist  keines- 
falls gewöhnliche  römische  Kopistenarbeit.  Das 
Haar  ist  in  der  duftigen  lockeren  Manier  ange- 
legt, wie  sie  zuerst  im  4 Jahrhundert  aufknmmt 
Vortrefflich  sind  die  Partien  um  die  Augen, 
namentlich  am  unteren  Augenlid , das  ohne  jede 
Härte  nach  aussen  iiin  verfiiesat  Auch  die  weichen 
Ränder  der  Lippen  und  vor  allem  die  Mundwinkel, 
an  deren  Leblosigkeit  sich  sonst  der  Kopist  am 
ehesten  zu  verraten  pflegt,  zeugen  von  einer 
empfindenden  Hand.  Ich  stehe  nicht  an,  hier  ein 
griechisches  Original  etwa  des  3.  Jahrh. 
v.  Chr.  zu  sehen.  (Die  unmittelbare  Wirkung  der 
Schönheit  des  Kopfes  wird  auf  unserer  Aufnahme 
durch  die  schiefsitxcude  moderne  Büste  etwas 
gestört.  Man  decke  sie  auf  den  Photographien 
mit  Tusche  oder  Tinte  ab,  da  es  leider  an  der 
Negativplatte  nicht  mehr  möglich  isL)  (Bull  e.) 

1360.  Replik  des  sog.  Narkissos  Neu: 
Kopf,  Unterarme,  Unterschenkel,  Stamm  und 
Piinthe  Hinten  ist  die  rechte  Hand,  die  einen 
Apfel  umschliesst,  erhalten.  Gute  Arbeit.  Er- 
wähnt von  Furtwängler , Meisterwerke,  p.  483, 
Amu.  3,  i.  Abg.  hei  Reinach,  repertoire  102,  8. 

(A  r n d t.) 

1361.  Wiederholung  der  sog.  Liberi 

der  Münchner  Glyptothek:  Krunn,  Be- 

schreibung Nr.  112;  Furtwängler,  Beechr.  Nr.  236, 
wo  die  Figur  .Nymphe“  genannt  ist.  — Weitere 
Wiederholungen:  Sog.  Aphrodite  mit  dem 
Schwert  ans  Epidanros,  vgl.  Arndt,  E-A. 
629  , 630;  Statue  des  Palazzo  Pitti,  vgl. 
E-A.  822 


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65 


Genua. 


66 


Ergänzt:  Kopf,  1 Arm,  r.  Vorderarm.  Im 
ganzen  wohl  verstandene  und  scharfe  kopistische 
Arbeit,  weniger  breit  und  dekorativ  als  die 
des  Münchner  Exemplars. 

Unser  Interesse  für  den  Typus  wird  zwar 
durch  diese  neue,  nun  vierte  Replik  noch  erhöht, 
leider  aber  nicht  durch  neue  Gesichtspunkte  in 
einer  bestimmten  Richtung  weitergeführt.  Die 
Replik  zeigt,  wie  die  Münchner,  ein  Fellchen  um 
die  Brust,  das  auf  der  rechten  Schulter  zusammen- 
geknüpft ist-  Dieser  Variante  mit  Fell  steht  jene 
von  Epidauros  gegenüber  mit  Schwert  (bei  Furt- 
wängler  a.  a.  0.  heisst  es  kurzweg  ein  .Schwert- 
band*, während  thatsüchlich  ist:  ein  .Gurt  mit 
Schwert  daran,  dessen  oberstes  Ende,  separat  gear. 
beitet,  leider  verloren  ist*,)  und  als  drittejenedcs  Pa- 
lazzo I'itti,  frei  von  jeglichem  Attribut  um  die  Brust. 

Dürfen  wir  daraus,  dass  das  Fell  nunmehr 
zweimal  vertreten  ist,  folgern,  dass  diese  beiden 
Exemplare  in  diesem  Punkte  den  Archetypus 
wiedergeben?  Man  sollte  meinen.  Jedenfalls 
passt  das  Feil  ganz  wohl  an  die  betreffende 
Stelle  und  nicht  minder  auch  zu  dem  übrigen 
Habitus  der  Figur.  Andrerseits  scheue  ich  mich 
eine  Entscheidung  zu  fällen,  angesichts  der  That- 
sache,  dass  das  Exemplar  mit  Schwert  doch  vor 
den  anderen  das  bedeutendste  ist  und  das  Schwert 
au  sich,  als  das  .originellere  und  demonstrativere*, 
ich  setze  noch  bei,  gegensätzlichere  Attribut,  mir 
houte  wie  früher  (vgl.  Vcrhandl.  d.  41.  Philol. 
Versamml.  1891,  p.  246  ff.)  besser  gefallen  will 
als  ein  Fellchen. 

Zu  dem  Fellchen  der  Münchner  Statue  äussert 
sich  Brnnn  a.a  0.:  »Ausserdem  ist  über  das  Unter- 
gewand nach  Art  einer  Nebris  ein  Fell  geknüpft, 
das,  obwohl  an  der  Kopfhaut  etwas  beschädigt, 
doch  ziemlich  sicher  als  das  Fell  eines  Ferkels 
bestimmt  werden  kann*.  Bei  Furtwängler  a.  a 0. 
ist  das  schon  nicht  mehr  nur  .ziemlich  sicher*, 
sondern  schlechtweg  .sicher*,  wiewohl  dieses 
Urteil  von  ihm  so  wenig,  als  seiner  Zeit  von 
Brunn  eigens  begründet  ist.  Ich  meinerseits  bin 
nach  wie  vor  der  Ansicht,  das  Fell  bedeute  nichts 
anderes  als  eine  Nebris ; dies  geht  teils  aus  der 
Tracht,  teils  daraus  hervor,  dass  das  Fell  nicht 
eindeutig  als  Ferkelhaut  charakterisiert  ist-,  und 
schliesslich  ist  allein  das  schon  entscheidend,  dass 
die  Sehenkeldecken  weit  länger  sind  als  es  je  bei 
einer  Ferkelhaut  möglich  wäre.  Das  neue,  ge- 
nauere Exemplar  hebt  vollends  jeden  Zweifel, 
wie  er  allerdings  infolge  der  Zeichnung  des  eigen- 
tümlich verdrehten  Ohres  an  dem  Münchner 
Exemplar  wohl  einmal  auftauchen  konnte.  Das 


Ohr  sitzt  ganz  anders  und  ist  auch  anders  geformt, 
kürzer  und  spitz,  und  das  Gesicht  ist  deutlich 
nicht  das  eines  Ferkels,  sondern  das  eine«  Rehes 
oder  gattungsverwandten  Tieres. 

Zur  Deutung  des  Typus  bringt  die  neue 
Roplik  also  kaum  ein  Neues  bei;  sie  bekräftigt  nur, 
was  ich  ehedem  schon  als  das  Wahrscheinlichste 
zeichnet  habe,  dass  der  Urtypus  ein  .bakchisches 
Wesen*  dargcstellt  haben  werde.  Dagegen  dürfte 
sie  auch  an  ihrem  Teile  wohl  dazu  beitragen, 
einer  richtigeren  Ansicht  Uber  die  Entstehungs- 
zeit der  Schöpfung  den  W’eg  zu  bahnen.  Die 
Proportionen  sind  hier  vielleicht  noch  entschie- 
dener, als  in  den  anderen  Exemplaren,  jene  des 
4.  Jahrh , nicht  die  breiteren,  noch  etwas  unter- 
setzten, die  wir  an  gesicherten  Rundwerken  des 
5.,  ja  zum  Teil  noch  vom  Anfang  des  4.  Jahr- 
hunderts antreffen.  Dass  die  sog.  nasse  Be- 
handlung des  Chiton  in  der  Epoche  des  pelo- 
ponnesischen  Krieges  zwar  nicht,  wie  Furtw.  a.  a. 
0.  sich  ausdrUckt,  .herrschte*,  aber  wohl  bekannt 
war,  das  weiss  man  allerdings.  Aber  niemand 
auch  wird  .die  Manier*  auf  die  Epoche  des  pelo- 
ponnesischen  Krieges  beschränken  wollen. 
Ich  linde  in  solchen  Beweisführungen,  die  sich 
auf  ein  Motiv  stützen,  andere  ausser  Acht  lassen, 
nur  die  Nachwirkung  jener  Hypothese,  die  in  der 
sog.  Venus  Genetrix  nun  einmal  die  Schöpfung 
eines  Alkamenes  erkennen  will,  (Flasch.) 

1362—1364.  J ünglingsstatue.  Neu:  Arme, 
Unterbeine,  Stamm  und  Plinthe.  Der  Torso,  von 
guter  Arbeit,  hat  ein  praxitelisches  Bewegungs- 
motiv. Am  Kopfe,  der  mit  Schnitt  aufsit/.t,  sind, 
ausser  Kleinigkeiten,  Nase,  Kinn  und  die  Haare 
über  der  Stirn  ergänzt.  (Arndt.) 

1363.  Dionysos  (?)  torso.  Halsgrube  bis 
Scham  0,41  m,  bis  Nabel  0,295  tn,  Brustwarzen- 
abstand 0,19  m.  Neu:  Kopf*),  Arme,  I.  Bein 

fast  ganz,  r.  Bein  von  oberhalb  des  Kniees  ab, 
Stamm,  Plinthe  Schulterlocken.  Massige  Arbeit 
von  schlechter  Erhaltung,  nach  einem  Vorbilde 
spät-praxitclischer  Zeit.  (Arndt.) 

Genua. 

Palazzo  bianco. 

1366.  Weibliche  Gcwandstatuc.  In  der 
Vurhallc  des  1.  Stocks,  Nr.  10;  Inventamummor 
496.  .Collezione  Varni;  proveniente  da  Verona*. 
Es  fehlen:  Kopf,  1.  Unterarm,  r.  Arm  mit  Schulter, 
FUsse.  Gewöhnliche  Arbeit.  Ende  des  5.  Jahr- 
hunderts; vgl.  Amelung.  Basis  des  Praxiteles  aus 
Mantinca,  p 54,  Fig.  28.  (Arndt.) 

•)  Nach  Bulle  alt,  ab«r  nicht  zugehörig 


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Genua. 


t!8 


67 


1367.  Silcnsstatuette.  Saal 9 des  1. Stocks, 
Nr.  54;  Inventarnummer  1315.  Neu:  Kopf,  Arme, 
Unterbeinc,  Plinthe.  Reste  des  Bartes  und 
der  gedrehten  Schultcrlockcn  auf  der  Brust. 
Chlamys  über  dem  linken  Oberarm.  Das  Haar  des 
Nackenschopfes  in  troppenförmiger  Abstufung 
stilisiert.  Typus  des  alten  feisten  Schlemmers. 
Nette  Arbeit. 

(Arnd  t.) 

1368  und  1369.  Kopf  einer  römischen 
Fürstin.  1 Stock,  Vorhalle,  No.  19 C.  Inventar- 
nummer 612.  Aus  Luni,  zusammen  mit  einem  am 
gleichen  Orte  (Nr.  IS  E,  Inv.  509)  aufgostcllten 
Augustuskopfe  ganz  hübscher  Arbeit  gefunden. 
Es  fehlen : die  Nase,  ein  Stück  des  Diadems  links 
und  der  linke  Hinterkopf.  Das  Fleisch  ist  leider 
stark  geputzt.  Der  Kopf  stammt  wohl  von  einer 
Statue.  Die  geknotete  Wollbinde  unter  dem 
Diadem  charakterisiert  die  Dargestelltc  als  Prie- 
sterin (vgl  Furtwängler,  Meisterwerke  p.  557  (.). 
Das  Haar  ist  hinten  in  einen  Nackcnschopf  zu- 
sammengefasst.  Die  Fundumstände  sprechen  dafür, 
dass  I. ivia  dargestellt  ist.  Beider  ist  die  Erhaltung 
des  Kopfes  zu  ungünstig,  als  dass  man  weitere 
Folgerungen  für  die  noch  immer  dunkle  lkono- 
graph:e  dieser  Kaiserin  ans  ihm  ziehen  könnte. 

(Arndt) 

1370.  Marmorrelief.  Ehemals  an  einer 
Kirche  in  Molaasana  bei  Genna  im  Tlialc  des 
Bisagon  eingemauert.  Im  Museum  jetzt  wieder 
eingemauert,  sodass  die  Ränder  nicht  genau  zu 
untersuchen  sind.  Oben,  rechts  und  links  ist 
glatter  Schnitt,  und  zwar,  wie  mir  schien,  antiken 
Ursprungs.  Jedoch  muss  links  wegen  der  Dar- 
stellung jedenfalls  noch  eine  Platte  augestossen 
sein  Unten  Beizte.  Die  ehemalige  Bestimmung  dis 
Reliefs  ist  nicht  ganz  sicher  erkennbar.  Jeden- 
falls gehört  es  nicht  zu  einem  Sarkophag.  Wahr- 
scheinlich war  es  Wandschmuck.  H.  0,735  m. 
Br.  0.45  m. 

Athens  auf  einem  Felsen  nach  links,  ohne 
Ägis.  aber  mit  Helm,  Banze,  Schild.  Sie  blickt 
abwärts  und  macht  mit  der  Hand  eine  abwehrende 
Bewegung.  Binks  vor  ihr  muss  also  etwas  vor 
sich  gegangen  sein.  Man  würde  an  Harsyas  mit 
den  Flöten  denken,  wenn  nicht  der  Satyr  hinter 
ihr  bereits  Flöten  hielte.  Also  handelt  cs  sich 
vielleicht  um  den  Wettstreit  des  Marsyas  mit  Apoll, 
bei  dem  Athens  auf  Sarkophagen  stets  zugegen  ist, 
allerdings  in  der  Regel  stehend  (vgl.  die  Zusammen- 
stellung dieser  Sarkophage  bei  Michaelis,  Ann.  d 
J.  1858,  S.  325  Hg.'.  Dem  Athenatypus  liegt  ein 
hellenistisches  Vorbild  zu  Grunde;  vgl.  die  Athena 


der  grossen  Schale  bei  Holzer,  Hildesheimer 
Silberfund,  Tafel  1. 

Hinter  Athena  ein  spitxohriger,  jugendlicher 
Satyr  in  Fellgewand,  ebenfalls  nach  links  blickend, 
in  tänzelndem  Schritt.  Er  hält  in  jeder  Hand 
eine  sehr  lange  Flöte,  an  deren  unterem  Ende 
je  sechs  kleine  glockenförmige  Schalltrichter  mit 
langen,  etwas  gebogenen  Griffstücken  zu  sehen 
sind  (z.  T.  abgebrochen).  Diese  Art  von  Flöte 
kommt  auf  Denkmälern  häufig  vor,  aber 
erst  in  römischer  Zeit  (vgl.  Jan  in  Baumeisters 
Dkm.  I,  S.  557,  F'g.  594  f.  Weitere  Beispiele 
Athen.  Mitt  II,  1877,  8.  340.  Mon.  d.  J 1858, 
Taf.  18). 

Von  besonderem  Interesse  ist  das  Gebäude 
hinter  den  beiden  F'iguren.  Es  besteht  aus  vier 
korinthischen  Pfeilern,  die  mit  Rundbogen  über- 
spannt sind;  darüber  erhebt  sich  ein  Zeltdach 
mit  blütenförmiger  Krönung.  Obwohl  die  Basen 
der  Pfeiler  alle  auf  derselben  Binie  (einer  erhöhten 
Stufe)  stehen,  ist  der  Grundriss  des  Baues  wohl 
so  zu  verstehen,  dass  die  Pfeiler  im  Quadrat  an- 
geordnet sind,  und  dass  wir  dem  vordersten,  gross 
dargestellten  Rogen  so  gegenüberstehen,  dass  die 
anderen  drei  Bogen  unter  ihm  sichtbar  werden, 
allerdings  mit  Vernachlässigung  der  Verkürzung 
der  beiden  seitlichen  Bogen.  Unten  ist  die  Per- 
spektive völlig  vernachlässigt,  indem  kein  Ver- 
such gemacht  ist,  die  mittleren  Pfeiler  zurück- 
treten zu  lassen.  Das  Sacellum  scheint  leer.  Ein 
jenseits  stehender  Ölbaum  streckt  einen  Ast  durch 
die  linke  vordere  Ecke  des  Gebäudes  nach  vorne, 
ein  von  Reliefbildern,  Stnckreliefs  und  Wand- 
gemälden hellenistischer  Art  bekanntes  Motiv. 
Wir  haben  hier  eines  der  ganz  seltenen  Beispiele 
aus  der  Antike,  wo  Bogen  unmittelbar  auf 
Pfeiler  gesetzt  sind.  Und  überhaupt  er- 
scheint mir  dies  eigenartige  kleine  Gebäude,  das 
sicher  kein  Phantasieprodukt  des  Reliefkünstlers 
ist,  für  die  Geschichte  der  spätrömischen  Archi- 
tektur von  einigur  Bedeutung. 

Die  Datierung  ergiebt  sich  aus  technischen 
Anzeichen,  der  sichtbaren  Anwendung  von  Bohr- 
löchern (an  Haar,  Augen,  Mund  der  Figuren)  und 
der  sorgfältigen  Glättung  der  Oberfläche;  danach 
etwa  2.  Hälfte  des  2.  Jahrh.  n Uhr.  oder  später. 
Der  au  kleinen  Einzelformen  reiche,  im  Ganzen 
etwas  unruhig  und  zerfetzt  wirkende  Stil  ähnelt 
dem  einer  Gattung  späterer  Sarkophage  (Ann. 
d J 1863,  Taf.  80,  1.  Brunn- Bruckmann  Dkm 
Taf.  490),  die  mit  ihrer  pretiösen  Eleganz  und 
ihrer  lebhaften  unruhigen  Gesamtwirkung  etwas 
ltokok  oartiges  haben.  (Bulle) 


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(59 


('•«nun.  lldinc. 


70 


Genua. 

Villa  Gruber 

(Corso  Magenta). 

1371.  BärtigerSatyr  Brunnenfigur.  Weisscr 
Marmor.  H.  des  Erhaltenen  0,50  m.  Unterschenkel 
ergänzt-  Etwas  verwittert. 

Kr  befindet  sich  in  einem  drehenden  Tanz- 
schritt. In  der  gesenkten  Rechten  ein  Kantharos, 
aus  dem  ehemals  Wasser  floss  Der  linke  Arm 
war  hoch  erhoben  und  hielt  nach  Ausweis  der 
Repliken  einen  Schlauch.  Fell,  vor  der  Brust  ge- 
knüpft, im  Rücken  herabhängend.  Im  Haar  Piuien- 
kranz  mit  Früchten.  Viel  Bohrarbeit.  Dekorative 
Figur  etwa  des  2 Jahrh.  n.  Ohr. 

Es  giebt  drei  Repliken,  die  jedoch  in  Einzel- 
heiten verschieden  sind. 

1.  Nr.  1371. 

2.  Bronzestatuette.  II.  10  inches.  Abg.  imCatal. 
of  the  Furnuui  Collection  of  antiquities  I (Lon- 
don 1399,  Sotheby.  Wilkinson  and  Hodge.  Text 
von  Cccll  Smith),  Taf.  6,  Nr.  83.  Linker  Arm 
mit  Schlauch  erhalten.  Abweichungen:  kein  Fell, 
Fackel  statt  Kantharos  in  der  Rechten 

3 Marmorstatuette  in  Karlsruhe,  unten  Nr.  1438. 
Abweichungen:  kein  Fell,  der  r Arm  ging  weiter 
vom  Körper  ab , Haar  etwas  anders.  Vorzügliche 
ArbeiL  Das  Motiv  des  Tanzes  viel  deutlicher. 

Lehrreiches  Beispiel  für  Abwandlung  eines 
Motivs  zu  verschiedenen  dekorativen  Zwecken. 
Nr.  1 durch  den  Kantharos  zu  einer  Brunnenfigur 
gemacht.  Nr.  3 schwerlich  Brunnenfigur.  Nr.  2 
auf  die  halbe  Höhe  für  Bronze  verkleinert.  Bei  3 
wird  wegen  der  Armhaltung  wohl  auch  eine  Fackel 
in  der  R.  zu  ergänzen  sein.  Was  bei  dem  Urtypns 
das  ursprüngliche  war,  ist  nicht  festzustellen  Die 
Erfindung  geht  jedenfalls  auf  die  spätere  helle- 
nistische Zeit  zurück,  die  derartig  drehende  Be- 
wegungsmotive mit  besonderer  Liebe  auBgebildet 
hat.  Vgl.  Furtwängler,  Satyr  von  Pergamon, 
S.  12  fg.  Reinach,  Rfp.  II,  S.  137,  6-7;  138, 
1,  2;  139,  1,  10;  140,  1 fg.  (Bulle.) 

1372.  Stirnziegel  mit  Athena.  Marmor. 
H.  0,42  in.  Hinten  oben  flach  gerundet,  im  unteren 
Teil  nicht  sichtbar,  weil  eingemauert. 

Unten  Leiste.  Profilierte  Umrahmung,  oben 
halbrund.  Darin  eine  stehende  Athena  (langärm- 
liger  Chiton,  Aegis,  Mantel  doppelt  gelegt,  auf 
linker  Schulter  genestelt;  Schulterlocken:  Lanze, 
Schild)  Kopf  fehlt;  der  Hintergrund  für  eine 
moderne  verloren  gegangene  Restauration  herge- 
richtet. Dekorative  römische  Arbeit. 

Genau  übereinstimmend  mit  zwei  Stirn- 


ziegeln im  Lateranischen  Museum,  Benndorf  und 
Schöne  Nr.  456,  468,  Taf.  Vin,  3 a.  Zn  Grunde 
liegt  sicher  ein  statuarischer  Typus  der 
2.  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts,  den  aber  schon 
Benndorf  und  Schöne  vergeblich  in  erhaltenen 
Repliken  gesucht  haben  und  den  ich  gleichfalls 
nicht  nachzuweisen  vermag.  Seine  Auffindung 
wäre  jedoch  von  einiger  Bedeutung.  Denn  dieser 
Athenatypus  ist  offenbar  aufs  engste  verwandt 
mit  einer  Gruppe  von  Werken,  die  Furtwängler 
mit  Agorakritos  in  Verbindung  gebracht  hat  (Furt- 
wängler, Statuenkopien  I,  S 53),  namentlich  mit 
der  Karyatide  von  Mantua  und  ihren  Schwestern 
(Bulle,  Röm.  Mitt.  1894,  S.  153).  Der  durch  die 
Reliefs  bezeugte  Tvpns  würde  als  eine  etwas 
jüngere  Stufe  neben  die  Athena  mit  dem  Fellhelm 
in  Villa  Albanl  treten.  Eine  jüngere  Fortbildung 
bietet  die  kleine  Bronze  Reinach,  R4p.  II,  S.  276, 
4 (Turin).  (Bulle) 

Udine. 

Ehemalige  Sammlung  Cernazai.*) 

Vgl.  Arch.-epigr.  Mitt.  f.  Oesterreich  XVM  (1895), 
p 52  ff.  (Baukö  & Sticotti). 

1373  und  1374.  Jünglingskopf.  Jetzt 
in  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg.  Hoch  0,34  m. 
Feinkörniger  Marmor  Nase  fehlt,  Lippen  bestoasen. 
BankeV-Sticotti  S.  64,  Nr.  15 

In  der  Besprechung  des  Kopfes  daselbst  ist 
derselbe  mit  Recht  an  die  in  den  Kreis  des  Skopas 
gehörigen  Werke  angereiht  worden.  Doch  ist  die 
Anlehnung  an  dieselben  nur  eine  äusserliche.  Dio 
Unterstirn  ist  stark  hervortretend  gebildet,  die 
Augen  tiefliegend,  die  Haare  an  der  Stirn  empor- 
strebend, aber  das  gewaltige  innere  Leben  jener 
Schöpfungen  fehlt.  Feine  Arbeit.  (Sieveking.) 

1375—1377.  Doppelherme  des  Hermes 
und  Herakles.  Jetzt  in  der  Glyptothek  Ny- 
Uarlsberg.  Hoch  0,19  m.  Feinkörniger  Marmor. 
Bankö-Sticotti  S.  76,  Nr.  34.  Ergänzt  die  beiden 
Nasen. 

Dio  beiden  Köpfe  sind  Schöpfungen  eines 
römischen  Künstlers  nach  älteren  griechischen  Vor- 
bildern und  zwar  verschiedener  Zeiten.  Während 
sich  der  Herakles  deutlich  an  einen  Typus  des 
4.  Jahrh.  aus  der  Kunstrichtung  des  Skopas  an- 
lehnt, scheint  der  Hermes  einen  älteren  Typus 
wiedergeben  zu  wollen , wie  die  breite  Stirn, 
die  flachen  Augen,  das  volle  Untergesicht  und 
die  ziemlich  streng  angeordneten  Haare  zeigen. 

•)  Die  Sammlung  i»t  im  Ilcrbete  1900  versteigert 
worden, 


6 


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71  Udinc. 

Die  Arbeit  lat  unbedeutend  und  lasst  kaum  Schlüsse 
auf  die  Originale  zu.  (Sieveking) 

1378  und  1379.  Unbärtiger  männlicher 
Kopf.  Jetzt  im  römischen  Kunsthandei.  Hoch 
0,22  m.  Feinkörniger  Marmor.  Banco-Sticotti 
8.  75,  Nr.  33.  Nase  fehlt,  Lippen,  Kinn  und  Kopf- 
bedeckung bestossen. 

Der  Kopf  ist  eine  mittelmässige,  römische  Arbeit, 
geht  aber  auf  ein  griechisches  Original  des  5.  Jalirh. 
zurück.  Dasselbe  gehört  in  den  Kreis  der  von 
Furtwängler,  Meisterwerke  p.  134  ff.  der  Kunst- 
richtung des  Phidias  zugeschriebenen  Werke  und 
scheint  mir  dem  Pariser  Areskopf,  ebenda  Taf.  6 
stilistisch  nahe  zu  stehen.  Die  Kopfbedeckung 
ist  eine  phry gische  Mütze  mit  kreuzweise  suf- 
gebtindnen  Laschen  und  weist  auf  Paris  oder  einen 
Bogenschützen  hin ; für  Ganymed  sind  die  Züge  zu 
männlich.  Die  Haarbehandlung  zeigt  einige  Eigen- 
arten, so  die  halbmondförmige  Lorke  vor  den 
Ohren  und  cito  im  Nacken  unter  der  Kopfbedeckung 
herauskommeuden  Windungen.  Es  ist  fraglich, 
ob  dieselben  schon  dem  griechischen  Vorbild  zu- 
zusrhrcibrn  oder  nur  als  Kopistrnzuthat  aufzu- 
fassen sind.  (Sieveking} 

1380.  „Tote  nmahlrelief.*  Jetzt  im  Museum 
von  Aqulleja.  Hoch  ohne  den  Einlasszapfen  0,27  m. 
Breit  0,30  m.  Feinkörniger  Marmor.  Bankö-Sticotti 
p.  84,  Nr.  63.  Das  Relief,  dessen  wenige  Figuren 
geschickt  angeordnet  sind,  bietet  inhaltlich  nichts 
Neues.  Stilistisch  gehört  cs  in  das  4.  Jalirh.  und 
wird  attischen  Ursprungs  sein.  (8loveklng.) 

Trient 

Museo  tnunicipale. 

1381.  Relief  eines  Hermaphroditen. 
Weisser  Marmor.  Von  einer  dreiseitigen  Kande- 
klbcrbasis.  Oberfläche  schwach  verwittert.  Er- 
halten ist  der  mittlere  Teil,  H.  0.58  in.  Breite 
unten  auf  der  Seite  mit  dem  Hermaphroditen  0,16  m, 
auf  den  beiden  anderen  Seiten  0,39  in.  Ecken 
nbgeschrägt,  darauf  eine  dicke  Perlschnur.  Auf 
der  Oberseite  die  Ränder  rauh,  in  der  Mitte 
dreieckiges  l.orli  von  23  cm  Länge  an  jeder  Seite 
und  22  cm  Tiefe.  Darauf  wird  eine  profilierte 
Platte  und  der  anfgehende  Schaft  des  Kande- 
labers zu  ergänzen  sein;  unten  fehlt  ein  profiliertes 
Unterstück.  — Gefunden  in  der  (legend  „ai 
l’ara'ii.-i"  bei  Trient.  Früher  bei  einem  Mon- 
signore Zanella,  dem  wohl  die  Verstümmelung 
des  ehemals  grade  nach  vorn  stehenden  Gliedes  des 
Hermaphroditen  zuzuschreiben  ist. 

Der  Hermaphrodit,  über  Schultern  und  Armen 
ein  in  archaistischen  Schwalbenschwänzen  endi- 


TrienL  72 

gendes  Mäntelchen,  tänzelt  nach  rechts,  in  der 
erhobenen  Linken  einen  langen  Thyrsos,  in  der 
gesenkten  Rechten  einen  ln  strenger  Seitenansicht 
gegebenen  Klappspiegel  haltend,  in  welchem  er 
wohlgefällig  die  Rundungen  seiner  Rückseite  be- 
trachtet. Es  ist  offenbar  ein  bacchischcr  Tanz, 
in  welchen  eine  solche  Spiegeltour  eingelegt  ist. 
Auf  dem  Kopf  trägt  er  eine  Mütze  ohne  Rand, 
mit  umgelegter  Spitze.  Unten  an  der  Mütze  ein 
Kranz  von  kleinen  runden,  windenähnlirhen  Blumen. 
Darunter  umrahmt  welliges  Haar  Stirn  und 
Schläfen. 

Das  gut  gearbeitete  Relief  gehört  in  die 
Gattung  der  „Neu-attischen'*,  und  ist  das  beste 
Exemplar  eines  bereits  in  drei  oder  vier  unvoll- 
ständigen Repliken  erhaltenen  Typus.  Die  Repliken 
sind  Hauser,  Neu-attisebe  Reliefs,  S.  15,  Nr.  17 
(=  Gerhard,  Antike  Bildwerke  Taf.  45);  S.  39, 
Nr.  52  (=  Kiescritzky,  Ann  d I.  1882,  Taf.  W); 
Nr  53  (=  Kiescritzky,  Taf.  V);  Nr.  54.  Dasselbe 
Motiv  kommt  auch  in  kleinen  Bronzestatuetten 
vor,  Reinach,  R6p.  II,  S.  ! 76,  Nr.  1—5  (woselbst 
die  besseren  Abbildungen  und  die  Littrratur  nach- 
zusehen sind).  Am  nächsten  steht  unserem  Relief 
Reinach  Nr.  2,  dann  Nr.  3 (linker  Arm  am  Kopf). 
Beide  sind  für  relief massige  Profilaiwicht  gedacht 
Ebenso  auch  5,  das  in  der  Beiuhaltung  und  Haltung 
des  1.  Armes  etwas  abweicht.  Zu  Nr.  5 wird  von 
dem  Herausgeber  R.  von  Schneider  im  Areh. 
Anz  1892,  8 51,  Fig.  79  eine  ganz  entsprechende 
unedierte  kleine  Bronze  in  Neapel  beschrieben, 
die  zum  Aufheften  auf  einen  Hintergrund  her- 
gerirbtet  ist  (Rundplastisch  komponiert  nnd  auf 
Vorderansicht  berechnet  sind  dagegen  Reinach 
Nr.  1 und  4.  Doch  betrachtet  bei  Nr.  4 sicher, 
bei  Nr.  1 anscheinend  der  Hermaphrodit  nicht 
seine  Rückseite,  sondern  sein  Geeicht  und  Haar 
im  Spiegel,  sodass  diese  beiden  Figuren  bisher 
zu  Unrecht  mit  den  andern  in  eine  Reihe  gestellt 
worden  sind.) 

Es  kann  kein  Zweitel  sein,  dass  das  Motiv 
des  Spiegel  ns  der  Kehrseite  für  Relief  erfunden 
und  von  da  für  die  Kleinbronzen  übernommen  ist. 
Die  Erfindung  gehört  zusammen  mit  Motiven  wie 
dem  der  Aphrodite  Kallipygoa  und  namentlich  mit 
dem  Satyr,  der  sein  Schwänzchen  betrachtet  (Furt- 
wängler,  Glyptothek  Nr.  4ö6.  Helbig,  Führer*  I, 
Nr  377),  die  alle  hellenistischen  Ursprungs  und 
aus  der  Freude  an  starker  Verdrehung  de*  Körpers 
um  seine  Mittelachse  entstanden  sind 

Die  Ncbensoiten  der  Trieiitcr  Kandelabci  basis, 
die  Ich  wegen  schlechter  Beleuchtung  nicht 
photographieren  konnte,  zeigen  jederseits  einen 


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73 


Trient 


Satyr.  Rechts  vorn  Hermaphroditen : Satyr,  ithy- 
phallisch  (modern  verstümmelt),  nach  links  (vorne), 
steht  auf  den  Zehen  des  linken  Beins,  hebt  das  r.  Bein 
hoch  im  Tanzsprung;  die  gesenkte  L hält  ein 
Pedinn,  die  R.  ist  vor  dem  Kopf  ansgestreckt,  als 
wolle  er  auf  den  Hermaphroditen  eine  Attacke 
machen.  Links:  Satyr,  ithyphallisch  (verstümmelt), 
schreitet  auf  den  Zehenspitzen  nach  rechts  (vorne), 
die  rechte  Hand  mit  der  Handfläche  nach  unten 
hinter  sich  gestreckt,  die  Linke  dsuoxozeümv  Uber 
dem  Kopf,  als  schleiche  er  sich  ausschauend  und 
andere  zurilckweisend  an  den  Hermaphroditen 
heran.  Gesträubtes  Haar,  Spitzohren.  Beide  Neben- 
seiten sind  weniger  sorgfältig  als  die  Vorderseite. 
Auch  dio  grösseren  Maasse  der  Vorderseite  (siche 
oben)  lassen  schliessen,  dass  der  Kandelaber  mit 
der  Spitze  nach  hinten  an  eine  Wand  gestellt 
werden  und  das  Hermaphroditenrelief  die  Haupt- 
und  Vorderseite  sein  sollte.  (Balle.) 

1382  und  1383.  Mädchenfigur  als  Pfannen- 
griff. Bronze,  bellgrfln  patinierL  H.  0,18  in.  Sie 
legt  die  rechtwinkclig  erhobenen  Arme  an  ein 
Ansatzstück,  auf  das  Voluten  und  gespaltene  Pal- 
metten graviert  sind.  Hinten  ein  horizontales 
Ansatzstück,  das  auf  die  Rundung  des  Tigels 
Übergriff. 

Nackt  mit  Ausnahme  des  Schurzes  um  die 
Hüften,  der  vorne  spitz  zuläuft,  hinten  in  breiter 
Rundung  die  Glutäen  bedeckt.  Der  Schurz  ist 
mit  eingeschlagencn  Kreisen  versehen,  wie  in  der 
älteren  Kunst  häufig  zur  Bezeichnung  eines 
rauheren  Stoffes.  Das  Haar  fällt  in  breiter  Masse, 
die  sich  auch  auf  die  Schultern  hei  über  ausbreitet, 
in  den  Nacken  herab.  Unten  endigt  es  in  einen 
runden  Knauf. 

Die  Gestalt  ist  weiblich,  wie  die  Profilansicht 
der  Brust  ohne  Zweifel  zeigt,  obwohl  bisweilen 
auch  bei  Jilnglingsfiguren  dieser  Art  die  Brust- 
muskeln etwas  dick  und  rundlich  ausfallen.  Jedoch 
ist  die  hagere,  muskulöse  Bildung  des  Körpers 
sonst  durchaus  männlich;  es  sind  an  den  bekannten 
Jünglingstypus  einfach  weibliche  Brüste  angefügt, 
wie  es  die  reifere  archaische  Kunst,  die  den  nackten 
weiblichen  Körper  so  auffällig  vernachlässigt, 
auch  sonst  regelmässig  thut  (vergl.  die  Bronze- 
atatuette  der  Sammlung  Trau,  Arch.  epigr.  Mitt. 
aus  Oesterreich  H,  1878,  Taf.  8.  Attische  Tcrra- 
cotte  einer  liegenden  Krau  in  Berlin,  Arch.  Anz. 
1892,  S.  108,  Nr.  27.  Kino  grosse  vorzügliche 
Terracottafigur  desselben  Typus  auf  der  Stilstufe 
der  Aegineten  habe  ich  vor  einigen  Jahren  im 
Kunathandel  photographiert,  habe  jedoch  nicht 
die  Erlaubnis  zur  Publikation.) 


74 


Nackte  archaische  Frauenfigürchen  sind  ver- 
hältnismässig selten,  doch  hat  sich  das  Material 
seit  Kürtes  Behandlung  (Altgrichische  Statuette 
der  Aphrodite,  in  den  Arch.  Studien  für  H.  Brunn, 
1893,  S.  24  fg.)  ziemlich  vermehrt,  sodass  man 
die  Entwickelung  bis  zu  einem  gewissen  Grade 
überschauen  kann.  Es  ergiebt  eich  das  merk- 
würdige Resultat,  dass  die  älteste  archaische  Kunst 
den  spezifischen  Eigentümlichkeiten  des  weiblichen 
Körpers  weit  mehr  gerecht  geworden  ist  als  die 
entwickelte  archaische  Zeit.  Elfenbeinstatuetten 
des  8.  Jahrhunderts,  gefunden  mit  Vasen  des 
Dipvlonstils  im  Kerameikos  zu  Athen  (Bull.  corr. 
hell.  1896,  Taf.  9,  S.  279,  Fig.  8 fg.,  die  Perrot 
mit  vollem  Recht  für  einheimische  griechische 
Arbeit,  nicht  phönikischcn  Import  erklärt),  zeigen 
sehr  gut  die  starke  Einschnürung  der  Taille,  die 
stärkere  Schwellung  der  Glutäen,  das  organische 
Hcranswachsen  der  Brüste.  Eine  alte  pelopon- 
nesische  Bronze  des  7.  Jahrhunderts  im  Stil  der 
alten  lakonischen  Weihbecken trägerin  von  Olympia 
(UI,  Taf.  6,  Nr.  6,  S.  20),  abg.  bei  de  Ridder, 
Bronzen  de  la  societö  archöologique  d’Athines, 
Nr.  879,  Taf.  3,  2,  zeigt  ebenfalls  die  gut  be- 
obachtete, wenn  auch  eckig  wiedergegebone  Aus- 
buchtung der  Hüften  und  Einziehung  der  Taille 
Dagegen  giebt  die  fortgeschrittene  archaische  K unst, 
unter  dem  überwiegenden  Interesse  für  den  Jttng- 
| lingskörper,  auch  den  Frauen  männlich  schmale 
Hüften,  oft  auch  harte  Muskulatur  (Bronze  Trau; 
unser  Griff;  die  Spiegelstutze  von  Hermione  im 
Münchener  Antiquarium  [Flasch, Verh.  der  4L  Philol. 
Vers.,  8.  266  f.];  eine  ähnliche  Statuette  von 
Aigina,  Eph.  arch.  1896,  Taf.  7;  die  obengenannten 
Terracotten).  Die  Gewohnheit  der  zu  schmalen 
Hüften  wirkte  noch  weit  ins  5.  Jahrhundert  hinein 
nach,  auch  bei  bekleideten  Frauenbildern. 

Der  Schurz  kommt  bei  Jünglings-  und  Frauen- 
figuren dieses  Typus  vor,  aber  selten  (Jüng- 
linge: Olympia  UI,  Taf.  9,  Nr  86.  Carapanos, 
Dodone  Taf.  XII,  1,  hier  zusammen  mit  Bcschuhung. 
de  Ridder,  Rronzcsde  l’Acropoled' Athene*,  Nr.  706, 
Fig  223.  Frauen:  Griff  von  Trient.  Statuette 
von  Aigina).  Eine  besondere  Bedeutung  ist 

die.-.em  Umstande  wohl  nicht  zuzusebreiben. 

Ueber  das  Verbreitungsgebiet  dieser  Griffe 
und  Stützen  haben  Furtwängler,  Olympia  V, 
S.  26  und  de  Ridder,  Ephim.  arch.  1893,  S.  178, 
kurz  gehandelt,  doch  dürfte  bei  einer  eingehenderen 
Behandlung,  die  hier  zu  weit  führen  würde,  kunst- 
geschichtlich  noch  Manchus  aus  ihnen  zu  gewinnen 
sein,  da  bei  einigen  Hauptstücken  der  Fundort 
feststeht. 


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Trient  Aix  en  Provence. 


76 


75 

Uebcr  unser  Exemplar  exiatieren  keine  spe- 
ziellen Fundangaben,  doch  teilte  mir  der  Direktor 
de«  Musen  mnnieipale,  Herr  Dr.  Oberziner.  mit, 
da««  das  Museum  nur  aus  Gegenständen  aus  der 
unmittelbaren  Umgegend  zusammen  gekommen  sei. 
Der  Griff  ist  sicher  ein  griechische«  Importstilck, 
keinesfalls  ctruskisrho  Arbeit,  wie  der  Vergleich 
mit  den  griechischen  Exemplaren  erkennen  lässt 

(Bulle.) 

Atx  en  Provence. 

Musee. 

Le  nurnero  entre  parenthhses  est  celui  du  catalogue. 

Le  cataloguo  (Le  M u s c e d'Aix,  l4«  partie, 
comprenant  les  monuments  arch£ologiques,  les 
sculptures  et  les  objets  de  curiosite.  par  II.  tiibert, 
Aix,  1882)  est  fait  avee  soin  et  contient  des  ren- 
seignements  interessant«.  Mais  ii  fallt  se  dotier 
de  i'interpriMalioii  des  monuments  qui  est  souvent 
inexacte. 

1384.  (210.)  Belief  votif.  Marbre  Penti- 
lique.  IIr-  0,43.  Larg.  0,54.  Provient  probablement 
de  Grice.  La  bordurc  ä gauehe  est  refaitc  en 
plätre.  On  ne  saurait  aflirmer,  encore  que  ce  soit 
tres  peu  vraisemblablc,  que  le  relief  ne  se  continnait 
pas  ä g.  — La  queue  du  cheval  etait  probablement 
en  metal,  comme  le  laisse  supposer  le  trou  de  seel- 
lement  oü  eile  renait  s'inserer. 

A g.  nn  eph^be  nu,  debout,  coiffe  du  pf'tasc, 
une  chlamyde  posee  sur  l'epaulc  g.,  fait  de  la 
mahl  dr , clevce  ä bautcur  de  la  tfitc,  un  geste 
d'adoration.  Devant  lui,  un  autel  en  forme  de 
rippe  avcc  fronton  deeore  d'aerotires  Derricre 
lui,  un  cheval  aux  forme«  un  ]>eu  grelos,  occupe 
le  centre  de  la  composition.  A dr.  enlin,  entre 
les  deux  jambages  d’une  porte,  on  voit  une  jeune 
femme,  vetue  du  chiton  et  de  l'himation,  la  tete 
legerement  penchee  en  avant,  l'avant  bras  dr. 
tendu  avec  un  ginte  de  doigts  qui  a sans  duute  une 
signifi  cation. 

Sur  le  sens  possible  de  la  «eene  ligurce 
sur  ee  monument,  cf.  Furtwängler,  Coli.  Sabon- 
roff,  p.  40  et  suiv.  On  pourrait  songer  aussi  ä une 
scene  d’uffrandc  falte  ä une  divinite  par  un 
ephelie  vainqneur  ä la  rourse  des  chevaux. 

Relief  attique  d'un  travail  tres  soign®,  de  la 
fin  du  V*  ou  du  ilebut  du  IV«  sieclc  Cf.  Helbig, 
la  collection  Harraeco  pl  52.  Furtwängler 
(Coli.  Sabouroff,  p.  40)  donue  une  liste  des 
reliefs  de  ce  type,  assez  rares  en  Attique  ä l'epoquc 
classique. 

Publid  tlans  Millin,  Voyage,  pl.  XXXI,  n I 
(Jo  u bin.) 


1 385  und  1 386.  (224.)  Täte  de  femme. 
Marbre  blaue  Hr  du  b uste  entier  0,52.  Faisait 
partie  de  la  Collection  Campana.  Le  buste  est 
moderne.  La  tete  et  le  rou  aout  autiques  et 
intacts,  malheurcusement  grattbe. 

Un  itroit  diademe  reint  la  ehevclure  disposi-e 
en  deux  larges  bandeaux  sur  les  teinpea  et  rclevde 
en  un  minre  cliignon  sur  la  nuque.  La  disposition 
tres  simple  de  la  chevelure,  la  forme  triangulaire 
du  front,  le  modele  un  peu  sec  des  paupieres  et 
des  levres,  sont  la  marque  d'un  style  intermtdiaire 
entre  cclui  de  Phidias  et  celui  de  Praxitcle,  par 
exemple  d’un  artiste  du  groupe  de  Ctphisodote. 
— ltapprocber  de  cctte  tite,  la  tete  de  Ximes 
(Eiuzelaufnahuien  1414,  1415).  (Joubin.) 

1387 et  1388.  (212.)  Tete  de  femme.  Marbre 
blanc.  Ilr  0,29  Le  nez  et  l’extrbmitb  posterleure 
de  la  Coiffure  sont  briscs-  Les  yeux,  ia  bouche, 
le  menton,  les  oreilies  ont  beancoup  souffert.  — Le 
globe  de  l’mil  est  fait  d'nne  matitre  blanche,  sertie 
entre  les  paupitres;  eile  a disparu  en  partie. 

Les  chevcux,  enfermes  dans  an  cbcryphale 
qui  les  reieve  sur  la  nuque,  s'cchappcnt  snr  le 
front  qu'ils  cncadrent  de  deux  iargee  bandeaux. 
Le  front  triangulaire,  l'arcade  sourciliere  en  saillie. 
les  yeux  profondement  enfonces,  la  bouche  pa- 
thetique,  rappcllent  le  style  de  Scopas.  — Travail 
tres  soigno.  (Joubiu.) 

1389.  (266.)  Torso  d’tphebe  nu.  Marbre 
blanc.  IIr  0,82.  Provient  peut  etre  de  Salon 
(Boitchcs  du  Blume  Manquent  la  tüte,  les  bras, 
le  pbnis,  les  jambes  au  dessous  des  genoux 

Ephebe  uu,  debout  au  ropus,  dans  l'attitude  du 
pretendu  Xarcisse  de  Berlin  (Bcscbr.  d.  Sculpt. 
223),  la  jambe  g.  en  avant,  la  hanche  dr.  en  forte 
saillie,  les  pectoraux  dispoecs  suivant  un  plan  obli- 
que. Im  tete  etait  releveo  et  inclinee  sur  l'hpaulc  g 
Le  bras  g.  etait  pendant  (piintello  sur  la  cuisse  g.), 
de  rnerne  que  le  bras  droit  (pas  de  traccs  de 
la  main  sur  la  hanche).  Sur  un  soele  ä dr. 
est  posee  une  urne  perree  de  part  en  pari. 
Sur  le  haut  de  l'urne,  on  voit  les  restes  d'un 
objet  indetermine,  peut-etre  la  queue  d'un 
dauphin.  La  statue  servait  probablement  a 
decorer  une  fontainc.  — Copie  assei  soignbe 
d’un  original  de  l'ccolo  polyclfettcnnc.  Le  dos 
n'est  que  degrosei.  Noter  le  modele  du  sein  qui 
imite  la  teebniquo  du  bronze 

(Joubin.) 

1390.  (268.)  Torse  de  Dionysos.  Marbre 
blanc.  Plus  grand  que  nature:  Hr  0,91.  Manquent 
la  tete,  les  bras,  les  jambes.  Dionysos  debout,  nu, 
de  type  praxitelien,  le  bras  dr.  relevtS  k hauteur  de 


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77 


AU  en  Provence. 


78 


U töte,  le  bria  g.  tombant  le  long  du  corps,  la  töte 
li  göremcnt  inclinee  vers  l'öpaule  g.,  la  bancbe  en 
forte  •aillie.  Deux  longuea  boucles  de  chcveux 
tombent  aur  lea  öpaulee  k dr.  ct  a g.  du  rou.  — 
Travail  trös  soignö. 

Rapprocher  de  ce  torae  le  Dionysoa  Hor- 
ghiae  (Hclbig,  Führer’,  951  — Reinach,  Röp.  II, 
121,  2)  ct  le  Dionysos  de  Berlin  (Beschr.  d. 
äculpt.94  = Reinach, Rep.  II,  123,4).  (Joubin.) 

1391.  (245.)  Tete  de  jeune  Centaure 
riant.  Marbre  blanc.  Hr  0,30  Le  buate  et  le 
n ei  sont  modernes. 

Ressetuble  beaucoup  u la  töte  du  jeune  Cen- 
taure de  Papias  et  Aristeas  d'Aphrodiaiaa  (Helbig, 
Führer’,  526).  Le  aty le  eat  mou  et  aana  rarartöre, 
trea  införieur  k celui  de  1’excellcnte  röplique  de 
Munich  (dite  Fauno  colla  maechia,  n°  222  du 
Catalogue  de  Furtwängler). 

Pour  l’ötude  du  type  et  la  bibliographie,  cf. 
Helbig,  Führer’,  n°  525  et  526,  et  Furtwängler, 
Catalogue  de  Munich,  n°  222.  (Joubin.) 

1392.  (214.)  Statuette  d'enfant  drapö. 
Marbre  blanc.  Hr  0,69. 

La  töte,  lea  pieda,  la  plinthe  aont  modernes. 
Cf.  le  numöro  suivant  (Joubin.) 

1393.  (215.)  Statuette  d’enfant  drapü, 
analogue  ä !a  pröcödente,  mais  ne  lui  faiaant  pas 
pcndanL  Marbre  blanc.  Ilr  0,74. 

Lea  pieda  et  la  plinthe  sont  modernes  La 
töte  est  rajustöc,  mais  eile  apparticnt  ä lastatue. 

Enfant  debout,  la  töte  touracc  vers  la  dr., 
envcloppe  completement  dans  un  himation  qui 
lui  couvre  lea  deux  bras.  — Cf.  11°  488  du 
Catalogue  de  Berlin.  (Joubin.) 

1394.  (269.)  Torae  de  Silene  Porphyre. 
H'  0,32. 

Manquent  la  töte,  lea  bras,  lea  janibea  k partir 
du  geuou.  Sur  la  cuisse  g.  derriere,  ou  voit  les 
restes  d’un  eupport.  Traeea  de  grattage  au  bas 
des  reins:  peut  ötre  la  queue  du  Silene  a-t-elle 
etc  briaöc. 

Type  de  Silöne  dansant  analogue  au  Silöne 
en  bronze  k Xaples  (E-A  501).  Bulle  cousidöre 
avee  raison  ce  type  comme  plus  aneien  que  le 
Silene  Borghese  (Helbig,  Führer’,  987)  et  le 
rattaehe  ä la  tradition  Lyaippiquc.  Le  torse  d'Aix, 
trea  largeuient  et  aimplement  traite,  apparticnt 
ä la  meine  epoque.  (Joubin.) 

1395.  (225).  Töte  de  Cyböle  ou  deville 
personni  fiöe,  avec  eouronne  murale. 
Marbre  blanc.  Hr  0,22.  Büste  moderne  Le  ncz, 
la  bourhe,  le  menton  sont  restaures.  Couronne 
murale  endommagee 


Monument  romain  dörivö  d’un  type  hellö- 
niatique,  tel  que  la  Tychö  d’Antioche.  — Travail 
trös  eommun  (Joubin.) 

1396—98.  (209.)  Perse  agenonillö  de 
l'ex- voto  d’Attale. — Friedrichs-Wolters  1409. 
— Marbre  blanc  ä graina  trös  aerrös  ct  trös  fms, 
identique  k celui  des  autres  figurea  de  l'ex-voto. 
ID  0,64;  dimensiona  analogues  ä eelles  des  autres 
peraonnagca  de  l’ex-voto. 

Provenance  eertaine:  Rome.  La  atatue  a ötö 
acquiae  au  XVIII*  siöcle  par  le  sculpteur  Adam 
(cf.  Benndorf,  Ath.  Mittbell.  I,  p.  167.). 

Manquent  le  bras  et  l’öpaule  g.  La  reetau- 
ration  de  cea  partiea  faite  par  le  sculpteur  Adam 
a öte  enlevöe  (La  tigure  reatauröc  a ötö  publiöe, 
u l’envers  d'ailleura,  dans  le  >K  ecu  eil  des  sculp- 
tures  antiquesi  d'Adam,  pl.  32  et  33;  et  cea 
deux  reproduetions  inexactes  se  retrouvent  dans 
lea  Ath.  Mitth.  I,  pl.  7,  et  dans  Overbeck, 
0 riech.  Plastik',  fig.  189,  111,  5). 

Le  monument  a ötö  brise  en  plusicurs  mor- 
ceaux.  Tunt  d’abord,  le  personnage  eat  complöte- 
ment  dötache  de  la  plinthe  (brisure  au  dessus  du 
poignet  droit,  du  pied  g.  et  des  doigts  du  pied 
dr.;  le  genou  dr.  n'adhere  pas  ä la  plinthe),  en 
Sorte  qu'on  peut  se  demander  ai  la  plinthe  n'est 
pas  moderne.  Mais  aucun  doute,  aur  re  point,  ne 
peut  subaiater  pour  les  raisona  suivautes:  le 
marbre  de  la  plinthe  et  celui  de  la  statue  aont 
identiques;  la  main  dr.  et  le  pied  g.  font  l’im- 
preasion  d’ötre  antiques;  enfin,  la  plinthe  eile 
meine  est  brisöe  de  part  en  part  en  deux  endroits, 
re  qui  s’expliquerait  mal,  si  eile  ötait  moderne. 
Donc,  s'il  y a cu  restauration,  eile  a ötö  faite 
dans  l'antiquitö.  — Par  conlre,  un  poignard  gravö 
en  creux  sur  la  plinthe  est  probablcment  moderne, 
encore  que  Io  doute  aoit  perrnis.  — Les  autres  cas- 
sures  sont : au  genou  g.  et  au  dessous  du  mollet 
dr.;  mais  peut-ötre  ötaient-ce  des  morceaux  rappor- 
tös.  — La  töte  est  iutacte:  le  bout  du  nez  et  la 
pointc  du  bonnet  sont  sculs  lögürcment  örornöa. 
Lc  menton  a ötö  dötache  et  recollö;  mais  rette 
restauration  est  peut-ötre  antiqiio.  Eutin,  l'en- 
scrnble  de  la  Btatue  a ötö  grattö,  frottü,  lavö, 
sans  pitiö. 

Le  personnage  est  coifTö  d'un  bonnet  phry- 
gien  et  vötu  du  costume  asiatique,  courte  exomis 
agrafee  sur  l'öpaule  g.,  anaxyrides  euveloppant 
les  jambcs,  ebaussures  faites  d’unc  semelle  main- 
tenuc  par  une  courroie.  A ce  costume,  on  reconnait 
un  Perse  qui  faisait  partie  du  troisiöme  groupe 
de  l’ex-voto  d’Attale,  oü  l'on  voyalt  reprösentö  un 
öpisode  de  la  bataillede  Marathon  (Pausan  1,  25, 


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79 


Aix  en  Provence. 


80 


2).  Le  Peree,  agenouille,  Be  couvre  de  aon  bouclier; 
ia  töte  en  arriere,  les  traits  convulsös  par  la  ter- 
renr,  il  aernbic  implorer  an  ennemi  qui  le  menare. 

Le  travail  eat  excellent;  l'cxpreaaion  pathö- 
tique  de  la  töte  anrtout  eat  rendue  avee  beaueoup 
de  puiaaance. 

En  dehora  de»  mauvaiaea  reprodnrtiona  de  la 
atatue  restauree,  signalces  plua  haut,  rf.  un  ine- 
diocre  deaein  dana  la  »Sculpture  antique< 
de  Paria,  fig.  157,  et  Rcinarh,  Repertoire  II, 
198,  8.  (Jo abin.) 

1399  — 1401.  (211.)  Raae  de  candölabre 
nöo-attique.  — Marbrc  blanc.  Hr  0,47. 

La  baae  a la  forme  d'un  trone  de  pyramidc 
triangulaire,  supporte  par  troia  pieda  en  forme 
de  daaphin  (la  tete  a öte  brisöe).  Chaque  face 
cat  döcoröe  de  reliefa  cmpruiites  au  repertoire 
bien  eonnu  des  artiatea  nöo-attique». 

a)  Monade  dansant,  la  töte  renversöe  en 
arriere.  Le  braa  g et  la  draperie  k dr.  aont  brise*. 

b)  Dionysos  imberbc,  vetu  d’un  chitön  flottant, 
les  pieda  eliausses,  an  tbyrse  dana  la  inain  g , 
marehe  ä granda  paa  ver»  la  g.  Manquent  le  braa 
dr.  et  unc  partie  du  visage.  — Travail  trös  soignö. 

b)  Pan  marchant  ü dr.  Le  baa  des  jatnbca 
acul  eat  conservö.  (.Ion  bin  ) 

1402  et  1403.  (230.)  Tete  de  Platon.  — 
Marbre  blanc.  — Hr  0,34.  Provient  probable- 
ment  d’Aix.  Le  nez  seid  eat  brise.  L’identiÜ- 
cation  avee  Platon  eat  certaine.  Cf.  Bernoulli, 
Grieehiache  1 konog ra ph i e II,  pl.  VI,  1; 
p.  28,  n»  9. 

Le  moulage  de  la  tete  eat  en  vente  au  Musöe 
d’Aix  an  prix  de  12  Fr.  (Joubin.) 

1404.  (259.)  Double  II ermöa.  — Marbre 
blanc.  Hr  0,33. 

Le  visage  de  l’une  des  deux  totes  eat  brise, 
roste  aeulemcnt  l’amorce  de  la  barbe  aur  lea  jenes. 
L'atitro  töte  cst  intacte,  sauf  le  nez.  Peraonnage 
barbn,  au  large  front  carrö,  preaentant  quelque 
reaaemblance  avee  les  figures  de  Sophocle;  maia 
il  n'est  paa  possible  de  l'identißer.  — Travail 
mödiorre.  (Joubin.) 

1405  et  1406.  (237.)  Töte  de  Zönon.  — 
Marbre  blanc.  Hr  0,32.  Restauration»  en  plätre: 
le  nez  et  la  partie  postöricurc  du  cou  Lea  oreillee 
aont  öeornöes. 

L'identifirationavccZenon  est  trös  vraisemblablc. 
Cf.  Bernoulli,  (»riech.  Ikonographie,  II,  p. 
138,  n®  3.  Travail  excellent.  (Joubin.) 

1407  et  1408.  (852.)  Töte  de  Diogene. 
Marbre  blanc.  Hr  0,09.  Le  front,  le  nez  et  lea 
orcillea  aont  cudommagös. 


L'idcntißeation  avee  Diogöne  est  fondöe  sur 
ia  reaaemblance  etroite  de  rette  töte  avee  eelle  de  la 
Statuette  Albani  (Helbig,  Führer*,  796  = Arndt, 
Gr.  u R.  Porträts,  321  il  322),  oil  le  philosophe 
est  reprösentödebout,  appuy ö aur  un  bäton.  Comme 
dana  rette  Statuette,  Diogöne  eat  figurö  Sri  avee 
le  crime  chauve,  uue  rhevelure  abundante  sur  la 
nuque,  une  longue  barbe  friaöe,  le  regard  sombre, 
la  bourhe  voloutaire.  Maia  la  töte  d’Aix  cst  beau- 
coup  plus  expressive.  Le  earartere  röaliste  de 
rca  portrails  auggöre  ä Arndt  (I.  1.)  I'idöe  de  les 
rattarher  ä la  traditiun  lysippique  (Diogöne  est 
mort  en  323).  Dana  tous  les  ras,  l'emploi  du 
foret  pour  l'exeeution  de  la  barbe  et  des  cheveux 
du  Diogöne  d'Aix,  est  la  marque  d'un  travail 
roinain.  Cf.  Bernoulli,  griech.  Ikonographie 
U,  p.  50.  (J  o u b i n.) 


On  peut  aignaler  eneoro  au  Musöu  d’Aix  quel- 
ques  monuments  que  nous  n'avons  paa  jugö 
nöressaire  de  faire  reproduire: 

(235.)  Töte-portrait  barbuede  i'öpoque 
des  Antonina.  Excellent  travail.  H'  0,30. 
Marbre  blanc.  Provenance:  Aix. 

Manque  le  bout  du  nez.  Le  front  et  la  barbe 
aont  ecornös. 

(213.)  Statue  de  Priape.  Calcaire  indigöuc. 
Hr  1,60.  Trouvee  ä Aix. 

Manque  la  töte. 

Type  ordinaire  du  dicu,  debout,  vötu  d'un 
long  chiton.  Un  pan  do  aon  vötement,  relevö 
par  devant  et  döcouvrant  un  önorme  penis,  cst 
chargö  de  fruita  au  niilfcu  desquels  jouent  deux 
Eros.  A dr.  du  Dieu,  une  panthöre(?)  montöe 
par  un  Eros.  A g.  un  autre  Eros  debout.  — 
Travail  eommun. 

Publiö  dana  Clarac  pl.  734  B,  n°  1775. 

(17.)  Töte  d’homme  imberbe,  adossöe 
ä ii  n pilier.  Hr  0,18.  Pierre  noire  d’Egypte. 
Brisöe  au  dessoua  du  eou.  Travail  soignö.  Style 
gröco-ögypticn.  Cf.  F.  W.  von  Bissing  dans 
»ltecueil  de  travaux«  etc.  XVIII  (1896), 
p.  132  et  suiv. 

(97)  Gainc  d’hermes,  Bans  tete.  Hr  1,17. 
Snr  le  devant  1’inscriptlon : 

MPQI 

AYCANAPOY 

(Kaibel  2467.)  Provenance:  Aix. 

(267.)  Torae  du  »Periboötos*.  Travail 
döcoratif. 

Provenance:  Saint-Römy.  (Joubin.) 


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81 


Ntmea 


Nimes. 

Maison  Carr6e. 

Le*  Chiffre*  entre  parenthösos  *ont  ceux  qni 
sont  indlquö*  sur  les  monument*  et  qui  corres- 
pondent  A un  inventaire  inödit  de  la  Maison  C’arröe. 

Uno  partie  des  marbres  de  la  Maison  Carröe 
provient  de  l’acquisition  de  la  Collection  PerroL 
Piusieure  sont  faux.  Quant  aux  provenances  donnöes 
par  Perrot  (Notice  dn  Mus ö c de  Sculptnre 
et  d'antiqnit6s,  1813),  il  faut  nc  lee  acueillir 
qn’avec  le  plus  grand  scepticisme. 

Qnand  la  provenanco  n'est  paa  Indiquöe  c'cst 
qu'elle  est  inconnue. 

1409.  (6.)  Statue  de  fenirne.  Prov.: 
Villevicllle  prös  Sommleres  Coli.  Perrot.  Hr  1,20. 

La  töte  n'appartient  paa  au  corps.  Le  nez 
est  rcstaurö.  Manque  le  bras  dr.  I. 'avant  bras  et 
la  main  g sont  rcstaurös.  — Plinthe  profilöe. 

Femme  debout,  1a  jambe  g.  en  avant.  Elle 
releve  de  la  main  g.  un  pan  de  son  chitön.  Dans 
le  coetume  on  reconualt  la  combinaison  de  denx 
typcs  bien  distinets:  le  costume  de  l'öpoque  ciassi- 
que,  chitön  arec  apoptygma,  le  costume  archal'que, 
chitun  et  himation  au  large  pli  qui  barre  la  poitrine 
en  biais.  Le  contraste  entre  la  libcrtö  du  style 
do  l'apoptygma  et  la  raideur  voulue  du  pli  qui 
barre  la  poitrine,  prouve  que  la  Statue  n'est  paa 
la  copie  d’un  original  archaVque  mais  un  simple 
arrangement  archalstique. 

Cf.  type  analogue  A Berlin  (Catalogue, 
n°  284  — Reinaeh,  Repertoire,  636,  9),  i Paris. 
(Catalogue  des  bronzes  do  la  Bibi,  nat, 
n°  213=  Reinaeh,  Repertoire,  641,  3.) 

La  tC'te  est  eclle  d’une  femme  Ag Ae,  Inconnue. 
de  la  fin  du  11«  siöcle  — Style  tres  mediocre. 

La  statue  est  reproduite  dans  Reinaeh,  Re- 
pertoire, 637,  4.  (Joubin.) 

1410  ei  II.  (18.)  Töte  et  buste  de  Dio- 
nysos barbu.  Marbre.  Ilr  de  la  tete:  0,24. 
Coli.  Perrot.  Prov.:  (jenes.  (?) 

Le  buste  est  moderne.  La  tete  a Ate  forte- 
ment grattöe.  Le  nez  est  restaurö. 

La  chevelure  est  reinte  d’un  large  bandcau. 
La  tcelmique  de  la  barbe  et  des  cheveux,  trös 
sobrement  traitös,  la  sevöritö  du  style,  indiquent 
pour  l'original  de  eette  tete  une  date  voiaine  de  450. 

Cf.  1°  une  tete  identique  au  Louvre,  n°  213, 
placöe  eile  aussi  sur  un  buste  moderne. 

2°  une  töte  au  Musöc  des  Offices  ä Florenee 
(E-A  368,  309). 

3°  une  tAte  au  Prado  A Madrid  (Hübner 
510  E-A  1649,  50).  (Joubin.) 


82 


1412.  Demeter  aasisc.  Statuette  en  marbre. 
Hr  0,51.  Prov.:  Nimes. 

Manque  le  bras  dr.  Le  haut  de  la  corne 
d’abondance  a ötö  brise.  La  tüte,  brisec  et  ra- 
justec,  appartient  au  corps  Le  cou  et  une  partie 
du  voile  sur  la  nuqno  sont  res  tauros  Le  tout 

est  tres  endommagö. 

Demi  ter  est  aseiae  sur  un  tröne  sans  dossier. 
Elle  est  vetue  d'un  chitön  serrö  A la  taille.  Un 
voile,  pose  sur  la  töte,  retombe  sur  le  <los  et  re- 
vient  sur  les  genoux.  De  la  main  g.  la  decsae  tient 
une  rorne  d’abondance.  Le  visage  est  depourvu 
d'expres8ion.  Le  type  parait  derivö  d'une  figure 
de  la  fin  du  V"  siöcle,  antrrieure  a ia  Dömöter  de 
Cnide.  Travail  assez  soigne. 

Cf.  statnes  semblables:  1°  A Madrid  (Reinaeh, 
Röpertoire  II,  685,  1).  2“  k Rome  (ibid.  689,  3\ 
3“  A Copenhaguc  (la  ßiypt.  Ny-Carlsborg, 
pl.  68,  et  les  monument*  signalös  cotume  apparentes 
dans  le  texte,  p.  109).  (Jonbin.) 

1413.  (15.)  Statue  de  femme.  Marbre. 
Prov.:  Pont  du  Gard.  Coli.  Perrot.  Hr  0,80. 

La  töte,  brisöe  et  rajustöo,  n'appartient  pro- 
bablemcnt  paa  au  corps.  Le  bras  dr.,  le  bras  g. 
avec  la  corne  d'abondance,  le  pieil  dr.  et  une  partie 
de  la  plinthe  sont  modernes.  Aucune  trace  antique 
nc  justifie  la  restauration  de  la  corne  d'abondance. 

Le  coetume  se  compose  du  chitön  serrö  Ala 
taille,  avec  colpos,  et  d’une  chlaina.  Cf.  la  Serie  des 
Demeter  de  Yenise,  pnbliöes  par  Furtwängler 
(Abhandl.d.  B.  Akad  , XXI,  pl.  III,  IV,  I,  V, 
VI,  2).  Figure  d'un  caraetöre  purement  döcoratif. 

La  töte,  d’apröa  le  type  de  la  coiffure,  eit 
celle  d’une  Romaine  du  II«  siöcle.  Style  mödiocre. 

(Joubin  ) 

1414  et  15.  (31.)  Töte  de  femme.  Pro- 
venance:  Sto  Colombo,  prös  Vienne.  Coli  PorTot. 
Hr  du  menton  A la  naissance  des  cheveux:  0,155. 

Restauration*:  le  nez,  la  lövre  supörieure,  le 
menton.  Le  bnste  est  moderne. 

Les  cheveux,  rcinta  d'une  bandelettc,  sont 
divisös  en  denx  larges  bandeaux.  D'aprös  le 
caraetöre  de  In  coiffurc,  la  forme  triangulaire  du 
front,  le  dessin  des  veux  aux  epaisses  panpiöres, 
l’original  de  rette  töte  date  do  l'öpoque  intennö- 
diairu  entre  Phidias  et  Praxitöle,  do  la  fin  du 
V's  siöcle  ou  dn  rommencemcnt  du  IV« 

Cf.  E-A  1385  et  1380.  (Joubin) 

1416  et  17.  Töte  d’Aphrodite,  röplique 
du  type  Capitolin.  Hr  du  visage:  0,17. 

Buste  moderne.  La  töte  a ötö  placöe  trop  cn 
arriere  sur  le  buste.  — L'authenticitö  m’en  parait 
douteuse.  (Joubin.) 


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83 


Nimes. 


84 


1418.  Eros  et  chien.  Croupe  en  marbre. 
Ilr  max.  0,26.  Larg  0,28. 

Manquent:  la  tüte  du  chicn,  la  tüte,  les  ailes, 
les  bras  et  le  pied  dr.  d'Eros.  Le  genou  g.  d’Eros 
eat  endommagü  Dana  le  das,  deux  trous  rectan- 
gulaires  pour  I'attache  des  alles  qui  ütaient  en 
marbre  Sur  larasaure  du  eou,  deux  trous  de  srcllc- 
ment.  La  plinthe  est  presque  entiürement  moderne. 

Eros  est  assia,  la  jambe  dr.  allongee,  la  jambe  g. 
repliüc  sous  lui,  le  torse  inclinö  vers  la  g.,  dans  unc 
attitude  qui  rappellc  rcllc  de  rilloneus  de  Munich. 
Lea  deux  bras,  qui  ütaient  allongüs,  ae  dirigeaient 
vors  la  tüte  d’un  rliien  qui  est  assis  nitre  les 
jambes  d’Eros.  Travail  soignü. 

Cf-  des  groupe«  analog»  es  d'Erosjouant  a vee  des 
ebiens : Reinacb,  Rüpertoirell,  463,  6 et  464,  1. 

Rcproduit  dans  Rcinarh,  1.1.812, 1.  (J  ou  b i n.) 

1419.  (8.)  M 4 n a d e dansant.  Statu  rite 
en  marbre  Prov.:  Arles  (?).  Coli.  Perrot.  Hr  0,57. 

Manquent  la  tüte,  les  avant-bras,  le  pied  g. 
Le  baut  du  bras  droit  est  brisü,  mais  antique. 
Plinthe  profilüe 

1 .a  Münade  est  vütue  d’un  long  chitün  dottant, 
serre  a la  taille,  aver  apoptygma  retumbant  trüe 
bas.  Elle  est  debont  aur  la  jambe  dr.,  la  jambe 
g.  rejetic  en  arriüre.  Le  torse,  fortement  cambrü, 
est  inrlinü  4 dr.  D’aprcs  le  geste  des  bras,  on  peut 
supposer  que  la  Münade  jouait  du  tambourin. 
Travail  trüs  soignü. 

Le  type  est  derivü  de  rompositions  du  I Vesiöolc, 
Sropasiques  (la  Bacehantc  Xipatpotpüvo;)  ou  I.y- 
sippiques  (la  joueuse  de  flöte  ivre).  II  est  früquent 
dans  le»  terres  cuites  de  Myrina  du  III“  siede 
(rf.  Nücropolc  de  Myrina,  pl.  XXI,  2,  XXII, 
XXIII).  — Cf.  Reinarh,  Repertoire  II,  397,  2 
et  Catalogue  de  la  Vente  Margaritis, 
Munich,  1900,  n°  259.  (Joubin) 

1420a.  Silünc  ii  eheval  aur  un  boue. 
Croupe  eu  marbre.  Hr  uiax.  0,17.  Larg.  0,22. 

Manquent  la  partiesuperieure  du  ror|>s  duSilüne, 
la  tüte  et  les  pattes  du  boue.  Sur  le  haut  des  euisses 
du  Silcne  on  voit  les  restes  de  sa  peau  de  boue. 

Cf.  le  gronpe  de  la  rollcotion  Ulrth  4 Munich, 
E-A  1455.  (J  u u b I n.) 

1420b.  (447.)  Enfant.  Statuette  en 
marbre.  II'  0,31. 

Manquent  les  jambes  et  les  bras;  la  tüte  a 
un  pen  soufl'ert 

I.’enfant  ctait  »ans  doutc  assis.  La  tüte, 
fortement  inelinüc  sur  la  poitrine,  regarde  en  bas 
4 g.,  peut  etro  un  animal.  Le  bras  dr.  ütalt  levö 
4 hauteur  de  la  tüte  (puntello  sur  la  tüte  en 
baut  4 g.).  On  peut  songer  4 un  gruupe  analogue 


au  gronpe  Torlonia  (Reinarh,  Rüpertoirc  II, 
463,  6),  oü  est  reprüsente  un  enfant  avcc  des 
rhiens.  Travail  soignü. 

Cf.  d'autres  type»  analogncs:  1°  au  Louvre, 
n°  471  (niemes  dimensions,  mouvement  inverse), 
2°  4 Wobnrn  Abbey  (Michaelis,  Ancient  mar- 
bles,  IVoburn,  n“  123  = Reinarh,  Hüpertoire 
11,  442,  9).  (Joubin). 

1421.  (10.)  Croupe  de  Pan  et  de  Dio- 
nysos enfant.  Hr  0,36.  — Trouvö  4 Hirnes. 
Coli.  Perrot. 

Manquent : La  tüte,  la  main  dr.,  les  pattes  de 
Pan,  les  pieds  et  la  main  dr.  de  Dionysos.  La 
ruisse  g.  de  Pan  est  brisöe,  mais  antique. 
Restauration»  nombreusrs:  jambe  dr,  bras  g., 
avant-bras  dr.  de  Pan,  tonte  la  partle  supürieure  du 
corps  de  Dionysos  4 pnrtir  du  penis,  son  genou 
g.,  la  plinthe  presque  tont  entiüre.  Les  rcstaurations 
eile»  inümes  ont  ötü  brisües  et  rajustües. 

Pan,  nu,  une  peau  de  boue  agrafüe  sur 
l’üpaule  g.,  est  assis  sur  un  rocher;  sur  sa  jambe 
g.  il  tient  Dionysos  enfant  auquel  il  presente  un 
objet  de  la  main  dr.  — Travail  assez  soignü. 

(Joubin.) 

1422.  Hüraclüs  enfant  ütouffant  les 
sorpents  (?)  Statuette  en  marbre.  Hr  0,47. 

Restauration» : La  tüte  et  le  bras  g.  d’Hürarles; 
la  tüte  et  la  partle  supürieure  du  corps  du  serpent. 
L’ensemblc  a ütö  badigeonnü  de  rouleur  janne 
du  plus  fücheux  effet. 

Hüraclüs  agenouillü  sur  le  genou  droit,  serre 
dans  «cs  bras  un  enorme  serpent.  Travail  mü- 
diocre  (Joubin.) 

1423a.  Torse  d’Athüna  Statuette  en 
marbre.  ID  0,31. 

Manquent:  la  tüte,  le  bras  dr.,  les  jambes. 
Athüna  debout,  vütue  du  chitün;  un  himation 
posü  sur  l'üpauie  g.  revient  en  avant  et  couvre 
les  jambes.  Snr  la  poitrine  est  placüe  l’ügide 
Le  bras  dr.  ütait  ütendu  et  s’ai>puyait  sur  la 
lance;  le  bras  g.  tombe  le  long  du  corps  et  sc 
perd  dans  les  plis  de  l’himation.  — Travail  trüs 
grossier.  (Joubin.) 

1423b.  Barbare  prisonnier.  — Statuette 
en  inarbre.  Ilr  0,34. 

Manquent:  la  tüte  et  les  jambes.  Il  est  vütu 
du  costume  ordinaire  (tunique  serrüe  4 la  taille) 
et  tient  les  mains  jointes  en  signe  de  soumiasion. 
Travail  commun.  (Joubin) 

1424  Fragment  de  relief  en  marbre, 
brisü  dans  tous  les  sens  ( Stele  funöraire?). 
H'  max.  0,70.  Larg.  0,40.  Ep.  0,20. 

Episode  d’un  combat  entre  un  cavalier  et  un 


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85 


Nime». 


86 


guerricr  tombö.  Un  gncrrier  nu  (manquent  la 
töte,  l'avant  bras  dr,  la  jambe  dr.  tout  entiöre,  1 
la  jambe  g.  ä partir  du  gcnou)  s’aft'aisse  age- 
nouille  soua  uu  cheval  qui  l'a  renvcrsö  (nute 
seuleinent  tm  fragment  du  poitrail  du  cheval). 
La  disposition  gönörale  du  groupc  rappelle  eelle 
de  la  Stele  de  Dexilöos.  — Travail  soignö, 

(Jonbln.) 

1425  et  26.  (26.)  Tete  de  femme  casquöe 
(Roma?).  Marbre.  Prov.:  Coli.  Perrot,  1823. 
llr  du  visage:  0,135. 

Le  huste  est  moderne.  Le  bout  du  nez  est 
restaurö,  ainsi  qu'un  fragment  de  la  visiere  du  caaque. 
L’eusemble  a ete  fortement  grattö. 

Cf  la  U'te  de  Roma,  en  bronze,  du  Musöe 
de  Berlin  (Catalogue  n°  6).  (Joubin.) 

1127.  Tete  colossale  de  Tiböre  (?). 
Marbre.  Rr  0,41.  — Trouvee  4 Nlmes  eu  1838. 

La  face  antericure  de  la  tüte  a seule  ötö  con- 
servile  Le  visage  est  tri»  endommagö,  le  nez  est 
brisö.  Sur  le  front,  quatre  trous  qui  servaient  pro- 
bablement  k fixer  une  rouronne  de  bronze. 

D’apres  la  forme  raractöriatique  de  la  tüte, 
on  reconnait  ici  un  prince  de  la  fainille  d’Auguste. 
On  peut  songer  ä Tiböre  (cf.  le  Tiböre,  arec  une 
barbe  naissante,  du  Musöe  de  Berlin,  dans 
G riech.  u.  Riim.  Porträts,  pl.  19  et  201  plu- 
töt  qu’ä  Drusus  minor,  avec  lequel  la  töte  de 
Nitnc*  präsente  aussi  des  traita  de  ressemblance 
(cf.  le  Drusus  Jacobsen,  dans  Griech.  u.  Köm- 
Porträts,  pl.  17  et  18).  — Travail  soignö, 
malgre  les  dimensions  colossale»  de  la  töte. 

(Joubin.) 

1428  et  29.  (20.)  Töte  de  femme  aveo  cou- 
ronne  crönelöe.  Trouvee  en  ltalie.  Coli. 
Perrot,  Hr  0,70. 

Reetaurations : une  partie  des  erüneaux  de 
la  couronne,  l’extrömitö  de»  bouclee  des  chcveux 
aur  la  pottrine,  le  bout  du  nez.  le  bas  du  cou  et 
le  bustc. 

Les  yetix  profundöinent  enfoncös,  le  nez 
aquilin,  la  bourbc  charnue,  donnent  ä rette  töte 
tous  les  caractere»  d'uu  portrait.  peut  ctre  relui 
d'une  iraperatrice,  employö  pour  personnificr  une 
ville.  Le  travail  est  un  peu  sec. 

(Joubin.) 

1430.  (38.)  Büste  de  dame  romaine. 
Marbre.  Prov.:  Nime».  Coli.  Perrot.  Hr  du 
visage:  0,25. 

Le  bustc.  d’un  marbre  different  de  celui  de 
la  töte,  parait  moderne.  Le  nez  est  restaurü. 

Portrait  de  feuimo  inconnue  du  III®  siöcle. 
D'apres  Bcrnoulli,  Köm.  lkonogr.  Ul,  p.  110, 


n®  15:  Julia  Mammaea.  Le  travail  est  soignö  On 
voit  encore  des  traces  de  pcinture  sur  les  pupilles. 

(Joubin.) 

La  belle  töte  virile  en  bronze,  de  l'öpoque 
liellöniatlque,  n®  213  du  Musüe,  a ötö  publice  dans 
Arndt,  gr.  u.  röm.  Porträts,  pl.  494—96. 

A ces  monuments  on  peut  ajouter  encore  lc» 
suivants,  que  nous  n'avons  pas  jugö  ä propos  de 
photographier : 

a Torse  d'Aphrodite.  Marbre.  Hr  0,49. 
Prov.  Nlmes. 

Manqucnt  la  töte,  les  bras  et  les  jambe». 

1 Sur  l'cpaule  dr.  (leux  trous  de  scellemcnt  pour  les 
boucles  de  cheveux  La  töte,  srulptöe  ä part, 
ötalt  insöröo  dans  le  bnste.  Travail  soignö. 

b.  (3.)  Romaine  en  Cörös.  Marbre.  Prov.: 
Bouillargues.  Coli.  Perrot.  Hr  0,98. 

La  tete  et  les  mains  ont  ötö  brisöes,  inais 
appartiennent  au  rorp». 

Type  et  rostume  de  l'Höra  Campaua  au  Louvre, 
n“  2344  (Reinacb,  Itöper  toi  re,  240,  9):  chitün, 
liimation  et  volle.  Sur  la  töte,  une  couronne  d’öpis; 
dans  la  main  g une  gerbe  d'öpis.  dans  la  dr.  une  coupe 
Visage  sans  expression.  Travail  trös  commun. 

c.  (12.)  Statue  de  fenime.  Marbre.  Ur  0,81. 
Trouvöe  ä Guarigue.  Coli.  Perrot. 

La  töte  n'appartient  pas  au  rorp».  Kestau- 
rationB:  L’avant  bras  dr.  et  le  pied  droit,  la 
bordure  de  la  plintbe. 

Femme  debout,  vötue  d'un  chitün  sur  lequel 
est  jetö  un  himation,  la  main  g.  poeüe  sur  la 
banche.  Cf.  la  statue  trouvöe  dans  l'tle  de 
Klaudos:  Reinacb.  Röpertoire  II,  677,2. 

d.  Aphrodite  pudique.  Marbre  Trouvöeä 
Nlmes  en  1873.  Ur  1,30. 

Elle  ötait  brisöc  cn  mitte  morceaux,  qui  ont 
ötö  rajustös;  inais  les  rostaurations  sont  aussi 
nonibreuses  que  les  partics  originales,  ce  qui 
enlöve  ä ce  monument  beaucoup  de  sa  valeur. 
Mampie  le  bras  dr.  Un  fragment  de  la  main  et 
de  l’avant-bras  n’a  pas  ötö  utilisö.  Preeque  toute 
la  töte  est  en  plätre. 

Aphrodite  doboht,  nne,  cache  sa  nuditü  avec 
une  draperic  qui  eouvre  le  haut  de»  ciiissc».  C'est 
une  röplique  du  type  de  la  Vöuus  de  Syracusc 
(Clarac,  608,  1344.  — Alinari  19783).  Le  travail 
est  soignö,  inais  asscz  banal. 

Reprodnitc  dans  Reinach,  Röpertoire  II, 
357,  8. 

o.  (2.)  Röplique  de  l'Apollon  Ly  eien. 
Marbre.  Hr  1,03.  Prov.:  Nime».  Coli.  Perrot 

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87 


Nimm. 


88 


N«  MSI. 


La  tüte  — une  tCto  de  Vünua  quelronque  — 
n'appartient  paa  au  corps  Reetaurations  nom- 
breuaes:  lc  bras  g.,  la  main  dr.,  les  jambes.  l’arbre 
et  la  plinthe.  Le  bras  dr.  briet'  cn  dcux  endroits 
est  peut  etre  antique.  Manque  le  petita.  Travail 
aaacz  soignä. 

Reproduite  dans  Reinar  h,R  ü p e r t o i r e,  11, 94, 7. 
f.  (1.)  Rüplique  de  la  Vünua  de  Onide. 
Marbre.  Trouvüe  entre  Alaia  et  Anduze.  Coli. 
Perrot.  Hr  l ,M5. 

Aux  troia  quarta  moderne.  La  tüte  eat  an- 
tique eauf  le  nez  Dana  le  corpe  il  n’y  a gurre 
d'antique  que  la  partie  g.  du  torae.  Le  reate  eat 
moderne.  Auaal  la  rüplique  n’a-t-elle  paa  grande 
valeur. 

g (30.)  Täte  de  Särapia.  Marbre.  Trouvüe 
& NImes.  Coli.  Perrot.  Hr  0,26. 

Type  ordinairc.  Sur  le  menton  la  barbe 
forme  detix  large«  inaasea  boucläea,  süparfcee  l'uno 
de  l'autre.  Lc  aommet  de  la  täte  a ütü  erenafc  pour 
recevoir  le  modiua.  — Travail  commun. 

h.  Fragment  d'une  täte  de  Zeus.  Marbre. 
Hr  max.  0,20.  larg  max.  0,25. 

Rriaäe  dana  toua  lea  acns  Reatent  aeulemcnt 
le  front,  lea  yeux,  lc  baut  du  nez  et  lea  chereux 
qni  bordent  le  front. 


lat  aaillie  de  l'arrade  sotireiliüre,  le  deaain 
de*  yeux  et  la  diapoaition  dea  cbeveux  permettent 
de  reeonnaltre  dana  rette  täte  nn  type  de  la 
2*  äeoie  attique  (ef.  LOarhclce,  Bonner  Jahr- 
bücher, Heft  88,  p.  266).  Happrorher  de  cea  types 
de  Zeus,  le  Zeua  en  bronze  deJanina  i Constan- 
tinople  et  l’Hürarles  Chiaramonti  (Furtwängler, 
Meiaterwerke,  fig  100  et  HO). 

1.  Täte  tri'B  endommagäe  par  l'eau.  et 
par  auite  t r ex  difürilc  & identiüer.  C'eat  peut  ätre 
uue  täte  d' Apollon  du  V“1«  sierle. 

IP  du  viaage : 0,20. 

k.  Copie  moderne  de  la  täte  de  la  Vänua 
d’Arles,  (Joubin.) 

NImes. 

Musee  epigraphique  ä l'Ecole 
des  beaux  arts. 

Le  nnmäro  entre  parentheae*  eat  relui  du 
Musüe  epigraphique;  il  correapondau  «Catalogue 
dea  Inarriptiona  antique«  de  Nimea*  par 
Allmcretlea  l'rüres  (*erraer-Durand(Tonlousc,1893). 

1431.  (131.)  Quatre  fragmenta  de  relief, 
faiaant  partie  probablement  d'un  mono- 
in o u t funeraire.  Trouväa  a NImes  cn  1775. 


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Nimcs. 


90 


Le  1er  de  oes  fragmenta,  aujonrd’hui  perdu, 
n’eat  plus  connu  qne  par  un  d essin  ins'dit  de 
Seguier,  i la  bibliothcque  municipale  de  Niincs 
(ms  138Ö2,  V,  p.  32).  II  s’adaptait  en  haut  du 
fragment  n°  2,  dont  la  photographie  est  donnfee 
tci.  1IC  des  deux  fragmenta  reunis  2,50,  larg.  1,25. 
Le  fragment  n»  2 est  b riefe  en  haut,  i droite  et 
eu  bas  ä droite. 

3«  fragment:  Hr  0,75,  larg.  0.85.  Brise  dans 
toua  lea  aens. 

4«  fragment:  Hr  1 larg.  1 m Brise  a g., 
en  haut,  et  i dr.  en  haut. 

A l’aide  de  ces  fragmenta,  on  peut  recon- 
atituer  i peu  prfes  l'ensemble  du  monument  de  la 
miniere  suivante  (voir  le  deasin  ci-contre) : 

Au  eentre,  une  inscription  en  tourfee  d’une 
moulure  formant  un  cadrc  reetangulaire;  quelques 
lettre«  de  rette  inscription  aont  conscrvfeca  aur  les 
fragment«  1,  2 et  3 (cf  CIL,  XII,  3300). 

M . . 

F . . . 

F [lamen  ?] 

H[n  vir  quinquennali]  3. 

Elle  eontenait  le  nom  et  lea  titrea  d'un  person- 
nage qtii  paralt  — aana  qu’on  puisae  conaidfercr  la 
restitution  commc  certaine  — avoir  itfe  un  qua- 
tnorvir  quinqtiennalis  et  en  inenie  tenipa  ansai 
flauiine 

A g.  (fragment  2)  et  a dr.  (fragment  4)  de 
rinarription  fetaient  reprfeacntfea  deux  pcrsonnagei 
semblahles  (hr  1,20)  (la  partie  infferienre  du  eoriia 
du  personnagc  de  droite  eat  seule  eonservfee). 
11a  sout  debout,  de  troia  quart,  et  tournfea  toua 
les  deux  vera  la  dr.  Ils  sout  vOtua  de  la  tuge. 
De  la  main  g.  ils  tiennent  deux  biitons,  non  lies, 
posfes  Ifegferement  aur  l'fepaule.  Ce  sout  peut-etre 
lea  lieteura  faiaant  partie  du  eortfege  du  quatuorrir 
quinquennalis.  Lea  kätons  qu'ils  tiennent  ä la  main 
seraient  alorsles<bacilli>  dont  parle  dfedaigncuse- 
ment  Cirferon  (Leg.  agr.  II,  31),  par  romparaison 
aver  lea  amplcs  faisreaux  des  magistrats  romaina. 

Sur  le  fragment  disparu  (n°  1)  on  voyait  un 
vase  u libations  (simpulum)  et  un  asperaoir  de 
rrins  deeheral  (aapergillum)  figurfes  Tun  au  deasoua 
de  l'autre.  Ces  aeeesaoirea  aont  probablement  les 
insignea  du  tlaminat.  (Joubin.) 

Signaloua  cneore  lea  monuments  snivanta  que 
nous  n’avons  paa  juge  utile  de  photographier. 

a.  (262.)  Fragment  de  relief.  Hr  0,45,  larg. 
0,29.  Brise  a g. 

Prfetre  baehique  tournfe  vera  la  g ; il  ae  penehe 


Ifegferement  en  avant,  tient  de  la  main  g.  un 
thyme  et  avanee  le  bras  dr.  romme  pour  prfe- 
aenter  ou  prendre  quelque  ehose.  II  est  vfetu  d'un 
chitön  et  d'un  himation,  dana  le  style  du  V*  siede. 
La  tüte  presente  des  analogies  ave«-  relle  du 
Zeus  Talleyrand.  La  Hgure  dferive  d'un  modele 
nfeo-attique.  Le  travail  en  eat  trfes  common. 

b.  (268.)  Fragment  de  relief.  Larg.  0,24. 
Hr  0,165.  Briefe  en  haut  et  ä dr. 

Lea  deux  faccs  sont  ornfees.  Sur  le  revers,  en 
relief  plat,  on  voit  deux  masques  de  Satyre  devant 
un  autel  en  forme  de  pilier.  Sur  1’avera,  en  haut 
relief,  est  figurfe  tlanymfede  (?)  asaia  faiaant  boire 
l'aigle  dana  une  eoupe.  Travail  cominun.  Cf.  un 
relief  identique  au  Muafee  de  l'Ermitage  a Peters- 
bourg  (Catalogue,  n“  332). 

c.  (586—596.)  Fragmenta  d’nn  entable- 
ment  (hr  0,60)  dfecorfe  d'aiglea  portant  des  guir- 
landes  (distanre  entre  deux  aiglca  0,60).  Le  travail 
en  eat  trfes  soignfe.  Ces  fragmenta  ont  fetfe  dfeeou- 
vcrta  aur  remplacement  prfesumfe  de  la  Baailique  de 
Plotine  ce  qui  permettrait  de  lea  attribilcr  au 
II«  sifecle. 

d.  492  (150  et  105).  Stfele  funferaire  de 
Licinia  Flavilla  et  de  Sextua  Adgen- 
niue  Macrinn s.  — Dana  une  niche  cintrfee  en 
forme  de  coquille,  les  bustea  des  deux  personnagea 
reprfeaentfea  de  face : & g.  Licinia,  k la  chevelure 

| friere,  ä dr.  Sextua  en  coatume  de  tribun  miiitsire. 

! Dans  chacun  des  snglea  aupferieurs  de  la  stfele, 
un  dauphin.  Sous  la  niche,  inscription  funferaire 
(CJL,  XII,  3175).  En  bordure,  aur  toute  la  hau- 
teur  de  la  stfele,  h dr.  des  faiseeaux  lifea,  insignea 
de  la  dignitfe  de  Sextua,  VIvir  jure  dicundo,  k g. 
une  baguette,  insigne  de  la  dignitfe  de  Licinia, 
flaminique  augustale.  TrfeB  bon  style,  II«  ou 
III«  a.  apr.  J.  C.  La  Coiffure  de  la  femmo  est 
analogue  a celle  de  Julia  Titi,  tandiaque  la 
phyaionomie  de  Sextua  rappelle  lea  portraits  de 
l'fepoque  de  Trajan. 

e.  148  (9).  Autel  en  forme  decippequa- 
drangulaire  (Hr- 0,87.  Larg.  0,49),  dfedife  par 
Severa  Nigri  f.  a Vulcain  et  aux  Venta.  (C  I L, 
XII,  3135.)  — Sur  la  face  antferieure,  relief  trfes 
endommagfe.  A g.  une  femmc,  la  dfedicante  (manque 
le  haut  du  corps),  agenouillfee  devant  Vulcain 
(manque  la  tüte)  debout  ä dr.  vfetu  d’un  himation 
qui  enveloppe  les  jainbes  et  laisse  la  poitrine 
dfecouverte.  De  la  main  g.  il  tient  un  sceptre 
felevfe.  A sa  g.  par  terre,  des  tenailles,  ä sa  dr. 
une  hache.  — 

Sur  les  petits  cötfes,  h dr.  une  tete  ailfee 
imberbe,  de  pro6!  ä g.;  ä g.  une  tete  ailfee  barbue, 


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91 


Nimes.  Mannheim. 


92 


de  profil  ä dr.;  probableinent  les  Vents  person- 
nifies.  Travail  tres  grossier. 

f.  150.  Fragment  de  relief,  brisG  en  baa, 
k dr.  et  a g.  Hr  0,019.  Larg.  0,68. 

En  haut,  rangee  d’ovea  qni  prouve  que  le 
relief  faiaait  partie  d'une  decoration  arehitecturale- 

Une  ferame  nue,  ailöe  (le  haut  du  corps  eat  I 
seulconserve),  porte  dana  aea  braa  une  autre  femme 
(manquent  lea  pieda)  tournee  ä dr.  Celle  ci 
s'appuie  du  braa  dr.  aur  la  töte  du  pereonnage 
aile,  et  ötend  le  braa  g.  Elle  eat  vetue  d un  long 
chitön  serre  & la  taille,  et  d’un  himation  qui 
enveloppe  lea  jambee.  Un  pan  du  vGtement 
flotte  au  vent  en  arriere  de  la  tete  et  forme 
cointne  un  nimbe.  Lea  cheveux  aont  serrös  en 
chignon  aur  la  nuque.  Travail  ordinaire. 

g.  314  (38),  312  (219:,  310  (220  , 308  (12t;), 
306  39),  304  (42),  302  (222),  316.  Sörie  de 
pilaatres  en  forme  de  gaines  (Hermös), 
se  diminuant  par  le  bas.  La  face  antGrieure 
porte  une  inscription : dedicace  d’eaclavea  et 
d'affranchis  ä leura  maitres.  La  partie  snperienre  I 
de  quelques  uns  de  cea  Hermes  eat  legörement  I 
entaillee  en  rond  pour  recevoir  le  buate  (probable-  ! 
ment  en  bronze)  du  dedicant. 

h.  874.  Torso  depaysan.  Marbre,  Hr  1,08. 
Manquent  la  tete,  le  pied  g.,  la  jambe  dr.  k partir 
du  geuou,  la  töte  du  cbevreau.  Sur  lo  sein  dr. 
deux  trous  profonds  au  foret. 

11  est  debout,  vetu  d’un  chiton  court  qui 
s’arrete  aux  genoux,  attachö  sur  I’öpaule  g.  et 
decouvmnt  la  poitrine  ä dr.  De  In  main  dr.  il 
porte  un  cbevreau,  de  la  g.  une  outre  suspendue 
ä I’öpaulo  par  uno  eourroie.  Une  bande,  large 
de  deux  doigts,  entoure  Io  mollet  g.  A.  g.  du 
personungo  un  arbre  aervant  de  point  d’appui* 
Mauvais  travail. 

i.  868.  (42).  Personnage  barbu,  sernblabl e 
au  pröcödent,  mais  un  pen  plus  petit.  Man- 
quent les  jambee  ä partir  du  genou,  l’avunt  bras 
dr  qui  Gtait  baisse.  La  main  g.  a demi  soulovöe 
tient  un  objet  indöterminö,  peut-etre  un  sac,  sua- 
pendu  a l'öpaule.  Le  personnago  est  vetu  d'un 
chitön  court,  en  peau  de  bete,  dögageant  la  poi- 
trine k dr.  Travail  tröa  commun.  (Joubin). 

Nimes. 

Musee  de  peinture. 

Grande  moeaique  trouveo  k Nimes  en 
1883.  Au  centre  est  reprösentö  un  öpisode  do  la 
lögen  de  d'Admeto  et  d'Alcesto.  A dr.  sur  une 
estrade,  Adinete  aesis  sur  un  tröne,  la  main  dr. 


etendue,  la  g.  tenant  un  sceptre ; preß  de  lui,  Alceste 
debout,  les  jambes  drapöes,  la  poitrine  nue, 
s'accoude  sur  le  tröne  d’Admöte-  Au  dessus  du 
grou pe  un  velum.  Au  pied  de  l’estrade,  ä g. 
un  jeune  hoinme  vetu  d'une  chlamyde,  tient  en 
laisse  un  cerf  et  un  lion.  Derrikre  lui,  deux  per- 
sonnagee,  un  guerrier  et  un  ephebe,  debouebent 
d'un  portique.  Excellent  travail.  Une  de  plus 
bolles  mosaYques  connuea- 

418.  Une  copie  moderne  de  l'Arrin- 
gatore  en  bronze.  Hr  0,25.  (Jon bin.) 


Mannheim. 

Grossherzogi.  Antiquarium. 

1432.  1433.  Weiblicher  Kopf.  Marmor. 
H.  0,56  m.  Nase  ergänzt. 

Der  interessante  Kopf  hat  leider  so  stark  ge- 
litten, dass  namentlich  in  der  Vorderansicht  alle 
Wirkling  verloren  geht.  Er  bietet  e:ne  eigenartige, 
von  dem  gewöhnlichen  Archaisieren  durchaus  ab- 
weichende Mischung  strenger  und  freier  Züge. 
Streng  ist  die  Haaranordnung*,  die  Haare  laufen 
alle  vom  Wirbel  aus,  werden  durch  einen  dünnen 
Keif  zusammengehalten,  bilden  über  der  Stirn 
eine  wellenförmige  Umrahmung  und  sind  sowohl 
über  den  Obren  wrie  hinten  in  ihren  längsten 
Teilen  nochmals  unter  der  Binde  durchgezogen. 
Sie  sind  in  strengen,  feinen  Wellenlinien  gegliedert, 
in  der  Art,  w*ie  es  etw*a  um  460  v.  Cbr  üblich 
ist,  aber  in  weicherer,  man  möchte  fast  sagen 
pikanterer  Manier 

Das  Gesicht  andrerseits  zeigt  völlig  freie, 
naehpraxiteltseh  - hellenistische  Formen  in  den 
schmalen  Augen,  den  w eichen  Lidern,  den  vollen 
runden  Wangen,  dem  kleinen  Munde  mit  tiefen 
Mundwinkeln.  Vor  dem  Original  schien  es  mir, 
als  dürfe  man  an  Originalarbeit  hellenistischer 
Zeit  d>  nken.  Die  archaisierenden  Dinge  augustei- 
scher Zeit  scheinen  mir  alle  etwas  trockuer, 
nüchterner  in  der  Ausführung  Im  Gcsamteharakter 
könnte  man  am  ehesten  die  sog.  Danaostöebter 
im  Oonservatorcnpalast  (Ilelbig , Führer  *,  1, 
No.  580, 581)  vergleichen,  namentlich  den  Kopf  der 
im  Bull.  com.  III,  1875,  Taf.  10  abgebildeteo, 
und  fernereinen  Kopf  des  Museo  Torlouia,  No  188, 
der  im  Gesamtcharakter  mit  diesem  letzteren  eng 
zusam mengeht.  Diese  Groppe  von  Werken  ist 
bisher  stilistisch  und  chronologisch  noch  nicht 
recht  untergebracht  worden.  Die  Vereinigung 
von  eiucr  gewissen  Strenge  und  gesuchten  Ein- 


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Mannheim.  Karlsruhe. 


94 


farhheit  mit  grossem  Raffinement  ist  ftlr  sie, 
wie  fUr  den  Mannheimer  Kopf  das  Charakteristi- 
sche. Ich  glaube,  dass  die  Vermutung  ausge- 
sprochen werden  darf,  dass  es  sich  um  eine  Rich- 
tung der  späthellenistischcn  Kunst  handelt,  um 
beginnenden  Klassizismus,  wie  er  von  Furtwängler, 
Antike  (iernmen  III,  S.  161  auch  auf  geschnittenen 
Steinen  für  die  spätere  hellenistische  Zeit  nach- 
gewiesen ist. 

In  der  Frisur  sehr  ähnlich  ist  die  Gruppe  von 
archaisierenden  Frauenköpfen,  die  Arndt,  Glypto- 
tht-que  Ny-Carlsberg  tu  Taf.  16,  S.  23  tusamtnen- 
gcstcllt  hat  (Bulle.) 

1434,  Wcibrelief  an  Ileros  Eukolos. 
Penteliscber  Marmor.  Hoch  0,33.  Breit  0,28. 

Typus  des  ..Totenmahls'“.  Feine  attische  Ar- 
beit des  4.  Jahrhunderts  (nach  den  Schrift  formen). 
Besprochen  von  Michaelis,  Arch.  Zeitung  187b, 
S 48  fg , der  es  aber  zu  spät  (3.  oder  2.  Jahrh.) 
datiert;  Furtwängler,  Sammlung  SaburotT,  Skulpt. 
Einl.  S.  31,  Anra.  2;  Baumanu,  Marmorskulpturcn 
des  Antiquariums  zu  Mannh.  S 21,  n°  9. 

(Bulle.) 

1435.  Schlafende  Nymphe.  Marmor 
Länge  0,65,  Breite  0,29.  Ergänzt:  Nase,  rechter 
Ellenbogen,  I.  Hand  und  halber  Unterarm  nebst 
Unterlage,  r Fuss. 

An  der  Plinthe  vorn  links  Delphinkopf,  in 
der  Mitte  und  rechts  Fischküpfe.  Im  Haar  Epheu- 
blätterkranz  mit  Korymben.  Derbe  dekorative 
Arbeit  (Bulle.) 

Karlsruhe. 

Vereinigte  Sammlungen. 

1436  und  1437.  Bärtiger  Oötterkopf. 
Pent.  Marmor.  Hoch  0,23  m.  Aus  der  Nähe  von 
Athen.  Erworben  1884.  In  kleiner  Zeichnung  abg. 
Arch.  Auz.  1890,  S 5,  Nr.  11. 

Gehörte  ohne  Zweifel  zu  eiuer  Herme.  Er 
schliesst  sich  ganz  der  Serie  bärtiger  (iötterkOpfe 
an,  die  Paul  Arndt,  La  Glyptothcquc  Ny-Carls- 
berg, Taf.  11—16,  Text  S.  17  fg.  veröffentlicht 
hat,  und  steht  dem  jüngsten  Exemplar  dieser  Reihe, 
Taf.  14,  am  nächsten.  Wohl  originale  Arbeit  aus 
der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrh.  v.  Chr. 

(Bulle.) 

1438  und  1439.  Bärtiger  Satyr.  Marmor, 
anscheinend  pentelisrh  (derselbe  wie  an  Nr.  1440). 
Hoch  0,48.  tief.  1883  in  einer  römischen  Villa 
bei  Marino,  woher  auch  1440  n.  1441  stammen; 
vgl.  Uber  die  Fundumstände  das  zu  1441  Bemerkte. 
Erworben  1885.  Abg.  Bull.  com.  Xll,  1884,  Taf.  19, 
No.  15;  dazu  Lancianj  8.  162  d,  C.  L.  Visconti 


8.  217,  No.  15.  Arch.  Anz.  1890,  8.  3,  No.  2 
(Schumacher).  Reinach,  Rep.  H.  8.  49,  7. 

Beide  Arme  waren  angesetzt;  Anschlussfiächen 
mit  runden  StifUöchem.  Ebenso  in  der  Stütze 
am  r.  Oberschenkel  ein  Stiftloch,  so  dass  der  Stamm 
oder  was  daneben  stand,  gleichfalls  für  sich  ge- 
arbeitet gewesen  sein  muss.  Laneiani  (8.  166) 
uimrnt  antike  Restauration  an,  was  mir  sehr 
unsicher  zu  sein  scheint. 

Der  Satyr  trug  auf  der  1.  Schalter  einen  Schlauch, 
dessen  Rest  sichtbar  ist.  Der  rcchteArm  ging  abwärts, 
aber  weiter  vom  Körper  ab,  als  in  der  freien  Replik 
oben  No.  1371  und  der  dort  (No.  2)  genannten 
Bronzestatuette  Er  hielt  vielleicht  auch  eine  Fackel, 
wie  die  Bronze,  und  war  schwerlich  Brunnenfigur 
(Schumacher).  Das  linke  Knie  tritt  stark  hinter 
das  rechte  zurück.  Da  die  Oberschenkel  ge- 
schlossen sind,  war  cs  offenbar  ein  drehender 
Tanzschritt.  Diese  Stellung  ganz  analog  in  den 
Statuen  bei  Furtwängler,  Satyr  von  Pergamon, 
Taf.  2;  3,  No.  1,  wo  die  Entstehung  und  Ge- 
schichte des  Motivs  eingehend  verfolgt  ist.  Vgl. 
das  zu  No.  1371  Bemerkte. 

Hinten  kleines  Schwänzchen.  Penis  kurz,  be- 
stossen,  war  anscheinend  inlibuliert.  Lange  spitze 
Obren,  l’iuienkranz.  liaar  oben  gescheitelt;  Uber 
der  Stirn  und  hinten  Uaarrollc.  Der  Kopf  er- 
innert in  Haltung  und  allgemeiner  Anlage  au  den 
bronzenen  Dionysoskopf  strengen  Stils  in  Neapel 
(Hirtli  - Bulle,  Stil  1,  Taf.  75.  Brunn- Brnckmann, 
Denkm.  382)  und  darf  wohl  als  hellenistischer 
Ausläufer  desselben  Grundgedankens  gelten. 

Sehr  sorgfältige  subtile  Arbeit.  An  Haar  und 
Bart  viele  Bohrlöcher,  wie  an  den  Porträts  der 
Epoche  der  Antouiuc  häufig.  Oberfläche  schwach 
poliert,  wie  an  Kopien  badrianischer  Zelt,  ln  der 
Arbeit  so  übereinstimmend  mit  1446,  dass  beide 
Stücke  aus  demselben  Atelier  stammen  müssen, 
das  nach  den  genannten  Anzeichen  in  das  2.  Jahr- 
hundert n.  Chr.  gehört  (Bnlie.) 

1440.  Gigant  im  Kampf.  Marmor,  an- 
scheinend pentelisch,  derselbe  wie  au  No.  1438 
Hoch  0,71.  Aus  Marino,  wie  No.  1438.  Abg.  Bull, 
com.  XII,  1884,  Taf.  17,  No.  2;  dazu  Lauciani, 
ebenda  S.  162  c;  G.  L.  Visconti,  ebenda  S.  213, 
No.  4.  Arch.  Anz.  1890,  S.  3,  No.  1 (Schumacher). 
Reinach,  Rep.  II,  S.  26,  No.  1. 

Arme  und  r.  Unterschenkel  waren  besonders 
angesetzt,  was  keineswegs  eine  antike  Restau- 
ration zu  sein  braucht  (Laneiani  S.  166).  In  den 
Armstümpfen  runde  Dübellöcher  und  Reste  von 
Eisenzapfen;  am  1.  Arm  noch  die  Stückchen 
der  Ausrblusstläcke.  Im  r.  Oberschenkel  langer 


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Karlsruhe. 


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Kanal  für  Eisendübel  (Kostspuren),  daneben  ge- 
krümmter Kanal  zum  Vergüssen;  unten  Ansatz- 
fläche. Im  I.  Knie  tiefes  rundes  Bohrloch  wie  rechts, 
ebenfalls  Kostspuren.  Keinerlei  Marmorstütze. 
Vielmehr  muss  der  Diibcl  im  1.  Knie  die  ganze 
Eigur,  welche  jetzt  falsch  aufgesetzt  ist,  auf  der 
Unterlage  festgehalteu  haben. 

Die  ehemalige  Aufstellung  giebt  beistehende 
Ergäuzungszcielinung  Kcirhliolds.  Die  Riclitig- 
keit  wird  ohne  weitere*  durch  den  Verlauf  der 
Dübel  bewiesen.  In  dieser  Haltung  wird  die  Be- 
wegung des  Rumpfe*  erst  verständlich.  Der  Gi- 
gant ist  im  Kampf  aufs  Knie  gestürzt  (ist  aber 
nicht  verwundet,  wie  Schumacher  annimmt);  sein 
Gegner  muss  gegen  seine  rechte  Seite  eingedrungen 
sein  und  hatte  ihn  wahrscheinlich  irgendwie  am 
r.  Arm  gepackt,  wodurch  seine  Kopfwendung  ver- 
anlasst wird.  Beide  Oberarme  gingen  grade  nach 
den  Seiten;  der  I.  Unterarm  war  vermutlich  nach 
dem  Kopfe  zurürkgebogen. 

Das  Motiv  ist  schon  im  5.  .lalirh.  gefunden 
und  sehr  mannigfaltig  variiert  worden  („Kapancus“ 
der  Villa  Albani,  Gefallener  unter  dem  Drxileos, 
Giebelfigur  aus  Sammlung  Alba  (Madrid)  in  der 
Glyptothek  Ny-l'arlsberg,  E-A  1790;  häufig  auf 
Vasen),  dann  in  hellenistischer  Zeit  weitergebildet 
(Krieger  von  Delos;  Gigant  unter  der  Athens  des 


pergamenischen  Altarfrieses).  Diesen  reiht  sich 
als  eine  der  jüngsten  Ausbildungen  der  Karlsruher 
Gigant  an,  bei  dem  die  Haltung  des  Oberkörpers 
erst  dann  ganz  verständlich  werden  würde,  wenn 
man  die  Bewegung  des  Gegners  kennte 

Der  Kopf  ist  im  Ausdruck  (Mund  zum  Schreien 
geöffnet)  und  formal  (Augenbildung)  dem  Laokoon 
aufs  engste  verwandt,  sodass  man  an  ein  Vorbild 
aus  der  rhodischen  Schule  denken  darf.  Gute 
Arbeit,  sehr  weiche  verwischte  Behandlung  der 
Oberfläche,  namentlich  am  Kopf.  Aber  sicher 
nicht  hellenistische  Originalarbeit,  da  an  einzel- 
nen Stellen  sehr  roh  mit  Bohrlöchern  gearbeitet 
ist  (Schamhaar,  namentlich  aber  im  inneren  Winkel 
des  1.  Auges).  Schwache  Politur  der  Oberfläche. 
Aus  demselben  Atelier  wie  1438;  2.  Jahrhundert 
n.  Uhr.  (Bulle.) 

1441.  Marsyas  am  Bau mstarnm.  Rot- 
gestreifter („phrygiseher“)  Marmor.  Hoch  3,12  m. 
Aus  der  Villa  bei  Marino  wie  No.  1438—1440. 
Ergänzt  der  halbe  rechte  Unterschenkel  mit  Fuss, 
die  Zehen  des  1.  Kusses,  der  r.  Unterarm,  die 
Finger  der  I.  Hand.  Beider  konnten  die  Hände 
nicht  mit  auf  die  Photographie  gebracht  werden. 
Der  Stamm  ist  nach  C.  E.  Visconti  ergänzt;  Schu- 
macher sagt  nichts  davon.  — Abg.  Bulletino  co- 
munale  XII,  1884,  Taf.  18,  No.  12;  dazu  Lanriani 


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Karlsruhe. 


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ebenda  S.  160,  C.  L.  Visconti  ebenda  S.  216. 
Ferner  Arch.  Anz.  1890,  S.  4,  No.  5 in  Zeichnung, 
mit  Text  von  Schumacher.  Endlich  Reinach,  116p. 
II,  S.  56,  6. 

Stimmt  In  dem  schiefgezogenen  Mund  mit  dem 
kapitolinischen  Exemplar  flberein  und  gehört  zu 
dem  „roten“  Typus,  den  Amelung,  Führer  durch 
Florenz,  S.  61  f.,  für  eine  jüngere  Weiterbildung 
erklärt  Ob  mit  Recht?  Ob  nicht  der  einfachere 
„weisse  Typus*  bloss  eine  Verflachung  durch  Ko- 
pistenhände  ist? 

Liste  der  Repliken  giebt  zuletzt  Jessen  in 
Roschers  Lexikon  II,  Sp.  2458.  Dazu  neu  der 
Torso  aus  Tarsos  in  Konstantinopel,  publ.  von 
Joubin  in  den  Monum.  Piot,  VI,  Taf.  13,  S.  145  fg. 

Die  Fundumständo  der  drei  zusammengefun- 
denen  Statuen  1438—1441  erlauben  leider  keine 
genauere  Zeitbestimmung,  als  sie  für  1438  und 
1440  aus  den  technischen  Anzeichen  zu  gewinuen 
war.  Der  Marsyas  wurde  in  dem  ältesten  Teile 
der  Villa  gefunden,  den  Lanciani  aus  bauteebni- 
schon  Gründen  etwa  in  augusteische  Zeit  setzt. 
Satyr  und  Gigant  fanden  sich  in  dem  Anbau,  der 
nach  Lanciani  später,  aber  jedenfalls  vor  Hadrian 
hinzugefügt  ist  Doch  waren  beide  Stücke  zwischen 
die  Doppelmauer  einer  Apsis  verbaut,  unbekannt 
wann,  so  dass,  da  die  Villa  bis  in  die  späteste  Zeit 
bewohnt  war,  jeder  Anhalt  einer  Datierung  fehlt. 

(Bulle). 

1442  and  1443.  Statue  des  »Hypnos*. 
Weisaer  Marmor.  Hoch  1,20 m.  Gef.  bei  Tnsculum. 
Kopf  aufgesetzt,  aber  zugehörig.  Ergänzt  durch 
Bildhauer  Heer  in  Karlsruhe:  Plinthe;  Stamm; 
I.  Knie  von  Mitte  des  Oberschenkels ; r.  Bein  von 
Mitte  des  Kniees;  I.  Arm  vom  Ellenbogon  ab- 
wärts nebst  Hand;  r.  Arm  von  unterhalb  der 
Schulter;  r.  Hand  ausser  dem  am  Rücken  anliegen- 
den Teil;  Nasenspitze.  — Abg.  bei  Winnefeld, 
Hypnos  Taf.  I,  II;  der  Kopf  jedoch  in  einer  zu 
Vergleichen  nicht  brauchbaren  Ansicht,  weshalb 
eine  neue  Veröffentlichung  des  Stückes  gerecht- 
fertigt ist.  Bei  Winnefeld  Einzelmaasse  und 
Replikenliste.  Neueres  Replikenverzeichnis  bei 
Furtwängler,  Meisterwerke  S.  483,  Anm.  3,  ver- 
vollständigt durch  Arndt,  Glyptothäqne  Ny  Carls- 
berg S.  85.  Siehe  auch  Amelung,  Einzelauf- 
nahmen IV,  1139. 

Die  ungewöhnlich  lange  Reihe  der  Wieder- 
holungen zeigt,  dass  die  römischen  Decorateure 
diesen  Jünglingstypus  höchst  brauchbar  fanden. 
Jedoch  verfuhren  sie  sehr  frei  damit  (die  grössere 
Hälfte  der  Repliken  wird  als  »flau“  oder  »ver- 
weichlicht* bezeichnet,  Furtwängler  a.  a.  O ) und 


haben  in  zwei  Fällen  die  Haltung  sogar  im  Gegen- 
sinne wiedergegeben,  natürlich  aus  rein  äusseren 
Gründen,  einem  dekorativen  Pendant  zn  Liebe- 

Wenn  man  den  Karlsruher  Kopf  ohneWeiteres 
mit  dem  Berliner  Exemplar  vergleichen  wollte, 
so  müsste  man  zu  dem  Resultate  kommen,  dass 
der  Berliner  Kopf  in  seinen  knappen  Formen 
und  in  dem  diadnmenos-ähnlichen  Haar  den  ur- 
sprünglichen, polykletischen  Charakter  ziemlich 
getreu  wiedergiebt,  während  der  Karlsruher  mit 
dem  völlig  veränderten,  krauslockigen,  »praxi- 
telischen“  Haar  und  den  weicheren,  volleren  Ge- 
sichtszügen  eine  attische  Umarbeitung  wieder- 
holt. Als  Parallele  dazu  führen  Arndt  (a-  a.  0. 
S.  84,  Anm.  5)  und  Amelung  (E-A  IV,  S.  40),  die 
dieser  Meinung  zuneigen,  neben  anderem  die 
Attische  Umarbeitung  des  Westmacottschen 
Athleten  aus  Eleusis  an,  die  einen  überzeugen- 
den Schulfall  für  ein  derartiges  Verhältnis  reprä- 
sentiert Aber  hier  ist  nicht  nur  der  Kopf,  son- 
dern der  ganze  Körper  attisch  umstiÜBiert.  Da- 
gegen unterscheidet  sich  der  Karlsruher  «Hypnos* 
kaum  durch  grössere  Weichheit  der  Übergänge, 
sicher  aber  nicht  in  der  Gesamtauffassung  des 
Rumpfes  von  dem  Berliner  Narkissos. 

Hält  man  sich  dazu  die  ungemeine  Ver- 
schiedenheit auch  der  anderen  Köpfe  — die  z.  B. 
bei  den  beiden  Jacobsonschen  Exemplaren:  Arndt, 
a.  a.  0.  Taf.  53,  54,  erschreckend  gross  ist,  ohne 
dass  hier  aber  von  einer  entschiedenen  Umsetz- 
ung in  einen  anderen  Stil  die  Rede  sein  könnte  — 
vor  Augen,  so  kann  der  Schluss  gar  kein  anderer 
■ein,  Als  dass  diese  in  den  römischen  Kopisten- 
ateliers  so  gangbaren  Statuen  nicht  auf  ein  doppel- 
tes Urbild,  sondern  unbedingt  auf  ein  Vorbild 
zurUckgeben.  Dieses  verändert  sich  freilich  unter 
den  Händen  der  scalpellini  mannigfach,  je  nach- 
dem einer  mehr  an  praxitelisch-attische  Weich- 
heit und  Süssigkeit  gewöhnt  ist  oder  an  stilistisch 
strengere  Dinge,  denen  er  dann  auch  bei  flüch- 
tiger Übertragung  wenigstens  den  GesamtchArak- 
ter  zu  wahren  versteht.  Das  Problem  derNarkissos- 
Repliken  ist  also  lediglich  eine  Frage  der  Kopien- 
forschung, nicht  eine  der  Geschichte  der  älteren 
Kunst. 

Auch  die  Abwechslung  im  Beiwerk,  worüber 
Furtwängler,  Meisterwerke  S.  486,  näheres  atis- 
führt,  bekräftigt  das.  Von  den  Kopfflügeln  unseres 
Exemplare»,  die  sehr  klein  sind,  ist  der  linke  in 
der  Aufnahme  der  gAnzen  Statue  besser  sichtbar, 
als  an  der  Vorderansicht  des  Kopfes;  vom  rechten 
sieht  man  im  Profil  das  Einsatzloch.  Diese  Art 
kleiner  Kopfflügel  ist  Attribut  des  Hermes,  wie 


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Karlsruhe.  Schloss  Erbach. 


100 


Furtwängler  ebenda  S.  4K5,  Anm.  3}  richtig  be- 
merkt Bei  dem  guten  griechischen  Hypnos- 
typns  Bitzen  die  Flügel  an  den  Schläfen  und 
sind  die  grösseren  Schwingen  eines  Nachtvogels 
(Brunn,  Götterideale  S.  31)  •)  Also  liegt  kein 
Grund  vor,  die  Karlsruher  Statue  Hypnos  zu 
nennen.  Der  Kopist  hat  diesmal  aus  der  „Nar- 
kissoHMfigur , deren  ursprüngliche  Bedeutung 
immer  noch  zu  suchen  bleibt,  einen  Hermes 
gemacht  (Bulle). 


Schloss  Erbach 

im  Odenwalde. 

1444.  Hermes  als  Kind.  Weisscr  Marmor. 
Hoch  0,85.  Anthes,  Antiken  der  gräflich  Erbacbi- 
seken  Sammlung  in  Krbarh  i.  0 , S.  12,  No.  3. 
Kunstilenkiuäler  im  Grossherzogtum  Heesen,  Kreis 
Erbach,  lierausgcg.  von  Georg  Schaefer  (Darm- 
Stadt  1891),  S.  77  fg.,  Fig.  45.  Ergänzt : Nase, 
Lippen,  rechter  Arm,  linke  Hand  mit  Heute!  und 
Stück  des  Gewandes,  Flicken  am  Gewand.  Der 
Kopf  war  gebrochen,  seine  Zugehörigkeit  wird 
aber  gesichert  durch  Vergleich  mit  der  Vatika- 
nischen Replik,  unten  No.  2. 

Das  etwa  vierjährige  Knäbchen  trägt  ein 
Hemd  mit  kurzen  Ärmeln,  das  von  der  linken 
Schulter  herabgegiitten  ist:  durch  kleine  Flügel 
im  Haar  ist  cs  als  Hermes  gekennzeichnet.  Es  ist 
die  Kopie  eines  beliebten  Vorbildes,  da  cs  nach- 
stehende Wiederholungen  giebt: 

1.  Die  Erbachische  Statue 

2.  Statue  im  Vatikan  Visconti,  Museo  Pio- 

Clementino  I,  Taf.  5.  Ciarac  653,  1507. 

Scherer  in  Roschers  Lexikon  I , Sp.  2430. 
Kopf  gebrochen,  aber  zugehörig;  mit  Flügeln  im 
Haar  und  von  demselben  Typus  wie  No  1 Beine 
z.  T ergänzt.  Rechter  Arm  mit  Hand  erhalten. 
Die  Hand  nähert  sich  mit  einer  kindlich  schalk- 
haften Bewegung  dem  Munde;  danach  ist  No.  1 
richtiger  zu  ergänzen.  Linke  Hand  mit  Beutel 
ist  ergänzt  Die  ehemalige  Bewegung  dieser  Hand 
wird  gegeben  durch  No.  3 und  4. 

3.  Louvre.  Fröhner,  Notice  de  la  scnlpt  d. 
L.  No.  175.  Ciarac  317,  1506.  Kopf,  Unterschenkel, 
Hände  ergänzt  Mit  der  Linken  fasste  er  das  Ge- 
wand: .de  la  main  gauche,  l'enfant  rcleve  un 
pan  de  son  vetement“  (Fröhner).  Diese  Bewegung 
wird  gesichert  durch  No.  4.  Auch  zeigt  die  ganze 


•)  Di«  Fragment  im  Louvre,  Friedrichs* Woltcra  12H9, 
abg.  Koscher,  Lex  I,  Sp  2850,  ist  seinen  Gcsichtsxügcn 
nach  Medusa  mit  brechendem  Auge,  nicht  llypnos. 


Anlage  der  Gewandfaltcn,  dass  dies  die  einzig 
richtige  Ergänzung  ist  Dass  ausserdem  ehemals 
ein  Gegenstand  in  der  linken  Hand  lag,  wäre  zur 
Not  möglich,  ist  aber  durchaus  unwahrscheinlich. 
Es  ist  eine  echt  kindliche  Gebärde,  aus  Verlegen- 
heit am  Hemdehen  zu  zerren. 

4.  Torso  im  kapitolinischen  Museum  Righetti, 
Descrizione  dcl  Campidoglio  Bd.  II,  Taf.  2515,  1. 
Reinach,  Röp.  II,  4öö,  10.  Kopf,  rechte  Hand, 
Unterschenkel  fehlen.  Die  linke  Hand  zieht  das 
Gewand  empor;  ob  Teile  daran  ergänzt  sind? 
Das  Gewand,  dessen  untorer  Rand  gebrochen  ist, 
scheint  weniger  tief  herabgehängt  zu  haben  als 
bei  1 und  2. 

5.  Vatikan,  t'larac  876,  2236  A.  Kopf,  r. 
Arm  ganz,  I Arm  z.  Hälfte,  Beine,  grosse  Stücke 
des  Gowandes  ergänzt. 

6.  Museo  Torlonia  No.  69.  Reinach,  Rt'p  II, 
432,  5.  Ohne  Zweifel  sind  der  Kopf,  der  r und 
1.  Unterarm,  die  Früchte  unten  im  Schurz  nnd 
wahrscheinlich  noch  mehr  am  Gewand  modern. 

7 München,  Residenz.  Nur  Torso  alt.  Be- 
schrieben oben  IV,  S.  19,  No.  11. 

Durch  diese  Repliken  wird  der  ehemalige 
Zustand  fcstgclcgt:  Rechte  Hand  dem  Kopfe  ge- 
nähert, linke  Hand  das  Gewand  fassend.  Dieser 
Typus  ist  abgewandelt  worden  dureli  Zuthaten 
in  folgenden  Varianten: 

8.  Vatikan.  Ciarac  655,  1505.  Beine  und  I. 
Hand  modern.  Die  Rechte  drückt  einen  kleinen 
Hund  gegen  die  Brust  Kopf  mit  kleinen  Flügeln 
nach  Ciarac  gebrochen,  aber  zugehörig;  anderer 
Typus  wie  bei  1 und  2. 

9.  Museo  Chiaramonti.  Ciarac  878,  2231  R. 
Arm  neu.  Die  Linke  drückt  eine  Gans  gegen  die 
Brust.  Der  Kopf  ist  verschieden  von  dem  Typus 
sowohl  bei  1—2,  wie  bei  6. 

10.  Toulouse.  Ciarac  763,  1878  In  anderer 
Ansicht  nach  Photographie  (ohne  dass  die  Iden- 
tität bemerkt  ist)  bei  Reinach.  Rep  II,  430,  8. 

I Rechte  Hand  wie  hei  2—4  erhoben.  Kopf  ab- 
weichend von  allen  anderen.  Linke  hält  ein 
grosses  Füllhorn.  Hier  ist  also  ein  Harpokratcs 
daraus  geworden 

Die  Erfindung  gehört  jedenfalls  in  hellenisti- 
sche Zeit,  die  so  viele  genrehafte  Kindertypen 
geschaffen  hat.  Der  ursprüngliche  Kopf  (No  1,2) 
mit  seinen  vollen  krausen  Locken  ist  dem  kürz- 
lich von  Furtwängler  in  der  Zeitschrift  des 
Münchener  Altertumsvereins  1900,  Taf.  1 fg.,  ver- 
öffentlichten verwandt,  nur  zeigt  er  ein  etwas 
reiferes  Alter.  Beide  Kopftypen  gehören  wohl  in 
die  spätere  hellenistische  Zeit.  Dass  unser  Knäb- 


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101 


Schloss  Erbach. 


102 


dien  von  Anfang  an  als  Herme»  erfunden  worden 
sei,  ist  durchaus  unwahrscheinlich,  da  die  Charak- 
terisierung durch  die  KopftKigcl  deutlich  ein  von 
dem  Kopisten  äussorlich  hinzugefügtes  Moment 
ist.  Der  Originalkttnstler  hätte  sie  nicht  so  neben- 
bei ins  Haar  gesteckt,  sondern  Bie  richtig  mit  der 
ganzen  Uaaranordnung  zusammenkomponiert.  Erst 
die  römischen  Dekoratcnre,  die  das  Vorbild  so 
flcissig  kopierten,  hatten  wohl  das  ßedtirfnis, 
einen  bestimmten  Kamen  fttr  das  Kind  zu  haben. 

(Bulle.) 

1445.  Links:  Nike.  Bronze  Hoch  0,18m. 
Abg.  Canseus  (de  la  Chaussc),  Museum  Komanum  11, 
S.  ttl,  Taf.  16  (damals,  1690,  bei  dem  Sammler 
Magnini  in  Rom).  Diese  Abb  wiederholt  bei 
Montfaucon,  Anb  expl.  I,  2,  Taf.  209,  No.  6, 
S.  342;  Keinach,  Rep.  II,  885,  2.  Seitenansicht 
abg.  Guattani,  Mon.  ined.  1787,  Febbraju  Taf.  3, 
Marzo  S.  19;  danach  Clarac  638,  1441.  Anthea 
S.  29,  No.  2. 

Hinten  eine  breite  Hülse  von  l'/i  cm  Durch- 
messer, zum  Hineinateckcn  eines  Stabes.  Sehr 
wahrscheinlich  von  einem  römischen  Feldzeichen, 
ähnlich  wie  dio  Lyoner  Nike  Gaz.  Arch,  1876, 
Taf.  29;  Reinach,  Rep.  II,  388,  7 (vgl.  Roschers 
Lex.  HI,  357).  Die  Bronze  ist  eine  freie  Wieder- 
holung des  berühmtesten  Nikebildes  des  römischen 
Reiches,  der  Victoria  in  der  Curia  Julia,  deren 
Typus  ich  in  Roschers  Lei  111,  Sp.  354  f.  nach- 
gewiesen  habe.  Gute,  namentlich  am  Kopf  sorg- 
fältige römische  Arbeit. 

Mitte:  Athens.  Bronze.  Hoch  0,20  m An- 
thes  S.  29,  No.  1.  Erwähnt  vou  Michaelis,  Ancicnt 
Marbles  in  Great  Britaln,  S.  530. 

Die  Statuette  stimmt  Zug  für  Zug,  nur  mit 
einigen  Vereinfachungen  und  Vergröberungen, 
überein  mit  der  Marmorstatue  in  Newby  Hall, 
Michaelis  a.  a.  0.  S.  529,  No.  23;  abg.  Specimens 
of  ancient  sculp.  II,  Taf.  38,  Clarac  402  A,  888  B. 
Der  Gegenstand  in  der  r.  Hand  der  Bronze  soll 
offenbar  eine  Eule  sein,  obwohl  die  Formen  ziem- 
lich unklar  sind.  Auch  die  Köpfe  stimmen  über- 
ein. Nun  ist  jetloch  von  Michaelis  aktenmässig 
nachgewiesen,  dass  der  Kopf  der  Newby-Statue 
nicht  dazugehört,  sondern  willkürlich  von  einem 
Restaurator  aufgesetzt  ist.  Dieser  hätte  also 
zufällig  einen  Kopf  von  richtigem  Typus  ge- 
nommen. 

Jedoch  ist  eine  so  völlig  genaue  Überein- 
stimmung ciuer  Kleinbronze  mit  einer  lebeusgrossen 
Figur  etwas  so  Ungewöhnliches,  dass  der  Verdacht 
aufsteigt,  dass  die  Erbacher  Bronze  eine  moderne 
Fälschung  nach  der  Statue  ist.  Letztere  ist  etwa 


1765  in  Rom  restauriert  und  erworben  (Michaelis 
S.  522),  die  Bronze  ist  wenig  später  (1774 — 75 
oder  1790,  vgl.  Anthes  S.  2)  vom  Grafen  Erbach 
von  ebendort  mitgebracht.  Ich  habe,  als  ich  vor 
mehreren  Jahren  die  Aufnahme  in  Erbach  machte, 
keinen  Verdacht  an  der  Echtheit  gehabt,  möchte 
jetzt  aber  ohne  eine  neue  Untersuchung  des  Ori- 
ginals von  kompetenter  Seite  die  Bronze  nicht 
wissenschaftlich  verwertet  wissen. 

Ist  sie  jedoch  echt,  so  repräsentiert  sie  zu- 
sammen mit  der  Statue  von  Newby-Hall  einen 
sonst  nicht  erhaltenen,  sehr  reizvollen  Athenatypus 
hellenistischer  Zeit. 

Rechts:  Krieger.  Bronze.  Hoch  0,20.  Bei 
Anthes  S.  30  summarisch  mit  anderen  „italischen 
Idolfiguren“  erwähnt.  Archaisch-etruskisch. 

(Bulle.) 

1446.  Mcuander.  Anthes  S.  15,  No.  8. 
Näheres  in  Studniezkas  zu  erwartender  zusammen- 
fassender Arbeit  über  Menander.  Bernoulli 

( Griech.  Ikonographie  II  p.  113  n°  16. 

1447.  Sog.  Sertorius.  Marmor.  Nase 
ergänzt  Hoch  0,45.  Anthes  S.  15,  No.  7.  Kunst- 
denkmäler Hessens,  Erbach,  Fig.  44  b. 

Das  linke  Auge  halbgcsehlossen,  wohl  er- 
blindet woher  die  unhaltbare  Bezeichnung  Ser- 
torius Die  stilistischen  Merkmale  (Angabe  der 
Augensterne,  die  „gehackte“  Arbeit  am  Haar) 
weisen  den  Kopf  ins  dritte  Jahrhundert  n.  Chr., 
Zeit  der  Gordiane.  Vgl.  Bernoulli,  Rüm.  Ikonu- 
: graphic  II,  3,  Taf  33,  89—42,  46.  Porträt  von 
grosser  Kraft,  namentlich  in  den  leidenden  Zügen 
um  den  Mund  und  in  dem  Kontrast  des  gesunden 
gegen  das  erloschene  Auge.  (Bulle.) 

[Das  Münchener  Kupferstiebkabinett  bewahrt 
unter  No.  712  „Erbach,  Antiken“  ein  handschrift- 
liches Verzeichnis  der  Erbacher  Mannorbild- 
werke,  hergestellt  1816  von  dem  Grafen  Franz  für 
den  damaligen  Kronprinzen  Ludwig  von  Bayern 
und  begleitet  von  33  getuschten  Bleistiftzeich- 
nungen. Der  Katalog  enthält  jedoch  nichts  heut- 
zutage mehr  Brauchbares.  In  dem  vorgebundenen 
Begleitschreiben,  d.  dato  Erbach  8.  Aug  1816, 
fragt  der  Graf  an,  ob  er  eine  Sammlung  „Bardi- 
scher Altertümer“,  an  hundert  Stück,  die  er 
drelssig  Jahre  früher  von  Dr.  Mcsny  in  Florenz 
erworben  habe  und  die  bei  dllancarvillc,  Antiqui- 
tes  du  Gabinet  Hamilton,  111,  S 111,  Aiiut.  9 er- 
wähnt seien,  in  die  Sammlungen  des  Kronprinzen 
stiften  dürfe.  Im  Münchener  Antiquarium,  wohin 
sie  gekommen  sein  müssten,  sind  diese  sardischcn 
Altertümer  nicht  vorhandeu,  aber  auch  in  Erbach 
scheinen  sie  nicht  mehr  zu  sein.]  (Bulle.) 


8 


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103 


Darnmtaiit 


10-1 


Darmstadt. 

Sammlung  des 

Majors  a.  D.  Freiherrn  von  Heyl. 

1448  — 1450.  J il  n|{l  i l>  k»  kop  f.  Weisser 
Marmor.  Hoch  0,38,  Geatchtsläng»  0,205.  Gut  er- 
halten Ergänzt  nur  die  Nasenspitze.  Überarbeitet 
die  llinde  an  der  rechten  Kopfseite  und  das  Haar 
darüber.  — Komische  Kopie  von  guter,  obwohl 
nicht  ungewöhnlicher  Arbeit. 

Das  Gesicht  ist  stark  zur  Unken  und  etwas 
nach  oben  gewandt.  Im  Haar  eine  runde  Binde, 
die  oben  in  den  Docken  verschwindet  und  unten 
keine  freien  Enden  hat,  sondern  ununterbrochen 
umläuft  (also  nicht  die  Künigsbinde  der  helleni- 
stischen Herrscher).  Der  Kopf  stellt  einen  jugend- 
lichen Gott  dar,  sehr  wahrscheinlich  Apollon. 

Repliken  sind  mir  nicht  bekannt.  Der  Kopf 
ist  aufs  engste  verwandt  mit  zwei  Köpfen,  die 
man  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit  auf  Leo- 
chares  zurilckführeu  kann,  dem  Kopf  auf  dem 
sogenannten  Adonis  in  Neapel  (Graef,  Köm. 
Mitt  1897,  S.  38*}),  und  dem  Apollon  vom  Be- 
vedere.  In  der  Gesamtanlagc  des  Gesichts,  in  der 
stark  gelockten  Haarfdllc  um  Stirn,  Schläfen  und 
Hals,  bei  sehr  viel  ruhigerer  Behandlung  des 
Hinterkopfes,  endlich  auch  in  der  bewegten,  auf- 

•)  Furlwäugler  (Meisterwerke  8 663  (g  ) bet  geglaubt, 
das#  man  da«  Vorbild  dieses  Kopfe«  Ina  5.  Jahrb  binauf- 
rttcken  müsse,  weil  die  Londoner  Replik  desaelben  (abg. 
ebenda  Fig.  131)  ganze  barte  Orbitalrinder,  Augenlider, 
Lippen  u.  «.  w.  zeigt.  Die  fortaclireitende  Erkenntnis  der 
römiflchen  Kopistenge wohnheiten  lässt  aber  Jetzt  deutlich 
einsehen,  dass  ca  sich  hier  um  die  Verhärtung  eine«  wel- 
chen Vorbildes  durch  den  Kopisten,  um  ein  kiinatlichefl 
llineintragcn  älterer  Fonneu  in  einen  Jüngeren  Typus 
himdelt.  So  richtig  schon  Arndt,  oben  n 1 516/1";  Hermanns 
Rinwände  (Serie  IV,  8.  63)  sind  nicht  stichhaltig.  Das 
Musterbeispiel  fUr  dieses  Verfahren,  Air  das  sich  die 
Beispiele  jedenfalls  mehren  werden,  ist  der  Alexander- 
Kopf  von  Erbach  (Arndt,  Porträts  Taf.  473,  474),  desaen 
scharfe,  tLächige  Behandlung  an  Augen  und  Mund  auf 
daa  6.  Jahrhundert  zu  weisen  scheint.  Dass  das  aber 
nur  vom  Kopisten  — der  an  der  Manier  des  5.  Jahrh. 
mehr  Geschmack  fand  oder  sich  einseitig  mit  Werken 
de*  5.  Jahrh  abgegeben  hatte  — herrührt,  zeigt  unwider- 
leglich die  sonst  völlig  übereinstimmende,  aber  ganz 
weich  in  der  Art  des  ausgehenden  4-  Jahrhunderts  ge- 
arbeitete Wiederholung  auf  der  athenischen  Akropolis 
(Arndt,  ebenda  Taf.  475,  47C).  Natürlich  giebt  es  auch 
Fälle,  wo  da*  Umgekehrte  ei n tritt ; vgl.  z.  B,  die  ver- 
weichlichten Repliken  des  myronischen  Diskobolen,  oben 
Serie  II,  8.  41,  No.  4,  5,  15.  Es  wird  eine  der  wich- 
tigsten Aufga ben  der  systematischen  Kopien- 
kritik sein,  von  solchen  klareu  Fällen  aus  auch  Air 
Kopien,  bei  denen  keine  atilgctrcuen  Repliken  neben 
den  abgewandelten  steheu,  den  richtigen  Standpunkt  zu  , 
lehren. 


blickenden  Haltung  des  Kopfes  stehen  sich  die 
drei  Köpfe  nahe.  Es  ist  eine  unmittelbar  fühlbare 
| Familienähnlichkeit  eine  verwandte  künstlerische 
Onindstimmung  ln  ihnen.  In  Einzelheiten  ist 
der  Hey  Ische  Kopf  dem  „Adonis“  namentlich  in 
den  Uaarpartien  um  Stirn  und  Schläfe  ausser- 
ordentlich ähnlich.  Andererseits  stimmt  er  mit 
dem  Apollon  vom  Belvedere  fast  völlig  überein  in 
der  Lagerung  der  Augen  und  der  Führung  des 
Profils  Da  ich  Winters  Rückführung  des  Apoll 
vom  Belvedere  (Jahrbuch  1802,  S.  164)  auf  Leo- 
chares  für  durchaus  annehmbar  halte,  so  können 
wir  also  in  dem  Hey  Ischen  Kopf  mit  einiger  Zu 
versieht  ein  neues  W er  k des  Leochares  den  be- 
kannten hinzufUgen.  Der  Vergleich  mit  dem  Gany- 
med-Kopf des  Leorhare*,  soweit  derselbe  zu  Ver- 
gleichen brauch  bar  ist  bestätigt  unsere  Ansetzung. 

Etwas  ferner  stehen  dann  zwei  Wrerke,  die 
man  ebenfalls  mit  Leochares  in  Bezug  gebracht 
hat,  der  Alexander  Rondanini  zu  München  (Furt- 
wänglcr,  Glyptothek  No.  298)  und  der  Alexander 
von  Magnesia  a.  S.  (Monuments  Piot  III,  Taf. 
16  -18.  Wiegand,  Jahrbuch  1*99,  8.  1 fg.)*),  bei 
welchem  Furtwänglcr,  Wiegand  und  ich  und 
vielleicht  noch  Andere  unabhängig  von  einander 
auf  Leochares  verfallen  sind.  Das  eine  ist  ein 
wirkliches  Porträt,  die  Statue  von  Magnesia  da- 
gegen eines  jener  Btark  idealisierten  öffentlichen 
Denkmäler,  deren  es  überall  gegeben  haben 
wird,  wo  Alexanders  Einfluss  dauernde  Spuren 
hinterliess  (vgl.  dazu  die  Bemerkung  Wiegands 
a.  a.  O.  S.  4,  Amn.  1).  Daraus  erklären  sich  die 
sehr  starken  Verschiedenheiten.  WTenn  man  daher 
bei  dem  Alexander  von  Magnesia  den  Namen 
Leochares  ansspricht,  so  wird  man  allerdings 
schwerlich  ein  Wferk  des  Meisters  selbst  darin 
sehen  können  Aber  er  ist  leocharisch  zu  nennen, 
insofern  man  damit  eine  andere,  neben  der  ly« 
sippiseben  Schule  berlaufende  und  von  ihr 
grundverschiedene  Kunatwebe  bezeichnen  will,  die 
| einen  durchaus  persönlichen  Charakter  hat,  die 
aber  doch  weit  mehr  als  Lysipp  auf  skopasischcn 
Traditionen  weiterbaut. 

Für  diese  ganze  Gruppe  haben  wir  an  dem 
Heylschen  Kopfe  ein  neues  Bindeglied  gewonnen. 

(Bull  e.) 

1451.  Aphrodite  (?).  Terracottastatuette. 
Bräunlicher  Thon.  Am  Getvand  Reste  von  Rosa. 
Huch  0,38.  Aus  Kleinasieu. 

Der  1.  Fuss  war  aufgestützt.  Beide  Hände 
näherten  sich  einander  und  hielten  wohl  einen 

•)  Diesem  wiederum  schliefst  sich  der  Kopf  im  Glar- 
dino  Boboli,  Einzelaufnahmen  Nr.  107,  aufs  Engste  an. 


105 


Darmstadt.  Würzburg.  München. 


106 


Gegenstand.  Im  Haar  Diadem.  Grossartiger 
Kontrapoet  von  Ober-  und  Unterkörper. 

Dieeee  wundervolle  Werk  lehnt  »ich  im  Mo- 
tiv offenbar  eng  an  ein  statuarische»  Vorbild  an 
und  durfte  daher  hier  Aufnahme  finden.  Dies 
vorausgesetzte  Vorbild  selbst  ist  nicht  erhalten, 
wohl  aber  ein  sehr  verwandtes  Werk,  die  Har- 
morstatuette  (hoch  0,71}  in  Argos  (Bcinaeh,  Rep.  11, 
838,  4;  Phot.  Athen.  Inst.  Argos  No  1;  Athen. 
Mltt.  1879,  S.  150,  No.  489;  Friederiehs-Wolters 
1473),  die  den  linken  Kuss  auf  einen  Wasservogel 
setzt.  Eine  Replik  davon  (hoch  0,75}  in  Paris, 
Clarac  345,  1359  (Kopf,  Arme,  Hals  de»  Vogels 
ergänzt).  Von  einer  weiteren  Replik  in  der  Ge- 
mäldegallcric  zu  Edinbnrg  giebt  mir  Wolters  auf 
eine  briefliche  Mitteilung  Conzes  Nachricht  Eine 
kleinere,  etwas  vereinfachte  Wiederholung  (H.0,87) 
im  Piracus  (Museum  des  Gymnasiums}  ist  vom 
Athen.  Institut  photographiert  (Pir.  13}. 

Die  Heylsehe  Terrakotte  darf  vielleicht  eben- 
falls mit  einem  Vogel  unter  dem  Fuss  ergänzt 
werden  und  wäre  dann  Aphrodite,  für  die  auch 
die  eigenartig  reizvolle  Gewandung  am  besten 
passt  Hellenistisches  Raffinement  ist  hier  noch 
mit  monumentaler  Grösse  und  verhältnismässiger 
Einfachheit  gepaart.  Die  Gewandung  der  Nike 
von  Samothrake  bietet  für  die  Terrakotte  und  die 
Marmorstatuetten  die  nächste  Parallele,  sogar 
in  Einzelheiten,  wie  den  Falten  über  der  Brust, 
so  dass  wir  in  «lern  Vorbild  der  Statuetten  einen 
Typus  ausfrühhellenistischer  Zeit  sehen  dürfen.  Vgl. 
auch  eine  in  Kleinasien  gefunden,  aas  Cbalcedon  ge- 
arbeitete Apliroditestatuette  pnbl.  von  Babeion, 
(iaz.  d.  beaux-arts  1899,1,  p.  360  ff.  und  von  I.echst 
revue  des  etudes  greques  1899,  p.  494  ff.  (Bulle.) 

Wiirzburg. 

Privatbesitz.  *) 

1452.  Zeus.  Bronzestatuette,  etwa  12  cm 
hoch.  Unterschenkel  und  linken  Handgelenk  ver- 
bogen. Augen  ehemals  aus  Silber  eingesetzt 
Sorgfältige  römische  Arbeit 

In  der  r.  Hand  Blitz,  in  der  Linken  ehemal» 
Scepter.  Bekannter  Typus,  dessen  grossartigstor 
Vertreter  die  Münchener  Statuette  Hirth- Bulle, 
Stil  I,  Taf.  148  ist.  Dort  lag  der  Blitz  in  der 
Hand,  hier  ist  die  Hand  nach  unten  gedreht.  Mit 
der  hier  veröffentlichten  Statuette  stimmt  am 
nächsten  Heinaeh,  Rep.  II,  4,  3;  vgl.  daselbst  die 
zahlreichen  Varianten  des  Typus.  (Bulle.) 


*)  Jet/l  Io  München  bei  Frau  Gehe  imrat  Max  von 
Beydel. 


München. 

Sammlung  Georg  Hirth. 

Die  Antiken  der  Sammlung  des  Uerrn  Dr.  Georg 
Hirth  (Luisenstrasse  81}  stammen  alle  aus  Venedig. 

1453  und  1454.  Unterlebensgroase  Statue 
eines  Hermaphroditen.  Hoch  ca.  1,25  m. 
Neu : Arme  sammt  dem  Stab  in  der  Rechten,  Beine 
von  der  Mitte  der  Oberschenkel  ab,  der  Penis 
(die  Hoden  alt),  Stamm  und  Plinthe.  Am  Halse 
ist  ein  Stück  zwischengesetzt;  der  Kopf,  an  dem 
Nase,  Lippen  und  Kinn  ergänzt  sind,  ist  aber  sicher 
zugehörig.  An  der  r.  Achselhöhle  ein  starker  Pun- 
tello:  die  Ergänzung  mit  dem  Stabescheint  darnach 
das  Richtige  zu  treffen;  nnr  müsste  cs  ein  Thyrsus 
sein.  Leider  istdieStatuesebr  schlecht  erhalten,  der 
Marmor  braun  und  gelb  gefärbt.  Das  in  der  Mitte  ge- 
scheitelte and  nach  den  Seiten  zurückgestrichene 
Haar  ist  von  einem  Kopftuch  bedeckt,  wie  es  die 
Hermaphroditen  öfters  tragen.  Eine  Locke  fällt 
jederseitsanf  die  Schulter.  Die  Brüste  sind  nichtsehr 
stark  entwickelt.  Die  Ergänzung  der  gekreuiten 
Beine  dürftedas  Richtige  getroffen  haben.  Brust  und 
Bauch  liegen  in  verschiedenen  Flächen.  Die  Ent- 
stehung der  Statue  fällt  nicht  vor  das  3.  Jahr- 
hundert; Wiederholungen  von  ihr  sind  mir  nicht 
bekannt.  Die  Arbeit  ist  gut,  auch  im  Rücken. 

(Arndt) 

1455.  Statuette:  Satyrknabo  auf 

Ziegenbock.  Totalhöhe  0,32  m.  Es  fehlen: 
Beine,  Kopf  und  Schwanz  des  Bockes,  der  Ober- 
körper des  Knaben.  Der  Bauch  des  Bockes  ruht 
auf  einem  gewundenen  Stamme,  dessen  untere 
Standfläche  glatt  geschnitten  ist.  Das  Geschlecht 
des  Tieres  ergiebt  sich  aus  dem  Hodeusack  und  dem 
(wcggcbrochenen)Penis.  DerOberkörperdesKnaben 
war  nach  der  linken  Seite  hin  gewendet:  der  Sitz 
ist  etwas  nach  rechts  verschoben,  das  rechte  Bein 
weiter  nach  vorn  gestreckt.  Auf  dem  Hinterteil 
des  Bockes  zwei  Ansatzreste,  wie  es  scheint,  von 
Doppelklauen.  Dieselben  gehörten  vermutlich  zu 
dem  frei  flatternden  Felle,  das  von  den  Schultern 
des  Satyrn  herabhing.  Die  Arbeit  des  Frag- 
mente» ist  vortrofflieh,  wahrscheinlich  griechisch, 
die  linke  Seite,  als  Ansichtsseite,  sorgfältiger  aus- 
geführt.  Vgl.  Einzclanfnahmen  1420  links;  Tor- 
lonia  45-1  = Heinaeh , repertoire  II,  1,  132,5; 
Clarac  694  A,  1610  B.  (Arndt  ) 

1456  und  (457.  Altert  UmlicherJflngli  ngs- 
kopf.  Höhe  von  Stirnspitze  bis  Kinnende  ca. 
0,125  m,  also  unterlebensgross.  Ergänzt  sind: 
Büste,  Hals,  Nasenspitze.  Der  Kopf  ist  gänzlich 
abgepntzt.  Ob  die  Angabe  der  Pupillen  antik, 

8* 


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10 1 München.  Jen».  108 


ist  zweifelhaft.  Saubere,  aber  leere  Arbeit. 
Wiederholung  dea  Kopfes  einer  nackten  Jünglings- 
statue  in  Cassel  (II,  12),  der  nach  Furtwilngler 
(Sammlung  Somzec,  p.  53  ff.,  wo  auch  Abbildung) 
zugehörig  ist  (vgl.  auch  desselben  Meisterwerke 
p.  584,  Anm.  1).  .Werk  der  Schule  von  Sikyon 
aus  der  Zeit  des  Polyklct.“  (Arndt.) 

1458  und  1459.  Kopf  eines  Mädchens  mit 
ägyptischer  Lockenfris ur.  Unterlebensgross. 
Höhe  des  Kopfes  mit  dem  zugehörigen  Halsstlick 
0,20  m.  Ergänzt  sind  Nase,  Kinn  und  Unterlippe 
Die  Büste,  au  der  der  Kuss  neu,  ist  antik,  aber 
nicht  zugehörig.  Die  Arbeit  ist  nicht  schlecht, 
aber  kaum  griechisch.  Zur  Deutung  vgl.  die  von 
Furtwängler,  Statuenkopien  I,  Taf.  V,  p.  557  f. 
publiciertc  Statuette  in  Inee  Blundell  Hall.  Zu 
einer  ähnlichen  Figur  mag  auch  der  Hirth’scho  Kopf 
gehört  haben.  Porträt  wenigstens  scheint  er  kaum 
zu  sein.  (Arndt.) 

Jena. 

Sammlung  Schott. 

Die  folgenden  Stücke  sind  alle  in  Sicilien 
erworben  und  in  einer  geschlossenen  Sammlung 
von  Herrn  Dr.  Schott  gekauft  worden. 

A.  Msmiornrrkc. 

1460.  Torso  eines  Jünglings,  Statuette 

0. 43  m hoch;  Halsgrube  bis  Nabel  0,165  m,  Brust- 
warzenabstand 0,09  m.  tirosskörniger  weisser 
Marmor.  Ausser  dem  Kopf  fehlen  beide  Arme 
und  dio  Beine  von  den  Knien  ab.  Der  Kopf  war, 
wohl  nach  einem  vorausgegangeneu  Bruch,  mit 
einem  Kisendübel  wieder  befestigt  worden.  Auf 
jeder  Schulter  ist  das  Ende  einer  Docke  erhalten. 
Diese  sowie  der  geschlossene  Köcher  an  der 

1.  Seite,  auf  dem  ein  Uewand  ruhte,  sprechen  für 
die  Deutung  auf  Eros. 

(iute  hellenistische  Arbeit;  besonders  Brust 
und  Bauch  sind  trefflich  und  fein  modelliert. 

(Noack ) 

1461.  Stehender  Silen,  Statuette,  hoch 
0,65  m;  ohne  Ergänzungen;  was  fehlt,  zeigt  die 
Photographie.  Die  Arme  waren  mit  Eisendlibcln 
befestigt,  t Iraner,  feinkörniger  Marmor.  Die  Rück- 
seite ist  nur  flüchtig  angelegt. 

Die  Haarzotten,  die  den  Körper  vom  Hals  bis 
zu  den  Füssen  bedecken,  erscheinen  als  kleine 
Bohrlöcher  im  Zentrum  kleiner,  eingemeisselter 
Spirallorken.  Ober  der  sehr  fetten  Brust  hängt 
der  eine  Huf  der  Nebris  herab. 

Das  hässliche  tlesicht  ist  gut  modelliert. 

(N  o a c k.) 


1462.  Weiblicher  Kopf,  0,23  m hoch. 
Kinn  bis  Haar  0,135  m.  Mundwinkel  bis  Haar 
0,1  m.  Kinn  bis  Augenwinkel  0,095  m.  Augen- 
abstand 0,077  m.  Feiner,  griechischer  Marmor. 
Ergänzt  Nase,  Lippen,  Kinn  und  oberer  Rand  der 
Löckchen;  die  äusseren  kleinen  Seitenlorken,  die 
Lorke  hinter  dem  1.  Ohr,  das  rechte  Ohr  und  der 
untere  Teil  des  Haarschopfes  im  Nacken  (vcrgl. 
bes.  die  Seitenansicht).  Trockene  und  mässige 
Arbeit,  archaistisch  (N  o a c k ) 

1463  und  1464.  JUnglingskopf,  hart  unter 
dem  Kinn  gebrochen,  0,236  m hoch,  Nasenwurzel 
bis  Nacken  0,19  m,  Kinn  bis  Haaransatz  0,175  in; 
Kinn  bis  Nase  — Mund  bis  Haaransatz  (über  den 
herabhängenden  Locken)  — 0,123  m.  Augenab- 
stand 0,096  m,  derjenige  der  inneren  Augenwinkel 
0,04  m.  Mundwinkel  bis  inneren  Augenwinkel 
0,066  m.  Mund  breit  0,04  m.  Augapfel  lang  0,03  m, 
hoch  0,012  m.  Weisser  dichter  Marmor.  Ergänzt: 
die  Nasenspitze,  eine  Stelle  am  Kinn  und  die 
beiden  Ohrränder.  Der  Mund  ist  leicht  geöffnet 
und  tief  eiugearbeitet.  Die  Stirnprotuberanz  ist 
Uber  der  Nase  durch  eine  Einsenkung  geteilt. 

Auffallend  ist  die  starke  llaarmasse,  die  Bich 
besonders  über  die  Ohren  in  dichten  Locken  legt 
und  dem  Kopf  ein  individuelles  (lepräge  giebt. 
Oben  und  hinten  ist  sie  nur  allgemein  angelegt. 
An  der  Echtheit  ist  kein  flrund  zu  zweifeln.  Es 
ist  eine  gute  römische  Kopie  eines  Kopfes,  der 
nicht  allzulauge  nach  Lysipp  entstanden  ist. 

(N  o a c k.) 

1465  und  1466.  J ü n g I i n gs  k o p f,  hoch 
0,255  m.  Langes  schmales  (iesicht,  Kinn  bis  Haar 
0,16  m,  Augenabstand  0,082  m.  (Irosskörnigcr 
Marmor.  Ergänzt:  die  Nasenspitze;  der  Kopf  ist 
im  Halse  gebrochen,  der  Halsausschnitt  ist  nicht 
ursprünglich  zugehörig. 

Die  Arbeit  ist  Hflchtig;  die  Haare  sind  nur 
vorn  um  die  Stirn  bearbeitet  und  zwar  meist  mit 
Hilfe  des  Bohrers.  Bemerkenswert  sind  nur  die 
sieben  Löcher  in  den  Stirnhaaren,  die  zur  Auf- 
nahme metallener  Strahlen  (0,007  dick)  bestimmt 
waren:  in  zweien  ist  noch  der  Blcivcrguss.  0,02  in 
tief,  erhalten.  Also  spätgrieehischer  Helioskopf. 

(Noack) 

1467  und  1468.  MUdrhcnkopf.  hoch 0,275m. 
Kinn  bis  Haaransatz  0,17  in,  Abstand  der  äuaseren 
Augenwinkel  0,086  tn.  ti rosskörniger,  wcisslicher 
Marmor.  Verletzt  ist  hinten  der  Ilaarknoten; 
ergänzt:  die  Nasenspitze,  beide  Lippen  und  ein 
Stück  filier  dem  1.  Auge.  In  den  Haaren  ebenso 
wie  am  Diadem  vielfach  rote  Farbspuren. 

Es  ist  ein  gutes  Beispiel  für  die  gezierte 


Digit  ized 


109 


Jena.  Kopenhagen. 


110 


Frisur  hellenistischer  Zeit.  Die  Seheitelhsare  sind 
gesondert  und  enden  auf  dem  Wirbel  in  einem 
eigenen  kleinen  Knoten.  Ein  zweiter  Scheitel 
geht  von  Ohr  zu  Ohr.  Der  Rest  der  Uaare  ist 
geflochten  nnd  nach  hinten  genommen.  Ober  der 
Stirn  sondern  sich  zwei  kleine  kokette  Löckchen 
ab,  ähnlich  auch  an  den  Ohren  und  im  Nacken. 

Die  jugendlich  zarten  Gesichtsformen  sind 
gut  beobachtet,  die  Ausfahrung  aber  — besonders 
am  Haar  — trocken.  Nach  der  leicht  geneigten 
Haltung  gehörte  der  Kopf  einer  Statue  an.  nicht 
einer  Büste.  (Note k.) 

B.  Broam. 

1469.  Archaische  Fl  Ugelfigur,ca.0,23m 
hoch.  Das  Gesicht  ist  stark  zerstört;  von  dem 
Gegenstand  in  der  r.  Hand  ist  nur  ein  kurzes 
Stückchen  erhalten  (Stab  oder  Kranz?);  die 
obersten  Spitzen  der  Flügel  fehlen,  jedoch  lässt 
sich,  auch  nach  dem  Fehlen  jeder  Refestignnga- 
spur  auf  dem  Kopfe,  behaupten,  dass  cs  keine 
StUtzfigur  eines  Spiegels  war.  Jetzt  steht  sie  auf 
einem  antiken  Bronzeschuh,  der  an  der  Innenseite 
einen  vertikalen  Dorn  hatte,  wodurch  der  Schuh 
fest  mit  dem  Uolzkern  (Stab?  Pfosten  einer  Sessel- 
lehne?) verbunden  wurde 

Kopfform  und  Frisur  noch  archaisch;  eine 
Binde  hält  das  Haar  zusammen;  die  Masse  des 
Nackenschopfes  zeigt  leichte  gravierte  Linien; 
die  Ohren  sind  frei,  Schulterlocken  nicht  vor- 
handen. Die  Flügel  setzen  ziemlich  hoch,  beider- 
seits dicht  am  Nackenscbopf  und  merkwürdiger- 
weise auf  dem  Gewand  an,  als  ob  sie  durch  das- 
selbe gesteckt  wären.  Das  r.  Rein  ist  leicht  zn- 
rUckgesetzt,  der  Fuss  steht  aber  mit  ganzer  Sohle 
auf.  Beachtenswert  ist  bei  dieser  sonst  noch  so 
ganz  archaischen  Figur  der  dorische  Peplos,  rechts 
offen,  mit  Ueberscblag.  (Noack.) 

1470  und  1471.  Jünglingsflgur,  von  irgend 
einem  Gefüss  stammend,  da  an  der  Rückseite  ein 
kleiner  kegelförmiger  Ansatz  zur  Befestigung 
erhalten  ist  Gut  erhalten.  Wohl  aus  etruskischer 
Werkstatt.  (Noack.) 

1472.  Athlet.  Statuette,  hoch  0,090  m;  die 
1.  Hand  und  die  Fllsse  fehlen,  das  Schabeisen  in 
der  r Hand  ist  vorn  abgebrochen.  Die  Wlrbcl- 
haare  zeigen  ein  an  dasjenige  des  Diadumenoskopfcs 
erinnerndes  Schema.  5.  Jhrh.  v.  I hr.  (Noack.) 

1473  und  1474.  Athens  mit  Lanze  und 
Eule.  Kleine  Statuette,  hoch  0,105  m Sehr  sorg-  j 
faltige  Arbeit,  ohne  jede  Ergänzung.  Gesicht  lind  [ 
attischer  Helm  Behr  zerstört;  die  Lanze  ist  mit 
den  Fingerspitzen  der  I.  Hand  verloren. 


Die  Göttin  steht  in  energischer,  elastisch- 
lebhafter  Haltung,  in  fast  polyklctischer  Ponde- 
ration,  und  trägt  in  der  vorgestreckten  r Hand 
die  Eule.  Der  rechts  offene  Poplos  ist  über  dem 
Ueberscblag  gegürtet.  Um  die  kurze  Aegis,  die 
auf  der  r.  Schulter  geknüpft  ist  und  deren  Schuppen, 
ebenso  wie  die  Federn  der  Eule,  sorgfältig  gra- 
viert sind,  ringeln  sich  die  Schlangen  in  lebhafter 
Bewegung,  z.  B.  eine  vom  Rücken  her  die  linke 
Schulter  hinauf  zum  Hals.  Ueber  der  Stirn  und 
an  den  Schläfen  und  zwischen  Ohr  und  Nacken- 
Schirm  liegen  die  Haare  in  leichten  Wellen.  Der  Stil 
weist  auf  das  6.  Jahrhundert  zurück.  (Noack.) 

1475  s and  s.  Buckeliger  Alter.  Kleine 
Statuette,  0,065  m hoch.  Abgebrochen  sind  n 
Hand  und  1.  Arm.  Die  1.  Hand  lag  an  der  Seite 
des  Körpers  an. 

Der  Alte  steht  mit  eingeknickten  Knien  und 
eingefallener  Brust  da  Das  ärmliche  Gewand 
ist  zu  einem  Wulst  zusammengerollt  und  um  den 
Leib  gelegt.  Der  zottige  Bart,  die  über  die  hohe 
kahle  Stirn  herabhängenden  struppigen  Haare  ver- 
stärken die  Karikatur,  die  gewiss  (wie  das  fol- 
gende Stück)  in  den  Kreis  ähnlicher  Werke 
alexandriniseber  Herkunft  gehört. 

1475  o.  Gefässgriff,  Kopf  und  Arme  eines 
Negers.  Zwischen  den  Händen  ein  flacher  Gegen- 
stand.*) Die  wenigen  Haarsträhnen,  die  die  mit 
Fett  behandelte  Frisur  gut  charakterisieren,  gehen 
vom  Wirbel  ans.  Flotte,  aber  flüchtige  Arbeit, 
ohne  feinere  (’iselierung.  Der  GrifT  war  angelötet 

(Noack.) 

Kopenhagen. 

Thorvaldsenmusuum. 

L.  Müller,  description  des  antiqnitös  du  Musite 
Thorvaldsen.  Copenhague  1847. 

1476.  Links  Saal  XXXIX,  Schrank  1, 
No. 82.  Statuette  eines  Sitzenden,  wohl 
des  Zeus.  Müller  p.  186,  No  32.  0,27  m hoch. 
Gewand  um  Unterkörper  und  auf  I.  Achsel.  Der 
1.  Arm  war  besonders  angesetzt;  er  stützte  ver- 
mutlich das  Scopter  auf.  Der  r.  ruhte  auf  dem 
r.  Knie;  die  Hand  scheint  den  Blitz  gehalten  zu 
haben.  Der  Gott  sitzt  auf  einem  Felsen.  Vgl.  Over- 
beck, Kiinstmythologie  des  Zeus,  p.  114  ff. 

Mitte.  Saal  XXXIX,  Schrank  1,  No.  50. 
Fragment  vom  Kopfe  des  poly kletischen 
Diadumenos.  Müller  p.  138,  No.  50.  0,22  m 

*)  Eine  frans  Zbnliebe  kleine  Bronze,  in  meinem 
Prlvatbealtze,  Im  Pariser  Kunathnndel  erworben,  giebt  die 
Erkliirnng  de«  (leirenatandca : e«  lat  ein  Elfenbcinzahn. 

(Arndt.) 


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111 


Kopenhagen 


112 


hoch.  Pentelisrher  Marmor.  Erwähnt:  „Einzel- 
aufnahmen“ No.  860— 868.  Von  ausserordentlich 
feiner  und  sorgfältiger  Arbeit.  Die  Binde  hat 
keine  Angabe  des  Saumes.  Ein  weggebrochener, 
oben  glatt  gearbeiteter  Ansatz  hinter  dem  Ohre 
rührt  von  der  am  Hinterkopf  geknüpften  und 
von  da  aus  beiderseits  nach  vorn  gezogenen  Binde 
her  (vgl.  die  entsprechende  Stelle  an  der  Dresdner 
Replik)  Es  bleibt  zu  untersuchen,  ob  das  Frag- 
ment, das  notwendigerweise  geformt  werden  muss, 
nicht  zu  dem  Pariser  Kopfe  des  Diadumenos 
(Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  440,  No.  8;  Phot. 
Girandon  1283)  gehören  kann,  an  dem  gerade 
diese  Teile  ergänzt  sind.  Zn  dem  Verzeichnis 
der  Repliken  des  poiykletischen  Diadumenos  bei 
Furtwängler  a.  a 0.  u.  in  den  „Einzelaufnahmen“ 
a.  a.  0.  sind  hinzuzufügen : die  Rückseite  eines 
vorzüglich  gearbeiteten  Exemplaren  des  Kopfes  bei 
Baron  Barracco  in  Rom  und  ein  arg  verstümmelter 
und  gering  gearbeiteter  Kopf  im  römischen  Kunst- 
handel.*) 

Rechts:  a.  1477  rechts.  (Arndt.) 

1477.  Links.  Saal  XXXIX,  Schrank  1,  No. 25. 
Kleines  Fragment  eines  weiblichen 
Kopfes  aus  schwarzem  Stein.  Müller  p.  130, 
No.  25.  Hoch  0,08  m.  Im  Haar  ein  Blumenkranz, 
über  der  Stirn  zwei  kleine  Hörner.  Jo  7 Vgl. 
Einzelaufnabmen  524,  wo  dieser  Kopf  erwähnt  ist. 

R cchta(=147G  rechts):  Saal  XXXIX,. Schrank  1, 
No.  34.  Kleines  Jünglingsköpfchen  poly- 
kletischen  Stil  es.  Müller  p.  137,  No.  81.  Hoch 
0,11  m.  Wendung  znr  r.  Schulter.  Verschwollene 
Athletenohren.  Sehr  feine  und  delicate  Arbeit. 
Ungewiss,  ob  Replik  des  Dorypboros  oder  des 
zuletzt  von  Arndt,  la  (ilyptotheque  Ny-t'arlsberg 
p.  79  f.,  besprochenen  Typus.  (Arndt.) 

1478.  Links.  Saal  XXXIX,  No.  13.  Satyr- 
herme. Müller  p.  134,  No.  13.  Hoch  0,38  m. 
Italischer  Marmor.  Nase  ergänzt.  Im  Haar  ein 
Ephcukranz. 

Rechts  Saal XXXIX,  No.  14.  Satyrherme. 
Müller  p.  184,  No.  14.  Hoch  0,30  m.  Kinn, 
Lippen,  Nase  ergänzt.  Vgl.  Einzclaufnahmen  400. 

Mitte.  Saal  XXXIX,  No.  35.  Fragment 
eines  Jilnglingskopfes  poiykletischen 
Stils.  Müller  p.  137,  No.  35.  Hoch  ca. 0,22m.  Sehr 
schlecht  erhalten.  Das  Fleisch  war  poliert.  Vor- 
zügliche Arbeit.  Dem  Weetmacottschen  Athleten 
(Furtwänglcr,  Meisterwerke  p.  452  ff.)  verwandt, 
aber  keine  Replik.  Abguss  erwünscht  (Arndt.) 


•)  V#l  jetit  auch:  Mahler,  Polykletuml  »4*  Ine  Schale, 
p.  72  ff. 


1479.  a.Saal  XXXIX,  No.  76.  Griechisches 
Relieffragment.  Müller  p.  140,  No.  76.  Hoch 
ca.  0,29  m.  Pentelischer  Marmor.  Nach  rechts 
stehender  Mann,  das  Himation  um  den  Unterkörper, 
den  Stab  unter  der  linken  Achsel,  die  Rechte  in 
die  Hüfte  gestemmt.  Jenseits  der  Figur  rechts 
oben  Rest  eines  Stammes.  Die  Reste  am  Bruche 
rechts  unten  scheinen  von  einer  Schlange  her- 
zurühren.  Danach  Asklepios,  das  Ganze  ein 
Votiv.  Ausgezeichnete  Arbeit  aus  der  zweiten 
Hälfte  des  fünften  Jahrhunderts. 

b.  Saal  XXXIX,  No  93.  Fragment  eines 
decorativen  römischen  Reliefs.  Müller p.143, 
No.  93.  Hoch  0,30  m,  breit  0,375  m Der  Marmor 
schien  mir  italisch.  Rankenwerk  von  Epheu,  links 
au  einem  Thyreo«,  rechts  an  einem  Tbymiaterion 
befestigt  Recht  gute  Arbeit  de«  1.  Jahrli  u.  Uhr. 

e.Saal  XXXIX,  Sehrank  l,No.4.  Fragment 
einer  Atbenestatuette.  Müller p.  132,  No.  4. 
Hoch  0,185  m.  Hinten  Nackenschopf.  Rechts  eine 
laDge  Schulterlocke.  Ein  langer  Rest  am  I.  Oberarm 
scheint  von  einer  I.anze  berzurühren,  deren  Spitze 
aus  Bronze  eingesetzt  war.  Flüchtige  Arbeit  nach 
einem  Vorbilde  ungefähr  aus  der  Mitte  des  5.  Jahr- 
hunderts. 

d.  Saal  XXXIX,  No.  10.  Statuette  des 
Eros(?).  Müller  p.  138,  No.  10.  Hoch  0,10  m. 
Schulterlockeu.  An  der  I.  Schulter  ein  grosser  Rest 
des  Bogens,  am  r.  Oberarm  ein  Rest  der  Fackel, 
mit  welcher  auch  ein  Puntello  am  r.  Oberschenkel  in 
Verbindung  zu  bringen  ist.  Der  Kopf  ging  zur 
I Schulter. 

e.  Saal  XXXIX,  No.  6.  Statuette  der 
ephesischen  Artemis.  Müller  p.  133,  No.  6. 
Hoch  0,10  m.  Doppelte  Halskette.  Vier  Reihen  von 
Brüsten.  Unter  diesen  drei  Reihen  von  je  zwei 
Flügelgreifen.  Seitlich  von  der  obersten  dieser 
Greifenreihen  je  zwei  weitere  Flügelgreife.  Unter 
diesen  letzteren  je  eine  Victoria  von  vorn.  Auf 
jedem  Unterarm  sitzt  ein  Löwe.  Oberhalb  von 
diesen  auf  dem  Bruststück  je  ein  Oberteil  einer 
Mädchenfigur.  Die  Hände  waren  besondere  an- 
gesetzt Rohe  Arbeit. 

f.  Saal  XXXIX,  No.  20.  Statuette  des 
Asklepios.  Müller  p.  135,  No.  20.  0,14  m hoch. 

g.  Saal  XXXIX,  No.  21.  Statuette  des 
Asklepios.  Müller  p.  135,  No.  21.  0,12  m hoch. 

(Arndt.) 

1480.  Links. Saal  XXXlX.No.28.  Kopflose 
Wiederholung  der  Tyche  von  Antiochia. 
Müller  p 130,  No.  28.  Aiabasteretatuette 
Hoch  0,115  m.  Die  r.  Hand  war  mit  einem  Stift 
angesetzt.  Ebenso  war  der  jetzt  fehlende  Sitz 


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113 


Kopenhagen. 


114 


besondere  gearbeitet.  Die  Kinarbeitung  unter- 
halb dee  r.  Kusses  war  wohl  für  den,  jetzt  gleich- 
falls fehlenden,  Orontee  bestimmt.  Recht  gute 
Arbeit  Das  Werk  des  Eutychldes  ist  bekanntlich 
auch  in  kleinen  Bronzestatuetten  häufig  wiederholt 
worden.  Vgl.  Amelung,  Führer  durch  die  Antiken 
in  Florenz,  p.  268  f.  Die  Riefelung  des  Ge- 
wandes muss  auch  am  Original  vorhanden  ge- 
wesen sein;  sie  kehrt  bei  verschiedenen  dieser 
Bronzeeopien  wieder. 

Mitte.  Saal  XXXIX,  Schrank  1,  No.  81. 
Fragment  eines  hellenistischen  Relief- 
bildes. Reliefbilder,  Taf.LXIXA.  Müller  p.  140, 
No.  81.  Gerhard,  ant.  Bildwerke,  Taf.  CX1,  4; 
p.  359.  Schreiber,  die  hellenistischen  Reliefbilder 
Tafel  I.X1X  A.  Dreifuss  oder  runder  Altar.  (?) 
0,15  m hoch.  R.  oben  ein  Ziegen(?)kopf.  Auf  der 
Seite  1.  davon  ein  Hund,  der  einen  sich  um- 
wendenden Hirsch  (?)  verfolgt.  Im  vertieften 
Mittelfelde  oben  die  .mystische  Schwinge“,  aus 
der  ein  Phallus  heransschaut.  Auf  der  Fläche 
r.  ein  ganz  leicht  eingerissenes  Podum.  Auf  der 
Rückseite  eine  vorspringende,  glatt  gearbeitete 
Leiste,  die  vielleicht  Rückschlüsse  auf  die  ehe- 
malige Aufstellung  des  Reliefs  erlaubt.  — Die  Arbeit 
des  Fragmentes  ist  von  hervorragender  Feinheit. 

Rechts  Saal  XXXIX,  No.  11  Altortüm 
liehe  Statuette  des  Dionysos.  Müller  p.  183, 
No.  11.  Hoch  0,12  in.  Replik  der  Münchner 
Statue  No.  57  der  Glyptothek.*)  Die  R.  ging  nach 
vorn  und  hielt  den  Thyrsns,  von  welchem  ein  Reet 
am  r.  Oberschenkel  aussen.  Dicht  unterhalb  dieses 
Ansatzes  wird  eine  Tatze  des  Tierfelles  sichtbar; 
zwei  andere  auf  der  I.  Schulter,  hinten  und  vorn. 
Die  gesenkte  L.  hielt,  wie  es  scheint,  Trauben.  Im 
Nacken  ein  langer  Haarschopf.  Eine  dritte  Wieder- 
holung des  Typus,  mit  erhabnem  Kopfe,  die  in  den 
Attributen  mit  der  Kopenbagener  Statuette  über- 
einstimmt, liegt  in  einer  Pariser  Bronze  vor;s.  Furt- 
wänglcr,  Katalog  der  Glypthothek,  1900,  p.  60  f , 
Fragmente  einer  vierten  (Marmor;  Grösse  der 
Münchner  Statue)  nach  Amelung  im  städtischen 
Museum  von  Frascati.  Die  mehrmalige  Wieder- 
holung beweist,  dass  ein  berühmtes  Original  zu 
Grunde  liegt,  das  der  Zelt  um  500  angehört  haben 
muss  Die  Kopenhagner  Statuette  ist  von  ganz 
delicater  Arbeit.  (Arndt.) 

1481.  Links  Saal  XXXIX,  No.  90.  Frag- 
ment ein  es  griechisc  he  n Grab  reliefs.  Müller 
p.  142,  No  90.  Hoch  ca.  0,35  m,  breit  ca.  0,24  m. 

•)  Ober  einige  geringfügige  Abweichungen  ln  Einzel- 
heiten vgl.  Müller  s.  a.  0.  p.  134,  Anm.  1. 


Eine  n.  r.  auf  einem  Stuhle  mit  hoher  Lehne  sitzende 
vollbekleidete  Frau  wechselt  einen  Händedruck 
mit  einer  ihr  entgegentretenden  Gestalt,  von 
welcher  sich  nur  Reste  des  Gewandes  erhalten 
haben.  Die  FUsse  der  Frau  ruhen  auf  einer  hohen 
Fussbank.  Harte  Arbeit.  4.  Jahrhundert. 

Rechts.  Saal  XXXIX,  No.  77.  Hockender 
Affe,  Relieffragment.  Müller  p.  144,  No.  77. 
Hoch  0,35  m.  breit  0,3 1 m.  Oben  Kymation,  links 
Bruch.  Der  Affe  kaut  an  einem  Gegenstand,  den 
er  in  der  r.  Pfote  hält  L.  im  Felde  Reste  einer 
Inschrift.  Gute  römische  Arbeit. 

Mitte  unten.  Saal XXXIX, No. 82.  Bruch- 
stück, vielleicht  einerThürp  forte,  die  beider- 
seits  mit  Reliefs  verziert  ist.*)  Müller  p.  141,  No. 82. 
Hoch  0,25  m.  Auf  der  einen  Seito  eine  Akanthos- 
ranke,  auf  der  ein  Satyr  sitzt  mit  vorgestrecktem 
r.  Arm.  Auf  der  anderen  Seite  eine  ähnliche 
Ranke  mit  einem  auf  den  Hinterbeinen  stehenden 
| Bock.  (Arndt.) 

1482.  Links:  s.  zu  Ko  1483. 

Rechts.  Saal  XXXIX,  No.  18.  Kopf  des 

bärtigen  Pan,  aus  der  Gruppe  Pan-Daphnis. 

; Müller  p.  135,  No.  18.  Höhe  (vom  untern  Rande 
des  Bruststückes)  0,36  m.  Ergänzt  (nach  Mitteilung 
von  Fr  Beckctt):  die  zwei  Bockshörner,  die  Nase 
mit  dem  angrenzenden  Stück  der  Stirn,  ein  Teil 
des  r.  Auges  und  die  anschliessenden  Teile  der 
Wange,  das  untere  Ende  des  Bartes,  Hals  und 
Brust.  Vgl.  Amelung,  Führer  durch  die  Antiken 
; in  Florenz,  n"  69.  Leidliche  Arbeit.  (Arndt.) 

1483.  Rechts.  Saal  XXXIX,  auf  Schrank  1, 
No.  7.  Jünglingskopf.  Müller  p.  133,  No.  7. 
0,25  hoch.  Pentclischcr  Marmor.  Nase  neu.  Stark 
verwaschen.  Durch  das  Haar  geht  eine  Binde; 
über  dem  I.  Ohr  der  Rest  eines  Ansatzes.  Die 
Ohren  sind  leicht  verschwollen.  Skizzenhaft  flüch- 
tige, aber  verständnisvolle,  vielleicht  originale 
Arbeit,  ungefähr  der  Mitte  des  4.  Jahrhunderts. 

Links  (—  1482  links):  Gipskopf  eines 
Afrikaners.  No.  203  der  Abguss-Sammlung  des 
Thorvaldsen-Museums  (vgl.  L.  Müller,  description 
des  plätres  au  Musüe  Thorvaldsen,  Copenbaguc 
1851 , No.  203)  Hoch  ca.  0,30  m.  Die  Statue,  zu 
der  das  Original  des  Kopfes  gehört,  ist  bei 
Guattani,  Moniini.  ant.  ined.  per  l'anno  1788, 
Genuaio,  tav.  I,  und  darnach  bei  Clarac  856, 
2182  abgcbildct.  Erwähnt  ferner  von  Luras  im 
Jahrbuch  d.  Inst.  1900,  p 40  oben.  Sie  stellt  einen 
nackten,  mit  dem  r.  Bein  vorschreitenden  Faust- 


•)  Nacb  fVI,  Mitteilungen  von  Fr.  Beekett;  mein« 
eigenen  Notizen  über  «Iiw  stück  «im!  verloren  gegangen. 


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115 


116 


Kopenhagen. 


kämpfer,  mit  einer  kleinen  Heraklesherme  zur  Seite, 
dar;  ihr  Material  ist  schwarzer  Marmor.  Sie  befand 
■ich  ehemals  in  Villa  Negroni  in  Korn  und  wurde 
vom  I Irafen  Kries  nach  Wien  gebracht.  Nach- 
forschungen, die  Robert  Ritter  von  Schneider  nach 
dem  Verbleibe  der  Statue  anzustcllcn  die  Freund- 
lichkeit gehabt  hat,  haben  zu  keinem  Resultate 
geführt.  Sie  ist  verschollen.  Über  die  Zuge- 
hörigkeit des  Kopfes  zur  Statue  fehlen  nähere 
Angaben  Da  er  durchaus  antik  zu  sein  scheint 
und  aus  dem  nämlichen  seltenen  Materiale  wie 
die  Statue  bestehen  soll,  ist  mir  wahrscheinlich, 
dass  er  zugehört;  im  Atelier  des  F.rgänzers  würden 
sich  schwerlich  zwei  zu  einander  passende  Stücke 
aus  schwarzem  Marmor  zusammengefunden  haben. 
Die  Statue  würde  dann  — vorausgesetzt,  dass  die 
Anno  antik  oder  richtig  ergänzt  sind  — einen 
aus  Afrika  stammenden  Athleten  darstellen,  dem 
die  Ehre  einer  ikonischen  Statue  zu  Teil  geworden 
war.  Bereits  von  der  Hand  des  Pythagoras  von 
Khegion  stand  die  Statue  eine«  Krrenäers  in 
Olympia.  Die  Fries’sehe  Statue  freilich  gehört 
späterer  Zeit  an:  das  Pathos  des  Kopfes  ist  das- 
jenige der  pergamenischen  Epoche.  Die  Arbeit 
war  offenbar  vorzüglich;  besonders  geschickt  ist 
das  wollige  Nubierhaar  gearbeitet.  (Arndt.) 

1484  und  I48S.  Abguss  eines  jugend- 
lichen bärtigen  Porträtkopfes*).  Hoch 
0,29  in.  Aufbewahrungsort  des  Originales  mir 
unbekannt.  Offenbar  ciu  vortreffliches  Werk  der 
hellenistischen  Epoche,  dem  Florentiner  Kopfe: 
Arndt,  gr.  u röm.  Porträts,  Taff  341/42,  zeitlich 
verwandt.  (Arndt.) 

I486,  a Saal  XXXVI , Schrank  1,  No.  10. 
Archaische  Bronze  eines  knieenden 
Silens.  Müller  p.  158,  No  10  0,05  m hoch.  Die 
Bronze  scheint  irgendwo  aufgesessen  zu  haben : 
sie  ist  unten  hohl.  Die  Rückseite  ist  eine  nicht 
weiter  ausgearbeitete  Fläche  Ein  Loch  in  dieser 
KürkcuHäclic  ist  infolge  eines  (ittssfehlers  ent- 
standen. Der  Silen  hat  PferdefUsse  und  Pferde- 
ohren; mit  den  Händen  berührt  er  die  FUsse. 
Der  Kopf  blickt  nach  oben.  Sorgfältige  Arbeit, 
wohl  etruskisch. 

b.  Saal  XXXVI,  Schrank  1,  No.  8.  Archai- 
sche Bronze  eines  stehenden  Silens. 
Müller  p.  158,  No.  8.  Micali,  ant,  mou.  (1832), 

•j  Durch  mein  Verschulden  ist  diese  Aufnahme  irr- 
tümlicherweise unter  die  Antiken  des  Thorruidsentnuscums 
elngcreiht  worden.  Der  (Hirt  befand  sich  vielmehr  früher 
in  der  Aiigtisssammiung  der  Kunstakademie  In  der  Cfaar- 
lottenhorg  (Katalog  von  Julius  Lange,  1887,  No.  SOI)  und 
Ist  .tetxt  in  der  Abgussabteilung  de»  K Kunstmuseums  auf- 
gestellt.  (Arndt) 


tav.  41, 6-7.  0,07  m hoch.  Die  Filsse,  der  l.  Arm, 
die  r.  Hand  fehlen.  Spitzohren.  Ithyphallisch.  Das 
1.  Bein  ist  vorgesetzt,  der  r.  Arm  zurückgebogen, 
als  ob  der  Silen  vorsichtig  heranscliliche.  Feine 
Arbeit,  wohl  ebenfalls  etruskisch. 

c.  Saal  XXXVI,  Schrank  1,  No.  61.  Ver- 
goldete Bronze  eines  auf  das  r.  Knie  ge- 
sunkenen, aufwärts  blickenden  Bärtigen, 
der  beide  Hände  emporstreckt  Müller  p.  164,  No.  61. 
Hoch  0,075  tu.  Nach  einer  verticalen  Einarbeitung 
hinten  zu  schliessen,  war  das  Stück  an  einer 
Rückwand  befestigt.  Vielleicht  Kuss  eines  Ciste. 
Ein  ganz  ähnliches  Stück,  aus  Philippopel,  im 
Museum  von  Sofia:  Revue  arch.  1897,  II,  p.  233, 
No.  32  = Reiuaeh,  repertoire  810,  8,  ein  zweites 
itn  British  Museum:  Walters,  catalogue  of  the 
bronzes,  n°  1440,  pl.  XXV11,  ebenfalls  mit  einer 
Einarbeitung  hinten.  Zum  Motiv  vgl.  Stark,  Niobe. 
Taf.  XIX,  1.  Atlas  t 

d.  Saal  XXXVI,  Schrank  I,  No.  38.  Verwaschne 
Bronze  des  nackten  stehenden  Apoll 
Müller  p.  161,  No.  38.  0,09  m hoch.  Auf  dem  Rücken 
der  Köcher.  Die  Attributte  der  Hände  sind  kaum 
mehr  zu  deuten : in  der  R.  der  Rest  eines  Stabes 
(Vliorbccrzwciges?),  in  der  L.  des  in  der  Mitte 
gefassten  Bogcns(?).  Vgl.  etwa  die  Neapler  Bronze 
Inventar  113257  (Phot.  Sommer  7562)  und  Einzel- 
aufnahmen 18.  Ende  des  5.  Jahrh.  (Arndt.) 

1487.  a.  Saal  XXXVI.  Schrank  2,  No.  29. 
Vollgegossnes  archaisches  Bronzerelief 
zweier  Löwen,  diu  einen  Hirsch  zer- 
fleischen. Miillerp.  160,  No.  29.  0,155  m breit, 
0,07  m hoch.  Sehr  fein  ciseliert.  Etruskisch. 

b.  Saal  XXXVI,  Schrank  8,  No.  288.  Rest 
einer  bronzenen  Helmwange.  Müller  p.  187, 
No.  288.  Hoch  0,045  ui.  Ein  bärtiger  Mann,  in 
Exomis,  mit  spitzer  Mütze,  fasst  mit  beiden  Armen 
einen  zusammensinkenden  jugendlichen  behelmten 
Krieger.  Odysseus  Achills  Leichnam  bergend? 
Vgl.  Roscher,  myth.  Lexikon,  s.  v.  Odysseus, 
Sp.  661  f.  Die  Gruppe  sieht  fast  wie  ein  Pendant 
aus  zur  bekannten  Composition  des  Mcnelaos 
mit  dem  Leichnam  des  Patroklos  und  ist  jedenfalls 
in  Anlehnung  an  Bie  erfunden.  (Arndt.) 

1488.  Links.  Saal  XXXVI,  Schrank  11. 
SilbcrnesPorträtbüstchoneincsBärtigcn. 
Müller  p.  154,  No.  1.  Hoch  ca.  0,065  m.  Innen 
hohl,  ganz  dünnwandig.  Hadrianisch  ? 

Rechts  Saal  XXXVI.  Schrank  11,  VHI.  1. 
Fragment  eines  Serapis  köpfchcns  aus 
Boi  n.  Müller  p.  214,  No.  1.  Hoeh0,095  m.  Aufwärts 
blickend.  Vorzüglich  gearbeitet.  (Arndt) 


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117 


Kopenhagen  Escorial. 


118 


Unter  den  nicht  photographisch  mitgenom- 
menen StUcken  des  Thorvaldscntnusenms 
scheinen  noch  erwähnenswert: 

Saal  XXXIX,  No.  71.  (Irusaei  Relief- 
fragment. Apoll?  Hüller  p.  139,  No.  71.  Hoch 
1,08  m.  Pentelischer  Marmor.  Ab  Kopf.  Arme, 
Unterbeine  Hochgegürtet,  langbekleidet,  n.  r.  ge- 
wandt. Gute  Arbeit. 

In  den  Magazinen  im  Speicher:  Ein 
guter,  aber  stark  verwaschner,  lebensgrosser 
Demostheneskopf,  zum  Einsetzen  in  eine 
Statue  bestimmt  (Müller  p.  137,  No.  36),  und  ein 
bartloserRömerkopf,  etwa  vom  Schlüsse 
des  1.  Jabrh.  v.  (Ihr.,  von  guter  Arbeit 

(A  r n d t.) 

Escorial. 

Codex  Escorialensis. 

Anf  das  Skizzenbnch  in  der  Bibliothek  des 
Escorial  (früher  A — II  — 7,  jetzt  28  II  12)  hat 
zuerst  Justi  aufmerksam  gemacht;  s.  dessen  kurze 
Inhaltsangabe  bei  E.  Müntz,  Les  antiquites  de  la 
ville  de  Korne  auz  14.,  15.  et  16.  siicles,  Paris  1886, 
S.  157  ff.  Vgl.  ausserdem  Müntz,  Kendiconti  del- 
l'Accad.  dei  Lincei  1888,  1,  71  ff.  De  Rossi,  Köm. 
Mittheil.  1888,  S.  94  f.  J.  Ficker,  ebenda  S.  317  ff. 
1889,  S.  75  ff  Hülsen,  ebenda  1891,  S.  145.  Robert, 
Sarkophag-Reliefs  II.  S.  XI.  Eine  Herausgabe 
aller  wichtigen  Blätter  des  Skizzenbuches  steht 
von  Herrn  Dr.  H.  Egger  in  Wien  zu  erwarten. 

Die  Beischrift  einer  Grutteske  auf  Bl.  39' 
ROMA 

MCOOCLXXX 

XI 

weist  auf  die  ungefähre  Entstehungszeit  hin.  Es 
ist  sicher,  dass  das  Skizzenbuch  zu  dem  Kreise 
Giulianos  da  Sangallo  in  Beziehung  steht,  doch 
ist  die  versuchte  Zurückführung  anf  diesen  Meister 
selbst  (Hülsen  a.  a.  0.)  nicht  zn  billigen,  wie 
C.  v Fabriczy  demnächst  in  seinem  Verzeichnis 
der  Handzeichnungen  Giulianos  (Ergänzungsheft 
des  Jahrbuches  des  Archäolog.  Instituts)  nach- 
weisen  wird.  Ein  Toscaner  scheint  sich  in  dem 
durchgängigen  ch  statt  c zu  verraten. 

1489  (fol.  26 r).  Ausruhender  Herakles 
im  lysippischcn  Motiv,  nach  der  Unterschrift  del 
chardinale  ditiena , trovatn  imonte  chauallo  nrla 
ckaprUa  dtrcholr.  Letztere  Bezeichnung  bezieht 
sich  vielleicht  auf  den  belvederischen  Torso  (Köm. 
Mitth.  1898  8 258).  Francesco  Piccolomini,  (.'ardi- 
nal  von  Siena,  1503  I’ap.st  Pius  III,  batte  seinen 
Palast  an  der  Piazza  Siena,  heute  S.  Andrea  della 
Valle.  Seine  Graziengnippe  kam  bekanntlich  in 


seine  Vaterstadt ; unser  Herakles  stand  nach  A us- 
weis  des  Cambridger  Skizzenbuches  (Jahrb  1892 
S.  95,  neu  eingesehen  von  Hrn.  Sandys),  Bl.  8 f., 
später  in  der  quiiinalischen  Vigna  Carpi,  und  be- 
findet sich  jetzt  im  Zimmer  der  „himmlischen  und  irdi- 
schen Liebe“  Tizians  in  Villa  Borghese,  fast  lebens- 
gross (in  keiner  Brachreibung  erwähnt;,  s.  Clarac 
791,  1982  (danach  wären  nur  die  Finger  der  r. 
Hand  modern).  (Michaelis.) 

1490  (fol.  28').  Der  capitolinische  Nil, 
damals  auf  Monte  C'avallo;  s z.  No.  1499. 

(Mic  hae  lis.) 

1491  (fol.  32 r).  Felderdeeke,  von  einem 
Pfeilerkapitell  aufsteigend;  oben:  choliseo.  Eine 
kurze  Andeutung  dieses  Schmuckes  findet  sieh 
bei  Nibby,  Roma  nel  1838,  parte  antica,  I,  427, 
eine  ausführlichere  Erwähnung  bei  Lanciani,  The 
ruins  and  exeavations  of  aneient  Rome,  1897,  S.  381, 
wo  auch  andere  ältere  Zeichnungen  angeführt 
werden  (in  Windsor  Castle  von  Pietro  Santu  Bar- 
toli  mit  Angabe  der  Farben).  Nach  einer  Mit- 
teilung Peterscns  handelt  es  sich  um  die  drvi- 
schiffige  Halle,  die  bei  dem  nördlichen,  den  Traians- 
thennen  zugewandten  Hauptoingange  des  Amphi- 
theaters auf  die  beiden  äusseren  Umgänge  folgt. 
Ihre  Tonnengewölbe  waren  einst  ganz  mit  be- 
malten Stuckreliefs  überzogen;  die  hier  wieder- 
gegebenen befinden  sich  am  westlichsten  der  dem 
Eingänge  zunächst  liegenden  Gurtbögen.  Die 
noch  erhaltenen  Reste  stimmen  mit  den  Andeu- 
tungen der  Zeichnung  überein,  die  für  eine  Einzel- 
deutung nicht  ausreichen  (in  den  kleineren  Feldern 
vielfach  Eroten).  Das  quadrate  Feld  oben  be- 
zeichnet den  Scheitel  des  Gurtbogens,  l’eterscn 
hält  nach  bestimmten  technischen  Anzeichen  die 
ganze  Dekoration  für  spätere  Zuthat. 

(Michaelis) 

1492  (fol.  36v).  W eiblichc  Gewandstatue. 
Die  Unterschrift  chaferelly  weist  auf  den  Pa- 
lazzo täffarelli  unweit  8.  Andrea  della  Valle,  der 
1536  Kaiser  Karl  V.  beherbergte  (Stoppani,  Vidoni, 
jetzt  Giustiniaui-Bandanij.  Der  Prospettivo  mi- 
lancsc,  Albcrtini,  Aldrovaudi  erwähnen  Statuen 
in  diesem  Palast.  Unsere  Statue  dürfte  wohl  eine 
Porträtstatue  sein;  die  hohe  Gürtung,  die  schlanken 
Verhältnisse,  die  Gewandmotive  namentlich  des 
Mantels,  der  den  ganzen  Leib  frei  lässt,  das  Aus- 
laden des  Gewandes  um  die  Füsse  erinnern  an 
klcinasiatischc  Gewaudstatuen  hellenistischer  Zeit 
(Michaelis,  Anc.  Marbles  in  Great  Britain  S.  482. 
543),  Ähnliche  Statuen  oder  Statuen  ähnlichen 
Stils  finden  sich  nicht  selten,  z.  B.  Berlin  503. 
Torlonia  (Rcinach,  R6p.  U,  242,  9),  vgl.  Neapel 

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Escorial. 


120 


(Clarac  498  D.  1053  B.  505,  1007).  London  (cbd. 
510,1030).  Vatican  (Mus.  Pio  Clem.  I,  44  Clarac 
680,  1G23).  (Michaelis.) 

1493  (fol.37 »).  Weibliche  Gewandstatue, 
l>et  metucr  gri/nnetta  (mir  sonst  unbekannt).  Bei 
mancher  Ähnlichkeit  mit  der  vorigen  ist  die 
Figur  doch  lebhafter  und  künstlicher  bewegt, 
mit  starkem  Gegensatz  zwischen  dem  Unterkör- 
per mit  rechtem  Standbein  und  dem  Oberkörper, 
der  sich  gegen  »eine  Linke  wendet.  Da»  Motiv 
gehört  ebenfalls  der  hellenistischen  Zeit  an;  sehr 
ähnlich  kehrt  es  in  einer  Statue  des  Lotirre 
wieder  (Reinach,  Rf-pert.  II,  673,  6;  die  Angabe 
„Louvre  2840*  ist  falsch;  sollte  2838  gemeint  »ein, 
so  stammte  die  Statue  aus  Halikamass).  Das 
mehr  an  Boissard  als  an  die  Antike  erinnernde 
Küllliorn  mit  seinem  malerisch  geordneten  Inhalt 
dürfte  wohl  eine  Ergänzung  des  Zeichners  sein 
(vgl.  No.  1497);  auch  der  gar  so  scharf  seitwärts 
gewandte  Kopf  erweckt  Verdacht. 

(Michaeli  s.) 

1494  (fol.  98  r).  Marmorgeräte.  1. Run- 
der Altar  mit  reichen  Gliederungen  oben  und 
unten;  Übermässig  gebauschte  Guirlanden  mit 
flatternden  Bändern , ohne  Tierschädel,  Masken 
oder  dgl.  — 2.  Seite  einer  dreiseitigen 
K an d el aber basi s mit  srhildtragendem  Kna- 
ben Nach  Dr.  Egger  ist  es  eine»  der  l>eidcn 
Exemplare  in  Venedig  (DUtschke  V,  No.  134). 
Ebenso  im  Louvre  (< ’larac  187,  331),  im  Brit. 
Museum  (Anc.  Marbles  1,6),  in  den  Uffizien  162  D 
(Gail,  dl  Firenze  IV,  30)  u.  ö.  — 3.  Grosses 
Marmorbecken  (Herakles  im  dionysischen 
Thiasos  Aufdeckung  de»  Hermaphroditen;  Zocga 
II  71  f.),  im  16.  Jahrh  im  Giardino  Cesi,  später 
in  Villa  Albani,  jetzt  im  Mus.  Torlonia  279 
(Schreiber.  Arch.  Zeit.  1879,  S.  05  No.  274.  Mi- 
chaeli». Jahrb.  1891,  S.  139  No.  25,  /.) 

(Michaelis.) 

1495  und  1499  (fol.  42 r und  62 r).  Der 
belvederiscbe  Apollon  in  zwei  Ansichten, 
deren  erste  ziemlich  genau  dem  Stiche  Marrantons 
(z.B.  bei  Thode,  die  Antiken  in  den  Stichen  Marcan- 
tons,  1981,  Taf  2)  entspricht.  Der  Erhaltungszustand, 
bezw.  die  Ergänzung  (Petersen,  Arch  Anz.  1890, 
8.  51.  Röm.  Mitth.  1894,  8.  249  ff.)  ist  der  gleiche; 
hervorzuheben  sind  die  deutlichen,  den  Stamm 
oben  überragenden  Reste  de»  einst  vom  Gotte 
gehaltenen  Zweiges  (Furtw  äuglcr.  M.-W.  8.  662  f.), 
die  bei  Marranton  fehlen.  Die  Stütze  unter  dem 
I.  Fuss  und  der  Stülzenrest  an  der  r.  Hüfte  sind 
wcggclassen.  No.  1495  giebt  die  Statue  ohne  Basis; 
die  Basis  in  No.  1499  entspricht  nicht  der  heutigen, 


die  schon  bei  Marcanton  (mit  Andeutung  der 
runden  Nische  im  Belvedere)  erscheint.  Es  ist 
vielmehr  die  Basis,  auf  der  die  Statue  an  ihrem 
ersten  römischen  Aufenthaltsorte  stand,  nach  der 
Unterschrift  von  No.  1495  nelorto  di  tapiern  in 
uinhohi,  d.  h.  im  Garten  von  8.  Pietro  in  vincola, 
wo  Giuliano  da  Sangallo  dem  Titnlar  dieser  Kirche, 
dem  Kardinal  Giuliano  della  Rovere  (Julius  II.), 
einen  Palast  baute  (Vasari  IV,  278  f.);  vgl.  Micha- 
elis, Jahrb.  1890,  8.  10.  Hülsen,  Arch.  Anz.  1890, 
8.  48  Anm.  2 (in  viridario  palatii  8.  Petri  ad 
Vincula.}  (Michaelis) 

1496  (fol.  43»).  Wsssergöttin.  („Aphro- 
dite“, „Thetis*,  „Amymone*;.  Kopf  und  Fackel 
mit  ihren  Halternden  Bändern  goben  sich  leicht 
als  Ergänzungen  des  Zeichners  zu  erkennen 
(vgl.  zu  No.  1493).  Unterschrift : luanto  apottolo, 
d.  h.  in  der  Kirche  oder  dem  damals  ebenfalls 
Giuliano  della  Rovere  zustebenden  Palaste  von 
Santi  Apostoli.  Unter  den  zahlreichen  Statuen 
dieses  Typus  (Bcrnoulli,  Aphrodite  8.  866  ff.  E.-V. 
712)  kenne  ich  nur  eine,  welche  anstatt  des 
nackten  Oberkörpers  einen  ungegürteten  Chiton 
aufweist,  die  Statue  in  Villa  Borghese,  Gallerie 
41  (ßernoulli  n.  10.  llelbig,  Führer’  971.  Clarac 
593,  1296),  die  auch  von  Melchior  Lorch  1551 
gezeichnet  worden  ist  (Jahrb.  1892,  8.  90.  Bl.  1, 
I,  b).  Diese  Statue  stimmt  in  ihren  echten  Teilen 
mit  der  Zeichnung  (z.  B.  auch  in  dem  hohen, 
wasserüberströmten  Block  unter  dem  Delphin) 
völlig  überein;  der  Kopf,  der  r.  Vorderarm  und 
der  Schwanz  de»  Delphins  sind  ergänzt.  Nach 
Clarac  stammt  die  borghesische  Statue  aus  der 
Villa  Moudragone,  die  unter  Gregor  XIII 
(1572—1585)  von  dem  Kardinal  Mark  Sittich  von 
Hohenems,  dem  Neffen  Pius  IV.,  angelegt  und 
später  vom  Herzog  Giuvan  Angelo  Altemps  an 
die  Borghese»  verkauft  ward.  Der  Kardinal  mag 
also  die  Statue  von  SS.  Apostoli  nach  jenem 
Prachtbau  verbracht  haben.  (Michaelis.) 

1497  (fol.  44  Br).  Unterteil  einer  sitzen- 
den Statue;  in  der  Ecke  unten  rechts:  dianni 
ciapoln.  Über  diesen  bedeutenden  Antiken- 
sammler,  einen  Freund  Polizianos,  vgl.  die  An- 
gaben bei  Michaelis,  Jahrb.  1898,  S.  199  f Lan- 
ciani,  BulletL  comun.  1899,  S.  401  ff.  Robert, 
Röm.  Mitth  1901,  8 230  Anm.  1.  238.  Vielleicht 
ist  unsere  Statue  gemeint  bei  dem  Prospettivo 
milanese.  Str.  25  . . . un  nudu  che  ri  tede,  D un 
re/  copcrto  talvo  ch’el  pii  manch».  Qual  fa  mern- 
vegliar  ogni  hnm  che'l  veile.  Heemskerck  zeichnete 
dieselbe  Statue  vollständig  in  der  esquilinischen 
Vigna  des  Kardinals  Cesi,  eine  zweite  vollstäudige 


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121  Escorial.  1 22 

Zeichnung  aus  der  Sammlung  dal  Pozzoe  befindet  deren  kolossale  < i rosse  (Länge  ungefähr  4Vi  m) 
sieh  in  Windsor  Castle,  das  Fragment  (Unterteil)  anschaulich  machen.  (Michaelis) 

einer  Wiederholung  ist  im  Neapler  Museum;  alle  1499  (fol.  52>).  «•  au  No.  1495. 

drei  abgebildet  und  besprochen  von  Michaelis  a.a.O.  1500  (fol.  54  r).  Schiffskampf,  Relief  in 

S.  192  ff.,  der  darin  Kopien  dos  chryselephantinen  Venedig  aus  der  in  Rom  gebildeten  Sammlung 

Juppiter  Capitollnus  des  Apollonias  vermutet.  Die  j Grimani  (Diltschke  V No.  295).  Gegenüber  den 
Andeutung  eines  von  der  Linken  gehaltenen  Stabes  bisherigen  Abbildungen  (z.  B.  Arch  Zeit,  lüfifi, 

in  unserer  Zeichnung  ist  wohl  ein  Zusatz  des  Taf.  214,  am  besten  Oesterreich.  Jahresh.  I Taf.  2) 

Zeichners;  die  beiden  anderen  Zeichnungen  bietet  die  Zeichnung  die  beiden  äussersten  Figuren 

kennen  den  Stab  nicht,  und  im  Original  dürfte  links  und  den  am  Roden  liegenden  Toten  rechts 

eher  ein  Blitz  anzunehmen  sein.  vollständiger,  ubergeht  dagegen  das  Aphlaslon 

(Michaelis.)  oben  rechts,  den  Helm  des  Kriegers  daneben,  die 
1498  (fol.  4fiv).  Der  eapitolinische  Nil,  Reste  einer  liegenden  Gestalt  links.  Der  orna- 

Wicderholung  von  No.  1490,  mit  der  Unterschrift  mentale  Abschluss  oben  und  unten  ist  bei  der 

marfurio  di  chauagli,  .liegender  Flussgott  von  späteren  Einrahmung  gekürzt  worden;  er  kehrt 

Monte  Cavallo*.  Hier  stand  der  Nil  mit  seinem  an  griechisch  - römischen  Sarkophagen  ähnlich 

Gegenstück  dem  Tigris  (später  in  einen  Tiberis  wieder  (Robert,  Sark.-Rel.  11,  10,  13.  Jahresh. 

umgearbeitet)  das  ganze  Mittelalter  hindurch.  a.  a.  0.  S.  20  Fig.  20).  Unterschrift:  intreftcueri 

vermutlich  als  Schmuck  eines  Nymphäum,  bis  beide  im  Trastevere;  von  dort  wird  Kardinal  Grimani 

(zwischen  1513  und  1527)  auf  das  Capitol  ver-  das  Relief  erworben  haben.  Die  spätere  Beischrift 

setzt  wurden  (Michaelis,  Rom  Mitth.  1833,  S.  271,  oben  liest  C.  v.  Fabriczy  per  comict  Alto  di  fora; 

Anm.  42.  1891,  S.  25  f„  29  f.  1898,  S.  254  ff.).  Die  sie  deutet  die  Verwendbarkeit  des  Stückes  für  einen 

menschliche  Figur  auf  dem  Kopfe  der  Statue  soll  praktischen  Architekten  an.  (Michaelis.) 


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Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 


Unter  Mitwirkung  von  Fachgenossen  herausgegeben 


PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG 


REGISTER  ZU  SERIE  I-V 


Bearbeitet  von 
GEORG  LIPPOLD 


Preis  t Mark 


MÜNCHEN  1911 
F.  BRUCKMANN  A.-G. 


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Bezugsbedingungen. 


Die  Publikation  ist  ni«*ht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement  noch  in 
einzelnen  Blättern,  sondern  ausschließlich  direkt  von  der  Firma  F.  Br uck mann  A.-G. 
in  München  20  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes 
des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  übernommen  hat,  ohne  daraus 
ein  eigentliches  Verlagsobjekt  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfaßt  27«  Nummern,  davon 

8 Blatt  itn  Format  von  24 : 30  cm  zu  1 Mark 

25  f,  „ „ „ 18:24  „ „ 80  Pfennigen 

245  „ „ „ 13:18  „ „ 50  „ 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279—578)  enthält  300  Blatt  in  Kabinettformat  zu  50  Pfennigen. 

Die  dritte  Serie  (Nr.  679—900)  enthält  322  Blatt  in  Kabinettformat  zu  50  Pfennigen. 

Die  vierte,  fünfte  und  alle  folgenden  Serien  enthalten  je  300  Blatt  in  Kabinettformat 
zu  50  Pfennigen. 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermäßigung  von  20°/®  ein,  sodaß  die  beiden  ersten  Serien 
je  120  Mark,  die  dritte  Serie  12«  Mark  HO  Pfennige  und  jede  weitere  Serie  wieder  120  Mark 
kostet.  Die  Texthefte  zu  jeder  Serie  kosten  2 Mark,  die  Register  zu  je  5 Serien  1 Mark. 


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Vorwort 


Zum  Verständnis  der  folgenden  Register  zu  Serie  I — V der  Einzelaufuahmen 
bedarf  es  einiger  Vorbemerkungen,  vor  allem  zu  IV,  dem  kunstgeschichtlichen 
Register.  Man  erwarte  hier  nicht  eine  historische  Anordnung  aller  in  den  Einzel- 
aufnahmen bisher  publizierten  und  besprochenen  Monumente,  wie  es  etwa  im 
Register  zu  den  Griechischen  und  Römischen  Porträts  von  Arndt  versucht  worden 
ist.  Denn  da  die  Abfassung  der  Texte  z.  T.  zwanzig  Jahre  zurückliegt,  da  an 
ihnen  eine  ganze  Reihe  von  vielfach  in  ihren  Ansichten  stark  uuscinander- 
gehenden  Gelehrten  beteiligt  war,  da  endlich  die  Texte  noch  gar  keine  endgültige 
Einordnung  der  betreffenden  Stücke  geben  wollen,  so  hätte  eine  ganz  neue 
Anordnung  stattfinden  müssen,  was  dem  nächsten  Zwecke  des  Registers,  über 
das  zn  orientieren,  was  im  Texte  steht,  widerspricht.  Außerdem  ist  das  bisher 
in  den  Einzelaufnahmen  publizierte  Matoriul  doch  zu  lückenhaft,  als  daß  sich 
darauf  eine  historische  Übersicht  der  autiken  Plastik  hätte  aufbauen  lassen. 
Erst  wenn  einmal  eine  größere  Reihe  von  Serien  der  E-A  publiziert  ist, 
wird  sich  ein  solcher  Versuch  mit  einigem  Nutzen  anstelle!)  lassen.  Es 
sind  also  alle  in  den  Texten  ausgesprochenen  Ansichten  registriert,  auch 
wenn  sie  heute  von  niemand  mehr  geteilt  werden.  Z.  B.  mußte  die  sogenannte 
Aphrodite  von  Epidauros,  die  heute  wohl  jeder  an  die  Wende  vom  5.  zum  4.  Jahr- 
hundert setzt,  der  von  Flasch  so  hartnäckig  vertretenen  Ansicht  folgend,  unter 
„zweite  Hälfte  des  IV.  Jahrhunderts“  angeführt,  mußten  die  vatikanischen 
Musen  nach  der  vom  Autor  selbst  wieder  aufgegebenen  Kombination  als  Thcs- 
piaden  des  Praxiteles  eingeordnet  werden. 

In  Register  I und  in  dagegen  ist  nach  Möglichkeit  darnach  gestrebt  worden, 
den  derzeitigen  Stand  der  Dinge  wiederzugeben,  d.  h.  die  Monumente  unter 
den  Orten  anzuführen,  wo  sie  sich  jetzt  befinden,  bezw.  wo  sie  zuletzt  gesehen 
worden  sind.  Denn  da  viele  Stücke  noch  immer  keinen  endgültigen  Besitzer 
gefunden  haben,  sondern  im  Kunsthandel  umherirrend,  zufällig  verschwinden 
und  wieder  auftauchen,  andere,  die  nach  älteren  Publikationen  zitiert  sind, 
vielleicht  für  immer  verschollen  oder  vernichtet  sind,  war  gerade  hier  unbe- 
dingte Zuverlässigkeit  nicht  zu  erreichen. 

Die  Abkürzungen  etc.  sind  wohl  ohne  weiteres  verständlich.  Zahlen 
bedeuten  die  No.  der  E-A  und  zwar  beziehen  sich  (in  III  und  IV)  kursiv 
gedruckte  auf  die  Aufnahmen  selbst,  die  andern  nur  auf  die  Texte.  Lateinische 
Ziffern  bezeichnen  die  einzelnen  Serien:  1,2  = Serie  I,  Teil  2.  Namen  wie 
„Eros  vom  Palatin“,  „Kleine  Ilerculanenserin“  bezeichnen  im  allgemeinen  den 
Typus,  nicht  die  einzelne  Wiederholung. 

GEORG  LIPPOL1). 


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I.  Inhalt  von  Serie  I — V. 

No.  1 — 3 Verona,  Museo  lapidario 

4—6  Verona,  „ civico * 

„ 9—26  Mantua 

„ 26 — 31  Vicenza  

„ 32 — 68  Wien,  Sammlung  Erzherzog  Franz  Ferdinand  (ehemals  Cataio) 

„ 69—82  Parma 

„ 83  —95  Florenz,  Uffizien * 

„ 96—107  ,.  Giardino  Boboli 

„ 108— 110  Rom,  Palazzo  Barberini 

„ 111 — 112  „ Palazzo  Roapigliosi  

„ 113-131  „ Villa  Mattei 

„ 132 — 133  „ Villa  Borghese  

,,  134  „ Via  Margutta  53  B 

„ 135 — 150  „ Sammlung  Monteverde 

„ 151  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

„ 152 — 153  Dresden,  Albertinum 

„ 154—155  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

„ 156  Rom,  Kunsthandel ' 

„ 157—158  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

„ 159—162  Rom.  Kunsthandel 

,,  163  Kopenhagen,  Glyptothek  Nv-Carlsberg 

„ 164 — 165  Dresden,  Albertinum 

„ 166 — 170  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlaberg 

„ 171  Rom,  Kunsthandel 

„ 172 — 174  Boston,  Privatbesitz 

„ 175 — 182  Rom,  Kunstbandel 

„ 183  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

„ 184  Dresden,  Albertinum 

„ 185  Rom,  Kunsthandel 

„ 186—187  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny  Carlsberg 

„ 188—191  Rom,  Kunsthandel 

„ 192—199  Brescia 

„ 200—205  Pisa 

,,  206 — 235  Florenz.  Palazzo  Pitti 

„ 236  „ Uffizien 

„ 237 — 239  „ Kunsthandel 

,,  240 — 242  „ Palazzo  Orlandi 

■■  243 — 278  Rom,  Museo  nazionale  (Ludovisi) 


1,1,  S.  1 3 
„ „ 13 
„ „13-14 
„ 14 

„ 14—15 
„ „ 15-16 
„ „ 16 
„ „ 16—17 
..  „ 17 
..  17 

„ „ 17 
„ 17—18 
„18 

„ ,.  18-19 
„ »1» 

„ „ 1« 

..  19 
„ >,19 
„ 19 



„ „ 19 
..  ..  19 
„ „ 19—20 
„ „20 
„ „20 
„ „20 
„ „20 
„ „ 20 
„ „20 
„ „ 20 
„ „20 
1,2...  5 
..  ..  5 
„ .,  5 - 10 
„ „11 
..  „ II 
„ ..  11  — 12 
,.  ..  12—17 


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No.  279 — 291  Florenz,  Giardino  Boboli II,  S.  7 — 11 

„ 292—297  „ Poggio  Imperiale.. „ „11  — 13 

„ 298—299  „ Giardino  di  Castello „ „ 13—14 

„ 300—317  „ Palazzo  Hiccardi „ „14  — 16 

„ 318—330  „ Giardino  del  Palazzo  Corsini  al  Prato „ „16—18 

n 331—339  Palazzo  Corsini  Lung’Arno „ „ 18—19 

„ 340—343  Palazzo  Vecchio „ „19—20 

„ 344-379  „ Uffizien „ „ 20—23 

„ 380  „ Kunsthandel „ „24 

„ 381—402  Wörlitz „ „24-30 

„ 403-448  Rom,  Capitol. . . „ „30—34 

„ 449—451  „ Consorvatorenpalast „ „34—35 

„ 452-471  „ Capitol  „ „35—36 

„ 472—482  „ Consorvatorenpalast „ „36 

„ 483—484  „ Palazzo  Barberini „ „37 

„ 485 — 495  „ Palazzo  Borghese „ „ 37 — 39 

„ 496—542  Neapel»  Museo  nazionale ••••  »»  „39—49 

„ 543  „ Museum  von  S.  Martino „ „49 

„ 544  Sorrent,  Museum „ „49 

„ 545 — 568  Palermo,  Museo  nazionale „ „49—53 

„ 569—572  Castelvetrano  „ „ 53—54 

„ 573—574  Taormina,  Museo „ „54 

„ 575—576  Madrid,  Prado „ „54 

„ 577—578  Petersburg,  Sammlung  Stroganoff» „ „54 

„ 579—588  Triest,  Museo  lapidario III,  „ 7—9 

„ 589—600  „ Museo  civico „ „ 9—13 

„ 601—602  Corfü,  kgl.  Schloss „ „13 

„ 603—612  „ Museum „ „13—15 

„ 613— 724  Athen,  Nalionalmuseum „ „15—27 

„ 725  — 734  „ Akropolismuseum „ „27—28 

„ 735  Thera „ „28 

„ 736— 737  Melos „ „28-29 

„ 738  Smyrna,  Evangelische  Schule „ „29 

„ 739  Konstantinopel,  Sammlung  Nelidow „ „ 29 — 30 

„ 740  Paris,  Louvre „ „30 

„ 741  Konstantinopel,  Sommerpalast  der  französischen  Botschaft „ „30 

„ 742  „ Sammlung  Aristarchi  Bei „ „30 

„ 743 — 744  Dresden,  Albertinum * „ „31 

„ 745 — 750  Palermo,  Museo  nazionale * „ „31 

„751  „ Municipio „31 

„ 752—758  Syrakus „ „31—32 

„ 759—761  Girgenti „ „32 

„ 762-764  Catania „ „32 

„ 765 — 773  Neapel,  Museo  nazionale.... „ „33  — 34 

„ 774 — 805  Rom,  Garten  des  Vaticans „ „34  — 37 

„ 806 — 810  „ Magnzzino  archeologico „ „37 

„ 811 — 817  „ Kunsthandel „37 — 38 

„ 818—819  „ Forum „ „38 

„ 820—821  Florenz,  Uffizien „ „ 38—39 

„ 822  „ Palazzo  Pitti „ „39 

„ 823 — 824  Venedig,  Museo  archeologico „ „39 

„ 825—827  „ Arsenal „ „40 

„ 828  — 865  München,  Glyptothek „ „ 40—45 

„ 866 — 880  „ Kunstakademie „ „45  — 47 

„ 881  — 882  Käuflicher  (lyps „ „47 


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No.  883  — 895  Würz  barg,  Wftgnergcheg  Kunstingtitut . . 
„ 896 — 898  Berlin,  Sammlung  Hiller  von  G&rtringen 
„ 899 — 900  Basel,  Museum 


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901 — 906  München,  Sammlung  Prinz  Kupprecht 


907—1035 
1036—1038 
1039—1041 
1045-1047 
1048—1049 
1050  — 1053 
1054 

1055-1057 
1058-1059 
1060—1067 
1068  - 1085 
1088—1089 
1090-1126 
1127-1166 
1167—1168 
1169-1173 
1174—1175 
1176—1177 

1178 

1179 

1180-1181 

1182-1184 

1185 

1186 
1187 

1188—1190 
1191  — 1192 

1193 

1194 
1195a 
1195b 
1196 

1197-1198 
1199—1200 
1201-1273 
1274  -1287 
1288-1290 


„ Residenz 

„ Privatbesitz  

„ Kunsthande! 

„ Privatbesitz 

„ Kunstakademie 

„ Kunsthandel 

Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

München,  Kunsthandel 

Augsburg,  Kathaus 

„ Maximilianemuseum 

Hannover,  Provinzialmusenm 

Privat  besitz  am  Gardaase 

Born,  Villa  Albani 

„ Palazzo  Colonna 

Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg. 

Rom,  Palazzo  Lazzeroni 

,,  Banen  nazlonale 

„ Kunsthandel 

München,  Glyptothek 

Rom,  Kunsthandel '. 

München,  Glyptothek 

Rom,  Kunsthandel 

München,  Glyptothek 

,,  Privatbesitz 

Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

Rom,  Kunsthandel 

Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

Rom,  Kunsthandel 

London,  British  Museum 

Rum,  Kunsthandel 

Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg. 

Rom,  Kunsthandel 

Neapel,  Privatbesitz 

Florenz,  Galleria  degli  arazzi 

Athen,  Nationalmusoum 

„ Akropolismuseum 

„ Kunsthandel 


1291  — 1292  Budapest,  Museum 

1293  — 1297  Athen,  Kunsthandel..... 

1298 — 1299  Kleusia,  Museum 

1300  OropoB,  Amphiareion. . . . 

1301 — 1303  Theben,  Museum 

1304  — 1308  Patras,  Dimarehie 

1307—1309  „ Gymnasion 

1310  Kloster  Luku  (Thyreatis) 

1311  — 1324  Sparta,  Museum  

1325 — 1328  Corfb,  Museum 

1329  Andres,  Palaeopolis 

1330  — 1332  Paros,  Mussum 

1333  „ Kostos ' 

1334—1337  „ Privatbesitz 


III,  8. 47-49 

„ „49-50 

IV,  „ 7 

„ „ 7-21 
„21-22 
„ „22 
„ „22-23 
■i  »»  23 
„ „23 
. „23 
„ „23-24 
„ „24 
„ „24-25 
„ „26-29 
„ „29 
„ „29-35 
„ „35-48 
„ „ 48 
„ „48-50 
„ „50-51 
„ »»51 

„ „51 
„ „51 
„ „51-52 
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„ „52-53 
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„ „ 53—54 
„ „ 54  - 55 
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„ „55-56 
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„ „37-38 

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„ „39-40 
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„ 41  — 42 
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„ „46-51 
„ „51-52 
„ „52-54 
»»  ,,  54 
„ „ 54—55 


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No.l 338— 1344  Smyrna,  Evangelische  Schule 

„ 1345  — 1350  „ Konak...» 

„ 1351  — 1352  „ Sammlung  Gaudin 

„ 1353  Konstnntinopel,  Kunsthandel 

„ 1354 — 1355  Rom,  Palazzo  Aldohrandini 

„ 1356 — 1357  „ Privatbositz 

„ 1358 — 136b  Genua,  Palazzo  reale... 

„ 1366—1370  „ „ bianco 

„ 1371-1372  „ Villa  Gräber 

„ 1373  — 1377  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg 

„ 1378 — 1379  Roin,  Kunsthandel 

„ 1380  Aquileia,  Museum 

„ 1381 — 1383  Trient,  Museo  tnunicipale 

„ 1384 — 1408  Aix  en  Provence,  Museum 

„ 1409 — 1430  Nimes,  Maison  carree 

„ 1431  i,  Ecole  des  beaux  arte...» 

„ 1432 — 1435  Mannheim,  Antiquarium 

„ 1436  — 1443  Karlsruhe,  Vereinigte  Sammlungen.... 

„ 1444—1447  Erbach 

„ 1448 — 1451  Darmstadt,  Sammlung  von  Heyl  

„ 1452  München,  Privatbesitz 

„ 1453 — 1459  „ Sammlung  Hirth 

„ 1400 — 1475  Jena,  Sammlung  Schott  

„ 1476 — 1483  Kopenhagen,  Thorvaldsenmuseum  .... 

„ 1484—1485  „ Kunstmuseum 

„ 1486—1488  „ Thorvaldaeninuseum 

„ 1489 — 1500  Madrid,  Escorial,  Codex  Escorialensis  . 


V. 

S.  »5—58 

„ 

„ 58-59 

1» 

„ 59—60 

n 

„ 60 

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„ 60-61 

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„ 61-63 

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„ 63—66 

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„ 66-68 

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„ 69—70 

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„ 70-71 

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„ 71—75 

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„ 75-80 

n 

„ 80-88 

tt 

„ 88-91 

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„ 92—93 

n 

„ 93-99 

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„ 99-102 

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„ 103—105 

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„ 105 

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„107-110 

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„ 110-115 

„115 

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„115—117 

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„ 117-122 

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II.  Verfasser  der  Texte. 


No 

1—278  . . . 

No. 

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I 

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279-380  . . . 

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832-838  . . . 

. . .A.  Flasch 

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497—498  . . . 

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834-835  . . . 

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„ 

499—500  . . . 

H.  Bulle 

836-837  . . . 

. . * . A.  Flasch 

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601 

838-843  . . . 

....H.  Bulle 

II 

502-  504  ... 

H.  Bulle 

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844—845  . . . 

. , . A.  Flasch 

11 

506  - 508  ... 

II 

846-848  . . . 

Bulle 

It 

509 

849-850  . . . 

. . . . P.  Arndt 

510—511  . . . 

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512—513  . . . 

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865  - 865  ... 

....H.  Bulle 

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514—52«  . . . 

II 

866—868  . . . 

....  W.  Amelung 

527—530  . . . 

869—872  . . . 

. . . p.  Arndt 

ii 

531 

II 

873  - 874  ... 

. . . . W.  Amelung 

»• 

532-535  . . . 

875-882  . . . 

. . . . P.  Arndt 

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536 

H.  Bulle 

883—895  . . . 

....H.  Bulle 

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537-588  . . . 

II 

866—898  . . . 

. . . . F.  Freiherr  Hitler  v.  Gart- 

n 

539—540  . . . 

ringen  u.  P.  Arndt 

*« 

541-544  ... 

899—1067  ... 

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„ 

545-651  . . . 

1068-1085  ... 

H.  Graoven 

„ 

552 

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1086-1089  ... 

....H.  Bulle 

i» 

553—557  . . . 

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1090-1200  ... 

. . . . W.  Ainelung 

„ 

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H.  Bulle 

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1201-1211  ... 

. . . .P.  Arndt 

„ 

559-56«  . . . 

1212-1266  ... 

E.  Liiwy 

ii 

567-574  . . . 

n 

1266-1273  ... 

J.  Sieveking 

575—576  . . . 

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577-597  ... 

P.  Arndt 

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1275-1297  ... 

J.  Sieveking 

„ 

698 

1298-1309  ... 

....H.  Bulle 

ii 

599 

H.  Bulle 

ii 

1810—1324  . . . 

. . . .J.  Sieveking 

„ 

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1325-1329  ... 

. ...H.  Bulle 

•i 

601—628  . . . 

ii 

1330-1339  ... 

.. ..  J.  Sieveking 

„ 

629  — 630  ... 

A.  Fluch  * 

1340-1350  ... 

fl.  ltiille 

631—632  ... 

1351—1852  ... 

ii 

633  - 634  ... 

ii 

1353 

....P.  Arndt 

i> 

635  - 686  ... 

H Bulle 

ii 

1854—1367  ... 

. . . . W.  Ainelung 

n 

637—646  . . . 

P.  Arndt 

1358-1359  . . 

....11.  Bulle 

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647  — «49  ... 

H.  Bulle 

1360 

. . . .P.  Arndt 

»» 

660-  734  ... 

1361 

. . . . A.  Flasch 

735-737  . . . 

» 

1362-1369  ... 

. . . . P.  Arndt 

i» 

738-  753  ... 

1 >< 

1870-1372  ... 

....H.  Bulle 

i» 

754-765  ... 

1373-1380  ... 

. . . . J.  Sieveking 

»» 

756 

H.  Bulle 

1381  — 1383  ... 

....H.  Bulle 

ii 

767—764  ... 

1394-1431  ... 

. ...A.  Joubiu 

it 

765  -805  ... 

1432-1452  ... 

....jj.  Bulle 

806—810  . . . 

1458—1459  ... 

it 

8U-817  ... 

II 

1460—1476  ... 

F.  Noack 

ii 

818 

1476-1488  ... 

.. . .P.  Arndt 

n 

819 

H.  Bulle 

II 

1489  — 1500  ... 

A.  Michaelis 

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1 


Agram  — Athen 


2 


III.  Ortsregister. 

[D  (bei  ober-italienischen  Sammlungen}  = Diitschke;  M (bei  englischen  Sammlungen)  — Michaeli«,  Ancient  mnrbles; 
M— D (bei  römischen  Sammlungen)  = Matz— Dnhn.l 


Agram. 

Meergöttin  (?),  aus  Teraatto  712. 

Aix  en  Proveno«. 

(Katalog  von  18B2.) 

No.  17  Kopf  einer  griechisch-ägyptischen  Pfeiler- 
atatue  V,  S.  80.  — No.  97  HermenBchaft  mit  In- 
schrift V,  S.  80.  — No.  209  Knioender  Perser 
1396 — 98;  502/3-  — No.  210  Votivrelief,  attisch 
1384.  — No. 211  Candelaberbasis  1399— 1401. — 
No.  212  Weiblicher  Kopf,  4.  Jahrh  1387/88  — 
No  213  Priap  V,  S-  80.  — No.  214  Kind  1392.  — 
No.  215  Desgleichen  1393.  — No.  224  Weib- 
licher Kopf  1385/86.  — No.  225.  Kopf  der 
Kybelc  oder  einer  Stadtgöttin  1395.  — No.  236 
Bärtiger  PortrnUkopf,  antoninisch  V,  S.  80.  — ■ 
No.  886  Kopf  des  Platon  1402  03.  — No  237 
Kopf  des  Zenon  1405/06.  — No.  245  Kopf  eines 
jugendlichen  Kentauren  1391.  — No  252  Kopf 
des  Diogenes  1407/08.  — No.  259  Doppelhenne 
zweier  Griechen  1404  — No.2  6 Nackter  Knaben- 
torso 1389.  — No.  267  Torso  des  „Peribo^tos“ 
V,  S.  80.  — No  268  Diouysostorso  1390.  - 
No  269  Torso  eines  Silens  1394;  IV,  S.  63  (504). 

Andros. 

PALAEOPOLIS.  Weihreliefan  die  Nymphen  1329. 

Aqulleia. 

Tanzende  Maenade  1419.  — ,,Totentimhlrelief'/3£ö. 

Argos. 

Aphrodite,  Statuette  1451. 

Athen. 

AK  ROPOLISMUSEUM.  Altertümlicher  Jüngüngs- 
kopf  IV,  S.  59  (450/51).  — Kuabe  (von  Kritios?) 
550  ; 569—72;  IV,  S.  65  (550).  — Fragmente 


zweier  Charitenreliefs  731/32;  1036.  — Kopf 
Alexanders  d.  Gr.  1448  - 50.  — Kopf  des  San- 
dalenbinders 733  34.  — Statuette  des  sitzenden 
Hermes  318.  — Torso  des  Poseidon  aus  dem 
Ostgiebel  des  Parthenon  706  a.  — Kopf  des  Po- 
seidon vom  Ostfries  des  Parthenon  725.  — Kopf 
der  „Demeter“  vom  Ostfries  des  Parthenon  726 ; 
658 — 60.  — Kopf  des  „Apollon“  vom  Ostfries 
des  Parthenon  727.  — Bärtiger  Kopf  vom  Nord- 
fries des  Parthenon  IV,  S.  67.  — Kopf 
eines  jugendlichen  Reiters  vom  Nordfries  des 
Parthenon  729.  — Jütigliugskopf  vom  Nordfries 
des  Parthenon  730.  — Weiblicher  Torso,  von 
einer  Mctope  des  Parthenon  497.  — Weibliche 
Figur  vom  Fries  des  Krechtheions  1169.  — „San- 
dalenbinderin“ von  der  Nikebalustrade  1286  — 
Bruchstück  eine«  Votivrelicfs  an  Pan  und  die 
Nymphen  1274.  — Helieffragment  mit  Athcna 
1275.  — Desgleichen  1276.  — Desgleichen  1277. — 
Helieffragment  mit  sitzender  Athena  1278.  — 
Basis  mit  Athletenrelief»  1162.  — Zwei  Frag- 
mente von  einer  kleinen  Marmorbasis  1279/80.  — 
Helieffragment  1281.  — Relieffragment  1282.  — 
Helieffragment,  stehender  Mann  1283.  — Relief- 
fragment  1284.  — Rechte  Seite,  einer  relief- 
gcschmiiekteu  Basis  1285.—  „Trauernde“  Athene, 
Relief  III,  S.  51  (449—51).  — Neuattisches  Relief, 
Hermaphrodit  1381 . — Fragment  vom  Oberkörper 
einer  weiblichen  Figur  1286.  — Oberkörper 
einer  weiblichen  Figur  1287. 

DIPYLON.  Grabmal  der  Deuictria  und  Pamphile 
1169.  — Grabstele  de»  Dexileos  1424;  1440. 

LYSIK  RATESDENKMAL  1162. 

NATIONALMUSEUM. 

(K.  = Katalog  von  Kastriotia  1‘JOtt.) 

K.  45  Sog.  Omphalosapollon  (Kopf)  625/26 ; 728.  — 
K.  47  Replik  vom  Kopf  des  Kasseler  Apoll  705 


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3 


Athen 


4 


IV,  S.  63  (607/08).  — K.  65  Jugendlicher  Kopf 
1201102 ; 427/28  (vgl.  IV,  S.  69).  — K.  67  Alter- 
tümlicher Jünglingskopf  644—46.  — K.  96  Ar- 
chaischer bärtiger  Kopf  1266/67.  — K.  120  Weih- 
relief aus  Elcusis  279;  497.  — K.  157  NereYde 
von  Epidauroa  579.  — K.  176  Weibliche  Sta- 
tuette, vom  Piraens  613— 16 ; IV,  S.  66.  — K. 
178/79  Kriegerkßpfe  von  Tegea  298/99;  820/21.  — 
K.  181  „Eulmleus“  17;  522  23;  637,38;  641/42.  - 
K.  182  Weiblicher  Kopf  vomSddabhang  der  Akro- 
polis 820/21;  IV,  S.  61  (486);  1342/48.  — K.  186 
Weiblicher  Kopf  mit  Haube  647—49.  — K.  189 
Jugendlicher  männlicher  Kopf  656  57.  — K.  194 
Jugendlicher  männlicher  Kopf  654155».  — K.  195 
Jugendlicher  männlicher  Kopf  654  33b.  — K.215 
bis  17  Basis  dos  Praxiteles  von  Mantinea  496; 
1248,1.  — K.  2l8  Hermes  von  Andros  341; 
631/32;  679/80;  715;  877/78.  - K.  223  Jtlnglings- 
statuette  aus  Sparta  617—20.  — K.  230  Statuette 
dos  Apollon 77W;  IV,  S.  67 ; 709b.  — K.  235  Poseidon 
von  Melos  272;  787.  — K.236  Weibliche  Statue 
aus  Melos  724.  — K.  239  Satyr  von  Latnia 
641  42  (Kopf);  247;  491.  — K. 240  Hermes  von 
Atalanti  635/36  (Oberteil);  IV,  S.  66;  218—15; 
631/82;  1138.  — K.  241  Hermes  von  Aigion 
631132  (Oberteil);  213 — 15.  — K.  242  Replik  der 
kleinen  Herculanenserin  631/32.  — K.  243  Hermes 
von  Troiren  633 .34  (Kopf) ; IV,  S.  66.  — K.244 
Jllngling  von  Erctria  624  (Gewandpartie).  — 
K.  246  Statue  eines  vorwärts  schreitenden  Jüng- 
lings 639140  (Kopf);  134.  — K.  247  Gestürzter 
Krieger  von  Delos  1440.  — K.  248  Jüngling  vom 
Olympicion  627:26  (Kopf).  — K.  254  Jünglings- 
statue aus  Eleusis  II,  S.  53;  1139;  1442  43.  — 
K.  255  Sog.  Dionysos  von  Eleusis  637I3H  (Kopf); 
IV,  S.  66.  — K.  257  Silen  mit  Dionysoskind  643 
(Kopf).  — K.  262  Aphrodite  von  Epidanroa 
629/30  (Kopf);  226;  287;  364  65  ; 710  11;  819; 
822;  1287 ; 1361.  — K.  263  Asklepios,  aus  Epi- 
dauroe  1U,  S.  30.  — K.  266  Asklepios,  Statuette 
915 ; 1216.  — K.  291  Weibliches  Köpfchen  1270. 
— K 299  Statuette  der  Hygieia  (?)  aus  Epidauros 
710  11;  IV,  S.  67.  — K.  313  Weibliche  Herme 
aus  Rhamnus  243/44.  — K.  836  Bärtiger  Por- 
traitkopf,  2.-3.  Jahrh.  n.  Ohr.  1031.  — K.  364 
Jünglingskopf  1210/11.  — K.  372  Bärtiger  Por- 
traitkopf  979—83.  — K.  381  Weiblicher  Kopf 
1203/04.  — K.  467  Jünglingskopf  („Juba") 
1207 — 09.  — K.  468  Wiederholung  des  vorigen 
1207-  09.  - K.  550  Weiblicher  Kopf  1205  i»i; 
799.  — K.  594  Bärtiges  KBpfchen  1269.  — ' 
K.  683  Statuette  eines  sitzenden  Pan  709 a;  , 
1193.  — K.  695  Statuette  eines  kleinen  Mädchens 


IV,  S.  18  (10).  — K.  696  Desgleichen  IV,  8.  18 
(10).  — K.  698  Jünglingsstatue  mit  Portrait- 
kopf  71 3;  1273.  - K.  701  Hygieia  717;  782. 

— K.  702  Asklepios  719;  IV,  8.  67;  719; 
720.  — K.  703  Asklepios  719;  IV,  S.  67.  — 
K.  704  Asklepios  720;  IV,  8.  67.  — K.  706  Meer- 
gßttin  (?)  712.  — K.  710  Weibliche  Statue  724; 
IV,  S.  67.  — K.  714  Grabrelief  ans  dem  Piraeus 
658—  60.  — K.  7 15  Grabrelief  aus  Salamis  661— 64 
(Köpfe);  1340  41.  — K.  716  Grabrelief  658—60 
(Köpfe).  — K.  717  Grabrelief  WS— 7/  (Köpfe); 
1298.  — K.  720  Grabstein  der  Mclite  665  (Kopf). 

— K.  724  Grabstele  der  Phainarete  1169.  — 

K.  731  Grabrelief  672  (Kopf)-  — K.  736 
Grabrelief  679/80  (Kopf).  — K.  737  Grab- 
mal des  Prokleides  681 — H5  (Köpfe).  — K.  738 
Grabmal  des  Aristonautes  695  —97  (Kopf).  — 
K.  741  Grabstele  aus  Thessalien  1127.  — 
K.  823  Skythischer  Bogenschütze  623.  — 

K.  824  Desgleichen  622.  — K.  825  Grab- 
statue einer  trauernden  Fran  621;  IV,  8.  66; 
908—12.  — K.  826  Grabstelc  der  Mnosistrate 
1169.  — K.  882  Grabrelicf  690—94  (Köpfe); 
702/8.  — K.  833  Grabrelicf  aus  Rhamnus 

673—76  (Köpfe);  1298.  — K.  834  Grabrclief  aus 
Eleusis  677/78  (Kopf);  698-701.  — K.  869  Grab- 
mal vom  llissos  698 — 701  (Köpfe);  IV,  8.  66; 
1298.  — K.  870  Grabrelicf  686—89  (Köpfe).  — 
K.  888  Grabrclief  580.  — K.  966  Grabrelief  702/3 
(Kopf).  — K.  1128  Grabrelief  (Conze  828)  111, 
8.  52  (664).  — K.  1193  Grabstein  der  Alexan- 
dra 587  D.  — K.  1214  Grabstein  des  F.iikarpo» 
und  der  Sophia  587  D.  — K.  1218  Grabstele 
aus  Rhcnela  989.  — K.  1260  Grabstelc  des 
Alexandres  von  Milet  989.  — K.  1818  Grab- 
rclief 588  B.  — K.  1329  Votivrelief  des  Archan- 
drus  1242.  — K.  1330  Votivrolief  aus  dem  As- 
klepieion  1228;  1230;  1234.  - K.  1331  Votiv- 
relief ans  dem  Asklepieion  1222.  — K.  1332 
Weibrelief  an  Asklepios  und  die  clcusinischen 
Gottheiten:  1236 ; 1240.  — K.  1333  Votivrelief 
aus  dem  Asklepieion  1230;  1228.  — K.  1334 
Votivrelief  aus  dem  Asklepieion  1224;  1225; 
1282.  — K.  1835  Votivrelief  aus  dem  Asklepieion 
1231;  1221;  1230;  1247,  1.  - K.  1838  Votivrelief 
aus  dem  Asklepieion  1232;  1215;  1227;  1237.  — 
K.  1339  Votivrelief  aus  dein  Asklepieion  1227 ; 
1234.  — K.  1341  Votivrolief  aus  dem  Asklepieion 
1220;  1215:  1219;  1221;  1242;  1256.  — K.  1344 
Votivrelief  an  Asklepios  und  seine  Familie  1234. 

— K.  1345  Votivrelief  aus  dem  Asklepieion 
1225.  — K.  1346  Votivrelief  ans  dem  Asklepieion 
1221;  1219;  1220;  1222;  1231 ; 1245, 4.  — K.  1352 


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5 


Athen 


6 


Votivrelief  an  Asklepios  1222;  1238.  — K.  1354 
Votivrelief  aus  dem  Asklepieion  1229 ; 1227. — 
K.  1366  Votivrelief  aus  dem  Asklepicion  1226. 

— K.  1300  Relieffragment  aus  dem  Asklepieion 
1239.  — K.  1367  Votivrelief  an  Asklepios  und 
seine  Familie  1235.  — K.  1368  Votivrelief  vom 
Südfuii  der  Akropolis  1233.  — K.  1369  Votiv-  , 
relief  an  Asklepios  und  Athcna  1237.  — K.  1372 
Fragment  eines  Votivreliefs  1224.  — K.  1374 
Votivrelief  aus  dein  Asklepieion  1223.  — K.  1376 
Votivrelief  aus  dem  Asklepieion  1219.  — K.  1377 
Votivrelief  an  Asklepios  889  90;  1236.  — K.  1380 
Votivrelief  an  Apollon,  Artemis  und  Leto  1251: 
1252;  1262.  — K.  1381  Thronender  Asklepios, 
Relieffragment  1238.  — K.  138-1  Votivrelief  aus 
dem  Ainphiaraos-Heiligtum  in  Rhamnus  1240. 

— K.  1385  Jüngling  mit  Pferd,  Relief  aus  Aegina 
1257.  — K.  1396  Urkundenrelief  1215:  1232; 
1236.  — K.  1400  Votivrelief  an  Apollon,  Artemis 
und  Leto  1252.  — K.  1402  Asklepiosrelief  aus 
Luku  (obere  Partie)  1245,5.  — K.  1403  Votiv- 
relief aus  dem  Piraeus  (?)  1241.  — K.  1405  Votiv- 
relief an  Zeus  Philios  1247,  2\  1215,  3;  124ß,  2.  — * 
K.1406  Votivrelief  an  Men  1247,  I.  — K.  1407 
Votivrelief  an  Zeus  Meilichios  1245,4 ; 1246, 3.  — 
K.  1408  Votivrelief  1 245, 3.  — K.  1409  Votivrelief 
an  dieDioskuren  1245,  /.—  K.  1410  Votivrelief  an 
einen  Heros  1245 , 2.  — K.  1417  Heroenrelief  aus 
Chrysapha  (?)  1265.  — K.  1419  l'rkundenrelief 
(5.  Jahrh.)  12 IS,  /;  1242.  — K.  14*20.  Relief- 
bruchstück 1216,2.  — K.  1421  Stück  eines  Votiv- 
reliefs  an  Naturgötter  1250.  — K.  1422  Votiv- 
rclief  an  chthonische  Gottheiten  1253.  — K.  1423 
Relief  aus  Epidauros  1256.  — K.  1425  Basis 
von  Epidauros  889/90.  — K.  1426  Votiv- 
relief aus  Kpidauros  1233.  — K.  1431  Votiv- 
relief an  Zeus  Meilichios  1246, 2.  — K.  1433 
V otivrelief  an  Zeus  Meilichios  (?)  1246,  l.  — K.  1436 
Bruchstück  eines  Votivreliefs  1254,1.—  K.1437 
Votivrelief  an  die  Dioskuren  1254,  2.  — K.  1438 
Votivrelief  (untere  Partie)  1254,3.  — K.  1439 
Votivrelief  an  die  Dioskuren  1243 , /;  1*254,  4.  — 
K.  1440  Votivrelief  an  Dionysos  und  eine  Göttin 
1248,1 ; 1254,5.  — K.  1443  Stück  eines  Nymphen- 
reliefs 1248,  3.  — K.  1444  Votivrelief  an  Pan. 
Men  und  eine  Göttin  1248,2 ; 1254, 10.  — K.  1445 
Votivrelief  an  Xaturgotth eiten  1243, 2;  1254,9.  — 
K.  1446  Votivrelief  an  Pan  und  die  Nymphen 
1254,  8.  — K.  1447  Votivrelief  an  Pan  und  die 
Nymphen  1254,  7.  — K-  1448  Weihrelief  des 
Telephanes  1254,  6.  — K 1449  Votivrelief  an 
die  Nymphen  und  Pan  592  A.  — K.  1451/52 
Blöcke  eines  Frieses  1254,  11  u.  12.  — K.  1457 


Relief  mit  schlangen  würgendem  Herakles  1264. 

— K.  1459  Votivrelief  an  Naturgottheiten  1244. 

— K.  1462  Relief  mit  gelagertem  Herakles 
1249.  — K.  1465  Ephebenstele  1260 \ 1261.  — 
K.  1468  Stele  für  eine  Kphebenurkunde  125H\ 
1255.  — K.  1469  Oberes  Stück  einer  Epheben- 
liste  1259.  - K.  1470  Ephebenstele  (192/3 n.  Chr.) 

1261.  — K.  1473  Urkundenrelief  1216.  — K.  1474 
L’rkundenrelief  (355  4 v.  Chr.)  1214\  1216  — 
K.  1478  Urkundenrelief  1217 ; 1224;  1231.  — 
K.  1479  Urkundenrelief  (398/7  v.  Chr.)  1212 ; 
1256  — K.  1180  Urkundenrelief  (356/5  v.  Chr.) 
1213.  — K.  1489  Relief  aus  dem  Dionysostheater 

1262.  — K 1490  Relief  mit  Errichtung  eines 
Dreifusses  1255.  — K.  1492  Relief  mit  Komödien- 
scene 1263.  — K.  1571  „Hera“,  Kopf  vom 
Heraion  von  Argos21.  — K.  1612  Torso,  Replik 
des  Kasseler  Apollon  705 . — K.  1621  Weib- 
licher Torso  706  b.  — K.  1622  Statuettentorso, 
Replik  der  Athena  Medici  706  a;  IV,  S.  66.  — 
K.  1626  Torso  eines  Apoxyomenos  ?22\  580.  — 
K.  1631  (Sybe!589)  Frau  mit  Kind  zur  Seite  707 \ 
IV,  S.  66.  — K.  1636  Grabfigur  eines  Neunzig- 
jährigen 709 c.  — K 1637  Apollonstatuette  709  b 

— K 1656  Torso,  Replik  des  „Sardanapal“  714 ; 
IV,  8 67  — K.  1658  Dionysos  723.  — K.  1659 
Weibliche  Statue  7 16\  IV,  S.  67.  — K 1662 
Jüngling  mit  Palme,  abbozziert  550.  — K.  1663 
Torso,  Replik  des  Hermes  von  Andres  Ti.5;  IV, 
S 67.  — K.  1664,64  A Gruppe  von  Theeeus  und 
Minotauros  704.  — K 1776  Weiblicher  Kopf 
65üj51\  1169.  — K.  1783  Zweiseitiges  Votivrelief 
von  Neu-Pbaleron  1242.  — K.  1826  Diadumenos 
von  Delos  866  — 68.  — K.  2337  Archaisches 
bärtiges  Köpfchen  aus  Rhamnus  1266/67.  — 
K 2338  Bärtiges  Götterköpfchen  aus  Rhamnus 
1268.  — Sybel  1107  Votivrelief  (an  Zeus  Mei- 
lichioB?)  1247,  2.  — Sybel  4353  Fragment  eines 
Urkundenreliefs  1256.  — Sybel  4988  Votivrelief 
1222.  Männlicher  Torso  1271.  — Männlicher 
Portraitkopf  1272  — Portraitkopf  (hadrianisch) 
1273 . — Doppelhcrine  des  Aristoteles  III,  8.  50 
(126-27).  — Relief  von  einem  Dekret  für 
Methone  (424  v.  Chr.)  528.  — Urkundenrelief 
für  Neapolis  (409  v.  Chr.)  1256.  — Weihrelief 
an  Asklepios  (aus  dem  Amyneion)  1239.  — Weih- 
relief von  Koropi  1248,  1.  — Statuette  strengen 
Stils  (Aegyptische  Abteilung)  731/32. 

Bronzen.  Jüngling,  archaisch,  von  der  Akro- 
polis 759—61.  — Frau  mit  Lendenschurz, 
Spiegelstütze  aus  Aegiua  1382/83.  — Nackte 
Frau,  archaisch  1382  83.  — Jüngling  mit  Schurz, 
von  der  Akropolis  1382/83.  — Desgleichen, 


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I 


Athen  — Bern 


8 


aus  Olympia  1382  83.  — Desgleichen,  aus  Dodona 
1382  H3.  — Blitzschleudernder  Zeus,  aus  Olympia 
1109,10.  — Knieender  l’erser  602/03. 

PRIVATBESITZ.  Fragment  eines  Votivreliefs  an 
die  Nymphen  1243,  2. 

„THF.SKION“.  Metope  mit  Theseus  und  Stier 
134.  — Metope  mit  Theseus  und  Sau  134. 

Augsburg. 

MA.YLMILIANSMU8KUM.  Bronzestatuette  der 
Aphrodite  1060161.  — Pferdokopf  aus  ver- 
goldeter Bronze  1062  63.  — Heraklesköpfchen 
1061  a.  — Torso  einer  Heraklesstatuette  1061  b- 

— Mercur.  den  Amor  tragend,  Hochrelief  ff/65. 

— Relieffragment  1066.  — „Totenmahl“-Relicf 
1067.  — Biegender  Amor  IV,  S.  25,  a — Rechter 
weiblicher  Bronzearm  IV,  S.  25,  b. 

RATHAUS.  Gefälschter  weiblicher  Bronzekopf 
10S8I89. 

Basel. 

Weibliches  Köpfchen  899-900-,  IV,  S.  68. 

Berlin. 

KGL.  MUSEEN. 

(Katalog  von  1891.) 

No.  1 Bronzeatatue  ans  Bleuste  59 ; 446 — 46.  — 
No.  4 Bronzestatue  von  Xanten  II,  S.  24.  — 
No.  6 Kopf  der  Koma,  Bronze  1425  26.  — No.  9 
Amraonherme  398/99.  — No.  22  Aphrodite-  | 
Statuette  347.  — No.  33  Aphrodite  und  Eros 
1307/08.  — No.  34  Aphrodite  3-17.  — No.  37  j 
„Aphrodite“  706b.  — No.  59  Artemis  Colonna 
337 ; der  Kopf:  1076/77;  1206  06.  — No.  61  j 
Artemis  331.  — No.  62  Artemis  325.  — No.  63 
Artemis  919.  — No.  68  Asklepios  286;  332.  — ' 
No.  69  Asklepios  718.  — No.  78  Athenakopf 
IV,  S.  19  (21/22).  — No.  83  Demeter  1113/14. 

— No.  94  Dionysos  1390.  — No.  99  „Dionysos 
und  Ariadne“  IV,  8.62(489).  — No.  109  Herme 
einer  bärtigen  Gottheit  418/14.  — No.  157  „Ge- 
nius“ I,  2,  S.  18  (56).  — No.  158  Bärtiger  Götter- 
kopf 306.  — No.  160  Weibliche  Statuette  UI, 

S.  60  (227);  916.  — No.  178  Demeter  279.  — 1 
No.  193  Hermaphrodit  872;  748/44.  — No.  196 
Torso  des  Hermes  213  — 15.  — No.l99Hcrmes213 — 
15.  — No.  200Statue  des  Antiphancs  von  Paros  213 
bis  15;  635  36;  1138.  — No. 208  TanzendeMacnadc 
501.  — No.  218  „Euterpe“  612/13.  - No.  223 
„Narkissos“,  polyklctisch  1139;  1389;  1442/43.  — 
No. 225  Narkissos  5ö9d.  — No. 262  Torso  eines 
tanzenden  Satyrs  1488/39.  — No.  284  „Spes“ 
1409.  - No.  291  Zeuskopf  328  29.  — No.  309  j 


l’ortraitkopf  ausschwarzem  Granit  930.  — No.  341 
„Caesar1,  130/31.  — No.  884  Büste  des  Cara- 
calla  1029.  — No.  392  Kopf  des  „Tiberius“,  aus 
Athen  1427.  — No.  470  Jüngllngstorso  580.  — 
No.  475  Kopf  des  Doryphoros  211/12.  — No.  488 
Knabe  im  Mantel  1393.  — No.  493  A Knieender 
Perser  602/03.  — No.  498/99  Zwei  Grabstatuen 
trauernder  Sklavinnen  621;  908—12.  — No.  503 
Weibliche  Statuette  1492.  — No.  509  „Pasite- 
lischer“  Torso  4.  — No.  510  „Antinous“  (Torso 
Replik  des  Omphalosapollon)  849.  — No.  548 
JUnglingskopf  446—48.  — No.  569  Bärtiger 
Kopf  (aus  der  Skyllagmppe)  556.  — No.  570 
Desgleichen  556.  — No.  582  Weibliche  Gewand- 
statue 396.  — No.  586  „Aphrodite“  aus  Corneto 
665.  — No.  603  Kopf  der  Penelope  481/82.  — 
No.  605  Kopf  der  sog,  Aspaaia  86/37.  — No.  608 
Weiblicher  Kopf  280  ; 494  ; 559e;  IV,  S.  62 
(494).  — No.  616  Weiblicher  Kopf  637,88.  - 
No.685  Votivrelief  an  Asklepios  1227.  — No.  691 
Votivrelief  an  Kybcle  538.  — No.  709  Votiv- 
relief attischer  Wäacher  692  A;  1245,2.  — 
No.  709A  Votivrelief  an  die  Nymphen  1242. — 
No.  738  Grabrelief  des  Thraseas  und  der  Eu- 
andria  688  A.  — No.  767  Hellenistisches  Grab- 
relief 1350.  — No.  768  ff.  Hellenistische  Grab- 
rcliefs  1085.  — No.  807  Weihrelief  an  einen 
Heros  1246,  2.  — Inv.  1459  Frauenstatuc  497 ; 
665.  — Athens  aus  Pergamon  1.2,  S,  18  (86/7). 

— Frauenkopf  von  Pergamon  499;  1842/43.  — 
Weibliche  Statuette,  aus  Pergamon  917.  — 
Befreiung  des  Prometheus,  Relief  aus  Pergamon 
IV,  S.  67  (766).  G’gant  (Gegner  der  Athens) 
vom  pergamenischen  Altarfries  1440.  — Tclc- 
phosfries  von  Pergamon  1162.  — l’ortraitkopf 
einer  Griechin,  ans  Alexandrien  (Schliemann) 
1188/89. 

Bronzen.  Kopf  des  Dionysos  I,  2,  S.  20  (186/87). 

— Helios  206/7.  — Apollon  (aus  Sammlung 
Greau),  III  S.  50  (18).  — Zwei  Araneikästchen 
mit  Asklepiosfigiir  285. 

Terracotlen.  Nackte  liegende  Frau,  archaisch 
1382  83.  — Aphrodite,  aus  Myrina  1169. 

Silberschale  von  Hildesbcim,  mit  Atliena  1370. 

SAMMLUNG  HILLER  VON  GrERTRINGEN.  Drei 
weibliche  Köpfchen  896 — 98. 

Bern. 

SAMMLUNG  DES  DERZ.  BAYR.  GESANDTEN 
VON  BtKHM.  Fragment  eines  weiblichen  Köpf- 
chens 1036;  IV,  S.  59  (427).  — Weibliche  Sta- 
tuette 1037.  — Relief  mit  Hero  und  Leander 

1038. 


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9 


Bignor  l’ark  — Dresden 


10 


Bigaor  Park. 

M.  2 Hermes.  Bronze  von  Paramytbia  III,  S.  51 
(318). 

Bienhein  Palace  (Oxfordshirc). 

Kopf  des  „Alexander"  10C/7. 

Bologna. 

Kopf  der  „Lemnia“  312/13.  — Replik  vom 

Kopf  der  »og.  Niobiden-Trophos  364  66.  — 
Torso  einer  Panzerstatue  987.  — Niobldenrelief 
762. 

Boiton. 

MUSEUM.  Knabenstatne  1356  57.  — Oberteil  einer 
Jilnglingsstatne  446—48.  — Augustiwkopf  (aus 
Sammlung  Dcspuig)  1003.  i 

SAMMLUNG  MRS  GARDNER. Amazone  172— 71; 
II,  8 55. 

Brescia. 

D.  321  Weiblicher  Kopf  192/193.  - D 334 

llvgieia,  Statuette  1176  a.  — D.  335  Kopf  der 
Athens  794-79«;  IV,  S.  66;  307.  — D.  336 
Archaischer  J iingliugskopf  197  — 199. 

Broadlands. 

M.  9 Kopf  des  llennei  (Typus  Ludoviaii  270/71. 

Brocklesby  Park. 

M 112  Trunkener  Herakles  III,  S 50  (71). 

Brooa  Hall  (Schottland  . 

Mannorthron  aus  Athen  1086—89. 

Budapest. 

Weiblicher  Portraitkopf  1991192.  — Gefälschter 
weiblicher  Bronzekopf  1058  59. 

Villa  Cafaggiolo  (Toscana). 

Weibliche  Statue  im  Typus  der  „Elektra“  1153. 

Cambridge. 

M.  102  Trunkener  Herakles,  Hronzestatuette  III, 
S.  60  (71). 

Candla. 

Kopf  des  Tiberius,  aus  Gortvn  1351.52. 

Castetvetrano. 

Bronzestatuc  aus  Selinunt  369—372 ; III,  S.  62. 

Catalo  s.  Wien. 

Catania. 

Niobide,  Reliefbruehstiick  762\  IV,  S.  67;  1161. 
— Pragment  eines  lkariosrelicfs  763.  — Prag' 
ment  eines  Sarkophags  (?)  761. 


Cherchell. 

Weibliche  Gewandstatue  925.  — Replik  der 
„Sappho“  Albani  III,  S.  61  (497). 

Compiegae. 

Korinna,  Statuette  1188/89. 

Corf». 

MUSEUM.  Weibliche  Statuette  603.  — Asklepios- 
statuette  601  a — Aphrodite,  Statuette  601  b. 
— Statuette  der  sog.  Genetrix  601  c;  «05  b; 
IV,  S.  66.  — Pragment  eines  Volivreliefs  60« a; 
IV,  S.  66.  — Erostorso  605 1;  606  b.  — Strenger 
J ünglingstorso  605106t.  — Votivrelief  607 . — 
Fragment  eines  Hochreliefs  606  — Weiblicher 
Kopf  609  a.  — Bärtiger  Kopf  609  b.  — Kopf  des 
„Menamler“  610  11.  — Dorisches  Capitell  612. 
— Sitzendes  KnSbchen  1323.  — Grabrelief  eine» 
Schiffbrüchigen  1326.  Statuenbaais  1327;  III, 
S.  15.  — Votivdiskos  aus  Thon  1328.  — Fragment 
eines  Tarentiner  Terracottareliefs  697/98. 

KGL.  8UULOSS.  Archaischer  IgJwe  601102. 

Darmstadt. 

SAMMLUNG  VON  HEYL  Jünglingskopf  1118  bis 
30.  — Aphrodite  (Terracotta)  1151. 

Deepdene. 

M.  4 „Apollon  und  Uvakinthos“  842.  — M.  7 Hy- 
gieia  717;  782.  — M.  35  „Amymone“  712.  — 
M.  39  Athena  Hope  226;  396;  1105;  1113/14. 

Oslphl. 

Wagenlenker,  Bronzeetatue  III,  8. 62  (563). 

Dimltzana  (Arkadien). 
Diosknrenrelief,  aus  Magula  1243,  1. 

Dresden. 

ALBERTINUM. 

(U.2E  Kutalog  von  Hottnor  *.) 

H.  40  Artemis  133.  — H.  63  Knabe  mit  Chlamys 
266.  — H.  69  „Zeus“  108-10;  285  ; 308;  712; 
725  ; 800;  863  54;  866—68.  — H.  74  Aphrodite 
mR  Eros  und  Psyche  266.  — H.  79  Herakles- 
Statuette  593  A.  — H.  81  Athena  257.  — H.  84 
„Thalia“  II,  8.  28.  - H.  86  Kopf  des  poly- 
klctiselten  Iiiadiimenos  866  - 68;  1476  M.  — 
H.  89  Jünglingsslatue  446-48.  — H.  90  Poly- 
kletiseher  Knabensieger  213—16.  — H.  140  Sog. 
kleine  Hercuianenserin  593  B;  631/32.  — H.  141 
Sog.  grosso  Hercuianenserin  1291/92.  — H.  148 
„Bacchantin“  172;  IV,  S.  20  (7).  — H.161  Hermes 


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11 


Edinburgh  — Florenz 


12 


446 — 48.  — H.  159  Hermea  (Kopf)  270/71.  — 

H.  193  Silen  and  Hermaphrodit  581 '82.  — H.  195 
Satyrkopf  400;  IV,  S.  19  (26).  — H.  222  Weib- 
licher Torso  551.  — H.  254  Torso,  Replik  des 
Athleten  Westuiacott  206/07.  — H.  266  Knabe 
mit  Chlamys  266.  — H.  277  Torso  eine«  Öl- 
eingiessers  222—26.  — Artemis  IV,  S.  20  (3). 

— Zug  - Vera.  477  Altertümlicher  Knaben  - 
köpf  I,  2,  S.  18  (50/51).  — lnv.  1045  Kopf 
dor  Artemis  (?)  aus  Kyzikos  III,  S.  31;  899  900. 

— Inv.  1094  Heraklestorso  132.  — lnv.  1113 
Altertümlicher  Jttnglingskopf  („Elektra“)  IV, 

8.  63,  (507,06).  — Inv.  1175  Herakles-Tors.) 
184;  I,  2,  8.20;  II,  S.  55;  243  44  ; 589-91; 
IV,  S.  57  (243/44).  — Inv.  1176  Herakleskopf 

I. 5 2/53;  II,  S.  55.  — Inv.  1180  Jünglingskopf 
164/65;  II,  8.56;  228—  30.  — Inv.  1644  Herakles- 
küpfchen  743  44;  IV,  8.  67. 

PRIVATBESITZ.  Weiblicher  Kopf  aus  Gizeh 
901  3. 

Edinburgh. 

Aphrodite  1451. 

Eleuais. 

Bärtiger  Kopf  (von  einem  Grabrelief)  1398.  — 
Mädchen  mit  Wasserbecken,  archaisierend  1399 1. 
Männliche  Statue,  archaisierend  1399  t — Weib- 
liche Statue,  mit  Weiliinschrift  1299. 

Eplnal. 

Hermaphrodit,  Bronze  1381. 

Erbach. 

Rennes  als  Kind  1444.  — Kopf  Alexanders  d.  Gr. 
1448—  50.  — Kopf  des  „Menander“  1446.  — 
Sog.  Sertorius  1447.  — Athena,  Bronzestatuette 
(antik?)  1445.  — Krieger,  Bronzestatuette  1445. 

— Nike  (Bronze)  1443. 

Florenz. 

GALLERIA  DEGLI  ARAZZI.  Replik  des  Kopfes 
der  Wiener  Kora  1199.  — Paniskin  1300. 
MUSEO  ARCHEOLOGICO.  D.  50  Schlafende 
Ariadne  (aus  Pal.  Pitti)  I,  2,  S.  10.  — „Idolino“ 
206/07.  — Zeus.  Bronzestatuette  547—49. 
GIARDINO  BOBOLI.  D 72  Demeter  379 ; 457/58; 
718;  907.  — D.  77  Angebliche  Replik  des  Har- 
rnodioa  96—98 ; 1,  2,  S.  18.  — D.  79  Weibliche 
Gewandstatue  WO—103\  I,  2,  S.  18.  — D.  80 
Hera  380;  IV,  S.  57;  718;  1132;  der  aufgesetzte 
Kopf:  281/82;  457/68.  — D.  84  Hermes  mit 
Dionysoskind  10.7—105;  I,  2,  S.  18;  IV,  S.  56; 
1139.  — D.  89  Sitzende  Aphrodite  mit  Eros 
3*3  84.  — Replik  des  Aristogeiton  9ä\  I,  2.  I 


S.  18.  — Asklepios  383;  HI,  S.  51;  IV,  S.  57; 
332;  553;  604a.  — Tychc  286;  551;  788.  — 
Tyche  287;  358/69;  805.  — Kopf,  dem  Cicero 
ähnlich  128/29.  — Muse  288;  III,  S.  51.  — 
Mnse  389.  — Wiederholung  der  vaticanischen 
„Clio“  290;  III,  S.  61.  — Wiederholung  der 
vaticanischen  „Kalliope"  291;  III,  S.  51;  II, 
S.  28.  — Jugendlicher  Kopf  106,0 7;  1448—50. 

— Asklepioskopf  398/99. 

CASA  BUONAROTTL  Rechter  Arm  eines  Dis- 
kobolen III,  S.  51  (500). 

PALAZZO  CORSINI  LUNG’ARNO.  D.  267  He- 
phaistos-Torso 331.  — D.268  Weibliche  Gewand- 
statuc  333.  — D.  269  Gewandstatue  334 ; IV, 
S.  58;  708.  — D.  270  Apollon  Lykeio«  3.73;  IV, 
S.  58.  — D.  271  Dionysos  33 6.  — D.  275  Replik 
der  Artemis  Colonna  3.77;  IV,  8 58.  — D.  280 
Athletenkiipfchen  338/39.  — D.  S.  110  Impera- 
torenstatue 332. 

GIARDINO  DEL  PALAZZO  CORSINI  AL  PRATO 
D.  229  Sitzender  Hermes,  Statuette  3/8;  III,  S.  51. 

— D. 247  WeiblicheGewaudstatue.719 — 22;  783a 
(der  Kopf)  — D.  260  Ganymed  .92.7;  IV,  8.  58. 

— D.  251  Artemis  336.  — D.  252  Ephebenstatuc 
327.  — D.  254  Jugendlicher  Kopf  (nicht  zuge- 
hörig) .728/29.  — D.  266  Gruppe  von  Silen  und 
Pan  .7.70.  — D.  S.  105  Replik  der  Amazone 
Mattei  324  — D.  S.  106  Dionysos  325. 

GIARDINO  DI  CASTELLO.  D.  102  Athlet  398199. 
LOGGIA  DE’  LANZI.  D.  558  Weibliche  Gewand- 
statue  319.  — D.  559  Desgleichen  333.  — D.  661 
Desgleichen  833.  — D.  562  Desgleichen  333.  — 
D.  563  Desgleichen  333. 

PALAZZO  0RLANDI.  D.  503  Asklepios-Kopf 
340H1-  381—84.  — Reitender  Knabe  242. 
PALAZZO  PITTI.  D.  2 Sog.  jugendlicher  Zeus 
206/07  (Kopf);  IV,  S.  57.  — D.  4 Apollon 
208/09  (Kopf).  — D.  5 Wiederholung  der  Aphro- 
dite von  Epidauroe  822;  IV,  S.  67;  226  ; 819; 
1361.  — D.  6 Unterwärts  bekleidetes  Mädchen 
210.  — D.  7 Gefangener  Barbarenfilrst  I,  2, 
S.  6 — D.  12  Doryphoroskopf  2/1/12;  IV,  S.  57. 

— D.  16  Hermes  21.7-15;  IV,  8.67;  681/82; 
633  34;  718.  — D.  17  Knidisehe  Aphrodite 
316/18\  IV,  S.  57.  — D.  19  Asklepios  219—21; 
IV,  S.  67;  227  / 285.  — D.  22  Öleingiessender 
Athlet  222-24;  IV,  S.  57;  462/63;  718.  — D.  25 
tileingicssender  Athlet  223;  IV,  S.  57;  462  68. 

— D.  27  Kopf  des  „Triptolemos  des  Praxitoles“ 
I,  2,  S 9;  206/7;  327.  — D.  28  Replik  der  Athena 
Giustiniani  226;  II,  S.  55;  III,  S.  50;  IV,  S.  67; 
497.  — D.  30  Hygieia  227;  III,  S.  50;  916.  — 
D.  32  Satyr  1371.  - D 33  Herakles  228—30; 


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13 


Florenz  — Privatbesitz  am  Gardasee 


14 


92  93  (Kopf);  1,2,8.  18;  340/41;  286;  881-84. 


11,8.  55.  — D.35 Herakles  23t.  — D.36  Herakles, 
nach  Lysipp  I,  2,  8.  10;  346  ; 804.  — D.  87 
Herakles  und  Antaios  I,  2,  S.  10.  — 1)  46  Im- 
peratorenstatue  332.  — D.  48  Weiblicher  Kopf 
232133-,  IV,  S.  57;  743  44  - D.  52  Kopf  der 
sog.  Sappho  I,  2,  8.  10.  — D.  66  Replik  der 
Hera  Farnese  (V)  1,  2,  8.  10.  — Kopf  des  Caesar 
234135. 

P0GGI0  IMPERIALE.  D.90  Apollon  292-,  IV, 
S.  57.  — D.  91  Satyr  (?)  293.  — D.  92  Römerin 
als  Ceres  294 ; III,  8.51;  IV,  S.  67.  — D.  93 
Asklepios  295 ; HI,  8.  61;  IV,  8.  67.  — D . 94 
Weibliche  Gewandstatue  296 ; IV,  S.  57;  333.  — 
D.  95  Karyatide  297;  1176. 

PALAZZO  R1CCARDI.  D.  11G  Jünglingskopf 
300-,  1137.  - D.  118  Replik  vom  Kopf  der  ! 
Parthenon  301  02.  — D.  121  Griechischer  bär- 
tiger Kriegerkopf  303.  — I).  157  Griechischer 
JUnglingskopf  304.  — D.  160  Doryphoroskopf 
305.  — D.  161  Bärtiger  Götterkopf  306;  IV, 

8-  67 ; 712.  — D.  162  Kopf  der  „Sappbo‘‘  307.  1 

— D.  163  Büste  eines  griechischen  Jünglings 
476/77.  — D.  182  Replik  des  Diadutnenos  Pet- 
worth  303/09.  — D.  184  Replik  vom  Kopf  des 
vaticanisehen  „Lykurg“  285.  — D.  201  Apollon- 
kopf 310.  — D.  202  Griechischer  JUnglingskopf 
311.  — D.  207  Kopf  des  Anakreon  312/13 ; IV, 

S.  57.  — D.  210  Griechischer  JUnglingskopf 
314/15.  — D.  220  Jünglingsstatue  316 ; IV,  8.57.  — 
D.221  Replik  des  praxitelisehen,,Periboetos‘M/7. 

UFFIZIEN.  D.  13  Replik  vom  Kopf  des  Hermes 
I.udovisi  83/94;  I,  2,  S.  18;  270/71.  — D.  19 
Herakleskopf  skopasischen  Stils  95 36 ; 1, 2,8.18; 
III,  S.  50.  — D.  27  Jünglingskopf  (einer  Replik 
des  „Omphalosapollon1  aufgesetzt)  87/88;  I,  2, 

S.  18;  849  50  (der  Torso).  — D.  56  Weiblicher 
Kolossalkopf  344/45.  — D.  65  Kopf  des  Augnstus 
1002.  — D 72  Athlet  87/88;222-  25;  IV,  8. 61. 

— ß.  76  Replik  vom  Kopf  des  Hermes  von 
Andros  89190;  I,  2,  S.  18;  IV,  8.  66;  254/55.  - 
D 95  Kleine  Wiederholung  des  Herakles  Farnese 
346;  IV,  S.  68.  — B.  98  Hermes,  praxitelisch 
269;  I,  2,  8.  19  (141).  - B.  101  Aphrodite  347 

— B.  112  Weibliche  Gewandstatue  348/49;  II, 

S.  26.  — B.  115  Ganymed  323;  1125.  - B.  127 
Nike  350;  551 ; 788.  — D 130  Pan  und  Baphnis 
1482  r — D.  139  Eros  351  — D.  144  Nymphe  mit 
Panther  (?)  352;  III.  S.  61.  — B.  148  Aphrodite 
mit  dem  Schwert  1307  08.  — D.  155  Portrait- 
statue  eines  Kuabcn  58.  — B.  177  Hygieia  353. 

B,  182  Asklepios  354;  IV,  8.58.  — D.  187  Be- 
rneter  91.  — B.  192  Leda  183;  686.  — B.  197 
Asklepios  286  ; 306  ; 718.  — D.  198  Asklepios 


— B.  200  Jugendliche  männliche  Statue  355; 
134.  — D.  209  Muse  (Werk  des  Atticianus 
von  Aphrodisiaa)  356.  — I).  213  Demeter  im 
schwarzen  Gewände  157— .59;  IH,  S 51;  IV,  S.58; 
350  . 774/76.  — B.  219  Vestalin  1147.  - D.221 
Vestalin  (?)  1147.  — D.  236  Apollon  360.  - 
D.  242  Apollon  361.  — D.  245  Jünglingskopf 
(einer  Replik  des  myronisehen  Diskobois  auf- 
gesetzt) 362/63;  der  Torso:  500;  1448—50.  - 
D.  268  Kopf  der  sog.  Niobiden-Trophos  364/65. 
— D.  264  Kopf  der  jüngsten  Niobide  (nach  Gype) 
820/21.  — D.  265  Ältere  Tochter  der  Niobe 
337.  — D.  266  Jüngster  Sohn  der  Niobe  337 
— D.  271  Kopf  eines  Triton  367.  — D.  275 
Weibliche  Gewandstatue  1170.  — D.321  Bärtiger 
Götterkopf  368169;  IV.  S.  58;  1410/11.  - D.  322 
Bärtiger  OBtterkopf  370/71.  — D.  833  Replik 
vom  Kopf  des  vaticanisehen  „Lykurg  ‘ 285  — 
D.  354  Fragment  eines  griechischen  Votivreliefs 
372.  — I).  364  Herme,  Replik  des  „Sardanapal“ 
567.  — D.  417  Relief:  Apoll  mit  Musen  373 a.  — 
D.  418  Relief  mit  Demeter  und  Plntos  373  b.  — 
B.  422  Portraitkopf  eines  Griechen  („lysippisch") 
1484/85.  — D.  425  Kopf  eines  Fettschwanz- 
schafes 374.  — D.  471  Kopf  des  Zeus  Ammon 
375/76.  — D 507  Relief  mit  Tuchladen  377 ; 
379.  — D.  510  Votivrelief  an  Dionysos  (neu- 
attisch) 378.  — D.  518  Portraitkopf  einer  Griechin 
1334  35.  — D.  520  Kolossaler  Satyrtorso  539/40. 
— D.  526  Relief  (Renaissance)  236;  II,  8.  55; 
III.  S.  60.  — D.  633  Relief  mit  Stickereiladen 
379.  — D.  636  Torso  des  Doryphoros  aus  grünem 
Basalt  94/95 ; I,  2,  8.  18;  IV,  S.  66.  - D.  544 
Liegender  Amor  IV.  8.  25  a.  — D.  546  Krupezion 
tretender  Satyr  20;  689  40.  — D.  548  Venus 
Medici  1856/67.  — D.  S.  58  Büste  einer  Vestalin 
1147.  — Weiblicher  Kopf  366. 

PALAZZO  VEGCH10.  D.  510  „Apollon  mit  der 
Gans“  340;  IV,  3.  58.  — D.  611  Replik  des 
Hermes  von  Andros  341;  IV,  S.  68.  — D.  612 
Apollon 342;IV, 8. 68;  1866/67.  — D. 518  Dionysos 
343;  1168.  — Apollonkopf  (Typus  Kassel)  IV,  S.6S 
(507  08). 

Fraakfart  a.  M. 

Bronzestatuette  aus  Lusoi  1288. 

Fraaoiti. 

GIARDINO  PUBBLICO.  Aphroditetorso  1169. 
MUSEUM.  Fragmente  einer  Dionysosstatuc  1480r. 

Privatbesitz  am  Gardasee. 

Weiblicher  Kopf  1086 — 89. 


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15 


Genua  — Konstantinopel 


16 


ßenua. 

PALAZZO  BI  ANCO.  Sarkophag  mit  Triumphzug  ! 
des  Dionyso«  IV.  S.  66  (566).  — Weibliche  Ge- 
wandstatne  1366.  — Silensstatuette  1367.  — i 
Augustuskopf  1368  69.  — Kopf  einer  römischen 
Fürstin  1368! 69.  — Relief  1370. 

VILLA  «RUBER.  Bärtiger  Satyr  IV 1.  - Stim- 
ziegel  mit  Athena  IV 2. 

PALAZZO  REALE.  Kopf  eines  Dioskuren  (?) 
135S/59.  — Replik  des  sog.  Narkissos  1300.  — I 
Replik  der  Aphrodite  von  Epidauros  1301.  — 
Juuglingsstatue  1302 — 04.  — Torso  des  Dio- 
nysos? 1365. 

St  Germain. 

Asklepios,  Bronzestatnette  TV,  S.  6?  (39h) 

Glrgenti. 

„Apollon"  759-701;  IV,  S.  67. 

The  Graage,  Totteridge. 

Weiblicher  Torso  296. 

Grottaferrata. 

Kopf  de»  Dionysos  1123/24.  — Relief  (Heim- 
bringung der  Leiche  eines  Kriegers)  1162. 

Gythion. 

Votivrelicf  1253. 

Hannover. 

(K.  = Katalog  von  Köhler,  1891.) 

K.  1 Perseus  und  Andromeda  1074.  — K.  2 Flöte- 
blaaender  Satyr  1000.  — K.  3 Knöchelspieterin 
1073.  — K.  4 Dionysos  1009.  — K 6 Sitzender 
Pan  1072  — K.  7 Athena  1075.  — K.  10  Eros  j 
und  Psyche  1070.  — K.  15  Sitzende  Frauen- 
figur 107 1.  — K.  16  Apollonkopf  1079.  — K.  22 
Weiblicher  Idealkopf  1070/77.  — K.  23  Idealer 
Mädchenkopf  107s,  — K.  24  Fragment  einer 
Gruppe  10SO/S1 ; 1309.  — K.  26  Sog.  Scipio, 
Bronzemaske  10S2.  — K.  27  Spatrömische  Por- 
traitbüste  10S4.  — K.  23  Römischer  Knabe  10S3. 
— Grabrelief  1065. 

Holkham  Hall. 

Römische  Portraitstatue  mit  aufgesetztem  Götter- 
kopf(Gyps.  München,  Akademie)  S69—71 ; IV, 
S.  67. 

Castle  Howard  (Yorkshire). 

Knabe,  auf  Ziegenbock  reitend  1456. 

Ince  Blundell  Hall. 

M.  8 Athena  942/43;  1129.  — M 18  Muse  11,8.26. 
— M 24  Statuette  eines  Mädchens  mit  libyscher 


Frisur  1458/59.  — M.  117  Kopf  eines  Athleten  (?) 
III,  S 50  (86-86). 

Jona. 

SAMMLUNG  SCHOTT.  Torso  einer  Jilnglings- 
»tatuette  1400.  — Stehender  Silen.  Statuette 
1461.  — Weiblicher  Kopf  1402.  — Jünglings- 
kopf 1463/04.  — Helioskopf  1405:00.  — Mädchen- 
kopf 1407 /OS. 

Bronzen.  Archaische  Fliigelfignr  1469. — Jüng- 
ling 147071, — Athlet  1472.  — Athena  1473/74. 
— Buckeliger  Alter  1475  a,  b.  — Gefässgriff, 
Kopf  und  Arme  eines  Negers  1475c. 

Karlsruhe. 

Bärtiger  Götterkopf  1436/37.  — Bärtiger  Satyr 
1*88189;  1371.  - „Hypnos"  1442/43;  IV,  S.  66 
(16).  — Gigant  im  Kampf  1440.  — Marsyas 
am  Baumstamm  1441.  — Zwei  altitalische  Bronze- 
bleche 699. 

Kassel. 

Apollon  459—61;  617-20;  647-49;  706;  808; 
869—71;  1113/14.  — Kopf  des  polyklctischcn 
Diadumenos  866—68,  — Männlicher  Torso  („He- 
phäst“) 326  ; 331.  — Hygicia  257.  — Jünglings- 
statue  („sikyonisch")  1456/67.  — Öleingieaser 
222-26 

Kälit. 

SAMMLUNG  LEVEN.  Weibliches  Figttrchen  aus 
Amethyst  297. 

Konstantlnopel. 

SAMMLUNG  AR1STARCHI  BEI.  Römischer 
bärtiger  Poitraitkopf  742. 

FRANZÖSISCHE  BOTSCHAFT.  Grabstein  eines 
Gladiators  741;  IV,  S.  67. 

SAMMLUNG NELIDOW.  Erostorso 739. — Kronos- 
kopf III,  S.  29.  — Statuette  eines  liegenden 
Jünglings  III,  S.  29.  — Asklepioetorso  aus 
Rhodos  III,  S.  29.  — Fragmentierte  Replik  des 
Hermes  von  Andros  III,  S.  30.  — Bronzesta- 
tuette (Portrait)  III,  S.  30. 

0TT0M AN ISCH ES  MUSEUM.  Alexander  von 
Magnesia  1448—60.  — Ammon,  aus  Pergamon 
1,2,  S.  19  (124);  III,  S.  61  (398  99).  - Ammon- 
kopf aus  schwarzem  Granit  398/99.  — Apollon- 
kopf, prasiteliseh  276.  — Artemis  aus  Lesbos 
470/71.  — Athena  von  Leptis  613—16.  — Herma- 
phrodit, aus  Pergamon 292.  — Jüngling  587 D.  — 
Jünglingskopf  (aus  der  Skyllagruppe  ?)  555.  — 
Kybele  aus  Baalbeck  533.  — Marsyastorso  aus 
Tarsos  1441.  — Sarkophag  der  Klagefrauen,  von 
Sidon  681—85;  690-94;  698—701;  1076-77; 
1205/06.  — Sog.  Alexandersarkophag  von  Sidon 

a 


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17 


Kopenhagen 


18 


502  03;  677/78.  — Fragment  eines  attischen 
Grabreliefs  698—701.  — Grabrelief  de»  Tele- 
machoH  564.  — Votiv  des  Tiberins  Claudius 
Syntrophos  588  H.  — Fries  vom  lDkatetempel 
in  Lagina  1345—48.  — Zeus,  Bronzestatue  aus 
Janina  V,  S.  88  (h). 

RUSSISCHE  BOTSCHAFT  (Sommerpalast . Pan- 
theistische  Gottheit  III,  S.  30. 

Kopenhagen. 

KUNSTMUSEUM.  Jugendlicher  bärtiger  Portrait- 
kopf  (Gypa,  Original  Latisdowne)  1484f85. 

GLYPTOTHEK  NY- CARLSBERG. 

iK*iul<>g  von  1M7.)  * 

No.  5 und  6 Zwei  liegende  Löwen,  von  Korinth 
601/2.  — No.  23  Lakonische»  Relief  1311.  — 
No.  38  Kopf  des  „Apollon“,  archaYsierctid  425 
bis  28.  — No.  44  Statuette  der  „Genetrix“  604  <*. 

— No  58  Amm<mkopf398  99  — No.  61  Apollon* 
köpf  (Typus  Kassel)  IV,  S.  63  507  08).  — No.  64 
Kopf  des  Apollon  (?)  898  99.  — No.  66  Heriue 
einer  jugendlichen  Gottheit  422  23.  — No.  67 
Herme  einer  jugendlichen  Gottheit  422/28.  — 
No.  76  Kopf  des  Apollon  (?)  ISO; 87 ; 1.2,  S 20. 

— No.  81  Replik  des  Kopfes  der  Artemis  Co- 
lonna  1205/06.  — No.  82  Artemis,  Statuette 
IV,  S 66  (637,  38).  — No.  85  Artemis,  Statuette 
IV,  S 56  (188).  - No.  91  Kopf  des  Asklepios  i 
262.  — No.  100  Athenatorso  163;  III,  S 50;  IV,  | 
8.  56.  — No  101  Athenakopf  ( ,Proiuachos“) 
194  —96;  IV,  S.  56  (194-961.  — No  111  Jüng- 
lingsstatue 1094  — 96.  — No  113  Poseidon  (?) 
1167.  — No.  120  Jünglingskopf  mit  Kranz  III, 

S.  51  (474  75).  — No.  141  Demeter  Rondanini 
264;  II,  S.  55;  1412  — No.  149  Bärtiger  Götter- 
kopf, 5.  Jahrli.  I486  37.  — No.  153  Dionysos- 
kopf 1045.  — No.  158  Dionysos  //W;  1099.  — 
No  177  Eroskopf  von  Brauroti  1/2.  — No  188 
Sog  N emesis  4891.  — No  197  Attisches  Votiv- 
relief 585  86.  — No.  206  Fragment  eines  grie- 
chischen Grabreliefs  695-97  — No.  219  Atti- 
sches Grabrelief  588  C.  — No.  247  Hera  Bor- 
ghese 248/49;  257;  280;  457  58;  878/74$  1182.  — 
No  260  Herakles  IV,  S 66  (182).  — No.  255 
Herakleskopf  1167.  — No.  257  Herakles  593  A. 

— No.  260  Kopf  des  Herakles  mit  Wollbiude 
154  >ö.  — No.  265  Herakles  bei  Omphate  151; 
IV,  8. 56.  — No.  206  Herakles  in  Weiberkleidern 
151.  — No  267  Herme»  und  Herakles.  Doppel- 
henne  1175-77.  No.  272  Hermes  635,  36.  — 
No.  273  Kopf  des  Sandalenbinders  738/84.  — 
No.  296  Weiblicher  Kopf  (aus  Sammlung  Des- 
puig)  939  40  — No.  300  Weiblicher  Kopf  mit 
Binde  486/36-  — No.  303  Jünglingskopf  1187. 


— No.  330  Weibliches  Köpfchen  aus  Memphis 
IV,  S 22  - No  883  Kybele  391  92  - No.  335 
Leda  ,?)  /£?;  UI,  S.  50;  IV.  8 56;*  536.  - 
No.  346  Jünglingskopf  1094—96.  — No.  350 
Kopf  de»  polykletischen  , Narkissos*'  1442/43. 
— No.  361  Desgleichen  1442/43.  — No.  365 
Jünglingskopf  aus  Udine  1575)74.  — No.  398 
Niobide  („Aura  velifieaus“)  I,  2,  S-  19  (113); 
806  07.  — No.  400  Giebeltigur  (aus  Sammlung 
Alba)  1440.  — No. 408  Panakopf 1340/41.  -No. 424 
Herme  mit  männlichem  Portraitkopf  1191.  — 
No.  425  Griechischer  Portraitkopf  157(58.  — 
No.  439  Kopf  eines  bärtigen  Kriegers  1195  b.  — 
No.  468  Männliches  Portraitköpfchen  901— 3.  — 
No.  524  Poseidon  166  — 169;  III,  S 50.  — 
No.  525  Kopf  des  Helios  169)70 ; III.  S.  50.  — 
No.  5*16  Knicender  Perser  III,  S.  51  (502/3).  — 
No.  633  Kopf  des  Drusns  minor  1003;  1427.  — 
No.  659  Römischer  männlicher  Portraitkopf 
(modern?)  1192.  — Bronzestatnette  der  Tyche 
1054. 

TUORVALDSENMl’SEUM 

{M.  = Katalog  von  Müller,  1847  ) 

M*.  4 Fragment  einer  Athenastatuette  1479 c.  — 
M.  6 Statuette  der  ephcsischen  Artemis  1479  c. 

— M 7 Jünglingskopf  1483t.  — M.  10  Sta- 
tuette des  Eros  1479  d — M 11  Dionysosstatuette 
14*1* r.  — M.  13  Satyrhenne  1478 1.  — M.  14 
Satyrheime  1478 r.  — M.  18  Panskopf  1482 r.  — 
M.  20  Asklepiosstatuette  1479t.  — M 21  Asklc- 
piosstatuette  1479  g.  — M.  25  Fragment  eines 
weiblichen  Kopfes  74771;  624.  — M.  28  Replik 
der  Tyche  von  Anriochia  1480\.  — M.  32  Sta- 
tuette eines  Sitzenden  14761.  — M 34  Po|y- 
kletisches  Jünglingsköpfchen  1476/77  r — M.  35 
Fragment  eines  polykletischen  Jünglingskopfe» 
t47s  M.  - M.  50  Fragment  vom  Kopf  des  poly- 
kletischen Diadumenos  /47o'M.;866  - 68.  — M 71 
Relieffragment  (Apoll?)  V,  S.  117.  — M.  76 
Griechisches  Rclieffragmeut  1479  a.  — M.  77 
Relieffragment:  Affe  1481  r.  — M.  81  Fragment 
eines  hellenistischen  Relief  hildes  1490VL.  — M 82 
Relief fragment  1481 M.  — M.  90  Fragment  eines 
griechischen  Grabreliefs  14811.  — M.  93  Frag- 
ment eines  decorativen  römischen  Reliefs  1479 b 

— Kopf  eines  Afrikaners  (Gype)  1482)85].  — 
Demostheneskopf  V,  S.  117.  — Portraitkopf  eines 
un bärtigen  Römers  V,  8.  117. 

Bronzen:  M.  8 Stehender  Silen  1486 b — M.  10 
Knicender  Silen  llMtia.  — M.  29  Zwei  Löwen 
einen  Hirsch  zerfleischend  14x7 a.  — M.  88  Apollon 
14866  - M.  61  Atlas i?)  1486c.  - M.  288  Frag- 
ment einer  Helmwange  1487  b. 


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19 


l^eyilen  — Madrid 


20 


Silberne*  bärtige*  Portraitköpfchen  14881.  — 
SerapiskcipfY'htn  au*  Bein  1488 r. 

Leyden. 

Dionysoskopf,  au*  Smyrna  1342  43. 

Liverpool. 

Sog.  Diptychon  Gaddi  21U— 21;  292. 

London. 

BRITISH  MUSEUM 

(Katalog  von  A Smith,  U‘J2— l'.KM.) 

No.  152  Weiblicher  Torso,  archaistisch  1299  1.  — 
No.  250  Diskoboi,  nach  Myron  500.  — No.  303 
D.  „Thesen»“  vom  Ostgiebel  des  Parthenon 
1340/41.  — No  303  G.  „Iris“  aus  dem  Ostgiebel 
des  Parthenon  279.  — No.  303  M.  „Tliau- 
schwcster“  vom  Oatgiebel  de«  Parthenon  512/13. 

— No.  326,  2 Jüngling  vorn  Westfries  des  Par- 
thenon 1840/41.  — No.  32H  Fragment  eines 
Kolossal kopfs,  beim  Parthenon  gefunden  784. 

— No.  432  Dionysos  vom  Thrasyllosmonument 
784.  — No.  500  Diadumenoe  von  Vaison  866—68. 

— No.  501  Diadumeuos  Farnese  307;  31*2/13; 
585  86;  589-91;  IV,  S.  61  (485).  — No.  650 
Asklepioskopf  von  Melos  295.  — No.  1054 
Bartiger  Kopf  vom  Maussolleiiin  1298.  — No.  1106 
Musenbasis  von  Halikarnu&s  288;  II,  S.  26; 
497.  — No.  1206  Colmnnu  caelata  von  Ephesos 
624;  1162.  — No.  1300  Demeter  von  Knidos 
690—94;  1190.  — No.  1380  Apoll  von  Kyrene 
292,  — No.  1545  Weibliche  Gewandstatue,  als 
Isis  ergänzt  396.  — No.  1546  Kopf  des  Apollon  (?) 
828/29.  — No.  1554  Dionysoskopf  1 123  24.  — 
No.  1599  Hermes  Farnese  341.  — No.  1603 
„Hermes  Chinnery“  506/06.  — No.  1606  Koplik 
des  „Sardanapul“  557.  — No.  1608  Asklepios- 
henne  240/41.  — No  1656  Satyr  und  Dionysos- 
kind 1371;  1488/89.  — No.  1686  „Thalia*  1492. 

— No.  1710  Knöchelspielerin  1073.  No  1743 
Perseuskopf  808.  — No.  1754  W estmacottscbcr 
Athlet  1139  — No.  1766  Sklave  541.  - No.  1786 
Sog.  Faganscher  Kopf  753  34  — No.  1829  Kopf 
der  „Sappbo“  211/12.  — No.  1852  Männlicher 
hellenistischer  Portraitkopf  1194.  — No.  1858 
Kopf  des  Apollou  (7)  516/17;  1448—50.  — 
No.  1874  Büste  der  sog.  Clytia  273.  — No.  2062 
Weiblicher  Torso  von  Klaudos  V,  S 86  (c). 
— No.  2191  Kelief  des  Archelaos  von  Priene 
288;  II,  S.  28;  497.  — No.  2200  Diskos  mit 
Niobidcnrelief  762.  — No.  2729  Kopf  eines 
Diadumeuos  866—  68. 


Bronzen. 

(ß  = Katalog  von  Walters,  18N ) 

B.  271  Apollo  73  b.  — B.  1440  „Atlas"  1486  c. 
LAN8D0WNEH0U8E.  M 1 Grabreliefkopf 586/86. 

— M.  35  Hermes  213—15.  — M.  59  Attisches 
Kelief  mit  Athena  1256.  — M 61  Herakles 
164  65;  228-  30  ; 281;  I,  2.  S.  18  (83/84);  IV. 
S.  61  (485).  — M.  85  Sandalenbinder  733/34.  — 
M.  88  Hermes  1128.  — M 89  DUkobol,  nach 
Myron  500.  Der  aufgesetzte  Kopf  (Hellenistisches 
Portrait;  Gyps,  Kopenhagen)  1484/85 . 

Lowther  Castle. 

M.  37  Fragment  eines  attischen  Grabreliefs  1169. 

Kloster  Luku  (Thyreatis). 

Sitzende  Athena  1HW. 

Lyon. 

Victoria,  Brouzestatuette  1445  1. 

Madrid. 

MUSEO  ARQüEOLOGICO.  No  2716  Sitzender  Pan 
1072.  — No.  2729  Abbozzierte  Statuette  aus 
Athen  IV,  S.  57  (243/44).  - No.  2731  Kopf  des 
Drusus  minor  1003.  — Weibliche  Sitzfigur  1412. 
ESCORIAL. 

Codnz  K«eomlon*i*. 

Fol  26 r.  Ausruhender  Herakles  1489.  — Fol.  28 r, 
u.  46  v.  Nil  (Capitol)  1490 \ 1498.  — Fol.  82 r. 
Felderdecke  (Coliseo)  1491.  — Fol.  36 r Weib- 
liche Gewandstatue  1492.  — Fol.  37  v.  Weibliche 
Gewandstatue  1493.  — Fol.  38 r.  Runder  Altar 
1494.  — Fol.  38  r.  Candelaberbasis  1494  — 
Fol.  38 r.  Marmorbecken  1494.  — Fol  42  r.  u. 
52  r.  Apoll  vom  Belvedere  1495 ; 1499.  — Fol.  43  v. 
Wassergöttin  (Villa Borghese)  1498  — Fol.  44 Br. 
Unterteil  einer  sitzenden  Statue  1497 \ 1493.  — 
Fol  54  r.  Kelief  mit  Schiflskampf  (Venedig)  1500. 
PRADO. 

(I!.  — Katalog  von  Iitibnor.) 

H.  10  Athena  Parthenon  575176 ; IV.  S.  66;  301/2 

— H.  11  Fortuna  Statuette  1186  — H.  18 

Dionysos  1142.  - H.  39  Hypnos  II,  S.  24.  — 
II  54  „Kalliope1  II,  S.  28.  — H.  55  „Kalliope*1 
II,  S.  28.  — H.  65  Diadumenon  866—  68  (Gyps). 

— H.  73  Knieemler  Perser  502/03.  — li.  123 
„Büste“  mit  Aegis  816.  — H.  124  Athenakopt* 
IV,  S.  60  (460/51).  — H 14*  Doppelberme: 
„Sappho“:  1203  04;  „Phaon“:  138/39  ; 307;  IV, 
S.  61  489).  — H.  150  Bärtiger  Götterkopf  IV, 
S.  58(368/69);  1410/11.  - H.  155  Bärtiger Gütter- 
kopf  IV,  S.  59  (443/44).  — H S.  164,  No.  13 

2* 


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21 


Mannheim  — München 


22 


Portraitkopf  eines  Griechen  iHi  1 — Kopf  des 
Dioraedes  IV,  8.  G7  (809). 

Mannheim. 

Weiblicher  Kopf  1432/33.  — Weihrelief  an  Heros 
Kukuk«  1434.  — Schlafende  Nymphe  1433. 

Mantua. 

D.  647  Kopf,  dem  Kasseler  Apoll  verwandt  12/13; 
1,  9,  8.  17;  390—92.  — I).  657  llellenistiachcs 
Reliefbild  14;  666.  — D.  687  Jünglingstorso 
(„Narkissos“  ?)  13;  I,  2,  S.  17;  IV,  S.  5G.  — 
D.  703  Muse  9;  I,  2,  S 17;  257;  397.  — D.  707 
Athena  16.  — D.  7 1 1 Kopf  des  „Kubuleus“  17.  — 
D.  720  Muse  (Karyatide;  396;  1372.  — D 7G6 
Kolossaler  Idealkopf  ld;  III,  S.  50;  191,92;  1486d 
— D.  838  Römisches  Relief  19;  111,  S.  50.  — 
D.  844  Torso  eines  Faustkämpfers  20;  1107  03  — 
I).  845  Weiblicher  Idealkopf  21.  — D 853 
Bacchisches  Köpfchen  22123.  — D.  854  Kopf 
des  Asklepios  24;  IV,  8.  56.  — I>  858  Helle- 
nistisches Reliefbild  10;  III,  8.  50.  — I>  860 
Hellenistisches  Reliefbild  11;  III,  8.  50.  — I)  87G 
Römer  als  Hermes  25;  I,  2,  S.  18. 

Marbury  Hall. 

M.  2 Weibliche  Gewandstatue  265  — M.6„Klektra“ 
1 153.  — M.  10  Muse  (?)  395. 

Margam  (Wales). 

M.  4 Trunkener  Herakles  III,  S.  50  (71). 

Marlemont  (Belgien). 

SAMMLUNG  WAR0QU&.  Artemis  (Sciarra-Soui- 
zee)  IV,  S.  20,  9.  — Paris,  Bronzestatuette  1057. 

Marsala 

Gruppe  vou  Löwen  und  Stier  546. 

Melos. 

Unterteil  einer  weiblichen  Gewandfigur/kW.—  Kopf 
eines  Faustkämpfers  698  — 701.  — Votivrellef?3'; 
IV,  S.  67. 

Marillen  bei  Genf. 

SAMMLUNG  DUVAL.  Jünglingstorso  mit  Chla- 
mysIII,  SSO  (120).—  Serapi*  (ehemals  Verona) 
56  (III,  8.  50).  — Weibliche  Statue,  aus  Aspra 
IV,  S.  50  (183). 

München. 

ANTIQUARIUM  Aphrodite.  Statuette  1353.  - 
Asklcpiosstatuette  915.  — Diskoboi,  Bronze- 
statuette 500.  — Neger,  lironzegriff  (a.  Samm- 
lung Arndt)  1175c.  — Zeus,  Bronzestatuette 


1452.  — Spiegel  aus  Hermione  1382/83.  — 
Altitalisches  Bronzeblech  599.  — Fragment 
eines  Tarentiner  Terracottareliefs  597/98.  — 
Terracottarelief  aus  Unteritalien  (Locri)  1065. 
GLYPTOTHEK. 

(F  — Katalog  Ton  Fartwängler,  1S00.) 

F.  56  JUnglingskopf  828/29 ; 381—84  ; 441  42; 
1113  14.  — F.  67  Dionysos,  archaisch  1480  r.  — 
F.  61  llennesherme  030/31.  — F.  197  Weibliche 
Statue  mit  Ähren  396  — F.  204  Weiblicher 

Kopf  064)65.  — F.  207  Athena  (Kopf)  034/35. 

— F.  210  Sog.  Brunnscher  Kopf  G06a;  1291/92. 

— F 211  Apoll  Barberini  836/37  (Kopf);  IV, 
S.  67;  I,  2,  S.  17(9);  334;  1169  — F.  213a. 
Torso  des  Apollon  Kitharodos  (?)  1100/01.  — 
F 214  Artemis  338i39  (Kopf);  1356/67.  — 
F.  219  Eirene  040-043  (Kopf);  IV,  S.  67;  331. 

— F.  222  „Fauno  eolla  macchia"  1391.  — F.  225 
Ammonkopf  398/99.  — F.  226  Diouysoskopf 
(auf  nicht  zugehöriger  Statue)  44.  — F.  227 
Artemis-Tyche  133;  395.  — F.  230  Athlet  (?) 
ndt  Palme  550.  — F.  231  Dionysos  044/45 
(Kopf)  — F.  234  Kopf  einer  Göttin,  aus  Cumae 
204  5;  386/87  - F.  236  Sog.  I.ibera  819;  822; 
1361.  — F.  238  Silen  mit  Dionysoskind  IV, 
S.  18  (6).  - F.  239  Poseidonfries  IV,  S.  56  (232 
bis233).—  F.241  Archaisches  Relief 848.  — F.24G 
Kopf  der  sog.  Metho  232/33  ; 743/44.  — F.  247 
Replik  vom  Kopf  dos  Hermes  von  Andros  047/40; 
IV,  8 67.  — F.  248  a Weiblicher  Torso  1170, 

— F 250  a Kinderkopf  1444.  — F.  252  A. 
Weibliche  Gowandstatue  1105;  1186.  — F.  263 
Pariskopf  1125.  — F 265  Replik  des  sog. 
Omphalos-Apollon,  Torso  049/50.  — F.  272 
Replik  vom  Kopf  des  Ares  Lmlovisi  832/33; 
254/55.  — F.  283  Heraklcsstatnette  593  A.  — 
F.  287  Sandalenbindcr  (der  aufgesetzte  Kopf) 
051/52;  733/34.  — F.  289  Athletenkopf  057/50; 
IV,  8.  67;  1119/20.  — F.  290  Wiederholung  des 
llennes  von  Atalanti  635/36.  — F 294  Henne, 
Replik  des  sog.  Dresdener  Zeus  053/54;  IV, 
S 67.  — F.  295  Nackter  Zeus  855/56  (Kopf); 
IV.  S 67 ; 370/71 ; 1269.  - F.  298  Alexander 
Roudanini  1353;  1448  —50.  — F.  302  Öleingiesser 
87.88;  222-  25.  - F.  304  Diomedes  681-85; 
809/10.  — F.  305  Kanephore  062.  — F.  306 
Kanephore  059.  — F.  350  Statue  mit  Kopf  des 
Augustus  083;  134.  — F.  371  Kanephore  060. 

— F.  372  Kanephore  861.  — F.  444  Sog. 
Spinnerin  799.  — F.  449  „Ceres"  im  schwarzen 
Gewände  350  ; 551.  — F.  457  Bronzekopf  eines 
Knaben  446-48  ; 866—68.  - F.  466  Satyr, 
sein  Schwänzchen  betrachtend  1381. 


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23 


München 


24 


KUNSTAKADEMIE  (Gypse).  Diadumenos  Ori- 
ginal Madrid)  866/68.  — Römische  l’ortraitatatue 
init  aufgesetztem  bärtigen  Götterkopf  (Original 
Holkham  Hall)  869— 7 1\  IV  S.  67.  — Torso  eines 
Hermaphroditen  (Original  Villa  Pamfili?)  87 2 \ 
743/44.  — Kopf  der  Hera  Barberini  (Original 
Vatican)  873/74.  — Weiblicher  Kopf  mit  Stirn- 
Krone  (Original  Louvre)  875/76 ; IV,  S.  67,  — 
Wiederholung  vom  Kopfe  des  Ibrmes  von  Andros 
(Original  verschollen)  877/78.  — Jugendlichci 
Kriegerkopf  (Original  Louvre) 879/80 ; IV,  S.  68. 

RESIDENZ  Weibliche  Statuette  807.  — Sklavin 
908— 12\  953  51.  — Satyr  913/14.  — Alklepfos- 
stat  nette  915.  — Weibliche  Statue  916.  — Weib- 
liche Statuette  917.  — ■ Weibliche  Statue  u 18.  — 
Torso  einer  Arteinisstatue  919.  — Männliche 
Statue  920.  — Weibliche  Statue  921,  — Weib- 
liche Statue  922  — Weibliche  Statue  923.  — 
Weibliche  Statuette 924.  — Weibliche  Statue.925. 

— Fortunastatuette  926.  — Statuette  der  Aphro- 
dite von  Aphrodisius  927.  — Altertümlicher 
Porphyrkopf  928,29.  — Archaisches  Köpfchen 
930.  — Jugendlicher  Kopf  931.  — Bärtiger  Kopf 
932/33.  — Weiblicher  Kopf  934.  — Jünglings- 
kopf  935*  — Weiblicher  Kopf  (Replik  der  ,,As- 
pasia"?;  936/37.  — Weiblicher  Kopf  938.  — 
Athenakopf  939/40.  — Weiblicher  Kopf  941.  — 
Athenakopf  942/43 ; 1129.  — Weiblicher  Kopf 
944  45.  — Kopf  einer  Muse  (?)  946,47.  — Jüng- 
lingskopf 948/49.  — Jünglingskopf  von  einem 
Qrabrelief  950/51.  — Weiblicher  Kopf  von  einem 
Grabrelief  952.  — Kopf  einer  Sklavin  953/54.  — 
Jünglingskopf  955  — 57.  — Weiblicher  Kopf 
958  59,  — Jünglingskopf  mit  phryglscher  Mütze 
960.  — Bärtiger  Grieche  961.  — Sog.  Apollonios 
von  Tyana  962.  — Kolossalkopf  eines  bärtigen 
Griechen  963.  — Sokrates  (?)  964\  IV,  8. 20  (29). 

— Sog.  Alkibiadcs  965—67.  — Bärtiger  Grieche 
968.  — Bärtiger  Grieche 969.  — Bärtiger  Grieche 
970.  — Bärtiger  Grieche  971.  — Bärtiger  Grieche 
972.  — bärtiger  Grieche 973.  — Epikur  974\  IV, 

S.  20  (30).  — Un bärtiger  Grieche  975/76.  — 
Kolossalkopf  eines  Dtadochcn  977/78.  — Bärtiger 
Grieche  979  80.  — Bärtiger  Grieche  981.  — 
Bärtiger  Grieche  982.  — Bärtiger  Grieche  983. 

— Panzerstatue  984— 86.  — Panzerstatue  987.  — 
Serapis(?)  988.  — Portraitkopf  von  einem  Relief 
989\  IV,  S.  20  (27).  Unbärtiger  Römer  990  91.  j 

— Unbärtiger  Römer  992.  — Un  bärtiger  Römer  I 
993.  — Unbärtiger  Römer  99  i.  — Unbärtiger  ' 
Römer  995.  — Unbärtiger  Römer  996.  — Un- 
bärtiger  Römer  997.  — Un  bärtiger  Römer  998. 

— Unbärtiger  Römer  999.  — Caesar  1000/1001. 


— Octaviamis  1002.  — Drusus  minor  (?)  1003. 
— Unbärtiger  Römer  1004,  — Unbärtiger 
Römer  1005.  — Römerin  1006.  — Römerin 
1007.  — Knabenkopf  1008.  — Unbärtiger 
Kölner  1000,  — Römerin  1010.  — Knabenkopf 
1011.  — Römerin,  traianisch  1012.  — Traian 
1013.  — Hadrian  (modern?)  ION.  — Bärtiger 
Römer  1015.  — Bärtiger  Römer  1016.  — Bär- 
tiger Römer  1017.  — Bärtiger  Römer  1018.  — 
Bärtiger  Grieche,  antoninisch  1019.  — Unbär- 
tiger Römer,  Bronze  1020/21 . — Römerin  1022. 
Römerin  1023.  — Faustina  minor  1024.  — 
Römeriu  1025.  — Knaben  köpf  1026.  — Jüng- 
lingskopf 1027.  — Maximinus  Thrax(?)  1028. 
— Bärtiger  Römer  1029.  — Bärtiger  Römer 
1030,  — Bärtiger  Grieche  1031.  — Bärtiger 
Römer  1032 1.  — Bärtiger  Römer  1032  r.  — 
Mädchenkopf  1033 1.  — Leichtbärtiger  Römer 
1033  r.  — Bärtiger  Römer  1034 1.  — Leichtbär- 
tiger Römer  1034  r.  — Bärtiger  Römer  1035  I. 
— Bärtiger  Römer  1035  t.  — Torso  einer  männ- 
lichen Statuette  IV,  S-  18,  1.  — Replik  des 
„Narkissos“  (im  Gegensinne)  IV,  S-  18,  2.  — 
Nackte  Jüngliugsstatuette  IV,  S.  18.  3.  — Jüng- 
lingsstatue  IV,  8. 18,  4.  — Apollon  { f IV,  S.  18, 5. 
— Apollon  IV,  S.  18, 6.  — Oberteil  einer  Artemis- 
statue IV,  S.  18,  7.  — Jiinglingsstatuc  IV,  S.  18, 
8.  — Jiinglingsstatuc  IV,  S.  18,  9.  — Statuette 
eines  Knäbchens  IV,  S.  18  10.  — Knabeu- 

statuette  IV,  S 19, 11;  1444.  — Satyr  IV,  8. 19. 
12.  — Jünglingskopf,  von  Hochrelief  (?)  IV, 
S.  19,  13.  — Weiblicher  Kopf  IV,  8.  19,  14.  — 
Mädchenkopf  IV.  8.  19,  15.  — Hermeskopf  IV, 
S.  19,  16.  — Apollonkopf  IV,  8.  19,  17.  — 
Zeuskopf  IV,  8.  19.  18.  — Weiblicher  Kopf  von 
attischem  Grabrelief  IV,  8.  19,  19.  — Weib- 
liches Köpfchen  I V.  S 19,  20.  — Athenakopf 
IV,  8.  19,  21.  — Athenakopf  IV.  8.  19,  22  — 
Hermeskopf  IV,  8.  19,  23.  — Weibliches  Köpf- 
chen IV,  S.  19,  24.  — Dioskurenköpfchen  IV, 

5 19,  25.  — Satyrkopf  IV,  8.  19,  20  — Köpf- 
chen spätgriechischer  Arbeit  IV,  8.  20,  27.  — 
Jünglingskopf  mit  Wulstbinde  IV,  8.  20,  28.  — 
Sokrates  IV.  S.  20.  29.  — Epikur  IV,  8.  20, 
30.  — Barbarenkopf  IV,  S.  20,  31.  — Kopf 
des  Ncrva  (?)  IV,  8.  20,  32.  — Augustuskopf 
IV,  S.  20,  33.  — Frauenkopf  augusteischer  Zeit 
IV,  S.  20.  34.  — Unbürtiger  Kopf  mit  Lorbeer- 
kranz IV,  S 20,  35. 

Grottenhof.  1 Aphrodite  IV,  S.  20.  — 2 „Diony- 
sos“ IV,  8.  20.  — 3 Artemis  IV,  S.  20.  — 4 As- 
klepios IV,  S.  20.  — 5 Fortuna  IV,  S.  20.  — 

6 Herakles  IV,  S.  20  —7  Artemis  ?)  IV,  8 20. 


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25 


Neapel 


20 


— 8 Männliche  Statue  mit  Chlamys  IV,  S.  20.  — 

9 Artemis  IV,  S.  20.  — 10  „Hermes“  (polyklc- 
tisrh)  IV,  S.  20.  — lt  „Apollo*  IV,  S.  20.  — ! 
12  Herakles  IV,  S.  20. 

Charlottengang.  Kinderköpfchen  IV,  S.  21.  — 
Silberkammertreppe.  Kopf  der  Knidierin  IV.S.21. 

— Satyrkopf  (antik?)  IV,  S.  21. 

Päpstliche  Zimmer.  SrhlafendeNymphcIV.S  21 

— Neuattisches  Kelicffragment  IV,  S.  21  — 
Torso  IV,  S.  21. 

WITTELSI5ACHER PALAIS.  Büste  des  Antoninus 
PiuslV, 8.  21.  — Büste  des  Marc  Anret  IV,  8. 21- 
PRIV  ATllESITZ. 

Hirth.  Hermaphrodit  1453  34.  — Satyrknabe  auf 
Ziegenbock  1453.  — Altertümlicher  Jünglings- 
kopf 145*!,37.  — Mädchenkopf  mit  ägyptischer 
Frisur  1456/59. 

Holmberg.  Dionysosköpfchen  1043. 
von  Kaulbach.  Weiblicher  Torso  11HH.  — Por- 
traitkopf  einer  Griechin  1291  92. 

Prinz  Rupprecht.  Weibliches  Köpfchen  901— 3. 
— Weibliches  Köpfchen  004.  — Serapiaköpfchen 
903.  — Hcraklesköpfchen  !*o*i. 

Fran  von  Seydcl.  Bronzeatatuctte  des  Zeus 
1452. 

Simon.  Männlicher  Kopf  aus  les  Bau»  104*1  7. 

Neapel. 

MUSEO  NAZ10NALE. 

(O.  — OuliU  ton  iso«.) 

G.  27  Statue  einer  Tochter  des  Ballms  1182  — 
G.  82  „Euterpe“  1492.  — G.  100  Archaischer 
Jüngliugskopf  3* *l5*i.  — G.  104  Kopf,  dem 
Aristogeiton  aufgesetzt  J/v  W;  1139/40.  — G.  107 
Zusammensinkinder  Athlet  /Farnese;  312/13; 
1177.  — G.  110  „Orest  und  Elektra“  1090; 
1153;  IV,  S.  63  (507/08).  — G.  111  Kuieendes 
Mädchen  532.  — G.  112  Athlet  (Farnese)  I,  9, 
S.  18  (25)  — G.  113  Kopf  archaisierenden  Stils 
425—28.  — G.  116  Herme  der  Athcna  433/34; 
939,40;  IV,  S.  59  (433,34).  — G 117  Herme 
der  Athcna  (modern;  433/34.  — G.  118  Torso 
eines  eilenden  Mädchens  7*15.  — G.  122  Relief 
57s.  — G.  130  Athenakopf  575/76.  — G.  132 
Relief  512,13.  — G.  133  Athena  Farnese  514/15 
(Kopf);  226;  396  ; 457.58;  554;  1113/14.  — 
G.  134  Replik  vom  Kopf  des  Kasseler  Apollon 
307 iS-,  IV,  8.  03.  — G.  136  Aphrodite  312/13 
(Kopf);  IV,  S.  63.  — G.  140  Herakles  und  Hebe, 
Relief  527;  III,  S.  51.  — G 142  Weibliche 
.Statuette  497;  III,  8.  51;  IV,  S.  62.  — G.  144 
llcra  Farnese  790.  — G.  146  Doryphoros  aus 
Pompcii  510.11  (Kopf);  211/12.  — O.  147 


Doryphoroskopf  509.  — G.  148  Herme  des 
„Herakles“  866-68.  - O.  212  Faust  kämpfer 
von  Sorrent  I,  2,  S.  18  (87/88)  — G.  218  Kopf, 
der  Statue  des  sog.  Protesilaos  aufgesetzt  51*>I17 ; 
IV,  S.6S;  1448  — 50.  - G.  224  A-klepios  718; 
720.  - G.  225  Weibliche  Statue  197;  718  - 
O.  226  Weibliche  Statue,  der  ,.Sappho‘  Albani 
verwandt  226;  497;  IV,  S.  62  (497;.  — G.  227 
Sog.  Mnemosyne  496.  — G.  237  Satyrkopf  400; 
IV,  8.  19  (26).  — G 238  Satyrtorso  539140.  — 
G.  242  Flora  Farnese  551.  — G.  246  Männ- 
liche Statue  631  32;  635/36.  — G.  247  Replik 
der  Hera  von  Ephesos  280.  — G.  251  Aphro- 
dite von  Captia  292.  — G.  265  Satyr  1371  — 
G 267  Ammonhcrroe  398/99.  — G.  270  Sog. 
Adonis  von  Capua  5 22  23  (Kopf);  IV,  8.  65. 

— G.  273  Kopf  des  bärtigen  Dionysos  557. 

— G.  275  Eros  (Typus  Centocelle)  I,  2, 
8. 19  (141)  - G.  276  Jünglingskopf  520/21.  — 
G.  278  Ganymed  1125.  — G.  280  Herakles  Far- 
nese 64;  316;  801.  — G.  287  Satyrtorso  539140. 

— o.  289  Pntcal  331.  — G.  293  Replik  des 
Ares  Ludovisi,  Torso  334  35;  IV,  8.  65;  832/33. 

— G.  295  Dionysostorso  Farnese  256.  — G.  299 
Herakles  und  Omphalo  161.  — G.  301  Sterben- 
der Gigant  aus  dem  attalischcn  Weihgeschenk 
556.  — G.  303  Tote  Amazone  aus  dem  attali- 
schcn Weihgeschenk  344/45.  — G.  306  Weib- 
licher Kopf  1121  22.  — G.  309  Kauernde  Aphro- 
dite 386,87.  — G.  314  „Kallipygos“  758;  1381. 

— G.  477  Athena  1075.  — G.  479  Leda  536; 
183.  — G.  480  Fragment  einer  Figur  auf 
Widder  770.  — G.  481  Torso  einer  Replik  der 
Artemis  von  Gabii  769.  — G.  483  Athena 
1075.  — G.  489  Weiblicher  Torso  771;  1155. 

— G.  491  Sanroktonostorso  768;  IV,  S.  67.  — 
G.  498  Ammon  auf  Felsen,  Hochrelief  3.18.  — 
(G.  498)  Kclicfbruchstflck  537.  — G.  506  Hera- 
kopf  248/49.  — G.  610  Unbärtiger  Kopf  523/26. 

— 0.  515  Melpomene  II,  S.  26  (22);  1492  - 
G.  623  Kyliclc  523.  — (i.  530  Dionysos  501.  — 
G.  558  Nebenseite  eines  Sarkophags  530;  III, 
S.  51.  — G.  643  Unterteil  einer  Sitzfigur  1497. 

— G 658  Relief  aus  Capua  529.  — G.  666 
Knieender  Perser  602/03;  IV.  8 62.  — G.  667 
Knicender  Perser  502/3;  III,  8.  51;  IV,  8.  62. 

— G.  673  Knieender  Perser  502/3;  IV,  S.  62 
(502/3).  — G.  802  Augustus,  Bronzcstatue  737. 

— G.  831  Apollon,  Bronzcstatue  617—20.  — 
G-  841  Sitzender  Hermes,  Bronzestatue  318; 
832  33.  — G.  846  „Tänzerin"  aus  Herculaneum 
800  07.  — G 847  Desgleichen  806/7.  — G.  849 
Bilstc  der  „Berenikc“  673—76.  — G.  851  Bronze. 


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27 


Newbv  Hall  — Oxford 


28 


köpf  eines  Jünglings  206/07 ; I,  2,  S.  19  (138/89). 
— G.  852  ,, Tänzerin“  aus  Herculaneum  806/7. 
— G.  854  Bronzchcrme  des  Doryphoros  211  12; 
510/11;  886 — 68*  — G.  855  Brouzekopf  poly- 
klcli»cli8  W;  585/8«;  1137;  1139.  - G.856  Bronze- 
lierme  einer  Amazone  (?)  398, 99.  — G.  857 
Bronzekopf  des  bärtigen  Dionysos  143S  39. 

G.  899  Flöteblascnder  Silen,  Bronzestatuette 
504;  IV,  S.  63;  1394.  — G.  939  Zeuskopf  aus 
Pompcii  737.  — G.  949  Hermaphrodit  (der  Kopf/ 
409/10;  IV,  S.  69  (409/10).  — G.  979  Büste  des 
Caracatla  1029.  — G.  983  Antinous  446—48 
— G.  997  Marcellus,  aus  Pompcii  869  -71.  — 
G.  1000  (?)  Männliche  Statue  mit  Chlamys  131 
— G.  1047  Belief  vou  der  Basilica  Neptuni  .529. 
— G.  1070  Bärtiger  Portraitkopf  979 --83.  — 
(G.  1073)  Portraitkopf  eines  Römers  996.  — 
G.  1103  Torso  eines  Heros  33/;  IV,  S.  65.  — 
G.  1113  Männliche  Portraitstatue  7 OS ; IV,  8 67. 
— G.  1139  Aischinea  624.  - G 1325  Bemalte 
Aphrodite  aus  Pompeii  292.  — G.  144«  Poly- 
chrome Statuette  712.  — G.  1489  Reitende 
Amazone  (Kopf)  772/73.  — G.  1672  Bronze- 
statuette des  Apollon  18;  1486  d — G.  1585 
Hennaphrodit(?)  Bronzestatuette  1381.  — G.  1793 
Weibliches  Köpfchen  899/900.  — G.  1794  Sta- 
tuettentorso des  myronischcn  Diskobois  500; 
III,  S.  51;  IV,  .3.  62.  — G.  1872  Aphrodite 
Anadyomene,  Statuette  (der  Kopf)  1121  22.  — 
G.  1925  Weibliche  Statuette  498.  — Torso  der 
nackten  Aphrodite  707.  — Hygicia,  Statuette 
1175  a.  — Mädchenstatuette  499.  — Torso  einer 
Knabenstatuette  IV,  S.  19  (11).  — Männliche 
Statue  mit  Chlamys  863.  — Negersklave  54/. 

— Woibliclier  Kopf  mit  Hörnern  524;  14771. 

— Tektonisch  verwendete  Platten  342.  — 
Arzneikästchen  mit  AsklepiosdarstcHung  285. 

MÜSEI  M VON  S.  MARTINO.  Sarkophag  543. 
PRIVATBESITZ.  Jugendlicher  männlicher  Torso 
4/97/93. 

Newby  Hall. 

M.  28  Athena  1445 M 

Nimes. 

ECOLE  DES  BEAUX  AKTS  Rclieffragmcntc  US1 

— Relicffragment,  hacchischer  Priester  V,  S.  89,  a 

— Relieffragment,  Masken  und  Ganymed  (?)  V, 
S.  90,  b.  — Gebälkbruehstöckc  V,  S.  90,  c. 
Grabstele  V,  S.  90,  d.  — Altar,  dem  Vulcan  und 
den  Winden  geweiht  V,  S 90,  e.  — Relicffrag- 
ment V,  S.  91,  f.  — Pilaster  in  Ucrmcnform  V, 
8.  91,  g.  — Torso  eines  Bauern  V,  S.  91,  h.  — 
Statuette  eines  Bauern  V,  S.  91,  i. 


MAISON  CARREE.  No.  1 Replik  der  knidiarhen 
Aphrodite  V,  S.  87,  f.  — No.  2 Apollon  Lvkeioa 
V,  S.  86,  o.  — No.  3 Römerin  als  Ceres  V,  S 86,  b. 
— No  6 Weibliche  Statue  Unit.  — No.  8 Tanzende 
Maenade  /4/9.  — No.  10  Pan  und  Dionysoskind 
1431.  — No.  12  Weibliche  Statue  V,  S.  86,  c.  — 
No.  15  Weibliche  Statne  111.1.  — No.  18  Bärtiger 
Kopf  /4/t»;//.  — No.  20  Weiblicher  Kopf  mit 
Mauerkrone  113s  29.  - No  28  Kopf  der  Roma;?, 
11 35  36.  — No.  30  Serapiskopf  V,  8.  87,  g — 
No.  31  Weiblicher  Kopf  1111  15.  — No.  38  üilste 
einer  Römerin  1130.  — No.  213  Bronzekopf  eines 
Griechen, hellenistisch  V,  8. 86  — No.447  Kinder- 
statuette 1130b  — Nackte  Aphrodite  V,  S.  86,  d. 
— Aphroditekopf  (antik?)  1110117.  — Aphro- 
ditetorso  V,  S.  86,  a.  — Kopf  des  ApoIlon{?) 
V,  S.  88,  i.  — Torso  einer  Athenastatuette  1133 a 
— Torso  eines  Barbaien  1133b.  — Sitzende 
Demeter  1113.  — Eroa  und  Hund  74/8.  — 
Schlangcnwürgender  Hcrakles(?)  1133.  — Silen 
auf  Bock  1430*.  — Kopf  des  Tibcriii»(?)  1137. 
— Fragment  eines  Zeuskopfes  V,  8.  87,  h.  — 
Relicffragment  1131.  — Moderne  Cople  vom 
Kopf  der  Venus  von  Arles  V,  8.  88,  k. 

ML'SKE  DE  PE1NTUUE.  Mosaik  mit  Darstellung 
aus  der  Alkestissago  V,  S 91.  — Moderne  Bronze- 
copie  des  „Arringatore“  V,  S.  92. 

Olympia. 

Kopf  der  Hera,  archaisch  752  58.  — Lakonisches 
Marmorbecken  1382/83.  — Zeus  aus  dem  Ost- 
giebel des  Zeustempcls  306.  — Sitzender  Greis 
vom  Ostgicbel  des  Zcustempels  213—15.  — Eck- 
figuren  vom  Ostgicbel  des  Zeustempe's  756.  — 
Getigerte  Frauen  aus  dem  Westgiebel  des  Zeus- 
tempels (spätere  Copien)  246/46.  — I.apithc  (G) 
aus  dem  Westgiebcl  des  Zeustempcls  243/44.  — 
Amazonenmetope  des  Zeustempels  1086—89.  — 
Nike  des  l’aionkis  579;  1179;  1180/81.  — Hermes 
des  Praxiteles  60/61;  283  84  ; 311;  411,12;  624; 
820  21;  844/45;  1325.  — Torso,  Replik  des  Dres- 
dener Zeus  853  54.  — Torso  einer  weiblichcu 
Gewundstatue  1186. 

Oreos 

Kybelc  533. 

Oropos. 

Wclhrclief  au  einen  Heros  1300. 

Ouvaroffka  bei  Poredje  (Russland). 

Bacchischer  Sarkophag  1370. 

Oxford. 

M.33.  Skylla 556.  Hellenistische  Grabreliefs  1085. 


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29 


Padua  — Paria 


30 


Padua. 

Zwei  Bacchische  Reliefe  19. 

Palermo- 

MUNICIPIO.  Statue  eines  Jünglings  75/;  11,  S.  53. 
MUSEO  NAZIONALE  Inv.  685  Asklepios  535; 
IV,  S 55;  285.  — Inv.  710  Atbena  554;  I 
IV,  S.  66.  — Inv.  713  Kopf  des  „Sardanapal“ 
557 ; 714.  - Inv.  715  Zeus  (?). 547— 49\ III,  S.  51; 
IV,  S.  65;  718.  — Inv  725  Gefährte  des  Odys- 
seus (aus  der  Skylla-Gruppe)  JJ5;  III,  S.  51 ; 
1080/81;  1309.  — Inv.  735  Herme  des  Mctro- 
dor  33Ä>b. — Inv.  742  Herme  des  Sokrates  559 c.  j 
— Inv.  744  Kopf  eines  Gefährten  des  Odysseus 
3.56;  III,  S.  51;  1309.  — Inv.  768  Attisches 
Votivrelief  562;  III,  S.  52.  — Inv.  775  Grab-  j 
relief  des  Philokratea  564;  III,  S.  52.  — Kauern- 
der Löwe  545.  — Thronende  weibliche  Gottheit, 
aus  Solu  nt  546.  — Jugendlicher  Torso,  alter- 
tümlich 550;  IV,  S.  55.  — Gruppe  von  Selene 
und  Eros  551.  — Läufer  oder  Ringer  532.  — 
Oberteil  eines  Pan  558 \ IV,  S.  66.  — Weibliche 
Statuette  356a  — Statuette  des  Narkissos  (?) 
556d;  IV,  S.  66.  — Jllnglingsstatuette  559  e ; 

III,  S.  51.  — Attisches  Proxeniedekret  560;  III, 
S.  52.  — Fragment  eines  Votivreliefs  501.  — 
Weihrelief  eines  Wagensiegers  503;  III,  S.  61; 

IV,  S.  66.  — Grabrelief  eines  stehenden  Jüng- 
lings 355;  III,  S.  52  — Relief  566;  III,  S 62; 
IV,  S.  66.  — Relief : Tänzerin  567.  — lleiu  eines 
kolossalen  Marmorthrons  508.  — Drei  weibliche 
Köpfe  von  Metopen  des  Tempels  E in  Selinunt 
745—50 ; IV,  S.  67.  — Aktaioumetope  von  Se- 
linunt 569—72  — Herametope  von  Selinunt 
597/98.  — Kopf  des  Aristoteles  126/27.  — Ein- 
schenkender Satyr  IV,  S.  65  (550). 

Palma  (Mallorca). 

AugustusbUstc  1002. 

Paris 

BIBLIOTHfeQUE  NATIONALE  Stele  der  Melitta 
1298.  — Stele  aus  Sidon  925.  — Büste  des  M.  Modius 
Asiatieus  979—83. 

Bronzen. 

(U  ss.  Katalog  von  Bsbelon  und  ltlanchet,  1895.) 

B.  243  Aphrodite,  aus  Alexandrien  1060/61.  — 
B.  266  „Spes“  1409.  — B.  307  Hermaphrodit  1381. 
— B.  364  Dionysos  1480r.  — B.  698  Asklepios 
295.  — B.  702  Laufender  Knabe  1056.  — B.  926 
„ Narkissos*  1139. 

ECOLE  DES  BEAUX  ARTS.  Torso  Medici  706  a; 

IV,  S.  66  (706a);  1275;  1310. 

MUSEE  GUIMET.  Arteniisstatuette  919. 


LOUVRE. 

(t'ntaloguo  sommaire  von  IBM.) 

No.  23  Aphrodite  mit  Wasservogel,  Statuette  1451. 

— No.  24 (?)  Zeus  XU,  8.  51  (272).  - No  59  Kopf 
des  Sokrates  IV,  S-  20  (29).  — No  75  Herakles 
und  Telephos  593A.  — No.  80  „Posidonius“  (der 
aufgesetzte  Aristoteleskopf)  I,  2,  S.  19  (126/27). 

— No  81  „Orestes  und  PyLades1*  1090;  IV,  S.  63 
(507  OS).  — No.  83  Sog.  Jason  733  34.  — No.  87 
Bacchus  Richelieu  1142  — No.  101  Herakles 
1090.  — No.  131  Hygieia,  Statuette  1175a.  — 
No.  168  Arteniisstatuette  1303.  — No.  207  Grab- 
stelc  dos  Eurythmos  764.  — No.  223  Isiskopf  524. 

— No  247  Artemis  mit  Hund  919.  — No.  27.8  Kopf 
de»  „Miltiades“  437  38.  — No.  366  Aphrodite 
(mit  Künstlerinschrift  des  Praxiteles)  395;  925  — 
No.  370  Aphrodite  und  Eros  1307  08.  - No-  399 
Aphrodite  von  Melos  399;  712.  — No.  411  Mel- 
pomene  494;  921.  — No.  414  „Euterpe“  512  13. 

— No.  420  „Euterpe“  512/13.  — No.  435  „Nar- 
kissos“ 559  d.  — No.  436  Alexander  Azara  814/15. 
— No  439  Aphrodite  von  Arles  188;  493;  629. 30; 
712.  — No.  463(?)  Bärtiger  Dionysoskopf  1410, 11. 
— No.  464  Athens  Vclletri  1129  — No.  485 
Weiblicher  Kopf  (einer  Statue  fälschlich  aufge- 
setzt; Gyps  in  München'  875,70 ; IV’,  S.  67.  — 
No  622  „Atalante“  1183  84.  — No.  625  Sog. 
Genetrix  (Kopf)  613—16.  — No.  527  Borghe- 
sischcr  Fechter  733  34;  1080/81.  - No.  529 
Artemis  von  Gabii  395;  769.  — No.  535  Paris- 
kopf 1125.  — No.  566  Hygieia  I.  2,  S.  18  (100 
bis  102).  — No.  573  Mercure  Hichelieu  213—15; 
685,  36;  1138.  — No.  589  Artemis  von  Versailles 
1856/57.  — No.  639  Asklepios  262;  712.  — No  696 
Nymphenrelief  von  Thasos  846.  — No.  755  Weih- 
relief an  Asklepios  1222;  1224;  1228.  — No.  846 
Kopf  des  polykletischen  Diadumenos  866—68; 
1476  M.  — No.  847  Athena  mit  Schachtel,  aus 
Kreta  353.  — No.  866  Ares  Borghese  586  86; 
1125.  — No.  883  Kriegorkopf,  der  Statue  des 
Herakleides  und  Harmatios  aufgesetzt  H79f80\ 
IV,  S.  68.  — No.  884  Replik  des  Kasseler  Apollon 
459  - 61.  - No.  887 (?)  Asklepiosherrae  240  41. 
— No.  911  „Bacchantin“  395.  — No.  922  Silen 
mit  Dionysoskind  IV,  S.  18(6).  — No. 931  Jugend- 
licher Areskopf  1378/79.  — No.  1037  „Plotina“ 
1186.  — No.  1207  Sog.  Germanieus  (von  Kleo- 
mencs)  270  71;  1127.  - No.  1231  Claudius  869 
bis  7L  — No.  1245  „Agrippina“  I,  2,  S.  18(100 
bis  102).  — No.  1783  Fragment  eines  Medusen- 
kopfes 1442/43.  — No.  2266  Eros  vom  Palatin  74. 
— No.  2283  Hera  Campana  296;  V,  S.  86  (b). 
— No.  2369  Nike  von  Samotbrake  1451.  — 


31 


Parma  — Rom 


32 


No.  2614  Artomis,  Statuettentorso  919.  — No.  2838 
Weiblicher  Torso  aus  ilalikarnass  926.  — No.  2881 
Fries  vom  Artemiatempel  in  Magnesia  1345—48. 

— Aphrodite  und  Kros  401  02;  1106.  — Hermes 
als  Kind  1444.  — Kind,  Statuette  1420b.  — 
Sog.  Rampin'scher  Kopf  1289, -90.  — „Narkissos“, 
polykletlsch  1139;  IV',  8.56(15).  - Fragment 
eines  grossen  Grabrcliefs  740.  — Torso  einer 
weiblichen  Gewandstatue  1493.  — Bronzekopf 
eines  Knaben,  aus  Bencvent  IV,  S.  64.  — lironze- 
statuette  eines  Jünglings  446—  48.  — „Alexander 
mit  der  Lanze  , Bronzestatuette  III,  8,  30.  — 
Dionysos  und  I’an,  Bronze  III,  S.  50  (73b).  — 
Altitalischcs  Brunzcbleeh  IV,  8.66  (599). 

SAMMLUNG  FOURNIER.  Weiblicher  Kopf  aus 
Smyrna  1199. 

SAMMLUNG  BLANCHET.  Hermaphrodit  1381. 

Parma 

D 869  Zeuskopf  69170.  — D.  876  Erostorso  74 ; 
1, 2,  S.  18;  IV,  S.  56.  - D.  886  Satyrtorso  73.  — 
D.  891  Jilnglingstorso  76.  — D.  896  Kopf  des 
Serapis  77/78.  — D.  897  Torso  einer  Sitzfigur 
79.  — D.  902/903  Fragmente  eines  Flachreliefs 
60  Nl. 

Bronzestatuetten : „Alexander"  7.1  a.  — Dio- 
nysos 7.1b;  III,  S.  60.  — Trunkener  Herakles 
7/;  III,  S.  50;  393.  — Jugendlicher  Krieger 
72a.  — Bärtiger  Krieger  72b;  I,  2,  8.  18;  III, 
S.  50.  — Victoria  82. 

Paros. 

MUSEUM.  Archaischer  „Apollon'-Torso  1330,31. 

— Weiblicher  Gewandtorso  1332. 
ORTSCHAFT  K0ST0S.  Torso  der  Artemis  (?) 

1333. 

PRIVATBESITZ.  Weiblicher  Hermenkopf  1334/35. 
— Relief  1336.  — Relieffragment  1337. 

Patras. 

DIMARCHIE.  Replik  der  1‘arthenos  1304/5.  — 
Votivrelief  an  Asklepios  1306. 

GYMNA8I0N.  Aphroditetorso  1307/8.  — Skylla 
.von  Sarkophag)  1309. 

Perinth. 

Torso  des  Dionysos  486.  — Nackter  Jlingliugs- 
torso  550. 

Petersburg. 

ERMITAGE. 

(Katalog  von  1901.) 

No.  32  Weiblicher  Kopf  10544 — 96.  — No  68  Bärtiger 
Kopf,  myronisch  320—22.  — No  158  Hirt  1171. 

— No  160  WeiblicheStatue  im  Typusdcr,, Elektra“ 


1153.  - No.  303  Muse  (Karyatide)  396.  — No,  309 
„Melpomene“  (Campana)  497.  — No.  314  „As- 
klepios“ 295;  306;  1156  57.  - No.  324  Ammons- 
kopf 398/99.  — No.  332  Relief  mit  Ganymed 
V.  S.  90  (b).  - No.  337  Niobidenrelief  1161  - 
Hygieia  (Typna  Hope)  717. 

SAMMLUNG  DES  DERZEITIGEN  DEUTSCHEN 
BOTSCHAFTERS  GRAFEN  POURTALES. 
Torso  des  Doryphoros  211/12. 

SAMMLUNG  STR0GAN0FF.  „Apollon  Stroganofl« 
modern)  577/78. 

Petworth. 

M.  9 Ölcingiesser  213—15;  222  —25.  — M.  18  Ama- 
zone (der  aufgesetzte  Kopf;  898/99.  — M.  24 
Kopf  eines  Dindumcnos  308,09;  814/15.  — M 53 
Opferdiencr  mit  Schwein  587C.  — M.  78  Kopf 
der  Aphrodite  281  82.  — M.  74  Athenakopf 989/40. 

Piraeus. 

GYMNASI0N.  Aphrodite  1451. 

Pisa. 

D.  16  Weiblicher  Kopf  200  30/;  264.  — D.  78  Kopf 
des  Caesar  202  203\  234  35.  — D.  84  Kopf  der 
Aphrodite  204  205.  — D.  132  Marmorkrater, 
neuattisch  1381. 

Pollens  am  Vesuv. 

VILLA  SANTANGEL0.  Weibliche  Gowandstatuc 
260/61. 

Ravenna. 

SAN  VITALE.  Sog,  Apotheose  des  Angustus, 
Relief  737. 

Rom. 

VILLA  ALBANl.  No.  2 Weibliche  Gewandstatue 
396.  — Xo. 3 „Isis“ (der  aufgesetzte  Kopf)  425  -28. 
— No.  4 Aphrodite  1106.  — No.  19  Sog.  Karyatide 
des  Kriton  und  Nikolaus  226  ; 257.  — No.  20 
Sog.  Kapaneus-Rclicf  1440.  — No.  34  Unter- 
wärts bekleidetes  Mädchen  210.  — No.  44  Ar- 
chaische Jiingiiugsstatue  1090— 92\  627/28.  — 
No.  57  Jftnglingsherme  1119  30;  867/58.  — No.  62 
Kopf  de»  sog.  Lysias  50/51;  441,  42  — No  76 
Hennenreplik  der  Sosikles-Amazone  1117  18.  — 
No.  79  Weibliches  Sitzbild  (die  Reliefs  der  Stütze) 
497.  — No.  103  Macnade  501.  — No.  119  Herme 
des  jugendlichen  Dionysos  1123/24.  — No  160 
Kopf  einer  Vestalin  1147.  — No.  204  Thesen» 
und  Minotaurus  704  — No.  218  Kopf  de»  Paris 
1125.  — No.  316  Archaische  JUnglingsstatnc 
1094—  96\  1097.  — No.  317  Replik  der  Jüngiings- 
statuc  des  Stephano»  1093.  — No.  323  Jünglinga- 


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33 


Rom 


34 


statue  1097.  — No.  462  (?)  Weibliche  Gewand- 
statuc  396.  — No  f>96  Hermes  (der  aufgesetzte 
Kopf  vom  Typus  Ludovisi)  1102— 04;  270,71 
(Kopf)  — No.  604  Polykletisohc  Kriegerstatue 
1099 — 1101.  — No.  628  Karyaiidc297  — No  668 
Archaischer  A pollon  - Torso  1099.  — No.  706 
Relief  mit  Theseiis  und  Aithra  1126.  — No.  711 
Kopf  einer  Göttin  112V22.  — No.  749  Kore 
Albani  1115116  (Kopf);  226  ; 279;  307;  449— 
51;  497;  512/18;  613-16;  726.  — No.  906 
■Statue  des  Stephanos  883  84;  1090;  1093;  IV, 
S.  65  (550).  - No  928  Satyr  247.  — No.  933 
Bronzestatuette  de»  Herakles  I,  2,  S.  18  (64).  — 
No  942  Diogenes,  Statuette  1407  >08.  — No.  945 
Athens,  Statuette  1103  — No.  954  Satyr 

247.  — No.  970  Pall;«  554.  — No.  1012  Sog. 
Athcna  mit  dem  Iäiwenlielm  1113111  (Kopf); 
320-  22  ; 896;  441/2;  554;  1372.  — No.  1035 
Henne  einer  bärtigen  Gottheit  413/14.  — Ar- 
chaischer bärtiger  Männerkopf  1109H0-  — Ar- 
chaiscber  Frsuenkopf  111H12.  — Satyr,  mit 
Schweinefett  IV,  S.  59  (406—8).  — Torso  einer 
Satyrsiatuettc  1107 19.  — Rumpf  eines  Diskoboleu 
500,  10.  — Sarkophagfragment  111,  S.  52  (566). 

PALAZZO  ALDOBRAND1NI  M-D  17  Zeu»(?) 
1331.  — M - I)  364  Dionysos  1333. 

PALAZZO  ALTEMPS.  M-D  128  Herakles  231 ; 
318-  20;  381-84.  — M-D.  362  „Dionysos“  1,2, 
S.  18  (25).  — M — D.  612  „Bacchantin“  IV,  S.  68 
(406-  8). 

ANTIQUARIUM  (Orto  botanico).  Kopf  des  Dio- 
inedes  809/10 ; IV,  S.  67.  — Fragmente  einer 
weiblichen  Gewandstatue  1185  — Replik  vom 
Kopf  der  Hera  Borghese  IV,  S.  62  (494).  — 
Hermes  808.  — llirt  1171.  — Stehendes  Mäd- 
chen 8061 7;  IV,  S.  67  — Pcrscuskopf  803. 

PALAZZO  BARBEKINI.  M-D  51  Gruppe  von 
Asklepios  und  Hygieia  1050.  — M-D.  968  Schutz- 
Hehende  (Kopf)  483/84;  206/7;  381-84.  - M-D 
1741  (?)  Männlicher  bärtiger  Kopf  108  -10\  I, 
2,  S.  19;  725 

IIANCA  NAZI0NALE.  Hygieia,  Statuette  1175 a. 

— Torso  des  polykletischen  „Narkissos“  1175h. 

— Anlinous  1171. 

MUSEO  BARRA0C0. 

(Pl.  = Tafeln  von  Hslltig,  L*  Collection  B»rr*cco}. 

PI  26  Hermeskopf  880/31.  — PL  31  bis  Jugend- 
licher Kopf,  archaisierend  425— 28.  — PI.  34, 34  a 
Apollonkopf  (Typus  Kassel)  I,  2,  S.  17  (12/13); 
507/08;  1079;  IV,  S 62  (507/08).  - PI.  36  Weib- 
licher Kopf  1094  - 96.  — PI.  38  Knabe,  sich 
kränzend  1139.  — PI.  43  43a  Kopf  des  Dory- 
phoros  ‘2 11/12.  — PI.  45  Polykletische  Jünglings- 


Statuette  1139.  — PI.  48  bis  Kopf  der  ,,Sappho“ 
211/12  — PI.  52  Attisches  Relief  mit  Reiter  1384 

— PI.  52  •>!»  Weiblicher  Kopf  mit  Stern  über 
der  Stirn  437  38.  — PI.  53  bis  Kopf  von  einem 
attischen  Grabrelief  677,  78.  — PI.  56  Kopf  mit 
Backenbart  222-  25.  — PI.  56/56 a JUnglings- 
kopf857  58.  — PI  . 57  67  a Kopf  des ,,  Alexander“ 
328  29.  — PI  5959a  Kopf  des  Apollon  Lykeios 
686  — 89.  — PI.  65  Tanzender  Satyr  504.  — PI.  73 
Büste  eines  Knaben  1173.  — PI.  75;75a  Kopf 
des  „Caesar“  694  A — Hermapbroditenhcrnie 
185.  — Neuattisches  Relief,  Hermaphrodit  1381 

— Fragmentierter  Kopf  des  polykletischen  Dia- 
dumeuos  1476  M. 

PALAZZO  BORGHESE.  M-D.  90  Herakles  483; 
IV,  S.  61.  — M— D.  396  Dionysos  486  — 
M-D.  595  Kolosssie  weibliche  Statue  487.  — 
M — D.  699  Weiblicher  Kopf,  einer  Artemis-Statue 
aufgesetzt  488;  IV,  S.  61.  — M — D.  850  Sog 
Nemesis  4891.;  IV,  S.61  — M- D.  859  Hygieia 
190.  — M— D.  986  (?)  Nackter  Jüngling  191\ 
641/42.  — M— D.  1060  Statue,  als  Augustus 
restauriert  192.  M - 1).  1331  Jüngling  193.  — 
M - D-  1874  Kolossale  weibliche  Gewandstatue 
494;  IV,  S.  62.  - M-D.  1486  Kolossale  weib- 
liche Gewandstatue49.5;  III, S 51. — M— D 1539 
(?)  Weibliche  Statue  489 r. 

VILLA  BORGHESE.  XVIII  Replik  der  Artemis 
Coionna  (der  aufgesetzte  Kopf)  366. — 1L  Dio- 
nysos 1390  — LAT  Weibliche  Statue  im  Typus 
der  „Elektra“  1153.  — LXXATIl  Panshenno 
1340/41.  - C’XXIl  Herakles  132;  I,  2,  S.  19; 
IV,  S.  56;  64  — CXXVI  Artemis  133;  I,  2, 
S.  19;  UI,  S.  55;  IV,  S.  66.  — GLXX1V  Kopf 
der  „Sappho“  211/12.  — CCII  AA'eihliche  Ge- 
wandstatue ...Isis“)  396.  — CCXI  Meergüttin  (?) 
mit  Delphin  1196  (nach  Zeichnung);  712.  — 
CCXXV  Silen  Borghese  504;  1394.  - CCLX1 
Ausruhender  Herakles  (nach  Zeichnung)  1189. 

— Leda  636. 

PALAZZO  BRAZZA.  M -D .1069  Männliche  Statue 
(der  Kopf)  631/32. 

PALAZZO  CAMUCC1N1.  Bärtiger  Kopf  (ans  der 
Skyllagruppe)  III,  S 51  (555/56). 

CAPITOL.  M.-D.  4038  AVeihlicher  Kopf  586/86.  - 
Nil  (nach  Zeichnungen)  /490;  1198.  — Tigris 
1498. 

CAP1TOLINISCHES  MUSEUM 

Cortile.  No.  3 Pan  293.  — No.  4 AVeihlicher 
Kolossalkopf  403/04.  — No.  18  Pan  293. 

Atrio.  No.  3 Athen»  I,  2,  S.  17(9);  836/37;  1169. 

— No  19  Kopf  des  „Juba“  644  -46;  1207-9. 
— No.  42  Jüngling  105;  863. 


35 


Rom 


36 


Treppe . Weibliche  Gottheit  406—8]  IV,  8.  58. 
Galleria.  No.  15  Kopf  eines  Hermaphroditen  ? 
409110-,  IV,  S.  59.  - No.  25  Satyrkopf  400; 
IV,  S.  19  (26).  — Xo.  29  Replik  der  Athena 
Ginstiniani  226.  — No  50  Torso  de»  royro- 
nischen  Diskobolen  500;  1448-50.  — No.  52 
Aphrodite  512/13.  — No.  60  Satyrkopf  4/ 1112. 
Sala  delle  colotnbe.  No.  17  Herme  des  Hades 
(?)  413/14.  — No  19  Herme  einer  bärtigen  Gott- 
heit 415(16.  — No.  28  Doppelherme  zweier 
Wassergottheiten  417—19.  — No.  33  Torso  einer 
Knabenstatuette  1444;  IV,  8.  19,  II.  — No.  50 
Herme  einer  bärtigen  Gottheit  413/14.  — No.  83 
Tabula  Iliaca  1066.  — No.  85  Weiblicher  (?) 
Kopf  420)21.  — No  87  Herme  einer  jugend- 
lichen Gottheit  422(23]  III,  S.  51;  652/53. 
Gabinetto  della  Venere.  No  1 Kapitolinische 
Aphrodite 386, 87;  767;  IV,  8. 18(7);  IV,  8 19(14). 
Stanza  dei  filosofi.  No.  l Replik  de«  „Etibu- 
leus“  424.  — No.  11  Weiblicher  Kopf  425126] 
III,  8.  51.  — No.  12  Weiblicher  Kopf  127128] 

III,  8.61;  IV,  S.  59.  — No.  17  Herme  des 
Herakles  429(30]  IV',  8.59.  — No,  28  Jugend- 
licher Kolossalkopf  431(32.  — No.  54  Herme 
der  Athena  433/34;  IV,  S.  59;  939/40.  — No.  55 
Weiblicher  Kopf  435(36 ; IV',  8.69  — No.  63 
Epikur  und  Metrodor,  Doppelhenne  559  b.  — 
No.  68  Bärtiger  behelmter  Kopf  (,.Maa*inisaa“) 
437)38,  — No.  69  Bärtiger  Kopf 439(40]  IV*,  S.  59. 

— No.  71  Portraitkopf  eines  Griechen  1191.  — 
No.  82 Kopf  des„Ae»chylusi‘  267/68.  — No. 85  Ju- 
gendliche männliche  Henne  44/, 42;1V, 8.60(459 
bis  61).  — No.  94  Bärtige  Henne  443/44; 

IV,  8.  59 

Salon e.  No.  4 .Jugendlicher  Kentaur  des  Aristea« 
und  Papias  1391.  — No.  5 Asklepios  272;  364. 

— No.  8 Athena  163;  1129.  — No.  10  Replik 
des  polyklctischen  Diaduinenos  445.  — No.  12 
Nackter  Jüngling  446  - 4b;  III,  8.  51 ; IV,  8.  69; 
885.  — No.  15  W eibliche  Statue  736.  — No.  20 
Replik  des  sog.  Omphalosapollon  152—54]  625/26. 

— No.  21  Kopf  der  Statue  eine«  ausruhenden 
Epbebeu  455(56  ] 656  57.  — No.  24  Sog.  Hera 
oder  Demeter  457/58  (Kopf);  IV,  8.  60;  91;  279. 
— No.  27  Jäger  (Portraitstatue)  I,  2,  S.  18  (25). 
— No.  30  Apollon  459-61]  III,  8.  51;  IV,  8.  60; 
IV,  8.  63(507/08;.  — No.  36  Athena  III,  S.  16. 

Stanza  del  fauno.  No.  4 Jilnglingskopf  46263. 
— No.  6 Weiblicher  Kopf  1 169  Anra.  — No.  19 
Kopf  des  Dionysos  (?)  464/65.  — No  21  Kopf  der 
Ariadne  (?)  466/67.  — No.  26  Kopf  des  Dionysos 
468/69]  IV,  8.61 

Stanza  del  gladiatore.  No.  2 Kopf  der  sog. 


Persephonestatue  470/71]  281/82.  — No.  6 Ge- 
filssträgenn  (der  aufgesetzte  Kopf)  470/71.  — 
No.  12Sog.  Antinous 446-48.  - No  14  „Flora- 395. 

COLOSSEUM  Stuckdecke  (nach  Zeichnung)  1491. 

PALAZZO  COLOXKA.  M—  D 16  Torso  einer  po- 
lykletischen  Athletcn-Statue  1137.  — M— D.  25 
Kopf  des  Zeus  1156  57.  — M — D.  96  Herakles 
1136.  - M-D.  109  Herakles  1146.  — M-D.  157 
Replik  de«  Herme«  Ludovisi  1127]  270  71.  — 
M — D.  222  Replik  de»  „Narkissos“  mit  nicht  zu- 
gehörigem Asklepioskopf  1139—41]  1175  b.  — 
M-D.  393  Dionysos  1142  43.  — H I).  441 
Tanzender  Satyr  1149.  - M — D.  603  Weibliche 
Statue  1132(33.  - M — D.  640  Athena  1129  — 
M — D 686  Artemis-Statuette  1151.  — M — D.711 
Aphrodite  (sog  Genetrix)  1131.  — M-D.  720 
Statue  im  Typus  der  „Elektra*1  1153/54.  — 
M-D.  765  Aphrodite  Anadyomene  1144.  — 
M—D.  821  Muse  1150.  — M-D.  916  Weiblicher 
Idealkopf  1158—60.  — M-D.  940  Replik  der 
Sosikles- Amazone  (Torso)  1130,  — M — D.  945 
Provinz  (?)  1155.  — M — D.  1008  a Torso  de« 
polyklctischen  Diadumenos  1135.  — M—D.  1019 
Torso  einer  männlichen  Statuette  1134.  — 
M-D.  1030 Mann  licher  Tor»o  / 145.  — M—D.  1065 
Hermes  1138.  — M — D.  1204  Statuette  eines 
Hirten  1152.  — M—D.  1743  Kopf  des  Ares 
(?  modern)  437/38.  — M — D.  3562  Zwei  Reliefs: 
Windgötter  1164(65.  — M - D.  3586  Relief:  Eros 
und  Anteros  1166.  — M—D.  3728  Relief  1162; 
1126.  — M—  D.  3738  Relief  mit  Selene  zu  Wagen 
1163 . — Vestalin  (mit  aufgesetztem  „Pothua“- 
Kopf)  1147.  — Relieffigur  eines  sterbenden  Nio- 
biden  1161.  — „Mänade*1  473. 

CONSERVATORENPALAST.  Replik  vom  Kopf 
der  Soilkles- Amazone  388—90;  1139.  — Sog. 
Aphrodite  vom  Esquilin  481/82  (Kopf).  — Aphro- 
dite 1353.  — Oberteil  einer  Apollonstat ue  48t)] 
342  — Torso  de»  Apollon  Kitharodos  1169.  — 
Athenatorxo  1129.  — Bacchischer  Kopf  478/79. 
— „DanaostochteP*  III,  8.  51  (265);  1432/33.  — 
Desgleichen  1432/33.  — „Geniu»‘‘  mit  Aegi»  816. 
— Giebeifiguren  au»  Thon  774/75.  — Herakles, 
Bronzestatue  154/55.  — Jünglingskopf  mit  Kranz 
474/75]  III,  S.  51.  - Mänade  473]  IV,  S.  61; 
587  D.  — Marsyas  (aus  rotgestreiftem  Marmor) 
1441.  — Replik  der  Sappho  Albani  (aufgesetzt: 
Athenakopf)  449/51]  III,  S.  51;  IV,  S 59.  - 
Silen  504.  — Sitzende  weibliche  Statue  472\  IV, 
8.  61.  — Wagen  besteigender  Jüngling  50/51; 
111314;  IV,  8.60(459-61).  — Weibliche  Ge- 
wandstatue 396  — W eibliche  Gewandstatue  1, 2, 
8.  18  1 100— 102). 


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37 


Rom 


38 


PALAZZO  DORIA,  M— D 609  Demeter  357.  — 
M-D.  1078  „Caligula“  492 

VILLA  FIORELLI.  M— D.  3689  Fragment  einer 
Marmorcase,  nenattiach  1881. 

FORUM  ROMANUX.  Fragment  einer  Ara  (vor 
dem  Faustinatempel)  X1H. — Basisrelief  mit  Athena 
und  Hygieia  (ßasiltca  Julia)  HW. 

Vestaheiligtum.  Zwei  Vestalinnen  296  — Vestalin 
(Jordan  VIII,  1)  1147.  — Desgleichen  (Jordan, 
VIII,  4)  1147. 

VILLA  GIUSTINLAN1.  M-D.  1052  Männliche 
Statue  mit  Chlamys  134. 

PALAZZO  LANCELOTTI.  M-D.  1098  Diskoboi 
Massimi  54  55  ; 500. 

PALAZZO  LASTE.  M-D.  354  Sitzende  Aphro- 
dite mit  Eros  283  84. 

LATERAN. 

(B— Sch.  - Katalog  von  Benndorf  and  8choene.J 

B— Sch.  16  Recitatio  (?),  Relief  764  — B— Sch.  19. 
Sog  NemesiB  4891.  — B— Sch.  49  Meleager 
(der  aufgesetzte  Hermeskopf)  270,71.  — B— Sch. 
78  Asklepios  720.  — B—  Sch.  127  „Mars“  266.  — 
11 — Sch  167  JUnglingskopf  strengen  Stils  1090.  — 
B-Seh.  182  Asklepios  799.  — B-Sch.  187 
Hygieia  (als  Muse  ergänzt)  799.  — B-Sch  237 
Sophokles  5;  678—76;  764  ; 961.  — B — Seh.  239 
Artemistorso  1303  — B— Seh.  283  Relicfbrueh- 
stlick  608.  — B — Sch.  374  Herme  des  bärtigen 
Dionysos  422  23  — B-Sch.  378  Herme  einer 
jugendlichen  Gottheit  422  28.  — B— Sch.  382 
Bärtiger  GOttcrkopf  370  71.  — B-Sch.  388 
Bärtiger  I Kitterkopf  398/99.  — B— Seh.  899 
Griechisches  Relief  757  — B -Sch. 427  Niobiden- 
sarkophag  (Stützen)  1486  c.  — B — Sch  456 
Stirnziegel  mit  Athena  1372.  — B— Sch.  468 
Desgleichen  1872. 

PALAZZO  LAZZER0NI.  M-D.  1220  Replik  der 
kleinen  Ilerculauensorin  IV,  S 48.  — M— I).  1429 
Grabstatue  im  Typus  der  „Pudicitia“  IV,  S 48.  — 
M — D 2592  Sarkophag  IV,  S.  48.  — M — D.  2726 
Kndymionsarkoptiag  IV,  S.  48.  — Sarkophag  mit 
bacchischer  Darstellung  IV,  S 49.  — Aphrodite, 
bekleidet  7/69  — Weibliche  Gewandstatne  U?0. 

— Hirt  lt7l\  1152.  — Büste  des  Helios  1172. 

— Büste  eine»  römischen  Knaben  1172. 

VIA  MARGÜTTA  53 B M-D.  1065  Männliche 
Statue  134 ; IV,  S 56;  103;  039,40;  803. 

PALAZZO  MASSIMI  ALLE  COLOXNE.  M— D.  52 
Asklepios  219 — 21. 

PALAZZO  MATTEL  M— D.  1071  MännlicheStatue 
mit  Chlamys  266.  — M-D.  1087  JUngllngs- 
statue  134. 

VILLA  MATTEL  M-D.  68  Asklepios  724;  I,  2, 


S.  19;  14’,  S 66.  — M-D.  369  Kopf  einer  Dio- 
nysosstatue 123.  — M— D.  1058  Jünglingsstatue 
/ 20; III, S. 50.  — M—  D 1375  Weihliche  Kolossal- 
statue  773;  I,  2,  S.  19;  457,58.  — M-D.  1550 
Weibliche  Gewandstatue  123.—  M— D.  1668  Kopf 
des  Dorypboros  7/6  17 ; 1, 2,  8.  19.  — M — D.  1683 
Athletenkopf  778/79.  — >M— D 1827  Kopf  des 
„Caesar"  730  3/;  234/35.  — Kopf  des  Harmodios 
774/73.  — Asklepioskopf  Z2//22;  IV,  S.  56.  — 
Portraitkopf  eines  bärtigen  Griechen  (Aristoteles) 
/26/2? ; 1,2,8.19;  IIi,S.50.  — Portraitkopf  eines 
nnbärtigen  Römers  728/29. 

SAMMLUNG  M0NTEVERDE  Nackter  Jüngling 
133/37 ; I,  2,  8.  19.  — M-D.  1401a  Oberteil 
einer  weibliehen  Sitzfigur  /3“</39;  I,  2,  S.  19.  — 
Jugendlicher  Torso  14 O.  — Eros  747;  I,  2,  S.  19. 

— Archaischer  männlicher  Torso  142.  — Alter- 
tümlicher männlicher  Torso  143.  — Männlicher 
Torso  mit  Mantel  744;  IV  S.  18  (8).  — Kopf- 
fragment. Replik  der  knidischcn  Aphrodite  743; 
1,  2,  S.  20;  IV,  S.  56.  — Diouysoskopf  146.  — 
Abbozziertcr  weiblicher  Kopf  Z47/48;  -111,  S.  50. 

— Replik  vom  Kopf  der  Sosikles-Amazoue 
749/3»;  1,  2,  8.  20. 

PALAZZO  ODESCAI.CHI.  M.-D.605  Aphrodite 
1169  — M— I).  1053  Männliche  Statue  mit  Chla- 
mys  134.  — M-D.  1054  Desgleichen  134. 
PALATIN.  Demetertorso  1412. 

VILLA  PANFILI.  M-D.  55  Asklepios  285;  553. 

— M-D.  920  „Kybele"  784.  — M-D.  1528 
Weibliche  Gewandstatuo  260/61. — M — D.  1518 
Weibliche  Gewandstatue  896.  — Herakles  (wo 
jetzt  V 485.  — Torso  eines  Hermaphroditen  (wo 
jetzt?  Gyps  München,  Akademie) «72;  743/44.  — 
Reste  eine«  IJiskobols  ; wo  jetzt?)  500,  9. 

PALAZZO  PATR1ZI.  M— D. 948  Amazone  237(38 
QCIUINAL.  Diosknren  vom  Monte  Cavallo  226; 
596  A B. 

I’RI  VATBESITZ  (Via  Nazionale).  Artemis  7336 .57 . 
PAI.AZZO  R08PIGL10SI.  M- D. 621  Athen» ///; 
I,  2,  8.  19.  — M - D.  707  Artemis  7/2;  IV,  8.  56. 

— Basaltkopf  des  „Sclpio“  1082. 

SAMMLUNG  STROGANOFF.  Jugendlicher  Kopf, 

archaisierend  425—28. 

MUSEO  NAZIONALE  DELLE  TERME.  Aphrodite- 
torso 1307  08.  — Apoll  aus  dem  Tiber  617—20; 
IV,  8.  61  (459— 61).  — Asklepioskopf  aus  den 
Caraeallathermen  1268.  — Asklcpioskopf  vom 
Palatin  262.  — Zwei  Capitelle  von  einem  Rund- 
tempel am  Tiber  783  b.  — Bronzestatue  eines 
Diadochen  III,  S.  30.  — Dionysos  von  Tivoli 
446—48;  1168;  IV,  8.  58  (316)  — Replik  der 
Hera  Borghese  280.  — Hermes  vom  Palatin  (Kopf) 


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39 


Rom 


40 


62  68;  I,  2,  S.  18  (52/3).  — Kopf  der  Hygieia 
(vom  Palatin)  647—49.  — Jugendlicher  Kopf 
1140/41.  — Jugendlicher  Kopf,  archaisierend 
425 — 28.  — Mädchen  von  Antimn  1842/43.  — 
Weiblicher  Kopf  111,  S. 50(36,37).  - Weiblicher 
Kopf  III,  S.  50  (147/48).  — Weibliche  Statue, 
der  „Venus  (Icnctrix“  verwandt  498. 

Ehemals  Ladovisi. 

(Sch.  = Katalog  von  Schreitwr  ) 

•Sog.  Indovisischer  Thron  608.  — .Sch.  1 Sog.  The-  . 
seusherme  243'44  (Kopf);  III,  S.  50;  IV,  8.  67.  — j 
Sch  3 Hernie  de*  Dionysos(?)  243/44.  — Sch  8 
Herme  de«  «og.  Diakobolcn  245/46  (Kopf);  II, 

S 5.5;  243  44.  — Sch.  9 Mannlicher  Torso  247; 
041/42.  — Sch.  29  Archaische  weiblich«'  Statue 
mit  nicht  zugehörigem  Kopf:  I,  2,  S.  17.  — Sch.  35 
Kopf  der  Hera  24#  49 ; 583/84.  — Sch.  50  Weib- 
licher Kopf  250151.  — Sch.  55  Herme  des  Herme« 
243/44.  — Sch.  00  Herme  der  Athena  243/44.  — 
Sch.  61  Replik  der  vaticanischen  „Kalliope“  II, 

S.  28.  — Sch.  62  Herme  des  Herakles  mit  dem 
Füllhorn  252/53  (Kopf);  IV,  S.  57;  243/44.  — 
Sch.  63  Are«  Ludovisi  254/55  (Kopf):  89/90; 
534  35  ; 635  36  ; 832  33.  - Sch.  65  Sitzender 
Apollon  256;  II,  8 65.  — Sch.  67  Athena  257; 
II,  S.  55;  IV,  S.  57.  — Sch.  69  Gruppe  de«  Menc- 
laos  258—61  (Köpfe);  455  56.  — Scb.  74  Kopf 
des  Asklepios  262,  — Sch.  76  Büste  des  Attis  263. 

— Sch.  77  Gruppe  von  Dionysos  und  Satyr  44 
(Kopf  des  Dionysos).  — Sch.  78  Büste  der  De- 
meter (?)  264;  II,  S.  55;  III,  S.  50;  200  01.  - 
Sch.  83  Weibliche  Gewandstatuc  265 \ III,  S.  51; 
918  — Sch.  87  Statue  des  Antoninus  Pius  266. 

— Sch.  88  Kopf  des  Hades;,?)  267  '68.  — Sch.  90 
Dionysos  269 ; IV,  S.  57.  — Sch.  93  Kopf  «les 
Aristoteles  126/27.  — Sch.  94  Hermes  Ludovisi 
(Kopf  270,71;  1103/04;  (die  Statue)  631/32; 
1127.  — Sch.  101  Asklepios  272;  III,  S.  51;  IV^ 
S.  57.  - Sch.  104  Hera  Ludovisi  391/92;  1121/22. 

— Sch.  107  Büste  der  Hygieia  273.  — Sch.  114 
Athena  des  Antiocho*  (Kopf)  274/7o\  I,  2,  S.  19 
(113);  469—61.  — Sch.  116  Sitzinder  Apollon 
276 ; IIt  S.  55;  256.  — Sch.  118  Replik  des  Me- 
leagerkopfes,  auf  nicht  zugehöriger  Statue  277 (78 ; 
IV.  S.  57. 

MUSEO  TORLONIA.  No.  6 Artemis  IV,  S. 20  (3).  — 
No.  25  Herakles  231.  — No.  36  Herakles  593  A.  - 
No.  62  Jüngling  mit  Chlamys  863.  — No. 54  Weib- 
licher Kopf  mit  Binde  435/36.  — No.  56  Herakles 
132;  I,  2,  S.  19  (132).  — No.  58  Weiblicher  Kopf 
mit  Binde  435/36.  — No.  62  Athena  226.  — 
No.  69  Knabenstatuette  IV,  S.  19  (11);  1444.  j 

— No.  77  Sog.  Olympias  785—87.  — No.  88 


Unterwärts  bekleidetes  Mädchen  210.  — No.  107 
Aphrodite  1144.  — No.  138  Weiblicher  Kopf 
1432/33.  — No  167  Gefährte  des  Odysseus 
(aus  der  Skyllagruppe)  555.  — No.  170  Kauernde 
Aphrodite  386/87.  — No.  172  Kind  und  Hund 
1418.  — No.  176  Hygieia  1175  a.  — No  179 
Bärtiger  Kopf  609  b.  — No  201  Muse  II,  S 26 
(22);  1492.  — No  208  Weibliche  Gewandstatue 
1186.  — No.  210  Artemis  919.  - No  214 
Herakles,  Statuette  132;  I,  2,  S.  19  (132).  — 
No.  220  Weibliche  Gewandstatue  III,  S.  51.  — 
No.  242  Herakles  593  A;  1064  b.  - No.  279 
Zwei  knieende  Krieger  (vou  Philumonos  sig- 
niert) 237  38.  — No.  297  Marmorbccken  (nach 
Zeichnung)  1494t  3.  — No.  313  Römischer  Por- 
traitkopf  1009.  — No.  BlÖ  Eros  351.  — No.  347 
Artemis  IV,  S 20  (9).  — No.  366  Artemis  919. 
— No.  388  Herakles  593  A.  — No.  H89  Kolossal- 
figur  einer  Schlafenden  1344.  — No  442  Kind 
mit  Hunden  spielend  1418;  1120  b - No.  454 
Satyrkuabe  auf  Ziegenbock  1455.  — No.  461 
Herme  einer  bärtigen  Gottheit  413/14.  — No.  482 
Weibliche  Gewandstatue,  archaisch  396.  — 
No.  490  llcatia  Ginsttniani  481/82.  — No.  500 
Doppelhenn«  (der  jugendliche  Kopf)  425—28. 
— No.  505  Jugendliche  Herme,  archaisierend 
425  -28. 

PALAZZO  TORLONIA  M-D.  97  Herakles  231. 
— M-D.  234  Jünglingskopf  381-84  ; 828/29.  — 
M-D.  1679  Jiinglingskopf  857/58. 

PALAZZO  VALENTINE  M-D  606  Aphrodite  1 169. 
VATICAN. 

Braccio  nuovo.  No.  1 Herme  des  Dionysos  243  44. 

— No.  11  Silen  mit  Dionysoskind  IV,  S.  18(6). 
— No.  17  Jugendlicher  Asklepios  718.  — No.  23 
,,Pudicitia“  496;  736;  1350.  — No.  24  Büste  des 
,.Jakchos“  381—84  ; 441—42.  — No.  38  Artemis 
1333.  — No.  56  Weibliche  Gewandstatue  396.  — 
No.  63  Büste  des  „Aelius  Caesar“  1018.  - No.  65 
Herme  de«  Hermes  243  44.  — No.  67  Apoxyo- 
menos  722.  — No.  67A.  Herme  des  Hermes  243  44. 

— No.  83  Replik  der  Hera  Borghese  280.  — 
No.  99  Öleingiesser  222 — 25.  — No.  103  Des- 
gleichen 222—25.  — No.  107  A.  Athena  1075.  — 
No.  114  Athena  Giustiniani  226.  — No.  125  Ober- 
teil eines  Torsos  mit  Apollonkopf  1142.  — No.  135 
Herme  des  Zenon  von  Aphrodisias  243  '44. 
Niobide  (ehemals  Cldaramonti  176)  710/11. 

Galleria  lapidaria.  No.  67  Dionysostorso  1142. 

— No.  169  Sarkophag  mit  Narkissos  559 d. 
Museo  Chiaramonti.  No.  62  Weibliche  Statue, 

als  Hygieia  ergänzt  1186.  — No.  79  Bärtiger 
Kopf  (aus  der  Skyllagruppe)  566.  — No.  83 


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41 


Rom 


42 


Hygleisu  Statuette  1176a.  — So.  86  ..Hygieia“, 
Statuette  11,  S.  26  (22) ; 894 ; 1 1 75a.  - So.  144  Am- 
wonherme  398  99.  — No.  243  Satyr  IV,  S.  59 
(406— 08).  — No.  258  Griechischer  weiblicher 
Portraitkopf  1188/89.  — No  284  Knabenstatuctte 
IV, 8. 19(11).—  No. 297 J Qnglingsatatue  1119  20  — 
No  354  Athena  II,  S.  20(22).  — No.  360  Chariten- 
relief 731/32;  1036.  — No.  402  „Polyhyrania“1 
IV,  S.  0M  (875  76).  No  410  Dionysoskopf 
1123/24.  — No.  415  Jugendlicher  Kopf  (Gypa  in 
Würzburg)  894  Sä;  IV,  S.  C8.  — No.  490  Athen» 
226.  — No.  536  „Narkiaaoa",  polykletiscb  1139. 

— No.  548  „Diana  lucifera“  (der  Kopf)  1121  22. 

— No.  588  Gruppe  von  Dionysos  und  Satyr  44 
(Kopf  des  Dionysos).  — No.  590  Torso  des 
„Apollon  mit  derGans“  1148.  — No  636  Herakles 
mit  Telephos  V,  S.  88  (h).  — No.  654  Isis  57.  — 
No.  655  Narkissos  559d.  — (an  Stelle  von  No.  621) 
Kopf  einer  Karyatide  783. 

Giardino  della  Pigna.  No.  38  „Herakles  und 
Hesperide",  Kelieffrngment  IV,  S.  58  (385).  — 
No.  218  Weibliche  Gewandstatue  396  — No.  223 
Basis  der  AntonimiBsänle  IV,  S 20  (28). 
Belvedere.  No.  3 „Torso  vom  Belvedere'1  79;  500. 

— No.  74  Laokoongruppe  556;  1440.  — No.  92 
Apoll  vom  Belvedere  1495;  1499  (nach  Zeichnung); 
401/02  ; 577/78;  737;  1448-50. 

Sala  degli  animali.  No.  232  Minotaurus  704 
Galleria  delle  statue.  No.  250  Eros  von  Cento- 
celle 141;  739.  — No  251  Polykletische  Jilng- 
lingsstatue  1137.  — No.  258  Dionysos  1142.  — 
No.  259  Apollon  (der  Kopf)  1169  — No.  260 
Votivrelief  an  Asklepios  1227.  — No.  265  Ama- 
zone Mattei  (der  aufgesetzte  Kopf)  888  - 90.  — 
No.  390  „Menander“'  1231.  — No  393  Schutz- 
Heiiende  483/84.  — No.  394  Poseidon  306.  — 
No.  399  Asklepios  nnd  Hygieia  1227.  — No.  405 
Sog.  Danaide  183;  292  ; 536  — No.  409  Satyr 
IV,  S.  59  (406  - 8).  — No.  414  Schlafende  Ari- 
adne 1344.  — No.414a  Gigautensarkopbag  400. 

— No.  417  flenne»  Ingenui  134;  213— 1&-  306; 
320—22  : 644—46  ; 808. 

Sala  de’  busli.  No.  273  Kopf  des  jugendlichen 
Augustus  1002.  — No.  310  Kopf  eine»  Griechen 
aus  der  pergamenischcn  Kampfgruppe  1048/49. 
Gabinetto  delle  maschere.  No.  427  Kauernde 
Aphrodite  181/82;  204/5.  — No.  443  „Adonis“, 
von  C'entocclle  316;  446-48;  851/52;  1123/24; 
IV,  S.  68  (316). 

Sala  delle  Muse.  No.  503  „Thalia“  II,  S.28.  - 
No.505  „Klio“'  290;  (der  aufgesetzte  Kopf  946/47. 

— No.  508  „Poiyhytnnia“  II.  S 26.  — No.  514 
Sokrates  IV,  S.  20, 29.  — No.  515  „Kalliope“  291; 


II,  8.27;  (der  Kopf)  1121/22.  — No.  530  Sog 
Lykurg  285.  — No.  533  Athena  II,  S.  26 
Sala  rotonda.  No.  539  Zeus  von  Otricoli  77/78; 
1156  57.  — No.  542  „Ceres“  91;  836'87;  1169. 
— No.  546  Hera  Barberini  873  74  (Kopf;  Gypa 
in  München);  248/49;  280;  II,  S.  55;  1169.  - 
No.  552  Juno  Sospita  (Kopf)  248/49. 

Sala  a croce  greca.  No.  571  Muse  (?)  395.  — 
No  582  Apollon  494;  708. 

Sala  della  biga.  No.  608  „Sardanapal  “ 243/44; 
557  ; 714.  — No.  611  „Alkibiadc»  “ 552;  1177  — 
No.  614  Apollon  IV,  S.  18  (9).  - No.  618  Dis- 
koboi, nach  Myron  500  — No.  620  Sog.  Sextus 
von  Chaeronea  76,6;  IV,  S.  67  (766). 

Galleria  degli candelabri.  No.87  Knieender  Per- 
ser 502/03.  — No.  100  Capitell  (früher  im  Garten) 
783.  — No.  110  Hermes  als  Kind  1444.  — No.  118 
Ganymed,  nach  Leocharcs  239  ; 641.42;  1448  - 50 
— No.  129  Aphrodite  1353.—  No.  137  „Bacchantin" 
(ehemals  Coli.  Chablais:  395;  III,  S.  51  (395).- 
No.  161  »Ariadne“  1492.  — No.  176  Satyr,  sein 
Schwänzchen  betrachtend  1381. — No- 180 Hermes 
als  Kind  1444.  — No.  184  Tycbe  von  Antiochia  (der 
. Kopf)  391/92.  - No.  222  Wcttläuferin  481/82.— 
No.  224  Sog  Nemesis  4891;  IV,  S.61  (489).  — No. 
227  Hermes  als  Kind  1444.  — No.  248  Weibliche 
Gewandstatue  1186  —No  257  Ganymed  von  Falc- 
rone 206/7 ; IV,  S 67  (206/7).  -No.265Sklave541. 
Galleria  gcografica.  Dionysoskopf  1123/24.  — 
Aphrodite  nnd  Eros  1307/08.  — Weibliche  Gewand- 
statue 1186. 

Bibliothek.  Aldobrandinische  Hochzeit  697/98. 
Christliches  Museum.  Goldglas  mit  heil  Agnes 
1147 

Directionszimmer.  Büste  mit  Replik  des  myro- 
nischon  Diskobolen  777—80;  IV,  S.  67. 

Garten.  Sitzende  weibliche  Statue  774;75.  — 
Stehende  männliche  Statue  776.  — Hera  781. 

— Hygieia  782;  717;  1175a.  — Kybele  784; 
391/92.  — Sitzende  weibliche  Statue  785.  — 
Sitzende  weibliche  Statue  786.  — Sitzende 
woibliche  Statue  787.  — Tycbe  788.  — Mädchen- 
köpf  '89;  791.  — Weiblicherldealkopf  790. 

— Mädchenkopf  791. — Kopf  der  Ceres  792193. 

— PortraitbUste  eines  Römers  794195.  — Replik 
der  „Pudicitia“  796.  — Weibliche  Status  797. 

— Mädchen  mit  Vogel  798.  — Hygieia  799; 
IV,  S.  67  — Zeus  800;  1 V,  S.  67.  — Urabgruppc 
des  Coroutus  801.  — Decoratives  bacchisches 
Relief  802.  — Weibliche  Statue  (aufgesetzt: 
Kopf  des  „Oinphaloa‘*-Apollon)  802f03;  396.  — 
Herakleskopf  804.  — Weibliche  Statue  805.  — 
Athena  226- 


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43 


Rossic  l’riory  - Triest 


44 


Roasie  Priory  (Schottland). 

M.  1.  Replik  des  „Narkiesos“  (im  Gegensinne) 
IV.  S.  IS  (2). 

Sevilla. 

CASA  DK  P1LATOS.  Hübner  890  Angustnskopf 
1002  — Hübner  891.  Desgleichen  1002. 

Siena. 

SAMMLUNG  CHIGI.  Replik  vom  Kopf  der  sog. 
Niobiden*Trophos  364/1)6. 

Smyrna. 

EVANOELISCUK  SCHULE.  Kopf  des  Dory 
phoros  1X18139.  — JUnglingskopf  1340141.  — 
Weiblicher  Kopf  hob  T ratlos  1342143.  — Schlft- 
ferin  1344.  — Aphroditetorso  512/18.  — Grab- 
stein eines  Hahns  738. 

SAMMLUNG  OAUDIN.  Kopf  des  Tiberius  1351152. 
KONAK.  Fries  vom  Dionysostempel  in  Teos 
1345—48.  — Relief  mit  religiöser  Ceremonie 
1349.  — Grabreliof  der  Tyrannis  1350. 

Sofia. 

Atlas (?),  Bronzestatuette  1486c. 

Sorrent. 

Basis  544  , 334. 

Sparta. 

(T— W.  = Katalog  von  Tod  nnd  Wace,  190ß.) 

T— W.  17  Halbkreisförmiges  Relief  1314.  — 
T—  W.  27  Dioskurenrelief  1311.  — T — W,  28 
Fragment  eine«  Urabreliefs  ISIS.  — T—  W.  52 
Koloasal-Kopf  des  Herakles  1321.  — T— W.  58  a. 
Asklepioskopf  1319/20.  — - T-  W.  58  b.  Bärtiger 
Kopf  131?  \ 1819/20.  — T—  W.  106  Jugendlicher 
männlicher  Torso  1323.  — T— W.  113  Männ- 
licher (iewandtoreo  1324.  — - T — W.  301  Männ- 
licher Torso  1322.  — T — W.  .307  Kindersarko- 
phag 608.  - T— W.  819  Dioskurenrelief  1311. 

- T— W.  408  Hermenkopf  1315/16.  - T-W 
447  Dioskurenrelief  1311,  — T— W.  505  Ar- 
chaisches Relief  1312.  — T-W.  571  Weib- 
licher Kolossalkopf  1318.  — T — W.  575  Dios- 
k Liren- Relief,  archaisch  1311. 

Stockholm. 

(No.  der  Photographien  von  Lagrulias.) 

III,  69  Kopf  des  „Juba“  614-46.  - III,  63  Bär 
tiger  Götterkopf  443  44.  — III.  150  Relief  einer 
Baaia(?)819. — 1 V,  22  Knieendes  Mädchen  532. 

- V,  2 Atheua  163;  1129.  - V,  5 „Thalia"  395 

- V,  11  Weibliche  Gewandstatue  396.  — V,  12 


„Urania“  494.  — V,  13  Hera  781.  — V,  15  Ar 
temiä  (der  aufgesetzte  Kopf  326;  (die  Statue) 
1356/67.  - V.  17  Muse  II,  S.  26.  — V,  48 
Amtnonskopf  398/99.  — V,  60 Satyrkopf  400.  — 
Hermaphroditenherme  IV,  S.  56  (186). 

Syrakus 

Archaischer  weiblicher  Kopf  752/53.  — Archaischer 
Torso  754.  — Fragment  einer  Dometersta- 
tuette  755.  — Gelagerter  Mann  756]  IV, 
S.  67.  — Kelicffragment  757.  — Relieffrag- 
ment 758.  — Roseidunkopf  720.  — Aphrodite 
758;  1144;  V.,  S 86  (d). 

Taormina 

Kopf  des  „Apollon“  5 73)74  ] 899/900. 

Tarent. 

Gesimsfragment  von  einem  Sarkophag  1500.  — 

Tenoe. 

Torso  einer  I’anzerstatue  984  — 86. 

Theben  (ehemals  Thespiae). 

Grabreiief  1301.  — Relief  des  Agathodaimon 
1302.  — Weihrelief  an  Artemis  1303. 

Thert. 

Weibliche  Statuette  733;  917.  — Apollontorso 
II,  S.  28. 

Toulouse 

Knabenstatuette  (Harpokrates)  IV,  S.  19(11);  1444. 

Trient 

Relief  eiues  Hermaphroditen  1381.  — Mädchen- 
figur als  Pfanneugriff  1382/83 

Trier 

Römischer  Grabstein  („Totenmahl“)  1067. 

Triest. 

MUSEO  CIVICO.  Nackte  männliche  Statue  589 — 9 /; 
IV,  S.  66.  — Statuette  des  Pan  592 A;  709a  — 
Relieffragment  mit  l’an  392 B.  — Oberteil  einer 
Ueraklesstatiiette  393A;  1061b.  — Weiblicher 
Kopf  393B,  — Basaltkopf  eines  Römers  394 A. 

— Kleine  Bronze  einer  weiblichen  Gestalt  594 B. 

— Bronzestatuette  eine.«  nackten  Jünglings  394  C. 

— „Totenmahlrelief“  595  A.  — Griechische« 
Votivrelief  393  B;  IV,  S.  66.  — Zwei  Terracotta- 
köpfe  ans  Tarent  596  A n.  B.  — Fragment  einer 
Terracottaatatuette  369  C ; 712.  — Terracotta- 
reliefs  aus  Tarent  5 97/98]  IV,  S.  66.  — Alt- 


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45 


Turin  — Wobnra  Abbev 


4 F, 


italisches  Bronzeblech  599;  IV,  S.  66.  — Elfen- 
beinrelief  600.  — Relief  aus  Hula  III.  S.  18.  — 
Silberrhyton  aus  Tarent  III,  S.  18.  — Terra- 
eottakopf  des  „Men ander"  (falsch)  II,  S.  13.  — 
Gladiatorenrelief  des  Akritos  und  MarLkos  III, 
S.  13.  — Bronzekanne  aus  Tarent  III,  S.  13. 
MUSEO  LAPIDAIUO.  Weiblicher  Torso  579;  IV', 
S.  (»6.  — Nackter  männlicher  Torso  580.  — Torso 
einer  Silensstatuette  58t;82,  — Dionysoskopf 
583/8 4;  IV,  S.  66.  — Zwei  Köpfe  von  einem 
attischen  Grabrelicf  585/86.  — Grablekythos 
587  A.  — Fragment  einer  dreiseitigen  Basis 
$#7B.  — Männliche  Statuette  587C.  — Relief 
mit  Isis  687 D.  — Attisches  Grabrelief  588 A. 

— Grabstele  5WB.  — Fragment  eine*  atti- 
schen Grabreliefs  588 C. 

Turin. 

D.  82  Öleingiesser  222—25.  — D.  «5  Schlangen- 
würgender Herakles  1073  — D.  296  Athena  j 
1075.  — D.  300  Athena,  Bronzestatuette  1372.  I 

— Diskobol  500,  11. 

Venedig. 

MUSEO  A RCII E0L0G ICO.  D.  80  „Demeter“  1418.  , 

— D.  115  Muse  (Karyatide)  396.  — D.  120  Muse  j 
(Karyatide.' 396.  — D.  134  Candelaberbasis  (nach 
Zeichnung)  1494,  2.  — D 203  „Demeter“  1413. 

— D.  210  ..Demeter'*,  Statuette  IY\  8.  62  (497). 

— D.  219  „Demeter“  1413.  - D.  230  Muse  288. 

— D.  295  Relief  mit  Schiifskampf  (nach  Zeich- 
nung): 1500.  — D.  310  „Demeter“  1413.  — D.  860 
Kopf  des  Apollon  823124. 

ARSENAL.  Sitzender  Löwe  825/20.  — Liegender 
Löwe  827. 

Verona 

MUSEO  CIVICO.  D.  609  Torso,  „pasitelisch“  4. 

— D.  610  Männliche  Gewandstatue  5.  — 
Weibliche  Gewandstatue  6.  — Bronzestatuette 
eines  JünglingB  7.  — Weiblicher  Bronzekopf 
(Fälschung)  1058,59.  — Bronzostatuette  einer 
Amazone  (Fälschung)  S;  I,  2,  S.  17. 

MUSEO  LAPIDARIO.  D.  462  Fragment  eines 
hellenistischen  Reliefbildes  3. — D.  505  Kinder-  ] 
köpfchen  1 — 2.  — D.  538  Wcibrelief  des 
Argen  idas  1245,  1. 

Vicenza. 

D.  8 Männlicher  Kopf  26.  — D.  9/10  Zwei 
männliche  Köpfe  27.  — I).  25  Sitzendes  Mäd-  i 
eben,  Statuette  28.  — D.  27  Weiblicher  Kopf 
29.  — D.  80  Jünglingskopf  30131.  — D.  32 
Statuette  der  „Athena“  1310. 


Wien. 

EHEMALS  C ATA  IO.  (Sammlung  Erzherzog  Franz 
Ferdinand).  — D.  446  Weibliche  GewandBta- 
tuette  62.  — D.  472  Griechisches  Relief  34.  — 
D.  475  Artemis  und  Endymion,  Gruppe  35.  — 
D.  509  Weiblicher  Kopf  36/37;  I.  2,  S.  18; 
III,  S.  50,  52/53.  — D.  619  Weiblicher  Kopf  38. 
— D.  524  Archaischer  männlicher  Kopf  39/40. 
— D.  547  Männlicher  Kopf  42/43.  — D.  602 
Kopf  des  Dionysos  44.  — D.  610  Männlicher 
Kopf  32/33.  — D.  652  Athletenkopf  45  46. 
— D.  673  Griechisches  Votivrelief  47.  — 
D.  676  Kopf  des  Meleager  48;  IV,  S.  56.  — 
D.  682  Torso  eines  Nubiers  49;  IV',  S.  56.  — 
D.  685  Archaischer  Jünglingskopf  50/51;  I, 
2,  S.  18.  — D.  687  Athletenkopf  52/53;  I,  2, 
S.  18.  — D.  699  Kopf  des  myronischen  Dis- 
kobois 54/55;  I,  2,  S.  18;  IV,  S.  56.  — D.  702 
Serapis  56';  I,  2,  S.  18;  III,  S.  50;  988.  - 
D.  716  Isis  57;  IV,  S.  56.  - D.  730  Apollon 
als  Kind?  58.  — D.  743  Jüngling  59;  I,  2* 
S.  18.  — D.  777  Athletenkopf  60/61.  — D,  786 
Oberteil  einer  Jünglingsstatue  41;  45/46.  — 
D.  787  Hygieia  62.  — D.  791  Mars,  Sta- 
tuette 63.  — D.  796  Heraklostorso  64;  I,  2, 
S.  18;  132.  — D.  800  Apollon  65.  — D.  813 
Mädchen,  Statuette  66.  — D.  815  Hermes  67. 

— D.  819  Athena,  Statuette  68. 
HOFMUSEUM.  Köpfchen  der  Artemis  (?)  aus 

Tralles  864/66.  — Artemis  von  Larnska 
559  a;  603.  — Kopf  des  Aristoteles  126/27. 

— Torso  des  myronischen  Diskobois  500. 

— Torso  der  Hera  aus  Ephesos  280;  1169.  — 

Kopf  der  Hygieia  647 — 49.  — Kora  716; 

(der  Kopf)  1199;  1228;  1866/57.  — Kleine 
Nike  von  Sainothrake  624.  — Gelagerter  Mann 
aus  dem  Giebel  des  dorischen  Tempels  auf 
Samothrake  756. 

Bronzen.  Abundantia  1186.  — Apollon  III,  S.  51 
(459-61).  — Athena  III,  S.  51  (396).  — Hera  III, 
S.  51  (264).  — Hermaphrodit  1381.  — Isis-Tyche 
1175a.  - „Kora“  III,  S.51  (497).  — Strateg  III, 
S.  50  (72  b).  - Zeus  1452. 

SAMMLUNG  TRAU.  Nackte  weibliche  Bronze- 
Btatuette,  archaisch  1382/83. 

UNIVERSITÄT.  Apollonkopf  (Typus  Kassel)  IV’, 
S.  63  (507/08). 


Wllton  House. 

M 10.  Sog.  Nemesis  4891. 

Woburn  Abbey. 

M.  123.  Kind  1420b. 


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47 


Wörlitz  — Unbekannten  Aufbewahrungsorte« 


48 


Wörlitz, 

(11.  = Katalog  von  Hosneus,  1873.) 

H.  2 Weiblicher  Kopf  II,  S.  24.  - H.  5 Alter- 
tümlicher Jünglingakopf  381—384\  1094—96.  j 

— H.  9 Gruppe  („Theseus“)  385 ; IV,  S.  58.  — 

H.  10  Kopf  dea  Apollon  (?)  386187.  — II.  11 
Oberteil  einer  Replik  der  Soaiklea-Amazone  • 
388  — 390.  — II.  12  Weiblicher  Kopf  mit 
Mauerkrone  391192;  III,  S.  51;  784.  — H.  13 
Berculea  mingens,  Statuette  393.  — H.  22 
„Flora“  II,  S.  26;  394  — II  23  „Urania“  II, 

S.  26.  - H.  24  „Polyhymnia“  II,  S.  26.  — 

II.  25  „Melpoinene“  394.  — H.  26  „Thalia“  395; 

III,  S.  51;  IV,  S.  58.  — H.  27  „Euterpe“ 
396;  III,  S.  51;  802.  — H.  28  „Erato“  397. 

— H.  29  „Kalliope“  II,  S.  27.  — H.  30  „Terpsi- 
chore“  II,  S.  28.  — H.31  „Kalliope“,  Statuette  II, 

S.  28.  — H.  32  Apollonstatuette  II,  S.  28;  494.  — 
H.  34  Mädchenkopf  398/399.  — H.  35  Satyrkopf 
400;  1478  r.  — H.  36  Kopf  dea  Ammon  39*  99 ; 
III,  S.  51;  IV,  S.  58.  — 11.43  Relieftorao  eines 
Giganten  (?)  400  — H.  51  Terracottakopf  eines 
Satyrs  (Fälachung)400  Anm. — H.  62  Sog.  Gruppe 
von  Fortuna  und  Abundantia  400.  — H.  69 
Kopf  der  Leda  (Nemesis)  401/02.  — Weiblicher 
Kopf  401/02. 

WUrzburfl. 

tU  = Katalog  von  Urlichs.) 

U-  5.  Toreo  dos  Apollon  885.  — U.  14.  Helle* 
nistisches  Relief  892.  — U.  20.  Oberkopf  eines 
Athleten  888.  — U.  27.  Kentaurenkopf  von 
einer  Parthenonmetope  887 ; IV,  S.  68.  — U.  39. 
Zweiseitiges  griechisches  Relief  889/90.  — U.  40. 
Relief  mit  ringenden  Eroten  891.  — U.  67. 
Unterarm  von  der  Akropolis  887.  — Herakles 
mit  der  Hydra  883/84.  — Torso  des  my To- 
nischen Diskobois  886 ; 500.  — Gyps  eines  weib- 
lichen Torso«,  von  Keos  893;  IV,  8.  68. 

Kunsthandel. 

Nackte  liegende  Frau,  Terracotta  1382/83. 

ATHEN.  Bronzestatuette  eines  Jünglings  1288. 
— Weiblicher  Kopf,  kyprisch  1289/90.  — Jüng- 
lingskopf, von  einem  attischen  Grabrelief  1293. 

— Bärtiger  Kopf  (wohl  Fälschung)  1294/95.  — ' 
Weiblicher  Kopf  (wohl  Fälschung)  1296/97. 
FLORENZ.  Sterbender  Gallier  237/38;  II,  S.  55. 
— Statuette  des  vom  Adler  geraubten  Gany- 
med 239.  — Knabenstatue  380.  — Kniestück 
einer  sitzenden  Figur  II,  S.  24.  — Statue  poly* 
kletischen  Stils  II,  S.  24.  — Vorwärtaeilender 
Jüngling  11,8.24. — Daphne  (Borghese)  11,8.24. 


KONSTANTINOPEL.  Statuette  der  Aphrodite 

1353. 

MÜNCHEN.  Doppelseitiges  kyprisches  Relief 
1039/40.  — Bärtiger  Kopf  1041/42.  — Weib- 
liche StAtuette  1043.  — Ammonskopf  1044.  — 
Gruppe  von  Asklepios  und  Hygieia  1050.  — 
Bronzestatuette  eines  stehenden  Jünglings  1051. 

— Nackter  Jüngling,  Bronzestatuette  1052/53 . 

— Dionysos,  Bronzestatuette  1055.  — Laufender 
Satyr,  Bronzestatuette  1056. 

ROM.  Votivrelief  an  die  Dea  Syria  156.  — Kopf 
einer  Römerin  (flaviach)  159  60.  — Kopf  einer 
Römerin  (traianisch)  161/62 ; III,  S.  50.  — Sit- 
zender Hades  171.  — Männlicher  Kopf  175/76. 

— llermeskopf  177/78.  — Isisköpfchen  179/80. 

— Kopf  der  Aphrodite  (?)  181/82;  204/5.  — 
Herme  eines  Hermaphroditen  185;  III,  S.  60; 
IV,  8.  56.  — Herme  des  bärtigen  Dionysos 
188/89.  — Kopf  eines  Diadumenos  190/91;  I,  2, 
S.  20.  — Büste  eines  Herrschers  als  Sonnen- 
gott 'S'//;  1172.  — Statuette  des  Apollon  812/13. 

— Un bärtiger  griechischer  Portraitkopf  814/15. 

— Männlicher  Torso  mit  Aegis  816.  — Statuette 
der  Hygieia  817;  IV,  S.  67.  — Torso  einer  Kary- 
atide (ehemals  Mangani)  1176.  — Jugendlicher 
männlicher  Torso  (ehemals  Mangani'  1177.  — 
Nik e (7)  1179.  — Weiblich«  Gewandstatue  1182. 
— Statuette  einer  Amazone  (?)  1183/84. — Weib- 
liche Portraitherme  1188/89. — Weiblicher  Kopf 
1190.  — Sitzender  Pan  1193.  — Portraitkopf 
des  „Cäsar“  1195  a.  — Kopf  einer  Stadtgöttin 
1196.  — Unhärliger  männlicher  Kopf,  aus  Udine 
1378/79.  — Spes  (aus  Villa  Ludovisi,  Schrei- 
ber 292)  1,2,  S.  17.  — Kopf  des  polykletischen 
Diadumenos  1476  M.  — Zwei  altitalische  Bronze- 
bleche (IV,  S.  66  (599). 

Unbekannten  Aufbewahrungsortes. 

Aphrodite  512/13.  — Artemis  mit  Hund  (eliemaU 
Vescovali)  919.  — Artemis  (ehemals  Ponrtalte) 
919.  — Athena  (ehemals  I*acetti)  257.  — Demeter 
(Tunis?)  755.  — Diomedeskopf  (in  England?) 
809'10.  — Statuette  des  myronischen  Diskobols 
(nach  käuflichem  Gips,  Kopf)  881/82;  IV,  S.  68; 
500.  — Diskoboi  (Abguss  ehemals  in  Rom)  500, 
8.  — Fortuna,  Bronzestatuette  (Sammlung  Rath) 
1054.  — Zwei  Hermen  aus  Villa  Ludovisi  243/44. 
— Replik  vom  Kopf  des  Hermes  von  Andros  (Gyps 
in  München,  Kunstakademie)  877/78;  IV,  S.  68. 
— Jugendlicher  Kopf,  pergamenisch  (Gyps. 
München,  Akademie)  1048/49.  — Jünglingsstatue 
(ehemals  Giustiniani)  247.  — Maeuade  (?),  aus 
Villa  Madaroa  IV,  S.  58  (395).  — Meergöttin  (?) 

3 


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49 


Unbekannten  Aufbewahrungsortes 


50 


ehemals  Veseovali  712.  — Muse  („Philiskoe“) 
288.  — Sog.  Nemesis  (ehemals  Giustiniani)  4891. 

— Niobidenreliof  762.  — Büste  des  Pan  (ehe- 
mals Rondanini)  558.  — Panskopf,  polykle- 
tiseh,  ehemals  im  Conservatorenpalast  1139 

— Bärtiger  Satyr.  Rronzestatuette  (Forman 
Collection)  1371;  1438/39.  — Tänzerin.  Statuette 
(Margaritis)  1419.  — Zeus  (ehemals  in  Villa 


Borghese)  1354.  — Torso,  Replik  des  Mercurc 
Richelieu  (Sammlung Somz^e)  1138. — Weibliche 
Gewandstatue  (ehemals  G iustinian  i) 396. — W eib- 
liche Gewandstatue  (ehemals  Tuilerien)  1186.  — 
Weibliche  Statue,  aus  Aspra  IV,  8.  56  (183).  — 
Weiblicher  Torso  von  Keos  (Gyps  in  Würz- 
burg) 893]  IV,  S.  68.  — Votivrelief  an  Apollon 
Kratcanos  (Sammlung  Long)  III,  S.  31. 


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51 


Olympia  — Olympische  Sculpturen 


52 


IV.  Kunstgeschichtliches  Register. 


A.  Archaische  Kunst. 

Olympia. 

Hera:  verwandt  (jünger)  752/53. 

Sparta. 

lleroenrelief  1312.  Verwandt:  Dioskurenrelief  1311. 

Delos. 

Relief  (München)  (HG. 

lonlen. 

Von  altionischem  heeinliusst : Phoenikisch  : Thro- 
nende Güttin  (Soiunt)  520. 

Kyprisch : Weiblicher  Kopf  1289/20.  Relief  1039. 

„Apolllnes“. 

„Samisch-naxisch“  1330131.  Dem  Apoll  von  Or- 
chomenoB  verwandt  ? 928/29. 

Löwen. 

i'hoenikisch  545.  Corfu  601/2.  Korinth  601/2. 
Naxisch  825/26. 

Um  500  v.  Chr. 

Der  Pallas  in  Villa  Albani  verwandt:  Athena 
554.  — Dionysos  (München  — Kopenhagen) 
1480  r.  — Kopf  d.  Amphiaraos  (?)  1266/67. 

Aegiaa. 

Den  Giebeln  verwandt:  „Akragas“  759/61.  — 
Bronze  d.  Akropolis  759/61.  — Männlicher  Kopf 
39/40.  — Schamhaar  vgl.  1098. 

Nicht  genau  fixiert. 

Ilermeskopf  (München  — Barracco)  (36/31.  Männ- 
licher Kopf  930.  — Männliche  Torsen  142  (Monte- 
verde).  754  (Syrakus). 

Vorstufe  tur  Athena  Farnese  396.  — Flflgelfigur 
1469.  — Nackte  Frauen  1382/83. 

Archaische  Formen  bei  Werken  späterer  /.eit  701 
(Mtnotanron). 


B.  Fünftes  Jahrhundert. 

Kritioa  und  Nesiotss. 

Tyrannenmürder  99  (1,  2,  8.  18);  114/15.  Fälsch- 
lich sog.  96. 

Knabenstatue  d.  Akropolis:  verwandt  550  (da- 
gegen IV,  8.  65  . 

Gladiator  Farnese  („Jäger“  i.  Capitol  1,2, 8. 18  (25). 

Apollon  Pitti  208/9. 

Apollontorso  (Albani)  1098. 

Selinunt. 

„Selinus"  (Vorstufe  sum  Stil  d.  Kritioa)  569—72. 

Metopen  vom  Tempel  E 745  —50. 

Boeotlen. 

Sokrates  von  Theben:  Chariten  der  Akropolis 
731/32 ; verwandt  1036.  — Aehnliche  „archai- 
sierende“ Typen  425/26  ; 427/28  (IV,  S.  59). 
Vgl.  39«  (Kopf:  Haar). 

Telephanes. 

1127.  270/71  (l’hokaea  oder  I’hokis?). 

Ageladas. 

Herakles  Alexikakoe  Fälschlich  darauf  zurück- 
geführt:  252/53  (vgl.  243/44). 

Typus  der  Figur  des  Stepbanos  (vgl.  1090—92)  4; 
1093.  — Verwandt:  Kopf  (Vicenza)  30/31.  He- 
rakles mit  Hydra  883/84.  JUuglingstorso  550 
(IV,  8.  65).  — Münchener  „König“  (470—60  v. 
Chr.)  855/56.  Verwandt:  Köpfchen  (Athen)  1269. 
Vgl.  370/71  (um  450).  — Dem  Stephanos-Athleten 
vorausgehend  1134. 

Arkadisch-peloponnesisch : Jüngling  1288. 

Olympische  Sculpturen. 

Mitarbeit  des  Alkamenes  279.  „Flussgötter“  im 
Westgiebel  756.  Amazonenmetopc  1086  - 89.  — 
Verwandt : Ludovisische  Diskobolenherme  245/46 
(243/44);  Theseuaherme  243/44;  Myronischer 


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Schule  von  Sikyon  — Verschiedene  Werke  aus  der  Milte  des  5.  Jahrhunderts 


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Diskoboi  243/44,  — Verfeinerte  Entwicklung 
dieses  Stils:  Athenakopf  450/51  (IV,  S.  59).  ■— 
Nicht  verwandt  Asklepios  Petersburg  30ti. 

Schule  von  Sikyon. 

„Aspasia“  936  37.  Verwandt:  Weiblicher  Kopf 
(Cataio)  36/37;  Athena  von  Pergamon  I,  2. 
8.  18  (38/37). 

Typus  der  Eraueustatue  von  Kisamos  1111112. 

Kalamis. 

Ammon  (Typen  des  5.  Jahrh.)  390199  A. 

Apollon  „auf  dem  Omphalos“  4.52—34;  625/26; 
«02/3;  *42/30;  Vgl.  87/8  849/50).  Haar  vgl.  IV, 
S.  64  (516/17) ; 728.  Kürperbehandlnng  vgl.  1090 
bis  1092.  — Verwandt:  Jüngling  TH,  „Meer- 
gott"  1107. 

Jüngling  vom  Olympieion  627/28. 

Weiterer  Kreis  und  Schule: 
Ksi|uilinische  Aphrodite  4*7/*' 2.  — Penelope  481/82. 

— liest ia  Giustiniani  481/82.  — Vaticanische 
Wettliuferin  481/82. 

Wagenleuker  (t'onservatorenpalast)  50/51;  IV, 
8.  60  (460/611:  1113/14.  — „I.ysias“  (Albanil 
50/51;  441/42.  — JBnglingskopf  (Cataio)  50/51 
(I.  2,  S.  18).  — JBnglingskopf  (Capitol)  441/42. 

— ..Jakchos“  441/42.  Haar  vgl.  3*1  84.  — 
Demeter  (Berlin)  1113/14.  — Athena  Albanl 
441/42  (dagegen  1113/14). 

Attisch  um  460  v.  Chr. 

JBnglingskopf  (Wdrlitz)  381 — 84  (dagegen  1094 
bis  10965. 

Verschiedene  Werke  der  Zeit  des  strengen  Stils. 

Ilerculanensischc  Tänzerinnen:  verwandt  806.  — 
Hera  Farnese  297  (Haar).  Verwandter  Kopf 
790.  — Domaiiszieher  1/2  (Nachwirken  im 
4.  Jahrh.'.  — Dionysos  („Platon",  Neapel)  1438/39 
(hellenistischer  Ausläufer). 

Mantuaner  Apollon  208/9  (Verwandtschaft  mit 
Apoll  PittiV  Verwandt  (jünger) : Apollon  812/13. 
Fälschlich  hierher  gesetzt  617—20. 

JBngling  (Albani)  1094—96.  — Verwandt  1097. 

Jünger:  JBnglingskopf  361—84;  vgl.  1094 — 96. 
Männliche  Statuen  33  (Mantua).  143  ,'Monte- 
verde). 

Pythagoras. 

Statue  eines  Kyrenaccrs  14831. 

Athlet  i lioboli)  96-98  (I,  2.  S.  18). 

Kasseler  Apollon  320—22;  307/8;  705;  605 c 
(Statuette);  459  (IV.  8.  60  f.).  Haar  381— 84; 
1079.  Augen  vgl  1187.  — Verwandt:  Perseus 


320—22.  Hermes  808.  Weiblicher  Kopf  12/13 
(I.  2,  S.  17;  320—22).  - Athena  Albani  320  - 22; 
1113/14.  Verwandt:  Dlonysosberme  (Ludovisi) 
243/44.  Jüngere  Fortbildung  1372.  Gleiche 
Tracht  396  (vgl.  802).  — Weiblicher  Kopf  (Cor- 
sini)  320—22;  783  a (Frisur).  — Zeus  (Bronze, 
Florenz)  647—49.  Dresdener  Zeus  869—71.  — 
Jünger:  Weiblicher  Kopf  (Capitol)  403/4  (Mitte 
des  5.  Jahrh.).  Weiblicher  Kopf  (Athen)  650/51 
(440-  420  v.  Chr.).  — Vgl.  a.  617-20. 

Myron. 

Di3kobol  500  (Keplikenverzeichnis:  vgl.  1448—50 
An.);  34/33  (I,  2 S.  18;  IV,  S.  56);  777-80 ; 
881/82  ; 886,  320  -22  (von  der  Gruppe  des 
Kasseler  Apollon  zu  trennen).  — Verwandt: 
(Bauchfalte)  Hermes  (Corsini)  318  (Amn.).  La 
pithe  (G)  v.  Olympia  und  Theseusherme  Ludo 
visi  243/44. 

Marsyas  320—22.  Verwandt:  Silen  (Conserva- 
torl)  504. 

Jugendwerk  ? Jilngling  1090—92. 

Henne«  Ingenui  820—22.  — Verwandt:  Ilertues 
l’itti  213  — 15.  Vgl.  Hermes  v.  Troizen  633/34. 
JBnglingskopf  644—48. 

„Juba"  (Capitol  — Stockholm)  644  - 46. 

Bärtiger  Kopf  (Petersburg)  320—22. 

Herakles  Altemps  320—  22  Vgl.  381—84  (Haar). 
— Verwandter  Heraklestypus  231. 

Typus  des  Kopfes  Riceardi  476/77.  — Vorstufe 
des  Hermes  Chinnery  505/6. 

JBnglingskopf  (Brescia)  197 — 99. 

Kopf  Boboli  101/2  (I,  2.  S.  18). 

Unsichere  Zuweisungen;  Asklepios  (Uffizien  — 
Orlandi)  92/93;  240/41.  Vgl.  381-84  (Haar).  - 
Asklepios  (Petersburg)  306.  — Poseidon  306. 

Schule: 

Lykios:  Knabe  mit  Weihwasserbecken  1299  I 

Aehnlich:  Mädchen  532. 

Dem  Faustkiimpfer  von  Sorrent  verwandt:  Jttng* 
lingskopf  87/88  (1,  2,  S.  18). 

MyronischcReminiscenzen(Ausg. des  5.  Jahrh.)933. 

Verschiedene  Werke  aus  der  Mitte  des  5Jahrhimderts. 

Hermes  Ludoviai  83/84  (I,  2,  S.  18);  270/71;  1103/4; 
1127.  — Vom  selben  Meister  ? Hermes  von 
Aigion  631/32. 

Schutzflehende  Barberini  483/84.  Vgl.  381—84 
(Haar);  206/7  (Stirn). 

Atbena-Hermen  (Neapel  — Capitol)  433/34  ; 939/40. 

Athena  (Kopenhagen)  1479  c. 

Eros  (München  - London)  828/29.  Vgl.  381-84 
(Haar). 


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Parthenon  — Alkamenes 


50 


Herakleshenne  Ludovisi  232153;  243/44. 

Bärtiger  Götterkopf  (Nimesetc)  368/69;  1410111. 

Bärtiger  Kopf  (Capitol  — Stockholm)  443/44. 

Bärtiger  Kopf  (Capitol)  439/40. 

Sog.  Massinissa  437/38. 

Der  Serie  bärtiger  Köpfe  Ny-Carlsberg  verwandt 
1436/37  (2.  Hälfte  des  &.  Jahrh.). 

Jugendlicher  Kopf  (München,  Residenz)  931. 

Jüngling  (Monteverde)  135—37. 

Männliche  Statue  (München,  Residenz)  IV,  S.  18,  1. 

Jüngling  (Bronzestatuette)  1052/53. 

Jünglingskopf  Neapel  206/7  (Haar). 

Parthenon. 

Mctopen  887.  — Den  Metopen  verwandt:  Bärtiger 
Kopf  (Albani)  1109/10.  Weibliche  Statuen  497 
(vgl.  1241);  1178. 

Fries  723-730.  — Dem  Fries  verwandte  Reliefs 
658—60.  661—64.  1281.  1285. 

Metopen  und  Fries  verwandt;  Zeus  (Palermo) 
547  - 49. 

Giebel:  Athens  Medici  nicht  zugehörig  706a  (IV, 
S.  66).  — Den  Giebeln  verwandt : Aphrodite  i 
(Neapel)  512/13.  Demeter  (Boboli)  279.  Frauen- 
statue (Berlin)  497  Ml ; G6&.  „Roma“  (Conscr- 
vatori)  472. 

Fries  und  Giebeln  verwandt:  Jünglingskopf 

(Smyrna)  1340/41. 

Zeit  des  Parthenon:  Votivrelief  372.  — Krieger- 
kopf 1195.  — Florentiner  Asklepios  806.  Spä- 
tere Fortbildung:  Kopf  Riccardi  306  und  As- 
klepios (Petersburg)  306  (vgl  1156/57);  295 
(Weiterbildung).  Asklepios  (Neapel)  718.  Aelin- 
. liehe  Typen  (Athen)  718.  719.  Vgl.  712.  720. 

Phidlas. 

Athena  Parthenos  274/75  ; 301/2;  573/76;  1304/5. 
Vgl.  1277  ( Aspasiosgcinme  i ; 819  ( Basis).  — Auf  I 
Reliefs  benutzt  560;  1213;  1214;  1216;  1237; 
1277.  — Verwandt:  Athena  (Mantua)  16.  Desgl. 
(Cataio)  68  (Ende  des  5.  Jahrh.).  Weibliche 
Statuen  1178  1333.  — Dem  Kopf  der  Parthenos 
verwandt  460/61. 

Aphrodite  Urania  in  Melite  512/13. 

Athena  I.cmnia  (?  Bologna  — Dresden)  312/13 
(Kopf.  Vgl.  226  ; 257  (Verhältnis  zur  sog. 
Karyatide  des  Kriton  und  Nikolaos).  II,  S 55 
(257,  Aegis).  — Angeblich  auf  Relief  benutzt 
1256.  — Verwandter  Kopf  (Ludovisi)  1, 2,  S.  17. 

Diadumenos  Farnese  307  ; 312/18. 

Apollon  aus  dem  Tiber.  Verwandt:  Apollon 
(Athen)  617—20.  Kopf  de»  Apollon  (Capitol) 
460-61  (IV,  S.  60  f.). 


Sappho  Albani  1115/16;  49;  307  (Datierung); 
497  (UI  S.  61 ; IV,  S.  62;  Vorstufen,  Umbil- 
dungen); 613—16  (Verhältnis  zur  „Genetrix''); 
726  (Parthenonfrics).  — Abhängig:  clciisinisches 
Relief  (438  v.  Chr.)  497.  Athena  Giustiniani  497. 
I Sog.  Sapphoköpfc  (Madrid  etc.)  250/51;  307; 
211/12  (Abweichungen  der  Repliken);  717  (Kopf- 
binde). — Vorstufe  1203/4. 

„Phaon“  (Madrid  etc.)  138/39  (I,  2.  S.  19);  307.  — 
Verwandt:  Bronzekopf  (Neapel)  138/39. 

Athenakopf  (Brescia)  194 — 96  , 307. 

Weiblicher  Kopf  (Uffizien)  349. 

Dresdener  „Zeus“  (Asklepios)  853/54  ; 869/71;  725 
(Parthenon);  712  (Gewand). — Verwandt:  Zeus 
(Vatican.  Gärten)  8 00.  Asklepios  (Berlin)  285. 
332  (Weiterbildung).  Kriegerkopf  (Riccardi)  303. 
— Götterkopf  (Barberini)  108—10  (vgl.  726). 

Jugendlicher  Ares.  Verwandt  1378/79  (Udine). 

Weiblicher  Kopf  (Capitol)  435/36 ; 1203/4. 
j Athena  Medici  706 a (IV,  S.  66);  1275;  1310 
(Aegis). 

Ohne  Grund  auf  Phidlas  znrllrkgeführt ; Jüngling 
1094 — 96.  — Anakreon  312/13. 

Zeit  des  Phidlas. 

Muse  (Wörlitz)  397. 

Weibliche  Kolossalstatuc  (Mattel)  113. 

Amphiaraosköpfchen  (Rhamnus,  Typus  des  Askle- 
pioskopfes  Caracallathermen)  1268. 

Hierher  gehörig?  Herakles  Pal  Borghese)  485. 

Athena  Hope- Farnese  514/15;  1105  (Kopf);  1113/14 
(Verhältnis  zur  Athona  Albani).  Gewandstatnen 
dieses  Typus  396 ; 802.  — Gleichzeitig : Dionysos- 
herme und  Athenaherme  I.udovlsi  243  44. 

Hygieia  IIopc  717  (vgl.  718);  782.—  Verwandter 
Kopf  (Athen)  647—49. 

Niobideuroüofs  762;  1161. 

Alkamenes. 

Allgemeines  (Zelt,  Werke)  279. 

Hephaistos  (?)  331;  279  (Zeit).  Angeblich  auf 
Relief  1256. 

„Genetrix“  1131;  Statuette  604  e;  279;  873/74 
(Schädelform);  1361  (gegen  die  Beziehung  auf 
Alkamenes).  — Verwandt  334  (Kopf;.  „Charis“ 
(Neapel)  498.  I.eda  40112.  — Weiterbildung 
(der  Athena  von  l.cptis  verwandt):  weibliche 
Statuette  (Athen)  613/16.  Aphrodite  (Albani) 
1106. 

Hera  Borghese  257  (U,  S.  65.  Umbildung':.  Vgl. 
280;  457/58;  873/74  (Verwandtschaft  mit  der 
„Genetrix“). 

Hera  Barberini  873/74  ; 280  (von  der  Hera  Bor- 


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Agorakritos  — Polyklet 


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ghoso  zu  trennen1.  — Verwandte  Köpfe  201:2. 
24*149.  264. 

Vorstufen  der  Hera  Borghese:  Hera  von  Ephesos 
280;  1169  (Beziehung  zur  Aphrodite  Valentin!). 

— Hera  Boboli  280. 

Der  Genctrix  und  der  Hera  Borghese  verwandt: 
Frauenstatue  (Colonnx)  1132/33. 

Demeter  Boboli  279  (verwandt:  eleusinischcs 
Relief).  Verwandte  Statuette  (München,  Resi- 
denz) 907.  — Jünger:  Demeter  Capitol  279 
(Alkamenes) ; 437/3*  (nicht  mit  der  „Genetrix“ 
verwandt);  280  (der  Hera  Borghese  verwandt) 

— Verwandt  Kopf  Berlin  280;  diesem  ver- 
wandt 494  (Kopf;  vgl.  IV,  S.  62).  „Demeter“ 
(Uffizien)  91. 

Athena  Farnese  314/13  (vgl.  dagegen  467/68). 
Athens  Uephaistaia  1129  .Beziehung  zur  Athena 
Ince).  Angeblich  1266. 

Weiblicher  Kopf  (München.  Residenz1'  934. 

Vgl.  noch  647/48  ; 665  ; 889/90. 

Agorakrito*. 

Nemesis  83637  (Copie  im  Vatican;  dagegen 
1169);  819  (Basis). — Verwandt  Demeter  (Uffi- 
zien) 91. 

Athena  Capitol  I,  2,  S.  17  (9);  1169. 
„Barberinische  Muse“  I,  2,  S.  17  (9)  (dagegen 
886,37;  1169);  334  (nicht  mit  der  Sorrentiner 
Basis  übereinstimmend). 

Aphrodite  Odescalchi  — Valentini  1169. 

Kopf  (Mantua)  9 (I,  2,  S.  17,  9). 

Köpfe  Athen  631/32-  633/34  (1169  Anm.), 

Der  Karyatide  von  Mantua  verwandter  Athena- 
typus  1372. 

Kybele  Doria-Pamphili  784  (Krone). 

„Praxiteles  der  Aeltere“. 

Jugendlicher  „Zeus"  (Pitti)  206/7. 

Sog.  l'rotesilaos  316/17  (IV,  8.  63  ff.). 

Den  Dioskuren  von  Monte  Cavallo  (vgl.  226)  ver- 
wandt: Torraeotteu  von  Tarent  396  A;  B. 

Kresllas. 

Perikies  312,'  13  (Anakreon  nicht  hierher  gehörig). 
Zusaiuinensiukender  Athlet  (Neapel)  und  „Alki- 
biades"  312/13.  — Verwandter  Torso  (Mangani 
1177. 

Ringer  Conservatori  332. 

Diomede«  809/10.  — Verwandt»  Bronzestatuette 
1031.—  Nicht  hierher  gehörig:  Prokleidesdenk- 
mal 681—86. 

Ohne  Grund  auf  Krcsilas  bezogen : Diadumenos 
l’etworth  308/9. 


Epheslschs  Amazonen. 

Typt»  Capitol  (Sosikles)  149/50  (I,  2,  S.  20); 
388—90  Kresilas  ? ; 1117/18-  1130.  1115/16 
(Haare);  1139 (verwandt  dem  Pan  des  Cossutius, 
nicht  polykletisch).  — Verwandt  Dionysoskopf 

(Triest)  583/84. 

Typus  Sciarra  (Polyklet)  1183/84  (Gewand;.  — 
Verwarn',’.  Kanephoren  859 — 62. 

Typus  Mattel  324;  8 (Fälschung:  I,  2,  S.  17); 
1183  84  (Gürtnng). 

Der  Herme  Neapel  und  dem  Kopf  der  Potwortber 
Statue  verwandt  :Mädclienkupf(  Wörlitz;  398:99  r. 
Amazonenkopf  (Ueyl)  10*6—89. 

Polyklet 

Allgemeines:  Haartracht 772/73;  1340  41.  Augen- 
bildung  866— 68.  — Einfluss  auf  gleichzeitige 
Künstler  585/86  (attisches):  631/32  (Hermes 
Ludovisi).  Einfluss  auf  spätere  327 ; IV,  S.  19, 
13,  1062,53;  1168. 

Doryphoros  94  93  (I,  2,  S.  18);  116/17-  21112, 
305;  509 ; 510/11;  1338  39.  Bewertung  der 
Repliken  211/12;  866  —68  (Neapler  Bronzc- 
lienne).  Schädelform  873/74.  — Verwandt 
Hermes  (Albani)  1102.  Satyr  (Martinori)  116*. 
Kopf  (Cataio)  42/43. 

Diadumenos  190/91  (1,  2,  S.  20)  445  , 866—68-, 
1135  , 1476 M;  847/48.  Haar  516/17  (IV,  S.  63  f.) 
1472.  Attischer  Einfluss  820/21. 

Herakles  (Torso  Dresden)  184.  — Verwandt 
Status  (Triest)  5*9—91.  Thcseusherme  Ludo- 
visi  (Körper)  243/44.  — Heraklesherme  Neapel 
866  -68. 

Destringena  se  580  (Triest). 

Kanephoren  ? 859—62. 

RiihigBtehendcr  Athlet  1137. 

Typus  der  Statuette  Barracco  1476/77;  1139  (dem 
„Narkissos“  verwandt);  327  (Nachwirken  im 
4.  Jahrhundert). 

Statue  Bardini  II,  S.  24  (III,  S.  58). 

Oeleingieaser  1‘etworth  213 — 15;  222  — 24. 
Dresdener  Knabensieger  213 — 15. 
Westmacottsclicr  Athlet  IV,  S.  20, 10;  206/7  (Torso 
Dresden).  — Attische  Umbildung  1139;  1442  43. 
— Verwandter  Typus  (Kopenhagen)  1478  M. 
Sog.  Narkissos  1139  (Beziehung  zu  attischen  Typen); 
1173b.  1360;  1442/43,  15  (?  1,2, 8. 17);  Replik 
im  Gegensinne  IV,  8.  18,  2.  — Verwandter 
Torso  (Alx)  1389, 

Kriegerstatue  (Albani)  1099. 

Dem  Hermes  von  Aigion  ähnliche  Typen  213 — 15. 

681/82. 

Verschiedene  Torsen  1271  (Athen).  IV,  S.  18,  3 


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59 


Paionios  — Nicht  näher  fixierte  Typen  des  5.  Jahrhundert* 


60 


(München,  Residenz).  — Polykletischer  Typus 
für  Portrait  benutzt  816. 

Weiterer  Kreis  (*.  T.  attischem  nahestehend). 
Kopf,  dem  ,.ruhigstehenden"  Athleten  aufgesetzt 
1137  (vgl.  1189). 

BronzckopfNeapcl : verwandter  Kopf(Riccardi) 300. 
Bronzekopf  München  866 — 68;  446 — 48  (Haar). 
Hermes  mit  Dionysnsklnd  (Boboli)  1031 S ; 1139. 
Pan  des  Cossutius  1139. 

Pan  Borghese  1338,39. 

Polykletischem  verwandt  888  ( Würz  bürg).  He- 
rakles (Colonna)  1136. 

Idulino  206/7  (Körper).  446—48  (Fortsetzung 
seiner  Richtung). 

Argiviach,  Mitte  des  6.  Jahrhunderts:  Dionysos 
(Pal.  Vecchio)  313. 

Sikyonisch,  Zeit  Polyklets  ? Jünglingskopf  (Hirth) 

1466/67. 

Palonlo*. 

Nachfolge  und  Schule  579  (Triest).  1179.  1180/81 
1366/57. 

Strongyllon. 

Amazone  (Neapel)  772/73. 

Verschiedene  Werke  dieser  Zeit 

Athena  Giustiniani  226  (docli  vgl.  497;  etwas 
jünger). 

Diadutnenos  Pet  worth  308/9  (attisch).  — Ver- 
wandter Jünglingskopf  (Riccardi)  314/16.  Jüng- 
lingskopf (Smyrna)  1340/11  (attisch). 

Artemis  (Corsini)  326.  — Verwandt  Arestorso 
(Kassel)  326  ; 331. 

Atlienakopf  (München)  834/35. 

Zeuskopf  (München,  Residenz)  932/33. 
Asklepioskopf  (Mantua)  24. 

Ende  des  fünften  Jahrhunderts  und  Übergang 
zum  vierten. 

Krechtlieion : Karyatiden  9 (Copie  als  Muse.  vgl. 
267).  Haartracht  21 ; 320—22.  — Verwandt : 
Eirene  desKephisodot  406—  8.  „Ariadne"-Hennc 
(Capitol)  422/23.  Vi  eiblich  er  Kopf  (Athen)  652/53. 
„Juno  Lanuvina“  406  - 8.  Karyatidenkopf  (Va- 
ti can.  Gärten) 783 a.  — Abweichend:  Karyatiden 
(München)  959—62. 

Erechtheioufries  vgl,  1169  (Aphrodite  Odcscalchi). 

— V erwandte  Votivreliefs  1276 ; 1278. 
Nikebalustradc  1132  (Verhältnis  zur  „Genetrix“). 
— Verwandt  „Nike“  (Neapel)  765.  Aphrodite 
(Albani)  1K>6.  Weibliche  Torsen  (Athen)  1286; 
1287.  Vgl  a.  710/11. 

Athena  (Typus  Ince  Blundell)  l$3;942/43;  1129  (hier 
höher  datiert;  Athena  Velletri  Vorstufe);  vgl.  226. 


Athens  (Villa  Albani)  1105. 

Asklepios  (Paris)  262;  vgl  712.  — Asklepios 
(Ullizien)  354.  — Asklepios  (Athen)  721. 

„Epibomios"  (Corsini)  332  — Verwandte  Typen 
(von  römischen  Imperatorenstatuen)  776.  869. 

Apollon  Actius  des  Palatin  334 ; 544.  — Ver- 
wandte .Statuetten  (Athen)  708;  709 b. 

Apollon  (Kopenhagen)  1496d.  — Verwandt  Kopf 
(Mantua)  18.  Weiblicher  Kopf  (Brescia)  192/93. 

Dionysoskopf  (Mattei)  124. 

Silen  mit  Dionysoskind  (Athen)  643. 

Hades  (Ludoviai)  267/68. 

Hades  (Capitol)  413/14. 

Öleingieseer  (Florenz)  222—24. 

Männliche  Statuen  559  e (Palermo).  — 120  (Mattei). 
— Knabe  380  (attisch).  — Jünglings  köpf  (Mün- 
chen, Residenz)  IV,  S.  19j  13. 

Demeter  (Nlmes)  1412. 

Demeter  aus  schwarzem  Marmor  (Florenz)  357—59. 
— Verwandter  Kopf  (Vatiean.  Gärten)  774/7 5. 

Den  Venezianer  Demeterstatuetten  verwandt  (Ni- 
mes)  1413. 

„Bacchantin“  (Dresden)  172.  — Verwandt:  Ama- 
zone 172.  Artemis  (München,  Residenz)  V, 
S.  20,  2. 

„Mnemosvne“  (Neapel)  496. 

Dem  Torso  von  Klaudos  verwandt  1366  (Genua). 
V,  S.  86,  c (Nimes). 

Gewandstatue  (Uffizien)  348.—  Verwandt  „Urania“ 
(Wörlitz)  H S.  26,  23. 

Tyche  (Brouzestatuette)  1054. 

Typus  d.  Kopfes  der  Bog.  Niobiden-Trophos  364/65 
(Uffizien).  — Vom  selben  Künstler;  Weiblicher 
Kopf  (Uffizien)  366. 

Weibliche  Köpfe  420/21  (Capitol).  — 941  (München, 
Residenz). 

An  matronale  Typen  dieser  Zeit  angelchnt  1216 
(Urkundenrelief,  Uule). 

Archaistisch  (Kalliinaclios?):  Kopf  Athen  120112. 

Nicht  näher  fixierte  Typen  des  5.  Jahrhunderts. 

Zeus  (7  Aldobrandini)  1354. 

Kopf  des  Apollon  (?)  V,  S.  88,  i (Nimes). 

Athcnatypns  819. 

Athena  (Schott)  1473/74. 

Asklepios?  (Sparta)  1317. 

Hermes  (Udine)  1375—77. 

Athlet  (Schott)  1472. 

Bärtiger  Kopf  (Corfu)  609  b. 

Männliche  Statuen  405  (Capitol).  863  (München'. 
Vgl.  134. 

Weiblicher  Kopf  (I.udovisi)  265. 

Allgemeines:  Problem  der  Gruppenbildung  1242. — 


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61 


Reliefs  — Skopas 


62 


Motiv  des  aufs  Knie  gestürzten  1410.  — Typen 
dea  5.  Jahrhunderte  auf  neuattischen  Reliefe 
V,  S.  89,  a.  — Formen  des  5.  Jahrhunderts  bei 
späteren  Werken:  Karyatiden  Albani  ete.  297; 
1176.  Satyr  (Poggio)  393.  Provinz  ? 1155. 

Reliefs. 

(irabreliefs.  Zeit  des  Parthenonfrieses  658 — 60. 
661-64  (von  .Salamis);  vgl.  1340,41;  565.  — 
lim  440—490;  585/86.  — Zweite  Hälfte  dea 
5.  Jahrhunderts  1301  (Thcspiac).  — Wohl 
5.  Jahrhundert  587.  1357.  — 5.-4.  Jahrhundert 
665  (Melite).  666—71. 

Urkundenreliefs  1318,  1 (Zeit  des  Perikies  V). 

Votivreliefs:  2.  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts;  1330 
(ältestes  aus  d.  Asklepieion).  537  (Herakles  u. 
Hebe).  563  (Wagensieger).  607  (Corfu).  1343 
(Archaudros).  1350  (aus  Mustaphades).  4479a 
(Asklepios)  528  (um  420).  — Ende  des  5.  Jahr- 
hunderts: 563.  757  (Syrakus).  1365  (Sparta-  [ 
nisches  Herocnrelicf).  — 5.  Jahrhundert  ? 1374 
(Pan  und  Nymphen).  — 6.  4.  Jahrhundert:  1376. 
1377.  1378.  1384. 

Verschiedene  Reliefs.  Mit  Resten  altertümlichen 
Stils  608  (Corfu).  — 2 Hälfte  des  5 Jahr- 
hunderts: 938  (München,  Residenz).  — Ende  1 
desö.  Jahrhunderts:  1255(Asklepiosund  Athens). 
— Tarentiuor  Tcrracottareliefs  597)98. 

C.  Viertes  Jahrhundert. 

Kephlsodot. 

Eirene  840—43;  406  - 8 (Datierung);  836.37  (Pro- 
portionen). — Verwandt  Frau  mit  Kind  (Athen) 


Epbebenkopf  (Colonna)  1138. 

JUnglingskopf  Capitol)  4 63  63. 

Athletenkopf  (Athen)  654  '55b. 

Weibliche  Geuandstatue  (Boboli)  100  (I.  2,  S.  18). 

Unterwärts  bekleidetes  Mädchen  ^Pitti)  310. 

Weiblicher  Kopf  (Wörlitz)  II,  S.  21. 

Weiblicher  Kopf  (Vatican.  Gärten)  789. 

Weiblicher  Kopf  (München.  Residenz)  IV,  S.  19, 20. 

Euphranor. 

Paris  ? 1135.  — Verwandt  Dioskureuküpfchen 
München,  Residenz)  IV,  S.  13,  25. 

Adonis  von  Centocclle  85153  ; 31G;  446 — 48 
(Proportionen).  — Verwandt:  Jünglingsstatue 
(Riccardi)  316. 

Dionysos  von  Tivoli  u.verwandtes446 — 48(  unsicher, 
ob  Euphranor);  1168  (Verhältnis  zu  Poiyklet). 

Bronze  von  Elcusis  (Berlin);  Wiederholung?  (Ca- 
taio)  69. 

Jugendlicher  Torso  (Neapel)  1197)98. 

Dem  Euphranor  fälschlich  zngeschrieben : Athens 
Giustiniani  226;  vgl.  497. 

„Schule  des  Euphranor'.  Jüngling  (Capitol)  446 
bis  448.  — Verwandt  Apollontorso  (Würzburg) 
885. 

Timotheos. 

Giebel  von  Epidxliros  (880—370  v.  Cbr.)  401/2.  — 
Verwandt  „Feronla"  (Triest)  579. 

I.cda  401  3 (gegen  die  Zurückführiing  auf  Timo- 
tbcos );  788  (Kopf);  206/7  (.Stirnbildung).  — 
Verwandt  H.vgicia  von  Epidauroa  710/11.  — 
Vorstufe  zu  dieser  Gruppe:  Aphrodite  (Albani) 
1106.  - Vgl.  1356/57. 

Athleten  222-25. 


707.  Torso  von  Keos  893.  — Reliefs  665.  1339. 

— Vgl.  334  : 398  99  r. 

Weiblicher  Kopf  (Ai*—  Nimea)  1385186;  1414)15.  '■ 
Hygicia  (l'rtizien)  353. 

Hermes  mit  Dionysoskind?  (Boboli)  103  — 5. 

Verschiedene  Werke  aus  dem  Anfang  des  4.  Jahr- 
hunderts. 

Asklepiostypen  395  (Poggio).  — 131/33  (Mattei),  i 

— 718  (Berlin).  — Asklepios  und  Hygicia  1050. 

— Vgl. ».  1221. 

Athena  I.uku)  1310. 

Hertneaherme  Ludovisi  243/44. 

Henne»?  (Palatin)  53/53  (I.  2,  S.  18;. 

Dionysoskopf,  bärtig  1045. 

Dionysostoreo  (U'oraini)  336. 

Apollonkopf  (?)  186)87. 

Krieger  (Albani)  1100/1101. 

Athlet  (Palermo)  751  (U,  S.  53). 


Skopas. 

Angenbildung  1358,59. 

Giebel  von  Tcgea  281/82  ; 238  99. 

Athlet  (Florenz)  398  99. 

Herakles  (I-ansdowne  u.  verw.)  85/6  (1,  2,  S.  18. 
ur,  S.  50);  153)53;  164/65  ; 439/30  ; 1167  (Kopf). 
Vgl.  298/99.  — Verwandt  Herakles  (Pitti)  338 
bis  330.  — Hierhergehorig?  Herakles  (Palazzo 
Borghese)  48 5. 

Meleager  48;  377 '78  (IV,  S.  57);  518)19.  Vgl. 
298/99.  — Verwandt  Jüngling  mit  Cblamys 
131.  639)40  ; 713 

Hcrakleskopf  (München,  Residenz)  955  - 57. 
Herakleskopf  (Udine!  1375)76. 

Triton  (Uffizien)  367. 

Männliche  Kopfe  skopasisehen  Stils  118)19  (Mattei). 
— 338/39  (Uorsini)  — 654/55  a (Athen).  — IV, 
S.  62  (502  3,  Neapel).  — 36/37  (Vicenza,  von 
Hochrelief).  — 1315)16  (Sparta). 


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63 


Praxiteles 


64 


Grabroliefs  693— 97  (Aristonautcs).  698—TOl(vom 
Ilissos), 

An  skopasische  Typen  äusserlich  angelchnt 

1373,74. 

I'ortrait  (Athen)  1272  (Ende  4.  Jahrh.). 

Apollon  Barberini  836,37.  Vgl.  1169. 

Aphrodite  Pandemos  in  Elia  1314. 

Maenado:  vgl.  1419. 

Niobiden  820121  (Spätwcrk).  — Verwandt:  Gany- 
med von  Faleronc  206,7  (IV,  S.  57). 

Kopf  vom  Südabhang  der  Akropolis  820/21.  — 
Hellenistische  Weiterbildung  (Smyrna)  1342/43. 
Demeter  von  Knidoa  1190.  Vgl.  690—94.  — Vor- 
stufe (Nimes)  1412. 

Athena  Rospigliosi  111  (I,  2,  S.  19). 

Athenakopf  (München,  Residenz)  IV',  S 19,  22. 
Weiblicher  Kopf  (Uffizien)  333. 

Weiblicher  Kopf  (Aix)  1387/88. 

Dem  Skopas  zugeschriebene  Typen : 
Aphrodite  von  Papua  n.  verw.  281/82  (gegen  die 
Beziehung  auf  Skopas;  Zeit):  292. 

Apoll  (Typus  Kyrene)  292. 

Kopf  der  „Persephone“  (Capitol)  470/7 1\  281/82. 

— Verwandt:  Kopf  der  Gefitssträgerin  (Capitol) 
470/ 71.  Artemis  von  Lesbos  470/71. 

Leda  (Uffizien)  536  ; 292.  — Verwandt:  Beckon 
tragende  Nymphe  (Vatican)  292  ; 536. 
Weiblicher  Kopf  (Corfu)  609  a. 

Praxiteles. 

Allgemeines:  Augenbildung  1125  (Paris).  1140/41 
(Asklepios'.  1190  (weiblicher  Kopf).  Vgl.  da- 
gegen 1199.  — Abhiingigkeit  von  l’olyklet  327 

— Verhältnis  zu  Skopas  (Nioblden)  820/21,  — 
Motiv  der  übergeschlagenen  Beine  677/78;  698 
bis  70t;  1217.  Vgl.  a.  1224. 

Bezeugte  Werke: 

Basisreliefs  von  Mantinea:  Verwandt  1222;  1248, 1 
(Apoll). 

Sauroktonos  768;  629‘30  (Haar).  — Verwandter 
Kopf  (Würzburg'  894/95.  Ganymedtypus  1125. 
Knidische  Aphrodite  145  ; 216—18;  IV,  S.  21; 
V,  S.  87,  f.  — Verwandte  Köpfe  Ul  18  (Monie- 
re rUe).  401!2t.  (Wörlitz).  — Vgl.  1144. 

Herrn  es  von  Olympia;  Copie?  1325  (Corfu);  341. 
Verwandt:  Aphrodite  mit  Eros  (Boboli)  283/84. 
Athletenkopf  (Cataio)  60/01 . Satyrkopf  (Ca- 
pitol) II 1/12  Dionysos  (Ludovisi)  269.  Dionysos 
(München)  844/45.  — Zeit  des  Hermes  (340— 330 
v.  Chr.):  Jüngling  von  Eretria  624. 

Aphrodite  Louvre;  Koische?)  925.  — Verwandt 
„Thalia“  (Wörlitz)  39.5.  Krauenstatue  (München, 
Residenz)  925. 


Auf  Praxiteles  zurückgefiibrt : 

Aphrodite  von  Arles  (Frühzeit)  629/90  (Haar':.  — 
— Verwandt  „Amymone“  596  C;  712;  1496. 
„Leda“  183  (536,  IV,  S.  56).  Jüngling  (Pal. 
Borghese)  443. 

Aphrodite  Petworth  281/82  (Kopf  Boboli  nicht 
Copie). 

Kopf  der  Aphrodite  (?)  875/76  (Louvre  III,  8.  61). 

Apollon  Lykeios  276  (Kopf);  335  ; 340  (Kopf); 
V,  S.  86,  e;  292  (Weiterentwicklung);  1119/20 
(Motiv).  — Verwandter  Kopf  a.  Grabrclicf 

686  - 89. 

Dresdener  Artemis  (360 — 350  v.  Chr. : 489  a)  133 
(I,  2,  S.  19;  IV,  S.  66).  Auf  Relief  1252.  — 
Verwandt;  „Thalia“  (Wörlitz)  395.  Maenade 
(Conservatori)  473.  „Nemesis"  489  a. 

Artemis  von  Gabii  769.  — Verwandt  395. 

Artemis  von  Larnaka  608  (350  v.  Chr.).  — Ver- 
wandt 559  e (Palermo).  603  (Corfu). 

Artemis  Colonna  (Kopf)  1076/77 ; 1205/6. 

Athena  .554  (Palermo:  Kopf;  doch  vgl.  IV,  S.  66). 

Athenakopf  ‘München,  Residenz)  IV,  8.  19.  21. 

Dionysos,  jugendlich  mit  Stierhörnern  1 1 23/24 
(Adonis  Centocelle  nicht  liierliergehörig:. 

Sog.  Sardanapallos  554;  714.  — Verwandt  „Da- 
duchoe“  (Eleuais)  637  38. 

Eros  vom  Palatin  74 

Eros  von  Centocelle  141.  Zum  Motiv  vgl.  739 

„Eubuleus“  77;  424;  641/42  (Satyr  von  Lamia 
verwandt).  Vgl.  a.  1140/41. 

Hera  Ludovisi.  Verwandter  Kopf  (WürliU)  391192. 
Porlraitkopf  (Albani)  1121/22. 

Hermes  von  Andros  89190  (dem  Ares  Ludovisi 
verwandt); 341  (dem  Hermes  von  Olympia  nahe- 
stehend) 715;  847/48  ; 877/78;  1520/21.  — Ver- 
wandt: Herostorso  (Neapel)  531.  631/32  (ähn- 
liche Typen).  Grabrelief  679/80.  Fortbildung 
1358/39. 

Einscbenkender  Satyr  501  (Kopf).  — Achnliche 
Figur  auf  Votivrelief  606 a. 

„Periboetos"  317 ; V,  S.  80  (267).  — Verwandter 
Kopf  (Boboli)  106/7.  Vgl.  641/42. 

„Tliespiadeu“:  Kalliope  291;  U.  8.  27,  29;  II, 

8.  28,  31.  — Klio  290.  — Polybymuia  11,  8.  26, 
24.  — Thaleia  II,  S.  28,  30.  — Hierhergehöriger 
Kopftvpiia  946/47.  — Verwandte  Grabstatue  621. 

Triptolemos  ? 1.  2,  S.  9 (docti  vgl.  327).  — Ver- 
wandt 327  (Kopf). 

Sog.  Adonis  von  Capua  522/23  (Zeit  des  Peri- 
boetos und  Eubuleus). 

Grosse  Herculanenserin  1291/92  Anin, 

Kleine  llerculanenseriu  IV,  8.  48.  — Verwandter 
Kopf  (Trieat)  593  B. 


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05 


Polykies  — I.eochares 


66 


Sog.  ürunnscher  Kopf.  Verwandt  606  a (Corfn). 
496(Kopf;  Neapel).  — Fortbildung : Kaulbachscher 
Kopf  1291  92. 

Weiblieber  Kopf  mit  Melonenfrisur  (vgl-  1188  89) 
IV,  S 19,  15  (München,  Residenz). 

Weiterer  Kreis  und  Schale: 

Aphrodite?  (Athen!  1270. 

Apoll  Kitharodos  1100181. 

Asklepios  (Typus  des  Kopfes  von  Melos)  915.  — 
Auf  Votivreliefs  benutzt  1215 ; 1236.  — Vor- 
stufe 295. 

Asklepios  (Typus  I atteran  720. 

Asklepios  I*ittl  219  21  (dagegen  285  Anm.). 
Asklepios  Mattei  121  (dem  lateranensisehen  Sopho- 
kles verwandt):  vgl.  I,  2,  S.  19. 

Umbildung  der  Athena  Ince  1129. 

Dionysos  (Pal.  Borghese)  186. 

Dionysos.  Bronzestatuette  1055. 

Dionysostorso  (Aix)  1390. 

Dionysos?  (Genna)  1365. 

Heratypus  (München  Residenz)  IV,  S.  19,  2t. 
Hermes  (München.  Residenz)  IV,  8.  19,  16. 

Kora  (Florenz,  Wien  u.  verw.)  1199  (Wiener 
Kora;  nicht  von  Praxiteles  selbst'.  189  b (Pal. 
Borghese).  817  (Hygieia).  — 716  (Athen).  — 
Kybele  (Vatic.  I iilrten)  781.  — Typus  der  älteren 
Balbustochtcr  1182.  — Verwandtes  Votivrelief 
1228.  — Haartracht  vgl.  1956  57. 

Satyr  Hüte  blasend  1068, 

Satyr  mjt  gekreuzten  Beinen  (München,  Residenz) 
913111. 

Silen  mit  Dionysoakind  346.  — Vorstufe  IV, 
8.  18,  6. 

(iruppe  des  Mcnelaos  258 — 61  — Verwandt  Aus 
ruhender  Ephebc  (Capitol)  155  56.  Weiter- 
bildung 656/57. 

K.phcbenkopf (Mil liehen  - Barracco)s.57/.W,  1119  20. 
Männlicher  Kopf  (München,  Residenz!  918 >19. 
Jüngling  ; Pal.  Borghese)  191. 

Männlicher  Torso  (Montcvcrde)  110. 

Desgl.  Genua)  1362—  61. 

llesgl.  (München.  Residenz)  IV,  8,  20,  2. 

Sog.  Berenike  (Neapel)  vgl.  673—76. 

Weiblicher  Torso  (Athen)  706  b. 

Weiblicher  Kopf  (Wrtrlltz)  391. 

Desgleichen  II,  8.  26,  23. 

Weibliche  Küpfe  mit  verschwommener  Form- 
behandlung (der  Münchener  . Methe  ‘ verwandt) 
(Basel). 

232  33  (l’itti).  573  71  (Taormina).  899/900 
Crabrelief  1293. 

Polyklea. 

Hermaphrodit  872. 


Zweite  attische  Schule.  — Verschiedene  Werke  aus 
der  eretea  Hälfte  det  vierten  Jahrhunderte. 

Apollon  (Pal.  Vecchio  — Venedig)  312;  893121; 
IV,  8.  19/17;  1866,57  (Haartracht).  — Weiter- 
bildung (Conaervatori)  180. 

Bacchischer  Kopf  (Conaervatori)  178/79. 

Serapis  (Cataio)  56. 

Zeuskopf  (Colonna)  1156/57. 

Zeuskopf  (Nimes)  V,  8.  87,  h. 

Weibliche  Gewandstatuc  Loggia  de’  Lanzi  — 
Coreini)  319. 

Weiblicher  Kopf  (Pal.  Borghese)  188. 

Mitte  des  vierten  Jahrhunderts. 

Aphrodite  V (den  sog.  Sapphotypen  verwandt) 
911/15. 

Apollon?  (München,  Residenz)  IV,  S.  18,  5. 
Artemis  1356,57. 

Asklepios  (Ikiboli)  285 ; 553.  — Vorstufe  332.  — 
Verwandt  SWa  (Corfu). 

Asklepioskopf,  nnbärtig  (Colonna)  1110/11. 
Dionysoskopf  (Capitol;  161/65. 

Eros  (Corfu)  60. 5 a. 

Hygieia  (Pitti  etc.)  227;  916. 

Jünglingskopf  lUflizien)  362/63. 

JUnglingskopf  Kopenhagen)  1183  r. 

Weiblicher  Kopf  (Coraini)  325. 

Kleon  von  Sikyon. 

Aphrodite  Anadyoinene?  1114. 

Silanion. 

Korinna  n.  verw.  1189/89. 

Platon  110213. 

Bryaxis. 

Serapis  77/78. 

Zeus  von  Otricoli  vgl.  77/78;  1156'57. 

Leooharot. 

Gegensatz  zti  I.ysipp  1448—50. 

Ganymed  641/42  (Kopf  zugehörig?);  239;  1448 
bis  1450. 

Satyr  von  Lamia  611/12.  — Verwandt  217  (Lu- 
dovisi).  191  (Pal.  Borghese,  Kopt). 

Apollon  vom  Belvedere  1195 , 1199;  577.78  (Fäl- 
schung); 401  2 (nur  äuaserlich  dem  Ganyuicd 
verwandt;  doch  vgl.  787);  1448—50. 
Apollonkopf?  (Heyl)  1448—50. 

Alexander  von  Magnesia  1448—50.  — „Proteeilaos“ 
Kopf)  516/17  (vgl.  1448  - 50). 

Alexander  Rondanini  1448  —60.  — Verwandt 
Aphrodite  (den  Fuss  aufstützend)  1353. 

Zeus  737. 


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67 


Lyaipp  — Grabplastik 


68 


Lytipp. 

Apoxvomenos:  Motiv  vgl.  722.  Vorstufe  656/57 
(Athen). 

Herakles  Farnese  346;  1489;  I,  2,  S.  10.  Auf 
Kelief  1261.  — Vorstufe  64 ; 132.  — Ähn- 
licher Kopf  (Vatican  Gärten)  804. 

Trunkene  Flütenspielerin  (Berlin).  Vgl.  301  (in 
der  Arbeit  verwandt).  1419  (abgeleiteter  Typus). 
Sandalenbinder  733  34.  — Sicht  hierhergchitrig: 
Ausrnhender  Kphebe  465/56. 

Ganymed  (Corsini)  323. 

Grosse  Herculanenserin:  Verwandter  Kopf  1291/92. 

Weiterer  Kreis  und  Schule: 

Gruppe  des  Hermes  von  Atalanti  635136;  1138; 
vgl.  631/32. 

Flüteblasender  Silen  (Neapel)  504.  — Ähnlich 
1394  (Aix). 

Herakles  (Colonna)  1146. 

Herakles  (Sparta)  1321  (nach  Alexander). 

Hermes  i'Bronze,  Neapel)  318  (Motiv);  832/33. 
Jttnglingskopf  (Riccardi)  304. 

Desgleichen  (Portrait?)  311. 

Desgleichen  (Schott)  1463.64 
Männlicher  Torso  (Colonna)  1145. 

Portraita  lysippischer  Art  879j80.  — 975/76.  — 
Alexander  ? 431/32.  — Diogenes  1407/8. 

Piston. 

Ares  l.udovisi  ? 254/55  (nicht  lysippiseh).  534/35; 
832/33  (Beziehung  zu  Lyslpp). 

Verschieden«  Werke  aus  der  zweiten  Hälfte  des 
vierten  lahrhunderts. 

Sog.  Aphrodite  von  Epidauros  629/30;  822;  1361. 
Auf  Relief  benutzt  819.  Vgl.  364/65  (Haar).  — 
Vom  gleichen  Meister  Tyehe  (Boboll)  287. 
Ähnlich  805  (Vatican  Gärten).  — Vorstufe 

1287. 

Bekränzter  Kopf  (ConservatoH)  474/75  (3.  Viertel 
des  4.  Jahrb.). 

336  v.  Chr.  I.ysikratesdenkmal  Verwandte«  1162. 
Laufender  Satyr  1056. 

Zeuskopf  (München.  Residenz)  IV,  S.  19,  18. 
Jugendlicher  Kopf  (Corsini)  328/29. 

Desgleichen  (München,  Residenz)  IV,  S.  18,  8. 
Weibliehe  Gewandstatue  1185. 

Nicht  näher  fixierte  Typen  des  vierten  Jahr- 
hunderts. 

Ammonkopf  (Ullizicn)  375/76. 

Aphrodite  Medici  IV,  S.  20,  1. 

Sog.  Apoll  mit  dem  Waaservogcl  1148. 

Artemis  (München,  Residenz  919. 


Artemis  (Braccio  nuovo):  Vorstufe  1333. 

Artemis  (Paris):  auf  Relief  1303. 

Asklepioe  (Sparta)  1319/20. 

'■  Dionysos  (Richelieu  u.  verw.)  1142/43. 

Dionysos  (Aldobrandini)  1355. 
i Dionysos  (Coraini)  325. 

Ucnneskopf  (Capitol)  405. 

Uygieia  (der  sog.  Spinnerin  verwandt  799. 
l’an,  sitzend  592 K ; 709 a;  1193. 

Serapis  ? (München,  Residenz)  988. 

Kphebe  (Corsini)  327  (Anschluss  an  Polyklet). 
Opferdiener?  (Triest)  587  C. 

Kopf  des  „Juba“  (Athen)  1207 — 9. 

Athletenkopf  (Cataio)  45  46. 

Deegieicben  59  (später  pcloponneeiseh). 

Torso  (Athlet  ?)  1322  (Sparta). 

Jüngling  (Bronze,  Triest)  594  C. 

Sog  Hera  Campana  n.  verw.  296;  V,  S.  86,  b.  — 
Verwandte  Gruppe,  entwickelter  333. 

Sitzfigur  (Bardini)  U,  S.  24. 
YVciblicheGewandstatue(Uftizien  -La*zeroni)//70. 
Kinderköpfchen  (Verona)  1/2. 

Archaisierende  („hieratische")  Werke  1299. 

An  Typen  des  4.  Jahrhunderts  sich  anschliessend : 
Vestalin  1147. 

Maler. 

Zeuxis:  Schlangenwürgender  Herakles  1264. 
Enpompos : Sieger  mit  Palme  1258. 

Apelles:  Aphrodite  1144. 

Portraits. 

Wende  vom  5.  zum  4 Jahrhundert : Griechin  (mit 
Melonenfrisur)  1188/89. 

Sokrates  559c  ; 964;  V,  S.  20,  29.  Vgl.  643. 
Sophokles  (Lateran)  764.  Vgl,  5 ; 678/74 ; 690 — 94 ; 
764  — Ähnlich  1404.  — Dem  „Sophokles“ 
physiognomisch  verwandt  961  (2.  Viertel  des 
4.  Jahrh ). 

Unbekannter  (1.  Hälfte  des  4.  Jahrh.)  963.  Sog. 

Alkibiades  965 — 67:  vgl.  677/78. 

Platon  140213 

Unbekannter  (Zeit  des  Aischincs)  968. 

Sog.  Lykurg  286. 

Aristoteles  126/27.  — Verwandt  970. 

Dem  sog.  Sextus  von  Cbaeronca  verwandt  766. 
Aus  der  2.  Hälfte  des  4 Jahrh.  969  —73. 
Lysippiseh  879/80  (Feldherr  ?) ; 975/76  (Diadoch  ?); 

431  32  (Alexander?);  1407/8  (Diogenes). 

Ende  des  4.  Jahrb.  157/58.  — 971. 

Grabplaatlk. 

Statuen:  Trauernde  Frau  621.  — Mädchen  mit 
Vogel  66.  — Knabe  IV,  S.  18,  10.  — Sklavinnen 


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60 


Relief»  — Pcrgamensich 


70 


JMS— 42  (ca.  360  v.  Chr.).  953/54.  — Skythische 
Hosenschlitzen  622/23. 

Sarkophag  der  Klagefrauen  vgl.  681—85 ; 690—94 ; 

698-701;  1076/77;  1205,6. 

Relief»;  Dexilcos  vgl  1424.  — Zeit  de»  AntiMheue» 
(um  360)  672.  — Zeit  de»  1’raxitelea  673-  76 
(ans  Rhamnu»).  677176  (aua  Eleuaia).  1293.  — 
Skopasiaeh  6.93  - 97  (Ariatonautea).  69H — 701 
(vom  Ilisaoe).  — Mitte  de»  4.  Jalirh.  679160. 
661-63  (Prokleide»).  666—69.  690-94.  702ß. 

— Nicht  näher  fixiert  564  (l'hiiokratea).  666 A 
und  C (Trieat)  740.  960/61.  952.  IV,  S.  19,  19. 
1461 1. 

Reliefs. 

Urkunden:  398/97  v.  Chr.  1212.  — 856/55  v.  Chr.  , 
1213.  — 856/64  v.  dir.  360.  1214.  - Zeit  de« 
Praxiteles  1215.  — 1.  Hälfte  tlee  4.  Jahrh.  1216. 

— Späteres  4 Jahrh.  1217 . 

Votive:  Apoll,  Artemis,  Leto  (aus  Larissa)  1251. 
1252.  — Asklepios  (u.  Familie)  561.  1219  (nicht 
zu  frühes  4.  Jahrh.).  1221-26  1229  (vor 

350  v.  Chr.).  1292  (nicht  nach  350  v.  Chr  ). 
1306  (X.  Hälfte  de«  4.  Jahrh.).  4227;  1226 
(nach  350  v.  Chr.).  1230 ; 1233;  1234  (vor- 
gerückte» 4.  Jahrh.).  1231  (um  325).  42.35 
1236.  1239,  1236  (Asklepios  und  eleusiniscbe 
Gottheiten,  nicht  nach  360).  42.37  (Asklepios 
nnd  Athens).  593  B (Asklepios  und  Hygieia?; 

1.  Hälfte  des  4.  Jahrh.).  — Demeter  1241. 
Demeter  und  Kora  47.  — Dionysos  (und  ?) 
1246,  1 (Praxiteliache  Zeit).  — Nymphen,  1‘an 
etc.  592b  (vgl  592a).  424.3,  2.  4244.  1246,  3. 
1234,  6-6.  1329  (1.  Hälfte  des  4.  Jahrh.!  Zeus 
Meilichios  und  Philias  1245,  .3.  1245,  4.  4246,  4. 
1246,  2.  1247,  2 (nicht  später  als  4.  Jahrh.).  — 
Chthonische  Götter  425.3  ( wohl  4.  Jalirh).  — 
Naturgötter  4244  — Unbestimmt  1216,  2 (erste 
Jahrzehnte  des  4.  Jalirh.).  606a  Mittede»4.  Jahrh.). 

— Votiv?  669j90  (zweiseitig:  Würzbarg). 
Totenmahle  395  A.  1300.  1360.  1434  (Heros  Eu- 

kolos).  1243,  2 (Heros). 

Unbekannter  Bestimmung:  Köpfe  von  einem  Relief 
(nicht  vor  Mitte  des  4.  Jahrh.)  696—96. 

D.  Hellenistische  Kunst. 

Eutychldes. 

Tyche  von  Antiochia  44661;  391/92  (Kopf).  Haar- 
bchandlung  264  (III,  S.  50).  — Verwandter 
Kopf  (Aix)  1395. 

Verschiedene  Werke  vom  Ende  des  4.  Jahrhunderts. 

Nike  von  Samothrake  verwandt:  Aphrodite  (Hcyl) 
1451. 


Pasquinngruppe:  verwandt  Bronzeetatuette(Panna) 
72b  Odysseus  und  Aiaa  (Kopenhagen)  1467 b. 
— Verwandte  Relief»  4462  (Colonna  — Grotla- 
ferrata).  1500  (Schiffakampf;  vgl.  1162). 

Aphrodite  (Corf it)  604  b. 

Aphroditekopf  (Hoboli)  263/64. 

Apollonkopf  (Riccardi)  310. 

Artemis  (Pal.  Colonna)  1151. 

Dionysos?  (Athen)  72.3. 

Herakles  'Statuetten  Dresden  — München  u.  verw.) 
593 A.  — Ähnlich  1064b. 

Hermes  (Uffizien)  355. 

Satyr,  tanzend  (Colonna)  1149. 

Satyrkupf  (München,  Residenz)  IV,  8.  19,  26 

Jüngling  (Bardini)  11,  8.  24  (dem  Hypnos  ver- 
wandt). 

JUnglingskopf  (Athen)  1210/11. 

„Fortuna  und  Abnndantia“  (Wörlitz)  400 c. 

Weibliche  Gewandstatuc  (Verona)  6. 

Desgleichen  (München,  Residenz)  924. 

Desgleichen  (Odescalchl)  924. 

Weibliche  Kolossalstatiic  (Pal.  Borghese)  467. 

Schllfcrin  (Smyrna)  1344. 

Copien  dieser  Zeit?  Ludovisisehe  Hennen  243/44. 

Drittes  lahrhsndert. 

Kapitolinische  Aphrodite  386/7  (Beginn  des  3.  Jahr- 
hunderts); 767.—  Verwandt:  Kopf  des  Apollon 
(?  Wörlitz)  3 66/67.  Weiblichor  Kopf  (München, 
Residenz)  IV,  S.  19,  14.  Artemis  (ebenda)  IV, 
S.  18,  7. 

Apollon  (?  vgl.  II,  S.  57)  256  ; 276  (Lndovisi). 

Demeter  (Pogglo)  294  (Beginn  des  3.  Jahrh.). 

Dioskurenkopf  ? (Genua)  1356/59. 

Hcnnaphrodit  (Neapel  — Capitol/  409/10. 

Hermaphrodit  (Hirth)  4453/54. 

Silen  und  Pan  (Corsini)  330  (Anfang  de«  3.  Jahrb.). 

Stadtgöttin  (Kopf)  4496. 

Weibliche  Statuette  (Thcra)  735.  — Verwandt  917 
(München,  Residenz). 

Weiblicher  Kopf  (Sparta)  1318. 

Pergamenisch. 

Allgemeines:  Umbildung  älterer  Werke  593  A.  — 
Formen  pcrgainenischer  Zeit  in  Copien  älterer 
Werke  866.  — Haarbehandlting  386/87 ; 1153  54; 
1158  - 60.  — Plinthc  386. 

Ältere  attaltoche  Gruppen:  Grieche  1046/49. 

Jüngere  attalische  Gruppen:  Gallier  237  38.  — 
Perser  1396—98.  — Amazone : verwandt  Frauen- 
kopf (Uffizien)  344/43.  — Gigant  555/56. 

Perser  aua  phrygiachem  Stein  502/3. 

Marsyaa  4444. 


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71 


Doidalsas  von  Rithynien  — Hellenistisch,  nicht  näher  fixiert 


72 


Wörlitzer  Gruppe  385. 

Nubier  (Negrnni)  1482/83 1. 

„Schöner  Kopf":  verwandt:  Mädchen  (Neapel)  499. 
— Vorstufe:  Kopf  aus  Tralles  1342/43  (dem 
Dionysos  Leyden  verwandt). 

Isis  (Cataio)  57. 

Weibliche  Gewandstatue  (Cataio)  ö'i'b. 

Desgleichen  (Mönchen,  Residenz)  923. 

Weiblicher  Kopf  (Mönchen,  Residenz)  958159. 

„Attie“  (Colonna)  11S8—60. 

Doidalsas  von  Bithynien. 

Kauernde  Aphrodite  386/87  (Verhältnis  zur  capi- 
tolinischcn  Aphrodite  und  zur  pcrgamenischen 
Kunst).  — Verwandt:  Aphroditekopf  (Pisa) 
2fUj5.  Desgleichen  (?)  181182. 

Hermogenes. 

Fries  von  Teos  (um  200)  1345 — 48. 

Kleinasiatisch. 

Artemiskopf  (einem  Köpfchen  aus  Tralles  ver- 
wandt) 8(14  55  (Mönchen). 

Weibliche  Gewsndstatue  1492. 

Rhodlsch. 

Philiskos:  Musen  288- 437  NB.  — 289.  — II.  S.  26, 
22.  — 495  (UI,  S.  61).  — 1150.  - Apollon  II, 
8.  28,  32.  — Verwandt  Hygieia  (Chiaramonti  etc.) 
1175a..  vgl.  IV,  S.  26,  22.  „Melpomene“  (Wür 
Utz)  394. 

8og.  I’udicitia  796;  IV,  8.48.  Auf  Reliefs  1085; 
1350.  — Verwandt  736  (Melos).  797  (Vatican. 
Gärten). 

l-aokoon  565/66.  — Verwandt:  Gigant  (Karls- 
ruhe) 1440. 

Kentauren  (Aristeas  und  l’apias)  666/56.  — Ver- 
wandter Kopf  (Aix)  1391. 

Skyllagruppe  555/56  (III,  S.  5t);  auf  Sarkophag 
1309;  vgl.  1080/81. 

Hierhergehörig  ? Satyr  (Torao,  Neapel)  539/40. 

Alexandrinisch. 

Aphrodite  als  Sandalenbinderin  1060/61. 

Isis  179:80. 

Serapis  (Mönchen,  Residenz)  905. 

Nubier  (Cataio)  49. 

Nymphe  mit  Panther  (Uffizien)  352. 

Neger  (Gefässgriff)  1475  c. 

Buckeliger  Alter  147 5 a,  b. 

Weiblicher  Kopf  mit  ägyptischer  Lockenfrisur 
(Paros)  1434  35. 


Mädchenstatuette  (Ince  Blundcll):  verwandter 

Kopf  Hirth)  1458/59. 

Weibliche  Köpfchen  (Prinz  Rupprecht  901— 3.904. 

Verschiedene  Werke  der  späthellenistiechen  Zeit 

Aphrodite  von  Melos:  Verwandt  Poseidon  (von 
Melos)  272;  737.  — Asklepios  Ludovisi)  272. 

Damophon  1358/69. 

Borghesischer  Fechter:  Verwandt  109081  (Han- 
nover). 

Torso  vom  Belvedere:  Ähnlicher  Torso  (Parma  79. 

Bärtiger  Satyr,  tanzend  1371 ; 1438/39. 

„Danaostöcliter'  (Conservatorenpalast).  Verwandt; 
Aichaistischer  Kopf  (Mannheim!  1432/33. 

Weibliche  Gewandstatue  (Ludovisi,  265  (III,  8.  5t). 
— Verwandt  918  (München,  Residenz). 

Hellenistisch,  nicht  näher  Üxiert. 

Pan  nud  Daphnia  558;  1482t. 

Silen  and  Hermaphrodit  581:82. 
j Aphrodite,  sich  waffnend  (in  Korinth)  1307/8 
(Patraa) 

Aphrodite  von  Aphrodisias  927. 

Ariadne  (Vatican)  1344. 

Atliena  (Hannover)  1073. 

Atbena  (Typus  der  Schale  von  Ilildesheim)  1370. 

Athens  (Newby  Hall)  144.5  b. 

Ero«  (Schott)  1460. 

Ero«,  schlafend  IV,  8.  26,  a. 

Eroten,  ringend  (Wilrzbnrg)  891. 

Gigant  (Wörlitz)  4O0b. 

Helios  (Schott)  1465  66 

Helios  (ans  dem  Alezanderportrait  abgeleitete 
Typen)  811 ; 1162. 

Heraklesköpfchen  (Augsburg)  1064 a 

Herakles,  trunken  Panna)  71.  — 906  (?).  — 
Mingens  393. 

Herakles.  Bchlangenwllrgcnd  1422. 

Hermaphrodit,  Linzend  (Trient)  1381.  — Ver- 
wandt „Kallipygos"  1381;  vgl,  768.  Tanzender 
Satyr  IV,  S.  19,  12;  1381. 

Hirten  1152.  — 1171. 

Hygieia  (Büste,  Ludovisi)  273. 

Satyr  (Torso  Albani)  1107.  — Verwandt  Faust- 
kämpfer (Mantua)  20. 

Satyr  (Klein'sSchwänzchcncntdecker)  IV,  S.  19, 12; 
1381. 

Satyr  auf  Bock  reitend  1420a;  1455. 

Silen  Borghese:  Vorstufen  504. 

Silen  (Schott)  1461. 

Panzerstatue  (München,  Residenz)  984/85. 

Giebelstatue  (Syrakus)  756. 

Männlicher  Torso  (Sparta)  1323. 


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73  Portrait*  — Römische  Gottheiten  n.  ä 74 


Knöchelspielerin  1073. 

Nike-Tyche  (Boboli  — Uflizicn)  286,  350,  788. — 
Verwandt  551  (Palenuo). 

Sog.  Elcktratypu*  1153151. 

Der  Pariser  „Mclpomene“  verwandt  931  (München, 
Residenz). 

Statue  der  Mcgiate  (Athen)  721. 

Weibliche  Gewandstatue  (München,  Residenz)  922. 
Desgleichen  (Codex  Kscurialensis)  1193. 

Weibliche  Statuette  1037. 

Desgleichen  1013. 

Mädchenkopf  (Schott)  1107169. 

Knaben  im  Mantel  (Aix)  1392,  1393. 

„Hermes  als  Kind"  1111;  IV,  S.  19,  11. 

Kind,  sitzend  (Nimes)  1420  b. 

Portrait*. 

Alexander  d.  Grosse:  Richtung  d.  I.eocharcs  , Ron- 
danini,  Magnesia)  1448—60.  — Unsicher  73  a 
(Parma).  131132  (von  Privernum).  — Alexander 
ähnlich  811115.  — Verwandte  Heliostypen  811. 
1172. 

Diadochen  975/76  (kurz  nach  Alexander).  — 
977178  (ähnlich  Philipp  V.  und  Perseus).  — 
Der  Bronzestatue  im  Thermenmuseum  verwandt 
III,  S.  30.  — Diadoch  V (Neapel)  525  26.  — 
Herrscher  als  Sonnengott  776  (Vatican.  Gärten). 
„Menander“  610111;  1H6;  II,  S.  13  (falsch). 
Demosthenes  V,  S.  117. 

Epikur  974  ; IV,  S.  20,  30. 

Metrodor  559  b. 

Zenun  1105:6. 

Diogenes  1107/8  lysippische  Schule). 

Lyrischer  Dichter?  1191. 

Unbekannte,  bärtigilSl  (Ny-Carlaberg).  — 1181/85 
(Kopenhagen). 

Unbekannte,  unbärtig  32/33.  11  (Cataio), 

Grabplastik. 

Statue  (Vat.  Gärten!  798. 

Reliefs  587 D.  - 388B.  - 989.  — IV,  S.  20,  27. 

— 1085.  — 1337.  — 1350. 

Reliefs. 

Votive  737  (Melos).  — Dioakuren:  1215,  1.  — 
1251,  2 (3.  Jahrh.).  — Men : 1217,  1 (3.  Jabrh.). 
Mythologisch  (Grottaferrata  u.  verw.)  1162.  — 
1126  (Thesaus  und  Aithra). 

Sog.  Hellenistische  Reliefbilder:  Vorstufen  1162. 

— 3 (Komödie).  — 10  11  (III,  S.  50;  bacchiseh). 

— 11  (musicierende  Satyrn).  — 19  (Dionysos 
und  Satyrn,  römisch  . — 892.  — 1480H.  — 
Verwandt:  Ladenreliefs  372.  379. 


E.  Altitalische  und  etruskische  Kunst. 

Altitalisches  Bronzeblech  599. 

Etruskisch,  archaisch: 

Bronzestatuetten : Krieger  1115  r.  — Silen,  knie- 
end  1186a.  — Silen,  stehend  1186\i. 

Bronzerelief  1187  a. 

Etruskisch,  späteres: 

Bronzestatuetten:  Jüngling  1170171.  — Satyr  1056 
(nach  Vorbild  des  4.  Jahrh.). 

Etruskische  Candelaber  vgl.  80/81. 

F.  Römische  Kunst. 

Künstler  und  Copistes. 

Sog.  Pasiteliker  151.  883/84.  Vgl.  1129;  1162.  — 
Menelaos  258—61. 

Agasia8  von  Ephesos  783/34. 

Antiphanee  von  Paros  213—15;  635/36. 

Kleoincnes  von  Athen:  „Germanirua“  1127. 

Antiochos  von  Athen:  Athena  Parthenon  271175. 

Glykon  von  Athen  733/34. 

Künstler  von  Aphrodiaiaa:  Statuengruppe  (Ny- 
Carlsberg)  166—70.  — Atticianus:  Gewand- 
statue 356. 

Archaistisches. 

Statue  (Nimes)  1109. 

Weiblicher  Kopf  (Schott)  1162. 

Relief  818. 

Verschiedene  Werke. 

1.  Jahrhundert  n.  Chr.:  (Jahr  des  Epikratee)  Statue 
der  Megtste  721. 

Zeit  des  Hadrian : Attis  (Ludovisi)  263.  — Hygieia 
(Ludoviai)  273. 

Antoniniach:  Coplen  480.  1050.  92/93  (vgl.  240, 41). 

Zweites  Jahrhundert  n.  Chr.:  Copiatenatelier  1138 
bis  1110. 

Ende  des  2.  Jabrh.  und  später:  17.  IV,  S.  18,  7. 
IV,  S.  19.  16.  IV,  S.  20,  28.  1170. 

3.-4.  Jahrh.  Zeuskopf ( München,  Residenz)  932)33. 
4.  Jabrh.  n.  Chr.  Vestalin  1117. 

Zeitlich  nicht  genauer  fixiert:  Barbar  1123 b.  — 
Doppeiherme  (römische  Schöpfung  nach  älterem) 
1375  bis  1377.  — Pferdekopf  von  Pfersee 
1062/63. 

Römische  Gottheiten  u.  ä. 

Juppiter  des  Apoilonius  1197. 

Ceres  (Vatican.  Gärten)  792/93. 

Faunua?  (Capitol)  113116. 

Feronia?  (Triest)  57®. 

Mare  (Cataio)  63. 

Provinz  (Neapel)  771.  — ?(CoIonna)  1155. 

Roma  ? (Nimes)  1125/26. 

Victoria  in  der  Curia  Julia  1H5 1. 


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75 


Römisch-provinciai  — Reliefs 


76 


Victoria  (Parma)  82. 

Wsssergottheiten  (Capitol)  417 — 19. 

Cultgruppe?  (Wörlitz)  400c. 

Rimlsch-provinoial. 

Attis  oder  Mithras  ^München,  Residenz)  960. 
Südfrankreich  1046/47.  — V,  S.  80  (213)  (Aix).  - 
V.  S.  89  ff.  i,Nimea). 

Augsburg  und  Umgebung  1065—67. 

Portrait». 

Republik.  Dem  Cicero  verwandter  Typus  (Mattei 

— Boboli)  128/29. 

Sog.  Scipio  1082;  IV,  S.  48. 

Unbekannte,  Ende  der  Republik  990/91.  — 992. 

— 993.  — 994.  — 1192.  — Vgl.  II,  S.  24. 
Griechisch-ägyptische  Portrait»  594  A (dem  „Cae- 

Bar“  Itarracco  verwandt).  — V',  S.  80  (17). 
Übergang  zur  Kaiserzcit  984  — 86.  — 996.  — 997. 
Anfang  der  Kaiserreit  995.  — 998;  999. 

Caesar  130/31.  202, 3.234/35.  1000:1001.  — V 1195  a. 
Zeit  des  Marc  Anton:  Römerin  W07. 

Ende  des  1.  Jahrh.  v.  Chr.  (Mann).  V,  S 117. 
Augustus  868.  1002.  IV,  S.  20,  33.  Vgl.  737. 
Uvia?  1368/69. 

Augusteische  Frau  IV,  S 20.  34. 

Tiberiu»  1351/52.  — ? 1427. 

Drusus  d.  J.  ? 1003.  Vgl.  1427. 

Julisch-claudisch : Prinzentypus  776.  869.  — Un- 
bekannte 1004.  — IV,  S.  20,  35  (mit  I.orbeer- 
kranz).  — 1005  (Mitte  des  1.  Jahrh.).  — Knabe 
1008  : nerouiich). 

Julisch-claudinche  Frauen : Fürstin  ? 1006.  — 

Kaiserin  als  Stadtgöttin?  1428;29.  — Mit  Bei- 
mischung idealer  Züge  (nach  Art  der  Juno 
Ludovisi)  1121/22. 

Griechen  (dem  Modius  Asiaticus  nahestehend, 

1.  Jahrh.  n.  Chr.)  979—83. 

Flavische  Epoche:  Manu  1009.  — Frauen  159/60. 
1010. 

Nerva?  IV,  S.  20,  32. 

Traian  1013.  1138. 

Zelt  des  Traian:  Mann  794/95.  — Frauen  161/62. 

1012.  — Knaben  1011.  1026. 

Hadrian  1014  (modern). 

Antinous  1174.  Vgl.  446—48.  — Dem  Antinous 
ähnlich  1273;  713  (vgl.  1278). 

Unbekannter,  hadrianisch  ? 1488 a. 

Sog.  Clytia  273. 

Antoninus  Pins  266.  IV,  S.  21. 

Männer  antoninischer  Zeit  1015.  — 1032 1.  — 
V,  S.  80  (235).  — Sog.  Musa  718.  — Grieche 
(Art  der  Kosmeten)  1019. 


Faustina  d.  Ae.  1024. 

Marc  Aurel  IV,  S.  21. 

Unbekannter,  Zeit  Marc  Aurels  1017. 

Männer  der  Zeit  von  Lucius  Verus  — Commodus 
713.  - 1016.  — 1020/21. 

Frau  (Faustina  d.  J.  — Lucilla)  1022. 

Ende  des  2.  Jahrh.  n.  Chr.  Männer:  5.  — (als 
Hermes)  25.  — 742  (aus  Gortyn).  — 1018 
(fälschlich  Aclius  Caesar  genannt).  — Barbar 
1030. 

Ende  dee  2.  Jahrh.  n.  Chr. : Frauen  1023.  — 1170 
(Statue).  — 1409  (d.  Kopf).  — 1413  (d.  Kopf). 

Zeit  des  Septimius  Severus,  Mann  1034 1. 

2.-3.  Jahrh.  n.  Chr.  Mann  1031.  — Frau  1151 
(Kopf).  — Knabe  1083. 

Anfang  des  3.  Jahrh.  Mann  1032t. 

Zeit  Caracallas:  Mann  1029. 

Julia  Domna  oderMamaea  487.  — Julia  Mamaea? 
1430. 

Maiiminus  Thrax?  1028. 

Zeit  der  Gordiane:  Männer  1027.  1033 r.  1084. 

1.  Hälfte  des  8.  Jahrh.  Mann  1035  r. 

Mitte  des  3.  Jahrh.  Frau  1025. 

2.  Hälfte  des  3.  Jahrh.  Mann  1034  r. 

3.  Jahrh.  Frau  1033 1. 

4.  Jahrh.  Mann  1035  1. 

Zeitlich  nicht  genauer  fixiert:  Knabe  1173.  — 
Panzerstatue  987.  — Kaiser  (mit  Aegis)  816.  — 
Portraithermen  (Nitnes)  V,  8.  91.  — Frauen 
296.  805  — (Kopf).  V,  S.  86,  b (Römerin  als 
Ceres). 

Grabplastlk. 

Statuen  Gruppe  des  Cornutus  801.  — Neunzig- 
jähriger Mann  709  c.  — Frauen  785—87.  IV, 

S.  48.  — Mädchen  798. 

Reliefs : 1067  (Totenmahltypus).  — 741  (Gladiator). 
— 1424  (Reiter  und  Gefallener).  — 1431.  — V, 
8.  90d  (2.-3.  Jahrh.  n.  Chr  ). 

Sarkophage  400  b.  — 530.  — 543.  — 764.  — 805. 
IV,  8.  48.  - IV,  8.  49.  — 1264.  — 1500.  — 
?891.  1066.—  Stilistisch  späteren  Sarkophagen 
verwandt  (Rokokostil)  1370. 

Reliefs. 

Votiv:  Athena  1275.  — Dea  Syria  156.  — Dio- 
nysos 378. 

Urkunden : Ephebcn  (Athen)  1258.  1259  (106/6 
n.  Chr.).  1261  (192/93  n.  Chr.).  1260  (ca.  219/20 
n.  Chr.). 

Statuenbasen  819  (Asklepioestatue?).  — 1327 
(Koraraub). 

Neuattisch:  Vorbilder  1243,  2.  Beziehung  zu 


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77 


Mosaik  — Zeitlich  in  den  Texten  nicht  fixiert 


78 


alexandrinischcm  352;  1274.  — Kacrhtsch  378 
Votiv  an  Dionysos).  IV',  S.  21  (Maenadc). 
13!*!* — 1101  (Candelaberbasia).  V,  S 89.  a (dem 
Zeua  Tayllerand  verwandt).  — Sog.  Ikarios- 
relicf  763.  — Hermaphrodit  1381.  — Tänzerin 
567.  — Mit  Togatns  587  b. 

Verschiedene«:  36;  37  (Köpfe  von  Hochrelief).  — 
80181  (Landschaft).  — 603  (bacchiscli)  — 1038 
(Hero  und  Leander;  8-/4.  Jahrh.  n.  Chr.).  — 
1161/65  (Windgötter).  — 131!)  .Herakles  beim 
Mahle).  — 1311  (Aphrodite  Pandemos).  — 1319 
(religiöse  Ceremonie).  — V,  S.  90,  b (Gany- 
med?). — 1181  r.  (Affe).  — 1181  unten  (Tör- 
pforte?).  — Bein  eines  Thrones  568. 

Decoratives:  Altäre  V,  S.  90.  e.  1191,  1 — Can- 
delaberbasis  1191,  3.  — Marmorbecken  1191,  3. 
— Unbestimmter  Verwendung  1179,  b. 

Elfeniteinrelief  (4.  Jahrh.  n.  Chr.)  600. 

Mosaik. 

V,  S.  91  (Admet  und  Alkeslis). 

Architektonisch  verwendet. 

Giebelstatue  771  75. 

Capitell  (von  einem  Kundtempel  am  Tiber)  783  b 

ßasilica  Xeptuni:  Relief  (Provinz)  529. 

Amphitheater  von  Capua  Reliefs  539.  — Tier- 
köpfe 512. 

Colosseum:  Stuckdecnration  1191. 

Nimes:  V,  S.  90  c.  (Basilica  der  l'lotina,  2.  Jahrh. 
n.  Chr.).  - V.  S 91,  f. 

Zeitlich  in  den  Texten  nicht  fixiert. 

7 Nackter  Jüngling.  Bronzestatuette. 

22.23  Bacchisches  Köpfchen. 

28  Mädchen. 

29  Weiblicher  Kopf. 

34  Griechisches  Relief. 

35  Artemis  und  Endymion. 

38  Weiblicher  Kopf. 

44  Dionysoskopf. 

58  Apollo  als  Kind. 

65  Apollon. 

67  Hermes  (Scbamhaar  altertümlich). 

69/70  Zeuskopf  v.  Palatin. 

72a  Krieger  v.  Feldzeichen? 

73b  Dionysos. 

75  Satyrtorso. 

112  Artemis. 

123  Dionysoskopf. 

125  Gewandstatue 

144  {Replik:  IV,  S.  18,8)  Männl.  Torso  m.  Mantel. 

154  55  Herakleskopf 


171  Hades. 

185  Hermaphroditenherme. 

188/89  bärtige  Dionysosherme. 

242  Pucr  celetizon. 

347  Aphrodite. 

351  Eros. 

360  Apollon. 

361  Apollon. 

378  Reliefs. 

374  Fettschwanzschaf 

395  (Kopf;  der  rapitoliniachen  Flora  verwandt) 
4001.;  1478  r.  Satyrköpfe. 

466  66  Ariadnekopf 
468/69  Dionysoskopf 
490  Hvgieia. 

492  „Auguatua". 

533  Kybele. 

i 537/38  Hochreliefs  (Zeus  Ammon  etc.) 

541  Negersklave 
559d  Narkissos? 

566  Relief. 

694  B Nike  ohne  Flügel. 

704  Thcseus  und  Minotauros. 

722  Apoxyomenes. 

738  Grabstein  eines  Hahns 
743:44  Heraklesköpfchen  Long. 

755  Demeter. 

758  (vgl.  V,  8.  86,  a)  „Kallipygos,‘-Rellcf. 

770  „Aphrodite  F.pitragia“? 

781  Hera  (Typus  Stockholm). 

791  .Mädchenkopf. 

827  Löwe. 

838/39  Münchener  Artemis  v Gabii. 

906  Herakleeköpfchen. 

920  Männliche  Statue. 

962  „Apollonios  von  Tyana“. 

1041/42  „archaisierend“. 

1044  Ammonskopf. 

1057  Paris,  Bronze. 

1069  Dionysos. 

1071  Sitzende  Frau. 

1072  Sitzender  Pan. 

1074  Perseus  u.  Andromeda. 

1163  Relief  mit  Selene. 

11F6  Eros  u.  Anteros. 

1183  84  .Amazone"? 

1200  Paniskin. 

1240  Votivrelief. 

1243,  1 Desgl. 

1248,  2 Desgl.  (.später“). 

1254,  11  u.  12  Fries. 

1255  Relief  m.  Dreifuss. 

1262  Relief  in.  Dionysos. 


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79 


Zeitlich  in  den  Texten  nicht  fixiert 


80 


1263  Relief  m.  Komüdieuscene. 
1279/80  Basis. 

1282 — 84  Relieffragmente. 

1302  Relief  dee  Agathadaiinon. 

1303  Votivrelief  (Artemis) 

1813  Grabrelief. 

1324  Männlicher  Torso. 

1326  Grabrelief. 

1328  Votivdiskos. 

1332  Weiblicher  Torso. 

1336  Relief. 

1867  Silen. 

1418  Eros  o.  Hund. 

1421  Pan  u.  Dionysoskind. 
1423a  Athenatorso. 

1433  Schlafende  Nymphe. 

1452  Zeus. 

14761.  sitzender  Zeus? 

1477 L Jo? 

1479  d Eros. 

1479  e Epheeiache  Artemis. 

1479  f u.  g Asklepios. 

1486  c Cistenfuaa? 


1488b  Serapiaküpfchen. 

1490  (1499)  Capitoliniacher  Nil. 

II,  8.  24  Daphne. 

III,  S.  30  Pantheistische  Gottheit 

IV,  S.  18,  4 Jüngling. 

— — 9 Jüngling. 

— S.  19,  23  Hermeskopf. 

— S.  20,  31  Barbar. 

— — 8 Artemis. 

— — 4 Asklepios. 

— — & Fortuna. 

— — 6 Herakles. 

— — 8 Nackter  mit  Chlamys. 

— — 9 Artemis. 

— — 11  „Apoll". 

— — 12  Herakles. 

— 8.  21  Nymphe,  Torso. 

— S.  26,  b Bronzearm. 

V,  8.  86,  a Aphruditetorso. 

— S.  86,  g Serapiskopf. 

— 8.  91  h,  1 Bauern. 

— S.  117  (71)  Relieffragment 


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4 


81 


82 


V.  Sachregister. 


Abbozziert  147/48.  733/34. 

Acharnae  (F.  0.)?  1217. 

Acheloos  a.  Reliefs  1243.2.  1264,6. 1264,7  1329. 
Adana,  Kilikien  (F.  0.)  1060. 

Adgesius  Macrinus  V,  S.  90,  d. 

Adler,  b.  Apotheose?  709c. 

decorativ  V,  S.  90,  c. 

Admetos  u Alkeetis  (Mosaik)  V,  S.  90,  d. 

Adonis?  (sog. Narkissos)  1139. 

Aegis  Rildnng  257  (II  8.  55).  1310. 
b.  Imperatorenstatnen  816. 

Zutat  ? 226. 

Aegypten  (F.  0.)  901—906. 

Aegyptische  Kunst:  Löwen  601/2. 
vgl.  928/29. 

Frisur  1334/86.  1458  59. 
Griechisch-ägyptisch  V,  S.  80  (17). 

Aehren,  b.  Helios  811. 

Aeneas  ? 236.  600. 

Affe  1481  r. 

Afrikaner  1482/831.  Vgl.  1272. 

Agasias  von  Ephesos  733  34. 

Agathodaimon  1302. 

Ageladas  252  68  (243/44).  1090:92. 

Agorakritos  9 (I,  2, 8 17).  819.  836.37.  1169.1372. 
Aigcira,  Achaia  (F.  0.)  1243,1. 

Aigina  (F.  0.)  1267. 

Währung  in  Akragaa  769 — 61. 

Aigion  (F.0.)  631/32. 

Aischines-Portrait  (Zeit  etc.)  624. 

Aiscbylos,  Votiv  1240. 

Aithra  1126. 

Alz  (F.0.)  1102/3.  V.8.80  (235.  218.  97.). 
Akragas  (Flußgott)  ? 769—61. 

Alabaster  1105.  14801. 

Alais  (zwischen  A.  u.  Anduze,  F.  0.)  V,  8.  87,  f. 
Alexander  ? Barracco  328,29, 

Erbach  1448—50  Amu. 

Magnesia  1448—50. 

? Parma  (Bronzestatuette)  73a. 


? ? von  Privernum  481/32. 

Rondanini  1448—60. 

Alkamenes  248/49.  257.  279.  331.  401/2.  457/58. 

494.  514/15.  647—49. 878/74.  889/90. 934. 
1129.  1256. 

Alkestia  (Mosaik)  V,  8.  91. 

Alkibiades,  sog.  966—67. 

Altar  818.  V,  8.90e.  1494  a. 

(Arula)  597/98  (IV,  8. 66). 

Amazone  172. 

? 1086-89  (Kopf  Ueyl).  1188/84. 

Mattei  324  ; 8 (falsch). 

Sosikles  149/50  (I,  2,  S.  20);  888-90;  1117. 

bis  18;  1130. 

„Strongylion*  772/73. 

Amestratoa  (Mistretta,  F.  0.)  646. 

Amethyst  297. 

Ammon  398/99  A (Typen  des  6.  Jahrh.).  538. 
1044. 

Amphiaraos  1266/67.  1268. 

a.  Votivrelief  1215.  (1240). 

Amphitryon  a.  Relief  1264. 

Amphoren  920.  Palaestra  1269. 

b.  Pan  1072. 
sepulcral  1311. 

Amymone,  sog.  696c;  712;  1496. 

Anakrcon  312/13. 

Andromeda  1074. 

Andros  (F.  0.)  527. 

Anteros  1166. 

Antinous  1174. 

(Neapel)  446—48. 

Anllocbos,  Künstler  274/75. 

Antiphanes  v.  Paros,  Künstler  213—15;  636/36. 
Antisthencs,  Portrait  672. 

Antoninus  Pins  266.  IV,  8.  21. 

Antonius  Musa,  sog.  718. 

Apellcs,  Aphrodite  1144. 

Aplirodisias,  Aphrodite  927. 

Kunstschule  166—70.  356. 


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83 


Sachregister 


84 


Aphrodite  204,06.  347.  604  b.  875/76.  1106.  1270. 
1461.  V,  8.86(a). 

? 181/82.  1121/22.  IV,  S.  19,  14. 

Anadyomene  1144. 
d.  Apelles  1144. 
v.  Aphrodisias  927. 
v.  Capua  1307/08. 

Capitolinischc  767;  141617. 

sog.  von  Epidauros  629,30;  822;  1361.  Vgl. 

819. 

Epitragia  770. 
vom  Esquilin  481/2. 

Genetrix  604c;  1131. 

Kallipygos  768. 

Knldische  146;  216-18;  IV,  S. 21 ; V,  S.  87, f. 
Medici  IV,  S.  20,1. 

Fandemoa  1314. 

Sandalenbindend  1060/61. 
v.  Syrakus  758  (1144);  V,  S.  86,  d. 

Urania  (Neapel— Faris)  512/18. 

Valentini— Odescalchi  1169. 

sieh  waffnend  1307/08. 

mit  aufgostiitztem  Fuß  1353. 

mit  der  Göttermnttcr  idcntißciert  724. 

bei  Koraraub  1327. 

bei  Schmückung  der  Braut  597/98. 

Apollon  9 (Kopf).  65.  360.  361.  459-61.  812/13. 
885.  IV,  S.  18,  6.  1079  (Kopf).  1098. 
1486  d (Statuette). 

? 18.  186/87.  206/7  (sog.  jugendlicher  Zeus). 
IV,  8. 18,  5. 1097  (Kopf).  1323.  V.  S.  88, 1.  I 
1448-  50. 

Actius  334  ; 544. 
sog.  (archaisch)  1380/81. 
ßarberinl  836/37. 

Belvedere  1495;  1499. 

Kassel  459  (IV,  S.  60  f);  507/8;  605  c;  705. 
a.  Kind  ? 68. 

Kitbarodos  708.  1180/81. 

Krateanos  UI,  S.  31. 

Lykcios  276  (Kopf);  836  ; 340  (Kopf);  V, 

S.  86  e. 

Mantua  208/9. 

„a.  d.  Omphalos*  452-54  ; 625/26  ; 802/3; 
849/60. 

Pamopioa  516/17. 

7 Parthenonfries  727. 
d.  Philiskos  U,  S.  28,  32. 

Pitti  208/^. 

Sauroktonos  768. 

Sitzend  266  ; 276  (doch  vgl.  II,  S.  55). 
v.  Sparta  617—20. 

Stroganoff  677/78. 


Venedig-Pal.  Vecchio  842 ; 823/24 ; IV,  S.  19, 
17;  vgl.  480. 

„tn.  d.  Wasservogel“  1148. 
a.  Basisrelief  544. 

Votivreliefs  1251;  1252. 

A.  u.  Musen,  Relief  373  a. 

? Relief  V,  S.  117. 

Apollonia  (Stadtgüttin)  ? 560. 

Apollonios,  Künstler  1497. 

Apollonios  v.  Tyana,  sog.  962. 

Apotheose  7 709  c. 

Apoxyomenos  580.  722. 

Aquileia  (F.  0.)  579.  593. 

Archaistisch  425  —28.  554  (IV,  S.  66).  818.  1299. 

1816/16  1409. 1432/38. 1462.  Vgl.  396. 587  B. 
Archandros,  Votivrelief  1242. 

Ares  vgl.  331 

Borghese  1125. 

Ludovial  89/90  ; 254/66  ; 634  35  ; 882/38. 
Ariadne  ? 466/67. 

Ariatarche  1246,2. 

Aristogeiton  99 
Aristonautes  695—97, 

Aristoteles  126/27. 

Arles  (F.0.)7  1419. 

Artemis  112.  864/65.  899/900.  919.  IV,  8.  18,  7. 
IV,  S.  20,  3.  IV,  S.  20,  9.  1161.  1332. 
1333.  1356  57. 

7 IV,  S.  19,  14.  IV,  8 20,  7.  1179. 

Colonna  (Kopf)  1076/77;  1206,6. 

Dresden  133.  1252. 

Ephesische  1479  e. 

Oabii  (München)  838,39. 

Gabii  (Paris)  769. 

Larnaka  603. 
v.  Lesbos  vgl.  47Q/71. 

Votivrelief  628.  1261.  1262.  1803. 
Basisrelief  544.  (Koraraub)  1327. 

A.  u.  Endymion  35. 

Gefährtin  der  Artemis  (Knüchelspielerin) 
1073 

Artemisios  1085. 

Artikleidea  1215. 

Arzt,  Votiv  von  Ärzten  1236. 

Asklepios  24.  121/22.  124.  '295.  604  a.  718.  719. 
720.  UI,  S.  29/30.  XV,  S.  20,  4.  1317. 
1319/20.  1479  f.  1479  g. 

7 721. 

d.  Alkamenes?  889/90. 

Boboli  285;  553. 

Caracallathermen  1268. 

Dresden  (.Zeus“)  853,54. 

Melos-Athen  915. 


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85 


Sachregister 


86 


Paris  262. 

Petersburg  306;  vgl.  1156/57. 
Riccardi-Beriin  306. 

Uffizicn-Orlandi  92/98  ; 240/41. 

Unbärtig  1140/41. 

A.  n.  Hygieia  1060. 

Votivrelief  1219-32.  1284/36.  1238.  1246,  5. 
1306.  1479  a. 

— 7 595B.  1233.  1239.  — A.  und  Athen* 
1237.  1256.  — A.  u.  elcuainiaehe  Gott- 
heiten 889/90.  1236.  — Vgl.  679/80. 
Basis  einer  A. -Statue  V 819. 

Sohne  des  A.  1234.  1236. 

Aspasia,  sog.  936/37. 

Aspergillum  1431. 

Atalanti  (F.  0.)  636/36. 

Athen  (F.O.)  569.  564.  686/86.  587  A.  588.  596  A. 

621-23.  639/40.  704.  709a.  719.  720.  827. 
889/90.891. 1041/42.  1044.  1210/11. 1264. 
7 561.  1193. 

Akropolis  1086.  — Unterhalb  der  I'ropylaeen 
1274.  - Sildfuß  1212. 1233—37.  1242. 
Asklcpieion  1219  - 32.  1239. 

Attalosstoa  1207-9. 

Diogeneion  (II.  Dimitrios  Katiphnris)  1259 
bis  1261. 

Dionysostheater  714.  1262. 

Dipylon  644—46.  — 71264,11/12. 
b.  Ilias  os  560.  698—701. 

Köaigl.  Garten  705. 

Olympielon  627/28.  Vgl.  706. 

Pansgrotte  1248,3. 
b.  Tbeseiun  1216. 

Zappeion  717.  718. 

Umgebung  1248,2.  1436/87. 

Athena  16.  68.  257  449-  61  554  834  36.  IV,  S.  19, 
20/21.  1075.  1106.  1372.  1423a.  1445  b. 
1473  74.  1479c.  Vgl.  243/44. 

Albani  1113/14 
Brescia  194—  96. 

Farnese— Hope  514  15;  1105  (Kopf). 
Giustiniani  226.  Vgl  497. 

Hermen  (Neapel  — Capitol)  433/34  ; 939/40. 
Inee  ßluudell  (Stockholm)  168;  942, 43;  1129; 

Vgl.  226. 
l-etnnia  vgl.  1256. 

I.eptis  vgl.  613  - 16. 

Medici  706  a;  1276. 

Parthenoa  274/76  ; 301/02  ; 575/76;  1304/05. 

Reliefe  560;  1213;  1214;  1237;  1277. 
Kospiglioai  111  (I,  2,  S.  19). 

Sitzend  1310. 

Velletri  vgl.  1129. 


Urkundenreliefs  560.  1212.  1213.  1214. 1216. 
Votivreliefs  1237  (mit  Asklepios).  1276  bis 
1278. 

Verschiedene  Reliefs  818(19.  1256.  1327. 
1370. 

Athlet,  ikonische  Statue  1482/83 1. 

Athletenohren  b.  Hermes  ? 1, 2,  S.  18  (52 <53). 
Atlant  (Satyr  aisA.?)  293. 

Atlas  7 1486c. 

Atticianus  v.  Apbrodisias  356 
Atlis  263.  III,  S.  80. 

7606  a.  960. 

Auge  und  Herakles  385  (IV,  S.  68). 

Augen,  eingesetzt  in  Bronze  569—72.  1064.  1105. 
1452. 

in  Marmor  304.  393.  403,04.  435/36.  464 
bis  466.  466  67.  575/76.  654  55  b.  836/37. 
1111/12.  1201/02.  1340/41.  1387/88. 
Augensterne  und  Pupillen,  plastisch  angegeben;  17. 

25.  103-05.  126/27.  166.  166-70.  266. 
303. 308,9. 478. 487. 669  e.  627/28.  639/40. 
742/43.  781.  869-62.  920.  931.  932/33. 
964.  992.  998.  1016  - 29.  1081-36.  IV, 
S.  18,7.  IV,  S 19,16.  IV,  S.  19,26.  IV. 
S.  20,28.  1050.  10641.  1083.  1084.  1161. 
1170.  1366.  1407/08.  1409.  1413.  1447. 
bei  buntem  Stein  502/03. 
antik  ? 1456/57.  Modern  281/82.  1078. 
fehlend  1030. 

Angensterne  durch  Farbe  angegeben  26.  525/26 
1086  bia  1089. 

Augsburg  (F.  0.)  1066.  IV,  S.  25  b (bei  A.  im  Lech). 
Augustue  863.  1002.  IV,  S.  20,33.  Vgl.  737. 

Aurora  579. 

Bacilli  1431. 

Ballspiel  b.  Eros  361. 

Barbaren  1030.  1423  b.  II,  S.24. 

?IV,  8 20,31. 

Barcola  (F.O.)  589—91. 

Basalt  94/95.  694  A. 
ßnsileia  7 595. 

Basis,  eigentümliche  Form  35. 

Reliefs  644.  587  B.  819.  1279/80.  1285  1327. 
7 1265.  1262. 

Bein,  Material  1488  b. 

eingesetzt  in  Bronze  669—72. 
ßendis,  Typus  verwandt  für  Artemis  1251;  für 
Dionysos  1262. 

Bithynier  71273. 

Bogen  auf  Pfeilern  1370. 

Boldion  1240. 

Bonus  Evcntus  7 1065. 


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87 


Sachregister 


88 


Boot  1258.  1259.  1261. 

Bouillargues  (F.  0.)  V,  S.  86.b. 

Bovillae  (F.  0 ) IV.  S.  35. 

Braut,  Schmückung  597/98. 

Brindisi  (F.O.)  1197/98. 

Bronze:  Statue  569  — 72. 

Kopf  1058:69. 

Maske  1082. 

Arm  IV,  8.25, b. 

Pferdekopf  1062'63. 

Statuetten  7.  8.  71—78.  82.  504.  577/78. 
5941.  u.  r.  III,  S.  30.  772/73.  1061-67. 
1060/61.  1288.  1382  83  1445.  1452.  1469 
bla  1475.  1486/87. 

Blech  (altitaliach). 

Kanne  II,  S.  13. 
vergoldet  1062,63.  1486  o. 
mit  andern)  Material  vereinigt  569—72.  1105. 
Vgl.  699. 

Zutaten  aua  B.  192/93  194  - 96.  539/40.  589 
bis  691.  1172.  1329.  1342/43.  1358.59.. 
1384.  1427. 

Brunnenfiguren  183  (vgl.  536).  704.  1371.  1389. 
Vgl  532. 

BruBt,  stark  entwickelt  b.  Jüngling  559  e. 
Brustwarzen,  Umrissen  704. 

Uryaxis  77/78. 

Büste  (antik)  2G3.  264.  273.  II,  S.  24  777/78.  794/95. 

811.  1027.  1084.  1172.  1178.  1192. 

Bulc,  auf  Urkundenrelief  1216. 

Caesar  130/31.  202/03.  234/35  1000/01. 

? 1195  a. 

Campus  Martins  vgl.  IV,  S.  20,28. 

Candelaber,  etruskisch  80/81. 

Basis  1381.  1399—1401.  1494,3. 

Cajiitell  d.  Xenvares  612. 

römisch  783  b. 

Capua  (F.  0.)  522/23. 

Amphitheater  529  ; 542. 

Caracalla?  1029. 

Celetizon  242. 

Ceres  (Römerin  als  C.)  792/93.  V,  S.  86  (b). 
Chalcedon  vgl.  1451. 

Chariten  731/32.  846.  927.  Vgl.  1121/22. 

7 1132. 

Chiton:  doppelt  496. 

durchscheinend  62  b.  227.  724.  1350. 
Copistenzutat  712. 

Choreg?  1255. 

Chrysapha  (F.O.)?  1265. 

Cistenfuaa?  1486  c. 

Civita  I.avigna  (F.O.)  406—8. 


Clytia,  sog.,  vgl.  293. 

Coelia  Concordia  1147. 

Conturen  b.  Reliefs  durch  Eintiefung  hervor- 
gehoben 608. 

Copien  und  Copisten. 

Datierung:  Ende  des  4.  Jahrh.  v.  Chr.  243  14 
Uellcnistiscb  710/11. 
vor  79  n.  Chr.  610/11. 

Antoninisch  92/93  (vgl  240/41).  480. 1060. 
Atelier  des  2.  Jahrh.  n.  Chr.  1438—40. 
Umbildung  zu  Athena  257  (doch  vgl.  II, 
S.  55). 

bei  Hennen  240/41. 

zu  Hermes  1442/48. 

zu  Isis  1175a. 

zu  Muse  9 (vgl  257), 

zu  Portraits  25  (I,  2,  S.  18).  266.  718. 

Vgl.  718. 
bei  Reliefs  1350. 
zu  Satyr?  1168. 

Umstilisierung  ? 494. 

Varianten  211/12.  213—15.  226.  240/41.  257 
(II,  865).  898  99  A 433,34.  500.  512  13. 
516,17.  567.  714.  717  ;782)  731/82.  769. 
866  —68.  939  40.  1127.  1129.  1131.  1371. 
1378/79.  1442/43.  1448-50  (Anm  ). 

? 12/13  (I,  2,  S.  17). 
d.  Attribute  1175a 
b.  (irabstatuen  631,32. 
b.  Portraits  240/41. 

Weggelassenes  226. 

Zutaten  208/9.  832/33. 

Aogis?  226. 

Chiton  712. 

Chlamys  103  - 5 (1, 2,  S.  18).  206/7.  ? 808. 
Diadem  248/49. 

Füllhorn  1186. 

Kranz  335. 

Schläfenlöckchen  248/49. 264. 583/84.941 . 

• 1086—89. 

Untergewand  654. 

Zähne?  252/53. 

zweiter  Hand  (Copien  nach  Copien)  I.  2, 
S 19  (141).  600. 
im  Gegensinne  IV,  S 18,2. 

Corfü  (F.  0.)  601/2. 

Cornutus,  Grabgruppe  801. 

Daduchos?  637/38. 

Daker  (Unterschied  von  Persertracht)  502/3. 
Damophon  1358/59. 

Daphne  II,  S.  24. 

Daphnia  und  Pan  558;  1482  r. 


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89 


Sachregister 


90 


Dareios  I und  Telcphanes  1 127. 

Dea  Syria,  Votiv  156. 

Deinomcncs;  Jo  524 
Deloa  (F.  0.)  »46.  7706a 
Delphin  a.  Grab  V,  S 90, d. 

Demeter  91.  279.  765.  907.  1412. 

7264  (II,  S.  60).  467  68. 

u.  Plutos?  707. 

a.  Votivrelief  47.  1236.  1241 
a Parthenonfries?  726. 
typische  Gewandung  357. 

Demosthenes  V,  S.  117. 

Diadem,  eigentümlich  868/59.  664  (III,  S.  52) 
838/39.  928/29. 

Copistenzutat  248/49. 

Diadumenos  n.  Polyklet  190/91  (I,  2,  S.  20);  446; 
847/48;  866  -68;  1186;  1476M. 
Petworth  308/9. 

Diakritos  1336. 

Dido?  600. 

Dienches,  Arzt  1236 
Dii  Lucrii,  vgl.  1055. 

Dike,  fälschlich  sog.  629/30  ; 822. 

Diogenes  1407/8.  ?530. 

Diomedcs  809/10. 

Dionysos  44.  78  b.  123.  146.  269.  325.  468,'69. 
683/84.  844,45.  1046.  1055.  1069  1390. 
? 22/23.  125.  275/76  (II,  8.  65).  723.  1323 
1366 

bärtig  188/89.  1480  r. 
a Kind  b.  Pan  1421. 

b.  Satyr,  vgl.  166/70. 
b.  Silen  643. 

Richelieu  u.  verw.  1142/43. 

„Sardanapaüos*  567;  714. 
m- Satyr  (od.  Eros)  1355. 
in.  SticrhGrnern  1123/24. 
tanzend  501. 

v.  Tivoli  1168. 

a.  Relief  19.  1262.  1400. 

Votivrelicf  1248,1. 

Parthenonfries  ? 727. 
llasis  einer  D.-Statue  ? 1262. 

Dioskurcn  IV,  S.  19,25.  1311.  1858/59. 

7 537. 

Votivrolief  1243,1  1245,1  1254,2. 
Diptychon,  Pseudo-  600. 

Diskoboi  Ludovisi  245  4 6 (248/44). 

n Myron  54/55  ; 500  ; 777-80;  88182;  886 
Relief  1336. 

Diskos  (Votiv)  1328. 

Dithyrambus  a Relief  ? 1255. 

Doidalsas  von  Bithynien  181/82.  204,5.  386/87 


Doryphoros  94  95  (1,  2,  S.  18);  116/17;  211/12; 

305;  509;  610/11;  1338/39. 

Dreifuß.  Relief  1255. 

Drusus  d.  J.  ? 1003. 

Ei  1311. 

F.idechse  b Eros  IV,  S.  25. 

Eircno  840—43 
Elektra,  Typus  115364. 

Elcusis  (F.  0.)  637/38.  677/78.  679/80.  1243,2  1249 
Elfenbein,  Relief  600 

Statuette  (archaisch)  vgl.  1382  83. 

Zahn  1475c. 

Endymion  36.  — Sarkophag  IV,  S.  48. 

Eos  7 579. 

Epeuches  1236. 

Epbebenurk unden  1258 — 1261. 

Ephesos  (F.  O.)  Terracotten  111.  S 30. 

Epibomios  332. 

Epidinros  (F.0.)  629/30.  710/11.  1266.  1270. 
Epikur  974.  IV.  S.  20,30. 

Epione  1233  1306 

77  1222. 

Eretria  (F.  O ) 624. 

Eros  361.  606  a.  739.  828/29. 

7 1460.  1479  d. 

u.  Anteros  1166. 

v.  Brauron  vgl.  1/2. 

Centocelle  141. 

7 b.  Dionysos  1355. 
m Hund  1418. 

u.  Narkissos  (?)659d. 

v.  Palatin  74. 

b.  Priap  V,  8. 18  (218). 
u.  Psyche  1070. 
schlafend  IV,  S.  25. 
u.  Selene  551. 

a.  Terracottarelicf  597/98. 

Eroten,  ringend  891. 

b.  Priap  V.  8.81  (213). 

Kuanglos  1240. 

Enbuleus  17;  424. 

Eukolos,  Heros  1434 

Euphranor  226.  316  446  - 48  885.  1125.  1197/98. 

IV,  S.  19,  25. 

Knpompos,  Maler  1258. 

Europa  600. 

Eurydike  7 1066. 

Eutaxia  1086. 

Eutychidee  264  (III,  S 50).  14801. 

Faekcllauf  1261. 

Fälschungen  8.  236  (Krührenaissancc  II,  S.  56; 


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91 


Sachregister 


92 


III,  S.  50,.  400  Anm  577/78.  III,  S.  13. 

IV,  S.  36  (vgl.  437/38).  1294/95.  1296/97. 
? 10/11.  5941  1070.  1078.  1192.  1416,17. 

1445M.  1463/64. 

mit  Unrecht  für  falsch  erklärt:  99.  108  bis 
110.  1082. 

Falterone  L Umbrien  (F.  O.)  816. 

Farbe,  Spuren  26.  526.26.  688  A.  904.  995.  1037. 
1171.  1467,68. 

? 603.  604  a.  905.  906. 
vorauszusetzen  663.  739.  837.935-  1086  — 89. 
1220.  1258.  1268.  1329. 

Farbiger  Marmur.  Zeit  602  8. 

Faunus  7 293.  415/16. 

Faustina  d.  Ae.  1024. 

d J.  (Haartracht)  1022. 

Faustkämpfer  20.  1483. 

Feldzeichen  7 72a.  14451. 

Fell,  Musenatiribut  395. 

Fermo  (F.O.)  7 594C. 

Feronia  7 579. 

Fettschwanzschaf  374. 

Flamme,  plastisch  1230;  vgl.  666  (IV,  S.  66). 
Flöten,  eigentümliche  1370. 

Flügel  Uber  dem  Gewand  1469. 

Flußgott  669—72. 

7 756. 

Fortuna  921.  IV,  S.  20,5. 

Fortunac  7 400  c. 

Fransen  an  Himatlon  736. 

Frosinone  (F.  O.)  1186. 

Fucineraee  (F.O)  1037. 

Füllhorn,  geriefelt  etc.  243/44. 

Fulvia,  Frisur  1007. 

Gallier  237/38. 

Ganymed  239.  247.  Vgl.  1125. 

von  Falerone  206/7.  IV,  S.  57. 
a.  Relief  V,  S 90, b. 
fälschlich  sog.  206/7. 

Gazelle  642. 

Gemmen  12991. 

archaisierend  1432/33. 
d.  Aspasios  1277. 

Copien  v.  Reliefs  1162. 
in  München  IV,  S.  21. 

Genua  (F.O.)  71358/69.  1410/11. 

Gersthofen  (F.  O ) 1065. 

Giallo  antico  1045. 

Giebel  als  Reliefbckrünung  1311. 

Giebelstatuen  774/75. 

Copien  nach  G.  756. 

7 7 706  a (IV,  S.  66). 


Gigant  400  b.  1440. 

Girgenti  (F.O.)  553.  759  - 61. 

Gladiator  III,  S.  13.  741. 

Glykon  von  Athen  738/34. 

Gold,  Vergoldung  111,  S.  13.  1062/68.  1486c. 
Gortyn  (F.  O.)  742.  111,  S.  30. 

Grabrcliefs  564, <65.  586/86.  587  A.  588  658-703. 

738.  740/41.  950  -62.  IV.  S.  19,19.  1067. 
1085.  IV,  S.  48.  1257,  1298.  1301.  1313. 
1326.  1350.  1424.  1431.  V,  S.90,d.  14811. 

? 1302. 

Zweimal  benutzt  688  A.  1039,40. 
Grabstatuen  66.  621-23.  631/32.  709  c.  786—87. 

798.  801.  908—12.  953/54.  IV,  S.  18,  10. 
Granit,  schwarzer,  vgl.  898/991. 

Grotte : Form  v.  V oti vrelicfs  1242. 

Guarigue  (F.  O ) V,  S.  86,  c. 

Günz  (F.  0 ) 1060/61. 

Gürtung  als  chronologisches  Indiciuin  494.  836  bis 
837.  1254,6. 

dicht  über  der  Scham  286.  360.  561  788. 
Guirlande  473.  587  D. 

Hades  171.  413/14. 

7 267/68. 

a.  Votiv  1253. 

-kappe  1113/14. 

b.  Koraraub  1327. 
lladrian  1014 

Weihgeschenke  des  U.  166—70. 

Hahn  b.  Dioskurcn  1243,1. 

Grabrelief  738. 
b.  Men  1247,1.  1248,2. 
b.  Morcur  1066. 

Harmodios  114/15.  Angeblich  9G. 

Hase  542. 

7 587  C. 

Hebe  u.  Herakles  527. 

Hekate  7 606a. 

Ilektor  7 71162. 

Helios  109/70.  811.  1172.  1465/66.  Vgl.  927. 

7 206/7. 

Herrscher  als  II.  776. 

Helm  1487b.  Vgl.  677/78.  695—97. 

Hephaistos  818.  Vgl.  880/31. 

angebl  1256 
Hera  248/49.  781. 

7 457/68. 

Ilarberini  873/74;  280. 

Borghese  257  ; 280  ; 457/58;  873/74.  IV, 
S.  62  (494). 

Campana  296 ; V,  S.  86. 

Farnese  vgl.  790. 


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93 


Sachregister 


94 


I.udoviai  vgl.  391/92.  1121/22. 

Olympia  (archaisch)  vgl.  792/53 
Herakles  64.  132.  154/55.  184  . 228  - 30.  231.  252 
bis  253.  485.  593  A,  743/44.  804.883/84. 
IV.  S.  20,6.  IV,  S.  20,12.  1064  a 1064  b. 
1146.  1321.  1375-77. 

? 243/44.  920.  956  -67. 

Alcxikakos,  vgl.  252  53  (243.  44). 
u.  Auge  ? 386  (IV,  S.  68) 

Farnese  I,  2,  8.  10;  346;  1489  A Relief 
1261. 

u.  Hebe,  Relief  527. 
b.  Mahl,  Relief  1249. 
mingens  393. 

u.  Omphalo  151. 

schlangenwürgend  1264.  ? 1422. 
skopasischer  85/86;  152/58;  164/66;  429/30; 
1167. 

i.  Thiasos  1494.8. 
trunken  71.  398.  ? 906. 

Hermaphrodit  186.  604  b.  872.  1463/54.  Vgl. 581,82 
sich  spiegelnd  1381. 
mit  Spitzohren  IV.  S.  59  (409/10). 

Relief  1494,3. 

kein  ü.  (trotz  stark  entwickelter  Brust)  559e. 
Herme  185.  398/99  A.  398/99.  413/14.  415/16. 
422/23.  427/28.  429/30  433/34.  441/42. 
830/31.  1117/18.  1119/20  1123/24.  1188 
bis  1189. 1315/16  1436/37.  14781.  1478r. 
Doppelherme  417-19.  1375-77.  1404 
Berührung  (auf  Sarkophagen  etc.)  764. 
a.  Grabstelen  588B. 

Ludovisische  243-  46.  252/53- 
m Inschrift  V.  S.  80  (97). 
m Palme  1191. 
a.  Relief  891.  892.  1166. 

v.  Sklaven  geweihte  V,  S.  91, g. 
als  Stütze  735,  1334/35. 

Herme»  67.  177/78.  808.  833/34.  IV,  S.  19,16.  IV, 
S.  19,23.  1066.  1375  -77.  1442/43.  Vgl. 
243/44. 

? 175/76.  332.  639/40;  134. 

Agoraios  vgl.  134;  639/40. 

Aigion  631/32.  Vgl.  213-15;  1138. 

Andres  89/90  ; 341;  715;  847/48  ; 877/78. 
? 520^21. 

Atalanti  635/36.  Vgl.  213-15;  1138. 
Chinnery  vgl.  505/06. 
m.  Dionysoskind  103—05. 
m.  Eros  1065. 

Kaduiilus  ?606a. 
a.  Kind  IV,  S.  19,11.  1444. 

Lansdowne  vgl.  213-15.  1138. 


Ludoviai  83/84  (I,  2,  S.  18);  270/71 ; 1103/04  , 
1127. 

v.  Palatin  52/53  <T,  2,  S.  18). 

I’itti  213-15;  vgl.  1138. 

Portrait  a H 25. 

Richelieu  vgl  213-15;  685/36;  1138. 
v.  Troizen  638/34. 
a.  Reliefs  628.  1327. 

a.  Votivreliefs  1244.  1248,3.  1254,6-  8.  1329 
Uennogenes  1345  —48. 

Ucro  u.  Leander  1038 

Hcrodes  Atticus,  Weihgeschenke  166—70. 

Heroenreliefs  1279  80.  1:400.  1312. 

Hierophant?  1299  r. 

Hippokrates,  Votiv  1240. 

Hirsch  542.  1487  a. 

Hirt  1152.  1171. 

Homer  ?(„Apollonios  v.  Tyana“)  962. 
Homerillustration  vgl.  600. 

Höre?  1132. 

Hula  (F.  O.)  III,  S.  13. 

IIuud,  chthooisch  1312. 

Hydra  883/84. 

Hygicia  62a.  227;  916.  273.  490.  710/11.  799.  817. 

. 819.  1175a.  Vgl.  267.  1185. 
u.  Asklepios  1050. 

Hope  717;  782. 

a.  Yotivreliof  561.  1226.  1228.  1230.  1231. 
1232.  1234. 

? 1222-25.  1227.  1229. 
a.  Urkundenrelief  1215. 

Hypnos  a Sarkophag  IV,  S.  48. 

fälschlich  sog.  1442/43. 

Ilypsas  ? 569  — 72. 

Iaso  a Votivrelief  1220.  1221. 

Idol  a.  Stütze  601  b. 

Ikariosrelief,  sog.  763. 

Iuveutarnumuicr,  antik  859—62. 

Io  624.  14771. 

Isis  57.  179/80. 

a.  Relief  587  D 
Iuba,  sog.,  Athen  1207—09. 

Stockholm  vgl.  644—46. 

Iulia  Mamaea  ?4S7  (1.  Domna?).  1430. 

Iuppiter  Capitolinus  1497. 

Kalamis  50  61  (1, 2,  S.18).  398. 99  A.  441  42.  481,  82. 

627,28  1090-  92,  1118  14. 

Kallimachos,  Künstler  1201/2. 

Kalliope  II,  S.  27,99;  II,  S.  28,31. 

Kallisto  ? 600. 

Kantbarosmänner,  sog  1265. 


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95 


Sachregister 


96 


Karikatur  1476. 

Karyatide  297;  1176.  783a.  869-  62.  Vgl.  9. 
Kentaur  887.  1391. 

a.  Panzencbmuck  984/86. 

Keoa  (F.  0.)  893. 

Kephisodot  d.  Ae.  103  6.  331.  353.  398  99  r.  406 
bis  408.  665.  707.  636/37.  840  -43.  893. 
1829.  1386  86. 

Kerberos  171. 

Klaudia,  Grabrelief  588  A. 

Klaudos,  Torso  v.  K.  vgl.  V,  S.  86  (c). 

Kleomenes  von  Athen  1127. 

Kleon  von  Sikyon  1144. 

Knöchelring  1125. 

Knöchelspielerin  1073. 

Königsbinde  525/26. 

? 975/76.  977/78.  1006.  Vgl.  1448  - 50. 
Komödienszene  3.  1263. 

Konstantinopel  (F.  0.)  III,  8.  80. 

Kopf  besonders  gearbeitet:  307.  310.  326.  357. 

364  65.866.  514,15.  525/26.  673/74.  603. 
662  53.  708.  766.  782.  836  37.  907  924. 
926.  941.  1071.  1113  74.  1176.  1180/81. 
1182.  1186.  1190.  1196.  1310.  1824.  1333. 
1842,  48.  1858/59.  V,  8.  86,  a.  V,  S.  117. 
Kopftuch  232/33. 

b.  Athlet  1207-09. 
b.  Herakles  743/44. 

b.  Hermaphrodit  1453/54.  Vgl.  872. 

Kora  889.  1199. 

? 613-16. 

Alban!  449;  1115/16:  497  Anm. 

Raub  d.  K.  1827. 

auf  VotivreUefs  47.  889/90.  1236.  1253. 
Korinna  1188/89. 

Koe  (F.  0.)  1043. 

Kosmeten  vgl.  1019. 

a.  Reliefs  1258-60. 

Kreeilas  308,9.  812/18.  388  -90.  1051.  1177. 
Kritios  u.  Nesiotee  99.  114/15.  208  9.  550.  1098. 

I,  2,  8.  18  (25). 

Kronos  801.  III,  S.  29. 

Kurai  ? 1250. 

Kybele  633.  606  a.  1395. 

Scheidung  von  Kybele  u.  Tyche  etc.  391/92. 
784. 

Votivrelief  1250. 

Kyprisch  1039/40.  1289/90. 

Kythera  (F.  O.)  1254,2 

Kyzikos  (F-  O.)  1358.  Terracotten  III.  S 30. 

Lachares,  Dekret  560. 

Läufer  ? 552. 


Lagina,  Fries  1345  - 48. 

Lamia  (F.  O.)  611/42. 

Landschaft  a.  Relief  vgl.  1162;  1242. 

Lanuvium  (F.  0.)  406—08. 

Laokoon  vgl  555/56. 

Larissa  (F.O.)  1251.  1252. 

Leda  536.  401,2;  788. 

fälschlich  sog.  183  (vgl.  536). 

Leiter  b.  Aphrodite  Pandemos  1314. 

Lekythos  (Grab)  587  A. 

Leocharee  239.  247.401/02.  641  42.  737.  1448-50. 
Leto  a.  Votivrelief  1251.  1252. 

a.  Basisrelief  544. 

Ijlier  vgl.  1351/62. 

Licinia  Flavilla,  Grabrelief  V,  S.  90,  d. 

Lictor  1431. 

Liegefalten  II,  8. 24.  487. 494.  637/38. 686—89.  786 
Lippen,  umrindert  1210/11. 

Livia  1368/69. 

Löwe  633.  542.  546  601/02.  825/26.  827.  1487  a. 
Lucilla,  Haartracht  1022. 

Luku  1245,5. 

| Luni  (F.  0.)  1868/69. 

Lykioa  532.  1299  I. 

Lyrischer  Dichter  71194. 

Lyaander,  Herme  V,  S.  80  (97). 

Lysipp  132.  264.65.  804.  811.  318.  323.  846.  431/32. 

504. 636/36.656, 57. 733, 84.832  33.  879/80. 
975  76.  1146.1146.  1291/92.1321.1407/8. 
1419.  1463  64.  1489.  I 2,  8. 10. 

Machaon  ? 1234. 

Maenade  IV,  S.21.  1399.  1419. 

7 395. 

a.  Relief  10/11. 

Malerei,  Vorbilder  f.  Plastik  1144. 1249. 1258.  1264. 
Marc  Aurel  IV,  8.2l. 

Marino  (F.O.)  1438  - 41. 

Marmor,  bnnter  502/3. 

.giailo  antico“  1045. 

„phrygischer“  1441. 

Schwarzer  857.  1482/831. 

Mars  63. 

Masken  643.  892.  V,  S.90,b. 

Haravaa  1441. 

Wettstreit  m.  Apoll  71370. 

Massinissa,  sog.  (Capitol)  437/88. 

Mauerkrone  b.  Kybele  (u.  Tyche)  891/92.  784. 
Maiiminus  Thrax  7 1028. 

sog.  Ludovisi  I,  2,  S.  17. 

Medusa  1442/43  Anm. 

Megalo  Chorio  (Thera,  F.  O.)  736. 

Megara  (F.  0.)  1254,8. 


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97 


Sachregister 


98 


Megiste,  Statue  724. 

Meleager  48;  277/78  (V,  S.  67);  618/19. 

a.  Relief  ? 1162. 

Melite.  Grabrelief  665. 

Mclouenfrisur  1188  89.  1291,92.  IV,  S.  19,  15. 
Melos  (F.  0.)  715. 

Melpomene  IV,  S.  26  (22). 

Meuiphia  (F.  0.)  IV,  S.  22. 

Men,  Votivrelief  1247.1.  1248,2. 

Menander  610/11;  1446. 

falsch  II,  S.  IS. 

Menandros,  Votiv  1254,2. 

Menekrateedenkmal  (C'orffi)  601/02. 

Menülaos,  Künstler  258—61. 

Mercnr  u.  Amor  1065. 

Mellpunkte  18.  888. 

Meter  u.  Aphrodite  724. 

„Methe“  vgl.  743/44. 

Metrodor  559  b. 

Minotauroe  704. 

Mithras  ?960. 

Mitradates  1247,1. 

Mnesimachos  1231. 

Mnesitheos,  Arzt  1236. 

Modius  Asiaticus  vgl.  979—83. 

Molinstengel  b.  Eros  IV',  S.  25,  a. 

Molaasana  b.  Genua  (F,  0.)  1370. 

Mosaik  V,  S.  92. 

Münzen  Aigina  759  — 61. 

Ainos  341., 

Amastris  227. 

Athen  134  (639,40).  704  . 889/90. 

Korinth  1308. 

Mctapont  364,65. 

Neapolis  1213. 

I’ergamon  353. 

Rilniiseh  1003.  1007.  1024.  1179. 

Sclinunt  569  — 72. 

Muuichia,  Asklepiosheiligtum  1247,2 
Musen  9.  356.  397. 

?396.  496. 

d.  I’hiliskos  288  ; 497  SB.  11,  S.  26,22.  495 
(111,  S.  51).  1150. 

„Thespiaden"  291;  II,  S.  27,29;  11,  S.  28,31. 
290.  II,  S.  26,24.  II,  S.  28,80. 
Mustaphades  b.  Tanagra  (F.  0 ) 1250. 

Mynnion  1247,2. 

Myrina,  Terracotten  288.  1169.  1419. 

Myron  54  55  (1,  2,  S.  18).  101/2  (I.  2,  S.  18).  197 
bis  199.  213-15. 231. 240  41.  243  44.  306. 
318.320—22.500.504.505  6. 644  -46  777 
bis  780.  881/82  886.  935.  1090  -92. 
Mysterien  v.  Eletisis  637/38. 


Nacktheit  b.  Frauen,  archaisch  1382/83. 
Narkissos?u.  Eros  559  d. 

sog.  1139;  1175b,  1360;  1442/43;  IV,  8. 18,2. 
? 15  (1,2,8.17). 

Neapel  (F.  0.)  765.  766. 

Neapolis  i.  Thrakien.  Urkunde  1213. 

Nearchos  7 879/80. 

Neger  541.  1475c.  Vgl.  IV,  8.  20,31. 

Nereiden  a.  Seepferden.  Panzerschmuck  987. 

Nero  antico  502/03. 

Nerva  ? IV,  8.  20,32. 

Nikaia  (Isnik,  F.  0.)  743/44. 

Nike  350.  1445.  Vgl.  594  B. 

? 1179. 

v.  Samothrake  vgl.  1451. 
a.  Relief  562.  1279/80. 

Nikias  1231. 

Nikomedcia  i.  Bitbynien  (F.  0.)  555. 

Nimes  (F.  0.)  1412.  1421.  1427.  1430.  V,  S.  86.  V, 
S.  87.  1431.  V,  8.  90/91. 

Niobldcn  762;  1161.  820,21. 

Nonnen,  Tracht  1147. 

Nubier  49. 

Nymphen  IV,  8.21.  1435. 

a.  Votivreliefs  1242.  1248,2. 1244. 1248.2-3. 

1254,6  -8.  1274.  1329. 

Oberbächingcn  b.  Augsburg  IV,  8. 25,  a. 

Octavia,  Frisur  1007. 

Odysseus,  Sarkophag  543. 

mit  Achills  Leiche  ? 1487  b. 

7 ? 920. 

Öleingießer  222  —24.  (Petworth)  213 — 16. 

Ohr,  auffallende  Bildung  455, W 
Ohrringe  613-16.  650  51.  944  46.  1024.  1203,4. 
1342,43. 

Ohrsehmuck.  ionisch  1289/90. 

Omphale  a.  Herakles  151. 

Opferdiener  7 687 1. 

Paionios  579.  1179.  1180/81.  1856/57. 

Palme  b.  Athlet  550.  Vgl.  1258  ff. 

b.  Hahn  788. 
a.  Herme  1191. 

Pan  1072. 

a.  Allgott  7 415/16. 
a.  Atlant  vgl.  293. 
u.  Daphnis  558;  1482  r. 
u.  Dionysoskind  1421. 

Bitzend  592a;  709a;  1193. 
a.  Votivrelief  692  b.  1242.  1243,2.  1248,2/3 
1250.  1254,6—8.  1274.  1329. 
a neuattischem  Relief  1401. 


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99 


Sachregister 


100 


Panakeia  a.  Votivrelief  1220.  1221. 

Paniskin  1200. 

PantheYstisehc  Figur  IU,  S.  30. 

Panther  f.  Jagd  352. 

Panierstatuen  984/85.  987. 

Paris  1067.  1125. 

? 1378/79. 

Parnes  (F.O.)  1254,6. 

Parthenonsculpturen  887.  725—30. 

Parthenos  (v.  Neapolis)  1213. 

Pasitelea,  Schule  30/31.  161.  883,84.  1129. 
Pavonazetto  502/3 

Peiraieus  (F.  0.)  613—16.  665.  724.  1245,4.  1246,2. 
1247,2.  1254,7. 

7 1241.  1245,1. 

Peitho  a.  Parthenonfriet  ? 726. 

Peplostracht,  ungewöhnlich  731/32.  1469. 

Periuth  (F.O.)  III,  S.30. 

Perser  502/03.  1396-98. 

Perseus  (Heros)  1074. 

? 134 ; 639/40. 

(König)  ? 977/78. 

Pfannengriff,  archaisch  1382/83. 

Pferd,  Kopf  1062/63. 

chthonisch  1812. 

Pfersee  (F.  0.)  1062/63. 

Phidias  113.  138  39  (1,  2.  S.  19).  194-96  250/51. 
274  76.  301/9.803.  807.1112,13.  349.  397. 
435/36.  459  - 61.  186.  497.  612/13.  560 
575,76.  717.  863,54.  1094  -96.  1113  14. 
1161.  1218.  1214.  1216.  1237.  1268.  1277. 
1378/79. 

l'higalia,  Fries  vgl.  1345—48. 

Philipp  II  7965—67. 

V 7877f?8. 

Philiskos  288.  289.  1150.  1176  a.  II,  S.2H,  22. 
H,  S.  28,  32. 

Philokrates,  Grabrclicf  564. 

Philumenos,  Künstler  237/38. 

Phoenikisch  545.  546. 

Phrixos  ? 770. 

Phyromachos,  vgl.  718. 

Pilos  b.  Uioskur  vgl.  1358/59. 

Pinienkranz  b.  Kaiserport rait  1351/52. 

Pisa  (F.O.)  7 599. 

Piston  882/33. 

Platon  1402/03. 

Plinthe,  eigentümliche  Form  1073. 

„pergamenisch“  386. 
l’lotina,  Basilica  ln  Nimca  V,  S 90,  e 
Politur  21.  480.  886.  993.  10361.  1045.  1050  1370. 

1438-40.  1478  M. 

Polyhymnia  II,  S.  26,24. 


Polykies  872. 

Polyklet  16  (I,  2,  S.  17).  42/43.  94  95(1,  2,  S.  18). 

116  17.  184.  190  91  (I,  2,  S.  20).  206  7. 
211/12.  213-16.  222  - 24  . 243  44  . 300 
305.  327.  343.  445.  446  -48.  609  510  11. 
516/17.  580.  585,86.  689  -91.  631  32. 
772  78.  816.  820/21.  869  -62.  866-68. 
873/74.  888.  1052/63.  1099  1102.  1135. 
1136.  1137.1139.  1168.  1175b  1183.84. 
1271.  1338/39.  1340/41.  1360.  1389. 
1442  43. 1456/57. 1476M.  1476/77  1478  M. 
U,  S.  24  (UI.  S.  58).  IV.  S.  18,2.  IV, 
S 19,18.  IV,  S.  20,10. 

Pompcii  (F.O.)  497.  510/11. 

7 1064  b 

Pont  du  Gard  (F.  0.)  1413. 

Porphyr  928/29.  1394. 

Portici  (F.  O ) 504 

Porlraits:  Statuen 5.  25(1,2,  S.  18).  41.73.  266.332 
487  624  713.  724.  766  776.  816.  863 
869-71.  984  -87.  1147.  1170.  1174. 
1299r.  III,  S.  30.  IV,  8.  48.  V,  S.  86,  b. 
Vgl.  631/32.  635/36. 

7 296. 

Köpfe  126-131.  157—162.  202,03.  234/86. 
294.  297.  312  13.  431/32.  445.  559  bc. 
594  A.  610/11.  742.  794,95.  805.  814/15. 
879/80.  961—983.  990-1035. 1082-1084. 
1151  1173.  1188/89.  1191.  1192.  119-4. 
1195a.  1272.  1273.  1291/92.  1351/62. 
1368/69.  1402-1409.  1413.  1427—1430. 
1446/47.  1484/86.  1488c.  11,  S.  24.  111, 
S.  13.  IV,  S 20,  29  - 35.  IV,  S.  21.  V, 
S.  80  (236.  17).  V,  S.  117.  Vgl.  530. 

7 267/68.  311.  525/26.  593b.  811  (vgl.  1172). 

930.  944.  45.  1046/47.  1458  59. 
verschiedener  ikonngraphischcr  Wert  I,  2, 
S.  20  (141);  vgl  431/32. 

Poseidon  166 — 68. 

7 1167. 
v.  Melos  787. 
v.  Syrakus  720. 
a Parthenonfrics  725. 

Praxiteles  der  Ältere  206/7.  516  17. 

Praxiteles  der  Jüngere  60/61.  106/7.  124.  133.140. 

145.147/48. 183. 216-18.219— 21. 232,33. 
268  -61.  269.  283/81.  292  817.  827.  385. 
340. 346, 391/92.  394. 395.  401/2  r.  411/12. 
456/56.  473.  486.  489  a.  489  b.  491.  493. 
496.  522/23.  531.  554.  557.  559  a.  603. 
606  a 621.  621.  629/30.  637/38.  641/42. 
677/78.  706  b.  712.  714.  720,  768.  784. 
820/21.  918/14.925.946/47.  948/49.1055. 


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101 


Sachregister 


102 


1123/24.  1125.  1129.  1140/41.  1144. 
1 180  81 . 1 1 88, 89. 1190. 1 199.  1215. 1248,1 . 
1270.  1291.92.  1293.  1362-64.  1365. 
1390.  U,  8. 26, 23.  IV,  S.  19, 16.  IV,  S.  19, 
21.  IV,  S.  19,  24 
Priap  892.  V,  S 80  (213). 

Priester  1299r. 

Privernum  (F.  0.)  431 /32. 

Prokicides,  Grabmal  681—85. 

Proportionen  822.  836/37.  1242.  1361. 

Protesilaos,  sog.  516/17. 

Provinz  771.  1166. 

a.  Relief  629. 

Psyche  u.  Eros  1070. 

Pudicitia,  sog  736.  796;  IV,  S.  48. 
a.  Reliefs  1085.  1350. 

Pythagoras  96-98  (I,  2,  S.  18).  320—22.  1483 1 

Queder  67.  62  b.  II,  S.  26,22.  923. 

Quinquennalis  7 1431. 

Reh  a.  Diadem  d.  Artemis  838/39. 

Relief,  Übertragung  von  Relieffiguren 
in  Rundplastik  1381. 
zweiseitig  889/90.  1039/40. 

Rhamnus  (F.  0.)  673-76  1240.  1266/67  1268. 
Rhodos  ;F.  0.)  III,  S.  29.  896—98. 

Rom  (F.  0.)  557  927.  1396  -98. 

Amphitheatrum  Castrense  1074. 

Basilica  Ncptnni  629. 

Caracallathermen  601. 

Esquilin  481/82. 

Villa  Ludovisi  164/55. 

Palatin  1069. 
a.  Tiber  783  b. 

Vigna  Brlotti  1084. 

Vigna  Cesi  1147. 

Vigna  Cornavallo  1083. 

Vigna  Verospi  a Pincio  1073. 

Roma  ? 1425/26. 

fälschlich  sog.  472. 

Säbelantilope  642. 

Sainte  Colombe  b.  Vienne  (F.  0.)  1414/16. 

Saint  Rcmy  (F.  0 ) V,  S.  80  (267). 

(lea  Bauz  b.  St.  R„  F.  0.)  1046/47. 

Salamis  (F.  0 ) 661-64. 

Salon  (F.O  ) 71889. 

Salkante  1051.  1274 
71224. 

Samiach-n.ixisch  („A|>ollnn‘')  1880  31. 
Sandalenbindor  733/34 

Aphrodite,  sandalenbindend  1060/61. 


Sardanapallos,  aog.  557;  714. 

Sarkophage:  bacchisch  IV,  S.  49. 

Dichter  764. 

Diogenes  7 630. 

Endymion  IV,  S.  48. 

Gigant  400  b. 

Herakles,  schlangenwiirgend  1264. 

Kinder  806. 

Musen  7 630  (III.  S.  61). 

Odysseus  543. 

SchifTskampf  1600. 

Skylla  1309. 

7 891.  1066. 

Satyr  75.  4001.  639/40.  913/14.  IV,  S 21.  IV.  S. 
19,26.  1107/08.  1168.  14781.  1478  r. 
a.  Atlant  7 293. 
a.  Bock  1420a;  1466. 

7 u.  Dionysos  1365. 
m Dionysoskind  vgl.  166  — 70. 
fluteblasend  1068. 
krupeziontretend  7539/40;  vgl.  20. 
v.  Lainia  (u  verw.)  641/42.  247. 
laufend  1066. 

s.  Schwänzchen  betrachtend  IV,  S.  19,12. 
tanzend  1149.  (Bärtig)  1371;  1438/39. 

a.  Relief  10/11.  14.  19.  1256.  1370.  1381. 

1481 M. 

Schaf  b.  Zeus  Meilichios  1215,3. 

Scham  v.  Bauch  nicht  getrennt  589  - 91.  1134. 
Schamhaar,  dreieckig  246/46  (243/44)  1098. 

eigentümlich  1145. 

Schiffbrüchiger,  Grahrelief  1326. 

Schiffer.  Votiv  1245,1. 

Schiffskampf  1500. 

Schläfenlöckchen  186/87.  314  45.  398/99.  669c 
(HI,  S.  51).  958/59.  1342/43.  1467/68. 
14771. 

7 147/48. 

C'opistenzutat  248/49.  264.  583/84.  941. 1086 
bis  1089. 

zuerst  b.  Sauroktonos  248/49. 

Schlange  b.  Apollon  360. 

b.  Asklepios  fehlend  1256. 
ehthonisch  1311. 

Ileroenrelicf  1265. 

Schnecke  b.  Eros  IV,  S.  25. 

Schurz  b archaischen  Figuren  1382/83. 
Scliustennesser  7 1824. 

Schutzttehende  483  84, 

Schweinsfell  406—8  (IV,  S.  68). 

7 1361. 

Scipio,  sog.  IV,  S.  48.  1082. 

7 1084. 


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103 


Sachregister 


104 


Selene  vgl.  927. 
d.  Eroe  551. 
a.  Belief  1168. 
a.  Sarkophag  IV,  S.  48. 

Selinunt  (F.  0.)  569—72.  745  -50. 

Selinua  (Gott)  ? 569— 72. 

Serapis  56.  77/78.  905.  V,S.87(g).  1488  b. 

?988. 

Sertoriua,  sog.  1447. 

Severa,  Weihung  V,  S.  90,  e. 

Sextus  v.  Chaeronea,  sog.  766. 

Sidon  (F.  0.)  Terracotten  III,  S.  80. 

Signum  ?73a.  14451. 

Silanion  1188/89. 

Silber  O,  S.  18.  1488  a. 

eingelegt  in  Bronze  1060,61. 

Silen  504  1367.  1394.  1461.  1486b. 
m.  Dionysos  643. 
u.  Hermaphrodit  581/82. 
knieend  1486  a. 
a.  Relief  10/11. 

Simpulum  1431. 

Sklavin  a.  Grabrelief  1350. 

Grabstatue  908—12.  953/54.  ??621. 

Skylla  556/56.  1309.  Vgl.  1080/81. 

Skopas  26/27.  85/86.  111  (I,  2,  8. 19).  118/19. 

134. 152/53. 228-30.  281/82.  292. 298/99. 
388/39.  853  367. 429/80. 486.  618/19.  536. 
639/40.  654/55  a,  695-97.  698-  701. 
820/21.  836/37.  956-57.  1167.  1190. 
1272.  1814.  1815/16.  1842/48.  1368/69. 
1873/74.  1876/76.  1887/88.  1419.  IV, 
S.  19,  22.  IV,  S.  62  (502/8). 

Skythen,  Grabstatuen  622/23. 

Smyrna  (F.  0.)  1086. 

Sokrates,  Portrait  559  c.  964.  IV,  S.  20, 29.  Vgl.  643. 

Künstler  731/32. 

Solunt  (F.  0.)  546.  568. 

Sonnenuhr  b.  Asklepios  1228. 

Sophokles  vgl.  764.  961.  1404. 

Sostratos,  Künstler  7 446—48. 

Votiv  1236. 

Sparta  (F.  0.)  617-20. 

Spartanische  Epheben  71080 — 81. 

Spes  I,  2,  S.  17. 

Sphendone  1138. 

Sphinx  546. 

Spiegel  b.  Tanz  1381. 

Stadtgöttin  IV,  S.  19,25.  1196. 

7 1395. 

Kaiserin  als  St.  1428/29. 

Stadthagen  b.  Augsburg  (F.  0.)  1067. 

Stadttor  a.  Feldzeichen  7 72  a. 


Stein,  dunkler  49.  79. 

Kalkstein  545.  646.  V,  8.80  (218). 
boeotischer  1301—08. 
v.  Corfu  601/02. 
v.  Cypern  1289/90. 
dunkler  („Travertino“)  1197/88. 
d.  Latomien  v.  Syrakus  755. 

Sandstein  960.  1066—  67.. 
schwarzer  V,  S.  80  (17).  1477 1. 

Stern  b.  Dioskur  1358/59. 

a.  Heim  437/38. 

Stickereiladen  379. 

Stier,  Opfer  für  Asklepios  1222. 

Stirnlöckchen  273.  344/45.  958/59.  1196.  1467/68. 
Stirnziegel  1372 
Strongylion,  Künstler  772/78 
Stuckdecke  1491. 

Stütze  ungewöhnlicher  Form  552. 

Stützfigur  1271. 

Suffibulum  1147. 

Tänzerin,  Belief  667. 

Tanz,  bacchisch  1381. 

Tarent  (F  0.)  HI,  S.  13  Terracotten  596AB;  697 
bis  598. 

Tegea  (F.  0.)  1253. 

Tektaios  u.  Angelion.  Künstler  846. 

Telemachos,  Grabrelief  564. 

Telephanes,  Künstler  1127  (270/71). 

Votiv  1254,6. 

Tempel,  Rahmen  v.  Votivreliefs  1242. 

Teos,  Fries  1846—48. 

Terracotten:  Diskos  1328. 

Ephesos  ni,  S.  80. 

Klcinasien  1451. 

Kyzikos  UI.  S.  30. 

Myrina  288.  1169.  1419. 

Sidon  IH,  S.  80. 

Smyrna  1342/43 
Statue  696  C. 

Tanagra  612/18  (IV,  S.  63). 

Tarent  696  A,B.  597/98. 

Tegea  1253. 

Nackte  Frauen,  archaisch  1382/83. 
Wiederholung  von  Statuen  712.  1169.  1461. 
Vgl.  IV,  S.  63  (512/13).  1419. 

Theben  (F.0.)  1205/06.  1248,1. 

Theodnridea  1236. 

Theseue,  sog.  (Herme)  243/44. 
n.  Aitbra  1126. 
n.  Minotaurus  704. 

Thorikos  (F.  0.)  1247,1. 

Thorvaldseu:  Jason  1099. 


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105 


Sachregister 


10G 


Thron  a.  Solnnt  568. 

Thyrea  (F.  0.)  712. 

Tiber  vgl.  1498. 

Tiberius  1361/52. 

? 1427. 

Tigris  vgL  1498. 

Timothccw  222-25.  401/2.  710/11.  1106.  1356/67. 
Tivoli,  Hadrians villa  (F.  0.)  455/56  1068. 

Toga,  spät  römisch  1084. 

Togatus  a.  neuattischem  Relief  587  B. 

Totenmabl,  sog  595  A.  1067.  1300.  1380. 

Traian  1018.  1188. 

Trallea  (F.  0.)  1338/39.  1342/48. 

Trient,  Umgebung  (F.  0.)  1381—88. 

Triptolemos  890  ? I,  2,  S.  9. 

Troizen  (F.  0.)  638/34. 

Trophaeen  a.  Relief  1279/80.  ? 566. 

Tuchladeu,  Relief  377. 

Türpforte  ? 1481  M. 

Tusculum  (F.  0.)  1071.  1442/43. 

Tycbe  286  (350).  287.  788.  1064. 

v.  Antiochia  14801;  vgl.  391/92. 
m.  Mauerkrone  vgl.  391/92. 

Tyrannis,  (Irabrelief  1350. 

Oberarbeitung  (antik)  543. 

Urkundenreliefs  560.  1212—18,1.  1258  — 61. 

Variation  desselben  Typus  durch  verschiedene 
Künstler  213—15.  222-26.  280.  297  (IQ, 
S.  51).  547—49.  631/32.  718.  1129.  Vgl. 
257  (II,  S.  56).  1139. 

V'ascn,  Agamemnon  (Hieran)  1125. 
tn.  Demeter  u,  l’lutos  707. 
m.  eleusinischen  Gottheiten  382.  357. 637/38. 
Orestes  (Sühnung)  IV,  S.  21,  Anin. 
m.  ,polykletiscliem*  Kopf  585/86. 
m.  Widderansweidung  III,  S.  30. 

Velleia  (F.  0.)  71.  80/81. 

Verkürzung  b.  hoher  Aufstellung  113  (I,  2, 8.  19). 

457/58. 

Verona  (F.  0.)  6. 

Vestalin  1147. 

Victoria  82. 

d.  Curia  Julia  14151. 


Villevieille  b.  Sommiöree  (F.  0.)  1409. 

Vittae  d.  Veetalinnen  1147. 

Votiv;  Diskos  1328. 

Pinax  (a.  Relief)  1240. 

Relief  47.  156.  627/28.  561-63.  595.  606a. 
607.  781/82.  787.  III,  S.  81.  757.  846. 
1219—48.  1260—54,10.  1265.  1274.  1300. 
1303.  1306.  1311/12.  1329.  1380.  1384. 
1479a.  ? 71302. 

Vnlcan  V,  S.  90,  e. 

Wagensieger,  Votiv  563. 

Wandgemälde  m.  statuarischem  Motiv  296. 
Wassergottheiten  417 — 19. 

Widder,  Ausweidung  a.  Vase  III,  S.  30. 

Aphrodite  auf  Widder  7 770. 

Wimpern  a.  Bronze  836/37. 

Windgötter  1164/66.  V,  S.  90, e. 

Wollbinde  b.  römischen  Frauenportraits  1121/22. 
1368/69. 

Xenvares,  Capitell  612. 

Zähne,  plastisch  angegeben  252/53.  887.  1317. 
Zehen,  nnr  drei  angegeben  496. 

Zenon  1406/06. 

Zeus  69/70.  328/29.  800.  932/33.  IV,  S.  19,  18. 

1156/57.  V,  S.  87,  h.  1452.  Vgl.  166— 70. 
7 206/07.  517-  49.  1354.  14761. 

Dresden  853,54 ; 869-71. 

Kleutherios  7 855/66. 
v.  Leochares  737. 

Meilichios  1245,4.  1246,2. 

7 1245,3.  1246,1. 

Otricoli  vgl.  77/78;  1156/57. 

Philios  1147,2. 

7 1246,3. 

Tayllerand  V,  S.  89,  a. 
a.  Elfenbeinrelicf  600. 

Zeuxippos  7 595A. 

Zeuxis  vgl.  1264. 

Ziehbrunnen  a.  Relief  81. 

Zirkel  b.  Muse  7 1153/54. 

Zopftracht  728. 

Zunge  angegeben  609  a. 


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6 


^ ? 7 


F.  BRUCKMANN  A-G  IN  MÜNCHEN  C' 


Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 


Herausgegeben 


PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG 


Jedes  Blatt  auch  im  Einzelverkauf  zu  beziehen 


Serie  VI 


Preis  £ Mark 


1912 


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Bezugsbedingungen. 

Die  vorliegende  Publication  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement 
noch  in  einzelnen  Blättern,  sondern  ausschließlich  direct  von  der  Verlagsanstalt 
F.  Bruckmann  A.-G.  in  München  30  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissen- 
schaftlichen Zweckes  des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  über- 
nommen hat,  ohne  daraus  ein  eigentliches  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfaßt  278  Nummern,  davon 

8 Blatt  iiu  Format  von  21: 80  cm  zu  1 Mark 

25  » „ , „ 18 : 24  „ ,80  Pfennigen 

245  . . . „ 18:18  . . 50 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279 — 578)  enthält  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu  60  Pfennigen. 

Die  dritte  Serie  (Nr.  579  — 900)  enthält  322  Blatt  in  Cabinetformat  zu  50  Pfennigen. 

Die  vierte  und  alle  folgenden  .Serien  enthalten  je  300  Blatt  io  Cabinetformat  zu 
50  Pfennigen. 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermäßigung  von  20%  ein,  sodaß  die  beiden  ersten 
Serien  je  120  Mark,  die  dritte  Serie  128  Mark  80  Pfennige  und  jede  weitere  Serie  wieder 
120  Mark  kostet. 


P.  11« oc kutan it  A.-G,.  MuacAar. 


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Die  Antiken  Spaniens  habe  ich  auf  einer  Reise  im  Jahre  1898  kennen 
gelernt.  Dank  den  gnädigen  Empfehlungen  1. 1.  K.  K.  H.  H.  der  Prinzessin  Ludwig 
Ferdinand  von  Bayern,  geh.  Infantin  von  Spanion,  und  der  Infanta  Dona  Isabel  sind 
meine  Arbeiten  von  den  spanischen  Fachgenossen  in  liebenswürdigster  Weise  ge- 
fördert worden.  Don  Juan  de  Dios  de  la  Rada  y Delgado  und  Jos4  Ramön  Mdlida 
gebührt  in  erster  Linie  mein  herzlicher  und  aufrichtiger  Dank.  — Bei  der  Abfassung 
der  Texte  und  der  Durchsicht  der  Correcturen  hat  mir  Georg  Lippold  thatkraftig 
zur  Seite  gestanden.  Wir  veröffentlichen  alle  bei  Hübner  verzeichneten  Sculpturen, 
mit  Ausnahme  der  Sarkophage  und  derjenigen  Monumente,  die  in  Brunn-Bruckmanns 
Denkmälern  oder  im  Amdtsclien  Porträtwerk  publiciert  werden;  wir  haben  ferner 
ausgeschlossen,  was  allzu  stark  restauriert  war  oder  zu  unbedeutend  schien.  Einige 
von  Htlbner  aufgeführte  Stücke  habe  ich  nicht  zu  Gesicht  bekommen.  Die  Auf- 
nahme der  in  Reinachs  Repertoire  II,  1,  252,  1 = Delgado  2703  abgebildeten  weib- 
lichen Figur  glaubte  ich  unterlassen  zu  dürfen. 

Als  neue  Abonnenten  sind  unserm  Unternehmen  seit  dem  Erscheinen  der 
V.  Serie  beigetreten: 


In  Deutschland: 

Die  k.  Universität  in  Berlin. 

Die  Deuerlichsche  Buchhandlung  in  Göttingen, 
Die  k.  Universität  in  Leipzig. 

Herr  Geheimrat  Prof.  Dr.  Th.  Schreiber,  Leipzig. 
Herr  Karl  W.  Hiersemann  in  Leipzig. 

Die  Universität  in  Rostock. 


In  Frankreich: 

Die  Universität  in  Bordeaux. 

Die  Bibliothek  J.  Doucet  in  Paris. 

In  Österreich: 

Die  Böhmische  Universität  in  Prag. 

Das  k.  k.  Österreichische  archaeologische  Institut  in  Wien  (2  Exemplare). 

1* 


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In  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika: 

Die  Californische  Universität  in  Berkeley. 

Dae  Museum  in  Boston. 

Dagegen  haben  das  Abonnement  aufgegeben:  Herr  Dr.  A.  Kalkmann  in 
Berlin  (j-),  das  Archaeologische  Museum  in  Florenz,  die  Universität  in  Lille, 
Frau  Direktor  Amelung  in  Stettin  (f)  und  Herr  Dr.  L.  Kjellberg  in  Upsala,  so  daß 
die  Gesammtzahl  unserer  Abonnenten  jetzt  5H  beträgt. 

Außerdem  haben  uns  zahlreiche  Institute,  Gelehrte  und  Privatpersonen  durch 
Abnahme  einzelner  Blätter  unterstützt. 

Der  von  G.  Lippold  verfaßte  ausführliche  Index  zu  den  Serien  I— V ist 
vor  einigen  Monaten  erschienen  und  zum  Preis  von  2 Mark  käuflich. 

München,  Dezember  1911. 


Paul  Arndt. 


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Inhalt 


Spalte 

Nr.  1501—1703  Madrid,  Prado 1-39 

„ 1704—1777  Madrid,  Museo  arqueolögico 39 — 53 

„ 1778 — 1783  Madrid,  Kunstakademie 53 

„ 1784 — 1800  Madrid,  Sammlung  Alba 53 — 56 


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1 


Madrid. 


9 


Madrid. 

Prado. 

E.  Hübner,  Die  antiken  Bildwerke  in  Madrid, 
1862  (=  H.);  die  von  diesem  citlerte  Litteratur 
habe  ich  nicht  wiederholt.  Eduarde  Barrdn,  Cata- 
logo  de  la  escultura,  1908  (=  1).).  Von  einer  Keihe 
der  Sculpturen  haben  auch  der  Madrider  Photo- 
graph Laurent  und  der  römische  Photograph 
Anderson  Aufnahmen  hcrgestellL 

1 501  —03.  Kolossalstatuc  des  Zeus. 

H. 4.B  5.  Die  Ergänzungen  sind  aus  verschiedenem 
Marmor  und  aus  verschiedenen  Zeiten.  Neu  sind: 
r.  Arm  (Ansatzalt);  I.Arm  mit  dem  auf  der  Schulter 
liegenden  Mantel;  Nase;  Lockenenden;  r.  Hüften- 
partie und  das  ganze  mehrfach  gebrochene  r.  Bein 
nebst  Stamm  und  Plinthe;  Unterteil  des  I.  Unter- 
schenkels und  wahrscheinlich  such  der  I.  Kuß; 
Penis.  Der  freistehende  Teil  des  Mantels  neben  der 

I.  Körperhlilftc,  das  eingesetzte  Stück  Bauch  rechts 
vom  Nabel  mit  dem  dazugehörigen  Teil  der  Scham- 
haare und  die  Hoden  Bind  alt.  Bohrerarbeit  in  Bart- 
und  Schamhaar.  Die  Rückseite  nnr  angelegt. 

Von  Amclung  in  der  Revue  arch.  1903,  11, 
S.  200,  Kig.  6,  veröffentlicht  und  auf  ein  Jugend- 
werk des  Bryaxis  zurückgefUhrt  (vgl.  dazu  Sieve- 
king  im  Text  zu  Brunn -Bruckmann,  Ta f.  606, 
Anm.  1,  und  Amelnng  in  der  Ausonia  1908,  S.  126 
unten).  Der  Typus  der  Statue  ist  der  gleiche  wie 
der  der  Koiossaltigur  von  Ince  Blundell  Hall  (Kurt- 
wängler,Statuencopien,  Taf.  1 u.  III)  und  der  Kon- 
stantinopler  Bronze:  Bull.  corr.  hell.  1886,  pl.  14;  die 
von  Kurtwängler  herangezogenen  Münzen  des  aclik- 
ischen  Bundes  (Brit.  Mus -Cat  l’eloponnesus,  pl.  II 
u.  III)  aus  dem  3.  Jahrh.  zeigen  eine  ähnliche  Zeus- 
iigur,  die  in  der  vorgestreckten  Rechten  die  Nike 
hielt,  die  Linke  hoch  aufstützte.  Die  Madrider 
Statue  steht  nach  Körperbildung  und  Kopftypus 
zwischen  den  beiden  statuarischen  Werken.  Nächst 
verwandt  ist  auch  der  Zeus  von  Otricoli,  der  in 
letzter  Linie  jedenfalls  auch  auf  ein  Werk  dieser 
Zeit  zurückgclit. 

1504.  Uuterlebeusgrolle  Statue  des  Zeus 
mit  A cgis.  II. 5.  H.  16.  Overbeck,  Kunstmythologie 
des  Zeus,  S.  246,  Nr.  1 . Der  Kopf  (neu : Nasenspitze) 
ist  von  äußerem  Marmor  als  der  Torso  und  nicht 


zugehörig.  Am  Körper  sind  ergänzt  r.  Arm  und 
I.  Unterarm.  Das  I.  Bein  von  der  Mitte  des  Ober- 
schenkels ab,  der  Stamm  mit  dem  Adler  (desaeu 
Kopf  und  Hals  neu),  Plinthe  und  r.  Fuß  hängen 
ungebrochen  zusammen  und  seheineu  antik  zu  sein. 
Obwohl  ihr  Marmor  der  gleirhe  gestreifte  des 
Torsos  ist,  bleibt  ihre  Zugehörigkeit  zu  demselben 
zweifelhaft;  auf  der  Bruchstelle  des  1 Oberschen- 
kels passen  die  Fugen  nicht  aufeinander.  Das 
r.  Bein  war  viermal  gebrochen : am  Ansatz  oben, 
oberhalb  und  unterhalb  des  Knies  und  am  Knöchel; 
die  Brüche  sind  verschmiert,  so  daß  zunächst  nicht 
festzustellen,  wie  weit  es  antik  ist.  Überhaupt  darf 
die  Statue,  bevor  sie  nicht  in  ihre  einzelnen  Teile 
zerlegt  und  gereiuigt  sein  wird,  wissenschaftlich 
nicht  verwertet  werdeu.  Der  Kopf  stellt  ebenfalls 
Zeus  dar.  Arbeit  von  Kopf  wie  Torso  minderwertig. 

1505.  Weibliche  Statuette.  H.  6.  B 63. 
Reinach,  Rep.  IV,  138,  7.  0,75  m hoch.  Der  Kopf 
(mit  Diadem  und  Schläfenlöckchen;  neu:  Nase  und 
Oberlippe)  ist  alt.  Das  Halsstück  ist  zwischen- 
gesetzt, die  Zugehörigkeit  des  Kopfes  also  un- 
sicher Ergänzt  ist  ferner  das  Unterteil  der  Figur 
von  unterhalb  der  Kniee  ab.  Die  Unterarme  fehlen. 
Nackenschopf;  Schulterlocken;  geknöpfte  Halb- 
ärmel; an  der  rechten  Hüfte  hat  das  Gewand  Zot- 
teln. Gewöhnliche  Arbeit  archaistischen  Stiles.  Zu 
vergleichen  Giardino  della  Pigna  233. 

1506.  Kleine  weibliche  Figur.  H 7.  B.  ? 
Hoch  1,10m.  Der  Kopf  (neu:  das  Diadem'  ist  nicht 
zugehörig.  Ergänzt:  beide  Arme  von  den  Ellen- 
bogen ab,  1.  Fuß  mit  der  Plinthe  nnd  dem  um- 
gebenden Gewand  Schlechte  Copie  eines  helleni- 
stischen Originals  (Verbreiterung  nach  unten,  Ge- 
wandmnsse  zwischen  den  Beinen).  V'gl.  E— A 265 
(Villa  Ludovisi). 

1507.  We  i b 1 i eh  e Statuette.  H.8.  lt.  ? 
Reinach,  Röp.  IV,  179, 8.  Es  fehlen:  Kopf,  Unter- 
arme, 1.  vordere  Ecke  der  profilierten  Plinthe,  die 
im  Übrigen  alt  ist.  An  der  I.  Hüfte  ein  Metallstift  für 
den  vorgehenden  I.  Unterarm  Kein  Nackenhaar. 
Ziemlich  verwaschen. 

Die  Statnette  ist  die  stilistisch  treueste  Wieder- 
gabe eines  Originals,  das  noch  in  sechs  anderen, 
in  römischer  t'opistenmanicr  umgebildeten  Wieder- 
holungen vorliegt:  1.  Neapel,  Inv.6269(GuidaRuescli 


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3 


Madrid. 


4 


Nr.  223  = Clarac  420  A,  727  B);  2.  Konstantinopel 
(Gazette  arch.  1K76,  pl.  XII;  von  liekier,  Münchner 
archäologische  Studien,  S.  193  und  230,  irrtümlich 
dem  Typus  der  Athena  Giustiniani  zugerechnet); 
3.  Ny-Uarlsberg  301a;  4.  Ixiuvre,  Galerie  Denen 
2219=  Keinach.  Rep  II, 2, 675,9;  5.  Rom, Thermen- 
mueeum  1759  (im  llof;  nach  Mitteilung  vou  Georg 
Lipjtold);  dieses  und  das  Madrider  Exemplar  sind 
Statuetten;  6 Tora»  (Größe  ?)  im  Besitz  von  U. 
von  Wilaniowitx-Möllcndorf  in  Berlin  (Phot.  Ber- 
liner Museum).  Uber  das  Verhältnis  der  Eigur  zum 
Typus  der  sog.  Sappho  Albani  vergl  Atnelung  zu 
E— A 496.  Doch  ist  zu  erwägen,  ob  nicht  viel- 
mehr diese  1 'opiengruppe  erst  auf  eine  römische, 
cla&sicistiache  Schöpfung  zurückgcht. 

1508—09.  Altertümliche  Statue  der 
Athens.  H.  9.  B 24.  Reinach,  Rep.  IV,  165,6. 
Veröffentlicht  bei  Briutn-Bruckmann  502  links  Die 
dort  erwähnten  Köpfe  in  Iaindon  (Spcc.  of  anc  sc.  1, 
22)  und  Wien  (▼.  Schneider,  Taf.  III)  hat  inzwischen 
Amelung  als  Repliken  des  Kopfes  der  Athena  Se- 
villa-Medici erkannt.  Vgl.  den  Nämlichen  in  der 
VVoch  f.  klass  Phil.  1900,  Nr.  30)1,  Sp.  «20. 

1510—15.  Statuette  der  Athena  Par- 
thenon. H.  10.  B.  47.  Reinacb,  Rep.  II,  289,  3. 
Veröffentlicht  bei  Brunn  - Bruckmann  511;  der 
Kopf  auch:  Ölterr.  Jahreshefte  1908,  8.  194  ff., 
Abb.  78  und  74. 

1516.  Eortunastatuette.  U11B.48.  Neu: 
Kopf,  unteres  und  oberes  Ende  des  Füllhorns,  1. 
Band,  r.  Unterarm,  r Vorterteil  der  Plinthe,  Vor- 
derteil des  r.  Fußes.  Die  Repliken  dieses  Typus 
hat  Amelung,  zu  E — A 1186,  zusammengestellt, 
die  dort  gegebene  unrichtige  Datierung  in  den  Be- 
ginn der  hellenistischen  Zeit  hat  er  im  Katalog 
des  Vaticans,  zu  (Jhiaramonti  62,  geändert:  der 
Typus  gehörte  vielmehr  in  das  Ende  des  5.  Jalirh. 
Sollte  aber  nicht  eher  eine  Schöpfung  römischer 
Zeit  vorliegen? 

1517—20.  Kolossale  Poseidonstatue. 
II.  13  (und  Nachtrag  S.  345).  B.3.  Overbeck,  Kunst- 
mythologie des  Poseidon,  Text  S.  262  und  284; 
Taf.  XI,  4 und  XII,  33.  Roschers  mythologisches 
Lexikon  s.  v.  Poseidon,  Sp.  2886  (Bulle).  Neu : Nase, 
kleine  Lockenteile,  beide  Arme,  größter  Teil  der 
Cblamys,  äußere  Teile  der  Plinthe,  hinterer  Teil 
des  sonst  bis  auf  Kleinigkeiten  antiken  und  zuge- 
hörigen Delphins.  Die  Unterbelne  waren  gebrochen, 
sind  aber  alt  und  zugehörig.  Alt  sind  auch  die 
Plinthentcile  rund  um  die  Füße  herum  und  die 
Füße  selbst.  Der  Penis  ist  durch  ein  großes  Feigen- 
blatt verdeckt.  Das  Fleisch  ist  antik  geglättet, 
der  Delphin  nicht.  Der  Marmor  ist  der  bläuliche 


kleinaslatischcr  Sculpturcn;  die  Ergänzungen  sind 
aus  anderem  Marmor.  Auf  dem  Schädel  des  Del- 
phins die  Künstlerinschrift: 

n Xi k ini ioc 
npeiCKOC 
i epeYci 


(Kaibcl,  I.  G.  Sic.  et  it  2643,  der  Likinuios  liest). 

Da  der  Stil  der  Statue  mit  seinem  barocken 
Wechsel  von  Licht-  und  Schatteuwirkungen  auf- 
fallend an  die  Kunstart  der  Statuengrnppe  aphro- 
disischer Küuatler  in  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg 
erinnert  (So.  521— 525;  K — A 166—170;  Arndt, 
la  Glyptothtupie  Ny-(ärlaberg,  pl.  161—69),  da 
ferner  der  Marmor  der  Statue  auf  östlichen  Ur- 
sprung w'eist,  der  Name  Priscus  sich  mehrfach  auf 
Inschriften  von  Aphrodisias  Cariae  findet  (Revue 
des  ctudes  grccquea  1906.  p.  82  ff.;  Rullettino 
comuuale  1907,  p.  373  ff  ) und  auch  ein  anderer 
aphrodisischer  Künstler  seine  Priesterwürde  in 
seiner  Inschrift  erwähnt  (LCwy  364),  so  haben  wir 
os  auch  hier  zweifello«  mit  einem  Werk  jener 
Kunstschule  zu  tun,  dss  auf  ein  Original  der 
zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrh.  zurüekgelien  wird. 

1521.  Nackte  kolossale  Jünglings- 
figur.  11.  14.  B.  4.  Die  Statue  ist  vor  gründlicher 
Reinigung  und  Auseinanderuahme  archäologisch 
nicht  zu  verwerten.  Neu  sind : Kopf.  I.  Arm,  wohl 
auch  das  auf  der  I Schulter  aufliegende  Mantel- 
stilck,  wahrscheinlich  der  ganze  r.  Arm  (die  Bruch- 
fuge  ist  verschmiert;  ergänzt  sind  an  ihm  wieder- 
um die  Finger  außer  dein  Daumen),  das  ganze 
Unterteil  der  Figur  von  oberhalb  der  Kniee  ab 
sammt  Stamm  und  Gewand,  übrig  bleibt  also  nur 
der  Torso  bis  zu  den  Kuieeu,  der  iu  der  Mitte 
durchgebrochen  war  und  ebenfalls  stark  geflickt 
und  verschmiert  ist.  Geringe  Arbeit 

1522—25.  A p o 1 1 on  s t a t u e.  H 15,  B.  97. 
Reinach,  Kf-p.  IV,  178,  6 und  9.  Neu:  1.  Teil  des 
Oberkörpers  bis  abwärts  zum  Gürtel  und  daran  an- 
schließend die  r.  Schulter.  Ferner  das  ganze  Un- 
terteil der  Statue  von  unterhalb  der  Kniee  ab. 
Die  Arme  fehlen.  Am  Kopf,  der  einen  Isirboer- 
kranz  trägt  und  Schulterincken  hatte,  sind  die  Na- 
senspitze und  Kleinigkeiten  ergänzt;  er  ist  arg 
verschmiert  Der  Hals  ist  zum  Einsetzen  in  ein 
Bruststück  hcrgerichlet  und  hängt  mit  dem  Kopf 


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5 


Madrid 


6 


zusammen;  Zugehörigkeit  zum  Torso  ist  nicht 
erweisbar. 

Durch  die  langgestreckten  Proportionen,  die 
verhältnismäßig  holte  Gurtung  und  die  Einzelheiten 
■ler  i'altengebung  stellt  sich  die  i'igur  der  kopf- 
losen Londoner  Athene  aus  Ephesus  zur  .Seite 
(Br.  Mus.  Cat.  II,  1241;  Amelung,  Basis  des  Pra- 
xiteles, S.  23;  derselbe  im  Vaticankatalog  znChiara- 
monti  403),  die  im  letzten  Grunde  auf  die  Artemis- 
Tyche  des  Praxiteles  zurUckgeht.  Auch  die  Wiener 
stehende  Nike  aus  Sainothrake  ist  als  gleichzeitiges 
und  stiiverwandtes  Werk  zu  vergleichen.  Die  Be- 
handlung des  Haares  auf  dem  Oberkopfe  ist  noch 
ziemlich  streng  und  bronzemäßig,  Die  Arbeit  des 
Torsos  ist  gut:  er  ist  wenig  berührt.  Mit  der 
Musengruppe  des  Madrider  Museums,  wie  Hübner 
will,  hat  die  Figur  nichts  zu  tun. 

1526.  Statuette  des  Apollon.  H.  16. B.  155. 
Reinach,  Rep.  IV,  57,  6.  Hoch  1,08  in.  Schulter- 
locken. Der  r.  Arm  ging  über  die  Brust  zur  Leier. 
Gewöhnliche  Arbeit  Zu  vergleichen:  Clarac  207, 
928  (Louvre).  Viertes  Jahrhundert. 

1527—31.  Statue  des  Dionysos.  H.  18. 
B.  87.  Fr— W 1486.  Neu:  I. Unterbein  vom  Knie  bis 
zum  Knöchel,  1.  vordere  Ecke  der  Plinthe.  Henne 
und  Statue  waren  in  der  Kniegegend  quer  durch- 
gebrochen , an  den  Bruchstellen  sind  neue  Flicken 
eingesetzt.  Ergänzt  sind  ferner:  der  zweimal  ge- 
brochene r.  Arm,  der  1.  Unterarm,  die  Nasenspitze 
der  Statue  und  Teile  des  Kranzes,  der  Penis;  an 
der  Herme  die  Nasenspitze.  Sonst  ist  die  Statue 
vortrefflich  erhalten,  nur  stark  geputzt  Die 
Chlamys  des  Dionysos  über  dem  Kopf  der  Herme 
ist  alt.  Der  Marmor  ist  stark  krvBtallinisch. 

Zuletzt  von  Amelung  im  Vaticankatalog  (zu 
Galieria  delle  statue  258)  besprochen.  Von  beson- 
derem Interesse  ist  das  Verhältnis  der  Madrider 
Statue  zur  Figur  des  sog.  Bacchus  Richelieu  im 
Louvre  (Giraudon  1188).  Amelung  hat  früher 
(E-A  1142)  in  ihncu  verschiedene  Typen  erkennen 
wollen,  später,  im  Vaticankatalog,  sie  für  Repli- 
ken desselben  Originals  erklärt,  im  Anschluti  an 
Furtwänglcm  Beurteilung:  Jotirn.  of  Hell.  St.  XXL 
1901,  p.  215,  Amu,  6.  Dabei  ist  nicht  berücksich- 
tigt worden,  daß  die  Statuen  verschiedene  Größe 
haben  die  Madrider  ist  nach  Hübner  1,58  m, 
nach  einer  von  Winnefeld  am  Berliner  Abguß  vor- 
genommenen Messung  ohne  Plinthe  1,68  m,  mit 
Plinthe  1,735  m,  die  Pariser  1,94  m hoch.  Auch 
sonst  zeigen  sich  bemerkenswerte  Unterschiede: 
außer  den  von  Amelung  im  Vaticankatalog  her- 
vorgehobenen Abweichungen  in  der  Bildung  der 
Sehulterlocken  und  des  Nackenschopfcs  vor  Allem 


die  verschiedene  Haltung  des  Kopfes.  Die  frühere 
Ansicht  Amelungs  verdient  deshalb  den  Vorzug: 
im  Bacchus  Richelieu  liegt  eine  ins  Weiche  ge- 
steigerte Weiterbildung  der  Madrider  Statue  vor, 
zu  welcher  Amelung  andererseits  die  ältere  Vor- 
stufe in  der  Statue  des  Palazzo  Colonna  E— A 
1142/43  nachgewieseu  hat. 

Der  von  Furtwängler  vorgesehlageuen  Zurück- 
führung  des  Werkes  auf  Praxiteles  hat  Amelung 
im  Vaticankatalog  widersprochen : die  alter- 

tümelnde  Bildung  des  Nackensehopfes,  die  zu- 
rückhaltende Modellierung  des  Körpers,  die  we- 
niger feinen  Formen  des  Kopfes  seien  unpraxite- 
lisch ; die  Aufwärtawendung  des  Kopfes  und  die 
Archaismen  der  Haartracht  wiesen  vielmehr  auf 
den  Kreis  desTimotheos,  des  angeblichen  Schöpfers 
der  I.eda.  Falls  die  Herme  mit  dem  darüber  ge- 
legten Gewand  an  der  Madrider  Statue  bereits 
dem  Originale  zu  eigen  war,  so  würde  dieses  Detail 
dieZurUckfUhrung  auf  Praxiteles  wesentlich  stützen: 
die  Behandlung  des  Gewandes  hat  ihre  nächsten 
Analogien  am  praxitelischen  Herme«.  Vgl.  Klein, 
Praxiteles,  S.  407,  der  aber  neuerdings,  in  den 
Osterr.  Jahresheflen  XIV,  1911,  S.  110,  die  Statue 
in  das  3 Jahrh.  versetzt 

1532.  Hechts:  Statuette  des  Dionysos 
H 20.  B.  105.  Reinach,  Rep.  IV,  63, 3.  Hoch  0,98  ui. 
Die  Statuette  warmehrfach  gebrochen;  ca  ist  aber 
Alles  antik.  Über  der  1.  Brust  ist  eine  breite  Stütze 
weggebrochen.  Der  I.  Kopfnieker  ist  gespaunt.  Im 
Nacken  keine  Spur  der  Haare.  Ungeputzt.  Gute 
Arbeit.  In  der  Bewegung  dem  Dionysos  von  Tivoli 
nahestehend. 

Links:  Polyhymnia.  H.  47.  B.  106.  Rei- 
nach, Rep.  IV,  425,  7.  Oberteil  einer  durch  über- 
mäßige Fältelung  verschlechterten  Wiederholung 
der  Polyhymuia  aus  der  vaßesnisehen  Musen- 
gruppe. Cber  den  Zusammenhang  dieser  Figur 
mit  der  kleinen  Herculanenscrin  sowie  über  die  Be- 
ziehung derganzeu  Gruppe  auf  Praxiteles  vgl.  un- 
ten zu  1557  —68.  — Die  Madrider  Figur  zeigt  im 
Nacken  den  Rest  des  Haarschopfes,  der  auch  an 
der  vatieaniachen  Figur  vorhanden  ist.  Der  Kopf 
war  besonders  eingesetzt 

1533.  Wreibliche  Gewandstatue,  der 
Venus  von  Capua  verwandt.  H.  23.  B.  44. 
Furtwängler.  Meisterwerke,  S.630,  Amu.  1.  Ravais- 
son,  la  Venus  de  Milo.  pl.  VI,  3 u.  4.  Herkenrath, 
Athen.  Mitt-  1906,  XXX,  S 261,  h.  Amelung,  Text 
zu  Brunn-Bruckmann.  Nr.  593,  Seite  2,  links  Rei- 
nach, Rep.  11,  338,  6.  Die  Statue  befindet  sich 
in  schlechtem  Zustande  Ergänzt  sind,  außer 
Kleinigkeiten  : das  r.  Unterbein  mit  dem  anschlie- 

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Madrid. 


ßenden  Teil  der  I’linthe  und  die  untere  Gewand- 
partie  der  Rückseite,  beides  aus  grauem  Marmor; 
ferner  der  Kopf,  ein  Gipsabguß  iler  Venua  von 
Milo.  Die  runde  Plinthe  ist  profiliert.  Der  I.  Fuß 
ist  auf  eine  Felserhühnng  gesetzt  Gurtung  unter- 
halb der  Brust  und  oberhalb  der  Scham  (letzteres 
wie  an  der  Flora  Farnese  und  ihren  Verwandten). 
Auf  dem  Rücken  oberhalb  des  oberen  Gürtels 
Kreuzbänder.  Auf  der  Außenseite  des  1.  Ober- 
schenkels unten  befindet  sich  ein  anscheinend  an- 
tiker Einschnitt,  mit  einem  Loche  für  einen  Metall- 
stift. Rohe  Arbeit. 

Die  auf  allen  .Seiten  vollständige  profilierte 
Plinthe  beweist  daß  die  Figur  nicht  Bestandteil 
einer  Gruppe  war.  Den  Einschnitt  auf  dem  1.  Ober- 
schenkel bringt  Hübner  offenbar  richtig  in  Ver- 
bindung mit  dem  Schild,  den  die  Güttin  hielt  Die 
Figur  gehört  zu  den  aus  der  Venus  von  Capua 
abgeleiteten  Typen;  der  Hauptuuterscliied  besteht 
in  der  HinzufUgung  des  Chitons  Die  untere  Gttr- 
tung  desselben  hat  sie  gemein  mit  den  bei  Ra- 
vaisson,  pl.  VI,  1 u.  2 sowie  pl.  VII,  2 abgebildeten 
Statuen  (Giardinodclla  Pigna  — vgl.  Vaticankatalog 
11,3.752  „zu  S.  SIS“  — und  Turin,  Dütschke312) 
und  mit  einer  analogen  Figur  aus  einer  Gruppe  im 
Salone  des  capitolinischen  Museum»  Nr.  34,  die  dem 
Ende  des  2.  Jahrh.  n.  Chr.  angehört. 

1534—36.  Statue  der  Aphrodite.  H.24. 
B.  31.  Neu  (von  unten  nach  oben':  Plinthe,  r,  Bein 
bis  zur  Mitte  des  Oberschenkels,  I.  Bein  bis  zum  Knie 
(vorn  außerdem  am  Oberschenkel  großes  Stück 
neu),  Delphin  bis  auf  das  Schwänzende  unter  dem 
1.  Hinterbacken.  Die  vortrelllichen  Ergänzungensind 
in  sich  wieder  mehrfach  gebrocheu.  Da  Alles  gleich 
poliert  und  aus  dem  gleichem  Marmor  ist,  sind  die 
Ergänzungen  schwer  zu  constatieren  Ergänzt  sind 
ferner  die  Nase  und  die  Finger  außer  den  Daumen. 
Sonst  intact.  In  moderner  Zeit  gänzlich  geputzt. 
Das  Haar  ist  weniger  berührt.  Vorzüglich  ge- 
arbeitet, auch  der  Rücken. 

Die  Statue  hat  das  Motiv  der  capitolinischen 
Aphrodite,  unterscheidet  sich  aber  von  ihr  in  Hal- 
tung und  Einzelformen  des  Kopfes.  Es  ist  mir  frag- 
lich, ob  hier  eine  L'mstilisierung  durch  (jopistenhand 
(vgl.  Sieveking,  Münchener  Jahrbuch  III,  1903, 
3.  1 ff.)  oder  Wiederholung  einer  älteren  Vorstufe 
der  capitolinischen  Venus  zu  erkennen  ist. 

1537,  Weibliche  Gewandstatue.  H.  25, 
wo  richtigeAngabo  der  Ergänzungen  B.  162.  Hinten 
angelegt  Gute  Arbeit.  Nach  den  gestreckten  Pro- 
portionen und  der  Verbreiterung  nach  unten  aus 
der  Zeit  der  „Pudicitia“,  d.  h.  dem  2.— 1.  Jahrh.  v. 
Ohr.  (Ainelung,  Basis  des  Praxiteles,  S.  32,  Amu  3). 


1538.  Statue  der  sog.  Amymone.  H.  26. 
B.  65.  Bernoulli,  Aphrodite,  S.  367,  Nr.  7.  Neu : Kopf 
und  Hals,  r.  Unterarm  mit  Vase:  Kleinigkeiten. 
Der  Pfeiler  ist  alt  (nur  der  äußere  untere  Teil 
links  neu).  Vortreffliche  Copie  von  guter  Erhal- 
tung. Näheres  über  den  Typus  siehe  E— V 712 
und  Amelung  in  der  Ausonia  UI  (1909),  S.  112  f.: 
praxitelisch  aus  der  Zeit  der  Venus  von  Arles, 
mit  starken  Anklängen  an  Werke  des  fi.  Jahrh. 
Von  Macchioro  (Revue  arch.  XVIII,  1911.  p.  268 ff.) 
zu  hoch  hinauf  datiert;  die  Zurückfübrung  auf  die 
Aphrodite  Urania  des  Phidias  ist  unmöglich.  Eine 
Replik  mit  zugehörigem  Kopfe,  dessen  Stilcharakter 
aus  der  schlechten  Autotypie  nicht  genügend  kennt- 
lich ist,  ist  neuerdings  in  Ostia  gefunden  worden: 
Not  d.  scavi  1911,  p.  326. 

1539—41.  Statue  der  kauernden  Aphro- 
dite. 11.28  B.38  Hoch  :1,28  m mit  Basis.  Neu:  beide 
Anne  mit  Schultern,  r.  Brust,  Stück  am  1.  Ober- 
schenkel außen.  Der  r.  Fuß  mit  Stütze  war  ge- 
brochen, scheint  aber  alt  zu  sein.  Sicher  alt  der 
gleichfalls  gebrochen  gewesene  1.  Fuß  (neu:  der 
große  Zeh),  der  mit  dem  darunter  befindlichen 
Piinthenstück  einschließlich  der  Schildkröte  unter 
dem  r.  Knie  zusammenhängt;  alles  Dies  ist  alt  und 
zugehörig.  Neu  sind  ferner:  Außenteile  der  Plinthe 
vorn  und  ihr  ganzer  hinterer  Teil;  natürlich  auch 
die  ganze  Felsbasis,  in  die  die  Plinthe  eingelassen 
ist.  Der  Kopf,  an  dem  Na»c  und  Unterlippe  ergänzt 
sind,  ist  trotz  dt»  zwischengesetzten  Halsstückes 
sicher  zugehörig,  da  er  im  Haar  (das  ungeputzt  ge- 
blieben ist)  genau  die  gleiche  braunrote  Patina 
aufweist,  wie  die  ungeputzten  Teile  der  Figur 
(z.  B.  Schildkröte,  I.  Fuß,  r.  innerer  Oberschenkel). 
Die  andern  Teile  sind  modern  völlig  geglättet 
Leider:  denn  die  Arbeit  des  Exemplaren  war  gut. 
Der  Kopf,  der  in  seinen  Fleisch partien  übermäßig 
geputzt  ist,  hatte  Stirn-  und  Schläfenlöckchen ; 
ein  Band  geht  durch  das  Uaar. 

Klein  (Praxiteles,  S.  720  ff  ; vgl  auch  Amelung, 
Vaticankatalog,  zu  Gab.  d.  maschere  427),  teilt  mit 
Recht  die  „Wiederholungen“  der  kauernden  Aphro- 
dite in  drei  Gruppen,  deren  erste  und  zweite  sich 
durch  die  verschiedene  Lage  des  r.  Oberschenkels 
unterscheiden,  während  die  dritte,  die  mit  der  zwei- 
ten die  Richtung  des  Oberschenkels  gemein  hat, 
außerdem  noch  den  r.  Arm  erhebt.  Die  Madrider 
Figur  muß,  obwohl  der  r.  Arm  ergänzt  ist,  zu  der 
dritten  Gruppe  gehören,  wie  die  Wendung  ihres 
Oberkörpers  erkennen  läßt  Der  Sinn  der  Figur  ist 
in  dieser  Abwandlung,  daß  sie  sich  gegen  einen  von 
oben  kommenden  Wasserstrahl  zu  schützen  versucht 
(vgl  den  griechischen  Klappspiegel  des  Berliner 


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Antiquarium»,  Nr.  12  A und  die  Kertacher  Deckel 
schale  C— R 1861,  pl.  I = Reinach,  rep.  des  va- 
ses  ),  6).  hu  Motiv  erinnert  diese  Variation  stark 
an  den  zum  attaliachcn  Weihgeschenk  gehörigen 
Perser  der  Galleria  dei  candelabri.  Br— Br  481  A. 

1542.  Unterlebensgroßer  Torso  der 
Aphrodite.  H. 31.  B.95  Reinach,  Rip.  IV.  203,2. 
Armband  am  1.  Oberarm.  An  der  I.  Hüfte  im  Ge- 
wand viereckige  leichte  Eintiefung.  Spur  des  r. 
Daumens  an  der  r.  Hüfte  (?).  Gewöhnliche  Arbeit. 
I)cr Typus  existiert  in  zahlreichen  Wiederholungen; 
vgl.  Bemoulli,  Aphrodite,  S.  373.  Von  sicheren  Re- 
pliken kenne  ich: 

A mit  Kopf  (j 

I.  Dresden.  F—  W 1472;  CI.  601,1319. 

/ 2.  Ince  Blundell  Hall.  Mich.  86.  CI.  74^,  1802  A. 

• 3.  Newby  Hall.  Mich  6.  CI.  628,  1364  A. 

— 4.  Venedig  D.  812. 

5.  Palazzo  Pitti.  D.  41  (Zugehörigkeit  des 
Kopfes  wahrscheinlich). 

6.  Conservatorenpalast,  Garten. 

B.  ohne  Kopf: 

7.  Berlin  37. 

— 8.  Palazzo  Colonna.  M— D 828  A. 

— 9.  Torlonia  218. 

10.  Ehemals  Ludovisi.  Schreiber  290.  Jetzt  im 
Garten  des  Pal  Margherita  (E  — A 2081— 83). 

II.  Neapel,  Sala  di  l’alladc  (=  Guida  Ruesch 
494  7). 

12.  Florenz,  Museo  archcologico,  im  Garten 
(nach  G.  Lippold). 

13.  Avignon.  Reinach,  Rep.  II,  1,  334,  4. 

14.  Cambridge  Mas» , Fogg  Museum.  Reinach, 
Rep.  IV,  203,  3 und  7 = Hostoner  Bulletin  VII 
(1909),  Nr.  39,  p.  31  = Pbot.  Moscioni  10997  («Mu- 
seo Barracco«  I). 

Die  Repliken  sind  siimmtlich  ungefähr  in  Zwei- 
Drittel-Lebensgröße  ausgeführt ; dieses  Format  war 
also  auch  dem  Original  zu  eigen.  An  vier  Exem- 
plaren sind  die  Stützen  an  der  I.  Seite  alt : an  2 
Delphin  mit  durchbohrter  Schnauze,  an  3 Delphin 
mit  durchbohrter  Schnauze  und  Amor,  an  13  Baum- 
stamm uud  Delphin,  an  4 Pfeiler  mit  durchbohrter 
Kanne.  Die  Exemplare  2,  3,  4 waren  als  Brunnen- 
figuren verwendet.  Auch  das  Attribut  des  Del- 
phins weist  in  den  Kreis  der  Wasserwesen,  anderer- 
seits aber  auch  in  den  der  Aphrodite,  auf  welchen 
auch  der  Amor  an  Nr.  3 führt.  Die  Stirukrone,  die 
sich  an  vier  der  erhaltenen  Köpfe  findet,  zeigt,  daß 
kein  niederes  Wesen  gemeint  sein  kann.  Am  näch- 
sten liegt  die  Benennung  Aphrodite  Pontia  oder 
Euploia.  Das  Original  muß  im  praxitelischen  Kreise 
um  350  entstanden  sein.  Die  Gewandmotive  be- 


rühren sich  vielfach  mit  denen  der  Venus  von  Aries, 
und  auch  die  Einzelbildung  der  Kopfformen  steht 
Praxitelischem  ganz  nahe.  Der  Vorfertiger  des 
pompeianischeu  Hermaphroditenfreacoe  in  Neapel: 
Alinari  12156,  hat  offenbar  die  Statue  benützt. 

1543.  Statue  derTyche.  H. 33.  B. 20.  Nach 
H.  1,48  m hoch.  Ergänzt  sind  von  wesentlichen 
Teilen:  der  Kopf  und  die  1.  Hand  mit  dem  An- 
satz des  Armes  und  dem  Griff  des  Füllhorns.  Alte 
Locken-Enden  auf  den  Schultern  ln  der  Rechten 
hält  die  Göttin  ein  auf  einer  Kugel  ruhende«  Kuder. 
Gewöhnliche  Arbeit.  Wiederholung  des  ursprüng- 
lich auf  Praxiteles  zurück  gebenden  Typus:  Furt- 
wänglcr,  Meisterwerke,  S.  554  ff. 

1544.  Statue  der  Fortuna.  H.  34,  zu  dessen 
Ergänzungsangaben  zu  bemerken  ist,  daß  an  dem 
Idol  der  1.  Unterarm  neu  und  die  Nase  ergänzt  ist. 
B.  186.  Reinach,  Rep  IV,  142,  4.  Gewöhnliche  stil- 
lose Arbeit  mit  Benutzung  von  Vorbildern  des 
5.  Jahrh.  (etwa  Aphrodite  Valrntini-Odescalchi). 
Der  Fall  des  Himations  Uber  den  1.  Oberschenkel 
ganz  unnatürlich. 

1545  — 47.  Statue  des  Herakles.  H.  36; 
nach  diesem  1,50  m hoch.  B.  108.  Der  Kopf  war  im 
Hals  gebrochen,  ist  aber  alt  und  zugehörig.  Neu:  Na- 
senspitze und  Stück  im  1.  Oberschädel.  Die  Unter- 
arme waren  gebrochen,  scheinen  aber  alt;  ebenso 
die  r.  Hand  mit  der  Keule  nnd  die  1.  mit  dem 
Löwenfell.  Neu  scheint  der  Block,  auf  dem  die 
Keule  ruht,  der  rechte  Fuß  und  die  Plinthe  mit 
Ausnahme  des  Stückes  um  den  1.  Fuß  und  den 
Stamm  herum.  Am  I.  Fuß  sind  die  drei  inneren 
Zehen  und  die  Ferse  ergänzt;  ergänzt  auch  Stücke 
an  den  Knleen  und  Unterschenkeln  und  sonstige 
Kleinigkeiten.  Die  Brüche  sind  überschmiert;  das 
Ganze  geputzt.  Die  Statue  steht  in  sehr  ungün- 
stigem Lichte.  Im  Haar  ein  Reif;  geschwollene 
Athletenohren.  Ziemlich  harte  Arbeit.  Nach  einem 
Vorbild  Bkopasischen  Stiles,  das  dem  Herakles 
Lansdownc  nahe  stand. 

1548.  Statue  des  Herakles.  H.  87.  B.  101. 
Neu:  Kopf,  r.  Unterarm  mitKeule,  und, wie  mirschien, 
das  ganze  Unterteil  der  Figur  von  den  Knieen  ab- 
wärts. Die  stark  zurückgepreßten  Schultern  und 
das,  wie  am  Diadumenos  Farnese,  von  der  Bauch- 
partie  nicht  getrennte  Sehamhaar  weisen  auf  ein 
älteres  Vorbild;  doch  ist  die  Ausführung  derCopie 
für  genauere  stilistische  Einreihung  zu  gering 

1549/50.  Kopf  der  Hypnosstatue.  H.  39. 
B.  89.  Siehe  Text  zu  Br— Br  529. 

1551.  StaluederLeda.  H.40.B  9.  Zu  Hüb- 
ners Ergänzungsangaben  ist  zu  bemerken,  daß  der 
Kopf  trotz  zwischongesetztcn  Ualsstückee  und  er- 

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gänzter  Nase  neu  ist.  Das  Antike  lat  recht  gut 
gearbeitet,  die  Oberfläche  unberührt.  Wieder- 
holung der  auf  Timotheus  zurückgeführten  Statue, 
Overbeck,  Kunatmythologie  des  Zeus,  S.  491,  Nr.  4. 

1352.  Statue  der  Ariadne.  11.41. 14. 107.  Neu: 
Untergesicht  von  der  Unterlippe  ab,  Oberlippe  mit 
Nase,  Stirn  mit  r,  Auge  (das  I.  verschmiert),  Mittel , 
Gold-  und  kleiner  Finger  der  I.  Hand,  größter 
Teil  des  I.  Unterarms  mit  Uamlansatz,  am  r.  Anne 
Mittelstück  des  Oberarms  und  Unterteil  des  Unter- 
arms mit  Hand,  1.  Brustwarze,  r.  ltrnst,  Felspartie 
an  den  Füllen,  das  darunter  gelegte  Kissen,  I.  Fuß 
größtenteils*),  einzelne  Gewandflicken;  die  r.  Vor- 
derseite des  Felsens  ist  außen  mit  Gips  verschmiert. 
Oie  Oberfläche  ist  wenig  geputzt,  viel  guter  Sinter 
erhalten.  Am  I.  Oberarm  ein  Schlangenreif  Im  Haar 
eine  hinten  geknüpfte  Binde;  lange  .Schulterlocken. 
Schlechte  harte  Arbeit,  nach  der  Haarbchandlung 
im  Nacken  frühestens  aus  antoninischer  Zeit. 

Diese  gewöhnlich  als  Wiederholung  der  Ariad- 
nen im  Vatican  und  in  Florenz  bezeichnete  Statue 
weicht  von  ihnen  in  wesentlichen  l'artieen  ab.  Das 
Himation  ist  nicht  über  den  Hiuterkopf  gezogen. 
Der  rechte  Teil  des  Unterleibes  ist  bedeckt;  der 
Uber  die  Scham  hinweglaufende  Gewandstreifen 
fehlt,  ebenso  wie  das  Uber  den  I'  eisen  horabfallende 
Gewand  unterhalb  der  Beine.  Amelung  (zu  Gal. 
d.  Statue  414;  a.auch  Nachträge  zu  Band  II,  S.  757) 
hat  auf  Grund  dieser  Verschiedenheiten  die  Ma- 
drider Figur  aus  der  Liste  der  Kepliken  gestrichen 
und  die  Vermutung  geäußert,  es  .sei  hier  eine 
schlichtere,  ältere  Fassung  des  gleichen  Gedankens 
erhalten*.  Die  schlechte  Arbeit  macht  cs  indessen 
wahrscheinlicher,  daß  nur  eine  vereinfachte  Ver- 
gröberung vorliegt. 

1553.  Kolossale  weibliche  Figur.  H.  42, 
B.2.  liuhland,  die  eleusinischen  Göttinnen,  1901, 
S.  16,2.  Zn  Hübners  Ergänzungsangaben  ist  zu  be- 
merken, daß  die  Sandalen  alt  sind,  die  Plinthe  neu. 
Viele  Flicken  im  Gewand  ergänzt.  Gute  Decnrations- 
arbeit.  Keplik  der  »Demeter*  im  Salone  des  Capitols 
(Br— BrSöS.Helbig’ölBJund  desTorsos  im  Giardino 
dclla  Pigna  235  Keplik  ist  vielleicht  auch  die 
Campanaschc  Statue  in  Petersburg  Nr.  164.  Andere 
Statuen,  die  als  Repliken  angeführt  zu  werden 
pflegen  (vgl.  Overbeck,  Kunatmythologie  der  De- 
meter, S.  462,  Nr.  13.  und  Bulle  im  Arch.  Anz. 
XXIII  (1908|,  Sp.  219,  Abb.  6),  können  höchstens 
als  Varianten  gelten-  Die  von  Furtwängler,  Ori- 

•)  Wobt  sin  Irrtum  in  meinen  Notizen,  ,1er  merk- 
wiirdigerwetse  allerdings  mit  Hübner  übcrelnstimnit;  es 
ist  offenbar  der  rechte  Fuß  gemeint,  von  dem  jedenfalls 
noch  der  gTutite  Teil  modern  ist. 


ginalstatucn  in  Venedig,  Taf.  IV,  1,  S.  292  ff.,  ver- 
öffentlichte Statuette  wird  eine  Votivfigur  aus  einem 
attischen  Heiligtum  sein,  die  im  Anschluß  an  das 
in  der  capitolinischen  Statue  wiedergegebene  Cult- 
bild  geschaffen  war. 

1554.  Statue  der  Athene  aus  der  Mar- 
syasgruppe  des  My  ron.  H.  43.  B.  62.  Neu:  Kopf 
und  Hals,r.  Arm,  1.  Unterarm,  Vorderteil  der  Plinthe, 
Flicken  im  Gewände  und  Kleinigkeiten.  Besprochen 
und  abgebildet  von  Sauer,  Jahrb.  d.  Inst.  XXIII, 
1908,  Tafel  HI  und  IV,  S.  131,  B.  Am  r Ober- 
schenkel glaubt  man  auf  der  Photographie  einen 
Puntello  zu  erkennen  an  derselben  Stelle  wie  an 
der  Frankfurter  Statue  (vgl.  Österr.  Jahreah.  XII 

1909  , Beild.  S.  221). 

1555.  IVeibliohe  Gewandstatue.  H.  44 
B.  93.  Neu:  Kopf  mit  ergänzter  Nase,  r.  Unterarm,  1. 
Unterarm  mit  Maske,  Vorderteil  der  Plinthe  mit  Fü- 
ßen. Sehr  decorative  Arbeit  nach  einem  Vorbild  des 
4.-3.  Jahrh.  Mit  der  folgenden  Statue,  wie  Hübner 
will,  hat  die  unsrige  nicht  daa  Geringste  zu  tun. 

1556.  Statue  einer  Muse.  H.  45  B.  199. 
Reinacb,  Kip.  IV,  180,  1.  Zu  Hübners  Angaben 
ist  zu  bemerken:  daß  die  Plinthe  ergänzt  ist;  daß 
der  Gürtel  unter,  nicht  über  der  Brust  liegt;  daß 
nicht  .die  Schultern*,  sondern  nur  der  r.  Ober- 
arm unbedeckt  ist;  daß  die  anf  der  I.  Schulter  auf- 
liegende Chlaina  um  den  Kücken  geworfen  und  mit 
dem  Zipfel  an  der  r.  Hüfte  unter  den  Gürtel  durch- 
gesteckt Ist;  daß  der  1.  Unterarm  nach  vorn  ging; 
daß  das  Körpergewicht  anf  dem  rechten  Beine 
ruht.  Flüchtige  Arbeit,  schlechte  Erhaltung.  In 
den  Gewandmotiven,  der  hohen  Gürtung  und  den 
gestreckten  Proportionen  dem  Apoll  vom  Archelaos- 
Relief  nächst  verwandt.  Vgl.  über  diesen : Amelung, 
Basis  des  Praxiteles,  S.  HO;  Watzinger,  63.  Bcrl- 
Wluck.-Pr.,  S.  13;  zu  den  dort  citierten  Monumen- 
ten sind  binznzufügen:  Bull,  de  Corr.  Hell.  XXXI 
(1907),  p.  895,  fig.  5,  und  das  E-  A,  Serie  V,  8. 117 
oben,  erwähnte  Relieffragment  des  Thorvaldsen- 
museums  in  Kopenhagen. 

1557.  Sitzende  Muse  (Erato).  H.49.  Nach 
diesem  1,52m  hoch.  8.61.  Montfaueon, deutsche  Aus- 
gabol807,XllI,5.  DeKossi.Raccoltadi  Statue CXV1. 
Amelung,  Basis  de*  Praxiteles,  S.  35,2.  Kev  arch. 
1908,  11,  pl.  XVII,  1 (Zeichnung  Heemskerks  ohne 
die  Ergänzungen).  Neu : Kopf,  r Arm,  I.  Unterarm 
mit  Leier,  die  gekreuzten  Füße  mit  den  anschlie- 
ßenden Teilen  von  Gewand  und  Plinthe.  Ein 

i Eros  zur  R.  der  Figur,  der  von  einer  früheren  Er- 
gänzung herrührte,  ist  jetzt  entfernt.  Spuren  der 
Attribute  nicht  mehr  vorhanden;  P.  G.  Hübner 
(Kev.  arch.  a.  a.  0.,  p.  361,  Anm.  1)  glaubt  auf  der 


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Heemskertuchen  Zeichnung  den  Rest  eines  discus- 
förmigen  Gegenstandes  auf  dem  I.  Knie  xu  erkennen 
und  ergänzt  denselben  xu  einem  Tympanon,  das 
auch  der  Kr  ganz  er  der  vatieanischen  Replik 
(Helbig’279)  beigefügt  hat.  Weitere  Repliken  in 
Dresden  (Hettnor  84 ; CI.  622,  1071;  Photographie 
Krone  [40]  637)  und  in  Wörlitx  (Ilosaeus  30; 
E— A II,  S.  28). 

1558—60.  Sitzende  Muse  („Clio“).  H.  50. 
Nach  diesem  1,46  m hoch  U.  68.  Montfaucon  XIII,  1 
De  Rossi  CXII.  Amelung,  Itasis  des  Praxiteles, 
8.  36,  Nr.  6.  Neu:  beide  Arme  mit  den  Attributen, 
verschiedene  Gevrandteile.  Der  Kopf  (Nase  und 
Kleinigkeiten  neu;  mit  Lorberkranx  und  Stirnbinde) 
war  im  Hals  gebrochen.  Angesichts  des  Originals 
hielt  ich  ihn  für  zugehörig;  nach  der  Photographie 
kommen  mir  Redenken:  er  scheint  xu  klein  und 
zu  gut  für  die  Statue  zu  sein.  Auch  ist  sein  Stil 
nicht  so  rein  praxitelisch  wie  der  der  übrigen  zuge- 
hörigen Köpfe  dieser  (irnppe.  Vgl.  den  ver- 
wandten Kopf  im  M useo  Torlonia  93  und  einen 
zweiten,  der  sich  vor  wenigen  Jahren  im  Besitz 
des  Neapler  Kunsthändlers  Barone  befand  (Phot, 
in  meinem  Besitz).  Andererseits  führt  die  Ver- 
einigung des  apollinischen  I.orbeerkranzcs  mit  der 
dionysischen  Stirnbinde  auch  für  ihn  am  ehesten 
in  den  Kreis  der  Musen.  Vom  Typus  der  Statue 
ist  keine  Wiederholung  bekannt. 

1561.  Sitzende  Muse(.Polimnia“).  H.  61. 
Nach  diesem  1,45m  hoch.  B.69.  Montfaucon  XIII, 6. 
De  Rossi  CXV1I.  Amelung  a.  a.  O.,  S.  85,  3.  Rev. 
arch.  a a.  0.,  pl.  XVII,  oben  Mitte.  Neu.  Kopf, 

I.  Arm,  Vorderteil  des  r.  Fußes  mit  dem  darunter 
und  darum  befindlichen  Stück  der  Felsbasis,  so- 
wie deren  ganzer  unterer  Teil  rings  herum  (wie 
an  1662  und  1564).  Trotz  seines  modernen  Aus- 
sehens ist  der  Felssitz  alt.  Keine  sicheren  Spuren 
von  Attributen.  Gänzlich  verschandelte  und 
elend  gearbeitete  Replik  der  vatieanischen  Klio: 
Helbig’  281. 

1562.  Sitzende  Muse  (Euterpe).  11.52. 
Nach  diesem  1,45m  hoch  R.  37.  Montfaucon  XIII  2. 
De Kossi CXIII.  Amelung  8.35,  1 a.  Neu:  Kopf, 
r.  Arm,  I.  lland,  Doppeltlüte,  I.  Füll  nebst  den 
anschließenden  Teilen  von  Gewand  und  Fels,  ver- 
schiedene Flicken  im  Gewand,  auch  der  Fels  I.  vom 
Beschauer,  auf  dem  früher  ein  jetzt  entfernter  Eros 
stand,  sowie  das  Unterteil  der  Felsbasis  (wie  an 
1561  und  1564)  Keine  Spur  von  Attribut  vorhan- 
den. Replik  der  vatieanischen  Terpsiehore:  Hel- 
big*  276. 

1563.  Sitzende  Muse  („Terpsicore“).  H 53. 
Nach  diesem  1,24  in  hoch.  B.41.  Montfaucon  XIII,  4. 


De  Rossi  CXV.  Amelung  8.  35,  1b;  Abb.  20 
Rev  arch.  a.  a.  0 , pl.  XVII,  rechts  unten  Neu: 

I.  Full,  Teile  der  Falten,  Ansätze  der  Arme.  Antik 
hingegen  die  grolle  Schildkrötcnlcicr,  die  in  Stier- 
hörnern endigt  und  an  welcher  unten  ein  Futteral 
für  das  Plektron  angebracht  ist  (hinterer  Teil 
dieses  Futteralen  alt).  Replik  von  Kr.  1562 

1564.  .Sitzende  Muse  („Urania“).  H.  54. 
Nachdiesem  1,39 m hoch  B.62.  Montfaucon  XIII,  8. 
De  Rossi  CX IX.  Amelung  8.36,  4a.  Neu:  Kopf, 
r.  Unterarm,  I.  Arm  von  d.  Mitte  des  Oberarms  ab, 
Unterteil  der  Felsbasis  (wie  bei  1561  und  1662). 
Keine  Spur  von  Attributen.  Roplik  der  vatieani- 
schen Kalliope:  Helbig’  280. 

1565—67.  Sitzende  Muse  („Caliope“). 

II. 55.  Nachdiesem  1,81  m hoch.  B. 40  Montfaucon 
XIII,  7.  De  Rossi  CXV11I.  Rev.  arch.  a.  a.  0., 
pl.  XVII  unten.  Amelung  8. 35, 4 b;  Abb.  17  und  21. 
Der  Kopf  (neu:  Nasenspitze,  Haarpartie  Uber  dem 

. r.  Ohr,  der  Haarknäuel  hinten,  Teile  des  „Krobyloa“, 
Stück  im  Kinn;  Halsstück  swischcngeeetzt)  ist 
nicht  zugehörig.  Er  ist  eine  Replik  der  capitoli- 
nischen  Venus  (Sievcking  im  Münchner  Jahrbuch 

III.  1908,  S.  4).  An  der  Statue  ist  ergänzt  das 
Vorderteil  des  1.  Fußes  Die  Oberarme  sind  alt 
(gegen  Hübner).  Keine  Spur  eines  Attributes. 
Replik  von  1564.  Eine  weitere  Replik  des  Typus 
im  Orto  botanico  (Phot.  Muscioni  11644). 

1568.  Sitzende  Muse  („Taiia“).  H.  56. 
Nach  diesem  1,38  m hocli  B.  38.  Montfaucon  XIII,  3. 
De  Rossi  CXIV.  Amelung  S.  35,  6.  Neu:  r.  Arm 
von  der  Mitte  des  Oberarms  ab,  beide  Fußspitzen, 
viele  Flicken  im  Gewand.  Von  der  Maske  ist  der 
dem  Körper  zunächst  liegende  Teil  antik  Im 
Stamm  und  unten  hinter  dem  r.  Fuß  Metallslifte  er- 
halten. Der  Chiton  hatte  lange  Ärmel.  — Von 
Amelung  aus  derMuscngruppeansgeschieden;  siehe 
darüber  unten 

Über  die  Geschichte  der  Madrider  Museu- 
gruppe  vgl.  P.  G.  Htlbncr  in  der  Rev.  arch.  1908, 
n,  p.  359—363  (Winnefeld,  Villa  des  Hadrian,  S.  3 
und  153  oben)  Sie  unterscheidet  sich  von  der  vati- 
ranischcn  Mnecngruppe  dadurch,  daß  sie  nursitzende 
Figuren  enthält.  Zwei  von  diesen  sind  im  Vatican 
überhaupt  nicht  vertreten,  zwei  sind  in  Madrid  dop- 
pelt vorhanden  Wenn  wir  nicht  glauben  wollen,  daß 
Ugorios  Fundangaben  über  die  Madrider  Mimen 
erlogen  sind,  müssen  wir  annehmen,  daß  der  Copist 
aus  decorativen  Gründen  nur  sitzende  Figuren 
brauchen  konnte,  daß  er  deshalb  zwei  von  ihnen 
verdoppelte  und  sic  eventuell  durch  Attribute 
differenzierte.  Die  vaticanische  Gruppe  umfaßt 
drei  stehende,  vier  sitzende  Figuren ; zwei  weitere 


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Madrid. 


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sitzende  liefert  Madrid:  die  von  Amelung  weiter- 
hin in  Vorschlag  gebrachte  lndoviaische  Figur, 
Schreiber  2,  kann  demnach  nicht  zu  der  Original- 
gruppe gehört  haben;  nur  ihr  Unterteil  ist  antik 
und  ihre  ursprüngliche  Bedeutung  gänzlich  unge- 
wiß. Auf  der  andern  Seite  will  Amelung  die 
Figur  1568,  die  eine  komische  Maske  hält,  ab- 
trennen, da  in  der  vaticanischen  (truppe  die  un- 
serer Nr.  1557  entsprechende  Figur  bereits  eben- 
falls mit  einer  komischen  Maske  ausgestattet  ist. 
Damit  ist  noch  nicht  gesagt,  daß  Madrid  1557 
ebenfalls  eine  komische  Maske  hielt.  Daß  viel- 
mehr die  Copisten  mit  den  Attributen  gewechselt 
haben,  ergibt  sich  auch  aus  E—  A 290,  einer 
Wiederholung  der  vaticanischen  Klio,  die  nicht, 
wie  diese,  eine  Rolle,  sondern  ein  Musikinstrument 
hielt.  Ich  ziehe  daraus  den  Schluß,  daß  die 
Wesensarten  der  einzelnen  Musen  in  der  origina- 
len Gruppe  noch  nicht  durch  Attribute  charak- 
terisiert waren. 

Da  eine  derartige  Unterscheidung  der  Musen 
in  hellenistischer  Zeit  vorgenommen  worden 
ist,  ergibt  sich  die  weitere  Folgerung,  daß  das 
Original  unserer  Gruppe  vor  dieser  Zeit  entstanden 
sein  muß.  Von  Amelung  (Basis  des  Praxiteles')  war 
dasselbe  früher,  unter  Zustimmung  von  Furtwängler 
(Berl. phil.  Wochenschrift,  22.  Februar  1896,  S. 243), 
mit  den  Thespiaden  des  Praxiteles  identißeiert  wor- 
den. Neuerdings  glaubt  er,  sie  einer  etwas  jüngeren 
Zeit,  der  Generation  nach  Praxiteles,  zuteilen  zu 
müssen.  Sieveking  gar  (Münchner  Jahrbuch  III, 
1908,  3.  4 f.;  vgl.  Text  zu  Br-Br  Taf.  628,  Anm.  5 
und  Münchner  Jahrbuch  VI,  1911,  8. 8)  erkennt  in 
ihr  eine  Schöpfung  der  „sogenannten  Neuattiker, 
die  ältere  Einzeltypen  aus  der  2.  Hälfte  des  4.  Jahr- 
hunderts zusammengeatellt  und  in  der  süßlich  glat- 
ten Art  ihrer  Kunstrichtung  retouchiert  haben". 

Ich  sehe  keinerlei  Grund,  von  Amelungs 
alter  Datierung  abzuweichen.  Was  kann  man  denn 
gegen  die  Entstehung  der  Gruppe  in  praxitelischer 
Zeit  einwenden?  Daß  die  Ausstattung  mit  den 
Attributen  keinen  Gegengrund  liefert,  haben  wir 
bereits  gesehen.  Daß  in  der  Stellung  und  der 
Frisur  der  „Mclpomene"  eine  unzweideutige  Cha- 
rakterisierung der  tragischen  Muse  liege  — von 
Maske  und  Kranz  ist,  als  von  Copistenzutaten, 
überhaupt  abzusehen  — , kann  ich  nicht  zugeben : 
galt  doch  die  athenische  Replik  des  Kopfes  — 
Kavvadias  193  — anfangs  für  Ganymed  oder  für 
eine  Sirene,  und  über  die  verkehrte  Interpretation 
des  Stellungsmotives  hat  Amelung,  S.  41,  Anm.  3, 
bereits  das  Nötige  bemerkt.  In  dem  broiten  Gürtel,  1 
der  hohen  GUrtung  und  den  langen  Ärmeln  wird 


man  freilich  Reminiscenzen  an  das  Schauspieler- 
kostüm  nicht  verkennen  dürfen,  und  ebenso  unver- 
kennbar ist  der  leise  schmerzliche  Zug  der  Augen: 
es  sind  dies  die  ersten  Anfänge  einer  schärferen 
Charakterisierung,  die  über  die  Eintönigkeit  der  Ba- 
sis von  Mantinea  (und  des  Chigischen  Musenreliefs) 
einen  Schritt  hinausgeht.  Aus  der  hohen  Gürtung 
der  übrigen  Figuren  kann  man  ebensowenig  einen 
Grund  gegen  unsere  Datierung  herleiten:  sie  findet 
Bich  bei  einer  großen  Reihe  der  schönsten  tana- 
gräer  Terracotten,  in  denen  sich  überhaupt,  wie 
ich  glaube,  der  Einfluß  dieser  praxitelischen  Gruppe 
wiedererkennen  läßt.  Die  verbreitete  Ansicht,  daß 
die  hohe  GUrtung  erst  hellenistischen  Ursprungs 
sei,  läßt  sich  darnach  nicht  halten.  Man  glaubt 
ferner  in  der  Gewandbehandlung  der  einzelnen 
Figuren  stilistische  Verschiedenheiten  zu  erkennen, 
die  einen  einheitlichen  Ursprung  der  Gruppe  aus- 
sehließen.  Aber  wo  ist  denn  ein  einziges  Merkmal  in 
der  Gewandbehandlung  oder  in  den  Bewegungsmoti- 
ven, das  zu  den  übrigen  Werken  der  praxitelischen 
Zeit  nicht  stimmt  ? Die  Faltengebnng  der  stehenden 
„Erato*  und  der  Melpomene  hat  ihre  nächsten 
Analogien  an  dein  Typus  der  Dresdener  Artemis 
(Furtwängler,  Meisterwerke,  Tafel  29);  die  „Po- 
lymnia“  ist  Schwester  der  Venus  von  Arles  und  der 
kleinen  Uerculanenserin.  Wie  das  strenge  Motiv 
der  Melpomene  in  hellenistischer  Formengebung 
aussieht,  lehren  Figuren  wie  die  Melpomene  aus  der 
zu  Br— Br  Taf.  610,  Anm.  8 erwähnten  Frankfurter 
.Musengruppe  oder  das  von  Moscioni  unter  10999 
photographierte  Fragment,  angeblich  im  Museo  Bar- 
racco,  oder  die  Figur  im  fünften  Saal  des  Orto 
botanico  (Phot.  Altnari  28084).  Und  ebenso  geht 
an  den  sitzenden  Figuren  kein  einziges  Motiv  über 
l'raxitelisches  hinaus.  Es  fehlt  noch  ganz  die  Kennt- 
nis vom  Reize  der  Contrapostbewegung,  die  die 
lysippische  Schule  in  die  Plastik  eingefiihrt  zu 
haben  scheint  (sicho  Text  zu  Br— Br,  Tafel  610). 
Werke,  wie  der  sitzende  Ans  tipp  im  Palazzo  Spada 
oder  die  sog.  Ariadne  in  Dresden  und  ihre  Re- 
pliken (Klein,  Praxitelische  Studien,  S.  34  ff.)  sind 
zeitlich  entsprechende  Werke.  Natürlich  muß  man 
bei  Beurteilung  des  Gewandstiles  die  durchgängig 
schlechte  Arbeit  der  uns  erhaltenen  Copien,  die 
die  Feinheit  der  originalen  Motive  vergröbern  und 
verzerren,  in  Abzug  bringen.  Viel  mag  zu  dem 
harten  und  unerfreulichen  Eindruck  der  uns  er- 
haltenen Copien  beitragen,  daß  sic  offenbar  nach 
Bronze  gearbeitet  Bind.  Den  entscheidenden  Be- 
weis aber  für  praxitelischen  Ursprung  finde  ich  in 
dem  Stil  der  Köpfe.  Dieser  ist  in  derartiger  Rein- 
heit ausgesprochen,  daß,  besäßen  wir  die  Köpfe 


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Madrid. 


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ofane  Körper,  niemand  den  geringsten  Zweifel  hegen 
würde,  daß  sie  Werke  des  Praxiteles  reprodncieren. 

Aber  Klein  (Praxiteles  S.  227,  Anm.  1)  hat  ja 
überhaupt,  im  Anschluß  an  0 Jahn,  die  Existenz 
einer  Thespiadengruppe  des  Praxiteles  bestritten! 
Der  Sachverhalt  ist  der  folgende:  Plinius  (XXXIV, 
69)  erwähnt  Bronzeetatuen  des  Praxiteles,  die  vor 
dem  Tempel  der  Felicitas  gestanden  haben,  der 
unter  Claudius  durch  einen  Brand  zu  Grunde  ging. 
An  einer  andern  Stelle  (XXXVI,  39)  spricht  der- 
selbe von  „Thespiaden“  aus  Marmor  bei  dem  Tem- 
pel der  Felicitas.  Cicero  (in  Verrem  II,  4,  2)  be- 
richtet, daß  L.  Mummina  146  v.  Chr.  Thespiaden, 
die  später  zu  Ciceros  Zeiten  beim  Tempel  der 
Felicitas  standen,  aus  Thespiae  raubte.  Die  beiden 
letzterwähnten  Thespiadengrnppen  sind  offenbar 
identisch  Eine  (Kombination  mit  den  von  Plinius 
erwäiinten  praxitelischen  Statuen  ist  wegen  der 
Verschiedenheit  des  Materials  nicht  möglich.  Von 
den  Thespiaden  des  Praxiteles  darf  man  auf  Grund 
dieser  Zeugnisse  also  nicht  reden.  Damit  ist  aber 
keineswegs  gesagt,  traß  cs  nicht  eine  in  Kom  auf- 
gestellte  Musengruppe  des  Praxiteles  gegeben  haben 
kann  und  daß  die  von  Plinius  und  Cicero  erwähn- 
ten Thespiaden  nicht  mit  dieser  identificiert  wer- 
den dürfen.  Im  Gegenteil,  mir  scheint  die  ein- 
fache Bezeichnung  der  Gruppe  als  Thespiaden, 
ohne  Hinzufügung  eines  Künstlernamens,  darauf 
zu  deuten,  daß  es  sich  um  ein  allbekanntes  Werk 
eines  berühmten  Meisters  handelt,  etwa  wie  wir 
heute  von  der  Sixtinischen  Madonna  oder  der  Nacht- 
wache reden  Wenn  wir  nun  Copien  einer  Musen- 
gruppe linden,  die  durchaus  praxitelischenCharaktcr 
trägt,  bo  ist  ihre  Combination  mit  diesen  Thespi- 
aden höchst  naheliegend.  Die  „Thespiaden"  des 
Kleomcnee  waren  offenbar  eine  Cople  dieser  Gruppe ; 
Kleomenes  war  nichts  anderes  als  der  Vorstand 
eines  großen  und  renommierten  Copistenatclicrs. 

1569.  Gruppe  des  Ganymed  mit  dem 
Ad  I e r.  H . 68.  B.  35.  Zu  H Ubners  Ergänzungsangaben 
ist  zu  bemerken,  daß  mir,  trotz  der  Ergänzungen, 
der  mit  Schnitt  aufsitzende  Kopf  des  Hundes  neu 
erschien.  Das  Fleisch  ist  antik  poliert.  Die  glatte 
und  ausdruckslose  Arbeit  nach  der  Behandlung 
des  Haares  und  der  Angal>e  der  Augensterne 
frühestens  vom  Ende  des  2.  Jahrh.  n.  Chr.  — Over- 
beck, Knnstmythologie  des  Zeus,  S.  533  ff.,  Nr.  19. 
I.ucas,  Osterr.  Jahresh.,  IX,  1906,  8.  274,  Fig.  68, 
woTafel  I eine  ebenfalls  später  Zeit  ungehörige  Re- 
plik aus  Ephesus  in  Wien  abgebildet  wird.  Das 
Motiv  der  Figur  erinnert  stark  an  dasjenige  des 
von  seinen  Brüdern  bedrängten  Paris  auf  etrus- 
kischen Urnen  (Brunn,  Urne  etrusche  ].,  Tav.  1 ff.). 


1570—71.  Böckchentragender  Satyr. 
H.  59.  B.  29.  Fr — W1506.  Kaum  lebensgroß.  Neu: 
Kopf  und  Unterbeine  des  Rückebons,  I.  Arm,  r. 
Arm  mit  Pcdum,  I.  Unterbein  bis  auf  die  Zehen. 
Das  r.  Bein  war  gebrochen,  ist  aber  alt  Ebenso 
Plinthe  und  Stamm,  an  dem  eine  unausgeführte 
Panstiöte  hängt.  Vortrefflich  erhalten,  der  Kopf 
ganz  intact.  Die  Arbeit  ist  nicht  fein,  aber  recht 
geschickt.  Am  Kinn  ein  Meßpunkt.  Die  Arbeit 
der  Statue  ist  überhaupt  nicht  vollständig  zu  Ende 
geführt  Spuren  einer  KUnstlerinschrift  (vgl.  Hüb- 
ner) habe  ich  nicht  gesehen.  In  der  Erfindung 
Vorläufer  des  Satyrs,  der  das  Dionysoskind  auf 
den  Schultern  trägt  (Neapel,  Vatican  und  Villa  Al- 
bani),  im  Bewegungsmotiv  und  in  der  Bildung  der 
Körperformen  verwandt  dem  Madrider  Hypnos. 
Das  Original  wird  im  Anfang  der  hellenistischen 
Periode  entstanden  sein.  Vgl.  Klein,  Kunstgc 
schichte  IU,  230  ft. 

1572.  Wiederholung  des  praxitelischen  sog 
Periboötos.  H.60.  B. 30.  Klein,  Praxiteles,  S 204, 
Nr.  20.  Neu:  r.  Bein,  I.  Unterbein,  Stamm,  Plinthe, 
r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarms  ab,  kleiner 
Finger  der  I.  Hand.  Penis,  verschiedene  Telle 
des  Fells.  Der  Kopf  — Nasenspitze  und  Kranz- 
teile  neu  — war  gebrochen,  ist  aber  zugehörig. 
Beider  vollständig  modern  geglättet.  Im  Übrigen 
eine  der  besten  mir  bekannten  Wiederholungen.  — 
Alter  Abguß  in  der  Münchner  Kunstakademie. 

1573.  Aph rodi te mit  M uschel.  II. 62.  B. 86. 
Reinach,  Hi  p II.  405,  6.  Zu  Hübners  Ergänznngs- 
angaben  ist  zu  bemerken,  daß  nach  der  Lage  der 
auf  dem  Rücken  erhaltenen  Locken-Enden  der  Kopf 
etwas  nach  der  1.  Schulter  zu  ging.  Die  Inschrift 
„l’raxitclis  opus*  sicher  modern.  Ganz  gewöhn- 
liche und  unbedeutende  Arbeit,  von  Hübner  gänz- 
lich falsch  beurteilt.  Genaue  Repliken  der  Figur 
lassen  sich  unter  den  zahlreich  erhaltenen  ver- 
wandten Statuen  nicht  nachweiscn. 

1574—76.  Weibliches  Unterteil  H.  63. 
B.  22.  Reinach,  Ri-p.  IV,  245,  6.  Die  Figur  war 
früher  als  Klytia  oder  Daphne  ergänzt.  — Das  r. 
Bein  war  im  Knie  gebogen  und  ging  zum  I.  Knie 
herüber,  wie  die  Einarbeitung  in  den  Falten  zeigt. 
Der  Oberkörper  war  aufgerichtet.  Es  ergibt  sich 
daraus  eine  Lage,  in  der  die  Figur  unmöglich 
lange  verharren  konnte,  und  der  Gedanke  liegt 
nahe,  sie  mit  einer  zweiten  Gestalt  zu  gruppieren, 
die  sie  eroporriß  (vgl.  Berlin  209).  Ihre  geringe  Be- 
kleidung läßt  auf  eine  erotische  Scene  schließen, 
und  man  darf  vielleicht  an  das  Sympleguia  des 
Euthykrates  (Overbeck,  8— Q 1524;  Maaß,  Jahr- 
buch d.  J.  XXI,  1906,  S.  89  ff.i  erinnern.  Die  Ar- 


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Madrid. 


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beit  des  Stücke*  ist  nicht  original,  aber  von  außer- 
ordentlicher Weichheit  und  Sinnlichkeit. 

1577  link*.  Nackter  Jünglingstorso. 

H.  64 ; nach  dieeem  0,94  m hoch.  B.  12.  Keinach, 
Rep.  IV,  874,  5.  R.  Kopfnicker  ge*|>annt.  Locher 
für  Metallatifte  unter  beiden  Achselhöhlen,  offen- 
bar für  eine  moderne  Ergänzung  der  Arme.  Am 
r.  Oberschenkel,  hinten  in  der  Kniegegend,  scheint 
der  Stamm  ausgebrochen  au  »ein.  Die  Bezeich- 
nung de*  Torso*  als  llermaphrodit  ist  gänzlich 
grundlos.  I.ysippischein  verwandt. 

1577  rechts  Artemistorso.  H 17.  Nach 
diesem  0,91  m hoch.  B.  1 1.  Reinarh,  Rep.  IV',  189, 8. 
L.  Spielbein.  Der  1.  Arm  ging  abwärts.  Eine  Re- 
plik (wie  O.  I.ippold  gesehen  hat)  im  Vatican. 
l'andclabri  111  (CI.  570,  1215).  Schlechte  Arbeit. 

1578—84.  Statue  des  poly kletischen 
Diadumenos.  11.65.  B.88.  Furtwängler,  Meister- 
werke, S.  438  ff.  Mahler,  Polyklet,  .3  73.  E-A 
.366— 868  (Amelung).  Mon.  Piot  IV'  (1897),  p 53, 
pl.  VII 1 und  IX  (P.  Paris).  Neu:  Alles  von  den 
Knicen  abwärts,  r.  Arm  ")  l'cnis  fehlt.  Da»  Ober- 
teil des  Stammes  ist  noch  alt.  1,  Arm  einschließlich 
der  Stütze  ungebrochen  und  Alles,  sogar  die  Finger, 
antik.  Von  der  Binde  sind  keine  Reste  mehr  in  der 

I.  Hand  erhalten.  Der  Kopf  ist  ebenfalls  vollständig 
antik,  auch  Nase,  Lippen,  Haarlückchen.  Das  Ganze 
ist  bis  auf  die  Haare  geglättet  und  zwar  in  neuerer 
Zeit,  was  der  antike  Sinter  in  den  Haaren  beweist. 
Die  Binde  hat  keine  .Saumlinie.  Die  freistehenden 
Bindenteile  waren  nie  in  Marmor  gearbeitet;  denn 
hinten  sind  an  der  Binde,  wo  sie  geknüpft  ist,  keine 
Bruchstellen,  sondern  eine  antike  AbschluUstelle. 
Vermutlich  waren  diese  Enden  in  Bronze  angesetzt, 
wie  an  dem  neuen  Barraccoachen  Exemplare:  Cata- 
logo  del  Museo  di  scultura  antica,  Fondazioue 
Barracco  (1910),  Nr.  107  (mit  Abb.).  Auf  der  Photo- 
graphie der  Rückseite  (1584)  glaube  ich  liuks  ein  zu- 
geschmiertes  Stiftloch  zu  sehen,  ungefähr  an  der 
gleichen  Stelle,  wie  am  liarraccoschen  Kopfe. 
Vortreffliche  charaktervolle  Arbeit,  auch  iui 
Rücken.  Der  Marmor  ist  wühl  peutelisch. 

Die  Madrider  Statue  steht  als  Copie  auf  der 
gleichen  Stufe  wie  der  Kasseler  Kopf.  Sie  ist  eine 
Umsetzung  in  den  Mannorstil,  freier,  gefälliger, 
aber  weniger  getreu.  Für  die  von  Hauser  aufge- 
worfene Frage,  ob  Apollon  oder  Athlet,  lehrt  sie 
nichts  Neues. 

1585-87.  Nackte  inännl.  Statue.  H.  66. 
B.  39.  Klein,  Praxiteles,  S.  402  ff.;  l’raxiteliscbe 

♦)  Die  Vermutung  von  Ada  Mavjglia  im  Hüll  com. 
XXXIX  (19t l)p  p-  197  ff,  der  r.  Arm  könne  alt  sein,  ist 
darnach  unbegründet. 


Studien,  S.  57  ff.;  Kunstwart  1911,  S.  143;  Üsterr. 
Jahreshefle  XIV',  1911,  8 98  ff.;  Bulle,  der  schöne 
Mensch  I *,  S.  126  ff.  Amelung,  Berl.  phil.  Wochen- 
schrift 1900,627.  Lebensgroß.  Stark  geflickt.  Neu: 
beide  Arme,  Penis  Im  Hals  viele  Stücke  eingesetzt, 
hinten  aber  anschließender  Bruch : Kopf  also  sicher 
zugehörig.  Ergänzt  an  ihm  sind:  Nase  und  Teile  der 
Ohren.  An  den  Oberschenkeln,  in  der  r.  Knöchel- 
gegend  und  am  I.  Fuß  hinten  neue  Stücke.  Auf 
dem  Bauch,  1.  Oberschenkel  und  r.  Schulter  sind 
Fehler  des  Blocks  durch  runde  eingesetzte  Zapfen 
verbessert.  Die  Piinthe  ist  geflickt,  aber  alt.  Anf 
ihr  sitzt  ungebrochen  der  Pfeiler,  der  in  seinen 
oberen  Partien  stark  und  mehrfach  ergänzt  ist. 
Der  Kopf  der  Herme  war  iu  zwei  Teile  gespalten, 
die  trotz  der  verschiedenen  Färbung  aneinander 
zu  paaseo  scheinen  und  beide  alt  sind;  ebenso 
sind  die  wesentlichen  Teile  der  Chlamys  jedenfalls 
alt.  Das  Ganze  ist  stark  geputzt,  aber  nicht  ge- 
glättet. Sehr  krystallinischer,  feinkörniger  Marmor 
Gute  Arbeit,  aucli  im  Rücken. 

Klein  (Praxiteles,  a.  a.  O.)  hat  eine  nur  in  einer 
Zeichnung  von  Cavaieriis  erhaltene  Statue  als 
Wiederholung  der  Madrider  Figur  erkannt.  Die 
verschollene  Statue  hielt  auf  dem  1.  Arm  ein 
nacktes  Kind.  Eine  Wiederholung  dieses  Kindes 
glaubt  Klein  in  einer  Figur  des  Thennenmuseuma 
nachweisen  zu  können.  Wie  indessen  die  Ver- 
suche mit  Abgüssen  ergeben  haben,  ist  das  Kind 
zu  groß  im  Verhältnis  zum  Träger.  Ferner  sind, 
wie  bereits  Helbig  (Führer1,  II,  1103)  gesehen  hat, 
die  Beine  des  Dionvsosk indes  in  der  Zeichnung 
nach  der  entgegengesetzten  Seite  gewandt  als  im 
Marmor,  und  die  Hand  des  Hermes  erscheint  an 
diesem  nicht,  wie  in  der  Zeichnung,  am  1.  Ober- 
schenkel, sondern  am  I.  Glutaeus.  Zum  Mindeeteu 
also  müßten  wir  weitgehende  Uopistenfreibeitcn 
annehmen.  wenu  wir  das  Kind  iui  Therinenniuseutu 
! einer  Replik  der  Uavalcriisschen  Gruppe  zuschrei- 
ben  wollten.  Offenbar  Recht  hat  hingegen  Klein  in 
seiner  Identification  der  ZeiclinuDg  mit  der  Ma- 
drider Figur:  die  Chlamys  allein  beweist  dies. 

Furtwängler  (Herl.  phil.  Wochenschr.,  5.  Mär» 
1898)  hält  die  Figur  für  die  Wiederholung  der 
Gruppe  des  älteren  Kcphisodot:  „Mercuriua  Libe- 
rum patrem  in  infantia  uutriens“.  Vorausgesetzt, 
dali  das  Kind  nicht  etwa  nur  dem  Zeichner  oder 
einem  Restaurator  der  Renaissance  seine  Ent- 
stehung verdankt,  halte  ich  Furtwänglers  An- 
nahme für  wahrscheinlicher,  als  Kleins  Zuweisung 
an  Timarchos,  einen  Sohn  des  Praxiteles.  Denn 
wenn  auch  eine  spälpraxitelische  Figur,  wie  der 
sog.  Autiuou»  vom  Belvedere  (deu  Furtwängler, 


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Madrid. 


22 


Meisterwerke,  S.  571  f.,  den  Söhnen  dee  Praxiteles 
zugewiesen  hat),  in  der  Körperbildung  noch  sehr 
viele  polykletische  Elemente  bewahrt  hat  und  sich 
darin  der  Madrider  Statue  an  die  Seite  stellt,  so 
ist  doch  andrerseits  das  liewegungsmotiv  der  letz- 
teren wesentlich  befangener  und  zurückhaltender, 
gebundener  sogar  noch  als  das  des  sog.  Periboütos. 
bei  der  Betrachtung  des  Kopfes  wird  man  zunächst 
auch  an  den  Antinoua  vom  Belvedere  erinnert; 
doch  scheint,  falls  man  der  einen  Replik  trauen 
darf,  das  llaar  strenger  und  einfacher  stilisiert, 
weniger  gelockert,  die  .Stirn  nach  der  älteren  Weise 
sehr  hoch  zu  sein.  Mit  der  Eirene  freilich  sind 
die  Berührungspunkte  nicht  sehr  eng;  indessen 
scheint  nichts  im  Wege  zu  stehen,  eine  Tätigkeit 
des  älteren  Kephisodot  noch  in  der  Mitte  des 
4.  Jahrhunderts  anzunehmen.  Auch  die  Stilisierung 
der  Uhlamy»  weist  entschieden  auf  eine  dem  praxi- 
teliscben  Hermes  oder  der  oben  Nr.  1527  veröffent- 
lichten Dionysosstatue  vorausliegende  Zeit.  — Eine 
Replik  vermutet  Amelnng  in  der  verschollenen 
Satyrstatue  der  Sammlung  Mattei:  Clarac  704  D, 
1683  B. 

1588—92.  Sog.  Grnppe  von  Ildefonso. 
H.  67.  B.  28.  Fr— W 1665.  Hauser,  Ncuattieche 
Reliefs,  S.  184.  Anm.l.  Fr.  Beckett,  Den  Kgl.  Afstoeb- 
ningssamling,  Kopenhagen,  Nr.  950.  Bethe,  Arch. 
Ans.  1898,  8.  8 ff.  Furtwängler,  Meisterwerke, 
8. 468  f.  Derselbe  im  Bull.  d.  J.  1877,  p.  154. 
Br— Br  308.  — Ehemals  in  Villa  l.udovisi  (Schrei- 
ber, Katalog,  S.  30). 

a) Tatsächliches.  Der  Antlnouskopf,  von 
madiger  Arbeit,  gehört  sicher  nicht  zu.  Neu.  Nase, 
ganzer  Hals,  r.  Teil  des  vorderen  Oborschädels  bis 
zur  Stirn.  Hinten,  wo  der  antike  Torso  und  der 
Kopf  direct  ohne  zwischengesetztes  HalaBtUck  zu- 
sammenstoden,  sieht  man  die  Niehtzusammenge- 
hörigkeit  deutlich:  Schnitt;  außerdem  müßten  die 
Kopflocken  sich  noch  irgendwie  auf  dem  Hals  fort-  i 
setzen.  Am  . Antinous“  ist  ferner  nen  der  r.  Arm  mit 
.Schale.  Der  I.  Arm  von  der  Schulter  bis  unter- 
halb des  Ellenbogens  war  gebrochen  und  ist  wahr- 
scheinlich auch  modern.  Sein  auf  der  1.  Schulter 
des  „Polyklet"  liegender  Unterarm  ist  alt;  wahr- 
scheinlich auch  die  Hand,  an  der  der  Zeigefinger 
gebrochen  war;  der  kleine  Finger  ist  neu.  Der 
Marmor  am  »Antinous*  war  an  mehreren  Stellen 
geplatzt:  die  Risse  sind  jetzt  verschmiert,  ober- 
halb der  r.  Brust  Mannortlicken  eingesetzt.  Heide 
Unterbeine  vom  Knie  ab  scheinen  neu  (Bruch- 
llächen  übcrschroiert).  R.  Fuß  und  L Zehen  sind 
sicher  alt  und  sitzen  ungebrochen  auf  der  Plinthe; 
ob  der  hintere  Teil  des  1.  Fußes,  der  Uber  dem 


Knöchel  mit  Schnitt  an  die  moderne  Wade  an- 
stößt, antik  ist  oder  nicht,  läßt  sich  nicht  ent- 
scheiden; seine  Bruchstelle  gegen  die  antiken 
Zehen  hin  ist  verschmiert.  Über  dem  r.  Knöchel, 
zwischen  Fuß  und  moderner  Wade,  ist  ein  Stück 
zwischengesetzt  von  einer  zweiten  Ergänzung, 
ln  den  modernen  1.  Unterschenkel  ist  unterhalb 
des  Knies  ein  8tttck  eingesetzt,  das  noch  antik 
sein  könnte.  — Der  Altar  steht  ungebrochen  auf 
der  antiken  Plinthe.  Auf  der  Oberseite  derselben, 
am  äußern  Rand,  hinter  dem  Altar,  ist  ein  ziem- 
lich breites  und  tiefes,  offenbar  modernes  Loch. 
Das  Mittelstitck  des  brennenden  Fackelteils  sitzt 
alt  und  ungebrochen  auf  dem  Altar:  also  ist  die 
Fackel  richtig  ergänzt.  Es  ist  sogar  möglich,  daß 
ein  großer  Teil  ihres  vorn  geputzten,  mehrfach 
gebrochenen  Schaftes  antik  ist.  — Ebenso  ist  es 
wahrscheinlich,  daß  der  ganze  r , im  Oberarm  ge- 
brochene Arm  (einschließlich  der  Hand)  des  .Po- 
lyklet* antik  ist;  es  ging  eine  Stütze  vom  Fackel 
Schaft,  der  ungebrochen  in  der  R.  ruht,  zum  r. 
Oberschenkel  hinüber,  wo  jetzt  noch  Reste  des 
Puntellos  zu  sehen  sind.  Der  an  der  8chnlter 
und  unterhalb  des  Ellenbogens  gebrochene  1.  Arm 
des  .Polyklet*  ist  ebenfalls  antik.  In  der  Hand 
sind  noch  Rette  des  Fackelschaftes  erhalten,  dessen 
andere  Teile  neu  sind.  Der  Kopf  des  .Polyklet“ 
ist  ungebrochen  und  intact  bis  auf  einige  Blätter 
des  Lorbeerkranze«.  Zahlreiche  Reste  rotbrauner 
Färbung  in  dem  fast  unberührten  Haar.  Das  r. 
Ohr  ist  etwas  geschwollen.  Der  r.  Unterschenkel 
ist  von  unterhalb  des  Knies  an  neu,  der  Fuß 
aber,  der  ungebrochen  auf  der  Plinthe  steht,  alt; 
die  Bruchstelle  oberhalb  des  Knöchels  ist  ganz 
verschmiert.  Der  1.  Fnß  steht  ebenfalls  unge- 
brochen auf  der  Plinthe.  Das  I.  Unterbein  ist 
wahrscheinlich  von  oberhalb  des  Knöchels  bis 
unterhalb  des  Knies  modern  (.Schnitt,  nicht  Bruch). 
Hinten  sind  im  Unterbein  mehrere  Stücke  einge- 
setzt. — Die  Basis  der  Koraiigur  steht  unge- 
brochen auf  der  Plinthe  und  schließt  ohne  Bruch 
an  den  1.  Unterschenkel  des  .Polyklet*  an.  Die 
Figur  selbst  ist  einmal  oberhalb  ihrer  Fiiße  ab- 
gebrochen gewesen;  bei  diesem  Bruche  ist  das 
hintere  Stück  Ihrer  Basis  sammt  den  darunter  und 
daneben  befindlichen  Teilen  der  Plinthe  und  dein 
untersten  hinteren  Teile  ihres  Gewandes  und  dem 
Gewandstück  unterhalb  ihrer  I.  Hand  verloren 
gegangen  und  ergänzt  worden.  Die  Füße  und 
das  Unterteil  des  Gewandes  vorn  hingegen  sind 
alt  uud  sitzen  ungebrochen  auf  der  Basis.  Am  I. 
hinteren  Oberschenkel  des  .Polyklet“  unterhalb 
der  Glutäen,  wo  die  Figur  ebenfall«  gebrochen 

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Madrid. 


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war,  ist  ein  Ansatzstück  ihres  Gewandes  erhalten 
Ihr  Kopf  war  im  Hals  gebrochen,  ist  aber  alt  und 
zugehörig;  nur  die  freistehenden  Lockentcile  sind 
neu.  Im  Übrigen  ist  die  Figur  Intact.  ln  der  R. 
scheint  sie  einen  Apfel  zu  halten. 

Vortreffliche  Arbeit,  auch  auf  der  Rückseite. 

b)  Ergebnisse.  Die  mehrfach  geäußerten 
Zweifel  an  der  Zusammengehörigkeit  der  ganzen 
Gruppe  haben  sich  bei  genauerer  Untersuchung 
nicht  bestätigt.  Korafigur,  „Polyklct“  und  Altar 
gehören  sicher  zusammen.  Der  größte  Teil  des  1. 
Arms  des  „Antinous*  und  seiue  Unterbeine  sind 
zwar  neu,  so  daß  die  Figur  an  keiner  titelte  Bruch 
auf  Bruch  ansitzt.  Aber  da  die  1.  Hand  und  die 
Hauptteile  der  Füße  antik  sind  und  ihre  Verbin- 
dung mit  dem  Torso  sich  ungezwungen  ergibt,  da 
außerdem  Größe  und  Marmor  des  .Antinous*  über- 
einstimmen,  so  ist  die  Annahme,  daß  ein  Pasticcio 
der  Renaissance  vorlicgc,  so  gut  wie  ausgeschlossen 
Bereits  üethe  a.  a.  0.  hat  im  Wesentlichen  das  Rich- 
tige beobachtet 

An  eine  Beziehung  der  Gruppe  auf  Antinous 
ist  nicht  zu  denken,  da  der  Kopf  des  .Antinous“ 
nicht  zugehörig  ist.  Für  seinen  Körper  ist  der 
praxltelische  .Sauroktonos  benutzt.  Die  Figur  des 
.Polyklet“  geht  nach  Furtwängler  (Meisterwerke, 
8. 463  f.)  auf  eine,  in  weiteren  Repliken  nicht  er- 
haltene Statue  eines  Knabensiegers  des  polykle- 
tischen  Kreises  zurück,  die  dem  Westmacottschen 
Athleten  sehr  nahe  gestanden  haben  muß.  Die 
Anordnung  des  Haares  ist  der  des  Doryphoros  so 
ähnlich,  daß  man  sogar  die  Frage  aufwerfen  kann, 
ob  nicht  die  ganze  Figur  erst  eine  dem  Copisten 
zu  verdankende  Combination  aus  dem  Westmacott- 
schen  Athleten  und  dem  Doryphoroskopfe  ist  Die 
Haltung  der  Anne  wäre  dann,  wie  am  .Saurok- 
tonos“, erst  für  die  Gruppe  zurecht  gemacht 

Die  Verbindung  der  beiden  Figuren  zu  einer 
Gruppe  ist,  wie  man  seit  Langem  glaubt,  in  dem 
Kreise  der  „l’aslteliker“  vorgenomraen  worden 
Die  Vorzüglichkeit  der  Arbeit,  die  man  z.  B.  an 
dem  Kopfe  des  „Polyklet“  schätzen  kann,  weist 
ebenfalls  auf  jene  Zeit.  Aus  der  Decoration  des 
Altars  läßt  sich  kein  genaueres  Kriterium  zur  Da- 
tierung entnehmen  (siehe  Altmann,  Römische  Grab- 
altäre, S.  60).  „Es  wird  zu  leicht  vergessen,  daß 
die  meist  als  bloße  Pasticcios  leichthin  abgetanen 
Gruppenbildungen,  wie  die  von  Ildefonso,  des 
Menelaos  u a.,  Formlösungen  ersten  Ranges  dar- 
stellen. Hinter  ihnen  steht  ein  Künstlertum,  das 
zwar  durchaus  erfindungsarm  ist,  aber  seine  Va- 
riationen und  Verbindungen  vorhandener  klassi- 
scher Leistungen  mit  eminentem  künstlerischen 


Takt  ausführt“  (Ludwig  Curtius,  Jahrbuch  d.  J. 
1904,  XIX,  S.  69). 

Die  Deutung  der  Gruppe  hängt  von  der  Be- 
nennung der  polykletischen  Figur  ab.  Sie  löscht 
mit  der  Rechten  die  Fackel  auf  dem  Altäre  aus 
(die  Fackel  in  der  linken  Hand  bleibt  besser  un- 
berücksichtigt, da  ihr  Altertum  von  anderer  Seite 
bestritten  worden  ist).  Von  einem  Anzünden  der 
Fackel  kann  keine  Rede  sein,  da  auf  dem  Altar 
kein  brennendes  Feuer  erhalten  ist.  Man  bat  des- 
halb in  der  Figur  einen  Todesgenius  erkennen 
wollen;  in  gleicher  Weise  sind  mehrere  Repliken 
des  Eros  von  Centoccllc  durch  Weglassen  der 
Betlügelung  und  Hinzufügung  der  Fackel  in  Todes- 
dämonen umgewandelt  worden.  Der  Lorbcer- 
kranz  freilich  findet  bei  einer  derartigen  Figur 
keine  Erklärung.  Andererseits  widerspricht  das 
Idol  der  Deutung  auf  einen  gewöhnlichen  Sterb- 
lichen. Wie  bei  den  übrigen  Gruppen  des  par- 
teiischen Kreises  bleibt  auch  hier  die  Deutung  in- 
folge der  Unbestimmtheit  der  Action  ungewiß  (vgl. 
Furtwängler,  Ann.  d.  J.  1877,  p.  156,  Amn.  I). 

1 593 — 98.  Nackter  Knabe.  II.  69.  Nach 
diesem  1,34  m hoch.  ß.85.  Revue  arch.  1901,11, 
pl.  XIX— XX,  p.316  (Pierre  Paris);  1905,  II,  p.  103ff. 
(Mahler).  Ergänzt:  Beine  von  den  Knieen  abwärts, 
Plinthe  und  Stamm,  r.  Arm  mit  Lorbeerzweig, 
Flicken  in  der  1.  Schulter.  L.  Arm  und  Hand  sind 
bis  auf  Teile  an  den  Fingern  alt.  Der  Kopf  ist 
vollständig  intact.  Geputzt.  Gute  Arbeit. 

Während  Pierre  Paris  die  Statue  ins  4.  Jahr- 
hundert versetzt  und  dem  Euphranor  frageweise 
zuschreibt,  gehört  sie  nach  Mahler  an  die  Seite  der 
ilestia  Giuatiniani.  Ich  halte  diese  Datierung  für 
irrig.  Die  Bewegung  des  I.  Armes  findet  sich 
zwar  auch  schon  an  dem  älteren  Werk.  Aber 
die  Behandlung  des  Körpers  ist  von  einer  in  der 
Mitte  des  5.  Jahrhunderts  nicht  denkbaren  Weich- 
heit. Pierre  Paris,  Hinweis  auf  Furtwänglers 
„Euphranor“  trifft  in  der  zeitlichen  Ansetzung  des 
Stückes  jedenfalls  das  Richtige;  auch  die  Eirene 
des  Kephisodot  bietet  Vergleichnngspunkte.  Das 
Haar,  dessen  Anordnung  der  Mode  des  5.  Jahr- 
hunderts entspricht,  fallt  an  den  Seiten  und  im 
Nacken  in  künstlich  gedrehten  I/rcken  herab,  die 
sich  von  den  natürlich  gewellten,  z.  B.  des  Dorn- 
ausziehers oder  des  Niobidenknaben  mit  dem 
Pädagogen  bestimmt  unterscheiden.  Sie  entspre- 
chen vielmehr  dem  Lockentoupet  griechisch-ägyp- 
tischer Köpfe  hellenistischer  Zeit  (Afrika,  Isis, 
Portraits).  Der  Dargestellte  ist  danach  auslän- 
discher, wohl  afrikanischer  Herkunft.  Mahler  hätte 
bei  seiner  Datierung  an  den  Librs  puer  teneus 


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tabellam  des  Pythagoras  erinnern  können.  Eine 
ähnliche  Verbindung  von  ägyptischer  Frisur  mit 
Form-Elementen  der  1.  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts 
zeigt  ein  einer  Gewandstatue  der  Loggia  dei  Lanzi 
(D.  559)  aufgesetzter  weiblicher  Kopf.  Vgl.  auch 
E— A 1363  4. 

1599—1601.  .Schlafgott  “ H.  70,  danach 
1,12m  hoch  B.  84.  Beinach  Rep  IV,  257,  3.  Neu: 
Plinthe,  Stamm  bis  auf  das  oberste  Drittel,  Unter- 
beine.  Der  r.  Arm  (Schulterstück  neu)  und  der  1. 
Unterarm  waren  gebrochen,  sind  aber  alt  und  zu- 
gehörig; beide  Hände  neu.  Den  Kopf  (neu : Nase) 
hielt  Hübner  für  modern.  Ich  habe  ihn  vor  dem 
Originale  für  antik  gehalten,  kann  aber  bei  ge- 
nauerem Studium  der  Photographie  erneute  Zwei- 
fel nicht  unterdrücken.  Gute  Arbeit.  Falls  der 
Kopf  zugehörig  ist,  würde  die  Restauration  der 
Figur  zu  einem  Schlafgott  das  Richtige  treffen 
(vgl.  Furtwängler,  Bull.  d.  J.  1877,  158).  Kürper- 
bildung und  .Standmotiv  weisen  auf  die  Zeit  der 
zweiten  attischen  Sehule. 

1602.  Sog.  Narkissos.  H.  71.  B.  124. 
Reinach,  Rep.  IV,  56,  4 Neu:  Unterbeine,  Stamm, 
Plinthe,  1.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarms  ab,  r. 
Arm  (Hand  alt).  Kopf  war  gebrochen,  ist  aber  zu- 
gehörig; neu  ist  Nase  und  r.  Oberschädel  Recht 
gute  und  sorgfältige  t'opie  des  von  Furtwängler, 
Meisterwerke,  S.  483  ff.,  behandelten  Typus. 

1603.  K nieender  Perser  als  StUtzfigur. 
H 73.  B.  208.  Reinach,  Rep.  IV,  292,  1 Hoch 
0,66  in.  Die  Statue  ist  stark  verschmiert,  so  dail 
die  Constatierung  der  Ergänzungen  schwierig  ist. 
An  der  Plinthe  sind  die  Aulienränder  und  vorn 
ein  großes  Stück  neu.  Neu  sind  ferner  die  rechte 
Hand  mit  dem  Modius,  der  selbst  wieder  ergänzt 
ist,  und  die  Spitze  der  Mütze  Der  Kopf  scheint 
gebrochen  gewesen  zu  sein,  ist  aber  wohl  alt  und 
zugehörig.  Beide  Arme  von  Schulter  bis  Hand- 
wurzel sind  vom  Torso  getrennt  gewesen.  Die 
Fügen  sind  zum  Teil  verschmiert;  sie  machen 
eher  den  Eindruck  von  Schnitt  als  von  Bruch. 
Doch  schien  mir  der  Sinter,  der  auf  den  Armen 
sitzt,  gut  und  alt  zu  sein.  Die  Qualität  des  Mar- 
mors ist  bei  der  jetzigen  Aufstellung  in  schlech- 
tem Eichte  schwer  constatierbar.  Die  Arbeit  ist 
roh.  Über  den  Typus  hat  zuletzt  Bulle  in  den 
Einzelaufnahmen  502/3  gehandelt,  wo  auch  unsere 
Statuette  S.  44  links  oben  erwähnt  ist. 

1604.  Statue  eines  römischen  Prinzen. 
H.  75.  B.  166.  Clarac  916  A,  2336  A.  Hoch  2,25  m 
Neu:  Kopf,  r.  Arm,  1.  Unterarm.  Von  der  Plinthe 
ist  nur  die  Partie  um  den  rechten  Fuß  und  den 
Stamm  herum  alt.  Das  I.  Bein  war  im  Knie  ge- 


brochen und  ist  alt  bis  zur  Mitte  des  Unterschen- 
kels. Auf  den  Schultern  Bindenreste.  — Im  be- 
kannten Prinzentrpus  der  iuliscb-daudischcn  Zeit 
(vgl.  E— A 332  und  869).  Gute  Arbeit,  modern 
übergangen 

1605.  Statue  des  Augustus.  H.  78. 
B.  170  t 'lar.ro  916A,  2337  A.  Bernoutli,  Rom. 
Ikon.  (I,  1,  S.  39,  Nr.  63  Neu:  fast  das  ganze 
Unterteil  der  Figur  von  den  Knleen  abwärts  und 
die  Hände.  Das  Halsstück  ist  zwischengesetzt, 
der  Kopf  aber  wegen  der  übereinstimmenden 
Falten  der  über  den  Kopf  gezogenen  Toga  zu- 
gehörig. Er  ist  von  vortrefflicher  Arbeit,  nur 
durch  die  abscheuliche  Ergänzung  von  Nase  und 
Oberlippe  stark  verunstaltet.  Die  Statue  ist,  als 
datierbare  Togafigur,  nicht  ohne  Wert.  Vgl.  den 
neugefundenen  Augustus  der  Via  I.abicana  Bull, 
com.  1910,  tav.  VII. 

1606.  Panzerstatue.  H.  81 ; nach  diesem 
2,06  m hoch  B.  168.  Clarac  916  B,  2504  A Ber- 
noulli,  Köm.  Ikon.  II,  1,  153.  Journ.  of  Hell.  Stud- 
VII,  p.  132,  Nr.  47.  v.  Rohden,  Bonner  Studien, 
S.  15.  Ergänzt:  außer  Kleinigkeiten  au  Gewand 
und  Füßen,  der  Kopf,  die  Arme,  das  Mittelstück 
des  I<eibes.  Die  Zugehörigkeit  der  Beine  zum  Ober- 
körper ist  infolgedessen  nicht  beweisbar,  aber  nach 
dem  Erhaltungszustand  wahrscheinlich.  Der  Pan- 
zerschmuck besteht  aus  einem  Tropaion,  das  von 
zwei  Victorien  mit  Schilden  geschmückt  wird. 

1607 — 09.  Statue  einer  Römerin.  H.  83. 
B.  164.  Clarac  834  A,  2090  A.  Neu:  1.  Fuß,  untere 
Enden  des  Gewandes,  kleiner  Teil  r.am  r.  Fuß,  Plin- 
the,  r.  Unterarm,  1.  Schulter,  1.  Arm  und  Hand,  viele 
einzelne  Gewandteile.  Die  Figur  ist  aus  zwei 
Teilen  gearbeitet;  der  Schnitt  geht  oberhalb  des 
Himations  quer  über  den  Bauch.  Der  Kopf,  mit 
der  Eückchenfrisur  der  sogen.  Agripplnatypen 
und  dem  Nackenschopf  der  iulisch-claudischeu  Zeit 
(Stück  des  Halses  vorn  neu,  sonst  iutact,  auch 
die  Nase),  war  zum  Einsetzen  in  eine  Statue  be- 
rechnet. Seine  Zugehörigkeit  ist  wahrscheinlich; 
denn  auch  die  Behandlung  der  Gewandung  weist 
wie  Hehler  (Röui.  weibl.  Gewandstatuen,  S.  163  f.) 
ausgeführt  hat,  in  jene  Zeit. 

1610.  Sitzender  Greis.  H.  84  B 160 
(von  diesem  fälschlich  für  modern  gehalten).  Cla- 
rac 848 A,  2148 B Hoch  0,68  m Neu:  Kopf, 
r.  Hand,  der  ganze  untere  Teil  der  Figur;  alt 
sind  aber,  entgegen  Hübners  Angaben,  Lehne  und 
Kissen  des  Stuhls  Die  Statuette  steht  dem  Typus 
zweier  Figuren  der  Biblioth&que  nationale  sehr 
nahe:  der  Bronze  Babeion  853  und  der  Silber- 
statnette aus  Bordeaux  Nr.  3104  (Giraudon  290). 

8* 


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Madrid. 


Der  Kopf  der  letzteren  hat  grolle  Ähnlichkeit  mit 
dem  einen  der  vier  Bronieportraits  aus  Livorno  im 
Florentiner  Museo  archeologico  (Amelung,  Führer 
271),  von  welchem  die  Londoner,  Karncadcs  ge- 
nannte Herme  (Catalogue  Ul,  Nr.  1835)  eine  Wieder 
holung  sein  könnte.  Diese  Portrait«  sind  ans  der 
Zeit  des  Hermarch. 

1611.  Zeuskopf.  H 86.  B 57.  Überlebensgroß 
Neu:  Nase,  Hals,  Büste,  Lippenteile  Ausdrucks- 
lose Arbeit  nach  einem  Vorbild  des  4 Jahrh. 

1612/13.  Replik  des  Kopfes  der 
Athena  Velletri.  H.  92.  B.  49.  Furtwängler, 
Meisterwerke  8.  306,  Anm.  5.  Hoch  0,62  tu.  Neu 
Nasenspitze,  Ohrenteile,  Vorderstück  des  Helms, 
eine  Locke  an  der  Stirn  links.  Vorderseite  stark 
geputzt.  Der  Kopf  ist  in  der  jetzigen  Aufstellung 
zu  sehr  nach  hinten  geneigt. 

1614/15.  Helios  kopf.  H.  94,  B.  V Neu: 
Nase,  Bruststück,  Flicken  im  Diadem  links.  Ge- 
putzt. Hinter  dem  Diadem  Löcher  für  Strahlen. 
Zu  vergl.  die  Heliosuietope  von  Troia  und  der 
Venezianer  Kopf  D.  98. 

1616,18.  Doppelkopf  der  Io  oder 
Isis.  H.  95.  B.  91.  Neu,  die  Nasen.  Zum  Ein- 
setzen hergerichtet.  Über  der  Stirnbinde  zwei 
Hörnchen,  über  die  Verbindung  von  Isis  mit 
Io  siehe  Drexler  in  Roschers  myth  Lex.  s.  v.  Isis 
Sp.  489.  Vgl.  auch  E — A 524. 

1619/20.  Hera  kl  cs  köpf.  H.  96.  B.  58. 
Neu:  Brust,  Nase,  Lippen,  Kinn,  Ohrläppchen, 
Flicken  im  Hals  und  an  der  I.  Braue.  Geschwol- 
lene Ohren;  Efeukranz.  Etwas  modern  geglättet. 
Wie  es  scheint,  eine  mäßige,  durch  die  starke 
Restauration  wertlos  gewordene  Wiederholung 
des  Herakles  Lansdowne. 

1621  — 23.  Jugendlicher  bekränzter 
Kopf  H.  97.  B.  50.  Neu:  Bruststück,  Nase 
und  Kleinigkeiten  in  Haar  und  Kranz;  auf  der 
Rückseite  etwas  verwaschen.  Längs  des  Kranz- 
zweiges im  Haar  mehrere  Löcher,  offenbar  für 
einen  Metallschmuck;  bestanden  die  Blätter  des 
Kranzes  teils  aus  Marmor,  teils  aus  Bronze'/ 
Die  Haartracht  des  Vorderkopfes  stimmt  mit  der- 
jenigen der  Mclpomenc  aus  der  vaticanischen 
Musengruppe  überein;  in  Neigung  und  Ausdruck 
stellt  sich  der  Kopf  indessen  mehr  zu  den  auf 
Eupbranor  zurückgcführten  als  zu  praxitelischen 
Werken. 

1624/25.  Bärtige  D i o n y sos  h e r m o. 
U.  98.  B.  70.  Neu . Nase,  Unterlippe,  Ohronteilo, 
Unterteil  des  Bartes.  Sehr  verwaschen  und  geputzt. 
Archaisierende  Schöpfung  des  4.  Jahrhunderts,  un- 
gefähr aus  der  Zeit  des  praxitelischen  Sardanapal. 


1626.  Weiblicher  Kopf  H 106.  B.  71. 
Halblebensgroß.  Neu:  Brust,  Nase,  Kleinigkeiten. 
Dem  Basler  Apoll  Steinhäuser  verwandt 

1627.  „FInßgott“maske.  H.  108.  B 349. 
Nett:  Unterteil  der  Nase;  nach  Hübner  auch  der 
Mund  Für  die  Deutung  verweist  mich  Hauser  auf 
den  Bronzekopf  des  Grafen  Zichy,  den  Furtwängler, 
Sitz.-Ber.  der  bayer.  Akad.  1897,  Tafel  XI/X1I, 
S 140  fT.,  publiciert  und  auf  Quirinus  gedeutet  hat 

1628:29.  Kolosaalkopf  des  bärtigen 
Herakles.  II.  109.  B.  56.  Neu,  Herme,  Nase, 
vorderer  Teil  der  W ulstbinde.  Sehr  verwaschen 
und  geputzt.  Geschwollene  Ohren.  Rohe  Arbeit 
nach  einem  Vorbild  des  4.  Jahrhunderts. 

1630.  Bärtiger  Uerakleskopf.  H.  110. 
B.  334.  Neu : Büste  und  Nase  Im  Haar  liegt  ein 
Reif.  Starke  Bohrerarbeit.  Offenbar  ein  Portrait 
unter  dem  Bilde  des  Herakles,  wie  die  Replik  des 
farnemschen  im  Palazzo  Pitti  (Br— Br  284),  und 
ungefähr  aus  der  nämlichen  Zeit  (zweite  Hälfte 
des  2.  Jahrh.  n.  Chr.). 

1631.  Kopf  des  bärtigen  Herakles. 
U.  111.  B 346.  Neu:  Henne,  Oberlippe,  Nase. 
Wulstbinde  im  Haar.  4.  Jahrhundert.  Flüchtige 
und  schlecht  erhaltene  Arbeit. 

1632.  KinderkOpfchen.  H.  114.  B.  73. 
Neu:  Büste.  Nase,  Kinn.  Scheitelliechte  und  Stirn- 
löckchen. Gute  Arbeit  nach  einem  Vorbilde  der 
beginnenden  hellenistischen  Zeit 

1633,34.  Kopf  der  knidischen  Aphro- 
dite. H 116.  B.  54  Klein,  Praxitelea,  S.  252, 
b,  5.  Neu : Büste  und  Nasenspitze.  Geglättet  und 
übergangen.  Hals  und  Kopfneigung  sind  alt  Gute 
Arbeit. 

163536.  Weiblicher  Kopf.  H.  117? 
B.  ? Der  Kopf  ist  sehr  hoch  anfgestellt,  und  ich 
habe  ihn  nicht  ans  der  Nähe  untersuchen  können. 
Neu,  nach  Ausweis  der  Photographie : Büste,  untere 
Hälfte  der  Nase,  r.  Unterlippe,  Flicken  über  dem 
r.  Auge  und  im  Haar  vorn  rechts.  Der  schöne 
und  vorzüglich  gearbeitete  Kopf  scheint  dem  von 
Amclung,  Führer  Nr.  173  und  E— A 364—366  be- 
sprochenen Typus  sehr  nahe  zu  stehen. 

1637.  Replik  des  Kopfes  vom  Silen 
mit  Bacchuskind.  H.  119.  B.  75.  Klein,  Praxi- 
teles, S-  396,  Anm.,  Nr.  5.  Neu:  Herme,  Nase, 
Teil  des  r.  Ohres.  Die  Pupillen  sind  in  der  Manier 
des  ausgehenden  2.  Jahrhunderts  angegeben.  Späte 
und  abscheulich  verhunzte  Arbeit. 

1638  — 40.  Behelmter  altertümlicher 
Jünglingskopf  auf  nicht  zugehöriger  Büste. 
H.  123.  B.  72.  Stark,  Sächs.  Her.  1864,  Tafel  I. 
Dilthey,  Rhein.  Jahrb.  LIII,  38  f.  Michaelis,  Arch. 


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Madrid. 


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Zeit.  XXXIV,  1876, 8. 154  f.  Cavaceppi,  Kaccolta  II,  j 
21.  Reinaeh,  Ri-p.  IV,  111,  1.  Ehemals  im  Besitz 
von  Azjira,  der  ihn  von  Cavaceppi  erworben  hatte. 
Die  Büste  ist  aus  ganz  anderm  Marmor  als  der 
Kopf.  Nach  der  Photographie  (atn  Original  habe 
ich  leider  den  Tatbestand  nicht  untersucht)  scheint 
sie  aus  einer  Statue  hergerichtet  zu  sein,  ähnlich 
wie  die  Berliner  Büste  Arch.  Anz.  1903,  S.  31, 
Nr.  7,  und  dor  Venezianer  Asklepios  D.  341.  Sie 
mag  von  einer  Zeusstatue,  wie  die  Leydener  aus 
Utica  (Reinaeh,  RFp.  II,  1,  5,  5),  stammen.  An  der 
Büste  ist  die  Nase  der  Medusenmaske  und  der 
rechte  Arm  ergänzt.  Am  Kopf  ist  die  Nase  und 
der  größte  Teil  des  Helmes  neu.  Er  ist  sehr  ver- 
waschen und  geputzt.  Stilistisch  ist  er  so  tiau 
und  ohne  prägnanten  Ausdruck,  zum  Teil  durch 
die  Schuld  seiner  mangelhaften  Ausführung,  daß 
es  schwierig  ist,  ihn  einer  bestimmten  Kunstschule 
oder  gar  einer  bestimmten  Meisterindividualität 
zuzuschreiben.  Die  Bildung  der  Lucken  an  den 
Schläfen  links  erinnert  an  diejenige  des  Neapler 
Kopfes  E— A 606/6.  Der  Londoner  Kopf  1752 
(Phot.  Manuell  1151)  ist  ihm  nabe  verwandt;  ob 
Replik,  bleibt  zn  untersuchen.  Dieser  Kopf  wird 
in  London  vermutungsweise  dem  Kresilas  unge- 
schrieben. 

1641/42.  Athenekopf.  H.  124.  B.  ? 
Treu  im  Text  zu  Brunn-Bruckmann,  Tafel  591, 
Anm.  10.  Neu:  Nase,  Kinn,  Helmbusch.  Hals  und 
Büste.  Geputzt  Helmschmuck:  seitlich  Greife, 
vorn  Ornament.  Das  Haar  ist  hinten  aufgenommen. 
Überarbeitete  Replik  des  der  „Sappho  Albani* 
im  Conservatorenpalast  aufgesetzten  Atbenakopfes 
(E— A 450  51;  Treu  a.  a.  0 , Fig.  3 u.  4).  Dieser 
Kopf  ist  der  Athene  aus  der  myroniachen  Marsyas- 
gruppe  nächstverwandt  und  geht  wohl  ebenfalls 
auf  ein  Werk  des  Myron  zurück.  Als  dritter 
hierhergehöriger  Athenatypus  sei  das  bekannte 
Relief  der  .Trauernden  Athens“  von  der  Akro- 
polis genannt. 

1643—45.  Dop  p e I h er  m c a n g e b 1 1 ch 
von  Epikur  und  Metrodor.  11.  147.  B.  103. 
Rernoulli,  Griecb.  lk.  II,  S.  126,  26.  Neu:  Unter- 
teil der  Herme  und  die  Nasen.  Gänzlich  geputzt. 
Wie  Bemoulli  richtig  bemerkt  hat,  ist  die  Ähn- 
lichkeit mit  den  sicheren  Portrait«  des  Epikur  nnd 
Metrodor  nicht  genügend,  um  die  alte  Benennung 
zu  rechtfertigeu.  Doch  gehüren  die  Köpfe  in 
diese  Zeit.  Repliken  von  1644  (nach  G Lippold): 

1)  München,  Residenz,  E— A 963. 

2)  Capitol,  Filosofi  81. 

8)  Venedig,  Dütscbke  Nr.  ? 

4)  München,  Privatbesitz  Fragmentiert. 


1646—48.  Doppelherna  der  Aphro- 
dite und  des  Eros  H.  148.  B.  26.  Fr-W 
1609.  Dort  die  ältere  Litteratur.  Furtwängler, 
Meisterwerke.  S-  98  ff.  Die  Herme  war  in  der 
Mitte  durchgesägt;  die  Teile  gehören  aber  offen- 
bar zusammen.  Bis  auf  die  Nasenspitze  der  Aphro- 
dite sind  die  Köpfe  im  übrigen  intact.  Die  Ober- 
fläche ist  etwas  verwaschen.  Die  Arbeit  ist  sorg- 
fältig, aber  höchst  geistlos.  Die  beiden  in  der 
Herme  vereinigten  Typen  werden  von  Furtwängler 
anf  Pheidias  zurückgeführt,  über  die  Aphrodite 
siehe  zuletzt  den  Text  zu  Br-Br  Tafel  576;  zu 
den  von  Furtwängler  aufgezählten  Exemplaren 
des  Eros  sind  hlnzuzufügen : 1.  Bei  Senator  Monte- 
verde  in  Rom,  E— A 138/39;  der  Arbeit,  nicht 
der  Erhaltung  nach  wohl  das  beste  Exemplar. 

2.  Genf,  Museum,  E— A 1868/69,  von  geringer  Ar- 
beit 3.  Doppelherme  in  Villa  Doria-Panfili,  beider- 
seits der  nämliche  Kopf;  gänzlich  verwittert  und 
zerstoßen. 

1649-  50.  Bärtige  Herme.  H.150.  B.  15. 
Ergänzt  die  Herme  mit  der  Inschrift  APIETOPA- 
XH£,  Nase,  Hälfte  der  Brauen,  Unterteil  der  Stirn, 
Lippen,  Ohreu.  Ganz  verwaschen  Repliken 
1 Nimea,  E-A  1410/11.  2.  Uffizien,  E-A  868/69. 

3.  Nach  Jonbin  zn  E— A 1410  11  ein  Kopf  im 
I-ouvre,  Fr.  213.  Das  beste  dieser  Exemplare,  der 
Kopf  in  Nimea,  zeigt  in  der  Behandlung  des  seit- 
lichen Haupthaares  große  Verwandtschaft  mit 
dem  Kasseler  Apoll. 

1651-52.  Bärtige  Herme.  11.155.  B.98. 
Neu:  Kleinigkeiten  an  der  Herme.  Nasenspitze. 
Geputzt  Repliken:  Capitol,  E— A 448/44,  und 
eine  zweite,  etwas  abweichende  in  Stockholm 
(Lagrelius  III,  63).  Eine  weitere  nach  G.  Lippold 
in  Schwerin.  Um  die  Mitte  des  5.  Jahrhunderts. 

1653.  Bärtiger  Grieche.  H 157.  B.  14. 
Ncn  die  Henne  mit  der  Inschrift  ZHN'AN  K1TFEYX 
und  die  Nase  Ganz  schlecht  erhalten.  Sonst  un- 
bekannter Typus  des  3.  Jahrhunderts  v.  Chr-,  etwa 
ans  der  Zeit  des  Dcmostbenesportraits. 

1654.  Herme  eines  bärtigen  Griechen. 
U.  165.  B.  96.  Bernoulli,  Griech.  Ik.  II,  S.  16. 
Kaibel,  I.G.Sic.  etU.211*.  Völlig  übergangen;  nir- 
gends mehr  antike  Oberfläche  erhalten.  Neu  (nach 
Hübner):  Stück  oben  im  Schädel,  Nasenspitze, 
Stück  im  1.  Backenknochen,  r.  Ohr,  Stück  an  der 
1.  Seite  der  Herme,  und  die  Inschrift : 1XOKPA  (ins). 
Nach  G.  Lippold  Replik  der  beiden  Köpfe  im  Ca- 
pitol: Arndt  581— 84.  Dem  von  Bernoulli,  Griecb. 
Ikonogr.  II,  S.  151  nnd  182,  besprochenen,  fälsch- 
lich Karncades  genannten  Typus  (Uffizien  D.  497) 

> verwandt  und,  wie  dieser,  aus  helleuistischer  Zeit 


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Madrid. 


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1655.  Bärtiger  Grieche.  H.  171.  B.  94. 
Bernoulli,  Griecli.  Ik.  I,  S.  26,  Amn  4,  Nr.  8.  Neu: 
Kleinigkeiten  seitlich  an  der  ilerme  und  die  Nase. 
Geputzt  Replik  des  sog.  Apolionius  von  Tyana. 

1656/57.  Bärtige  Herme.  H.  172 
B.  55.  Neu:  Herme  mit  der  Inschrift  EAPAANA- 
IIAAAQS,  Hals,  der  ganze  Hinterkopf  mit  Aus- 
nahme eines  Stärken,  die  I obere  Hälfte  des 
Schädels,  das  Unterteil  der  Nase  Alt  ist  also 
nur  die  Maske  des  Kopfes,  die  ihrerseits  in  der 
Mitte  durcbgebrocheu  war  Repliken:  1.  Lateran, 
B— Sch  374.  2.  Ebenda  380.  3.  Torlonia  34.  4.  Ny- 
Carlsberg  152.  5.  Wien,  aus  Ephesos:  Ausstel- 
lung von  Fundstllcken  aus  Ephesos,  1905,  p 20 
und  21;  Phot  Bosniak  415.  6.  Louvre:  Clarac 
1086,  2760 C.  7 Villa  Medici:  M-D  1689  = Phot, 
d röm.  Inst.  1042.  8.  Eine  weitere,  angeblich  aus 
Athen  stammende  Replik  war  1911  im  Pariser 
Kunsthandel.  Vgl.  auch  Monumeuti  del  Museo  Gri- 
tuani  tav.  II  u.  VIII.  — Nr.  1 hat  als  Gegen- 
stück eine  jugendliche  Herme  (vgl.  E—A  422/23  und 
Text  zu  Ny-Carlsberg,  PI.  69/60;,  die  anscheinend 
auf  den  nämlichen  Künstler  zurilckgeht;  derselbe 
hat  am  Ende  des  5.  Jahrhunderts  gelebt 

1658.  Bärtiger  Grieche,  H 187.  B.  18. 
Bernoulli,  Griech.  Ik.  I,  8 167.  Am  Kopf  sind 
neu:  Nase  und  StQck  auf  dem  vorderen  Ober- 
sehädel.  Die  Stirn  war  abgeplatzt,  ist  aber  antik 
und  zugehörig:  sie  besteht  aus  demselben  rot 
gesprenkelten  Marmor  wie  der  Kopf.  Der  Kopf 
gehört  nicht  zu  der  mehrfach  gebrochenen,  aber 
antiken  Büste:  das  Halsstäck  ist  zwischengesetzt, 
der  Marmor  verschieden.  Die  Büste  ist  hinten 
wenig  gehöhlt;  starke  Mittelstutze.  Auf  dem 
BUstenfuß  vorn  die  Inschrift: 

TCTAT€IAICJ 
CCWT^CJ  (Rasur) 

ie?ei 

n-Ai  a io  c 

ANAKYN AA  ?A},0X 

(Kaibel,  I.  G.  Sic.  et  It.  n°  1087).  Mit  Apices 
Der  Name  Anakyndaraxes  ist  persisch.  Die  1. 
Brust  iBt  von  einem  Fell  bedeckt,  das  auf  der 
Schulter  geknüpft  ist.  Der  Chiton  hat  oben  eine 
große  Quedcr.  Die  Büste  ist  griechisch,  aus  ba- 
drianiseber  Zeit;  sie  stammt  aus  Rom.  Der  auf- 
gesetzte l’ortraitkopf  ist  dem  Euripides  entfernt 
ähnlich;  er  wird  im  Portraitwerk  besonders  ver- 
öffentlicht werden 


1659  — 62.  Kopf,  dem  Dioinedes  ver- 
wandt. H.  189.  B.  ? Paul  Herrmann  bei  Furt- 
wängler,  Meisterwerke,  S.  316,  Anm  2.  Neu: 
Bruststück  und  Nasenspitze.  Die  rote  Farbe  auf 
den  Augäpfeln  ist  modern.  Geputzt.  Der  1.  Kopf- 
nicker ist  gespannt,  also  ging  der  Kopf  zur  r. 
Schulter.  Der  Kopf  ist  ein  interessantes  Beispiel 
für  die  Freiheit,  mit  der  die  römischen  Copistcn 
berühmte  Originale  umgewandelt  haben.  Im  Bart 
ist  noch  die  strenge  Behandlung  der  einzelnen 
Löckchen  ziemlich  gewahrt;  das  Haupthaar  hin- 
gegen ist  vollständig  umstilisiert  und  Polykle- 
tischem  angenähert,  so  auch  in  der  Partie  um  den 
Wirbel.  Daß  der  kreeiläische  Diomed  aber  ur- 
sprünglich zu  Grunde  liegt,  ist  nicht  zu  bezwei- 
feln. Den  Übergang  zwischen  den  strengen 
Copien  und  dieser  Umgestaltung  hier  bildet  der 
Kopf  im  Orto  botanico:  E—A  809  10,  an  welchem 
die  strenge  Stilisierung  der  Haare  des  Originals 
bereits  verlassen  ist.  Daß  der  Diomedkopf  in 
römischer  Zeit  starker  Beliebtheit  sich  erfreute 
und  von  den  Copisten  mit  großer  Freiheit  ver- 
wendet wurde,  zeigt  auch  die  interessante  Koloseal- 
statue des  Palazzo  Odescalchi  in  Rom-  M — D 1028, 
E—A  2058  —60,  wo  er,  in  den  Formen  abge- 
schwächt und  modernisiert,  mit  einem  Torso 
j polykletischer  Art  ungebrochen  verbunden  ist. 

1663  64.  Jugendlicher  Römer.  U.  197. 
B.  121-  F-W  1644.  Bernoulli,  Röm.  Ik.  II,  1,  S.  39, 
Nr.  67,  Fig.  8;  S 152.  Nen:  Hals  mit  Teil  des 
Hinterkopfs,  Büste,  Nasenspitze,  großer  Fleck  io 
der  I.  Wange.  Nach  Hübner  und  Fricderichs-Wol- 
ters  Tiberius,  nach  Bernoulli  Augustus.  Schla- 
gende Ähnlichkeit  mit  keinem  der  beiden  vorhan- 
den; dem  Typus  nach  aber  dem  inlisch-claudischen 
Kaiserhaus  angehörig. 

1665.  Küste  eines  Bärtigen.  11.  214. 
B.  185.  Der  Kopf  (ergänzt:  Nasenspitze  und  Ohren- 
teile; aus  antoninischer  Zeit;  von  Hübner  ohne 
Grund  für  modern  erklärt)  gehört  nicht  zur  Büste. 
Dieselbe  ist  interessant  wegen  des  vorn  an  Stelle 
der  Inschrifttafcl  angebrachten,  auf  einem  Blitz- 
bündel stehenden  Adlers.  Sic  trug  offenbar  ehe- 
dem einen  Kaiserkopf;  ihrer  Form  nach  gehört 
sie  in  die  gleiche  Zeit  wie  der  ihr  jetzt  aufge- 
setzte Kopf. 

1666/67.  Kopf  des  Drusus  minor.  H. 227 
B.  ? Bernoulli,  Röm  Ik.  II,  1,  S 201,  Nr.  2. 
Neu:  Büste,  Nasenspitze,  Teil  des  r Ohres. 
Geputzt 

1668.  Kopf  eines  unbärtigen  Römers. 
H.  230.  B.  390.  Neu:  Büste,  Hals,  Nase,  Ohren, 
Nackenhaar.  Zeit  des  Nero 


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83 


Madrid. 


84 


1669—70.  Büste  eines  unbärtigen 
Römers.  H.  231.  B.  115.  Der  vollständig  un- 
versehrte Kopf  sitzt  mit  Schnitt  iu  der  llalsgegend 
auf  der  Büste  auf.  Beide  Teile  bestehen  nicht 
aus  Marmor,  sondern  einem  kalkstcinähnlichen 
Materiale.  Antik  zusammengehörig  können  sie 
nicht  sein;  denn  Stil  von  Kopf  und  Büste,  an 
welcher  Kuß  und  Inschrifttafel  sicher  neu  und  ans 
weißem  Marmor  sind,  passen  nicht  zueinander: 
jener  ist  republikanisch,  diese  aus  der  zweiten 
Hälfte  des  2.  Jahrhunderts  n.  Chr.  Dem  Gedanken, 
die  Büste  sei  in  neuerer  Zeit  zu  dem  antiken 
Kopf  hinzugearbeitet,  widerspricht  seine  vollstän- 
dige Unversehrtheit  sowie  das  auffallende  Material 
Wir  haben  es  also  offenbar  mit  einer  sehr  ge- 
schickten Fälschung  der  Renaissancezeit  zu  tun. 

1671/72.  Bärtiger  Portraitkopf.  11.246. 
B.  ? Neu:  Nase,  Partieen  an  beiden  Ohren, 
Hals.  Die  Zugehörigkeit  der  ztim  Teil  antiken 
Büste  ist  ungewiß.  Der  Kopf  ist  von  Interesse, 
weil  er  physiognomisch  dem  Typus  des  sogen. 
.Julianus  Apostata“  (Portraitwerk , Register  zu 
Tafel  1—760,  S.  46;  Taft.  681—686)  nahesteht 
Der  Arbeit  nach  gehört  er  in  das  Ende  des  2.  Jahr- 
hunderts n.  Chr. 

1 673, 74.  Bärtiger  Dakerkopf  mit 
Mütze.  H.262.  B.387.  Grauer  Marmor.  Die  Brust 
ist  neu;  der  Kopf  war  quer  durchgebrochen,  istaber 
sonst  intact.  Vorzügliche  Arbeit  traianiecher  Zeit. 

1675/76.  Weibliche  Büste  mit  der 
Frisur  der  Julia  Titi.  H.  264.  B.  117.  Ber- 
noulli,  Rom.  lk  II,  2,  S.  40  u.  S 60.  Neu:  Nasen- 
spitze, beide  Ohrenpartien,  Teile  am  Büstenfuß. 
Wichtig  wegen  der  ganz  erhaltenen  Büste.  Hin- 
ten hohl  mit  frei  gearbeiteter  hoher  Stütze. 

1677  78.  Kopf  einer  Römerin.  H.  282. 
B.  137.  Neu : Hals,  Büste,  Nase.  Geputzt.  Ich  habe 
den  Kopf,  an  dessen  Altertum  ich,  wie  Hübner,  nicht 
gczweifclt  habe,  wegen  seiner  seltsamen  Frisur 
aufnehmeu  lassen.  Mitten  durch  das  Haar  geht 
eine  aus  zwei  dünnen  Haarzöpfen  bestehende  Art 
von  Keif;  die  rund  um  deu  Obcrschädel  laufenden 
Streifen  indessen  scheinen  aus  Stoff  zu  bestehen 
(rechts  als  Binden  charakterisiert,  links  ganz  glatt). 
Nach  der  Behandlung  des  Fleisches  würde  ich 
den  Kopf  am  ehesten  in  neronisch-othonische  Zeit 
setzeu.  Auch  der  Mangel  der  Pupillenangabe 
spricht  für  Ansetzung  in  vorhadrianische  Zeit. 

1679.  Kopf  einer  Ziege.  H.  283.  B.  83. 
Auf  der  Unterseite  jetzt  glatt  abgeschnitten,  ur- 
sprünglich aber  wohl  von  einer  Statue  summend. 
Neu:  Hörner,  Ohren,  Kleinigkeiten.  Vorzügliche 
Arbeit  Vgl.  British  Museum  2129. 


1680—82.  D r e I a ei  t ige  n e u a 1 1 is  e h e 
Basis.  H.  284.  B.  ? Das  Oberteil  ist  neu; 
die  Photographien  zeigen  deutlich  den  Umfang 
der  Ergänztmg. 

1680.  Ein  Jüngling  mit  flatterndem  Haar,  in 
jeder  Hand  eine  Flöte  (V);  vor  ihm  ein  AlUr  mit 
brennender  Flamme. 

1681.  Herakles  (?),  jugendlich,  in  der  L.  die 
stabäbnliche  Keule  haltend,  mit  der  nur  zum  Teil 
erhaltenen  R.  winkend  (Hübners  Ansicht,  die  Hand 
habe  die  Apfel  gehalten,  bestätigt  sich  vor  dem 
Original  nicht). 

1682.  Apollon,  die  Leier  spielend,  die  auf 
einer  kannelierten  Säule  aufruht. 

Die  Reliefs,  die  unzweifelhaft  antik  sind,  haben 
mit  einer  Reihe  .neuattischer*  Sculptnren  in 
Motiveu  und  Einzelformen  altertümelnd  manierierte 
Züge  gemein,  die  uns  heute  durchaus  unantik  an- 
muten und  bei  manchen  dieser  Monumente  schon 
den  Godankcn  an  neueren  Ursprung  nahegelegt 
haben. 

1683—86.  Vier  ncuattische  Reliefs 
mit  Darstellungen  von  Maenaden.  H.  286. 
B.  42,  43,  46,  46.  Winter,  60.  Berliner  Winckel- 
mannsprogramm,  1890,  S.  97  ff.,  Tafel  II  und  III. 

DieMaaße:  1683: 1,42m  hochjobere  wie  untere 
Breite  0,79  m.  1684:  1,406  m hoch;  untere  Breite 
0,79  m,  obere  Breite  0,80  m.  1685:  1,425  m hoch; 
untere  Breite  0,81  m,  obere  Breite  0,78  m.  1686: 
1,385  m hoch;  untere  wie  obere  Breite  0,76  m.  — 
Die  Tiefe  der  Platten  ist  verschieden;  da  sie 
an  der  Wand  befestigt  sind,  kann  man  nicht 
fcatatellcn,  ob  ihre  Rückseiten  etwa  abgemeißelt 
sind.  Die  untere  Ablaufplatte  ist  bei  allen  vier 
Reliefs  vorhanden;  die  obere  fehlt  bei  1683  und 
1686.  Bei  1686  sicht  man  deutlich,  daß  sie  weg- 
gemeißelt worden  ist;  bei  1683  hingegen  ist  sie 
bestimmt  niemals  vorhanden  gewesen ; sie  ist  auch 
nicht  etwa  im  Uanzcn  wcggenoumien  worden, 
da  die  Platte  in  der  Höhe  mit  den  übrigen  Uber- 
einstimmt.  Trotzdem,  und  trotz  der  kleinen 
Maaßdifferenzen,  gehören  alle  vier  Platten  gewiß 
zusammen.  Sie  bestehen  aus  demselben,  anschei- 
nend nicht  sehr  feinkörnigen  pentelischen  Mar- 
mor und  haben  denselben  Erhaltungszustand.  Sie 
scheinen  längere  Zeit  dem  Regen  ansgesetzt  ge- 
wesen zu  sein;  die  besonders  beschädigten  Stellen 
sind  dann  geputzt  und  leicht  übergangen  worden. 
An  andern  Stellen  sitzt  noch  der  antike  Sinter, 
in  mehreren  Faltcntiefen  rötliche  Farbspureu,  die 
ich  für  antik  gehalten  habe.  Die  Wölbung  der 
Platten  ist  außerordentlich  gering;  nur  bei  1686 
ist  sie  etwas  stärker.  Von  einem  Puteal  können 


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Madrid. 


36 


die  Platten  unmöglich  herrühren:  dasselbe  müßte 
einen  kolossalen  Durchmesser  gehabt  haben.  Für 
die  Reconstruction  des  Monuments  ist  zu  be- 
achten, daß  bei  1683  der  obere  Ablaufrand  nie 
vorhanden  war  — eine  plausible  Erklärung  für 
diese  Abweichung  vermag  ich  allerdings  nicht 
zu  geben  An  den  Außenrändcrn  von  1684  und 
1636  befinden  sich  Dübellöcher  und  Micher  für 
Metallstifte.  Dieselben  rühren  anscheinend  eher 
von  einer  Befestigung  der  Platten  in  neuerer  Zeit 
her,  da  die  Außenränder  den  Eindruck  moderner 
Bearbeitung  machen. 

Ergänzt  .sind  (außer  Kleinigkeiten): 

An  1683:  die  NaBe,  ein  größeres  eingesetztes 
Stück  am  linken  Qlutaeus,  das  äußere  Ende  der 
Platte  rechts  von  unterhalb  der  rechten  Hand 
abwärts.  Ueslcht  und  Haar  sind  geputzt.  — An 
1684:  die  Nasenspitze  und  Flicken  in  der  Wange. 
Wenig  geputzt.  — An  1685:  in  der  I.  untern  Ecke 
ein  Stück  des  Reliefgrundes  und  des  Gewandes. 
Der  Kopf  stark  geputzt.  — An  1686:  nur  un- 
wesentliche Kleinigkeiten  Das  Haar  und  am  Thyr- 
sos  der  Pinieuapfel  sind  unberührt. 

Die  Reliefs  enthalten  so  viele  auffällige  Einzel- 
heiten, daß  ich  längere  Zeit  ihren  antiken  Ur- 
sprung in  Zweifet  gezogen  habe.  Bei  1683  fällt 
der  gänzlich  unmotivierte  Efeuzweig  hinter  dem 
Haupte  auf;  befremdlich  mutet  ferner  das  Über- 
gehen des  Chitons  in  ein  Uundsfell  an.  Auf  1686 
wird  das  Tympanon  nicht  von  der  L.  gehalten, 
sondern  erscheint  Idnter  ihr.  Auch  an  1686  ist 
die  als  Schweinsfell  behandelte  Chlamys  sehr  selt- 
sam stilisiert.  Aber  diese  Seltsamkeiten  genü- 
gen nicht,  um  die  Reliefs  als  Fälschungen  der 
Renaissancezeit  zu  erklären  Zu  dem  Tympanon 
von  168f>  bietet  das  Relief  899  in  Villa  Albani 
(Zoüga,  Bassiriiievi  1, 19  links;  Phot.  Alinari  27676), 
von  welchem  unten  noch  die  Rede  sein  wird  und 
das  bestimmt  antik  ist,  eine  vollkommene  Analogie. 
Das  Hundsfell  an  1683  verdankt  nicht,  wie  man 
meinen  könnte,  einer  Überarbeitung  seine  Entsteh- 
ung. Man  erkennt  zwar  links  vom  Kopfe  des  Hun- 
des eine  Einarbeitung  wie  von  einer  weggemeißel- 
ten .Stelle;  aber  die  Klauen  des  Felles  sind  antik 
und  unberührt,  und  an  der  Schulterklaue  sitzen 
gute  alte  rote  Farbspuren.  Außerdem  kehrt  das 
Fell  entsprechend  bei  der  Wiederholung  der  Figur 
auf  dem  Florentiner  Relief  D.  610  (E— A 378; 
Rrogi  9645)  wieder.  An  1686  ist  auf  jeden  Fall 
eine  moderne  Herrichtung  vorgenommen  worden, 
da  die  obere  Ablaufleiste  weggemeißelt  worden  ist; 
wenn  auch  Haar  und  Thyrsosapfel  unberührt  ge- 
blieben sind,  so  ist  das  Gesicht  doch  geputzt  wor- 


den; bei  dieser  Gelegenheit  könnte  der  Ergänzer 
sich  auch  an  der  Chlamys  vergriffen  haben.  Doch 
mahnt  das  Beispiel  von  1683  zur  Vorsicht;  auch 
dieses  Fell  wird  eher  antik  sein. 

Winter  a.  a.  0.  hat  vorgeechlagen,  in  dem 
bekannten  Maenadenrelief  vom  Esquilin  im  Con- 
servatoreupalaste  einen  Teil  des  nämlichen  Monu- 
mentes zu  erkennen,  dem  die  vier  Madrider  Platten 
angehört  haben.  Abgesehen  von  der  Verschieden- 
heit des  Stiles  — das  römische  Relief  einfach, 
charaktervoll;  wenn  nicht  Original,  so  doch  von 
der  Qualität  eines  solchen;  die  Madrider  Platten 
Hau,  kleinlich,  unruhig,  Copien  mit  allen  Miß- 
verständnissen des  Älteren,  wie  sie  auf  neuattischen 
Werken  sich  häufig  finden  — widerspricht  der 
äußere  Befund  dieser  Combination ; die  Höhe  ist 
zwar  ungefähr  die  gleiche,  verschieden  aber  ist 
die  Breite,  der  obere  Ablauf  und  vor  Allem  die 
Rundung  der  Platten,  die  an  den  Madrider  Stücken 
viel  geringer  ist.  Den  Gedanken,  daß  die  beiden 
stilistisch  übereinstimmenden  Reliefplatten  in  Villa 
Albani  (Ptaott.  Alinari  27  574/6),  an  deren  Alter- 
tum nicht  zu  zweifeln  ist,  zu  der  Madrider  Serie 
gehört  haben  könnten,  habe  ich  wieder  aufgegeben, 
da  die  eine  der  beiden  Figuren  sich  auf  den  Ma- 
drider Platten  wiederholt;  Genaueres  über  diese 
Albanischen  Reliefs  wird  die  9.  Serie  der  E— A 
bringen,  für  weiche  die  gesammten  Sculptoren  der 
Villa  Albani  aufgenommen  worden  sind. 

1687  Neuattisches  Relief  mit  Satyr 
und  Maenade.  H.  286.  B.  90.  Hoch  0,70  m, 
breit  0,67  m Hauser,  Neuste  Reliefs  S.  18,  No.  23. 
Die  unteren  Ecken  wareu  gebrochen  und  scheinen 
neu.  Hausers  Vermutung,  der  Thyrsos  im  Felde 
rechts  sei  durch  Überarbeitung  entstanden,  be- 
stätigt sich  vor  dem  Originale  nicht  Der  Backen- 
riemen  für  die  DoppelHöte  des  Satyrs  (yopßtid) 
wird  durch  ein  zweites,  oben  Uber  den  Kopf 
laufendes  Band  festgehalten  (s.  von  Jan  in  Bau- 
meisters Denkmälern  s.  v.  Flöten,  S.  666).  Die 
bekannteste  Wiederholung  der  beiden  Typen  ist 
du  Neapler  Relief  Inv.  6726  (Guida  Ruescb, 
No.  281).  Ihr  Vorbild  muß  in  der  Mitte  des 
4.  Jahrhunderts  entstanden  sein;  der  Kopf  des 
Apollon  mit  der  Gans  ist  die  nächste  Parallele 
zu  demjenigen  der  Maenade. 

1688.  Neuattisches  Relief  mit  Satyr 
and  Maenade.  U.  287.  B.  27.  Hoch  0,61  m. 
breit  0,62  m.  Auf  der  linken  Seite  Bind  die  obere 
und  die  untere  Ecke  neu.  An  beiden  Seiten  fehlt 
ein  Längsstreifen  oder  cs  schlossen  weitere  Platten 
an.  Sicher  echt;  guter  Sinter,  ln  Villa  Albani 
befindet  sich  eine  Replik  der  Platte  im  Gegensinne 


Digitiz 


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Madrid. 


88 


(Zimmer  des  Aesop,  No  948;  Znega,  Baaslrillevi  II, 
Tafel  82;  P — W 1883).  Aus  dieser  geht  hervor, 
daß  der  Gegenstand,  den  der  Satyr  mit  der  Linken 
faßt,  ein  Schelleobaum  war,  ein  von  drei  über- 
einandergceetztcnschellengeschmückten  metallenen 
.Schallbecken  gekrönter  Stab.  Jahn  (Kottabos 
auf  Vasenbildern:  Philologns  XXVI,  S 237) 
vermutet  darin  ein  Gerät  des  Kottabos,  da  der 
Satyr  ja  mit  der  liechten  dieses  Spiel  treibt. 
Vielleicht  stehen  auch  die  drei  maiskolbenähnlichen 
Stacheln  auf  dem  Haupte  des  Satyrs  mit  diesem 
Spiel  im  Zusammenhang.  Die  Maenade  hat  an 
beiden  Handgelenken  Schlangen  — Feine,  aber 
outriertc  Arbeit.  Die  Figur  der  Maenade  erinnert 
ln  Manchem  an  die  Aphrodite  Kallipygos. 

IG89.  Fragment  eines  runden  Ge- 
fäßes mit  bakchischer  Darstellung. 
H.  288.  U.  128.  Nur  das  Mittelstflck  ist  antik. 
Jugendlicher  Dionysos  nach  r.,  von  einem  kleinen 
Satyr  gestutzt,  von  einem  größeren,  der  die  Flöte 
spielt,  gefolgt.  Die  Rechte  de«  Dionysos  scheint 
ein  (Überarbeitetes)  Rhyton  gehalten  zu  haben, 
über  die  Wiederholungen  des  Typus  hat  Amelung 
zu  Gabinetto  delle  maschere  438  gehandelt. 

1690—93.  Pnteal  m i t b a k ch  i s che  n 
Scenen.  H 289.  B.  173.  Neu:  der  unterste  Block 
der  Basis,  sowie  der  obere  Abschluß  und  an- 
schließende Teile  des  Reliefs.  Zu  HUbners  Be- 
schreibung sind  nur  Kleinigkeiten  hinzuzufUgen. 
Der  nach  r.  hin  tanzende  Satyr  (1692)  hält  in  der 
R.  einen  Kantharos.  Am  Fuß  der  Pinie  r.  vom 
Silen,  der  von  zwei  Satyrn  gestützt  wird,  kriecht 
eine  Eidechse  Dieser  Silen  (1693)  hat  kein  Ziegen- 
fell, sondern  einen  gefransten  Mantel  um  die  Hüf- 
ten, Unter  dem  rechten  der  beiden  Satyrn  liegt 
ein  Pedum.  Der  „ältere  ziegenflißige  Satyr“  ist 
Pan.  Er  trägt  nicht  im  1.  Arm  ein  Böckchen, 
sondern  Bocksfell  und  Pedum.  Am  Dionysos  ist 
das  Vordergesicht  neu;  ebenso  am  Ampetos.  Zu 
den  Filßen  des  Dionysos  der  Panther.  Der  Satyr 
mit  dem  Schlauch  auf  der  Schulter  (1691)  steht 
nicht  unter  der  Säule  mit  ergänzter  Vase,  son- 
dern rechts  von  dem  Satyr,  der  die  Priapherme 
schmUckt.  An  dem  ihm  gegenUberstehenden  Sa- 
tyr, der  die  Doppeltlote  bläst,  ist  das  Gesicht  neu. 
— Flache  und  etwas  verriebene,  aber  ursprüng- 
lich feine  Arbeit  Eine  moderne  Copie  in  der  . 
Galeria  dei  candelabrl  des  Vaticana  No.  134a 
(Ilelbig  II*,  360).  Neuattische  Arbeit  nach  hel- 
lenistischen Motiven.  Vgl.  Hanscr,  neuattische 
Reliefs,  S.  93,  No.  18c  und  S.  136  ff. 

1694-96.  Eiförmiges  Gefäß  mit  Ken- 
taur« n kä  m pfen  II  291  B.  803.  Ergänzt:  Fuß 


und  Deckel;  einzelne  Partien  Übergangen.  Zu 
der  Beschreibung  bei  HUbner  ist  zu  bemerken: 
1694.  Der  Jtingling  hält  in  der  L.  die  Schwert- 
scheide.  Der  Kopf  des  Kentauren  ist  überarbeitet. 

1696.  Im  r.  Unterarm  des  Kentauren  ist  ein  Stock 
neu  eingesetzt.  — Die  Composißon  ist  nicht  für  das 
Gefäß  erfunden,  sondern  geht  offenbar  auf  ältere 
Vorbilder  zurück ; darum  sind  die  einzelnen  Scenen 
etwas  auseinandergezerrt  und  matt 

1697.  Relief  mit  fünf  Frauen.  U.  293. 
B.  131.  Größte  Breite  0,62  m,  hoch  0,46  m.  Das 
Relief  ist  derartig  übersebmiert  und  aus  alten  und 
neuen  Bestandteilen  zusammengeetückt,  daß  es  vor 
gründlicher  Reinigung  uud  Auseiuandernehmung 
wissenschaftlich  nicht  verwertbar  ist.  Die  Fignr 
der  rechts  oben  auf  dem  Felsen  Liegenden  erinnert 
an  die  Statue  der  Ariadne,  die  beiden  andern  Liegen- 
den an  Eumenidenfiguren  auf  Orestessarkophagen. 

1698.  Stier  in  Hochrelief.  H.  335.  Da- 
nach 0,70  m hoch,  0,96  m breit  B.  6.  Reinach, 
Rep.  IV,  482,  2.  Hühnere  Krgänzungsangaben 
scheinen  richtig ; doch  ist  das  Stück  derartig  ver- 
schmiert, daß  vor  genauer  Reinigung  präcise  An- 
gaben nicht  möglich  sind.  Auf  der  linken  An- 
schlußfläche ist  die  Platte  gerauht;  auch  sieht 
man  an  der  linken  8eite  im  Grunde  jenseits  des 
Schweifes  den  Rest  eines  querliegenden  Stammes  (?) 
und  darüber  einen  pnntello;  daraus  geht  hervor, 
daß  links  die  Darstellung  auf  einer  anstoßenden 
Platte  sich  fortsetzte  Auf  der  rechten  Seite  fehlt 
der  äußere  Teil  der  Reliefplatte;  doch  beweist 
eine  Einarbeitung  im  Leibe  des  Stieres,  daß  an 
dieser  Stelle  etwas  anschloß.  Genaueres  ist  bei 
der  derzeitigen  Aufstellung  nicht  constatierbar.  — 
Die  in  Madrid  als  Pendant  aufgestellte  Knh 
(H.  336)  ist  ebenfalls  außerordentlich  geflickt  und 
verschmiert.  Hübners  Ergänzungsangabensclieinen 
zu  stimmen.  Die  rechte  Anscblußfläche  ist  ge- 
raubt; links  scheint  Ende  zu  sein.  Die  Rückseiten 
beider  Reliefs  sind  glatt. 

Ich  bedaure,  daß  ich  nicht  auch  das  Relief 
mit  der  Knh  habe  aufnehmen  lassen.  Denn  Amelnng 
(Röm.  Mitt.  XXIII,  1908,  8 5,  Anm.  1)  hat  darauf 
aufmerksam  gemacht,  daß  der  Stier  in  Maaßen 
und  Stil  merkwürdig  entsprechend  in  einer  römi- 
schen Reliefserie  wiederkehrt,  deren  einzelne  Be- 
standteile er  scharfsinnig  lieransgcfundcn  hat  und 
zu  der  auch  eine  linkshin  gewendete  Kuh  gehört 
hat.  Jedenfalls  wird  es  durch  diesen  Vergleich 
sehr  wahrscheinlich,  daß  auch  in  Madrid  Kuh  und 
Stier  von  jeher  Pendants  waren.  Die  Zugehörig- 
keit aller  vier  Stücke  zum  gleichen  Monumente 
ist  allerdings  nicht  beweisbar. 

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Madrid. 


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Für  die  Deutung  der  römischen  Fragmente 
ist  die  Lösung  noch  nicht  gefunden  worden.  | 
Amelungs  Vermutung,  daß  Kuh  und  Stier  irgend 
eine  Beziehung  zu  Isis  und  Serapis  gehabt  haben 
mögen,  halte  ich  wegen  des  Mangels  von  Abzeichen 
an  diesen  Tieren,  die  auf  ägyptischen  Cult  deuten 
würden,  für  nicht  plausibel. 

1699.  Eber.  Relief  ans  weißem  Marmor  auf 
moderner  grauer  Platte.  II.  337.  B.  8 Rein  ach, 
Rep,  IV,  &03,  1.  Neu:  Ohr,  Stirn,  Schnauze,  die 
Beine  und  der  vorspringende  Untersatz,  auf  dem 
sic  stehen,  der  Kamm  des  Rückens,  Flicken  im 
Bauch.  Nach  der  Pupillenangabe  aus  dem  Ende 
des  2.  Jahrhunderts  n Chr.  Das  Gegenstück,  einen  < 
nach  rechtshin  schreitenden  Eber  (H.  888),  habe  ich 
leider  nicht  photographieren  lassen.  Mit  den  bei- 
den Rindern  II  33&  und  330  (hier  No.  1698)  haben 
diese  beiden  Eber  nichts  zu  tun,  da  Marmor  und 
Arbeit  verschieden  sind. 

1700  —1701.  Büste  eines  Bärtigen.  In 
Madrid  Maximino  genannt  Nicht  bei  H.  B.  217. 
Büste,  Hals,  Nase,  Ohrenteile  ergänzt;  der  größte 
Teil  des  unteren  Hinterkopfes  ist  angesetzt,  scheint  i 
aber  alt  Die  zittrige  Arbeit  der  Haare  macht 
die  Echtheit  des  Kopfes  verdächtig;  der  Fälscher 
muß  Bich  aber  an  ein  antikes  Heraklesbild  des 
vierten  Jahrhunderts  gehalten  haben  Ein  Portrait 
ist  offenbar  nicht  beabsichtigt. 

1702.  Weiblicher  Kopf.  U.  ?.  B.  ?. 
Neu:  die  Büste.  Sonst  ohne  Ergänzungen.  Gänz- 
lich geputzt.  Halblebensgroß.  Geringe,  wohl 
antike  Arbeit  im  Stile  des  4.  Jahrhunderts. 

1703.  Büste  eines  Römers.  Nicht  bei  H. 

B.  ?.  Neu : unteres  Stück  der  Büste  und  Teile  der 
Ohren.  Die  Nase  ist  alt  Stark  gereinigt.  Aus  dem 
Anfang  der  Kaiserzeit. 

Museo  arqueologico. 

Katalog  von  Don  Juan  de  Dios  de  la  Rada  y 
Delgado,  1883. 

1704.  Kolossaler  Ebor(?).  Delgado  2011. 
Reinach,  Röp.  IV,  606, 4 . 0,95  m hoch,  1,65  m lang. 
Grauer  Granit.  Über  diese  Tiere,  die  der  Spa- 
nier „becerro“  (Kalb)  nennt  und  die  sich  zu  Hun-  j 
derteu  in  Spanien  gefunden  haben,  vgl.  zuletzt  ! 
P.  Paris,  Essai  sur  l'art  et  l’iudustrie  de  l’Espagne 
primitive  (1903)  I,  p.  56  ff.  S.  Reinach,  Antiquites 
nationales  (1894),  p.  255  ff.  Sie  werden  als  Grenz-  . 
steine  oder  Grabmonumente  der  vorrömischen  Be- 
völkerung aufgefasst. 

1705—07.  D re i Stierköpfe  aus  Bronze, 
lnv  18453— Bö.  Pierre  Parin,  a.  a.  O,  I,  p.  140  ff., 
Fig.  110—112  und  pl.  VI;  liier  die  ältere  Litteratur 


und  die  Maasse.  P.  Baur,  Auier  Journ.  of  arch. 
1907,  p 188,  Fig.  6.  ln  Costig  auf  Mallorca  ge- 
funden und  1895  erworben.  1707  ist  von  wesent- 
lich kleineren  Proportionen  als  die  beiden  andern, 
etwa  lebensgrossen  Köpfe,  die  aber  auch  unter- 
einander  in  den  Maaasen  nieht  übereinstimmen. 
Die  HOrner,  zum  Teil  auch  die  Ohren,  sind  be- 
sonders angesetzt-  Bei  1705  waren  die  Augen 
eingelegt.  An  1706  und  1707  ist  das  Haar  graviert. 
Hinten  sind  die  Köpfe  glatt  abgesehuitten.  Sie 
sind  nieht  Teile  ganzer  Figuren,  sondern  waren 
selbständig  gearbeitet  und  dienten  entweder  als 
architektonischer  Schmuck  oder  als  Votive.  Die 
nächsten  Parallelen  in  mykenischer  Kunst  (vgl. 
Jahrbuch  d.  J.  1911,  S.  249  ff.;  Furtwänglcr  in  der 
Berliner  phil.  Wochenschrift  1905,  S.  580). 

1708 — 13.  Seulpturen  aus  dem  Cerro 
de  los  Santo»  in  der  Provinz  Albacete  in  Siid- 
ostspanien.  Vgl.  zuletzt  Pierre  Paris,  Promenades 
arch6ologiqucs  en  Espagne  (1910),  p.  45  ff.  Zu  der 
dort  p-  70  citicrten  Litteratur  ist  hinzuzufügen : 
Hoernes,  Urgeschichte  der  bildenden  Kunst  in 
Europa  (1898),  S.  466.  Verhandlungen  der  Berliner 
anthropologischen  Gesellschaft,  1892,  S.  69.  Ameri- 
can Journal  1907,  p.  182  ff  (Paul  Baur)  Athen.  Mitt- 
XXII  (1897),  S.  374,  Anm.  2 (Fredricb).  Hübner, 
Jahrb.  d J.  XIII  (1898),  S.  114  ff.  (die  Figg.  6 und 
7 sind  im  Gegensinne).  Das  Material  sämmtlicher 
Seulpturen  ist  Kalkstein. 

1708.  Statue  einer  reichbekleideten 
Frau,  die  mit  beiden  Händen  ein  Gefäas  vor  dem 
Leib  hält.  1,35  m hoch.  P.  Paris,  L’art  ct  l'io- 
dustrie  I,  pl.  VII,  p 173;  Promenades,  pl.  X.  Hüb- 
ner,  S.  128,  Fig.  6.  Keinach,  Rep.  II,  652,  6.  Del- 
gado 3500. 

1709.  Drei  ähnliche  kleinere  Figuren. 

Links  = Paris,  Artl,  p.206,  tig.  191.  Delgado 

3501.  Auf  der  Brust  Halbmond,  Stern  und  Sonne. 

Mitte  — Paris,  Art  1,  p.  179,  fig.  147.  Inv.  7624. 

Rechts  = Paris,  Art  I,  pl.  VIII,  p 206.  Hüb- 
ner  S.  131,  fig.  7,  rechts.  Reinach,  Rep.  III,  186,  4. 
Delgado  3502.  Auf  dem  Gcfäas  ein  Widder. 

1710.  Desgleichen. 

Links  = Paris,  Art  I,  p.  181,  fig.  148;  Pro- 
menades pl.  XL  lnv.  7625. 

Mitte  = Paris  I,  p.  204,  fig.  188.  Hübner 
S.  131,  fig.  7,  Mitte.  Reinach,  Rep.  111,  186,  3. 
Inv.  3513. 

Rechts  = Paris,  Art  1,  p.  213,  fig.  202.  lnv. 
7627.  Sitzend,  ohne  Gcfäas. 

1711.  Torso  eines  Mannes  im  Himatiou. 
Paris,  Art  I,  p.  229,  fig.  234;  Promenades  pl.  XVI, 
Mitte.  Reinach,  Rep.  IV,  394,  2.  Delgado  3512 


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Madrid. 


42 


1712.  Fragment  des  Oberkörpers  einer 
männlichen  bekleideten  Figur.  Auf  der 
Brust  die  Inschrift,  die  die  Photographie  deutlich 
zeigt.  Paris,  Art  1,  p.  22h,  fig  290.  luv.  7651. 

1713.  Fünf  Köpfe.  Von  links  nach  rechts: 

a)  Paris,  Art  I,  pl.  IX  links,  p.  196;  Prome- 
nades,  pl.  XIV,  Mitte.  Inv.  7510. 

b)  Paris,  Art  I,  pl.  XI  rechts;  p.  244,  No  15. 
Inv.  7505. 

e)  Paris,  Art  I,  pl.  X bis,  rechts  und  fig.  265; 
p 243,  No.  1;  p.  256.  Promenaden,  pl.  XIV  links. 
Inv.  7508. 

d)  Paris,  Art  I,  pl.  IX,  rechts  und  tig.  275; 
p.244,  No.  12;  Promenaden,  pl.  XlVrechts.  Inv. 7513. 

e)  Paris,  Art  I.  pl.  X bis,  links;  p.  188.  Inv.  7527- 
Die  Schöpfungen  der  einheimisch  iberischen 

Plastik*)  reichen  von  der  archaischen  Epoche  bis 
in  römische  Zeit  hinunter  (s.  auch  Furtwängler 
an  der  zu  E— A 170Ö—7  angeführten  Stelle). 
Ihre  Datierung  im  Einzelnen  ist  erschwert,  weil 
sich  offenbar  bestimmte  Typen  durch  Jahrhunderte 
hindurch  erhalten  haben  Der  Einfluss  der  ar- 
chaischgriechischen Kunst  ist  unverkennbar. 

1714.  Stier  mit  gehörntem  Menschen- 
kopf  aus  Balazote  bei  Aibacete  in  Sildostapanicn. 
Inv.  18529.  Paris,  Art  I,  pl.  IV  und  fig.  92,  p.  117  ff; 
dort  die  Litteratur.  P.  Baur,  Amor.  Journ  of  arch. 
1907,  p.  187,  Fig.  5.  Kalkstein.  Hochrelief.  Nach 
babylonischen  Vorbildern 

1715/16.  Zwei  Kalksteinfiguren,  angeb- 
lich ebenfalls  ans  dem  Cerro  de  io«  Sautos. 

1715  = Paris  I,  p.  165.  fig.  120.  Delgado  3490. 
Isis  den  Horns  säugend. 

1716  = Paris  I,  p.  165,  fig.  122.  Delgado  3509. 
Rcinach,  Rep.  IV,  117,  2.  Männliche  Statue,  ägyp- 
tisierenden  Stils. 

Diese  beiden  Figuren  gelten  als  Fälschungen, 
deren  zahlreiche  unter  die  Funde  des  Cerro  de 
los  Santos  gebracht  worden  sind.  Auch  unter  den 
andern  hier  veröffentlichten  Figuren  bedarf  wohl 
die  eine  oder  andere  nochmaliger  genauer  Prüfung 
ihrer  Echtheit. 

1717.  Bronzestatuettc  eines  Kentauren. 
Inv.  18586.  Jahrb.  d.  J.  1898  (XIII),  S.  122  (E. 
Hübner).  Paris,  Art  I,  p.  113  ff.,  fig  88  und  89. 
Dort  die  weitere  Litteratur.  Reinach,  Rep.  IV, 
441,  3 Aus  Rollos  bei  Caravaca  in  der  Provinz 
Murcia.  0,11m  hoch.  Archaisch-griechischer  Import. 

1718.  Altertümlicher  bärtiger  Kopf. 
Delgado  2760.  Hoch  0,29  m Aus  Athen,  „encon- 

*)  Abgüüse  einer  grossen  Anzahl  dieser  Scnlpturen 
befanden  sich  in  der  archäologischen  Ausstellung  in  Korn 
1111. 


trado  en  lasruinasdel  tcniplo  de  Baco“  Pentelischer 
Marmor  Der  Hinterkopf  fehlt;  vielleicht  stammt 
das  Stück  von  einem  Relief.  Die  Arbeit  ist  nicht 
zu  Ende  geführt.  Schnurrbart  und  .Fliege“,  ebenso 
wie  die  Augenlider,  zeigen  archaische  Formenbe- 
handlung. Vgl.  etwa  den  Kopf  io  Athen:  Furt- 
wängler,  Sammlung  Somzöe,  Text  zu  Taf.  2. 

1719/20.  Jünglingskopf  strengen  Stils. 
Delgado  2769.  Ehemals  Sammlung  Asensi;  aus 
Attika.  Hoch  0,21  tu.  Bläulicher,  stark  krystal- 
linischer  Marmor.  Im  Haar  ein  Reif;  hinten  der 
Nackenschopf.  Rohe  Arbeit 

1721.  H crak  lesstatuette.  Delgado  2729. 
Ehemals  Sammlung  Asensi;  aus  Athen.  Hoch 
0,49  m.  Abbozziert.  Jahrb.  d Inst.  XXVI  (1911), 
S.  31,  No.  3.  Reinach,  R6p.  II,  1,207,7.  Einzel- 
anfnahmeu  IV,  S.  57,  zu  No.  248  44.  Pauly-Wis- 
sowa  s.  v.  Hageladas  (l'fubl).  Im  Motiv  der  ludo- 
visischen  Herme,  aber  mit  anderm  Standbein.  In 
der  Körperbehandlung  und  im  Haar  ebenfalls 
deutliche  Anklänge  an  den  Stil  der  Herme. 

1722.  Bronzestat  nette  der  Athene. 
.Encontrada  cerca  de  Sigttciiza  (Guadalajara). 
Donacion  dcl  Obispo  di  Sigilenza“.  Hoch  0,67  m. 
Reinach,  Rip.  II,  2,  p.  799,  7.  Sehr  dicker  Guss. 
Hellgrüne,  matte  Patina.  Hinten  roh.  Locale  Ar- 
beit nach  einem  Vorbild  phidiasischer  Zeit. 

1723.  Jüngling,  Bronzestatuette.  Delgado 
2939  1821  in  Santany  auf  Mallorca  ausgegraben. 
Hoch  0,495  m.  Roher  Guss.  Die  Pupillen  waren 
eingesetzt.  Falsch  anfgeetelit:  zu  sehr  nach  hinten 
und  nach  links  v.  B.  geneigt.  Wahrscheinlich  auch 
etwas  verbogen;  die  Bewegung  deshalb  nicht  mit 
Sicherheit  zu  bestimmen.  Locale  Verwässerung 
eines  polykletischen  Vorbilds. 

1724—30.  „Puteal“  mit  Darstellung  der 
A t hen ag e bu rt.  Delgado  2691.  0,99  m hoch. 
Ehemals  in  der  Moncloa  bei  Madrid  aufgestellt. 
Ergänzt  sind  nur  dis  I.  Schulter  des  Hcphaest,  die 
r.  Ecke  seines  Beiles  und  der  obere  Teil  von  dessen 
Stiel,  ferner  die  rechte  Kniepartie  mit  dem  grössten 
Teil  des  Beines  der  sitzenden  Muse.  Der  Erhaltungs- 
zustand des  Ganzeu  ist  sehr  ungünstig,  die  Arbeit 
nicht  besonders  fein  Veröffentlicht  von  R.  v.  Schnei- 
der in  den  Abhandlungen  des  arch.  eplgr.  Semi- 
nars der  Universität  Wien,  1880,  Taf.  I,  S.  82  ff. 
Vgl.  Hauser,  tfsterr.  Jahresh.  VI  (1903),  S.  99  ff. 
Svoroiios,  das  Athener  Nationalmuseum  I,  S.  205  ff. 
Friederichs- Wolters  1862. 

Wiederholung  (auf  ebener  Rclieffläche)  in 
Schloss  Tegel  bei  Berlin  (ohne  die  Athene):  F-W 
1863 — 65;  Schneider  Taf  I,  2,  2 a,  4;  Hauser  S.  98 
und  99,  Fig.  46—48.  Die  Platten  mit  Zeus  und 

4* 


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Madrid. 


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Hephacst  stammen  ans  Palazzo  Rondanini  und 
wurden  von  Wilhelm  v.  Humboldt  erworben.  Die 
drei  Moiren  wurden  in  der  zweiten  Hälfte  des 
18.  Jahrhunderts  in  Villa  Palombara  bei  S.  Maria 
Maggiore  gefunden  und  1809  von  Krau  v.  Hum- 
boldt aus  Palazzo  Massimi  alle  Colonne  erworben 
(nach  F-W  1810  von  W.  v.  Humboldt).  Danach 
ist  die  Zusammengehörigkeit  beider  Teile  nicht 
gesichert;  ob  auch  die  verschiedene  äussere  Zu- 
richtung ursprünglich  ist,  entzieht  sich  meiner 
Kenntnis.  Wiederholung  vom  Kopf  der  sitzenden 
Moire  im  Thermen-Museura:  HauserS.  101,  Fig.  49. 

Die  (Jomposition  gliedert  sich  in  zwei  Teile: 
die  Geburtsscene  und  die  Moiren.  Es  erheben  sich 
mehrere  Fragen,  Erstens:  geht  das  Madrider  Re- 
lief als  Ganzes,  in  seinen  beiden  Teilen,  auf  ein 
älteres  Original  zurück  ? Oder  ist  die  Vorlage  der 
Geburtsscene  zeitlich  von  derjenigen  der  Moiren 
zu  trennen?  Oder  endlich,  hat  der  neuattische 
Copist  selbständig  einzelne'  ältere  Typen  zu  einem 
Ganzen  zusammengestellt?  Hauser  erkennt  in  den 
Reliefs  die  Wiedergabe  des  Altars  des  jüngeren 
Kephisodot  im  Pirseus  (300  v Chr.),  dem  er  ferner 
noch  die  zwei  Platten  mit  den  von  ihm  zusammen- 
geatellten  Horen  und  Agrauliden  zuteilt  Die  Ge- 
burtsscene hingegen  ist  früher  mit  dem  Ostgiebc) 
des  Parthenon  in  Verbindung  gebracht  worden. 
Die  Verwendung  der  Figuren  des  Zeus  und  der 
Athene  auch  in  anderem  Zusammenhänge*)  lässt 
die  an  dritter  Stelle  genannte  Alternative  als  die 
wahrscheinlichste  erscheinen.  Für  eine  Compilation 
älterer  Typen  spricht  auch  das  wenig  charak- 
teristische Motiv  des  Hephaest-Prometheus,  für 
den  man  einen  Hermes,  der  in  der  Linken  das 
Kerykcion  trug,  als  Vorbild  annehmen  mochte’*). 
Der  Beziehung  der  Geburtsscene  auf  den  Par- 
thenongiebel widerspricht,  abgesehen  von  tatsäch- 
lichen Schwierigkeiten  (vgl.  Sauer,  Jahrbuch  d.  J. 
XXIII,  1908,  S.  101  ff.),  auch  der  entschieden  auf 
etwas  jüngere  Zeit  weisende  Stil  der  Relieffiguren. 
Ganz  sicher  nicht  auf  den  I’arthenongiebel  geht 
die  Grupps  der  Moiren  zurück.  Sie  hängt  formal 
mit  der  Geburtsscene  ebensowenig  zusammen,  wie 
etwa  die  Gruppe  der  drei  Musen  auf  der  „Jenkins- 
*)  Zeus: Schneider, 8.41,  Anm.so  Athens:  8. so, Anm.se 
{die  Liste  Ist  allerdings  der  Sichtung  bedürftig  ; hinzazn- 
filgan  ein  Relief  im  Pirzsua- Museum  Ko  116.  mit  Pferd, 
und  die  Statuette  von  Epidauros,  Athen,  K.-M.  Ko.  274 
Verwendet  auch  auf  dem  pergameniseheu  Altar:  vgl. 
Winnefeld,  Altertümer  von  Pergomon  III,  2,  8.  2S5;  von 
Kalis,  der  Altar  von  Pergamon,  8.  45  ff], 

*•)  Dass  die  Zusammenstellung  des  Zeus  und  des 
Hephacst  auf  der  einen  Tegeler  Platte  wiederkehrt,  bew  eist 
nur,  dass  diese  Combiuatiou  im  neuattischon  Kreis,  der 
sie  erfunden  bette,  beliebt  war. 


Vase“  in  Marbury  Hall  (Michaelis,  Anc.  Marbles, 
p.  Ml,  No.  36;  Müller- Wieseler  II,  37,  295;  Hau- 
ser, Keuatt.  Reliefs,  8.  28,  No.  34)  mit  der  Dar- 
stellung von  Helenas  Überredung  durch  Aphro- 
dite. Die  Zusammenstellung  ist  das  Werk  des  neu- 
attiseben  Copiaten.  Uanser  hatte  deshalb  keinen 
genügenden  Grund,  beide  einem  Originale  zuzu- 
schreiben. Aach  stilistisch  stehen  die  Figuren  des 
Puteais  den  .Horen“  and  „Agrauliden*  nicht  so 
nahe,  dass  man  einen  engeren  Zusammenhang  an- 
nehmen müsste.  Die  Übereinstimmung  der  Maasse 
ist  nicht  beweisend,  da  sich  ungefähr  entsprechende 
Abmessungen  bei  einer  Reihe  verwandter  Monu- 
mente wiederfinden.  — Auch  nach  Aufgabe  der  Be- 
ziehung zum  Parthenongiebel  verdient  die  Figur 
der  Athene  besondere  Beachtung,  da  sie  zweifel- 
los auf  ein  berühmtes  Original  zurüekgebt.  Com- 
pliciert  wird  hier  die  Untersuchung  dadurch,  dass 
die  Wiedergaben  zum  Teil  im  Gegensinne  auf- 
treten,  und  zwar  in  zwei  statuarischen  Wieder- 
holungen: Capitol  (Helbig*  1,  513)  and  Epidaaros 
(Athen,  Nationalmnseum  No.  275),  und  auf  einem 
attischen  Relief  (abgebildet  bei  Helbig  a.  a.  0-; 
Schoene,  G riech.  Reliefs,  Taf.  22,  96).  Welche 
Fassung  die  ältere  ist,  lässt  sich  nicht  entscheiden. 

1730.  Innenbild  der  Schale  des  Aison: 
Theaeus  und  Minotaurus.  Aus  Sammlung  Sala- 
manca;  in  Italien  gefunden.  Historia  y Arte,  Re- 
vista  mensual  ilustrada,  Madrid,  1895  (I),  S.  32  ff. 
mit  Tafel  (Jose  Ratnon  Molida  . Antike  Denkmäler 
d.  J.  II,  Taf.  1.  Hanser-Furtwängler-Reichhold  IU, 
8.  50  ff.,  Abb.  21.  — Die  Aufnahme  eines  Vasen- 
biides  in  unserer  Pnblication  findet  ihre  Recht- 
fertigung in  der  engen  Beziehung,  in  der  die  Fignr 
der  Athene  zur  gleichzeitigen  Plastik,  vor  Allem 
zur  Athene  Medici,  steht. 

1731.  Re  I ieffragm  ent  Delgado  2771 
Weiblicher  Kopf,  wohl  von  einem  griechischen 
Grabrelief.  Nach  dem  Katalog  aus  Almedinilla,  Co- 
lecciün  Miro;  nach  mündlicher  Mitteilung  von  D.  Jos4 
Kamen  Mclida  vielmehr  aus  Col.  Asensl,  aus  Athen. 
Dazu  stimmt  der  pentelische  Marmor.  Durch  Brand 
etwa«  geschwärzt.  1.  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts. 

1732  33.  Kopf  der  .Sappho“.  Inv.  16820. 
Hoch  0,27  m Stark  graublauer  Marmor.  Durch 
Farbspritzer  verdorben.  Gewöhnliche  Arbeit.  Re- 
pliken: 1.  Rom.  Vatican,  Gal.  geografica  1128. 
Phot  Moscionl  20314:  Bernoulll,  Gricch.  Ikon.  1, 
S.  67,  Abb.  11.  2.  Mir  nur  aus  einer  alten  kleinen 
schlechten  Photographie  bekannt.  Eine  dritte  Wie- 
derholung im  Museo  Kirchcriano  (Inv.  3925;  Phot. 
Alinari  28386),  aus  schwarzem  Basalt,  schien  mir 
modern,  ebenso  wie  ein  im  Münchner  Knnstbandsl 


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Madrid. 


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befindliche«  Exemplar,  das  zum  Mindesten  arg 
überarbeitet  iat.  Der  Typus  ist  zu  scheiden  von 
dem  etwas  jüngeren  der  Sappho  Albani  (Ber- 
noulli,  Gr.  Ik.  I,  p.  G6.) 

1734.  Statue  des  Dionysos.  Delgado2707. 
Hoch  1.75  m.  In  Kom  vom  Mariiuis  v.  Salamanca 
erworben.  Aus  der  Nahe  von  Cales.  Bull,  nap., 
N.  S.  VII,  Tav.  XIV,  l;  p.  185.  Rcinach,  Rep.  II.  1, 
114,  4 = 120,1  = IV,  66,  4.  Unter  der  r.  Hand  ein 
weggebrochener  Puntello.  Am  1.  Arm  innen  und  atu 
Hitnation  I.  Reste  des  Thyrsos,  der  neben  dem 
1.  Fusa  aufgestützt  war;  am  1.  Oberarm  vorn  Rest 
einer  Stutze,  die  zu  seinem  oberen  Knde  ging.  Die 
L.  fasste  ihn  in  Scbulterhühe.  Die  gesenkte  R. 
hielt  Schale  oder  Kanne,  zu  der  der  Panther  auf- 
blickte. Die  Plintbe  ist  vorn  profiliert ; sie  trägt 
zahlreiche,  anscheinend  antike,  rote  Karbepuren. 
Schultcrlocken  und  kurze  Locken  im  Nacken.  Der 
RUcken  iat  angelegt.  Der  I.  Kopfnicker  ist  etwas 
gespannt.  Bauch  und  Brust  sind  sehr  flach  behandelt, 
die  Schultern  herausgepreast.  Im  Körper  eine  merk- 
würdige Drehung:  das  I,  Bein  etwas  vor  und  nach 
aussen,  der  Oberkörper  zur  1 Seite  gewendet,  der 
Kopf  hingegen  nach  derr-  Schulter  blickend.  Un- 
gewöhnlich lange  Beine.  Stilistisch  wohl  am  ehesten 
dem  Dionysos  von  Tivoli  an  die  Seite  zu  stellon. 

1735-  Fragment  eines  griechischen  Vo- 
tivreliefa.  Delgado  2751.  Bethe, Arch.  Anz.  1893, 
8.  8.  Hoch  0,37  m,  breit  0,20  ni.  Pentelischer  Mar- 
mor. Gewiss  attischer  Herkunft.  Sitzende  Frau 
nach  rechts,  die  FUsse  auf  Fussbank.  Diesseits 
von  ihr  der  SpeisetiBch.  Altar  Stehender  grösserer 
Adorant.  Kleiner  Opferknabe  mit  Schwein.  Offen- 
bar Rest  eine*  Totenmahls.  Vgl.  z.  B.  Svoronos, 
Nationahuuseum,  Taf.  XC,  No.  1532;  XCIII,  1539; 
XCIV,  1538. 

1736.  Weibliche  kopflose  Statue.  Del- 
gado  2740.  Keinach,  Rep.  II,  677,  10.  ln  Rom 
durch  den  Marquis  de  Salamanca  erworben.  1,17  m 
hoch.  Der  Kopf  war  eingesetzt.  Schulter-  und 
Nackenlocken.  Viele  Licgefalten.  Aus  der  Zelt 
der  „Polyhytnnia“  der  vaticanischen  Musengruppe 
(Helbig’I,  No.  277).  Zu  vergleichen  sind  auch 
Terracotten,  wie  Winter  II  46,  6 und  47,  6. 

1737.  Kopflose  weibliche  Statue.  Del- 
gado  2741.  Reinach,  Rep.  II,  678,  1.  In  Rom  vom 
Marquis  von  Salamanca  erworben.  1,15  m hoch. 
Kopf,  r.  Arm  und  1.  Unterarm  waren  besonders  an- 
gesetzt. Der  I.  Unterarm  ging  nach  vom  Keine 
Spur  von  Nackenhaar.  Durchscheinendes  Unter- 
gewand. Heklcrs  Typus  XXI  (Münchner  arch 
Stud.,  SS.  176  und  228)  verwandt,  und  wie  dieser 
aus  dem  Ende  des  4.  Jahrhunderts. 


1738.  Fragment  einer  Gruppe.  Delgado 
2715.  Reinach.  Rep.  II,  63,  6=  IV,  71,  6.  Aus 
Italien  bei  Sevilla;  dann  im  naturhistor.  Museum. 
Identisch  mit  Hübner  511  ? 0,40  m hoch.  Bläulicher 
Marmor.  Rückseite  roh.  Der  Satyr  (Spitzohren 
und  Fell)  schritt  mit  dem  1.  Beine  weit  aus, 
während  er  den  Kopf  zur  r.  Schulter  zurückwendet. 
Im  I.  Arm  schultert  er  das  Pedum  (Rest  auf 
Schulter  und  am  Oberschenkel);  der  r.  Arm  war 
erhoben.  Er  wird  von  zwei  weiblichen  Annen 
(Armband  am  r.  Oberann)  umfasst,  die  ihn  an  sich 
zu  ziehen  suchen.  Offenbar  Rest  einer  Gruppe  von 
Satyr  und  Hermaphrodit,  und  zwar  von  derjenigen 
Auffassung,  wo  der  Satyr  widerstrebt.  Genaue 
Repliken  sind  nicht  bekannt.  Vgl.  Herrmann  bei 
Roscher  s.  v.  Hermaphrodit,  und  Pagenstechcr,  Ca- 
leniache  Reliefkerainik,  S.  38.  Rohe  Arbeit. 

1739.  Statuette  des  Pan.  Delgado  2716. 
Aus  Italic*  bei  Sevilla;  Coli.  Mirö.  Reinach,  Rtq>.  11, 
68,4.  Hoch  0,52  m.  Brunnenfigur:  die  Spitzam- 
pbora  ist  durchbohrt  Pinienkranz  im  Iiaar.  Auf 
der  1.  Schulter  Fell,  das  zum  Teil  auch  die  Am- 
phora bedeckt  Der  Zeigefinger  der  r.  Hand  ist 
erhoben:  Pan  schant,  dass  das  Wasser  an  die 
richtige  Stelle  läuft.  Als  Sitz  ein  Fels.  Replik  in 
Hannover  E-A  1072=Rciuach,  Rep.  III,  21,  6. 

1740.  Statuette  eines  Satyrs  mit 
Schlauch.  Delgado 27 14.  Bethe, Arch. Anz.  1893, 
S.  8,  No.  26.  Reinach,  R6p.  IV,  72,  4.  In  Rom 
vom  Marquis  von  Salamanca  gekauft  0,67  m hoch. 
Der  Kopf  (neu:  Nase  und  Kinn)  war  gebrochen, 
ist  aber  zugehörig  Pinienkranz.  Satyrobren  und 
Satyrschwauz.  Am  Stamm  Lagobolon.  Variante  der 
bekannten  Neapler  Bronze:  luv.  111495;  Guida 
Ruesch  815. 

1741.  Statuette  des  Marsyas.  Delgado 
2713.  Reinach,  R6p.  II,  56,  7.  Aus  Attica  (Samm- 
lung Asensi).  0,47  m hoch.  Intact  Im  Rücken  Rest 
des  Baumes.  Im  Kopf  von  dem  statuarischen  Typus 
abweichend.  Möglicherweise  von  eineui Sarkophag. 

1742  links.  Fragment  eines  runden 
Marmorgefüsses:  Unterteil  einer  von  hinten 
gesehenen  weiblichen  Figur,  wohl  einer  Mänade. 
Delgado  2697.  Aus  Sammlung  Salamanca.  0.34  in 
hoch.  Vgl.  die  ähnliche  Figur  auf  dem  Sarkophag 
der  Glyptothek  Ny-Carlsberg  No  777. 

1742  rechts.  Unterteil  der  Statuette 
eines  Knaben  mit  Fischen.  Delgado  2753. 
Reinach,  RFp.  IV,  285,  8.  Früher  im  Naturhisto- 
rischen Musenm.  0,27  m hoch.  Sitzt  auf  Fels. 
L.  ein  Korb,  von  dem  Reste  vorhanden  sind;  die 
I.  Hand  hielt  vier  Fische  an  einer  Schnur.  Kobe 
Arbeit. 


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Madrid 


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1743.  Tischfuss.  Deigado  2824.  Au» Samm- 
lung Salamanca.  0,85  m hoch,  grösste  Länge  0 95  in. 
Auf  der  einen  Seite  ein  bärtiger  Kentaur  (Spitz- 
obren.  Löwenfell  auf  1.  Schulter;  ab:  r.  Art»,  I.  Un- 
terarm, r.  Vorderbein)  Auf  der  andern  (die  au» 
räumlichen  Gründen  damals  nicht  gut  aufnehtnbar 
war)  ein  jugendlicher,  au»  den  Wellen  auftau- 
chender Triton  mit  langem  Kischschweif  (ab  beide 
Arme).  Elegante  Arbeit  früher  Kaiserzeit.  Zu  ver- 
gleichen da»  entsprechende  Neapler  Stück : Guida 
Kueach  531  = Inv.  6672. 

1744.  Kelieffr ag me n t.  Deigado  2745.  Von 
Rada  y Deigado  in  der  Nähe  von  Troia  erworben 
(aus  Sammlung  Calvert  ? ?)  Ca.  0,70  m hoch,  0,72  m 
breit.  Der  Marmor  parisrhem  verwandt.  Der  kurz- 
iockige  Kopf  des  Reiter»  war  von  vorn  gesehen. 
Seine  R liegt  auf  dem  Kopf  des  Pferdes,  die  L.  hielt 
einen  Bronzezügel  (Stiftlöcher  in  der  Schuauze  und 
auf  dem  Hais  des  Pferdes)  Ein  unter  dem  Bauch 
gegürtetes  Keil  als  Sattel.  Chlamys  Uber  dem 
Panzer.  Sandalen.  Der  Kussgänger,  in  kurzem 
Chiton  uudlangerChlamys,seukt  in  der  Rechten  den 
Speer.  Die  Arbeit  des  Relief»  ist  gewiss  noch  grie- 
chisch. Der  Gedanke,  es  könne  zu  den  Mctopen 
de»  Atbenatempeis  von  Ilion  gehört  haben,  ist, 
obwohl  die  Maasse  flbereinstimmen,  wegen  der 
Verschiedenheit  des  Stiles  abzulehnen.  Die  unge- 
wöhnliche Grösse  und  Schwere  des  Streitrosses 
lässt  die  Vermutung  erwägensw  ert  erscheinen,  ob 
nicht  Alexander  auf  dctu  Bukephalos  dargestellt 
ist  Die  Aufzäumung  der  bekannten  Neapler  Bronze 
Statuette  (Portraitwerk  479/80)  ist  identisch. 

1745.  H ellenistiBch  es  G ra  brelicf.  Del. 
gado  2838.  Geschenk  des  Konsuls  Spiegelthal  in 
Smyrna.  Hoch  0,63  m,  breit 0,42m  Kleinasiatischer, 
leicht  bläulicher  Marmor.  Die  I.  Hand  der  Kran 
liegt  auf  der  r.  Schulter  der  neben  ihr  stehenden 
Dienerin.  Auf  dem  Pfeiler  jenseits  von  dieser  ein 
Aufsatz  mit  den  Resten  eines  Tieres  (Schu’anz  und 
rechte  Hinterpfote),  etwa  einer  Katze  wie  auf  dem 
Grabrelief  von  Salamis  Br-Br  513. 

1746  — 51.  Puteal  mit  bacchischen 
S c e n e n.  Deigado  2708.  In  Rom  vom  Marquis  von 
Salamanca  erworben  *)  Hoch  1,03  m.  Das  Monu 
ment  ist  stark  ergänzt.  Vom  oberen  Kranzgesims 
ist  nur  ein  kleines  Stück  oberhalb  des  Herakles 
alt.  Auch  die  obersten  Teile  der  Figuren  sind  an 
manchen  Stellen  ergänzt.  Das  Ornament  des  unteren 
Abschlusses,  der  auch  zum  grossen  Teile  modern 

*)  Sollte  des  Stück  nicht  identisch  sein  mit  der  „arm 
adome  dl  belliaaiin!  rtlleri  bacchici“.  die  lass  in  Oslos  eus- 
ftograben  werde  tBell.  delt'fai.  isas,  p.  41;  s.  auch  unsere 
Bemerkungen  zu  175*— SS)? 


ist,  ist  durch  einige  antike  Partien  gesichert.  An 
den  Kignren  selbst  ist  Manches  geflickt,  doch  nichts 
Wesentliches  ergänzt.  Die  Komposition  scheidet 
sich  in  drei  Grnppen : 

1746  Der  weinbekränzte  Herakles  im  Tanz- 
schritt, die  Keule  in  der  R.  schulternd,  das  Löwen- 
feil  um  den  1.  Arm,  den  er  auf  die  Schulter  einer 
Mänade  legt,  die  in  der  L.  die  Leier  hält. 

1747.  Der  efeubekränzte  zottige  Silen,  in  der 
R.  die  Kackel  senkend,  stützt  sich  w'einselig  auf 
einen  Satyr,  der  ihn  geleitet.  Das  Oberteil  vom 
Kopfe  dieses  Satyrs  ist  neu;  sein  Fell  flattert 
über  dem  Himation  des  Silen. 

1748.  Diese  Gruppe  besteht  aus  drei  Figuren 
Auf  dem  Rücken  eines  Kentauren,  der  ein  Löwen- 
fell um  den  I.  Unterarm  geschlungen  bat  und  mit 
der  L.  einen  Pinienaat  schultert,  die  R.  wie  trunken 
auf  den  Kopf  legt,  reitet  ein  efeubekränzter  Silen, 
der  in  der  L.  den  Thyrios  hält.  Er  wendet  sich 
um  nach  einem  audern  Silen  (nackt  bis  auf  ein 
Tuch  um  die  Inenden)  und  hält  diesem  mit  der  K. 
den  Kzntharos  hin,  in  den  jener  aus  dem  Schlauch, 
den  er  auf  der  I.  Schulter  trägt,  Wein  presst. 
Geschickte  und  in  den  Motiven  selbständige  Ar- 
beit. Am  Altertum  des  Ganzen  habe  ich  seiner  Zeit 
vor  dem  Originale  keine  Zweifel  gehabt. 

1752—55.  Reliefs  mit  Scencn  aus  dem 
Mythus  des  Dionysos. 

1752=  Deigado 2706.  0,59  m hoch,  0,98m  breit. 

1753=Delgado27IO.  0,47  m hoch, 0,75m  breit 

1754  = Deigado  2706. 0,60  m hoch,  0,80  m breit. 
Bcthe  im  Arch.  Anz.  1893,  S.  8 rechts. 

1755  = Deigado 2746.  0,86  m hoch,  0,47m  breit. 

Alle  vier  Stücke  stammen  aus  Sammlung  Sala- 
manca. Von  2706  wird  angegeben,  es  sei  im  Kir- 
chenstaate gefunden;  von  2710,  es  sei  in  Rom 
erworben  worden.  Ohne  Zweifel  sind  die  Stücke 
identisch  mit  den  von  Helbig,  Bull,  dell’  Ist.  1865, 
p.  41  f.  beschriebenen  .Mctopen“  einet  Tempel- 
chens,  das  bei  Cales  ausgegraben  worden  ist. 
Helbig  erwähnt  nur  zwei  Reliefs.  Damals  waren 
die  Fragmente  offenbar  noch  nicht  zusammenge- 
setzt und  Helbig  bat  sie  anders  verbunden,  als 
sie  in  der  späteren  Restauration  zusammcngestcllt 
worden  sind.  An  der  Zusammengehörigkeit  der 
vier  in  den  Maaasen  zu  einander  passenden  Stücke 
kann  kein  Zweifel  sein,  da  ihre  rohe,  den  Bohrer 
stark  verwendende  Arbeit  und  der  bläuliche,  ge- 
streifte Marmor  ganz  identisch  sind.  An  verschie- 
denen Stellen  des  Reliefs  haben  sich  rote  Färb- 
spuren  erhalten  Leider  sind  die  Stücke  ausser- 
ordentlich sorglos  zusammengesetzt  and  über- 
schmicrt,  so  dass  die  Zusammengehörigkeit  der 


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Madrid. 


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einzelnen  Teile  nicht  immer  verbürgt  werden 
kann. 

1752.  Pflege  des  Dionysos-Kindes.  Ergänzt 
sind : das  ganze  Stück  recht«  vom  liegenden  Silen 
bis  auf  den  oberen  Teil  de«  Baumstammes;  der  I 
Keliefgrund  oberhalb  der  nach  r.  stehenden  Nym- 
phe ii.  A.  Auf  felsigem,  von  einem  Iäiwenfell  be- 
deckten Terrain  liegt  Silen,  mit  der  R.  die  Syrinx 
vom  Baume  laugend.  An  seiner  Seite  hockt  das 
kleine  Dionysos-Kind  und  langt  nach  einer  Traube, 
die  ihm  eine  jenseits  der  Füsse  de«  Silen  stehende 
Nymphe  hinhält.  L.  kauert  eine  zweite  Nymphe 
und  enthüllt  die  Cista  mystica.  Über  ihr  kommt 
hinter  einem  Felsen  das  Oberteil  des  jugendlichen 
Pan  hervor.  An  dem  Felsen  hängt  ein  Votivpinax, 
auf  welchem  eine  nach  r.  stehende,  unterwärts 
bekleidete  Fran  angebracht  ist,  die  in  der  R.  einen 
Gegenstand  (Leier?)  emporhebt 

1753.  Opfer  an  Dionysos,  ln  der  Mitte  ein 
Altar  mit  Flamme  und  neben  ihm  eine  hohe  Dio- 
nysueherme.  Ein  knieendes  Mädchen  hat  aus  einer 
Schale  die  Spende  ausgegossen,  während  ein  an- 
deres, mit  der  Kanne  in  der  R.,  die  L.  adorierend 
erhoben,  dem  Altäre  naht.  Links  von  ihr  ein 
drittes,  identisch  gekleidetes  Mädchen,  das  die 
li.  mit  der  Gebärde  des  Staunens  erhebt.  R.  von 
dem  kauernden  Mädchen  ein  auf  den  Fussspitzen 
stehender,  aufwärts  blickender,  jugendlicher  Satyr. 
Die  Zusammensetzung  der  einzelnen  Teile  gerade 
dieses  Stückes  ist  durchaus  nicht  sicher;  das 
Relief  müsste  auseinander  genommen  und  gereinigt 
werden.  Die  Figur  der  kauernden  Nymphe  scheint 
von  etwas  grosseren  Proportionen  zu  sein.  Die 
beiden  stehenden  Nymphen  scheinen  jedoch  wegen 
ihrer  identischen  Gewandung  vom  gleichen  Relief 
zu  stammen. 

1754.  Hermes  bringt  das  Dionysoskind  zu  den 
nysaeischen  Nymphen.  Von  links  schwebt  der 
Gott  herab,  das  Kind  im  I Arme  tragend  Eine 
Nymphe  kniet,  um  es  in  Empfang  zu  nehmen. 
Eine  andere  steht,  wie  erschreckt  zusammen- 
schauernd. Im  Hintergrund  ein  aus  zwei  Pfeilern 
mit  darüber  gelegtem  Architrav  gebildeter  hoher 
Aufbau,  durch  den  ein  Baum  hindurchwächst. 
Oben  auf  dem  Architrav  eine  ornamentierte  Vase. 
Auch  dieses  Relief  ist  in  seiner  Zusammensetzung 
nicht  viillig  gesichert  und  ausserdem  stark  über- 
schmiert. 

1755.  Semele  in  Kindesnöten  (?).  Auf  einer 
mit  einem  Tuche  verhängten  Kliue  liegt  eine 
Frau  Ihr  Rücken  wird  durch  ein  Kisscu  unter- 
stützt Auf  ihren  Leib  legt  eine  zweite  Figur  die 
r Hand 


Die  von  Uelbig  a.  a.  0.  mitgeteilte  Behauptung 
des  Ausgräbers,  dass  die  Reliefs  Metopen  gewesen 
seien,  klingt  nicht  wahrscheinlich.  Näher  liegt  die 
Vermutung,  dass  die  vier  Reliefs  die  Basis  einer 
I Dionysoastatue  schmückten.  Ihrem  Marmor  und 
ihrer  Arbeit  nach  könnte  man  sie  für  ein  Werk 
der  für  Rom  tätigen  Kunstschule  von  Aphrodisias 
in  Karlen  halten,  die  sich  an  hellenistische  Vor- 
bilder anschloss.*) 

1756  —58  Dreiseitige  neuattische  Basis. 
Dclgado  2828.  Aus  Sammlung  Miro.  0,465  m 
hoch,  untere  Breite  0,27  m.  Nach  dem  oberen  Ab- 
schluss zu  urteilen,  scheint  die  Basis  einen  Can- 
delaber  getragen  zu  haben.  Von  oben  nach  unten 
durchbohrt,  zur  Verdübelung  des  Aufsatzes. 

1756.  Satyr  auf  den  Fussspitzen  gehend,  mit 
der  L.  eine  Fruchtschale  hochhebend,  mit  der  R. 
das  Pedum  senkend.  Unter  dem  1.  Arm  im  Felde 
Reste  des  Felles  kenntlich. 

1757.  Aktaeon,  durch  das  Geweih  charak- 
terisiert, mit  dem  in  der  R.  geschwungenen  Pedum 
sich  des  Angrifles  eines  Hundes  erwehrend. 

1758.  Tanzende  Mänade,  in  den  Händen  die 
Krotalcn. 

Schlecht  erhalten  und  von  roher  Arbeit. 

1759.  Archaistische  Frauenstatue. 
Inv.  16793.  Relnach,  Rep.  IV,  402  , 4.  Aus 
Huetor  bei  Granada.  Huch  ca.  1,10  m.  Der  Kopf, 
der  zur  r.  Schulter  gewendet  war,  war  einge- 
dübelt.  Im  Nacken  keine  Spur  eines  Ilaanchopfes 
sichtbar.  Auf  den  Schultern  Spuren  von  gedreh- 
ten Locken.  Die  R.  war  gesenkt  und  hielt  ein 
Attribut:  Loch  filr  einen  Metallstift  am  r.  Ober- 
schenkel vorn  Uber  der  Guirlande.  Auch  der 
I.  Unteramt  ging  abwärts:  ein  Puntello  I.  lieben 
dem  I.  Knie  wird  mit  dem  Attribut  der  I.  Hand 
in  Verbindung  zu  setzen  sein.  Das  r.  Bein  geht 
vor.  Die  Gestalt  ist  reich  bekleidet.  Oberhalb 
der  Küsse  kommt  ein  sonst  nicht  sichtbares,  fein- 
gefältetes  Untergewand  zutu  Vorschein.  Darüber 
der  lange  Chiton  mit  geknöpften  Halbärmeln  und 
Überschlag,  der  unter  der  Brust  gegürtet  ist.  Als 
drittes  GewandBtück  trägt  die  Figur  eine  an  der 
Halsgrube  geknüpfte  Chlaina,  die  über  beide  Ober- 
arme hinweg  den  Rücken  hinabfällt,  als  viertes 
eine  Nebris,  deren  Kopf  (Luchs?)  oberhalb  des 
r.  Beinansatzcs  sichtbar  ist;  mit  einer  Klaue  der 


*)  O.  Lippold  mucht  mich  darauf  Aufmerksam,  «lass 
in  Calvi  ein  „hallcnlstitchoK  liellefblld"  mit  der  Kiinsiler- 
inschrift  Atin.  Svnoros  fe  (dem  Namen  nach  offenbar  ein 
Küniktler  von  Aphrodisias;  nicht  boi  Loewy)  gefunden 
worden  ist  (Bull.  delPIst.  1861,  p.  lö2  ff.);  C.  I.  L.  X,  4668. 
Wo  jolzt? 


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Madrid 


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Nebris  wird  ein  Puntello  auf  dem  I.  Oberschenkel 
in  Verbindung  zu  bringen  sein.  Kndlich  geht  eine 
Fruchtguirlande  von  der  I Schulter  zuui  r.  Beine 
abwärts,  Uber  den  zweiten  Chiton,  aber  unter- 
halb der  Chlaina  und  Nebris  hinweg.  — Gut« 
Arbeit.  — Zur  Kreuzung  von  Nebris  und  Guirlandc 
vgl.  E A 473;  zur  Tracht  der  Chlaina  die  Dio- 
uysosstatue  der  Gal.  dei  Candclabri  200{Helbig  ’ I, 
389).  In  der  Gesammtdisposition  am  Nächsten  ver- 
wandt ist  die  grosse  Priapstatue  des  Orto  botanico: 
Bull.  com.  1902  (XXX),  Tav.  III. 

1760/61  Bartloser  ROmerkopf.  Delgado 
2764.  Hoch  0,34  m.  Aus  Mi-rida  in  Estremadura 
(Augusta  Emerita).  Zum  Einsetzen  in  eine  Statue. 
Der  Hinterschädel  ist  roh  gelassen.  Hinter  den 
vorderen  Haaren  war  ein  Stilck  des  Schädels  mit 
Metallstiften  besonders  angestUckt:  offenbar  war 
hier  ein  Diadem  oder  Kranz.  Das  I.  Ohr  war 
gebrochen.  Bohrer  im  Haar.  Gute  Arbeit  Hs 
vischer  Zeit. 

1762.  Portraitkopf  aus  Bronze.  Del- 
gado -2936.  Aus  Sammlung  Salamanca  Offenbar 
eine  Fälschung.  Gemeint  ist  wohl  Claudius. 

1763/64.  Kopf  des  Drusus  minor.  Del- 
gado 2731.  Sammlung  Salamanca;  aus  Korn.  Zum 
Einsetzen  in  eine  Statue.  Ueberlcheuagrnss.  Ohne 
Ergänzung.  Bernonlli,  Rom.  Ikon.  II,  1,  S.  201, 
No.  3.  Fig.  86. 

1765  — 67  Oberteil  einer  Sitzfigur 
desTiberius.  Delgado  2730.  Reinach,  Rip.  II. 
531,  6.  Sammlung  Salamanca;  aus  Paestum  (Bull. 
dell'Ist.  1865.  p.  95;  damals  war  nach  Uelbigs  Be- 
schreibung offenbar  auch  das  Unterteil  der  Statue 
noch  vorhanden.  Die  Linke  hielt  das  Schwert 
und  lag  auf  dem  Schenkel).  Etwas  iibcrlebens- 
gross.  Kopf  und  Hals  sind  eingesetzt,  gehören 
aber  wohl  sicher  zum  Körper.  Die  Nase  ist  er- 
gänzt. Bcrnoulli,  Röm.  Ikon.  II,  1,  S.  152,  No.  43. 
Reinach.  Rep.  II,  581,  6. 

1768—70.  Sitzfigur  einer  Römerin.  Del- 
gado 2737.  Reinach,  Rep.  II,  586,  1.  Sammlung 
Salamanca.  Zusammen  mit  der  vorigen  Figur  in 
Paestum  ausgegraben;  Bull.  d.  Ist.  a.  a.  0.  Auch 
diese  Statue  war  zur  Zeit  ihrer  Ausgrabung  roll- 
ständig  erhalten,  da  Helbig  von  einem  Sitz  mit 
Lowcnfilssen  spricht.  Bernoulli,  Köm.  Ikon.  II,  1, 
S.  92,  No.  5,  Fig.  11.  Uev.  arch.  XL  (1902),  p.  25. 
Reinach.  Rtp.  U,  685,  1 Hoch  1,77  m.  Ergänzt: 
der  Sitz.  Der  Kopf  ist  ungebrochen.  Die  Statue 
ist  aus  zwei  Teilen  gearbeitet.  .Schnittfuge  am 
Ansatz  der  Oberschenkel.  Im  Haar  war  ein  Kranz 
aus  Metall,  für  welchen  die  Löcher  vorhanden  sind. 
Von  Hekler  (Rum.  weibliche  Gewandstatuen, S.  146; 


S 226,  XI)  irrig  auf  ein  Original  de»6.  Jahrhunderts 
zurllckgefQhrt  Es  liegt  offenbar  eine  rein  römische 
Schöpfung  vor.  — In  Madrid  gilt  die  Statue  für 
Julia  Domna,  sicher  mit  Unrecht.  Bernoulli  und 
Helbig  erklärten  sie  für  Liria;  offenbar  nur  wegen 
der  mitgefundenen  Tibcriusstatue.  Es  kann  aber 
an  dieser  Stelle  sehr  wohl,  wie  öfter,  eine  grössere 
Anzahl  von  Mitgliedern  des  Kaiserhauses  ver- 
einigt gewesen  sein;  soll  ja  in  jüngster  Zeit  in 
I’aeetum  selbst  eine  Statue  des  Drusus  ansgegraben 
worden  sein.  Es  ist  deshalb  möglich,  dass  Heklers 
Vorschlag,  die  Figur  Antonia  zu  nennen,  das 
Richtigo  triff!  (vgl.  Braccio  nuovo  77). 

1771.  Büste  eines  römischen  Knaben. 
Delgado  2766.  Aus  Athen;  Geschenk  des  Herrn  J. 
B.  Serpieri.  0,39  ui  hoch.  Die  Büste  ist  hinten  kaum 
ausgehöhlt;  leichte  Andeutung  einer  Stütze.  Gute 
Arbeit  traianischer  Zeit. 

1772.  Togastatue  mit  Kopf  des  L. 
Vertis.  Delgado  2736.  Hoch  2,30  nt.  Sammlung 
Salamanca.  1H65  in  Calcs  gefunden;  Bull.  ddl’Ist 
1865,  p.  42  (Helbig).  Bernoulli,  Rüm.  Ikon.  II,  2, 
207.  9.  Reinach.  R6p.  II,  613,  8.  Bernoulli  bezwei- 
felt  die  Zugehörigkeit  des  Kopfes,  der  indessen 
nach  Helbigs  Fundbericht  zuzngehören  scheint. 
Schlechte  DecorationsarbeiL 

1773/74.  Bronzestatnotte  eines  Laren. 
Delgado  2943.  0,22  m hoch.  Aus  Mora  de!  Rio 
(Cordoba).  Reinach,  Rtlp.  II,  2.  497,  6.  Die  Rechte 
hielt  nach  Analogie  anderer  Exemplare  das  Rhyton, 
in  der  L.  würde  man  statt  des  Füllhorns  die  Schale 
erwarten,  in  die  der  Lar  sonst  die  Spende  giesst 
(ähnlich  Reinach,  Rep.  III,  143,  7).  Ungewöhnlich 
ist  auch  der  Palraettenkranz  als  Uaarschtnnck. 
Der  Kopf  ist  nach  strengen  Typen  des  5.  Jahr- 
hunderts stilisiert,  ähnlich  wie  der  Camillus  (vgl. 
Furtwängler,  Meisterwerke,  S.  34). 

1775.  Statue  des  Hypnos.  Inv.  17461. 
Aus  Sammlung  Ibarra  in  Elche.  Reinach,  Rep.  II, 
2, 490, 3,  hier  mit  rechtem  Arm.  Trotz  einiger 
Abweichungen  in  der  Beschreibung  identisch  mit 
Bethe,  Arch.  Anz.  1893.  S.  8.  0,50  m hoch.  Zahl- 
reiche rotbraune  Farbspuren.  Römische  ürsbfigur 
des  öfters  wiederkchrenden  Typus;  die  r.  Hand 
an  der  1.  Schläfe,  der  I.  Arm  nach  vorn  /Stütze  an 
1.  Brust),  das  I.  Bein  übergeschlagen.  Die  Figur 
scheint  ohne  Stütze  gestanden  zu  haben.  Scheitel- 
Hechte.  Stirnlöckchcn,  Schläfcnflügel 

1776,  Statue  desSi Ivan. Delgado 2704. Hoch 
0,775  m.  Reinach,  Röp.  II,  44,  1 Aus  Mtlrida  oder 
Italica.  Rest  der  Baumstütze  am  r.  Oberschenkel. 
Im  Zicgcnfell  Trauben,  Äpfel,  Ähren,  Pinieuäpfel. 
Pinienkranz  im  Haar.  In  der  L.  das  Messer. 


53  Madrid.  54 


Der  gewöhnliche  Typus  in  gewöhnlicher  Aus- 
führung. 

1777.  Römische  Aschenurne.  Delgado 
2843.  Aus  dem  Naturhistorischen  Museum.  0,34  m 
hoch,  0.29  m breit  Vorder-  und  Rückseite  gleich : je 
eine  männliche  und  weibliche  Herme  unter  Rund- 
bogen. R Nebenseite:  Grabestür  (das  Inschriftfeld 
darüber  leer).  L.  Nebenseite:  Vase. 

Kunstakademie. 

1778— 80.  Weiblich  er  Kopf.  Hübner 601. 
Bruststück  (mit  vorderer  Haislocke  links)  neu: 
sonst  intact.  Stark  mit  Säuren  gereinigt,  aber 
sicher  alt.  Haaransatz  Uber  der  Stirnmitte  bis 
Nasenspitze  ca.  0,11  m;  bis  zum  Kinn  ca.  0,17  m. 
Wiederholung  (nach  Amelung) : Chiaramonti  626. 
Der  Eirene  des  Kephisodot  nächstverwandt  aber 
von  kleineren  Proportionen. 

I78l>‘82.  Weiblicher  Kopf  mit  Diadem. 
Nicht  bei  Hübner.  Gnterlebensgross:  Haaransatz 
Uber  Stirnmitte  bis  Kinn  ca.  0,136  m.  Ergänzt: 
Büste,  Unterteil  der  Nase,  Hinterteil  des  Hinter- 
kopfes. Rechts  ein  Schläfenlöckchen.  Stark  ge- 
putzt Leere  Arbeit  nach  einem  Vorbild  praxi- 
telischer  Zeit 

1783.  Kopf  eines  Knaben  iulisch-clau- 
diseber  Zeit.  Hübnorö02.  F-W  1643.  Bernoulli, 
Köm.  Ikon  U,  1.  3.  40,  Anm.  1;  S.  175,  No.  33, 
Fig.  26;  S.  254;  S.  320.  Büste,  Nasenspitze,  Ohren- 
teile neu.  Lebensgross.  Sichere  Benennung  nicht 
möglich. 

Zu  den  übrigen  von  Hübner  in  der  Kunst- 
akademie aufgeführten  Köpfen  sei  bemerkt:  500 
und  503  sind  wertlose  weibliche  Köpfe.  504:  nicht 
Antinous,  sondern  Antoninus  Pius.  Nur  der  Hinter- 
kopf alt.  506:  Vitellius,  modern. 

Sammlung  Alba. 

1784  85.  Weiblicher  Kopf  („Minerva 
acnz'  elmo*).  Hübner  571;  nach  diesem  atu  dem 
römischen  Kunsthandel.  Friederichs- Wolters  214; 
dort  Litteratur.  Journ.  of  hell.  stnd.  1884  (V),  Taf.  45, 
8.  171  ff.  (Waldstein).  Furtwänglcr,  Meisterwerke, 
8.  90.  Jahrbuch  d J.  XXVI,  1911,  S.  40  (Schröder). 
Feiner  (pentelischer  ?)  Marmor  Vortrefflich  er- 
halten. Falsch,  zu  stark  nach  hinten  geneigt,  auf- 
gesetzt. Oberhalb  dos  Reifes  ist  der  Oberkopf 
glatt  gelassen,  nur  in  der  Gegend  des  Scheitels 
etwas  gerauht:  offenbar  waren  die  Haare  durch 
Farbe  wiedergegeben;  ein  Helm  kann  nicht  auf 
gesessen  haben.  Die  Arbeit  ist  nicht  sehr  fein  und 
gewiss  nicht  original,  aber  sehr  sicher  und  präcis. 
Mit  Rocht  ist  der  Kopf,  dessen  Benennung  unge- 


wiss bleiben  muss,  mit  dem  der  Athena  aus  der 
Atlasmetope  in  Olympia  zusammengestellt  worden. 

1786  87.  Hermo  des  Priap.  Hübner  572. 
Roschers  myth.  Lexikon  s.  v.  Priapos,  Sp.  2982. 
0,51  in  hoch.  Der  mit  Gewand  bekleidete  Uermen- 
echaft  ist  bis  unter  die  Brust  erhalten.  Beider- 
seits Löcher  für  die  Hermenarme.  Die  Arbeit  ist 
nach  Angabe  der  Pupillen  frühestens  ans  anto- 
ninischer  Zeit.  Gute  Erhaltung,  im  Haar  ein  hinten 
geknüpfter  Kranz  von  Efeu  und  Wein,  der  ein 
Diadem,  das  oberhalb  der  Stirnlöckchen  läuft, 
fast  verdeckt.  Hinten  ein  langer  Nacksnschopf. 
Die  Enden  einer  Tänie  auf  den  Schultern.  — Priap 
unter  archaistischen  Formen  wie  in  dem  Bar- 
raccoschen  Kopf : Helbig  pl.  LXVI,  2. 

1788.  Statue  der  „Genetrix“  ohne  Kopf. 
Hübner  567.  Hoch  1,65  m.  L.  neben  dem  Nabel 
zwei  Stiftlöcher,  in  deren  einem  noch  der  Metall- 
stift vorhanden  ist.  zur  Stütze  des  1.  Unterarms: 
als  Attribut  der  L.  gilt  der  Apfel.  Sehr  gute  und 
detaillierte  Arbeit. 

1789  — 92.  Jünglingsstatue.  Hübner  569. 
Jetzt  Glyptothek  Ny-Carlsberg  400  Wird  von  Bulle 
in  den  „Denkmälern  Griech.  und  Röm.  Sculptur“ 
veröffentlicht  werden. 

1793.  Männlicher  Torso.  Hübner  566. 
0,75  m hoch.  R.  Standbein.  Die  Figur  trägt  einen 
kurzen,  feinen  Chiton  mit  Überschlag  und  Uber 
diesem  ein  glattes  Löwenfell,  das  die  ganze  Vor- 
derseite bedeckt  Eine  Tatze  wird  auf  der  r.  Schulter 

: sichtbar,  ein  Zipfel,  offenbar  der  Schweif,  fällt 

' zwischen  den  Beinen  herab;  der  Kopf  des  Felles 
ist  auf  der  r.  Hüfte  sichtbar.  Von  der  Schnauze 
aus  gehen  drei  riemenähnliche  Fortsetzungen,  deren 
mittlere  bereits  hinter  den  Ohren  sichtbar  wird, 
eine  kurze  Strecke  quer  über  den  Bauch,  offen- 
bar zur  Befestigung  dienend.  Über  dem  Fell 
endlich  trägt  die  Figur  noch  eine  Chlamys,  die 
die  I.  Schulter  bedeckt  und  an  der  r.  Hüfte  wieder 
hervorkommt.  Der  r.  Arm  ging  abwärts,  der  I. 
anscheinend  nach  oben.  Der  Kopf  war  einge- 
dübelt. Gute  Arbeit.  Zur  Tracht  des  Felles  vgl. 
E-A  325  und  den  Dionysos  Hope  (La  Glyptothcque 
Ny  Carlsberg,  p.  134),  den  man  mit  der  Amazonen- 
figur E-A  172  — 74*)  auch  zeitlich  am  ehesten 
vergleichen  kann.  Die  Rückseite  der  Figur  habe 
ich  nicht  untersuchen  können,  da  sie  ihrer  Zeit 
in  einem  dunkeln  Magazine  aufgestellt  war. 

1794.  J Unglingstorso.  Hoch  1,03  in.  Hinter 
dein  I.  Bein  der  Stamm.  L.  Standbein.  Der  Mün- 
chener Augustusstatue  Glyptothek  350  verwandt. 


•)  „leist  im  Ueisilz  voll  Mr®  John  L.  Onrdnor,  Boston 

5 


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65 


Madrid. 


56 


Über  diese  Statue  und  ihren  Kreis  siehe  K-A  134, 
639/40,  713. 

1795.  Nackter  JUnglingstorso.  Rei- 
nach,  Rep.  IV,  6ti,  8.  Hoch  0,90  m.  Schulter-  und 
Nackenlocken.  Dem  Eros  vom  l’alatin  im  1/ouvre 
verwandt.  Keine  Flügelrestc. 

1796.  Erostorso.  Rcinach,  Rip.  IV,  377,  5 

0. 65  m hoch.  Im  Rücken  Flügellöcher.  Im  Motiv 
dem  Sanroktonos  und  der  auf  den  Eros  von  t’arion 
zurückgeführteu  Statue  des  Louvre  (zuletzt  Fflow 
im  Jahrb.  d.  Inst.  XXIV,  1909,  S.  64  ff  , Beilage  zu 
Taf.  6)  verwandt,  aber  keine  Replik  des  letzteren, 
da  in  den  Formen  schmaler. 

1797.  Artemisstatuette.  Hübner  565.  Rci- 
nach, Rip,  IV,  188,  2.  Dreiviertel. lebensgrnes.  Neu 
von  den  Knieeu  an  abwärts,  sowie  der  Kopf  und 
das  Köchorende.  Im  Rücken  der  Kocher.  Kurzer 
Chiton  mit  langem,  gegürteten  Überschlag,  da- 
rüber ein  Pantherfell.  Unbedeutend. 

1798.  Musenstatue.  Hübner 568.  Reinach, 
R£p.  IV,  180,  2.  Hoch  0,98  m.  Der  r.  Arm  war 
gebrochen,  ist  aber  zugehörig.  Langer  Chiton  mit 
Überschlag,  der  dicht  unter  der  Brust  mit  einer 
breiten  Binde  gegürtet  ist.  Den  Rücken  bedeckt 
ein  auf  der  Brust  geknüpftes  LOwenfelL  lm 
Nacken  Reste  von  langem,  wirren  Haar.  Für  den 

1.  Unterarm  sind  zwei  Stiftlöcher  an  der  I.  Hüfte  vor- 
handen. Der  Kopf  war  mit  einem  Dübel  aufgesetzt. 
Gute  Copie  nach  einem  auf  praxitelischer  Grund- 
lage geschaffenen  hellenistischen  Vorbild:  breite 
Faltenmaase  zwischen  den  Beinen,  hohe  Gürtung. 

1799  — 1800.  Torso  eins«  Giganten.  Jetzt 
Glyptothek  Ny-Carlsberg  No.  198  (anders  aufge- 


stellt). Biedkowaki,  Celtarum  itnagines  I,  p.  60  ff., 
Fig.  73  a und  b(hier  wiederum  anders  aufgestellt). 
Der  Marmor,  den  ich  früher  für  pcutelisch  ge- 
halten halte,  scheint  mir  vielmehr  carrarisch  zu 
sein.  In  der  Aufstellung  bei  Alba  0.65  m,  bei 
Jaenhseo  0,74  in  hoch.  Über  dem  r.  Knie  vorn 
anssen  grosser  Ansatzrest.  Der  r.  Kopfnicker  ist 
stark  gespannt;  der  Kopf  ging  zur  1.  Schulter. 
Unter  den  Armen  und  auf  der  Brust  Haarzotteln. 
Das  Schamhaar  ist  ohne  bestimmten  Charakter 
gearbeitet.  Biedkowski  ergänzt  den  Torso  so,  dass 
das  r.  Bein  am  Boden  kniet,  das  1.  eingebogen  ist. 
Der  vorgeneigte  Oberkörper  sei  zurückgedreht, 
um  sich  gegen  einen  von  1.  bedrohenden  Verfolger 
I zu  wehren.  Der  r.  Arm  sei  zur  Deckung  erhoben. 
Die  richtige  Stellung  wird  sich  nur  durch  Versuche 
an  einem  Abgüsse  feststellen  lassen.  Die  Ver- 
mutung, der  Kopenhagener  Torso  könne  zum 
kleinen  attalischen  Weihgeschenk  gehört  haben, 
ist  voja  Biedkowski  durch  den  Hinweis  auf  die 
Versyiedenheit  des  Stiles  zurückgewiesen  worden. 
Auel?  differieren  Marmor  und  Maasse  Mein  von 
Biedkowski  erwähnter  Hinweis  auf  die  Gruppe 
de«  Conservatorenpalastea  llelbig  I*,  618  und  den 
Karlsruher  Giganten  E-A  1440  bezog  sich  nur 
auf  die  Verwandtschaft  des  Stiles.  Wie  diese,  ge- 
hört die  Figur  dem  pergamenisch-rhodischcn 
Kunstkreise  an.  Ein  Original  kann  ich  schon 
wegen  des  Marmors  nicht  in  ihr  erkennen.  Auch 
ist  die  Arbeit  am  Schamhaar  zu  gering.  Die  Deu- 
tung auf  einen  Giganten  wird  durch  die  Be- 
haarung von  Brust  und  Achseln  empfohlen. 


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f~  /\  i.  / 

f ' ! 1t 


Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 


Herausgegeben 


PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG 


Serie  VI 1 
Text 

Mil  Beiträgen  von  Andre  Joubin,  Georg  Lippold, 
Georges  Nicole,  Fritz  Weege 


MÜNCHEN  1913 
F.  BRUCKMANN  A.-G. 


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Bezugsbedingungen. 


Die  vorliegende  I’ublication  ist  nicht  dnreh  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement 
noch  in  einzelnen  Blättern,  sondern  ausschlielilich  direct  von  der  Verlagsanstalt 
F.  Bruckmann  A -G.  in  München  N \Y  zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissen- 
schaftlichen Zweckes  des  Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  über- 
nommen hat,  ohne  daraus  ein  eigentliches  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfaßt  278  Nummern,  davon 

8 Blatt  im  Format  von  24  : 30  cm  zu  1 Mark 
26.  . . . 18:24  . .80  Pfennigen 

246  ..  . „ 13:18  . . 60  . 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279—678)  enthält  300  Blatt  in  Cabinctformat  zu  60  Pfennigen 

Die  dritte  Serie  (Nr.  579  — 900)  enthält  322  Blatt  in  Cabinctformat  zu  50  Pfennigen. 

Die  vierte  und  alle  folgenden  Serien  enthalten  je  300  Blatt  in  Cabinctformat  zu 

60  Pfennigen. 

Jedes  Blatt  ist  auch  einzeln  zu  beziehen. 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermäßigung  von  20%  ein,  sodaß  die  beiden  ersten 
Serien  je  120  Mark,  die  dritte  Serie  128  Mark  80  Pfennige  und  jede  weitere  Serie  wieder 
120  Mark  kostet 


F.  Hruv  Irmann  A.-C.,  München 


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j 3, 7 


.Als  neue  Abonnenten  sind  unserm  Unternehmen  seit  dem  Erscheinen  der 
VI.  Serie  beigetreten : 

Die  k.  und  k.  Antiken-Sammlungen  des  Allerhöchsten  Kaiserhauses,  Wien 

Die  Universität  in  Genf 

L’Ecole  Framjaise  de  Rome 

Herr  C.  W.  Lunsingh  Scheurleer  im  Haag 

Mrs.  Eugenie  Strong-Sellers  in  Rom. 

Durch  Abnahme  einzelner  Blätter  haben  wiederum  zahlreiche  Gelehrte  und 
Institute  unser  Unternehmen  gefördert. 

Unsern  Herren  Mitarbeitern  sagen  wir  für  ihre  freundliche  Beihilfe  den 
herzlichsten  Dank.  Georg  Lippold  hat  uns  ausserdem  bei  der  Redaction  des  Ganzen 
wie  bei  der  Abfassung  einzelner  Texte  seine  Unterstützung  geliehen.  Carl  Watzinger 
danken  wir  eingehende  Notizen  Uber  eine  Reihe  der  Sculpturen  zur  Casa  de  Pilatos 
in  Sevilla. 

Serie  VIII  ist  in  Arbeit;  sie  wird  unter  anderen  die  Antiken  des  Lateran, 
der  Villen  Borghese  und  Doria-Panfili,  der  Palazzi  Barberini,  Doria,  Altemps,  Valen- 
tini  enthalten.  Für  Serie  IX  und  X sind  Venedig  und  Villa  Albani  aufgenommen. 


Rom  und  München,  März  1913. 


Walther  Ameiung. 
Paul  Arndt. 


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Inhalt, 


Nr.  1801  Barcelona Paul  Arndt 

„ 1802 — 1809  La  Granja Paul  Arndt 

„ 1810 — 1824  Sevilla,  Museum Paul  Arndt 

n 1825—1847  Sevilla,  Casa  de  Pilatos Paul  Arndt 

„ 1848—1849  San  Lücar  de  Barrameda Paul  Arndt 

„ 1850  Fräjus Andrl  Joubin 

„ 1851  — 1860  Montpellier,  Mus&j  municipal Andre  Joubin 

„ 1861 — 1866  Montpellier,  Soci<5t«5  archeologique Andrl  Joubin 

„ 1867 — 1905  Genf,  Musee  d'art  et  d’histoire Georges  Nicole 

„ 1906—1908  Genf,  Collection  Darier Georges  Nicole 

„ 1909- — 1920  Genf  (Morillon),  Collection  Duval Georges  Nicole 

„ 1921 — 1927  Genf  (Grand-Saconnex),  Collection  Sarasin  ....  Georges  Nicole 

„ 1928 — 1932  A8chaffenburg Paul  Arndt 

„ 1933  — 1940  Sammlung  Pourtalts  (früher  in  München,  jetzt 

in  St.  Petersburg) Paul  Arndt 

„ 1941 — 1943  München,  Sammlung  Berolzheimer Paul  Arndt 

„ 1944 — 1949  Ehemalige  Sammlung  Klügmann  (jetzt  Mecklen- 
burg bei  Schwerin) Georg  Lippold 

„ 1950 — 1959  Modena Paul  Arndt 

„ 1960 — 1966  Rimini Fritz  IVeege 

„ 1967 — 1969  Florenz,  Casino  Mediceo  Paul  Arndt 

„ 1970 — 1972  Florenz,  Kunsthandel Paul  Arndt 

„ 1973 — 1979  Cortona Paul  Arndt 

„ 1980 — 1985  Ehemals  Rieti,  Sammlung  Canali Paul  Arndt 

„ 1986 — 2041  Rom,  Kunsthandel Walther  Amelung 

„ 2042 — 2043  Rom,  Palazzo  Caetani Walther  Amelung 

„ 2044 — 2045  Rom,  Villa  Lante Walther  Amelung 

„ 2046 — 2047  Rom,  Auditorium  des  Maecenas Walther  Amelung 

„ 2048 — 2051  Rom,  Antiquarium  comunale Walther  Amelung 

„ 2052 — 2057  Rom,  Palazzo  Massimi  alle  colonne Paul^mdt 

„ 2058 — 2065  Rom,  Palazzo  Odescalchi Paul  Arndt 

„ 2066 — 2069  Pom,  Palazzo  Mattei Paul  Arndt 

„ 2070 — 2073  Rom,  Palatin Walther  Amelung 

„ 2074 — 2100  Rom,  Palazzo  Margheritn Walther  Amelung 


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1 


VH,  1801-1813 


Barcelona,  La  Granja,  Sevilla 


3 


Barcelona. 

Provincial-Museum. 

1801.  Weibliche  Gewandstatuc.  L).  An- 
tonio Elias  de  Molins,  Catälngo  del  Museo  provin- 
cial  (1888),  p.  18,  Nr.  716,  mit  Abbildung;  Reinach, 
rep.  II,  3, 671, 10;  Ruhland,  eleusinische  Gottheiten, 
S.  76,  Nr.  3.  1876  in  Barcelona  ausgegraben.  Es 
fehlen : der  Kopf,  der  L Unterarm  und  die  ganze 
r KOrperaeite  bis  zum  Knie.  Wiederholung  der 
Statnen  im  Louvre  :Giraudon  1388  (mit  zugehörigem 
traianischen  Kopf),  und  in  Ny-Carlsberg  533  (mit 
Gypskopf  der  Agrippina  minor).  Vgl.  Uekler,  Mün- 
chener arch.  Studien,  S.  181.  Von  dem  Typus  der 
Wiener  Kora  ist  dieser  zn  trennen.  Auch  die  spani- 
sche Statue  wird  traianischer  Zeit  angeboren. 

La  Granja 

bei  Segovia  (San  Ildefonso). 

1802—7.  Kinzelaufnabinen  derKöpfe  des  von 
Bieiikowski  bei  Br— Br  Taf.  590  veröffentlichten 
Reliefs  mitGallierkämpfen.  Nach  Bieiikowski 
stammt  das  Relief  aus  dem  ersten  vorchristlichen 
Jahrhundert.  Zu  dem  Kopfe  1804/6  vgl.  den 
Galiierkopf  des  Museo  Chiaramonti  Nr.  635  und  das 
Büstchen  des  Berliner  Museums:  Arch.  Anz.  X Vlll, 
1903,  8.  34,  Nr.  14.  Bieiikowski  vermutet  in  dem 
Relief  den  Rest  eines  Sarkophagen.  Doch  ist 
meinen  Erachtens  die  Arbeit  hierfür  zu  gut. 

1808  - 9.  Statue  eines  J Unglings.  Die 
Figur  war,  als  ich  1898  in  La  Uranja  war,  in 
einem  schlecht  beleuchteten  Raum  so  ungünstig 
und  unzugänglich  aufgestellt,  daß  ich  sie  nur  mit 
dem  Glas  untersuchen  konnte;  um  die  Hüften  trug 
sie  einen  Leinwandschurz.  Die  Einzelheiten  der 
Krgänzungsangaben  kann  ich  deshalb  nicht  ver- 
bürgen. Ungefähr  1,30  m hoch,  also  nicht  ganz 
lebe  nag  roti.  Kopf  und  grüUter  Teil  der  Arme 
fehlen.  Stamm  mit  Chlamys  und  I’linthe  schienen 
mir  alt,  das  I.  Unterbein  neu.  Reste  von  Schulter- 
locken: im  Nacken  keine  Spur  von  Hsar.  Die 
Vorderseite  ist  schlecht  erhalten.  Stilistisch  eng 


mit  dem  Thermenapoll  aus  dem  Tiber  (Br— Br  463) 
zusammengehörig.  Abweichend  ist  die  Bewegung 
des  I.  Armes.  Offenbar  die  Wiedergabe  einer  Kna- 
benfigur dieses  Kreises. 

Sevilla. 

Museum. 

1810.  Männlicher  Torso.  Mus.  Nr.  101. 
0,90  m hoch.  Aus  Italien.  Der  I.  Kopfnicker  ist 
gespannt  Der  I.  Arm  ging  abwärts,  der  r.  etwas 
nach  außen.  Auf  der  1.  Brust  der  Rest  einer  Stütze; 
auf  der  r.  Schulter  ein  unverständlicher  Ansatz. 
Rechtes  Standbein.  Der  Kopf  hatte  kurzes  Haar. 
Flächige  Formenbehandlung;  nach  einem  Vorbild 
aus  der  Mitte  des  6.  Jahrhunderts. 

1811.  MännlicherTorso.  Mus.  Nr. 99.  0,95m 
hoch.  Aus  Italica  ,al  sitio  llamado  de  los  Palacios.“ 
Der  r.  Kopfnicker  ist  gespannt  R.  Standbein.  Auf 
beiden  Glutaoen  Ansätze.  Nahe  verwandt  der  von 
Bieiikowski  in  der  Revue  archöol.  1896,  pl.  VII 
veröffentlichten,  nur  im  Dresdener  Gyps  erhaltenen 
Satyrstatue,  und  wie  diese  praxitelisch  atu  der  Zeit 
des  ausrubenden  Satyrs. 

1812.  Männlicher  Torso.  Mus.  Nr.  115. 
1,13  m hoch.  Aus  Italica.  Rechtes  Standbein.  Der 
Kopf  ging  zur  1.  Schulter.  Stutzenrest  am  r Ober- 
schenkel außen  und  an  der  Außenseite  des  1.  Ober- 
schenkels hinten  Zu  Grunde  liegt  ein  Vorbild  aus 
dem  Kreise  von  Furtwänglera  Euphranor. 

1813.  Männlicher  Torso.  Mus  Nr.  108. 
Hoch  1,62  m.  Aus  Italica.  Jabrb.  des  arch.  Inst, 
1893,  Anz.  S.  9 (Bethe).  Der  Kopf  ging  zur  linken 
Schulter.  Am  r.  Oberschenkel  oben  außen  Stützen- 
rest Am  r.  Oberarm  oben  Spur  eines  ausgebro- 
chenen  Attributes.  Die  von  Betbe  als- Wieder- 
holung bezeiclmete  Statue  Nr.  99  des  Sevillaner 
Museums  ist  oben  unter  Nr.  1811  abgebildet.  Im 
Motiv  dem  Lucius  Venia  der  Sala  a croce  grcca  564 
(Phot.  Alinari  26983)  verwandt  und  wie  dieser  auch 
offenbar  eine  Kaisemtatue.  Die  Bewegung  kehrt 
noch  bei  mehreren  anderen  Statuen  mit  veränderter 
Chlamys  wieder:  Glyptothek  394  („Nero*);  Reinacb 


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8 


VH,  1814-1822 


Sevill» 


4 


Kiip.  11,2,  559,9  = Giraudon  1288  (Louvre),  und  die 
von  Watzinger,  Magnesia  a.  M.,  S.  213  angeführten 
Statuen.  Das  Motiv  erinnert  sehr  au  das  des  Apollon 
vom  Belvedere. 

1814.  Statuette  des  Atlas.  Mus.  Kr.  212. 
Hübner  S 31G.  Dort  die  ältere  IJtteratur.  Ca- 0,60  m 
hoch.  „Procede  de  las  Cabezas  deSan  Juan*  (süd- 
lich von  Sevilla).  1762  gefunden.  An  der  Basis 
die  Inschrift: 

TI  • CLAVDIO  CAESARI  ■ AVG  ■ GER 

manico-pont.max.tr-  pot  • vm 
IMP  • XVT  • COS  * riTT*  P*  P * CENSORI 
TERPVLIA  • SAVNI  • F • EX  • TESTA- 
MENTO  • ALBAN I • SVNNAE  • F-VIRI 
SVI 

(C.  I.  L.  II,  1302). 

Aus  dem  Jahre  49  n.  Chr.  Die  Plinthe  folgt, 
offenbar  aus  Gründen  der  Aufstellung,  den  Um- 
rissen der  Figur;  ihre  Seiten  sind  glatt,  nicht  ge- 
brochen. Die  Figur  kniet  vor  einem  baumstamm- 
ähnlichen  Pfeiler  und  stützt  mit  beiden  Händen 
die  Weltkugel,  auf  welcher  sich  oben  ein  Aufsatz 
zum  Tragen  eines  weiteren  Gegenstandes  befindet. 
Robe  Arbeit. 

1815.  Torso  der  Artemis.  Mus.  Nr.  100. 
1,2T)  m hoch.  1781  in  Italien  gefunden  Reinach, 
Rep.  II,  1,  31 7,  9.  Rest  des  Stammes  am  linken 
Oberschenkel.  Ein  Stützenrest  vorn  am  untern 
Chiton-Ende  Uber  dein  linken  Knie  stand  wohl  in 
Verbindung  mit  einem  neben  dem  Stamm  ange- 
brachten Tiere.  Der  .Stützenrest  an  der  r.  äußeren 
Hüfte  diente  für  den  gesenkten  rechten  Arm.  Die 
linke  Hand  war  in  die  Hüfte  gestemmt,  der  Daumen 
nach  hinten.  Im  Nacken  der  Köcher.  Langes  Haar 
hinten.  Wo  Gürtel  und  Kocherband  Zusammen- 
stößen, ein  Widderkopf  Repliken:  1.  Siena,  Samm- 
lung Chigl.  Der  Kopf  nicht  zugehörig,  Iicine  und 
Arme  bis  auf  den  Ansatz  neu.  Überlebensgroß 
Studi  e materiali  III,  p.  307  = Reinach,  Rep.  II,  1. 
313,  6.  2.  Rom,  auf  dem  Turme  des  Senatoren- 
palastes  Pbut.  Moscioni  11243.  3.  Sevilla,  neuerer 
Fund,  ebenfalls  aus  Italica:  Pierre  Paris,  Jahrb. 
d.  I.  1903  (XVIII),  Anz.  S 106;  Reinach,  Rip.  III, 
94,  9;  Le  Musce  1907  (IV),  Abb.  zu  S.  250  inach 
frdl.  Mitteilung  von  S Reinach).  An  diesem  Kzciuplar 
bat  sich  der  Kopf,  mit  hohem  Diadem,  erhalten. 
Er  erinnert  an  den  mit  Damophon  ln  Zusammen- 
hang gebrachten  Kopf  des  Capitols  Br--Br  265. 
Die  Haltung  der  Arme  weicht  allerdings  bei  dieser 
Statue  ab;  im  Übrigen  ist  sie  aber  sichere  Replik 
Den  Widderkopf  als  Gürtelschnalle  hat  der  Typus 
gemein  mit  der  Artemis  aus  Studniczkas  Iphigenien- 


gruppe in  Ny-Carlsberg  83  und  einem  Dresdener 
Torso:  Hcttuor*  S.  54,  n“  10=  Becker,  Augusteum 
Taf.  LXXX  = Clarac  699,  1649.  Auffällig  ist  das 
lange  Haar  für  Artemis. 

1816.  Weiblicher  Torso.  Mus.  Nr.  493. 
Aus  Fomares  bei  Sevilla.  Hoch  ca.  1 m.  Sehr  zer- 
stört. Dem  von  Furtwängler,  Meisterwerke  S.  88, 
Anui.  & behandelten  Typus  verwandt  Schlechte 
Arbeit. 

!8l7.Kopflose  Frauenstatue.  Mus  Nr.  103 
Aus  Italica.  1,74  m hoch  Offenbar  die  Statue 
einer  Kaiserin  mit  freier  Benutzung  älterer  Motive. 
Der  unter  dem  Bauseh  durchgesteckte  Gewandzipfel 
wie  an  der  Themis  von  Rhamnus;  doch  ist  die  Ge- 
saiu mtdisposition  des  Gewandes  strenger  und  ein- 
facher wie  an  dieser  Statue.  Sehr  langgestreckte 
Proportionen.  Auf  der  rechten  Schulter  ist  das 
Gewand  mit  einer  großen  Nadel  zusauimengesteckt. 
Zu  vergleichen  Ist  auch  das  Relief  Mus.  Chiara- 
monti  5.  Feine  und  sorgfältige  Arbeit. 

1818.  JUnglingskopf.  Mus.  Nr.  160.  0,39m 
hoch.  Der  Kopf  ist  zur  linken  Schulter  znrflck- 
gewendet.  Im  Haar  eine  Binde.  Decorative  Arbeit. 
Zu  den  auf  der  Grundlage  des  Alexanderportraits 
geschaffenen  Idealköpfen  gehörig. 

1819.  Relief,  stehendeFrau.  Mus.Nr.106. 
0,95  m hoch  Aus  Italica  Offenbar  die  Figur  einer 
Provinz  von  einem  historischen  Monumente.  Für 
den  Typus  vgl.  Rieükowski,  Barbararum  gentium 
siniulacra,  S.  68,  Fig.  62. 

1820.  Links:  Unterteil  einer  weiblichen 
Statuutte.  Mus.  Nr.  398.  0,32  m hoch.  Saubere 
Arbeit  nach  einem  Vorbild  aus  der  ersten  Hälfte 
des  4.  Jahrhunderts, 

Rechts:  Kopf  eines  Römers  Mus.  Nr.  163. 
Lebensgroß.  Aus  Italica  Zum  Einsetzen  bestimmt. 
Kahler  Schädel,  große  Ohren.  Ende  der  Republik 
oder  Anfang  der  Kaiserzeit.  Vorzügliche  Arbeit. 

1821.  Torso  einer  Panzerstatue.  Mus 
Nr.  104.  1,24  tn  hoch.  Aus  Italica.  Gewöhnliche 
Arbeit  Auf  der  Brust  zwei  trophäentragende  Ken- 
tauren. Darunter  ein  Akantboskelch.  Auf  der 
oberen  Reihe  der  Panzerklappon  Elefanten-,  Wid- 
der- und  Ziegenköpfe,  auf  der  unteren  Medusen- 
und  bärtige  Köpfe  und  Palmetten.  Nach  frl.  Mit- 
teilung von  E.  Michon  hat  der  Louvre  neuerdings 
eine  Statue  mit  entsprechendem  Panzerschmuck 
erworben. 

1822.  Kolossalstatue  des  Traian.  Mus. 
Nr  95.  Mit  E— A 1823  zusammen  im  Jahre  1788 
in  Italica,  der  Geburtsstadt  Traians,  gefunden,  „en 
el  sitio  llauiado  de  los  Palacios*.  2,20  m hoch. 
Vortreffliche  Arbeit. 


VII,  1823—1880 


Serill* 


1823.  Torso  einer  nackten  Kaiaersta- 
tne.  Mus.  Nr.  94.  Herkunft  wie  1822.  2 m hoch, 
also  kolossal.  .Stützenrest  an  der  r.  UUfte;  am  r. 
Knie  au&en  eine  ausgebrochene  Stelle.  Der  r.  Arm 
ging  hoch:  vielleicht  hielt  er  einScepter,  das  durch 
Stutzen  mit  dem  Körper  verbunden  war  Am  I. 
Oberschenkel  hinten  außen  scheint  der  Stamm  weg- 
gebrochen  zu  sein.  Die  Statue  trägt  in  Sevilla 
den  Namen  des  Nerva;  offenbar  weil  sie  mit  Traian 
zusammen  gefunden  ist.  Stilistisch  etwa  zu  ver- 
gleichen E — A 25. 

1824.  Kolossalkopf  eines  Körners  Mus. 
Nr.  162.  Aus  Italic*.  0,62  tu  hoch.  Ergänzt:  das 
Kinn.  Zum  Einsetzen  in  eine  Gewandstatue.  Die 
KUckseite  roh  gelassen.  Im  Haar  ein  Eichenkrauz 
mit  Binde,  ln  der  jetzigen  Aufstellung  zu  sehr 
nach  hinten  geneigt  Nach  dem  kolossalen  Maati- 
stab  keine  Privatperson.  Nach  der  Physiognomie 
aus  vorkaiserlicher  Zeit.  Die  corona  civica  weist 
auf  militärische  Verdienste  des  Dargestellten.  .Sollte 
Scipio  Africanus  maior  gemeint  sein,  der  Gründer 
Italiens? 

Casa  de  Pilatos. 

1825.  Kolossale  weibliche  ßewand- 
statue.  Iltibner  841.  Neu:  Außenteile  der  Plintlie, 
der  r.  Unterarm  mit  dum  Tamburin,  die  1.  Hand 
mit  den  anschließenden  Gewandteilen,  die  I.  Brust, 
der  I.  Teil  des  Gewandwuistes  auf  dem  Bauch, 
Nase  und  Oberlippe  des  zugehörigen  Kopfes,  der 
im  Haar  Weiulaub  trägt  Arbeit  frühestens  ans 
der  2.  Hälfte  des  2.  Jahrh.  n.  t.'hr.  Erwähnt  von 
Ueklcr,  Komische  weibliche  Gewandstatuen,  8.206, 
Aura.  1.  Von  den  hier  verglichenen  Statuen  ist 
die  „Giunone"  des  Capitols  (Br— Br  359)  nur  ganz 
äußerlich  ähnlich;  auch  die  Statue  aus  Kyrene 
(Keinach,  Rep.  II,  243,  9)  zeigt  deutliche  Ab- 
weichungen. Nur  verwandt,  keine  Replik  ist  auch 
der  E— A 781  besprochene  Typus.  Näher  steht  hin- 
gegen ein  Torso  von  der  Skcne  des  Theaters  von 
Milet  im  Louvre  (Phot  Giraudon  1176).  Palls  man 
in  der  Sevillauer  Statue  überhaupt  die  genaue 
Copie  einer  älteren  Schöpfung  erkennen  darf,  wtlrde 
nach  dem  Stil  des  Gewandes  und  des  Kopfes,  der 
einigeruiaaßen  an  die  der  vatiraninchen  Musen- 
gruppe erinnert,  am  ehestender  Kreis  des  Praxiteles 
in  Betracht  kommen 

1826.  Weibliche  Gewandstatue.  Hüb- 
ner 842.  Neu:  Außentelle  der  Plinthe  und  Steuer- 
ruder. Die  Kugel,  auf  der  dieses  atebt,  ist  antik, 
und  ebenso  die  r.  Hand  (bis  auf  zwei  Finger':,  sanirnt 
Ansatz  des  Ruders,  sowie  die  1.  Hand  mit  Füllhorn. 
Den  Kopf,  an  dem  die  Nase  ergänzt  ist,  habe  ich 


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| seinerzeit  für  ungebrochen  gehalten;  er  macht  mir 
jedoch  auf  der  Photographie  einen  nicht  unver- 
i dächtigen  Eindruck.  Am  Altertum  de*  Ganzen 
1 habe  ich  keine  Zweifel  gehabt  Wiederholung,  wie 
HernnannCÖsterr.  Jahresh.  1899[II),S.  156,  Anin.1) 
| richtig  bemerkt  hat  der  Fortuna  des  Braccio  nuovo 
Nr.  86  und  ihrer  zahlreichen  Repliken  (s.  Amelung 
zu  dieaer  Nummer).  Hekler,  rüm.  weibi.  Gewand- 
statuen, S.  180,  Anm.  1. 

1827.  Wreibliche  Gewandstatue.  Hüb- 
ner 868.  Etwas  überlebensgroß.  Der  Kopf,  ein 
Portrait  aus  der  zweiten  Hälfte  des  2.  Jahrh.  n.  Ohr., 
ist  nicht  zugehörig.  Römische  Erfindung  mit  Be- 
nützung frühprax Hellseher  Motive.  Schlechte  Arbeit. 

1828.  Statue  der  Hygieia.  Nicht  bei  Hüb- 
ner. L.  Hand  und  Oberteil  der  Schlange  neu.  Der 
Kopf,  an  dem  die  Nase  ergänzt,  schien  mir  zuge- 
hörig. Ordentliche  Arbeit  nach  dem  gleichen  Origi- 
nale wie  E— A 227  und  916;  die  drei  Exemplare 
zeigen  ziemlich  weitgehende  Abweichungen  in  den 
Einzelheiten.  In  hellenistischer  Zeit  ist  dieser  Ty  pua 
mit  charakteristischen  Veränderungen  im  Detail 
der  Falten  wieder anfgenommen  worden:  Watzinger, 
daa  Relief  de*  Archelaos,  63.  Herl.  Winckelmanns- 
Programm  (1903),  S.  9. 

1829.  Weibliche  Gewandatatne.  Hüb- 
ner 911.  Etwas  überlebensgroß.  Neu:  die  Inschrift, 
der  r.  Unterarm,  die  Maske  des  nicht  zugehörigen 
Kopfes.  Das  Unterteil  von  den  Knieen  abwärts 
ist  angesetzt;  die  Statue  war  aus  zwei  Teilen  ge- 
arbeitet In  der  linken  Hand  Mohn  und  Abren. 
Hekler,  Römiache  weibliche  Uewandatatuen,  S.  228, 
Typua  XXI,  p,  and  S.  176,  18. 

1830.  Torso  einer  JUnglingsfigar.  Nicht 
bei  Hübner.  Genaue  Angaben  über  daa  Stück, 
daa  aelbet  zu  untersuchen  mir  nicht  möglich  war, 
verdanke  ich  der  Güte  Carl  Watzingcrs:  »Der 
Kopf  ist  mit  modernem  Haisstück  eingesetzt  und 
nicht  zugehörig.  Der  Rücken  ist  vollständig  aus- 
gearbeitet, die  Figur  war  also  kein  Relief.  Sie 
war  bcetimmt,  von  rechts  v.  B.  her  gesehen  zu 
werden,  da  die  linke  Rückseite  sorgfältiger  aus- 
geführt  ist  während  die  Gewandfalten  unter  dem 
rechten  Arm  im  Rücken  nur  roh  angedeutet  sind. 
K.  Hüfte  nnd  r.  Oberschenkel  neben  dem  Gewand 
sind  rauh  gelassen;  man  sieht  noch  die  Meißel- 
Schläge.  R.  Hüfte  nnd  Oberschenkel  sind  ganz 
Dach  im  Vergleich  zu  der  kräftig  vortretenden 
Brust.  Die  1.  Hand  war  mit  zwei  Zapfen  am  Ober- 
schenkel angesetzt ; die  Anschi  ußtläche  ist  bestoßen, 
in  der  Fläche  befindet  sieb  ein  rundes  Zapfenloch. 
Auf  der  Mitte  der  Brust  war  eine  Falte  der  Chla- 
mys  angesetzt  Daa  r.  Bein  war  vorgesetzt,  das 

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VII.  1831—1860 


Sevilla,  San  Liicar,  Frtjus 


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linke  seitlich  weggestreckt.  Vielleicht  war  die  Fignr 
gelagert  und  stllttte  sich  auf  die  r.  Hand  auf,  die 
Beinmuskeln  sind  nicht  angospannt.“  — Die  Statue 
scheint  mir  stilistisch  von  hohem  Interesse  zn  sein 
und  einer  nochmaligen  genauen  Untersuchung  zu 
bedürfen.  Sie  macht  nach  der  l’hotographie  den 
Eindruck  eines  griechischen  Originals  der  zweiten 
Hälfte  des  6.  Jahrhunderts. 

1831.  Männlicher  Torso.  Hübner  873. 
Kaum  lebensgroß.  Die  Rückseite  ganz  ausgearbeitet. 
Nach  Watzlngers  Mitteilungen  ist  die  Figur  vom 
Gürtel  an  aufwärts  modern;  sie  soll  jetzt  den  Kopf 
eines  jugendlichen  Dionysos  mit  Efeukranz  tragen, 
ln  der  oberen  Schnittfläche  des  antiken  Unterteils 
ein  viereckiger  Zapfen.  Unterhalb  der  linken  Hüfte 
zwei  runde  Dübellöcher  im  Abstand  von  ca.  6 cm 
untereinander,  in  deren  unterem  noch  der  Dübel 
steckt.  Das  gut  gearbeitete  Stack  giebt  ein  Original 
aus  dem  Kreise  der  an  Paionios  sich  anschließen- 
den Kunstschule  wieder;  vgl.  La  Glyptoth&que  Ny- 
Carlsberg,  Text  zu  pl.  33.  ln  der  Bewegung,  dem 
Vortreten  des  r.  Beines  und  der  Faltengebung  be- 
sonders nahe  verwandt  der  Statue  E— A 501. 

1832/33.  Bärtiger  Kopf.  Außerordentlich 
hoch  aufgestellt.  Der  Hinterkopf  fehlt  nach  Aus- 
weis der  Photographie.  Hals  und  Büste  neu. 
Mäßige  Arbeit  im  Stil  des  5.  Jahrhunderts.  Zu 
vergleichen : Bulle,  der  schöne  Mensch Taf.  228  = 
La  Glyptoth&qne  Ny-Carlsberg  p.  21,  Fig.  6 und  7; 
E — A 143637  und  La  Glyptoth£que  Ny-Carlsberg 
pl.  14. 

1834 — 36.  Jünglingskopf.  Httbner  859. 
Büste  und  Nasenspitze  neu,  sonst  intact.  Sog. 
attischer  Einschnitt  am  Uinterkopf.  Ansteigender 
Oberschädel.  In  der  Bewegung  der  Stirn  und  dem 
breiten  Untergesicht  dem  Diomed  an  die  Seite  zu 
stellen.  Die  Stilisierung  des  Haares  in  kleinen 
Ringellöckchcn  den  dem  myronischen  Kreise  zu- 
gewiesenen Werken  entsprechend.  Das  gesträubte 
Stirnhaar  zuerst  an  dem  Londoner  licrakleskopf 
Br— Br  568.  Der  Kasseler  Kopf:  Jahrb.  d.  J.  1910 
(XXV),  S.  160,  Abb.  1 ; S.  163,  Abb.  41,  ist  ein  nahe 
verwandter,  aber  etwas  jüngerer  Typus.  Feine 
Arbeit. 

1837,38.  Kopf  des  bärtigen  Dionysos. 
Hübner  848  (hier  fälschlich  Tür  modern  erklärt). 
Ergänzt:  das  Bruststück  Wie  es  scheint,  strengere 
Replik  des  Kopfes  im  Louvre : G iraudon  1256  (Clarac, 
Description,  Nr.  189;  Fröhncr,  Notice  Nr.  214). 

1839-41.  Weiblicher  Kopf.  Hübner  893. 
Ergänzt  daa  (männliche)  Bruststück,  Kinn,  Lippen, 
Nase,  I.  Braue  Hals  und  Kopf wendung  alt.  Haar- 
schopf im  Nacken  Anscheinend  Wiederholung  des 


Kopfes  Museo  Torlonia  137.  Aus  der  Zeit  der 
Artemis  Colonna. 

1842/43.  Kopfdes  „Menander“.  Hübner 860. 
Bruststück  und  Nasenspitze  neu.  Gute«,  aber  etwas 
outriertes  Exemplar. 

l844/45.Kopf eines  Griechen. Hübner 897? 
Neu : Bruststück,  Kinn,  Nase,  Teile  der  Lippen  und 
Ohren.  Aus  derZeit  des  Albanischen  Kopfes,  Porträt- 
werk  391,193,  den  ich  dort  wohl  fälschlich  zu  spät, 
in  die  jüngere  repubiieanische  Periode,  datiert  habe. 

1846/47.  Kopf  des  sog.  Sciplo.  Hübner  866 
(von  diesem  für  modern  gehalten).  Ergänzt:  Brust- 
stück, Nasenspitze,  Flicken  in  der  1.  Braue.  Kreuz- 
narbe. 


Di«  beiden  Athenastatuen  der  Casa  de  Pilatoa 
(Hübner  839  und  840)  sind  von  Herrtnann  in  den 
Österr.  Jahresh.  II  (1899),  8.  155,  Taf.  11  und  III, 
veröffentlicht  worden. 


San  I.ticar  de  Barrameda. 

1848/49.  Kolossalkopf  der  Koma.  Ehe- 
mals im  Palacio  de  San  Telmo  in  Sevilla  anfgestellt 
(Catälogo  de  los  euadros  y esculturas  pertenecientea 
ä la  Galerta  de  SS.  A A.  RR.  los  Serenisimos  Sonore* 
Infantes  de  Kapana,  Duques  de  Montpensier,  Sevilla 
1866,  S.  84,  Nr.  LXXXV).  Neuerdings  nach  dem 
Schlosse  San  Liicar  de  Barrameda  zwischen  Sevilla 
und  Cadix  Übertragen.  Abguß  im  Münchner  Gyps- 
museum ; danach  unsere  Aufnahme.  Hübner  S.  316. 
„Er  gehörte  zu  einer  Statue,  von  welcher  auch 
andere  Reste  mit  ihm  gefunden  und  wieder  ver- 
schwunden sein  sollen.“  Ich  habe  das  Original 
nicht  gesehen ; nach  einer  kleinen  mir  vorliegenden 
Photographie  ist  es  von  vorzüglicher  Erhaltung. 
Wiederholungen  sind  mir  nicht  bekannt. 

Fr6jus. 

Musee  municipal. 

1850.  Tete  de  Zeus*).  Marbre  blanc.  Trouvfee 
prds  de  l'ancien  port  i la  Porte  Dor&e.  Nex  rcataurc. 
H.  0,40. 

La  tete,  plus  grande  que  uature,  etait  destinee 
ä Ctre  encastree  dans  le  corpe  d’une  Statue.  La 
partie  postericure  n'est  qu'ebaucbee.  La  tete  etait 
tournee  ä droite. 

Copie  romaine  d'un  type  erfcä  au  IV»  siöcle 
par  la  seconde  Coole  attique  soua  l'intiuence  de 
Praxitele  et  de  Scopas,  apparentc  au  Zeus  d'Otri- 

•)  Wir  verdanken  die  Negative  tu  dieser  Nummer 
der  Gefälligkeit  des  praktischen  Arttea  in  München  Herrn 
Dr.  Adolf  I’reysa. 


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W 


9 WI,  1851-1866 


coli  et  an  Zeus  du  Muse«  de  Conatantinople  (B. 
C.  H.  1885,  pl.  14.).  Cette  töte  a fitfi  publifie  dans 
la  planche  jointe  am  < Inscriptions  romaine*  de 
Frfijus  » par  ilfiron  de  Villefoese  et  Tbfidenat,  Paris, 
Champion,  1884,  et  par  Espfirandieu,  recueil  des 
baareliefs  III,  2454,  p.  338. 

Montpellier. 

Musee  munitipal. 

1851.  Aphrodite  drap6e.  Marbre  blanc. 
H.  0,375.  Provenauco  inconnue.  Hestaurations: 
avant-bras  gauche,  la  main  et  le  poignet  droit  avec 
la  partie  supfirieure  du  manteau ; nn  Fragment  du 
braa  droit  1 l'aiaselle  La  töte  a fitfi  recollfie,  mais 
appartient  au  corps, 

Copie  romaine  de  l'Aphrodite  Genitrix  d’AI- 
camönes.  Cf.  Keinach,  Repertoire,  II,  331,  1. 

1852  -1854.  Htracles  enfant.  Marbre 
blanc.  H.  1,06.  Collection  Campana.  Restaura 
tions:  Io  uez,  le  bas  de  l'oreille  droite,  le  cou,  le 
bras  droit  et  la  maaaue,  l'avant-bras  gauche  et 
los  aecessoires,  un  fragment  de  la  cuisse  gauche 
en  arriörc,  les  dem  jambes,  du  genou  A la  cheville, 
la  feuitle  de  vigno. 

Enfant  debout  avec  les  attributs  d’Höracles. 
Bonne  copie  romaine  d’un  original  de  l’fipoque 
hellfinistiquc. 

1855— 1856.  Büste  d'Hermfis.  Marbre  blane. 
II.  0,65.  Collection  Campana.  Restaurations:  les 
ailes,  le  nez,  un  morceau  de  la  joue  droite,  le  cou 
et  le  buste  tout  entier.  Grattage  gfinfiral  de 
l'fipiderme. 

Cette  töte,  apparentfie  a celle  de  l’ilerines 
Mynmien  du  Vatican  (Amelung,  II,  p. 666,  pl.  LXI), 
n'en  est  pourtant  pas  une  copie  (cf.  tfite  d’Athfinee, 
E— A 644).  Les  cheveux  sont  traites  dans  le  style 
Myronien,  comme  dans  la  statue  du  Vatican,  mais 
les  yeux  et  la  bouchc  se  rapprochent  plutöt  de 
ce  que  nous  connaissons  du  style  de  Crösilas.  La 
tfite  paralt  ainsi  ütre  une  adaptation  romaine  A 
une  figure  d'Hermfis,  d'un  type  athlfitiquo  con- 
temporain  de  Crfiailaa  et  de  Myron;  les  ailes 
seraient,  comme  dans  la  statue  du  Vatican,  une 
addition  du  copiste  romain. 

1857—1858.  Tfite  de  femme.  Marbre  blanc. 
H.  0,64.  Collection  Campana.  Restaurations:  le 
nez,  le  bas  de  l'oreille  droite,  le  buste  tout  entier. 
ßrattage  gfinfiral. 

Bonne  copie  romaine  d’un  original  grec  de 
la  deuxifime  moitifi  du  V®  siede.  Cf.  E— A 938. 

1859—1860.  Buste  de  daine  romaine. 
Marbre  blanc.  II.  0,58.  Provenance:  environs  de 


Montpellier  10 


Montpellier.  Le  nez  brisfi;  nombreuses  firafluree 
sur  le  visage. 

Portrait  de  femme  inconnue  de  l'fipoque  de 
Paustina  minor. 

Collection  de  la  Societe  archeologique. 

1861.  Tfite  de  femme.  Marbre  blanc. 
H.  0,20.  Provenance : Nimes.  Le  bout  du  nez  brisfi 

Tfite  lfigfireuient  inclinfie  vers  la  gauche.  Les 
eheveux,  divlsfie  en  deux  bandeaux  sur  le  front, 
sont  massös  sur  la  nuque  et  serrös  par  une  bände- 
lette,  Copie  romaine  d’un  type  hellcniatique  dfi- 
rive  d’un  type  Praxitöllen. 

1862.  Tete  de  femme.  Marbre  blanc.  11.0,26. 
Provenance:  Nimes.  Nez  et  menton  refaits;  buste 
moderne. 

Les  cheveux,  serrfis  sur  le  front  par  une  large 
bandelette,  sont  rfiunis  sur  le  haut  de  la  töte  en 
un  large  ncBud.  Copie  romaine  d’un  type  hellfinis- 
tique. 

1863.  a)  Tfite  de  femme.  Marbre  blanc. 
H.  0,11.  Provenance  inconnue.  La  tfite  paralt  usfie 
par  un  söjour  dans  l'eau.  La  Coiffure  en  forme 
de  Klaft  indiqur  peut  Ctre  une  origine  alexandrinc. 
Epoque  hellfinistique. 

b)  Tfite  de  fern m o.  Marbre  pentöliqne. 
11.0,12.  Provenance  inconnue.  Un  voilc,  posfi  sur 
les  cheveux,  retombe  sur  les  fipaules,  conformfiment 
au  type  des  Dfimöter  voilfies.  Original  grec  du 
IV«  siede. 

1864.  Tfite  d'homme  inconnu  de 
l’fipoque  rfipublicaine,  I»r  s.  av.  J.-C.  Marbre  blanc. 
H-  0,28.  Trouvee  a Nimes,  Rue  Sigalon,  23.  Le 
nez  et  l’oreille  droite  endommagfie.  Coups  do 
pioche  sur  Io  visage. 

1865.  Fragment  de  stfile  funfiraire 
grecque.  Marbre  pentülique.  H.  0,33.  Larg.  0,28. 
Rapportfi  d'Atbfincs  par  le  Dr  Cbresticn.  Manque 
tonte  la  partie  inffirieure  du  corps.  La  figure 
a beaucoup  souffert;  cependant  eile  conscrve 
encoro  )a  beautfi  des  typee  phidiesquee.  La 
femme,  tournfie  vers  la  gauche,  fitait  probablcment 
assise.  Lea  restes  indfitenninfie  — fragments  de 
doigts  (?)  — que  l’on  voit  a gauche,  appartenaient 
peut  fitre  k un  personnage  placfi  en  face.  2«  moitifi 
du  V«  siicle.  Cf.  E-A  668. 

1866.  Plaque  en  terro  cuite.  Larg. 0,28. 
H.  0,21.  Provenance  italieune  indfitenninfie.  La 
plaque  est  brisfie  en  plusieurs  fragments;  je  la 
crois  authentique.  La  partie  supfiricure  est  refaite 
sur  une  largeur  d'environ  un  centimfitrc;  le  nez 
et  le  front  de  la  femme  i g.  sont  moderne«. 

Enseigne  romaine  d’un  marchand  de  volailles 


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11 


VII,  1867—1871 


Genf 


12 


et  de  gibier,  analogue  aux  plaque«  (Utes  < Cam- 
paua  >.  Une  enseigne  scmblable  en  marbre  an 
Mnsfie  Torlonia  (n°  379;  Daremberg  4 Saglio, 
Dictionnaire  de«  antiquitfi», ».  v Mercator,  Fig.  4924). 
Cf.  aussi,  tnfimo  ouvrage,  s.  ▼.  Signum,  et  0.  Jahn, 
Berichte  der  Saeche.  Gesellscb.  1861,  pl.  XI. 

Geneve. 

Musee  d’art  ct  d'histoire. 

Le«  collectiona  d'antiquea  dela  Ville  de  Genfive 
sont  reunies  depuis  le  nioia  d'oetobre  1910  dan« 
le  Nouveau  Musee  d’art  et  d’histoire.  On  y a 
groupfi  le«  anciens  foadg  du  Muafce  archfiologique 
de  la  promenade  des  Bastion«,  du  Muato  Fol  et 
du  M usto  Rath.  L'administration  municipale  a 
maintenu  dan«  le  Palais  de  l’Ariana,  a I’regny, 
lee  coliection«  que  feu  G.  Revilliod  y avait  formte« 

M.  Alfred  Cartier,  directeur  general  des  Mu- 
sfies, a public  en  1910  une  Notice  et  guide 
aomtnaire  du  Musfie  d’art  et  d'histoire. 
Partout  oit  ccla  etait  poseible,  j’ai  rfiffirfi  aux  in- 
ventaires  des  anciens  dfipfits  qui  restent  valables 
pour  lea  nouvelles  galeries. 

Must'-o  Fol,  Catalogue  descriptif  par  VV. 
Fol,  Genfive,  1874—1879,  4 vol.;  Etüde«  d’art, 
etc.,  du  meme  auteur,  4 vol.  in  4°  (ie Livres  d'nn 
dilettante  consciencieux,  la  terminologie  eet  Im- 
propre); Catalogue  du  Musfie  Rath,  1906. 
Quelques  articlee  de  revues  ont  fitfi  consacrca  anx 
coliection«  de  Genfive:  Gaz.  des  B.-A.,  1875,  I, 
p.  369  «q.  (coliection  Fol,  -Schneider);  Re  v.  Arch., 
1875,  I,  p.  271  sq.;  1910,  U,  p.  401—412  (Deonna). 

Ponr  le«  sculpture«  antiques  en  particulicr, 
cf.  NosAnciena  et  leurs  oeuvres,  Recueil 
gfinevoia  d’art,  VI,  1906,  p.  88  - 90  (Navllle); 
VIII,  1908,  p.  41-44  (Nicole);  IX,  1909,  p.  11 
sq.  (Deonna);  Rev.  Arch.  1885,  I,  pag.  226  «q, 
(Duval);  1908,  II,  p.  153  sq.  (Deonna);  1909,  I, 
p.  283  (Deonna);  Revue  des  fitudes  ancien- 
nes,  1908,  p.  250  sq.  (Deonna).  Pour  lea  bronzes, 
cf  Rev.  arch.,  1912,  II,  p.  32  sq.  (Deonna). 
J'adopte  dana  la  bibliographie  de  ces  notice«  lea 
abrfivistions  anivante«:  I)  — Deonna;  N = G.  Ni- 
cole; Nos  Anc.  = Nos  Anciens  et  leurs  tnuvres; 
R.  A.  — Revue  archfiologique;  M.  F.  = Musfie  Fol. 

1867.  Bouc  trouvfi  4 Sierre  (Valais). 
Bronze  H O.  15. 1.ong.  0,165.  Inv.C.  1 1GB.  Lesjambes 
sont  tronqufies  un  peu  au  dessous  des  jarrets.  L’exfi- 
cution  est  trfia  soigneuse  ct  «oucieuse  du  dfitail  — on 
observera  par  exemple  les  glandes  caprines.  — C’est 
le  style  naturaliste  des  bons  animalicrs,  plus  avanct 
a la  vfiritfi  que  celui  de  la  l.ouve  du  Capitole.  La 
teebuique  eet  teile  de«  toreutes  grecs  du  V«  sificle. 


Toute  l’fichine  est  falte  d’une  seule  lame  de  uifital 
appliqufie ; le«  jambes  aussi  sont  rapporttos  selon 
une  scction  oblique.  La  patine  verte  est  bien 
conservie. 

Cartier,  Notice  Sommaire,  PI.  XIV,  n°3; 
Rev.  Arch.,  1910,  p.  «11. 

1868  et  1869.  TSted'Eros.  Inv.  6131.  Marbre 
pentfilique.  H.  0,17.  I’rovenance:  Rome.  Manquent 
l'cxtrfimitfi  du  nez,  la  face  antfirieure  du  cou. 
C’eat  nne  rfiplique  exacte  du  type  d'Eros  erfifi 
par  Phidias,  selon  FurtwSngler  (Masterpieces, 
pag.  69),  qui  rangea  lui-mßme,  dans  une  lettre  k 
M Naville,  la  töte  de  Genfive  panni  les  rfipliquos 
de  ce  type.  Le  visage  est  plein,  presque  rond. 
La  chevelure  offre  des  boucles  en  S,  traittos  an 
foret.  Asscz  bonne  copie. 

CouiptesrendusdelaSocictcauxiliaire 
du M usfie,  1904, p.  13sq.(plancbe)  Nos. Anc.  1906* 
p.  90  (fig  i (Naville).  R.  A.,  1909,  II,  p.  409. 

1870  et  1871.  T£te  d’Hertnfis.  Marbre 
do  i’aros.  H.  0,31.  Le  nez,  la  lfivre  inferienre 
et  le  cou  sont  restaurfis. 

Deux  petites  ailes  courtes  s'filfivcnt  au  baut 
de  la  tfite  qu'elle  couronnent  d une  Sorte  de  dia- 
dime  4 breche  mediane.  Cette  disposition  est  rare ; 
en  gfinfiral,  les  ailes  d’Hermcs,  superpoaßc«  au 
eräne  sont  seusiblement  paralleles  au  plan  facial. 
La  chevelure  presente  des  mfiches  aasez  emmclßes, 
en  forme  de  8. 

Bonne  copie  d'un  original  qui  reste  a iden- 
tifier.  M.  Deonna,  se  fondant  sur  les  critfirea  du 
style  phidieeque  proposfis  par  M.  Salomon  Reinacb 
(Gaz.  des  B.-A.,  1902,  I,  p.452sq.),  a institufi  une 
comparaiaon  interessante  entre  la  tfite  Laborde, 
celle  du  Dionysos  de  la  frise  du  Parthenon,  et  la 
tfite  de  Geufive.  On  se  rangera  de  prfiffirenee  4 
l’oplnion  de  L.  R.  Farneil,  Cults  of  the  Greek 
States,  V,  PI.  XXV  et  p.  55,  qui  «e  prononce 
pour  un  original  d'ficole  pfiloponnfisienne  de 
400  environ  av.  J.-C.  En  effet,  le  modelfi  du  visage 
est  plus  sfivere,  moins  fondu  qne  celui  des  tfites 
phidiesques  (cf.  le  numfiro  prfiefident).  Le  galbe  en 
est  moins  arrondi.  L'expression  est  plus  austfire. 
Enfin,  le  type  de  l'Hermc«  aux  ailerons  super- 
posfis  au  front  upparait  dans  plusieurs  tfites  de 
style  polyclfitfien  de  la  fin  du  V«  sificle  (Furt- 
wängler,  Masterp.,  p.  290,  n°  5;  Mahler,  Po- 
lyklet,  p.  59,  fig.  14;  8.  Reinach,  Recueil  de 
tfites,  p.  47,  pl.  59).  Bibliogr.:  Catalogue  Fol, 
n«  1328;  R.  A.,  1908,  II,  p.  167,  fig.  4 et  5 (D).  — 
Pour  le  type  d’liermfis  aux  ailerons,  cf.  Furt- 
wängler  et  Reichhold,  Griechische  Vasen- 
malerei, pl.  20,  et  Nicole,  Meidias,  pl.  VI,  3. 


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13 


VII,  1878-1882 


Genf 


14 


1872  et  1873.  Hermüs  bicüphale.  H.  0,47. 
Marbre  jaunätre.  Lee  nez  et  une  partie  du  buste 
sont  restaurüs. 

Rüplique  des  termes  du  stade  d’Athenes  (Har- 
rison  et  Verrall,  Monuments  and  Mythol.  of 
anc.  Athens,  p.  232,  tig.  18.  Ausonia,  11, 1907, 
p.  42,  8g.  16.  Archcografo  Triestino,  XXX, 
1906,  p.  8,  Hg.  2). 

D'nn  erttft,  la  töte  de  l'Hermüs  propyla'os 
d'Alcamüne;  de  l’autre,  tüte  d'Apollon  imberbe, 
da  type  attribuü  par  Saviguoni  4 Alcamüne: 
Ausonia,  1907,  p.  41,  n"  4,  qui  ünumüre  cinq 
autres  rüpliques. 

Le  type  d'Hermüs,  aux  boucles  longues,  rame 
uües  par  devant  sur  los  üpaules.  aux  frisures  4 
triple  etage  sur  le  front,  ä la  moustache  retom- 
bante,  a la  barbe  carrüe  et  atylisüe,  a ütü  erüü 
par  Alcamüne;  lo  visagc  aux  traits  immobilee,  qui 
üvoque  l’art  de  l’hidias,  se  Combine  avec  d’an- 
ciennes  modes  ioniennes  de  Coiffure.  Outre  la  copie 
cülübre  de  Pergame,  il  existe  un  tres  grand  nombre 
de  rüpliques;  los  liste»  qui  en  ont  ütü  dressüee 
n’ont  qu’un  caractüre  provisoire. 

L’inscription  AVKOYPrO£  gravüe  sur  le  socle 
ne  doit  pas  fixer  l’attention,  car  le  socle  n’appar- 
tient  pas  au  terrne. 

Catalogue  Fol,  1334.  Nicole,  Meidias, 
p.  127,  n*  3.  R.  A.,  1908,  p.  153,  et  fig.  1 (D). 

1874.  ApollonSauroctone.  Marbre  jaunätre 
a petita  grains.  H.  1,61.  Trouvü  4 Rome,  via 
dei  Serpenti. 

La  partie  infüricure  du  corps  ainsi  que  la  plinthe 
est  antique.  Le  baut  du  corps  4 partir  du  bas  du 
tborax,  et  le  haut  du  tronc  d’arbre  jusqu’au  lüzard 
sont  restaurüs  en  plitre  d’aprüs  la  Statue  du  V atican. 

Catal.  Fol,  n°  1316.  R.  A.,  1908,  II,  p.  159, 
fig.  6,  et  p.  160,  n°4.  Gaz.  des  B.-A.,  1875,  I, 
p.  376.  JahreBh.  des  Osterr.  Inst.,  1898,  Bei- 
blatt, p.  144,  Collignon,  Sculpture  gr„  H, 
p.  285,  nute  2.  Omise  par  Klein  dans  la  liste  des 
rüpliques,  Praxiteles,  p.  108.  — Cf.  la  rüplique 
de  Napie»,  E— A 768.  — La  rüplique  de  Genüve 
est  interessante  parce  qu'elle  presente  les  jambes 
qui  sont  mutilües  dann  les  autres  exemplaires. 

1875.  Torse  d'Aphrodite.  Trouvüe  en  1850 
4 la  Villa  Ludovisi  et  achetüe  par  M.  Duval  4 Cam- 
pana.  H.  1,285.  Marbre  de  Luni.  Manquent  la  tüte, 
les  bras,  les  jambes  4 partir  des  genoux.  Rüplique 
de  l’Aphrodite  de  Cnide.  Le  mouvement  des  bras 
ne  pennet  pas  de  res  tau  rer  notre  torse  en  Aphrodite 
Anadyomüne,  un  type  connu  par  divers  bronzen 
de  Syrie  et  d'Egypte.  L’exüeution  est  pleine  de 
saveur  et  de  morbidesse. 


Catalogue  Rath,  712.  Une  reproduetion  du 
dos,  Nos  Ano.,  1908, p.  41, fig.  13  (N).  — Arcb. 
Anz.  1895,  p.  64,  n°  1;  Reinacb,  ltüp.  111,  p.  118, 
1;  K.  A.,  1908,  II,  p.  171,  n°  15  et  fig.  17. 

1876.  Tüte  d'Aphrodite.  H. 0,175.  Inv.  M. 
F.  1349. 

Le  visage  seul  est  conservü;  le  fragment  a ütü 
sciü  pour  servir  de  müdaillon.  C'est  une  rüplique 
de  la  tüte  de  l’Aphrodite  Cnidienne,  dont  la  tüte 
Kaufmann,  a Berlin,  ofTre  une  meilleure  Image. 
Cat  Fol,  1349.  Pour  le  style  cf.  E-A  147/148; 
401/402. 

1877.  Tüted'Athüna  casquüe.  H-  0,215.  Inv. 
61.30. Marbrojaun&treapetitsgrains.  Autrefois  chez 

L.  Pollak  4 Rome  Le  type  en  serait  praxitüiien,  selon 

M.  Klein,  Praxiteles,  p.  350. Furtwängler combat 
cetto  opinion  dans  une  lettre  & M.  Ed.  Naville  et 
rattache  la  tüte  de  Genüve  4 un  original  de  l’üpo- 
que  hellünistique.  l'rovenance:  Ascoli. 

N os  A n c.,  1906,  p.8H,PI.(Navllle).C.-R.  S o ci  ü t ü 
auxil.  du  Musee,  1904,  p.  13,  pl.  R.  A.,  1910, 
U,  p.  409. 

1878.  Tüte  de  Dionysos.  U.0,39. Marbre  Jau- 
nätre.  Les  cheveux.couronnüs  de  pampree  et  partagüs 
par  une  raie,  forment  deux  bandeaux  autour  da 
front  pour  retomber  en  boucles  longues  sur  les 
üpaules.  Restauratious : le  nez,  la  bandelette  de 
mütal,  le  bnste. 

Un  buste  du  Capitole,  que  les  anciens  anti- 
quaires  dünommafent  Ariane,  donne  les  mümes 
traits  ä Dionysos  C'est  4 l’üpoque  hellünistique 
qu'il  faut  attribuer  la  conception  de  ce  type  effüminü 
et  trop  juvünile  de  Dionysos;  les  düfauta  en  sont 
encore  accentuüs  par  la  mauvaise  exücution  du 
buste  de  Genüve.  La  tüte,  mal  restaurüs,  devait 
ütre  iuclinüe  4 droits,  comme  le  buste  du  Capitole. 
Catal.  Fol,  1889.  R.  A.,  1908,11,  p.  162,  fig.  9. 

1879.  Apollon  Lykeios.Inv.  C.  1201.  H.0,60. 
Marbre  de  Paros.  Manquent  les  deux  bras  — la 
main  droite  appuyüe  au  sommet  de  la  tüte  est 
seule  conservce  — et  le  bas  des  jambes.  L'attitude 
marque  la  müditation  alanguie:  rinclinaison  günü- 
rale  du  corps  est  vers  la  gauche.  Cf.  E — A 335 
pour  la  tüte,  E— A 340.  Pour  le  type,  Kurtwängler 
dans  Roscher.  Lexikon  der  My  thol.,  I,  p.  460; 
Meisterwerke,  p.  570,  n°  3;  pour  l’expreesion 
de  la  tüte,  cf.  Monum.  Piot,  III,  p.  168  (Tb. 
Reinach). 

1880/82,  StatuottedeDionysos.en  bronze, 
trouvüe  en  1870  4 Chevrier  (H**  Savole).  Inv.  C.  229. 
— H.  0,215.  Loa  yeux,  4 pupille  cave,  sont  incrustüs 
d'argent.  Le  pied  gauche  manque.  Le  dieu  debout, 
entiürcment  nu,  a le  corps  appuyü  sur  la  jambe 


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la 


Genf 


16 


Vn,  1888—1886 


droite.  La  jambe  gauehe  rat  fitchic.  La  maio  drnite 
teuait  aana  doute  uu  cauthare  et  la  main  gaucbe 
a'appuyait  ä un  thyrse.  La  tAte  est  inclinAc  a 
droite.  La  chevelure,  rAguliArement  ondulee,  forme 
an  bourrelet  Apais,  naiasant  iur  lc  front  et  nouA 
aur  la  nuque  en  un  groe  chignon  d’oii  dem  nattes 
retombent  a droite  et  1 gaucho,  aur  lea  cpaulee 

Cette  gracieuae  atatuette,  d'une  braute  pure- 
ment  formelle,  offre  un  atyie  compoaite.  La  tra- 
dition  de  l’ecole  d'Argoa  rat  viaible  dana  le  chiaauie 
dea  membrea  et  dana  la  aaillic  doa  pectoraux,  maia 
l'expreaaion  du  viaage  eat  aougeuae  et  lc  modele  a 
une  morbideaae  toute  praxitAlienne.  F urtwängler  efit 
prononcA  le  nom  d'Kuphranor  devant  le  Dionysos 
de  GenAve.  M.  Mahler  (I’olyklet.  p.  112)  le  rap- 
proche  du  Dionyaoa  de  Tivoli  et  de  pluaieura  sculp- 
turea  dout  le  atyie  argien  eat  teinpArA  d’attieiame. 

Keinach,  HApert.  II,  p.  785,  8 (fauaae  in- 
dication  de  provenance).  Kovue  Savoiaienne, 
1907,  p.  88,  fig.  R.  A.,  1909,  1,  p,  243  aq.,  pL  III, 
(D).  — MentionnAe:  Pro  Aventico,  III,  1890, 
p.  62,  n°  1;  Deonna,  L’  Archäologie,  I,  p.  371, 
n°3.  Un  moulage  de  notre  atatuette  eat  exposc 
au  musAe  d'Annecy. 

1883.  Statuette  d'HermAs,  en  bronze. 
TrouvAe  ä Lograa  (Ain).  H.  0,143.  Inv.  C.  1223. 
Manquent  lea  deux  pieda.  Le  inf-tal  a pria  une 
patine  verte  aonibre.  La  cheville  droite  presente 
k l'intArieur  l’attarhe  de  l’ailette.  Le  dleu  eat 
debout;  il  a la  tAte  un  peu  incllnAe  aur  l’Apaulo 
droite.  L’aplomb  du  corpa  eat  comme  dana  le 
numcro  precAdcnt.  Une  paenula  jette  aur  l'tpaule 
gauehe  retombe  aur  l’avant-braa  g.  Le  braa  droit 
pend  le  long  du  corpa;  la  inain  tenait  .«ans  doute 
la  bourae;  la  main  g.  supportait  un  attribut  qui 
a diaparu,  sans  doute  le  caducte  place  de  biaia. 

Type  frequent  dana  lea  muatea  de  province,  cf. 
Keinach,  RA  perl  II.  p.  161,  10,  et  IV,  p.  92,  n°6. 

Travail  romain  aoignt;  le  viaaga  a une  ex- 
presaion  aougeuae  qui  rappelle  plua  Scopaa  que 
PraxitAIe. 

Cartier,  Notice  aommaire,  PI.  XIV. 

1884  et  1885.  Torae  d’un  grec  perga- 
mAnien  de  l’ex-voto  d’Attale  Marbre  bianc  k groa 
gralna  qui  me  parait  ßtre  du  penttlique.  H.  1,37. 
Acquia  en  1877  par  M.  Dural  ä Rome  cbez  Pacifico 
Piroli,  rue  dea  Quatre  Fontainee. 

Selon  lea  vuea  interessantes  de  M.  Bieti- 
kowaki,  Die  Daratellung  der  Gallier  in 
der  bollenlatiachen  Kunat  = Celtarum 
imaginea,  p.  16  aq*  le  grand  monument  dA- 
dit  par  Attale  I«r  aur  l’Acropole  de  Pergame 
pour  commvmorer  sea  succes  aur  lea  Galatea, 


eomprenait,  outre  lea  atatuea  de  bronze  reprA- 
aentant  dea  ßaulois  vaincua,  pluaieura  figurea 
de  vaiuqueure;  lea  deux  partiea  de  la  compo- 
aition  auraient  AtA  dea  pendanta  fort  exacta  par 
le  atyie,  le  mourement  et  lea  dinienaiona.  M.  Bich- 
kowaki  auppoae,  en  face  du  Gauloia  mourant  du 
Capitole  et  du  groupe  Ludoviai  du  Gauloia  et  de 
la  Gauloiae,  pluaieura  figuree  reprtaenttea  avee  la 
nuditA  htroVque.  Le  torae  de  Gentve  eat  la  plua 
importante  dea  copiea  de  cea  atatuea  quk  rtunies 
M Bienkowaki.  II  eat  reproduit  I.  c , p.  16,  fig.  19,  f. 
S.  Reinach,  RAp*  III,  pag.  61,  6.  Noa  Ane. 

1908,  p.  39.  fig.  11 

Le  torae  de  GenAvc  eat  penebe  en  avant,  et  offre 
un  Itger  banckement  a gauehe.  Lee  deux  braa 
Ataient  abaisaAs.  Le  biccpa  gauehe  eat  tendu  comme 
ai  le  braa  gauehe  Atait  alourdi  par  quelque  attribut 
pesanl  La  jambe  gaucho  etait  portAe  fortemeut 
vera  la  g. ; le  genou  droit  parait  lAgArement  pliu. 

Ccrtea,  dana  l’attitudo  generale,  la  atatne  de 
GenAve  offre  une  grandc  analogic  avec  le  I’aa- 
quino.  Pluaieura  archAologuca  l'ont  coneidArA  com- 
me une  rApliquc  du  Menelaa  de  ce  groupe. 

Maia  cette  hypotliAse  ne  peut  Atre  maintenue; 
en  effet,  le  torae  de  GenAve  est  abeolnment  nu 
tandis  que  le  MenAlaa  est  drapA.  Kn  outre,  M.  Bien- 
kowaki  a muntre  que  le  MAnAlaa  de  la  Loggia  dei 
Lanzi  offre  un  atyie  plua  sevAre  et  plua  archaYque. 
Knfin,  le  mouvement  violent  et  l'anatomie  de  notre 
torae  rappellent  beaucoup  le  Gauloia  Ludoviai. 
C’eat  la  meine  rApartition  dea  partiea  mollee;  la 
pause  est  limitAe  par  une  forte  sailUe  dea  cötea; 
le  grand  dentelA  eat  trAs  exactement  marque  et 
le  nombril  enfoncA.  Sur  l'omoplate  gauehe,  on 
diatingue  une  trace  oblique  du  panache  du  casque 
(1.  c-,  p.  17,  fig.  20),  ce  qui  rnontre  que  la  tAte  Atait 
tournAe  tout  k fait  k droite. 

Beau  morceau  de  maitriae  que  noua  reconnaia- 
sons  volontier»  comme  une  copie  de  l'Apoque  helie- 
niatiquo. 

CaL  Rath,  n°  718.  R.  A.,  1908,  p.  172,  et  1910, 
p.  409,  n.  1.  Berliner  pbilolog.  Wochenach., 

1909,  p.  1002  (Schneider). 

Un  torae  du  magaain  communal  du  Caeliua 
(Bienkowaki, ibid.  p.  17,  fig.  21),  offre  de  grandea 
analogiea  avec  le  marbre  de  GenAve.  L'exAcution 
en  eat  infArieure  et  date  de  l’Apoque  romaine. 

Deux  autrea  repliques:  1.  Copenhague,  Glypto 
thAque  Ny-Carlaberg,  Catalogue  n» 388;  Arndt,  la 
Glypt  Ny-Carlsberg,  pl.  110,  ä droite;  Bicn- 
kowaki  1.  c.,  fig.  23;  2.  Naplea,  Bienkowaki,  fig.  41  a, 
p.28;  photog.  Inst.  all.  n°  467.  — Pour  la  tAte,  B.  pro- 
poae  un  type  anaiogue  k MAlangea  de  l'Ecole 


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17 


VII,  1886—1891 


Genf 


18 


frangaiae,  1899,  PI.  II,  p.  97.  — Cf.  ▼.  Sali«,  Der 
Altar  von  Pergamon,  p.  73  sq. 

1886.  Toree  viril.  H.  0,59.  Röplique  de 
l'Höraklös  Farnöse  de  Glycon.  Manquent  la  täte, 
lee  braa,  les  jambee.  Dn  fragment  de  la  pcau  de  lion 
apparait  aoua  l’aisaelle  ganche;  lee  tracee  de  la 
main  droite  aont  viaiblee  eur  la  cuisae.  Assei 
bonne  röplique  d'nne  exöcution  nerveuee;  lea  mus- 
clea  n’ont  paa  l'aapeet  cotonneux  qu'on  incriinine 
a juate  titrc  dana  le  coloaae  Farnese. 

Cat.  Fol,  1325  Rev  Areh.,  1908,  p 160, 
fig.  7 (D).  Sur  lea  röpliques  de  l’Hercule  Farnese, 
Stephani,  Auaruhender  Herakles,  p.  161; 
nne  röplique  tr 5s  cndotnmagöe  dana  la  trouvaille 
d'Anticythöre  (marbre),  Svoronoa,  Athener  Na- 
tionalmuaeum,  pl.  XI,  1.  Cf.  une  mention  de 
l’Höraklös  de  Glycon  dana  un  papyrna  latin  de 
la  Collection  de  Genöve,  Jules  Nicole,  Un  cata- 
logue  d'cenvres  d’art  conservöes  1 Rome 
4 l’öpoque  impiriale,  Genöve,  1906,  p.  16. 

1887 et  1888.  Töte  de  j eunehomme,  achetöe 
parW.  Fol  4 1’hoirie  du  scnlpteur  Teneranl.  Inv. 
M.  F.  n”  1833.  H.  0,86.  Marbre  jaun&tre  de  Lunl. 
ltestaurationa : le  nex,  lee  lövres  (partiee  medianes), 
la  portion  droite  du  menton ; un  öclat  a enlevö  le 
sommet  du  cräne.  Bonne  röplique  d'un  original 
de  l’öpoque  hellönistique,  qui  reete  4 identifier. 
L’artiate  a indiquö  avec  beaueonp  de  diatinctlon 
lea  paupiöres.  I'attache  des  narinea,  lea  pommettes. 
Une  couronne  de  bronxe  a laisse  un  aillon  bien 
distinct  dana  l’öpaiaaeur  des  cheveux.  Ce  <lAta.il 
a öchappö  aux  pröcödenta  öditeure.  L’expreasion 
pathötique  des  yeux  pleins  d'ombre,  dn  front  barre 
d’un  pli  energique,  et  de  la  bouche  entr'ouverte, 
enlin,  l’aröte  large  du  nez  rappellent  un  pen  les 
totes  du  fronton  oriental  de  Tögöe. 

On  reconnaiasait  autrefois  dana  le  marbre  de 
Geneve  une  röplique  de  la  tüte  dn  fila  ainö  de 
l.aocoon;  cette  hypothöse,  döjA  röfutöe  eil  1890  par 
M.  R.  Förster,  Verh an d Inng en  der  Philo- 
logenveraamml.  zu  Görlitz,  Lpz.,  p.  SOI,  a 
ötö  repriac  en  1908,  Rev.  Arch.  1908,  p.  161.  fig.  8 
Je  ne  sauraia  m'y  ranger.  Outre  les  propnrtionB 
doubles  de  la  töte  de  Genöve,  qui  obligeraient  a 
admettre  une  röplique  deiueauröe  du  groupe,  le 
style  presente  des  difförences  profundes.  L’ex- 
presaion  du  visage  dana  la  tete  de  Laocoon  sine 
cst  beaucoup  plus  douloureuse  et  les  traits  sont 
beaucoup  plus  ravagös. 

On  n'a  pas  ö tö  mieux  inspirö  dana  les  lignea 
suivautes:  „Tout  dana  le  travail  fait  croire  que 
c'est  une  copie  moderne  cxöcutöe  pent-Ötre  au 
temps  de  la  Renaissance  “ R A , I.  c Mals  l'anttien- 


ticitö  du  monument  ne  pröte  pas  au  doute.  Les 
fauasaires  n'ont  pas  accoutnmö  de  mutiler  leurs 
helles  picces  dana  les  asuvres  vivea ; ila  se  conten- 
tent,  comme  on  sait,  de  porter  quelques  coups  dis- 
crets  dana  les  parties  secondairea.  Or,  dana  la  töte 
que  nous  publiona,  le  nez  et  la  bouche  aont  restanröa. 
D'autre  part,  lea  copies  du  Laoooon  exöcutöes  4 
l'öpoque  de  la  Renaissance  ont  un  tont  autre  carac- 
töre.  Cf.  Jahrbuch,  1891,  p.  177  sq.  (Förster). 

Catal.  Fol,  n°  1388.  Reproduite,  Gaz.  Ar- 
chöolog.,  1876,  pl.  26,  p.  100;  maueaise  repro- 
duction  opaque,  R.  A.,  1908,  p.  161,  fig.  8.  — Citöe, 
Overbeck,  G riech.  Plastik*,  II,  p.337,  note  13, 9; 
R.  Förster,  Vorhand!,  etc.,  I.  c.;  Rev  Ar- 
chöol.,  1908,  p.  161.  sq.  (D). 

1889.  Töte  d’llöraklea  en  buate-her- 
möa.  Marbre  jaundtre  passe  au  feu.  U.  0,19. 
Provenance  Rome,  Esquilin. 

La  töte  eat  couronnöe  de  feuillage  et  drapöc 
d'un  voile.  Dans  le  type  de  Zeus,  c'est  une  couronne 
de  ehöue  qui  eat  de  rögle  (cf.  Overbeck,  Kunst- 
mythologie,  fig.  20,  p.  239);  ici,  le  aculpteur 
a disposö  des  toufies  d’acanthe.  L'expresaion  du 
visage  et  le  traitcment  de  la  barbe  rappellent  la 
töte  coluaaale  de  Naplea  figurant  Zeus,  Rueach, 
Illustrierter  Führer,  p.  39,  fig.  39,  plus  que 
le  Zeus  d’Otricoli  Travail  sommaire. 

C a t.  F o I , n»  1348.  N oa.  A n e.,  IX,  1909,  p.  19, 
fig.  12  (D).  Un  berrnös  du  meine  type,  en  marbre 
rose,  figure  dana  la  Collection  Level,  4 Paria. 

1890.  Statuette  de  terre  cuite  en  haut 
relief.  Guerrier  casquö  agenouillö  4 droite. 
H.  0,57.  Kxomis  agraföe  sur  le  Sternum.  Dans 
la  main  dr.  garde  de  l’öpöe.  Orifices  circulaires 
dana  le  champ.  11  est  probable  que  cette  figure 
faisait  partie  de  la  döcoration  d'un  fronton  ana- 
logue  aux  beanx  frontons  en  terre  cuite  du  Musöe 
de  Flurcnce(Milani,  R MnseoarcheologicoH, 
tav.  C;  Monum.  Seel  ti,  Pl.  VI).  Cf.  aussi  Wol- 
lanka,  az  antik  Szoborgytljtcmöiiy  MagyarAzo 
Katalögusa,  1912,  n°  97. 

Deonna,  Lea  atatues  de  terre  cuite 
dana  l'antiquitö,  p.  111,  fig.  4. 

1891.  Statuette  de  Sölönö.  M.F.n°1317. 
H.  0,76.  l’rov.  Rome,  Via  Urbana.  Restaurations, 
le  bras  droit,  la  corne  gauche  du  Croissant  su- 
pörieur.  Outre  le  croiaaant  posö  en  diadöme,  un 
deuxieme  Croissant  est  pasaö  derriöre  la  nuque. 
Chiton  4 apoptygma  ot  cpiblema  flottant  au 
dessus  de  la  töte.  Exöcution  cxtrömement  mö- 
diocre.  La  töte  a une  expression  maussade.  l’our 
Io  type,  cf.  Museo  Borb.  V,  22;  Clarac,  pl.  663, 
tr>  1206.  Cat  Fol,  n°  1317. 


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19 


VII,  1892—1900 


Genf 


20 


1892,  Statuette  de  Priape.  Type  banal 
et  travail  eommun.  Marbre  blanc.  H 0,76.  Catal. 
Fol.,  1319.  Noa  Anc.,  IX,  1909,  p.  19.  — 
Cf.  E-A  V,  p.  80,  n“  213. 

1893.  Baareliof  archaYaant  Fragment. 
Prov.  Home,  Collection  Pollak.  Marbre  de  Luni. 
Inv.  6132.  1 e fragment  a la  forme  d'un  trapezc 
irregulier  meaurant  0,67  <*>  de  longuenr  anr  0,20 
de  largeur.  La  moitie  d'un  personnage  est  acule 
conservee.  C’eat  un  jeune  liomme,  vetu  d'une 
cblamyde  aux  plis  termincs  en  queue  d’aronde;  il 
live  le  braa  droit  pour  attaquer  de  la  lance  ou 
de  l’epie.  A gauche.  un  aecteur  du  bouclier  rond. 
La  plaque  eat  complite  & gauche.  Coiffure  k troia  I 
ranga  superpoaia  de  coquilles  d’escargot.  Style 
archaYaant.  Travail  aolgne. 

Noa  Anc.,  IV,  1906,  p.  88  (fig.)  et  p.  90  (Na- 
ville).  Sociiti  auxiliaire  du  Musie,  1904, 
p.  13  et  planche. 

1894 et  1895.  Diaque  de  marbre  ayant  aervi 
d’oaci  11  u m.  M.  F.  n°1072  Diam.0,29.  Prov.Thiätre 
d’Orange.  Lee  deux  facea  du  diaque  offrent  une 
reprisentation.  A.  Deux  maaquca  juxtaposi»,  de 
profil,  4 droite.  En  avant,  maaque  de  Satyre 
barbu,  couronni  d'un  bandeau,  lea  ebeveux  for- 
ment  un  toupet  aur  le  front;  la  mouatache  eat 
recourbie  1 aon  extriniiti;  la  barbe,  calamiatrie, 
compte  aix  boucles,  la  bonche  eat  tri»  largement 
ouverte  En  arriire,  maaque  comique  de  jeune 
femme;  la  chevelnre  forme  un  double  bourrelet 
aur  le  front  B.  Maaque  tragique  de  jeune  femme, 
coiffie  d’un  bonnet  phrygien  et  paree  de  bou- 
cles d’oreilles.  Cf.  Collection  Lecuyer, 
PI.  I,  3 et  Vente  Lecuyer  (1883),  n°  278.  II 
ae  profile  aur  un  maaque  comique  d'Hermippoa, 
an  type  aocratique,  cräne  chauve,  front  ridi, 
nez  court  dipriini  k la  racine,  relevc  4 la  pointe, 
mouatachea  tombantea,  barbe  partagie  en  plu- 
aieura  miclies  Sur  ce  type,  cf.  Robert,  Die 
Masken  in  der  neuen  att.  Komödie,  p.  18, 
fig.  35  et  36.  Le  infime  maaque  d'Hermippoa, 
diaposi  aemblablement,  eat  figuri  aur  un  oscillum 
du  Louvre;  Clarac,  p.  355  B = Rcinacli,  Kip. 

1.  p.  104. 

Cat  Fol,  n°  1072.  Noa  Anc.,  IX,  1909, 
p.  18,  fig.  10  et  11  (D). 

1896.  Baa-relief.  Inv.  M.  F.  1352.  H O, 40 
Long.  0,37.  Marbre  jaun.dtre. 

Un  Eroa  a’eat  coiffi  d’un  grand  maaque 
de  Silin e dana  lequel  il  disparait  juaqu'l  la  cein- 
ture.  Il  fait  l'office  de  croquemitaine  et  passe  sa 
main  par  la  bouche  biante  du  maaque.  La  galerie 
eat  formee  de  deux  autres  Eros  debout  dont  le 


Premier  marque  aea  alannes  en  ilevant  lea  braa. 
Mime  aujet  aur  un  relief  de  la  villa  Mattel,  M— D 
2755,  et  aur  une  peinture  trouvie  k Herculanum. 
Saglio-Pottier, Dictionnaire  des  An t, s. v. Ludi, 
fig.  4639.  Cf  anaai  une  Statuette  de  la  Villa  Albani, 
n“  678,  Phot  Alinari  27617,  et  une  autre  qui  ae 
trouvait  autrefois  k Home,  Istituto  di  S.  Aleaaio 
(Phot.  Moscioni  11337}.  Cat.  Fol,'1362.  Noa  Anc. , 
p.  14,  fig.  5 (D). 

1897.  Baa-relief  pittoreaqne.  Long  0,50. 
II. 0,42.  Plaque deaarcophage.  Aniours  vendangeura. 
Sur  le  grand  cöti,  un  voit  une  couplede  boeufa  tral- 
nant  k gauche  un  char  de  Campagne  chargi  de 
raisins.  Un  Eroa  aurige  tient  lea  renes  et  fustige  lea 
betea;  un  deuxiime  Eros  eat  vu  de  face;  il  eat 
drape.  Des  pamprea  d'oii  pend  le  raiain  enguir- 
landent  lea  branchea  de  deux  troncs  noneux  qui 
encadrent  la  compoaition.  On  ne  aaurait  avec  D. 
faire  de  ces  pamprea  des  platanes,  car  le  feuillage 
du  platane  cst  pointu  et  lea  artistea  de  l'ipoque 
helleniatique  excellent  k en  marqucr  lecaractire; 
cf.  baa-relief  deTralles,  Bull,  de  corr.  hellin., 
XXVIII,  1904,  pl  VII.  Sur  le  petit  cöti  — non 
reproduit  — qui  eat  tria  fragmentaire,  on  voit  un 
Eros  portant  une  corbeille  de  vendange. 

Cat  Fol.  1362.  Etudes  d’art,  I,  p.  14, 
fig.  Noa  Anc.,  IX,  1909,  p.  14,  fig.  6 (D). 

l898.Statuetted'un  vieux  berger.Ripli- 
que  deE  — A 1171.  II.  0,83.  Marbre  jaune.  Manquent 
la  tüte,  le  braa  gauche  avec  la  moitie  de  la  beaace, 
lea  jarnbes  k partir  des  genoux,  la  tete  et  le»  pattes 
du  chevreau.  — La  poitrine  imaciie,  la  dicri- 
pitude  des  chaira  aont  renduea  avec  un  aouci  de 
pröclsion  remarquable.  Une  riplique  du  Muaie  de 
l’Ermitage,  Catalogue,  n°  158,  fig.,  tient,  aelon  la 
dcacription  de  Kieseritzky,  deux  perdrix  dana  la 
besace;  la  rcplique  du  palaia  Lazzaroni,  E— A 1171, 
porte  un  chevreau.  Enfin,  une  troiaieme  riplique, 
tria  fragmentaire,  mentionnie  dana  le  texte  E — A 
1171,  Antiquarium  du  Caelius,  repriscnterait,  aelon 
Wace,une  vieille  femme  portant  un  agneau,  Ann  ual 
of  Brit.  School,  1903-19<M,  p.  10,  n°  3.  Un« 
sculpture  trea  analogue,  qui  n'eet  peut  itre 
qu'une  riplique  arrangie  a eti  photographiie  par 
Moscioni,  n"  3776,  dansle  jardin  des  Frirea  francia- 
cains  mineura,  rue  SS.  Quattro,  pres  du  Latran.  Il 
aerait  desirable  que  ces  soulpturea  fuaaent  l'objet 
d'un  nouvel  examcn. 

Cat.  Fol,  1332.  Gax.  des  B.-A.,  1875,  I, 
p. 371  (fig.).  Kev.Arch.  1908,  11,  p.  166,  fig.  18 (D). 

1899  et  1900.  Töte  de  vieille  femme,  coif- 
fie  d’un  voile  fonuant  capuchon.  Inv.  M.  F.  1337. 
H.  0,25.  Le  nez  est  reataure  Le  front  bas,  aillonnö 


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91 


VII,  1901-1906 


99 


de  ridea,  est  encadrA  par  les  bandeaux  ondulAa. 
La  boucbe  grande  eat  preaque  horizontale  Bon 
portrait,  l'expreaaion  morose  eat  rendue  avec  une 
habilotA  retnarquable.  Travall  hellAuistique. 

Reproduite  de  troia  quarta  4 g.,  N oa  A n c , IX, 
ßg.  24,  p 96  (D).  Cat.  Fol,  n»  1887. 

1901  et  1902.  Portrait  d'homme  imbcrbe. 
Huste  H.  0,36.  Le  nez  eat  reataure.  Pbyaionomie 
Anergique  quolqu'un  peu  bouffie.  Travail  antArieur 
i 1’ Empire. 

Cat  Fol,  1330.  Noa  Ane.,  IX,  p .23,  fig.  90 
(D).  — Pour  le  traitement  des  cheveux,  cf.  Strong, 
Roman  Art,  p.  368  sq. 

1903.  Statue  de  gAnAral  on  de  fonction- 
naire  romain.  Trouvee  en  1880  pres  d’Ancoue ; 
acqaise  par aouacription  publique.  Inv.711.  Marbre 
de  Lnni.  H.  2,135.  Reatanrationa : la  jambe  droite, 
avec  le  tronc  d'arbre,  la  jambe  gaucbe  depnia  le 
milieu  du  mollet.  La  tüte  a AtA  briaAe,  maia 
appartient  k la  atatue.  La  peraonnage  tient  le  glaive 
de  la  main  gauehe,  une  paenula,  poaee  aur 
l'Apaule  g.  laiaae  libre  le  reete  du  torae.  Le  aculp- 
teur  a'eat  inspire  du  rythme  polyclAtAen.  La  main 
droite  off  re  une  particuiaritA  inUreeaante.  Le  pouee 
en  eet  double;  cette  difformitA  qui  eat  trAa 
apparcnte,  ne  aaurait  etre  expliquee  par  une  aiinple 
gaucherie  du  pratfcien.  La  atatue  ne  reprAaente 
paa  Trajan,  et,  d’aprea  l'analogie  du  n°  598/9  de 
Arndt,  Portraitwerk,  eile  eat  au  plne  tard  de 
l'Apoque  de  Claude. 

Cat  Rath,  na711.  Noa.  Anc.,  VIII,  1908, 
p.  40,  fig.  12  (N).  Reinach,  Rep.,  III,  p.  160,  6; 
Arch.  An*.,  1896,  p.  64,  note  1.  Rev.  Arch., 
1908,  II,  p.  172,  n»  17  (D). 

1904  et  1905.  Täte  feminine.  Inv.  2816. 
Prov.  indiquAe  par  le  vendeur,  Hartigny  (Valaia). 
H.  0,18.  Marbre  jaune  dont  l'Apiderme  qui  parait 
comme  lavA  rend  1'antiquitA  de  la  piece  aaaex 
douteuae. 

Les  orbites  Ataient  enchaasAea . quelquea 
tracea  d'Amail  aont  viaiblea.  La  tete  eat  couron- 
nAe  d'une  Stephane;  aur  le  front,  la  chevelure  a 
AtA  friave  en  boncles  aymetriquea  qui  forment 
deux  rang».  Kn  arriAre,  l'arrangement  des  cheveux 
offre  cette  vieille  mode  attique  appelAe  le  krobyle; 
cf.  Collignon,  Sculpt.  gr.,  I,  p.  362,  fig.  184. 

Style  de  la  deuxieme  moitie  du  l«r  aiAcle 
ap  J.-C. 

Noa  Ane.,  IX,  1909,  p.  22,  planche  (D).  An- 
zeiger für  schweizer.  Alterthumskuude, 
XIII,  1911,  pl.  XI  et  p.  137  sq.  (D). 


Genf 


Le  MusAe  de  GenAve  posaAde  eneore  pluaieura 
sculpturea  antiquea  dont  la  plupart  ne  nous  a 
paa  paru  mAriter  iei  le*  honneurt  de  la  repro- 
duction. 

a)  Groupe  de  calcalre,  de  travail  et  de  pro- 
venance  cypriotea,  figurant  l'enlevement  d'une 
Nymphe  par  un  Centaure.  Public  dana  ma  diaaer- 
tation  aur  Meidiaa  et  le  style  fleuri  (1907), 
fig.  3 Rev.  Areh.,  1908,  p.  168-169,  fig.  15—16, 
n°  14  (D).  Reinach,  Hepert,  IV,  320,  4.  Jahr- 
buch, 1908,  p.  176  (Zahn).  Ce  curieux  motif  se 
retrouvc  dana  lea  sarcophages  de  ClazomAne. 
Cf.  Zahn  I.  e. ; il  est  d’origine  ionienne.  — Fin  du 
VI«  aiAcle.  H.  0,19. 

b)  Plaquctte  en  ivoire  da  style  lonien  pro. 
venant  de  Chypre  et  figurant  troia  jeunes  gena 
goQtant  ies  joiea  d'un  banquet  Fol,  Etüden 
d’art,  II,  pl.  XIV,  p.  551;  Cat.  Fol,  8763;  Kilo. 
M itt.,  XXI.  1906,  p.  818,  n“  XVI  (Pollak). 

c)  Torae  d'AphAbe,  de  style  polyclAtAen. 
Marbre  de  Lnni  couvert  d'encro&temenf  H.  0,45. 
Type  de  1'AphAbe  de  Dreade  = Furtwkngler, 
Maaterp.,  p.  265  et  pl.  XII.  Cat.  FoL,  1393. 
R.  A.,  1908,  n,  p.  166,  fig.  2 (D). 

d)  Statuette  en  bronze,  provenant  d’Oatie. 
H-  0,17.  KphAbe  caaquA  du  type  Furtwängler, 
Maaterp-,  p.  230,  n.  5.  Jolie  base  antjque  in- 
crustAe  de  palmettea  d’argent.  Catal.  Fol,  1276. 
R.  A.,  1908,  II,  p.  167,  ßg.  3. 

e)  TAte  d’Aphrodite.  Inv.  M.  F.  1313.  H.  0,34. 
Travertin.  Provenance:  Corneto.  La  decase  eat 
coiffAe  d'une  stApbane.  Lea  cheveux  aont  partagAs 
par  uue  raie  et  ondulAa  en  bandeanx  aur  lea  cütAs. 
Pendeloquea  aux  oreilles.  On  diatingue  des  tracea 
de  couleur  rouge  aur  lea  cheveux.  Rev.  Arch., 
1885,  1,  p.  226—228  et  pl.  X (Duval).  Cat.  Fol . 
1,  n°  1313.  Revue  des  Atudes  ane.,  1908, 
p.  250  (Deonua).  Pour  le  type,  cf.  Kayet,  Mo- 
numents da  l'art  aut.,  II,  pl.  VIII. 

f)  Torae  acAphale  de  Dionysos  ou  d'Apollon. 
H.  0,56.  Marbre  de  Luni.  Inv.  M.  F.  1324.  Man- 
qtient  lea  braa,  lea  jambes  k partir  des  genoux. 
Le  poids  du  corps  repose  aur  la  jambe  gaucbe, 
la  jambe  droite  Atait  ÜAchie.  Type  hellAnistique 
marquaut  une  tradition  praxitAlienne.  Cf.  Reinach, 
Rep.  I,  376.  — Cat.  Fol,  1324.  R.  A.,  1908,  IL 
p 166,  n°  10. 

gi  Tete  de  Flore.  11.0,81.  Marbre  de  Luni. 
Type  banal.  Nez  et  menton  reataurAe.  Cat.  Fol, 
1317.  R.  A.,  1908,  II,  p 165,  fig.  12  (D). 

h)  Statuette  d 'Aphrodite.  Prov.  Villa  Ha- 
driana.  H.  0,70.  Type  de  la  VAuua  pudique.  Elle 

8 


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33 


VII 


24 


egt  coiffie  d'une  Stephani.  Le  travail  eet  d’une 
grande  sicheres««.  Tracea  de  eouleur  rouge  eur 
lee  chevcux  Marbre  grisätre  a gros  grains.  — 
R.  A.,  1903,  II,  p.  164,  6g.  10  (D).  Cat  Fol,  1831. 

i)  Aphrodite  pudique.  Rome,  Via  Urbaua 
H.  0,67.  Iuv.  M.  F.  1318.  Marbro  de  Luni.  Type 
ordinaire  d’exieutlon  courante.  Cat  Kol,  n°  1818. 

k)  Tome  d’Aphrodite.  Marbre  de  Faros. 
Acquls  ä Athene* , en  1906.  H.  0,18.  Inv. 
n"  4697.  Un  pau  de  draperie  eur  l’ipaule  droite. 
La  Statuette  de  tri»  petitee  proportions  eet  d'un 
travail  grec  Tort  agriable. 

l)  Statuette  d'Athina.  Inv.  C.  849.  Marbre 
blanc  i petits  grains.  Elle  porte  le  casque  co- 
rinthien;  eile  eet  itroitement  drapie  dans  un 
hiuuition  qui  part  de  l’üpaule  droite.  Lee  deux 
bras,  enveloppis  par  l'ütoffe,  sont  obliques  et 
paralleles. 

Exicution  midiocre  Touchei  de  eouleur  rouge 
sur  le  devant  de  l’himatioD. 

m)  Täte  d'Aphrodite.  H.  0,42.  Type  banal 
de  l'Aphrodite  du  Capitole;  execution  tri.»  som- 
maire.  Cat.  Fol,  1340. 

n)  Tote  colossale  de  Cybülo  (?)  coiifie  d'un 
voilo.  Trouvie  dans  le  11t  du  Rhftne  & GeuAve. 
Inv.  C.  1096.  Travail  d'atelier. 

R.  A , 1910,  II,  p.  409,  avec  la  bibliograpble  (D). 

o)  Bas-relief.  M.F.  1861.  Binquet  fnnibre.  — 
Nos  Anc,  IX,  1909,  p.  28,  6g.  27.  Long.  0,88. 

La  difunte  est  une  matrone  itendue  i g.,  la 
tüte  a g. ; un  oiseau  est  perchi  sur  le  dossier  du 
lit;  une  vieille  servante  apporte  une  corbeille  pleine 
de  mets  qu’on  diatingue  clairement,  poiasons,  pou- 
lardee,  pain.  II*  siücle  ap.  J.  C. 

p)  Portrait  d'homme  barbu.  Inv.  M F.  1382, 

H.  0,33.  Cheveux  trüs  courts  taülia  en  Croissant 
sur  le  front;  barbe  courte  et  moustaches  marquies 
par  un  plqueti.  La  prunelle  est  creusüe,  le  regard 
so  dirige  i dr.  Nos  Anc.,  IX,  1909,  6g.  23, 
p.  16  (D). 

q)  Tete  de  femuie  voilie.  Travail  romain  fort 
midiocre.  Le  nez  est  restauri.  M F.  1387.  H.  0,27, 
Nos  Anc.,  ibid. 

r)  Bunte  de  Niron.  M.  F.  1347.  H.  0,60.  - 
Bernoulli,  Röm.  lkonogr.,  II,  p.  396,  n®  23. 
Nos  Anc.,  IX,  1909,  p.  22,  6g  17  (D). 

s)  Büste  de  Lucius  Vertu.  Citi  par  Beruoulli, 

I.  e..  U,  2,  p.  217. 

t)  Tete  d'Auguste  jeune.  II  est  couronui  de 
chütie.  Inv.  C.  186.  H.  0,12.  Vulliity,  LaSuisse 
i travers  les  iges,  p.  61,  6g.  162.  Nos  Anc., 
6g.  14.  p.  21  (D). 

u)  Tüte  en  baa-relicf.  Inv.  3809.  H.  0,11. 


Genf 


Stuc.  Prov.Ardüe.  L'expression  patbütique  rappelle 
le  style  scopadique,  mais  l'exücntion  est  som- 
malre.  Nos  Ans.,  6g.  29,  p.  30. 

v)  Baa-relief  nüo-attique;  fragment  de  base 
cyllndrique.  Inv.M.  F.  1367.  Marbre  blaue.  H.0,17. 
Culte  a Thermüs.  Seine  ä trois  personnag ea. 
Une  femme  drapüe  s’approchant  pose  sa  main 
droite  sur  la  tüte  du  terme;  un  Satyre  fragmen- 
taire,  a gauche,  joue  de  la  double  Hüte.  A droite, 
une  femme  s'iloignanL  Nos  Anc,  IX,  1909, 
6g.  26,  p.  27  (D). 

w)  Bas-relief.  Trouvü  a GeuAve  Pierre  de 
Seysael  (H<*  Savoie);  exicution  tri*  sommaire. 
Long.  0,18.  I-arg  0,11.  Inv.  C.  1930.  Le  sujet 
eet  rallaitement  d’un  nouveau-nA.  Ex-voto  de 
femme  en  coucbea.  R.  A.,  1909, 1,  p.  236,  6g.  1 (D). 
Relnach,  Rip.,  IV,  439,  n®  2. 

x)  Bas-relief  nio-attique.  H.  0,446.  Long.  0,61. 
Aequis  par  M.  Duval  de  l'ancienne  Collection 
Currcy.  Extrümement  suspect  Cat  Rath,  1897, 
p.  114,  n°  4;  1906,  n®  714.  Dispute  du  tripied 
delphique.  Identique  au  reiief  de  Naples,  Zoüga, 
Bassirilievi,  II,  pl.  LXVI,  dont  il  est,  je  crois, 
uue  copie  moderne.  Reproduit  Nos  Anc.,  VIII, 
1908,  p.  33  (N). 

y)  Bas-relief  nio-attique.  H.  0,446.  Long.0,61. 
Mime  provenance  que  le  numiro  pricident  Deux 
Nymphes  et  8iline.  Un  cblen  accompagne  les 
jeune»  6lles.  Cat.  Rath,  1897,  p.  114,  n®5;  1906, 
n°  716.  Nos  Anc.,  ibid.,  p.  42,  8g.  14.  Copie 
moderne  du  bas-relief  de  la  Villa  Albani,  Zofiga, 
1.  c , pl.  102,  lequel  est  diji  considiri  par  Hauser 
Neuattiseh.  Rel.,  p.  69,  n°  82.  comme  un 
pastiche  moderne,  dont  lee  Alimente  auraient  At i 
puisis  ä des  teuvree  connues;  le  Siline  nain  serait 
une  caricature  d’apris  la  Visite  de  Dionysos 
ä un  poite  dramatique  et  les  Nympbes  seraient 
inspiries  des  Processlons  en  l'bonneur 
d’HAkati.  Cf.  Museo  Torlonia  rlprodotto 
in  fototlpia,  n®  150,  pl.  XL,  A.  Je  ne  partage 
pas  lee  doutee  de  M.  Hauser  pour  diverses  raison» 
que  je  me  riserve  d'expoeer  dans  une  autre  occasion. 

s)  Le  Musi*  de  Genive  poaside  une  jolie  »Arie 
de  masques  fnniraires  en  stue  peint,  parfois  dori, 
provenant  du  Fayoum  (ancienne  collection  Graf). 
Deux  vignettes  dans  Nos  Anc.,  IX,  1909,  6g.  30, 
p.  81,  portrait  de  jeune  homme,  et  6g.  31,  p.  32, 
tüte  fiminine. 

z1)  Statuette  de  dieu  solaire,  en  or.  Inv.  2. 18. 
H.  0,06.  La  provenance  indiqnie  par  le  vendeur 
est  Lentini  (Sicile).  Rcprodulte  R.  A.,  1912,  H. 
p.  364  (D).  C'eet  un  personnage  viril,  barbu, 
debout  sur  une  petite  piinthe  rectangulaire  et 


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25 


VII,  1906-1909 


Genf 


26 


drape  (Uns  une  tunique.  Lea  bras  sont  replifs 
»ur  la  poitrine  et  la  main  g.  tieot  un  serpent  qui 
dfccrit  quatre  cercles  autour  du  eorpa  du  per- 
sonnage. La  tfte  ent  eoiffie  d’nn  modius  d'oü 
partent  six  rayona.  Un  Collier  est  paasi-  autour 
du  cou  et  des  grains  ovoVdee  forment  une  bande 
verticale  aur  la  tunique.  Cette  Image  eet  extreme- 
ment  suspecte  Dis  novembre  1909,  eile  nous  ap- 
parnt,  k M.  F.  Cumont  et  i inoi-mfme  devoir  fitre 
rapprochie  de  la  statue  fausse  reprodulte  d'apris 
Montfaucon,  par  Cumont,  Textes  et  Monu- 
ments  relatlfs  k Mithra,  fig.  392.  Cest  une 
Imitation  du  type  de  * Kronos  >,  mais  difigurie 
par  des  ditails  de  repriseutation  dus  ä un  ciseleur 
moderne.  Tels  ce  modins  k six  rayona,  la  tite 
du  serpent  placie  dans  la  main  du  personnage, 
au  Heu  de  couronner  le  chef  du  g&nie,  le  difaut 
d’ailes,  le  Collier  biaarre  el  les  cercles  elliptiques 
qui  descendent  le  long  du  corps.  Le  rapproche- 
ment  de  ces  cercles  avec  les  oeufs  naturels  diposta 
sur  cbacune  des  zones  que  diterminent  les  eircon- 
volutions  du  serpent  de  la  Statuette  d’Atargatia  que 
j'ai  trouvee  au  Janicule,  avec  G.  Darier,  M 6- 
langes  de  l’Ecole  franqaise,  1909,  p.22,  66, 
et  fig.  X,  est  spicienx,  puisque  le  gcnle  du  dieu  per- 
san  et  la  Dea  Syria  se  rattachent  k des  cycles 
bien  distincts. 

Chez  M.  Henri  Darier, 

6,  nie  Charles-Bonnet. 

1906-1908.  Statuette  d’Amazone.  H.  1,04 
avec  la  plinthe.  Publice  par  Gauckler,  avec  une  ex- 
cellente  notice  Malheureusement,  Gauckler  s’etait 
laisse  abuser  sur  la  provenance;  j’ai  dicouvert  par 
hasard  que  la  Statuette  Darier  ne  provient  nullement 
de  Rome,  ni  des  Jardina  de  Salluste,  mais  qn’elle  a 
iti  acbetie  en  1907  par  les  marebands  romains 
Iandolo  et  Tolentino  a un  collectionneur  de  Sienne, 
puia  transportee  k Korne.  Gauckler  la  signala  a 
1’attention  de  PAcadimie  (C.  R.  de  l’Aeadimie 
des  Inscriptions,  1908,  p.274  sq.:  l’Amaxone 
au  repos  desjardins  de  Salluste).  Sur  ces 
entrefait»,  la  Statuette  fut  venduo  k M.  Darier. 

Marbrc  pentilique.  Parties  manquantes:  la 
tfite,  le  bras  gauche,  l’indcx  et  le  medium  de  la 
main  droits,  l’extrimiti  dn  pied  droit  avec  la 
partie  antirienre  de  la  plinthe.  Le  marbrc  a et6 
briae  horizontalement  au-dessua  des  genoux.  Era- 
surca  profondes  au  sein.  L'Amazone  est  debout, 
au  repos,  appuyie  k un  trouc  de  palmier  sur  Icqucl 
eile  laisse  retomber  la  main  dr.  qui  tient  un  arc 
appliqut  contre  le  tronc.  Le  bras  g.  devait  ramener 


la  main  vers  le  sommet  de  la  tüte.  La  chevelure 
tombe  en  dieordre  sur  la  nuque.  Les  draperies 
qui  tont  nn  peu  sichet  k la  verite,  sont  nn  chiton 
fixe  k la  tailte  par  une  ceinture  sur  laquelle  il  se 
drape  en  diploYs;  Pftoffe  travorse  le  buste  en 
diagonale  et  laisse  libre  le  sein  dr.  La  nouveauti 
de  l'ajustement  räside  dans  les  quatre  boutons 
disposcs  de  0,10  en  0,10  cm  sur  les  fentes  de 
l'etoffe.  On  voit  qu'en  deboutonnant  le  bas  de  la 
tunique,  PAmazone  peut  enfoureber  sa  monture 
avec  une  aisance  parfsite  et  sans  manquer  k la 
bietuiance.  Cette  draperie  se  retrouve  sur  deux 
figures  d'Amazoues  representecs  sur  un  sarcophage 
de  Saida  au  British  Museum  (Robert  Die  ant- 
Sarkopbag-ReL,  I,  pl.  XLV,  fig.  110b  et  110c, 
p.  131).  Exicution  inegale;  certaines  parties  comme 
les  jambee  sont  tris  savoureoses;  mais  il  y a nne 
certaine  sicheresse  dans  les  draperies,  et  le  sein  g. 
eet  quasi  atrophie.  L’ipoque  romaine  se  d teile 
par  le  souci  naturaliste  qu’ou  observe  dans  le 
tronc  d’sppui:  c'est  avec  un  soin  minutioux  que 
Partiste  a figuri  les  nombreuses  stries  horizontales 
que  laisse  la  chute  des  palmt»  tout  le  long  du 
stipe.  Notre  figure  devait  aervir  de  Support: 
eile  avait  le  mfime  rille  dccoratif  que  les  Ama- 
zonas du  sarcophage  eite  plus  baut;  quelques 
indices  d’arehalsme  sont  Paxe  vertical  de  la 
statue,  la  dispoeition  des  pleds  en  iquerre,  l’iear- 
tement  des  seins.  Le  type  de  PAmazone  de  Genöve 
est  ln6dit  et  reste  a identifier. 

C.  R.  de  PAcad.  des Inscr.,1.  o.  (Gauckler). 
Illustration,  1908,  p.  894,  fig.  Wochensehr, 
für  klasa.  Phil.,  1908,  p.  938.  Rev.  Arcb., 
1908,  I,  p.  397.  Nos  Anc.,  1909,  p.  82,  n.  1. 
Reinach,  Repertoire,  IV,  193,  7. 

Collection  de  M.  Etienne  Duval  il  Morillon 
pres  Genfeve. 

Elle  a etd  presentes  au  public  Bavant  dans 
l’Arcb.  Anz.,  1895,  p.  49—64,  svsc  des  repro- 
ductions  insuffisantes  (von  Duhn);  nons  en  avons 
donne  de  meilleures  dans  Nos  Anciens,VIII, 
1908,  p.  33-46. 

1909.  Statne  de  Core.  U.  1,76.  Marbre 
penteiique.  Autrefois  dans  Pescalier  du  palais 
Valentin!  a Rome,  M— D 1481,  acquise  par 
W.  Fol  pour  M.  Duval.  Manquent  la  t8te,  Pavant- 
bras  g.,  le  bras  dr.  jusqu’au-dessus  du  coude, 
quelques  plis  tranaversaux  de  Phimatlon;  la 
plinthe  est  encastree  dans  uu  socle  moderne. 
Bienquc  dcparce  par  des  r6parations  maladroltes, 
la  statue  avait  cte  d6ja  tres  admiree  par 

8* 


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27 


vn,  1910-1914 


Genf 


2« 


Hatz.  Pour  le  type,  cP  Amelung  itans  le  Catn- 
I o g u e d u V a t i c a n,  Gail.  d.  statue  400,  et  E-  A 2087. 

Areh.  Am,  1895,  p.  51,  5g.  8 (von  Duhn). 
Reinach,  Repertoire,  111,  p.  190,  9.  Nos  A nc., 
VIII,  p.  34,  fig.  2 et  planche(N).  Ruhland,  Eleu- 
ainiscbe  Gottheiten,  pl  111,  n°  3 et  p.  74,  n°  1. 
Klein,  Praxiteles,  p.  364,  n°  3.  Farneil,  Cult» 
of  Greek  States,  III,  p.  266,  note  c. 

1910.  a)  Statue  de  Nymphe  debout 
tenant  unevasque.  H.  1,65.  Marbre  de  Paros. 
Manquent  la  main  dr.  et  l'avant-bras  g qui  i-tait 
rapport/i  et  devait  Pormer  corpe  avee  la  vaaque. 
L’extrömite  des  pieds,  le  chignon.  lea  omoplatea 
out  ötö  restaurcs  dans  l’antiquitö.  I.a  statue  a Ate 
reconstitui-e  de  29  fragments  antiques  Trouvfe 
dans  le  Nympheum  d’une  villa  pres  d’Aspra; 
une  deuxieint*  statue  du  meine  type  a passe  chez 
Maldura  — M— D 812;  la  nötre  resta  chez  le  pro- 
prietaire  du  fonds,  le  baron  Vincentini  a Kieti  qui 
la  vendit  4 W.  Fol  pour  M.  Duval. 

La  statue  servait  de  fontaine.  M.  Duval  a fait 
reconvrir  de  stuc  l'orifke  du  canal  qui  debouchait 
de  fasern  döplaisante  dans  le  giron  de  la  döesse. 

H.  von  Duhn  attribue  le  prototype  de  la  statue 
Duval  4 l'6cole  de  Scopas,  en  sc  fondant  sur  les 
traits  du  riaage,  la  bouche  entr’ouverte,  l'arran- 
gement  des  chevcux.  Le  motif  de  la  draperie  est 
assez  original.  Kxecution  inegale.  Le  haut  du  corps 
et  la  töte  sont  d’un  meilleur  ciseau  que  le  roste. 

Rrizio,  Relazionc  sulie  scoperte  etc., 
Rome,  1873,  p.  104  — 106  (fig  ).  v.  Duhn,  1.  c.,  n°4, 
fig.  3,  4.  p.  52.  Reinach,  Röp.  II,  1,  406.  1 et  4. 
Nos  Anc-,  p 39,  fig.  6 (N).  Sur  Ic  type,  cf.  Arndt, 
G ly p to t höq ue  N y »Car ls borg,  pl  112/113. 

1910. b)Torsed' ephebenu  II. 0,66. Marbre 
de  Lnni.  Manquent  la  töte,  los  dcux  bras,  les  jambes 
au-dessus  des  genoux.  Le  bras  g.  s'clevait  obli- 
quement. Le  bras  dr.  etait  abaissc.  lat  jambe 
d appui  est  la  dr.  Puntcllo  sur  le  cöti-  g. 

v.  Duhn,  1.  c , p.  53,  n°  7.  Nos  Anc.,  p.  39, 
fig.  7 (N). 

1911  — 1913.  Statue  d’Apollon  citbaröde. 
M— D 518.  II.  1,70.  Marbre  de  Luni.  Trouvtea  Home 
dans  lea  sous-sols  du  Latran,  deposöe  chez  Corvhderi, 
vendue  1500  fr.  4 W.  Fol  pour  M.  Duval.  Manquent 
la  tüte,  le  bras  g.,  le  bras  dr.  jusqu’au-dessus  du 
coude,  la  chevillc  et  le  pied  g. : une  cassure  a 
fendu  le  marbre  en  amputant  la  cuisse  dr.  et  la 
ebute  des  grands  plis  de  la  draperie.  La  lyre  n’a 
laiast- que  des  points  d’attachc;  enfin,  le  manteau 
tres  lourd  et  tres  faiblement  attachö  sur  les  Z-paules 
a presque  totalement  disparu.  La  base  est  moderne. 

I, ’ Apollon  Duval  est  la  perle  de  la  Collection. 


Matz  l'avait  beaueoup  admiroe  5 Rome.  M.  von 
Duhn  s'est  associt-  a ces  elogee;  malheureusement, 
la  mauvaise  reproduction  qu’il  a publice  ne  peut 
donner  une  idöe  de  ce  morceau  de  maltrise. 

Nolls  donnons  ici,  outre  le  profil  dr.  dZ-ji 
connu,  los  vues  de  face  et  de  trois  quarts  4 g. 
qui  itaient  un  eompli-mcnt  nöcessaire. 

La  statue  Duval  doit  ctre  rapprocbZ-e  de  l'Apol- 
lon  citharöde  du  Vatican,  Helbig,  Führer1,  n°263, 
mais  eile  lui  est  tres  supörieure  pour  le  caractöre 
et  l’exöcution.  D’ailleurs,  le  lien  qui  rZ-unit  ces 
deux  tcuvres  est  Z-nigmatique.  Eiles  sont  dans  le 
mZ-me  rapport  que  la  Niobide  Chiaramonti  et  les 
Niobides  de  Florenee.  Certes,  l'Apollon  Duval 
reproduit  un  autre  original  grec  et.  malgrö  les 
mutilations  qu’il  a subies,  c’est  un  mouument  de 
premier  ordre  (<  ungeheuer  wichtig  »,  m'ecrivait 
M.  Ameluug  en  1902).  Los  rZ-pliqucs  de  l’Apollon 
du  Vatican  sont  4 .Stockholm,  Clarae,  pl.496,  n"  969 
et  4 Copenhague,  Reinach,  Ri-p.  II,  p.  105  (Arndt, 
La  Glyptothöquo  Ny-Carlsberg,  pl.  108). 

Le  premier  Znliteur  a dZ-ja  marque  plusieurs 
traits  essentiels  de  l’Apollon  Duval:  Ic  type  du 
chiton  saus  manches,  retenu  tres  haut  par  la  cein- 
ture ; le  caractöre  des  plis  de  la  draperie ; la  note 
nouvelle  donnZ-e  par  le  manteau  qui  n'est  plus 
qu'un  fond  sur  lequel  la  statue  se  d Zita  che  en  vigueur. 

A quelle  Z-cole  convient-il  de  rattacher  l’ori- 
ginal  de  ce  noble  type?  En  1895,  M.  von  Duhn. 
suivant  les  idZies  courantes,  songeait  a l'Apollon 
palatin  de  Scopas ; on  me  permetfra  de  rappeier  que 
j’inclinais  vers  TimarchidZ-s  en  1908.  M.  Savignoni 
a touche  le  meme  problZ-me  dans  deux  importants 
articles:  A tisonia,  11,  1907,  p.  Ki,  note  3;  ibid.,  V, 
1910,  p.  93.  Dans  ce  dernier  travail,  il  rapproche 
l'Apollon  du  Vatican  d une  statue  d'Athi-na  trou- 
vee  4 Bulla  Regia  (Tunisie),  ibid.,  fig.  18,  et  en 
fait  remonter  le  prototype  4 l'art  ionien  de  la  moitiZ 
du  V™  siede.  J'observe  cn  effet  dans  l’Apollon 
Duval  la  draperie  mouillce  sur  la  jambe  dr.,  un 
motif  tres  caractZiristique  de  la  NikZi  de  Paionios. 
Une  statue  do  Muse  4 la  Glyptotheque  de  Munich 
(Hundert  Tafeln,  pl.  34;  Furtwängler,  Be- 
schreibung, n°231),  prZ-sente  aussi  un  ajuste- 
ment  tres  analogue. 

Arch.  Am,  1895,  p.  50  et  fig.  1,  n°  1 (von 
Duhn).  Reinach,  RZiperL,  II,  105,  10.  Nos  Anc., 
VIII,  1908,  p.  37,  planche,  fig.  1 (N).  Ausonia, 
1907,  p.  65,  note  3.  L’Apollon  du  Vatican : Ameluug, 
Die  Sculpt.  des  Vatic.  Mus.,  I,  n”  41. 

1914.  Statuette  d’Eros  bandant  l’arc. 
H.  0,50.  Marbre  de  Paros.  Achetco  4 Kome  par  M 
Sarasin.  La  töte  est  moderne.  Manquent  les  ailee, 


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99 


VII,  1915—1920 


Genf 


30 


le  braa  dr.,  la  moitie  de  l'arant-bras  g.,  lea  jambe»  4 
partir  d es  genoux.  La  tnain  g.  tenait  le  milieu  de  l'arc 
dont  l'extremite  a’appuyait  aur  le  eeio  dr.  L'Eroe 
bandant  l'arc  eet  conaiderö  comuio  une  röplique 
d’nn  Eros  de  bronze  dedie  par  Lysippe  a Thespiee. 
II  a ötö  imitee  sur  une  peinture  murale  rrcein- 
jnent  dccouverte  et  figurant  Eros  a'efforc;int  de 
tirer  de  l'arc  aur  Aphrodite  (ROtn.  Mitt.  1901, 
p.  340).  No»  Anc.,  VIII,  p.36,  fig.  5 (N).  Arch. 
A n 1.  e.,  n°  6. 

La  röplique  du  Muaöc  Chiaramonti,  Amelung, 
495;  du  Capitole,  lirunn-Rruckiuann,  243;  de 
l'Krmitage,  Kieaeritzky,  342. 

1915  et  1916-  Tüte  d' II  er  me»  enfanL  H. 
0,23.  Marbre  de  Paros.  La  tete  presente  une  legere 
inclinaison  vera  la  g.  Le  nez  eat  reataurö  ainai  que 
lea  ailettea  fixöea  au  »ommet  de  la  täte.  Wer- 
nicke  (Roscher,  Lexikon  der  Mythol.,  111, 
p.  1438)  avait  supposö  que  lea  ailea  modernes  aont 
auperposöea  4 l’amorre  de  petitea  cornea  teile» 
qu’en  presentem  lea  figurcs  de  Pana  et  de  Satyrea 
des  le  IV"’*  »iöcle.  L'hypotheae  eat  ingenieuse,  maia 
n'eat  pas  confirmöe  par  un  examen  attentif;  lea 
ailea  modernea  aont  disposeea  exactement  dana  lea 
sillons  creusöa  jadia  par  le  aculpteur  ancien;  je  ne 
vois  paa  la  plus  legere  trace  de  protubörances 
cortice*.  L'attribution  de  la  töte  Dural  4 un 
Paniaque  que  j’avais  adoptee  en  1903  me  parait 
aujourd'hui  perdre  de  sa  vraisemblance. 

Le  viaage,  d'une  grace  charmante  et  tout 
enfantine,  la  bouche  puerile,  Io  regard  candidc, 
lea  traits  nienua  et  inutina  aont  d’un  enfant  trea 
jeune;  la  chevelure  eat  rönnie  au  »ommet  de  la 
töte  en  une  natte  mediane : e'cst  la  Coiffure  d'Eros 
et  dea  enfanta. 

A la  vöritö,  noua  connaisaons  peu  de  reprö- 
aentationa  d'Hermös  sous  dea  traita  auaai  juvenile». 
Cf.  Coinptea-rondua  de  l'Acadömie  dea  In- 
acriptiona,  1911,  p.  539,  fig.  3.  E— A,  n°  1444. 
Maia  lea  exploita  du  petit  Hermes,  l’invention  de  la 
lyre  et  le  rapt  dea  breufs  du  Cyllcno  prennent  pour 
noua  un  ragoüt  d’actualitö  de  cea  joyeux  Dö- 
pisteurs  de  Sophocle  que  viennent  de  noua  rendre 
lea  aablea  d'Egy  pte  : Hunt,  0 x y r h y n c h u s P a p y r i, 
IX,  p.  32  sip 

La  töte  de  l’Hermöa  Dural  eat  reproduite 
A Anz.,  1895,  p.  53,  n°9.  Hoacher,  Lexik  der 
My  th.,  111,  p.  1438,  fig.  17.  Noa  Anc.,  VIII,  fig.  10, 
p.  40  (N).  Sur  le  type  dea  ailea,  cf.  notre  n"  1870/1. 

1917.  Statue  de  Sörapia  debouL  H.  1,07. 
Marbre  de  Luui.  Autrcfoia  cliez  Maffei  ä Vörone 
(Museum  Veronenae,  p.  LXXV,  5).  Aclietöe  par 
M.  Dural  en  1894.  Manquent  lea  deux  mains  Le  dien 


eat  couronne  du  moditis  et  porte  la  tuniqueet  l'bima- 
tion  dont  l'extremite  retombe  aur  l'epaule  g.  Pour 
le  type  cf.  Amelung,  Rev.  Arch,  1903,  11,  p.  195. 
Furtwäugler,  Meisterwerke,  p.367.  Bon  trarail 
roinain.  Maffei,  1.  c;  Journ.  of  hell,  atud., 
1885,  p.  305,  fig.  (Michaelia);  Arch.  Anz.,  1895. 
p.  64,  fig.  11.  Rev.  Arch.,  1903,  II,  p.  195. 
Cf.  E-A  56  et  III,  p 50. 

1918.  Enfant  4 l’oie.  Marbre  de  Luni. 
H. 0,50.  Bonne  röplique  du  groupe  connu.  Manquent 
le  pied  g.,  un  toupet  de  chcveux  et  la  töte  de  l’animal. 
Le  nez  eat  reataurö.  Lea  forme*  potelöea  et  l'ex- 
preasion  espiögle  du  • putto  > aont  spirituellement 
renduea.  On  sait  que,  selon  des  traraux  röcents, 
le  groupe  repröaenterait  l’Aaktepiade  laniakoa 
(Svoronoa,  comptea-rendua  du  II“*  congröa 
d’archöolog.,  Le  C’alre,  1909,  p.  208.  Perdrizet, 
Bronze»  grecs  d’Egypte  de  la  Collection 
Fouquet,  p.  4). 

Reproduit:  Reinach,  Rep.  111,  p.  134,  7.  Noa 
A nc.,  1908,  p.  40.  fig.  9 (N).  Cf.  Rev.  Uni  v.  Br  u- 
xelles,  1900,  p.  241.  Arch.  Anz.,  1895,  p.68,  n°5. 

1919.  Torse  viril  4 chlamyde.  11.0,78. 
Marbre  de  Paroa.  Manquent  la  töte,  la  main  g.,  le 
braa  dr.,  lea  jambes  au-deasoua  des  genoux  La 
statue  a ötö  acquiae  au  sönateur  Barracco  par 
W.  Fol.  Prototype  du  V“*aiöcle  (cf. E— A,  Serie  III, 
S.  50,  Nachtrag  zu  Nr.  120). 

v.  Duhn,  Le  , p.  51,  n° 8,  fig. 3.  Reinaeb,  Rep., 
II,  602.  7.  Nos  Anc-,  p.  20,  fig.  8. 

1920.  Baa-relief  nöo-attique. Fragment. 
Achetö  a Rome  par  W.  Fol  pour  M.  Dural.  Marbre 
grcc.  Larg.  0,195;  long.  0,265;  epaiaseur:  bord 
auperieur  0,025,  bord  införieur  0,09 ; le  fond  offre 
donc  nn  < fruit  > tröa  appröciablc. 

Dionysos  tournö  vers  la g.;  il  sc  penche  lögere- 
ment  en  avant,  et  tient  de  la  main  g.  un  thyrse 
mutilü;  il  avanco  le  braa  dr.  qui  pröaentait  »ans 
doutc  un  canthare.  11  eat  vötu  d’un  chiton  et 
d'un  bimation.  La  partie  supörieure  de  la  figurc 
eat  aeule  conservöe.  M.  Dural  ne  fit  paa  l'acqui- 
sition  dea  petita  fragments  du  meme  relief  qui  lui 
furent  propoaöa;  ils  comprenaient  entre  autrea. 
deux  tetea  de  belier,  ce  qui  a suggerö  4 Sir  Ccril 
Smith  (Annual  of  British  School,  111,  p.  168) 
l'hypotheae  que  le  baa  relief  de  Genöve  appartenait 
4 une  base  triangulaire  du  type  Hauser,  Neu- 
at tische  Reliefs,  p.  135,  n°47. 

Un  autre  fragment  de  rnöme  style,  maia  appar- 
tenant  a un  monument  distinct,  ae  trouve  au  Musöe 
de  C'unatantinople.  Il  provient  de  'Pralles;  il  eat 
reproduit,  Annual  of  British  School,  III, 
pl.  XII  a (Perdrizet).  Chose  curicusc,  il  offre  la 


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31 


Gent,  Aschaflfenburg 


Vn.  1921-1930 


partie  inffirieure  da  Dionysos,  et  complete  ainsi 
la  composition.  J’ai  publifi  dans  Nos  Anciens, 
VIII,  1908,  p.  44,  fig.  16,  an  fragment  de  cratcre 
en  marbre,  du  Musee  Barracco,  qui  presente  encore 
le  mfime  personnage,  incomplet  lui  aussi.  Eufin, 
d'apres  la  description  de  M Joubin,  E — A,  V, 
p.  89  a (262),  le  Mnst'  e de  Nlraes  poes&de  une  qua- 
triemo  replique  du  motif,  egalcment  fragmentaire. 

Style  tres  soigne  de  l’ficole  neo-attique. 
A.  Ans.,  1896,  n°  10.  Annual  of  Br.  Scb.,  III, 
1896,  pl.  XII  b;  cf.  p 168  (C  Smith).  Nos  An c.,  VIII, 
1908,  fig.  15,  p.  43  (N).  Sur  le  type  du  Dionysos, 
qui  oflre  de*  analogies  avec  le  Zeus  Talleyrand, 
cf.  Hauser,  Neuattische  Keliefs,  pl.  I,  n°  10. 

M.  Dnval  possfcde  encore  quelques  sculptures 
antiques  dont  nous  n'avons  pas  jugfi  utile  de 
donner  de  reproductious: 

a)  Statuette  de  Cybeleassise  II.  0,40  Manquent 
la  tfite,  les  deux  avantbras,  le  pied  dr.  L’cxecution 
eat  fruste,  mais  l’ffiuvre  fitait  de  bonne  erole,  type 
de  la  Statuette  de  Boston:  Mach,  Greek  and 
romansculpture,  pl. 319  = Köm  Mitt.,  1901, 
p.29.  Cf.  Michaelis,  Anc.  Marbles,  p.  69-1,  n°117. 

b)  Double  Hermfis  d'Apollon  couronnfi  de  feull- 
läge.  Type  ordinaire.  H.  0,27. 

c)  Quelques  fragments  de  sarcophages  de 
marbre. 

d)  Divers  reliefs  fragmentaires  en  terre  cuite 
ayant  ecrvi  de  dficoration  architecturale,  tnen- 
tionnfis  daus  le  Corpus  de  von  Robdcn. 

Collection  de  M.  Edouard  Sarasin  au 
Grand-Saconnex  pres  Geneve. 

M.  Sarasin  a rfiuni  dans  sa  villa  pluaieurs 
marbres  antiques  qui  offrcnt  un  rfiel  intfirfit.  I.e 
n°  1926  7 est  une  pificc  vraiment  dlgnc  d'un  grand 
musfie.  Cf.Nos  Anc.,  IX,  1909,pl.l4etsq.(Dconna). 

1921.  Tfite  de  saty  re  riour.  H.  0,30.  Marbre 
blanc  4 gros  grains.  I,e  nez  est  rcstaure.  I.e  front 
presente  les  protuberances  de*  cornee  naissantes. 
L'expression  est  gaie  et  spirituelle.  Copie  romainc 
d’apres  nn  original  de  l’i'poquc  hellfinistiqne.  Nos 
Anc.,  I.  c-,  fig.  7,  p.  15  (D).  Cf.  Froehner,  Vente 
II offmann  (1888),  pl.  XXXVII,  4 g. 

1922  et  1923.  Portrait  romain  imberbe. 
H. 0,60.  Marbre  de  I.uni.  Le  nez  e*t  restaurfi.  Oeuvre 
d’un  excellent  realisme.  Les  poches  sous  les  yeux, 
lesplisdu  front,  la  chevclure  rare  sont  indiques 
avec  un  grand  accent  de  vfiritfi.  Epoque  des 
Fiaviens. 

Nos  Anc.,  I.  c.,  p 25,  fig  22. 

1924  et  1925.  Portrait  romain  imberbo. 


32 


H.  0,44.  Restauration* : le  nes,  les  oreilles,  le 
buste.  Les  cheveux  sont  traitfis  en  masses 
isolfiee ; le  front  prfisente  des  rides  lfigfirea.  Epoque 
de  Gordien. 

L.  c.,  p.  24,  fig  21. 

1926  et  1927.  Buste  de  «Caligula  adolea- 
cent».  H.  0,82.  Marbre  blanc  4 veines  liedevin. 

Oeuvre  excellente.  Le  galbe  filancfi  du  cou, 
la  fermetfi  du  profil,  le  traitement  de  la  chevelnre 
nous  engagent  4 rapprocher  le  buste  Sarasin  des 
portraits  de  -Caligula.  et  notamment  du  buste  33 
du  Musfie  du  Capitole;  il  faut  naturellement  tenir 
compte,  en  comparant  ces  deux  marbres,  du  chan- 
gement qu'operent  dans  les  traits  le  passage  de 
l'adolescence  a la  jeunesse.  Notre  jeune  gar^on 
peut  fitre  dans  sa  qnatorzifime  annfie,  et  le 
■ Caligula.  du  Capitole  atteint  saus  doute  ses  dix- 
huit  ans.  Mais  c’est  la  mfime  forme  de  botte  cra- 
nlenne  qui  oflfre  au  aomraet  un  Ifiger  renflement; 
Ic  mfime  traitement  des  cheveux  en  boucles  plaquecs 
Bur  le  front  et  dispoefies  en  eroissants;  la  distance 
du  nez  4 la  bouche  est  plus  grande  dans  le  buste 
Sarasin  que  dans  celui  du  Capitole.  Los  dontes 
oiprlmfis  sur  l'authenticitfi  de  l’ceuvre  sont 
injustififi#  Le  type  do  trahit  rien  de  suspect 
et  l’exficution  trfis  savoureuse  eat  bien  antique. 
M.  Bernoulli  (lettre  4 M.  Sarasin,  dficembre  1894) 
no  se  prononce  pas  catfigoriquement  pour  l'attri- 
bution  a Caligula,  mais  estime  que  le  buste  peut 
reprfisenter  Calua  ou  Lucius  Cmsar,  ou  qnelque 
autre  prince  de  la  dynastie  (cf.  A.  Anz.,  1910, 
p.  532—534,  Studniczka). 

Nos  Ane.,  IX,  fig.  15  et  16  et  p.  21;  un  mou- 
lage  au  Musfie  de  Berlin  (Jahr b.,  I,  p-  182,  n°  60). 

Nous  ne  reproduisons  pas  un  buste  d’Auguste 
appartenant  a M.  Sarasin,  Nos  Anc.,  p. 20,  fig.  13. 
qui  nous  parait  une  muvre  d’atelier,  voisine  de  la 
tfite  du  Vatican:  Bernoulli,  Röm.  Ikonogr.  II, 
pl.  II,  p.  28,  n»  62. 

Aschaffenburg. 

Pompeianum.  •) 

(Die  Ergänzungsangaben  nach  frl.  Mitteilung  von 
II.  Bulle.) 

1928—30.  Kopf  eines  Römers.  Ergänzt: 
Hälfte  der  Nase,  einzelne  Flicken  an  der  Büste. 
Die  Oberfläche  ist  stark  geputzt,  so  daß  die  Uart- 
andeutung  an  Wangen  und  Kinn  sehr  schwach 
geworden  ist.  Herkunft  (nach  Mitteilung  des 

*)  Dio  Negative  ilaokeo  wir  der  Gefälligkeit  des 
Herrn  Conecrvators  Dr.  Hock  io  Wdrxburg. 


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33 


VII,  1931-1944 


Aschaffenburg,  Hänchen,  Mecklenburg  34 


k.  b.  Obersthofmeisterstabes) : Privat  besitz  König 
Ludwigs  1. ; 1850  aus  Mönchen  nach  Aschaffenburg 
Überwiesen.  Im  Stil  dem  Madrider  Kopf:  Porträt- 
werk  507/08  verwandt  und  wohl  nicht  in  helleni- 
stische Zeit,  sondern  in  die  Cbergangszeit  von  Re- 
publik zur  Monarchie  gehörig.  Zu  vergleichen 
ist  auch  das  Porträt  des  Sextus  Pompeius:  Ber- 
noulli,  Köm.  Ikon.  1,  MUnztafcl  II,  51:52,  sowie 
die  Gemme  des  Agathangclos  in  Berlin:  Furt- 
wingler,  Antike  Gemmen,  Taf.  49,26  = 47,40. 

1931/32.  Kopf  eines  Römers.  Ergänzt: 
Nase,  Hälfte  des  1.  Ohres,  drei  Viertel  des  rechten. 
Die  Bflste  ist  modern  zugeriebtet.  Herkunft:  wie 
bei  No.  1928—30.  Erste  Hälfto  des  3.  Jahrhunderts. 

Sammlung  Sr.  Exzellenz  des  Grafen  Pourlalfts, 
ehemals  in  München,  z.  Z.  kais.  deutschen 
Botschafters  in  St  Petersburg.  *) 

1933/34.  Torso  des  Doryphoros.  F— W 
507.  Fnrtwängler,  Meisterwerke  8.  421.  Mahler, 
Polyklet  S.  27,  No.  17.  Sieveking,  Münchner 
Jahrbuch  I (1906),  S.  146  f.,  Fig.  1.  Neben  dem 
Florentiner  Basalttorso  die  vorzüglichste  der  uns 
erhaltenen  Wiederholungen.  Die  Wiedergabe  der 
Adern  auf  dem  Bauche  mit  Furtwängler  dem  Co- 
pisten  zuzuschreiben,  Hegt  kein  Grund  vor.  Auf 
der  Rückseite  des  rechten  Oberschenkels  Ansatz 
der  Stütze;  Stützenrsste  für  das  rechte  Hand- 
gelenk am  rechten  Oberschenkel,  für  den  linken 
Unterarm  an  der  linken  Hilfte. 

1935.  Statuette  eines  Silens.  0,33  m 
hoch.  Die  Nasenspitze  ist  abgebrochen.  Ein  bis 
zu  den  Hüften  reichendes  Gewand  bedeckt  Unken 
Oberarm  und  Rücken.  Beide  Arme  gingen  nach 
oben,  das  rechte  Bein  nach  vorn.  Der  ganze 
Körper  ist  fein  behaart,  der  Penis  aufgsbunden. 
Wohl  aus  einer  Gruppe  mit  Dionysos.  Delicate 
Arbeit  mit  starker  Benutzung  des  Bohrers. 

1936  — 38.  Kopf  der  Aphrodite.  0,25 ni 
hoch.  Unterer  Teil  des  r.  Ohres  neu  Der  Kopf  ist 
zur  r.  Schulter  gewendet  Schläfenlöckchcn.  Das 
Haar  ist  gescheitelt  und  zur  Seite  gestrichen,  hintrn 
in  einen  Schopf  zusammengefatlt.  Der  Kopf  stammt 
von  der  Figur  einer  ihr  Haar  ausdrückcnden 
Aphrodite:  die  von  der  1.  Hand  gepackte  Haar- 
strähne ging  abwärts  und  ist  in  der  Hübe  des 
Ohres  abgebrochen;  die  r.  Strähne  wird  von  der 
Hand  hochgezogen;  eine  Locke  liegt  auf  dem  Arm- 
ansatz. über  den  Typus  vgl  zuletzt  Amelung 
zu  Gab.  delie  Maschere  433.  Harte  Arbeit. 

•)  Der  bekannt«  mit  Inschrift  Versehens  Bronzekopf 
eines  Kindes  wird  Im  Porträtwerk  veröffentlicht  werden. 


1939.  Kinderköpfchen  aua  grünem  Ba- 
salt Hoch  0,08  m.  Reif  im  Haar.  Stil  des  4.  Jahr- 
hunderts. 

1940.  Bronzestatuette  des  Hermes.  Hoch 
0,175  m.  In  der  Nähe  von  Mainz  ausgegraben  und 
früher  in  einer  dortigen  Privatsammlung.  Die 
durch  schöne  Patina  und  sorgfältige  Arbeit  ausge- 
zeichnete Figur  gehört  zu  der  großen  Gruppe 
römischer  Mercuratatuetten,  die  Vorbilder  dee  poly- 
klctischen  Kreises  variieren.  Vgl.  Furtwänglor, 
Meisterwerke,  S.  426  ff.  und  zu  E — A 218—15. 
In  die  Rechte  ist  das  Kerykeion  zu  ergänzen, 
die  Linke  hält  den  Bentel.  Die  Lage  der  Chlamys 
auf  der  r.  Schulter  ist  ungewöhnlich. 

München. 

Sammlung  Dr.  M.  Berolzheimer. 

1941—43.  Kopf  eines  römischen  Kna- 
ben. Sieveking,  Münchner  Jahrbuch  1, 1906,  S.  161, 
Abb.  6.  Hoch  mit  Hals  0,246  m.  Ergänzt:  Hais, 
Nasenspitze,  Kinn,  Ohrenränder.  Auf  der  Höhe 
des  Schädels  vor  dem  Wirbel  ein  viereckiges  Loch 
von  ca.  2'/>  cm  Seitenlänge,  in  welchem  nnten  Blei 
steckt;  seine  Bedeutung  ist  unklar.  Das  Haar 
ist  kurz  gepickt;  hinten  auf  dem  Wirbel  einzelne 
längere  I-ockensträhnen.  Sieveking  a.  a.  0.,  S.  152, 
vereintet  hierin  die  Tracht  römischer  Sklaven. 
Vgl.  ferner  Amelung  zu  Vatican,  Sala  dei  Busti 
372;  V.  Sali»,  Bonner  Jahrb.  118  (1909),  S.  66, 
Anm.  1;  die  Bronzestatuette  aus  Aegypten:  Vente 
Hirsch,  Paris.  17.-19.  VI.  1912,  pl.  LII  nnd  LUI, 
n°  433;  Babeion,  Bronzes  de  la  Bibliothöqne  natio- 
nale n°  867  und  das  hier  Citierte;  derselbe,  Guide  du 
Cabinet  des  inidailles,  p.  253,  fig.  113.  Die  Tracht 
des  von  Sieveking  angeführten  Pourtal esseben  Bron- 
zekopfes, den  wir  im  Porträtwerk  veröffentlichen 
werden,  ist  verschieden.  Die  Schädelbildung  des 
Berolzhcimerschen  Kopfes  zeigt  einige  Unregel- 
mäßigkeiten. Vorzügliche  Arbeit  der  ersten  Kaiser- 
zeit; interessant  ist  für  diese  Periode  die  Pickung 
des  Haares:  siehe  Text  zu  Porträtwerk  829/30. 

Gut  Mecklenburg 

b.  Schwerin. 

(Hier  befindet  sich  ein  Teil  der  Sammlung  A.  Klüg- 
manns  im  Besitz  seiner  Tochter  Frau  Bachmann. 
Das  HauptstUck,  das  Kampfrclief  M— D 8736,  ist 
bei  Brunn-Bruckniann,  Tafel  646  a,  veröffentlicht-) 
1944.  Statuette  des  Pan.  Matz-Duhn 497. 
Der  hocksbeiuige  Gott  sitzt  auf  einem  Felsen,  in 
der  Unken  die  Syrinx.  Die  Action  der  Rechten 


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36 


vn,  1946-1964 


Mecklenburg,  Modena 


36 


ist  nicht  mehr  zu  bestimmen.  Das  Lagobolon 
liegt  am  Boden.  Der  Felsboden  links  von  oben 
nach  unten  für  eine  BruunemnUndung  durchbohrt 
Hübsche  Arbeit. 

1945-  KopfdesPan.  Unterlebensgross.  Der 
Gott  schulterte  I.  das  Pedum,  von  dem  noch  liest 
vorhanden.  Der  gewöhnliche  attischeTy  pus  in 
decorativer  Ausführung. 

1946/47.  Ecke  eines  Sarkophags.  M— D 
3384.  Auf  1946  erscheint  rechts  eine  Hand  mit 
Schwert,  wie  Duhn  gesehen  hat,  ähnlich  wie  bei 
dem  über  die  Erinyen  wegschreitenden  Orestes 
(Robert,  Sarkophagrelicfs,  II,  S.  170).  Danach 
ist  die  geiiilgelte  Eckfigur,  die  den  Vorgang  zur 
R.  mit  lebhaftem  Interesse  zu  verfolgen  scheint 
vielleicht  eine  Erinys;  dio  Hände  sind  verloren, 
von  Attributen  nichts  erhalten.  Die  R.  war 
vielleicht  leer  erhoben.  Erinyen  als  Eckfiguren 
eines  Orestes-Sarkophags,  allerdings  in  anderem 
Typus:  Robert,  .Sarkophagreliefs  II,  LIV,  164. 
Gute  Arbeit 

1948.  Ganymed,  Relieffragment.  M— D 
3677,  wo  auf  das  Relief  in  Petersburg  No.  332 
hingewiesen  ist.  Das  Bruchstück  stammt  in  der 
Tat  von  einer  Replik  dieses  Reliefs,  von  dem 
eine  weitere  Wiederholung  in  Marmor  in  Villa 
Albani  (Helbig  II*  No.  826)  und  andere  Repliken 
und  Umbildungen  in  der  Kleinkunst  (Gemmen: 
Furtwängler,  Gemmen,  Tafel  LXV,  62)  bekannt 
sind.  Das  Fragment  ist  in  unserer  Aufnahme  zu 
weit  nach  links  geneigt : der  Rückenlinie  parallel 
ist  ein  Stück  des  alten  Randes  erhalten.  Links 
bemerkt  man  noch  einen  Henkel  des  Bechers,  aus 
dem  Ganymed  den  Adler  tränkte. 

1949.  Kleines  Altärchen.  Die  Dar- 
stellung der  Vorderseite  vermag  ich  nicht  zu 
deuten:  Zweigbiindel,  mit  einer  Tänie  zusammen- 
gebunden, dazu  zwei  Hände  (?  nicht  Löwentatzen). 

Modena. 

R.  Galleria  e Museo  Estense. 

(Die  Antiken  dieser  Sammlung  sind  bei  DUtschke 
nicht  aufgeführt. 

1950.  Weibliche  Statuette.  Inv.  2044. 
Hoch  0,60  m.  Neu:  Kopf,  I.  Unterarm,  1.  Hand 
saniint  dem  Gewandzipfel,  den  sie  emporziebt,  und 
1.  Fuß.  Der  Sitz  Ist  ein  Fels.  Die  übertrieben 
gestreckten  Proportionen  der  Figur  verweisen  ihr 
Original  in  nachlysippische  Zeit.  Als  verwandte 
Figuren  seien  angeführt:  die  Br — Br,  Test  zu  610, 
Fig  9 abgebildete  .Statuette  aus  Villa  Patrizi,  jetzt 
in  Sammlung  Kanenko  in  Kiew,  und  die  Statuette 


aus  Rhodos  (?)  im  British  Museum  Cat  III,  pl.  XXIII, 
Nr.  2096. 

1951  links.  Büste  des  Serapis.  Inv.  2087. 
0,36  m hoch.  Ergänzt : Nase  und  Büstenfuß.  Loch 
für  Modius  auf  dem  Scheitel,  jetzt  mit  Gyps  aus- 
gefllllt  Fis  fehlen  die  dem  Scrapistypus  sonst 
eigenen,  in  die  Stirn  fallenden  Locken.  Nach  der 
Büsten  form  etwa  aus  traianischer  Zeit 

1951  Mitte.  Statuette  der  sandalenlösen- 
den Aphrodite.  Inv.  2063.  0,62  m hoch.  An- 
tik scheint  nur  der  Torso  der  Aphrodite.  Denn 
■ die  Vase,  mit  welcher  der  auf  ihr  stehende  Eros 
ungebrochen  zusammenbängt,  stößt  mit  Schnitt  an 
den  L Oberschenkel  der  Aphrodite.  Das  r.  Bein  der 
Aphrodite  ist  bis  auf  den  Full  alt;  das  I.  Bein  vom 
Knie  abwärts,  die  Plintbe,  beide  Arme  und  der 
Kopf  sind  neu.  Das  Antike  ist  sehr  fein  gearbeitet. 
Zum  Typus  vgl  Furtwängler,  Sammlung  Sabouroff, 
Text  zu  Tafel  XXXVII. 

1951  recht«.  Verschleierter  weiblicher 
Kopf.  Inv.  2046.  Hoch  0,36  m.  Neu:  Nase  und 
BUstenfuß.  Stark  geputzt,  aber  wohl  antik.  Viel- 
leicht aus  einer  Statue  zurechtgeechnitten.  Nach 
einem  Vorbild  der  beginnenden  hellenistischen  Zeit. 

1952.  Kolossaler  bärtigerKopf.  luv. 2039. 
Hoch  ca.  0,45  m.  Im  Haar  eine  Wulstbinde.  F'luß- 
gott?  Vgl.  den  Kopf  des  vaticanischon  Nils. 

1953  link«.  Büste  einer  Römerin.  Brust- 
stück und  Unterteil  der  Nase  neu.  Nackenschopf 
und  Schulterlocken.  Geputzt.  Gute  Arbeit.  Fri- 
sur der  Agrippiuen. 

1953  rechts.  Kopf  des  Augustus.  Inv. 2049. 
American  Journal  of  arch.  1897  (I),  pl.  XIII, 
p 268  (Mariani).  Kinn  bis  Stirnmitte  ca.  0,20  m. 
Neu : unterer  Teil  des  Bruststückes  und  halbe  Nase. 
Geputzt,  aber  anscheinend  antik.  Leichter  Backen- 
bart. Typus  der  Florentiner  Büste:  Porträt- 
werk 243/4. 

1954  Mitte  und  1955  linkt.  Archaiac.be 
Bronzestatuette  des  Dionysos.  Hoch 0,172m. 
Vollgegosscn  Der  r.  Arm  war  besonders  einge- 
setzt : Schnittfläche  mit  Dübelloch.  Von  einem 
Attribut  der  vorgestreckten  Linken  hat  sich  nichts 
erteilten.  Das  Himation  ist  ganz  mit  Sternorna- 
menten  Ubersät.  Der  Chiton  hat  ganz  kurze  Ober- 
ärmel. Im  Haar  ein  gew-undener  Kranz  mit  drei 
Erhebungen  auf  der  Vorderseite,  die  wobl  Blüten 
vorstellen  sollen.  Der  Penis  ist  unter  dem  Ge- 
wände sichtbar.  Schöne  schwarzgrüne  Patina. 
Ausgezeichnetes  Stück  rein  griechischen  Stiles. 

1954  links.  Kleine  Brouzeplaquette. 
Sphinx,  die  auf  einem  riickliugsliegenden  Hasen 
kauert.  Sie  hält  das  Tier  mit  der  Unken  Vorder- 


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37  vn,  1954—1960 


tatze  und  erbebt  die  Rechte.  Archaistische  Fri- 
sur. Da«  Stilok  scheint  das  Deckschild  einer  grüßen 
Fibel  o.  ä.  zu  sein:  über  dem  Kopf  der  Sphinx  ein 
umgekehrter  Blumenkelch,  dessen  oberes  Ende  ab- 
gebrochen ist;  hier  könnte  eine  Nadel  angesetzt 
haben.  Feine  Arbeit  römischer  Zeit  mit  schöner 
grüner  Patina. 

1954  rechts.  Kleine  Bronze  eines  aus 
einem  Blutenkelch  auftauchenden  Kna- 
ben. 0,082  m hoch,  In  der  Rechten  Podum;  links 
Fruchtschurz.  Oben  auf  dem  Schädel  Best  eines 
Ansatzes.  Die  Bronze  Btamrnt  von  einem  Tisch 
(wie  Neapel  Inv.  72394;  Phot  Sommer  11115):  sie 
ist  unten  durchbohrt  und  auf  der  Rückseite  scheint 
in  den  Blütenkelch  ein  Gegenstand  eingegriffen  zu 
haben.  Ähnliche  Stücke:  Babelon-Ülanchet,  Bron- 
ze» de  la  Bibliotheque  Nationale  94,  432  und  433 ; 
Mon.  d.  J.  18G4,  tav.  XII,  fig.  6 (Ann.  d.  J.  1864, 
p.  386);  Notizic  d.  scavi  1901,  p.  381  ff.,  Fig.  2 u.  3. 

1955  rechts.  Bronzestatuette  der  Vic- 
toria. Hoch  0,145  in.  Schwarze  Patina.  Im  Man- 
tel unten  ein  Loch.  Die  Figur  war  also  tekto- 
nisch verwendet  ln  Stellung  und  Frisur  archa- 
istische Züge,  wie  häufig  in  campanischcn  Bronzen. 
Vgl.  Coli.  Warocque  189. 

1956  links  und  1 957  links.  Bronzestatuettc 
desApoil.  0,215  ui  hoch.  Hellgrüne,  stark  wuchern- 
de Patina.  DieFingerstellung  ist  charakteristisch  für 
das  Halten  von  Bogen  und  Pfeil  (siehe:  La  Glypto- 
theque  Ny-Carlsberg,  Text  zu  pl.  89—92).  In  die 
Hechte  ist  wohl  eher  eine  Schale,  als  ein  Hirsch  zu 
ergänzen.  Der  Nackcnschopf  ist  aufgebunden,  das 
Vorderhaar  über  der  Stirnmitte  bis  zum  Haarband 
zurückgenuimnen  und  dort  mittels  einer  Spange, 
von  der  jetzt  nur  noch  Spuren,  feetgehalten.  Linkes 
Standbein.  Die  Fiisse  stehen  mit  voller  Sohle  auf. 
Das  Schamhaar  scheint,  soweit  die  Zerstörung  er- 
kennen läßt,  spitz  zugelaufen  zu  sein  Die  Augen 
jetzt  hohl.  Ausgezeichnete  griechische  Arbeit  aus 
dem  zweiten  Viertel  des  5.  Jahrhunderts. 

1956  rechts  und  1957  rechts.  Bronzestatuette 
eines  nackten  Jünglings.  0,187  m hoch. 
Schwarze  Patina.  Der  Stachel  unter  dem  rechten 
Fülle  neu.  Die  beiden  vorgestreckten  Hände  sind 
durchlocht,  zur  Aufnahme  der  Attribute.  Der 
Nackenschopf  ist  aufgerollt  und  unter  die  Haar- 
binde gesteckt,  wie  an  der  vorigeu  Bronze.  Vorn 
vier  Löckchenreihen.  Spitz  zulaufendes  Schainliaar. 
Vorzügliche  etruskische  Arbeit  aus  der  Zeit  um  500. 
Sehr  ähnlich  eine  mir  nur  aus  den  Photographien 
des  römischen  Institutes  No.  238  a—  c bekannte 
Bronze  mit  der  Herkunftsangabe  Rimiui. 

1958  links.  Bronzestatuette  der  Athene. 


Modena,  Rimini  38 

0,22  m hoch.  Schwarze  Patina  Die  Stifte  unter  den 
Füßen  neu.  Die  Rechte  durchbohrt  Tür  die  Lanze. 
Am  1.  Unterarm  war  der  Schild  befestigt.  Die 
rechte  Helinklappe  und  der  hintere  Teil  des  Holm- 
busches  fehlen.  Auf  dem  Scheitel  wird  der  llelm- 
busch  durch  zwei  seitliche  Bügel  gehalten.  Die 
Aegis  reicht  hinten  bis  zu  den  Glutaecn.  Das 
Gurgoneion,  mit  großen  Zähnen  und  herausge- 
strecktcr  Zunge,  siebt  fast  männlich  aus.  Kurzer 
Chiton  mit  Halbärmeln;  darüber  Chlamys  und 
über  dieser  die  Aegis.  Der  Chiton  ist  durch  ein- 
geritzte Linien  verziert;  der  untere  Gewandsauni 
als  Strichrand.  Auch  die  Rückseite  sorgfältig. 
Charakteristische  etruskische  Arbeit. 

1958  rechts.  Rechteckige  Bronzeleiste 
mitderFigurdesMarsUltorCapitolinus. 
Hoch  0,225.  Hellgrüne,  fressende  Patina.  Oben 
gebrochen;  an  den  drei  andern  Seiten  eine  schmale 
Leiste.  Unten  ein  Einlaßzapfen.  Die  linke  Hand 
fehlt,  die  rechto  ohne  Attribut.  Um  die  Mitte  des 
Leibes  in  Nabelhohe  ist  eine  Binde  gewunden.  Gute 
Arbeit.  Die  Bestimmung  der  Platte  ist  nicht  festzn- 
stelien.  Zum  Typus  vgl.  B.  Schröder,  Die  Victoria 
von  C'alvatono  (67.  Berl.  Winck.-Progr.  1907),  S.  10. 

1959.  Drei  Bronzefigürchen  von  einem 
Pferd ebr us tsc h m uc  1^  Die  drei  Figuren  ge- 
hören nicht  zusammen,  da  ihre  Patina  verschieden 

Mitte.  Knieetider  Barbar.  0,128  m hoch. 
Schwarze  Patina.  Hinten  großes  Loch  zur  Befesti- 
gung auf  der  RückHäche.  Der  Stachel  unten  modern. 
Der  Oberleib  ist  nackt.  Der  Kopftypus  ist  der  der 
Daker  vom  Traiansforum  (vgl  Uraccionuovo  118). 

Links.  Berittener  Römer.  0,123  m hoch. 
Grüne  Patina  Auf  der  Rückseite  ein  Dübel.  Un- 
terteil der  hinteren  Pferdebeine  neu.  Das  Schwert 
in  der  Rechten  ist  gebrochen.  Helm  mit  lierab- 
gclassenen  Backenlaschen  Auf  dem  rückwärtigen 
Teile  des  Sattels  eine  herausstehende  Spitze  un- 
klarer Bedeutung.  Sehr  rohe  Arbeit. 

Rechts.  BcrittenerRömer.  0,12m hoch. Ver- 
goldet. Ganz  roh. 

Arch.-epigr.  Mitt  XII,  S.  142  (Douiaszewski) ; 
XV,  S 21  (Benndorf).  Fnrtwängler,  Intermezzi, 
S 73  f.;  Sammlung  Sonizöc,  8.  80.  Schumacher, 
Germanendzrstellungen1,  S.  27  ff.,  S.  85  ff. 

Rimini. 

Museo  archeologico 

in  der  Bibliothek  (biblioteca  Gamlialungiana). 

I960.  Priapherme.  H.0,33.  Der  Kopf  (von 
Bartspitzc  bis  Scheitei  0,155  m hoch)  ist  anscheinend 
separat  gearbeitet,  aber  sicher  zugehörig  (Puntello 
für  Nackeuscbopf  im  Rücken).  Die  Herme  ist  be- 

4 


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39 


Rimini,  Florenz,  Cortona 


40 


VII,  1901-1974 


kleidet  mit  einem  dünnen  Aermelchiton,  über  den 
ein  auf  der  rechten  Schulter  geknotetes  Tierfell 
gelegt  ist.  Naturalistische  Angabe  der  Haare  auf 
dem  Fell  Interessant  ist  die  Frisur:  ein  Haarschopf 
geht  hinten  steil  nach  aussen,  eine  Strähne  ist 
vom  Scheitel  Uber  die  Mitte  der  großen  Glatze 
bis  sur  Stirn  vorgezogen  und  wird  von  einem 
ornamentierten  liand  festgehalten,  das  oben  in 
einen  Knoten  gebunden  Ist  und  dessen  Enden 
nach  vorn  auf  die  Stirn  fallen.  Das  1.  Ohr  ist 
Spitzohr.  Darüber  ein  grosser  Puntello  (für  die 
IS  in  de?).  In  der  I.  Schulteraeite  3 Mctalldilbe).  Der 
r.  Ärmel  ist  geknüpft.  Starke  Spuren  rütllcher 
Bemalung  auf  Hart  und  rechter  Augenbraue. 
Ausgezeichnete  archaistische  Arbeit  augusteischer 
Zeit.  Zu  vergl  etwa  Cat  Sculpt.  Brit.  Mus.  111,1764 ; 
Friederichs-Wolters  44S. 

1961  62.  Doppelherme.  H.  0,27.  Bär- 
tiger und  unbärtiger  Kopf  mit  Binde  im  Haar. 
Erstcrer  von  der  Nase  abwärts  zerstört.  Der  un- 
bärtige erinnert  namentlich  in  der  Anordnung  der 
Haare  und  in  der  Mniidbildung  so  stark  an  den 
phidiasischcn  Eros  der  Madrider  Doppelhenne, 
dass  wir  ihn  als  eine  Replik  desselben  Originales 
betrachten  dürfen.  Vgl.  Furtwängler,  Meister- 
werke, Fig.  11a,  S.  97  und  S.  101.  Gute  Arbeit 

1963  64.  Weiblicher  Kopf.  H.  0,36. 
Bestossen:  Nase  und  Kinn  Rechte  und  hintere 
Seite  des  Schädels  angestückt.  Guter  parischer 
Marmor.  Vorzügliche  Kopie,  wenn  nicht  Original 
selbst,  des  vierten  Jahrhunderts,  wahrschein- 
lich der  spätpraxitelischen  Schule.  Im  Stil  ähn- 
lich dem  Münchener  Aphroditekopf:  Münchener 
Jahrbuch  III  (1903),  S.  1 ff.  (Sieveking). 

1965.  Grabrelief.  H.  1,74,  B 0,60.  Aus  Bor- 
donchio  in  der  Nähe  des  Rubicon.  Abgebrochen  das 
obere  und  das  untere  Ende.  Umwundene  Stäbe  als 
Einfassung  des  Reliefs.  Weibliche  Figur  im  langen 
Aermelchiton,  darüber  ein  Uimation,  das  über  den 
Kopf  gezogen  war.  Eine  I-ocke  fällt  Uber  die  rechte 
Schulter  nach  vorn.  Unter  der  Figur  die  Inschrift: 

EGNATIA  ■ >•  1/  CH  | LA 
VXOR 

Darunter  zwei  Köpfe  von  vorn,  mit  Haarschöpf- 
chen  über  der  Stirn,  ziemlich  roher  Ausführung. 
Augusteisch  i 

Die  Inschrift:  CIL  XI  468.  Das  Relief  abgeb. 
L.  Tonini,  ltimini  avanti  il  principio  dell’cra  vol- 
gare  (Rimini  1848),  p.  816,  Nr.  64. 

1966.  Relief  aus  Terracotta.  Il.ca.  0,80. 
Gelber  Thon.  Der  trunkene  Dionysos,  nackt  und 
bekränzt,  mit  Uber  die  Schultern  fallenden  Locken 
und  leicht  geneigtem  Kopf,  hält  in  der  gesenkten 


Rechten  einen  Stab  (Thyrsos?),  die  Linke  hat  er 
um  den  Hals  eines  Mädchens  gelegt,  nach  dessen 
Brust  er  greift,  während  sie  sich  lebhaft  seiner  er- 
wehrt Sie  trägt  einen  ärmellosen,  unter  der  Brust 
gegürteten  Chiton  und  einen  um  die  Hüften  gekno- 
teten Mantel.  Reste  von  rosa  und  blauer  Bemalung. 
Gute  italische  Arbeit 

Florenz. 

Casino  Mediceo 

(jetzt  Palazzo  del  Tribunale,  Via  Cavour  63,  im 
Huf  neben  dem  Eingang  zu  der  Corte  d'assise). 

1967—69.  Männliche  Statue.  Über- 
lebensgroß. Geputzt.  Ergänzt:  Hinterteil  der 
Plinthe;  rechter  Unterarm  (Reste  der  Finger  am 
r Oberschenkel  alt):  das  Genital  überschmiert.  Die 
1.  Hand  fehlt.  Der  Kopf  ist  ungebrochen  und  in- 
tact  Am  Stamm  unten  eine  Eidechse.  Der  Kopf 
ist  ein  römisches  Portrait  auB  dem  Kreise  der 
E— A 979—983  besprochenen  Werke,  deren  Ent- 
stehung in  iulisch-claudischer  Zeit  immer  wahr- 
scheinlicher wird.  Die  Statue  schließt  sich  an  Vor- 
bilder spätpolyklctischer  Zeit  an,  ähnlich  wie  die 
Madrider  Figur  E-A 1685.  DieChlamys  ist  Uber  den 
Stamm,  auf  dem  der  linke  Ellenbogen  ruht,  gelegt. 
Sie  macht  in  ihrer  Stilisierung  den  Eindruck  einer 
getreuen  Copie.  Die  Arbeit  ist  gut,  auch  im  Rücken. 
Dio  Eidechse  am  Stamm  deutet  vielleicht  darauf 
hin,  daß  das  Original  der  Figur  Apollon  darstellte. 

Im  selben  Hofe,  Uber  dem  Tor  der  Corte  d’as- 
sfcse,  ein  guter,  wohl  antiker,  dem  Caeaar  ähnlicher 
Römer,  auf  moderner  Gewandbüstc,  und  über  der 
Tür  der  Corte  di  caasazione  eine  Replik  des 
DoryphoroB- Kopfes  mit  fehlender  Nase,  auf  mo- 
derner Gewandbüste,  von  guter  Arbeit. 

Kunsthandel. 

(Pallotti,  Via  Rondinclli  3.) 

1970  —72.  Kopf  der  Koma.  0,60  m hoch. 
Aus  Sardinien.  Inzwischen  nach  Amerika  ver- 
kauft. Der  Oberkopf  mit  dem  Heimo  fehlt. 
Nase  und  Lippen  bestoßen,  Gesicht  geputzt. 
Von  zweifelloser  Echtheit:  viel  Wurzelfasern. 
Spitzer  Halsausschnitt:  zum  Einsetzen  in  eine  Ge- 
waudstatuc.  Von  den  gewöhnlichen,  klassieisti- 
schen  Typeu  abweichend. 

Cortona. 

1973/74.  Doppelfigur  einer  nackten 
Frau  und  eines  mit  der  Aegis  bekleide- 
ten Mannes.  0,58  m hoch.  Heydemann,  Mit- 
teilungen aus  den  Antikensammlungen  Ober-  und 


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VII,  1975-1990 


Cortona,  Kieti,  Rom  (Kunsthandel) 


42 


Mittelitaliens  (III.  Hallisches  Winckelmanns- Pro- 
gramm 1879),  S.  109,  No.  6.  Nur  der  Torso  mit 
dem  Ansatz  der  Extremitäten  antik  Die  Beine 
gingen  wohl  in  eine  Herme  über.  Das  Motiv  der 
Kran  erinnert  an  das  des  Berliner  Hermaphroditen 
(Furtwängler,  Statuenkopien,  Taf.  XII).  Eine  Deu- 
tung können  wir  nicht  geben.  Ein  ähnlich  zu- 
sammengesetztes Doppelfigürchen  in  meinem  Be- 
sitz: a)  Nackter,  unterwärts  bekleidet,  b)  Voll- 
kommen in  das  Himation  Gehüllter.  Ohne  Kopf. 
Unten  in  eine  Herme  übergehend.  0,31  m hoch. 

1975  links.  Archaische  Bronzostatnctte 
des  Pan.  0,044  m hoch.  Zu  dem  Typus  mit 
ochsenähnlichem  Kopfe  vgl.  Koscher  s.  v.  Pan, 
Sp.  1408  f.  und Arch  Ans.  1904  (XIX),  S.  34,  No.  4, 
Abb.  4. 

Rechts.  Kleine  Bronzestatuette  eines 
schlafenden  Sklavcnknaben.  0,03m  hoch. 
Über  das  Motiv  vgl.  zuletzt  Arndt,  La  Glypto- 
thfcque  Ny-Carlsberg,  p.  196. 

1976.  A rchaischc  Bronzekanne.  Hoch 
mit  Henkel  0,125  m.  Der  Henkel  endigt  in  der 
Figur  eines  Löwen  Im  Stil  der  Ornamentierung 
zu  vergleichen  mit  der  Bronzckanno  der  Samm- 
lung Tyszkiewiez,  pl.  XIV  der  Bruckmanuschen 
Publication,  jetzt  in  Boston  (auf  Phot.  Coolidgo 
8658,  wo  auch  links  unten  eiu  in  der  Form  un- 
serer Kanne  entsprechendes  Stück  abgebildet  ist), 
für  die  Form  mit  der  Sallingschen  Rronzekanne: 
Burlington  Exhibition  1904,  pl.  LXXI,  D 108. 

1 977 — 79.  Votivhand  aus  Bronze.  Ileyde- 
mann,  Mitteilungen  aus  den  Antikensammlungen 
in  Ober-  und  Mittelitalien  (III  Hallisches  Winckel- 
manns- Programm,  1879),  S.  108,  No.  2;  dort  die 
ältere  Litteratnr  und  genaue  Beschreibung.  Chr. 
Blinkenberg,  Archäologische  Studien  (1904),  S.  79, 
No.  26.  0,115  tu  hoch,  in  Cortona  gefunden. 

Ehemals  Rieti 

bei  Marchese  Francesco  Canali 

(jetzt  Kopenhagen,  Glyptothek  Ny-Carlsberg). 

1980,81.  Herme  eines  Griechon.  Jetzt 
Ny-Carlsborg  413.  Bernoulli,  Gr.  lk.  I,  137,  8. 
Comparetti,  Hendiconti  doi  Lincei  1897,  p 205. 
Lippold,  griech.  Porträtstatuen,  S.  39.  Hoch  0,56  m. 
Ergänzt  die  Nase.  Geputzt.  Nicht  Replik  des 
lateranensischen  Sophokles,  wie  Bernoulli  ohne 
Kenntnis  des  Originals  meinte,  sondern  de»  von 
ihm  I,  S-  142  ff.  und  itn  Porträtwerk  771  — 75  be- 
handelten Typus.  Von  Winter,  Arch.  Jahrb  1890 
(V),  8. 151  ff  ist  der  Typus  wegen  seiner  Ähnlich- 
keit mit  dem  Platonporträt  auf  Silanion  zurück- 


geführt worden,  während  Hekler,  die  Bildniskunst 
der  Griechen  und  Römer,  S,  XII,  in  ihm  wegen  der 
stilistischen  Verwandtschaft  mit  dem  Ammontypus 
Wörlitz- Boston  ein  Werk  des  Kalamis  vermutet. 

1982  83.  Herme  des  Euripides.  Jetzt 
Ny-Carlsberg  414  b.  Comparetti  a.  a O.  Bernoulli 
Gr.Ik.I,S.  157.  Hekler,  Bildniskunst  S.  89.  Lippold, 
griech.  Porträtstatuen,  S.  67.  0,46  ui  hoch  Ergänzt 
die  Nase;  auch  die  Augensterne  sind  vielleicht  erst 
in  neuerer  Zeit  eingegraben.  Repliken:  Dresden 
(Arch.  Anz.  1889  (IV),  p.  98),  London  1833  (Krüger, 
Arch.  Zeit  1881,  Taf.  I)  und  Pal.  Riccardi  (bei 
Dütschke  nicht  zu  identificicrcn).  Auf  der  Brust 
in  verticalen  Columnen  die  Inschrift 

Aov(X)[ov  fpovoGvroc 
peiXov  i\  /pt:[ä,v  <ppo- 
velv  ov'X  äoi[iv  &- 
jüoe  pe[?(]o[v  06- 
hfc  bd>p(a  ai  [xif]- 
atg  xaxeioojv  oü- 
b*  4vo><pc.\eaT{^)[pa 

aus  der  verlorenen  Tragödie  Alexandros  des  Eu- 
ripides. Hierdurch  wird  die  Deutung  des  Porträts 
auf  Euripides,  die  von  Krüger  a.  a.  0.  bereits  aus 
physiognomischen  Gründen  vermutet  worden  war, 
gesichert  Der  Typus  ist  jedenfalls  nach  dem  Tode 
des  Euripides  entstanden;  Hekler  vermutot  in  ihm 
die  Reproduction  einer  der  lykurgischen  Statuen 
im  Dionysostheater  (330  v.  Chr.). 

1984  85.  Herme  eines  Römers.  Jetzt  Ny- 
Carlsberg  597  a.  Comparetti  a.  a.  0.  Hoch  0,53  m. 
Ergänzt:  Nase,  Teil  der  Oberlippe,  Kinn,  beido 
Augenbogen  Das  Material  scheint  (nach  Mitteilung 
von  P.  Hartwig)  ein  localer  Kalkstein  zu  sein.  Die 
Benennung  des  Kopfes  als  Cicero  ist  bereits  von 
Comparetti  mit  Recht  zurückgewiescn  worden.  Seine 
Deutung  auf  Scneca  aber  kann  Angesichts  der 
Berliner  Herme  auch  nicht  bestehen.  Die  Form 
der  Herme  mit  den  ungleichen  Schultern  ist  un- 
gewöhnlich. 

Rom. 

Kunsthandel. 

1986—1990.  Statue  des  Apollon,  ehe- 
mals im  Pal.  Odescalchi  (Matz-Duhn  Nr.  180),  jetzt 
bei  dem  Antiquar  Marcocchia,  an  Piazza  dl  Spagna, 
Nr.  43.  Der  Marmor  ist  grosskrystallinisch  und 
gelblich,  z.  T.  bräunlich.  Die  Beschreibung  bei 
Matz-Duhn  ist  richtig,  nur  sind  von  den  Ergän- 
zungen jetzt  der  r.  Unterarm  mit  der  untern  Hälfte 
des  Oberarms  und  die  Finger  der  I.  Hand  ent- 
fernt; auiier  der  Nase  sind  auch  die  Schamteile 
ergänzt.  Die  Lippen  sind  z.  T.  mit  Gips  ausge- 

4* 


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43 


VII,  1990—1991 


Rom  (Kunsthandel) 


41 


flickt,  die  Spitzen  der  beiden  großen  Zehen  ab-  ■ 
geschlagen.  Hie  und  da  bemerkt  man  große  und 
kleine  Sprünge  im  Marmor,  besonders  in  dem 
Puntello  des  1.  Handgelenkes,  das  vielleicht  z.  T. 
gebrochen  war.  Die  Ausführung  macht  auf  der 
Vorderseite  einen  sehr  leeren,  schematischen  Kin- 
druck, einen  weit  besseren  auf  der  Rückseite. 
Augenscheinlich  hat  die  Vorderseite  durch  modernes 
Überarbeiten  und  Putzen  stark  gelitten.  Ganz 
verändert  ist  durch  Überarbeiten  der  Kopf  nebst 
dem  Hals  und  der  Oberteil  der  Brust  Nach  der 
Art  ihrer  Ausführung  zu  schließen,  ist  diese  Um-  ! 
gestaltung  bereits  ira  Altertum  vorgenommen  wor-  j 
den;  auch  die  Oberfläche  der  veränderten  Teile 
macht  keinen  neuen  Kindruck.  Irgendein  Zu- 
sammenhang muß  bestehen  zwischen  dieser  Figur 
und  einer  Apolionstatuc  im  Museum  zu  Cambridge 
(Furtwängler,  Statuenkopien,  S.  573  mit  Abb.; 
Joubin,  la  sculpture  grecque,  p 88  f.,  Fig.  16).  Der 
dort  ergänzte  Kopf  entspricht  dem  unserer  Statue 
im  Typus  vollkommen.  Entweder  ist  jener  nach 
diesem  gearbeitet  oder  beide  reproduzieren  ein 
unbekanntes  Vorbild.  Die  spiralförmige  Riefelung 
des  Puntello  ist  nicht  so  exact  und  elegant  aus- 
geführt, wie  z.  B.  die  des  Puntello  an  der  Kopie 
des  einschenkenden  Satyrs  im  Museo  Boncoui- 
pagui-Ludovisi  (Hel  big,  Führer,  3.  Aull.  II,  Nr.  1308). 
Stammt  jene  aus  antoninischer  Zeit,  so  wiijd  man 
die  Herstellung  unseres  Apollon  in  deren  Anfang 
oder  eher  noch  in  hadrianische  Zeit  datieren  dürfen. 
Die  Statue  ist  eine  Replik  des  sog.  Apollon  auf 
dem  Omphaloa.  Wenn  wir  sie  mit  diesem  und  den 
Kopien  des  gleichen  Originales  vergleichen,  er- 
kennen wir  erst  recht  deutlich,  was  durch  die 
Überarbeitung  und  Glättung  ihrer  Vorderseite 
alles  verloren  gegangen  ist.  Die  Rückseite  hat 
weit  mehr  von  der  Modellierung  bewahrt,  die  wir 
an  den  andern  Repliken  Anden;  also  dürfen  wir 
annehmen,  dass  auch  die  Vorderseite  einst  von 
besserer  Qualität  gewesen  ist.  Dabei  hat  z.  B.  das 
Schamhaar  ganz  seine  charakteristischen  Kinzel- 
forrnen  verloren.  Im  Nacken  oben  bemerkt  man  i 
noch  den  unteren  Umriß  der  Löckchen,  ähnlich 
wie  ihn  die  iiitactcu  Köpfe  des  Typus  zeigen. 
Die  gesenkte  Rechte  hielt  ursprünglich  den  Riemen 
des  Köchers;  von  diesem  ist  die  untere  Hälfte 
erhalten,  von  dem  Riemen  ein  Stück  längs  des 
Stammes  beinahe  bis  zu  dessen  oberem  Kode. 
Der  I.  Arm,  auf  dessen  fast  vollständiger  Krhalt- 
ung  allein  der  besondere  Wert  dieser  Kopie  be- 
ruht, ist  leicht  gebeugt,  ebeuso  wie  der  1.  Arm 
am  „Omphnlos-Apollon“  und  am  Apollon  ('hoiseul- 
Gouffler  in  London,  der  Oberarm  zurückgenommen, 


der  Unterarm  schräg  nach  vorne  gesenkt,  die 
Hand  so  gehalten  — man  beachte  die  Angabe 
der  Hautfalten  am  inneren  Rande  des  Hand- 
tellers — , daß  man  schließen  kann,  sie  habe  einst 
ein  länglich-schmales  Attribut,  das  aus  Bronze 
gearbeitet  war,  leicht  mit  den  Fingern  umfaßt, 
und  zwar  so,  dass  es  auf  der  nach  oben  geöff- 
neten Hand  ruhte.  Das  kann  nur  der  Bogen  oder 
ein  Lorbeerzweig  gewesen  sein.  Au  dem  Apollon 
Ohoiseul-Gouffier  war  das  Attribut  augenscheinlich 
aus  Marmor  gearbeitet,  denn  an  der  linken  Wade 
außen  dicht  beim  Knie  hat  sich  der  Rest  einer 
Stütze  erhalten,  die  nur  zur  techuischen  Sicherung 
des  Attributes  gedient  haben  kano.  Wäre  dies 
ein  Bogen  gewesen,  so  müsste  dessen  oberes  Ende 
am  Arm  seine  Spuren  binterlassen  haben,  was 
jedoch  nicht  der  Fall  ist.  Ks  ist  aber  nicht  wahr- 
scheinlich) daß  man  dieses  obere  Ende  etwa  aus 
Bronze  gearbeitet  und  angefügt  hätte,  denn  da 
es  am  Arm  anliegen  musste,  konnte  seine  Aus- 
führung in  Marmor  keine  Schwierigkeiten  machen ; 
eher  hätte  mau  darauf  verfallen  können,  das 
untere  Ende  anzustücken.  Andrerseits  hat  auch 
die  Annahme  eines  so  weit  herabhangenden  Zweiges 
in  Marmor  ihr  Bedenkliches.  Ein  Fragment  einer 
anderen  Wiederholung  mit  dem  Köcher  am  Stamme 
neben  dem  r.  Bein  s.  bei  Helbig,  Führer,  3.  Aufl., 
II,  Nr.  1268  (sollte  nicht  auch  der  Riemen  au  dem 
Stamme  des  Ap.  Uhuis  Gouff.  zu  eiuein  Köcher 
gehört  haben?).  Der  Köcher  ohne  Stamm  findet 
sich  bei  einer  Replik  im  Pal.  Giraud  in  Rom, 
ehemals  im  Pal.  Torlonia  (Matz-Duhn,  Nr.  179). 
An  dem  Originale  war  er  schwerlich  vorhanden, 
aber  die  Haltung  des  Armes  wird  an  den  Kopien 
unverändert  beibehaltcu  worden  sein.  Jedenfalls 
haben  wir  zu  der  entgegengesetzten  Annahme 
keinen  Anlaß.  War  aber  der  Arm  gesenkt,  so 
kann  die  Hand  keine  Schale  gehalten  haben 
(Arch.  Jahrbuch  II.  1887,  S.234;  Klein,  Geschichte 
d.  gr.  Kunst  I,  S.  389).  Geben  wir  der  Linken 
den  Zweig,  so  müssen  wir  der  Rechten  den  Bogen 
lassen ; aber  auch  die  umgekehrte  Verteilung  der 
Attribute  wäre  möglich. 

1991.  Torso  des  Apollon  oder  des 
Dionysos.  Ehemals  im  Pal.  Giustiuiani,  jetzt 
bei  dem  Antiquar  A.  Jandolo  in  Rom  (Via  del 
Babuino  92— 92  A).  II.  1,30  iu.  Feinkörniger, 
gelblicher  Marmor.  Publiciert  von  Rizzo  im  Bullet- 
Uno  comunale  1904,  S.  45  ff  , Fig.  25.  S.  dort  die 
ausführliche  Beschreibung.  Rizzo  vergleicht  in 
erster  Linie  den  Bacchus  Richelieu,  dessen  Formen 
aber  gedunsener  sind  als  die  des  Torso.  Diesen 
wird  man  vielmehr  den  praxitelischcn  Werken 


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45  VU.  1992-1993 


enger  »nach ließen  dürfen.  Recht  iostructiv  lat 
ein  Vergleich  mit  dem  Sauroktonos  — z.  B.  E-A 
Nr.  768  — ; daa  Original  des  Tureu  geholt  zweifel- 
los einer  früheren  Entwiukliingsphaae  des  praxi- 
telisehen  Stile«  an. 

1992.  Attische  Votiv-  oder  Grab- 
atatneeine«  Mädchens.  Jetzt  in  der  Münchener 
Glyptothek : Furtwängler-W'olters,  Beschreibung 
d.  OL,  Nr.  272a. 

1993.  Statne  einer  Muse(?).  Jetzt  im  Besitz 
dcsl'rincipe  Ahamelech  in  Rom  (vor  Porta  S.  l’ait- 
crazio).  II  1,71  m.  ohne  Plinthe.  Feinkörniger 
gelblicher  Marmor  Ergänzt  die  sämtlichen  Blüten 
des  Diadems,  die  Nase  fast  ganz,  ein  großes  Stück 
an  der  Vorderseite  desilalses  mit  Ansatz  der  Brust 
(auch  hinten  ist  augenscheinlich  geflickt),  die  frei- 
stehenden Teile  der  Schnlterlocken,  beide  Arme 
bis  auf  den  Ansatz  der  Oberarme,  die  Schnauzo 
des  Tierfells,  das  Vorderteil  des  I.  Fußes  mit  Ge- 
wandsaum, die  Plinthe.  Das  Diadem  ist  besonders 
gearbeitet  und  in  eine  vertiefte  Bahn  eingesetzt. 
Dass  Derartiges  auch  sonst  vorgekommen  ist,  be- 
weist ein  größeres  marmornes  Diadem  im  2.  Zimmer 
des  Antiquarium  comunale  in  Rom,  das  bestimmt 
war,  in  eine  entsprechende  Bahn  eingesetzt  zu 
werden.  Man  wird  in  diesen  Pallen  nicht  mit 
pedantischer  Wiederholung  der  technischen  Eigen- 
tümlichkeiten des  Originals  zu  rechnen  haben, 
sondern  damit,  dass  ein  Kopf,  der  dem  Original 
entsprechend  ohne  Diadem  ausgeführt  war,  nach- 
träglich dem  pompösen  Geschmack  des  Käufers 
zu  Liebe  mit  einem  solchen  ausgestattet  werden 
sollte;  ich  erinnere  an  den  Kopf  der  Aphrodite 
im  Pal.  Caetaui  in  Rom  und  den  der  Venus  von 
Capua,  bei  der  aber  das  Diadem  nicht  erst  nach- 
träglich hinzugefügt  worden  ist.  Der  Kopf  der 
Statue  Ahamelech  gehört  nicht  zu  dem  Körper. 
Jederseits  mußten  entsprechend  den  Lockenenden 
auf  den  Schultern  zwei  Haarsträhnen  ergänzt 
werden,  aber  nur  für  dio  vordere  war  je  hinter 
dem  Obre  ein  Ansatz  vorhanden,  den  man  be- 
nutzen konnte.  Zwischen  der  hinteren  der  beiden 
Strähnen  und  den  am  Kopfe  nach  hinten  gestrichenen 
Haaren  hat  sich  jederseits  ein  Spalt  gebildet,  in 
den  man  mit  dem  Messer  hineinfahren  kann.  Man 
erkennt  dann,  dass  die  ergänzte  Strähne  unver- 
mittelt an  die  unversehrten  antiken  Haare  ange- 
stückt  worden  ist  Außerdem  werden  wirden  wahr- 
scheinlich zu  diesem  Statuentypus  gehörigen  Kopf- 
typus im  weitern  Verlaufe  kennen  lernen.  Der  Kopf 
der  Statue  Abameleeh  zeigt  in  ziemlich  oberfläch- 
licherAusführung  praxitelischen  Stil.  Man  vergleiche 
den  von  Klein  im  .Praxiteles*  S.  346  f,  Fig.  66, 


Rom  {Kunsthaudel)  46 


67  publicierten  weiblichen  Kopf  in  Boston  und 
einen  zierlicheren  Kopf  in  Villa  Albani  (E-A  Nr. 
1121,  1122).  Die  Ausführung  der  Statue  ist  im 
oberen  Teile  besser  als  io  dem  nur  auf  decorative 
Wirkung  berechneten  unteren  Teile.  Ihre  Arme 
waren  gesenkt;  den  r.  Unterarm  verband  eine 
Stütze  mit  der  entsprechenden  Hüfte.  Von  dem 
Fell  hängt  ein  Bein  vorne  herab;  es  ist  z.  T.  ab- 
gebrochen An  dem  Ende  ist  ein  Fuß  mit  gespal- 
tenem Huf  kenntlich.  Von  dem  Fellkopfe  hat  sich 
nur  das  Stirnstück  erhalten  mit  xiemlich  großen 
Ohren,  nach  denen  man  eher  auf  das  Fell  eines 
Ferkels,  als  auf  das  eines  Rehes  schließen  möchte. 
Ferkel  kommen  bekanntlich  als  Opfertiere  im 
Kulte  der  Demeter  vor,  die  hier  ausgeschlossen 
ist,  Ferkelfelle,  ebenso  wie  hier  verwendet,  im 
Kreise  des  Dionysos  bei  einem  Satyrtypus  (Ame- 
lung,  Vaticau-Katalogll,  Nr.  409)  und  bei  der  doch 
wohl  als  Maenade  zu  deutenden  Kolossalfigur  im 
Pal.  Altempe  (Matz-Duhn  I Nr.  512;  Clarac  690  B, 
1651 A)  und  ihrem  geringeren  Gegenstücke  in  Villa 
Doria-Panfili  (Matz-Duhn  II,  Nr.  513;  Clarac  678  F, 
1666  F) 

Eine  Liste  von  Wiederholungen  der  Statue, 
die  wir  hier  besprechen,  hat  Arndt  im  Texte  zu  unse- 
rer Nr.  395  gegeben.  Von  dieser  Liste  ist  allerdings  die 
Statue  abzutrenneu,  die  zu  ihrer  Zusammenstellung 
den  Anlaß  gab,  eben  unsere  n.  395  (Wörlitz).  Das  all- 
gemeine Arrangement  von  Fell  und  Gewandung  ist 
zwar  hier  das  gleiche,  wie  bei  den  übrigen  Figuren, 
aber  in  den  Einzelheiten  finden  steh  soviel  Abweich- 
ungen, dass  wir  nicht  mehr  mit  dem  Erklärungsver- 
suche, es  handle  sich  um  eine  Kopistenvariante, 
auskommen;  und  zwar  macht  e»  mir  den  Eindruck, 
als  gebe  die  Wörlitzcr  Statue  den  Typus  nieht 
nur  reizvoller  und  feiner,  sondern  auch  in  etwas 
älterer  Fassung  wieder.  Ibr  Original  kanu  man 
in  der  Tat  noch,  mit  Arndt  übereinstimmend,  in 
der  Mitte  des  4.  Jahrhunderts  und  in  der  Um- 
gebung des  Praxiteles  entstanden  denken  Vorsich- 
tiger wird  es  auch  sein,  von  unserer  Untersuchung 
die  Statue  in  Harbury  Hall  (Venuti,  Monum.  Mat- 
ttiaeiana  I 68;  Clarac  694  B,  1623  A)  solange  aus- 
zuschließen, bis  man  nicht  Uber  zuverlässige  Ab- 
bildungen verfügen  kann  Manches  an  den  bisher 
bekanntet!  erinnert  an  die.Statuc  in  Wörlitz;  Anderes 
stimmt  weder  mit  dieser  noch  mit  dem  anderen 
Typus  überein,  dem  aber  wieder  die  Locken  auf 
den  Schultern  und  die  Grösse  entsprechen 

So  bleiben  von  Arndt'B  Liste  zunächst  nur 
zwei  Nummern:  1.  Stockholm,  Clarac  509,  1027; 
Phot.  Lagrelius  V,  5 (Arndt  hat  notiert,  daß  der 
Oberkopf  vom  Kranze  ab,  die  Nase,  der  Hals  bis 


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47 


VII,  1993 


Rom  (Kunsthandel) 


43 


unter  das  Kinn,  der  rechte  Unterarm  mit  dem 
Pedum,  der  1.  mit  fast  der  ganzen  Maske,  die  vom 
herabhängende  Klaue  des  Fells,  Kleinigkeiten  an 
diesem  und  der  Vorderteil  des  1.  Fußes  ergänzt 
sind,  und  dass  weder  der  Kopf,  noch  das  antike 
Fragment  der  Maske  zu  dem  Körper  gehören. 
Vgl.  über  den  Kopf  Amelnng,  Basis  v.  Mantinea, 
S.  35  unten).  Kjellberg  war  so  freundlich,  mir 
Uber  das  Fell  folgende  Mitteilung  zu  machen: 
„Antik  ist  der  Kopf  des  Felles  jedenfalls,  aber 
von  welcher  Ticrspecies  er  stammen  mag,  wage  ich 
nicht  zu  entscheiden.  Ein  Rehkopf  ist  es  sicher  nicht; 
eher  könnte  er  einem  Ferkel  gehören.  Am  meisten 
erinnert  er  aber  an  eine  Pauthcrinaske.  In  der 
Photographie  Lagrclins  sieht  man  ihn  von  der 
Seite  und  bekommt  deshalb  keine  richtige  Vor- 
stellung von  der  breiten  flachen  Maske,  die  in 
ganz  unorganischer  Weise  dem  durch  die  Füße 
deutlich  charakterisierten  Rehfell  gegeben  worden 
ist.*  Die  Schnauze  des  Felles  war  zweifellos  durch 
den  1.  Unterarm  soweit  verdeckt,  dass  sich  der 
Kopist  an  dieser  Stelle  mit  einer  ganz  undeutlichen 
Angabe  der  Form  begnügen  konnte. 

2.  Statuette  im  Vatican,  Sala  a forma  di 
croce  greca  n.  571.  Clarac  507, 1013.  Ergänzt  das 
Kinn,  die  beiden  Vorderarme  mit  den  Flöten,  aller- 
lei Splitter  am  Gewände  und  am  Fell,  der  vordere 
Teil  des  1.  Fußes,  die  Plinthe.  Der  Kopf,  der 
nicht  zu  der  Statuette  gehört,  stammt  von  einer 
kleinen  Replik  der  Melpomene  in  der  Sala  delle 
mute.  Die  Figur  wnrde  i.  J.  1780  in  der  Villa 
von  Sette  Bassi,  nicht  wie  Riccy,  Dell'  antico 
pago  Lcmonio  p.  127  (n.  75)  angiebt,  in  Koma 
Vecchia  an  der  Via  Appia  getnnden,  und  zwar  zu- 
sammen mit  drei  andern  Musenstatuetten,  alle  vier 
ohne  Kopf  (Ashby  im  Journal  of  hell.  stud.  XXI, 
1901,  p.  816,  in  den  Papers  of  tho  British  school 
at  RomelV,  1906.  p.  91  und  in  der  Auaonia  IV,  1909, 
p.  57).  Auf  den  Schultern  liegen,  wie  bei  n.  1, 
einige  lange  Locken,  auf  der  r.  eine,  auf  der 
l.  zwei.  Im  Rücken  ist  in  flachem  Relief  eine 
breite  Haarmasse  angegeben;  r.  und  I.  davon 
hängen  die  Enden  einer  Tänle  herab,  die  auf  einen 
Kranz  schließen  lassen.  Die  Haltung  der  Arme 
ist  gesichert.  Einem  Attribut  muß  eine  Stütze 
zur  Sicherung  gedient  haben,  deren  Rast  sich  auf 
der  I.  Brust  erhalten  hat 

Zu  diesen  Repliken  kommen  nun  drei  weitere: 

3.  Statue  in  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg  in 
Kopenhagen.  Antike  Kunst vaerker,  Taf.  XXVII, 
Nr.  396.  U.  1,73  m.  Ergänzt  sind,  wie  mir  Herr 
Dr  Poulsen  mitteilt,  diu  Nase,  einige  Faltendetails 
und  die  Schnauze  des  Fells.  Zwei  Bruchstellen, 


; eine  etwas  oberhalb  der  Kniee,  die  andere  unter- 
halb der  Schultern,  sind  mit  Gips  verschmiert. 
Die  Oberfläche  der  Figur  ist  mit  Säuren  geputzt, 
der  Kopf  noch  mehr  als  der  Körper.  Der  Kopf 
ist  besonders  gearbeitet  und  eingesetzt ; er  gehört 
nach  I’oulsens  Angaben  sicher  zu  der  Figur,  ob- 
wohl seine  Locken  mit  denen  auf  den  Schultern 
infolge  ihrer  Beschädigungen  nicht  mehr  ganz 
genau  correspondieren  und  an  der  Rückseite 
zwischen  den  Haaren  des  Kopfes  und  denen  auf 
dem  Nacken  des  Körpers  ein  fingerbreiter  Spalt 
bleibt.  Poulsen  schreibt  mir  darüber:  „DieRflcken- 
haare  der  Muse  Bind  sehr  zerstört  Nur  auf  der 
r.  Seite  der  Figur  läßt  sich  erkennen,  daß  sie 
die  Linie  des  Randes  der  Kopfhaannasse  fort- 
setzen; links  ist  die  Verwitterung  verheerend  ge- 
wesen. Der  fingerbreite  Spalt  läßt  sich  nur  teilweise 
durch  Verschiebung  des  Kopfes  in  die  richtige 
Lage  schließen;  aber  hinten  im  Nacken  sind  noch 
die  Überreste  der  hohen  Kante  erkennbar,  die 
hier  hinaufging  und  sich  dem  abgemeißelten 
unteren  Rande  der  Kopfhaarmasse  anschloß.  Die 
Verwitterung  hat  hier  wieder  grossen  Schaden 
angerichtet.  Der  Kopf  sollte  etwas  ßefer  ein- 
gesenkt werden.*  Ich  kann  diese  Mitteilungen, 
soweit  mir  vier  gute  Aufnahmen,  die  ich  Herrn 
Dir.  Jacobson  verdanke,  Überhaupt  ein  Urteil  er- 
lauben, nur  bestätigen.  Der  Kopf  trägt  ein  Stirn- 
band und  einen  Kranz,  der  hinten  in  Marmor 
ausgeführt  ist,  nach  Ponlsens  Annahme  vorne  in 
Metall  gegossen  und  angcstückt  war  (vielleicht 
eher  in  Marmor  gearbeitet  und  mittels  zweier 
Metallzapfen  rechts  und  links  befestigt  war?). 
Vorne  links  (vom  Beschauer)  sieht  man  noch  einen 
kleinen  Überrest  des  Zapfenloches,  während  die 
Bruchfläche  rechts  erkennen  lässt,  wie  das  Metall 
hier  einst  herausgerissen  worden  ist  und  dabei 
den  umgebenden  Marmor  gesprengt  hat.  Der  Kranz 
setzt  sich  aus  einzelnen  länglichen  Büscheln  zu- 
sammen, die  am  ehesten  Büscheln  von  Pinicnnadeln 
gleichen.  Über  dem  r.  Ohre  hat  sich  auch  eiuc 
Frucht  erhalten,  die  Poulsen  für  einen  abgerie- 
benen Pinienzapfen  hält  und  die  auch  nichts  anderes 
gewesen  sein  kann,  trotzdem  eie  verhältnismäßig 
sehr  klein  geraten  ist  (vergleiche  einen  noch 
nicht  publicierten  polyklctischcn  Panskopf  in  der 
Kopenhagenor  Glyptothek).  Von  dem  Fell  schreibt 
mir  Poulsen:  „Was  das  Tierfcll  betrifft,  so  zeigt 
die  Form  der  Füße  und  Ohron,  daß  ein  Ferkel 
nicht  gemeint  sein  kann ; es  ist  das  Fell  eines 
Rehes,  nur  sind  die  Ohrläppchen  etwas  groß 
geraten.  Das  ganze  Maul  ist  ergänzt,“  Die  Statue, 
i deren  Inventaruummcr  1787  ist,  wurde  |.  J.  1900 


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Rom  (Kumtbandel)  50 


49  Vn,  199« 


angeblich  aus  Velletri  erworben.  Ueber  den  Stil 
des  Kopfes  nachher. 

4.  Fragmentierte  Statue  im  Garten  des  Anti- 
quarium comunale  in  Rom.  Es  fehlen  der  Kopf, 
ein  Teil  des  Kückens  und  die  Arme.  Der  Rest  eines 
Puntello  an  der  I.  Hüfte.  H.  1,46  m.  Feinkörniger, 
gelblicher  Marmor.  Die  Figurwurde  i.  J.  1904  neben 
einer  andern,  die  ihr  in  Große,  Marmorqualität  und 
Arider  Ausführung  entspricht,  einer  Replik  dersog. 
Polyhymnia  im  Muscnaaal,  an  dem  Plata  innerhalb 
der  Porta  Maggiore  gefunden  (Notizie  d.  scavi  1904, 
p.  106;  Bulletino  comunale  1904,  p.  381 1.  Diese  eben- 
falls fragmentierte  und  kopflose  Replik  der  Poly- 
hymnia ist  jetat  als  Pendant  der  andern  Figur  auf- 
gestellt.  Beide  sind  recht  geringe  Arbeiten. 

5.  Zeichnung  des  Cavaliere  Ghezzi  nach  einer 
kopflosen  Replik,  die,  als  Ghezzi  sie  zeichnete 
(16.  VII.  1726),  ncll’entrare  del  primo  Casino  in 
Villa  Madama  stand;  er  giebt  an,  daß  sie  natür- 
liche Grüße  hatte  (Schreiber  in  den  Berichten  d. 
sächs.Gesellsch.  d.  Wiasensch.1892,  p.  162,  Nr.C  VIII, 
T.  II 2;  S.  Reinach,  rcpertoire  de  la  »tat.  II,  1,  p.399, 
Nr.  6).  Die  Replik  ist  bereits  von  liemnann  nach- 
getragen im  Text  unserer  IV.  Serie,  S.  68. 

Die  weitaus  bedeutendste  aller  Repliken  ist 
die  in  Kopenhagen,  vor  allen  Dingen,  weil  sie  allein 
ihren  zugehörigen  Kopf  bewahrt  zu  haben  scheint. 
In  der  Tat  zeigt  uns  ein  vergleichender  Blick 
auf  die  Statue  Abamelech  oder  die  Replik  in 
Stockholm,  wie  die  Wirkung  der  Figur  durch  den 
Zusammenhang  der  Bewegungsrhythmen  in  Kopf 
und  Kürpcr  gewinnt  Mit  anders  bewegtem  Kopfe 
wirkt  sie  langweilig,  gleichgültig.  So,  wie  die 
Figur  in  Kopenhagen  vor  uns  steht,  ist  sie  durch 
einen  individuellen  Reiz  ausgezeichnet,  der  uns 
am  ehesten  an  die  sog.  Polyhymnia  im  Musensaal 
des  Vaticana  erinnert  Deo  Kopf  konnte  man  auf 
den  ersten  Blick  für  eine  Replik  des  Kopfes  des 
Bacchus  Richelieu  oder  seiner  Variante  in  Madrid 
halten*),  aber  ein  genauer  Vergleich  belehrt  uns, 


*)  Arndt  Lat  mit  der  Scheidung  der  beiden  Statuen 
im  Texte  zu  unserer  Nr.  1527—1531  vollkommen  Hecht  lob 
muß  mir  Schuld  geben,  die  Köpfe  der  beiden  Figuren  bis- 
her sieht  mit  genügender  Aufmerksamkeit  verglichen  zu 
buben.  Hie  sind  trotz  der  (ileiebbeit  des  äußerlichen  Ar- 
rangemeuts  verschieden,  lies  Stirnband  eltzt  In  Paris 
hoher  als  in  Madrid,  sodaS  die  Stirne  viel  bedeutender 
wirkt,  die  Haare  liegen  niebt  gleich  und  sind  über  der 
Stirne  in  Paria  höher  anfgetlirmt,  als  in  Madrid.  Wie  diese 
Unterschiede  bei  ao  weitgehender  äußerer  Verwandtschaft 
an  erhUren  sind,  lat  eine  andere  Frage,  die  leb  hier  nicht 
untersuchen  bann.  Mit  dem  liacchue  liichelieu  stimmt 
das  staluonfragtnent  in  dar  Galteris  delle  atatno  des  Vati- 
can  (Nr.  2öS)  Überain,  mit  dem  Kopf  der  Madrider  Stntne 
der  in  Chauwortb  Honae  {a.  oben) 


daß  nur  das  äussere  Arrangement  gleich  ist,  hie 
und  da  bis  ln  Einzelheiten  der  Haarwellen,  daß 
aber  neben  diesen  Einzelheiten  größere  Partien 
stehen,  die  sich  unterscheiden,  und  daß  vor  allem 
der  Formencharakter  ein  anderer  Ist  Während 
es  mir  rätselhaft  bleibt,  wie  man  den  Bacchus 
Richelieu  oder  seine  Variante  für  praxitelisch  hat 
erklären  können  — so  Furtwängler  bei  Gelegen- 
heit der  Publication  einer  Replik  des  Kopfes  in 
Chatsworth  Uouse  (Journal  of  hell,  stndies  XXI, 
1901,  p.  215  ff.,  Nr.  6,  Fig.  3);  siehe  dagegen  meine 
Bemerkungen  im  Vatican-Katalog  II,  p.  428  f., 
Nr.  258  und  in  der  Ansonia  1908,  p.  116  — , 
so  unverkennbar  scheinen  mir  die  praxiteliscben 
Züge  allerdings  in  dem  Kopenhagener  Kopfe  zu 
tein.  Gegenüber  den  vollen,  üppigen,  etwas  gedun- 
senen Formen  dort,  haben  wir  hier  ein  feineres 
Oval  mit  zarten  Details,  gegenüber  den  rund  ge- 
öffneten Augen  dort,  hier  die  mandelförmige 
Gestalt  praxitclischer  Augen  mit  stärkerer  Be- 
tonung der  Sch  wellungen  über  den  äußeren  Augen- 
winkeln, gegenüber  den  entweder  kraus  gewellten 
oder  schematisch,  aber  auch  mit  starker  W ellung 
gezeichneten  Haaren  dort,  hier  einen  sanfteren 
Fluß  der  Haarwellen  mit  weniger  starkem  Relief. 
Endlich  ist  augenscheinlich  die  Haltung  des  Kopfes 
auf  dem  Halse  verändert  Wir  hätten  also, 
wenn  unsere  Beobachtungen  richtig  sind,  einen 
jener  Fälle  vor  nns,  in  denen  eine  Anregung  von 
einem  Kunstkreis  in  den  andern  herüberwirkte 
und  dort  in  eigener  Art  benutzt  wurde.  Kann 
aber  das  Original  des  Körpers  noch  im  praxiteli- 
schen  Kreise  entstanden  sein?  Ich  glaube,  ja. 
Oben  wurde  bereits  darauf  hingewiesen,  daß  sich 
die  Motive  der  Statue  eng  an  die  einer  Figur  an- 
schließen, die  wir  der  Mitte  des  4 Jahrhunderts 
und  ebenfalls  dem  praxitelischen  Kreise  glaubten 
zuweisen  zu  können.  Unser  Typus  steht  in  der 
Mitte  zwischen  diesem  Werke  und  hellenistischen 
Gewandfiguren  mit  ihren  fächerartig  nach  unten 
sich  ausbreitenden  Gewändern ; man  kann  geradezu 
sagen,  daß  er  für  uns  ein  Glied  in  der  Entwick- 
lung daretellt,  das  uns  bisher  gefehlt  bat,  oder 
auf  das  man  bisher  wenigstens  noch  nicht  genügend 
geachtet  hat  Auch  für  die  hohe  Gilrtung  fehlt 
es  in  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts  nicht 
an  Beispielen. 

Stellt  die  Statue  eine  Muse  oder  eine 
Maenade  dar?  Das  Feil  scheint  zunächst  für 
die  zweite  Deutung  zu  sprechen,  aber  die  Hal- 
tung der  Figur  wäre  für  eine  Teilnehmerin  des 
bakchischen  Thiasos  merkwürdig  ruhig,  ln  Kopen- 
hagen und  in  Stockholm  hat  man  die  Repliken 


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6t 


VH,  1993 


Rom  (Kunathandel) 


52 


ala  Musen  ergänzt,  trotzdem  die  in  Stockholm 
ursprünglich  nichts  mit  der  dortigen  Musengruppe, 
die  in  Kopenhagen  nichts  mit  den  aus  der  Samm- 
lung Borghese  dorthin  gelangten  Statuen  zu  tun 
hat.  Bestimmend  mag  dabei  mitgewirkt  haben, 
daß  beide  mit  den  betreffenden  Musenatatuen  in 
der  Höhe,  d.h.  der  nicht  gerade  häufigen  Lebens- 
größe übereinslimmen.  Bedeutsamer  ist  es,  daß 
man  die  Replik  im  Antiquarium  comunale  mit 
einer  Wiederholung  der  Potyhymnia  im  Vatican 
zusammen  gefunden  hat,  und  daß  die  Statuette 
im  Vatican  und  die  drei  andern  Statnetten,  mit 
denen  sie  entdeckt  wurde,  in  dein  Fundbericht 
ohne  Weiteres  Musen  genannt  werden  : man  wird 
dazu  doch  wohl  durch  irgend  ein  an  einer  der 
anderen  erhaltenes  Attribut  veranlaßt  worden 
sein.  Woher  stammt  zudem  der  Kopf,  den  man 
der  Statuette  aufgesetzt  hat.  doch  augenscheinlich 
ohne  zu  erkennen,  daß  er  eine  Replik  des  Kopfes 
der  Melpomene  sei?  Sollte  er  nicht  an  der  gleichen 
Stelle  zu  Tage  gekommen  sein  und  dadurch  zu  der 
gewaltsamen  Operation  des  Restaurators  Veranlas- 
sung gegeben  haben?  Bakchische  Attribute  finden 
sieh  auch  bei  derTlialeia  im  Musensaal  und  der  bak- 
chische Rebenkrauz  ebenda  bei  d«r  Melpomene. 
Sie  wären  bei  der  Trägerin  der  Flöten  — mit 
ihnen  lassen  sich  die  Hände,  wie  es  bei  der  Sta- 
tuette im  Vatican  geschehen  ist,  ohne  Schwierig- 
keit ergänzen  — , bei  der  Trägerin  des  bakchischen 
Instrumentes  xot’  igox^v  ohne  Weiteres  zu  erklären, 
und  es  sei  daran  erinnert,  daß  sich  auf  Delos 
eine  sehr  schöne  Statue  gefunden  hat,  die  eine 
Nebris  ganz  ähnlich,  wie  unser  Typus,  umgegürtet  ! 
trägt  und  ebenfalls  als  Muse  anerkannt  wor- 
den ist,  trotzdem  ihr  weitere,  irgendwie  bezeich- 
nende Attribute  fehlen  (Bulletin  de  corr  hell.  1907, 

S.  403  ff.,  Nr.  8,  pl.  16;  S.  Reinach,  repertoire  de 
la  stat.  IV,  p.  178,  Nr.  7;  sie  wurde  zusammen  mit 
einem  Apollon,  einer  Uto  und  Artemis  im  Qiiar-  \ 
tier  du  theätre  gefunden). 

Können  wir,  ihre  Deutung  als  Muse  zu-  j 
gegeben,  unsere  Figur  einer  bestimmten  Musen-  I 
gruppe  zuschreiben  V leb  habe  in  meiner  Schrift 
über  die  Basis  des  Praxiteles  in  Mantinea, 
S.  44,  da  mir  damals  von  den  Repliken  nur  die 
Statuette  im  Vatican  bekannt  war,  diese  mit  der 
aus  Ambrakia  entführten  Gruppe  im  Tempel  des 
Hercules  Musariun  in  Zusammenhang  bringen 
wollen]  Das  ist  aufzugeben.  Dagegen  ist  Folgendes 
zu  beachten.  Fine  Replik  wurde  zusammen  mit 
einer  Wiederholung  der  Polyhymnia  im  Musensaal 
gefunden.  Die  Statuette  im  Vatican  ist  mit  einer 
Replik  des  Kopfes  der  Melpomene  ebenda  aus 


gestattet*),  der  möglicherweise  aus  dem  gleichen 
Funde  stammt;  wenigstens  können  wir  keine  Spu- 
ren, weder  monumentale  noch  schriftliche,  eines 
entsprechenden  Fundes  nachweisen.  In  Kopen- 
hagen und  in  Stockholm  stehen  Repliken  unseres 
Typus  zwischen  solchen  der  Musengmppe  im 
Musensaale,  ohne  daß  sich  irgend  eine  stilistische 
Dissonanz  ergäbe.  Betrachtet  man  die  betreffende 
Tafel  der  Antiken  Kunstvaerker  in  der  Ny-Carls- 
berg-Glyptothek,  so  kann  man  die  nahe  stilisti- 
sche Verwandtschaft  dieser  Figur  mit  den  neben- 
stehenden Nr.  394  n.  396  nicht  verkennen;  man 
vergleiche  die  steil  hängenden  Falten  mit  denen 
der  Nr.  396  und  dis  Stellung  des  Spielbeines  saromt 
den  umgebenden  Falten  mit  der  gleichen  Partie 
auf  Nr.  394.  Die  Art,  wie  die  Schulterlockeu  an 
unserem  Typus  behandelt  sind,  gleicht  durchaus 
der  Art,  wie  die  im  Rücken  sich  ausbreitenden 
Locken  an  der  sog.  Polyhymnia  gebildet  sind. 
Dazu  kommt  nun,  daß  der  Kopf  derKopenhagencr 
Figur  sich  in  mehr  als  einer  Hinsicht  mit  den 
sichern  Köpfen  der  vaticanischen  Musengruppe, 
vor  allem  wieder  mit  dem  der  sog.  Polyhymnia, 
vergleichen  lässt,  Kurz,  ich  halte  es  für  sehr 
| wahrscheinlich,  daß  wir  das  Bild  jener  Gruppe 
mit  unserem  Typus  ergänzen  können.  Unter  den 
bisher  nachgewiesenen  Gliedern  der  Gruppe  fehlt 
die  Muse  mit  den  Flöten,  die  nicht  gefehlt 
haben  kaun**).  Es  ist  hier  nicht  der  Ort,  mich  über 
den  stilistischen  Charakter  des  ganzen  Werkes 

•j  Ashby  hat  in  der  Ansou  ia  a.  a.  0.,  PostScript  am  za 
p.  &*,  auf  meine  Veranlassung  hin  die  Frage  aufgeworfen, 
ob  nicht  die  Muscnstatuette  Nr.  183  in  der  Üalleria  dei 
candelabri,  eine  Wiederholung  der  Terpalchore  im  Musen- 
saale,  zu  demselben  Kunde  gehurt  haben  konnte.  Genauere 
Vergleichung  hat  mich  belehrt,  daß  sie  in  einem  kleineren 
.Maaliatabe  gearbeitet  ist,  als  die  Statuette  in  der  Sale  a 
forma  di  cruce  greca.  Die  Zusammengehörigkeit  läßt  sieh 
also  nicht  einmal  wahrscheinlich  machen. 

**)  Die  Gruppe  w äre  demnach  vollständig  beisammen. 
Im  Vatican  sind  sieben  Figuren  erhalten.  Als  achte  lat 
zweifellos  eine  sitzende  Muse  der  Sammlung  Ludovisi  zu 
erachten  (Amelung,  Basis  des  Praxiteles,  S.  85  Anm.; 
Psribeni,  Guida  del  Museo  nszionale  routano,  S 60.  Nr.20v 
bin  312).  Der  erhaltene  Unterkörper  stimmt  stilistisch  voll- 
kommen zu  seinem  Gegenstück,  einer  Wiederholung  der 
vaticanischen  Klio.  Ks  lehrt  uns  gleichzeitig,  daß  bei  der 
t'omposition  der  Gruppe  auf  derartig  paarweise  Entspre- 
chungen Bedacht  genommen  war.  Die  neunte  Muse  wäre 
dann  dl»  oben  besprochene.  — Die  beiden  sitzenden 
Musensiatnen,  die  in  Madrid  mit  einigen  Repliken  der 
valicunischen  Musen  vereinigt  sind  (Nr.  1588  u.  1568  der 
VI.  Serie),  unterscheiden  sich  für  meine  Augen  stilistisch 
| sllzustark  von  ihren  Genossinnen,  als  daß  ich  zugeben 
könnte,  wir  dürften  in  ihnen  die  fehlenden  Teile  der 
Gruppe  erkennen,  selbst  wenn  wir  uns  auf  die  Aussage 
des  Ligorio  verlassen  wollten,  der  behauptet,  die  Madrider 
: Musen  seien  alle  zusammen  gefunden. 


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63  vn,  1994—2000 

auszulassen;  ich  halte  durchaus  daran  fest,  daß 
ca  nur  im  praxiteliscben  Kreise  entstanden  sein 
kann,  halte  mich  aber  davon  Überzeugen  lassen, 
daß  wir  nicht  genügend  Anhaltspunkte  haben,  um 
cs  Praxiteles  selbst  zuzuschreiben  (vgl.  den  Text 
zu  Nr.  1568  in  unserer  VI.  Serio).  Zum  Schluß 
noch  eine  Beobachtung:  bei  der  Compoeition  der 
Figur  hat  augenscheinlich  die  Athens  des  Myron 
Pate  gestanden.  , 

1994.  Statuette  einer  alten  Frau,  die 
ein  ßückchen  mit  den  Knieen  und  boiden  Händen 
aufrecht  vor  sich  hält.  Die  Statuette,  die  sich  noch 
bei  Jandolo  befindet,  ist  jetzt  ergänzt  und  in  diesem 
Zustande  von  Pollak  in  dem  Auctionskataloge 
der  Collection  Woodyat  (1912)  publiciert  worden 
(S.  39,  Nr.  278,  Taf.  XVI).  Die  Höhe  des  ergänzten 
Stückes  ist  auf  70  cm  angegeben,  der  Marmor  als 
pentelisch.  Derbe,  decorative  Arbeit  aus  der 
Kaiserzeit. 

1995.  Statue  des  Atlas.  Ehemals  bei  K. 
Jandolo  (Via  Margutta  51).  Ich  habe  das  Stück 
nie  gesehen,  kann  also  keine  Angaben  darüber 
machen,  ob  die  Nase  ergänzt  ist.  Ein  großer  Teil 
dee  Kopfes  (mit  dem  r.  Auge)  ist  augenscheinlich 
angesetzt  und  konnte  auch  ergänzt  sein.  Die 
Statue  war,  wie  man  aus  der  Abplattung  des 
Globus  oben  entnehmen  kann,  als  Stützfigur 
verwendet.  Dem  entspricht  ihre  Ausführung. 
Der  Torso  erinnert  in  den  allgemeinen  Zügen  an 
den  Laokoon.  Man  wird  das  Original  vielleicht 
einem  rhodischen  Künstler  des  letzten  vorchrist- 
lichen Jahrhunderts  zuschreiben  dürfen  Vgl.  E— A 
Nr.  1410  und  1814. 

1996.  Fragment  einer  kolossalen  Rei- 
terstatue. Nach  Angabe  des  Antiquars  A. 
Jandolo,  bei  dem  sich  das  Fragment  jetzt  befin- 
det, waren  die  Teile,  aus  denen  es  besteht,  verbaut 
in  eine  Mauer  in  der  Nähe  von  Sassoferrato ; das 
Fragment  würde  demnach  von  einem  monumen- 
talen Denkmal  der  alten  .Stadt  Kentinum  stammen. 
II.  1,38  m (dabei  ist  oin  stützender  Block  unter 
dem  Banch  des  Pferdes  mitgemeasen ; auf  der 
Photographie  ist  von  ihm  nur  der  Ansatz  sicht- 
bar) ; L.  0,96  m.  Feinkürniger,  gelblicher  Marmor. 
Das  Pferd  war  in  zwei  Stücken  gearbeitet,  Vorder- 
und  Hinterteil  In  der  glatten  Anschlußfläche  des 
erhaltenen  Fragmentes  befindet  sich  in  der  Mitte 
ein  großes  Dflbelloch.  Besonders  gearbeitet  und 
angestückt  waren  auch  die  Unterschenkel  (mit 
den  Knieen)  des  Reiters,  von  dem  sich  nur  das 
Gesäß  mit  einem  Teil  der  Oberschenkel  erhalten 
hat.  Er  war  mit  einem  kurzen  Gewand  bekleidet, 
trug  also  militärisches  Kostüm.  Den  Brustriemen 


Rom  (Kunsthandel)  64 


des  Pferdes,  der  an  die  Satteldecke  befestigt  ist, 
schmücken  ein  Gorgoneion  und  stilisierte  Ranken 
in  Relief.  Das  Pferd  ist  vorzüglich  modelliert 
Die  Arbeit  muß  aus  der  zweiten  Hälfte  des 
1.  Jahrhunderts  n.  Chr.  stammen. 

1997.  Jugendlicher  männlicher  Torso 
mit  weichen  Formen.  Nicht  mehr  bei  Jandolo 
Da  ich  das  Stück  nicht  »eiltet  gesehen  habe, 
wage  ich  kein  Urteil  Uber  seinen  Wert  zu 
fallen.  Auffällig  ist  die  Hebung  der  I.  Brust  und 
Schulter:  demnach  scheint  es,  als  sei  der  I Ellen- 
bogen leicht  anfgelehnt  gewesen.  Die  Stütze,  deren 
Rest  wir  an  der  1.  Hüfte  bemerken,  hätte  demnach 
diese  mit  dem  Gegenstand  verbunden,  auf  den  sich 
der  Arm  lehnte  Es  scheint  auch,  als  sei  der  Unter- 
körper besonders  gearbeitet  und  angestückt  gewe- 
sen; nach  der  Form  des  untern  Abschnittes  am 
Torso  müßte  man  annehmen,  daß  die  Ober- 
schenkel mit  Gewand  umhüllt  waren  Man  ver- 
gleiche den  wohl  noch  strengeren  Hermes  in  Madrid 
(E— A Nr.  1686—1687)  und  den  weicheren  Bacchus 
Richelieu  mit  seinen  Repliken  oder  Varianten 
(E-A  Nr.  1627-1631). 

1998.  Torso  einer  männl  ichen  sitzen- 
den Figur.  Nicht  mehr  bei  Jandolo.  Auch  dieses 
.Stück  habe  ich  nicht  selbst  gesehen.  Das  Unterteil 
der  Figur  war  besonders  gearbeitet  und  angestückt. 
Zu  den  Motiven  des  Mantels  anf  den  Schultern  vgl. 
dieStatue,die  Lippold  (Grtech.  Porträtstatuen  S 81, 
Fig.  20)  zu  den  Büsten  dee  Metrodor  in  Beziehung 
gesetzt  hat.  Der  hier  Dargestellte  war  ein  jüngerer 
Mann.  Die  Bewegung  der  Anne  scheint  Behr  leb- 
haft gewesen  zu  sein;  im  Zusammenhang  damit  hat 
der  Körper  eine  aufrechte,  elastische  Haltung.  Die 
Arbeit  macht,  nach  der  Photographie  za  urteilen, 
einen  frischen,  gut  decorativen  Eindruck. 

1999.  2000.  Kopf  einer  Karyatide.  An- 
geblich aus  dem  Pal.  Camuccini  (nicht  bei  Matz- 
Duhn);  jetzt  bei  A.  Jandolo.  H.  des  Antiken  0,30  m. 
Feinkörniger,  gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Nase. 
Hals  und  Büste.  Kinn  und  Uppen  ausgeflickt  An 
dem  Fell,  das  den  Kopf  oben  umwindet,  allerlei 
Beschädigungen.  Es  handelt  sich  um  ein  Schweins- 
fell; der  deutlich  charakterisierte  Kopf  des  Feiles 
hängt  auf  der  r.  Profilseite  herab.  Auf  der  glatten 
Oberfläche  keine  Spur  einer  Verdübelung  des 
Gebälkes.  Gesicht  und  Haare  sind  im  Stile  der 
zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts  gehalten.  So. 
ausdruckslos  die  Formen  auch  im  Einzelnen  wieder 
gegeben  sind,  so  kann  doch  kein  Zweifel  sein,  daß 
wir  das  Original  eher  unter  den  Werken  der  ar- 
givisch-sikyonischen  Kunst  zu  suchen  haben,  als 
unter  denen  der  attischen  Schule.  Man  vergleiche 


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& 


66  vn,  2001—2006 


die  durchaus  phidiaaischen  Hydrophoren-Statuetteo 
des  Museo  Barracco  (Coli.  Barr.  pl.  42;  Uelbig, 
Führer,  3.  Aufl.  S.  624,  Nr.  1126,  1127),  die  als 
Unterlage  für  das  Wassergefäß  ein  I’antherfell 
benützen.  Wegen  des  Ferkelfelles  vgl.  die  Aus- 
führungen zu  unserer  Nr.  1993. 

2001,02.  Jünglingskopf.  Nicht  mehr 
bei  Jandolo;  mir  unbekannt.  Angeblich  nach 
Amerika  verkauft  Das  1.  Ohr  ist  leicht  verschwol- 
len.  Mäßige  Replik  des  Kopfes  des  Herakles 
l^tnsdowne.  Besonders  leer  die  Wangen,  die  zu 
ganz  bewegungslosen  Flächen  geworden  sind. 

200304.  R Stoischer  Porträtkopf. 
Gefunden  auf  dem  Esquilin.  Jetzt  bei  A Jandolo. 
II.  0,84  m.  Feinkürniger,  weißer  Marmor.  Ergänzt 
Nase,  beide  Brauen  größtenteils,  der  Unterteil  des 
Halses.  Stammt  von  der  Figur  eines  Togatus,  der 
die  Toga  über  den  Kopf  gezogen  hat,  also  opfernd 
dargestellt  war.  Der  Kopf  war  besonders  gear- 
beitet und  eingesetzt;  daher  der  gerade  Abschnitt 
des  Teiles  der  Toga,  der  den  Hinterkopf  bedeckt. 
F.in  Streifen  des  senkrechten  Randes  neben  dein 
r.  Ohr  war  angesetzt.  Oben  ein  Sprung  im  Marmor. 
Lebendige,  nicht  sorgfältig  ausgeführte  Arbeit  aus 
den  letzten  Zeiten  der  Republik. 

2005.  Fragment  eines  griechischen 
Reliefs.  Nicht  mehr  bei  Jandolo.  Mir  unbekannt. 
Augenscheinlich  Teil  eines  Votivreliefs.  Die  Stele 
scheint  nicht  höher  gewesen  zu  sein,  als  sie  erhalten 
ist  Wohl  aus  der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahr- 
hunderts; der  Pferdetypus  entspricht  nicht  dem 
des  Parthenonfricscs.  Vgl.  Svoronos,  Das  Athener 
Nationalmuseum,  Text  II,  S.  466,  Abh.  220. 

2006.  Grabrelief,  Darstel  lung  eines 
Ehre nsess eis.  Jetzt  bei  A Jandolo.  II.  0,87 m,  Br. 
1,02  m.  Reliefhühe  0,23  m.  Feinkörniger  gelblicher 
Marmor.  Die  Platte  ist  auf  ihrer  Rückseite  geglättet 
und  warmittels  zweier  Klammern,  deren  Löcher  sich 
auf  der  Obertläebc  rechts  nnd  links  erhalten  haben, 
an  einem  rückwärts  anstoßenden  Klock  befestigt. 
Auf  der  Vorderseite  ist  ein  breiter,  hoher  Sitz  darge- 
stellt, der  auf  vier,  je  zu  zweit  gekreuzten  Löwen- 
beinen ruht;  nur  das  linke  dieser  beiden  Paare  hat 
sich  ganz  erhalten.  Das  mit  drei  breiten  Riemen  um- 
schnürte  Polster  ruht  zwischen  zwei  viereckigen 
leisten  auf  einem  hohen,  kasteuartigen  Unterlager 
mit  Reliefachmuck.  In  der  Mitte  ein  Akanthuskelch 
mit  zwei  gewundenen  Ranken,  die  je  ein  Tier  um- 
schließen, links  einen  anspringenden  Löwen,  rechts 
einen  zum  Angriff  sich  stellenden  Eber.  Rechts  und 
links  von  diesem  Mittelteil  zwischen  den  Beinen 
und  den  das  Kissen  einscbließenden  Leisten  je 
eine  Karyatide  mit  doppelt  gegürtetem  Gewände. 


Rom  (Knnsthandel)  66 


Beide  halten  in  der  einen  gesenkten  Hand  eine 
kleine  Blumenguirlande  und  stützen  mit  der  an- 
dern erhobenen  Hand  eine  jener  Leisten,  die  sie 
auf  ihrem  Kopf  zn  tragen  scheinen.  Als  Basis 
dient  ihnen  je  eine,  der  oberen  an  Größe  ent- 
sprechende leiste,  deren  Vorderseite  sich  nur 
rechts  erhalten  hat.  Darauf  ist  in  Flachrelief  der 
Apex  eines  Flamen  dargestellt.  Rechts  und  links 
von  den  Karyatiden  ragt  das  hohe  L’nterlager  des 
Kissens  noch  etwas  über  die  Beine  vor,  jederseits 
geschmückt  mit  der  Rcliefdarstellung  eines  stehen- 
den Eroten,  der  mit  der  einen  Hand  eine  gesenkte 
Fackel  auf  deu  Boden,  die  andere  Hand  auf  die 
Hüfte  stützt.  Unter  diesen  vorspringenden  Teilen 
hängen  je  zwei  Enden  eines  schärpenartigen,  be- 
fransten Tuches  nieder.  Unter  dem  linken  hat  sich 
ein  cylinderförmiger  Gegenstand  mit  breitem  oberen 
Rande  erhalten,  wohl  eine  hohe  Schachtel  mit  Dek- 
kel;  rechts  ist  die  entsprechende  Ecke  des  Monu- 
ments abgeschlagen.  In  der  Mitte  zwischen  den 
Löwenbeinen  steht  eine  hohe,  würfelförmige  Fuß- 
bank am  Boden.  Jederseits  zwischen  ihr  und  dem 
Beine  ist  der  Oberkörper  eines  kleinen,  orienta- 
lisch gekleideten  Knaben  mit  dichten  Locken  unter 
der  „phry  gischen“  Mütze  angebracht;  beide  haben 
ihre  Hände  gleichmäßig  auf  den  Rücken  gelegt 
(augenscheinlich  gebunden  gedacht).  Die  Falten 
des  Rockes  sind  nnten  bis  an  die  Grundfläche  des 
Reliefs  zurückgeführt;  die  Oberkörper  haben  sich 
also  niemals  nach  unten  fortgesetzt;  auch  durch 
Malerei  konnte  das  Fehlende  nicht  ersetzt  sein. 
Auf  der  Oberfläche  des  Polsters  ist  in  der  Mitte 
eine  Einarbeitung  elliptischer  Form;  hier  muß 
irgend  ein  Gegenstand  eingesetzt  gewesen  sein. 

Ein  in  vielen  Punkten  entsprechendes  Monu- 
ment befindet  sich  in  der  Ny-Carlsberg-Glyptothek 
zu  Kopenhagen  (abgebildet:  Ant.  Kunstvaerker, 
Tsf.  LXX,  Nr.  817).  Auch  dort  handelt  es 
sieh  um  die  Rcliefdarstellung  eines  entspre- 
chenden Sitzes,  dessen  Beine  ganz  vom  Grunde 
abgebrochen  sind  (ihre  Spuren  sind  auch  auf 
der  Abbildung  zu  erkennen).  Die  Ornamente 
des  Sitzes  enthalten  keine  figürlichen  Ele- 
mente. Der  Schemel  ist  viel  schmäler  (merkwürdig 
schmal  und  hoch).  An  derselben  Stelle  sind  auch 
hier  Oberkörper  von  orientalischen  Knaben  an- 
gebracht, die  Hände  auf  den  Kücken  gelegt,  und 
wie  auf  unaerin  Relief  sind  die  Falten  des  Rockes 
unten  bis  an  den  Grund  hcrumgeführt,  ein  sicheres 
Zeichen  dafür,  daß  die  Beine  niemals  vorhanden 
waren  *)  Zwischen  diesen  Proteinen  und  den  Sporen 

•j  Herr  Dr.  l'oalsen  schreibt  mir  darüber  aus  Kopen- 
hagen „Unter  dem  unteren  Gewandrande  der  Barbaren 


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57 


VII,  2007-2011 


Rom  (Kunathandel) 


58 


der  Stuhlbeine  befindet  eich  je  ein  seltsamer  Gegen- 
stand, beide  einander  gleich.  Sie  sehen  auf  den 
ernten  Blick  wie  Keulen  aus  mit  einer  Einschnü- 
rung am  unteren  schmäleren  Ende,  sind  aber  ganz 
glatt  Ihre  Bedeutung  ist  mir  Tollkommen  rätsel- 
haft geblieben,  auch  nachdem  mir  ein  von  Herrn 
Dir.  Jacobsen  und  Dr.  Pouisen  gütigst  besorgter 
Abguß  des  rechten  von  ihnen  eine  deutlichere  Vor- 
stellung von  ihrem  Aussehen  als  die  Abbildung 
vermittelt  hatte.  Auf  dem  Polster  liegt  ein  dichter 
Kranz  mit  großen  Blättern,  kleinen  Früchten  und 
einer  ovalen  Platte  an  der  Stirnseite.  Augen- 
scheinlich handelt  es  sich  um  einen  Lorbeerkranz 
mit  einem  großen  Edelstein,  wie  ihn  der  Apollon 
in  der  Sala  della  muse  und  der  Nero  in  der  Sala 
dei  busti  (vgl.  auch  unsere  Nr.  1088)  trägt 
Wir  dürfen  voraussetzen,  daß  ein  derartiger 
Kranz,  hier  aber  wohl  in  Bronze  ausge- 
fObrb  auch  auf  unserem  Relief  an  der  entspre- 
chenden Stelle  angebracht  war;  zu  seiner  Befesti- 
gung diente  die  Vertiefung  in  der  Oberfläche  des 
Polsters.  Über  dem  Sitze  frei  im  Raume  schwe- 
bend, zum  Teil  von  dem  Kranze  verdeckt,  ist  dann 
in  Kopenhagen  noch  einSccpter  dargestellt,  das  an 
seinem  oberen  Teile  mit  einer  nackten  bärtigen 
Büste  verziert  ist.  Die  Büste  hat  die  zu  Trajans 
Zeit  übliche  Form.  Auch  von  dem  Kopfe  liegt  mir 
ein  Abguß  vor,  dem  icb  aber  nur  entnehmen  kann, 
daß  es  sich  augenscheinlich  um  ein  Porträt,  aber 
zweifelsohne  um  kein  römisches  handelt.  Die  Haare 
sind  wirr;  der  Bart  ist  lang  und  zottelig,  unten 
in  zwei  Telle  gespalten.  Während  wir  das  Kopcn- 
hagener  Relief  nach  der  Büstenform  in  trojanische 
Zeit  datieren  können,  ist  das  römische  Relief  seiner 
Ausführung  nach  nicht  vor  der  antoninischen  Zeit 
entstanden.  Es  giebt  eine  ganze  Anzahl  entspre- 
chender Reliefdarstellungen,  die  bei  Conze,  Röm. 
Bildwerke  einheimischen  Fundorts  in  Oesterreich  1 11, 
8.8  ff.,  T.X1V,  XV  besprochen  und  z.  T.  publiciert 
sind  (zu  D vgl.  Dütachke,  Ant.  Bildw.  in  Ober- 
Italien  506  u.  Gummerus,  Jahrb.  d.  J 1913,  8.103, 
Abb.  21  n.  8. 122,  n.51,  zu  E Matz-Duhn,  Zerstr. 
Bildw.  in  Rom  III,  8704  u.  Verliandl.  der  Philo- 
logcn-Versamrolung  in  München,  1891.  8.  262). 
Die  Uobersicht  Uber  die  ganze  Gruppe  ergicbt  als 
zweifellos,  daß  es  sich  um  Grabrcliefs  handelt  und 
daß  die  dargestellten  Sessel  mit  ihrem  Schmuck 

stabt  der  Keßeficriind  nach  Aussage  unseres  hiesigen  Hi!,! 
bauers  mehr  als  hoch  genug,  um  daraus  die  Beine  heraus, 
xuarbeiten.  Paß  man  solche  bilden  wollte,  ist  ja  freilich 
damit  nicht  gesagt.4  Und  jedenfalls  müßte  uian  doch  am 
Unterleibe  die  Stolle  constatieren  können,  wo  die  Beine 
dem  natürlichen  Organismus  entsprechend  hatten  aesctzen 
sollen.  Vgl.  zudem  den  Schluß  dieses  Artikels. 


bestimmte  Ehrungen  der  Verstorbenen  vergegen- 
wärtigen, doch  scheint  es  nicht  erlaubt,  die  Sessel 
mit  der  „sella  curulis*  gleichzusctzeu.  Verschiedent- 
lich kehren  jene  halben  ßtützfiguren  wieder  (aber 
nicht  orientalisch  gekleidet),  ebenso  der  Ehren- 
kranz auf  dem  Kissen;  einmal  findet  sich  auch  die 
runde  Schachtel  an  der  Seite  wieder.  Die  ganze  Frage 
verdiente  eine  erneute  Untersuchung  auf  Grund  voll- 
ständiger Sammlung  des  einschlägigen  Materiales. 

2007/08-  Fragmente  eines  Grabge- 
bäudes  aus  der  Umgebung  von  Ghieti.  Vgl.  die 
sorgfältige  Publication  und  Reconstruction  von  Ghis- 
ianzoni  in  den  Monumenti  antichi  pnbbl.  per  cura 
della  R.  Accademia  dei  Lincei  XIX,  1909,  p.  542  ff., 
T.  I— III,  und  Helbig,  Führer,  8.  Aufl.,  II.  Nr.  1526. 

2009-  , Gruppe  des  Dionysos  mit  einem 
Löwen.  Einst  im  Hofe  des  Gollegio  Nazareno  in 
Rom  (Matz-Duhn  1,  Nr.  359),  dann  bei  dem  Antiquar 
Simonctti,  Via  Vittoria  Colonna,  Pal.  Odesealchi). 
Publiciert  von  Cultrera  in  seiner  Schrift  „Dioniso 
e il  leone*  (1911).  Ergänzt:  Kopf  und  Hals,  das 
r.  Schlüsselbein,  einige  Finger  der  1.  Hand,  Kleinig- 
keiten an  dem  Löwenmaul.  Der  r.  Unterschenkel, 
den  Matz-Dnhn  als  ergänzt  angeben,  war  augen- 
scheinlich nur  gebrochen.  Für  die  Leitung  des 
Wassers,  das  der  Löwe  spie,  sind  in  seinem  Nacken 
zwei  runde  Löcher  eingebohrt.  Ein  viereckiges  Loch 
in  dem  Hinterteil  des  Dionysos  zum  Einsetzen  eines 
Metalldübels.  AU  diese  Bohrungen  sind  so  roh, 
daß  man  aie  kaum  dem  Bildbauer  der  Gruppe  Zu- 
trauen darf,  ein  so  geringer  Künstler  er  auch 
gewesen  sein  mag.  Es  ist  deshalb  zweifelhaft,  ob 
das  Werk  auch  ursprünglich  zum  Schmuck  eines 
Brunnens  bestimmt  war.  Der  Gott  sitzt  augen- 
scheinlich auf  einem  Pantherfell,  nicht  Löwcnfell, 
wie  Matz-Duhn  behaupten.  Das  Motiv  des  sitzen- 
den Gottes  ist  sehr  schön  erfunden  und  läßt  es 
begreiflich  erscheinen . daß  wir  zwei  weitere  W ieder- 
holungen  des  gleichen  Originales  besitzen:  Clarac 
686,  1611  und  666,  1529.  Zu  Grunde  liegt  viel- 
leicht noch  ein  Original  des  5.  J&hrh.  v.  Chr. 

2010/11.  Männlicher  Torso.  Aufge- 
nommen vor  10  Jahren  bei  Simonettl.  H.  0,95  m. 
Großkryetalllnischer,  gelblicher  Marmor.  Eisen- 
dübel  in  den  Ansätzen  des  Halses  und  beider 
Arme  Ein  Eisenring  im  Rücken.  Ergänzt:  ein 
längllchea  Stück  im  I.  Oberschenkel  hinten.  Beide 
Oberarme  waren  gesenkt,  der  1.  leicht  rüokwärts, 
der  r.  vorgestreckt;  der  Kopf  war  nach  der  r., 
etwas  erhobenen  Schulter  gewendet.  Der  Torso 
stammt  von  einer  nicht  sohr  foin,  aber  lebendig 
gearbeiteten  Copie  eines  Originales  vom  Ende  des 
4.  Jahrhunderts.  Charakteristisch  ist  besonders  die 

6* 


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VII,  2012-2016 


Rom  (Knnsthandei) 


60 


stark  realistische,  lysippischcn  Einfluß  verratende 
Behandlung  der  Hilft-  und  Weichenpartie.  Msn 
vergleiche  die  Ansicht  des  Kückens  mit  der  des 
Apollon  Nr.  1987. 

2012.  Statue  des  Hermes.  Aufgenommon 
vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti.  U.  1,93  m.  Grob- 
kristallinischer, gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Kopf 
mit  Hals  (der  antike  Kopf  war  eingesetzt),  r.  Ann, 
I.  Hand,  Flicken  im  r.  Oberschenkel,  das  r.  Knie, 
r.  Fußgelenk,  Teile  des  r.  Fußes,  I.  Unterschenkel 
mit  Fuß,  fast  die  ganze  Plinthc.  Bruch  im  r.  Ober- 
schenkel. Ein  kleiner  Puntello  für  das  Attribut 
der  L.  hat  sich  auf  der  obersten  Falte  der  Chla- 
mys  auf  dem  1.  Unterarm  erhalten.  Man  wird 
danach  am  ehesten  geneigt  sein,  ein  Kerykeion  zu 
zu  ergänzen,  das  im  übrigen  freistehend  ausgefiibrt 
war.  Der  Körper  ist  eine  etwas  allgemein  gehal- 
tene Copie  eines  polykletischen  Typus  (Jahrbuch 
d.  arch  Inst.  XXIII,  1908,  S . 204  IT  •,  Helbig,  Führer, 
3.  Auf!.,  Nr.  184),  den  der  Copist  nur  durch  die 
Zutat  der  Chlamys  variiert  hat 

2013.  Statue  des  Apollon.  Ehemals  im 
Pal.  Altemps  (Chirac  540  B,  921  D),  dann  in  der 
VillaMartinori-Poniatowsky(Matz-Duhn  I,  Nr.  193), 
vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti.  H.  1,84  m.  Groß- 
krystallinischer,  gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Nase, 
Oberlippe,  r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarms  an, 
I.  Hand  mit  Teil  des  Armes,  der  r.  Unterschenkel 
ganz,  der  I.  halb,  die  Plinthe  und  der  untere  Teil 
des  Stammes,  an  der  Kithara  Teilo  beider  Hörner 
und  der  Steg.  Der  Kopf  war  gebrochen  (Matz- 
Duhn  bezweifeln  seine  Zugehörigkeit).  Sehr  be- 
stoßen. Das  Motiv  des  wenig  erfreulichen  Werk«» 
ist  uns  noch  in  drei  anderen  Fassungen  erhalten : 
in  zwei  Statuen  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg  (Ant. 
Kunstvaerker,  T.  VI,  Nr.  73,  74)  und  in  einer 
unterlebensgroßen  Figur  im  Schlosse  zu  Urbino, 
von  der  mir  zwei  von  Herrn  Dr.  Weege  aufge- 
nommene Photographien  vorliegen.  Am  einfach- 
sten giebt  das  Motiv  die  Statue  Nr.  74  der  Glypto- 
thek. An  sie  schließt  sich  die  römische  an,  die 
allein  von  allen  mit  der  besonders  kleinlich  wir- 
kenden Chlamys  ausgestattet  ist  Bei  der  Kopen- 
hagener  Figur  Nr.  78  ist  der  Körper  stärker 
gedreht  und  geschwungen  als  bei  jenen  beiden, 
doch  werden  sic  darin  noch  Ubcrbotcn  von  dem 
A|iollon  in  Urbino,  dessen  Composition  an  die 
des  bogenspaunvndeu  Eros  erinnert.  Die  römische 
Statne  macht  einen  so  schwächlichen  Eindruck, 
daß  man  sie  nicht  auf  ein  Original  etwa  des  4.  Jahr- 
hunderts wird  zuriiekführen  wollen.  Wir  werden 
hier  eines  der  sog.  ncuattischen  Werke  geringster 
Qualität  aus  römischer  Zeit  vor  uns  haben. 


2014.  Statue  der  Artemis.  Ehemals  im 
Pal.  Vidoni  (Clarac  838  B,  2026  A;  Braun,  Ant 
Marmorwerke  1 2;  Matz-Duhn  I,  Nr.  687),  vor  zehn 
Jahren  bei  Simonetti,  jetzt  in  der  Glyptothek  Ny- 
Carlsberg  (Ant  Kunstvaerker,  T.  VII,  Nr.  89). 

H.  1,85  m.  Großkrystalliniscber,  weißer  Marmor  mit 
grauen  Adern.  Ergänzt:  kleine  Stücke  an  den 
Seiten  der  Stephane,  die  untere  Ilälftc  der  Nase, 
der  ganze  r.  Arm,  die  L.  mit  der  Hälfte  des  Unter- 
arms, die  Spitzen  der  großen  Zehen,  die  Stütze 
am  1.  Oberschenkel  außen  bis  auf  den  Ansatz, 
nach  dem  die  Stütze  ursprünglich  nicht  so  weit 
nach  vorne  ragte.  Der  Kopf  ist  nie  von  dem 
Körper  getrennt  gewesen.  Iris  und  Pupillen  sind 
eingegraben ; Bohrlöcher  in  den  Mundwinkeln.  V on 
dem  Hunde  sind  nur  das  Hinterteil  mit  den  Hin- 
terbeinen und  die  Vorderpfoton  erhalten  (zwei 
Löcher  zur  Befestigung  der  einst  vorhandenen 
Ergänzung  aus  Gips).  Die  L.  wird  den  Bogen 
gehalten  haben,  dessen  unteres  Ende  mit  der  er- 
wähnten Stütze  zusammenhing,  die  R vielleicht 
einen  Speer  oder  eine  Fackel.  Das  Fell,  das  die 
Göttin  trägt,  ist  an  dem  Kopte  als  Schwelnsfel! 
kenntlich  (seltsam  für  Artemis,  die  aber  doch 
augenscheinlich  dargesteilt  ist).  Äußerlich  elegante 
Copie  eines  früh-hellenistischen  Originals,  ausge-  ' 
führt  in  der  Zeit  der  Antonine. 

2015.  Statne  der  Aphrodite.  Aufge- 
nommen vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti.  H.  1,89  m. 
Feinkrystallinischer,  weißer  Marmor.  Ergänzt:  an 
der  Figur  der  Göttin  Kopf  mit  Hals,  r.  Arm  mit 
Hand,  1.  Unterarm  mit  Hand  (der  Gewandzipfel 
war  gebrochen),  an  dem  Eros  Kopf  mit  Hals  und 
r.  Arm.  Amor  und  Delphin  waren  mehrfach  ge- 
brochen. Die  Composition  ist  aus  der  des  capi- 
tolinischen  Aphrodite- Typus  abgeleitet.  Zugefügt 
ist  das  Gewand  und  dor  Eros,  der  den  Schwanz 
des  Delphins  mit  dem  1.  Arm  umfaßt  hält.  Es  giebt 
eine  ganze  Reihe  ähnlicher  Varianten,  „Schöp- 
fungen* neu-attischer  Künstler  in  römischer  Zeit. 

2016.  TorsoeinerStatue  ttc  derAphro- 
dite.  Aufgcnommen  vor  zehn  Jahren  bei  Simo- 
netti. H 0,62m.  Feinkrystallinischer,  gelblicherMar- 
mor.  Von  dem  Typus  sind  viele  Wiederholungen 
und  Varianten,  meist  in  Bronze,  erhalten  (Vieles 
gesammelt  in  Reinachs  röpertoire  de  la  statnaire). 

An  der  1.  Brust  sind  Reste  einer  kleinen  HaDd  er- 
halton;  Eros  stand  also  auf  dem  I.  Oberschenkel 
der  Göttin  oder  auf  einer  Stütze  daneben  (vgl. 
Rcinach  a.  a.  O.  II  2,  S.  806,  1).  Um  den  Hals 
hängt  ein  weiter  Reifen,  an  ihm  vorn  ein  Medaillon 
mit  Gorgoneion  (?).  An  beiden  Oberarmen  Reste 
von  Armbändern  in  Schlangenform.  Beide  Giutäen 


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61 


VH,  2017-2022 


Rom  (Kunsthandel) 


62 


sind  beschädigt,  au  dem  1.  Ansatz  der  Stütze.  Die 
Arbeit  ist  gut,  aber  ohne  Zartheit  ausgcführt 

2017.  Obert  eil  der  Statue  einer  sitzen- 
den weiblichen  Figur.  Ehemals  im  l’ai.Vidoni 
(Clarac  632  0,  1425  E;  Matz-Duhn  I,  Nr.  722), 
vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti,  jetzt  in  der  Glyp- 
tothek Ny-Carlsberg.  H.  der  ganzen  Figur  1,35  m 
Feinkörniger,  hellgrauer  Marmor.  Ergänzt:  Nase, 
Hals,  beide  Arme,  das  emporgezogene  Stück  des 
Mantels,  der  Knopf  auf  der  1.  Schulter,  die  Spitze 
der  r.  Ilrust  und  das  ganze  Unterteil  der  Figur  bis 
auf  ein  Stück  des  I.  Oberschenkels  (man  erkennt 
die  Trennungsiinie  von  Antikem  und  Modernem 
auf  der  Photographie;  sie  beginnt  an  der  r.  Hüfte, 
verläuft  horizontal  bis  oberhalb  der  Scham,  dann 
schräg  nach  vorn).  Der  Kopf  gehört  nicht  zu 
dem  Körper:  hinter  den  Ohren  fielen  Locken 
nieder,  die  auf  den  Schultern  Spuren  hinter- 
lassen haben  müüten;  ferner  sind  auf  dem  Ober- 
kopf Ausätzo  des  r.  Unterarmes  und  der  r.  Hand 
erhalten.  Die  Statue,  zu  der  der  Kopf  gehörte, 
hatte  also  das  Motiv  des  Apollino  in  Florenz,  wäh- 
rend für  die  Statue,  von  der  der  Torso  stammt, 
das  Motiv  des  einporgezogenen  Mantels  gesichert 
ist.  Das  Original  der  schlecht  gearbeiteten  Figur 
hat  der  Gruppe  von  Werken  angehört,  die  wir 
dem  Kreise  des  Timotheos  zuschrcibcn  dürfen.  Der 
Kopf  ist  in  dieser  charakterlosen  Wiedergabe  un- 
bestimmbar. 

2018.  Erotisches  Symplegma.  Gefunden 
in  Montecelio  (dem  alten  C'orniculnm).  Aufgenom- 
men vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti.  L.  0,67  m. 
H.0,60  m Br.  0,275  m.  Grobkristallinischer  weifler 
Marmor.  Sehr  schöne  Gruppierung.  Flotte,  deco- 
rative  Arbeit  hellenistischen  Stils.  Vgl.  Köm.  Mit- 
teilungen XVII,  1 1102,  S.  272  f,  Fig.  2 (Zeichnung 
des  Lagers). 

2019.  Statue  eines  Togatus.  Vor  zehn 
Jahren  bei  Simonetti,  jetzt  in  der  Glypothck  Ny- 
Carlsberg  (AnL  Kunstvaerkcr  T.  XXXX,  Nr.  52S). 
11.  2,03  m.  Pentuliacher  Marmor  Ergänzt:  Nase. 
Mund,  Teil  des  Halses  unten,  beide  Hände  mit  der 
ganzen  Holle,  Vorderteil  des  r.  Fußes  und  der 
l’linthe.  Das  I.  Ohr  ist  beschädigt,  das  r.  abge- 
schlagen. Der  Kopf  ist  iu  den  Körper  eingesetzt; 
seine  Zugehörigkeit  zum  Körper  ist  nicht  absolut 
sicher,  aber  wahrscheinlich.  Daß  cs  sich  um  die 
Darstellung  eines  Homers  bandelt,  beweist  das 
Schuhwerk  — römische  ealeei  — und  der  rund- 
liche Schnitt  des  Mantels  am  unteren  Bande.  Der 
Umwurf  unterscheidet  sich  noch  nicht  von  dem 
•les  Ilimation;  er  entspricht  der  in  der  rcpubli- 
caniachen  Zeit  üblichen  Art,  die  Toga  zu  tragen, 


wie  wir  sie  auf  frühen  römischen  Grabsteinen,  auf 
verschiedenen  Platten  des  Frieses  der  Ara  Pacis 
und  an  einer  Statue  des  capitolioischen  Museums 
finden  (Amclung,  Die  Gewandung  d.  alten  Griechen 
u.  Römer,  erklärender  Text  zu  XVI— XX  der  Ta- 
bulae  quibus  antiquitatea  Gr.  et  Rom.  iilustrantur, 
herauageg  von  Cybulski,  S.  45,  Abb.  27).  Die 
Kupenhagcner  Statnc  ist,  wie  wir  aus  der  Qualität 
des  Marmors  schließen  können,  in  Athen  gearbeitet 
worden  Der  griechische  Bildhauer  hat  den  Wurf 
der  Toga  mit  Motiven  belebt,  wie  wir  sie  ähnlich 
an  zwei  griechischen  Uimationstatuen  (Aeschincs 
und  Jüngling  von  Eretria,  E—  A Nr.  624)  finden, 
wie  sie  aber  dem  nüchternen  Ordnungssinn  der 
Römer  wenig  entsprochen  haben  dürften.  Diese 
wird  eine  Darstellung,  wie  sie  die  capitoünische 
Statue  bietet,  sicher  mehr  befriedigt  haben.  Man 
vergleiche  auch  den  etwa  gleichzeitigen  Togfttus 
auf  dem  Suovetaarilicn-Relief  des  DomitiusAheno- 
barbus  rechts  vom  Altar,  und  zu  dem  Unterschiede 
zwischen  der  üblichen  schematischen  Darstellung 
eines  Togatus,  der  römischen  Mode  entsprechend, 
und  einer  griechisch-individualistischen  Wieder- 
gabe. diesmal  mit  Einmischung  hellenistischer  Stil- 
elemente, Knote- Watzinger,  Magnesia  a.M,S.  211  f., 
Abb.  214  und  215;  beide  Figuren  stammen  aus 
der  ersten  KaiscrzeiL 

2020.  Kopf  dea  Apollon.  Aufgenommen 
vor  10  Jahren  bei  Simonetti.  H.  0,31  m.  Fein- 
körniger, gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Nase  und 
Mund.  Der  Kopf  gibt  in  wenig  detaillierter  Aus- 
führung und  matter  Auffassung  den  Typus  des 
„Caaaeler“  Apollon  wieder. 

2021.  Kopf  des  Hermes  Propylaios. 
Aiifgenunimen  vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti. 
Nähere  Angaben  fehlen  mir.  Sicher  ergänzt  die  Nase 
und  die  Riistc.  Der  Kopf  giebt  den  gleichen  Typus 
wieder,  wie  der  Hermes  Propylaios  von  Per- 
gamon, also  den  von  Alkamenes  für  den  Zugang 
zur  Akropolis  geschaffenen  Typus,  ist  aber  keine 
genaue  Replik  der  pergameniarhen  Copie.  Die 
Gesichtszüge  sind  hier  etwas  modernisiert,  die 
Schncckciiiöckchen  nicht  so  hoch  und  regelinäüig 
aufgetiirmt.  Der  Bart  ist  hier  sorgfältiger  aus- 
geführt;  darin  allein  besteht  der  Wert  des  Kopfes. 
Alle  anderen  Züge  gibt  die  Herme  aus  Pergamon 
strenger  und  bedeutender. 

2022.  Kopf  der  Athcna.  Aufgenomnien  vor 
zehn  Jahren  bei  Simonetti.  Gefunden  am  Mecres- 
strande  in  Süd-Toscana  Die  ganze  r.  Kopfhälfte 
ist  vom  Wasser  zerstört;  ebenso  die  Vorderspitze 
und  der  oberste  Teil  des  Helmes,  wo  aller  das 
laich  zur  Befestigung  des  Helmbusches  noch  sicht- 


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63 


VII,  2023—2031 


Koni  (Kunsthandel)  64 


bar  geblieben  Ist.  H.  0,325  m.  Grobkörniger, 
grauer  Marmor.  Der  Kopf  ist  zum  Einsetzen  in 
den  Körper  hergerichtet.  Über  den  Typus  vgl. 
Brunn- Bruckmann,  Denkmäler  Nr.  608  (mit  Text 
von  Arndt)  und  Wochenschrift  für  klass.  Philologie 
1911,  S.  599  f.,  wo  der  hier  besprochene  Kopf  be- 
reits erwähnt  ist.  Darnach  handelt  cs  sich  um 
eine  einfach  gearbeitete  Copie  nach  dem  Werke 
eines  dem  Praxiteles  gleichzeitigen  und  verwandten 
Bildhauers.  Eine  sorgfältiger  gearbeitete  und  besser 
erhaltene  Replik,  die  in  der  Sammlung  Stroganotf 
war,  ist  auf  jener  Tafel  der  Bruckmannschen  Denk- 
mäler publiciert. 

2023.  Kopf  ei  n es  J iinglings.  Aufgenom- 
men vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti.  II.  0,315  m 
Feinkörniger,  hellgrauer  Marmor.  Beide  Ohren 
nnd  die  Nasenspitze  fehlen.  Iris  und  Pupille  sind 
eingegraben.  Danach  eine  in  der  Zeit  der  Anto- 
nine gearbeitete  Copie  nach  einem  Werke  des 
4.  Jahrhunderts.  Künstlerisch  wenig  bedeutend. 

2024  25.  Mädchenkopf.  Vor  zehn  Jahren 
bei  Simonetti,  jetzt  in  der  Glyptothek  Ny-Carlsberg 
(Ant  Kunstvaerker  T.  LXXlll,Nr.  3G5a).  11.0,27  m 
Feinkörniger,  weiller  Marmor.  Ergänzt:  Nase  und 
Kinn.  Der  Schopf  der  auf  dem  Oberkopfe  zusam- 
mengebundenen Haare  ist  abgebrochen.  Zart  gear- 
beitete Copie  nach  einem  liebenswürdigen  Originale 
aus  der  ersten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts.  Hinter 
dem  1.  Ohr  hat  sich  der  Ansatz  einer  gewundenen 
Schulterlocke  erhalten. 

2026.  Jünglingsköpfehen.  Aufgenommen 
vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti.  n.  0,15  in.  Fein- 
körniger gelblicher  Marmor.  Original-griechische 
Arbeit  aus  dem  Beginn  der  hellenistischen  Zeit. 
Die  Augen  sind  in  der  Art  des  Skopas  gebildet. 
Eine  Schnur  umschließt  den  dichtgelockten  Hinter- 
kopf. Stilistisch  verwandte  Köpfchen  haben  sich 
besonders  in  Ägypten  gefunden;  vgl. E— A Nr  905. 

2027/28.  Römischer  Porträtkopf.  Vor 
zehn  Jahren  bei  Simonetti,  jetzt  in  der  Glyptothek 
Ny-Carlsberg  (Ant.  Kunstvaerker,  T.  XXXXIV, 
Nr.  560).  H.  des  Kopfes  0,235  m.  Feinkörniger 
hellgrauer  Marmor.  Ergänzt:  Nase,  Kinn  mit  Teil 
der  Unterlippe,  Ohren,  Hals  mit  Büste.  Eminentes 
Charakterbild  eines  römischen  Hallunken  ans  den 
letzten  Jahrzehnten  der  Republik. 

2029.  Kleine  bronzene  Büste  eines 
römisch cnWagcnlenkers.  Aufgenommen  vor 
zehn  Jahren  bei  Simonetti.  Die  Büste  ist  hohl  und 
sollte  augenscheinlich  auf  einen  hölzernen  Schaft 
aufgesetzt  werden.  Die  Augensterne  sind  einge- 
bohrt nnd  waren  jedenfalls  not  einer  gläuzeuden 
schwarzen  Masse  gefüllt.  Das  kleine  Stück  kann 


zur  Verzierung  eines  Möbels  gedient  haben  oder 
auch  als  Weihgeschenk  in  einem  Tempel  aufge- 
stellt gewesen  sein,  wie  die  Marmorhermen  der 
Wagenlenker,  die  sich  jetzt  im  Tbermen-Musenm 
befinden,  in  dem  Heiligtum  des  Hercules  cubans  ge- 
weiht waren(Helbig,  Führer,  3.  Aufl.,Nr.l431— 1437). 
Deutlich  ist  das  Riemengeflecht  um  Brust  und  Schul- 
tern angegeben.  Der  Kopf  ist  ganz  mit  einem  eng 
anliegenden  Helme  bedeckt,  der  unter  dem  Kinn 
verschnürt  ist  und  die  Ohren  freiläßt;  vgl.  zu 
dieser  Form  Amelung,  Führer  durch  die  Ant.  in 
Florenz,  Nr.  263,  und  Kathar.  Esdaile  im  Journal 
of  roman  studies  I,  1911,  ,9.  219  fF.  (hier  ist  zwi- 
schen derartigen  Helmen  griechischer  Athleten  so- 
wie römischer  Wagenlenker  und  den  apices  der 
römischon  flamines  nicht  geschieden). 

2030.  Fragment  eines  attischenReliefs 
(Votivreliefs?).  Aufgenommen  vor  zehn  Jahren  bei 
Simonetti.  H.  0,36  m Br.  0,35  m.  Pentelischer  Mar- 
mor. Ein  bärtiger  Mann,  ein  Jüngling,  ein  Knabe 
stehen  nach  rechts  gewendet  hinter  einander.  Der 
Bärtige  wendet  den  Kopf  dem  Beschauer  entgegen. 
Wenn  das  Fragment  von  einem  Votivrelicf  stammt, 
müssen  die  Männer  Götter  oder  Heroen  sein,  da 
ihre  Köpfe  den  oberen  Rand  berühren.  Der  Bär- 
tige könnte  Asklepios  sein;  doch  können  die 
Jünglinge  nicht  seine  Söhne  darstellen.  Einfache 
Arbeit  des  4 Jahrhunderts. 

2031.  Friesplatte  mit  drei  Rakchan- 
t innen.  Aufgenommen  vor  zehn  Jahren  bei 
■Simonetti.  Jetzt  im  Louvre  (Michon,  Monum.  Piot 
XVIII,  p.  177  ff,  pl.  14;  S.  Reinach,  röpert.  de 
rcl  gr.  et  rom.II,  p.289,  Nr.  4).  H. 0,775  m.  L.  1,02m. 
Feinkörniger  hollgrauer  Marmor.  Oben  und  unten  je 
zwei  Klammerspuren.  Vielfache  gewaltsame  Ver- 
letzungen. Links  eine  Bakchantin,  die  in  heftiger 
Tauzbewegung  einen  Thyrsos  schwingt.  Gewand 
und  Nebris  flattern  nm  ihre  Gestalt.  Der  I.  Arm 
Ist  abgebrochen;  er  war  mit  heftigem  Gestus  nach 
links  gestreckt  Die  mittlere  Figur  scheint  die 
Hecken  geschlagen  zu  haben;  sie  wendete  ihren 
Kopf  nach  links.  Dieser  und  der  r.  Arm  sind  ver- 
loren. Die  rechte  Bakchantin  war  dargestellt,  wie 
sic  l>ei  wildem  Tanze  die  Doppolflötcn  blies.  Die 

; Flöte,  die  von  der  r.  Hand  gehalten  wurde,  war 
nur  gemalt;  die  andere  ist  mit  dem  1.  Arm  ver- 
loren gegangen.  Dio  Haare  sind  in  einer  Haube  ge- 
borgen ; der  Mantel  ist  um  die  Hüften  geschlungen 
und  vorne  verknotet.  Die  Compositiou  ist  außer- 
ordentlich gut;  die  Bewegungen  sind  mit  großem 
Temperament  und  viel  Natürlichkeit  wiederge- 
geben. Die  Behaudlnng  der  Gewänder  ist  nicht 
: fein,  aber  sehr  flott  und  von  starker  decorativer 


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& VII,  2082— 203? 


Wirkung.  Wenn  das  Stück  nickt  geradezu  von 
einem  derben,  nur  auf  den  äußeren  Effect  hin 
gearbeiteten,  hellenistischen  Friese  stammt,  liegt 
uns  der  Rest  einer  sehr  geschickten  Cople  nach 
einem  solchen  vor. 

2032.  Relief-Fragment:  Satyr  sein 
Schwänzchen  haschend.  Gefunden  nach 
Angabe  von  Simonetti,  bei  dem  das  Fragment  vor 
zehn  Jahren  aufgenommen  wurde,  in  der  Villa  des 
Hadrian  bei  Tivoli.  H.  0,68  m.  Br.  0,34  m.  Fein- 
kürnigergelblicher Marmor.  Pendant  des  bekannten 
Reliefs  im  Museo  Chiaramonti  Nr.  708  (Vaticao- 
Katalog  I,  S.  797  f.).  Beide  können  sehr  wohl  aus 
hadrianischer  Zeit  stammen. 

2033.  Sarkophag-Fragment.  Aus  Nea- 
pel. Aufgenommen  vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti. 

H.  0,745  m.  Br.  0,80  m.  Kleinkrystaliinischer, 
weither  Marmor.  Das  Fragment  stammt  von  einem 
hervorragend  gut  gearbeiteten  „Hochzeit« “-Sarko- 
phage. Links  sind  die  Figuren  der  Inno  l’ronuba 
und  des  Ehemanns  zum  Teil  erhalten.  Der  Mann 
streckte  seine  Rechte  nach  der  Gattin  aus  und  hielt 
mit  der  Linken  deu  Zipfel  des  Mantels,  der 
um  die  Hüfte  gezogen  Ist,  eine«  auf  der  r. 
Schulter  geknöpften  Paludamentums.  Rechts  von 
dem  Manne,  halb  von  ihm  verdeckt,  ein  Gefolgs- 
mann, der  ein  Schwert  in  der  L.  trägt  (sein  Ober- 
körper ist  übermäßig  gestreckt,  um  den  Kopf  ganz 
sichtbar  werdon  zu  lassen).  Von  rechts,  wo  ein 
Vurhang  im  Hintergründe  gespannt  ist,  führt  ein 
Popa  mit  der  R.  den  Opferstier  heran.  Er  hält 
mit  der  L.  den  Stiel  des  Opferbeiles  und  trägt  an 
der  1.  Hüfte  das  Futteral  mit  den  Schlachtmessern. 
Da  er  den  Kopf  nach  r.  wendet,  muß  hier  min- 
destens nocli  eine  Figur  dargestellt  gewesen  sein. 
Der  Stier  trägt  auf  dein  Kopfe  den  in  später 
Kaiserzeit  üblichen,  giebelförmigen  Opferschmuck. 
Die  drei  männlichen  Köpfe  sind  vollbärtig.  Dar- 
nach und  nach  dem  ikonischcn  Typus  der  Köpfe 
war  der  Sarkophag  eine  Arbeit  der  hadriani- 
schen  Zeit. 

2034.  Fragment  eines  römischen,  hi- 
storischen Reliefs  mit  Darstellung  eines  Trium- 
phes. Ehemals  im  Besitze  der  Giustiniaui  (tiallcria 
Giustiniana  II,  T.  86),  vor  zehn  Jahren  bei  Simonetti. 
U 0,63  m.  Br.  1,00  iu  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  die  beiden  Hochrelief-Köpfe,  die 

I.  Hand  des  1.  stehenden  Mannes,  ein  Teil  des  in 
seinem  r.  Arm  gehaltenen  Stabes,  die  ganze  untere 
Hälfte  des  Reliefs.  Links  ist  ein  aufgezäumter 
Pferdekopf  fast  ganz  erhalten.  An  seiner  Schnauze 
ein  großer  Ansatz;  hier  lag  jedenfalls  die  Hand 
einer  Figur  an,  die  mit  dem  Führen  des  Pferdes 


Rom  (Kunsthandel)  66 


betraut  war.  Im  Hintergründe  schreiten  nach  rechts 
zwei  bekränzte  Tuba-Bläser  dem  Pferde  voran. 
Der  rechte  trägt  Uber  der  Tunica  den  im  Rücken 
niederhängendeu  Mantel;  an  dem  linken  sieht  man 
nur  ein  Stück  diese«  Mantels.  Im  Vordergründe 
steht  rechts  von  dem  Pferde  tlem  Beschauer  zu- 
gekehrt ein  Mann,  der  eine  Tunica  trägt  und  einen 
Mantel,  von  dem  ein  Zipfel  über  die  r.  Schulter 
vorgezogen  ist  — es  kann  sich  also  nicht  um  die 
Toga  handeln  — , während  über  dio  I.  Schulter 
ein  größerer  Teil  herüberhängt,  dessen  Rand  von 
der  erhobenen  L.  gefaßt  wird.  Die  gesenkte  R. 
hält  einen  runden  Stab  (die  Ergänzung  muß  rich- 
tig sein),  an  dem  wahrscheinlich  eine  Fahne  be- 
festigt war.  Rechts  steht  ebenfalls  dem  Beschauer 
zugewendet  ein  Tngatua  (nach  meinen  vor  dem 
Marmor  gemachten  Notizen  wäre  die  Toga  Uber 
den  liiuterkopf  gezogen  gewesen).  Nach  dem  Stil 
des  Erhaltenen,  der  realistischen  Darstellung  der 
Bläser  — vorzüglich  1 — und  dem  Pferdetypus  zu 
urteilen,  stammt  das  Fragment  von  einem  Denk- 
mal der  tiavischen  Zeit. 

2035—37.  Kopf  eines  jugendlichen 
K riegers.  Ehemals  im  Kunsthandel,  jetzt  im  Ther- 
men-Museum  (Paribeui,  Gulda  de)  tuuaeo  nazionale 
romano  [1911], S.  79,  Nr.  315).  H.0,35m.  Feinkörni- 
ger, weißer  Marmor.  Der  Kopf,  der  mitleidslos  mit 
Säuren  gereinigt  ist,  wendet  sich  leicht  nach  seiner 
r.  Schulter.  Er  trägt  einen  attischen  Heim,  dessen 
Oberteil  nach  Art  der  sogen,  phrygischen  Mütze 
geformt  ist.  Rechts  und  links  von  dem  erhöhten 
Mittelteil  je  ein  Löwe,  beide  nur  in  Kesten  er- 
halten; die  Vorderbeine  der  Tiere  haben  jeder- 
seits  Spuren  auf  dem  vorderen  Rande  des  Helmes 
(unterlassen.  Ungewöhnlich  ist  das  Vorderteil  des 
Helmes  gestaltet.  Ober  den  Obren  je  eine  in  schwa- 
chem Relief  ausgcfllhrte  Volute,  von  deren  oberster 
Rundling  nach  vorne  je  eine  gerade,  horizontale 
Kandlinie  ausgebt;  beide  Linien  sind  dadurch  mar- 
kiert, daß  der  Marmor  unter  ihnen  leicht  vertieft 
ist,  und  endigen  ihrerseits  wiederum  je  in  einer 
Volute.  Zwischen  diesen  beiden  vorderen  Voluten 
bleibt  ein  kleiner  Zwischenraum.  Die  beiden  andern 
über  den  Ohren  müssen  sich  einst  nach  vorne  in 
einem  aufgekrempten  Rande  Uber  der  Stirn  fort- 
gesetzt haben,  im  Nacken  der  übliche  enganlie- 
gende Nackenschutz  des  attischen  Helmes,  unter 
dem  eine  Reihe  merkwürdig  schematisch  geord- 
neter Haar-Enden  zum  Vorschein  kommt  (merk- 
würdig schematisch  besonders  im  Gegensätze  zu 
den  krausen  Löckchen  um  Stirn  und  Schläfen). 
Wir  erhalten  damit  eine  Helmform,  von  der  zu- 
letzt L.  Curtius  in  dem  Texte  zu  Brunn-Bruckmann 


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G7 


VII,  2038  - 2045 


Rom  (Kunsthandel,  Rai.  Caetanl,  Villa  Lante) 


68 


T. 601— 604,  Amn.  9,  Beispiele  gesammelt  hat;  vgl 
auch  Helbig,  Collection  Barracco,  pl.  40  (derselbe, 
Führer,  3.  Aufl,  I,  Nr.  1089).  Doch  scheinen  sich 
nirgends  sonst  die  von  den  seitlichen  Voluten  aus- 
gehenden Handlinien,  die  ihrerseits  wieder  vorn 
in  Voluten  endigen,  und  die  Vertiefung  darunter 
zu  finden.  Es  soll  nicht  verschwiegen  werden,  dali 
ehemals,  als  der  Kopf  sich  im  Knnsthandel  befand, 
gegen  seine  Echtheit  Zweifel  geäußert  worden  sind, 
und  es  ist  in  der  Tat  sonderbar,  daß  der  Stimrand 
des  Helmes,  der  doch  vorhanden  gewesen  sein  muß, 
so  sauber  abbrechen  konnte,  ohne  daß  die  Härchen 
darunter  irgendwie  gelitten  hätten.  Man  sollte  auch 
meinen,  der  Hand  hätte  einen  andern  Bruch  hin 
terlassen  müssen,  eine  Fortsetzung  des  Bruch- 
streifens an  der  Uber  dem  r.  Ohr  befindlichen 
Volute  unten.  Tatsächlich  setzt  sich  dieser  Streifen 
gar  nicht  fort,  und  sein  Abbrechen  durfte  schwer 
erklärbar  sein.  Weiter  hat  man  nicht  ohne  Grund 
gefragt,  wie  es  denn  dem  Bildhauer  möglich  ge- 
wesen sei,  unter  dem  vorstehenden  Hände  die 
Härchen  mit  aller  Feinheit  bis  dicht  an  die  Bruch- 
linie auszumeißeln  Endlich  sitzt  der  Nackenschutz 
merkwürdig  hoch  auf  dem  Halse  Die  Behandlung 
mittels  Säuren  ist  so  gründlich  gewesen,  daß  sich 
aus  dem  Zustande  der  Oberfläche,  die  ihre  Patina 
vollkommen  verloren  hat,  nichts  mehr  entnehmen 
läßt.  Andrerseits  macht  iler  Kopf  in  stilistischer 
Hinsicht  keinen  ungünstigen  Eindruck,  wenn  er 
auch  oeben  den  Werken,  mit  denen  man  ihn  am 
ehesten  verglcicheu  kann.  d.  h neben  den  von 
Curtius  a a.  0.  behandelten  Köpfen,  matt  und  un- 
bedeutend wirkt. 

2038  39.  Polykletischer  Jünglings- 
kopf. Genaue  Replik  des  Typus  (lall.  d.  statne, 
Nr.  251.  Ergänzt : die  Nase  Gute  Arbeit.  Ehemals 
im  Besitze  des  Conte  Rocchi;  nach  dessen  Tode  ; 
i.  J.  1907  verkauft  in  einer  von  dem  Antiquar 
G.  Giacomini  (Conto  Vittorio-Kmanuele  101)  ver- 
anstalteten Vendita  (Katalog  tav.  VI);  jetzt  in 
New  York:  Bulletin  of  the  Metropol  Mus.  of  art 
III,  1908,  S.  7,  Abb.  7;  Amelting,  Vatican  Katalog  1 
11,  S.  416;  Jahrb.  d.  Inst  1908  (XXIII),  S 204,  j 
Anrn.  12,  Nr.  10  (Lippold). 

2040  41.  Kopf  des  Priapos.  Jetzt  bei 
dem  Kunsthändler  A.  Barsanti,  Via  Sistina  137. 
II.  0,28  m Kleinkörniger  hellgrauer  Marmor.  Er- 
gänzt: die  Nase.  Ein  Teil  de»  Bruststückes  war  ge- 
brochen Der  gut  gearbeitete  Kopf  ist  bestimmt,  in 
eine  Statue  eingesetzt  zu  werden.  Reste  der  Bartzot 
teln  auf  dem  Bruststück.  Priapos  ist  kenntlich  an  der 
weiblichen  Haube  und  dem  kindisch-senilen  Aus- 
druck des  Mundes.  Die  Haare  sind  nach  Weiber- 


art frisiert,  die  Bartlocken  zierlich  gerollt.  Augen- 
scheinlich liegt  ein  frühhellenistisches  Original  zu 
Grunde. 

Palazzo  Caetarti. 

2042/43.  Jünglingskopf.  Matz-Duhn  I, 
Nr.  1673;  v.  BieAkowski  im  Wiener  Eranos  zur 
50. Philologen- Versammlung  in  Graz  1909,  8. 304  f , 
Fig.  2,  3.  Replik  eines  Kopfes  Im  Museo  Barracco; 
Helbig,  Coli.  Barr.,  pl  55  (derselbe,  Führer,  3.  Aufl., 
I,  Nr.  1106)  Ergänzt;  Nasenspitze  und  Bruststück. 
Beider  ist  das  Gesicht  mit  Säuren  geputzt  wor- 
den. Der  Vergleich  der  beiden  Repliken  ist  nicht 
uninteressant.  C.istdnrchwcg  feiner  gearbeitet  (man 
vergleiche  besonders  die  Haare  auf  den  Profüanfnah  • 
men).  Dieser  8inn  für  Feinheit  scheint  aber  bei  dem 
('opisten  auch  die  allgemeine  Auffassung  beeinflußt 
zu  haben;  das  Untergesiebt  ist  bei  ihm  schmaler 
geraten,  der  Mund  weniger  energisch,  der  Ausdruck 
der  Augen  etwas  schläfrig  (die  Lider  sind  stärker 
betont  und  weniger  geöffnet).  Im  Ganzen  ist  C. 
liebenswürdiger  und  schwächer,  B.  weit  energischer 
und  lebensvoller;  in  seinem  breiten  quadraten  Kinne 
liegt  etwas  von  brutaler  Kraft.  Ein  Zug,  wie  die 
eigenartige  Stellung  der  Augen  mit  dem  tiefen 
inneren  Winkel,  die  übrigens  an  der  großen  Bronze- 
statue von  Antikythera  wiederkehrt,  ist  an  C ganz 
verwischt  Sicherlich  giebt  die  derbere  Copie 
B.  die  besonderen,  bedeutenden  Eigenheiten  des 
Originales  mit  größerer  Treue  wieder.  Daneben 
behält  C.  durch  die  fast  vollständig  erhaltene  Nase, 
durch  die  besser  modellierte  Stirn  und  die  feiner 
ausgefilbrten  Haare  seinen  eigenen  Wert.  Vgl.  den 
Tezt  zu  E-A,  Nr.  222-224. 

Villa  Lante. 

2044.  Reliefkopf  eines  Windgottes. 
Gefunden  bei  einem  Neubau  in  der  Via  Buci- 
mazza,  unweit  des  Janus  quadrifrons.  Jetzt  Im 
Besitze  Prof.  Uelbigs  11.0,42  m.  Br.  0,40  m.  Fein- 
krystallinischcr  gelblicher  Marmor.  Oben  ist  Rand 
erhalten,  der  ursprünglich  stark  vorsprang.  An 
den  Lippen  Ansatz  des  Blasinstrumentes.  Deco- 
rative  Arbeit  des  2.  Jahrhunderts  n.  Chr.  Viel- 
leicht besteht  ein  Zusammenhang  zwischen  diesem 
Fragment  und  einem  Gebäude,  von  dem  Vitruv, 
de  diversis  fabricis  architectooicae  II  berichtet, 
einem  .Turm  der  Winde“  nach  Art  des  athenischen. 
Da  der  Fundort  unweit  des  Tibers  liegt,  könnte 
man  auch  an  eine  auf  Schifffahrt  bezügliche  Dar- 
stellung denken. 

2045.  Reliefkopf  einer  Viotoria  (?) 
Fundort  und  heutiger  Besitzer  wie  bei  Nr.  2044. 


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69  VII,  2046-2051 


H.  0,395  m,  Br.  0,42  m.  Feinkörniger  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  Nase,  1.  Braue,  beide  Lider, 
Mund,  Kinn.  Das  Geeicht  ist  geglättet.  Beeilte 
oben  zwei  BrUche.  Oben  hat  eich  Band  erhalten, 
der  ursprünglich  stark  voraprang.  Unter  dem  wage- 
rechten  der  beiden  Sprünge  sind  die  Federn  eines 
großen  Flügels  angegeben.  Der  weibliche  Kopf 
kann  seines  Geschlechtes  wegen  keine  Windgott- 
heit darstellen.  Er  erinnert  in  der  Anordnung  der 
Haare  stark  an  die  Victoria  von  Brescia  und  wird 
am  wahrscheinlichsten,  wie  diese,  die  Siegesgöttin 
darstellen.  Das  Fragment  kann  schon  deshalb 
nicht,  wie  man  in  Anbetracht  des  gleichen  Fund- 
ortes vermuten  könnte,  aus  der  gleichen  Darstel- 
lung oder  dem  gleichen  Cyclus  von  Darstellungen 
stammen,  wie  Nr.  2044,  da  es  seinem  Stile  nach 
in  erheblich  frühere  Zeit  datiert  werden  muß. 

Auditorium  des  Maecenas. 

2046.  Statuette  eines  stehenden  Mäd- 
chens. H.  0,72  m.  Feinkörniger  gelblicher  Mar- 
mor. Der  I.  Ellenbogen  war  anf  die  r.  Hand  ge- 
stützt, der  1.  Unterarm  erhoben.  Die  L.  zog  einen 
Zipfel  des  Mäntelchens,  das  auf  der  andern  Seite 
vom  r.  Ellenbogen  an  die  Hüfte  gedrückt  wird, 
über  die  1.  Schulter.  Wahrscheinlich  handelt  es 
sich  um  eine  Grabetatuctte  aus  der  Zeit  des  pelo- 
ponnesischen  Krieges.  Die  Arbeit  ist  nicht  fein, 
aber  griechisch. 

2047.  Statuette  eines  knieenden  Mäd- 
chens. H.  0,59  m.  Feinkörniger  gelblicher  Mar- 
mor. Der  r.  Arm  war  außen  neben  dem  r.  Bein 
abwärts  gestreckt,  ln  der  Linken  liegen  augen- 
scheinlich Blumen  mit  einem  Stengel,  der  sich  von 
dem  Pulse  des  Unterarms  abhebt.  Das  Mädchen 
war  also  blumenpHückend  dargestellt.  DieStatuette 
konnte  allein  stehen,  aber  auch  zu  einer  größeren 
Gruppe,  etwa  des  Raubes  der  Persephone,  gehören. 
Der  Chiton  gloitet  von  der  I. Schulter;  ein  Mantel 
ist  mit  einem  Ende  um  den  I.  Oberarm  goschlungen, 
daun  um  den  Kücken  gezogen  und  über  die  Beine 
gelegt  Die  Compositiou  der  Figur  ist  gut,  ihre 
Ausführung  nicht  ohne  Reiz,  aber  kaum  original. 
Die  Motive  entsprechen  dem  Stile  des  4.  Jahr- 
hunderts v.  Chr. 

Antiquarium  comunale 

(ehemals  im  Auditorium  des  Maecenas). 

2048  49.  F ragment  eines  weiblichen 
Kopfes.  H.0,21  m.  Feinkörniger  gelblicher  Mar- 
mor. Das  Fragment  stammt  von  einer  nicht  sehr 


Rom  (Auditorium,  Antiquarium)  70 


detailliert  ausgeführten  Replik  eines  Typus,  von 
dem  vier  weitere  und  besser  erhaltene  Exemplare 
bekannt  sind:  1.  im  Louvre  (Mahler,  Polyklet,S.  96, 
Fig.  25);  2.  im  Albertinum  in  Dresden  (von  Arndt 
photographiert);  3,  4.  in  der  Glyptothek  Ny-Carls- 
berg  (Ant.  Kunstvaerker,  T.  XXI,  Nr.  297  u.  298). 
Bei  2 ist  der  Hals  erhalten:  er  ist  zum  Einsetzen 
in  eine  Statue  hergericlitet  und  der  Kopf  gerade- 
aus gerichtet.  Mahler  bringt  den  Kopf  — für 
mein  Empfinden  ohne  überzeugende  Gründe  — mit 
Polyklet  in  Zusammenhang.  Zu  vergleichen  wegen 
der  Haartracht  mit  dem  breiten  Stirnbande  ist 
eine  weibliche  Ten-acottafigur  aus  Uhegion  im 
Bonner  Museum,  ein  Werk  aus  der  Mitte  des  5.  Jahr- 
hunderts. 

2050.  Fragment  eines  attischen  Votiv- 
reliefs. H.  0,20  m.  Br.  0,36  m.  Pentelischer  Mar- 
mor. Gefunden  auf  dem  Esquilin.  Erhalten  ist 
die  r.  untere  Ecke.  Auf  einem  Felsensitze  gegen 
einen  Baum  gelehnt  sitzt  eine  langgewandete  Figur, 
den  Mantel  um  die  Beine  geschlagen.  Sie  läßt 
ihre  I.  Hand  abwärts  hängen,  wo  vor  dem  Felsen- 
eitze ein  Rehlcin  mit  erhobenem  Kopfe  liegt.  Augen- 
scheinlich ist  die  Dargestellte  Artemis.  Das  außer- 
ordentlich feine  Fragment  stammt  aus  dem  4.  Jahr- 
hundert. Es  ist  beachtenswert,  wie  der  Künstler 
dem  besonderen  Charakter  der  Naturgöttin  durch 
Darstellung  des  Felsens  und  Baumes  Rechnung 
getragen  hat.  Uelbig,  Führer,  3.  Auf  1.,  I,  Nr.  1011. 

2051.  Fragment  einer  Metope  mit  dem 
Torso  eines  jugendlichen  Kriegers.  U.  0,86  m. 
Br.  0,51  m.  T.  der  Platte  ohne  die  Relieffigur  0,1 1 m. 
Feinkrystallinischer  weißer  (griechischer)  Marmor 
ln  der  schmalen  Oberfläche  ein  großes  viereckiges. 
Dübelloch.  Rechts  davon  ein  treppenförmiger  Bruch ; 
in  dem  zweiten  Absatz  eine  runde  Bahn  von  vorne 
nach  hinten  (kaum  ursprünglich . zu  welchem  Zwecke 
sollte  sie  gedient  haben  V).  Die  Grundfläche  des  Re- 
liefs wird  ol>en  abgeschlossen  mit  einem  breiton, 
horizontalen,  wenig  vortretenden  Streifen  Von 
der  Keliefdarstellung  hat  sich  nur  der  Torso  eines 
jugendlichen  Kriegers  mit  Schild  und  Chlamys  er- 
halten. Der  Schild,  den  der  Jüngling  am  I.  Arme 
trägt,  liegt  flach  auf  dem  Grunde,  so  daß  der  Torso 
vor  ihm  stellt.  Die  Chlamys  flattert  nach  links 
zurück,  entsprechend  der  Bewegung  der  Figur 
nach  rechts.  Der  r.  Arm  war  gesenkt;  die  R.  muß 
eine  Waffe  gehalten  haben.  Der  Kopf  war  augen- 
scheinlich nach  der  1.  Schulter  gewendet.  Wir 
müssen  annchuien,  daß  rechts  ein  Gegner  des  Krie- 
gers verloren  gegangen  ist.  Sehr  gute  decorative 
Arbeit  des  4.  Jahrhunderts.  Vgl.  Katterfeld,  die 
griech.  Metopenbilder. 

6 


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11  VII,  2052-2001 


Palazzo  Massimi  alle  colonne. 

2052/33.  Statue  eines  nackten,  als 
Krieger  ergänzten  Jünglings.  Matz-Duhn 
10*9.  Ergänzt:  die  Anne,  das  1.  Bein  vom  An- 
satz des  Oberschenkels  ab.  das  r.  Unterbein, 
Stamm  und  Plinthe*)  Der  Hals  ist  zwischengesetzt; 
vom  Kopf,  der  nicht  zugchßrt,  scheint  mir  die 
untere  Hälfte  antik  zu  sein;  sie  dürfte  von  einer 
Wiederholung  des  Ares  Borghese  stammen.  Die 
Statue  ist  stark  geputzt  und  geglättet.  Um  das 
Motiv  der  Figur  klar  zu  verstehen,  wären  Ver- 
suche mit  dem  Abguß  erforderlich;  die  Herstel- 
lung eines  solchen  ist  wünschenswert.  Die  Be- 
wegung erinnert  an  die  des  Poliuz  im  Louvre  (Gl- 
raudon  1207;  Mon.  d.  Ist.  X,  2;  Ann.  d.  J.  1874, 
Tav.  L);  nnr  ist  sie  im  Gegensinne.  Die  Masai- 
mische  Figur  wird  aber  etwas  jüngerer  Zeit  an- 
gehUren,  vorausgesetzt,  dass  nicht  die  Kenaissance- 
giättung  den  weicheren  Formencbarakter  erst  er- 
zeugt hat.  Furtwängler,  Meisterwerke  S.  S45  ff., 
hat  den  Pollux  und  seine  Verwandten  auf  Pytha- 
goras zurückgefUhrt. 

2054.  Statne  des  Asklepios  mitTeles- 
phoros.  Matz-Dnhn  62;  dort  die  ältere  Litteratnr. 
Phot  Moscioni  3831 . Ergänzt : Kopf,  r.  Arm,  l.  Hand 
des  Asklepios,  oberes  Ende  des  Schlangenstabes, 
sowie  ein  Stück  in  seiner  Mitte;  auch  der  Kopf 
des  Telespboros  schien  mir  neu.  Die  Arbeit  wird 
von  M— D mit  Unrecht  gering  geschätzt.  Wieder- 
holung der  Statue  im  Pal.  Iltti:  E— A 219—21, 
wo  die  übrigen  Repliken  erwähnt  sind;  eine  wei- 
tere auf  dem  Forum  ln  dem  Zimmer  am  Lacua 
Iutumae:  Reinacb,  Hcp.  III,  13,  9;  Holländer, 
Plastik  und  Medicin  (1912),  S.'64,  Fig.  82. 

2055.  Statue  eines  Kümers.  M -D  1288; 
dort  die  ältere  Litteratur.  Reinach,  Rep  III, 
178,  8;  hier  mit  Unrecht  verdächtigt.  Ergänzt: 
Kopf,  der  größere  Teil  des  r.  Vorderarms,  der 
I.  Unterarm  mit  Hand.  Das  Altertum  der  Füße 
samrnt  Plinthe  undScrinium  ist  ungewiß.  Der  Wurf 
der  Toga,  diu  des  urnbo  entbehrt  weist  die  Statue 
in  traiauische  Zeit;  vgl.  Amelung  im  Vatican- 
Katalog  zu  Belvedere  102  i.  Die  gleiche  Tracht 
hat  die,  danach  wohl  in  die  nämliche  Zeit  gehörige 
Statue  eines  Bärtigen  auf  dem  Forum  (Phot. 
Tuminello;  Lanciani,  ancient  Rome  in  tbe  light 
of  modern  discovcries,  p.  189  ff.,  mit  Abb.). 

2056.  Statue  eines  Löwen.  M— D 1G19; 
dort  ältere  Litteratur.  Plinthe,  Vorderbeine  und 

•)  Die  Abweichenden  ErginzanfTBunpafurn  von  Mata- 
Dubn  halte  ich  für  unrichtig,  höchstem  Uber  doo  I.  Uber- 
arm  und  den  I.  Oberschenkel  konnten  Zweifel  bestehen. 


Rom  (Massimi  alle  colonne,  Odescalchi)  72 

unterer  Teil  der  Hinterbeine,  sowie  das  Vorderteil 
der  Schnauze  neu.  Verwaschen.  Griechische  Grab- 
statue des  4.  Jahrhunderts. 

2057.  Relief  mit  Fasces  M— D 3870.  Die 
Beilgriffc  endigen  in  Köpfen  [von  I.  nach  r. : Greif, 
Löwe,  Ammon,  Stier  (V),  Adler  (?),  Löwe  (?)].  Vgl. 
M — D 3867,  3868,  3869,  3871;  nuova  descrizione 
dei  Museo  Capitolino  (1888),  p.  22,  No.  15;  p.  10 
(zwischen  No.  18  und  19).  Samterbei  Pauly-Wissowa 
s.  v.  fasces. 

Palazzo  Odescalchi. 

2058—80.  Kolossale  männliche  Statue. 
M— D 1028.  Ergänzt:  beide  Arme,  wahrscheinlich 
auch  die  Beine  von  oberhalb  der  Kniec  an  ab- 
wärts mit  Stamm  und  Plinthe,  der  äußerste  Teil 
des  Hinterkupfes.  vielleicht  auch  die  Nase.  An  der 
linken  Hüfte  die  Bruchstelle  einer  Stütze;  wahr- 
scheinlich lag  der  Arm  näher  am  Körper  an.  — 
Der  Kopf  zeigt  unleugbar  große  Verwandtschaft 
mit  dem  des  Diomcd,  während  der  Körper  eher  poly- 
kletWher  W eise  folgt.  Es  erhebt  sich  die  Frage, 
ob  hier  das  Werk  eines  älteren,  von  Polyklet  und 
„Kresilaa“  beeinflußten  Künstlers  vorliegt  oder  eine 
spätere  Contamination  Letztere  Annahme  verdient 
m.  E.  den  Vorzug:  der  Körper  ist  ganz  in  der 
Weise  der  im  Allgemeinen  polykletischc  Vorbilder 
benutzenden  Imperatorenstatuen  gearbeitet  Ihrer 
Koloesalität  wegen  möchte  man  die  Statue  für  das 
idealisierte  Porträt  eines  Römers  halten.  Doch 
läßt  der  Kopf,  anders  als  der  Hermes  Lecca 
(Ausonia  1907  [II],  tav.  XI,  XII)  oder  der  ehe- 
mals Marlboroughsche  Sard  mit  dem  Kopf  des 
Augustus  als  Hermes  (Furtwängler,  Gemmen 
XXXVIII,  30  = Auctionskatalog  Newton- Robinson, 
London,  22.  Juni  1909),  keiue  directen  Porträt- 
züge erkennen. 

2061.  Replik  derAphroditeValentini. 
M— D 606.  Furtwängler,  Meisterwerke  S.  654, 
Anm.  1.  Brnnn-Bruckmann,  Text  zu  Tafel  676, 
Amn.  6,  No.  b.*)  Ergänzt:  der  Kopf,  der  I.  Arm, 
der  r.  Unterarm  and  große  Stücke  dos  von  der 
I.  Schulter  herabhängeudea  Mantels.  In  der  Quali- 
tät steht  die  Replik  auf  der  Stufe  der  valenti- 
nischen;  das  iazzeronisebe  Exemplar  ist  von  den 

•)  16«  hier  unter«)  erwähnte  Statue  der  Cell  Penfill, 
Clerae  VS1,  2M9  C,  tet  doch  offenbar  uiil  der  Odescalchi- 
sehen  identisch  An  Ihre  Stelle  tritt  eie  fünfte  Replik 
ein  Paeticcio,  das  Ich  Vorjahren  leider  für  die  Glyptothek 
Ny-Carlsberg  erworben  habe  No  A12).  Es  stammt  angeb. 
lieb  ans  einem  der  Pnluei  Massimi  in  Rom  ( — M-I>  1M1  fi- 
lier Oberkörper  let  polykletiscben  Stils.  Des  Gene«  wer 
ln  der  Renelessnee  geschickt  es  einer  Zeuefignr  rosain- 
mengesetet  worden. 


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73 


VII,  2062-2074 


Rom  (Pal.  Mattei,  Palatin,  Pal.  Margherita) 


74 


mir  bekannten  das  beste.  — Der  Apolltypus,  den 
ich  (Text  zu  Brunn-Bruckmann  538/9)  Dir  ein 
Werk  des  gleichen  Künstlers  erklärt  habe,  ist, 
wie  ein  Vergleich  mit  dem  Exemplar  aus  Bulla 
Regia  ergibt  (Areh.  Anz.  1908,  S.  216,  Abb  4 
s=  Muste  Alaoui,  Suppl.,  pl.  XXXIV,  2).  wohl 
nur  eine  spätere  Schöpfung  mit  Benützung  von 
Gewandmotiven  der  Aphrodite  Vgl.  auch  Glarac 
438  F,  803  A. 

2062.  Männliche  Statue,  als  Herakles 
ergänzt.  M — D 108.  Ergänzt:  Kopf,  r.  Arm  von 
oberhalb  des  Ellenbogens  ab,  I.  Arm  bis  auf  den 
Ansatz,  I.  Bein  mit  Stamm  und  Plinthe,  r.  Unter- 
bein. Der  Stil  des  Torsos  erinnert  in  mancher 
Beziehung  an  den  des  Otnphalosapoll. 

2063.  JUnglingsstatue.  M— D 1010.  Er- 
gänzt: Kopf,  beide  Arme  und  beide  Beine  bis 
auf  die  Ansätze,  Stamm  und  Plinthe.  Vortreff- 
liche Arbeit  nach  einem  Vorbild  des  polykletischen 
Kreises  (vgl.  den  Hermes  Roboli,  E— A 103,  und 
E— A 327  [Giardino  Cors’ni  al  Prato]). 

2064.  JUnglingsstatue.  M— P?  Ergänzt: 
der  Kopf,  beide  Arme,  1.  Bein  von  Mitte  de»  Ober- 
schenkels ah,  r.  Bein  von  oberhalb  des  Knies 
ab,  Stamm  und  Plinthe.  Zeitlich  der  obigen  Ko  2062 
nahestehend. 

2065.  Statue  eine»  Jünglings.  M— D? 
Neu:  Kopf,  Arme,  Beine,  Stamm,  Plinthe.  Schulter- 
locken. Stil  des  4.  Jahrhunderts. 

Palazzo  Mattei. 

2066.  Replik  des  Doryphoros.  M— D 
1005.  Petersen,  Bull.  com.  1890,  p.  191.  Ergänzt: 
Kopf,  r.  Arm,  1.  voll  Mitte  des  Oberarm»  ab,  r. 
Bein  bis  auf  den  Ansatz,  1.  von  oberhalb  des 
Knies  ab,  Stamm  und  Plinthe. 

2067.  Replik  des  Diadumenos.  M— D 
1037.  Petersen  a.  a.  0.  Ergänzt:  Kopf,  1.  Arm, 
der  r,  bis  auf  den  Ansatz,  die  Beine  bis  auf  die 
Ansätze,  Stamm  und  Plinthe. 

2068.  Replik  des  Dresdner  Salbers. 
M— D 1025.  Petersen  a.  a 0.  Ergänzt:  Kopf  und 
Hals,  r.  Arm,  1.  Hand  mit  einem  Teil  de»  Vorder- 
armes, beide  Beine  bis  auf  die  Ansätze,  Stamm, 
Plinthe. 

2069.  Replik  des  Apollon  Lykeioa. 
M — D 1024.  Petersen  &.  a 0.  Ergänzt:  Kopf  und 
Hals,  1.  Arm,  beide  Unterbeine,  Stamm  und  Plinthe. 
Über  den  Cyclus,  zu  dem  die  vier  Athleten  2066—69 
gehört  haben,  vgl.  ander  Petersen»  citiertem  Auf- 
satz: Hauser,  Osterr.  Jahrcsh.  VIII  (1905),  8. 45 ff.: 
LX  (1906),  S.  279,  Anm.  1. 


Palatin. 

2070/71.  Jttnglingskopf.  Ehemals  be- 
festigt an  einem  modern  aufgemauerten  Pfeiler, 
jetzt  in  einem  der  Magazinräume  in  der  Villa 
Mills.  H.  0,18  m.  Feinkörniger,  hellgrauer  Marmor. 
Der  Kopf  ist  leicht  zur  r.  Schulter  gewendet.  Ein 
breites  Band  umschließt  die  Haare  und  ist  hinten 
verknotet  Jederseit»  ist  oberhalb  der  Obren  eine 
Haarschleife  über  das  Band  heraufgezogen,  wie 
bei  dem  bronzenen  bärtigen  Dionysoekopfe  in 
Neapel;  doch  ist  es  hier  nicht  klar  ersichtlich, 
wie  diese  Schleifen  mit  der  übrigen  Frisur  Zu- 
sammenhängen. Der  Kopf  ist  eine  sehr  oberflächlich 
gearbeitete  und  zudem  stark  zerstörte  Copie  nach 
einein  Originale  aus  der  Mitte  des  5.  Jahrhunderts 

2072/73.  Jünglingskopf.  War  an  dem 
gleichen  Pfeiler  befestigt  wie  Nr.  2070.  l’ente- 
lischer  Marmor.  Sehr  malt  ausgeführtc  und  stark 
zerstörte  Replik  des  Kopfe»  der  polykletischen 
Knabenstatue  in  Dreeden  (Furtwängler,  Meister- 
werke T.  XXVII).  Stimmt  in  der  Größe  mit  dem 
Dresdener  Exemplar  überein. 

Palazzo  Margherita. 

2074.  Rückseite  eines  weiblichen, 
kurzge  wendeten  Torsos.  H.  des  Antiken  0,95  m. 
Feinkörniger,  weißer  Marmor.  Steht  auf  der  Balu- 
strade eines  Daches,  ist  also  leider  von  vorne 
nicht  aufzunebmen.  Antik  ist  nnr  der  Torso. 
Bei  Schreiber,  Die  ant.  Bildw.  d.  Villa  Ludo- 
visl,  nicht  erwähnt.  Die  Figur  ist  stehend  dar- 
geetellt  mit  I.  Standbein ; die  Haltung  der  Arme 
ist  in  der  Bewegung  richtig  getroffen.  Das  Ge- 
wand könnte  man  einen  kurzen,  seitlich  ganz 
geschlossenen  Peplos  mit  kurzem  Apoptygma 
nennen.  Es  besteht  aus  einem  derben,  stark  go- 
rippten  Stoffe  und  wird  außer  durch  den  um  die 
Hüften  gebundenen  Gürtel  auch  noch  durch  kreuz- 
weise Brust  und  Rücken  aberschneidende  Schnüre 
gehalten,  um  bei  heftiger  Bewegung  nicht  allzu 
lebhaft  zu  flattern  oder  von  den  Schultern  zu 
gleiten.  Die  Dargcstcllte  kann  eine  Amazone 
oder  Atalan'o  gewesen  sein.  Die  Wiedergabe 
des  stark  gerippten  Gewandes  ist  auch  in  der 
flott  gearbeiteten  Copie  noch  von  großem  Reize 
Die  Breite  der  Gestalt,  das  einfache  Standraotjv 
und  der  große  Zug  in  den  krausen  Linien  der 
auf  dem  Rücken  zusammengeschobenen  Falten 
lassen  uns  Uber  die  Datierung  des  Originales  in 
die  zweite  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts  keinen 
Zweifel. 

6* 


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75  VII.  2075-2083 


2075.  Statue  eines  Mädchens.  Im 
Treppenhauae.  Nicht  bei  Schreiber.  Antik  nur  der 
Torso  bis  zur  Mitte  der  Unterschenkel.  Daran 
ergänzt:  der  r.  Arm  von  der  Mitte  des  Oberarmes 
an,  der  i.  Unterarm,  der  Knopf  auf  der  I.  Schulter, 
allerlei  Kalten.  II  des  Antiken  1,05  m.  l’entvlischer 
Marmor  Sehr  ähnlich  dem  Typus,  der  im  Yatican- 
Katalog  I,  S.  775,  Nr.  683:  II.  S.  751  beliandolt  ist; 
doch  ist  hier  das  Apoptvgma  weniger  lang  und 
die  Kaltengebung  schlichter. 

2076.  Copie  der  Kirene  des  Kephi- 
sodot.  Im  Garten.  Schreibers.  163,  Nr.  146a,  b. 
Krgänzt:  beide  Arme,  soweit  sie  nackt  sind,  mit 
Rändern  der  Gewandung,  eine  Falte  auf  der  I. 
Schulter,  ein  großes  dreieckiges  Stück  unterhalb 
der  r Tirust,  das  ganze  untere  Viertel  des  Unter- 
körpers mit  der  Plinthe.  Über  den  Kopfs,  den  Text 
zu  den  nächsten  Nummern  I)cr  Körper  war  recht 
sorgfältig  und  detailliert  gearbeitet:  so  ist  z.  IS. 
der  krause  Vorstoß  des  Stoff-Überhanges  über 
dem  Gürtel,  der  unter  dem  Rande  des  Apoptygma 
sichtbar  wird,  hier  viel  zerklüfteter  als  an  der  in 
Villa  l’atrizi  entdeckten  Replik,  die  schon  mehr 
Einzelheiten  giebt,  als  die  Münchener.  Ja,  die 
Überhäufung  mit  kleinen  Contrastcn  von  Dicht 
und  Schatten  wirkt  so  unruhig,  daß  man  sich  nicht 
des  Verdachtes  erwehren  kann,  der  Copist  habe 
sich  zu  dieser  Übertreibung  verleiten  lassen  durch 
den  Ehrgeiz,  die  Effecte  des  Materials  am  bron- 
zenen Originale  möglichst  täuschend  wiederzugeben. 
Jedenfalls  wirkt  die  breitere  Formengebung  an 
den  beiden  andern  Repliken  ungleich  wohltuen- 
der und  echter.  Die  breiten  Flächen  des  Gewandes 
sind  modern  übergangen.  Der  r.  Arm  war,  wie 
an  der  Copie  aus  Villa  l’atrizi,  mittels  eines  Chiton- 
Armeis  gestützt;  jedenfalls  giebt  das  Münchener 
Exemplar,  dessen  Bildhauer  ohne  diesen  Behelf 
auskam,  das  Ursprüngliche. 

2077—  79.  Kopi  der  Statue  Nr.  2076.  ' 
Copie  nach  dem  Kopfe  einer  der  Karyatiden  am 
Erechtheion.  Schreiber  Nr.  146a,  b.  „Ergänzt: 
am  Kopfe  der  größte  Teil  der  Nase,  das  Kinn, 
der  ganze  Scheitel  mit  dem  Haarschopf  ain  Hinter- 
haupt, die  von  da  in  den  Nacken  hcrabfallcndc 
Haarmasse,  der  größte  Teil  des  Halses  mit  einem 
Stück  der  Brust,  soweit  sie  vom  Gewände  frei 
ist.  Abgearbeitet  sind  die  großen  Haarlocken,  die 
hinter  den  Ohren  am  Halse  niedertielen  (er- 
halten die  Ansätze).  Abgestoßen  die  1.  Hälfte  der 
Oberlippe,  der  größte  Teil  der  Unterlippe.  Leicht 
beschädigt  die  Ohren  und  die  Lider  des  r.  Auges, 
sowie  einzelne  Teile  der  Ilaartonr  über  Stirn  und 
Schläfen.  Überarbeitet  die  Ansätze  der  ursprüng- 


Rom  (Pal.  Margherita)  76 


lieh  um  den  Hinterkopf  geschlungenen  Zöpfe,  um 
sie  der  (ungeschickten)  Ergänzung  anzupassen. 
Stirn  und  Wangen  sind  leicht  übergangen.“  Der 
Kopf  ist  eine  Copie  nach  dem  der  dritten  Karya- 
tide in  der  vorderen  Reihe  von  links  gerechnet. 
Vgl.  Helbig,  Führer,  8.  Aul!.,  I,  Nr.  107  u.  II, 
Nr.  1369. 

2080.  Replik  des  Unterkörpers  der 
Venus  von  Arles.  In  einem  Nebengebäude. 
H.  des  Antiken  1,04  m.  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt  der  ganze  Oberkörper  mit  Kopf 
und  Armen  (mehrfach  wieder  ergänzt),  allerlei 
Flicken  im  Gewände,  der  1.  große  Zehen,  dis  Spitze 
des  r.,  die  Rückseite  der  Plinthe.  Der  unterste 
Teil  des  Unterkörpers  war  gebrochen  und  von 
ihm  wieder  ein  Teil  hinter  dem  r.  Fuße  abgc 
brocken.  Längs  der  Bruchlinie  ist  besonders  viel 
an  dem  Gewände  geflickt,  das  außerdem  hier  be- 
sonders stark  überarbeitet  ist.  ln  der  allgemeinen 
Anlage  des  Gewandes,  nicht  in  allen  Einzelheiten 
— z.  T.  wird  daran  die  Überarbeitung  Schuld 
haben  — , entspricht  das  Fragment  dem  neugefun- 
deneu  Abguß  der  Venus  von  Arles  vor  ihrer 
Ergänzung  (Compte-rendu  de  l’Acad.  des  inscr. 
et  bellcs-lettrea  1911,  p.  656  f.,  fig.  1;  Revue 
archtalogirpic  Will,  1911,  p.  452  f.;  Illustration 

4.  Nov.  1911,  Nr.  3584  mit  zwei  guten  Abbil- 
dungen; Jahrb.  d.  Inst.  XXVH,  1912,  Anz.  S.  469, 
Fig.  1). 

2081,82.  Unterlehensgroße  Statue 
der  Aphrodite.  Im  Garten.  Schreiber  Nr.  290. 
H 1.13  m.  Großkörniger,  weißer  Marmor.  Ergänzt: 
Nase,  Hais,  der  r.  Arm  in  zwei  Stücken,  I.  Anu 
vom  Armband  abwärts  mit  der  Taube,  der  Pfeiler, 
die  EUßo  mit  dem  untersten  Teile  des  Gewandes, 
die  Plinthe.  Der  äußere  Teil  der  I.  Schulter  war 
al>gebrochen.  Über  den  Kopf  vgl.  die  folgende 
Nummer.  Am  äußeren  Rande  der  Plinthe  unter 
dem  Pfeiler  ist  die  Zahl  260  eingegraben  Die 
Figur  ist  erwähnt  in  dom  Text  zur  vorigen  Serie 

5.  9 unter  Nr  1542  (B  10).  Man  vergleiche,  was 
dort  über  den  Typus  gesagt  ist  Die  Anklänge 
an  Praxitelisches  sind  zweifellos  vorhanden,  aber 
sie  liegen  zur  Hauptsache  in  Äußerlichkeiten  des 
Arrangements.  Ganz  unpraxitelisch  ist  der  scharfe 
Contrast  zwischen  der  stark  bewegten  I.inie  der 
r.  Körperseite  und  der  fast  ununterbrochenen 
Senkrechten  auf  der  andern  Seite.  Praxiteles 
oder  ein  in  seinem  Sinne  arbeitender  Künstler 
hätte  den  Rhythmus  der  Bewegung  einheitlich 
durchgeführt 

2083.  Kopf  der  Statue  Nr.  2081,  2082. 
Feinkörniger  weißer  Marmor.  Sehr  verwaschen 


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77  vn,  2084  -2093 


und  im  Gesicht  geputzt.  Geringe  Copie  eines  atti- 
schen Originals  aus  der  zweiten  Hälfte  des  6.  Jahr- 
hunderts. 

2084  - 86.  Weibliche  Statue.  Im  Garten. 
Schreiber  Nr.  147.  H,  2,11m.  Großkürniger  weißer 
Marmor.  Ergänzt:  ein  Stück  des  Schädels  vom 
Scheitel  nach  dem  r.  Ohr  zu,  Nase  mit  Oberlippe. 
Unterlippe  mit  Kinn,  ein  Stück  des  Halses,  der 
Rand  des  Gewandes  um  den  Hals,  I.  Unterarm,  so- 
weit er  unbedeckt  ist,  mit  Hand  und  angrenzenden 
Falten.  Die  Oberfläche  des  Marmors  ist  am  Kopfe 
stark  zerfressen,  weniger  beschädigt  am  Körper. 
Der  Kopf  ist  angesetzt;  er  gehört  augenscheinlich 
nicht  zum  Körper,  da  sich  der  an  Beine  in  Halse 
hinten  erhaltene  Mantelrand  nicht  mit  dem  des 
Körpers  vereinigen  läßt.  Stilistisch  würden  beide 
Teile  zu  einander  passen.  Ober  den  Typus  vgl. 
Vatican-Katalog  I,  Nr.  77  u II,  S.  743  (wo  natür- 
lich »Statuen“  an  Stelle  von  .Statuetten“  zu  lesen 
ist).  Die  Repliken  stimmen  nicht  in  allen  Einzel- 
heiten überein;  die  hier  besprochene  ist  den  an- 
dern an  großzügig-decorativer  Wirkung  überlegen. 
Die  Abweichungen  erklären  sich  dadurch,  daß  es 
den  Bildhauern  bei  diesen  für  Porträtdarstellungon 
bestimmten  Figuren  nicht  darauf  ankam,  genau 
zu  copieren.  Der  Kopf  erinnert  stark  an  die 
prazitelischen  Typen  aus  der  Mitte  des  4.  Jahr- 
hunderts. 

2087.  Statue  der  Kore,  ergänzt  als  Muse. 
Im  Treppenhaus.  Nicht  bei  Schreiber.  Die  Statue 
ist  unerreichbar  hoch  aofgcstellt,  konnte  also  nicht 
genau  gemessen  werden;  sie  entspricht  in  derGröße 
ungefähr  don  erreichbaren  Statuen  im  Treppen- 
hause (Nr.  2075.  2096,  2097),  die  alle  nicht  ganz 
lebensgroß  sind.  Ergänzt:  Kopf  mit  Hals,  r.  Arm 
mit  Gewandrand,  I.  Unterarm  mit  Maske,  beide 
große  Zehen.  Replik  der  Wiener  Kore  (R.  von 
Schneider,  Jahrb.  d.  Kunstsamml.  d.  allerh.  Kaiser- 
hauses 1894,  8. 185  ff.,  T.  X,  XI;  Klein,  Praxiteles, 
S.  862,  Anm.  2,  Nr.  1,  Fig.  73);  Uber  da«  im  praxi- 
telisehen  Kreise  verbreitete  Mantelmotiv  vgl.  zu- 
letzt Vatican-Katalog  II,  S.  606.  Die  erhobene 
R.  hielt  vermutlich  die  hohe  Fackel,  die  L.  einen 
Strauß  von  Mohn  und  Ähren.  Die  Arbeit  scheint 
sehr  sorgfältig,  in  manchen  Partien  ohne  rechtes 
I.chen  zu  sein. 

2088.  Statue  des  sitzenden  Apollon. 
Im  Garten.  Nicht  bei  Schreiber.  H.  1,42  m.  Groß- 
krystalllnischer  weißer  Marmor.  Ergänzt:  Kopf  und 
Hals,  1.  Arm  ganz  bis  auf  den  Ansatz,  I.yra  und 
Teil  der  Falten,  r.  Hand  mit  Lorbeerbüachel.  r Bein 
mit  Gewand,  Teil  des  Zipfels  zwischen  den  Beinen, 
1.  Fuß  mit  Gewandraud,  Fels  unter  der  Lyra  und 


Rom  (Pal.  Margherita)  78 


ein  weiteres  Stück  darunter,  Falten  unter  dem 
I.  Oberschenkel,  Plinthe  Die  Deutung  ist  gesichert 
durch  die  langen  laicken  auf  den  Schultern  und 
einen  Ansatz  der  Lyra  an  den  Falten  unter  der 
1.  Sohulter.  Unter  der  r.  Hand  hat  sich  der  un- 
deutliche Rest  eines  Attribute*  erhalten  (Ende  des 
Plektron?).  Mäßige  Copie  nach  unbedeutendem 
Original  des  4.  Jahrhunderts.  Die  Kürze  der  Beine 
läßt  darauf  schließen,  daß  die  Statue  bestimmt 
war,  hoch  aulgeetellt  zu  werden. 

2089,90.  Statne  eines  sitzenden 
Mannes.  ImGarten.  Schreiber  Nr.  244.  H 1,80m. 
Feinkörniger  weißer  Marmor  Ergänzt:  an  dem 
Manne  Kopf  mit  Hals,  beide  Hände,  r Fuß,  der 
große  Zehen  des  1.  Fußes,  an  dem  Hunde  Kopf 
und  Hals,  an  dem  Stuhle  das  r.  Vorderbein,  beide 
Hinterbeine  und  die  I.  Stütze  der  Lehne;  ferner 
die  Plinthe.  Verletzungen  an  der  Gewandung  und 
dem  1.  Fuße.  An  der  r.  Seite  des  Sitzbrettes  ist 
eine  3 eingeritzt.  Vgl.  Lippold,  Griech.  Porträt- 
statuen, S.  45  ff,,  Fig.  4 (=  Nr  2089),  wo  die  Statue 
richtig  mit  der  sog.  Olympias  im  Museo  Torlonia 
verglichen,  ihr  Original  für  eine  Grabstatue  er- 
klärt und  an  das  Ende  des  5.  Jahrhunderts  datiert 
wird.  Die  Copie  ist  gut  gearbeitet  Man  ver- 
gleiche die  in  mehr  als  einer  Hinsicht  verwandte 
Statue  des  Asklepios  auf  dem  Pincio  (Röm.  Mitteil. 
IX,  1894,  S.  74  ff.). 

2091.  Statue  eines  sitzenden  Mannes. 
Im  Garten.  Schreiber  Nr.  245.  H.  1,00  m.  Pen- 
telischer  Marmor.  Ergänzt:  Kopf  mit  Hals,  die 
Hälfte  der  1.  Hand,  die  r.  Hand  mit  dem  ganzen 
Arme,  der  senkrechte  Rand  des  Mantels  dahinter, 
der  untere  Rand  des  Mantels  neben  dem  I.  Beine 
außen,  beide  Füße,  die  Plinthe.  Mäßige  Copie 
nach  einem  unbedeutenden  Originale  der  helle- 
nistischen Zeit. 

2092/93.  Statue  eines  sitzenden 
Mannes.  ImGarten.  Schreiber  Nr.  243.  H.l,30m. 
Penteliacher  Marmor.  Ergänzt:  Kopf  und  Hais, 
1.  Schulter,  I.  Hand,  r.  Arm,  Gewandrand  neben 
dem  r.  Arme,  zwei  Falten  im  Schoße,  Zipfel 
zwischen  den  Beinen,  r.  Fuß  mit  dem  vorderen 
Teil  der  Plinthe,  die  untere  Hälfte  des  Sitzes  an 
der  r Seite  des  Dargestelltcn,  die  beiden  Voluten 
an  der  RUcklelme  bis  auf  den  untersten  Teil  der  I-, 
der  oberste  Rand  der  Rücklebne.  Vgl.  Lippold, 
Griech.  Porträtstatnen  S.78  ff.,  Fig.  17  (=  Nr.  2092), 
wo  die  Statue  mit  großer  Wahrscheinlichkeit  anf 
eine  Porträtfigur  des  Epikuros  zurückgeführt  wird. 
Die  Replik  in  Florenz  ist  mit  ihrem  Gegenstück, 
einer  Statuette  des  Hermarclios,  jetzt  veröffentlicht 
bei  Milani,  il  R.  Museo  archeologico  di  Firenze 


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79 


VII,  2094—2100 


Rom  (Pal  Margherita) 


80 


p.318,  Nr. 88,  89,  T.CLVI  (fälschlich  für  Sophocles 
und  Aeachylus  erklärt). 

2094.  Briiunenstatue  eines  Triton.  Im 
Garten.  Nicht  von  Schreiber  beschrieben;  wohl 
aber  ist  dort  auf  S 224  unten  eine  Erwähnung 
dieser  Statue  in  dem  Inventar  1633,  Fol.  45  citiert: 
statua  d’una  figura  d'un  Tritono  — che  auona 
una  buzzina.  Überlebensgroß.  Weiber  Marmor. 
Vielfach  gebrochen.  Es  ist  unmöglich,  Ergän- 
zungen feetzustellen ; aber  in  der  Hauptsache  ist 
sicher  alles  richtig  ergänzt  Derbe,  decorative 
Arbeit. 

2095.  Brunnenstatue  eines  liegenden 
Silens  Im  Garten.  Schreiber  Nr.  137.  H.  1,15  in. 
Br.  2,70  m.  T.  1.19  m.  Feinkörniger,  weißer 
Marmor.  Stark  verwittert.  Augenscheinlich  er- 
gänzt ; r.  Schulter,  r.  Arm  mit  dem  Mundstück  des 
Schlauches,  r.  Bein  des  Schlauches,  Stück  der 
1.  Schulter  uud  des  I.  Oberarmes,  I Unterarm  mit 
Hand  und  Becher,  beide  Brüste,  I.  Bein,  vordere 
Hälfte  des  r.  Fußes,  r.  Wade.  Der  Kopf  war  in 
zwei  Teile  zerbrochen  und  ist  vielfach  geflickt. 
In  den  Rand  der  Ptinthe  ist  an  der  vorderen 
I.  Ecke  die  Nummer  313  eingegraben  Sehr  derbe, 
decorative  Arbeit. 

2096.  Statue  der  Artemia(?).  ImTreppen- 
bause.  Nicht  bei  Schreiber.  H.  1,39  m (ohne 
Plinthe).  Feinkörniger,  weißer  Marmor  mit  braunen 
Flecken.  Antik  ist  nur  der  Torso  bis  oberhalb 
der  Kniee.  Daran  ergänzt:  der  r.  Unterarm,  der 
1.  Unterarm  mit  dem  größten  Teile  dos  Tieres  und 
des  Bausches,  allerlei  am  Fell  und  den  Falten. 
Die  Göttin  trägt  einen  Chiton,  darüber  einen 
Peplos  und  einen  Mantel,  der  am  Oberkörper 
schräg  von  der  r.  Schulter  zur  I.  Hüfte  geführt 
ist,  dann  eine  Nebria  und  ein  Schleicrtuch.  An 
der  Vorderseite  des  Körpers  wird  z.  T-  ein  Gürtel 
sichtbar,  den  wir  una  augenscheinlich  aus  Leder 
und  mit  metallenen  Buckeln  besetzt  zu  denken 
haben  Die  Linke  hebt  einen  Gewandzipfel  und 
trägt  in  dem  so  gebildeten  Bausche  ein  kleines 
Tier,  das  der  Ergänzer  offenbar  richtig  als  Reh- 
kälbchen ergänzt  hat.  Die  Rechte  wird  eine 
Fackel  gehalten  haben  (vgl.  Brunn-Bruckmann, 
Denkmäler,  Test  zu  Nr  606)  Die  Gewandung 
ist  mit  viel  Delicatesse,  z.  T.  archaisierend  be- 
handelt. Es  wird  ein  .neu-attisches“  Original  zu 
Grunde  liegen.  Vgl.  Helbig,  Führer,  3.  Auflage,  I, 
Nr.  380,  1023  u.  11,  Nr.  1548. 

2097.  Statue  eines  Togatus.  Im  Trep- 
penhause. Vgl.  Schreiber  S.  249  unten.  H.  ca.  1,53  m. 
Feinkörniger,  weißer  Marmor.  Ergänzt : Nase,  r.  A rm 
und  I.  Hand  (beide  mit  Teilen  der  Toga),  allerlei 


Falten,  beide  Fußspitzen,  r.  Ferse.  R.  Fuß  und 
Teil  des  Togarandee  zwischen  den  Beinen  waren 
gebrochen.  Eingelassen  in  eine  moderne  Plinthe. 
Die  Togatracht  entspricht  der  Mode  der  ersten 
Kaiserzeit.  Der  Kopf  gehört  nicht  zum  Körper; 
er  stammt  von  der  Copic  eines  Herakles  aus  dem 

4.  Jahrhundert.  Unbedeutend. 

2098.  Weibliche  Gewan d Statue.  Im 
Treppenhause.  Schreiber  Nr  311.  H.  1,47  m.  Fein 
körniger,  weißer  Marmor.  Ergänzt:  die  I.  Hand 
und  der  Kopf,  an  diesem  wieder  die  Nase.  Der 
zweite  und  dritte  Finger  der  r.  Hand  ist  be- 
stoßen. Die  Füße  mit  dem  Unterteil  des  Gewandes 
and  des  Schriftenbiindels  waren  gebrochen.  Späte 
geringe  Arbeit  nach  V orbildern  des  4.  J ahrhnnderts. 

2099.  Altar.  Im  Garten.  Nicht  bei  Schrei- 
ber. U.  0,716  m.  Durchm.  0,68  m.  Travertin. 
Vgl.  Altmann,  Die  römischen  Grabaltäre,  Kapitel  I. 

2100.  Sarkophag:  Im  Garten,  a)  Der 

Sarkophag.  Schreiber  Nr.  212;  Matz-Dubn  II, 
Nr.  3096.  Garrucci,  Storia  dell’  arte  cristiana  V, 
tav.  362,  2 und  a;  Strzygowski,  Orient  oder  Rom, 

5.  50,  Abb.  18.  Vgl.  Amelung,  Katalog  des 
Vaticana  II,  8.  166  (Belvedere  60).  H.  1,23  m. 
Br.  2,26  m.  T.  1,16  m.  Großkrystailiniacber,  hell- 
grauer Marmor.  Ergänzt:  an  der  Vorderseite  im 
1.  Nebenfelde  beide  Köpfe  mit  dem  oben  bogen- 
förmig abgeschlossenen  Grunde  and  die  R.  der 
rechtsstehenden  Frau  mit  der  Rolle;  im  Mittel- 
felde der  r.  Arm  des  kleinen  Hymenaeus;  im  r. 
Nebenfeidc  der  r.  Unterarm  das  Bärtigen  mit 
der  Rolle.  Im  Mittelfelde  ist  die  dextrarum  iunctio 
eines  jungen  Ehepaares  dargestellt,  nach  der 
über  ihren  Köpfen  eingcmeißelten  Inschrift  eines 
Aurelius  Theodoras  und  einer  Varia  Octabiana 
C.  f.  (CIL  VI  31953;  vgl.  ebenda  28358).  Im 
Hintergründe  ist  ein  Vorhang  gespannt;  zu  den 
Füßen  dea  Paares  steht  der  kleine  Hymenaeus. 
Rechts  ist  die  Figur  des  Mannes  wiederholt;  in 
lebhaftem  Gespräch  ihm  zugewendet  steht  ein  bär- 
tiger Togatus  mit  idealem  Kopftypus,  die  Personi- 
fication  des  senatus.  Links  stehen  zwei  Frauen 
(fälschlich  mit  Köpfen  ergänzt,  die  denen  des  r. 
Nebenfeldes  entsprechen  sollen):  von  ihnen  trägt 
die  eine  auf  beiden  Händen  einen  Kasten,  an 
dessen  Vorderseite  ein  bogenförmig  hängendes 
Band  in  Relief  angegeben  ist.  Die  r.  Frau  stellt  die 
Ehegattin  aus  dem  mittleren  Paare  dar,  die  1.  eine 
ihrer  Dienerinnen  oder  Freundinnen,  wenn  nicht 
vielmehr,  dem  senatus  entsprechend,  eine  Göttin, 
vielleicht  Venus  seilet,  die  der  Brant  den  Hoch- 
zeitssohmnek  bringt.  An  den  Nebensciten  roh  ab- 
bozxiert  je  eine  Guirlande  mit  flatternden  Bäu- 


81  VII,  2100 


dem,  an  der  in  der  Mitte  eine  Tranbe  hingt;  Ober 
der  Guirlande  je  ein  Gorgoueion.  Die  Ausführung 
der  Figuren  ist  sehr  eiend;  die  Falten  sind  fast 
nur  wie  Rillen  in  die  Oberfläche  eingegraben.  Die 
Porträtköpfe  sind  wenigstens  nicht  ausdrucks- 
los, die  des  Mannes  sehr  viel  individueller  als  der 
seiner  Gattin.  Interessant  ist  die  Form  der  Capi- 
täle  und  die  üppige  Akanthusdecoration,  die  sich 
zwischen  Bügen  und  Giebel  und  Uber  den  Eck- 
säulen ausbreitet  und  der  die  reichliche  Verwen- 
dung des  Bohrers  das  Ansehen  einer  barocken 
Spitzenarbeit  giebt  Danach  und  nach  dem  Por- 
trättypus des  Mannes,  der  an  das  Porträt  des 
Philippus  Arabs  erinnert  (Vatican-Katalogl.T.  20, 
Nr.  124),  sowie  nach  der  Frisur  der  jungen  Frau 
(vgl.  Heklcr,  Die  Bildniskunst  d.  Griechen  u.  Rö- 
mer, S.  XLVI,  T.  804)  aus  der  Mitte  des  8.  nach- 
christlichen Jahrhunderts.  Es  ist  beachtenswert, 
daß  trotz  dieser  spaten  Entstehungszeit  des  Sarko- 
phagen die  Toga  bei  den  drei  männlichen  Figuren 
der  Mode  des  1.  Jahrhunderts  der  Kaiserzeit  ent- 
sprechend geordnet  ist.  Es  fehlt  auf  römischen 
Reliefs  (z.  B.  denen  des  Trajansbogens  in  Bene- 
vent)  nicht  an  Beispielen  für  ein  gelegentliches 


Rom  (Pal.  Margherita  82 


derartiges  RUckkehren  zur  alten  Mode.  Sie  wurde 
wahrscheinlich  auch  im  Leben  hie  und  da  als  etwas 
besonders  Ehrwürdiges  wieder  hervorgehnlt,  und 
zwar  griff  man  dabei  nicht  auf  die  älteste  Mode 
der  republicanischen  Zeit  zurück,  sondern  auf  die 
der  Periode  höchsten  Glanzes,  der  augusteischen 
Epoche. 

b)Der  Deckel.  Schreiber  Nr.213.  H.  ca.  0,79  m. 
L.  2,16  m.  T.  1,06  m.  Kleinkrystailinischer  weißer 
Marmor.  Ergänzt:  an  dem  Kopfe  des  Mannes  Nase, 
Kinn.  I.Ohr  mit  Teil  des  Schädels;  der  Hinterkopf 
war  abgebrochen.  Der  Kopf  — ein  Porträt  der 
letzten  republicanischen  Zeit  — gehört  nicht  zu 
der  Figur.  Der  Kopf  der  Frau,  den  Schreiber 
beschrieben  hat,  ist  jetzt  abgenommen  und 
durch  einen  modernen  ersetzt  An  dem  1.  der 
beiden  Eroten  ist  das  1.  Bein  ergänzt,  unter  ihm 
ein  dreieckiges  Stück  am  unteren  Rande  des 
Deckels,  dessen  ganze  L Schmalseite  abgebrochen 
war.  Die  Frau  hält  in  der  Rechten  zwei  doppelt 
verknotete  Bänder  (Bedeutung?).  Der  Deckel 
gebürt  ursprünglich  nicht  zu  dem  Sarkophage; 
er  stammt  ans  dem  Ende  des  2.  Jahrhunderts 
n.  Chr. 


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t7;  4U5.7 

' J- 1 V J 


Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 


Herausgegeben  unter  Mitwirtrung  von 
OEORO  LtPPOLD 
von 

PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG 
Serie  VIII 


Text 

Mit  einem  Beitrage  von  Paul  Jacobsthal 


MÜNCHEN  1914 
F.  BRUCKMANN  A.-G. 


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FA  + LC,  3.7 


Bezugsbedingungen. 

Die  vorliegende  Publication  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement 
noch  in  einzelnen  Blättern,  sondern  ausschließlich  direct  von  der  Firma  F.  Bruckmann  A.G-. 
in  München  NW  zu  beziehen,  welohe,  um  die  Erreichung  dee  wissenschaftlichen  Zweckes  des 
Unternehmens  zu  ermöglichen,  Herstellung  und  Versendung  übernommen  hat,  ohne  daraus  ein 
eigentliches  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfaßt  278  Nummern,  davon 

8 Blatt  im  Format  von  24  : 30  cm  zu  1 Mark 

25  „ „ „ „ 18  : 24  „ „ 80  Pfennigen 

245  13  : 18  „ „ 50 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279 — 678)  enthält  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu  60  Pfennigen. 

Die  dritte  Serie  (Nr.  679 — 900)  onthält  322  Blatt  in  Cabinetformat  zu  60  Pfennigen. 

Die  vierte  und  alle  folgenden  Serien  enthalten  je  300  Blatt  in  Cabinetformat  zu 

50  Pfennigen. 

Jedes  Blatt  ist  auoh  einzeln  zu  beziehen. 

Für  die  Abonnenten  tritt  eine  Ermäßigung  von  20°/-  ein,  sodaß  die  beiden  ersten  Serien 
je  120  Mark,  die  dritte  Serie  128  Mark  80  Pfennige  und  jede  weitere  Serie  wieder  120  Mark  kostet. 


brock  v<*  Oscar  Brandstetter  in  Giprig. 


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Ais  neue  Abonnenten  Bind  unserm  Unternehmen  seit  dem  Erscheinen  der 
VII.  Serie  beigetreten: 

Herr  Privatdocent  Dr.  Georg  Lippold  in  Manchen, 

Das  Museum  der  schönen  Künste  in  Budapest. 

Den  Vorständen  der  Museen  und  Besitzern  von  Sammlungen,  die  auch  diesmal 
das  Unternehmen  gefördert  haben,  sowie  unserm  Herrn  Mitarbeiter  sagen  wir  ungern 
verbindlichsten  Dank.  Paul  Hermann  in  Dresden  hat  uns  durch  eine  Anzahl  treffender 
Bemerkungen  zu  den  Antiken  des  Lateran  unterstützt,  Margarete  Bieber  eine  Reihe  von 
Ergänzungsangaben  ebendort  nachgepröft,  Johannes  Sieveking  die  antoninische  Basis 
in  Villa  Doria-Pamfili  auf  unsre  Bitte  hin  genau  untersucht. 

Für  die  kommenden  Serien  liegen  u.  a.  Villa  Borghese,  Villa  Albani,  Palazzo 
Barberini,  Venedig  und  eine  Nachlese  aus  Florenz  vor. 

Die  Unterschrift  zu  Blatt  1340  trägt  den  irrtümlichen  Vermerk  „Smyrna,  Konak“ 
statt  „Smyrna,  Evangelische  Schule“. 

Rom  und  München,  Juli  1014. 

Walther  Amelung 
Paul  Arndt 
Georg  Lippold 


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Inhalt. 


Nr.  2101—2257.  Rom,  Lateran Paul  Arndt  und  Georg  Lippold 

Nr.  2258 — 2331.  Rom,  Pal.  Doria Walther  Amelung 

Nr.  2332—2367.  Rom,  Villa  Doria-Pamfili Paul  Arndt  und  Georg  Lippold 

Nr.  2368 — 2381.  Rom,  Pal.  Altempa  „ „ 

Nr.  2382  —2391.  Rom,  Pal.  Valentini  „ „ 

Nr.  2392.  Rom,  Studio  Oanova „ „ 

Nr.  2393.  Rom,  Via  Margutta  53  B „ „ 

Nr.  2394.  Rom,  Kunsthandel  „ „ 

Nr.  2195—2398.  Paros,  Privatbesit*  „ „ 

Nr.  2399 — 2400.  Smyrna,  Evangelische  Schule  Paul  Jacobsthal 


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1 


VIII,  2101-2118 


Rom 


Rom. 

Lateran. 

2101 — 2103.  Kopflose  weibliche  Sta- 
tuette. B — S6.  Helbig3,  II,  1143;  dcrtLittcra- 
tur.  Hinzuzufügen:  Furtwängler,  Meister- 

werke, S.  44.  Harte  Kopie  eines  Vorbildes  der 
phidiasischen  Zeit. 

2104/2105.  Weiblicher  Kopf.  B— S 
45.  Die  Mittelflechte  wie  an  den  Karyatiden 
des  Erechthcions.  Das  Haar  hinten  aufge- 
bunden,  wie  häufig  an  Köpfen  der  phidiasischen 
Zeit.  Flaue  Kopie. 

2106/2107.  T orso,  Koplik  der  Sto* 
phanoafigur.  B — S 46.  Helbig3  II,  S.  6. 
Pie  Dübellöcher  rühren  von  modernen  Er- 
gänzungen her.  Gutes  Exemplar. 

2108/2109.  Män  nlicher  Torso.  B — S 
48.  Der  Kopf  war  wohl  antik  eingesetzt;  die 
Zurichtung  der  Armstümpfe  dagegen  rührt 
wahrscheinlich  von  modernen  Ergänzungen  her. 
Wenn  (was  sich  jetzt  nioht  mehr  mit  Sicher- 
heit foststellen  läßt)  die  Zurichtung  der  Unter- 
seite antik  ist,  kann  nach  dem  Kontur  kaum 
ein  Gcwandstück,  wie  etwa  bei  den  Prinzen- 
statuen der  iulisch-claudischeu  Epoche,  an- 
geschlossen haben.  Der  Stil  des  Torsos  weist  auf 
ein  Vorbild  etwa  polykletischer  Zeit.  Gute  Arbeit. 

21 10/21 II.  Replik  vom  Kopfe  des 
Hermes  Ludovisi.  Der  Statue  B — S 40  auf- 
gesetzt. Erwähnt:  E — A 270/71.  Ergänzt: 
Nase,  Kinn,  Rand  des  1.  Ohres,  1.  Braue,  Unter- 
teil der  r.  Wange  und  anschliessende  Haare 
im  Nacken,  der  Hals.  Äußerst  geringe  Arbeit. 
Die  Form  des  Petasos  weicht  von  der  der  i 
Exemplare  Ludovisi  (E — A 270/71)  und  Broad- 
lands  (Furtwängler,  Meisterwerke,  S.  87,  Fig.  0)  . 
ab;  an  der  Replik  in  VillaAlbani(E — A 1103/04) 
ist  der  Petasos  ganz  neu,  bei  dem  Florentiner  , 
(E — A 83/84)  war  er  nie  vorhanden;  der  als 
Replik  bezeiohnetc  Dresdener  (Hettncr*  Nr.  159) 
hat,  nach  Ausweis  von  Photographien,  die  mir 
P.  Herrmann  freundlichst  zur  Verfügung  stellt,  j 


nichts  mit  dem  Ludovisischen  Typus  zu  tun. 
Diese  Verschiedenheit  im  Attribut  könnte  es 
zweifelhaft  erscheinen  lassen,  ob  das  Original 
überhaupt  einen  Hut  trug.  Allein  die  Tatsache, 

I daß  bei  dem  Florentiner  Exemplar  die  Rinde 
gerade  an  der  Stelle  aufhört,  wo  beim  Ludo. 
visisohen  und  Broadlands'schen  der  Hut  an- 
setzt,  beweist,  daß  die  Pctasoeform  dieser  beiden 
Repliken  die  ursprüngliche  ist. 

2112/2113.  Torso  der  Artemis.  B — 8 
52.  Helbig3  II,  S.  5.  Text  zu  Br — Br  606, 
Fig.  2 und  3.  Wiederholung  der  Statue  in 
VUla  Albani  062,  aber  wohl  nioht,  wie  ich  frü- 
her vermutet  habe,  liest  des  Originals. 

2114.  Jünglingstorso.  B — 8 53.  Furt- 
wängler, Meisterwerke,  S.  346,  Anm.  6.  Kopf 
und  rechter  Unterarm  waren  einmal  ergänzt. 
Der  Kopf  ging  nncli  seiner  rechten  Seite. 
Der  auffallende  Knick  der  Linea  alba  auf  der 
einen  Seite,  andererseits  die  strengen  und  knap- 
pen Formen  des  Körpers  weisen  auf  ein  Vor- 
bild der  Übergangszeit  vom  altertümlichen 
zum  strengen  Stil.  Furtwängler  sieht  hier  dio 
Kunstweise  des  Pythagoras.  Der  von  ihm 
verglichene  „Apollo“  von  Olympia  (Ergebnisse 
III,  Taf.  LVII,  3 — 5)  hat  indessen  mit  un- 
serm  Torso  nichts  zu  tun. 

2116/2116.  Weiblioher  Kopf.  B— 8 70. 
Ergänzt  auch  der  Rand  des  r.  Ohres.  Helbig3 
II,  1151.  Erwähnt:  Arndt,  La  Glyptotliique 
Ny-Carlsberg,  p.  50.  Wiederholung  vom  Kopfe 
der  kretischen  Statue:  Bull.  com.  1897, 

tav.  XIII.  Der  Wert  der  Replik  wird  in  Helbigs 
Führer3  II,  S.  83  oben,  unsres  Erachtens  über- 
schätzt; die  Arbeit  ist  sehr  hart. 

2117.  Kopf  des  Asklepiost  B — 8 85. 
Dio  Büste  war  vielleicht  nur  gebrochen.  Von 
den  verwandten  Typen  steht  am  nächsten  der 
Kopf  der  Neapler  „Zeus“statue  Inv.  6265; 
Phot.  Ediz.  inalter.  8381  (Replik  der  Asklepios- 
statue Capitol  Solone  5).  Geringe  Arbeit. 

2118.  Männlicher  Torso.  B — 8 89. 
Der  Kopf  war  mit  einem  Dübel  aufgesetzt. 


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3 


VIII,  2119—2128 


Rom 


4 


Unter  der  linken  Achselhöhle  ein  Stiftloch.  Der 
linke  Arm  und  die  Schulter  waren  mit  einem 
großen  Metallstift  angesetzt.  Auch  unter  der 
rechten  Achsel  ein  Stiftlooh,  in  welchem  noch  [ 
der  Mctallzapfon  steckt.  In  der  gleichen  Weise 
waren  die  Beine  und  das  Genital  angesetzt. 
Außen  am  rechten  Oberschenkel  ein  viereckiges 
Loch  mit  Ablauf  nach  unten  für  den  oberen 
Teil  einer  Klammer.  Im  Kreuz  große»  recht- 
eckiges Dübelloch.  Im  abgeschnittenen  rechten 
Hinterbacken  Stiftloch.  Ob  alle  diese  Zürich-  j 
tungeii  antik  sind  oder  von  einer  modernen  \ 
Ergänzung  herrühren,  läßt  sich  nicht  mehr 
feststellen.  Am  linken  Hinterbacken  außen 
Bruchstelle  einer  Stütze.  Der  r.  Kopfnicker 
ist  gespannt.  Zu  untersuchen,  ob  Wiederholung 
der  Neapler,  als  Hermes  ergänzten  Statue 
Inv.  6302. 

2119/2120.  B acchischer  Kopf.  B — S i 
98.  Ergänzt  auch  die  Büste.  Am  nächsten 
verwandt  dem  Kopf  im  Conservatorcnpalast 
E — A 478/79  und,  wie  dieser,  aus  vorpraziteli- 
scher  Zeit. 

2121/2122.  Kopf  einer  Paniske.  B — S 
101.  Zeitlich  und  stilistisch  dem  Panstypus 
des  Cossutius  Ordo  an  die  Seite  zu  stellen. 

2123.  Relief  mit  Darstellung  eines 
Prätorianer-Signums.  B — S 115.  Doma- 
szewski,  Die  Fahnen  im  römischen  Heere,  S.  64ff., 
Fig.  81.  Derselbe,  Die  Religion  des  römischen 
Heeres,  S.  3 f.  Das  Kaiserportrait  ist  nicht 
mehr  zu  bestimmen.  3.  Jahrh.  n.  Ohr. 

2124.  T orso,  Replik  der  sog.  Nio- 
bidentrophos.  B — S 138  a.  Amelung,  Füh- 
rer durch  die  Antiken  von  Floren*,  *u  Nr.  173. 
Hinten  Reste  de«  Himations.  An  der  floren- 
tiner  Wiederholung  fehlt  das  Schulterband, 
da«  aber  gewiß  dem  Original  zu  eigen  gewesen 
ist.  Die  Figur  ist  zeitlich  von  der  Erato  der 
vaticanischen  Musengruppe  nicht  zu  trennen. 

2125/2126.  Jugendlicher  Kopf.  B — S 
142.  Der  Kopf,  von  dem  wir  keine  Repliken 
kennen,  gehört  nach  seiner  Haartracht  in  den 
Kreis  der  „Elektra“  von  der  Neapler  Gruppe 
(Br — Br  306).  Sein  Geschlecht  ist  nicht  zu 
bestimmen,  wie  ja  die  Köpfe  dieser  Gruppe 
unterschiedslos  für  Männer  und  Frauen  ver- 
wandt wurden.  Die  getreue  Kopie  eines  strengen 
Originals  wird  er  kaum  sein. 

2127 — 2128.  Replik  vom  Kopf  der 
Steph  anosfignr.  B — S 157.  Helbig*  II, 
1158.  Gcnauo  Wiederholungen  dieses  laterancn- 
sischen  Kopfes  sind:  1,  Dresden,  Arch.  An*.  1894, 


S.  l,Nr.  1 (P.  Herrmann);  2.  der  Kopf  de«  „Oreat“ 
der  Pariser  Gruppe  Br — Br  307.  3.  Offen- 
bar auch  Marmi  Torlonia  III,  tav.  47  (auf  nicht 
zugehöriger  Büste;  nicht  bei  M — D).  — Am 
K opf  der  Steph  an  osfigur  selbst  ist  Alles'obcrhalb 
der  Binde  ergänzt  und  die  Haarpartie  unter- 
halb mit  modernen  Gypslöokolien  ausgebessert. 
Doch  läßt  da«  Wenige,  wa*  man  vom  Antiken 
noch  sehen  kann,  die  Übereinstimmung  mit 
den  vorgenannten  Köpfen  erkennen.  Damit 
ist  aber  noch  nicht  gesugt,  daß  auch  die  Behänd- 
lung  der  Haare  de«  Oberkopfs  identisch  war. 
Denn  die  zweite  albanische  Replik  (E — A 1093; 
Dötailaufnahmen  des  Kopfes  sind  leider  noch 
nicht  in  unseren  Händen),  dio  unterhalb  der 
Binde  mit  dem  lateranensischen  Typus  über- 
einstimmt, scheint  oberhalb  das  sohlichte  Haar 
der  Stephanosfigur  zu  haben,  deren  Ergänier 
sie  offenbar  zum  Vorbild  genommen  hat.  Das- 
selbe schliolite  Haar  zeigt  auch  der  Kopf  des 
„Orestes“  der  Neapler  Gruppe  Br — Br  306, 
wo  aber  die  Haare  unterhalb  der  Binde  zwar 
ähnlich  sind,  aber  nicht  genau  übereinstimmen. 
Eine  für  die  Glyptothek  Ny-Carlsberg  von  mir 
vor  einigen  Jahren  erworbene,  durch  dio  Un- 
bilden der  Witterung  arg  mitgenommene  Wie- 
derholung de«  Kopfe«  ist  mir  in  ihrem  Altertum 
nicht  mehr  völlig  sicher:  der  Oberkopf  zeigt  da* 
sohlichte  Haar,  während  die  Löckchen  unterhalb 
an  die  entsprechenden  Gypspartien  des  Stepha- 
noskopfcs  erinnern.  Es  wird  geratener  »ein,  dieses 
Stück  vor  nochmaliger  gründlicher  Prüfung 
zunächst  außer  Betracht  zu  lassen.  Daß  trotz 
der  Abweichungen  in  der  Haarbehandlung  des 
Oberkopfe«  alle  genannten  Köpfe  auf  ein  Original 
des  strengen  Stils  znrüokgohen,  ist  nicht  zu 
bezweifeln.  Wir  halten  die  Tracht  dor  Ringel - 
löokchen  für  das  Ursprüngliche,  da  sie  die  sinn- 
gemäße Fortsetzung  der  Haaranordnung  unter- 
halb der  Bindo  bildet  und  da  sie  außerdem  bei 
dem  bestgearbeitetcu  und  stilgetreusten  Exem- 
plare, dem  im  Lateran,  sich  findet-  Ob  die 
Änderung  des  Sohädelhaare«  mit  paaitclisoher 
Schule  etwas  zu  tun  hat,  läßt  sich  nioht  fest- 
steilen,  da  gerade  bei  der  Stephanosfigur  diese 
Partie  ergänzt  ist. 

Furtwänglcr  bereits  (Meisterwerke  S.  737  f.) 
hat  auf  die  frappante  Ähnlichkeit  der  Stephanos- 
köpfe  mit  einem  jetzt  in  drei  Exemplaren 
| (Amelung,  österr.  Jahresh.  XI  [1908],  8.  200  ff.) 
vertretenen  JünglingBtypns  hingowiesen,  der 
infolgo  seiner  Verwandtschaft  mit  der  Lemnia 
als  frühphidiasisch  anzuspreohen  ist.  Eine 


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5 


VIII,  2129-2149 


Rom 


6 


Verbindung  de«  latcranonsischen  Kopfe«  mit 
dem  Torso  der  Stephan osfigur  hat  Klein  im 
Prager  Gypsmuseum  versucht:  Museumskunde 
VIII,  8.  111,  Abb.  7. 

2129/2130.  Zwei  liegende  8ilcne.  B — S 
214  und  215.  Helbig3  II,  1175  und  1176.  Aus 
dem  Theater  von  Cervctri.  Ähnliche  Figuren 
dienten  öfter  zur  Decoration  von  Theatern : au  Her 
den  von  B — S und  Helbig  angeführten  vgl. 
Reinaeh,  Röp.  II,  1,  62,  3 (Theater  von  Azevcdo 
in  Portugal).  Der  etwas  altertümliche  Au«, 
druck  der  Köpfe  beweist  nichts  für  die  Ent- 
stehungszeit  der  Typen.  Vgl.  auch  E — A 2095. 

2131/2132.  Satyrkopf.  B— S 219.  Nahe 
verwandt  dem  Alexander  Rondanini. 

2133.  Statue  einer  Römerin.  B — S 
222.  Pbot.  Ediz.  inalt.  1376.  Die  Zugehörig- 
keit des  Kopfes  ist  unsicher.  Er  ist  ein  gute« 
Portrait  etwa  vom  Ende  der  Republik.  Der 
Körper  ist  offenbar  eine  römische  Schöpfung, 
nicht  Kopie  eines  griechischen  Originals.  Zu 
vergleichen  sind  Figuren  wie  die  Gewandstatue 
in  Neapel:  Inv.  6250;  Phot.  Brogi  12526,  und 
die  Fundilia  in  Ny-Carlsberg  637. 

2134.  Torso  des  jugendlichen  Dio- 
nysos. B — S 226.  Im  Bewegungsmotiv  der 
Neapler  Narcissbronze  (Br— Br  384)  sehr  nahe 
stehend,  aber  im  Gegensinne. 

2 1 35/36.  Jünglingskopf  strengen 
Stils.  B — 8 228.  Die  Wangen  sind  über- 
arbeitet, sie  waren  ursprünglich  voller.  Ob, 
wie  wahrscheinlich,  über  der  Stirnmitte  eine 
Locke  weggemeißelt  ist,  läßt  sich  bei  der  jetzi- 
gen hohen  Aufstellung  nicht  festeteilen.  Über 
die  Gruppe,  der  der  Kopf  sich  anschließt, 
siehe  zuletzt  Br — Br,  Text  zu  Taf.  672.  Ge- 
ringe Arbeit.  Wie  die  Dmränderung  der  Up- 
pen und  Lider  beweist,  nach  einem  Bronze- 
original. 

2137.  Statue  des  jugendlichen  Dio- 
nysos. B — S 229.  Auch  auf  der  linken  Schul- 
ter Ende  der  Kopfbinde.  Starke  Bohrarbeit. 
Nach  einem  Vorbilde  aus  dem  Beginn  des 
4.  Jahrhunderts. 

2138.  Bekleideter  männlicher  Torso. 
B — 8 234.  Bei  der  Ähnlichkeit  mit  dem  Camil- 
lustypus  ist  auch  hier  wahrscheinlich  eine  Ge- 
stalt de«  römischen  Cultus  zu  erkennen,  über 
den  lleraklesknoten  siehe  zuletzt  Wolters, 
Zu  griechischen  Agonen,  8.  7. 

2139/40.  Jünglingskopf.  B — S 253. 

Kopie  eines  Werkes  der  polykletischen  Schule 
aus  der  Zeit  etwa  des  Kopfes  Chiaramonti  139 


[Br— Br  338;  Jahrbuch  d.  J.  1908  (XXIII) 
S.  204,  Anm.  12,  zu  Nr.  13/14  (Lippold)].  Zu 
vergleichen  ist  auch  der  dem  Münchner  Bronze- 
kopf (Br — Br  8)  nahestehende  Kopf  Chiara- 
monti 475  (Phot.  Köm.  Inst.  183  A u.  B). 
Dio  Arbeit  giebt  das  reizvolle  Original  wohl 
etwas  verweichlicht  wieder. 

2141/42.  Replik  vom  Kopf  des  Wezt- 
macottswhen  Knaben.  B— 8 254.  Furt- 
wängler,  Meisterwerke,  8.  450,  Anm.  4.  Die 
unausgeführte  Stelle  über  dem  r.  Ohr  ist  jeden- 
falls mit  der  r.  Hund  in  Verbindung  zu  bringen. 
Flaue  Arbeit. 

2143  und  2145.  Z wei  Fragmente  eines 
römischen  historischen  Reliefs.  B — S 
258  und  266.  Helbig1  II,  1186/87;  dort  dio 
neuere  Litteratur.  Die  Reliefs  sollen  von  uinom 
und  demselben  Monument«  stammen ; indessen 
ist  zu  beachten,  daß  an  2143  dio  Pupillen  an- 
gedeutet  sind,  an  2145  nicht.  Daß  der  physio- 
gnomische  Ausdruck  des  bärtigen  K opf es  auf 
hadrianisohe  Zeit  weist,  während  der  unbär- 
tige flavisoher  nahesteht,  spricht  allerdings 
nicht  gegen  Zusammengehörigkeit,  da  auf 
Monumenten  traianischer  und  hadrianisoher 
Zeit  eine  derartige  Mischung  häufig  wiedor- 
kehrt. Der  Arbeit  nach  können  die  Fragmente 
nicht  aus  vorhadrianischer  Zeit  stammen. 

2144.  Bärtiges  Portrait.  B — 8 263. 
Nach  der  Arbeit  kaum  vorantoninisch.  An- 
dererseits verbietet  das  Fehlen  der  Augensterne, 
sehr  viel  tiefer  hinabzugehen.  Die  Rollbinde 
scheint  dun  Dargestellten  als  Arzt  zu  charak- 
terisieren. Vgl.  München,  Glyptothek  404,  und 
Brunns  Bemerkungen  zu  diesem  Stücke  im 
Kataloge  von  1887,  Nr.  213. 

2145.  Vgl.  2143. 

2146.  Weiblicher  Torso.  B — 8 267. 
Im  Motiv  der  Athens  RoBpigliosi  entsprechend, 
aber  in  der  Faltengebung  von  freierem  Stil. 

2147/48.  J ugendlioher  Kopf  strengen 
Stils.  B — S 271.  Ergänzt  auch  der  Hals. 
Wiederholung  des  E — A 1456/67  besprochenen 
Typus.  Replik  ist  vielleicht  auoh  der  der  Statue 
Torlonia  488  aufgesetzte  Kopf.  Die  Frage,  ob 
an  der  Kasseler  Statue  der  Kopf  wirklich  zum 
Körper  gehört,  wird  bei  der  bevorstehenden 
Veröffentlichung  des  neuen  Kasseler  Katalogs 
voraussichtlich  ihre  endgültige  Beantwortung 
finden. 

2149.  Kopf  eines  Satyrmädchens. 
B — S 273.  Helbig3  II,  1186.  Dem  Kopf  des 
bogenspannenden  Eros  nahe  verwandt. 

2 


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7 


VIII,  2150-1194 


Rom 


8 


2150/51.  Weiblicher  Kopf.  B— S 274. 
Aach  das  Kinn  ergänzt.  Frisur  nnd  Zeit  des 
sog.  Brunnschen  Kopfes  (Mönchen,  Glypto- 
thek 210). 

2152.  Satyrkopf.  B — 8 275.  Ergänzt 
auch  der  Hals  und  Flioken  an  Kinn  und  r. 
Wange.  Wie  P.  Herrmann  bemerkt  hat,  Wie- 
derholung eines  ausgezeichneten  Dresdner  Kop- 
fes (ehemals  auf  der  Hermaphroditengruppe 
Hettner*,  S.  105,  Nr.  195;  Augusteum  96);  ob 
auch  Chiaramonti  409  Replik,  bleibt  noch  zu 
untersuchen. 

2153.  Kopf  einer  Nymphe.  B— S 276. 
Aus  der  von  Klein  reoonstruierten  Gruppe: 
..Aufforderung  zum  Tanz"  (Zeitschrift  für  bil- 
dende Kunst,  1909,  S.  101  ff;  Museumskunde 
VIII,  8.  109,  Abb.  6).  Flüchtige  Arbeit. 

2154/55.  Replik  vom  Kopfe  des  j 
Cossutius-Pan.  B — 8 277.  Auch  die  Ober- 
lippe ergänzt.  Geringe  und  späte  Arbeit. 

2156.  Sarkophagfragment,  Selbst- 
mord der  Althaia.  B — 8 283.  Robert, 
Sarkophage  III,  2,  Taf.  XCVII,  300. 

2157/5«.  Weiblioher  Kopf.  B— 8 296. 
Typus  der  Zeit  kurz  nach  400  (vgl.  Br — Br 
508)  in  Bpätantoninisohcr  Ausführung  (vgl.  den 
Kopf  aus  den  Caracallathcrmen  im  Thermen- 
musoum:  Helbig»  II,  1337). 

2159/60.  Herme  eines  bärtigen  Grie- 
chen. B — 8 302.  Hekler,  BildniskunBt  46.  Re- 
plik in  Berlin:  Portraitwerk  621/22.  Herrlicher 
Typus  in  geringer  Ausführung. 

2161.  Römisches  unbärtiges  Por- 
trait. B — 8 307.  Naoh  der  Weichlichkeit  der 
Physiognomie  wohl  nicht  rcpublicanisch,  son- 
dern in  die  flavischc  Epoche  zu  riioken. 

2162/63.  Weiblioher  Kopf.  B— S 313. 
Der  Kopf  müßte  mehr  geneigt  werden.  Nahe 
verwandt  dem  Typus  E — A 422/23;  Arndt, 
La  Glyptothöque  Ny-Carlsberg,  pl.  69/60;  unten 
Nr.  2167/68. 

2164.  Kopf  dos  Herakles  als  Kind. 

B — 8 363.  Neu:  Nase  und  Flicken  in  r.  Wange. 
Wiederholungen:  die  Statue  im  Louvro  330 
(Giraudon  1204;  Fröhner  330;  Clarac  282, 
1478)  und  der  Kopf  in  Petersburg  48  (vgl. 
ebenda  Nr.  272).  Das  Motiv  ist  aus  dem  des 
farnesisohen  Herakles  abgeleitet. 

2165/66.  Bärtige  Herme.  B— 8 374.  I 
Ausoma  11(1907),  8.  43,  Fig.  17.  Die  Nase  jetzt 
ergänzt.  Die  Furche  in  der  Stirn  ist  nicht  An- 
deutung eines  Bandes.  Liste  der  Repliken: 

E — A 1656/57.  Das  dort  unter  Nt.  5 erwähnte  ; 


ephesische  Exemplar  ist  aus  diesem  Ver- 
zeichnis zu  strcichon:  ca  gehört  einem  andern 
Typus  an,  zu  dem  die  beiden  Exemplare  im 
Cortilc  des  Capitol  Nr.  7 und  Nr.  20,  sowie  das 
Stück  in  Bologna:  Revue  arch.  1911  (II),  p.  131, 
fig.  3,  gehöron.  Unsere  Nr.  2179/80  (B — 8 391) 
scheint  nicht  einen  weiteren  Typus  zu  reprä- 
sentieren, sondern  nur  römische  Kopisten - 
Variante  des  letztgenannten  zu  sein.  8.  auch 
unten  Nr.  2169/70. 

2167/68.  Herme  des  Apollon.  B — 8 
378.  Nen:  Nase,  Teile  der  Lippenränder,  Vor- 
der- und  r.  Nebenseite  der  Herme.  Zum  Typus 
vgl.  Arndt,  La  Glyptothöque  Ny-Carlsberg 
pl.  59/60  und  E — A 1872/73,  Bowio  Savignoni, 
Ausonia  II  (1907),  8.41  ff.  Das  männliche  Ge- 
schlecht des  Kopfes  wird  durch  die  athenischen 
Hermen  mit  Genitalien  bewiesen.  Die  Arbeit 
ist  von  der  des  Pendants  2165/66  sehr  ver- 
schieden. 

2169/70.  Bärtige  Herme.  B — 8 380. 
Sorgfältigere  Wiederholung  von  2165/66. 

2171/72.  Bärtiger  Götterkopf.  B — 8 
382.  In  der  Bildung  der  Stirn  und  der  Tracht 
des  aufgenommenen  Nackenhaares  iBt  zu  ver- 
gleichen der  Kopf  in  Pisa  E — A 200/201.  Auch 
die  albanisohe  Herme  Br-  -Br  532  steht  nahe. 

2173/74.  Bärtiger  Kopf.  B— 8 383. 
Typus  der  Zeit  um  400.  Stork  individuell. 
Geringe  Arbeit;  fraglich,  ob  treue  Kopie. 

2175/76.  Kopf  des  Ammon.  B — S 388. 
Erwähnt  zu  E — A 398/98  als  dem  Ammon - 
typus  Berlin — Stockholm — Wörlitz  verwandt: 
in  Wahrheit  vielmehr  eine  Replik  im  Gegen- 
sinne (der  gleiche  Fall  bei  einigen  Repliken 
der  phidiasischen  sog.  Snppho).  Eine  fünfte 
Wiederholung  in  Boston:  Phot.  Baldwin  Coo- 
lidge  9505;  Hekler,  Bildniskunst,  S.  XLVII, 
Anm.  11.  Zum  Typus  vgl.  auch  Lippold, 
Griech.  Porträtstatuen,  8.  39. 

2177/78.  Bärtigor  Kopf.  B— 8 389. 
Ob  der  Hintorkopf  ergänzt  ist,  ist  fraglich; 
vom  Vorderkopf  ist  er  durch  oino  breite,  mit 
Gyps  ausgefüllte  Fuge  getrennt.  Die  Binde 
war  hinten  geknotet.  Charakterlos  und  von 
flauer  Arbeit. 

2179/80.  Bärtige  Herme.  B — 8 391. 
Siehe  die  Bemerkungen  zu  Nr.  2166/66. 

2181/82.  Herme  oines  Jünglings. 
B — 8 395.  Skopasisch,  dem  Herakles  Lana- 
downe.  nahestehend,  aber  nicht  Replik. 

2183/84.  Bärtige  Herme.  B — 8 397. 
Archaisierende  Schöpfung  römischer  Zeit. 


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fl  VIII,  2185  - 2204 


2185.  Nereide  auf  Seedrachen,  frag- 
mentiert. B — 8 398.  Repliken  nicht  bekannt. 
Sehr  frische  Arbeit.  Ungewiß,  ob  Wiederholung 
eines  gricchisohon  Originals  oder  römische  Dc- 
corationsfigur  mit  Benützung  älterer  Motive, 
wie  die  Nereide  der  Uffizien,  über  welohe  Ame- 
lung,  Vaticankatalog,  zu  Belvedere  7,  zu  ver- 
gleichen ist. 

2186.  Kopf  des  Serapis.  B — S 400. 
Etwa«  vom  gewöhnlichen  Typus  abweichend. 
Geringe  Arbeit. 

2187.  Fragment  einer  Gruppo  von 
Eros  und  Psyche.  B — 8 401.  Rosoher, 
Myth.  Lex.  s.  v.  Psyche,  Sp.  3245.  Reinacb, 
R6p.  II,  2,  461,  3.  Römische  Erfindung  in  küm- 
merlicher Ausführung. 

2188.  Relief  mit  Heraklestaten.  B — 8 
402.  Nach  der  architektonischen  Umrahmung 
nicht  von  einem  Sarkophag  herrührend,  son- 
dern wohl  Teil  einer  Statuenbasis,  wie  das 
Kopenhagener  Relief:  La  GlyptothöqueNy-Carls- 
borg  pl.  73  (welches  offenbar  identisch  mit 
M — D 3635,  Palazzo  Lovatti,  ist).  Die  Figur 
links  im  Faß  ist  tatsächlich  weiblich. 

2189.  Weiblicher  Kopf  mit  Mauer- 
krone. B — 8 403.  Arbeit  antoninischer  Zeit, 
ohne  ausgesprochenen  Stilckaraktcr.  Kybole 
oder  Stadtgöttin. 

2190/91.  Doppelherme  des  Sera- 
pis.  B — S 405.  Overbeck,  Kunstmythologie 
des  Zeus,  S.  309,  Nr.  7.  Beidemal  derselbe 
Typus  der  gewöhnlichen  Art.  Der  Eichenkranz 
ist  bei  Serapis  ungewöhnlich.  Späte  Arbeit. 

2192—94.  Doppelhermo  zweier  ar- 
chaistischer Köpfe.  B — S 407.  Beidemal 
der  gleiche  Typus.  Repliken : A)  Doppclhermen : 

1.  Ny-Carlsberg  34.  2.  Paris,  Kunsthandcl 

1010.  B)  Einzelköpfe:  1.  Ny-Carlsberg  32. 

2.  Rom,  Thermonmuseuin  586.  3.  Ventc  Som- 
zöe  (Brüssel,  24.  Mai  1904),  pl.  XVI,  Nr.  63; 
jetzt  im  Museum  in  Brüssel  (Katalog  von  1913, 
Nr.  I). 

2195.  Relieffragment  mit  Ken- 
taurenkampf.  B — S 410.  Nach  der  untern 
Profilierung  zu  urteilen,  von  einer  Statuen - 
basis.  Der  Gestus  der  Linken  des  Jünglings 
hat  jedenfalls  eine  besondere  Bedeutung.  Ein- 
gehende und  sorgfältige  Arbeit.  Auffällig  der 
weite  Zwischenraum  zwischen  den  Figuren. 

2196.  Nackte  Jünglingsstatue.  B — 8 
412.  Der  Torso  steht  der  polykletischcn  Bronze- 
statue ans  Pompeji  (Guida  Ruesch  834)  nahe. 

2197.  Fragment  einer  Gruppe  zweier 


Rom  10 


Kinder.  B — 8 416.  Der  Kopf  ist  aufgesetzt, 
aber  zugehörig.  Die  Hand  auf  der  Brust  ist 
eine  rechte.  Aus  der  Zeit  des  Knaben  mit  der 
Gans. 

2198.  Torso  eines  Silens.  B — 8 417. 
Rest  des  Bartes  erhalten,  ninten  der  Rest  des 
Schwanzes  am  oberen  Rande  des  Gewandes. 
Unter  der  1.  Brust  ein  großes,  fast  quadra- 
tisches, ziemlich  tiefes,  und  ein  kleines  rundes 
Loch.  Der  Kopf  war  nach  seiner  Linken  ge- 
wandt. Stützenrest  auch  an  der  r.  Hüfte  auf 
dem  Gewand.  Gute  Arbeit  nach  hellenistischem 
Vorbild. 

2199.  Rest  einer  Gruppe,  Apoll  und 
Daphnet  B — 8 420.  Die  rötliche  Äderung 
des  Marmors  legt  den  Gedanken  an  kleinasia- 
tischen Ursprung  der  Gruppe  nahe.  Stil  und 
Technik  erinnern  an  die  Sculpturen  von  Aphro- 
disias.  Die  Deutung  ist  nicht  völlig  gesichert. 

2200.  Hüft-Herme  eines  böckohen- 
tragenden  Satyrs.  B — S 425.  Von  der 
Ziege  ist  das  ganze  Vorderteil  mit  Füßen  und 
Kopf  neu,  ebenso  der  Schwanz.  Ergänzt  auch 
Schnauze  und  Ohren  des  Pantherfells.  Geringe 
decorativc  Arbeit  später  Zeit. 

2201.  Statuette  einer  sitzenden 
Frau.  B — 8 429.  Seither  auch  von  Alinari 
(29896)  photographiert.  Füße  und  Plinthc  sind 
modern  ergänzt.  Auch  an  den  Faltenrändern 
viel  ergänzt.  Doppelter  Chiton.  Gefällige 
Arbeit  nach  einem  Vorbild  des  4.  Jahrhunderts. 

2202/03.  Z wei  kopflose  bacchische 
Hermen.  B — S 432  und  435.  An  2202  Bitzt 
das  unterste  Blatt-Ende  des  Schaftes,  das  aus 
zwei  Stücken  besteht,  mit  Schnitt  an,  gehört 
aber  nach  Analogie  von  2203,  wo  dieses  Stück 
nur  gebrochen  war,  offenbar  zu.  Das  von 
B — S als  Replik  angeführte  Stück  im  Museo 
Chiaramonti  No.  228  ist  nur  ähnlich,  ebenso 
wie  Chiaramonti  586  B und  586  C.  Sehr  feine 
und  delicatc  Arbeit. 

2204.  Unten:  Niedrige  cannelierto 
Säule.  B — 8 439b.  Gegen  Wicselers  Deutung 
auf  Agyieus  Bornes  vgl.  Reisch  bei  Pauly- 
Wissowa  I,  Sp.  913. 

Oben:  Cylindorförmiger,  von  Bin- 
den umwundener  Gegenstand.  B — S 439. 
Stephani,  Comptc-Rendu  1880,  8.  42,  No.  63. 
Neben  der  Fußspur  auf  der  Oberfläche  ein  mit 
Blei  vergossenes  Loch.  Die  Verschlingungen 
sind  in  der  Form  des  sogenannten  Herakles- 
Knotens  ausgeführt,  über  welchen  Wolters,  Zu 
griechischen  Agonen,  S.  7 ff.  zu  vergleichen  ist. 

2- 


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11  VIII,  2305-2230 


Wolters  vermutet  (mündlich),  daß  das  Binden* 
geechlinge  eine  Ciste  verhülle.  Ähnlich  wie  da« 
&ygrjrov  den  Omphalo«.  Die  Fußspur  zeigt, 
daß  diese  Ci«te  die  Unterlage  für  den  Fuß 
einer  Statue  mit  aufgestütztoni  Bein  bildete. 

2205.  T orso  einer  Mu«e.  B — S 442. 
Der  Ansatz  am  r.  Schenkel  rührt,  wie  Arne* 
lung  a.  u.  a.  O.  erkannt  hat,  nicht  von  einem 
Aspergillum,  sondern  von  einer  Maske  her. 
Die  Figur  stellt  also  eine  scenische  Muse  dar, 
wozu  auch  der  breite  Gürtel  paßt.  Hohe  Arbeit 
nach  einem  Vorbild  hellenistischer  Zeit.  Eine 
Replik  in  kleinerem  Maaßstabe  in  der  Galleria 
lapidaria  des  Vaticans  n°.  76a. 

2206/07.  Weiblicher  Kopf.  B — S 444. 
Süßliche  Arbeit  ziemlich  spater  Zeit  nach  einem 
Muster  des  vierten  Jahrhundert«. 

2208.  Männlicher  Torso.  B — S 445. 
Der  r.  Arm  scheint  modern  ergänzt  gewesen  zu 
sein.  Im  Nacken  Haar-Enden.  Der  1.  Kopf* 
nicker  gespannt,  Wohl  von  einer  römischen 
Porträtstatue. 

2209/10.  Weiblicher  Kopf.  B — S 447. 
Der  Kopf  war  nicht,  wie  B — S angeben,  durch - 
gebrochen:  was  wie  Fuge  aussieht,  ist  eine 
Sinterspur.  Die  Haaranordnung  über  der 
Stirn  erinnert  an  den  Kopf  einer  der  hercu- 
lanensischen  Tänzerinnen  und  an  den  Kopf, 
ehemalB  in  Catajo,  E — A 36/37.  Leere  Arbeit, 

2211/12.  Fünf  Stirnziegel  mit  Athe* 
nen.  B— S 449,  452,  460,  468,  471.  Über  den 
Typus  2212  Mitte  vgl.  Bulle  zu  E — A 1372; 
Ober  den  der  übrigen  Stücke  Amelung  zu 
Chiaramonti  448.  Vgl.  von  Salis,  Aroh.  Jahrb. 
d.  Inst.  XXVIII,  1913,  p.  18,  Anm.  1. 

2213.  Statue  de«  C.  Caeliu*  Satur- 
ninu».  B— S 463.  C.  I.  L.  VI,  1704.  Die  ur- 
sprüngliche Zugehörigkeit  des  Kopfe«  wird  von 
B — 8 mit  Hecht  geleugnet:  die  Toga  hat  die 
Anlage  der  ersten  Kaiserzoit,  während  der  Kopf 
nach  der  Inschrift  zwischen  die  Jahre  323  und 
337  gehört.  Er  ist  ein  vorzügliche«  Beispiel 
der  Porträtplastik  oonstantinisclier  Zeit. 

2214.  Oben:  Kindersarkophag  mit 
Eroten.  B — S 465. 

Mitte:  Grabrelief  ans  Travertin.  B — 8 
464.  C.  I.  ti.  VI,  17204.  Au«  republicanischer 
Zeit. 

Unten:  Arohitekturfragment.  B — S 
448  a. 

22IS/I7.  Die  Ara  Giuetiniani.  B — S 
459.  Die  Rückseite  war  aus  localen  Gründen 


Rom  12 


nicht  aufnehmbar.  Der  Stil  der  Basis  erinnert 
in  den  leise  archaisierenden  Zügen  an  die  Basis 
de«  Capitols:  Stanze  terrene  a dritta  1.  Über 
die  Verbindung  von  Atheuu  und  Herakles  auf 
Weibreliefs  «iehc  Furtwängler  bei  Roscher  «.  v. 
Herakles,  8p.  21831. 

2218/20.  Dreiseitige  Candelaber- 
basis.  B — S 460.  ITelbig*II,  1218.  Hauser, 

{ Neuattische  Reliefs,  8.  65,  Nr.  96;  8.  154.  Das 
Vorbild  stammt,  wie  Hauser  richtig  bemerkt 
hat,  au»  der  Zeit  der  Säulenroliefa  von  Ephesos. 
Über  die  Decoration  des  untoren  Teils  vgl.  zu- 
letzt Cnrtius,  Jahrb.  d.  J.  XXV  (1910),  Anz.,  Sp. 
206  f. 

2221.  Männlicher  Torso.  B — S 461. 
Im  Motiv  im  Allgemeinen  dem  sog.  Apollon 
I.ykeios  entsprechend,  in  der  Einzelbehandlung 
schwammig  und  flau. 

2222.  Männlicher  Torso.  B — S 472. 
Von  einer  Prinzen-  oder  Kaiserstatuc,  boi  der 
das  Gewand  den  Unterkörper  und  die  linke 
Seite  bedeckt«. 

2223.  Männlicher  Torso.  B — 8 475. 
Auf  der  1.  Schulter  lag  ein  Gewand  auf.  Nach 
polykletischem  Vorbild.  Zu  vergleichen  etwa 
E — A 1102  und  die  Neapler  Statue  Inv.  6271 
(Guida  Ruesch  245;  Furtwängler,  Meisterwerke, 
8.  448,  3). 

2224.  Relieffragment.  B — 8 476.  Eher 
tiberianiscl)  als  traianisch;  vgl.  das  Poster  Re- 

I lief  Br — Br  595. 

2225.  Miinnlichcr  Torso.  Der  Kopf 
ging  anscheinend  zu  seiner  Unken.  Der  Hin- 
weis bei  B — 8 auf  den  kolossalen  bronzenen 
Herakles  des  Vaticans,  Helbig*,  I 293,  scheint 
das  Richtige  zu  treffen. 

2226.  Relieffragment.  B — 8 482.  Hel- 
big3  II,  1219.  Der  ehemals  aufgesetzte  Kopf 
ist  jetzt  entfernt.  Offenbar  Rest  eines  Votiv- 
reliefs, vermutlich  an  Aphrodite,  Gute  grie- 
chische Arbeit  des  4. — 3.  Jahrhunderts  v.  Chr. 

2227.  Fragmentierte  Statuetten- 
gruppe.  B — 8 484.  Der  Kopf  der  männ- 

i liehen  Figur  ist  jetzt  entfernt,  die  Zugehörig- 
keit dos  weiblichen  nicht  erweisbar.  Das  Stück 
ist  ein  merkwürdiges  Mittelding  zwischen  Frei- 
gruppe  und  Relief:  der  Hintergrund  ist  nur 
etwa  bis  zur  Höhe  der  Knice  der  Figuren  vor- 
handen ; darüber  sind  die  Figuren  auf  der  Rück- 
seite voll  ausgearbeitet.  Eine  sichere  Deutung 
läßt  sich  nicht  geben.  Die  Arbeit  ist  gering. 

2228/30.  Jünglingskopf.  B — 8 485. 

I Helbig*  II,  1220.  Wie  Furtwängler  erkannt  hat, 


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13  VIII,  2231-2245  Rom  14 


Wiederholung  vom  Kopf  der  Londoner  Statue:  das  Fragment  unmöglich  von  einer  Kaiser  - 


Cat.  III,  Nr.  1747.  So  lange  keine  guten  Auf- 
nahmen vom  Kopf  dieser  Statue  existieren,  ist 
eine  genauere  stilistische  Vergleichung  nicht 
möglich.  Die  übertriebene  Wiedergabe  des 
oberen  Augenlides  am  römischen  Kopf  rührt 
jedenfalls  vom  Kopisten  her.  Die  Ohren  sind 
auch  hier  athletisch  gebildet. 

2231.  Relieff  ragment,  Prooession 
rnit  Laren.  B — S 486.  Helbig*  II,  1221;  j 
dort  die  weitere  Litteratur. 

2232/33.  Weiblicher  Ideal  köpf.  B — S 
487.  Auch  Unterlippe  und  Rand  der  Oberlippe 
neu.  Die  Pupillen  sind  nicht  augegeben,  nur 
der  Augapfel  ist  Umrissen.  Typus  der  zweiten 
Hälfte  de«  5.  Jahrhundert«  in  antoninischer  Aus- 
führung. 

2234/35.  Hermenbüste  deB  Dionysos. 

B — S 489.  Helbig*  II,  1229.  Daß,  wie  Ame-  | 
lung  behauptet,  die  Trauben  aus  Hörnern  um- 
gearbeitet seien,  ist  nicht  absolut  sicher.  Die 
Repliken  sind  teils  zur  1.,  teils  zur  r.  Schulter 
gewandt.  Im  Haar  haben  sie  teils  Trauben,  teils 
Hörner.  Letztere«  wird  das  Ursprüngliche  sein.  | 
Die  Kopfweudung  des  Originals  können  wir 
nicht  mehr  feststellcn,  da  wir  unter  den  er- 
haltenen Wiederholungen  keine  mit  Sicherheit  ' 
als  von  einer  Statue  herrührend  bezeichnen 
können.  Mit  dem  Wechsel  der  Kopfneigung  ! 
geht  anscheinend  durchgängig  auch  eine  Um- 
kehrung der  Einzelformen  von  Gesicht  und  Haar 
Hand  in  Hand,  d.  h.  die  Kopien  sind  dann 
directe  Spiegelbilder.  Vgl.  oben  zu  Nr.  2175/76. 
Zu  den  Repliken  ist  hinzuzufügen  ein  F.xomplar, 
das  1911  im  römischen  Kunsthandel  war:  arg 
verstoßen,  zur  r.  Schulter  gewandt,  unsicher 
ob  Trauben  oder  Hörner,  Binden-Enden  auf  den 
Schultern  (Photographie  bei  Arndt). 

2236/37.  Jugendliche  Hernienbüste 
polykletischen  Stils.  B — S 491.  Helbig*  j 
II,  1230.  Ergänzt  auch  die  Lippen.  Wieder-  | 
holung  des  Jünglings  mit  der  Linken  auf  dem 
Hintern,  der  am  Vollständigsten  durch  die  be-  ; 
kannte  Barraccosche  Statuette  repräsentiert  I 
wird.  Eine  weitere  Replik  des  Kopfe«,  von  einer 
Statuette,  ehemals  Glyptothek  Ny -Carlsberg  I 
Nr.  353,  ist  laut  dem  Poulsenschen  Tillaeg  von 
1914,  S.  148  verschwunden.  Phot,  bei  Arndt, 
der  den  Kopf  seinerzeit  für  Jacobsen  gekauft  i 
hat. 

2238.  Linker  Arm  mit  Gewand,  Sta- 
tnenf  ragment.  B — S 495.  Die  Hand  scheint 
das  Gewand  gepackt  zu  haben:  danach  kann 


statue  mit  aufgestütztem  Scepter  herrühren. 
Vortreffliche  Arbeit. 

2239.  F ragment  einer  weiblichen 
Statue.  B — S 497.  Dor  1.  Arm  war  gehoben. 
Das  Motiv  muß,  nach  dom  erhalteuen  Rest  zu 
urteilen,  dom  der  Loda  des  Timotheos  verwandt 
gewesen  sein;  nur  sind  die  Formen  voller,  die 
Faltengebung  schärfer. 

2240.  Fragment  eines  „hellenisti- 
schen Relicfbildos“.  B — Sölß.  Schrei- 
ber, Hellenistische  Reliefbildcr,  Taf.  LII,  2. 
Im  vierten  Felde  dos  obereu  Querstreifens  am 
Wageu  Schwinge  mit  Pliallo«  sicher.  Der  Schweif 
des  Pferdes  ist  altertümlich  gebildet:  vgl.  das 
Relief  im  Palazzo  Colonna  E — A 1163.  Das 
Stück  ist  charakteristisch  für  die  römische 
Gruppe  dieser  Reliefs. 

2241.  Fragment  eines  „hellenisti- 
schen Relief  bildes*1.  B — S 522.  Schreiber, 
hellenistische  Relief bilder,  Taf.  LII,  1.  Zur 
Decoration  der  „Aschenkiste14  vgl.  E — A 1777. 
Die  Zusammengehörigkeit  des  Fragments  mit 
2240  ist  sehr  wahrscheinlich ; diejenige  mit 
B — S 519  (—  Schreiber,  Reliefbilder,  Taf.  LI II) 
hingegen  fraglich. 

2242 — 44.  Weibliche  Gewandstatue 
mit  aufgesetztem  Kopf  des  jugendlichen 
Asklepios.  B — S 523.  Der  Torso  ist  eine 
vollständig  umstilisierte  Wiederholung  der 
großen  HerculanenBerin,  wie  bereits  B — S ge- 
sehen haben.  Vgl.  Hehler,  Münchner  archäol. 
Studien,  S.  22G,  XIV,  j.  — . Von  dem  Kopf 
(von  dem  Reif  r.  sicher  ein  Teil  alt)  existiert  eine 
Wiederholung  ira  Thermenmuseum  in  Rom 
(Nr.  103):  Hadaczek,  österr.  Jahresh.  XI,  1908, 
S.  lilff.,  Fig.  16  und  17.  Die  Deutung  auf 
Asklepios  ist  wegen  des  dicken  Reifes  zum  Min- 
desten sehr  wahrscheinlich.  Das  Original  wird 
etwa  in  die  Zeit  des  Enbuleus  gehört  haben.  Der 
von  Hadaczek  als  „freie,  stark  veränderte 
Nachbildung“  angeführte  Kopf  iin  Pal.  Colonna 
(E — A 1140/41)  repräsentiert  einen  anderen 
Typus.  Vgl.  Anielung  in  der  Wochenschrift 
für  klass.  Philologie  1907,  S.  1252  f. 

2245.  Weibliche  römische  Porträt- 
statue. B — S 532.  Heklor,  Münchner  archäol. 
Studien,  S.  181;  S.  224,  I b.  Aus  Ostia,  aus 
einem  Gebäude  hadrianischcr  Zeit.  Was  B — S 
für  ein  Halsband  erklären,  ist  vielmehr  der 
Rand  des  unteren  Chitons,  der  auch  auf  der 
r.  Schulter  zum  Vorschein  kommt.  Nicht,  wie 
Hehler  angiht,  Wiederholung  der  Hera  Bar- 


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15 


VIII,  2246-2259 


Rom 


16 


berini,  sondern  römische  Schöpfung  mit  Be- 
nützung von  Motiven  dieser  Zeit.  Frisur  und 
Charakter  der  Arbeit  sind  durchaus  traianisch. 

2246  und  2254.  Zwei  Reliefs  mit  Por- 
träts von  Caltiliern.  B — S 535  und  567. 
C.  I.  L.  XIV,  311.  Die  Porträts  sind  nicht  gleich- 
zeitig: sowohl  die  Einzelforincn  der  umrahmen- 
den Decoration,  als  die  Buchstaben  formen  der 
Inschriften  und  Büstenformen  weichen  von  ein- 
ander ab.  2246 ist  offenbar  das  ältere  Porträt; 
es  wird  noch  in  flavische  Zeit  gehören.  2254  ge- 
hört nach  dem  Haarschnitt  und  der  trockenen 
Arbeit  in  traianischc  Zeit:  es  ist  offenbar  später 
als  Pendant  hinzugearbeitet  worden.  Der  gleiche 
Fall  an  den  Porträts  des  Hateriergrabes:  s, 
Text  zu  Griech.  u.  röm.  Porträts  747/48.  Ge- 
naue Analogien  zur  Form  dieser  Reliefporträts 
sind  nicht  vorhanden. 

2247/4«.  Kopf  des  Hermes  als  Kind. 
B — S 539.  Helbig*  II,  1232.  Der  Kopf  ist 
zur  1.  Schulter  gewendet.  Der  Petasos  ist  ge- 
sichert. Hellenistischer  Typus. 

2249.  Links:  Priapkopf.  B — S 542. 
Im  Haar  starke  Bohrerarbeit.  Nicht  archai- 
sierend. 

Mitte:  Mithraskopf.  Nicht  bei  B — S. 
Helbig3  II,  1233.  Nach  Vaglieri,  Ostia,  p.  113 
(fig.  19),  ist  der  Raum,  in  dem  der  Kopf  ge- 
funden wurde,  von  dem  Tempel  der  Magna 
Mater  zu  trennen  und  vielmehr  ein  Mithracum. 
Die  Pupillen  leicht  eingetieft. 

Rechts:  Kinderköpfchen.  B — S 540. 
Binde  im  Haar. 

2250/51.  Mädchenkopf.  B — S 544.  Hel- 
big3 II,  1234.  Aus  dem  nämlichen  Gebäude 
hadrianischer  Zeit  wie  2245.  Das  r.  untere 
Augenlid  ist  stark  aufgezogen.  In  der  Haar- 
tracht und  im  Stil  verwandt  der  Kopf:  Collec- 
tion Barracco,  pl.  LXIX. 

2252.  Grabrelief  eines  römischen 
Ritters.  B— S 545.  C.  I.  L.  XIV,  167.  Die 
Bedeutung  der  dargestellten  Scene  ist  noch 
nicht  aufgeklärt.  Vgl.  Schreiber  zu  Villa  Lu- 
dovisi  36.  Aus  gordianischcr  Zeit. 

2253.  Attiskopf.  B — S 547.  Das  un- 
tere Halsstück  ist  gebrochen,  aber  alt;  wohl 
also  zum  Einsetzen  in  eine  Gewandstatue. 
Auch  da«  Mützen-Ende,  das  gebrochen  war, 
scheint  alt  zu  sein.  R.  über  der  Stirn  im  Haar 
ein  viereckiger  Metallstift.  Der  Marmor  stark 
fleckig.  Der  künstlerische  Wert  des  Kopfes 
wird  von  B — S falsch  eingeschätzt. 

2254.  Vgl.  2246. 


2255.  Grabrelief.  B — S 568.  Eine 
Deutung  ist  noch  nicht  gegeben.  Späte  und 

j schlechte  Arbeit. 

2256.  Grabrelief  des  Lollius  Li- 
• beralis.  B — 8 579.  Der  Verstorbene  ist  in 

dem  unteren  Streifen  dargestellt;  oben  die 
Eltern.  Frühantoninisch. 

2257.  Kopf  des  Helios.  Mus.-Nr.  945. 
Nicht  bei  B — S.  Neu:  die  Nasenspitze.  War 
zum  Einsetzen  bestimmt.  Hinter  dem  Stirn- 
haarsieben Löcher  zum  Einsetzen  von  Strahlen. 
Der  Oberkopf  rauh.  Pupillen  angedcutet. 

I Zweite  Hälfte  des  2.  Jahrhunderts  n.  Chr. 

| An  Alexandertypen  an  klingend. 

Palazzo  Doria. 

2258.  Jünglingsstatue.  M — D 995; 

: hier  ältere  Litteratur  verzeichnet.  H.  1,58  m. 

Marmor  de«  Körpers  großkryBtallinisch  und 
| weiß;  der  des  Kopfes  feinkörnig  und  weiß. 

I Der  Kopf  gehört  also  nicht  zu  dem  Körper; 
vgl.  über  ihn  und  seine  Ergänzungen  Nr.  2259. 
Ergänzt  an  dem  Körper:  Flicken  in  der  1.  Schul- 
ter, die  gebrochen  war,  und  an  anderen  Stellen, 
der  r.  Arm  bis  auf  den  Ansatz,  der  1.  Arm  von 
der  Mitte  des  Oberarmes  abwärts,  Kugel,  Baum- 
stamm, beide  Unterschenkel,  der  1.  mit  dem 
Knie,  Füße,  Plinthc.  Der  Leib  war  in  der  Hüft- 
gegeud  durchgebrochen.  — Das  Antike  dos 
Körpers  stammt  von  einer  guten  Wiederholung 
des  Stcphanos-Jünglings  in  Villa  Albani. 

2259.  Kopf  des  Dionysos.  Der  Statue 
2258  aufgesetzt.  Ergänzt:  die  Nase,  beide  Lip- 
pen, das  Kinn,  die  1.  Ilälfto  des  Schädels  mit 
den  Haaren,  einem  Teil  des  Kranzes  und  dem 
1.  Ohr,  die  1.  Braue  und  ein  Teil  des  1.  Ober- 
lides. Von  den  Blättern  des  Kranzes  haben  sich 
nur  zwei  erhalten,  eins  auf  dem  Oberschädel, 
das  aber  überarbeitet  ist,  und  eins  hinten. 
Danach  kann  es  sich  nur  um  Wein-  oder  Pap- 
pelblätter handeln;  Pappelblätter  sind  hier 
natürlich  ausgeschlossen.  Längs  des  Kranzes 
bemerkt  man  oben  und  auf  der  r.  Kopfhälfte  drei 
große  Löcher;  darin  werden  besonders  gearbei- 
tete Trauben  befestigt  gewesen  sein.  — Der 
elegant  gearbeitete  Kopf  ist  der  nächste  Ver- 
wandte des  Apollon  (sog.  Adonis)  im  Gabinetto 
dolle  maschero;  ja  die  Locken  um  Stirn  und 
Schläfen  sind  an  beiden  so  ähnlich,  daß  man 
zunächst  auf  den  Gedanken  kommen  könnte, 
es  liege  hier  nur  eine  freie  Wiederholung  des 
gleichen  Typus  im  Gegensinne  vor;  zugleich 
sei  aus  dem  Apollon  ein  Dionysos  gemacht  wor- 


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VIII,  2260—2266 


Rom 


18 


den.  Aber  die  Ähnlichkeit  geht  doch  nicht  woit 
genug,  und  80  worden  wir  hier  ein  weiteros 
Werk  des  glciohen  Künstlers  erkennen  dürfen. 
Vgl.  über  den  Apollon  zuletzt  Helbig,  Führer, 
3.  Aufl.,  n.  264. 

2260.  Knabonstatue  (nicht  bei  M — D). 
II.  1,705  m.  Großkrystallinischer,  schmutzig- 
gelber Marmor.  Ergänzt:  Kopf  und  Hals, 
beide  Anne  fast  ganz,  Flicken  im  1.  Ober- 
schenkel, r.  Unterschenkel  mit  Knie,  beide 
Füße  (der  L mit  dem  Fußhalse  in  zwei  Stücken), 
Stamm  mit  Zweig,  Plinthc.  Das  1.  Bein  war 
oberhalb  des  Knies  gebrochen.  — Das  Antike 
stammt  von  der  glatten  Kopie  einer  argivischen 
Knabenstatue  aus  dem  Endo  des  5.  Jahrhun- 
derts, bei  der  das  alte  Motiv  des  einen,  mit 
voller  Sohle  zur  Seite  gesetzten  Fußes  boi- 
behalten ist. 

2261.  Statuette  des  Apollon.  M — D 
203;  hior  ältere Litteratur  verzeichnet.  H.  1,25m. 
Feinkörniger,  gelbliohcr  Marmor.  Ergänzt:  Kopf 
und  Hals,  beide  Arme  von  der  Mitte  der  Ober- 
arme abwärts,  Lyra,  Dreifuß  bis  auf  die  Füsse, 
den  Omphaloe  und  den  untersten  Teil  der 
Schlange,  der  1.  Unterschenkel  ohno  Fuß,  das 
r.  Bein  gauz  mit  dem  Fuß,  dem  Stamm  und 
dem  entsprechenden  Teil  der  Plinthc.  — Die 
Bedeutung  der  Figur  ist  durch  das  Erhaltene 
gesichert.  Der  1.'  Arm  wird  auch  ursprünglich 
ein  Saiteninstrument  (aber  die  Kithara)  ge- 
halten haben,  und  der  Riemen  muß  für  diese, 
nicht  für  dou  Köcher,  bestimmt  gewesen  sein. 
Der  Körper  ist  polykletisch ; es  wird  nichts 
Anderes  vorhegen,  als  eine  späte  Verwertung 
des  Doryphoros,  wie  in  vielen  anderen  Fällen. 
Dio  Ausführung  ist  gering.  Man  beachte  die 
Profilierung  der  Plinthe. 

2262.  a.  Statuette  des  Dionysos. 
M — D 382.  H.  0,84  m.  Großkömiger,  gelb- 
licher Marmor.  Ergänzt:  die  Nase,  dor  1.  Arm 
mit  der  Uand  und  dem  Tliyrsos  bis  auf  dessen 
unteres,  am  Baumstamm  anliegendes  Stück, 
die  freistehenden  Teile,  des  r.  Armes  (die  Uand 
mit  Krug  und  Stütze  ist  antik),  der  1.  Fuß  mit 
einem  Stück  des  Stammes  und  der  Plinthe, 
Kopf  und  1.  Vorderpranke  des  Panthers.  — Die 
Statuette  ginbt  in  anspruchsloser,  summari- 
scher Ausführung  einen  bekannten  Dionysos- 
Typus  aus  dem  Beginne  des  4.  Jahrhunderts 
wieder.  Vgl.  Nr.  2263/5. 

b.  Statuette  des  Herakles.  M — D 
113;  Clarae  802  B,  2013  B.  II.  0.86  m.  Fein- 
körniger, gelblicher,  wohl  pentelischcr  Marmor. 


Ergänzt:  die  untere  Gosichtshälfte  mit  Hals, 
der  r.  Arm  fast  ganz,  Flickon  in  Brust  und 
Bauch,  ein  Teil  des  Löwenfells  an  der  Sohultcr, 
sowie  die  Pranke,  die  sich  vor  die  Soham  legt, 
beide  Beine  von  der  Mitte  der  Oberschenkel 
abwärts  mit  Stamm  und  Plinthc.  — Ganz  ge- 
ringwertige, späte  Kopie  nach  einem  Typus 
des  4.  Jahrhunderts  auf  polykletisoher  Grund- 
lage. 

2263 — 2265.  Statue  des  jugendlichen 
Dionysos.  M — D 368;  Clarae  678  C,  15ÖÖ  D. 
H.  1,45  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt:  Nasenspitze,  die  Spitze  des  Stirn- 
dreiecks mit  den  umhegenden  Haaren  und 
Blättern,  allerlei  Flicken  am  Kranze,  an  der 
NebriB  — ganz  der  Zipfel,  der  sich  über  die 
Soham  legt  — und  an  den  Füßen,  beide  Arme 
ganz,  die  äußere  Hälfte  des  Stammes  und  fast 
dio  ganze  Plinthe.  Gebrochen  waren  der  Kopf, 
der  Hals,  dio  r.  Brust,  dio  r.  Schulter,  das  1. 
Bein  oben,  beide  Beine  dicht  oberhalb  der 
Kniee  mit  dem  obersten  Teil  des  Stammes, 
das  1.  Knie,  der  r.  Unterschenkel  in  der  Mitte, 
der  1.  Fuß.  — Die  Haare  sind  hinten  in  ein 
Schöpfehcn  zusammengebunden.  Die  Statue 
giebt  in  außerordentlich  delicater  Ausführung 
— wohl  feinster  Arbeit  hadrianischer  Zeit  — 
ein  reizvolles  Original  des  4.  Jahrhunderts 
wieder.  In  dem  Kopf  sind  nooli  manche  An- 
klänge  an  die  Eirene  des  Kephisodot  zu  spüren, 
aber  alles  ist  verfeinert  und  verzärtelt,  ohne 
jedoch  die  Eigenart  des  Praxiteles  zu  verraten. 

2266.  Statue  des  Herakles  (nicht  bei 
M — D verzeichnet).  H.  2,22  m.  Großkrystal- 
hnischcr,  weißer  Marmor.  Ergänzt:  die  Nasen- 
spitze, das  Ende  der  Keule  unten,  fast  der 
ganze  r.  Fuß  mit  dem  entsprechenden  Teil  der 
Plinthe,  allerlei  Kleinigkeiten.  Die  r.  Hand 
war  in  mehrere  Teile  gebrochen.  Sie  hält  den 
Rest  eines  Köohorbandes.  Am  r.  Oberschenkel 
außen  bemerkt  man  Gypsflcckcn;  hier  war 
das  weitere  Band  mit  dem  Bein  Vorbunden. 
In  den  hinten  herabhängonden  Schwanz  des 
LöwenfellB  ist  ein  Knoten  geschlungen.  Die 
Brustwarzen  sind  umrändert,  die  Augensterne 
angegeben.  Danach,  sowie  nach  der  stark 
accentuiortcn  Angabe  der  Muskulatur,  der 
virtuosen  Unterkühlung  des  Felles  und  der 
spiralförmig  gewundenen  Kancllicrung  der 
Stütze  zwischen  r.  Handgelenk  und  Ober- 
schenkel zu  urteilen,  ist  die  Statue  in  früh- 
antoninischer  Zeit  nach  einem  Bronze-Original 
von  einem  sehr  geschickten  Bildhauer  kopiert 


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VIII,  2267-2278 


Rom 


20 


worden.  Dor  Kopf  trägt  die  bekannten  Züge 
de«  skopadischen  HerakleBtypus,  wie  er  uu« 
am  voll«tändig8ten  und  vornehmaten  durch  die 
Statue  de«  lleroa  in  Lansdowne-House  ver- 
gegenwärtigt wird.  Es  ist  die  Frage,  ob  der 
Statue  Doria  ein  eigene«  Original  zu  Grunde 
liegt,  oder  ob  wir  in  ihr  nicht  lediglich  eine 
Kopisten -Variante  zu  erkennen  haben.  Um- 
kehrung der  Körperhaltnug,  lebhaftere  Be- 
wegung, stärkere  Betonung  der  Effecte  würde 
«ich  auch  bei  dieser  Annahme  erklären.  Sehr 
lehrreich  i«t  der  Vergleich  mit  einer  elegan- 
teren, aber  leereren  Darstellung  gleicher  Art 
in  Kopenhagen  (Arndt,  La  Glyptothöquc  Ny- 
Carlsberg  pl.  102,  103;  Billedtavler  T.  XVI II, 
253).  Der  Herakles  Lansdowno  ist  am  besten 
abgebildet  bei  Kalkmaun,  53.  Berl.  Winckol- 
mannsprogramm,  S.  61. 

2267.  Statue  de«  Apollon  (f).  M — D 
188.  Dort  die  Litteratur.  Ehemals  in  Villa 
Doria- Pamfili.  Neuerdings  auch  von  Alinari 
photographiert  (Nr.  29757).  Unter  den  zahl- 
reichen verwandten  Motiven  kennen  wir  keine 
genaue  Replik.  Am  ähnlichsten  die  Statue  des 
Museo  Torlonia  274.  Das  Standmotiv  entspricht 
dem  lysippisehen  des  Farncsischen  Herakles. 
Die  Rechte  stützte  sich  ebenso  auf  die  Hüfte, 
wie  bei  dem  sog.  Narniss  in  Neapel  und  dem 
jugendlichen  Asklepios  in  Karlsruhe.  Welche 
Exemplare  dieser  Gruppe  griechische  Originale 
wiederholen,  welche  römische  Erfindungen  sind, 
bleibt  noch  zu  untersuchen. 

2268.  Statue  des  Eros  mit  den  Attri- 
buten des  Herakles.  M — D 264;  hier  ältere  Litte- 
ratur verzeichnet.  H.  1,57  m.  Großkrystal- 
linischer,  hellgrauer  Marmor.  Ergänzt:  die  Nase, 
Teile  des  Löwenkopfes  über  der  Stirn  des  Eros, 
die  Löwentatze  auf  der  Brust  des  Eros  zur  R. 
deB  Beschauers,  an  der  entsprechenden  zwei 
Klauen,  ferner  der  r.  Arm  von  der  Mitte  de« 
Oberarms  an  mit  dem  vorderen  Teil  der  Keule, 
der  1.  Unterarm  mit  dem  darüber  hängenden 
Teil  de«  Felles  und  der  Stütze  zwischen  Fell 
und  Bein,  die  Spitzen  der  Flügel,  das  r.  Bein 
von  der  Mitte  des  Oberschenkels  abwärts  mit 
Stamm,  Bogen  und  Köcher,  der  1.  Unter- 
schenkel, die  Plinthe.  Das  Gesicht  summt  dem 
Vorderteil  des  Halses  war  abgebrochen,  ist 
aber  Antik,  wie  »ich  aus  alten  Sintorresten  er- 
gieht.  — Die  Figur  ist  ganz  lysippisch ; «io 
erinnert  zunächst  an  den  bogenspannenden 
Eros,  mit  dem  sie  uImt  bei  näherem  Zusehen  I 
keine  engere  Verwandtschaft  hat.  Die  Aus-  ! 


führung  ist  glatt  und  ziemlich  hart;  wir  werden 
sie  in  hadrianische  Zeit  datieren  dürfen. 

2269.  Statue  eines  eilenden  Jüng- 
lings. M — D 1078;  hier  ältere  Litteratur  ver- 
zeichnet. H.  des  antiken  Torsos  0,45  m.  Fein- 
körniger, gelblicher  Marmor.  Antik  ist  nur  der 
Torso.  Unbedeutend. 

2270.  Statue  des  hängenden  Mar- 
ayas.  M — D 245;  hier  ältere  Litteratur  ver- 
zeichnet. H.  1,57  m.  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  Nase,  Iwide  Arme,  beide 
Unterschenkel,  der  r.  mit  dem  Knie,  beide 
Füße,  das  Lendentuch,  der  Stamm,  die  Plinthe. 
Gute  Arbeit.  Weißer  Typus. 

2271/72.  Statue  eines  jugendlichen 
Kentauren.  M — D 1611;  hier  ältere  Litteratur 
verzeichnet.  If.  (unterer  Rand  der  Plinthe 
bis  zum  Scheitel)  1,39  m.  L.  der  Plinthe  0,88  m, 
Br.  0,325  m.  Der  Pferdeleib  aus  rotem,  der 
Oberkörper  aus  sohwarzgrauem  Marmor.  Sicher 
antik  ist  nur  der  rote  Oberkörper,  da  an  ihm 
Wurzelfasern  erhalten  sind,  mit  dem  Kopfe, 
dessen  r.  Ohr  beschädigt  ist,  aber  ohne  die 
Arme;  wahrscheinlich  antik  ist  auch  die  hintere 
Hälfte  des  Pferdeleibes,  vielleicht  auch  die 
Plinthe  mit  den  Hufen,  doch  müßte  die  Plinthe 
modern  zugeschnittcn  worden  sein.  Sicher 
modern  »ind  das  Vorderteil  des  Pferdeleibes 
und  sämtliche  Extremitäten.  — Rohe  Wieder- 
I holuug  des  einen  der  beiden  capitolinischen 
Kentauren.  Von  dem  Eroten  hat  »ich  keine 
Spur  erhalten.  Vgl.  die  Bemerkungen  Hen- 
zen’s  über  die  mitgefundenen  Reste  des  alten 
Kentauren  (Arch.  Zeitung  1850,  S.  167*  und 
175*,  abgekürzt  bei  M — D).  Nach  einer  an 
der  Basis  eingegrabenen  Inschrift  ist  im  J.  1850 
zunächst  nur  der  menschliche  Oberkörper  go- 
| funden  worden,  bei  späteren  Nachgrabungen 
dann  auch  der  Pferdeleib;  die  Zusammen- 
setzung, Ergänzung  und  Aufstellung  sei  dann 
im  J.  1853  erfolgt. 

2273 — 2278.  Statue  eines  Jünglings 
(nicht  bei  M — D verzeichnet).  II.  (Sohle  bis 
Scheitel)  1,75  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Mar- 
mor. Ergänzt:  die  untere  Hälfte  der  Nase,  beide 
Arme,  die  vordere.  Hälfte  des  r.  Fußes,  die 
Zehen  des  1.  Fußes,  die  Plinthe  bis  auf  das 
Stück  unter  dem  Stamm,  dem  r.  Fuß  und 
zwischen  den  Füßen.  Brüche  durch  den  r. 
Oberschenkel,  unter  dem  1.  Knie  und  über  dem 
1.  Knöchel.  Gebrochen  war  auch  ein  Stück  der 
1.  Schulter  vorn;  hier  ist  ein  modernes  Stück 
eingeflickt.  Der  Oberkopf  ist  besonders  ge- 


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— 1 r* 


21 


VIII.  2279-2283 


Rom 


arbeitet  und  angeaetzt.  Beschädigt  ist  der 
Naaenansatz.  Das  Glied  fehlt.  Die  Vorderseite 
ist  gut  erhalten,  die  Rückseite  geglättet  und 
wohl  auch  leicht  überarbeitet.  Sicher  über- 
arbeitet ist  das  Plinthenlragment  zwischen  den 
Füßen.  Der  Ergänzer  hat  die  Haltung  der 
Anne  richtig  getroffen.  — Die  Formen  des 
Körpers  und  des  Kopfes  weisen  auf  ein  Original 
des  4.  Jahrhunderts  zurück,  augenscheinlich 
ein  Bronzeoriginal,  das  ohne  den  plumpen 
Stamm  auskommen  konnte  — dieser  beein- 
trächtigt hier  die  Wirkung  der  schlank  auf- 
ragenden Gestalt  besonders  stark  — , und  zwar 
ein  Original  der  attischen  Kunst,  wie  sie  sich 
neben  Praxiteles  entwickelte  und  uns  am  besten 
durch  die  Bronzestatue  eines  Jünglings  von 
Antikythera  vertraut  ist.  Es  ist  schwer  zu 
sagen,  wie  wir  das  Motiv  der  Figur  zu  verstehen 
habon.  Wem  gilt  der  Blick  des  Kopfes,  der 
zum  Himmel  erhoben  soheintt  Hätte  der 
Jüngling  neben  einer  größeren  Statue  gestan- 
den und  hätte  dieser  sein  Bliek  gegolten,  so 
müßte  der  Kopf  eine  stärkere  Weudung  nach 
der  Seite  machen.  Ein  Betender  kann  nicht 
dargestellt  soin,  denn  beim  Beten  wurde  die 
Reohte  erhoben  und  der  Kopf  blickte  nach 
ihrer  Seite  oder  geradeaus.  Deshalb  wird  man 
annehmen  müssen,  daß  die  Linke  einst  ein 
stabartiges  Attribut  gehalten  hat,  dessen 
grade  Linie  die  Hand  mit  dem  1.  Fuße  verband 
und  die  geschwungenen  Linien  des  Körpers 
desto  nachdrücklicher  zur  Geltung  brachte, 
vielleicht  einen  Speer.  Der  Gedanke  an  Ganymed 
scheint  mir  ganz  ausgeschlossen.  Jedenfalls 
haben  wir  den  Dargestellten  in  den  Reihen  der 
Sterblichen  zu  suchen.  Das  Motiv  des  Empor- 
bliokens  bei  ruhig  stehendem  Körper  ist  übrigons 
auch  ein  Charakteristikum  für  die  Kunst  des 
4.  Jahrhunderts  (vgl.  Amelung,  Rom.  Mitteil. 
XX,  1904,  S.  141  ff). 

2279.  Statue  des  Nil.  M — D 574; 
Clarac  749  A,  1817.  L.  1,21  m.  Basalt.  Er- 
gänzt: die  Nasenspitze,  die  Hälfte  der  r.  Hand, 
die  obere  Hälfte  des  Füllhorns,  das  Ende  des 
r.  Fußes,  die  Schnauze  des  großen,  dor  Schwanz 
des  kleinen  Krokodils.  Aus  dom  Obergesicht 
waren  Teile  ausgebroohen.  Die  Rechte  müßte 
einen  Strauß  von  Ähren  halten.  Sorgfältige 
Arbeit. 

2280.  Statue  des  kleinen  Dionysos. 
M — D 306.  II.  des  Torsos  0,36.  Rosso  antioo. 
Antik  ist  nur  der  sorgfältig  gearbeitete  Torso 
(Hals  bis  Scham). 


22 


2281.  Statue  des  Widders  mit  Odys- 
seus. M — D 966a;  hier  ältere  Litteratur  ver- 
zeichnet. H.  0,91  m.  L.  0,96  m.  Feinkörniger, 
grauer  Marmor.  Sehr  rohe,  späte  Arbeit.  Vgl. 
Overbeck,  Gallerie  hcroisoher  Bildwerke,  S.  767, 
n.  20;  Boltc,  De  monuraentis  ad  Odysseam 
pertinentibus  (1882),  S.  15;  Müller,  Die  ant. 
Odyssee-Illustrationen,  S.  30.  Die  Composition 
ist  zu  elond,  als  daß  wir  mit  Müller  daran 
denken  könnten,  ihr  Original  habe  zu  einer 
Gruppe  gehört,  die  mit  der  des  Odysseus  vor 
dem  Kyklopen  eine  zusammenhängende  Serie 
gebildet  hätte;  man  erinnere  sich  der  vor- 
züglichen Figur  des  Odysseus! 

2282.  Statue  des  bärtigen  Dionysos. 
M — D 317;  hier  ältere  Litteratur  verzeichnet. 
H.2,01  m.  Feinkörniger,  gelblicher  (pontelischer) 
Marmor.  Gefunden  ebenso  wie  n.  2271  im  Jahre 
1849  oder  1850  in  der  Villa  Doria  bei  Albano. 
Zu  den  Angaben  bei  M — D ist  nur  hinzuzu- 
fügen, daß  die  Oberfläche  der  Vorderseite  ge- 
putzt und  wohl  auch  leicht  übergangen  ist. 
Die  Ausführung  hat  nichts  von  archaistisch- 
übertriebener  Zierlichkeit.  Andrerseits  ent- 
spricht die  Durchführung  im  Einzelnen  — Ge- 
sicht, Chiton  — nicht  dem  archaischen  Schema 
des  Ganzen,  sondern  dem  Stile  der  attischen 
Kunst  gegen  Ende  des  5.  Jahrhunderts.  Es 
dürfte  sich  demnach  um  ein  archaisierendes 
Original  dieser  Zeit  handeln  oder  um  die  ge- 
treuo  Kopie  eines  solchen.  Man  erinnere  sich 
des  Hermes  Propylaios  und  des  Hekatoion  des 
Alkamene8.  Nächst  verwandt  mit  dieser  Figur 
muß  das  verschollene  Fragment  gewesen  sein, 
das  Le  bas  (Voyage  archöologique,  Ausg.  von 
S.  Reinaeh.  p.  62,  pl.  4 I)  public iert  hat  (wieder- 
holt bei  S.  Reinaeh,  Röp.  de  la  stat.  II,  2, 
653,  7). 

2283.  Statuette  der  Artemis.  M — D 
671 ; vgl.  dort  über  ältere  Litteratur.  H.  0,70  m. 
Marmor  des  Körpers  feinkörnig  und  gelblich, 
der  des  Kopfes  kleinkrystallinisch  und  grau. 
Ergänzt:  die  Nase,  die  Spitzen  der  Mondsichel, 
der  Köehur,  der  r.  Arm,  der  1.  Unterarm, 
Flicken  in  den  Falten  längs  der  r.  Beite. 
Der  vordere  Teil  der  Plinthe  war  zersprungen. 
Die  1.  Hand  und  ihr  Attribut,  zweifellos  der 
Bogen,  waren  einst  mittels  zweier  Puntelli 
mit  dem  Körper  verbunden.  Der  r.  Arm  ist 
richtig  ergänzt.  Der  Kopf  gehört  nicht  zu  der 
Figur;  er  gibt  in  mäßigor  Ausführung  rin  Ori- 
ginal aus  der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts 
wieder.  Der  Körper  ist  recht  zierlich  gearbeitet; 

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23 


VIII,  2284-2288 


Rom 


24 


«r  ist  in  den  Motiven  der  praxi  telischen  Ar* 
temis  in  Dresden  verwandt.  Man  beachte  die 
Profilierung  der  Plinthe. 

2284.  Statuette  der  Demeter  oder 
Kore.  M — D 609;  hier  ältere  Litte ratur  ver- 
zeichnet. II.  0,98  m.  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  der  Kopf,  die  r.  Hand,  große 
Teile  der  Fackel,  die  Füße,  die  Plinthe.  Am 
r.  Oberschenkel  außen  der  Rest  einer  Stütze 
für  den  Schaft  der  Fackel.  Der  Körper  war  in 
der  Mitte  quer  durchgebrochen;  weiter  oben 
noch  zwei  Quersprünge.  Geringe  Arbeit.  Wichtig  j 
wegen  des  erhaltenen  Attributes,  wodurch  die  j 
Beziehung  auf  eine  der  eleusinischen  Göttinnen 
gesichert  ist,  und  des  Gewandmotive«  (vgl. 
Amelung,  Basis  de«  Praxiteles  aus  Mantinea  j 
S.  Ö0  ff.,  u.  tt.  von  Schneider,  Kore,  S.  4 ff.),  j 

2285.  Statue  der  Artemis.  M — D 675;  ! 
hier  ältere  Litteratur  verzeichnet.  H.  1,73  m. 
Feinkörniger,  weißer  Marmor.  Die  ganze  Figur  | 
ist  übertüncht.  Sicher  ergänzt  sind  Kopf  und  , 
Hals,  dio  r.  Hand  mit  einem  Teil  des  Unter-  ' 
arm«,  ein  Teil  der  Mant<  Halten,  dio  vor  dem  | 
Körper  herabhängen.  ein  Flicken  gegen  die 
Waden  zu,  der  1.  Unterschenkel,  der  kleine 
Zeh  des  1.  Fußes,  der  große  des  r.  Wahrschein- 
lich ist  auch  die  1.  Hand  mit  Unterarm  er- 
gänzt, sowie  ein  Teil  des  r.  Unterschenkels.  — 
Geringere  Wiederholung  der  sog.  Artemis  von 
Gabii  im  Louvre.  Vgl.  nach  Studniczka,  Ver- 
mutungen z.  gr.  Kunstg.  S.  18  ff.,  besonders 
Furtwängler,  Meisterwerke  S.  553,  sowie  Klein, 
Praxiteles  S.  300  ff.  und  Geschichte  d.  gr. 
Kunst  II,  S.  257  f.  Alle  nehmen  mit  Recht 
die  Beziehung  auf  Praxiteles  an,  aber  Klein 
weist  ebenfalls  mit  Recht  darauf  hin,  daß  wir 
in  dem  Original  nicht  die  Artemis  Brauronia 
des  Meisters  vermuten  dürfen,  wenigstens  nicht, 
solange  wir  init  Studniczka  aus  den  Inschriften  I 
schließen,  daß  diese  in  Marmor  gearbeitet  war  | 
(Studn.  S.  23).  Vgl.  auch  in  unserer  Serie  n.  769.  ‘ 
Klein  will  zuviel  aus  der  Art  schließen,  wie 
an  der  hier  veröffentlichten  Replik  dio  senk- 
rechten Mantelf alten  vorn  zum  Unterschied 
von  der  Pariser  Replik  behandelt  sind.  Auch 
hier  ist  allerlei  ergänzt;  wieviel,  läßt  sich  bei 
dem  jetzigen  Zustand  der  Figur  nicht  mit  i 
Sicherheit  feststellen. 

2286.  Statue  der  Artemis  (nicht  bei  ! 
M — D verzeichnet).  H.  1,705  m.  Feinkörniger, 
gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Kopf  und  Hals,  1.  ; 
Arm  mit  Schulter,  r.  Unterarm  mit  dem  dar- 
über hängenden  Mantel- Ende,  allerlei  Falten, 


beide  Füße,  Plinthe.  Der  1.  Unterschenkel  war 
gebrochen.  — Die  sorgfältig  und  cffectvoll 
ausgeführto  Figur  giebt  ein  prächtiges  Original 
reif-praxitelischen  Stiles  wieder.  Der  Gürtel 
iBt  mit  flachen,  runden  Scheiben  verziert,  die 
wir  uns  in  Metall  vorxustellcn  haben.  Die  Hal- 
tung der  Arme  ist  vom  Ergänzer  richtig  ge- 
troffen ; wir  werden  in  der  Rechten  den  Bogen, 
in  der  erhobenen  Linken  tune  hohe  Fackel  an- 
nehmen  dürfen.  Mir  ist  keine  Wiederholung 
bekannt. 

2287.  Weibliche  Statuette,  M — D 
1484.  U.  1,30  m.  Marmor  des  Körpere  fein- 
körnig und  weiß,  der  des  Kopfes  grau.  Er- 
gänzt: die  Nase,  der  oberste  Teil  des  Halses  und 
des  Gewandes  im  Nacken.  An  dem  unbedeu- 
tenden Kopfe,  der  nicht  zu  dem  Körper  ge- 
hört, waren  drei  Stücke  besonders  gearbeitet 
und  angesetzt;  sie  fehlen  heute.  Eine  kleine 
Vertiefung  im  r.  Auge  stammt  von  einer  zu- 
fälligen Verletzung.  An  der  Linken,  die  ge- 
brochen war,  fehlen  der  Zeigefinger  und  ein 
Teil  des  Daumens.  In  dem  Bruch  des  Attribut- 
reste« unten  zwischen  den  Fingern  ein  Eisen- 
stift.  An  der  1.  Schulter  vorn  der  Rest  eines 
Attributes  (schmales  Brett,  mit  der  einen  Schmal- 
seite senkrecht  zur  Schulter  gestellt,  vorn  ge- 
brochen); man  denkt  zunächst  an  ein  Saiten- 
instrument, das  aber  doch  weiter  unten  und 
am  Unterarm  Spuren  hinterlassen  haben  müßte. 
Auch  ist  der  stabartige  Attributrest  in  der 
Linken  damit  nicht  in  Einklang  zu  bringen. 
An  der  r.  Schulter  vorn  der  Rest  einer  großen 
runden  Stütze.  Der  Oberarm  ist  zum  größeren 
Teil  erhalten  und  leicht  zur  Seite  gestreckt. 
Abgebrochen  ist  noch  da«  Gewicht  des  Mantel- 
endes,  das  außen  neben  der  1.  Wade  herab- 
hängt. Die  Ausführung  des  Körpers  ist  gut. 
Sein  Original  muß  eine  Schöpfung  des  vor- 
gerückten 4.  Jahrhunderts  gewesen  sein.  Wir 
begegnen  dem  Gewandmotive  besonders  häufig 
in  der  praxitclischen  Schule  (vgl.  dio  zu  n.  2284 
citierte  Litteratur),  aber  in  anderer  Fassung, 
d.  h.  in  übersichtlicherer  Ordnung. 

2288.  a.  Statuette  der  Aphrodite. 
M — D 727;  hier  ältere  Litteratur  verzeichnet. 
II.  0,895  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt:  die  Nase,  schmales  Stück  im  Halse, 
der  r.  Arm  fa«t  ganz,  der  1.  von  der  Mitte  des 
Oberarmes  an,  der  r.  Fuß,  die  vordere  Hälfte 
des  1.  Fuße«,  die  Plinthe,  an  der  kleinen  Figur 
der  1.  Arm  mit  der  Hand  und  dem  Gewand- 
zipfel. Der  Kopf  der  kleinen  Figur  kann  nicht 


26 


VIII.  2289—2*295 


Rom 


26 


zugehören,  da  er  keinen  Kalathos  oder  Modius 
auf  dem  Scheitel  trägt.  Derjenige  der  größeren 
Figur  kann  zugehören.  Die  Augensterne  sind 
angegeben.  Die  einst  erhobene  Rechte  muß 
ein  stabartiges  Attribut  gehalten  haben.  Das 
Ganze  gibt  in  mäßiger  Ausführung  ein  im  4. Jahr- 
hundert beliebtes  Motiv  frei  variiert  wieder. 

b.  M — D 1542.  II.  0,88  ra.  Feinkörniger, 
gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  die  Nase,  ein 
Stück  des  Halses,  der  größere  Teil  der  Unter- 
arme, der  untere  Teil  der  Figur  mit  den  Knieen. 
Der  Kopf  wahrscheinlich  nicht  zugehörig.  Un- 
bedeutend. Gewandmotiv  der  zweiten  Hälfte 
des  5.  Jahrhunderts. 

2289/2290.  Statue  eines  Herma- 
phroditen (1).  M — D 845.  H.  1,41  m.  Fein- 
körniger, gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  aus  Mar- 
mor Kopf  und  Hals,  der  1.  Arm  von  der  Mitte 
des  Oberarms  an  mit  einem  Teil  des  von  der 
Haud  gehaltenen  Mantelzipfels,  der  r.  Unter- 
arm mit  Ellenbogen  und  Hand,  ein  Stück  der 
r.  Brust,  ein  großes  Stück  des  Gewandes  hinten; 
aus  Gyps  die  Mantclfaltrn,  die  sich  vor  der 
Scham  ausbreiten.  Die  alten  Abbildungen 
(Villa  Pamphilia  T.  I;  Clarac  667,  1548  B) 
zeigen  die  Figur  ohne  diesen  Faltenfächer  und 
mit  männlicher  Scham.  Es  ist  sehr  leicht  mög- 
lich, daß  diese  nur  einer  Laune  des  Ergänzers 
ihr  Dasein  verdankt  hat.  Wir  bemerken  hinter 
dem  1.  Fuße  einen  kleinen  Schwan,  der  wohl 
zu  Aphrodite,  aber  gar  nicht  zu  einem  Herm- 
aphroditen paßt.  Die  Rechte  kann  den  Teil 
des  Mantels,  der  sich  der  Scham  nähert,  nicht 
gehalten  haben,  da  der  rechte  Ellenbogen  zu 
weit  zurückgenommen  ist.  Das  seltsame  Motiv, 
daß  der  Mantel  sich  in  dieser  Weise  von  selbst 
an  seiner  Stelle  zu  halten  scheint,  findet  sich 
auch  sonst,  z.  B.  Clarac  594,  1425  A.  Hier 
dient  zu  seiner  Erklärung  noch  zweierlei:  der 
Stoff  ist  leicht  zwischen  die  Beine  geklemmt, 
und  der  Wind  preßt  ihn  heftig  wehend  gegen 
das  r.  Bein.  Das  Motiv  der  r.  Hand  bleibt  da- 
mit unklar.  Die  Ausführung  der  Figur  ist  gut; 
die  Art,  wie  das  wehende  und  flatternde  Ge- 
wand behandelt  ist,  erinnert  an  den  Stil  des 
Timotheos.  Doch  dürfte  das  Original  nicht 
vor  dem  Beginn  der  hellenistischen  Zeit  ent- 
standen sein.  Aufnahme  der  Vorderseite  bei 
Alinari  Nr.  29758.  Das  nämliche  Motiv  im 
Gegensinne,  mit  leichten  Varianten,  an  einer 
Statue  in  Villa  Borghese  (CLXVIII). 

2291.  Statuette  der  Aphrodite.  M — D 
750;  hier  ältere  Littcratur  verzeichnet.  II. 


1,09  m.  Die  Qualität  des  Marmors  ist  nicht 
festzustellen,  da  die  ganze  Figur  übertüncht 
ist.  Sicher  ergänzt  sind  an  der  Aphrodite 
Kopf  und  Hals,  die  1.  Hand  mit  dem  unförm- 
lichen Salbgefuß,  an  dem  Eros  der  1.  Arm  und 
der  größte  Teil  des  1.  Flügels,  an  dem  Delphin 
der  Oberkiefer.  Die  Plinthe  ist  vorn  und  an 
der  1.  Nebenseite  profiliert.  Vgl.  Amelung, 
Vatican- Katalog  II,  S.  114. 

2292.  Statuette  der  Aphrodite.  M — D 
768;  hier  ältere  Litteratur  verzeichnet.  H.  des 
Antiken  (Scheitel  bis  zum  Schnitt  über  den 
Knieen)  0,50  cm.  Kleinkrystallinischer,  hell- 
grauer Marmor.  Ergänzt:  die  Nasenspitze,  beide 
Arme,  der  r.  mit  der  Schulter,  der  1.  mit  der 
Hand,  der  freistehende  Teil  der  Haarsträhne 
zwischen  Kopf  und  r.  Schulter,  das  Hinterteil 
des  1.  Oberschenkels,  die  Unterschenkel  mit 
den  Knieen,  den  Füßen,  der  Vase  und  der 
Plinthe.  Die  Ausführung  ist  nicht  ohne  Reiz; 
sehr  weich  sind  Augen  und  Haare  behandelt. 
Vgl.  über  den  Typus  zuletzt  Furtwängler  in 
Hclbings  Monatsberichten  I,  4,  S.  1 ff.  Die 
Statuette  unterscheidet  sich  von  den  dort  be- 
handelten Exemplaren  durch  die  Wendung  des 
Kopfes.  Eine  mit  der  Statuette  Pringsheim 
(ebenda  T.  2)  übereinstimmende,  kopflose 
Statuo  ist  vor  kurzem  in  den  Caracalla-Thcr- 
men  gefunden  worden  und  in  das  Thermen- 
Museum  gelangt. 

2293—2295.  Mädchenatatuctte.  M — D 
1387.  H.  1,40  m.  Feinkörniger,  weißer  Mar- 
mor. Gebrochen  war  der  Kopf,  die  1.  Hand, 
ihre  Stütze.  Der  r.  Arm  muß  fast  ebenso  wie  der 
L bewegt  gewesen  sein ; der  Rest  einer  Stütze 
für  die  Hand  an  der  r.  Hüfte  vorn  dicht  unter- 
halb des  Bandes  (augenscheinlich  war  der  r. 
Arm  einmal  ergänzt;  sein  Einsatz  an  der  Schal- 
ter ist  ansgehöhlt;  in  der  Höhlang  ein  Eisen- 
stift;  Löcher  für  solche  in  dom  Stützenrest  und 
dem  Rest  des  herabhängenden  Bandes  auf 
dieser  Seite  des  Kopfes  [s.  darüber  weiter  unten]). 
Allerlei  Beschädigungen.  Die  ganze  Figur  ist 
stark  geputzt,  das  Gesicht  auch  überarbeitet. 
— Von  dem  Tuch,  das  den  kalat bösartigen 
Aufsatz  auf  dem  Kopfe  bedeckt,  muß  ehemals 
rechts  und  links  je  ein  bandartiger  Zipfelherab- 
gereicht  haben  und  jederseits  von  der  Hand 
gefaßt  worden  sein;  auf  beiden  Seiten  bemerken 
wir  einen  entsprechenden  Bruch,  und  in  der 
1.  Hand  hat  sich  d:i  Ende  des  1.  Bandes  er- 
halten. Die  eigentümliche  Lockentracht  weist 
nach  Ägypten,  und  so  wird  es  kein  Zufall  sein, 

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27 


VIII,  2296-2303 


Rom 


28 


daß  wir  im  Museo  cgiziano  in  Neapel  einen  Kopf 
aus  schwarzem  Granit  finden  (In  v.  1038;  Coli. 
Borgia)  mit  einem  ganz  ähnlichen  Kopfputz, 
ln  der  Gewandung  der  Figur  widerspricht  keine 
Einzelheit  griechischer  Art.  So  werden  wir 
in  der  Dargestellten  ein  griechisches  Mädchen 
zu  erkennen  haben,  das  wahrscheinlich  doch 
irgendwie  an  einem  alexandrinisclien  Culte  be- 
teiligt war.  In  stilistischer  Hinsicht  ist  das 
Werk  recht  charakterlos,  und  man  möchte  es 
eher  einem  neu-attischen  Bildhauer  zuschreiben, 
als  einem  Künstler  etwa  des  4.  Jahrhunderts. 

2286 — 2298.  Mädchenstatuette.  M — D 
1467;  hier  ältere  Litteratur  verzeichnet.  H. 
1,24  m.  Feinkörniger,  weißer  Marmor.  Er- 
gänzt; die  Nasenspitze,  das  Unterteil  des  Hin- 
terkopfes mit  Schopf,  der  Hals  mit  dem  Brust- 
ausschnitt, die  r.  Schulter  mit  Nacken,  allerlei 
Falten,  der  grolle  Zeh  des  1.  Fuße«,  die  1.  Vor- 
derecke der  Plinthe,  die  dahinter  abgeschnitten 
ist.  Von  den  Fransen  des  Mantels  ist  Manches 
abgebrochen.  An  einzelnen  Stellen  geputzt.  — 
Hülsen  weist  mir  nach,  daß  der  Körper  ohne 
den  Kopf  von  Heemskerck  gezeichnet  worden 
ist  (I,  f.  43);  damit  entscheidet  sich  die  Frage 
der  Zugehörigkeit  des  Kopfes  negativ  (s.  über 
ihn  n.  2296).  Der  Körper  giebt  in  flotter,  sehr 
lebendiger  Ausführung  ein  feines,  früh -hel- 
lenistisches Original  wieder.  Vgl.  Uekler, 
Rom.  weibl.  Gewandstatuen  (in  Münch,  archäol. 
Studien,  dem  And.  Ad.  Furtwänglers  gewidm.), 
S.  202,  4,  zu  Olympia,  Bildwerke  T.  I,X VIII,  2. 

2299.  Weibliches  Köpfchen,  der  Sta- 
tuette 2296 — 98  aufgesetzt.  Längs  deB  Kran- 
zes, der  von  zwei  dünnen  Zweigen  unkennt- 
licher Art  gebildet  wird,  sind  17  Löcher  ein- 
gebohrt, wohl  um  besonders  gearbeitete  Blu- 
men oder  Blattbüschel  einzusetzen.  Ein 
Stirnband  verliert  sich  rechts  und  links  in  den 
Haaren.  Die  Ausführung  ist  ganz  außerordent- 
lich weich  und  zart,  so  fein,  daß  man  in  dem 
Köpfchen  eine  originale  Arbeit  erkennen 
möchte.  8ie  trägt  durchaus  den  Charakter  der 
praxitelischen  Nachfolge  in  Alexandrien.  Daß 
diese  tatsächlich  dort  geblüht  hat,  wio  ich  cs 
einst  im  Bullettino  comunale  1897,  S.  110  ff., 
angenommen  habe,  ist  seitdem  durch  Bekannt- 
werden weiterer  Funde  ans  Ägypten  nur  be- 
stätigt worden  und  wird  nicht  dadurch  wider- 
legt, daß  einzelne  Fundstücke  der  gleichen 
Art  auch  in  Klein-Asien  und  sonst  zu  Tage 
kommen,  zumal  es  sich  in  diesen  Fällen  durch- 
weg um  Sculpturen  mäßigen  Umfanges  han- 


delt, die  ehemals  sehr  wohl  von  einem  belie- 
bigen anderen  Orte  an  den  Fundort  trans- 
portiert werden  konnten.  Entscheidend  ist, 
daß  sich  derartige  Arbeiten  nur  in  Ägypten  in 
größerer  Masse  finden,  und  daß  ihr  Stil  mit  dem, 
was  wir  sonst  über  die  Eigenart  alexandri- 
niseher  Kunst  erschließen  können,  im  besten 
Einklang  steht. 

2300.  Statuette  einer  Muse.  M — D 
1466;  Clarac  978  B,  2339.  H.  0,94  m.  Marmor 
des  Körpers  klein -krystaliinisch  und  gelblich; 
der  des  Kopfes  hat  größere  Krystalle  und 
schimmert  mehr  ins  Graue.  Ergänzt;  Nase,  Lip- 
pen, Uinterkopf  mit  Hinterteil  des  Halses, 
Oberteil  der  Brust  und  des  Nackens,  Teil  der 
r.  Hand  und  der  Falten  von  ihr  bis  zur  1.  Schul- 
ter, die  1.  Hand,  einzelne  Falten,  der  Saum  de« 
Gewandes  hinten,  der  Rand  der  Plinthe.  Viel- 
fach bestoßen.  Der  Kopf  gehört  nicht  zum 
Körper;  er  gibt  einen  sehr  allgemeinen  Typus 
der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahrhunderts  wieder. 
Der  Körper  stammt  von  einer  nioht  sehr  leben- 
dig gearbeiteten  Wiederholung  der  hellenisti- 
schen Musenfigur,  die  meist  mit  einem  kleinen 
Saiteninstrument  in  der  Linken  dargeetellt 
wird  und  zu  der  Musengruppe  gehört,  die  man 
mit  größter  Wahrscheinlichkeit  dem  Philiskos 
von  Rhodos  zugeschrieben  hat  (Amelung,  Basis 
des  Praxiteles  S.  79;  Watxi nger,  63.  Berliner 
Winokelmannsprogramm  S.  6 f. ; Wiegand, 
Archäol.  Anzeiger  1906,  S.  30  ff.). 

2301.  Statuette  eines  alten  Weibes. 
M — D 1208;  hier  ältere  Litteratur  verzeichnet. 
H.  0,92  m.  Grobkörniger,  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt;  der  ganze  Kopf  bis  auf  ein  Stück  des 
Mantels  auf  seiner  1.  Seite,  der  1.  Arm  mit  beiden 
Händen,  Füße  und  Plinthe.  Unter  der  r.  Brest 
der  Reet  einer  kleinen  Stütze ; unter  der  1.  Brust 
eine  größere  Abarbeitung;  was  hier  entfernt 
worden  ist,  bleibt  zweifelhaft.  Sehr  grob- 
realistische  Arbeit.  Vgl.  Amelung,  Vatican- 
Katalog  I,  S.  698,  n.  580,  u.  Wacc,  Annual  rep. 
of  tho  Brit.  school  at  Athens  X,  S.  105,  n.  17. 

2302/2303.  Kopf  des  Zeus  Pluton. 
M — D 20;  Overbeck,  Kunstmythologie  II, 
S.  309.  H.  0,41  m.  Feinkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Der  Kopf  war  bestimmt,  in  einen 
bekleideten  Körper  eingesetzt  zu  werden. 
In  dem  Loch  auf  dem  Obcrschädel  muß  ein 
Modius  befestigt  gewesen  sein.  Damit  und 
durch  den  ganzen  Typus  ist  die  Deutung  auf 
den  Herrscher  der  Unterwelt  gegeben,  aber 
nioht  notwendig  die  auf  Sarapis;  denn  das  At- 


29 


VIII,  2304-2316 


Rom 


30 


tribut  de«  Modius  war  für  chthonisohc  Gott- 
heiten auch  vor  Einführung  de«  Sarnpiscultes 
bekannt.  In  stilistischer  Hinsicht  macht  der 
Kopf  jedenfalls  einen  älteren  Eindruck  als  die 
Schöpfung  des  Rryaxis.  Die  etwas  blasierte 
Schönheit  des  Gesichtes  wäre  bei  dem  Werk 
eines  Künstlers  aus  der  Mitte  de«  4.  Jahr- 
hunderts am  leichtesten  verständlich.  Der 
Kopist  hat  sein  Vorbild  augenscheinlich  ver- 
ständnisvoll wiedergegeben.  Technisch  un- 
angenehm wirken  die  siohtbaren  Spuren  der 
Bohrarbeit:  wir  werden  die  Ausführung  des 
Kopfe«  deshalb  nicht  mehr  der  eisten  Kaiser- 
zeit zuschreiben  dürfen;  aber  von  hadrianischer 
Glätte  ist  sie  noch  weit  entfernt. 

2304.  Jugendlich-männlicher  Ideal- 
kopf (nicht  bei  M — D verzeichnet).  H.  0,55  m. 
Feinkörniger,  gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  die 
Nase,  das  Kinn  mit  der  ganzen  Unterlippe, 
der  halben  Oberlippe  und  der  halben  1.  Wange, 
die  Haare  über  der  Mitte  der  Stirn  und  dem  r. 
Auge,  sowie  diejenigen,  die  das  r.  Ohr  ver- 
decken. Brauen  und  Lider  sind  stark  bestellen. 
Die  Rückseite  ist  flach  und  rauh  gelassen.  Der 
Kopf  war  wohl  bestimmt,  in  ein  Mödaillon  ein- 
gesetzt zu  werden.  — Die  Deutung  bleibt 
unsicher.  Wenn  ein  bestimmte«  Original  zu 
Grunde  liegt,  raußcsimBeginn  der  hellenistischen 
Zeit  entstanden  sein. 

2306—2307.  Weiblicher  Idealkopf 
(nicht  bei  M — D verzeichnet).  H.  0,30  m.  Fein- 
körniger, gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  die  Nase 
mit  einem  Teil  der  Stirn,  der  Brauen  und  mit 
der  Oberlippe,  ein  Teil  der  1.  Wange  und  des 
1.  Ohrs,  fast  der  ganze  Hals  und  die  Büste. 
Sprung  im  Haar  an  der  1.  Seite.  Der  Kopf  gibt 
in  mäBiger  Arbeit  ein  Original  vom  Ende  de« 
5.  oder  dem  Beginn  des  4.  Jahrhunderts  wieder. 
Wiederholungen  sind  mir  nicht  bekannt. 

2308.  Porträtkopf  eines  Römers  aus 
den  letzten  Zeiten  der  Republik.  M — D 1809. 
n.  de«  Antiken  0,18  in.  Feinkörniger,  gelb- 
licher Marmor.  Antik  ist  nur  das  Gesicht;  an 
ihm  ergänzt:  die  Nase,  das  Kinn  mit  einem  Teil 
der  Unterlippe,  die  Ohren.  Die  Wangen  sind 
hier  und  da  mit  Stuck  geflickt.  Gute  Arbeit. 
Vortreffliche  Charakteristik. 

2309/2310.  Porträt  eines  Römers  aus 
den  letzten  Zeiten  der  Republik.  M — D 1979. 
H.  des  Kopfe«  0,30  m.  Porphyr.  Ergänzt:  die 
Büste  aus  Giallo  antico  und  Alabaster.  Vor- 
züglich in  Ausführung  und  Auffassung.  Antikt 
Wenn  modern,  nach  welchem  Vorbild  gearbeitet! 


2 II.  Porträtkopf  eines  Römers 
aus  dem  Beginn  der  Kaiserzeit  (nicht  bei  M — -D 
verzeichnet).  H.  des  Kopfes,  der  nicht  zur 
Büste  gehört,  0,33  m.  Feinkörniger,  gelblicher, 
braun  gefleckter  Marmor.  Ergänzt:  der  Nasen- 
rücken mit  der  Nasenspitze  und  dem  1.  Nasen- 
flügel. Der  Zustand  der  Oberfläche  könnte  sich 
wohl  durch  starkes  gleichmäßiges  Putzen  er- 
klären; doch  kann  ich  Zweifel  an  der  Echtheit 
des  Kopfes  nicht  unterdrücken.  Als  Porträt  ist 
der  Kopf  unbedeutend. 

2312.  Porträtkopf  des  Nero  als 
Kind  (nicht  bei  M — I)  verzeichnet).  H.  des 
Kopfes  0,23  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Mar- 
mor. Ergänzt:  die  Nase,  beide  Ohren,  Teile  der 
Locken-Enden,  die  Büste.  Ziemlich  unbedeu- 
tende Arbeit. 

2313.  Porträtbüste  eines  Römers 
aus  trajanischer  Zeit.  M — D 1808.  H.  0,53  m. 
Feinkörniger,  weißer  Marmor.  Ergänzt:  die 
Nase,  Teile  beider  Ohren  (von  dem  1.  wieder 
abgefallen),  Flicken  im  Halse  unten,  Stücke 
der  Rüste,  deren  Form  aber  gesichert  ist,  end- 
lich der  Büstenfuß.  In  der  r.  Wange  eine  häß- 
liche Verletzung.  Der  Kopf  war  von  der  Büste, 
diese  in  zwei  Stücke  gebrochen.  Der  Mann 
trägt  kurzgeschorenen  Vollbart.  Gut  in  Aus- 
führung und  Auffassung. 

2314.  R ömisohe  weibliche  Porträt- 
büste. M — D 2032t.  H.  0,58  cm.  Marmor 
des  Kopfes  feinkörnig  und  gelblich, . der  der 
Büste  kleinkrystallinisch  und  gelblich.  Er- 
gänzt: die  Nase,  der  Hals,  einzelne  Falten,  der 
Büstenfuß.  Allerlei  Beschädigungen.  Der  Kopf 
gehört  nicht  zu  der  Büste,  die  aus  der  Zeit  der 
Antonine  stammt.  Der  Kopf  muß  vielmehr 
eine  junge  Dame  aus  trajanischer  Zeit  dar- 
stellen. Die  Augensterne  sind  nur  schwach 
angedeutet.  In  die  gleiche  Zeit  weist  die  über- 
aus künstliche  Frisur,  an  der  wir  vorn  eine 
Mondsichel  bemerken;  die  Dame  war  als  Mond- 
göttin oder  als  Diana  dargestellt  In  den  Ohr- 
läppchen waren  metallene  Gehänge  befestigt. 
Sorgfältige,  aber  unbedeutende  Arbeit. 

2315.  Porträtbüste  der  älteren  Fau- 
stina.  M — D 2093.  H.  0,73  m.  Feinkörniger, 
weißer  Marmor.  Ergänzt:  das  Unterteil  der 
Nase,  Teil  der  1.  Braue,  allerlei  Kleinigkeiten. 
Der  Kopf  war  gebrochen.  Augensterne  und 
Brauen  sind  angegeben.  Gute  Arboit. 

2316.  Römische  weibliche  Porträt- 
büste (scheint  nicht  bei  M — D verzeichnet 
zu  sein).  II.  (Büste  mit  Kopf)  0,54  m.  Fcin- 


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31 


VII!,  2317  -2325 


Rom 


32 


körniger,  gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  die  Nase, 
der  Wulst  oben  bis  auf  den  mittelsten  Teil, 
durch  den  allerdings  sein  Aussehen  und  seine 
Gestalt  gesichert  ist,  Flicken  im  Hals,  ein 
breiter  Streifen  im  Hals  ringsum,  die  r.  Schul- 
ter, Flicken  im  Gewand,  der  Büstenfuß.  Kopf 
und  Büste  können  nieht  zusammengehören. 
Die»'  stammt  ihrer  Form  und  Ausführung  nach 
aus  hadrianischer  Zeit,  jener  aus  dem  3.  Jahr- 
hundert  n.  Chr.  ln  die»'  Zeit  weisen  Frisur 
und  Stil;  Brauen  und  Augensterne  sind  an- 
gegeben. Das  Haarnetz,  das  den  Wulst  oben 
bedeckt,  ist  Von  hinten  heraufgezogen.  Beide 
Teile  sind  gut  gearbeitet. 

2317.  Trapezophor.  M — 1>  3720.  II. 
0,88  m.  L.  1,66  m.  Grobkörniger,  gelblicher 
Marmor.  Nach  Benndorf -Schöne,  Lateran,  8.58, 
stammt  das  Stück  aus  Albann.  Die  beiden 
Sphinxe  entsprechen  im  Typus  den  von  Furt- 
wängler  im  Münchner  Jahrbuch  1906  (1),  S.  8 
zusainmengestellten  Darstellungen  (vgl.  Ahh.  10 
und  11  auf  S.  6 und  7).  Die  Köpfe  haben  all- 
gcniein-phidiasischen  Typus;  die  Augen,  die 
besonders  gearbeitet  und  eingesetzt  waren, 
fehlen  jetzt.  Das  Gerank,  das  sich  auf  der  j 
andern  Seite  wiederholt,  ist  noch  straffer,  noch 
mehr  in  griechischem  Sinne  stilisiert,  als  die 
Ranken  der  Ara  Paoil,  mit  der  dieses  Frag- 
ment doch  etwa  gleichzeitig  sein  muß.  Außer- 
ordentlich feine  Arbeit. 

2318.  2319.  Putoal  mit  geflügelten  KaJa- 
thiskos-Tänzerinnen.  M— D 3678;  nach  Matz 
vermutlich  aus  Auzio.  Hauser,  neuattische  ; 
Reliefs.  8.  97,  n°  20*.  H.  und  Durohm.  oben 
0,62  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor.  Er-  j 
gänzt  der  untere  Ablauf;  geflickt  der  obere  I 
Rand.  l)us  Paar  von  Tänzerinnen,  das  unsere 
Aufnahmen  wiodergeben,  ist  an  dem  Rund  des 
Puteais  — es  ist  innen  hohl  — noch  einmal 
wiederholt.  Sehr  zierliche  Arbeit  der  ersten  1 
Kaiserzeit. 

2320 — 2322.  Runde  Basis  oder  Altar 
mit  Relief.  M— D 3672.  H.  0,90  m.  Br.  und 
T.  unten  0,87  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Mar- 
mor. An  der  quadratischen  Basis  und  dem 
Kranz  darüber  ist  viel  mit  Gyps  ergänzt.  Die 
nach  der  Wand  gekehrte  Seite  ist  sehr  zerstört. 
Über  der  quadratischen  Basisplatte  zunächst 
ein  mit  Bändern  umwundener  Lorbeerkranz; 
daun  ein  Ablauf  mit  aufrechtstehonden  gezack- 
ten Blättern;  dann  eine  Perlenschnur.  Oben  [ 
über  dem  Relief  erst  ein  glatter  Ahluuf,  dann  | 
einer  mit  aufrecht  stehenden  glatten  Blältern.  I 


Auf  der  Oberfläche  eine  kreisförmige  rauhe 
Erhebung.  Die  runde  Wandung  ist  mit  einem 
Zuge  von  acht  weiblichen  Figuren  in  Relief 
gefüllt;  sie  sind  alle  nach  1.  gewendet.  Zu  der 
Beschreibung  bei  M- — D ist  Folgendes  zu  be- 
merken-.  1 schreitet  nicht  ruhig,  sondern  stür- 
misch vor  und  trägt  in  der  Tat  ein  langes  Ge- 
wand; V erhebt  einen  Kantharos;  was  hier  als 
ergänzt  angegeben  ist,  war  gebrochen;  VI  hält 
in  der  Tat  eine  Fackel;  an  der  Wandseite  VIII, 
eine  Tänzerin  in  Inngem  flatternden  Guwande; 
der  1.  Arm  ist  vorwärts  gehoben,  die  Haud 
hält  den  Mantel;  der  Kopf  iBt  rückwärts  ge- 
wendet und  gesenkt;  der  r.  Arm  hält  einen 
langen  Thyrsos  schräg  gerichtet.  Sehr  gute 
Motive;  feinste  Arbeit  neu-attischer  Art. 

2323.  Aschcnbehälter.  M — D 3995. 

H.  0,28  m.  Feinkörniger,  gelblicher  Marmor. 
Zu  der  Beschreibung  ist  nichts  hinzuzufügen, 
als  daß  der  leidtragende  Mann  griechische 
Schuhe  trägt.  Die  Inschrift:  CIL  VI,  11074. 

2324.  Grabrelief  des  Gladiators  Ba- 

ton. M— D 3625;  hier  ältere  Litteratur  ver- 
zeichnet. II.  1,85  m.  Br.  1,20  m.  Groß- 
krystallinischer,  grauer  Marmor.  Zu  der  Be- 
schreibung bei  M — D ist  nur  binzuzufügen, 
daß  die  Ketten  um  den  Ilals,  ebenso  wie  ein 
Reifen  am  1.  Oberarm,  von  je  zwei  Schlangen 
gebildet  «'erden,  die  beide  zwischen  den  ein- 
ander zugekehrten  Köpfen  ein  Mädaillon  hal- 
ten (vgl.  dazu  M — D 1316,  Statue  eines  Camil- 
las, jetzt  in  der  Villa  des  Antiquars  Mar- 
cocchia  in  Anzio;  ebenda  1285,  Statuette  eines 
Togatus,  und  3870,  Cippus  des  L.  Lartius  An thus 
eistophnrus  aedis  ßellonae).  Der  Stil  des  Monu- 
mentes spricht  für  die  Annahme  Winckelmanns 
(Monum.  ined.  199),  daß  es  sich  hier  um  den 
zu  Caracalla’s  Zeit  bekannten  Gladiator  -Baton 
handeln  könnte,  dem  nach  seinem  Tode  vom 
Kaiser  selbst  ein  Grabmal  errichtet  wurde. 
Die  Inschrift:  CIL  VI,  10188.  * 

2325.  Votivrelief  an  Silvan.  M — I) 
3768;  hier  Ältere  Litteratur  verzeichnet.  H. 

I, 02  m.  Br.  0,72  m.  Feinkörniger,  grauer 
Marmor.  Der  Beschreibung  lw>i  M— D ist  nur 
hinzuzufUgeii,  daß  mau  das  Relief  nachträg- 
lich als  Schmuck  einer  Brunnenmündung  ver- 
wendet batte;  die  Mündung  befand  sich  zwi- 
schen den  Füßen  des  Gottes.  Ein  anderes 
rundes  Loch  ül>er  dem  Kopf  des  Hundes  (hier 
kann  kein  Wasser  hcrabgcflossnn  sein).  Vgl. 
Peter  bei  Roscher,  Mythol.  Lexikon  IV,  1. 
S.  826,  n.  2 und  8.  866  unten ; vgl.  auch  V.  Do- 


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33  VIII,  2328-2336 


maazowski,  Abh.  zur  röm.  Religion  8. 58 
und  Wissowa,  Religion  und  Cultug  der  Römer, 

2.  Aufl.,  8.  213«.  ; 

2326/2327.  Kopf  einer  alten  Frau 
(nicht  bei  M— D verzeichnet).  H.  des  Kopfes 
0,31  m.  Porphyr.  Im  Mundo  Reste  von  Zäh-  i 
ncn  aus  gelblichem  Marmor.  Die  Augensterne  * 
sind  eingebohrt.  Der  Kopf  ist  eingelassen  in 
eine  zweifellos  moderne  Büste  aus  dunkel- 
grünem Marmor.  Auch  der  antike  Ursprung 
de«  Kopfes  ist  zum  Mindesten  zweifelhaft; 
es  handelt  sich  um  eine  genaue  Replik  des 
Kopfes  der  Alten  im  Salone  des  eapitolinischen 
Museums  n.  22  (engl.  Katalog  p.  288  f.,  pl.  70). 
Der  Kopf  dieser  Statue  ist  modern. 

2328.  Porträtkopf  eines  Römer» 
(nicht  bei  M — I)  verzeichnet).  H.  de»  Kopfe»  j 
0,31  m.  Dunkelgrauer  Marmor.  Sicher  modern 
die  Büste;  zweifelhaft  auch  der  antike  Ursprung 
de»  Kopfes.  Caesar-Typus.  Ledern. 

2329.  Porträtkopf  des  C.  Caesar, 
de»  einen  Sohne»  der  Julia  und  de»  Agrippa 
(nicht  bei  M — D verzeichnet).  II.  de»  Kopfe» 
0,39  m.  GroßkryBtallinischer,  gelblicher  Mar- 
mor. Ergänzt:  ein  Teil  am  Rande  de«  1.  Ohr«,  ein 
kleiner  Flicken  darunter,  die  Büste.  Trotz  der 
Ergänzung  und  der  ganz  vorzüglichen  Aus- 
führung ist  der  antike  Ursprung  de»  Kopfe« 
zweifelhaft;  er  stimmt  fast  genau  überein  mit  | 
dem  falschen  Kopfe  au»  grünem  Basalt  im 
Capitol,  Stanza  d.  imperatori  11,  mit  dem  er 
die  Angabe  der  Brauen  gemein  bat.  — Wegen 
der  Benennung  vgl.  Studniczka  im  Arch.  An- 
zeiger 1910,  S.  532  f. 

2330.  Porträtkopf  de»  II ad ri an  (nicht 
bei  M — D verzeichnet).  H.  de»  Kopfe»  0,41  m. 
Bronze.  Vgl.  die  Bemerkungen  zur  nächsten 
Nummer. 

2331.  Porträtkopf  de»  Antoninu» 
Piu»  (nicht  bei  M — D verzeichnet).  II.  de« 
Kopfe»  0,41  m.  Bronze.  Der  Hai»  ist  unten  un- 
regelmäßig gebrochen,  der  de»  Hadrian  glatt 
zugeschnitten.  Man  beachte  die  verschiedene 
Art,  wie  die  Augen  angegeben  sind.  Beide 
Köpfe  sind  zweifellos  modern,  aber  augenschein- 
lich directc  Nachgüsse  antiker  Vorbilder. 


Was  von  den  Sculpturen,  die  Matz-Duhn 
im  Pal.  Doria  verzeichnen,  hier  nicht  berück- 
sichtigt wurde,  ist  ganz  unbedeutend  oder  war 
mir  nicht  zugänglich,  ausgenommen  der  Krie- 
ger M — I)  1086,  der  bei  P.  von  Bieükowski, 


Rom  34 


die  Darstellungen  der  (fallier  in  der  hellenist. 
Kunst,  S.  72  ff.,  Fig.  85 — 87,  publiciert  wor- 
den ist. 

Villa  Doria-Pamfili.*) 

2332.  Statue  eines  nackten  Jüng- 
lings. M — D 1105.  Ergänzt:  Kopf,  Stück  an 
der  linken  Schulter,  linker  Unterarm  von  ober- 
halb de«  Ellenbogens  an,  r.  Arm  von  Mitte  de« 
Oberarms  an,  r.  Unterschenkel  vom  Knie  an, 
1.  Fuß,  Plinthe.  Das  1.  Bein  war  in  der  Mitte 
de»  Oberschenkel»  gebrochen.  Flicken  im 
Bauch,  an  der  rechten  Hüfte  und  auf  der  r. 
Hinterbacke.  Das  Genital  verdeckt.  Die  Er- 
gänzungen stammen  z.  T.  erst  au»  neuester  Zeit. 
Eine  Aufnahme  der  Statue  in  früherem  Zu- 
stande beim  römischen  Institut  (n°602).  Wie 
diese  zeigt,  war  früher  ein  Gewand  um  die 
Hüften  ergänzt;  die  Genitalpartie  ist  damals 
! zur  Aufnahme  des  Stuckgewandes  überarbeitet 
worden.  Infolgedessen  kann  man  nicht  mehr 
feststellen,  ob  Schamhaar  vorhanden  war,  ob 
der  Torso  also  einen  Jüngling  oder  einen  Kna- 
ben darstellt.  Stilistisch  ist  etwa  eine  Statue 
au»  Pal.  Aldobrandini  (E — A 1354)  zu  ver- 
gleichen: Zeit  des  Omphalosapoll  und  des 
Stephanosjünglings. 

2333 — 35.  Statue  des  Asklepios.  M — 
55.  Ergänzt:  1.  Vorderarm  und  Teil  des  an 
schließenden  Gewandes,  r.  Unterarm  und  Hand 
mit  Patcra,  Nach  Notizen,  die  mir  s.  Z.  Walter 
Altmann  zur  Verfügung  gestellt  hat,  geht  ein 
glatter  Schnitt  durch  die  unteren  Teile  der 
Beine.  Man  erkennt  ihn  auch  auf  der  Photo- 
graphie; danach  müßten  Füße,  Plinthe  und 
auch  wohl  der  untere  Teil  de»  Stammes  modern 
sein.  Der  Kopf  ist  ungebrochen.  Sein  Typus 
steht  dem  de«  Asklepios  von  Melo«  nahe. 

2336.  Statue  de»  Nil.  M — I)  575.  Zur 
Beschreibung  ist  zu  bemerken,  daß  der  1.  Arm 
mit  dem  Füllhorn  auf  einem  Flußpferd  ruht, 
dessen  Schnauze  weggebroohen  ist.  Unten 
Wellen.  Von  dem  am  besten  durch  die  vati- 
conische  Kolossalstatue  vertretenen  Typus 
unterscheidet  sich  die  unsere  vor  Allem  durch 
die  Bekleidung  des  Unterkörpern  und  die  ver- 
schiedene Verteilung  der  Kinder.  Vgl.  Arne- 
lung,  Katalog  de«  Vaticans,  I,  S.  130.  Geringe 
römische  Arbeit,  die  gewiß  nicht  Kopie  eines 
griechischen  Vorbildes  ist. 


•)  Wir  hoffen,  in  einer  der  nächsten  Serien  die  noch  feh- 
lenden Stücke  nachliefi-rn  zu  können. 


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35 


VIII,  2337-2350 


Rom 


36 


2337.  Weibliche  Gewandstatue.  M hi» 

D 848.  Die  Statue  hat  ihre  nächatan  Analogien 
iu  dem  Typu»  Berlin -Cherchcll  (57.  Berliner 
Winckol  man  na -Programm).  Das  Einporsiehen 
de«  Schleiern  mit  der  Linken  kehrt  häufig  auf 
Relief»  de»  5.  Jahrhundert»  wieder  (vgl.  Lip- 
pold  eu  Br — Br  678)  und  war  vielleicht  auch  dem 
Originale  eu  eigen.  I>er  Kopf  ist  nach  der 
Friaur  ein  Porträt  der  elaudiachen  Epoche. 
Vgl.  e.  B.  die  Sulpicia  Platorina  iin  Thermen - 
muaeum  (Helbig3  II,  1624).  Die  Verwendung 
derartiger  strenger  Typen  für  Port  rät  figuren  t 
iat  selten  (vgl.  die  „Aapaaia“  Rom.  Mitt.  1900 
[XV],  8.  182,  Fig.  1). 

2338.  Statue  einer  Maenade.  M — I) 
513.  Koloesal.  In  den  wesentlichen  Zügen 
Gegenatück  der  Figur  im  Pal.  Altempa  E — A 
2373.  Pie  Ausführung  ist  allerdings  sicher 
nioht  von  derselben  Hand,  und  auch  in  der  An- 
lage des  Chitons  auf  der  Brust  zeigen  sich 
Unterschiede.  In  der  Stellung  der  Beine  mit 
dem  Apoll  der  Glyptothek  Ny -Carlsberg  eu 
vergleichen,  den  Furtwängler  irrtümlich  seinen  j 
Niobidengiebeln  zugerechnet  hat  (Arndt,  pl.  33, 
p.  55).  Das  Original  der  Figur  wohl  aus  etwas 
jüngerer  Zeit. 

2339.  Statue  der  Athena.  M — D 1380. 
Ergänzt:  Kopf,  beide  Arme,  rechtes  Schulter-  : 
stück,  Gewandfalten  an  der  r.  Seite,  auf  der  ; 
Vorderseite  die  vorderen  Teile  der  senkrechten 
Längsfalten.  Furtw'ängler,  Statuenkopien,  S.  j 
555,  d.  Wiederholung  de«  Typus  Ince  Blundell 
(Furtwängler  a.  a.  O.  Taf.  IV).  mit  Weglassung 
der  ‘ Aegis.  Vgl.  zuletzt  Amelung  zu  Museo 
Chiaramonti  496.  Eine  dort  noch  nioht  erwähnte 
Wiederholung:  Ny -Carlsberg  99.  Wenn  die 
profilierte  Plinthe  antik  iat,  ist  damit  die 
Datierung  der  Kopie  ina  2.  Jahrh.  n.  Chr.  ge- 
geben. 

2340  2341.  W eibliche  GewandBtatue. 

M — D 1496.  Der  Kopf  ist  nicht  zugehörig,  wie  , 
die  Photographie  der  Rückseite  deutlich  be- 
weist. Im  Nacken  ein  Lookenbündel  wie  bei  : 
Frisuren  der  iulisch-claudisohcn  Epoche.  Die 
Statue  war  also  ein  Porträt,  für  das  ein  Vorbild 
de«  4.  Jahrhunderts  benützt  ist.  Wiederholung 
(nach  Amelung)  in  Villa  Borghese,  auf  der 
Balustrade  gegenüber  dem  Eingang  zum  Casino. 

2342.  W eibliohe  Gewandatatuc.  M — 

D 1378.  Ergänzt:  Kopf,  Hai.,  beide  Arme,  ein 
Stück  über  dem  rechten  Knie  und  Teile  der 
Faltemnaase  an  der  rechten  Seite.  Über  den 
Knieen  war  die  Figur  quer  durchgebrochen.  . 


ln  der  Arbeit  wie  im  Stil  der  Selene  dea  Rracoio 
nuovo  50  verwandt.  Von  den  bei  Amelung 
a.  a.  O.  angeführten  stilistischen  Analogien  iat 
vor  Allem  die  Athene  von  Epheana  (Amelung, 
Raaia de» Praxiteles, S. 23,  Abb.5)zu  vergleichen. 

2343/2344.  Zwei  weibliche  Gewand- 
atatucn.  M — D 1452.  Der  Kopf  von  2344 
achten  mir  zugehörig  zu  aein;  den  von  2343 
hatte  ioh  für  modern  gehalten.  Dio  Arbeit  beider 
Statuen  iat  identiach,  ao  daß  aie  gewiß  ur- 
sprünglich Gegenstücke  waren.  Die  Friaur  dea 
antiken  Kopfe«  weiat  auf  den  Anfang  dea 
3.  Jahrhundert«  n.  Chr.  Der  Typus  iat  aua  dem 
der  großen  Herculanonacrin  abgeleitet;  ob 
dies  schon  in  griechischer  Zeit  geschehen  iat, 
iat  fraglich. 

2345/47.  Statue  der  Kybele.  M — I) 
002.  Ergänzt:  rechte  lland  und  Teil  de«  Vor- 
derarms, Teile  der  Finger  und  Zehen,  wohl 
auch  die  Tatzen  des  Löwen,  die  Plinthe,  ein- 
zelne Teile  de«  Gewände«.  Der  Kopf  war  im 
Hals  gebrochen,  Plioken  sind  vorn  eingeaetzt; 
er  ist  aber  sicher  zugehörig,  da  die  Schulter- 
locken  an  Kopf  und  Körper  entsprechen  und 
der  Kopf  als  der  einer  Kybele  gesichert  iat 
durch  ein  oben  auf  dem  Scheitel  befindliche« 
tiefe«  (0,04),  rundes  Looh  (0,065  Durchmesser), 
in  welches  Modius  oder  Mauerkrone  eingelassen 
war  (vgl.  z.  H.  E — A 1196).  Am  Kopf  sind  die 
Spitze  der  Nase  und  ein  Flicken  auf  der  Stirn 
am  Nasenansatz  neu.  Die  Statue  soll  in  Net- 
tuno  gefunden  aein.  Zu  dem  Typus  der  auf  dem 
Löwen  reitenden  Kybele  vgl.  zuletzt  die  Aus- 
führungen von  v.  Salia,  Der  Altar  von  Perga- 
mon, S.  62  ff.,  wo  unsere  Statue  erwähnt  ist. 
Für  Kopie  eine«  griechischen  Originals  halte 
ich  die  Statue  nicht.  Der  Kopf  iat  nach  dem 
Muster  von  Werken  aua  der  Übergangszeit 
vom  5.  zum  4.  Jahrhundert  gebildet,  wie  die 
sog.  Ariadne-Herme  dea  Capitola  E — A 422/23. 
Die  Arbeit  der  Statue  ist  aus  der  Zeit  des  Marc 
Aurel.  Die  Vermutung,  daß  aie  auf  der  Spina 
eine«  Circus  gestanden  habe,  ist  sehr  wahr- 
scheinlich; siehe  M — D a.  a.  O. 

2348/50,  Doppelhcrme  des  Eros. 
Nicht  bei  M — D.  Erwähnt  zu  E — A 1646 — 48. 
Ergänzt:  die  Nase  de«  einen  Kopfes.  In  die 
Stirn  Aieees  Kopfe«  ist  ein  Eisenring  roh  oin- 
getrieben.  Ganz  verwaschen.  Wiederholung 
des  von  Furtwängler  auf  Phidias  zurückge- 
führten Typus  (vgl.  zuletzt  1868  und  1962). 
Wiederholung  eines  und  desselben  Typua  in 
einer  Doppelherme:  E — A 1618 — 18,  2190/1, 


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37 


VIII,  2351-2360 


Rom 


38 


2192 — 94;  Typus  Hygieia  Hope  in  Villa  Albani: 
Jahrb.  d.  J.  1904,  S.  66;  Coli.  Barracco  pl.  35 
u.  36  A. 

2351.  Jünglingskopf,  einer  unbedeu- 
tenden Statue  aufgesetzt  und  nicht  xugehörig. 
Nicht  bei  M — D.  UnterlebonsgroB.  Ergänzt: 
Nase  und  Teile  beider  Brauen.  Kopie  nach 
einem  Werke  des  skopadisohon  Kreises. 

2352.  Weibliehcr  Kopf.  Nicht  bei 
M — D.  Im  untern  Privatgarten.  Ergänzt: 
Büste,  Hals,  Nase,  Untergesicht  von  der  linken 
Schläfe  bis  zur  Mitte  der  r.  Wange,  einschließ- 
lich eines  Teiles  der  unteren  Ilaarmassc  au 
der  1.  Seite.  Dem  Kaulbach'sohcn  Typus 
(Porträtwerk  531 — 34)  nahestehend,  aber  keine 
Wiederholung,  da  vor  Allem  dasHaar  am  Hinter- 
kopf anders  gebildet  ist.  Vorzügliche  Arbeit. 

2353/2354.  Clipeus  mit  griechischem 
Porträtkopf.  M — D 3610;  dort  die  ältere 
Littcratur.  Bcrnoulli,  Grieoh.  Ikonographie  II, 
63,  10;  65 f.  Ergänzt:  die  ganze  äußere  Um- 
fassung, die  aus  Holz  besteht,  und  die  Nasen- 
spitze, vielleicht  auch  der  r.  Brauenknochen. 
Ob  Kopf  und  oberer  Teil  des  Grandes  von  den 
Sohultern  an  aufwärts  zugehören,  ist  fraglich. 
Vor  gründlicher  Reinigung  ist  unmöglich  fest- 
zustellen, ob  Schnitt  oder  Brach  vorliegt.  Da 
der  Demosthenes  (2355/56)  offenbar  Pendant 
ist,  so  ist  der  Mangel  der  Inschrifttafel  und  das 
Hinausragen  des  Kopfe«  über  den  Rand  auf- 
fällig. Es  ist  sogar  zu  erwägen,  ob  er  überhaupt 
antik  ist:  die  Art,  wie  die  Augensterne  ange- 
geben sind,  widerspricht  jedenfalls  der  antiken 
Manier.  Der  Kopf  läßt  sich  mit  keinem  sonst 
bekannten  Porträt  identificieren.  — Vgl.  auch 
Vatioan,  Belvedere  45  A*. 

2355/2356.  Clipeus  mit  Kopf  des 
Demosthenes.  M — D 3610;  dort  die  ältere 
Littcratur.  Bernoulli,  Griech.  Ikonographie  II, 
S.  75,  Nr.  37.  Ergänzt:  die  Nase  und  ein 
Teil  des  Grandes  an  der  linken  Schulter,  sowie 
die  äußere  Holzumrahmung.  Die  Augensterne 
sind  angegeben.  Im  Felde  eine  geöffnete  Rolle 
mit  dem  Namen  des  Dargestellten.  Die  Ab- 
weichungen von  dem  gesicherten  Typus,  be- 
sonders in  der  Anlage  der  Haare,  Bind  lehr- 
reich für  die  Beurteilung  ähnlicher  Medaillons, 
namentlich  derjenigen  mit  dem  Porträt  des 
Men  ander. 

2357.  Büste  einer  Römerin.  M — D 
2057.  H.  0,55  m.  Im  Freien  aufgestcllt  und 
stark  verwittert.  Nach  der  Frisur  und  der 
Form  dos  Büstenausschnittes  aus  iulischer  Zeit. 


Singulär  ist  der  Untersatz,  mit  dem  die  Büste 
ungebrochen  verbunden  ist.  Ob  der  Kopf 
aus  dem  Columbariura  stammt,  neben  dem 
er  z.  Z.  aufgestellt  istt  Vgl.  Beschr.  d.  Stadt 
Rom  III,  3,  634. 

2358.  Statue  eines  Togatus.  M — D 
1275.  Hula,  Die  Toga  der  späteren  Kaiserzeit 
(Brünn  1895),  8.  7 f.  Nur  ganz  unwesentliche 
Ergänzungen.  Aus  gordianischer  Zeit.  Wich- 
tig wegen  der  Form  und  der  Dätailbehandlung 
der  Toga. 

2359.  Votiv  an  Juppiter  Bronton. 
M — D 3773.  Weißer  Marmor  mit  grauen  Adern. 
Verwaschen.  — Das  Relief  ist  kein  grie- 
chische« Original,  auch  keine  genaue  Kopie 
eines  solchen,  da  die  Figuren,  die  auf  Typen 
de«  5.  Jahrhunderts  zurückgehen,  dem  Stil  jener 
Zeit  widersprechend  auseinandergerissen  und 
künstlerisch  unverbunden  nebeneinander  ge- 
stellt sind.  Die  Figur  rechts  ist  von  der  Sappho 
Albani  abgeleitet.  Auch  die  mittlere  geht  auf 
ein  Original  phidiasischer  Zeit  zurück,  und 
ebenso  ist  der  sitzende  Jüngling  in  den  Formen 
dieser  Epoche  gebildet.  Wenn  wir  das  Relief 
ohne  Rücksicht  auf  die  Inschrift  deuten  wol- 
len,  so  werden  wir  in  den  beiden  Frauengestal- 
ten Demeter  und  Persephone  erkennen  und 
in  dem  Jüngling  am  ehesten  eine  dem  eleusi- 
nischen  Cult  nahestehende  Figur  eines  Sängers 
wie  Eumolpos.  Bei  diesem  .als  Diener  des 
Dionysos  würde  auch  die  Pantherin  sich  er- 
klären. Die  Inschrift  hat  anscheinend  keinen 
Bezug  zum  ursprünglichen  Sinn  der  Darstellung, 
über  die  Gestalt  de«  besonders  in  Kleinasien 
verehrten  Zeus  Bronton  siehe  Cumont  bei  Pauly- 
Wissowa  s.  v.  Bronton,  wo  8p.  891,  56  ff.  unser 
Relief  erwähnt  ist. 

2360.  Relief  eines  Widders.  M — D 
3774.  Hoch  0,59,  lang  1,035  m.  Der  Widder 
trägt  auf  dem  Kopfe  den  gleiohen  dreieckigen 
Schmuck,  den  wir  in  später  Zeit  auch  auf  dem 
Kopfe  der  Stiere  finden,  die  zum  Opfer  ge- 
führt werden.  Was  daneben  wie  eine  kleine 
Lyra  aufragt,  läßt  sich  nicht  deuten.  Um  den 
Hals  trägt  das  Tier  an  einem  Bande  einen  drei- 
eckigen Gegenstand  (vgl.  Mon.  Piot  XIV, 
1907,  p.  193,  fig.  68,  69),  Derselbe  Gegenstand 
hängt  von  der  Schlange  abwärts.  Was  die 
Tafel  oben  bedeutet,  ist  unerklärt.  Schlange 
und  Adler  haben  M — D richtig  beschrieben. 
Das  Ganze  kann  wohl  von  einer  Kassettendecke 
stammen.  Zweifel  am  Altertum  sind  unbe- 
rechtigt. 


4 


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1 


39  VIII.  2301  —2366 


2361 — 2365.  Runde  Basis*).  M— D 
3684 ; dort  die  Li  t errat ur ; hinzuzufügeu : Hauser, 
neuattische  Reliefs,  S.  80,  n°  113.  Rcinach,  Re- 
pertoire de  reliefs  III,  247,  3 u.  4.  Wissowa, 
Gesammelte  Abhandlungen,  S.  43.  Roscher, 
Myth.  Lex.  s.  v.  Juno,  Sp.  607.  Zur  Ergänzung 
der  früheren  Beobachtungen  sei  Folgende«  be- 
merkt: nach  der  Anwesenheit  der  Juno  von 
Lanuviuin  (Geburtsort  des  Antoninus  Pius) 
(2365)  kann  die  Deutung  der  Portrait«  nur  im 
antoninuohen  Kaiserhause  gesucht  werden. 
Man  wird  den  Kaiser  selbst  in  der  Figur  zur 
Rechten  der  Juno  (2364)  zu  erkennen  haben. 
Das  Wenige,  das  vom  Kopfe  erhalten  ist, 
stimmt  zu  dieser  Benennung.  Auf  der  rechten 
Kopfseite  sicht  e«  so  aus,  als  wenn  daR  Gewand 
über  den  Hinterkopf  gezogen  sei.  In  dem  an- 
deren bärtigen  Togatus  (2361)  würde  man  zu- 
nächst den  Vorgänger  oder  Nachfolger  des 
Antoninus  erwarten.  Mit  Hadrian  ist  nach 
Sieveking  keinerlei  Ähnlichkeit  vorhanden; 
eher  käme  Marcus  in  Betracht.  Die  ideale 
Haartracht  (in  der  Mitte  vom  gescheitelt,  in 
langen  Wellen  nach  beiden  Seiten  gestrichen) 
ist  allerdings  auffallend;  das  Porträt  de«  Mar- 
cus müßt«*  direct  den  Zügen  einer  Gottheit  an- 
genähert  Bein.  Eine  bestimmte  Deutung  würde 
sich  mit  größerer  Sicherheit  geben  lassen,  wenn 
wir  das  eigenartige  Scepter  in  der  Linken  der 
Figur,  das  von,  einem  bärtigen  Kopf  gekrönt 
ist,  näher  bestimmen  könnten,  über  die  Form 
derartiger  Scepter.  die  sonst  nur  aus  späterer 
Zeit  bekannt  sind,  vgl.  Wilhelm  Meyer  aus 
Speyer,  zwei  antike  Elfenbcintafeln  der  kgl. 
Staatsbibliothek  in  München,  S.  18,  sowie  den 
Silberschild  de«  Ardabur  in  Florenz  (Amelung 
Nr.  259).  Ob  der  Kopf  auf  dem  Scepter  unseres 
Reliefs  ideal  oder  Portrait  ist,  ist  wegen  zu 
starker  Zerstörung  nicht  zu  entscheiden.  Der 
Kaiser  trägt  im  Haar  einen  Kranz.  Die  Rechte 
ist  erhoben.  Außer  dem  auf  2365  sichtbaren 
großen  Puntello  sind  noch  zwei  weitere  unter 
der  Wölbung  erhalten,  ziemlich  nahe  neben 
einander,  links  ein  größerer,  recht«  ein  kleinerer. 
Da  unten  am  Boden  keine  Spur  eines  auf- 
gestutzten  Scepters  erkennbar  ist,  wie  bei 
einigen  andern  Figuren,  der  von  Purgold  vor- 
geschlagene Kranz  in  der  Rechten  aber  sehr 
unwahrscheinlich  ist,  so  müssen  wir  die  Deu- 
tung dieser  Puntelli  zunächst  auf  sich  beruhen 


Rom  40 


lassen.  Der  dritte  Togatus  ist  als  Kind  gebildet. 
Beiderseits  von  ihm  waren  ursprünglich  sicher 
j Figuren,  die  untik  weggemeißelt  sind  (die 
| Löcher  sind  alt):  man  erkennt  noch  die  Um- 
risse und  deutlich  die  Spuren  der  Füße.  Die 
I Figur  zur  Linken  des  Togatus  stand  mit  ge- 
i spreizten  Füßen,  die  andere  mit  geschlossenen. 

; Neben  dem  r.  Oberarm  des  Togatus  hat  sich 
| noch  ein  Gewandrest  der  weggemeißelten 
Figur  erhalten.  Die  Breite  die«cr  ansgemeißel- 
ten Stellen  l>etrügt  unten  ca.  15  cm,  bei  der 
Figur  zur  Linken  des  Togatus  im  Maxiraum 
in  der  Armgegend  30  cm;  der  Raum  für  die 
Figur  rechts  von  dem  Togatus  ist  allerdings 
außerordentlich  beschränkt.  Die  Wegmeißel ung 
dieaer  beiden  Figuren  erklärt  sich  am  Besten 
aus  einer  damnatio  memoriae.  Es  können  dann 
nur  Lucilla  und  Commodus  in  Betracht  kom- 
men. Der  stehengebliebene  Togatus  muß  dann 
Annius  Verus  gewesen  sein.  Marcus  steht 
zwischen  Honos  (2361)  und  Virtus  (2365)  (Helm 
und  Lanze  sind  sicher).  Die  Frau  zwischen 
Honos  und  Victoria  (2362)*)  scheint  portraithaft 
gebildet  zu  sein:  m ist  dann  die  jüngere  Fau- 
stina  unter  den  Formen  wohl  der  Venus  (in  der 
Linken  das  Scepter). 

2366.  Römisches  Grabrelief.  M — I) 
3802.  Bläulicher  Marmor  mit  dunkeln  Adern. 
C.  I.  L.  VI,  18239,  wo  die  untere  Zeile  der  In- 
schrift ergänzt  wird:  melius  eet,  non  vixisse 
vitam,  quam  etc.  Der  Verstorbene  war  alßo 
das  Opfer  eine«  Verbrechens  geworden.  Wie 
die  Inschrift  zeigt,  ist  nur  die  r.  Hälfte  des  Re- 
liefs erhalten.  In  der  Knabenfigur  am  r.  Ende 
möchte  man  zunächst  natürlich  den  Ver- 
■ storbenen  erkennen;  doch  scheint  dem  die  In- 
schrift zu  widersprechen,  die  von  dem  Sohne 
| gesetzt  zu  sein  scheint,  so  daß  das  Grabmal 
also  das  des  Vaters  war.  Außerdem  dürfte  die 
| Symmetrie  eine  entsprechende  Figur  am  1. 

Ende  erwarten  lassen.  Man  müsste  höchstens 
I annehnien.  daß  der  verstorbene  Vater  am  1. 
Ende,  der  noch  lebende  stiftende  Sohn  am  r. 
dargestellt  war.  Jedenfalls  w'ar  dieser  letztere 
ein  Dichter,  wie  Rolle  und  Lorbeerkranz  be- 
weisen. Vielleicht  ist  er  auch  in  dem  jungen 
Mann  links  im  Vordergründe  neben  Apoll  zu 
erkennen  (zu  seiner  Linken  ein  scrinium  mit 
i Rollen),  ln  dieser  Scene  ist  offenbar  die  Ein* 

I studierung  einer  von  ihm  verfaßten  Tragödie 


•)  Wir  verdanken  der  Güte  Johanne«  Sieveking*  eine 
genaue  Nachprüfung  der  Klnzelbeltru. 


•)  Zu  den  Oewandmotiven  dieser  Figur  vgl.  da»  Nlke- 
1 relicf  von  The*piae:  Fr— W IBM. 


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41 


VIII.  2367-2370 


Rom 


42 


durch  die  Schauspieler  dargestellt.  Die  Figur 
links  von  dem  Dichter,  mit  der  Keule,  stellt 
Herakles  dar.  Die  von  dem  Knaben  rechts  von 
Herakles  gedrehte  Maschine  wird  von  Duhn 
als  Donnermaschine  erklärt.  Ein  ähnliches 
Instrument  zur  Linken  des  Herakles  am  Boden. 
Hinter  der  Mitte  der  Figuren  läuft  eine  Brüs- 
tung; den  Aufbau  links  vom  Kopfe  der  Halb- 
figur  würde  ich  eher  für  ein  hochaufgestelltes 
Maskenscrinium  als  für  einen  Balkon  mit 
herabschauendeu  Figuren  halten.  — Späte 
Arbeit,  frühestens  gordianisehor  Zeit. 

2367.  Relief.*)  Nicht  bei  M — D.  Beschr.  ; 
d.  Stadt  Rom,  III,  3,  632  f.  Weißer  Marmor. 
0,70  m lang,  0,32  m hoch.  Auf  einem  mit  Ge- 
wand bedeckten  Felsen  »itzt  ein  nackter  Jüng- 
ling, der  in  der  Rechten  die  Leier  hält;  mit 
der  Linken  stützt  er  Bich  auf  den  Sitz,  da»  linke 
Bein  geht  zurück,  da»  rechte  vor.  Um  die 
Brust  das  Leierband.  Recht»  von  ihm  ein 
Hund;  link»  jenseits  von  ihm  ein  saufendes 
Kind.  Im  Wasser,  das  durch  Btrudelartige  Wel- 
lenlinien angedeutet  ist,  ein  Krokodil  und  ein 
Wasservogel.  Jenseits  von  diesen  am  1.  Endo 
des  Relief»  ein  zweistöckige»  turinartiges  Ge- 
bäude, da»  per»pectiviBch  gesehen  ist.  Hintor 
dem  Jüngling  ein  von  einer  Schlange  um- 
wundener Baum,  der  einem  lauernden,  auf 
einem  Felsen  flitzenden  Pan  zur  Deckung  dient. 
Aus  einer  Höhlung  des  Felsens  schaut  ein 
Ichneumon  heraus.  Pan  zieht  da»  rechte  Bein 
hoch,  mit  der  1.  Hand  stützt  er  »ich  auf  den 
Felsen,  die  Rechte  stemmte  »ich  gegen  den 
Baum.  — Mit  dem  Jüngling  ist  offenbar  Daph- 
nis  gemeint.  In  das  Altertum  de»  Reliefs  «ind 
Zweifel  zu  Betzen,  namentlich  wegen  der  Form 
der  Lyra  und  der  Architektur  de»  Gebäudes. 
Die  Arbeit  an  sich  allerdings  macht  einen  un- 
verdächtigen Eindruck. 

Palazzo  Altemps.**) 

2368—2370.  Statue  de»  Asklepiofl 
mit  aufgesetztem  griechischem  Por- 
trätkopf.  M — D 58.  Ergänzt:  r.  Arm,  l. 
Unterarm,  Unterteil  der  Figur  von  der  Mitte 
der  Unterschenkel  ab,  Stamm  mit  «Schlange; 
versc. itedonc  Flicken  im  Gewände.  Geputzt 

•)  Dir  Aufnahme  ist  »tark  von  der  linken  Seite  her  ge- 
macht worrirn,  da  vor  dem  Relief  Stechpalmen  Hngrpflanit 
•Ind.  die  eine  Aufnahme  direct  von  vorn  unmöglich  machten. 

I»a  der  Palast  Mit  einer  Reihe  von  Jahren  völlig  an- 
zugänglich  int,  i«t  un*  eiue  erneute  Kontrolle  der  Matz-huhn- 
«chrn  Krgftnxungaangabcn  nicht  möglich  gewesen. 


und  übcrarlxütct.  Der  Hai»  ist  zwiscliengesctzt, 
der  Kopf  (neu:  Nase  und  verschiedene  Lockeu- 
tcile,  namentlich  über  dem  1.  Ohr)  nicht  zu- 
gehörig. 

Der  Typu»  der  Statue  ist  zuletzt  von 
M.  Bieber  (Athen.  Mitt.  1913,  S.  265  ff.)  be- 
handelt worden  (die  hier  S.  266,  Amu.  3,  Nr.  16 
aufgeführte  Statue  aus  Formiae  ist  identisch 
mit  Ny-Carlsberg  550).  Die  hier  vorgeschlagene 
Scheidung  zweier  verschiedener  Typen  halten 
wir  nicht  für  richtig,  ebensowenig  wie  die 
Zurück füh mng  auf  den  Hephaisto»  de»  Alkarue- 
nes:  die  Varianten  fallen  nur  den  Kopisten  zur 
Last,  und  die  Stellung  drückt  kein  Hinken  aus. 
Für  die  zeitliche  Fixierung  de»  Typu»  lehrt 
unser  Exemplar  nicht».  Der  Kopf  ist  eine 
Wiederholung  des  im  Porträtwerk  Taf.  375/77 
und  501/02  publicierten  Typus.  Erwähnt  von 
Lippold,  Griechische  Porträtstatucn,  S.  71, 
Anm.  2,  der  den  Typus  auf  Solon  deutet.  Die 
Altemps’scho  Replik  ist  zwoifello»  die  beste. 

2371.  Statue  eines  Nackten  mit  auf- 
gestütztem Fuße.  M — D 1083  (die  Er- 
gänzungsangahen  im  Wesentlichen  richtig). 
Rohe  Decorationsfigur,  die  kaum  getreue  Kopie 
eines  griechischen  Originales  ist. 

2372.  T orso  einer  kolossalen  nack- 
ten sitzenden  Figur.  M — D 124.  Modern: 
Kopf,  Schulten),  der  untere  Teil  vom  Stumpfe 
des  1.  Beine»  und  die  Genitalpartie;  da»  Scham - 
haar  roh  weggemeisselt.  An  der  1.  Hüfte  ein 
Puntello  für  den  gesenkten  Arm.  Zotteln  auf 
der  Brust.  Outrierter  späthellenistischer  Stil. 

2373 — 75.  Statue  einer  Maeuade. 
M — D 512,  zu  deren  Ergänzungsangaben  zu 
bemerken  ist,  daß  der  r.  Arm  modern  und  der 
mit  Schnitt  angesetzte  Kopf  nicht  zugehörig 
ist.  Außer  Kinn  und  Nase  scheint  auch  der 
Haarknauf  hinten  modern  zu  sein.  Die  Traube 
recht»  ist  angesetzt,  die  beiden  auf  dem  Schädel 
sind  abgefallen,  1.  scheint  überhaupt  keine 
vorhanden  gewesen  zu  sein,  »o  daß  die  Deu- 
tung des  Kopfes  auf  eine  Macnade  in  der 
Luft  schwebt.  Über  den  Typus  de»  Körpers 
vgl.  oben  zu  Nr.  2338.  Der  Kopf  ist  in  den 
Formen  das  6.  Jahrhundert»,  etwa  im  Stil 
der  phidiasischen  Zeit,  gearbeitet;  ob  Kopie 
eine»  Originals  aus  dieser  Zeit  oder  selbststän- 
dige Neuschöpfung  der  vorchristlich -römischen 
Kunst,  bleibt  zu  untersuohen. 

2376.  Weibliche  Gewandstatuo.  M — 
D 1381.  Der  Kopf  ist  sicher  nicht  zugehörig; 
die  Statue  war  in  der  Mitte  der  Oberschenkel 

4* 


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43 


VIII,  2377-2323 


Rom 


44 


quer  durchgebrochen,  der  untere  Teil  schien 
uns  über  ebenfalls  antik.  I)cm  Typus  der  Athena 
Ince  Blundell  nahe  verwandt. 

2377 — 79.  Weibliche  Gewand«tatue. 
M — D 1365.  I)a«  Oberteil  der  Figur  von  der 
Commissur  ab  halten  wir  für  modern.  Da« 
Unterteil  entspricht  im  Wesentlichen  den 
Karyatiden  der  Münchner  Glyptothek  371  und 
305  = E — A 860  u.  862.  Der  auf  einen  Typus 
des  5.  Jahrhundert«  zurückgehende  Kopf 
scheint  antik  zu  sein,  ist  aber  jedenfalls  stark 
überarbeitet. 

2380/2381.  Kopf  des  Anakreon.  M — D 
1745.  Zwar  stark  geputzt  und  übergangen 
(vielleicht  ist  auch  Pnpillenangal>e  modern), 
doch  gewiß  antik,  da  er  nach  keinem  der  andern 
Exemplare  gefälscht  sein  kann.  Ursprünglich 
jedenfalls  die  getreueste  aller  erhaltenen  Wie- 
derholungen. 

Palazzo  Valentini  (jetzt  Präfectur). 

2382.  Statue  des  Dionysos.  M — D 
387;  dort  Ergänzungsangaben.  Wieder- 
holungen scheinen  zu  sein:  E — A 486  und  der 
dort  erwähnte  Torso  in  Eregli  (öaterr.  Jahreah. 
I,  [1898],  Beibl.  Sp.  119,  Nr.  20,  Fig.  31). 

2383 — 85.  Statuo  eines  Hermaphro- 
diten. M — D771.  Clarac669, 1551,  wodie Statue 
schon  richtig  als  Hermaphrodit  bezeichnet  ist: 
unter  dem  Feigenblatt  ist  der  verschmierte 
Penis  verborgen.  Herrmann  in  Roschers Mythol. 
Lex.  s.  v.  llermaphroditos  Sp.  2325  unten. 
Nach  der  Haartracht  gehört  die  Figur  in  den 
Kreis  de«  Hypnos  und  Sauroktonos. 

2386 — 88.  Statue  der  Aphrodite  ( t ). 
M — D 606.  Furtwängler,  Meisterwerke,  S.  653, 
Fig.  130.  Der  Kopf  ist  sicher  nicht  zugehörig. 
Nach  der  Photographie  habe  ich  sogar  Zwei- 
fel, ob  er  antik  ist:  da«  Haar  an  der  Seite  ist 
ganz  im  Stile  Beminis  gearbeitet.  Zur  Statue 
Vgl.  zuletzt  den  Text  zu  E — A 2061. 

2389.  Weibliche  Gewandstatue.  M— D 
1480;  zu  den  Ergänzungsangaben  ist  zu  be- 
merken, daß  in  der  Tat  der  Kopf  nicht  zu- 
zugehören scheint  und  an  ihm  die  Nase  und 
das  Oberteil  der  rechten  Wange  nebet  Auge 
und  anschließendem  Stimteil  ergänzt  sind. 
Daß  auoh  der  rechte  Unterarm  neu  ist,  be- 
merkt Duhn  mit  Recht  gegen  Matz.  Von  den 
zahlreichen  Statuen  mit  verwandten  Gewand- 
motiven scheint  am  nächsten  zu  stehen  die 


sog.  Urania  auf  der  Treppe  de«  Conservatoren  - 
palaste«  (Beschr.  Roms  III,  1,  111  unten; 
111,  3,  155).  Der  gut  gearbeitete  Kopf  gebt 
ebenfalls  auf  einen  Typus  praxitclischer  Zeit 
zurück. 

2390.  8tatuc  der  Athene.  M — D 631. 
Der  Hals  ist  xwischengesetzt,  die  Zugehörig- 
keit  de«  Kopfes  unbeweisbar.  Der  Helm  schien 
mir  ganz  neu  zu  sein.  Die  Naae  ist  ergänzt. 
Zum  Typus  der  Statue  vgl. . zuletzt  Amelung 
zu  Braccio  nuovo  107  A.  Der  Kopf  geht  auf 
ein  Original  vom  Anfang  des  4.  Jahrhunderts 
zurück. 

2391.  Römisches  Grabrelief.  M — D 
3797.  Das  Relief  ist  aus  vier  Teilen  zusammen- 
gesetzt; die  Bruchlinien  sind  auf  der  Abbildung 
deutlich;  doch  scheint  Alle«  mit  Ausnahme 
de«  untersten  Streifens  antik  zu  sein.  Die 
Nasen  der  beiden  Hauptfiguren  sind  ergänzt. 
Aus  der  Zeit  de«  Marc  Aurel;  zu  dem  Kopf 
de«  Manne«  vgl.  Münohen,  Glyptothek  339. 

Studio  Canova. 

2392.  Fragment  eines  griechischen 
Grabrelicfs.  M — D 3558.  Conzo,  attische 
Grabrcliefs  1039  a.  äclavenknabe  mit  Strigilis 
und  dem  Gewand  des  Herrn.  Zum  Motiv  vgl. 
u.  a.  da«  New  Yorker  Grabrelief:  Bull.  Mctrop. 
Mus.  IV',  1909,  8.  65,  Fig.  4,  sowie  Paciaudi, 
Monumenta  Peloponnesia  I,  8.  170. 

Ehemals  Via  Margutta  53  B,  Besitz  der 
Familie  Patrizi. 

(Jetzt  in  der  Glyptothek  Ny-Carl»berg). 

2393.  Männliche  Gewandfigur.  M — 1> 
1591  A.  — Lippold,  Griech.  Porträtatatuen,  S.  44. 
Fig.  3;  8.  43,  Anm  4.  Poulsen,  Tillaeg  1914, 
n°  409A.  Füße  und  Plinthe  neu.  Der  r.  Arm 
warimOherarm  gebrochen ; aueh  erwohl  modern. 
Am  r.  Oberschenkel  eine  ausgebrochene  Stelle; 
hier  ein  Metallstift;  dieser  ist  offenbar  in  Ver- 
bindung zu  bringen  mit  einer  Reihe  kleiner 
Stiftlöcher  und  Metallstifte,  die  «ich  vorn,  un- 
gefähr in  Bauchhöhe,  quer  über  den  Körper 
ziehen  und  die  uns  antik  schienen.  Eine  Erklä- 
rung für  dieselben  wissen  wir  nicht  zu  geben. 
Auf  der  Plinthe  hinten  eingemeisselt:  / / /.  F.  N. 
Wohl  modern  und  den  früheren  Besitzer 
bezeichnend.  Der  1.  Kopfnicker  scheint  ge- 
spannt. Der  aufgesetzte  römische  Porträtkopf 


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45 


VIII,  2394-2400 


Rom,  Paros,  Smyrna 


46 


nicht  zugehörig;  nach  Poulseu  an  ihm  nur 
der  Hinterkopf  alt.  Wohl  eher  Porträt  als  < 
Idealfigur.  Daa  Original  der  Figur  gehörte  der 
Zeit  um  460  v.  Chr.  an  und  ist  der  „Aspasia“ 
verwandt. 

Kunsthandel. 

2394.  Bärtiger  Götterkopf.  Zusam- 
men mit  dem  Kopf  E — A 2038/39  im  Früh- 
jahr 1907  versteigert  von  Giacomini  in  Rom  als 
aus  dem  Besitze  des  Conte  Rocchi-Camerata 
von  Ancona  stammend  (Katalog  tav.  V).  Ob 
identisch  mit  M — D 24  (Villa  Carpegna)1  Hoch 
0,35  m.  Neu:  Nasenspitze,  Büste,  sowie  das 
unterste  hintere  Stück  des  Schädels  mit  einem 
Teile  der  Bartlocken.  Im  Haar  eine  Binde.  Nach 
einem  Typus  vom  Ende  des  ö.  Jahrh. 

Paros. 

Privatbesitz. 

2395 — 2398.  Statue  der  Nike,  Loewy, 
Arch.-epigr.  Mitt.  XI  (1887),  S.  162  ff.,  Taf.  VI, 

2 u.  Fig.  16.  Bulle  bei  Ruscher,  Myth.  Lex. 
s.  v.  Nike,  Sp.  334  f.,  Fig.  12.  Studniczko,  Die  1 
Siegesgöttin,  S.  18,  Taf.  VI,  Fig.  32/33.  Joubin, 
Sculpture  grecque,  p.  168,  note2.  Furtwängler, 
Kl.  Schriften,  I,  S.  323,  Anm.  4.  Wir  bringen 
diese  Aufnahmen  trotz  ihrer  noch  nicht  be- 
friedigenden Qualität,  da  sie  immerhin  besser 
Bind  und  vom  ßätail  mehr  zeigen,  als  die  bis- 
her verbreiteten. 


Smyrna. 

Evangelische  Schule. 

2399.  Jünglingskopf  poly kletizchen 
Stiles.  Hoch  0,24  m.  Unbekannter  Prove- 
nienz. Gesichtshöhe  0,151  m,  Haar  bis  Mund 
0,111m,  Augen  bis  Kinn  0,09  m,  Augen  bis 
Mund  0,057  m.  Mit  keinem  der  bisher  be- 
kannten Typen  zu  identificieren,  vielleicht 
sogar  augustöisches  Porträt  auf  polykletischer 
Grundlage,  wie  der  Stein:  Furtwängler,  Antike 
Gemmen,  XXXVIII,  30  = XL,  32. 

2400.  Statue  einer  Isispriesterin. 
Aua  Tralles.  Höhe  1,49  m.  Grobkörniger, 
kleinasiatischer  Marmor.  Der  r.  Arm  ging 
schräg  nach  vorn,  der  1.  Unterarm  war  er- 
hoben. Die  Figur  hat,  wie  die  Isispriesterin 
des  Louvre  (Clarac  308,  2590;  Hehler,  Römische 
weibliche  Gewandstatuen  213),  langes  Haar, 
von  dem  jederseits  eine  herabfallende  Locken- 
strähne  erhalten  ist.  Sie  trägt,  wie  die  Isis- 
priesterin  des  Reliefs  auf  der  Loggia  scoperta 
des  Vaticans  Nr.  19,  Schuhe  und  ist  mit 
Chiton  und  zwei  Mänteln  bekleidet,  deren  klei- 
nerer über  den  Kopf  gesogen  war;  außerdem  hat 
sie  die  für  die  Isispriesterin  bezeichnende  Rinde, 
die  aber  hier  nicht  mit  Emblemen,  wie  auf  dem 
vaticanischen  Relief  oder  der  Statue  des  Ber- 
liner Museums:  Arch.  Anz.  1910,  254,  sondern 
mit  einfacher  Wellenranke  verziert  ist.  Vgl. 
W.  Weber,  Die  ägyptisch  - griechischen  Terra- 
cotten  der  Kgl.  Museen  zu  Berlin,  8.41,  Anm.  65; 
v.  Domaszewski,  Religion  des  Römischen  Hee- 
res, 8.  05. 


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0 


TA  ^ ' 7 

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S'  / 


Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 


Herausgegeben  unter  Mitwirkung  von 

OEORO  LIPPOLD 

von 

PAUL  ARNDT  und  WALTHER  AMELUNG 


Serie  IX 
Text 

Mit  Beiträgen  von  RUDOLF  PAGENSTECHER 


MÜNCHEN  1920 
F.  BRUCKMANN  A.-G. 


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OEC  6 1924 

>i'fc  harV, 

tu-vwu/.  <iLttng( 

. r 


Nr.  2401—2410. 
Nr.  2411—2646. 
Nr.  2647-2681. 
Nr.  2682-2684. 
Nr.  2685-2687. 
Nr.  2688—2690. 
Nr.  2691-2700. 


Venedig,  Hof  des  Doge npo  last  es  ...... 

Venedig,  Dogenpulast,  Museo  archeologico 

Venedig,  Museo  civico 

Rom,  Sammlung  Mcngarini 

Hamburg,  Museum  für  Kunst  und  Gewerbe  . 
Hamburg,  ehern.  Sammlung  A.  Klügmann 
Hamburg,  ehern.  Sammlung  Reimers  . . . . 


Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Rudolf  Pagenstecher. 

Rudolf  Pagenstecber 
Rudolf  Pagenstecher. 

Rudolf  Pagenstecher. 


Bezugsbedingungen. 

Die  vorliegende  PubUcation  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement  noch 
in  einzelnen  Blättern,  sondern  ausschließlich  direct  von  der  Firma  F.  Bruckmann  A.-G.  in  München  NW 
7,u  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes  des  Unternehmens  z.u  ermöglichen. 
Herstellung  und  Versendung  übernommen  hat.  ohne  daraus  ein  eigentliches  Verlagsobject  z.u  bilden. 

Die  erste  Serie  umfaßt  278  Nummern. 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279 — 578)  enthält  900  Blatt. 

Die  dritte  Serie  (Nr.  579—900)  enthält  922  Blatt. 

Die  vierte  und  alle  folgenden  Serien  enthalten  je  300  Blatt. 

Jedes  Blatt  ist  auch  einzeln  zu  beziehen.  Die  Preise  der  Photographien  lassen  sieh  bei  den 
gegenwärtigen  unbestimmten  Verhältnissen  nicht  im  voraus  feststellen:  sie  werden  vom 
Verlag  auf  Anfrage  mitgeteilt.  Abonnenten  genießen  einen  ermäßigten  Preis. 

Jedes  Textheft  zu  Serie  I — VIII  kostet  5 Mark;  das  Textheft  z.u  Serie  IX  10  Mark;  das  Register 
zu  Serie  I — V’  5 Mark. 

Februar  1920. 


Druck  von  O«oar  Braiul«tctter  io  l.fipiif  •» 


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) 


S'cnedifj 


2 


IX,  2401— 2409 


Venedig. 

Zanetti,  Delle  antiche  Ftitue  greche  e romane 
etc.,  Venezia  1740 — 43  2 Bande  — Valen- 
tinelli,  Marmi  scolpiti  del  Museo  areheologieo 
etc.,  Prato  1866.  — Conze,  Areh.  Zeitung XXX, 
1872,  82  ff.  — Hey  de  mann.  Milteilungen  aus 
den  Antikensammlungen  in  Ober-  und  Mittel- 
italien H.  H ul  lisch  es  Winekelmannaprogramni;. 
I8ff.  — Dütschke,  Antike  Bildwerke  in  Ober- 
italien V,  25  ff. 

Hof  des  Dogenpalastes. 

2401.  Griechische  männliche  Gewand- 
st&tne.  D.  58.  Reinach,  Rep.  II,  618,2.  Br — Br, 
Text  zu  519,  Anm.  Ergänzt  : Kopf,  rechter  Un- 
terarm mit  umgebenden  Gewandteilen,  linker  Un- 
terarm und  Hand,  Füße  und  unterer  Teil  der 
Unterschenkel.  Dem  Aoschincs  nahe  verwandt. 
Vgl.  auch  die  St&tue  Rev.  arch.  1915,  I,  p.  44  ff. 
(CoUignon).  Arbeit  römischer  Zeit. 

2402.  Weibliche  Gewandstatue.  D.  59. 
Der  Kopf  (unten  nfi  2403—5)  nicht  zugehörig.  Neu : 
rechter  Arm  und  Gewandpartie  über  den  Brüsten, 
linke  Hand  und  Teile  des  herabhangenden  Mantel- 
stückes,  rechtes  Knie,  Füße  und  Plinthe.  Nach 
der  Farbe  des  Marmors  und  der  derben,  aber 
flotten  Arbeit  von  griechischer  Herkunft,  wohl 
eine  GrabSgur  des  4.  Jahrhundert«.  Die  verhältnis- 
mäßig hohe  Gurtung  verbietet,  trotz  der  Einfach- 
heit der  Motive,  mit  der  Datierung  allzuweit  hin- 
aufzugehen. 

2403—2405.  Kopf,  der  Statue  n°  2402 
aufgesetzt.  Ergänzt:  Kinn,  Lippen,  Nim  und 
Umgehung,  Flicken  am  linken  Augenbrauen- 
knochen, rechtes  Ohr  und  die  darüber  liegende 
Haarpartie  bis  über  die  Binde  hinaus,  linkes 
Ohrläppchen,  unterer  Teil  des  Halses.  Replik 
des  Kopfes  vom  Südabhang,  über  den  zuletzt 
Studniczka  in  den  beiden  Leipziger  Winckelmann*- 
blättern  1913  und  1915  gesprochen  hat.  An  unserem 
Kopf  war  die  rechte  Hand  mit  der  damit  zu- 
sammenhängenden Haarpartie  ausgebrochen:  da- 
her die  Ergänzung  an  dieser  Stelle  Ob  von  der 


linken  Hand  auf  dem  Scheitel  Spuren  vorhanden 
sind,  war  wegen  der  hohen  Aufstellung  nicht  zu 
untersuchen.  Da  der  Kopf  dem  der  Aeternitas  auf 
I dem  hadrianischm  Relief  im  Con?ervatorenpalost 
i Helbig3  990  (Br— Br  405b)  entspricht,  die  im 
Typus  der  Nike  gebildet  ist,  so  ist  zu  erwägen,  ob 
der  Kopf  vom  Südabhang  nicht  ebenfalls  zu  einer 
Nike  gehören  kann.  Die  Arbeit  ist  von  geringerer 
Qualität  als  die  der  Berliner  Kopie. 

2406.  Toga t us.  Ergänzt:  die  Unterarme, 
wahrscheinlich  auch  die  Füße.  Nach  der  Farbe 
des  Marmors  von  griechischer  Herkunft,  obwohl 
die  Anlage  der  Toga  die  regelmäßige  der  itali- 
schen Tognfigurcu  der  ersten  Kaiserzeit  ist.  Der 
Kopf,  an  dc*m  die  Nase  neu,  sitzt  mit  Schnitt  auf. 
Er  schien  mir  alt  zu  sein  und  gehört  dann  claudi- 
•clier  Zeit  an.  Kopf  wie  Statue  sind  von  guter 
Arbeit. 

2407.  Weibliche  Statue,  als  Fortuna 
ergänzt.  D.  61.  Die  Statue  ließ  sich  ihrer 
hohen  Aufstellung  wegen  nicht  genau  unter- 
suchen. Ergänzt  ist  Kopf  und  Oberteil  der  Brust, 
der  größte  Teil  des  rechten  Arm««.  Wieviel  vom 
linken  Unterarm  und  dem  Füllhorn  antik  ist,  ließ 
sich  nicht  feststellcn.  Die  Hand  scheint  jeden- 
falls modern  zu  sein.  Neu  ist  wahrscheinlich 
auch  das  ganze  Unterteil  der  Figur  von  unter- 
halb der  Scbamgcgend  an,  so  daß  als  sicher  antik 
nur  das  mäßig  gearbeitete  Mittelstück  bleibt. 

2408.  Griechische  männliche  Gowand- 
statuc.  D.  62.  Br — Br,  Text  zu  519,  Anm.  Er- 
gänzt: Kopf,  Hände,  Füße.  Das  verbreitete  Ge- 
wandmotiv in  gewöhnlicher  Ausführung. 

2409.  Weibliche  Gewandstatue.  I).  68. 
Ergänzt:  Kopf,  Unterarme,  Füllhorn,  wohl  auch 
Füße  und  Plinthe.  Der  Typus  kehrt  in  Olympia 
in  vier  Exemplaren  wieder:  1.  Poppaea:  Olympia 
III.  63,  6 tAlinari  24870);  2.  Statue  des  Eros: 
Ol.  III,  63,  4.  8.  Statue  des  Kicusinios:  01.  III,  63,  5; 
4.  Regilla:  Ol.  III,  68,  5 (Alinari  24873;  diese  mit 
Schale  in  der  gesenkten  Rechten).  Von  andern 
Orten  sind  uns  keine  Wiederholungen  bekannt. 
Die  Behandlung  der  Falteu  am  Mittelteil  des 

1 


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IX,  2410-2420 


4 


Venedig 


Körpers  geht  über  Praxitelischcs  bereit*  hinaus. 
Die  Arbeit  unsere»  Exemplars  scheint  der  der 
olympischen  bedeutend  überlegen. 

2410.  Weibliche Gewandstatuette.  D.64. 
Neu:  Kopf,  Finger  der  linken  Hand  und  der 
rechte  Fuß.  Durch  das  Unterteil  der  Figur  unter- 
halb der  Kniee  scheint  ein  Bruch  zu  gehen.  Ob 
Unterbeine  samt  Plinthc  antik  sind,  bedarf  erneuter 
Untersuchung.  Der  Qualität  der  Arbeit  nach 
könnte  die  Figur  ein  spätgriechisches  Original 
sein.  Die  tiefe  Gürtung  mit  Schleife  vorn  teilt 
sie  mit  der  Aphrodite  im  Louvre,  die  die  Inschrift 
des  Praxiteles  trügt  < Furtwängler,  Meisterwerke 
S.  552),  und  der  Flora  Farnese,  die  beide  auch 
das  von  der  Schulter  herabgleitende  Gewand 
zeigen.  Die  parallel  laufenden  Gewandwülste  mit 
der  leeren  Fläche  dazwischen,  die  von  der  Hand 
gefaßt  werden,  finden  sich  ähnlich  wieder  bei  der 
Statue  der  Megiste:  Kinzelaufnahmen  724. 

Dogenpalast. 

4 Museo  archeologico.) 

24112412.  Bärtiger  Götterkopf.  D. 65. 
Ergänzt:  Herme,  Hals.  Nase  und  fast  der  ganze 
Bart  (Schnitt  vom  rechten  Ohr  nach  links  abwärts), 
von  dem  nur  die  Partio  auf  der  linken  Wange 
antik  ist.  Wenig  geputzt.  Die  Haarbindc  ist  vom 
in  einem  ganz  Hachen  Knoten  geknüpft.  Repliken: 
1.  Athen.  Nat.  Mus.  382.  Athen.  Mitt.  XXXVIII. 
1913, Taf.  VI,  S.  140 ff.  Phot.  Athen.  Inst.,  Nat. Mus. 
23.  2.  Torlonia  497.  8.  Etwa  1912  im  römischen 
Kunsthandel  (Phot,  bei  Arndt).  Über  2 und  8 
fehlen  genauere  Notizen,  beide  scheinen  schlecht 
erhalten  und  durch  Ergänzungen  mißhandelt  zu 
sein.  Die  athenische  Wiederholung  weicht  von 
der  römischen  und  der  Venezianer  durch  das 
kürzere  Haar,  das  die  Ohren  vollständig  verdeckt, 
ab.  Ferner  fehlen  ihr  die  auf  die  Binde  gelegten 
Locken  beiderseits  der  Mit t eiknot  ung.  Die  Schädel- 
form  ist  weniger  quadrat  als  am  Venezianer  Kopf 
und  auch  die  Einzclbehandlung  des  Haares  scheint 
weniger  streng.  Dagegen  machen  die  Augen  beim 
athenischen  Exemplar  einen  stilgetreueren  Ein- 
druck. Es  erinnert  darin  an  den  Berliner  Kopf 
310  (Portraitwerk  545/46),  der  auch  sonst  stili- 
stisch unserm  Typus  nahe  steht.  Das  Ohr  sitzt 
unnatürlich  weit  hinten. 

2413 — 2415.  Weiblicher  Kopf.  D.  66.  Er- 
gänzt: die  Büste  (Kopfwendung  alt  t,  die  Nase,  der 
größte  Teil  des  Hinterkopfes.  Geputzt.  Im  Haar 
eine  gewundene  Schnur,  an  welcher  Efeu,  Lorbeer 
und  Wcinlanh  mit  Trauben  angebracht  sind. 


Hinten  eine  Haubenbinde,  von  der  das  Stück 
hinter  dem  linken  Ohr  antik  ist.  Schläfenlöckchen. 
Erinnert  namentlich  im  Profil  an  den  einschenken- 
den Satyr. 

2416  2417.  Jünglingskopf.  Inv.  244.  D.  ? 
(könnte  =*  D.  69  sein,  wogegen  allerdings  Dütschkes 
' Identification  mit  Valentinelli  5 spricht).  Neu: 
Büste,  Unterteil  des  Halses,  Unterteil  der  Nase, 
großer  Flicken  in  rechter  Braue.  Sonst  vortreff- 
lich erhalten.  Die  roten  Farbspuren  sind  modern. 
Geschwollene  Ohren.  Auf  der  Mitte  des  Ober- 
schädels links  und  recht«  zwei  offenbar  abgear- 
beitete Ansatzstellen  idic  linke  grüßen ; auch  das 
Haar  ist  hier  nicht  ausgearbeitet.  Anscheinend 
war  einer  der  Arme  über  den  Kopf  gelegt.  Die 
Wendung  zur  linken  Schulter  ist  antik.  Nur 
lebensgroß.  Eine  Wiederholung  auf  der  Statue 
Museo  Chiaramonti  297,  anscheinend  zugehörig: 
diese  Statue  ist  im  Motiv  eine  Weiterbildung  des 
Apollon  Lykeios  ins  Schlankere.  Ihr  Kopf  macht 
in  der  Einzelahhildung  (Phot.  rum.  Inst.  719)  einen 
etwas  strengeren  Eindruck.  Dies  mag  teils  der 
von  Amelung  hervorgehobenen  Überarbeitung, 
teils  einer  strengeren  Stilisierung  durch  den  Ko- 
pisten zuzuschreiben  sein.  Mit  der  Venezianer 
Replik  ist  zu  vergleichen  der  Kopf  der  Münchner 
Residenz:  Portraitwerk  487  88.”  Beginn  der 

Diadochenzcit.  Brutaler  Ausdruck.  Sorgfältige 
Arbeit. 

2418.  Knabentorso.  D. 70.  Ergänzt:  Kopf, 
rechter  Unterarm  mit  Attribut.  Beine  von  den 
Knieen  abwärts  mit  Plinthc.  Der  linke  Unterarm 
ist  weggebroehen ; er  ging  nach  vom.  Rückseite 
nur  angelegt.  Die  rechte  Achsel  etwas  gehoben; 
also  war  der  rechte  Arm  wohl  aufgestützt.  Zu 
dieser  Stütze  mag  der  antike  Ansatzrest  atn 
rechten  Oberschenkel  außen,  wo  jetzt  der  moderne 
Beutel  sitzt,  gehört  haben.  Am  Gürtel  de«  Chi- 
tons zwei  Löcher  für  Metallspangen.  Die  Arbeit 
ist  nicht  sehr  fein,  aber  wirkungsvoll  und  viel 
leicht  noch  griechisch.  Viertes  Jahrhundert 

2419  2420.  Replik  des  Kopfes  der  „As- 
pasia“.  D.  71.  Grobkörniger  Marmor.  Ergänzt: 
die  Büste,  der  ganze  Schleier  und  die  unmittel- 
bar daran  anschließenden  Haarwellcn,  die  ur- 
sprünglich nicht  vorhanden  waren;  der  Schleier 
j ging  weiter  vor,  die  Maske  samt  Hals  war  offen- 
bar aus  besserem  Marmor  gearbeitet  und  einge- 
lassen. Am  rechten  Lid  ist  eine  Kleinigkeit  ge- 
flickt. Die  Augen  waren  ursprünglich  hohl  und 
sind  jetzt  modern  ausgefüllt.  Kinn,  Lippen  und 
Nase  sind  antik.  Die  Halswcndung  alt.  Wenig 
geputzt.  (Amelung*  Angabe  [Rüm.  Mitt. XV,  1900- 


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Venedig 


6 


IX,  2421  — >48* 


S.  185  . das  Exemplar  sei  ganz  überarbeitet,  ist 
nicht  richtig.)  Von  vorzüglicher  Arbeit  und  durch 
die  gute  Erhaltung  des  Gesichtes  besonders  wert- 
voll. Die  stilistische  Ähnlichkeit  mit  dem  Om- 
phalosapoll  hier  besonders  in  die  Augen  springend. 
Zum  Typus  vgl.  zuletzt  Amelung,  Helbig ' I, 
Nr.  761  (mit  Nachtrag  II).  Eine  weitere  Ver- 
wendung des  Typus  zum  Portrait,  wie  die  Berliner 
Statue,  zeigt  die  ebenfalls  antoninischer  Zeit  an- 
gehörige  Büste  im  Louvre:  Cat.  somm.  1147  — 
darac  1082,  3300 A (Phot.  Giraudon  1303;  Phot. 
I.  Kuhn,  220  rue  de  Rivoli.  Paris,  Nr.  889),  wo 
die  Hand  unter  dem  Gewand  angegeben  ist.  — 
Vgl.  unten  2538  39. 

2421  22.  Kopf  der  Athena.  Der  Statue 
D.  73  (Furtwänglor,  Origininalstatuen  in  Venedig 
Taf.  VII,  2)  aufgesetzt.  Ergänzt:  Hals,  Kinn, 
Lippen,  Nase,  rechte  Braue.  Die  Pupillenangabe 
ist  antik.  Die  Oberfläche  sehr  schlecht  erhalten. 
Etwa  4.  Jahrhundert,  nicht  näher  bestimmbar. 

2423/2424.  Kopf  des  Dionysos.  D.  74. 
Neu:  Büste  mit  Hals,  Nase,  Kinn.  An  Lippen 
und  Brauen  geflickt.  Schwere  Augenlider.  Ge- 
läutiger  Typus  der  römischen  Zeit  ohne  )>estinimten 
Stilcharakter. 

2425  2426.  Kopf  eines  Römers.  D.  75. 
Das  Stück  entzog  sich  infolge  seiner  hohen  Auf- 
stellung genauerer  Untersuchung  Wir  haben  es 
aufnehmen  lassen  als  höchst  gelungenes  Rcnais- 
sance-Posticciu.  Antik  ist  anscheinend  nur  der 
Hinterkopf  und  ein  Teil  der  linken  Wange.  Das 
Stück  stammt  aus  der  Sammlung  Grimani,  die 
1586  dem  Staate  vermacht  wurde. 

2427.  Statuette  der  Aphrodite.  Ü.  76. 
Der  Kopf  nicht  zugohörig  (unten  n°  2428/29).  Er- 
gänzt: beide  Arme,  die  Füße,  soweit  nackt  , und  die 
Plinthe.  An  Brust  und  an  mehreren  Stellen  des 
Gewandes  geflickt.  Geringe  Arbeit.  Unter  den 
zahlreichen  verwandten  Statuen  ist  uns  keine  ge- 
naue Wiederholung  bekannt. 

2428/2429.  Kopf,  der  Statuette  2427  auf- 
gesetzt. Die  linke  Seite  des  Halses  ist  antik, 
so  daß  die  Kopfwendung  gesichert  ist.  Ergänzt: 
Unterteil  der  Nase  und  Kinn.  Sehr  weißer  pari* 
scher  Marmor,  von  dem  des  Körpers  verschieden. 
Leichtes  Band  im  Haar  Feines  hellenistisches 
Original.  Zu  der  von  Amelung  (Bullettino  Co- 
munale  XXV,  1897,  p.  110 ff.)  zus&mmcngcstcllten 
Gruppe  gehörig,  und  namentlich  dem  Basler  Kopf: 
Einzelaufnahmen  899/900  nahestehend. 

2430  2431.  Kopf  des  Apollon.  D.  79? 
Ergänzt:  Büste,  Kinn,  Nase.  Pupillen  nicht  an- 
gegeben. Wenig  geputzt.  Lorbeorkranz.  Wen- 


dung zur  linken  Schulter.  Eine  ältere  und  bessere, 
aber  nur  teilweise  erhaltene  Replik:  Ny-Carlsberg 
69.  Zur  Gruppe  des  Adonis  von  Centocelle  ge- 
hörig. 

2432  2433.  Kopf  des  Apollon.  D.  81. 
Ergänzt:  Büste,  Stück  an  der  rechten  Augen- 
braue. Die  ursprünglich  hohlen  Augen  mit  Gips 
ausgcfüllt.  Kopfwendung  nnd  Nase  alt.  Fein- 
körniger, griechischer,  wohl  pentelischer  Marmor. 
Unterlebensgroß.  Reste  von  Schulterlocken.  Wohl 
spätgriechische  Arbeit  mit  freier  Benutzung  des 
Apollon  Lykeios. 

2434.  Bacchantin.  D.  82.  Ergänzt:  Kopf, 
Arme,  linker  Unterschenkel,  rechtes  Bein  von 
Mitte  des  Oberschenkels  ab,  Plinthe  und  Stamm, 
von  dem  nur  ein  Ansatz  erhalten.  Gänzlich  ver- 
putzt, nur  am  Kopf  der  Nebris  noch  Sinter. 
Unterteil  des  Halses  alt.  Lockenreste  auf  der 
rechten  Schulter.  Etwas  unterlebcnagroß.  ln  der 
Bewegung  dem  Satyr  von  Lamia  (Athen,  Nat.- 
Mus.  239)  verwandt. 

2435.  Statue  eines  Römers.  D.  84.  Lo- 
caler, grobkörniger,  sehr  bröckliger  Sandstein, 
offenbar  aus  der  Gegend  des  Fundorts  Abano 
(vgl.  Pauly-Wissowa  a.  v.  Aponus).  Die  rechte 
Hand  hal>e  ich  ul*  antik  notiert.  Die  äußeren 
Plinthenränder  ergänzt.  Im  Himation  hinten  am 
linken  Rand,  in  Nabel-  und  in  Kniehöhe  je  ein 

1 viereckiges  Dübelloch  von  etwa  2 Cubikcenti- 
metern.  Die  Urne  ist  nicht  durchbohrt.  Aus 
hadrianisch-antoninischcr  Zeit  mit  Benutzung  von 
Motiven  aus  der  Zeit  der  Venus  von  Arles. 

2436  2437.  Satyrkopf.  D.  86.  Neu:  Büste, 
großer  Teil  des  Halses,  Kinn,  Hälfte  der  Unter- 
lippe, Nasenspitze.  Geflickt  an  Ohren  und  Haaren. 
Die  roten  Farbspuren  modern.  Mäßige  Wieder- 
holung des  flöteblasenden  Satyrs  mit  gekreuzten 
Beinen:  Klein,  Praxiteles  21 2 ff.,  wo  im  Repliken- 
verzeichnis unser  Exemplar  nioht  erwähnt  ist. 

2438,  Statue  einer  Höre.  D.  87.  Hoch: 
mit  Plinthe  1,26  m.  Ergänzt:  Kopf,  Hals,  Ober- 
teil der  Brust,  rechter  Arm  von  oberhalb  des 
Armbands  an,  rechte  Hand  und  Teil  des  Gewand- 
bausch»,  den  sie  anfaßt,  linker  Unterarm  mit 
Gewandzipfel  darunter,  Kleinigkeiten  an  den 
Früchten,  Füße  und  Plinthenrand,  Die  Anlage 
des  Gewände»  ist  nicht  klar:  die  Figur  scheint 
doppelten  Chiton  zu  tragen  (die  Knüpfung  des 
unteren  am  linken  Oberarm  sichtbar)  und  ein 
Himation  aus  schwerem  Stoffe.  Modiflcierte  Re- 
plik eines  Typus,  der  in  zwei  genaueren  Wieder- 
holungen (Belvedere  Nr.  1020  und  Tarragona 
}Arco  y Molinero,  Catalogo  del  Museo  arqueolö- 


7 IX,  2489-2452 


gioo  de  Tarragona  1894,  Nr.  378,  Abb.  zw.  S.  44 
u.  45;  Reinach,  R6p.  II,  253,  4])  vorliegt.  Der 
Typus  erinnert  im  Allgemeinen  an  Werke  wie  die 
„Goethe -Tan zerin"  (Br  — Br  252). 

2439/2440.  Kopf  de r Athene.  D.  88.  Er- 
gänzt: Büste,  die  Haarpartie  im  Nacken  und  da» 
Scheitelstück  des  Helmes.  Stark  geputzt  und 
wohl  auch  überarbeitet.  Die  Nase  ist  antik.  Löcher 
für  Ohrringe.  Gute  Arbeit.  Sehr  starke  Hals- 
falten links;  der  Kopf  war  also  stark  nach  seiner 
Linken  gewandt,  Uber  dem  rechten  Ohr  und 
Seitenhaar  kommt  das  Lederfuttcr  des  Helmes 
heraus.  Schöner  Typus,  Praxitelischem  nahe- 
stehend. 

2441.  WeiblicheGc wandst atuett e.  D.90. 
Hoch:  1,15  m ohne  Plinthe.  Ergänzt:  beide  Arme, 
Außenteile  der  Plinthe.  wahrscheinlich  auch  der 
Kopf  (Nasenspitze  ergänzt)  mit  Hals  und  dem 
Schleier  (die  Trennungslinie  sieht  allerdings  wie  | 
ein  Bruch  aus).  Gänzlich  überputzt.  Die  noch 
oben  sich  verjüngenden  Proportionen  verweisen 
das  Vorbild  des  Werkes  in  das  4.  Jahrhundert. 
Mit  den  von  Furtwängler,  Griechische  Original- 
statuen in  Venedig,  zusatnmengestellten  Figuren 
hat  es  nichts  zu  tnn,  da  es  keine  originale  Ar- 
beit ist. 

2442.  Aphrodite  und  Eros,  Statuette. 
D.  ÖS.  Stark  geputzt.  Hübsches  Decorationsstück 
ohne  ausgesprochenen  Stilcharakter. 

2443.  Knabe  mit  Gans.  D.  96.  Linker 
Fuß  mit  Plinthe,  rechtes  Bein  bis  über  das  Knie, 
Stamm  mit  Unterbeinen  der  Gans  bestehen  aus 
einem  Stück  und  sind  moderne  Ergänzung.  Eben- 
so wahrscheinlich  auch  linker  Arm  des  Knaben 
samt  dem  Hals  der  Gans,  trotz  des  Bruches  im 
Handgelenk.  Der  rechte  Flügel  der  Gans  war 
mit  einem  .Metallstift  besonders  angestückt.  Der 
Kopf  de3  Knaben  ist  intact.  Geputzt.  Kein  Eros, 
da  ohne  FlügeUpuren.  Römische  Erfindung  in 
der  Art  des  Boethos. 

2444  -2446.  Büste  des  Helios.  D.  98. 
Zur  Herkunft  vgl.  unten  zu  Nr.  2478—80.  Er- 
gänzt: Büi-tcnfuß,  Nase.  Unterlippe,  Kinn,  Ober- 
teil des  Diadems,  sowie  die  Bronzestrahlcn,  deren 
Löcher  aber  antik  sein  mögen.  Die  zahlreichen 
roten  Farbspuren  wohl  alle  modern  Sehr  weißer, 
stark  grobkörniger,  thosischer  Marmor  schlech- 
tester Qualität.  Aus  Griechenland.  Dio  Büste 
ist  antik  und  verweist  die  Entstchungszcit  des 
Werkes  in  traianUch-l»«drianis<  h?  Zeit.  Dio  Biiste 
ist  mit  Ärmelchiton  bekleidet,  darüber  mit  einem 
zweiten  Gewand,  das,  auf  den  Schultern  geknöpft, 
vorn  und  hinten  chlamysartig  herabfällt  und  die 


Venedig  8 

Arme  frei  läßt.  Unterhalb  der  Brust  am  untern 
Abschluß  scheint  ein  Gürtel  angedeutet  zu  sein. 
Ganz  gute  Arbeit  ohne  stilistische  Bedeutung. 

2447.  Bogenspannender  Eros.  D.  99. 
Außer  dem  größten  Teil  der  Plinthe  ist  an- 
scheinend nichts  ergänzt.  Die  von  Dütschke  er- 
wähnten Ansatzreste  am  rechten  Schulterblatt 
und  über  dem  linken  Hinterbacken  sprechen  da 
für,  daß  die  Figur  Bestandteil  einer  Gruppe  war 
Umbildung  des  auf  Ly  wipp  zurückgoführten  Bogen- 
Spanners:  kindlichere  Formen,  veränderte  Kopf- 
haltung. 

244«.  Statuette  des  Zeus.  D.  102.  Neu: 
beide  Arme,  Beine  von  den  Knien  an  abwärts, 
Unterteil  des  Stammes  mit  dem  Adler,  Plinthe. 
Das  von  D.  erwähnte,  mit  Blei  ausgefüllte  Loch 
am  linken  Hinterbacken  ist  vielmehr  der  Blei- 
stempel de«  Museums.  Die  „Ansatzstelle  am  lin- 
ken Oberschenkel“  ist  nicht  vorhanden.  Ordinäre 
Arbeit  der  Zeit  um  200  n.  Chr.,  an  Typen  des  4 
Jahrhunderts  angelehnt. 

2449.  Weib  liehe  Gewandtst  at  uetle.  I).  105. 
Furtwängler,  Originalstatuen  in  Venedig,  S.  293, 
Anm.  1.  Kopf  (Aphrodite)  nicht  zugehörig.  Er 
gänzt:  die  rechte  Kniepartie,  vielleicht  auch  das 
oberste  Stück  der  Brust.  In  der  Kniegegend  war 
die  Figur  durchgebrochen.  Schlecht  erhalten. 
Auf  der  hohen  Plinthe  vorn  die  späte  Inschrift 
(trochaeischer  Tetrameter):  ;roö*-  Üctov  aot  uijdh- 
dxoujTtfottint/i  erdadr  („Bei  den  Göttern?  Beschädige 
hier  nichts?").  Die  Figur  ist  eine  geringe  Wieder- 
holung der  kleinen  Hcrculanenserin. 

2450  2451.  Weiblicher  Kopf.  Der  Sta- 
tuette D.  108  (Furtwängler,  Originalstatuon. 
Taf.  VI,  1)  aufgesetzt  (an  dieser  ist  hinten  im 
Nacken  der  Rest  eines  Haarschopfes  erhalten). 
Neu:  Der  größte  Teil  des  Halses,  Kinn,  Oberlippe, 
Nase,  untere  Hälfte  der  vordersten  gedrehten 
Locke  links.  Die  Augensterne  modern  eingear- 
beitet. Originale  Arbeit  hellenistischer  Zeit,  von 
Furtwängler  a.  a.  ().  richtig  der  von  Amelung, 
Bull. comun. XXV,  1897, 1 1 0 ff..  zusammcngestcSlten 
ägyptisch-hellenistischen  Gruppe  zugewiesen.  Als 
verwandt  habe  ich  mir  den  Kopf  im  Louvre. 
Salle  du  Tibre,  669,  notiert. 

2452.  Statue  des  Silen.  D.  110.  Ergänzt: 
Kopf  bis  auf  die  untersten  Zotteln  des  Bartes, 
beide  Arme,  verschiedene  Teile  des  Felles  an  der 
linken  Seite,  Penis  und  Vorderteil  der  Hoden, 
das  linke  Bein  vom  Ansatz  des  Oberschenkels 
ab,  das  rechte  vom  Knie  ab,  Stamm  und  Plinthe. 
Großer  Stützenrest  am  Fell,  das  neben  dem 
rechten  Olierschenkel  hcrabfällt.  Die  jetzige  Kr- 


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IX,  2458 — 2464 


Venedig 


10 


gänzung  mit  gekreuzten  Beinen  ist  durch  die  er- 
haltenen Reste  nicht  geboten.  Zwei  Wieder- 
holungen im  Vatican:  Sala  delle  rnuse  491  und  j 
Chiaramonti  544;  eine  dritte  war  bei  Cavaceppi 
(Clarac  732,  1761).  Vgl.  Amelung  zu  Cbiara- 
raonti  544.  Die  Wiederholungen  weichen,  ihrem 
decorativen  Charakter  entsprechend,  in  Einzel- 
heiten von  einander  ab. 

2453.  ß üste eines  jugendlichen  Römers. 
1).  111.  Ergänzt:  Büstenfuß  samt  Inschrifttafe), 
äußerster  Teil  der  linken  Schulter,  Unterteil  der 
Nase,  linkes  Ohr.  Sonst  ausgezeichnet  erhalten 
Vortreffliche«  Portrait  aus  der  Spät  zeit  des  Ha- 
drian. Eine  genaue  Wiederholung  ist  der  Bronze- 
kopf der  Münchner  Residenz  E— A 1020/21,  den 
ich  seiner  Zeit  für  sicher  antik  gehalten  habe. 
Nach  Vergleichung  mit  dem  Venezianer  Kopf 
sind  uns  indessen  Zweifel  hieran  aufgestiegen,  die 
dadurch  verstärkt  werden,  daß  sich  eine  sicher 
moderne  Wiederholung  aus  Bronze  im  Vorraum 
der  Pinakothek  zu  Neapel  (Inv.  10529)  nach- 
weisen  läßt.  Antik  hingegen  scheint  eine  Replik 
in  Berlin,  n°  407.  zu  sein. 

2454—2456.  N erelde  au  f Delphin.  I).  113. 
Brunn- Bruckmann,  Text  zu  Taf.  664  65,  Fig.  1 u.  2. 
Overbeck,  Kunstmythologie  des  Poseidon  S.  352, 
n*  1 a.  Heydemann,  Nereiden  mit  den  Waffen  des  S 
Achill,  S.  23,  Anm.  66.  Hoch  bis  Halsgruhc  etwa 
0,95  m;  Brust warzrnabstand  ca.  16*  .j  cm.  Fein- 
körniger griechischer  Marmor.  Der  Kopf  modern. 
Das  Stück  des  Gewandes,  das  man  links  vom 
linken  Oberkörper  sicht,  war  mit  dem  noch  er- 
haltenen Stumpf  des  Oberarms  gebrochen,  ist  aber 
antik.  Rechter  Kopfnicker  geschwollen,  der  Kopf 
ging  also  zur  linken  Schulter.  Das  ganze  Gewand, 
auch  in  den  Faltentiefen,  ist  voll  fitehengehliebener 
Raspelst  riebe.  An  Fleisch  und  Delphin  sind  sie 
antik  verglättet.  Die  leise,  etwas  zittrige  Innen- 
zeichnung des  Felsens  ist  antik:  hinter  den  jetzt 
wcggchrocherien  Füßen  fehlt  sic.  Die  Statue  ist 
nicht  übergangen.  Die  Rückseite  ist  nur  ange- 
legt. Die  Faltenbündel  auf  dem  Schwänzende 
des  Delphins  und  das  Gewand,  das  vom  rechten 
Oberschenkel  herab  zwischen  den  Beinen  nieder- 
fällt,  ist  offenbar  als  zum  Hiniation  gehörig  ge- 
dacht, obwohl  scheinbar  mit  dem  Chiton  zu- 
sammengearbeitet.  Die  Rechte  packte  das  Ge- 
wand vermutlich  oberhalb  des  Delphinkopfes. 
Beide  Arme  hielten  es  offenbar  auseinander  wie 
ein  Segel.  Uber  den  Kopf  ging  es  nicht.  Die 
L'ntcrbeine  sind  bekleidet  zu  denken.  Nicht  sehr 
feine  Originalarbeit  aus  dem  Kreise  des  Timotheos. 

2457.  Karyatide.  I).  115.  Neu ; Außenteile  der 


Plinthe.  Der  Kopf  nicht  zugehörig  (s.u.n#2458— 60). 
Rückseite  ganz  roh:  die  Figur  kann  also  nicht  frei 
gestanden  haben.  Der  linke  Unterarm  ging  seit- 
wärts nach  außen;  keinerlei  Ansatzspuren  an  der 
linken  Seite.  Auf  der  rechten  Schulter  eine  ovale, 
in  der  Mitte  etwas  eingetiefte  Ausbuchtung,  die 
vom  An*at»  der  Schulter  so  weit  reicht,  als  der 
Oberarm  erhalten  ist.  Ein  großer  Metallstift  mit 
seitlichem  Gußkan&l  sitzt  noch  darin  Was  hier 
aufgesessen  hat,  läßt  sich  nicht  mehr  festetellen 
(siehe  zu  2461).  Die  Arbeit  ist  ordinär -römisch. 
„Aus  Oasero  bei  Pola.“  Zum  Stil  vgl.  die  Be- 
merkungen zu  2461. 

2458  -60.  Weiblicher  Kopf.  Der  Statue 
Nr.  2457  aufgesetzt.  Ergänzt:  der  Hals.  Geputzt. 
Der  Kopf  hatte  Schultcrlockon.  Das  Haar  ist 
durch  die  Binde  durchgesteckt,  wie  beim  Sauro- 
ktonos  Schlafenlöckchen.  Eine  Replik  des  Kopfes 
im  Conservatorenpalast,  im  Reoess  der  Sala  degli 
Orti  Lamiani,  auf  gebrochenem,  aber  zugehörigem 
Gewandoberteil  (Phot.  Alinari  27  189).  Dieses  Bteht 
der  Selene  im  Braccio  nuovo  (fielbig*  I 18)  nahe, 
scheint  aber  keine  genaue  Replik  zu  sein.  Auch 
stilistisch  dem  Sauroktonos  verwandt.  Zu  ver- 
! gleichen  ferner  der  Kopf  im  Capitol,  Galleria  22. 

2461 — 64.  „Muse.*4  D.  120.  Pentelischer 
Marmor.  Der  Kopf  war  im  Halse  durchgebrochen, 
ist  aber  antik  und  zugehörig.  Nase  intaet.  Auf 
i dem  Oberkopf  keinerlei  Spur  einer  Auflage.  Bruch 
vom  rechten  Knie  zum  linken  Unterschenkel  ab- 
wärts. Die  Vorderseite  durch  Feuer  geschwärzt.  Wie 
bei  Nr.  2457  ist  auch  hier  auf  der  linken  Schulter 
eine  Ausbuchtung,  in  der  sich  zwei  Dübel  befinden. 
Diese  Ausbuchtung  beginnt  hier  erst  auf  der 
Mitte  der  Schulter  und  senkt  sich  tiefer  abwärts. 
Der  linke  Arm  war  besonders  angesetzt;  merk- 
würdigerweise ist  aber  in  der  gerauhten  Ansatz- 
fläche  kein  Dübelloch  vorhanden.  Er  war  also 
vermutlich  mit  dem  auf  der  linken  Schulter  auf- 
liegenden Gegenstand  (s.  u.)  aus  einem  Stück  ge- 
arbeitet und  an  der  Ansatzstelle  des  Oberarm« 
! an  gekittet.  Der  rechte  Arni  mit  der  Maske  war 
nie  gebrochen.  Die  roh  gearbeitete  antike  Plinthe 
ist  in  eine  moderne  eingelassen.  In  der  antiken 
Plinthe  links  eine  kleine,  wie  es  scheint,  antike 
Ausarbeitung.  Die  Rückseite  ist  roh  und  unbe- 
arbeitet. Gewöhnliche  Arbeit,  noch  derber  als  2457. 

Von  dem  Typus  der  Statue  Nr.  2457  gibt  cs 
zwei  Wiederholungen:  1.  Mantua.  D.  720  (Photo- 
graphie bei  Arndt).  2.  Petersburg  308  (Hirtb,  For- 
menschatz 1902,  Nr.  85,  nach  „Tresors  d’art  en 
Russie“).  Von  dem  Typus  Nr.  2461  ist  uns  keine 
Wiederholung  bekannt 


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II 


IX,  2464 — 2466 


Venedig 


12 


Diese  Karyatidengruppe  hat  eingehend  zuletzt 
unter  Berücksichtigung  der  früheren  Litteratur  be- 
handelt Collignon,  Mon.  Piot  X,  1903,  S.  22  ff.  Die 
vier  Statuen  haben  nichts  direct  miteinander 
zu  tun.  Nr.  2457  wurde  Ende  des  16.  Jahrh.  in 
Ossero  bei  Pola  gefunden.  Nr.  2461  befand  sieh 
Ende  des  18.  Jahrh.  noch  in  der  Cosa  della  Pietä, 
dem  ehemaligen  Palazzo  Capello  in  Venedig.  Wo 
sie  vorher  war,  läßt  sich  nicht  mehr  festst  eilen. 
Die  Vermutung  ihrer  Herkunft  aus  Attika  ist 
unbewiesen  (Burckhardts  Angabe,  Cicerone”  1, 
S.  114  g,  die  beiden  Venezianer  Statuen  stammten 
vom  Theater  in  Pola,  beruht  auf  Irrtum).  Die 
Mantuaner  Statue  muß  bereits  in  der  ersten  Hälfte 
des  16.  Jahrhunderts  in  Mantua  sich  befunden 
haben,  da  sie  an  dem  damals  entworfenen  Grab- 
mal des  Pietro  Strozzi  (Phot.  Alinari  18656)  ko- 
piert ist.  Die  Petersburger  wird  zuerst  1815  hei 
Moschini,  Guida  di  Venezia,  erwähnt  Ihre  Her- 
kunft ist  unbekannt  Daß  drei  der  Exemplare 
aus  Venedig  stammen,  ist  rein  zufällig.  Die  beiden 
Typen  sind  Gegenstücke:  bei  dem  von  Nr.  2457 
st  der  rechte,  bei  dem  von  2461  der  linke  Arm 
rhohon.  Auch  der  Mantel  ist  im  Gegensinne 
umgelegt.  Wie  bei  den  Ereehtheion- Karyatiden 
sind  die  Gegenstücke  jedoch  nicht  einfach  Spiegel- 
bilder mit  sklavischer  Wiederholung  der  Einzel- 
heiten, sondern,  bei  gleicher  Gesamtanlage,  im  Detail 
selbständig.  Auch  die  Köpfe  sind  verschieden. 
Die  Unterschiede  werden  zum  Teil  allerdings  dem 
Kopisten  von  Nr.  2461  zuzuschreiben  sein,  wie  die 
Zufügung  der  Schläfenlöckchen.  (Lippolds  Ge- 
danke an  modernen  Ursprung  dieses  Kopfes  ist 
nach  Arndts  Untersuchung  des  Marmors  abzu- 
weisen  ) Die  drei  Exemplare  des  Typus  mit  er- 
hobenem rechten  Arm  sind  dagegen  unter  sieh 
genaue  Repliken. 

Welche  Bedeutung  hatten  die  Typen  ursprüng- 
lich? Auf  dem  Parker  Sarkophag  von  Saloniki 
(Phot.  Giraudon  2127 — 29)  und  einer  Reihe  an- 
derer Sarkophage  ( Robert  II,  Nr.  21  u.  23.  Üsterr. 
Jahresh.  I,  S.  19,  Fig.  18;  S.  23.  Fig.  25)  sind  sic 
als  Karyatiden  verwandt  mit  aufgesetztem  Kala- 
thos,  die  eine  Hand  das  Gebälk  de«  Sarkophags 
stützend.  Auf  der  einen  Schulter  scheint  ein 
Teil  dieser  Figuren,  soweit  die  Zeichnungen  ein 
Urteil  erlauben,  einen  Gegenstand  getragen  zu 
haben,  der  etwa  eine  Urne  sein  könnte.  An  der 
entsprechenden  Stelle  haben  die  Venezianer  Exem- 
plare die  oben  beschriebene  große  Ausarbeitung. 
Auf  den  Köpfen  der  Statuen  fehlt  jegliche  An- 
deutung eines  Verbindungsgliedes  zwischen  Kopf 
und  Architektur;  darum  ist  es  nicht  sicher,  daß 


die  erhaltenen  Exemplare  als  Karyatiden  gedient 
haben.  Für  die  vorauszusetzenden  Originale  ist 
cs  aber  anch  wegen  ihres  gebundenen  Standes 
im  höchsten  Grade  wahrscheinlich. 

Die  Maske  des  einen  Venezianer  Exemplare**, 
natürlich  Kopistenzutat,  legt  den  Gedanken  nahe, 
daß  dieses  zur  Decoration  eines  Theaters  gedient 
hat,  ähnlich  wie  die  Mantuaner  Replik  einer 
Ereehtheion -Karyatide  (der  ersten  vorn  rechts): 
Einzelaufnahmen  9,  und  wie  die  Statue:  Collection* 
Lambroset  Dattari,  Vente  Hirsch,  Paris,  17. — 19.  VI. 
1912,  pl.  XXI,  Nr.  269  eine  freie  Replik  dieser 
Statue  aus  Gortyn:  Annuario  della  R.  Seuola  di 
Atene  I,  1914,  p,  380,  Fig.  19  ^ Boll.  d’art©  VII, 
1918,  p.  359,  Fig.  10;  ein  Gegenstück,  in  Peru 
gefunden  (D£thier-  Mordtmann,  Kpigraphik  von 
Byzanz,  S.  85,  Nr.  57;  Photographie  bei  Arndt  i, 
im  Garten  der  österreichischen  Schule  in  Kon- 
stantinopel]. 

Die  Originale  der  Figuren  hat  Furtwängler 
(Statuenkopien,  S.  579f.)  dem  Agorakritos  zuge- 
wiesen  auf  Grund  der  Vergleichung  mit  der  Kybele 
PamfiJi.  Daß  diese  jedoch  nicht  von  Agorakritos 
stammen  kann,  ist  im  Text  zu  Brunn- Bruckmanu 
636/37  nachgewiesen  worden,  v.  Salis  (Jahrh-  «1. 
Inst.  XXVIII,  1913,  S.  16ff.)  hat  sie  für  eine  klassi- 
cistischo  Schöpfung  erklärt,  ebenso  wie  die  Karya- 
tiden; letzteres  hatten  auch  wir  früher  für  mög- 
lich gehalten.  Wir  glauben  jedoch  jetzt,  daß  für 
Beides  keine  zureichenden  Gründe  vorhanden  sind. 
Was  an  den  Karyatiden  archaistisch  amnutet, 
erklärt  sich  aus  ihrer  tektonischen  Verwendung. 
Ihre  Ähnlichkeit  mit  der  Kybele  beruht  ledig- 
lich auf  der  Entstehung  in  gleicher  Zeit  und  auf 
der  gleichartigen  Tracht.  Die  Verwandtschaft  der 
Kopftypen  ist  nicht  so  eng,  daß  man  auf  einen 
Meister  schließen  könnte.  Ganz  verschieden  von 
unserem  ist,  wa*  v.  Salis  verkannt  hat,  der  Karya- 
t ident ypus  Tralles-Cherchell*).  Bei  diesem  kann 
nian  zweifeln,  ob  er  wirklich  altertümlich,  aus  der 
Zeit  um  470,  ist,  oder  eine  archaistische  Schöpfung. 
In  letzterem  Falle  kann  cs  sich  wohl  nur  um  ein 
griechisch -archaistisches  Werk  handeln. 

2465  66.  Kopf  des  Apollon.  D.  121. 
Overbeck.  Kunstmythologie  des  Apollon,  S.  151, 
Nr.  9.  Ergänzt:  Büste,  Kinn,  Nase.  Augen  und 
Ohren  sind  bestoßen.  Charakterlose,  schlechte 
Wiederholung  des  Apollon  im  Palazzo  Vecchio, 
Br— Br  618,19.  Zu  den  dort  angeführten  Repliken 

•)  v.  Salis  spricht  8.18  voo  twei  Wiederholungen  In 
Cherchell : r r verwechselt  dabei  G SU  ekler«  Text  eh  pl.  V mit 
dem  zu  pl.  IV. 


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13 


IX.  2467—2483 


14 


sind  die  de*  Marchese  Chigi  in  Siena  (Milani,  Studi 
e materiali  111,  tav.  V)  und  die  des  Thermen- 
museums  (Helbig1  11  1337)  hinzuzufügen. 

2467  68.  Kopf  des  Traian.  D.  122.  Bcr- 
noulli,  Rom.  Ikon.  II,  2,  S.  80,  Nr.  87.  Ergänzt: 
Kinn,  Oberlippe,  Nase,  Flicken  an  den  Brauen  und 
auf  der  linken  Wange,  Teile  der  Ohren.  Geputzt. 
War  eingesetzt.  Hinten  und  oben  nur  angelegt, 
ln  der  Anordnung  der  Haare  dem  Kopf  der 
Münchner  Residenz  E—A  1018  entsprechend.  De- 
corativc  Arbeit. 

2469  — 71.  Dreiseitige  Basis.  Tän- 
zerinnen. D.  127.  Hauser,  Neuattische  Relief». 
S.  100,  Nr.  31.  Geputzt  und  ohne  antiken  Sinter. 
Vgl.  zu  Nr.  2472—74. 

2472-74.  Dreiseitige  Basis.  Tän- 
zerinnen. D.  131. 

Beide  Basen  sind  mehrfach  in  ihrem  Altertum 
verdächtigt  worden.  Vgl.  Hauser.  Neuattischc 
Reliefs.  S.  100,  Nr.  31:  die  Häufung  der  überein- 
andergestellten stützenden  Zierglieder  an  den 
Kanten  »ei  nicht  antik.  Wir  halten  dieses  Ar- 
gument nicht  für  zwingend . da  ähnliche  im 
strengeren  Sinne  untektonische  Combinationen  in 
römischer  Kunst  nichts  Seltenes  sind.  Nach  der 
Art  der  Arbeit  macht  D.  127  einen  entschieden 
antiken  Eindruck,  während  die  Ausführung  von 
D.  131  im  Vergleiche  mit  ihr  im  Ganzen  wie  in 
Einzelheiten  die  Hand  eines  Kopisten  der  Re- 
naissancezeit verrät.  Besonder»  charakteristisch 
hierfür  sind  die  Masken  an  der  oberen  Deckplatte. 
Die  Stockungen  und  Brüche  sind  offenbar  zur 
Täuschung  angebracht  worden.  Über  die  Typen 
vgl.  Hauser  a.  a.  O.  Der  Verfertiger  von  127  hat 
stark  mit  dem  Bohrer  gearbeitet.  Er  dürfte  in 
der  flavischen  Zeit  gelebt  haben.  Vgl.  auch  Alt- 
mann, Rom.  Grabaltäre,  S.  59. 

2475 — 77.  Dreiseitige  Basis.  Eroten. 

D.  132.  Hauser,  Neuattische  Reliefs,  S.  109,  Nr. 47, b. 
Ergänzt:  die  Maske  des  Eros  auf  2476,  die  VVid- 
derküpfe  (an  der  Eeke  2475  links  auch  das  an- 
schließende Stück  des  Ornamentes),  die  Köpfe  der 
Sphingen,  Stücke  in  den  Kanten,  Teile  der  Flügel, 
die  Klaue  an  der  Ecke  2475  links.  Siehe  Text 
zu  2481—83. 

2478-80.  U nterteil  einer  weiblichen 
Kolossalstat  ue.  D.  133.  Waldstein,  Arch.  Zeit. 
XXXVIII,  1*80,  Taf.  VII,  S.  71  ff;  derselbe,  Phidia». 
pl.V,  p.  121.  Furtwiingler,  Meisterwerke  S.229.  Rei- 
nacb,  R^p,  II,  689,4  (im  Gegensinne).  Etwa»  über- 
lebensgroß. Mit  Sicherheit  ist  da»  Stück  gegen 
Ende  de»  18.  Jahrhundert»  in  der  Sammlung  des 


Venedig 

venezianischen  Gesandten  in  Rom,  Gir.  Zulian,  im 
Palazzo  Venezia,  nachw  eisbar  (Valentinelli  p.XXlII. 
Anm.  3:  „un  frammento  di  statua  di  donna“). 
Wie  weit  die  Nachricht  bei  Gerhard,  Arch.  Zeit. 
XVIII,  43,  es  stamme  aus  Konst&ntinopel,  he- 
i gründet  ist,  bleibt  zu  untersuchen.  Zulian  war 
auch  in  Konstantinopel  als  Gesandter  tätig;  da- 
raal» hat  er  noch  Valentinelli  (Nr.  34)  unsere 
Nr.  2444—46  in  Griechenland  erworben.  Nicht 
übergangen.  Den  Marmor  habe  ich  für  pariscb 
gehalten.  Da»  Fragment  ist  anscheinend  aus  drei 
Stücken  zusammengesetzt.  Die  Fugen  verlaufen  ' 
über  den  linken  Oberschenkel  zur  Mitte  des  rech- 
ten Unterschenkel»  und  von  der  Mitte  des  linken 
Unterschenkels  zum  rechten  Fuß.  Auffällig  ist 
ihr  unregelmäßiger  Verlauf  Der  linke  Fuß  war 
mit  einem  Metalldübel  angesetzt.  Hinten  glatte 
Schnittfläche.  Der  Sitz  der  Figur  war  besonder« 

1 gearbeitet.  Waldstein»  Gedanke  an  Herkunft  aus 
den  Parthenongiebeln  ist  längst  aufgegeben.  Da» 

| Fragment  gehört  nach  der  StückungHteehnik  und 
der  ganz  auf  Effekt  gerichteten  Arbeit  in  »pätcrc 
| hellenistische  Zeit.  Eine  Wiederholung  ist  mög- 
licherweise die  Statue  in  Newby  Hall:  Michaeli» 
p.  527,  Nr.  ls  i _ Olarae  503.  1002;  538A,  1002A). 
Zu  vgl.  auch  Kinzelaufnahincn  786  und  1412; 
Schreiber,  Villa  Ludovisi  Nr.  41. 

2481-83.  Dreiseitige  Basis.  Eroten. 

D.  134.  Hauser,  Neuattische  Reliefs,  S.  109,  Nr.  47,  c. 
Ergänzt:  Teile  an  den  unteren  Partien  der  drei 
Eroten,  der  Widderkopf  2481  recht«,  die  vorderen 
Schnauzen  der  beiden  andern,  die  Köpfe  der  Sphin- 
gen, Klaue  der  Sphinx  2481  links  mit  anschließen- 
dem Teil,  linker  Flügel  der  Sphinx  2481  link». 

Die  beiden  Basen  2475—77  und  2481  - 83 
sind  sicher  antik,  da  sie,  obwohl  geputzt,  au  ver- 
schiedenen Stellen  noch  antiken  WurzelfAsersinter 
zeigen.  Unter  den  Wiederholungen  i Hauser  a.  a.O.; 
vgl.  auch  Visconti,  Mus.  Pio-Clem.  VI.151;  Winne 
I fehl.  Villa  d.  Hadrian  148;  Einzelauf nahmen  1 404 j 
»cheiden  sieh  zwei  Typen:  A)  Bodcnlinien  unter  den 
Figuren;  unteres  Ornament  mit  Mittclpalmette. 
Repliken;  1.  Venedig  D.  132.  Hauserb.  2.  Kirche- 
riano.  Helbig3  II,  1661.  Hausera.  3.  Louvre.  Hau- 
ser d.  Phot  Giraudon  1003.  4.  Mantua.  D.  874. 
Reinach.  Rep.  de  reliefs  III.  50,  3 — 5.  Hauser  e. 

B)  Keine  Bodcnlinien;  unten  Rankenornament 
ohne  Mittelpalmette.  Repliken:  1.  Venedig.  I).  134. 
Hauser  e.  2.  t’andelabri.  Helbig*  I,  860.  Die  eine 
Seite  in  Phot,  in  Rom  käuflich.  Fehlt  bei  Hau- 
^ ser.  8.  Florenz.  Uffizien  1).  162.  Phot.  Brogi  9*252. 
Hauser  g.  4.  London  2509.  Reinach.  R6p.  de  re- 
liefs II,  471,  3,  4;  472,  2.  Hauser  f. 


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15 


IX,  2484 — 2490 


Venedig 


16 


2484.  Weibliche  Oe wandstatue.  D.  185. 
Ergänzt  : da*  Oberteil  der  Figur  von  unterhalb  der 
Brust  an,  rechter  Arm,  linker  Unterarm  (das  Mit- 
telatück  am  Ellenbogen  mit  der  Voruärtarichtung 
des  Unterarms  antik),  der  rechte  Teil  der  PÜnthe 
mit  dem  rechten  Fuß  und  den  anstoßenden  Ge- 
wandteren, die  große  Zehe  de«  linken  Fußes.  Ob 
die  (hinten  nicht  durchgeführte)  Profilierung  der 
Plinthe  antik  ist,  läßt  sich  nicht  entscheiden.  Ober- 
halb der  Knice  war  die  Statue  durch  gebrochen, 
aber  beide  Teile  sind  antik.  Die  Färbung  de» 
unteren  Teiles  ist  allerdings  etwas  gelblicher  als 
die  bläuliche  des  Mittelteiles,  doch  beruht  dieser 
Unterschied  offenbar  nur  auf  äußeren  Einwirkungen. 
Hinten  ist  die  Statue  nicht  ausgeführt.  Für  die 
Zugehörigkeit  des  Kopfes  bestehen  keine  Anhalts- 
punkte. Ergänzt  sind  an  ihm  Xase,  Kinn  und 
Haarpartie  über  der  .Stirnspitze.  Der  Hinterkopf 
»itzt  mit  senkrechtem  Schnitte  an,  scheint  aln?r 
alt  und  zugehörig  zu  seiu.  Der  Kopf  ist  ein  Portrait 
t mianiac'her  Zeit.  Die  Gewandanlage  itn  Allge- 
meinen ist  die  der  praxitcüschcn  Zeit,  während 
die  stark  ausgeprägten  „Liegefalten“  de»  Hirna- 
tion»  und  die  starke  Verjüngung  nach  oben  auf 
hellenistische  Zeit  weisen 

2485—87.  Weiblicher  Kopf.  D.  186.  Ah- 
guß  in  München.  Ergänzt:  Büste,  Nase.  Hai» 
und  Mund  alt.  Die  oberste  Sehüdc!calot te  ist  mit 
Schnitt  augeaetzt;  wie  cs  scheint,  antik.  Grob- 
körniger parittcher  Marmor.  Der  Kopf  gehört  zu 
einem  statuarischen  Typus,  von  welchem  ein  ganz 
erhaltenes  Exemplar  eich  im  ConBervatorcnpalast 
befindet:  Marian?.  Bull,  comunale  XXXII,  1904, 
p.  299  ff.,  tav.  VUTIX  (hier  p.  312,  Anin.  6 MaaUe 
de»  Venezianer  Kopfes);  Hel  big*  I,  912.  Wieder- 
holung des  Körpers  in  Korinth:  Amer.  Journ.  VI, 
1902,  pl.  XV;  Wiederholung  de»  Kopfes  in  Boston: 
Bulletin  XIV,  1916,  2s  f.  Der  Venezianer  Kopf 
unterscheidet  sich  von  den  beiden  andern  Wieder- 
holungen dadurch,  daß  einige  der  das  Gesicht  zu- 
nächst umrahmenden  Locken  kürzer  gehalten  sind. 
Am  Original  habe  ich  nichts  von  einer  Abarbeitung 
notiert.  In  einzelnen  Zügen,  wie  Mund  und  Augen, 
scheint  der  Venezianer  Kopf  freier  zu  sein.  Die 
Anlage  der  das  Gesicht  umrahmenden  Haare  i«t 
dem  Kopf  mit  einer  Reihe  von  Werken  nus  der 
Mitte  des  5.  Jahrhundert»  gemein,  doch  ergibt 
«ich  daraus  keine  Möglichkeit  einer  näheren  Stil- 
bestimmung.  Zur  Art,  wie  der  Mantel  umgelegt 
ist,  vergleiche  man  den  Asklepios  der  Uffizien: 
Amelung.  Führer.  Nr.  95;  sein  Gewand  ist  auch  in 
der  Behandlung  des  Einzelnen  verwandt ; nur  ver- 
läuft der  obere  Querwillst  dort  mehr  geschwungen 


und  weiter  unten.  Die  Stilisierung  des  Gewände« 
über  der  Brust  ist  nur  an  dem  besser  erhaltenen 
korinthischen  Exemplar  zu  würdigen.  — In  der 
Profilansicht  erinnert  der  Kopf  an  den  der  Sphinx 
in  Ny  Carlsberg  Nr.  491,  deren  Verfertiger  unseren 
Typus  offenbar  benutzt  hat. 

2488—90.  Kopf  der  Aphroditestatue 
D.  137.  Die  Statue  ist  von  Aünari  (12901;  und 
Anderson  (14421)  photographiert.  An  ihr  ist  da» 
rechte  Bein  bis  unterhalb  des  Kniecs  dreimal  ge- 
brochen. Die  Brüche  sind  verschmiert.  Der  rechte 
Fuß  ist  ganz  au»  Gips.  Das  linke  Bein  iat  am 
Knie  und  Knöchel  gebrochen;  doch  ist  der  (stark 
corrodierto)  linke  Fuß  alt  und  hängt  mit  Plinthe 
und  Stamm  ungebrochen  zusammen.  Wieviel  an 
den  Unterbeincn  alt,  läßt  sich  ohne  Weiteres  nicht 
festatellon  Unterarme  und  Hände  sind  neu;  die 
Oberarme  sind  beide  an  den  Achseln  gebrochen, 
nach  der  Marmorfarbe  aber  vielleicht  alt.  Der 
Delphin,  dessen  äußerstes  Schwänzende  au»  Gips 
ist.  ist  all  und  hangt  mit  dem  Stamme  zusammen. 
Von  dem  Eros  »eheint  nur  das  rechte  Bein  (bis 
auf  den  Fuß;  antik,  alles  andere  Gips.  Die  an 
tike  PÜnthe  ist  in  eine  moderne  eingelassen.  An 
der  rechten  Hüfte  ein  ehemaliger  Stützcnausatz. 
der  jetzt  mit  Gips  verschmiert  int  Der  Kopf 
war  im  Hai»  gebrochen,  der  Bruch  verschmiert ; 
er  gehört  aher  zu.  Aus  Gips  ist  an  ilnn  ergänzt: 
der  ganze  Oherschädol,  das  Haar  auf  der  rechten 
: Kopfseite,  das  Oberteil  der  rechten  Wange  und 
der  größte  Teil  der  Stirn  samt  dem  rechten  Auge, 

| sowie  die  untere  Hälfte  der  Nase.  Antik  ist  also 
am  Kopfe  nur:  der  untere  Teil  der  rechten  Wange 
«amt  dem  Oberteil  der  Nase,  Lippen  und  Kinn, 
das  ganze  linke  Gesicht  »amt  dem  Ohr  und  dem 
größten  Teil  der  linken  Schädelhälftc,  ferner  der 
Hinterkopf  mit  dem  Ansatz  der  Locken,  die  sich 
dann  auf  den?  Rücken  fortsetzen.  Vom  Band  im 
Haar  ist  link»  ein  Stück  alt.  Das  cingeringclte 
Löckchen  über  dem  Stirnabschluü  link»  ist  antik. 
Das  Ganze  stark  geputzt. 

Die  Statue  int  eine  Wiederholung  der  capi- 
1 toÜnisclien  Aphrodite  (Helhig*  I,  803).  Die  Kopie 
stammt  aus  früherer  Zeit  als  jenes  dem  2.  Jahr- 
hundert n Chr.  Rngehörige  F.xemplar;  namentlich 
im  Kopfe  zeigt  sich  eine  größere  Einfachheit  uud 
Zurückhaltung.  Doch  i.«t  der  Kopist  in  der  flächigen, 
| linearen  Behandlung  hier  nach  der  andern  Seite 
vielleicht  etwas  zu  weit  gegangen,  wie  ein  Vergleich 
mit  den  guten  Exemplaren  in  München  und  Dresden 
;Sieveking.  Münchner  Jahrb.  d.  bild.  Kunst  I LI. 
1908,  S.  1 ff.)  lehrt.  Im  Allgemeinen  ist  die  Arbeit 
an  Kopf  und  Körper  von  vorzüglicher  (Qualität. 


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17 


IX,  2491—24% 


2491.  Weibliche  Gewandstatue.  D.  141. 
(Die  von  Dütechke  aus  Valentinelli  übernommene 
Maaßangahe  beruht  auf  einem  Druckfehler:  es  muß 
wohl  1,75  m statt  0,75  m heißen).  Ergänzt:  Plin- 
thenrämler,  linker  Fuß,  die  zwei  ersten  und  die 
halbe  dritte  Zehe  de»  rechten  Fußes,  das  ver- 
tretende Gcwandbüschel  zwischen  beiden  Füßen 
bis  zur  Höhe  de«  darüber  fallenden  Gewandes, 
das  ganze  äußere  Gewandstück  links  vom  linken 
Fuße  bis  zur  Höhe  der  Hand,  der  linke  Unter- 
arm, die  linke  Schulter  (Unterteil  des  linken  Ober- 
armes alt).  Der  rechte  Arm  war  besonders  ein- 
gedübelt. Die  Rückseite  nur  angelegt.  Der  Kopf, 
an  welchem  die  Pupillenangabe  modern,  ist  sicher 
nicht  zugehörig,  da  die  Schulterlocken  «ich  auf 
dem  Torso  nicht  fortsetzen.  Da«  Ganze  geputzt. 

Der  Kopf  zeigt  die  Frisur  der  Agrippinen. 
Die  Statue,  von  flauer  Arbeit,  hat  in  der  zwischen 
den  Keinen  hervortretenden  Mittelfalte  und  dem 
aufgezogenen  Überfall  leise  archaisierendeZügc(vgl. 
Bulle,  Archaisiert ndc  g riech.  Rundplastik  S. 

2492.  Statue  de«  Apollon.  D.  144.  Over- 
beck, Kunstmythologic  de»  Apollon,  S.  210,  Nr.4. 
Klein,  Praxiteles,  8.  168,  II,  Nr.  1.  Der  Kopf  war  | 
gebrochen,  ist  aber  gewiß  zugehörig.  Ergänzt  an 
ihm:  Nase,  Lippen,  Kinn,  vorderer  Teil  des  Mit-  I 
telzopfes  mit  dem  link«  und  recht«  «ich  anschlic-  j 
üenden  Haar  vorn;  namentlich  auf  der  rechten  I 
Seite  ist  da«  ganze  Vorderhaar  neu.  Von  der  Hand 
auf  dem  Scheitel  ist  der  Teil  zwischen  Handwurzel 
und  Fingeransatz  sowie  der  Daumen  alt.  Die 
vier  andern  Finger  sowie  der  ganze  rechte  Arm 
sind  neu.  Neu  ist  ferner  da«  Unterteil  des  rechten 
Oberschenkel«  «amt  Knie.  Der  in  der  Mitte  ge- 
brochene rechte  Unterschenkel  schien  mir  bis  zum 
Fußansatze  antik  zu  »ein,  ebenso  da«  anschließende, 
mit  ihm  ungebrochen  zusammenhängende  Mittel- 
teil des  Köchers,  dessen  Ober-  und  Unterteil  mo- 
dern «iml.  Neu  ist  offenbar  auch  der  ganze  Stamtu. 
Der  rechte  Fuß  ist  an  Knöcheln  und  an  Zehen- 
ansatz gebrochen:  ob  antik?  Am  linken  Bein  ist 
die  Kniespitze  ergänzt;  der  linke  Unterschenkel 
ist  unterhalb  des  Kniees  gebrochen,  aber  wohl  alt 
und  zugehörig,  »eine  untere  Hälfte  neu.  Der  linke 
Fuß  «itzt  mit  Schnitt  daran  an;  sein  Vorder-  und 
Hinterstück  sind  durch  Schnitt  getrennt,  beide 
wohl  neu.  Die  Außcntcilc  der  Plinthe  sind  be- 
stimmt neu.  wohl  auch  die  mehrfach  zusammen- 
gestückten  inneren  Teile,  mit  denen  der  Stamm 
zusammen  hängt.  Hinter  dem  linken  Fuße  auf 
der  Plinthe  eine  tiefe  Einarbeitung.  Modern 
sind  ferner  Schämt  eile  und  Flicken  im  Bauch. 
An  der  linken  Hüfte  ein  wog  gebrochener  An- 


Venedig  18 


satz.  Verhältnismäßig  wenig  geputzt  und  von 
recht  guter  Arbeit,  auch  im  Rücken.  Die  Statue 
ist  eine  getreue  Wiederholung  de«  sog.  Apollon 
Lykeios  (Kleins  Zuteilung  an  eine  Variation  mit 
Vorgesetztem  linken  Bein  ist  irrig.).  Der  Zurück- 
führung des  Typus  auf  den  Apollon  Lykeios  (Lu- 
kian.  Anacharsis  7)  hat  man  widersprochen  unter 
Hinwei»  darauf,  daß  das  Original  die  Kit  har«, 
nicht  wie  der  Lykeios  den  Bogen,  gehalten  habe 
(vgl.  Antelung.  Helbig“  I,  878).  Doch  ist  die  Ki- 
thara  tatsächlich  nur  am  capitolmischen  Exemplar 
gesichert,  welche«  «ich  aber  schon  durch  die  Hin- 
zufügung derChlamvs  und  durch  die  stärkere  Nei- 
gung nach  seiner  linken  Seite  hin  als  spätere  Um- 
bildung kundgibt  Der  Bogen  dagegen  ist  nicht 
nur  »n  dem  leicht  umgebildetcn  Dresdener  Exem- 
plar vorhanden,  sondern  auch  durch  den  Köcher* 
rest  an  dem  Venezianer  bezeugt.  Dennoch  ist  die 
Zurückfülirung  auf  den  Lykeios  nicht  wahrschein- 
lich, da  dieser  nach  Lukian  auf  eine  Stele  gelehnt 
war,  eine  solche  aber  bei  keinem  Exemplar  unsere« 
Typus  nachweisbar  ist.  Dieser  kehrt  auf  zwei 
athenischen  Münzen  (Klein,  Praxiteles,  S.  158, 
Fig.  23  link«  und  Inihoof-Oardner,  Nuimsmatic 
Coinm.  on  Pausanias,  pl.  CC,  XVIII)  wieder.  Mit 
einem  litterarisch  überlieferten  Werke  läßt  er  sich 
nicht  identificieren. 

2493  96.  Jünglingsstatue  mit  aufgc 
setztem  bacchischen  Kopf.  1),  146.  Am  Kopf 
sind  ergänzt:  Nase,  Lippen,  Kinn.  Brauen,  der 
größte  Teil  der  .Stirn  und  der  Locken  über  der 
Stirn  (darunter  befinden  sich  antike  Reste),  Kleinig- 
keiten sonst  an  Lidern,  Locken  und  Früchten. 
Die  Pupillenangahc  w ird  wohl  auch  modern  «ein. 
Die  Schwellung  derUnterctim  ist  antik.  An  Torso 
wie  an  Kopf  ist  der  rechte  Kopfnicker  stark  ge- 
spannt, aber  beide  verlaufen  nicht  in  einer  Linie, 
sondern  der  des  Kopfe«  liegt  weiter  naeh  der 
rechten  Schulter  zu.  Der  linke  Kopfnicker  ist  am 
Torso  deutlich  fühlbar,  am  Halse  nicht  zu  spiireu. 
Auch  hinten  stößt  die  Mittellinie  des  Nackens  nicht 
mit  der  des  Kopfes  zusammen.  Der  Kopf  kann 
also  trotz  der  Übereinstimmung  von  Größe,  Arbeit, 
anscheinend  auch  Marmor,  und  obwohl  die  Com- 
missur  an  einigen  .Stellen  fast  wie  Bruch  aussieht, 
nicht  wohl  zugehörig  sein.  Man  könnte  denken, 
er  sei  gebrochen  und  nur  falsch  aufgesetzt  worden ; 
aber  wenn  man  ihn  dann  zur  rechten  Schulter 
drehte,  damit  die  Mittellinien  hinten  aufeinander 
paßten,  so  würden  vorn  die  Kopfnicker  noch  viel 
weiter  auseinander  kommen.  — Die  Arme  sind 
ergänzt;  ihre  Richtung  ist  durch  die  Stümpfe 
gegeben.  Ob  antike  Spuren  für  die  in  die 


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Venedig 


20 


19  IX,  ‘2497 — 2511 

Hüfte  gestützte  Linke  vorhanden  sind,  ist  nicht 
mehr  zu  sehen.  Die  Schamteile  sind  neu.  Die  Beine 
waren  am  Ansatz  und  an  den  Knicen  gebrochen. 
Sie  sind  jedenfalls  alt,  ihre  Zugehörigkeit  sehr 
wahrscheinlich.  Der  linke  Fuß  mit  dem  Ansatz 
des  Schenkels,  die  Ferse  und  die  Zehen  dea  rechten 
Fußes  sind  neu,  ebenso  die  Außenteile  derPlinthe. 
Der  Stamm  mit  dem  außerordentlich  fein  gearbei- 
teten Schweinsfell  ist  antik,  scheint  aber  nicht  zu- 
zugehören. Kr  hängt  unten  nicht  mit  den  andern 
Plinthentcilen  direkt  zusammen.  Am  Oberschenkel 
• mit  dem  allerdings  auch  früher  ein  Baumstamm 
verbunden  gewesen  sein  muß)  sitzt  er  anscheinend 
mit  Schnitt  an.  Auch  ist  er  weniger  geputzt  al9 
die  übrige  Statue  und  von  besserer  Arbeit.  Der 
Marmor  der  Statue  Ist  mehrfach  geplatzt,  z.  B. 
auf  der  rechten  Schulter  und  am  rechten  Glutaeus. 
Der  Rücken  ist  sorgfältig  ausgeführt.  Der  Kopf 
ist  stilistisch  Xr.  2430/31  verwandt.  Das  Vorbild 
des  Körpers  kann  nach  Motiv  und  Einzel  ausführung 
noch  dem  4.  Jahrhundert  angehört  haben. 

Amcluug  schreibt  den  Ivopf  (Revue  areheo- 
logique  1904  II  S.  336  ff.  Fig.  7)  dem  Künstler  des 
Apoll  vom  Belvedere  zu. 

2497/9$.  Köpfchen  des  Ammon.  D.  147. 
Ergänzt:  das  Bruststück.  Höhe  des  Antiken  etwa 
0,15.  Die  Nase  alt.  Nach  der  Arbeit  der  Haare 
und  der  Pupillenangabc  aus  dem  Eude  des  2.  Jahr- 
hunderts n.  Uhr,  Von  flüchtiger  und  dekorativer 
Ausführung,  aber  wegen  d<*s  lebendigen,  fast  por- 
traithaften  Ausdrucks  nicht  ohne  Interesse, 

2499—2502.  Kopf  des  Mclcnger.  D.  14t*. 
Die  Büste,  an  der  der  rechte  Ärmst umpf  ergänzt 
ist,  ist  jedenfalls  antik  und  wohl  aus  einer  Statue 
/.urcchtgeschnitten.  Der  Halsbruch  ist  verschmiert; 
gegen  die  Zugehörigkeit  zum  Kopfe  sprechen  trotz 
des  durchgehenden  „Platzer***  rechts  vorn  die  Ab- 
weichungen von  den  übrigen  Repliken.  Atu  Kopf 
sind  Nase  und  Kinn  ergänzt;  der  Mund  ist  antik. 
Gute  und  sorgfältige  Wiederholung. 

2503 — 07.  Gruppe  von  Dionysos  und 

Satyr.  I).  149.  Brunn- Bruckniunn,  Text  zu  Tafel 
620,  Fig.  4.  Aus  Athen  (s.  Valentinelli  zu  Nr.  85). 
Von  der  Plinthc  sind  die  äußeren  Ränder  und  das 
Stück  unter  dem.  samt  dem  Unterbein  ergänzten, 
linken  Fuß  des  Satyrs,  neu.  Das  rechte  Bein 
des  Satyrs  hängt  ungebrochen  mit  der  antiken 
Plinthc  zusammen.  Ergänzt  ist  ferner  der  rechte 
Arm  des  Satyrs,  seine  Hand  an  der  Hüfte  des 
Dionysos  aber  alt.  Der  Kopf  des  Satyr»,  an  dem 
die  Nase  ergänzt  ist,  war  gebrochen,  ist  aber  zu- 
gehörig. Füße  und  Beine  des  Dionysos  hängen 
mit  der  Plinthc  ungebrochen  zusammen  Ergänzt 


ist  am  Dionysos  der  ganze  Rücken  von  oben  bi» 
unter  den  umgeschlungenen  Arm  des  Satyr»,  ebenso 
die  Rückenpartie  unter  dem  linken  Arm  Dieser 
ist  alt  und  ungebrochen  bis  zur  Mitte  des  Unter- 
armes; die  Hand  ist  neu.  Neu  ist  ferner  der 
rechte  Arm  des  Gottes  mit  Ausnahme  de«  Hand- 
gelenkes und  der  Hand,  an  der  wiederum  die 
Finger  ergänzt  sind.  Ferner  ein  Teil  des  Kopfes 
hinten,  wo  der  Arm  aufruht.  Der  Kopf  war  im 
Halse  rundum  durchgebrochen.  Vorn  ist  ein  Stück 
eingesetzt.  Die  Nase  ist  ergänzt.  Rote  Farbspuren 
am  linken  l'nterscheukcl  des  Dionysos.  Im  übri- 
gen stark  geputzt  Stämme  hinter  den  rechten 
Beinen  des  Dionysos  und  de»  Satyr».  Am  linken 
Oberarm  dea  Satyrs  Rest  des  Pedums.  Die  zu- 
rückgelehntc  Haltung  des  Dionysos  ist  antik,  über 
den  Typus  vgl.  Text  zu  Brunn-  Bruckmann  620  und 
Ducati,  Osterr.  Jahrcsh.  XVI,  1913,  S.  107  ff.  Be- 
merkenswert ist,  daß  in  Athen,  woher  unser  Exem- 
plar stammt  zwei  weitere  ähnliche,  aber  unvoll- 
endete Gruppen  fDucati  a.  a.  0.  S.  108,  Fig.  57  u. 
S.  112,  Nr.  12)  gefunden  worden  sind, 

2508—2511.  Weibliche  Statue  mit  auf- 
gesetztem Athena-Kopf.  D.  154.  Hoch  ca. 
2,85  m mit  Plinthc  (diese  0,14  m hoch).  Die 
Statue  ist  derartig  mißhandolt,  daß  eine  genaue 
Feststellung  de»  Tatbestandes  trotz  eingehendster 
Untersuchung  nicht  iu  allen  Teilen  möglich  ge- 
wesen ist.  Der  Marmor  des  Torsos  ist  grobkörnig, 
krv»lalliiiiseh.  leicht  bläulich.  In  einer  Höhe  von 
ungefähr  20  cm  über  der  Plinthc  ist  die  Statue 
quer  durch  geh  rochen;  die  Brüche  Bind  verschmiert, 
viel  daran  geflickt.  Die  Plinthe  ist  sicher,  da» 
Unterteil  höchst  wahrscheinlich  neu.  Modern  ist 
ferner  der  untere  Teil  der  neben  dem  linken  Schenkel 
herabfallenden  Gewandpartie  und  der  linke  Arm 
mit  der  Schulter.  Die  grobgepickte  Anstückungs- 
ftächc  scheint  antik  zu  »ein.  Die  rechte  Schulter 
besteht  aus  Gips.  Der  rechte  Oberarm  ist  eher 
modern  als  antik.  Auf  der  Rückseite  befindet 
sieh  im  rechten  Schulterblatt,  etwa  in  der  Höhe 
der  Brust,  ein  große»,  leeres  Dübelloeb,  etwa 
101  f cm  tief,  8 cm  breit,  5*/Ä  cm  hoch,  und  da- 
neben, nach  außen  hin,  eine  etwa  ebenso  hohe, 
ungefähr  I cm  tiefe,  I*/t  cm  breite  Eintief ung. 
Beide  Einarbeitungen  sehen  antik  aus.  Zur  Be- 
festigung der  Statue  an  einer  Wand  haben  sie 
offenbar  nicht  gedient.  Am  nächsten  liegt  der 
Gedanke  an  einen  eingelassenen  Flügel.  Im  linken 
Schulterblatte  ist  von  einer  Vordübelung  nichts 
zu  sehen.  Doch  könnte  sie  unter  dem  angesetzten 
Nackenschopfe  verborgen  sein.  Ein  im  linken 
Scliulterblatte  steckender  Metalldübel  ist  wohl 


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21  IX.  2512— 251  * 


Venedig  22 


modern  und  mit  dem  angesetzten  Arm  in  Ver- 
bindung zu  bringen.  Am  linken  Oberschenkel 
seitlich  zwei  weggebrochene  Stützen,  wohl  für  frei 
gearbeite  Gewand  falten.  Am  Schnittpunkt  der 
Kreuzbänder  auf  der  Brust  ist  wahrscheinlich  ein 
Gorgoneion  aus  Gips  ergänzt  gewesen.  Auf  der  ge- 
rauhten Fläche  drei  Stiftlöcher  für  Metall.  Im  Ge- 
wände links  über  der  linken  Brust  nach  dem  Arme 
zu  ein  kleines,  nicht  sehr  tiefes  Loch;  an  der 
entprechcnden  Stelle  rechts,  ein  klein  wenig  höher, 
ein  ebensolches,  noch  weniger  tiefes,  da»  nach 
dem  Arme  zu  ausgebrochen  ist.  L)er  Zweck  dieser 
Löcher  ist  unklar.  Dio  Rückseite  ist  nur  ange- 
legt. Der  Kopf,  der  früher  einen  großen  Helm 
aus  Gips  trug,  scheint  aus  dein  gleichen  Marmor 
wie  der  Torso  zu  bestehen.  Kr  ist  aber  offenbar 
nicht  zugehörig.  Der  Hata  war  in  der  Gegend  der 
Halsgrubc  vom  Bruststück  gebrochen;  beide  Teile 
gehören  aber  trotz  etwas  verschiedener  Färbung 
sicher  zusammen.  Das  Bruststück  ist  zum  Ein- 
setzen in  einen  Gewandausschnitt  bestimmt.  Der 
Torso  hingegen  hatte  einen  mit  ihm  zusammen- 
gearbeiteten  Kopf,  von  dessen  nackten  Halsteilen 
noch  die  äußeren  Ränder  an  den  Schultern  erhalten 
sind.  Diese  sind  dann  vom  Ergänzer  für  das  Brust- 
stück des  aufgesetzten  Kopfes  zurechtgearbeitet 
worden.  Kopf  w ie  Torso  batten  Nackonschopf.  Die 
Reste  sind  durch  ein  modernes  Zwischenstück  ver- 
bunden. Der  Kopf  der  Statue  war,  nach  der  Lage  des 
Nackenschopfes,  zur  rechten  Schulter  gewendet 
Der  Kopf  ist.  samt  der  Nase,  vorzüglicherhalten  aber 
stark  geputzt.  In  der  Lippenspalte  und  an  den 
Augen  Reste  roter  Farbe.  Löcher  für  Ohrringe.  Der 
Helm  hatte  korinthische  Form,  über  der  linken 
Schläfe  auf  dem  Schädel  ein  Stiftloch  für  Bronze. 

Die  Statue  trägt  Chiton  mit  langem  Überfall, 
dessen  Bausch  über  den  G&rtel  gezogen  ist.  über 
den  Bausch  geht  ein  zweiter,  sichtbarer.  Gürtel, 
von  dem  Kreuzbänder  über  die  Brust  laufen.  Ob 
an  ihrem  Schnittpunkte  auch  ursprünglich  ein 
Gorgoneion  oder  nur  ein  Schmuckstück  war,  läßt 
sich  nicht  mehr  feststellen.  Aber  auch,  wenn 
das  Gorgoneion  gesichert  wäre,  wäre  damit  nicht 
dio  Deutung  auf  Atluma  gegeben,  da  ja  z.  B.  der 
Karyatidentypu»  Kleusis  Alban i lHelbigJ  1832  33) 
die  Kreuzbänder  mit  Gorgoneion  trägt.  Die 
vorausgesetzten  Flügel  lassen  ebenso  an  eine 
Deutung  auf  Nike  oder  Nemesis  denken.  Die 
hohcGürtuug  und  die  detaillierte  Faltcngebung  des 
Chitons  unten  verbieten  eine  Datierung  ins  5.  Jahr- 
hundert. Vielleicht  gehört  dcrTypus  auch  stilistisch 
in  die  Zeit  der  oben  genannten  Karyatiden.  Der 
Kopf  steht  dem  Typus  der  Athenn  Vdletri  nahe. 


2512.  Statue  eines  Dioskuren.  D.  1511. 
Ergänzt:  Plinthe  und  Stamm,  linkes  Bein  von 
der  Mitte  des  Oberschenkels  ab,  rechtes  Bein  vom 
Knie  ab,  rechter  Arm,  linker  Unterarm  mit  Chla- 
tnys  und  8chwert,  von  dem  nur  das  Ortband 
antik  ist,  die  Nase.  Am  rechten  Oberschenkel 
außen  große  mit  Gips  geflickte  Stelle.  Die  An- 
gabe der  Augensterne  ist  antik.  Der  rechte  Arm 
ging  nach  außen  Stern  auf  der  Mütze.  Römische 
Decorationsfigur,  aus  derZeit  um  200  n.  Chr..  ohne 
Anschluß  an  ein  bestimmte»  Vorbild. 

2513.  Oberteil  einer  Dionysosstatue. 
D.  161  Aus  einer  Statue  zurechtgearbeitet.  Neu: 
die  Nasenspitze.  Über  der  Stirnbinde  kleine 
Hörnchen.  Gefällige,  leere,  römische  Erfindung 
im  Anschluß  an  Werke  des  4.  Jahrhunderts. 

Amelung  erkennt  hingegen  hier  eine  Kopie 
nach  einem  Werke  des  Kephisodot  (Arch.  Anz.  1918. 
Spalte  52). 

2514  15.  Kopf  der  Statue  des  bogen- 
spannenden  Eros.  D.  lf>ß.  Klein,  Praxiteles, 
S,  281,  Nr.  25.  Die  Statue  ist  von  Alinari,  Nr. 
12903.  photographiert.  Gipsabguß  in  München. 
Der  Kopf  sitzt  mit  Schnitt  auf  und  ist  nicht  zu- 
gehörig, da  aus  anderem,  feinerem  Marmor  und 
von  anderer  Erhaltung.  Kr  stammt  von  einem 
andern  Exemplar  desselben  Typus.  Unterteil  der 
Nase  und  ein  kleines  Löckchen  links  hinten  sind 
neu.  Sonst  ist  er  intact  und  nicht  geputzt. 
DiitschkcB  Angabe,  er  habe  keine  Sch  eitel  flechte, 
ist  irrtümlich.  Der  Körper,  aus  grobkörnigem, 
„tliasischem“  Marmor,  ist  geputzt,  aber  el>enfalls 
von  guter  Arbeit.  Ergänzt  sind  an  ihm  die  Plinthe, 
der  linke  Fuß,  der  rechte  Fuß  mit  Schenkclan- 
satz, die  linke  Hand  mit  ArmanBatz.  der  rechte 
Arm.  Von  den  mehrfach  gebrochenen  Flügeln 
scheinen  nur  die  Ansätze  alt.  vom  Bogen  ist  nur 
der  Rest  an  der  rechten  Wade  antik.  Der  Stamm 
mit  dem  Löwenfell  hängt  ungebrochen  mit  dem 
linken  Bein  zusammen.  Das  Glied  ist  nicht,  wie 
Diitschke  angibt,  besonder«  an  gesetzt,  sondern  un- 
gebrochen. Der  Kopf,  von  sehr  sorgfältiger  Arbeit, 
zeigt  in  der  Stilisierung  der  Locken  über  der  Stirn 
Abweichungen  von  den  übrigen  Exemplaren,  die 
aber  nur  auf  den  Kopisten  zurückgehen. 

2516-2518.  Dreiseitige  Basis.  D.  171. 
Hauser,  Xcuattischc  Reliefs,  S.  138,  Nr.  49  Zu- 
stand der  Oberseite  nicht  zu  erkennen,  da  bedeckt 
Verwaschen.  Die  Greifen  an  den  Ecken  scheinen 
großenteils  ergänzt  Genauere«  ließ  sich  infolge 
der  damaligen  Aufstellung  des  Stücke«  nicht  fest- 
stellen.  Auf  den  drei  Seiten  Anubis.  Isis  um! 
Harpokratc*.  Anubis  hält  in  der  Rechten  einen 


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•23 


21 


IX,  251  9—2529 

Palmzweig.  Dam  Sistnim  in  der  rechten  Hand 
der  Isis  ist  verrieben.  Die  untere  Dccoralion  int 
der  der  Dresdner  Basis  (Br — Br  150)  verwandt. 

2519/2520.  Kopf  der  St  at  uet  t e des  Odys- 
seus. D.  176.  Furtwängler- Urliehs,  Handaus- 
gabe der  Denkmäler3  Taf.  43,  8.  142.  Roscher, 
Mythol.  Lex.  s.  v.  Odysseus  III,  Sp.  678.  Franz 
Müller,  Die  antiken  Odyssee-Illustrationen,  S.  144. 
Die  Statue  ist  von  Alinari  Nr.  T2902  photogra- 
phiert-. Gyps  des  Kopfes  in  Miincheu.  Fein 
körniger  weißer  Marmor.  Au  der  Statue  sind  er- 
gänzt* Der  rechte  Arm,  die  linke  Hund,  der  Zipfel 
der  Chlamvs  unter  dem  linken  Oberarm,  der  linke 
Untersehenkel  und  der  Fuß.  Die  PI  int  he  ist  nur 
in  der  Umgegend  des  Stammes  und  de»  rechten 
Fußes  antik,  ihre  ursprüngliche  Form  nicht  mehr 
bestimmbar.  Das  Schwertband  endigt  auf  dein 
linken  Olutaeua  in  Fransen.  Das  rechte  Bein  war  am 
Ansatz  gebrochen,  ist  aber,  ebenso  w ie  der  Stamm 
mit  dem  darüber  geworfenenen  Sch uppen panzer, 
antik,  da  an  beiden  Pflanzenfaaersinter  vorhanden 
ist.  Der  rechte  große  Zeh  ist  neu.  Im  rechten  Ober- 
schenkel außen  und  im  linken  Oberschenkel  außen 
sind  große  Stücke  eingedickt , ebenso  im  Kücken 
rechts  an  der  (Einziehung  der  Hüfte.  An  der  rechten 
Seite  des  Bauches  eine  große,  weggearbeitete 
Stütze  von  etwa  2 */,  cm  Durchmesser,  vermutlich 
mit  einem  Attribut  des  anders  zu  ergänzenden 
rechten  Armes  in  Verbindung  zu  bringen.  Der 
große  Chlatnysknopf  ist  völlig  antik.  Die  ganze 
Figur  ist  geputzt.  aber  nicht  verputzt,  der  Kopf 
ungewöhnlich  gut  erhalten. 

Das  Motiv  der  Statue  ist  von  Furtwängler 
richtig  gedeutet  worden:  * Palladionraub  oder 
Dolonie.  Sie  kann  nicht,  wie  Franz  Müller  an- 
nahni,  mit  der  vaticnnrichen  Odysseus -Statuette 
(Helbig*  117)  zu  dem  gleichen  Cyklus  gehört  haben, 
da  diese  ihrem  Stile  nach  in  eine  spätere  Zeit  zu 
setzen  ist.  Das  Motiv  der  Venezianer  Statuette  er- 
innert sehr  an  das  de*  böckohent  ragenden  Satyrs 
E— A 1570.  Der  Kopf  ist  dem  Zeus  von  Otricoli 
verwandt. 

2521.  Maske.  D.  177.  Ergänzt:  Nase,  Unter- 
lippe, linker  Teil  der  Oberlippe.  Kleinigkeiten  an 
den  Haaren.  Vgl.  zu  Nr.  2571. 

2522  2523.  Kopf  der  Statuette  D.  181. 
Die  Statuette  hat  Furtwängler.  Griech.  Origi- 
nalität uen  in  Venedig  Tafel  VII,  3,  S.  303  f.  publi- 
ciert.  Furtwängler  hat  die  Zugehörigkeit  des 
Kopfes,  an  dem  Nase  und  Kinn  ergänzt  sind, 
bestritten  Mit  Unrecht;  denn  wenn  der  Kopf  auch 
offenbar  infolge  von  Lagerung  in  anderem  Erd- 
reich etwas  hellere  Farbe  hat,  so  entsprechen  sich 


Venedig 


doch  die  Faltenzüge  des  Schleiers  an  Kopf  und 
Körper  (ohne  daß  ein  Stück  zwischengesetzt  wäre) 
so  genau,  daß  Zweifel  an  der  Zugehörigkeit  nicht 
möglich  sind.  Die  Formen  des  Kopfes  stimmen 
zu  der  aus  den  Gewandmotiven  zu  erschließenden 
Datierung  in  das  2.  Viertel  des  4,  Jahrhunderts. 
Frische  originale  Arbeit. 

2524  — 2526.  Dreiseitige  Candelaber* 
basis.  1).  189.  Trotz  der  mehrfachen  Ergänzungen 
macht  die  Arbeit  der  Reliefs  in  verschiedenen 
Einzelheiten  einen  derartig  unantiken  Eindruck 
daß  wir  das  Stück  für  eine  Fälschung  der  Re- 
naissance halten  müssen. 

2527.  Torso  einer  F rauenat atuette  mit 
archaistischem  Idol.  D 193.  Linker  Unter- 
arm und  Kopf  waren  liosondera  gearbeitet  und 
mit  tiefen  Marmorzapfen  eingelassen.  Stark  ver- 
wittert, alier  ungeputzt.  Eine  Wiederholung,  in 
hall  er  Größe,  beim  Earl  of  Wemysa  (Burlington 
Exhibition  1904.  pl.  XXXI,  No.  42,  p.  28  — Rei- 
nach,  R£p.  IV,  417,  8;  ob  hier  ebenfalls  ein  Idol 
vorhanden  war,  läßt  sich  nach  der  Abbildung 
nicht  featstellen).  Grobe,  aber  vielleicht  noch 
griechische  Arbeit  nac  h frühhellenistischem  Vorbild. 
Nahe  verwandt,  aber  ohne  Chiton,  die  Aphrodite 
Lovatelli  aus  Pompeii  in  Neapel  (Quida  Nr.  1825); 
vgl.  auch  die  „Aphrodite*4  von  Chaeronea  in  Athen 
iNat.  Mus.  Nr.  080).  Das  Idol  ist,  wie  Dütschke 
schon  bemerkt  hat,  dem  der  Artemis  von  Larnaka 
(Bulle,  Archaisierende  griechische  Rundplastik. 
8.  20,  Taf.  5,  Nr.  40)  sehr  verwandt. 

2528.  Statuette  der  Aphrodite.  D.  194. 
Ergänzt:  Plinthe  mit  Füßen,  Pfeiler,  rechter  Arm. 
die  ganze  Partie  um  die  rechte  Brust  und  das 
ganze  überteil  der  Brust  now  ie  der  Hals,  ferner 
da»  (ie wandstück  um  den  linken  Ellenbogen. 
Der  Kopf,  an  dem  das  Unterteil  der  Nase  ergänzt 
ist,  schien  mir  antik,  ist  aber  nicht  zugehörig. 
Der  Marmor  der  Statuette  ist  an  verschiedenen 
Stellen  geplatzt,  so  daß  fast  der  Eindruck  von 
Schnittflächen  entsteht.  Der  Oberkörper  ist  arg 
übergangen;  ursprünglich  war  die  Arbeit  nicht 
schlecht.  Wenn  Kopie  eines  altern  Werkes,  nach 
den  schlanken  Proportionen  erst  hellenistisch.  In 
der  Gew&ndanordnung  über  dem  rechten  Bein 
steht  am  nächsten  wohl  die  Venus  von  Agrn 
(Rcinach,  R5p.  II,  335,  9).  Der  aufgesetzte  Kopf 
ist  ein  Portrait  traianischer  Zeit. 

2529.  Statuette  des  Apollon.  D.  197. 
Overl  eck.  K unstmythologie  des  Apollon,  S.  194 
Nr.  1;  Taf.  XXI,  Nr.  35.  Ergänzt:  Plinthe  mit 
HauuiHtaimn  unter  dem  linken  Fuß  und  mit  dem 
linken  Unterschenkel,  sowie  mit  dem  rechten 


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25 


Venedig 


IX,  *2530—254 1 

Fuße  und  dem  Unterteil  des  Stammes  neben 
diesem,  der  Köcher,  von  dem  nur  ein  Teil  des 
Bandes  antik  ist,  der  rechte  Arm  von  Mitte  des 
Oberarms  ab,  die  linke  Hand  und  das  Oberteil 
der  Kithnra  zum  größten  Teil.  Am  ungebrochenen 
Kopf  sind  Nase  und  Lippen  neu.  die  Pupillen  leicht 
eingerissen,  Lorbeerkranz.  An  der  Leier  ist  die  Be- 
festigungsart  der  Saiten  sehr  eingehend  dargestellt. 
Gewöhnliche  Kopistenarbeit.  Wiederholung  im 
Museo  archeologico  in  Florenz:  Milan i I,  p.  323, 
Nr.  184;  II,  tav.  CLVIT  = Overbeck  a.a.O.,  S.  194,2. 
Overbeck  führt  noch  eine  dritte  Wiederholung 
(kleine  Bronze  in  Florenz)  an,  die  uns  nicht  be- 
kannt ist.  Die  Florentiner  Statuette  ist  etwas 
mehr  vorgeneigt.  Dem  Kopf  der  Venezianer 
Statuette  ist  nächstverwaudt  der  Kopf  Ny  Carls- 
berg Nr.  76  (Arndt,  La  glvptoth&que  Ny  C.,  pl.  69). 
Danach  und  nach  dem  Motiv  würde  man  das 
Original  noch  in  die  Zeit  vor  Alexander  setzen. 
Doch  müßte  inan  den  Kopf  der  Florentiner  Re- 
plik genauer  vergleichen  können,  dessen  Haar 
nach  Arndts  Notizen  seitlich  gelockert  ist,  ähnlich 
wie  bei  der  Antiochia  des  Kutycliides. 

2530.  Torso  des  Eros  aus  der  Gruppe 
Eros  und  Psyche.  I).  198.  Ansatzrest  am 
linken  Oberschenkel.  War  ehemals  ganz  gut. 
Helbig  (Rendic.  dei  Lincei  V,  1889,  841  ff.)  hat 
richtig  zwei  Fassungen  der  plastischen  Gruppe 
von  Eros  und  Psyche  getrennt,  die  sich  äußerlich 
durch  das  Vorhandensein  oder  Fehlen  der  Flügel 
Unterseite. den.  Von  den  übrigen  Wiederholungen 
der  Fassung  mit  Flügeln  weicht  unser  Fragment 
durch  die  etwas  verschiedene  Haltung  der  linken 
Hand  der  Psyche  ab.  Die  Litteratur  über  die 
(•nippe  siehe  zuletzt  bei  Hclbig,  Führer11  1,  802. 

2531.  Männliche  Statuette.  1).  199.  Neu: 
Plinthe,  Füße,  Unterteil  des  Klotzes  neben  dem 
linken  Fuß  und  Kleinigkeiten.  Das  Gewandmotiv 
erinnert  an  das  des  Asklepios  derUffizien  (Amelung 
Nr.  95)  und  seiner  Verwandten.  Leidliche  Arlteit. 

2532.  Statuette  des  Asklepios.  D.  200. 
Der  Kopf  sitzt  mit  zwischengesetztem  Halsstüek 
auf.  Obwohl  er  die  nämliche  braune  Marmor- 
farbe wie  der  Torso  aufweist,  ist  er  doch  zu 
groß,  um  zugehörig  zu  sein.  Nase,  linke  Braue 
und  der  ganze  Bart  sind  neu.  Die  Haarpartie 
im  Nacken  ist  ungeheizt,  scheint  aber  alt  zu  sein. 
An  dem  herabfalienden  Mantel  links  Stützenrest 
für  den  linken  Unterarm  oder  sein  Attribut.  Der 
linke  Teil  des  Omphalos  war  antik  angekittet. 
Die  Rechte  war  in  die  Hüfte  gestützt.  Viel  Licge- 
falten  in»  Gewand.  Harte  .Arbeit  griechischer 
Herkunft,  wie  schon  die  Marmorfarbe  beweist. 


2b 

Typus  der  Statuette  der  Münchner  Residenz 
K-A  915.  Vgl.  zu  diesem  auch:  Reinacl»,  Rep.  II, 
37,  3:  III.  12,  8;  IV,  *22,  J.  Im  Haar  ein  breites 
Band.  Stark  vorspringende  Unterst irn.  Der  Kopf 
scheint  dem  Berliner  Kopf:  Inv.  1502  (Rom.  Mitt. 
XXXII,  1917.  S 96)  nmheztietohen. 

2533.  Torsode»  bogensp annenden  Eros. 
D.  201.  Klein,  Praxiteles,  S.  231,  Anm.,  n*  19.  Vom 
rechten  Flügel  ist  ein  Rest  vorhanden.  Tiefe  Zapfen- 
löcher für  Kopf  und  linken  Arm.  In  den  Einzel- 
formen stark  übertriebene  Replik  (vgl.  Xr.2514  15). 

2534  - 2536.  Dreiseitige  Basis.  D.  204. 
Hauser,  Ne uat tische  Reliefs,  S.  91,  Nr.  12.  Ergänzt : 
die  Ecke  2534  rechts  zu  2535  link».  — 2534:  Satyr 
mit  Fruchtschiissel  vor  Altar.  2535:  Pan  mit 
Sckwcinsfell,  einer  Pantherin  eine  Traube  hin- 
haltend. 2536:  Agaue  mit  dem  Haupte  des 
Pont  heu«.  In  der  Rechten  Doppelthyrsos  mit 
Bändern.  — Starke  Verwendung  des  Bohrers. 

2537.  Torso  der  Aphrodite.  D.  205. 
Stützenrcst  am  rechten  Oberschenkel  hinten.  Kein 
N&ckcnhaar.  Rechter  Kopfuicker  ein  wenig  ge- 
spannt. Vorderseite  gänzlich  geputzt  und  schlecht 
j erhalten.  Die  Linke  hat  das  Gewand  über  dem 
Oberschenkel  gehalten,  die  Rechte  bedeckte 
die  rechte  Brust.  Vgl.  E A 2015. 

2538  2539.  Statuettentorso,  Wieder- 
holung der  „Aspasia“.  I).  206.  Neu:  Plinthe. 
Der  Kopf  war  einmal  modern  ergänzt;  der  Holz- 
dübel steckt  noch  im  Torso.  Wenig  geputzt. 
Gute  Arbeit.  Vgl.  2419  20.  Eine  weitere  Sta- 
tuettenreplik  (mit.  Kopf  und  profilierter  Basis 
0,50  m hoch:  „in  pietra  fosfato  di  calce“)  befand 
sich  1831  noch  im  Museo  Orimani  in  Venedig: 
Antonio  Sanquirico,  monumenti  del  Museo  Grimani. 
pubblicati  nolP  anno  1831,  tav.  38  („Mncmosine“). 
Der  Kopf  scheint  nach  der  Zeichnung  dem  von 
i Amelung  w'icdergewonneuen  zu  entsprechen  und 
könnte  danach  antik  sein.  Unsere  n°  2538  39  ge- 
hört zu  denjenigen  Grimanischen  Antiken,  die  be- 
reit« 1586  in  den  Besitz  der  Republik  kamen. 

2540  2541.  Weibliche  Statuette.  D.  207. 
Furtwangier,  Originalstatuen,  S.  300  ff.,  Taf.  IV,  2. 
i Abguß  in  München.  Hermann,  Text  zu  Brunn- 
, Bruekmann  536,  S.  2,  Anm.  2 Zu  Furtwiinglers 
Ergänzungsangahen  ist  zu  bemerken:  neu  sind 
rechter  Arin  von  Mitte  des  Oberarm«  ab,  linke 
Hand  mit  Ansatz  des  Unterarms,  der  von  dieser 
aufgezogene  Gewandzipfel  (der  an  Schulter  wie 
Hand  Schnittflächen  zeigt)  sowrie  derjenige,  der 
von  ihr  zum  linken  Oberarm  geht  (sein  unterster 
Rest  auf  dem  Oberarm  antik).  Der  linke  Arm 
war  an  der  Schulter  gebrochen:  ich  liale  ihn 


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IX,  2542—2551 


Venedig 


aber  für  antik  bis  zum  Handgelenk  gehalten 
Das  Stück  ist  von  Furtwängler  richtig  mit  den 
Skulpturen  von  Phigalia  in  Verbindung  gebracht 
worden;  auch  die  Faltengebung  der  Rückseite  ist 
hierfür  »ehr  charakteristisch. 

2542  2543.  Kopf  der  Statuette  eines 
gestürzten  Galliers.  I).  208.  Brunn,  Kleine 
Schriften.  II,  417,  Abb.  55.  Bulle,  L)er  schöne 
Mensch,  S.  486 ff.,  Abb.  150,  Taf.  228,  Das  linke 
Profil  auch  Phot.  Naya  409,  die  Statue  Alinari 
12905  und  Naya  409.  Ergänzt  ist  die  Unterseite 
der  Plinthe,  der  rechte  Arm,  der  linke  Fuß  (so 
wenigstens  Dütschko),  die  Nasenspitze.  Iler  obere 
Teil  der  Plinthe  besteht  au»  mehreren,  durch 
Schnitt  getrennten  Stücken,  die  mir  aber  alle 
antik  schienen,  auch  das  Stück  mit  dem  Felsen 
und  der  linken  Hand,  die  am  Gelenk  mit  Schnitt 
ansitzt.  Die  Politur  ist  modern;  unter  der  rechten 
Achselhöhle  und  am  Ansatz  de»  rechten  Ober- 
schenkel» antike  Oberfläche.  Der  Marmor  bat 
den  bläulichen  Schimmer,  der  auf  kleinasiatische 
Herkunft  deutet. 

2544.  Kopf  der  Statuette  eines  toten 
Galliers.  D.  209.  Brunn.  Kl.  Schriften,  II,  418, 
Abb.  56.  Phot,  der  Statue  Naya  429,  Alinari 
19906.  Ergänzt:  Kinn.  Lippen  und  Unterteil  der 
Nase.  Die  Plinthe  hat  nur  an  der  «Schmalseite 
bei  den  Füßen  antiken  Hand;  sonst  ist  sie  überall 
rauh  gepickt  und  auf  der  Unterseite  ausgehöhlt,  1 
wohl  erst  in  moderner  Zeit.  Im  Schild  diesseits 
de»  linken  Arme»  drei  kleine,  offenbar  moderne 
Löcher.  Unterhalb  von  ihnen  auf  der  Plinthe 
eine  Einticfung.  die  vielleicht  antik  ist.  Am 
linken  Fuß  waren  die  drei  letzten  Zehen  besonder» 
angestückt,  ohne  Dübel,  offenbar  nur  mit  Kitt 
Im  Gürtel  an  der  rechten  Hüfte  ein  kleines  Stift- 
loch für  Bronzezutat.  Unter  den  Hoden  und  am 
Beginn  der  Glutaeenspalte  ungeputzte  Stellen. 

2545  46.  Kopf  der  Statue  des  Ganymed. 
D.212.  Roscher, Myth. Lex. s.v. Ganymed, Sp.  1598f. 
Photographie  der  «St  at  ue : Sal  v i at  i 1 39 1 , A I inari  1 8637 . 
Angeblich  aus  Konstantinopel  nach  Venedig  ge- 
kommen. Neu  am  Ganymed:  Unterteil  der  Nase. 
Flicken  im  Kinn,  linkes  Bein  bis  auf  den  Ansatz, 
rechte«  Unterbein,  Genital  und  anstoßende  Bauch- 
partie,  beide  Arme  von  der  Mitte  der  Oberarme 
ab,  Gewandrand  am  linken  Oberarm;  am  Adler: 
die  freistehenden  Teile  der  Flügel,  ein  großer  Teil 
des  Schwanzes,  der  Schnabel.  Der  Rücken  des 
Adlers  ist  in  der  Mitte  dick  mit  Gips  verschmiert, 
so  daß  man  nicht  feststellen  kann,  ob  die  Gruppe, 
wie  jetzt,  aufgehängt  war  oder  ob  sie,  wie  Over- 
beck (Kunstmythol.  d.  Zeus.  S.  526 ff.)  vermutet. 


28 


einen  Baumstamm  als  Stütze  hatte.  Die  Pupillen 
als  einfache  Löcher.  Arbeit  um  200  n.  Cbr.  Eine 
modilicierte  Wiederholung  im  Gegensinne  von  der 
lncatada  in  Saloniki:  Overbeck  a.  a.  0,  S.  527. 
Nr.  15.  Vgl.  auch  Einzelaufnahmen  239. 

2547.  Gruppe  de»  Mit h ras  mit  Stier. 
D.  213.  Cumont,  Mysteres  de  Mithra  II,  p.  223, 
Nr.  50,  Fig.  52.  Ergänzt:  Der  rechte  Unterarm 
mit  dem  Oberteil  des  «Schwerte«,  der  linke  Arm 
«amt  der  Schnauze  des  StiereB.  Hörner,  Schwanz- 
spitze und  linke«  Knie  des  Stieres,  der  flatternde 
Teil  der  Chlamys,  die  Nase  des  Mithr&a.  Der 
äußerste  Teil  der  Gruppe  link«  vom  Beschauer 
(rechter  Fuß  de«  Mithra«  und  rechter  Hinterfuß 
de«  Stieres)  sind  angesetzt , könnten  aber  antik 
«ein.  Cumont  notiert  rote  Farbspuren  an  der 
Tunica.  Gewöhnliche  Arbeit  frühesten«  antoni- 
niseher  Zeit. 

2548.  Vorderteil  des  Fuße«  einer  Ko- 
lossalstatue. D.214.  Gesamt maaße  bei  Dütschke. 
Länge  der  dritten  Zehe  0,40  m.  Ergänzt:  Spitze 
der  großen  Zehe,  ganze  zweite  Zehe  und 
der  hintere  Teil  des  erhaltenen  Fußabschnittes 
rechts.  Hinten  glatte  Schnittfläche,  in  deren  Mitte 
ein  tiefe»  Dübelloch.  An  die«e  stößt  in  etwa« 
stumpfem  Winkel  eine  zweite  Schnittfläche  an. 
in  welcher  ein  kleinere«  Dübelloch  sich  befindet; 
darin  anscheinend  noch  Metallreste.  Stiftlöcher 
für.  Bronze  am  großen  Zeh  recht«  außen  hinten 
und  oben  an  »einem  hinteren  Ende,  ferner  zwei 
hintereinander  am  oberen  Ende  der  dritten  Zehe 
und  zwei  auf  der  kleinen  Zehe,  für  die  Riemen 
der  Sandale. 

2549.  Rückseite  der  weiblichen  Sta- 
tuette D.  215.  Furtwängler.  Originalstatuen, 
Taf.  VI,  3,  «S.  31  Of.  Zu  Furtwängler«  Notizen  ist 
hinzuzufügen . daß  auch  der  vordere  Teil  der 
rechten  Brust  neu  ist.  Das  obere  Ende  des  Haar- 
schopfe« ist  nicht  „überarbeitet“,  sondern  modern. 
Am  linken  Oberschenkel  und  in  der  Kniegegend 
viele  Ra«pe Ist riclte.  Am  linken  Oberschenkel  ist 
der  zart  ausgeführte  Chitonüberschlag  sichtbar. 
Der  Gowandtypu*  ist  ein  Vorläufer  der  zuletzt 
von  Watzingcr  (63.  Berl.  Winckelm. -Progr.  S.  9. 
Anm.  19)  besprochenen  „Melpomeneu.  Der  Kopf 
ist  ein  frische«  Mädchen porträt  aus  der  Zeit  der 
Kaust  ina. 

2550  51.  Kopf  der  Statuette  eine« 
stürzenden  Gallier«.  D.  217.  Brunn,  Kleine 
Schriften  II,  416,  Abb.  54.  Die  Statue:  Phot. 
Naya  410,  Alinari  12904.  Ergänzt:  Beide  Arme, 
das  ganze  reobte  Bein,  der  linke  UnterechenkeL 
die  Stütze  unter  dem  Hintern  (zu  untermchen 


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i..: 


‘29  IX,  2552-2566 


bleibt,  ob  noch  antiken  Spuren)  und  die  (mehr- 
fach gestückte)  Plinthe,  ferner  Penis  und  Hoden 
(vom  Schamhaar  ist  nur  der  Teil  links  antik). 
Am  Kopf  ist  die  Nase  ergänzt.  Wae  auf  dem 
Scheitel  wie  zwei  puntelli  aussieht,  ist  wohl  viel- 
mehr nur  der  Rest  einer  weggebrochenen  frei- 
stehenden Locke.  Das  Haar  ist  von  der  Ab- 
formung her  noch  dick  mit  Gips  verschmiert.  Die 
starke  Politur  ist  modern;  das  Haar  hinten 
ziemlich  unberührt:  glatt,  aber  nicht  geglättet.  — 
Antik  ist  von  der  Figur  also  nur  der  Torso  mit  dem 
Kopf  und  dem  linken  Oberschenkel.  Ob  die 
jetzige  Ergänzung  das  Richtige  trifft,  bedarf  er- 
neuter Feststellung. 

2552  53.  Statuette  des  Narkiesos.  D.221. 
Roscher;  Myth.  Lex.  s.  v.  Xarkissos,  Sp.  18,  Nr.  1, 
(=  Nr.  4).  Sehr  schlecht  erhalten  und  aus  vielen 
Teilen  zusammengestückclt,  so  daß  die  Richtig- 
keit der  Ergänzungsangabon  Dütschkes  ohne  vor- 
herige Reinigung  nicht  nachzuprüfen  ist . Die  Plinthe 
ist  antik  und  zugehörig.  Stamm , linker  Ober- 
schenkel des  Narkiss  und  linker  Flügel  des  Eros 
hängen  ungebrochen  zusammen.  Zwischen  dem 
Ansatz  des  Flügels  am  Stamm  und  dem  Rücken 
des  Eros  ist  ein  Stück  zwischengesetzt,  wodurch 
erst  die  starke  Vorwärtsneigung  des  Eros  ver- 
ursacht worden  ist.  Bei  seiner  jetzigen  Stellung 
würde  sein  rechter  Arm,  der  den  linken  Ober- 
schenkel des  Narkiss  berührte  i Spuren  vorhanden!, 
übertrieben  lang  werden.  Der  Kopf  des  Narkiss 
war  nach  seiner  Linken  gewendet.  Die  Statuette 
war  ursprünglich  von  ausgezeichneter  Arbeit,  auch 
im  Rücken,  ein  Kabinettstück  h&drianisch-antoni- 
nischer  Zeit.  Von  den  bei  Roscher  a.  a.  0.  an- 
geführten Statuen  ist  Nr.  2 (Chiaramonti  655) 
anscheinend  eine  genaue  Wiederholung,  Nr.  3 
(Palermo,  Einzelaufnahmen  559 dj  eine  solche 
mit  Zufügung  des  Gewandes.  Replik  ist  auch 
vielleicht  Berlin  225  und  Reinach,  Rep.  III,  33,3 
(nach  Gips  im  Louvre;  ein  solcher  auch  in  Würz- 
burg). Die  schlanken  Formen  weisen  den  Typus 
in  nachlysippische  Zeit. 

2554.  Statuette  der  Nike.  D.  222.  Er- 
gänzt: Kopf,  rechter  Arm,  linker  Unterarm  (der 
Palmzweig  gesichert).  Römische  Decorationsfigur 
von  höchst  unerfreulicher  Arbeit.  Die  von  Dütschke 
verglichene  Statue  in  Florenz  (D.  127  = Einzel  - 
Aufnahmen  350)  ist  keine  Wiederholung. 

2555-57.  Dreiseitige  Basis.  D.  223. 
Hauser,  Neuattische  Reliefs,  S.  91,  Nr.  13.  Hülsen, 
Römische  Antikengärten,  S.  64,  Nr.  73.  Aus  der 
Sammlung  des  Kardinals  vonCarpi.  In  Dütschke» 
Beschreibung  ist  vielfach  rechts  und  link»  ver- 


Venedig  30 


1 wechselt.  Nach  der  bei  Hülsen  wiedergegebenen 
i Zeichnung  des  Codex  Pighianus  war  früher  oben 
der  Anfang  des  Kandelaberschaftes  erhallen.  Die 
Basis,  auf  der  das  Stück  jetzt  ruht,  ist  modern. 

2558.  Männlicher  Torso.  D.  224  Stützen- 
rest am  rechten  Oberschenkel  für  den  rechten 
Arm.  Nach  einem  Original  des  strengen  Stils. 
Die  eigentümliche  Wiedergabe  des  PenisanB&tzes 
findet  sieh  u.  a bei  zwei  gleichzeitigen  Apollon- 
figuren:  der  Statue  Pitti  (Br— Br  304)  und  dem 
Torso  von  Gortyn  (Mon.  dei  Lincci  XVIII,  p.  251, 
Fig.  31).  Die  schlecht  gearbeitete  Chlamys  ist 
jedenfalls  Kopistenzutat. 

2559.  H e k a t e i o n.  D.  225.  Petcrsen. 
Arch.  ep.  Mifct.  V,  S.  29.  Roscher,  Myth.  Le\. 
s.  v.  Hekate,  Sp.  1907f  Kopf  der  hintersten  der 
drei  Chariten  fehlt.  Sonst  gut  erhalten  (gegen 
Dütschke).  Genaue  Wiederholungen  scheinen  nicht 
vorhanden. 

2560.  Weibliche  Statuette.  D.  227.  Hoch 
1,27  m.  Ergänzt:  Plinthe,  Füße,  fast  der  ganze 
Gewandwulst  vorn,  die  linke  Brust,  der  ganze 
rechte  Arm  und  die  ganze  linke  Seite  des  Rückens; 
vom  linken  Arm  ist  nur  die  Vorderseite  des  Ober- 
arms antik.  Am  angesetzten,  stillosen  Kopfe  (eines 
Apollon)  sind  Hals,  Kinn,  Unterlippe,  Nase  neu. 
Er  trägt  einen  Lorbeerkranz;  die  Pupillen  sind 
angegeben.  Der  Torso  (Liegefalten)  nach  einem 
Original  aus  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahrhunderts. 

2561.  To  rso  einer  männlichen  Sta- 
tuette. D.  232.  Ergänzt:  Plinthe,  Stamm,  Unter- 
schenkel, Arme.  Geputzt.  Wohl  von  einer  Dionysos- 
figur  der  üblichen  römischen  Art. 

2562.  Hermaphrodit  aus  dem  Sym- 
plegina  mit  dem  Silen.  D.  233.  Arndt,  La 
Glyptoth&que  Ny  Carlsberg,  p.  192,  Anm.  I.  Er 
gänzt:  der  Stumpf  des  rechten  Armes,  die  linke 
Schulter,  der  Kopf.  Sehr  schlecht  erhalten. 

2563.  Weibliche  Ge  wandstat  uette.  D.234. 
Furtwängler,  Originalstatuen,  S.  290  (mit  unge- 
nügender Abbildung).  Ergänzt:  Kopf,  rechter 
Unterarm,  linke  Hand,  rechter  Fuß,  Außenränder 
der  Plinthe.  Braune,  griechische  Marmorfarbe. 
Von  Furtwängler  richtig  als  griechisches  Original 
gewürdigt  und  der  zweiten  Hälfte  des  5.  Jahr- 
hunderts zugewiesen 

2564  65.  Kopf  eines  Römers.  D.  235? 
Ergänzt : Büste,  Hals,  Kinn,  Nase.  Auch  die 
Warze  unter  dem  Kinn  scheint  neu,  die  großen 
Ohren  hingegen  alt.  Gutes  Porträt  eine«  älteren 
Mannes  aus  dem  Ende  der  Republik. 

2566.  Männli  cherTorso.  D.  237.  Stützen- 
rest  an  der  linken  Hüfte.  Reste  der  Hand  an  der 


I 


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31  IX,  2567—2577 

rechten.  Der  Kopf  wandte  sich  zur  linken  Schulter. 
In  der  linken  Achselhöhle  keinerlei  Spuren  eines 
Stabes  o.  dgl.  Bruatwarzcnabstand  etwa  0,22  in. 
Auf  einen  Satyr  deutet  nichts.  Wenig  geputzt. 
Dem  Meleager  ähnlich,  aber  jugendlicher  und 
nach  der  flachen  Kürpcrbehandlung  aus  früherer 
Zeit.  Vortreffliche  Arbeit. 

2567 — 69.  Dreiseitige  Basis.  D.  240. 

Hauser.  Neuat  tische  Reliefs,  S.  20,  Nr.  25.  Er- 
gänzt:  die  drei  weiblichen  Vorderteile  an  den 
Ecken  bis  auf  Teile  der  Flügel,  die  drei  Kanten 
mit  dem  Perlstab  und  die  Deckplatte  von  ober- 
halb der  Kopfe  ab. 

2567:  Tanzender  Silen.  Die  Ergänzung  des 
rechten  Armes  ist  abgefallen.  Flicken  am  rechten 
über-  und  Unterschenkel.  2568:  Macnade  mit 
Tympanon.  2569:  Flöteblasender  Satyr;  vor  ihm 
Löwenfcll  über  Fels  und  ein  Pedum.  Rechter 
Unterarm  neu.  Feine  Arbeit. 

2570.  Statuette  des  Asklepios  oder 
Zeus.  D.  249.  Der  Kopf  war  gebrochen,  ist 
aber  offenbar  zugehörig.  Die  Linke  ruht  auf 
einem  vom  Gewände  bedeckten  Stamm,  die  Rechte 
ist  in  die  Hüfte  ge*tütz\  Liegefalten  im  Ge- 
wände. Griechische  Originalarbeit,  auch  nach  der 
rötlichen  Marmorfarbe.  Genaue  Wiederholungen 
nicht  vorhanden. 

257!.  Maske.  D.  251.  Geputzt  Genaue 
Wiederholung  von  2521.  Beide  Masken  sind  trotz 
ihres  übertriebenen  Ausdruckes  sicher  antik,  Ein 
ähnliches  Stück  habe  ich  i in  Saal  der  bronzenen 
Michelangclobüstc  im  Conservatorenpalast  (auf  dem 
Tische  neben  dom  „Scipione  Africano**  Nr.  8)  no- 
tiert. Satyr  oder  Pan. 

2572.  Relief  mit  Herakles  und  üin- 
phale.  D.  253  Roscher,  Myth.  Lex.  s.  v.  Om- 
phale,  Sp.  896.  Die  Frau  hat  die  Frisur  traiani- 
schcr  Zeit  und  Portraitzüge.  Im  Kopfe  des  He- 
rakles sind  individuelle  Züge  kaum  zu  erkennen 
Offenbar  aepulcral,  aber  nicht  von  einem  Sarko- 
phag. 

2573.  Spätgriechisches  Grabrelief. 
I).  255.  Der  Kopf  der  Frau  links  sitzt  mit  Gips 
auf.  Er  ist  alt,  aber  nicht  zugehörig.  Harte  Ar- 
beit der  späteren  Kaiserzeit. 

2574.  Relief  mit  Eroten.  D.  257.  Linksist 
oben  und  unten  ein  Stück  ergänzt.  Vgl.  zu  2577 

2575.  Relief:  Triton  und  Nereide.  D.258 
Nach  dem  Ornamente  trotz  der  wenig  lebendigen 
Motive  noch  aus  der  frühen  Kaiserzeit,  etwa  dem 
Gebäude  der  Eumachia  gleichzeitig. 

2576.  Fragment  eines  „Totcumahls“ 
D. 262.  Neu:  große  Stücke  des  Reliefgruiides, 


Venedig  32 

Oberkopf  von  der  Nase  ab.  Durch  Größe  und 
sorgfältige  Arbeit  ausgezeichnet. 

2577.  Relief  mit  Eroten.  D.  263.  Links 
und  oben  ist  der  größte  Teil  des  Reliefgrundes 
ergänzt;  auch  rechts  Flicken. 

Die  beiden  Reliefs  Nr.  2574  und  2577  gehören 
zusammen;  sie  stammen  aus  Ravenna.  Uber  die 
Gruppe,  zu  der  sic  gehören,  vgl.  zuletzt  C.  Ricci, 
Ausonia  IV,  1909,  p.  247ff.  Es  sind  Darstellungen 
von  Götterthronen.  Jcdereeits  von  diesen  vor  einer 
Pilosteretellung  zwei  Eroten,  die  die  Attribute  der 
betreffenden  Gottheit  tragen.  [Uber  Götterthrone 
vgl.  Furtwängler.  Meisterwerke  S.  188;  Reichel, 
Vorhellenische  Götterkulte,  S.  36;  Fiechter,  Jahr- 
buch d J.  XXXIII,  191?,  S.  179f.]  Bekannt  sind 
folgende  Exemplare:  1.  Saturn:  a)  Louvre. 

Fröhner  337;  Ricci  Fig.  5;  Phot.  Giraudon  2101. 
bj  Venedig  (unsere  Exemplare;  Ricci  Fig.  6 u.  7). 
2.  Juppiter:  Florenz,  Uffizien.  D.  523;  Ricci 
Fig.  8;  Phot  ßrogi  9533.  3.  Neptun:  a)  und  bj 
Ravenna.  S.  Vitale  Ricci.  Fig.  1 und  2;  Goetz, 
Ravenna  (Berühmte  Kunstatätteii  10),  S.  1 1,  Fig.  7; 
Phot.  Alinari  10250  und  18686.  4.  Apoll  Ehemals 
Ludovisi,  Schreiber  165.  Fehlt  bei  Ricci.  Alte  Pho- 
tographie ,.3122“.  5.  Diana.  Mailand, Museo Arcbeo- 
logieo.  Ricci  Fig.  9;  Phot.  Brogi  13029.  6.  Ceres? 
Ravenna,  Arcivoseovado.  Ricci  Fig.  3;  Guetz,  S.9, 
Abb.  5;  Raccoltc  artistichc  di  Ravenna  (Bergamo 
1905),  Fig.  94  7.  Bacchus?  Florenz,  Uffizien. 

D.519.  Fehlt  bei  Ricci.  Phot.  Brogi  10018.  8 Her- 
cules? (Zugehörigkeit  nachzuprüfen):  Louvre. 

Fr.  331.  Clarac  184,  215.  9.  Gottheit  nicht  be- 
stimmt. Ravenna,  Areivescovado.  Ricci  Fig  4: 
Goetz,  8.  10,  Abb.  6;  Raceolte  artistichc,  Fig.  95. 
Nicht  zu  der  Serie  gehört  das  Fragment  in  Man- 
tua: D IV,  850. 

Mehrere  dieser  Reliefs  stammen  aus  Ravenna; 
für  andere  ist  die  nämliche  Herkunft  nicht 
ausgeschlossen , während  sie  für  das  in  Rom 
sich  befindende  zum  mindesten  unwahrschein- 
lich ist.  Es  liegt  also  nahe,  an  eine  in  Ra- 
venna aufgestellte  Wiederholung  eines  römischen 
Monumentes  zu  denken.  Die  Darstellungen  müssen 
auf  jedem  dieser  Monumente  zweimal  vorhanden 
gewesen  sein,  ln  Ravenna  befinden  sich  außer- 
dem weitere  Relicffragmcnte,  die  ähnliche  Pilaster- 
stellungcn  auf  Balustraden  zeigen  und  deshalb 
wahrscheinlich  zum  nämlichen  Denkmal  gehören. 
Wiederholungen  von  dieaen  sowie  ähnliche  Dar- 
stellungen gibt  es  ebenfalls  in  verschiedenen  Mu- 
seen: Altmann,  Italische  Rundbauten  $.  51  ff.;  Ame- 
lung.  Amonia  V,  1910,  p.  1 10 fl.  Es  sind  1.  Ruhig 
stehende  weibliche  Einzelfiguren  mit  At  tri- 


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33  IX,  2578— 25x8 

buten  (Reste  von  vier  Figuren  erhalten),  a)  Ra- 
venna, Arcivescovado.  Ricci  Fig.  11 ; Ainelung  Fig.  1. 
b)  Villa  Doria  Pamtfli.  Ainelung  Fig.  2.  c)  Vrilla 
Massimi  (Giustiniani).  Amelung,  Fig.  3 (auf  diesem 
Relief  waren  früher,  nach  der  von  Amelung  wie- 
dergegebenen Publication  der  Gallen»  Giustiniani, 
noch  zwei  weitere  männliche  Gestalten  vorhanden, 
deren  Altertum  indessen  zweifelhaft  ist).  2.  Kala-  ! 
thiskostänzerinnen.  a)  Ravenna,  Arcivesco- 
vado  Ricci,  Fig.  10;  Goetz,  8.  8,  Abb.  4.  b)  Villa  Al- 
baui  967.  Hauser,  Neuattische  Reliefs  8.  97,  Nr.21;  j 
Phot.  Alinari  27684.  o)  Lateran  (nicht  auagest eilt). 

M — D 3499.  d)  Villa  Patrizi.  Kingcmauert.  Nicht 
bei  M — D.  Phot,  bei  Arndt.  Dem  Oberteil  von 

b)  links  entsprechend,  e)  Fragment,  1913  bei 
Hart  wig  in  Rom.  Phot,  bei  Arndt.  Pilasterkapitcll 
und  Kopfreste  wie  auf  b)  rechts.  3.  Tänzerin* 
nen  mit  Guirlandcn  und  ’ Früchten,  da* 
zwischen  Thy rniat erien  und  Tempel.  | 
a)  Louvre.  Altmann.  Abb.  15;  Amelung,  Fig.  4; 
Phot.  Alinari  22605.  b)  Urbino.  Altmann,  Abb.  13. 

c)  Kbcmals  Villa  Negroni.  Altmann,  Abb.  14.  Ab- 
guß des  Mädchens  in  Würzburg.  Der  Rundtempel 
Ist  wohl  zugehörig,  kann  aber  ursprünglich  nicht 
direkt  angeschlossen  haben,  d)  Florenz.  Amelung, 
Führer  Nr.  154;  Brogi  9323 (Rundtempel),  e)  Chiara- 
monti267.  4.  Die  borghcsiachenTänzerinnen. 
a)  Paris.  Hauser,  Neuattische  Reliefs.  S.  46,  Nr.  61; 
Phott.  Giraudon  1057,  Alinari  22582.  b)  Villa  Pan-  | 
fili.  M — D 3498;  Hauser,  Neuattische  Reliefs,  8.  47, 
Nr.  62.  In  den  Maaßcn  stimmen  alle  diese  Reliefs, 
soweit  man  nach  den  zum  Teil  mangelhaften  An- 
gaben urteilen  kann,  im  Wesentlichen  überein.  Die 
äußere  Begrenzung  ist  vollständig  nur  an  dem 
Pariser  Erotcnrelief  (la)  erhalten.  Danach  waren 
die  Erotenreliefs  an  allen  vier  Seiten  von  einem 
Rand  umgeben.  Bei  den  Reliefs  mit  Frauen  ist 
dagegen  nirgends  ein  Seitenrand  erhalten,  die  Länge 
der  einzelnen  Compositionsteile  läßt  sich  nicht  mehr 
bestimmen.  Die  Pilasterdecoration  ist  in  Einzel- 
heiten,  namentlich  den  Kapitalen,  verschieden  ge- 
staltet. — Beim  Mailänder  Erotenfragment  sind  die 
Augensterne  angegeben  in  der  Weise  dt«  2.  Jahrhun- 
derts n.  Chr.  Es  bleibt  zu  untersuchen,  ob  hier  nicht 
moderne  Überarbeitung  vorliegt,  dadiese  Angabe  bei 
keinem  der  übrigen  Relief»  vorhanden  scheint  und 
der  Stil  entschieden  auf  die  frühe  Kaiserzeit  weist. 

2578.  Nebenseite  eines  Sarkophags. 
D.  265.  Vgl.  zu  2583. 

2579.  F ragment  eines  attischen  Grab- 
reliefs. D.  284.  Pentclischer  Marmor  Sitzende 
Frau  und  Dienerin  mit  Kästchen.  Fein  und  zart, 
besonders  im  Kopf,  und  nicht  spat. 


Venedig  34 


2580.  „Toten mahl“.  D.  285.  Dio  Maaße 
von  Höhe  und  Breite  sind  bei  Dütschke  verwechselt. 
Der  gelagerte  Mann  ist  bartlos  und  bat  an  der 
Seite  herabfallcndes  Haar  (vgl.  das  Relief  im 
Piraeus:  Fr-W  1053,  Phot.  Ath.  Inst.  G.  R.  184). 
Die  große  Schlange  trinkt  aus  der  Schale,  die  der 
Mann  in  der  Linken  hält.  Mit  der  Rechten  er- 
hebt er  das  Rhyton.  Die  Handbewegung  der  Frau 
ist  nicht  klar  zu  erkennen.  Der  Gegenstand  (wohl 
Gefäß),  den  der  Knabe  über  den  Mischkrug  hält, 
ist  stark  verrieben.  Links  der  Adorant  (natürlich 
nicht  zu  denken,  daß  er,  wie  Dütschke  will,  dio 
Linke  an  den  Rand  des  Gefäßes  legt).  Verwaschen. 
Von  guter  und  verhältnismäßig  früher  Arbeit. 

2581.  Kentaurenrelief.  D.  286.  Heyde- 
mann,  7.  Hall.  Winekelmanns-Programm,  Terra- 
cotten  in  Neapel,  S.  14,  J.  An  dem  Kentauren 
rechts  sind  Kopf,  Hals  und  der  rechte  Unterarm 
neu.  Das  Relief  ist  selbständig,  nicht  Ausschnitt 
eines  größeren  Ganzen:  die  Composition  ist  in 
das  gegebene  Format  eingepreßt.  Danach  nicht 
Nebenocite  eines  Sarkophags.  Die  ursprüngliche 
Verwendung  unbestimmt.  Späte  Arbeit,  aber  sicher 
nach  gutem  Vorbild. 

2582.  Relief  mit  kelternden  Satyrn. 
D.  287  (aueb  hier  Maaße  von  Höhe  und  Breite 
verwechselt).  Unten  weder  Wellen  noch  Fels- 
boden (so  Dütschke),  sondern  der  Marmor  rauh 
gepickt.  Gewöhnliche  römische  Arbeit. 

2583.  Nohenseite  eines  Sarkophage». 
I).  288.  Mit  Nr.  2578  zusammengehörig.  Dionysos 
und  Ariadne,  Apollon  und  Hermes,  alle  als  Kin- 
der. Apollon  und  Dionysos  zeigen  den  nämlichen 
Portraitkopf.  Von  einem  Kindersarkophag.  Ar- 
beit des  3.  Jahrhunderts  n.  Chr. 

2584.  Spätgriechisohes  Grabrelief. 
D.  290.  Die  Inschrift:  I.  G.  UI,  1473.  Der  Knabe, 
mit  Scheitelflechte,  scheint  Halbstiefel  zu  tragen. 
In  der  Linken  hält  er,  außer  dem  Gewände,  ein 
kugelförmiges  Alabastron.  Verwaschen. 

2585  86.  Neben«  eiten  eines  Sarkophags. 
D.  293  u.  294.  Robert,  Sarkophage  II,  Nr.  176. 
Bei  2585  ist  der  linke  Rand  ergänzt.  Vor  dem 
Originale  sohien  es  mir  nicht  sicher,  ob  beide  Re- 
liefs vom  gleichen  Sarkophage  stammen.  Die  Deu- 
tung Roberts  von  2585  auf  die  Einschiffung  der 
Iphigenie  ist  wegen  des  Fehlens  des  Götterbildes 
unwahrscheinlich.  Dieses  Relief  stammt  sicher 
von  einer  Sarkophagncbenseitc.  Zu  erwägen  wäre 
auch  die  Deutung  auf  die  Entführung  der  Helena, 
namentlich  im  Hinblick  auf  2586,  wo  nur  Paris 
dargcstellt  sein  kann.  Unklar  bleibt  hier  die  Be- 
ziehung zu  Apoll. 


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IX,  2*87-2598 


Venedig 


38 


35 


2537.  Spät  griechische«  Grabrelief. 
D.  296.  Pfuhl.  Jahrb.  d.  Inst.  XX,  1905,  S.  53, 
Nr.  18,  Taf.  4.  Hübsche  Arbeit  hellenistischer 
Zeit,  dem  Stil  nach  kleinasiatisch.  Von  Eodckh, 
C.  J.  G.  II,  3236  nach  den  Namen  der  Inschrift 
Smyrna  zugewieaen. 

2588—91.  Vierseitige  Basis.  D.  303. 
Fr— W 2148.  Altmann,  Römische  Grabaltäre, 
S.  286.  Ergänzt  der  obere  Teil  der  Rückseite  von 
oberhalb  der  Köpfe  ab.  Von  der  ehemals  an 
dieser  Stelle  angebrachten  Inschrift:  „Hic  locus 
sacer  est“,  von  der  Mommecn  (C.  I.  L.  V,  2288)  noch 
Spuren  gesehen  hat,  habe  ich  nichts  bemerkt.  Man 
scheint  also  nach  Mommscns  Zeit  die  abrasierte 
Stelle  frisch  ergänzt  zu  haben.  Das  Stück,  an 
einigen  Stellen  geputzt,  aber  Bicher  antik,  ist  auch 
in  früheren  Zeiten  bereit«  einmal  in  den  Händen 
eines  Uberarbeitcrs  gewesen:  deutliche  Spuren 
hiervon  an  der  sitzenden  Frau  mit  dem  Musik- 
instrument auf  der  Vorderseite.  Auf  2590  trägt 
die  Nymphe  ein  Busonband.  Andere  Flüchtig- 
keiten der  Beschreibung  Dütschkes  corrigieren 
«ich  durch  die  Abbildungen.  Nach  Erfindung  und 
Arbeit  gleich  vorzügliches  Stück  der  frühen  j 
Kaiserzeit. 

2592  93.  Statuette  der  Artemis.  D.  809. 
Phot.  Alinari  12907.  Gips  in  Berlin  (Fr— W 443). 
Kopf  und  Hals  jetzt  nach  dem  Neapler  Exemplar  , 
ergänzt.  Neu  ferner:  Vorderteil  des  linken  Fülle«, 
rechter  Arm,  soweit  er  aus  dem  Gewände  her  Aus- 
tritt, Teile  vom  Gewand  Was  Dütschke  für  Stütz- 
punkte für  den  Bogen  hielt,  sind  wohl  nur  An- 
satz« teilen  von  Faltenenden.  Auch  auf  dem  rech- 
ten Unterschenkel  hinten  befindet  sich  eine  solche. 
Von  der  Ferse  des  rechten  Fußes  zur  Plinthe  ging 
früher  ein  jetzt  weggebrochener  Verbind  tut  gsst  eg. 

Es  existieren  zwei  weitere  Wiederholungen 
der  Figur:  die  pompei&niscbe  in  Neapel  {Br— Br  356) 
und  die  aus  Castiglion  della  Pcscain  stammende  in 
Florenz:  Milani,  Museo  archeologieo,  tav.  CXLV, 
p.  261  (Phot.  Alinari,  auch  der  Rückseite,  31129 
und  31  130),  die  mit  unserm  Exemplar  völlig, 
auch  in  der  Haltung  der  Arme,  iiberc  ins  tim  men. 
Andererseits  findet  sieb  auf  Münzen  des  August us 
ein  sehr  ähnlicher  Typus,  den  Studniczka  (Rönt. 
Milt.  III,  1888,  S.  277 ff..  Taf.  X)  mit  dem  statua- 
rischen identificiert  hat.  Aber  die  Münzen  weichen 
übereinstimmend  in  der  Haltung  der  Arme,  vor 
Allem  des  rechten,  von  dem  statuarischen  Typus 
ab.  Auch  ist  das  Schreitmotiv  auf  ihnen  ener- 
gischer, natürlicher  und  weniger  geziert  ausge- 
drückt. Eine  Zurückführung  beider  Typen  auf 
das  nämliche  Original  ist  deshalb  untunlich.  Oer 


statuarische  Typus  dürfte  ein  Original  wieder- 
geben, da«  von  der  den  Münzen  zu  Grunde  liegen- 
den wirklich  altertümlichen  Statue  angeregt,  selbst 
aber  eine  archaistisch«  Schöpfung  ist.  Der  Zurück- 
führung der  Figur  auf  Menaichmos  und  Soidas  hat 
boreits  P.  Gardner,  Corolla  Numismatica.  p.  104 ff., 
pl.  V widersprochen.  Vgl.  auch  Bulle,  Archaisie- 
rende griechische  Rundplastik,  S.  11,  Nr.  10a. 

2594  95.  Kopf,  der  Statue  D.  310  auf 
gesetzt.  DieStatue:  Furtwängler, Originalstatuen, 
Taf.  VI,  2,  S.  299f.  Zur  Ergänzung  der  Statue  »t 
zu  bemerken,  daß  der  rechte  Oberarm  «amt  dem 
Armband  antik  und  ungebrochen  ist;  Schnitt  un- 
terhalb des  Armbandes.  Der  linke  Arm  hingegen 
ist  mit  der  Schulter  ganz  modern;  der  moderne 
Unterarm  sitzt  mit  Schnitt  unterhalb  des  Arm- 
bandes am  modernen  Oberarm  an.  Auf  der  rechten 
Schulter  Loch  für  Bronzestift.  Rückseite  ganz 
roh.  Hoch  1,40  ni.  Der  untere  Teil  des  Halses 
ist  mit  dem  Bruststück  modern,  ebenso  die  Nase. 
Im  Haar  ein  Band,  darin  über  der  Stirn  ein  tiefe«, 
kleine«  Bohrloch  für  Bronzeeinsatz.  Ober-  und 
Hinterkopf  nur  angelegt,  Fleisch  iil>ergangen.  Der 
Kopf  hatte  gedrehte  Seitenlocken.  Starker,  ma- 
tronaler  Hai».  Wendung  zur  linken  Schulter  alt. 
Die  Vereinigung  von  Kopfattribut  und  gedrehten 
Locken  legt  die  Deutung  auf  Isis  nahe.  Reiz- 
volles hellenistisches  Original. 

2596  98.  Statue  der  Aphrodite.  D.  312. 
Die  Statue  ist  an  den  Oberschenkeln  quer  durch- 
geb rochen,  aber  beide  Teile  sind  antik.  Da«  Kapital 
des  Pfeilers  mit  dem  Unterteil  der  darauf  liegen- 
den Urne,  dem  Ansatz  der  Finger  an  ihrem  Halse 
und  der  Stütze,  die  das  Kapital  mit  dem  Körper 
verbindet,  sind  zugehörig.  Da«  Mittelstück  des 
Pfeilers,  da«  oben  und  unten  mit  Schnitt  ansitzt, 
dürfte  modern  sein,  ebenso  die  Plinthe  «amt  Füßen 
und  unterem  Teil  de«  Pfeilers,  die  aus  einem 
Stücke  bestehen  und  überall  mit  Schnitt  anaitzen. 
Ergänzt  sind  ferner  verschiedene  einzelne  Gewand- 
teile und  ein  Flicken  auf  der  rechten  Schulter, 
der  ganze  rechte  Arm  mit  der  Hand  und  deren 
Ansatzstelle  an  der  Hüfte,  der  linke  Unterarm 
mit  Hand  sowie  Henkel  und  Oberteil  der  Kanne 
Diese  ist  durchbohrt:  die  Statue  war  also  eine 
Brunnenfigur.  Der  Kopf  sitzt  im  Hals  mit  Bruch 
auf  und  ist  sicher  zugehörig.  Auch  hinten  passen 
die  Schlcicrteile  in  der  Bruchflächc  genau  auf- 
einander. Ergänzt  sind  am  Kopf:  Nase,  Mittel- 
stück des  Diadems,  der  an  der  rechten  Seite 
herabhängende  freistehende  Zipfel  des  Kopftuches, 
die  äußersten  freistehenden  Ränder  de«  Kopf- 
tuches hinten  auf  beiden  Seiten,  der  oberste 


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Venedig 


38 


37  IX,  2599-  2623 

Teil  de#  Haare#  über  der  rechten  Stirnseite.  Die 
Pupillenangabe  (als  Loehi  wohl  modern.  Mäßige 
Arbeit.  Geputzt.  Zum  Typus  vgl  Einzclauf- 
nahmen  1542  und  2081/82.  Stilistisch  verwandt 
ist  die  Statue  im  Capitol.  Galleria  54,  und  eine 
0,49  m hohe,  aus  ßagdad  stammende  Statuette 
im  Münchner  Kunst handcl  (Phot,  bei  Arndt). 
Vgl.  auch  den  Hermaphroditen  Hirth.  Einzelauf- 
nahnien  1453/54. 

2599  2600.  K o 1 o s s a 1 k o p f e i n e« 8 a t y rs. 
D.  314.  Vgl.  su  Nr.  2641/42. 

2601  02.  Weiblicher  Kopf.  D.  315.  Höhe 
des  Antiken  etwa  0,24  m.  Neu:  Büste,  größter 
Teil  des  Halses,  Nase.  Geputzt.  Glatte  Arbeit. 
Stil  der  ersten  Hälfte  des  4.  Jahrhundert. 

2603  04.  Kopf  des  Herakles.  D.  320. 
Neu:  Büato,  äußerste  Nasenspitze  und  oberer 
Teil  des  Hin  er  köpfe*.  Die  Lippen  sind  alt.  Der 
Hals  war  zum  Einsetzen.  Die  Statue  trug  wohl 
ein  Fell.  Geputzt,  aber  noch  mehrfach  antiker 
Sinter  vorhanden.  Die  Form  der  Blätler  des 
Kranzes  um  die  Binde  ist  nicht  deutlich  erkenn- 
bar. Ganz  ausdrucksvolle  Arbeit.  Wie  es  scheint, 
neuer  Typus  au»  der  Mitte  des  4.  Jahrhunderts. 
In  der  Gruppe  des  Herakles  Lansdowne  ist  keine 
Wiederholung  vorhanden.  Auch  stilistisch  ent- 
fernt sieh  unser  Kopf  von  den  skopasischcn  Typen. 

2605  06.  Weiblicher  Kopf.  Ü.  321.  Neu: 
Büste,  Hals,  Unterteil  der  Nase,  nach  Dütschke 
auch  der  Haarschopf.  Die  roten  Farbspuren  sind 
modern.  Gesicht  geputzt.  Doppelte  Binde  im 
Haar,  das' auf  dem  Wirbel  zu  einer  Art  Krobylos 
aufgebimden  ist  Stark  lebensgroß.  Arbeit  nicht 
besonders  fein.  Erinnert  in  der  Protilansicht  an 
die  Knidierin. 

2607  08.  Weiblicher  Kolossalkopf. 
D.  322.  Ergänzt:  Büste,  Kinn,  IJppen,  Nase 
Die  Kopfwendung  nach  rückwärts  und  zur  rechten 
Schulter  ist  antik.  Späte  Arbeit.  In  der  Be- 
wegung und  in  den  Gesichtszügen  dem  Kopf  der 
Doidalsas-Aphrodite  verwandt,  während  das  Haar 
wirrer  und  gelockerter  ist. 

2609  II.  Replik  des  Kopfesder  Athena 
Veile  tri.  D.  324.  Ergänzt:  Büste,  Flicken  auf 
linker  Unterlippe,  Nasenspitze,  linke  Braue  fast 
ganz,  rechte  Hälfte  der  rechten  Braue,  Retouchen 
an  Stirn,  Lidern  und  linker  Wange.  Brustaus- 
schnitt antik;  Hals  war  nie  gebrochen.  Von  einer 
Schlange  auf  dem  Scheitel  (Herrmann,  Berl.  phil. 
Wochenschrift  1902,  Sp.  174)  habe  ich  nichts  no- 
tiert. Geputzt,  aber  vortrefflich  erhalten  und  von 
recht  guter  Arbeit.  Vgl.  Nr.  2632i33 


2612  13.  Porträtkopf  einer  Römerin. 
D.  328.  Neu:  Kinn,  Nase,  Teile  der  Brauen. 
Schlecht  erhalten  Etwas  überlebensgroß.  Zum 
Einsetzen.  Nackenschopf.  Gute  Arbeit.  Glau- 
dische  Zeit. 

2614/15.  Jünglingskopf.  D.  329.  Etwas 
überlebensgroß.  Schwarzer  Marmor.  Ergänzt: 
Büste,  Hals,  Teil  der  Oberlippe  und  Nsse.  Der 
Oherkopf  nur  ange’egt.  Die  Kopfwendung  zur 
linken  Schulter  ist  alt  Vielleicht  Kopie  eines 
frühhe'lenistischen  Porträts. 

2616  17.  Weiblicher  Kopf.  D.  332.  Roter 
Marmor.  Ergänzt:  Büste,  Nase,  der  Hinterkopf 
mit  dem  Sch’eier  darüber,  ein  Teil  des  Haares 
über  dem  rechten  Ohr,  die  rechte  Schulter’ ocke 
und  ebenso  die  linke  mit  dem  anstoßenden  Teil 
des  Halses  in  der  Längsrichtung.  Römische 
Docorationsarheit  von  guter  und  scharfer  Aus 
führung  nicht  vorhAdrianischer  Zeit  in  Anlehnung 
au  den  Stil  des  5.  Jahrhunderts. 

2618  19.  Kopf  des  Herakles.  D.  334. 
Ergänzt:  Büste  (Hals  alt),  Unter’ippe,  äußerste 
Nasenspitze,  linke  Braue,  das  auf  die  linke  Schulter 
faxende  Bindenendc  i‘ Ansatz  antik),  der  untere 
Teil  des  rechten  Bindenendes,  der  größte  Teil 
der  Blätter  des  Kranzes.  Der  Kopf  war  zum 
Einsetzen.  Die  Wendung  zur  linken  Schulter  ist 
alt.  Von  den  Eicheln  des  Kranzes  ist  eine 
Reihe  alt.  Die  Ohren  sind  nicht  geschwollen. 
Gleich  vorzüglich  in  Arbeit  und  Erhaltung.  Wenig 
geputzt.  Steht  dem  Herakles  Lansdowne  nahe; 
doch  stimmen  die  Einzelheiten  des  Haares  nicht 
überein. 

2620/21.  Kopf  des  Zeus.  D.  335.  Over- 
beck, KunBtinytho’ogic  des  Zeus.  8.  78,  Nr.  8. 
Ergänzt:  die  Büste  und  der  unterste  Teil  des 
Lovkonkranzes  hinten  Der  Kopf  ist  in  ausge- 
dehntestem Maaße  überarbeitet ; er  ist  aber  sicher 
antik,  da  echte  Sinterreste  vorhanden  sind  Mo- 
dern is*  auch  die  Angabe  der  Pupillen  und  der 
Brauen;  die  Wulstbinde  ist  vielleicht  erst  aus 
einem  Reif  zurecht  gearbeitet.  Ob  ein  griechi- 
sches Original  zu  Grunde  liegt  oder  eine  römische 
Erlindung,  läßt  sich  nicht  feststellen.  Genaue 
Repliken  sind  nicht  bekannt. 

2622  23.  Kolossalkopf  der  Athena. 
D.  338.  Ergänzt:  Büste,  Hals,  Kinn  mit  an- 
schließenden Wangentefen  und  Lippen  und  Nase, 
äußerer  Teil  der  rechten  Braue,  Flicken  auf  der 
rechten  Wange.  Der  Helm  ist  aus  Altem  und 
Neuem  zusammengestückett,  aber  im  Wesentlichen 
richtig  ergänzt.  Auch  der  wagerecht  hinaus- 
stehende  Haarschopf  hinten  ist  richtig  ergänzt, 


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39  IX,  2624—2638 

da  link*  genügend  erhalten  ist,  daß  man  seine 
ehemalige  Gestalt  erkennen  kann.  Geputzt.  Die 
Wendung  zur  rechten  Schuh  er  ist  antik:  unter 
dem  rechten  Ohr  ist  noch  so  viel  Hals  erhalten, 
daß  man  die  Wendung  beurteilen  kann.  Ängst- 
liche Arbeit  nach  praxitelischcm  Vorbild. 

2624  26.  Oberteil  einer  Asklepios- 
alatue.  D.  341.  Abguß  des  Kopfes  in  München. 
Statuenfragment,  zur  Büste  zurechtgesohnitten: 
hinten  modern  ausgehöhlt;  in  der  Aushöhlung  die 
Stütze.  Ergänzt:  die  ganze  linke  Schulter  und  der 
Oberarm  samt  dem  darauf  liegenden  Gewände,  so- 
wie der  vordere  Teil  des  Gewandes  auf  der  rechten 
Brust  von  der  Brust warze  abwärts,  Nasenspitze, 
Kleinigkeiten  an  den  Locken.  Dütschkcs  Angabe, 
auf  dem  Oberkopf  sei  das  Haar  nicht  ansgearbeitet, 
iat  unrichtig.  Am  rechten  Arm  ist  unten  Bruch; 
er  ging  nach  vorn  auswärts.  (Jeputzt,  aber  im 
übrigen  glänzend  erhalten  und  von  höchst  sorg- 
fältiger Arbeit.  Die  Brustwarzen  Umrissen.  Am 
Gewand  unter  der  rechten  Schulter  ist  der  Saum 
leicht  eingerissen.  Wiederholung  des  Asklepios 
der  Uffizien  (Amclung  94;  Phot.  Alinari  1221). 
Zu  den  Repliken  vgl.  Lippold,  Rom.  Mitt.  XXX IT, 
1917,  100.  Hinzu  kommt  eine  Wiederholung  des 
Kopfes,  Neuerwerbung  der  Münchner  Glyptothek. 
Die  Venezianer  Replik  stilisiert  die  ruhigen  und 
einfachen  Formen,  wie  sie  z.  B.  der  Berliner  Kopf 
zeigt,  ins  Gelockerte,  Manierierte,  Effektvolle  uni. 
Auch  die  Wulstbinde  wird,  wie  beim  Florentiner 
und  Münchner  Exemplar,  Zutat  sein. 

2627  28.  Kopf  einer  Stadtgöttin  oder 
derKybele.  D.  344.  Ergänzt:  Büste,  Unterteil 
des  Halses,  Nasenspitze,  rechtes  obere»  Augenlid, 
Teile  der  Haare.  Von  der  Mauerkrone  sind  die  hin- 
teren Teile  alt.  Im  Gesicht  stark  geputzt  Schlechte 
Arbeit  aus  der  Zeit  um  etwa  200  n.  Chr.  Stillos. 

2629  30.  Bärtiges  Köpfchen.  I).  345. 
Höhe  des  Antiken  etwa  0,12  m.  Ergänzt:  die 
Büste,  Unterteil  der  Nase  und  Kleinigkeiten  an 
den  Haaren.  Die  Wendung  zur  linken  Schulter 
ist  alt.  Nach  Pupillenanguhe  und  Bohrarbeit  um 
200  n.  Chr.  Erinnert  im  Profil  an  das  von  Pollak 
(Röm.  Mitt.  XIII,  1898,  S.  147 ff.,  Taf.  VI)  als 
Kopie  des  Laokoon  veröffentlichte  Köpfchen.  Weit  I 
geöffneter  Mund:  die  Figur  war  offenbar  in  dra- 
matisch bewegter  Situation  dargestellt. 

2631.  Bart  iges  Porträtköpfchen.  D.34S? 
Inv.  Nr.  188.  Ergänzt:  die  Büste.  E«  fehlen:  Nase 
und  linkes  Ohr.  Höhe  des  Antiken  0,11  m Nach 
der  Pupillenangabe  etwa  vom  Ende  des  2.  Jahr- 
hunderts n.  Chr.  Kann  das  Porträt  eine«  Griechen 
dieser  Zeit  sein. 


Venedig  40 

2632  33.  Wiederholung  vom  Kopf  der 
Athona  Vclletri.  D.  353.  Ergänzt:  Büste,  Kinn, 
Nase.  Sehr  stark  bestoßen.  Der  Halsausschnitt 
antik.  Auf  dem  Scheitel  des  gut  erhaltenen  Helms 
ringelt  »ich  eine  Schlange,  in  deren  mittelster 
Windung  noch  der  Metallstift  für  den  Helmbusoh 
steckt.  Weichliche  Arbeit  von  viel  geringerer 
Qualität  als  die  Replik  2609 — II.  Verzeichnis  der 
Wiederholungen:  Furt  wängler- Wolters,  Katalog 

der  Glyptothek  a,  S.  203 f.  Die  Madrider  Replik: 
Einzelaiifnahinen  1612/13.  Hinzu  kommt  ein  Exem- 
plar aus  Gortyn:  Annuario  della  R.  Scuola  Ar- 
eheologica  di  Atene  I,  1914,  p.  143.  Fig.  7. 

2634  35.  B üsto  eines  ägyptischen  Prie- 
sters aus  rotem  Marmor.  D.  354.  Ergänzt: 
das  Bruststück  (nach  Dütsohke).  Von  dem  Kopf 
existieren  zwei  weitere  Wiederholungen,  ebenfalls 
aus  rotem  Marmor  (vgl.  Hauser,  Berl.  phil.  Wochen- 
schrift 1907,  Sp.600;  Amer.  Journal  1908,  56):  eine  im 
Louvre,  Cat.  somiu.  1358  (Clarac,  Deseription,  Nr.51 4 ; 
Phot . Giraudon  150  ').  die  andere  im  Conservatoren- 
palast.  5.  Zimmer  der  Conservatoren  (Beschr.Roms 
III,  1,  S.  122).  Nach  Ligorio  (bei  Winnefeld,  Villa 
Hadrians  S.  157 ; vgl.  S.  145)  sind  3 derartige  Köpfe 
in  der  „Pal ncst ra“  der  Hadrian»villa  gefunden  wor- 
den, die  mit  den  genannten  identisch  sein  werden. 
Auf  die  Herkunftsangabe  Ligorios  ist  allerdings 
kein  Verlaß.  Die  alte  Deutung  der  Köpfe  auf 
ägyptische  Priester  wird  das  Richtige  treffen.  Der 
j Schädel  ist  bei  allen  kahl  rasiert  (Analogie  zu  den 
i nScipiow -Köpfen);  sie  tragen  I*orbcerkränze. 

2636.  Kopf  des  Vitellins.  D.356.  Bemoulli. 
Röm.  Ikon.  II.  2.  S.  15.  Nr  13,  Taf.  V.  Petersen, 
röm.  Mitt.  XIV,  1899,  S.  267.  Der  Kopf  ist  ein  be- 
sonder» gutes  Beispiel  für  die  geschickte  Art,  mit 
welcher  die  Kenaissaneekiinstler  Antiken  zu  falschen 
j verstanden : durch  Brüche.  Verletzungen,  Stiftlöchcr 
j für  Metall  u ä.  suchte  man  den  Anschein  des  Alter- 
tums zu  erwecken.  Leider  ist  auf  unserer  Abbil- 
| düng  das  charakteristische  Bruststück  vorn  Photo- 
i graphen  weggelassen  worden,  hingegen  auf  der  Ge- 
sanitvedute  Alinari  12885  gut  zu  sehen.  Die  Augen- 
sterne sind  angegeben. 

2637  38.  Kopf  des  Pompeius,  D.  357. 
Ergänzt:  Büste,  Kinnspitze,  Nase  und  Teile  der 
Ohren,  Lippen  und  Brauen.  Geputzt.  Wenduug 
zur  rechten  Schulter  alt.  Zum  Einsetzen.  Von 
dem  Kopenhagener  Pompeius  (Ny  Carlsberg  597) 
unterscheidet  sich  der  Venezianer  vor  Allem  durch 
die  verschiedene  Anordnung  des  Haares  über  der 
Stirn.  An  der  Deutung  beider  auf  Pompeius  Ist 
nicht  zu  zweifeln.  Da»  Exemplar  Museo  Torlouia 
509  steht  dem  Venezianer  naher,  ebenso  anschei- 


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41  IX,  2639— 264t* 


nend  der  der  Statue  Torlonia  343  aufgesetzte  Kopf 
(genauere  Notizen  fehlen). 

2639  40.  Silenskopf.  D.  362.  Dem  Kopf 
de«  Silens  im  Museo  Chiaramonti  544  (Hclbig*  I, 
100)  verwandt,  aber  nicht  Replik. 

264 142.  Kolossalkopf  einer  Nymphe. 
D.  363.  Gegenstück  zu  2599/2600.  Die  beiden 
Köpfo  sind  publiciert:  Reinach,  Tetes  antiques 
pl.  263/64.  Klein,  Zeit  sehr.  f.  bild.  Kunst  1909, 
S.  103.  . Phot.  Alinari  12880  81.  Das  Altertum 
beider  Köpfe  steht  außer  jedem  Zweifel:  an  meh- 
reren Stellen  antike  Pflanzenfasern.  Nach  Va- 
lentinelli,  zu  Nr.  250  (dessen  Quelle  wir  nicht 
kennen),  waren  beide  Köpfe  im  Palazzo  $.  Marco 
in  Rom  noch  mit  schlecht  erhaltenen  Körpern 
verbunden.  Canova  richtete  sie  her  und  entfernte 
möglicherweise  dabei  die  Halszotteln  des  Satyrs, 
von  denen  Valentinelli  noch  Spuren  gesehen  haben 
will.  Von  dieser  Tätigkeit  mag  auch  der  jetzige 
Abschluß  des  Halses  am  Satyr  herrühren,  ebenso 
wie  die  Überarbeitung  der  Haare  auf  beiden  Obt-r- 
köpfen  in  der  Mitte  vorn.  Neu  ist  außerdem  am 
Satyr  der  Rand  des  reehten  Ohres,  an  der  Nym- 
phe der  Hals,  die  Nasenspitze  und  das  linke  Ohr. 
Beide  Köpfe  sind  geputzt.  Auf  der  Oberlippe  deB 
Satyr»  zahlreiche  antike  Spuren  von  Rot.  — Die 
Köpfe  entsprechen  im  Wesentlichen  denen  der  von 
Klein  a.  a.  O.  (vgl.  Imhoof-Blumer,  Nomisma  VI, 
1911,  S.  12 f.)  wiedergewonnenen  Gruppe  „Auf- 
forderung zum  Tanz“.  Von  den  andern  Wieder- 
holungen unterscheiden  sie  sich  durch  ihre  Größe; 
außerdem  ist  der  Kopf  des  Satyrs  auf  gerichtet, 
nicht  vorgencigt.  Auch  stimmen  (Einzelheiten  der 
H&arbchandlung  an  der  rechten  Seite  nicht  über- 
ein. Ob  die  im  Palazzo  S.  Marco  mit  ihnen  ver- 
bundenen Körper  zu  ihnen  gehört  haben,  läßt  sieb 
nicht  mehr  feststellen.  Näher  liegt  es,  anzunehmen, 
daß  beide  als  Kinzelköpfe  kopiert  waren  und  da- 
her die  Abweichungen  rühren. 

Zu  Kleins  Replikenliste  ist  zu  bemerken: 
1.  Satyr.  Unter  Nr.  4 sind  zwei  Exemplare  (Pa- 
lazzo Torlonia,  M— 1)416,  und  Museo  Torlonia 
Nr.  21)  zusammengeworfen.  Hinzuzufügen:  Museo 
Torlonia  7. — II.  Nymphe.  Hinzuzufügen:  Kopf  im 
Lateran  B — S 276—  E — A 2153.  — Der  Satyr  im 
Museo  Torlonia  21  ist.  wie  sich  aus  dem  Fund- 
bericht  Kuli  dell*  Ist.  1830,  75ff.  ergibt,  zusammen- 
gefunden  mit  der  Nymphe  ebenda  162  (im  Bericht 
ist  nur  die  Beinhaltung  irrtümlich  umgekehrt  an- 
gegeben; mitgefunden  sind  die  beiden  Gruppen  von 
Hermaphrodit  und  Satyr:  Torlonia  151  und  157  so- 
wie die  Aphrodite  Torlonia  218  [Replik  unserer 
u°  2596]).  Zu  beachten  ist.  daß  auch  in  den 


Venedig  42 


Uffizien  ein  Exemplar  des  Satyrn  und  eine«  der 
Nymphe,  sowie  in  Dresden  ein  Torso  des  Satyrs, 
ein  Kopf  und  ein  Torso  der  Nymphe  vorhanden  sind. 

2643/44.  Knabenkopf.  D.?  Hoch  0,25m.  Ohne 
Ergänzungen.  Hals  zurechtgcschnittcn.  Geputzt. 
Stilistisch  schwer  einzuordnen : wohl  eher  griechisch 
als  römisch.  Für  den  Ausdruck  vgl.  die  Sklaven- 
statue  aus  Tarent  in  Berlin  Nr.  502.  Gute  Arbeit. 

2645  46.  Renaissaneebüste  eines  Rö- 
mers. D 108?  Inv.  141.  Zanctti  I,  14.  Wie 
Poulsen,  Rürn.  Mitt  XXIX,  1914,  8.43,  Anm.  22, 
bemerkt  hat,  Wiederholung  des  ebenfalls  modernen 
Kopfes  Ny  ('arlsberg  659  = E — A 1192  (auch  aus 
Venedig).  Der  Kopf  ist  in  der  Renaissance,  angeb- 
lich von  Lionardo,  gezeichnet  worden  (Spemanns 
Kunstkalender,  15.  u.  16.  August  1913). 

Museo  civico. 

Vincenzo  Lazari,  Notizia  delle  operc  dart-e 
e d’antichitä  dclla  Raccolta  Correr  di  Venezia. 
Venezia,  Tipografia  del  Com mercio  1859.  — Museo 
civico  e Raccolta  Correr,  Venezia.  Elenco  degli 
oggetti  esposti.  Venezia  11*99. 

2647  links.  Kopflose  weibliche  Statu- 
. etto.  Elenco  p.  87.  Nr.  12.  Früher  im  Dogen* 
palsst.  D.  242.  Aus  Sainml.  Molin  (über  diese:  Va- 
i lcntinelli  p.  XXVI).  Hoch  0.52  ln.  StArk  zerstört. 

Laufend.  Nach  der  hohen  Gürtung  und  der  Ge- 
i wandimt**e  zwischen  den  Beinen  hellenistisch. 

rechts.  Kopflose  weibliehe  Statuette. 
Elenco  p.  37,  Nr  6.  Früher  im  Dogenpalast, 
i D.  244  (mit  falscher  Herkunftsangabe).  Sainml. 

I Molin.  Hoch  0,54.  Kopf  und  rechter  Arm  waren 
j eingesetzt.  Frische  Originalarbeit  au«  der  Zeit  der 
I Krechtheion-Karyatiden. 

2643  links.  Statuette  des  Pan.  Elenco 
p,  39,  Nr.  58.  Früher  im  Dogenpalast.  D.  185. 

; Sainml  Molin.  Hoch  0,74  m.  Von  den  Knieen  ab- 
wärts modern.  Fell  als  Chlamys.  Steht  vor  einem 
oben  gebrochenen  Stamm,  über  den  ein  Gewand 
hängt:  Stütze  einer  Statue?  Griechische  Arbeit. 

rechts.  Statuette  des  Pan  Elenco  p.  38, 
Nr.  37.  Früher  im  Dogenpalast.  D.  191.  Samml. 
i Molin.  Hoch  0,51  in.  Kopf  war  gebrochen,  ist 
aber  zugehörig  In  der  Linken  Pcdurn;  Fell  um 
beide  Unterarme.  Griechische  Arbeit. 

2649.  K opf  lose  weiblieheGe  wandstatue. 
Elenco  p.  14,  Nr.  169.  Dono  Miari.  Kopf  und. 
wie  es  scheint,  auch  rechte  Hand  waren  besonders 
eingesetzt.  Rückseite  nur  angelegt,  ln  der  Linken 
zwei  Äpfel (?).  Wiederholung  in  Neapel  (Guida  57. 
Inv.  6240.  Phot  Alinari  11940).  Gute  Arbeit  nach 
einem  Vorbild  der  früh  hellenistischen  Zeit. 


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43 


IX.  2650—266* 


Venedig 


44 


2650.  Kopflose  weibliche  Gewandsta- 
tuette.  Elcnco  p.  Bl,  Nr.  24.  Samml.  Morosini. 
Hoch  0,90  m.  Penteliacher  Marmor.  Der  Kopf 
war  mit  einem  sehr  tiefen  Marmorzapfen  einge- 
lassen. Die  linke  Hand  und  der  größte  Teil  des 
rechten  Annes  waren  mit  Mctallstiftcn  angesetzt. 
Ein  Metallstift  au  der  rechten  Hüfte  ist  in  Zu- 
sammenhang mit  dem  Arm  zu  bringen.  Die  Rück- 
seite ist  angelegt.  Der  linke  Unterarm  ging  vor, 
der  rechte  Arm  war  gesenkt.  Der  linke  Fuß  weit 
zur  Seite  gesetzt.  Doppelter  Chiton  (der  untere 
mit  geknöpften  Ärmeln)  und  Himation.  Sandalen. 
Vortreffliche«,  nicht  sehr  feines,  aber  Hott  gearbei- 
tetes griechisches  Original.  Trotz  der  Steilfalte 
am  Spielbein  wegen  der  schlanken  Proportionen 
und  der  effektvollen  Arbeit  nicht  vorbei  len  ist  isch. 

2651.  Wiederholung  der  „Anchirrhoe*. 
Elcnco  p.  81,  Nr.  25.  Samrnl.  Morosini.  Hoch 
1,50  m.  War  in  der  Nabelgegend  quer  durchge- 
broelien;  beide  Teile  sind  antik.  Die  Felsplinthe 
ist  antik  (alter  Sinter).  Der  rechte  Kopfnicker  ist 
angespannt.  Kein  Nackenschopf.  Geputzt  und 
ganz  schlecht  erhalten,  aber  ehemals  von  nicht 
übler  Arbeit  Vgl.  zu  2652. 

2652.  Wiederholung  einer  der  „Philis- 
kos^m usen.  Elcnco  p.  81,  Nr.  21.  Saintnl.  Mo- 
rosini. Hoch  1,50m.  Besteht  aus  zwei  Stücken: 
Schnitt  in  Nabelgcgcnd.  Beide  Teile  zeigen  den 
gleichen,  grobkörnigen,  bläulichen  Marmor;  der 
des  Oberteils  scheint  etwas  dunkler  zu  sein.  Die- 
ses letztere  ist  ohne  Zweifel  modern.  Zuin  Typus 
vgl.  Watzinger,  Relief  des  Archelaos  (63.  Berl. 
Winck.-Progr.),  S.  6.  Nr.  3. 

Die  beiden  Statuen  2651  und  2652  stammen 
aus  der  gleichen  Sammlung  Morosini,  danach  höchst 
wahrscheinlich  aus  Griechenland.  Sic  werden  ur- 
sprünglich schon  ziisammengehört  haben.  Zu  der 
fälschlich  dem  Philisko»  zugeschriebenen  Musen- 
gruppe vgl.  zuletzt  Sieveking,  Röin.  Mitt.  XXXI I, 

1917,  S.  74 ff.  und  Lippold,  Röin.  Mitt.  XXXII 1. 

1918,  S.  74  ff. 

2653.  Statuette  eines  Silens.  Elenco 
p.  13,  Nr.  165.  Au«  Sam  ml.  Matt  ei:  Momunentu 
Matthaeiana  I,  tav.  42.  Clarac  738,  1776.  Hoch 
etwa  1 m.  Neu:  Nase,  Flicken  über  linkem  Auge, 
rechter  Arm,  Plinthe.  Füße.  Stamm.  Das  linke 
Unterbein  und  das  rechte  Bein  sind  mehrfach  ge- 
brochen und  geschnitten;  ihr  Altertum  ist  un- 
gewiß. Verwaschen.  Eigentümliche  Mütze.  Rö- 
mische Decorationsfigur. 

2654.  Idol.  Elcnco  p.  38,  Nr.  31.  Früher 
im  Dogenpalost.  D.  229.  Sanmil.  Molin  Hoch 


0,65  m.  Hat  anscheinend  im  Waaser  gelegen.  Ab: 
Kopf,  rechter  Arm,  linker  Unterarm,  Füße.  Neben 
dem  rechten  Unterschenkel  der  fragmentierte 
Oherkörper  eines  Tieres.  Das  entsprechende  Stück 
auf  der  linken  Seite  ist  abgebrochen,  «eine  Reste 
völlig  unkenntlich  geworden.  Auf  der  linken 
Schulter  scheint  ein  Gewand  aufzuliogen.  Auf 
der  Vorderseite  der  Figur  in  vier  Reihen  (nach 
Diitschke  noch  eine  fünfte  unten,  mit  zwei  Büsten) 
übereinander  elf  Büsten,  die  im  Einzelnen  völlig 
unkenntlich  sind;  sie  scheinen  männlich  zu  sein; 
nur  der  Kopf  der  zweiten  Reihe  rechte  scheint 
einen  Schleier  (nach  Dütsehke  lange  Locken)  zu 
tragen.  Genaue  Analogien  nicht  bekannt. 

2655.  Statuette  einer  orientalischen 
Priesterin  (?).  Elenco  p.  38,  Nr  25.  Früher 
im  Dogenpalast  D.  243.  Aus  Samml.  Molin.  La- 
faye,  Histoire  du  culte  des  diviniU*  d'Alcxandric, 
1884,  p.  281,  Nr.  63.  Hoch  0,66  m.  Kopf  und 
rechte  Schulter  waren  früher  ergänzt-  Für  die 
abwärts  gehenden  Arme  puntelli  an  den  Hüften. 
Der  linke  Unterarm  ging  nach  vorn.  Die  Figur 
trägt  einen  feinen,  kurzärmligen,  gegürteten  Chi- 
ton, der  die  rechte  Brust  freiläßt;  über  diesem 
ein  Himation,  dessen  Zipfe)  vorn  iil>cr  den  Bauch 
herabfällt.  Der  Kopf  scheint  verschleiert  gewesen 
zu  »ein.  An  beiden  Armen  Armbänder.  Der 
Gürtel  ist  mit  Verzierungen  geschmückt.  Auf  dem 
Chiton  sind  recht«  zwei  Schmuckstücke  angebracht, 
deren  eines  die  Form  einer  Sichel  hat.  Auf  der 
linken  Seite  des  Chitons  ein  bis  zum  Gürtel  rei- 
chendes durchbrochenes  Schmuckstück.  Auf  dem 
oberen  Querstreifen  Halbmond  zwischen  zwrei  Stier- 
köpfen (?),  auf  dem  unteren  ein  unklarer  Gegen- 
stand zwischen  zwei  Reitern  (?  Flügelgreife?).  Diese 
letztere  Partie  ist  stark  versintert.  Die  Rück- 
seite ist  nur  angelegt.  Ausführung  hart  und 
trocken;  ohne  Stilcharakter. 

2656.  Maske  de«  bärtigen  Hermes- 
Elcnco  S.  38,  Nr.  36.  Früher  im  Dogcnpalast 
D.  162.  Aus  Samml.  Molin.  Ergänzt:  die  Nasen- 
spitze. Das  Unterteil  de»  Hinterkopfes  fehlt. 
Geputzt.  Vortreffliche  Arbeit.  Gehört  zu  den 
zahlreichen,  dein  Hermes  de«  Alkamencs  ähn- 
lichen Köpfen;  genaue  Wiederholungen  scheinen 
nicht  vorhanden. 

2657  58.  Weibliches  Köpfchen  Elenco 
p.  38,  Nr.  35.  Aus  Samml.  Morosini.  0,17  m 
hoch.  Zur  rechten  Schulter  gewaudt.  Band  im 
Haar.  Ober-  und  Hinterkopf  und  ein  Teil  des 
Haares  über  der  Stirn  waren  mit  Kitt  angesetzt: 
nach  dieser  Technik  hellenistische  Originalarbeit, 
aber  von  geringer  Qualität 


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46 


IX.  2659—2671 


Venedig 


46 


2659  2660.  Kol  ossalkopf  einer  Römerin 
als  Juno.  Elenco  p.  13,  Nr.  166  bis.  Früher  im 
Dogcnpalast.  D.  346.  Aus  Sammlung  Molin. 
Friederichs- Wolter«  1517.  Famcll,  Culta  of  Greek 
States  I.  pl.  VI.  0,53  m hoch.  Ergänzt:  Nase 
und  Kinn,  übergangen.  Kopfwendung  zur  linken 
Schulter  aufwärts.  Xackenschopf.  Leicht  indi- 
viduelle Züge.  Danach  idealisiertes  Porträt  in 
der  Art  der  Juno  Ludovisi.  Der  Schmuck  des 
Diadems  ist  natürlich  für  die  Deutung  belanglos. 
Glatte  Arbeit. 

2661  2662.  Behelmter  weiblicher  Kopf. 
Elenco  p.  81,  Nr.  22.  Samml.  Morosini.  0,55  m 
hoch.  Weißer,  grobkörniger  Marmor.  Ergänzt: 
Kinn,  Lippen,  Nase,  kleines  Stück  an  den  Haaren 
links.  Ohrläppchen  durchbohrt.  Mit  zu  starker 
Neigung  nach  hinten  aufgestellt.  Auf  dem  Scheitel 
ein  großes,  schmales  Diibclloch  für  den  Helm- 
husch,  dessen  unterer  Teil  durch  einen  Metallstift 
gehalten  wurde,  für  welchen  ein  Loch  in  der  Mitte 
des  Hinterkopfes  unten  sieh  befindet.  Oberhalb 
der  Ohren  beiderseits  zwei  Bronzestifte  zur  Be- 
festigung der  Wangenklappen.  Decorative  Arbeit 
römischer  Zeit.  Da  wahrscheinlich  aus  Griechen- 
land. eher  Athena  als  Roma. 

2663.  Griechisches  Votivrelief.  Elenco 
p.  39,  Nr.  40.  Samml.  Correr.  0,23  m hoch,  0,34  in 
breit.  Unten  Eins&tzzapfen.  Links  auf  Block 
nach  rechts  sitzender  bärtiger  Gott  in  liiiiiatioii, 
in  der  Linken  ein  großes  Füllhorn,  in  der  Rechten 
Schale  (?):  Agathodaimon  (vgl.  Athen.  Mitt.  XVI, 
S.  24 f.).  Ihm  entgegen,  anscheinend  wie  aus  dem 
Boden  jenseits  eines  Felsens  aufsteigend,  die  stark 
zerstörte  Figur  eines  kleinen  nackten  Knaben 
(Bewegung  des  rechten  Armes  nicht  mehr  kennt- 
lich). Hinter  ihm  die  Adoranten:  Bärtiger,  mit 
erhobener  Rechten,  in  der  Linken  einen  Hahn  (?), 
Frau  mit  Mädchen,  Bärtiger  mit  Mädchen,  Bärtiger. 
Ohne  Inschrift.  Wen  der  nackte  Knabe  dar^tellt , 
wissen  wir  nicht.  Zu  vergleichen  die  nackte  Figur 
auf  dem  Dioskurenrelief  aus  dem  Piräus  (Athen, 
Nationalniuseum  Nr.  1409;  Einzelaufnahmen  1245, 
I ; Svoronos,  Nationalmuseum,  Nr.  107,  S.  15*, 
Taf.  XXXIII,  4;  Phot.  Aiinari  24328;  die  Er- 
höhung, hinter  der  die  Figur  hervorkommt,  wird 
gewiß  mit  Unrecht  für  ein  Schilfsvorderteil  er- 
klärt). 4 Jahrhundert. 

2664.  „Totenmahla.  Elenco  p.  12,  Nr.  158. 
Geschenk  von  Layard.  Aus  Samos.  0,60  m breit, 
0,49  m hoch.  Furtwängler,  Samml.  Saburoff  I, 
S.  26.  Amn.  1.  Pfuhl,  Jahrb.  d.  J.  XX,  1905,  S.  138, 
Anru.  278.  Auf  einer  Kline,  vor  der  runder 
Speisetiseh,  drei  nach  links  liegende  bartlose 


Männer,  deren  vorderster  aus  einem  Phyton  in 
die  Schale  gießt.  Links  auf  Stuhl  nach  rechts 
sitzende  Frau.  Neben  ihr  Dienerin  mit  Kästchen. 
Recht«  kleiner  Mundschenk  nach  rechts  am 
Schenktisch.  Im  Hintergrund  Wand  mit  Zwerg- 
pfcilern.  zwischen  denen  eine  Reihe  von  Attri- 
buten: Spinnkorb,  Schild  und  Helm.  Schild  und 
Schlange,  Pferdekopf.  Ähnliche  Stücke  kommen 
in  Samos  häufiger  vor:  vgl.  Wiegand,  Athen. 
Mitt.  XXV,  1900,  S.  175  ff.  Pfuhl  a.  a.  0.  8.  136. 
Abb.  27. 

2665.  Grabstein  des  Zosimos.  D.  395. 
Ehemals  im  Pal.  Sagredo  Morosini  (*=^  Collegio 
Ravä);  1901  in  das  Museo  Civico  übertragen. 
Conse,  Attische  Grabreliefs,  Nr.  1988,  Bd  IV,  S.  64  f. 
Ergänzt : Spitze  des  Tympanons.  Inschrift:  Zökuuoc 
drjuoo&evtive  Evoarvftn’g.  Etwa  claudiBche  Zeit. 
Ähnliches  Stück  im  römischen  Kunsthandel:  Phot. 
Moscioni  20317.  Inschrift:  TylsK  VloxliprfdAn«* 
MtiXifotoi. 

2666.  Statuette  eines  Mannes  in  Hi* 
mation.  Elenco  p.  40,  Nr.  68.  Ehemals  im 
Dogenpalast.  D 246.  Samml.  Molin.  Hoch 
0,62  m Ergänzt:  Plinthe,  Fiiße  mit  Ansatz  der 
Unterschenkel,  Teil  des  Gewandes  rechts  unten. 
Der  Kopf  (neu:  Nase)  sitzt  mit  zwischengesetztem 
Halse  auf, gehört  aber  anscheinend  zu.  Verwaschen. 
In  der  Linken  Schriftrolle.  Hübsche  spätgriechi- 
sche Arbeit. 

2667.  Torso  eines  Toga  tun.  Elenco  p. 
15,  Nr.  170.  Samml.  Correr.  Rückseite  roh.  Die 
Hände  waren  mit  Bronzestiften  besonders  einge- 
dükelt  Wiederholung  der  zu  Augustus  ergänzten 
Togastatue  aus  der  Venezianer  Sammlung  Giusti- 
niani  im  Louvre,  Cat.  so  mm.  1212  (Hehler,  Bildnis- 
kunst  164;  Bernoulli,  Ron».  Ikon.  II,  1,  S.  36, 
Nr.  53;  Phot,  der  phot.  Gesellschaft  12508).  Beide 
Statuen  unterscheiden  sich  durch  die  Anlage  des 
Gewindes  sowohl  als  durch  die  detaillierte  Wieder- 
gabe der  feinen  Fältelung  deutlich  von  stadt- 
römischen  Arbeiten.  Sie  stammen  wohl  beide 
aus  Griechenland.  Vorzügliche  Arbeit. 

2668  2669.  Kopf  des  Sarapis.  Elenco 
p.  88,  Nr.  30.  Ehemals  im  Dogcnpalast.  Wohl 
D.  231.  Samml.  Molin.  Nicht  ganz  lebensgroß. 
Nichts  ergänzt.  Auf  dem  Oberschädel  Abplat- 
tung für  den  angekitteten  Modius.  Die  Rückseite 
angelegt.  Kurz  in  die  Stirn  fallendes  Haar.  Der 
Arbeit  nach  alexandrinisches  Original. 

2670  2671.  Kopf  eines  bärtigen  Grie- 
chen. Elenco  p.  38,  Nr.  32.  Ehemals  im  Dogen- 
palAst.  D.  317.  Samml.  Molin.  Ergänzt;  Die 
Nase,  Gewnndrest  nuf  den  Schultern.  Unten 


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47 


IX.  2672—26*1 


Venedig 


48 


abgebrochen.  Ganz  verwaschen.  Wiederholungen 
nicht  bekannt.  Typus  den  4.  Jahrhundert*  v. 
Ohr. 

2672  2673.  Gricchisch-ägy  pt  ischcr  Por- 
trätkopf  nun  Basalt.  Elenco  p.  38,  Nr.  28. 
8a mini.  Correr.  Lasari  1481.  v.  Bissing,  Recucil 
de  travaux  (Maspero)  XVIII,  1896,  p.  132 ff.,  lies, 
p.  1391..  mit  Tafel;  derselbe,  Denkmäler  ägypti- 
scher Sculptur,  Text  zu  Taf  105  — 111,  Amn.  22. 
0,15  m hoch.  Im  Nacken  Rest  des  Pfeilers. 
Nach  v.  Bissing  aus  dem  3. '2.  <1  ahrh.  v.  Chr.  „Der 
Kopf  gehört  mit  zum  Besten,  was  wir  aus  Ägyp- 
ten» Spätzeit  haben. - 

2674  2675.  Unbärtiger  Porträtkopf. 
Elenco  p.  38,  Nr.  27.  Ehemals  im  Dogenpalast. 
D.  358.  Sam  ml.  Molin.  Von  Valcntinelli  und  ihm 
folgend  von  Diitschke  und  dem  Verfasser  des 
Elenco  wird  das  Material  al»  künstlich  gefärbter 
Trachyt  von  den  eug&neischen  Bergen  bezeichnet. 
Es  ist  schwarzer  Basalt.  Ergänzt  ist  das  Brust- 
stück, die  Nase,  das  rechte  Ohr,  Flicken  an 
Lippen  und  Kinn.  Lebensgroß.  Vortreffliches 
Porträt  eines  Afrikaners  (?)  wahrscheinlich 
der  republikanischen  Zeit.  Vgl.  etwa  Arndt- 
Bruckmann  208  209. 

2676/2677.  Kopf  eines  römischen  Kna- 
ben. Elenco  p.  39,  Nr.  41.  0,29  m hoch.  Bläu- 
lich-weißer Marmor.  Ohne  Ergänzungen.  Vor- 
zügliche Arbeit  vom  Anfang  des  1.  Jahrhunderts 
n.  Chr. 

2678.  B ronzestatuette  eines  Reiters 
•Schrank  E,  Nr.  67.  Altertümlich,  von  grober 
Arbeit.  Herkunft  uns  unbekannt.  Dem  Stil  nach 
eher  italisch. 

2679.  Kopflose  Bronzestatuette  der 
Athcna.  Elenco  p.  31,  G.  1.  Aufnahme  etwa  in 
Originalgröße.  Die  Gewandanlage  i*t  im  Allge- 
meinen die  der  Athene  Farnese. 

2680.  Bronzestatuette  des  Ero».  Schrank 
D.  In  der  Linken  Fackel,  in  der  Rechten  Apfel 
Über  ähnliche  Stücke  vgl.  S.  Loeschcke,  Lampen 
von  Viudonissa,  S.  480 f. 

2681.  Mosaik.  Elenco  p.  39,  Nr.  38.  Aus 
Aquileia.  Etwa  0,53  in  im  Quadrat.  Villa  mit 
Gartenanlagen  am  Meeresstrande. 

Von  den  bei  uns  nicht  abgebildeten  Nummern 
des  Dütschkcschcn  Kataloge»  werden  die  guten 
Porträt«  in  den  „Griechischen  und  römischen 
Porträts1*  publiciert.  Gesamtveduten  der  Porträts; 
Alittari  12884—87.  Anderes  ist  zu  unbedeutend 
um  veröffentlicht  zu  werden.  Zu  den  übrigen 
Stücken  ist  zu  bemerken: 


D.  80.  Furtwängler.  Originalstatuen,  Taf.  IV,  1. 

S.  292 f. 

D.  190.  Der  Photograph  hat  leider  nur  das 
! Profil  aufgenonimen  (Abzug  bei  Arndt;.  Ergänzt; 
Büste,  der  den  Hinterkopf  verhüllende  Schleier 
aus  schwarzem  Marmor.  Nasenspitze.  Flicken  an 
Unterlippe,  den  Ohren  und  auf  der  rechten  Wange. 
Der  Hals  ist  alt.  Stark  geputzt.  Sehmales  Band 
im  Haar.  Wohl  Porträt  einer  Griechin.  Vgl 
Porträtwerk  2I5/21G  und  Einzelauf nahmen  358,59 
und  1190. 

D.  202.  Phot.  Naya  273.  Alinari  18  636. 
Ergänzt  an  der  I*cda:  Kopf  mit  Hals  und  Hals- 
band, linke  Schulter,  linke  Brust  und  Hälfte  des 
Unken  Oberarms,  Teil  der  linken  Hüfte,  linker 
Unterschenkel,  rechter  Unterarm;  am  Schwan: 
Kopf  und  Hals  und  rechter  Flügel.  Die  profi- 
lierte Plinthe  ist  alt.  Auf  der  Rückseite  ein  bis 
oben  hinaufreichender  Stamm.  Unter  der  rechten 
Adlerkralle  das  Gewand  der  Leda 
■ I).  203.  Furtwängler,  Originalstatuen.  Taf.  V, 

8.  805. 

D.  210.  Furtwängler,  Originalstatuen,  Taf.  1 
ii.  II,  S.  28211.  Die  Zugehörigkeit  des  Kopfes 
schien  mir  nach  eingehender  Untersuchung  der 
Bruchstelle  nicht  ganz  sicher:  direkter  Anschluß 
Bruch  auf  Bruch  war  nirgends  festzustellen ; überall 
ist  Mastix  zwischengegossen.  Rechts  und  vorn  tritt 
das  Halsstück  des  Torsos  vor  dem  des  Kopfes  vor. 

D,  219.  Furtwängler,  Originalstatuen.  Taf.  III. 
S.  296.  Furtwängler»  Angabe,  der  Kopf  sei  un- 
gebrochen, ist  unrichtig.  Er  sitzt  mit  Schnitt  im 
Halse  auf  und  ist  anscheinend  nicht  zugehörig, 
da  er  im  Nacken  etwas  zu  schmal  für  den  Torso 
ist  (der  Unterschied  war  auf  beiden  Seiten  mit 
Mastix  ausgefüllt)  und  der  Kopfhals  Falten  hat, 
die  sich  am  Körperhals  nicht  fortsetzen.  Die  von 
Furtwängler  S.  297  erwähnten  zwei  kurzen  ge- 
drehten Locken  im  Nacken  sind  oben  und  unten 
Angekittet  und  also  wohl  moderne  Zutat  gelegent- 
lich der  Aufsetzung  des  Kopfes  (ganz  ähnlich 
wie  an  Furtwängler  Taf.  VI.  I.  S.  309f.). 

1).  230.  Phot.  Alinari  12900:  Muse  aus  der 
rPhiliskos“gruppe.  Vgl.  zuletzt  Sieveking,  Rom. 
Mitt.  XXXII,  1917,  S.  77,  und  Lippold.  ebenda. 
XXXIII,  1918,  8.  75,  Anm.  8. 

D.  236  habe  ich  b.  Z nicht  gesehen. 

I).  254.  Phot.  Naya  2154.  Votiv-,  nicht  Grab- 
relief.  Überarlwitet. 

D.  256.  Ganz  unbedeutend.  Phot,  bei  Arndt. 

D.  264.  Phot.  Naya  2152.  Furtwängler, 
Originalstatuen,  8.  315 f. 


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Venedig,  Rom.  Hamburg 


50 


49  IX,  2682—2690 

D.  266.  Nur  Profilaufnahme  vorhanden  (bei 
Arndt).  Weißer  italischer  Marmor.  Glatte  und 
leere  Arbeit  nach  einem  Vorbild  des  4.  Jahr- 
hunderts. 

D.  295.  Phot.  Xaya  *2156,  Alinari  12914. 
Vgl.  Einzelaufnahmen  1500.  Osten- . Jahresh.  I, 
1898,  8.  17  ff,,  Taf.  II. 

D.  297.  Phot.  Xaya  2153.  Mon.  Greea  1881, 
pl.  II.  Roscher  s.  v.  Attia  I,  726. 

D.  299.  Fhot.  Alinari  12912.  Friederichs- 
Wolters  1069.  Roscher,  Myth.  Lex.  a.  v.  Heros, 
Sp.  2573,  Anm.  Feinkörniger  Marmor,  dem  peu- 
telischen  ähnlich,  aber  heller,  gelber  und  ohne  i 
die  Schichten  und  die*  charakteristische  Verwitte- 
rung jene«.  Beiderseits  Rand  mit  Löchern  für  | 
Bronzestifte.  Die  untere  Lebte  ist  links  abge- 
brochen, sie  ging  ursprünglich  weiter. 

D.  318.  Habe  ich  leider  nicht  aufnehmen  j 
lassen.  Nach  den  Abbildungen  lei  Zanetti  II,  16 
und  bei  Clarac  554,  1166  ist  cs  eine  Wiederholung 
der  Statue  Giuatiniani  (jetzt  im  Thermenmuaeum): 
Bull,  comunale  XXXII,  1904,  p.  48,  Fig.  8.  Weitere 
Repliken:  1.  Petersburg  273;  2.  ehemals  Jerichau: 
M— D 855  (American  Art  Review  II,  1 [1881], 
p.  56 — 57.  Fig.  9);  3.  Dresden;  Becker,  Augusteum 
Taf.  81  (von  Amelung  erkannt). 

I).  333.  Nicht  gesehen. 

Rom. 

Privatbesitz 

(Professor  Mengarini). 

2682.  Torso  der  Artemis.  Summarische 
Wiederholung  des  von  Klein,  l'raxitelische  Stu- 
dien, S.  53 f.  und  von  Wiegand,  atheo.  Mitt.  XXV, 
1900,  8. 156,  n°  11  besprochenen  Typus.  Vgl.  auch 
Rom.  Mitt.  XXXIII  (1918),  S.  96,  Anm.  1 (Lippold). 

2683  84.  Kopf  des  Hermes.  Ergänzt:  der 
obere  Teil  des  rechten  Flügels.  Aus  Polykleti- 
schcm  abgeleitet.  Saubere  Arbeit. 

Die  Replik  des  einschenkenden  Satyrs  dieser 
Sammlung  ist  bei  Klein,  Praxiteles,  S.  192,  Xr.  12, 
Fig.  30  u.  31,  und  bei  A.  Maviglia,  Bull.  com. 
XXXVIII,  1910,  p.  163,  Fig.  1 veröffentlicht 

Hamburg. 

Museum  für  Kunst  und  Gewerbe. 

2685.  Attisches  Grabrelief.  Purgold, 
das  Hamburgische  Museum  für  Kunst  und  Ge- 
werbe, Hamburg  1902,  S.  87.  Hoch  0,61  m,  breit 
0,275  m.  Frau  nach  rechts,  reicht  einem  zu  ihr 
nufblickcnden  Knaben  in  Himation  die  Hand, 


mit  der  Linken  faßt  sie  das  Obergewand  an  der 
Schulter.  Kurz  geschnittene  Haare.  Oben  Giebel 
in  Relief.  Gute,  noch  etwas  strenge  Arbeit. 

2686.  Attische  Grableky t hos.  Hoch 
1,11  m.  Fuß  und  Mündung  ergänzt.  Ein  nach 

: links  sitzender  bärtiger  Mann  zwischen  einem 
Miidchen,  dem  er  die  Hand  reicht,  und  einem 
zweiten  Mann  mit  Vollbart,  welcher  sich  auf  die 
Stuhllehne  aufstützt.  Inschriften  (nachE.Zicbarth): 
„Neben  dem  Mädchen  TIMA I'OPA ; der  sitzende 
Manu  heißt  AIQN  (zu  diesem  Namen  vgl.  Ro- 
bert, Oedipus,  S.  390);  der  stehende  XM1KPOX 
EAEYXINIOX  (ein  anderer  oder  derselbe  Xfth <q<k 
‘Eitvotno;  J.G.  11,5, 2169  b;  Prosop.  Att.2,Nr.  12759). 
Ausdrucksvolle  Arbeit. 

2687.  C am panarelief.  Hoch  0,17  m,  breit 
0,25  m.  Ein  Schild  mit  Gorgonekm  wird  von  zwei 
halb  kniccnden  Arimaspen  in  Skythentracht  ge- 
halten. An  den  Seiten  vertical  halbierte  große 
Palmctten,  die  die  Platte  al8  Stück  eines  Frieses 
kennzeichnen.  Unten  Fries  einbeschriebener  Pal- 
metten.  Drei  Bofcstigungalöcher  im  Felde.  Gelb- 
licher Thon  — Vgl.  v.  Rhoden -Winnefeld,  Archi- 
tektonische römische  Thonre’iefs,  Taf.  XXII;  a. 
auch  Taf  XXXVI  u.  S.  175,  Abb.  345.  Nachträge 
zur  Zeitbestimmung  und  Verwendung  bei  O.  Roß- 
bach, Berl.  phil.  Woch.  1912,  S.  661  ff.  und  bei 
Sieveking,  Terracotten  der  Sammlung  Loeb,  II,  zu 
Taf.  11 3 ff, 

Privatbo8itz. 

(Früher  Sammlung  A.  Klügmann;  später  bei 
Frau  Hirst,  seit  1913  bei  Herrn  Dr.  Francke; 
über  andere  Antiken  A.  Klügmanns  s.  Einzel- 
aufuahnicn  1944 — 49;*. 

2688  89.  Hermeskopf.  M — D 176.  Hoch 
0,27  m.  Ergänzt:  Nasenspitze.  Unter  der  linken 
Schläfe  ein  tiefer  vcrticaler  Kratzer.  War  ein- 
gesetzt. Leise  Senkung  zur  rechten  Schulter. 
Frische,  aber  nicht  originale  Arbeit  ohne  ausge- 
sprochenen Stilcharakter. 

2690.  Relief  mit  b o g e n s c h i e ß e n d e m 
Apoll.  M— D 4074.  Hoch  0,33  m,  breit  0,34  n». 
Hinten  unbearbeitet.  Unten  0,03  m hohe  Leiste. 
Sonst  überall  gebrochen.  Weißer,  verschieden 
geäderter  Marmor.  Das  Relief  geht  auf  dasselbe 
Original  zurück  wie  der  Apollon  der  Marmor- 
scheibe des  British  Museum  und  gehört  somit  zu 
jener  Niobidencornposition  (Sieveking  and  Buschor, 
Münchner  Jahrbuch  1912,  S.  138ff.),  die  gewöhnlich 
(nach  Robert,  ant.  Sarkophagreliefs  III,  3,  8.  373, 
mit  Unrecht)  auf  die  Reliefs  des  Phidias  am  Thron 
des  Zeus  zu  Olympia  zurückgeführt  wird. 


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51 


Hamburg 


52 


IX,  ‘2691—270(1 


Sammlung  J.  W.  F.  Reimers. 

(Seit  1917  im  Museum  für  Kunst  und  Ge- 
werbe; vgl.  Museumskunde  VIII,  1912,  S.  11  ff. 
Arch.  Anz.  1917,  79  ff.  Der  Kopl  E — A 137879 
befindet  sieh  jetzt  ebenfalls,  aus  der  gleichen 
Sammlung  stammend,  in  diesem  Museum.) 

2691  92.  «Jünglingstorso.  Ehemals  bei 
Bildhauer  Consani  in  Florenz,  später  in  deut- 
schem Privatbesitz.  Hoch  0,64  m.  Rechte«  Stand- 
bein. Stützenansatz  für  den  gesenkten  linken 
Arm  am  linken  Oberschenkel.  Die  rechte  Hand 
wird  vorgestreckt  gewesen  sein.  Im  Hals  ein 
Bleidübel.  Der  Kopf  schaute  leicht  nach  rechts. 
Schön  ist  am  Rücken  die  Drohung  innerhalb  des 
Körpers  zum  Ausdruck  gebracht;  erst  hier  kommt 
die  Lebendigkeit  zum  Bewußtsein,  die  der  Ge- 
stalt trotz  der  strengen  Gebundenheit  des  LTm- 
risse«  innc wohnt.  Die  straffe  Arbeit,  welche  durch 
die  gut  erhaltene  Epidermis  doppelt  zur  Wirkung 
gebracht  wird,  entspricht  dem  strengen  Motiv.  In 
den  Kreis  der  von  Furtwängler  dem  Euphr&nor  zu- 
geschriebenen Werke  gehörig.  Sehr  schöne  Arbeit. 

2693.  Heraklestorso.  Aus  dem  Florentiner 
Kunsthandel.  Hoch  0,49  m.  Ohne  Ergänzungen. 
Die  Arme  waren  angesetzt,  ebenso  befindet  sich 
ein  Sti'tloch  in  dem  hinter  dem  linken  Glutaeus 
sichtbaren  Teil  des  Fells,  dort,  wo  die  Seitenfuge 
endet.  Auf  der  Rückseite  des  linken  Beines 
eine  früher  zur  Aufstellung  eingearbeitete  Rille. 
Linkes  Standbein.  Die  gesenkte  Rechte  hielt  j 
wohl  die  Keule,  der  linke  Arm  war  wenig  er-  1 
hoben.  Am  rechten  Schenkel  scheint  ein  Loch  | 
darauf  hinzuweisen,  daß  hier  die  auf  den  Hoden 
gestützte  Keule  vorl  eiging.  Ihr  würde  in  der 
linken  Hand  am  Vesten  die  Schale  entsprechen. 
Den  Rücken  und  den  Kopf  bedeckte  das  Löwen- 
fell, dessen  Tatzen  unter  dem  Kinn  geknotet 
sind.  An  den  Seiten  ist  das  Fell  scharf  abge- 
schnitten, und  wo  das  oben  erwähnte  Stiftloch 
sitzt,  ist  eine  kreisrunde  4 cm  messende  Bruch- 
Hache,  an  deren  Peripherie  Bronzespuren  sicht- 
bar sind.  Das  Löwenfell  ist  in  seinem  oberen 
Teil  ungegliedert,  unten  wölbt  es  sich  nach  hinten 
aus  und  wird  von  zwei  erhöhten  Bahnen  der 
Lange  nach  eingefaßt;  der  Zweck  der  Zurichtung  j 
ist  nicht  klar.  Ganz  gute  Arbeit.  Ähnlich  dem 
Herakles  im  Louvre  (Giraudon  1183;  Arndt,  La 
Glyptotheque  Ny  Carlsberg,  p.  107,  fig.  56). 

2694.  Statuette  des  sitzenden  Hera  kies. 
Aus  Rom,  später  in  deutschem  Privatbesitz.  Hoch 
0.30  zu.  Der  rechte  Unterarm  war  angcstückt.  Er 


hielt  die  Keule,  die  sich  auf  eine  Bodenerhöhung 
stützte,  vor  der  ein  Stierkopf  lehnt.  Die  vorge- 
streckte Linke  hielt  gewiß  die  Schale.  Ergänzt : 
der  vordere  Teil  des  Halses,  die  Tänie  und  ein 
Teil  der  Rückseite  des  Felsensitzes.  Die  Rück- 
seite vernachlässigt.  Flaue  Arbeit  mit  starker  Ver- 
wendung des  Bohrers.  In  der  Haltung  und  dem 
breiten  Sitze  nahe  verwandt  die  römische  Statu- 
ette Not.  d.  acavi  1889,  245—  Rcinach,  R6p.  III, 
248,  9.  Der  Stierkopf  unter  der  Keule  öfters  bei 
Herakles:  vgl.  Furtwängler  b.  Roscher,  Myt-h.  Lex. 
s.  v.  Herakles,  Sp.  2243;  vgl.  dazu  u.  a.  das  Capitell 
der  Caraeallatherrucn  (Gusman,  L'art  d6coratif 
pl  43),  den  Heraklessarkophag:  Robert  III,  XXXV. 
126b  und  ein  Statuenfragment,  0,39  m hoch,  1913 
bei  Rollin  und  Feuardcnt  in  Paris. 

2695  - 97.  Kopf  , der  Leda  verwandt. 

Aus  dem  römischen  Kunsthandel.  Hoch  0,225  m. 
Gesichtslänge  0,12m.  Nase  ergänzt,  am  Kinu 
Absplitterung.  Gute,  etwa»  Haue  Arbeit,  nur  an 
den  Ohren  unsorgfältig.  Kopfhaltung  und  Haar- 
anordnung an  den  Seiten  stimmen  mit  der  Leda 
(Brunn- Bruckmann  648)  überein,  während  die  An- 
ordnung über  der  niedrigeren  Stirn  abweicht.  Der 
Typus  der  Leda  schließt  sich  offenbar  an  den  der 
Artemis  Colonna  an,  die  B.  Schröder  (Jahrbuch 
d.  J.  XXXVI,  1911,  S.  34 ff.)  mit  Recht  dem  5.  Jahr- 
hundert zugeschrielnm  hat.  Zwischen  der  Artemis 
Colonna  und  den  epidaurischen  Sculpturen,  die 
weit  pathetischer  sind,  steht  auch  der  Hamburger 
Kopf  in  der  Mitte.  Bei  ihm  bringt  das  starke 
Vortreten  der  Wangen  unter  den  Augen  schon 
ein  späteres  Element  hinein.  Oie  Vermutung  Arndts 
und  Lippolds,  daß  der  Kopf  eine  Römerin  der 
augusteischen  Zeit  als  Leda  darstelle,  kann  ich 
mir  nicht  zu  eigen  machen.  Für  das  Individuelle, 
das  sichtlich  dem  Kopf  eignet,  möchte  ich  die 
Epoche,  in  welcher  unsere  Kopie  entstand,  ver- 
antwortlich machen. 

2698  99.  Kopf  eines  Römers  aus  der 
Zeit  des  Gallienus.  Im  deutschen  Kunsthandel 
als  aus  Rom  stammend  erworben.  Hoch  0.30  na. 
Gesichtslänge  0,18  m.  Weißer,  rötlieh  patinierter 
Marmor.  Weinlaubkranz  im  Haar.  Die  Behand- 
lung der  Augen  und  die  an  den  Haaren  ange- 
wandte Technik,  endlich  die  Flächcnhaftigkeit  der 
Arbeit  Finden  in  den  Porträts  des  Gallienus  (Hekler. 
Bildniskunst,  Taf.  298/99)  ihre  nächste  Parallele. 
Nach  dem  Kranz  Priester  oder  Dichter. 

2700.  Z wei  Tcrraeottabüsten.  Aus  Süd- 
etrurien.  Inzwischen  bereits  veröffentlicht;  Arch. 
Anzeiger  1917,  Sp.  94,  Abb.  16  u.  17 


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Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 

Herausgegeben  unter  Mitwirkung  von 
GEORG  L1PPOLD 

' von 

PAUL  ARNDT  und  WALTHER  ANELUNG 

Serie  X 

Text 

Mit  Beiträgen 

von  PHILIPP  LEDERER,  PAOL1NO  M1NGAZZINI,  PAUL  WOLTERS 


F.  BRUCKNANN  A.-G.  MÜNCHEN  1925 


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( ■'*,  tr«  { ) 

Al«  neue  Abonnenten  sind  unserem  Unternehmen  «eit  dem  Erscheinen  der  IX.  Serie  beigetreten: 

Da»  Archaeologische  Institut,  Berlin. 

Die  Buchhandlungen  A.  Aaher  & Co.  und  Emst  Wasmuth,  Berlin,  K.  W.  Hieraemann,  Leipzig. 

Da«  Archaeologische  Museum  der  Universität  Breslau. 

Da«  Archaeologische  Institut  der  Universität  Tübingen. 

The  Univereity  ol  Illinois,  Urbana  U.  8.  A. 

Die  Universitätsbibliothek,  Utrecht. 

Da«  Kunsthistorisehe  Institut  der  Ri  jks- Uni  vereitelt,  Amsterdam. 

Die  Universität,  Oent. 

The  British  School  of  Archaeology,  Athen. 

Professor  J.  D.  Bcozley,  Oxford. 

The  Bryn  MauT  College,  Brvn  Mawr  (Penn«.),  U.  S.  A. 

Da«  Archaeologische  Xutionalmuscum,  Athen. 

Die  Ergänzungsangahen  über  die  Antiken  im  Casino  der  Villa  Borg  heue,  die  P.  Arndt  vor  vielen 
Jahren  gemacht  hatte,  sind  von  P.  Mingazzini  und  G.  Lippold  nachgeprüft  worden.  Den  größten  Teil 
der  Antiken  de«  Palazzo  Barberini  haben  die  Verfasser  de«  einschlägigen  Texte«  nicht  selbst  zu  Gesicht 
bekommen;  die  Ergänzungsangaben  beruhen  auf  Notizen  von  W.  Amelung  und  P.  Mingazzini.  Den  Vor- 
ständen der  Museen  lind  den  Besitzern  der  Sammlungen,  die  die  Veröffentlichung  der  Kunstwerke 
gestattet  haben,  sowie  unseren  Herren  Mitarbeitern,  vor  Allem  Herrn  Dr.  Paolino  Mingazzini  in  Rom, 
der  unermüdlich  und  aufs  Eifrigste  für  uns  tätig  war,  sprechen  wir  unsem  verbindlichsten  Dank  aus. 

München,  Erlangen  und  Rom,  August  1925. 

Paul  Arndt.  Georg  Lippold.  Walther  Amelung. 


Bezugsbedingungen. 

Die  vorliegende  Publication  ist  nicht  durch  die  Buchhandlungen,  weder  im  Abonnement  noch  in 
einzelnen  Blättern,  sondern  ausschließlich  direct  von  der  Firma  F.  B r u c k ni  a n n A.-G.  in  M ü n e h e n 
zu  beziehen,  welche,  um  die  Erreichung  des  wissenschaftlichen  Zweckes  de«  Unternehmen»  zu  erim'Vg- 
lic  hen,  Herstellung  und  Versendung  übernommen  hat.  ohne  daran«  ein  eigentliche«  Verlagsobject  zu  bilden. 

Die  erste  Serie  umfaßt  278  Nummern. 

Die  zweite  Serie  (Nr.  279  578)  enthält  300  Blatt. 

Die  dritte  Serie  (Nr.  579  900)  enthält  322  Blatt. 

Die  vierte  und  alle  folgenden  Serien  enthalten  je  300  Blatt. 

Jede»  Blatt  ist  zum  Preise  von  1 Mk.  (einige  Nummern  in  größerem  Format  zu  2 Mk.)  auch  einzeln 
zu  l»czichen.  Für  Subscribcnten  tritt  eine  Ermäßigung  ein,  so  daß  jede  Serie  240  Mk.  kostet. 

Jede*  Textheft  zu  Serie  I — X kostet  3 Mk.;  das  Register  zu  Serie  I — V 3 Mk.;  das  Gesamt- Register 
zu  Serie  VI  — X erscheint  im  Jahre  192t». 


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Inhalt. 


Nr.  270!  —2784. 
Nr.  2785-  2881. 
Nr.  2882-  2040. 
Nr.  2941  — 2044. 
Nr.  2046—  2005. 


Rom,  Villa  Borghese,  Ourino 
Rom.  Villa  Borghese.  Park 
Rom.  Palazzo  Barbcrini . . 
Neapel,  Museo  nazionale 
München,  Glyptothek  . . 


Nr.  2906  - 2000. 
Nr.  2970  2972. 
Nr.  2973 — 2090. 
Nr.  2997  - 3000. 


München,  Kunsthandel 
München,  Privatbesitz 
Schloß  Tegel  bei  Berlin 
Mitau,  Museum  . . . 


Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Paolino  Mingazzini. 

Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Paul  Wolters,  Paul  Arndt,  Georg 
Lippold. 

Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Paul  Arndt  und  Georg  Lippold. 
Walther  Amelung. 

Philipp  Lederer. 


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1 X,  2701-2709 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino 


Rom. 

Villa  Borghese. 

A.  Nibby,  Monument  i scelti  della  Villa  Bor- 
ghese, Rom  1832.  A.Venturi,  il  Museoe  la( lalleria  Bor- 
ghese (Collezione  Edelweiß  IV),  1893.  — Eine  Nach- 
prüfung der  Amdtschen,  vor  mehreren  Jahrzehnten 
gemachten  Ergänzungsangaben  wird  der  freund- 
lichen Bereitwilligkeit  von  Dr.  Paolino  Mingazzini, 
sowie  erneuter  Untersuchung  durch  G.  Lippold  im 
Herbst  1925  verdankt. 

Vestibolo. 

2701.  Torso  des  sitzenden  Apollo.  Muse- 
ums-Nr.  II.  Overbeck,  Kunstmythologie  des  Apollo, 
S.  204.  Nr.  10.  Reinach,  r^pertoire  II,  (563,  8. 
Abguß  in  Paris,  Ecole  des  bcaux-art«.  Nach  Ven- 
turi  1826  bei  Frascati  gefunden.  Unterlebensgroß. 
Für  Ergänzungen  hergerichtet.  ChlamyB  um  Schul- 
tern und  auf  rechtem  Oberschenkel.  Auf  dem 
Felsen  links  Rest  der  Leier.  Am  Felsen  unten  eine 
Schlange.  Oberkörper  zurüekgelchnt,  etwas  nach 
seiner  linken  Seite  gedreht.  Ganz  jugendliche 
Formen.  Geringe  Arbeit.  Im  Bewegungsmotiv  zu 
vergleichen  der  Apoll  de«  Museo  Barracco  100 
(Helbig*  1096),  sowie  Humann-Watzinger,  Magnesia 
a.  M..  S.  188,  Fig.  187. 

2702.  Männlicher  Torso.  Nr.  III.  Über- 
lebensgroß. An  der  linken  Seite  viel  am  Gewand 
ergänzt.  Der  Kopf  ging,  wie  ec  scheint,  zur  Linken. 
Rechtes  Standbein.  Keine  Stützenreste.  An  den 
Armbrüchen  Löcher  für  die  eingesetzten  Unterarme. 
Am  ehesten  Rest  einer  Imperatorcnstatue. 

2703.  Unterteil  einer  Leda-Nemesis. 
Nr.  IV.  Brunn-Bruckmann,  Text  zu  Tafel  048, 
Nr.  6.  Overbeck,  Kunst rnythologie  des  Zeus,  S.  494, 
Nr.  11.  Vorzügliche  Arbeit.  Vgl.  unten  Nr.  2755. 

2704.  Torso  der  Athens  Parthenos. 
Nr.  VIII.  Hclbig*  1530.  Schreiber,  Athen»  Par- 
thenon, S.  572,  Tafel  IV.  H. 

2705.  Männlicher  Torso  mit  ChlamyB 
und  Schwertband.  Nr.  IX.  Rechtes  Standbein. 
Am  rechten  Unterbein  Rest  des  Stamme«.  Ara 


linken  Oberschenkel  außen  Stützenrest.  Der  linke 
Oberarm  ging  etwas  zurück.  Für  den  gesenkten 
rechten  Arm  Stützenrest  am  äußeren  Oberschenkel; 
weiter  unten  Ansatz  des  Stammes.  Am  rechten 
Schulterblatt  hinten  am  Sch  wert  band  ein  Rest, 
der  etwa  vom  Helmbusch  des  stark  nach  der  linken 
Schulter  gewendeten  Kopfes  herrühren  könnte. 
Das  Schwert  ging  fast  wagrecht  von  vom  nach 
hinten.  Gute  und  sorgfältige  Arbeit.  Aus  dem 
Diomedes  abgeleitet.  Vielleicht  römische«  Porträt. 

2706.  Herakles  - Statue.  Nr.  XII.  Ergänzt: 
1.  Ellenbogen,  hinterer  Teil  des  1.  Oberarms,  Ende 
der  Keule.  Linkes  Standbein.  Puntelli  am  rechten 
Oberschenkel.  In  der  gesenkten  Linken  die  Keule, 
um  den  Unterarm  da«  Löwenfell.  Der  bärtige 
Kopf,  mit  Kranz  und  Schultertänien,  zur  Rechten 
gewendet.  Römische  Deeorationsarbcit  mit  allge- 
meiner Anlehnung  an  Typen  des  IV.  Jahrhundert«. 

2707.  Männlicher  Torso.  Nr.  XV.  Nibby» 
pag.  16,  Nr.  6,  tav.  2 links.  1826  in  Villa  Lucidi 
bei  Frascati  gefunden.  Ergänzt:  unterster  Rüc  ken, 
r.  Brustwarze.  Der  Kopf  war  zur  linken  Schulter  ge- 
wendet. Auf  der  rechten  Schulter  Rest  einer  Stütze» 
die  zum  Handgelenk  führte.  Dos  Motiv  ist  nicht 
ohne  Weiteres  klar.  Nibbys  Gedanke  an  einen 
bogcnschießcnden  Apoll  i«t  unmöglich.  Dem  ersten 
Eindruck,  als  sitze  die  Figur,  widerspricht  die  Hal- 
tung der  Arme;  man  könnte  eher  eine  dem  Krupc- 
ziontreter  ähnliche  Bewegung  vermuten»  bei  welchem 
auch  der  Unterleib  stark  vorgeschoben  ist.  Doch 
scheint  unten  Gewand  angesetzt  gewesen  zu  »ein. 
Im  Vergleich  zu  dem  Krupeziontreter  sind  die 
Formen  einfacher  und  älter.  Gute  Arbeit. 

2708.  Männlicher  Torso.  Nr.  XVI.  Her- 
kunft wie  bei  2707.  Rechtes  Standbein.  Angabe 
der  Adern  auf  dem  Bauch.  Tänien-Enden  auf  den 
Schultern.  Stützenrest  auf  dem  rechten  Oberschenkel 
außen.  Die  Arme  gingen  beide  abwärts.  Der  Kopf 
war  zur  linken  Schulter  gewendet.  Geputzt.  Sehr 
gute  Arbeit.  Brustwarzen  bronzemäßig  Umrissen. 
Der  Statue  in  den  Ufizien  E— A 228  verwandt. 

2709.  Oberteil  einer  Wiederholung  des 
polykletischen  „Narkissos“.  Nr.  XXIII. 


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3 X,  2710-2717 

0,38  hoch.  Furtwünglcr,  Bull.  d.  Int.  1877,  150, 
Nr.  6;  Meisterwerke,  8.  483,  Anm.  3,  Nr.  d.  Modern 
zur  Büste  hergerichtet.  In  der  Mundgecend  quer 
durchgebrochen.  Ergänzt  ein  Stück  uin  die  linke 
Brustwarze.  Gehört  zu  den  flaueren  Exemplaren 
de*  Typus,  den  zuletzt  Bieber,  Katalog  von  Cassel, 
zu  Nr.  11,  besprochen  hat. 

2710.  Torso  eines  sitzenden  Kaisers. 
Nr.  XXVII.  Nibby,  pag.  16,  Nr.  6,  tav.  2,  rechts. 
Herkunft  wie  bei  2707.  Kopf.  Arme  und  Beine 
waren  angesetzt;  die  Anaatzflaehen  sind  modern 
hergerichtet.  Wiederholung  des  Tiberius  im  Lateran 
(Arndt-Bruekmnnn  706;  Helbig3  1167),  genauer 
übereinstimmend,  als  die«  sonst  bei  derartigen 
Figuren  der  Fall  zu  sein  pflegt;  effektvoll,  aber 
derber  in  der  Arbeit,  als  jener. 

2711.  JünglingstorKo.  Nr.  XXIX.  Nibby»  | 
pag.  16,  Nr.  16,  tav.  2,  Mitte.  0,62  hoch.  Für 
Ergänzungen  hergerichtet.  l>er  linke  Arm  war  er- 
holten, der  rechte  ging  etwas  nach  außen  abwärts. 
I>er  Kopf  war  zur  rechten  Schulter  gewandt.  Feine  j 
und  zarte  Körperformen. 

Erdgeschoss. 

Salone. 

2712.  Kolossale  Satyrstatue.  Nr.  XXXVI. 
Helbig*  1531.  Aus  Palazzo  Cevoli  (Sacchetti).  Er- 
gänzt: Kopf,  Arme,  linke«  Bein,  der  größte  Teil 
der  Plinlhe.  Da»  rechte  Bein  ist  antik,  mit  dem 
Plinthenstück  darunter,  das  Knie  ergänzt.  Ira 
Rücken  ein  kurzer  Satyrseh wanz.  Auf  dem  Torso 
Rest  des  ursprünglichen  Bartes,  der  zu  der 
jetzigen  Ergänzung  nicht  stimmt.  Tatzen  de«  Felles 
am  Hals.  Haare  und  Adern  auf  dem  Bauch.  Das 
ursprüngliche  Motiv  läßt  sich  nicht  mehr  bestimmen. 
Helbig  gibt  an,  die  Ergänzung  sei  nach  in  gleicher 
Weise  bewegten  Bronzefiguren  herge*tellt.  Was  er 
damit  meint,  wissen  wir  nicht:  unter  den  zur  Zeit 
Heemskercks  (der  die  .Statue  schon  mit  den  jetzigen 
Ergänzungen  gezeichnet  hat)  bekannten  Bronzen 
kennen  wir  keine  Analogien.  Vorzügliche  Arbeit 
hellenistischen  Stile«. 

2713.  Prinzenstatue.  Nr.  XXXIX.  Nibby, 
pag.  43,  Nr.  7.  Bcmoulli,  Rüm.  Ikonogr.  11,1,  148, 
Nr.  14.  Ergänzt:  Kopf,  rechter  Arm  vom  Ansatz 
an,  linker  Unterarm,  Vorderteil  de«  rechten  Fußes 
und  ein  kleines  StCiek  beim  Knöchel,  die  linke  Wade 
und  das  Stück  de«  Mantel«  hinter  derselben,  der 
Adler.  Die  Tänien- Enden  auf  den  Schultern  sind  alt. 
Die  Reste  der  antiken  Plinthe,  die  mit  den  Füßen  Zu- 
sammenhängen, und  in  die  moderne  eingelassen. 
Gewöhnliche  Wiederholung  des  iu lisch -claudiscben 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino  4 

= — : — * -= . — 1 „ -3 

Prinzentvpua;  vgl.  z.  B.  den  »Marcellus'  in  Neapel: 
Anult- Bruekmann  709. 

2714.  Statue  des  Meleager.  Nr.  XL. 
Nibby,  pag.  43,  Nr.  8.  Helbig*  1532;  dort  die  Er- 
gänzungen. In  der  Anordnung  der  Chlamys  stimmt 
diese«  Exemplar  ziemlich  genau  mit  dem  Kopen- 
hagener  (Ny  Carlsberg  387)  und  dem  ehemals  im 
Palazzo  Strozzi  in  Florenz  befindlichen  überein: 
aber  die  Abweichungen  in  Einzelheiten  beweisen, 
daß  diese  Chlamys  römische  Kopistenzutat  ist.  Über 
Eberkopf  und  Hund  vgl.  Amelung.  Kat.  des  Vati- 
cana II,  S.  34,  und  Winter,  Jahrb.  d.  Inst.  XX XII, 
1917,  228  ff.  Helbig«  Angabe,  der  Körper  zeige 
gedrungnere  Formen  als  das  vatioanisehe  Exemplar, 
läßt  sich  mit  den  Photographien  allein  nicht  nach- 
prüfen. 

2715.  Togastatue  mit  Kopf  des  Augu- 
stus.  Nr.  IXL  ( 41).  Nibby,  pag.  43,  Nr.  8, 

tav.  10.  Helbig*  947  (in  der  3.  Auflage  weg- 
gelaasen). Bemoulli,  röm.  Ikon.  II,  1,  S.  32,  Nr.  25. 
Mariani.  Bull.  com.  XXXVIII,  1910,  pag.  114, 
Fig.  1.  Hekler,  ßiklniskunst  165  b.  Amer.  Joum. 
XXV,  1921,  pag.  145  ff.,  Anm.  2,  Nr.  3;  pag.  158, 
Nr.  8.  »Ergänzt:  Nase.  Stücke  an  der  Gewandung, 
der  rechte  Vorderarm  mit  der  Schale,  die  linke 
Hand  mit  der  Kolli*«  (Helbig).  Der  Kopf  ist  auf- 
gesetzt und  von  anderem  Marmor;  er  ist  deshalb 
wohl  nicht  zugehörig.  Neu  scheint  an  ihm.  der 
Olierschädel  zu  »ein.  Die  Ausführung  der  Statue 
ist  nach  der  Profilierung  der  Plinthe  nicht  vor  das 
2.  «Jahrhundert  nach  Christus  zu  setzen. 

2716.  Statue  einer  Römerin.  Nr.  VIL 

( 44).  Helbig*  II,  S.  235  oben.  Nibby,  pag.  46, 

Nr.  9 oben.  Lippold.  Kopien,  S.  214,  Anm.  218.  Er- 
gänzt: rechter  Vorderarm,  linke  Hand,  Nasenspitze, 
ein  dreieckige«  «Stück  de«  Schleiers  über  der  rechten 
Schulter.  Der  Kopf  ist  ungebrochen.  Der  Körper 
Wiederholung  der  »Tranquillina«  im  Louvre  (Hekler, 
Münchner  arch&ol.  Studien,  S.  203  ff.,  S.  231, 
XL VI  d),  der  Kopf  ein  Porträt  aus  der  Zeit  der  Julia 
Mammae».  Der  Qualität  der  Arbeit  nach  würde  man 
die  «Statue  früher  datieren;  ist  der  (auffallend  kleine) 
Kopf  aus  einem  älteren  Porträt  umgearbeitet  (wie 
die«  Hekler  für  die  »Tranquillina«  vermutet)? 

2717.  Satyrstntuc.  Nr.  VL  (=*  45).  Nibby, 
pag.  125,  Nr.  4.  Beschreibung  Rom«  IIT,  3,  256,  4. 
Helbig*  949.  Clarac  717,  1715.  Früher  im  Zim- 
mer VIII  de«  Erdgeschosse«.  Nur  der  Torso  und 
die  Beine  bis  zur  Mitte  der  Oberschenkel  antik. 
Rückenschwanz  und  starke«  Schamhaar.  Starke 
Drehung  von  Brust  gegen  Bauch.  Die  harte  Becken- 
linie öfters  bei  ähnlich  bewegten  Satyrn. 


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5 X,  2718-2724 


1.  Zimmer. 

2718.  Weibliche  Statue.  Nr.  LVI.  Nibby, 
pwg.  56,  Nr.  2.  Clara«  532,  1 108.  Emzelaufnahmcn, 
Text  zu  1153:  »Feinkörniger,  weißer  Marmor.  Der 
sehr  zerstörte  und  geflickte  Kopf  nicht  zugehörig. 
Ergänzt:  Hals,  Teil  der  linken  Schulter  und  dt* 
linken  Armes,  linke  Hand  mit  Kugel,  Clewand,  da« 
vom  Unken  Unterarm  vom  und  hinten  herabh&ngt, 
Flicken  im  rechten  EUenbogen,  rechter  Zeigefinger 
und  Scharnier  und  vordere  Schenkel  dt*  Zirkels, 
viele  Flicken  im  Gewand  recht«  und  links  vom 
linken  Bein  und  im  linken  Schienbein,  Vorderteil 
de«  linken  Fuße«  mit  Gewand.  In  moderne  Basis 
eingelassen.  Vielfach  gebrochen  und  an  den  Brüchen 
geflickt  .«  Die  Ergänzung  de«  Attribute«  der  Rechten 
zu  einem  Zirkel  ist  unrichtig;  wie  aber  der  an  Hand- 
gelenk und  Unterarm  anliegende  Reet  zu  ergänzen 
ist,  läßt  sich  nicht  sagen.  Auch  an  den  übrigen 
Wiederholungen  sind  keine  Attribute  erhalten.  Uber 
die  RepUken  vgl.  Herkenrath,  Athen.  Mitt.  XXX, 
1905,  245  ff.  und  Milet,  Ergebnisse  I,  V (Nymphae- 
um),  S.  57,  Nr.  4;  S.  00,  Nr.  8;  8. 70.  Lippold,  Kopien 
8. 85.  Anm.  88.  Herkenraths  Datierung  der  tiefgegür- 
teten Frauenstatuen  in  antoninische  Zeit  (vgl.  auch 
Neugebauer,  Asklepios,  78.  Berl.  Winekeltnann.s- 
Progr.,  S.  4,  Anm.  7)  ist  nicht  bewiesen.  Gegen  diesen 
Ansatz  spricht  auch  das  Vorkommen  der  Tracht  bei 
Terraeotten,  die  so  spät  nicht  datiert  werden  können. 
Die  von  Schaal,  de  Euripidis  Antiopc  (Dis«.  Berün 
1914),  S.  67,  Nr.  2 erwähnten  Gruppen  (Froehncr, 
Terres  euites  d’Asie  de  laeoUection  Greau  II,  pl.70, 
Nr.  104;  ßurUngton  Exhibition  1888,  pl.  53)  sind 
allerdings  offenkundig  falsch.  Dagegen  ist  z.  B.  in 
Budapest  ein  echtes  fragmentiertes  Stück  mit  dieser 
Gürtung.  Der  Gürtel  ist  an  unserer  Replik  als 
Strick  gebildet. 

2719  Nebenseite  eines  Pasiphae-Sar- 
kophuges.  Xr.  LXI.  Helbig*  1358.  Ergänzt: 
»An  der  Figur  des  Eros  der  Kopf  und  der  Palm- 
zweig — das  ursprüngliche  Attribut  scheint  ein 
Bogen  gewesen  zu  sein  — , an  dem  Manne  und  an 
der  Frau  die  Nasenspitzen.«  Ursprünglich  vollstän- 
diger: eine  zweite  Säule  ebenfalls  mit  Eros  davor 
war  erhalten.  Nach  Robert  ist  Minos  dargestellt 
der  in  Gegenwart  etwu  seiner  Mutter  Europa  dem 
Poseidon  statt  des  gewünschten  Stieres  ein  Frucht- 
opfer darbringt.  Gegen  diese  Deutung  bestehen 
Bedenken,  da  die  Überlieferung  ein  solches  unblu- 
tige* Opfer  nicht  kennt,  bei  Euripides,  soviel  wir 
wissen,  nur  der  Chor  dem  Vegetarismus  huldigt. 
Auch  sind  die  Eroten  vor  dem  Tempel  nicht 
erklärt.  Eine  andere  Deutung  ist  allerdings  bisher 
noch  nicht  gefunden.  Der  Kopf  des  Minos  lehnt 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino  6 


sieh  deutlich  an  das  Porträt  des  greisen  Sophokles 
, (Arndt- Bruckmann  981  ff.)  an. 

2720 und 2721.  Kopf  des  Apollo. Nr. LX1II. 
Neu:  Büste,  Hals,  wohl  auch  die  Angabe  der  Pu- 
pillen. Überarbeitet  oder  wenigstens  durch  lau- 
fende« Wasser  ganz  mitgenommen.  Die  Haarschleife 
ist  hinten  geknüpft.  Offenbar  vereinfachte  Wieder- 
holung des  Casslcr  Apoll:  der  späte  Kopist  hat  die 
zierlichen  Einzellocken  gruppenweise  zu  größeren 
Strähnen  zusammengefaßt;  an  Stelle  der  Nacken- 
zöpfe kurzes,  herabfallendes  Haar.  Die  Schulter- 
locken sind  weggefallcn.  Wohl  keine  beabsichtigte 
' Umstilisierung,  sondern  Vereinfachung  aus  Bequcm- 
| lichkeit. 

2722.  Relief:  Aias  und  Kassandra. 

I Nr.  LXIV.  Helbig*  1537:  »Ergänzt:  die  Nasen- 
spitze und  die  rechte  Schulter  des  Aias,  die  Nase 
der  Kassandra,  außerdem  ein  Streifen  an  der  oberen 
linken  Seite  der  hinter  Aia«  befindlichen  Säule«, 
ferner  die  rechte  Brust  der  Kassandra.  Stark 
verschmiert.  Die  ursprüngliche  Verwendung  läßt 
sich  nicht  mehr  feststellen.  Wohl  nach  einem 
malerischen  Vorbilde  aus  der  Zeit  des  Frieses 
von  Phigalia;  Epoche  des  Vasenmalcrs  Meidias. 
Von  den  Vasen  mit  der  gleichen  Seen©  ist  am 

i meisten  die  Wiener  Amphora:  Roscher,  Myth. 
Lex.  II,  983.  namentlich  in  dem  wehenden  Mantel 
des  Aias,  verwandt.  Zum  Motiv  vgl.  Lykurg  und 
die  Mänade  auf  den  Marmorvasen  Corsini  und 
| Uandelabri:  Roscher,  myth.  lx*x.  s.  v.  Lykurgos, 
Sp.  2197  ff.,  sowie  dos  Bostoner  Priamce- Relief: 
Brunn  -Bruck  m um»  607  b,  das  auch  im  Stil  Ver- 
wandtschaft zeigt. 

2723.  Knäbchen  im  Mantel.  Nr.  LXV. 
Helbig*  956;  a S.  236.  Holländer,  Plastik  und 
Medizin,  S.  126,  Fig.  57.  «Ergänzt:  das  unterste 
Stück  de«  über  den  linken  Arm  herabfallen- 
den  Mantels,  Füße.  Plinthe,  Nase.«  Vgl.  zu  Nr. 
2726. 

2724.  Archaistische  Fraucnstatue. 
Nr.  LXVI.  Nibby,  pag.  62,  Nr.  7.  Beschreibung 
der  Stadt  Rom  III,  3.  240,  15.  Neu  sind:  linker 

■ Unterarm  mit  Hand  (ausser  den  Enden  der  ersten 
I drei  Finger),  rechter  Unterarm  mit  Hand.  Falten - 
, teile;  der  Kopf  (neu:  Nase),  mit  Frisur  tmianiacher 
i Zeit,  ist  aufgesetzt.  Der  Körper  selbst  macht  den 
Eindruck  eines  antiken  KopisUm-Pästiccio«:  im 
Oberteil  archaistischen  Figuren  von  der  Art  der 
•Spes«  im Conservatorenpalast (Bulle,  archaisierende 
griechische  Rundplastik  Nr.  27)  verwandt,  ira  Unter- 
teil an  Figuren  wie  die  Berliner  Statuette  aus 
C’ometo  (Br- Br  673  1)  erinnernd.  Ober-  und  Unter- 
teil hangen  ungebrochen  zusammen. 


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7 


X,  2726-  2731 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino 


8 


2725.  Frauenstatue.  Nr.  LXVUL  Nibby, 
pag.  62,  Nr.  7.  Beschreibung  der  Stadt  Rom  III, 

3,  240,  17.  Ergänzt:  linke  Hand  mit  Ansatz  den 
Armes.  Kleinigkeiten  an  Füßen  und  Gewand,  der  ! 
Kopf.  Die  Plinthe  ist  ungebrochen;  die  Profilierung  | 
fehlt  auf  der  Rückseite.  In  der  Gewandanordnung 
zu  vergleichen  die  Typen  Doria -Olympia  (E-A  2296) 
und  Magnesia  (Watzinger,  Magnesia,  ä.  202).  Ob 
unser  Stück  wirklich  Kopie  oder  eine  römische 
»Schöpfung«  ist,  ist  nicht  zu  entscheiden. 

2726.  Knäbchen  im  Mantel.  Nr.  LXIX. 
Helbig*  955.  Ergänzt:  »Die  linke  unter  dem  Mantel 
befindliche  Faust,  die  Füße  (mit  unterstem  Teil  des 
Gewandes),  die  Plinthe,  die  Nase.«  2723  und  2726  ! 
standen  bereit*  Ende  des  18.  Jahrhunderts  im  Park 
der  Villa.  Sie  wiederholen  mit  leichten  Varianten 
den  nämlichen  Typus.  Uber  diesen  hat  zuletzt 
Klein,  vom  antiken  Rokoko  S.  134  ff.  gesprochen. 
Seine  Replikenliste  Anm.  169  ist  auf  zwei  Typen  zu 
verteilen.  Bei  dem  einen  ist  der  linke  Arm  höher 
gehoben,  infolgedessen  dos  linke  Bein  stärker  ent- 
blößt. Der  rechte  Arm  ist  noch  weiter  zur  linken 
Schulter  hin  gehoben.  Zu  diesem  Typus  gehören  ! 
von  Kleins  Liste  die  Nummern  1 (Spada)  und  5 I 
(Louvre).  Von  den  Exemplaren  des  anderen  Typus, 
zu  denen  unsere  Nr.  2766  und  Klagcnfurt:  Egger  I 
S.  72,  Fig.  46  hinzukommen,  sind  die  Neapler: 
Inv.  6109  und  6113  nicht  als  Varianten  zu  rechnen, 
da  der  Kopf  von  6100  neu,  der  von  6113  von  frag- 
licher Zugehörigkeit  ist.  Sicher  den  echten  Kopf 
haben  Kleins  Nummern  4 (Wien,  ungebrochen) 
und  3 (Aix,  Replik)  sowie  Klagcnfurt.  Darnach 
sind  die  Köpfe  der  borgheaiachen  Exemplare  wahr-  ! 
scheinlich  nicht  zugehörig;  an  2726  jedenfalls  ist 
der  Marmor  verschieden,  ein  Stück  im  Hals 
zwnschengesetzt . Für  die  immer  noch  nicht  ge- 
sicherte ursprüngliche  Bedeutung  ergeben  sie  I 
nicht*.  Zu  vergleichen  die  Knälichcn  auf  atti- 
schen Votivreliefs,  die  dort  mit  der  Familie  an  treten.  I 
Interessant  ist,  daß  von  dem  Typus  vier-  oder 
fünfmal  Exemplare  paarweise  Vorkommen  (Aix, 
Borghese,  Chiaramonti,  Neapel,  Coetanzi  [ ? M-D 
150—151)).  Von  dem  Kopf  von  2726  Ist  eine  Replik 
der  Statuette  M-D  1166  (Spada)  aufgesetzt.  Eine 
weitere  anscheinend  auf  dem  Pariser  Exemplar  des 
anderen  Typus  (Klein  Nr.  5).  Eine  hat  P.  Jacques 
(Reinach,  pl.  82)  gezeichnet. 

2727.  Relief  mit  Artemis  Kurotrophos(  ?). 
Nr.  LXXL  Helbig3  1636.  Roscher,  Myth.  Lex.  II, 
1630,  55.  Ergänzt:  »ein  dreieckiges  Stück  des 
Reliefgrundes  hinter  «lern  Nacken  der  sitzenden  ! 
Figur,  die  Nasenspitzen  der  beiden  Frauen,  die  ! 
Schnauze  des  Tieres,  die  beiden  freistehenden  Stuhl- 


beine, Stücke  der  unteren  Rahmen  leiste  links.«  Die 
Köpfe  scheinen  überarbeitet.  Ob  nicht  noch  be- 
deutend mehr  ergänzt  ist  (worauf  z.  B.  die  seltsame 
Form  der  oberen  Umrahmung  schließen  läßt),  kann 
erst  nach  gründlicher  Reinigung  des  Reliefs  fest- 
gestellt  werden.  Sicher  neu  ist  noch  ein  Stück  im 
linken  Oberschenkel  der  Stehenden.  An  anderen 
Stellen  scheinen  nur  Sprünge  überschmiert  zu 
sein.  Die  Deutung  der  Sitzenden  auf  Artemis  ist 
durch  Kocherhand  und  Reh  gesichert.  Die  Ste- 
hende kann  naeh  Größen  Verhältnis  und  Tracht 
nicht  gut  eine  sterbliche  F'rau  sein;  eine  mytho- 
logische Erklärung  ist  bisher  allerdings  noch  nicht 
gegeben  worden.  Die  Artemis  ist  im  Stile  des 
5.-4.  Jahrhunderts  erfunden,  die  Motive  der  stehen- 
den F'rau  sind  nicht  vor  der  hellenistischen  Zeit 
denkbar. 

2.  Zimmer. 

2728  und  2729.  Kopf  der  Aphrodite. 
Nr.  LXXXV.  Helbig3  1544  (das  dort  gegebene 
fitst  aus  Nibby  bezieht  sich  auf  Nr.  2747/8). 
Canina,  Tuscolo,  tav.  36  links.  Neu:  Na»e,  Unter- 
lippe, rechter  Augenknochen,  Herme,  hinterer 
Haarschopf,  Flicken  im  Haar.  Verwaschen.  Kopf- 
wendung zur  linken  Schulter  alt.  Vgl.  unten 
Nr.  2747/8. 

2730.  Hüfthermc  des  bärtigen  He- 
rakles. Nr.  LXXXVI.  Helbig3  1545.  Ergänzt: 
die  Nase,  die  Oberlippe,  der  rechte  Backenknochen, 
da«  rechte  Ohr,  ein  Teil  de«  linken  Ohres,  die 
Schnauze  de«  Felles  (da*  linke  Ende  des  Unter- 
kiefer« alt),  einzelne  F'licken.  Der  untere  Teil  des 
Schaftes  war  gebrochen,  ist  aber  samt  Plinthe  (an 
der  hinten  Stücke  ergänzt  sind)  alt.  Mit  Säuren  ge- 
putzt. Eis  gibt  eine  Reihe  ähnlicher  Hermen  (vgl. 
Jppcl.  Bronzefund  von  Galjüb  35),  von  denen 
aber  nur  die  im  Capitol  (Fauno  Roaso  Nr.  15)  und 
die  londoner  Bronze:  Cat.  Br.,  pl.  XXX,  Mitte 

n®  1291  (au«  Halikarna««)  genaue  Repliken  sind. 
Die  Zurückführung  auf  Damophon  beruht  auf 
dem  Vergleich  mit  einer  Münze  von  Megalopolis, 
die  sich  aber  wesentlich  dadurch  unterscheidet,  daß 
Herakles  hier  ithyphallisch  ist  und  aufblickt. 
Übrigen«  ist  die  Beziehung  der  Münze  auf  den  von 
Pausanias  (neben  Werken  des  Damophon,  nicht 
ausdrücklich  als  dessen  Arbeit)  genannten  Herakles 
durchaus  problematisch.  Die  Augensterne  «ind 
leicht  angegeben:  Arbeit  vom  Ende  des  2.  Jahr- 
hundert« n.  C.,  aber  wohl  noch  etwas  früher  als  die 
der  Replik  im  Capitol. 

2731.  Brustbild  der  Tellus.  Nr.  IXC. 
Neu:  Nasenspitze,  Lippen,  Haarbüschel  über  Stim- 
mitte,  die  vier  vorderen  Schulterlocken  (die  hinteren 


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9 X,  2732—2735 

alt),  Stücke  de»  Nackenachopf«,  Flicken  im  Ge- 
wand. Der  Kopf  ist  eingesetzt,  aber  zugehörig, 
da  sich  der  Nackenschopf  auf  dem  Rücken  fort- 
netzt.  Früher  Isis  genannt,  ohne  jeglichen  Grund. 
Das  Relief  der  Basis  (Fruchtkorb  zwischen  Rin- 
dern) läßt  vielmehr  an  Tellus  denken. 

3.  Zimmer. 

2732.  Brunnenschmuck.  Nr.  CVÜ.  Jetzt 
im  8.  Zimmer.  Helbig3  1549.  Ergänzt:  an  der  auf 
dem  Felsen  sitzenden  männlichen  Figur  der  Kopf, 
die  Hälfte  des  rechten  Unterarms  nebst  Hand 
und  Muschel,  das  vordere  Ende  der  Angel,  der 
grosse  Zeh  des  linken  Fusses.  Die  vordere  Hälfte 
des  linken  Unterarms  ist  angesetzt,  aber  nebst 
Hand  (ausser  den  Spitzen  des  ersten  und  zweiten 
Fingers)  alt.  Von  den  beiden  dahinterstehenden 
männlichen  Figuren  haben  sich  nur  Stücke  der  Füße, 
von  der  obersten  Ziege  nur  die  Klauen  erhalten. 
Auch  an  den  anderen  Ziegen  sind  mancherlei  St  ücke 
restauriert.  Vom  Gewand  auf  dem  Felsen  sind  die 
untersten  Falten  alt.  An  der  kleinen  sitzenden 
kopflosen  Figur  links  ist  das  rechte  Rein  bis  auf  den 
Fuss  ergänzt,  an  dem  in  den  Wogen  sitzenden 
Mädchen  links  die  linke  Hand  mit  einem  Stücke  des 
Seethiers.  Der  Felsen  ist  hinten  ausgehöhlt;  da« 
Röhrenloch  endigt  hinten  in  einer  kk*ineren  Höh- 
lung. Zu  Helbigs  Beschreibung  ist  hinzuzufügen, 
daß  der  eine  der  Insassen  des  zweiten  Nachens 
einen  Fisch  angelt,  deren  eine  größere  Anzahl  »ich 
in  den  Wogen  tummelt;  duß  unter  den  Ziegen 
links  ein  Polyp  zum  Vorschein  kommt;  daß  ferner 
für  die  Ziegen  wohl  ein  Wächter  vorhanden  ist: 
die  kleine,  kopflose  Figur  links  oben  am  Felsen. 
Die  Größen  Verhältnisse  des  Sitzenden  machen  es 
wahrscheinlich,  daß  diese  Figur  eine  besondere, 
doch  wohl  mythologische  Bedeutung  hatte.  Sein 
Linkes  Schulterblatt  ist  besonders  stark  gebildet, 
ohne  dass  man  ihn  als  eigentlich  bucklig  bezeichnen 
könnte.  Polyphon»  und  Galatea  ? Spätere  römische 
Dccorationsarbcit . 

2733.  Gefesselter  Knabe.  Nr.  CXIII. 
(Jetzt  im  6.  Zimmer  aufgestellt.)  Clarac  883,  2258. 
Beschreibung  Roms  III,  3.  S.  250,  4.  Helbig3  1556: 
»Ergänzt:  die  rechte  Hand,  abg<»m»hen  von  einem 
Stücke  des  Zeigefingers  und  de«  Daumens,  die 
untere  Hälfte  des  linken  Vorderarmes  nebst  der 
Hand  und  dem  von  ihr  gehaltenen  Gewandzipfel, 
das  rechte  Bein  von  der  Mitte  de«  Oberschenkel» 
abwärts,  der  linke  Untenvhenkcl,  die  Füße,  die 
Plinthc.«  Der  untere  Teil  des  Stammes  hängt  un- 
gebrochen mit  der  modernen  Plinthc  zusammen; 
auch  sein  oberer  Teil  mit  Gewand,  der  vom  Körper 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino  10 


getrennt  ist.  »st  offenbar  neu.  Kopf  ungebrochen, 
i Repliken:  a)  Florenz,  Arazzi47.  Spon,  Misoel Innen 
312,  II;  Reinach,  Repertoire  III,  158,  I;  Athen. 
Mitt.  XXXVII,  1Ö12,  S.  53,  Anm.  2.  Aufnahmen 
für  Brunn- Bruckminn  liegen  vor.  Kopf  ungrbro- 
i eben,  b)  Ehemals  Rom.  Palazzo  Coraetti.  M-D 
, 1155  (Kopf  anscheinend  mit  denen  der  beiden 
I vorigen  Exemplare  übereinstimmend),  c)  Louvre. 

' Cat.  «omm.  304;  Reinach,  rep.  III,  130,  6.  d) 
Etwa  1910  im  Florentiner  Kunsthandel  (Rardini); 
ohne  Kopf,  Arme,  linke  Schulter,  Unterbeine.  Zwei 
weitere  Torsi  im  Vatican,  Galleria  dei  candelabri 
I (Nr.  28  und  61;  Hinck,  Annali  1866,  85).  Bei 
keinem  Exemplar  sind  Flügel  angegeben:  die 
durch  Parallelen  wie  die  Aulos-Gemme  (Furt- 
wängler,  Gemmen  LVII,  9:  Daremberg- Sag lio 
1 b.  v.  Compes,  pig.  1428)  und  die  Boetoner 
! Terracotten:  Phott.  Baldwin  Coolidge  8372  und 
8379;  Handbook  1911,  pag.  114  (aus  Myrina)  nahe 
| gelegte  Deutung  auf  Eros  ist  demnach  unwahr- 
scheinlich. An  dem  Pfeiler  neben  dem  Florentiner 
I Exemplnre  ist  unten  ein  Stierschädel  angebracht, 
der  ein  Heiligtum  andeutet;  weiter  oben  befinden 
sieh  auf  besonderer  Platte  (als  Votiv  zu  denken) 
zwei  Ohren:  der  Knabe  erhofft  Befreiung  durch  die 
Gottheit,  die  hierdurch  als  /jt^xoof  (Weinreich, 

| athen.  Mitt.  XXXVII,  1912,  1 ff.)  charakterisiert 
wird.  Weiteres  läßt  sieh  zur  Deutung  vorläufig 
| nicht  beibringen.  Zur  Fesselung  vgl.  auch  die 
' Münchner  Bronze:  Münchner  Jahrbuch  der  bilden - 
I den  Kunst  V,  1910,  140.  Abb.  3.  Hellenistische 
Erfindung.  Nach  Angabe  des  Augensternes  und  der 
Bohrerarbeit  fällt  die  Ausführung  des  borghesisehen 
Exemplare»  nicht  vor  die  Mitte  des  2.  Jahrhunderts 
n.  Chr. 

2734.  Statue  des  Herakles.  Nr.  CXIV. 
Kopf  gebrochen,  aber  anscheinend  zugehörig.  Er- 
gänzt: Na«e,  linke  Hand  mit  Äpfeln,  rechter  Unter- 

I am»  mit  Keule,  rechte«  Bein  von  Mitte  des  Ober- 
1 schenke!»  an,  linker  Fuß  und  Unterteil  des  Stamme». 
I Kpheukranz.  Pupillen  angegeben.  Starke  Bohrer- 
! arbeit.  Wohl  Porträt  eines  Römers  des  3.  Jahr- 
hundert« n.  Uhr.  als  Hercules  mit  Anlehnung  an 
ältere  Typen. 

2735.  Knabe  mit  Vogel.  Nr.  CXV.  (Jetzt 
im  6.  Zimmer  aufgestellt.)  Helbig1  968.  Reinach, 

| rep.  II,  465,  5.  Au»  der  Sammlung  dclla  Porta. 

I »Ergänzt:  der  linke  Vorderam»  nebst  dem  rechten 
| Flügel  des  Vogels,  die  Unterschenkel  des  Knaben, 
j der  Schwanz  des  Vogels,  der  Stamm,  bemühe  das 
I ganze  darüber  herabfallcnde  Gewand,  die  Plinthe.» 
' Der  Kopf  (neu:  du»  Kinn)  war  gebrochen*  Nach 
Mingazzini  sind  modern  ferner:  der  Hinterkopf, 


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II  X,  2736—2746 


die  Schultern  mit  den  unteren  Enden  der  Haar- 
hinde;  nach  Uppold  auch  beide  Arme.  Im  Haar 
ein  spitz  zu  laufende*  Diadem.  Über  die  Form  des- 
selben vgl.  Arndt,  Strena  Helbigin  na,  S.  13  f. 
Hübsche  Arbeit. 

2736  und  2737.  Kopf,  der  Apollonstatue 
Br— Br  <157  aufgesetzt.  Nr.  CXV1I.  Helbig3 
1548.  »Ergänzt:  die  Nase,  Splitter  an  den  Ohren, 
das  Kinn,  die  längs  des  Halses  hcrnbreiclicnden 
Lenken.«  Nach  einem  Original  vom  Anfang  des 
4.  Jahrhundert«.  Wiederholungen  sind  nicht  be- 
kannt. 

2738  - 40.  Weiblicher  (7)  Kolossalkopf. 
Nr.CXX.  Helbig4 * * * 8  1547.  Beaehr.  Horns  111,  3,  247, 
Nr.  11.  Nibbv  pag.  80.  »Ergänzt:  die  Nase,  beide 
Brauen,  der  größte  Teil  der  Lippen,  das  Kinn,  die 
Haan*  über  der  linken  Schläfe  bi«  zum  Scheitel  hin, 
der  untere  Teil  der  über  den  Nacken  hembfallenden 
Locken,  die  Büsteu  (Helbig).  Modem  geglättet. 
Wiederholung  in  Neapel:  E-A  525  26;  Guida  510. 
Nach  Amelung  (bei  Helbig)  pergamenischer  Typus: 
die  hellenistischen  Elemente  sind  gewiß  unverkenn- 
bar, doch  ist  die  Möglichkeit  zu  erwägen,  daß  die 
Erfindung  als  solche  erst  römischer  Zeit  angehört. 
Ähnlich  da«  Pariser  Hochrelief:  Heydemaiui,  Pariser 
Antiken  (12.  Hallisehes  W’inckelmanns- Programm). 
Taf.  I,  S.  15,  Nr.  2(1;  Uifalvy,  Alexandre,  pag.  33, 
fig.  10,  welches  ebenfalls  früher  in  der  Villa  Borghese 
stand.  Aus  antoninischer  Zeit. 

2741.  Artemisstatuette.  Nr.  CXXUI. 
Nibby,  tav.  44;  Reinach,  rep.  II,  324,  3.  Neu: 
Stamm.  Beine  (rechtes  Knie  alt),  rechter  Arm 
fwmmt  Schulter,  oberste  Falten  am  Hals  link*. 
Nase.  Der  Kopf  sitzt  mit  zwischengesotz  lern  Hals- 
stüek  auf,  acheint  aber  zugehörig.  Wiederholungen 
im  gleichen  Maßstabe  im  Ginrdino  della  l*igrut  165 
und  in  Villa  Borghese.  Portico  dei  Leoni:  E-A  2800. 
Reizvolle,  originelle  Erfindung  au»  der  Zeit  etwa 
der  Wiener  Artemis  von  Larnaka.  Auch  die  Arbeit 
ist  fein  und  zierlich. 

4.  Zimmer. 

2742.  Statue  der  Artemis.  Nr.  C’XXIX. 

Nibby  pag.  91.  Beschr.  Roms  III,  3,  S.  248,  8. 
Clarac  567,  1209.  Ergänzt:  der  rechte  Arm,  soweit 

nackt,  der  linke  Arm  mit  einem  Teil  de«  Ärmels, 
die  Unterbeine,  die  Plinthe  und  der  Stamm  bis  auf 
einen  kleinen  Teil.  Der  Kopf  ist  nach  Mingazzini 
trotz  eines  schmalen  zwischengesetzten  Stücke«  im 

Habe  zugehörig;  auch  da«  Diadem  ist  antik,  nur 
überputzt.  Da«  Gesicht  ist  nach  Lippold  ergänzt 
(Schnitt  ringsum,  direkt  hinter  dem  rechten  Auge 
und  vordem  linken  Schläfenlöckchen).  Der  Köcher 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino  12 


scheint,  soweit  man  von  vorn  sehen  kann,  modern 
zu  sein.  Der  Chiton  ist  dicht  unter  der  Brust  und 
ein  zweites  Mal  über  der  Scham  gegürtet.  Schweins- 
feil.  Hellenistische  Proportionen:  die  Figur  ver- 
breitert sich  nach  unten.  Von  den  ähnlichen  Typen 
steht  am  nächsten  Ny  Carlsberg  80.  Schlafmlriek- 
1 eben.  Die  Haarwellen  charakteristisch  hellenistisch. 
Stark  geputzt.  Gute  Arbeit. 

2743.  Statue  der  „Artemis”. Nr. CXXXV1I. 
Nibby  pag.  91.  Beschr.  Roms  III,  3,  S.  248,  18. 
Clarac  567,  1208  A.  Ergänzt  scheint : rechtes  Unter- 
bein (Fuß  alt)  mit  Knh,  linke  Hand  mit  halbem 
Unterarm,  rechter  Arm.  Am  Kopf,  der  wohl 
zugehörig  ist,  sind  Nase,  Kinn  und  kleine  Flicken 
neu.  Keine  Spur  eine«  Köchers,  die  Deutung 
auf  Artemis  also  fraglich.  Doppelter  Chiton:  der 
untere  mit  Ärmeln,  der  obere  mit  Überschlag; 

i Mantel  auf  linker  Schulter.  Zur  Behandlung  des 
Chitonüberfalles  vgl.  den  Apollo  Barberini.  Auch 
der  Typus  des  Kopfes  gehört  in  die  erste  Hälfte 
des  4.  Jahrhunderts.  Gute  Kopie  eines  eigenartigen 
Vorbildes. 

2744.  Statue  der  „Amymonc*’.  Nr. CLXI. 
Nibby,  pag.  91,  tav.  23.  Helbig2  971.  Zeichnung 
im  Escorialensis:  K-A  1406  (Egger,  Cod.  Escor., 
S.  132  ff.);  dort  Angaben  über  die  Herkunft.  »Er- 
gänzt: der  Kopf  mit  dein  Halse,  der  rechte  Vorder- 
arm nebst  dem  ihm  benachbarten  oberen  Teile  des 

| Delphins,  Splitter  an  den  Füßen«  (Helbig).  Neu 
ferner  auch  ein  Stück  im  Bauch  rechts.  Die 
Schulterlocken  alt.  Ganz  geputzt.  Zu  dem  Typus 
vgl.  den  Text  zu  Br- Br  675  recht*,  wo  unser  Exem- 
plar Anm.  1,  Nr.  14  aufgeführt  ist.  Zu  der  dort 
gegebenen  liste  der  Wiederholungen  ist  als  Nr.  13  b 
hinzuzufügen  da«  Exemplar  im  Provincinlmuseum 
in  Saragossa:  Burrea  y Aragon,  Duque  de  Villa  - 
hermosa,  Discursos  de  Medallas  v antigüedades, 
herausgegeben  von  Jose  Ramön  Melida,  1002, 
| 8.  115. 

5.  Zimmer. 

2745.  Weibliche  Figur.  Nr.  CLXVIII. 
Ergänzt:  Kopf,  Gewand  hinter  diesem,  rechter  Arm 
von  Mitte  des  Oberarmes  ab,  linkerUnterarm,  Falten- 

I teile,  einige  Zehen.  Stützenrest  an  der  linken  Hüfte. 
Abarbeitungen  link«  und  rechts  von  der  Scham. 
Geputzt.  Halblebensgroß,  ln  Einzelheiten  variierte 
Wiederholung  im  Gegensinne  im  Palazzo  Doria: 
E-A  2289/90.  Vgl.  Klein,  vom  antiken  Rokoko, 
S.  127,  der  die  Erfindung  ohne  zureichende  Gründe 
in  den  Beginn  der  Kaiserzeit  datiert.  Hübsche 
Arbeit. 

2746.  Nymphe  mit  Muschel.  Nr.  CLXX. 
j Aus  Sammlung  della  Porta:  röm.  Mitt.  VIII, 


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13  X,  2747-2755 


pag.  240,  Nr.  36.  Kopf  nicht  zugehörig;  Nase 
und  Schulterlockcn  »ind  an  ihm  ergänzt.  Am  Torrn» 
«ind  die  Schulterlocken  alt.  Rechter  Arm  vom  An- 
satz an,  linker  von  Mitte  de«  Oberarms  an  neu. 
Ansatz  der  Muschel  alt.  Geputzt.  Halblebensgroß. 
Leidliche  Arbeit.  Unter  den  zahlreichen  Statuen 
mit  ähnlichen  Motiven  finden  «ich  keine  genauen 
Wiederholungen.  Vgl.  unten  zu  2763. 

2747  und  2748.  Kopf  der  Aphrodite. 
Nr.  CLXXIV.  Nibby,  pag.  105,  tav.  31.  Mitte. 
Helbig*  973.  Br>Br,  Text  zu  576,  Fig.  3.  Ergänzt: 
die  Büste  und  der  ganze  Hinterkopf.  Aufbesserungen 
an  Nase  und  Kinn.  Die  Kopfwendung  zur  rechten 
Schulter  aufwärts  ist  alt.  Geöffneter  Mund.  Das 
Antike  von  guter  Arbeit.  Wiederholung  im  Gegen* 
sinne  von  Einzelaufnahmen  2728/29.  Kein  Anhalt, 
beide  Köpfe  für  Pendants  zu  erklären. 

2749.  Torso  einer  sandalenlösenden 
Aphrodite.  Nr.  CLXXMI.  Bemoulli,  Aphrodite, 
S.  339.  0,93  m hoch.  Kopf  des  Eros,  rechter  Ober- 
schenkel der  Aphrodite  waren  gebrochen;  linker 
Unterschenkel  war  einmal  ergänzt.  Der  Kopf  der 
Aphrodite  ging  zu  ihrer  Rechten.  Gew  and  auf  linker 
Schulter.  Reste  der  linken  Hand  des  Eros  auf  der 
Brust  der  Aphrodite;  er  steht  auf  ihrem  linken 
Oberschenkel.  Lockenrest  auf  der  linken  Schulter 
der  Aphrodite.  Vom  Stamm  ist  nichts  antik.  Über 
das  Motiv  zuletzt  Kl  in,  Rokoko,  S.  86;  vgl.  auch 
E-A  1951,  Mitte.  Hübsche  Arbeit;  geglättet. 

2750.  Knabentorso,  Brunnenfigur.  Nr. 
CLXXX.  Nibby.  pag.  65,  tav.  17.  Reinach,  Reper- 
toire II,  475,  5.  1835  an  Via  Noincntana  gefunden. 
Lebensgroß.  Gefäß  und  Stütze  sind  durchl»ohrt. 
Der  Oberkörper  ist  etwas  zurück  und  zu  seiner 
Linken  gewendet,  das  rechte  Spielbein  etwas  vor- 
gesetzt. Deutung  auf  Hylas  oder  Ganymed  grund- 
los. Gefällige  Arbeit. 

6.  Zimmer. 

2751.  Statue  der  Athen».  Nr.  CLXXXIII. 
Br-Br,  Text  zu  Tafel  008,  Fig.  5.  Helbig3  1557. 
Die  %'on  Hülsen,  löm.  Antikengärten,  S.  56,  Nr.  13 
vermutungsweise  mit  der  unsrigen  ident ificierte 
Carpi’Behe  Statue  war  nach  der  Beschreibung  Ahlro- 
andis  ein  anderes  Stück.  »Ergänzt:  der  rechte  Arm 
nebst  dem  größten  Teile  des  rechten  Ärmels,  der 
linke  Arm  von  der  Mitte  de«  Olierarmes  abwärts 
nebst  der  Hand  und  dem  von  ihr  lierührtcn  Stücke 
des  Schildes,  die  vordere  Seite  de«  rechten  Ober- 
schenkels, die  Zehen  des  rechten  Fußes  mit  der 
darunter  befindlichen  Ecke  der  Plinthe,  ein  großer 
Teil  des  Schildes,  der  Kopf  der  Schlange.  Der  der 
Statue  aufgesetzte  Kopf  ist  antik,  aber  nicht  zu 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino  14 

dem  Körper  gehörig.«  Zu  diesen  Angaben  i«t  hinzu - 
I zufügen,  da»«  gerade  bei  der  linken  Hand  ein  Stück 
des  (ausser  unten)  son«t  ganz  ergänzten  Schild- 
rande« erhalten  ist  und  da««  von  der  Hand  keine 
i Spur  mehr  festzustellen  ist.  Neu  i«t  ferner  der  linke 
große  Zeh.  Rechts  an  der  Hüfte  eine  große  schräg 
i aufwärts  gehende  Stütze.  Nnckenhaar.  Am  Kopf 
i «ind  ergänzt:  Lippen,  Nasenspitz*,  vorderste-  Teil 
de«  Helme«  und  de«»en  Rhujm\  Der  Schild  ruht  auf 
einem  Blattkapitell.  Der  unten*  Teil  der  Aegis  ist 
1 umgckrempclt ; die  geknöpften  Halbärmel  gesichert. 
Kopisten  Variante  der  Dresdner  prax  italischen  Ar- 
temis (zu  dieser  vgl.  zuletzt  Bieber,  zu  Cassel 
17  — 19).  Die  Arbeit  der  Statue  ist  wesentlich  ge- 
ringer als  die  de«  Kopfe»,  der  einen  Typus  unge- 
fähr der  gleichen  Zeit  wiedergibt. 

2752  und  2753.  Weiblicher  Kolossalkopf. 
Nr.  CLXXXVi.  Arndt,  la  Glyptotheque  Ny  Carls- 
berg* S.  50,  Anm.  4.  Ergänzt:  Büste,  unterer 
Teil  des  Halses,  Na«e,  groß«*  Stücke  am  Oberkopf 
und  der  ganze  Hinterkopf.  Dal  linke  Ohr  mit 
I der  Partie  dahinter  ist  alt.  Feinkörniger,  stark 
bläulicher  Marmor.  Die  Pupilionangabe  anscheinend 
j antik.  In  den  Kreis  der  von  Arndt  a.  a.  O.  zu- 
sam  menge» teilten  Werke  gehörig. 

2754.  Beckenträgerin.  Nr.  OIXC.  H«*l- 
big2  976.  Aus  Sammlung  dclla  Porta.  Die  Statue 
ist  au«  zwei  Teilen  zusammengesetzt : Schnitt  in 
der  Höhe  des  Nabels.  Ergänzt:  «1er  ganze  Hals 
summt  dem  Oberteil  der  Brust,  »««laß  die  Zugehörig- 
keit des  Kopfes  nicht  erweisbar  ist  (so  auch  Ainohing 

j zu  Vatican,  Gail,  delle  Statue  405),  der  linke  Busen, 

I beide  Arme  mit  dem  Gefäße  (welche«  von  Helbig 
I auf  Grund  einer  «über  «lern  linken  Knie  vorhandenen 
AriHatzspur«  für  gesichert,  gehalten  wurde;  doch  ist 
die««*  ganze  Stelle  jetzt  vollständig  ü bersch  miort), 
der  vordere  Teil  de«  rechten  Fuße«,  Spitze  de«  linken 
großen  Zehe«;  am  Kopf  Nase  und  Kinn.  Gänzlich 
verputzt.  Geringe  Arbeit.  Der  vaticnnischen  Statue: 
Helbig3  214  nächst  verwandt,  doch  in  den  Einzel- 
heiten nicht  genau  übereinstimmend.  Der  Kopf- 
typu«  etwa  aus  der  Zeit  de«  Sauroktono». 

2755.  Leda.  Nr.  CVIIC.  Nibby,  pag.  112, 
tav.  35.  Canina,  Tiiseolo.  tav.  35,  links.  Bewehr.  Rom» 
111.  3,  S.  252,  10.  Br  Br,  Text  zu  648,  Nr.  5.  1823 
in  Villa  Lucidi  bei  Frascati  gefunden.  Neu:  linker 
Arm,  Vorderteil  de«  rechten  Daumen»,  da«  herab 
fallende  Gewand,  Hinterteil  de»  Sitzes,  größter  Teil 
«ler  Basis  mit  dein  Fußschemel,  linker  Kuß  und  drei 

| Zehen  des  rechten,  Hals  und  Kopf  de«  Schwane  i. 
Kopf  der  Leda  ungebrochen;  «ler  Oberkopf  neu.  Da« 
Ganze  völlig  geglättet.  Zu  der  bei  Br-Br  a.  a.  0. 
gegelx*nen  Repiikenliste  i«t  zu  bemerken,  daß  ein 


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15  X,  2756—  2760  Rom,  Villa  Borghese,  Casino  16 


Exemplar  aus  Villa  Borghese,  dos  mit  keinem  der 
genannten  identisch  «ein  kann,  abgebiklet  ist  in 
dem  Auktionskatalog  Capobianchi,  23. '24.  März 
1893  (»Muaee  du  Pavillon  de  l’Horloge  ä la  Villa 
Borghese«),  pl.  II,  Nr.  323;  vgl.  (Jraeven,  röm. 
Mitt.  VIII,  243,  zu  Nr.  20.  Dagegen  könnte  das 
nicht  abgebildete  Exemplar  Nr.  251  dieses  Katalogs 
das  Münchner  oder  das  Kopenhagner  »ein.  Die 
dritte  in  diesem  Kataloge  aufgeführte  l>eda  Nr.  785 
gehört  nicht  hierher,  da  sic  überlebensgroß  war.  Ke 
befanden  sich  also  vier  Exemplare  in  Villa  Borghese, 
die  allerdings  nicht  alle  gleicher  Herkunft  waren 
(vgl.  Graeven  a.  a.  0.).  Nachzutragen  ist  ferner  der 
Kopf  auf  der  Statue  E-A  788. 

2756.  Knabe  im  Mantel  (Wiederholung  von 
Nr.  2723  und  2726).  Nr.  CVIC.  Ergänzt:  Plinthe, 
Füße  und  Unterteil  des  linken  Unterschenkels,  Stück  * 
in  rechter  Hüfte  und  rechter  Schulter.  Falte  an  der 
linken  Seite,  Mantelrand  hinter  dem  Halse.  Der 
Kopf  (ergänzt:  Hai«,  Nasenspitze.  Kinn  und  Ober- 
teil der  Kopfbedeckung)  weicht  von  dem  gesicherten 
Typus  ab,  gehört  daher  nicht  zu. 

2757  — 59.  M&dchenttatue.  Nr.  CVC.  Hel- 
big3  1564.  Ergänzt:  der  rechte  Arm  von  der  Mitte 
des  Oberarme«  ab,  der  linke  Unterarm  mit  der 
Hand  und  dem  erhobenen  Zipfel  de«  Oewandcs,  die 
Nase.  Viele  Ausbesserungen  am  Oe  wand.  Die 
antike  Plinthe  ist  in  eine  moderne  eingelassen. 
Am  rechten  Oberschenkel  außen  verschmierte 
Stelle:  vom  Attribut  der  Hand.  Kopf  und  Hai« 
sind  eingesetzt,  die  Grenzlinie  verschmiert;  im 
Nacken  kein  genauer  Anschluß  an  das  Gewand. 
Die  Arbeit  des  Körpers  (vgl.  z.  B.  den  linken 
Oberarm)  ist  wesentlich  besser  als  die  des  Kopfe«, 
dessen  Zugehörigkeit  auch  dadurch  zweifelhaft  wird. 
Die  Statue  selbst  wird  ein  griechische«  Original. 
Grahstatue  des  4.  .Jahrhunderts,  sein,  während  der 
Kopf  ein  Kinderporträt  au«  der  Zeit  der  Ludovisi- 
scheti  Menelnosgruppe  ist. 

2760.  Asklepios  und  Telesphoros.  Nr.CIC* 
Hclbig  3 975.  Holländer.  Plastik  und  Medizin, 
S.  129,  Fig.  59.  »Ergänzt:  an  der  Figur  de«  Asklepios 
die  Nase,  der  rechte  Arm,  der  Schlangenstab, 
abgesehen  vom  unteren  Ende,  die  linke  Hand  mit 
der  »Schale;  am  Telesphoros  der  Kopf.  Die  Ober- 
fläche hat  durch  starkes  Abputzen  gelitten.«  Vom 
Typus  der  Statue  sind  keine  Wiederholungen  be- 
kannt. Der  Kopf  steht  dem  Asklepios  von  Melos 
nahe;  seine  Zugehörigkeit  ist  nach  Mingazzini  wegen 
der  Gleichheit  von  Marmor,  Proportionen  und 
Arbeit  wahrscheinlich,  nach  Lippold  fraglich.  Die 
Arbeit  der  Statue  ist  gewöhnlich. 


7.  Zimmer. 

2761  und  2762.  Kopf  der  Statue  des  auf 
einem  Delphin  reitenden  »Satyrs.  Nr.  0C. 
Hclbig3  1560.  Ergänzt:  die  Nasenspitze.  Der  Hals- 
bruch  ist  verschmiert,  der  Kopf  aber  zugehörig. 
Er  besteht  aus  dem  gleichen  streifigen  Marmor. 
Die  Ohren  waren  von  jeher  spitz,  ihre  Form  verdankt 
nicht,  wie  man  gemeint  hat,  einer  Überarbeitung 
ihre  Entstehung.  Die  Erfindung  geht  gewiß  noch 
in  die  hellenistische  Zeit  zurück.  Zum  Motiv  vgl. 
auch  E-A  1418. 

2763.  Bacchantin.  Nr.  OCI.  Hclbig3  979. 
Alt  nur  der  Torso  von  der  Brust  abw  ärts  bis  unter  die 
Kniee.  Ergänzt  auch  die  ganzen  äußeren  Falten  an 
der  rechten  Seite.  Reizvolle  Arbeit  nach  einem 
Vorbild  der  späteren  hellenistischen  Zeit  (Mädchen 
von  Anzio). 

2764.  Statue  des  »Paris«.  Nr.  CCI1I. 
Helbig*  980.  Antik:  Torso  vom  Hals  abwärts  bis 
zu  den  Knieen  (Glied  neu)  und  linker  Arm  mit  Ge- 
wand (Partieen  um  Ellbogen  neu).  Der  stark  ver- 
waschene Kopf  (ergänzt:  die  Nase  und  das  Ende  der 
Mütze)  antik,  Hber  sicher  nicht  zugehörig;  das  Hals- 
Ende  des  Kopfe«  hinten  bedeutend  schmäler  als 
das  de«  Torso«.  Das  Motiv  entspricht  im  Gegen- 
sinn dem  de«  polykletiachon  Narkissos.  Kopf  ohne 
besonderen  Stilcharakter. 

2765.  Statue  der  Aphrodite.  Nr.  OCXV. 
Beechr.  Roms  III,  3,  »S.  2.54,  13.  ßernoulli,  Aphro- 
dite, S.  256,  Anm.  1.  Ergänzt:  der  Kopf,  der  Ober- 
leib bis  unterhalb  der  Brüste,  die  Arme  bis  auf  die 
linke  Hand,  die  Glutaecn.  Die  Füße  sind  alt;  die 
antike  Plinthe  in  die  moderne  eingelassen.  Kaum 
lebensgroß.  Motiv  der  Aphrodite  von  »Syrakus,  über 
die  zuletzt  Klein,  Rokoko,  S.  88  f.  gesprochen  hat. 
Genaue  Wiederholungen  scheinen  bei  dieser  Aphro- 
dite nicht  vorhanden  zu  sein,  ein  Zeichen»  daß 
kein  maßgebend«»  älteres  Original  zu  Grunde  liegt. 
Vgl.  oben  zu  2746.  Gute  Arbeit. 

2766.  Statue  der  Athena.  Nr.  OCXV II 
Hclbig3  1559.  Beechr.  Roms  III,  3,  S.  254,  15. 
Neu:  Plinthe,  Füße  (vom  linken  der  Ansatz  alt), 
rechter  Arm.  linker  Arm  bis  auf  den  Ansatz 
an  der  Schulter  und  das  Unterteil  der  Finger, 
Unterrand  der  Aegis,  unterer  Rand  de«  Feploa- 
über falle«,  der  Kopf  (unterer  Rcat  des  ein  wenig 
zur  rechten  »Schulter  gehenden  Nackenschopfes 
alt).  Hoch  1,58  m.  l>cr  Typus  der  Statue  ist 
von  Reisch  (österr.  Jahresh.  I,  S.  55  ff.;  vgl, 
zuletzt  Bieber,  Skulpturen  in  Cassel,  S.  15  f.)  mit 
der  Athena  des  athenischen  Hcphaistciona  in  Ver- 
bindung gebracht  und  dem  Alkamene«  zugeschrieben 
worden.  Das  Beweisstück  ist  ihm  der  dem  Schild 


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17 


X,  2767  — 2774 


Rom,  Villa  Borghese,  Casino 


18 


als  Unterlage  dienende  Akanthoe  an  der  Replik  von 
Cherchell.  Da  dieser  aber  sich  nur  an  jener  einen  Replik 
findet,  die  drei  anderen  Repliken  (Borghese,  Ros* 
pigliosi,  Chiurnmonti)  aber  dafür  das  künstlerisch 
bedeutend  interessantere  Motiv  des  eingestützten 
Armes  haben,  so  muß  das  Exemplar  von  Obere  bell 
als  Umbildung  gelten:  der  Kopist  wollt«*  den  im 
Original  fehlenden  Schild  anbringen.  Der  Akanthos  j 
als  Schildstütze,  den  die  Athens  Hephaisteia  hatte, 
findet  sich  auch  bei  der  Athcna  E*A  2751,  wo  er 
ja  sicher  erst  durch  den  römischen  Kopisten  hinzu- 
gefügt  worden  ist.  Gegen  die  Zurückführung  auf 
Alkamenes  spricht  auch  der  Stil : das  Original  kann 
nicht  älter  sein  als  die  Eirene  des  Kcphisodot.  Die 
Qualität  des  borghesischen  Exemplare»  wird  von 
Reisch  S.  71  untemchätzt. 

8.  Zimmer. 

2767  und  2768.  Kopf  der  Statue  des  Mar- 
syas.  Nr.  CCXXV.  Helbig3  1564.  Linker  und 
hinterer  Oberkopf  war  abgebrochen.  Von  dem  Kopf 
gibt  es  zwei  genaue  Wiederholungen:  1.  Florenz, 
Museo  archeologico.  Milani.  Guida  II.  tav.  XLIII; 

I,  S.  314.  Nr.  44.  Minto,  Bott,  d’arte  XIV,  1920, 
pag.  46,  fig.  6.-  2.  Rom,  Kunsthandel.  Stark  fragmen- 
tiert, von  Araelung  photographiert.  Diese  beiden  Re- 
pliken, die  mit  dem  borghesischen  Kopf  genau  über- 
einstimmen, beweisen,  daß  dessen  Eigentümlichkeiten 
nicht  erst  der  umbildenden  Hand  des  Kopisten  ihre 
Entstehung  verdanken.  In  der  Ausführung  läßt 
sich  wirklich  nicht  »widerliche  Virtuosität!  der 
Marmorarbeit,  sondern  nur  getreue  Wiedergabe  des 
Bronze  Vorbildes  erkennen.  Dieses  gehört  noch  «lern 
Kopf,  wie  bereits  Klein  (Geschichte  der  griechischen  I 
Kunst  III,  232)  richtig  bemerkt  hat,  in  die  Nähe 
des  jüngeren  (lysippischen)  Sokratctsporträta,  ist 
aber  stilistisch  bereits  vorgeschrittener.  Noch  weiter 
entwickelt  ist  der  Kentaurenkopf  im  Conscrvatoren- 
palast:  Helbig3  925.  Der  Kopf  der  Marsyaastatuo  I 
im  Conservatorenpalast:  Helbig3  954  weicht  so 
stark  von  dem  borghesischen  ab,  daß  ein  directcr 
Zusammenhang  nicht  wahrscheinlich  ist. 

2769.  Männliches  Sitzbild.  Nr.CCXXVÜ. 
Helbig1  982.  »Modem:  der  rechte  Arm  mit  dam 
Plektron,  der  linke  Arm  mit  dem  ihn  bedeckenden 
Teile  des  Mantels,  die  Lyra,  wie  die  über  die  Lyra 
fallende  Gewandmasse.  Doch  ist  «1er  unmittelbar 
unter  der  Lyra  herabreichende  Gewandstreifen 
antik,  und  die  an  seinem  oberen  Ende  sichtbare 
Einbiegung  läßt  darauf  schließen,  daß  auf  dem  Uber 
den  Sitz  herabfallenden  Gewände  ein  Gegenstand 
aufgestützt  war.«  Diese  Angaben  bedürfen  bei  der 
raffinierten  Ausführung  der  Ergänzungen  einer 


Nachprüfung  durch  Reinigung.  Hinzuzufügen  wäre 
zunächst  noch,  «lass  Plinthe,  Füße,  Sitz  und 
Unterteil  ungebrochen  Zusammenhängen;  dass  das 
Gewand  über  dem  R ückcn  und  die  Faltenrücken 
| zwischen  den  Beinen  ergänzt  sind,  und  dass 
vom  Gewand  oberhalb  der  Schamgegend  nichts 
antik  ist.  Durch  Nabel  und  Brust  gehen  wag* 
rechte  Bruchlinicn;  im  wesentlichen  ist  der  Ober- 
körper aber  alt.  überarbeitet.  Der  Kopf,  an 
welchem  Nase,  Kinn  und  Ränder  des  Petasos 
ergänzt  sind,  kann  schon  seiner  Kleinheit  wegen 
nicht  zugehören.  Seine  späte  und  rohe  Arbeit 
verbietet  eine  bestimmte  stilistische  Einreihung. 
Die  Statue  zeigt  in  Körperformen  und  Gewandung 
Elemente  des  5.  Jahrhunderts;  doch  möchten  wir 
sie  nicht  mit  Sicherheit  als  Kopie  eines  Werkes 
dieser  Zeit  bezeichnen.  Eine  Deutung  ist  nicht  zu 
geben,  da  die  Attribute  modern  sind. 

2770.  Statue  des  Sarapis.  Nr.  CCXXXIII. 
Helbig3  1563.  Arbeit  sehr  gering.  Wichtig  nur 
wegen  des  Kerberos. 

2771.  Gruppe:  sitzender  Mann  und 

kleines  Mädchen.  Nr.  CCXXXXI.  Helbig3  1561. 
Die  Deutung  hängt  davon  ab,  ob  die  Schultcrloeken. 
wie  Amelung  und  Lippold  angeben,  ganz  nuxlem, 
oder,  wie  Arndt  notiert  hat  , durch  Ansätze  gesichert 
sind.  Im  enteren  Falle  könnte  cs  eine  Grabgruppc 
griechischer  Art  von  Vater  und  Tochter  sein.  Andern- 
falls kämen  nur  Apoll  oder  Dionysos  (vgl.  E-A  2088) 
mit  einer  Schutzbefohlenen  in  Betracht.  Der  dem 
Mädchen  aufgesetzte  Kopf  ist  der  eines  Knallen 
truianischer  Zeit. 

I.  Stock. 

2772.  Wiederholung  der  großen  Her- 
culanenserin.  Nr.  CCLVILL  Nibby,  pag.  57, 
tav.  14.  Beschr.  der  Stadt  Rom  III,  3,  238,  4. 
Aufnahme  direct  von  vorn:  Alinari  27  469.  Er- 
gänzt: Kopf,  rechter  Ellenbogen  mit  halbem  Ober- 
und Unterarm  bis  zur  Hand,  vorderer  Teil  der 
linken  Hand  mit  Ähren.  Geputzt.  Gute  Arbeit. 

2773  und  2774.  Kinderkopf.  Nr.  CX?LX. 
Bruststück  und  Kinn  neu.  Der  Oberkopf  war  ge- 
sondert gearbeitet  und  abgefallcn;  er  ist  sicher 
alt.  Am  Schnitt  ist  ringsherum  auage  bessert. 
Wiederholungen  in  München,  Glyptothek  Nr.  250  A 
(jetzt  Nr.  477)  und  Petersburg  223.  Der  Halsrest 
der  Münchner  Replik  läßt  erkennen,  daß  der 
Kopf  stark  nach  der  rechten  Schulter  abwärts 
bewegt  war.  Typus  vom  Beginn  der  hellenistischen 
Zeit.  Das  Borghesische  Exemplar  steht  dem  Münch- 
ner an  Qualität  nach. 


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Rom,  Villa  Borghose,  Patino 


10  X,  2775— 2784 


20 


2775  - 2777.  Rep  ik  den  Herakles  Far- 
nese. Nr.  CCLXI.  Schon  im  EHcorialensu»  gezeich- 
net: E-A  1480.  Hülsen,  römische  Antikcngärtcn, 
8.  56,  Nr.  5.  Stephani,  Ausruhender  Herakles, 
S.  163,  Nr.  12.  Amelung,  Florentiner  Führer,  S.  32 
zu  Nr.  14.  Sieveking,  Terraeotten  Loeb,  II,  S.  48, 
Alim.  5.  Der  Kopf:  Text  zu  Br- Br  609,  Abb.  4 
und  5.  Vielfach  gebrochen  und  ergänzt,  aber  ini 
Wesentlichen  richtig.  Nach  Mingazzini  ist  die 
Plinthc  antik  und  nur  in  Kleinigkeiten  ergänzt. 
Neu  sind  weiterhin  Flicken  in  den  Oberschenkeln, 
der  größte  Teil  der  Brust,  Stücke  am  Fell,  der 
rechte  kleine  Zeh.  am  linken  Fuß  der  große  Zeh, 
der  zweite  Zeh  und  zwei  Flicken,  ferner  die  Finger 
der  linken  Hand  und  das  Unterteil  der  Nase,  die 
Finger  der  rechten  Hand  Nimmt  den  Äpfeln.  Ver- 
kleinerung des  Originales  auf  Lebensgröße.  In  der 
Qualität  der  gleich  großen  Florentiner  Replik: 
E-A  346  (Brogi  18060)  lad  Weitem  ü Ix* Hegen.  Die 
Ähnlichkeit  der  Haarbehandlung  mit  der  des  Ares  | 
Ludovisi  springt  in  die  Augen. 

2778.  Weibliche  Gewandstatue.  Nr- 
CCLX1I.  Nibbv,  tav.  34,  pag.  114.  Bosch r.  der 
Stadt  Rom,  111,  3,  8.  253,  Nr.  14.  Der  Kopf,  wenn 
nicht  ganz  modern,  jedenfalls  nicht  zugehörig;  neu 
auch  die  Unterarme,  das  Ende  des  Gewundzipfels 
vorn,  die  Nasenspitze.  Wiederholungen  sind  nicht 
beknnnt.  Gute  Arbeit. 

2779  -2781.  Kampfgruppe.  Nr.  CCXLV. 
Hel  big*  1565.  Rolx?rt.  Sarkophage,  II.  S.  142.  Er- 
gänzt ist  auch  der  Kopf  der  weiblichen  Figur  und 
die  Nase  des  Kriegers  unter  dem  Pferd.  Die 
richtige  Deutung  der  Gruppe  hat  Habich,  die 
Aiiuizoncngruppe  des  attalischcn  Weihgeschenkes 
S.  67  ff.,  gegeben:  die  Reiterin  ist  nicht  eine  Ama- 
zone, sondern  eine  römische  Person ification,  wie 
Virtus,  die  Unterlegenen  Barbaren,  da*  Ganze 
Denkma  1 eines  römischen  Triumphes.  Ein  d i re  c ter 
Zusammenhang  mit  pcrgamcnischer  Kunst  ist  nicht 
anzunehmen.  Die  Ausführung  ist  gering,  aber  nicht 
sehr  spät.  Eine  genauere  Datierung  läßt  sich  in- 
folge der  starken  Überarbeitung  nicht  geben. 

2782.  Gruppe  von  Ares  und  Aphrodite. 
Nr.  CUL.  Nibby,  tav.  44.  pag.  110.  Ravaisson, 
VY-nus  de  Milo,  pl.  7,  1,  p.  210.  Reechr.  der  Stadt 
Rom,  111.  3,  S.  251,  Nr.  3.  Furtw&ngler,  Meister- 
werke, S.  621h  Anm.  1.  Montelatiei  p.  274.  Lippold. 
Kopiecn.  S.  276,  zu  X V II,  Anm.  292.  Aus  der  ßamm-  ( 


lung  von  G.  della  Porta:  röm.  Mitt.  VIII,  S.  237; 
S.  240,  Nr.  39.  Der  Umfang  der  Ergänzungen  ist  aus 
der  Skizze  bei  Ravaisson  ersichtlich:  nur  den  Kopf 
des  Ares  halten  Furtwftngler  und  Arndt  für  antik 
(an  ihm  sind  Nase,  Unterlippe,  linke  Wange,  Kinn. 
Teil  des  Helm  husche«  neu).  Mit  dem  linken  Fuß 
tritt  Aphrodite  auf  die  Waffen.  Die  Füße  der 
drei  Figuren  waren  nie  von  der  Plinthe  getrennt. 

Der  Typus  der  Aphrodite  von  Uapua  ist  in 
römischer  Zeit  mit  zwei  verschiedenen  Arestypen 
zu  einer  Gruppe  verbunden  worden:  einmal  mit 
«lern  des  Ares  Borghese,  das  andere  Mal  mit 
einer  aus  dem  Doryphoroa  abgeleiteten  Figur.  Zu 
letzterer  Abwandlung  gehört:  unsere  Gmpjx\  die 
Florentiner  (Alinari  1256),  das  Relief  von  Side, 
das  Medaillon  der  Faust ina  minor  (Gnocchi,  i mc- 
daglioni  romani  II,  67,  8).  Als  Einzelfigur  ist  der 
Ares  dieser  Uombination  in  der  Statue  der  Villa 
Alhani  E-A  1099  erhalten;  der  aufgesetzte  (und 
vielleicht  doch  zugehörige)  Kopf  ist  hier  allerdings 
nach  der  anderen  Seite  gewendet.  Die  Arbeit  der 
borghcsiachcti  Gruppe  nicht  vor  hadrianischcr  Zeit. 

2783.  ßronzestatue  eines  Knaben. 
Nr.  CCL1I.  Nibbv,  pag.  89.  Beschr.  der  Stadt 
Rom  111,  3,  249,  32.  Bernoulli.  röm.  Ikon.  II,  3,  74. 
Saodrart,  Teutsche  Akademie  1 1. 2,T.  ee,  rechts,  S.  57 
( »SammluviL7  Arundel» ; vgl.  Michaeli«,  Anc.  Marbkw. 
p.  297,  Nr.  7).  Aus  Sammlung  G.  della  Porta:  röm 
Mitt.  VIII,  S.  240, 43.  Hoch  1,03  m.  Dunkelgrüne 
Patina.  Viele  ant  ike  Ausbesserungen  von  Gußfehlem. 
Das  linke  Bein  scheint  verdrückt  zu  sein.  Der  rechte 
Arm  mit  der  Kugel,  der  von  der  linken  Hand  ge- 
haltene Gewandzipfel,  der  linke  Vorderfuß,  wohl 
auch  der  Oberkopf,  mit  schlechter  Patina,  sind 
modern.  Das  linke  Bein  war  beim  Ansatz  des  Ober- 
schenkels und  unter  dem  Knie,  das  rechte  im  Knie 
und  am  Fuß  gebrochen.  Der  Hai«  ist  verschmiert, 
der  Kopf  wird  aber,  obgleich  er  etwa«  zu  groß 
erscheint,  doch  wohl  zugehören.  Das  Genital  fehlt. 
Das  Gewand  ist  gesondert  gearbeitet  und  aufgelegt. 
Hohe  jagdstiefelähnliche  Fußlieklcidung,  oben  mit 
Löwenfell  abschließend.  Porträt  aus  der  2.  Hälfte 
des  2.  Jahrhunderts  n.  Uhr. 

2784.  Weiblicher  Kopf.  Nr.  CX’LVII.  In 
eine  moderne  Büste  eingelassen.  Der  Hals  ist  quer 
durchgehrochen.  Ergänzt:  Nasenspitze,  oberer  Teil 
des  Diadems,  der  ganze  Kopfschleier.  Stark  ge- 
putzt, aber  wohl  antik.  Charakterlose  römische 
Arbeit  ohne  bestimmten  Stilcharakter. 


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21 


X,  2785  - 2780 


Rm,  Villa  Borghese,  Park 


22 


Rom. 

Villa  Borghese. 

Park. 

2785.  Statua  togata.  M — 1)12015.  Bestaun;  j 
avambraccio  destro,  mano  sinistra,  piede  destro  con  1 
un  tratto  della  toga  Aderente,  una  fetta  di  ambo  lc  | 
spalle.  La  Iwvse,  aderente,  <*  incnstrata  entro  quella 
mtxlema.  Altezza  della  statua  metri  2;  della  testa,  | 
cm.  40.  — 1-a  teata,  evidentemente  non  pertinente,  ' 
e un  ritratto  di  Domiziano.  l<n  statua  presenta  la  ! 
stessa  foggia  di  toga  ehe  il  N°  2835  e va  quindi  datata  ! 
eome  quella,  nella  seconda  nictA  del  secondo  sceolo; 
perö  il  lavoro  di  trapano  piii  frequente  e sopratutto 
il  grosso  fagotto  sotto  il  ginocchio  destro  piii  nctta- 
mente  distinto  eolloeano  questo  pento  qualelie  de*  I 
eennio  piü  in  basso,  pur  rimanendo  sempre  entro 
il  seeondo  secolo. 

Forse  da  identificarsi  eon  la  statua  mcnzionata 
nella  roecolta  di  antichitA  di  G.  B.  Della  Porta 
pubblicata  in  Röm.  Mit t.  1893,  pg.  230.  X°  4. 

2786  e 2787.  Pcplophoroa.  M — D 847. 

Di  restnuro:  testa  e collo,  ninbo  le  brnccia,  i seni. 
molti  tratti  del  vestito,  i piedi.  La  base  ovale  £ quasi 
tutta  antica.  La  fetta  di  restauro  sotto  le  ginoechia 
A solo  superficiale.  La  parte  posteriore  non  era  di 
certo  appoggiata  ad  un  pilastro ; perft  le  pieghe  sonn  | 
aasai  schematiche  e la  trottazione  fiel  manto  cosl 
superficiale,  che  non  vi  e dubbio  che  la  statua  f«jsse 
appoggiata  ad  una  parete.  — Aasai  prolmhilmente 
la  statua  rappresentava  una  cariatide,  perb  ini 
semhra  assolutamente  escluso  che  possa  trattarsi 
di  una  copia  anche  mediocre  di  una  opera  greca. 
Infatti  le  pieghe  suirapoptygma  differiscono  non 
solo  da  quelle  degli  original!  greei  (Kreehteion),  ma 
anche  dalle  eopie  romane  e «lalle  imitazioni.  I/unica  1 
statua  ehe  puö  in  certo  quäl  modo  fiaragonarsi  a 
questa  A una  delle  cariatidi  di  Monaco  (E  — A 850)  | 
che  mi  sembra  indubbiamente  opera  ronmna  corne  I 
le  alt  re  tre,  che  per«')  non  preaentano  quel  lavoro 
di  trapano  che  presenta  quella  e ehe  qui  6 spinto 
cosl  a fondo.  Al  nostro  p«*zzo  assegnerei  come  data 
deM'esecuzione  la  fine  dell'etA  adrianca  o il  prin- 
cipio  del  regno  di  Antonino  Pio.  ('fr.  comc  lavoro 
ed  anche  come  t ipo  Museo  Torlonia.  tav.  LX XXIX, 

Na  302. 

2788.  Torso  virile.  Non  «ul  Matz-Duhm 
La  Mtatua,  cosl  restauruta,  trovavasi  innanzi  la  | 
facciata  del  Museo  (Cfr.  Alinari  0708,  Anderson  440, 
Moseioni  0190),  donde  fu  trat  in  per  sostituire  il 
Dionysos  M— D 384  che  trovaai  tuttora  all’ Anti* 


qunrium  (su  questa  sostituzione  vedi  Bull.  Com. 
1919,  pg.  139,  nota  1.).  Di  restauro:  testa  e collo, 
ambo  lc  brnccia  eccctto  i monconi,  i genitali,  i glutei, 
le  gambe,  il  tronco,  la  base.—  II  torso  non  A una 
rcplica  esntta  del  Kutiro  Ludovosi,  un  dl  attribuito 
a PraMsitele  giovanc  (Br— -Br  370;  Bull.  Com.  1892, 
Tv.  XI  — XII),  ma  ne  e una  Variante  aasai  leggera. 
Nella  statua  Ludovisi  il  braccio  sinistro  scende  in 
una  linea  piü  retta. 

2789.  Statua  colossale  di  Esculapio 
M— D 56.  Riprodotta  in  Reinach.  L’album  de  Pierre 
.Jacques,  pg.  110,  tav.  12  e quindi  riprodotta  in 
Rep.  III,  11,1.  1/idcntitA  della  statua  con  quella 
dist'gnata  £ confermata  dalla  mancanza,  nel  disegno, 
dcll’avambraccio  destro,  della  parte  inferiore  della  da* 
va  c della  regioncattoraoal  ginocchio  destro.  ehe  nel 
petto  in  questione  sono  di  restauro.  Che  le  due  teste 
sieno  la  stessa  non  mi  sembra  e nemmeno  e prol»abile, 
giacchc  la  testa  della  statua  di  villa  Borghese  semhra 
imitata  dal  Io  Zeus  di  Otricoli,  che  fu  rin  venu  ta, 
come  A noto,  solo  verso  la  fine  del  700.  La  statua 
trovavasi  al  tempo  del  Pierre  Jacques  nel  Mausoleo 
di  Augusto,  donde  fu  tratta  dal  Pacetti  cheneavreb- 
be  complctnti  i restauri  dopo  averla  aequistuta, 
eome  ei  attesta  il  Guattani.  in  Monumenti  antichi. 
inediti,  vol.  1, 1784,  novembre.  pg.  XCeBegg.,Tv,  II. 
La  testa  ivi  riprodotta  A indubbiamente  quella 
attuale.  Il  disegno  del  Guattani  e ripetuto  in 
Chirac  549»  1158  (donde  Rep.  I.  289.  1).  Per  un 
errore  forse  di  stampa  »ul  Chirac  A detto  che  la 
statua  trovavasi  nella  coli.  Hope  il  che  giA  smentisco 
il  Michaelis,  Ancient  Marhles  in  Great  Britain. 
pg.  284,  9.  La  statua  fu  dal  Pacetti  venduta  al 
Principe  Borghese,  ehe  la  collocö  nel  posto  ehe  es«« 
occupa  tutt-ora,  eome  ci  attesta  Io  ste«8o  Guattani 
in  „Memorie  Eneielopediche“  III,  pg.  88.  n°  27. 
La  statua  e stata  aneora  eitata,  senza  esse  re  ident  i- 
fieata,  dnl  Kjellhcrg,  Asklepios,  pg.  36.  nota  2,  N°  10, 
e dal  Neugebauer,  Asklepios,  pg.  50.  nota  196.  Restau* 
ri:  testa,  avambraccio  destro  con  l'attributo  sino  all* 
altezza  del  gomito,  il  piede  destro,  la  parte  posteriore 
«iel  piede  smistro,  un  largo  tratto  del  manto  uttorno 
al  ginocchio  destro,  la  parte  anteriore  deiromphulos. 
un  breve  tratto  della  base  sotto  la  parte  inodernn 
deiromphulos  e sotto  il  piede  sinistro.  Dimension! 
«loppie del  naturale;  indice  della  mano destra, cm.  20. 
Omphalos  appena  sbozzato.  — Ilsottotipocui  appur- 
tiene  la  nostra  statua  si  distingue  dagli  nltri sottotipi 
caurninati  dal  Neugebauer  per  le  pieghe  diagonal, 
che  solcano  la  parte  inferiore  del  manto.  Amelung 
in  R5m.  Mitt.  1903  pg.  1,  sgg.  e poi  ii  Ncugebaucr 
hanno  elencato  varie  repliche  di  questo  tipo  (manca 
in  ambedue  la  statua  del  Museo  di  Guimet  ricordata 


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23  X,  2790—2795 


<lal  Sovignoni  n pg.  377  de!  suo  orticolo;  ilnuitu*ro7 
dcll’elenco  del  Neugebauer  = R£p.  II,  38,6  coin* 
cide  probabilmentc  oon  Fröhner  400),  fra  le  quali 
predominano  le  Statuette.  mentre  la  nostra  e l'unica, 
mi  sembra,  di  dimensioni  coloosali.  Anehe  entro 
questo  tipo  si  riseontrano  numeroae  varianti  che 
non  po—ono  eaeere  attribuite  aemplicemente  oi 
copist  i,  nia  debbono,  almcno  nclle  linee  esscnziali, 
risalirc  ai  divcrai  originali,  la  cui  esistenza  ci  e attcs- 
tata  dalle  monete  delle  diverse  citta.  Le  dimensioni 
coloHHali  fanno  pensa re  ad  una  statua  di  culto;  uno 
Bcopo  ornamentale,  quäle  lo  avevano  le  statue 
eolossali  delle  Terme  diCaraealla.  mi  sembra  cscluso 
dalla  buona  epoca  cui  la  statua  appartiene. 

2790.  Muha.  M— D 1514,  Tutta  la  parte 
inferiore  del  corpo  e del  pilastro,  dall'altezza  del 
pol  so  destro  in  giü,  e modern».  Sono  inoltre  moderne 
la  testa  col  collo.  la  spalla  sinistra,  la  mano  sinistra 
con  la  parte  nuda  del  polso.  II  rcstauro  della  parte 
inferiore  mi  sembra  in  genere  giusto.  Nessuna 
replica  csatta  a me  conosciuta.  Cfr.,  pel  motivo, 
Br- Br  673,  E-A917  (=  Rep.  III,  197. 7),  Rucaeh 
137.  Pro babif mellte  Variante  dell'artistA  romano. 

2791  e 2792.  Busto  di  Alessandro  Seve- 
ro.  Ree ta uro:  estrernitA  destra  del  busto.  II  busto 
e certainente  pertinente,  non  solo  perchA  la  frattura 
all»  base  del  collo  £ troppo  iiregolare  e troppo  ben 
colli m ante  per  appartenore  a due|>e7.zinon  pertinenti, 
ma  soprat  utto  perchc  la  forma  del  busto  e propria 
del  teinpo.  — I dati  tecnici  (capelli  e baffi  a oolpetti 
di  raspa).  stilistici  (pupilla  a euorc,  sguardo  volto 
in  alto  «1  a sinistra)  e soprat  utto  fisiognomiei  con* 
fermano  truttarwi  di  un  ritratto  di  Alessandro  Severo 
(222  -235),  rappresentato  in  uno  degli  Ultimi  anni 
della  sua  vita,  easendo  egli  morto  a 26  o 27  anni. 
Piü  vecchio  quindi  che  sul  ritratto  di  Firenze 
(Bernoulii,  III,  Tv.  XXIX  — XXX),  ma  della  atessa 
eta  di  quello  vaticano  (Sala  dei  busti  361  Amclung 
II,  Taf.  71  ca  Visconti,  Museo  Pio-Clcmentino  VI, 
tav.  56). 

2793.  Ercole.  M — D 106.  La  patina  uniforme 
prodotta  dall'esposizione  all'aperto  rende  assai 
diffieile  dire  con  eaattezza  quali  sieno  le  parti  di 
rcstauro.  Certamente  moderne  mi  sembrano:  la 
testa,  ravambraceio  sinistro  con  la  pelle  di  leone 
sino  airaltezza  dell'inizio  della  gamba.  la  base, 
amho  i piedi,  il  malleolo  sinistro,  il  rialzo  di  terra 
con  la  fnretra.  Dubhi  — ma  propendo  piü  per 
considerarli  inodemi  ehe  antichi  — mi  sembrano  il 
polpaccio  destro  e la  gamba  sinistra  da  metA  femore 
a metA  polpaccio.  Il  braccio  destro  «1  il  braccio 
sinistro,  se  sono  modern!,  provengono  da  un  rcstauro 
differente  dai  rirnanenti.  La  testa  del  leone  mi  sem- 


Rom,  Villa  Borghese,  Park  24 


I bra  antica  ed  aderente  alls  eoecia  sinistra;  il  vello 
I A trattato  in  modo  differente  dalle  parti  certamente 
| di  rcstauro.  Infine  c>  stato  rcstauroto  in  cemento  il 
! membro.  Altezza.  senza  la  base,  metri  1,90.  — 11 
torso  appartenevu  probabilmcnte  al  tipo  rappresen- 
tato  da  Clane  791,  1982  (RAp.  I,  467,  1),  802  C, 
1984  B (Rep.  I,  474,  1).  Assai  simili  sono  pure 
ß— A 64  (Rep.  II,  226,  7)  ed  E A 132  (RAp.  II, 
209.  8)  che  differiseono  dai  primi  per  la  posizinne 
dcll»  mano  destra  poggiata  sul  fianeo,  anziche  sul 
gluteo.  Ambeduc  i tipi  sono  derivati  dall’Ercole 
Farnese,  ma  £ diffieile  deeidere  Be  la  Variante  spetti 
ad  un  artista  ellcnistieo  o ad  un  artista  romano. 

2794.  Replica  della  c.  d.  Poli  mn  in  della 
Sala  delle  Muse.  M — D1450.  Rcstauri:  la  testa  e 
l'indice  della  mano  destra.  La  base  appartiene  alla 
statua.  Questo  esemplare  non  si  trova  sulla  lista 
eompilata  dalla  signorinn  Esther  Boise  van  Deman 
in  A.  J.  A.  1908,  pg.  335.  Agli  esemplari  ivi  eleneati 
vanno  aggiunti  nitro*):  Ny  Carlsberg,  tav.  XXVII, 
n°  394;  Milani,  Guidn.  pp.  323,  n.  140.  e la  re- 
plica dcll’ Antiquarium  Comun&le  ricordata  da 
Amclung  nel  testo  ad  E~A  1993,  pg.  49,  N°  4. 
In  quanto  alla  data  dell'originale,  tutto  ciö  che 
aappiamo  dello  svolgimento  stilistico  dell’arte 
greea  eselude  che  un'opera  di  tale  raffinamento 
tcenico  c stilistico  e di  una  torsione  sul  proprio  aeee 
cosi  forte  (assai  piü  che  neH’Apoxyomenos,  benche 
non  come  nella  “Innocenza”  della  Sala  del  Gladiatore 
nel  Museo  C’apitolino)  possa  appartenere  al  IV  see. 

i Le  duc  uniche  dato  possibili  sono  o quelle  del  le 
eosidetto  Muse  di  FiJisco  o 1’etA  adrianea  tarda; 
quest'ultima  mi  sembra  preferibile  a causa  del  ca* 
rattere  della  testa,  ehe  nella  unione  di  forme  classi* 

I camentc  oomposte  con  un  sentimento  melanconico 
| s'inquadra  assai  meglio  in  questa  etä  (cfr.  Bulle. 

I Archaisierende  griechische  Rundplastik,  pg.  31; 

I cfr.  anehe  il  eosidetto  Antinoo  della  Sala  del  Gladia- 
tore  nel  Museo  Capitolino)  ehe  nell’etA  ellenist iea. 

2795.  Piccola  Ercolancse.  M— D 1451. 
Kestauri:  testa  e collo.  ambo  le  mani,  la  base,  il 
piede  destro  per  la  parte  ehe  emerge  dal  manto. 
l’estremitA  inferiore  del  panneggio  fra  i piedi  e per 
un’altczza  minima;  manca  infine  TestremitA  inferi- 
ore  del  manto  dietro  il  gomito  sinistro.  Dalla  mano 
sinistra  alla  coscia  destra  po&sa  un  taglio,  ehe  perö 

; non  6 cosi  orizzontale  da  far  credere  che  la  statua 
1 sia  stnta  eseguita  in  due  pezzi  singoli.  Ambo  le  parti 
l sonocertamenteantiche.  Ptedeain.ealzato.--llno(Stro 
esemplare  non  6 compreso  nell’elenco  redatto  dalla 
signorina  Esther  Boise  van  Deman  in  A.  J.  A.  1908. 
pg.  333  ne  in  quella  dello  Hekler,  Römische  weib- 
liche Gewandstatuen,  pg.  227,  tipo  XV  (fra  i due 


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25 


X,  2796-  2798 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


26 


elenchi  si  arriva  a 42  repliche  statuaric;  ma  la  lista 
ui  potrebbe  ogevolmente  raddoppiare).  Le  differente 
ehe  si  risrontrano  nel  panneggio,  rispetto  alTesem- 
plare  di  Drcada  ( Br  — Br  558),  vnnno  attribuitc 
allo  stile  dolle  opoche  alle  quali  appartongono  per 
IWcuzionc  le  due  replicbe.  panneggio  e raratterizzato  dal  contrasto  tra  le  parti 

2796.  Ara  funcraria  di  Sesto  Pedio  che  coprono  le  gambe  - quasi  senza  pieghe  ed 
Hirruto.  Non  sul  M — D.  L'iscrizione  trovasi  in  aderenti  ad  esse  — ed  il  rirco  „sacco“  nel  mezzo, 
C.  I.  L.  VI,  1485  XIV,  3994.  dove  * ripetuta  la  che  si  divide  in  tre  grosse  pieghe  separate  da 
bihliografia  anteriore.  Le  prime  tre  linee  sono  solehip  rofondi  presso  a poco  uguali.  Una  stiliz- 
riprodotto  anche  in  Hiibner.  Exempla  epigraphica  »«one  del  panneggio  assai  simile  la  presenta 
script ume  linguae  latinae.  n°  274.  L’individuo  6 1 I’ Apollo  della  Sala  delle  Muse,  che  va  attribuito 
menzionuto  altresl  nella  Prooopographia  Iinperii  ad  un  periodo  di  poco  anteriore.  Ad  una  gene- 
Romani,  III,  pg.  20,  n°  153.  Altezza  m.  1,90,  larg-  razione  piii  tarda,  almeno  per  quel  che  riguarda 
hczza  m.  1,20,  profondita  m.  0,80;  altezza  delle  let-  | l’eeecuzione,  va  invece  assegnato  il  bellissimo 
tere  mm.  95,  90;  sui  lati  orcio  e pater».  — Pctti-  Apollo  Citaredo  riprodotto  in  E— A 1180—1181, 
natura  c busto  adrianei;  cfr.  Bemoulli,  II,  2.  tav.  j ora  nella  Glvptotera  di  Monaco  (Furtwängler— 
XXV'I,  dove  ritroviamo  anche  il  drappo  poggiato  Wolters,  Führer»  213  a),  dove  le  pieghe  centrali 
su Ha  spallu.  Un  altro  esempio,  contemporaneo  a 1 *000  divenute  piü  frequenti  e meno  regolari.  Al 
qucato,  di  busto  entro  l’acroterio  tra  pulvinari  in  I regno  di  Marco  Aurelio  attribuisce  il  Curtiua  il 
Altmann.  Römische  Grabaltäre,  pg.  246,  fig.  193.  I rifacimento  del  motivo  ellenistico  di  Athena 
La  datazionc  6 interessante,  oltre  ehe  per  gli  epi-  | in  atto  di  allacciarsi  1’egida  oonservata  nel 
grafisti,  anche  per  gli  »torici  delle  magistrature  i Liebighaua  di  Francoforte  aul  Meno  (Stadel— Jahr- 
romane, avendo  il  figlio  (ehe  riuppare  in  C.  I.  L.  VI.  ’ buch,  III,  pg.  186—195),  le  cui  pieghe  centrali  sono 
1485  = XIX,  3995)  occupato  la  carica  di  legatus  nncor  piü  sminuzzatc  «1  irregolari.  Una  stilizza- 
juridicus  Asturiae  et  Gallacciae  (su  questa  *ione  simile  trovasi  anche  sulla  base  della  colonna 
carica,  vcdiC.I.  L.  II,  Supplement». col.  LXXXVI).  Antonina  nel  Giardino  della  Pigna.  Tutto  cid  co- 

2797.  Torso  di  Artemide.  M-D  2374.  ! sPir«  * datare  il  rifacimento  in  eta  adriane». 

Robert,  die  antiken  Sarkophagreliefs.  III,  2,  2798.  Statuetta  di  Artemide.  M — D 694. 

tav.  59,  pg.  226,  n°  185,b.  v.  Leukippiden.  — Altezza  Altezza  cm.  31.  — La  linea  del  kulpos  d viaibile 
cm  75;  altezza  della  base,  cm  7.  11  Robert  solo  j *>tto  la  linea  sinuosa  della  nebride;  una  zampa 
dubitativnmente  colloca  questo  pez/o  frn  i frain*  pendc  dalla  spalla  ainistra,  un’altra  aulla  gamba 
menti  di  aarcofago.  L’altezza  della  base  cd  il  fatto  | sinistra;  aulla  gamba  deatra  una  protubernnza  in- 
ehe  un  tratto  di  essa  ha  la  superficie  liseia  e non  forme  indica  che  la  mono  deatra  pendeva  inerte, 
frammentaria  conferma  che  si  tratta  di  una  statua.  Ixt  cinta  ehe  tra  versa  diagonalmente  il  pezzo, 

Il  dubbio del  Robert  se  la  cinghia  che  passa  tra  i due  j rende  quasi  sicura  la  denominazione  di  Artemide. 
seni  abbia  o no  appartenuto  ad  una  faretra,  non  (Cfr,  Ny  Carlsberg,  Tav.  VII,  89;  Tav.  VI,  82; 

ha  ragione  di  essere,  pcrche  la  cinghia  poggia  effet-  Roscher,  s.  v.  Artemis,  col.  74,  § 4).  II  modo  con 

tivamente  aulla  spalla  deatra  e non  aulla  sinistra.  cui  la  nebride  e avvolta  trova  i suoi  paralleli  nei 
Quindi  l’affinitä  che  tro'vava  il  Matz  fra  1' Artemis  tipi  di  Musa  riprodotti  in  E— A 395  e 116)3  (vodi 

Colonna  ed  il  nostro  pezzo  sussiste,  ma  non  si  tratta  piü  sotto  nl  n°  2865).  Cfr.  altreel  il  Dionysos  del 

che  di  una  affinitä  aasai  vaga  nel  motivo  (nel  nostro  n*  1793  o quello  riprodotto  Hull  atlante  di  Ny 
torso  il  movimento  della  dea  e assni  piü  veloee,  sl  da  Carlsberg,  tav.  XI,  155a.  La  sfrangiatura  deU’orlo, 
aecostarsi  assai  piü  al  motivo  del  T Artemis  di  V*er-  ehe  qui  d eosi  chiara  c regolare,  non  c*  frequente: 
sailles).  resa  piü  forte  dalla  identita  del  veatito.  Il  cfr.  tuttavia  Ny  Carlsberg,  Tav.  XII,  158; 
corpo  estremamente  slanciato,  dal  petto  eeilisaimo  Chirac- Reinach.  pg.  304,  2.  Nessuna  replica  a me 
colloca  il  prototipo  della  statuetta  nella  eth  eile*  conosciuta.  Ixt  cintura  sotto  il  seno  e la  |x>sa  poco 
nistica  tarda  ( Krahmer  in  Römische  Mitt.  XXX  VT 1 1 I mossa  ne daterebbero l’originale  nel  primo dlenismo; 
— XXXVIIII»  1923.24,  pg.  180—181,  fig.  5,  6;  agli  ma  probabilmente  si  tratta  di  una  Variante  romana. 
esempi  ivi  citati  aggiungi  la  terracotta  di  Rerlino  1 Come  tante  altre  Diane  caccia trici,  sopruttutto 
riprodotta  in  Priene,  pg.  351,  fig.  416,  che  presenta  di  dimensioni  inferiori  al  normale,  anche  questa  avrh 
altresi  Io  stesso  scheina  pimmidale,  prodotto  dalla  I servito  di  deeorazione  ad  un  giardino  o ad  un 
magrezza  della  parte  superiore  quasi  nuda  in  con-  boschctto. 


tm-nto  con  la  parte  inferiore,  dal  panneggio  volumi- 
noso  allargantesi  a guisa  di  campana).  Ixt  stilizza* 
zione  del  panneggio,  perö,  e estranea  a quella  fase 
stilistica  e deve  essere  attribuita  all'artista  romano 
che  ha  ripreso,  modificandolo,  lo  stesso  motivo.  11 


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27 


X,  2799  — 2804 


28 


2799.  Statuetta  di  Artemide.  Non  mil 
M — I).  Altem  cm.  47.  Sulla  spalla  sinistra  c sul 
fernere  sinistro  tracec  di  puntello;  sul  sono  sinistro, 
invece.  una  semplice  lesione  superficiale.  — Cfr.* 
|**r  il  tipo,  Museo  Torlonia,  tav.  II.  n°  6 — Rep.  II, 
31«.  4 = Clarac  576,  1240  = R6p.  I,  309,  8;  ibidem, 
tav.  XII,  n°  48  r=  Clarac  572.  1223  (con  testa  diffe- 
rente) = Rep.  1,  307,  6;  Becker,  Augusteum,  tav. 
100  = C hirac  562.  1203  a Rep.  I,  298.  0 = Clarac 
575,  1 234  - Rep.  I,  309, 3 Rep.  2. 314, 9 (seeondo 
quanto  il  Prof.  Hermann  ha  voluto  gcntilmento 
comuniearmi  per  lettera,  oltre  la  testa  che  era  stata 
giü  tolta  quando  fu  eseguita  la  fotografia  conuini- 
cata  al  Reinach,  sono  stati  tolti  ancora.  perehe  di 
restauro.  il  braccio  destro,  ravarnbraccio  sinistro 
«1  il  polpaccio  sinistro).  Perö  tutti  questi  esemplari 
differiscono  per  la  presenza  della  cinghia  fra  i due 
seni  che  attesta  l'esistenza  della  faratra,  la  eui 
mancanza  nella  nostra  statuetta  rende  piü  proba- 
bile  ri|Kitesi  ehe  come  attributo  nella  mano  sinistra 
vi  fosse  una  fiaoeola  piuttoato  ehe  una  laneia.  Assai 
simile  e Clarac  571,  1219  = Rep.  I 307,  2 M— D 
679  ehe  perü  il  Matz  sospetta  che  sia  cmnpletarncnte 
moderna.  Cfr.  infinc  la  statuetta  di  Dresda  alta  tre 
palmi  riprodotta  in  Augusteum  tav.  52  Rep.  II, 
316,  9 (testa  non  pertinente),  che  differisce  dal 
nostro  esemplare  solo  per  la  mancanza  del  nodo 
nella  cintura  sotto  i seni  c — a giudienre  dalla  man- 
canza di  tracce  — per  una  di  versa  posizionc  dclFat- 
tributo  della  mano  sinistra.  Seeondo  il  Bceker  sulla 
spa Ha  vi  si  troverebbe  una  faretra,  ina  in  tal  caso 
non  si  eomprende  la  maneanza  della  cinghia  sul 
petto.  L’originale  viene  generalmente  datato  sul 
prineipio  dcllYtA  ellenistica  (E  A 2014),  ma  la 
strettezza  dei  seni  riapetto  ai  fianchi  fa  pensa re  ad 
una  etü  piü  tarda. 

2800.  Statuetta  di  Artemide.  Non  su 
M — D.  Altezza,  cm.  52.  — Replica  della  statuetta 
(nltczza  cm.  46)  del  giurdino  della  Pigna  pubblieuta 
e riprodotta  in  Amelung.  I,  pg.  865,  n#  165,  tav. 
108  = Rep.  UI,  254.  2.  dove  mancano  preaso a poco 
le  stesse  parti  che  qui;  perö  il  nostro  pezzo  conscr- 
va  in  piü  un  bravissimo  tratto  del  ginoechio  destro 
nudo,  il  ehe  conferrna  la  supposizionc  del  catalogo 
che  la  statiia  non  portasse  una  veste  talare.  Una 
terza  replica  trovasi  nella  (lalleria  Borghese,  nella 
Sala  di  Apollo  e Dafne:  E — A 2741.  In  tutti  e 
tre  gli  esemplari  la  testa  era  ad  inserzione.  Seeondo 
quanto  ini  eomunica  il  Prof.  Lippold.  una  quarta  rc- 
pliea  si  troverebbe  a Palermo. 

280t.  Statuetta  di  Artemide.  M — D 704. 
Altezza.  cm.  45.  — Del  braccio  sinistro,  che  nella 
fotografia  c rinmsto  un  poco  in  ombra,  non  resta 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


ehe  un  moncone  teso  orizzontalmentc  in  basso.  \m 
statuetta  si  riattacea  evidentemente  al  tipo  dell’ Ar- 
temis di  Versailles,  ma  la  stilizzazione  delle  pieglie 
(nota  il  rigonfiarnentosimmetrico attomo  alla  gamba 
sinistra)  induce  a vedervi  una  Variante  di  un  artista 
romano. 

2802  e 2803.  Musa  (c.  d.  Anchyrroe). 
M— D 825.  Le  condizioni  di  luce  del  locale  non 
permettono  migliori  fotografie.  La  base  ö aderente. 
Altezza,  cm.  68.  — fc  interessante  il  eonfronto  fra 
questa  statuetta  e la  replica  riprodotta  in  E — A 
1 150,  per  rilevarvi  le  differenze  profonde  nel  tratta* 
inento  delle  pieghe.  II  nostro  esemplare  e di  piccole 
dimensioni,  come  assai  sfiesso  in  questo  tipo.  In 
quanto  alla  data  deU’originale,  mi  sembra  eaaerc 
piü  vicino  al  vero  queUa  proposta  dal  Sieveking 
(Rom.  Mitt.  XXXII,  pg.  88  -89)  che  esclude  che 
possa  essere  anterion»  alla  metü  del  seeondo  sec.  a. 
C.,  ehe  quella  del  Lippokl  (Rom.  Mitt.  XXXIII.  pg. 
82  — 83)  che colloca  ilgruppoall'iniziodel  terzosec.  a. 
C.  Una  replica  di  piccole  dimensioni,  assai  importante 
perchö  eon  la  testa  pertinente,  e stata  ritrovata 
insieme  con  una  raplica  della  l'olimniu  di  Berlin« 
nei  c.  d.  Nuovi  Seavi  di  Pompei  ed  £ riprodotta  in 
assai  pieeole  dimensioni  nel  numero  di  Aprile  1924 
di  Dedalo,  a pg.  «71,edin  Ippel,  Pompeji,  Abb.  105. 

2804.  In  alto  a sinistra: 

Piccolo  frainmento  di  gruppo.  Non  sul 
M — D.  Altezza  mossima  dcll’intiero  frammento, 
cm.  17,  lunghezza  del  mignolo  cm.  5.  — Se  la  frat- 
tura  sul  fianco  sinistro  del  bambino  sia  del  tutto 
causa  le  o dovuta  alla  caduta  di  un  oggetto  che  il 
bambino  reggeva  nella  sinistra,  non  mi  e stato 
possihile  determinare.  Il  gruppo  doveva  avere 
grandezza  quasi  naturale.  Una  replica  esatta  non 
mi  ö conosciutu.  A giudicara  daUa  piccolezza  del 
bimbo,  evidentemente  un  neonato.  deve  trattard 
di  opera  romana.  Korse,  ma  difficilment«,  pro  viene 
da  un  sarcofago.  Cfr.  RolK*rt  III,  2,  tav.  51.  n°  161 
e 163. 

In  alto  a destra: 

Coperchio  di  sarcofago.  M— D 2226. 
Mama  sul  Robert.  Altezza  masaima  cm.  16;  lar- 
ghezza  del  listello  inferiore  cm.  20.  11  frammento 
ä incastrnto  con  il  lato  destro  in  basso.  Se  vera- 
mente il  frammento  appartiene  al  coperchio  di  un 
sarcofago,  si  tratta  di  un  tipo  senza  replichc.  Anche 
la  disposizione  delle  figure  giacenti  su  diversi  piani 
6 rara.  Cfr.  tuttavia  E — A 1697,  di  cui  perö  oecorre- 
rebbe  sapera  quanta  parte  sia  di  rastauro. 

ln  basso  a sinistra: 

Frainmento  di  sarcofago.  M — D 2339. 
Altezza  cm.  18,  larghczza  cm.  32. 


I 


| 


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29  X,  2805  -2807 


ln  basso  a destra: 

Frammento  di  statua  di  Apollo.  Non 
su  M — D.  Altczza  massima,  cm.  44.  Fra  la  gamba  ; 
©d  il  tronco  non  vi  e alcuna  tracciu  di  fondo : trattaai  i 
quindi  certamente  di  una  Btatun.  Un’altra  statua  I 
di  Apollo  ritto  con  il  grifo  alla  sua  destra  e ripro-  | 
dotta  in  Clarao  482,  926  B — Rep.  I.  244,  7. 

2805.  A sinistra: 

Statuetta  femminile  drappeggiata. 

M — D 4028.  Altczza,  cm.  38.  La  statuetta  appartiene 
nl  tipo  di  cui  ha  trattato,  eloncandone  venti  repliche, 

10  Hekler  in  Römische  weibliche  Oe wandstatuen,  j 
pg.  147—149,  dove  perü  occorrerebbe  distingucre  j 
le  varianti  (cool,  ad  ca,,  i nn°  12  e 13,  dove  il  manto  | 
lascia  aeoperto  anche  un  tratto  aotto  il  seno  sini-  j 
atro);  tipo  che  aarebbe  stato  as*ai  in  voga  durante 
1’etA  giulio-claudia  per  le  statue  iconiche  femminili.  | 

11  prototipo  viene  generalmente  asaegnato  alla  | 
steasa  fase  stilistica  dell’Athena  Hope- Farnese,  : 
prendendo  come  base  per  la  datazione  il  motivo  I 
con  eui  e drappegginto  il  manto;  argomento  di  per  | 
sc  non  sufflciente,  Come  esecuzione,  il  nostro  pezzo  i 
va  collocato  nel  regno  di  Adriano. 

In  metzo: 

Frammento  di  tarcofago.  Non  su  M-D.  | 
A Hinistra.  piedi  ed  eatremitA  del  manto  di  un 
amorino  volante  a sinistra,  certamente  in  atto  di  | 
reggere  un  dipeo  o una  tabella.  A destra.  resti  di  i 
una  rappresentnzione  di  Apollo  Sauroctono.  ma  con 
le  gambe  incrociate,  coine  nel  Oanimede  del  Braccio  | 
Nuovo.  Ije  tracce  mostrano  che  la  gamba  destra 
era  piegata  innanzi  a quella  sinistra.  La  lucertola 
£ rappresentata  assai  gründe  in  rapporto  alla  figura, 
socondo  l'uso  dei  bossorilievi.  Che  il  dio  sia  rappre- 
•entato  nel  rilievo  in  una  posa  simmetrica  ris petto 
all'originale  prassitelico  & dovuto  certamente  a 
ragioni  dekorative;  forse  neU'altra  estremita  ve  ne 
era  un  altro  eguale. 

A destra: 

Frammento  di  rilievo.  Non  sul  M— D. 
Altczza,  cm.  60.  — La  figura  poggia  su  un  listello 
inferiormente  concavo  ed  adomo  di  una  deeoruzione 
curvilinea  a bassissimo  rilievo  (quel  che  ne  A rima- 
Bto  e troppo  poco  per  poter  preciaare  sc  si  tratti  di  \ 
rami  o di  altro).  A che  ubbia  appartenuto  il  fram- 
mento non  »aprei  dire  con  aicurczza.  Probabil- 
mente  ad  un  v&ao  del  tipo  Rcinach,  R6p.  de  relicfa, 
III,  343,  1 — Museo  TorlonU.  CXX,  467.  II  pan* 
neggio  aprentesi  ad  onda  Htm  metri  ca  mente  da  ambo 
i Iftti  sta  fra  il  panneggio  dcllc  Vittorie  degli  spigoli 
del  aarcofago  della  Stanza  del  Fauno  nel  Museo 


Rom,  Villa  Borghese,  Park  30 


Capitolino  (St.  Jones,  tav.  81,  n°  18  A,  18  B)  o 
quello  di  una  dellc  figlie  di  Licomede  in  una  delle 
stanze  terrene  del  medeaimo  Museo  (ibidem  tav.  16, 
n°  III,  1).  accostandosi  perö  assai  piü  a quest* ultimo 
che  al  primo.  Il  sarcofago  con  ramazonomachia 
va  datato  all'inizio  del  regno  di  Antonino  Pio  (cfr. 
il  n°  2796),  l’altro  nclla  fine  del  secondo  secolo  (petti- 
naturn  della  defunta).  Collocherei  perciö  questo 
frammento  nel  regno  di  Commodo. 

2806.  Figura  femminile  ammantata. 
M — D 1 422.  Visibile,  in  assai  piccole  proporzioni,  nelle 
fotografiedelPintiero  tempio  ( Alinari  6794  e Moscioni 
6184).  — Di  reetauro  sono:  1'avum braccio  destro 
con  la  mano  e l'attributo,  la  mano  sinistra,  il  piede 
destro  con  un  tratto  del  panneggio  soprastante  e 
della  base  sottostante,  un  tratto  del  panneggio  e 
della  base  presst)  il  piede  sinistro.  La  testa  ö per- 
tinente, giacehe  il  velo  che  eopre  il  capo  collima 
perfettamente  con  quello  che  copre  la  spalla;  ma 
poiche  present«  un  taglio  netto  nelT  cstremitA  inf., 
ovrA  prolmhilmente  sostituito  un*  altrn  pit’l  antica. 
II  ritratto  «>  datato  dalla  capigliatura  (dell'orec- 
chio  destro  A visibile  un  piccolissimo  tratto)  nel  regno 
di  Giulia  Domna.  Non  mi  e riuscito  di  trovare  una 
replica  di  tale  tipo  di  figura  ammantata,  il  che  mi 
induce  a pensare  che  si  tratti  di  una  Variante  dovuta 
al  copista,  tanto  piü  che  nella  regione  tra  il  fianco 
ed  il  braccio  sinistro  il  panneggio  e cosl  poco  chiaro, 
che  nasce  il  sospetto  che  non  sia  stato  ben  compreso. 
ln  ogni  modo,  il  manto  trasparente  (le  pieghe  del 
ebitone  sono  visibili  nel  tratto  a sinistra  del  pol- 
paccio  destro)  e strettamente  avvolto  richiamano 
alla  mente  1p  Muse  del  rilievo  di  Archelao  di  Priene 
e le  due  Ercolanesi. 

2807.  Frammento  di  rilievo  storico 
romano.  Manca  sul  M — D.  Forse  — ma  non  £ 
nulla  di  piü  che  una  ipotesi  — questo  frammento 
provien  e dalhi  ,,/storia  del  trionfo  di  German ico 
con  malte  figure,  alla  p.  10  et  ton.  p.  20“  di  cui 
nell'inventario  della  raccolta  d'antichita  di  Gian 
Battista  Della  Porta  (Rüm.  Mitt.  1893,  pg.  239,  nu  1). 
Se  infatti,  come  suppone  il  Gracven,  il  Delhi  Porta 
uni  diverai  bassorilievi  per  fare  questa  ..Istoria“, 
non  sarebbe  da  stupire  che  questo  frammento  fosse 
stato  da  lui  unito  agli  altri  attualmente  conservati 
neU'atrio  del  Museo.  In  tutti  i modi,  esso  e giA 
ricordato  dal  Manilli,  pg.  144.  con  le  parole  „ Tavola 
gründe  di  marmo.  nella  quäle  < scotpito  un  Servo 
armato  che  tiene  un  cavallo “ e poscia  dal  Montelatici 
pg  70  con  le  parolc  „an  quadro  grande  con  sua  cornice 
attorno  di  stucco , nel  quäle  stä  situata,  quasi  di  tulto 
rilievo  la  figura  inliera  di  un  soldalo,  con  la  corazza 
indosso , che  tiene  in  freno  un  cavallo , funo  e Callro 


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X,  2808  - 2810 


Horn,  Villa  ßorghosc,  Park 


32 


di  marmo  antico Alt ezza  massima  m.  1,10;  lar- 
ghezza  massima  ni.  1,10.  Resttiuri:  al  cavaliert*  il 
braccio  sinistro  cor»  un  tratto  dollo  «pallaccio,  la 
mano  destra  con  il  prineipio  del  polso.  la  testa  e 
tut to  il  corpo  dall'inizio  delle  gambe  in  giü;  al 
cavallo  l’orecchio  destro  e il  oorpo  dall'inizio  dolle 
gambe  in  gib.  A sinistra  del  cavallo  il  rilievo 
continua va:  si  acorge  infatti,  sotto  il  muso,  una 
testa  di  grifo  in  rilievo  bassisdmo  e,  sott'eeso,  un 
margine  adorno  del  c.  <1.  raotivo  del  cane  coirente; 
sopra  il  muso  del  cavallo  si  vede  un  margine  assai 
sottile  disadorno  e piü  in  alto  ancorn.  a sinistra, 
quak  asa  che  nomiglia  a delle  ciocche  lanoae.  Che  il 
rilievo  continuasse  ancora  sotto  Tintonaco,  non  mi 
pare;  in  tutti  i modi  non  oerto  per  un  gran  tratto. 
L’occhio  del  cavallo  ha  la  pupilla  incisa,  a forma  di 
un  semplice  cerchietto  iscritto  entro  un  altro  eerchio 
maggiore.  L’oggetto  adorno  di  bassorilievi  n sinistra 
della  testa  del  cavallo  b quasi  ccrtamente  uno  scudo; 
ma  u che  abbiano  appartenuto  le  ciocche  (o  ehe 
altro  sia)  piü  a sinistra  non  saprei  dire.  — Per 
quanto  abbia  cereato,  non  mi  £ riuseito  di  trovare  un 
altro  esempio  di  eguale  foggia  di  corazza  a squaine 
munita  di  spallacci;  ma  benche  la  divisa  dei  pro* 
toriani  ei  sia  pressoche  ignota.  pure  mi  aembra  assai 
probabile  che  qui  sia  rappresentato  un  pretoriano 
a cavallo,  di  cui  sappiamo  da  un  passo  di  Dione 
Casfiio  che  portnrono  una  corazza  a squame  sino  al 
regno  di  Macrino  (Darcmberg»8aglio,  s.  v.  Lorica, 
pg.  1315).  Questo  argomento  quindi  poco  ci  nerve 
per  la  deterrninazione  della  data ; ed  egual  mente  poco 
ci  aiuta  la  {adle  di  leopardo  sU-sn  innanzi  al  corpo 
del  cavallo,  giacchi:  essa  apparc  tanto  su  monumenti 
traianei  (lastra  deH'art'odi  Costantino:  Br— Br  580) 
quanto  su  sarcofagi  dell'etA  di  Alessandro  Severo. 

I Stile  del  rilievo  indica  una  ct A anteriore  alla 
eseeuzionc  della  eolonna  di  Marco  Aurelio  (cfr. 
Petersen,  die  Marcussäulr,  tav.  XXI,  a sinistra) 
e posteriore  alla  esecuzione della  eolonna  Traiana : cfr. 
C'ichoriua,  tav.  X Vf,  sopratutto  lastni  27),  cui  perü 
si  accosta  di  piü  che  alla  prima.  Mi  pare  quindi 
impossibile  scender  piü  giü  di  Adriano.  Con  il  frnrn- 
mento  del  Louvre  provenionte  da  Villa  Borghese 
(riprodotto  in  Papers  of  the  British  School  at  Korne, 
HI.  pg.  226,  fig.  I)  di  et A adrianea,  il  nostro  fram-  i 
mento  ha  molti  punti  di  contatto  (dettagli  anato* 
mici  sulla  testa  del  cavallo  qul  e del  lutrbaro  che  si 
dlfende  11;  margini  dcllo  spallaccio  qul  e del  para* 
guancie  11),  ma  vi  »ono  anche  delle  differente  che 
indicano  un’  etA  posteriore  (maggiore  corporeitA 
del  rilievo,  abbandonata  incongruenzA  delPocchio 
di  prospetto  sul  viso  di  profUo).  Torniamo  quindi 
di  nuovo  al  regno  di  Adriano. 


2808.  Kitratto  colossale  d’etA  costan- 
tiniana.  Non  su  M — I).  Ricordato  dal  Manilli, 


di  Nerone  giovane"  e poscia  dal  Montelatici,  pg.  60 
con  le  parole  „testa  di  marmo,  assai  maggiore  del 
naturale,  rappresentante  Nerone  giovane  «1  infine 
dal  Brigentius  (lib.  II.  pg.  30)  nei  versi  . . LUCOS 
I qui  dividit  ambos;adspectal  C allem  pubentis  imago 
I Neronis la  idcntificazione  £*  assicurata  dalla  men- 

zione,  nove  versi  piü  sotto,  dell*  . .immatie 

Caput".  Korse  anche  da  idcntificarvi  con  la  „testa 
di  Colosso  maggiore  assai  del  naturale  di  Ciulio 
Cesare  cosa  bellissima “ menzionata  nelTinvrntario 
di  G.  B.  Della  Porta  (Rom.  Mitt.  1893,  pg.  242, 
n°  86).  Proporzioni  tre  volle  il  naturale.  DUtanza, 
dalla  radicc  del  naso  alla  punta  del  mento  cm.  38; 
da  un  orecehio  all'altro  in  linea  retta,  cm.  50; 
lunghezza  del  dorso  del  naso,  cm.  16.  Nella  parte 
non  visibile  la  superficie  e lasriata  rozza.  l«a 
testa  v int atta.  il  busto  e modemo.  Is»  sola  testa 
sara  ripubblicata  in  Arndt* Bruckmann.  Porträts. 

Le  proporzioni  colosaali  obbligano  ad  iden- 
tificare  l'individuo  ritrattato  con  un  membro  della 
fnmigliu  imperiale;  lo  stile  e 1h  pettinatura  impedi*- 
cono  di  alluntanarsi  troppo  dalla  etA  di  Costantino. 
Dal  eonfronto  del  profilo  con  i ritrutti  raffigurati 
nelle  raonete  — per  quanto  d possibile  venire  a delle 
roncluaioni,  data  la  tipicitA  dei  ritratti  monetari 
del  tempo  — preferirei  riconoeccre qui  Costantino  II, 
figlio  di  Costantino  Magno,  morto  a 24  anni. 

2809  e 2810.  Protome  di  olofante  in 
nltorilievo.  Secondo  una  notizia  datami  dal 
cnpoeiiKtodc  Daorchini,  il  pezzo  fu  qui  trasportato 
sotto  il  sindaco  ( olonna  c trovavaai  anteriormente 
in  un  magazzino  presso  il  Fontanone  dell’Acqua 
Puoln.  Restauri:  le  zannc  e quasi  tutta  la  probos- 
cide  (in  marmo  bianco);  i piedi  cd  il  lato  inferiore 
della  comice  (in  ccmcnto ?).  Nella  p&reto  posteriore 
si  uota  un  largo  incavo  wmicircolare,  che  la  aolca 
perpcndieolnnncntc  nel  mezzo  e termina  nel  foro 
|K>sto  fra  le  duc  zampe  della  beetia;  la  roceia  non 
A divisa  dalla  parete  di  fondo  da  alcuna  frattura. 
Altezza,  cm.  93.  Larghezza  cm.  57.  — Che  non 
truttisi  di  lavoro  baroooo  mi  aembra  <li  poterlo 
dedurre  dal  eonfronto  delle  orecchie  eon  quelle 
dell'  elefante  della  Minen' a che  presenta,  sopratutto 
nei  margini,  un  ben  di  verso  trattamento.  Se  gia 
in  origine  abbia  eervito  di  fontanA  £ difficile  dire: 
il  eonfronto  con  1*  altorilicvo  della  Sala  degli  Animuli 
(Amelung,  II,  pg.  384,  n#  224,  tav.  43)  mi  fa  pro- 
pendere  per  il  s).  ln  quanto  alla  datazione,  mi 
sernbra  escluso  trattarsi  di  una  copia  di  opera 
greca,  sopratutto  per  la  atilizzazionc  delle  orecchie 


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X.  2811-2818 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


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(Cfr.  I*  elefante  in  bronzo  riprodotto  in  Musi©  I. 
1904,  pp.  102  = Rep.  IV,  527,  4 c le  monete  i 
di  Capua  e di  Atella  eitute  nel  testo),  e per  1»  ' 
medesima  rapione  vi  vedroi  un1  opera  roinana.  ] 
Cfr.  il  rilievo  hü  eitato  del  Vaticano.  Anche  lo 
splendido  modellato  della  superficie  cranica  si  ritro- 
va  au  sarcofaghi.  nelle  rapprescntazioni  del  eosid- 
detto  trionfo  indiano  di  Baeco  (cfr.  Alinari  6395, 
aarcofago  del  Museo  profano  Lateranense,  certa* 
mente  anteriore  a Marco  Aurelio).  Anche  le  rughe  1 
aul  doreo  rese  a linee  ineroeianteai  diagonalmente  | 
non  aono  senza  esempi  aui  rilievi  romani. 

2811.  Testa  ideale  bacchica.  Pruvcniente 
dal  Palazzo  dei  Üonservatori  (secondo  una  notizia  | 
fomitami  dal  capocustode  Daorchini.  tut ti  i busti 
esistenti  nelPCccelliera  provengono  dal  Palazzo  dei 
Conscrvatori  o dal  auo  Magazzino  donde  furono 
trasportati  sotto  il  sindaco  Colonna).  GiA  pubbli- 
cata  © riprodotta  in  E— A 478—479.  Il  busto  £ 1 
ritagliato  da  una  statua,  ma  non  e pertinente  perchA 
di  marmo  differente  (testa:  a grana  grossa;  busto: 

a grana  fine).  Alla  testa  sono  stati  restaurati  il 
naso  ©d  un  tratto  del  mento.  — Comc  in  tantl  ( 
alt ri  casi  consiinili,  © dubbia  la  denominazione, 
se  Dionysos,  una  Menade  ovvero  Arianna  ( sopra  - 
tutto  quando  si  rillet tn  quanto  poco  differisoe 
ln  nmsehera  della  Cnidia  da  quella  dello  Hermes 
di  Olimpia,  come  si  puö  assai  ben  vcdere  in  Loewy, 
Griechische  Plastik.  Taf.  88,  coprendo  completa- 
mente  i eapelli) ; tuttavia  mi  sembra  trattarsi  di  un 
WWW  maschile.  Cfr.  E A 22  23;  466  467; 
464—465;  844  845;  Burlington  Fine  Art«  Kxihi- 
tion  1903-  1904,  tav.  XXX.  N®  132  n,  b.  U bin- 
ghezza  del  profilo,  gli  occhi  assai  languidi  ed  allun- 
gati  obbligano  a scendcre  almeno  fino  alla  genera- 
zionc  di  Lisippo. 

2812.  Testa  virile  ideale.  R ©staun : naso, 
le  labbta,  gran  parte  del  mento.  qualehe  tratto  della 
fronte,  le  sopraeciglia.  Il  busto  e in  cemcnto.  — La 
testa  ricorda  nel  modellato  calmo  della  superficie, 
nella  capigliaturn  abbondante,  ma  non  troppo  agi- 
tat«,  la  copia  romana  del  Museo  Capitolino  del  co- 
siddetto  Eubuleus  di  Eleusi.  »Si  confronti  pure  1a testa 
del  Palazzo  Pitti  (Amelung,  Führer,  pp.  137.  n°  192) 
riprodotta  in  FurtwÄngler,  Meisterwerke,  pp.  568, 
fig.  106,  con  la  quäle  vanno  insieme  la  teste  non 
pertinente  al  gruppo  in  Galleria  delle  Btatue  401  e la  i 
testa  non  pertinente  della  statua  riprodotta  in  E— A j 
327.  L*  esempio  piü  strettamente  somiglinnte  nella 
torsionc  della  testa.  nella  spartizione  dei  eapelli, 
nella  forma  della  piccola  tenia  visibile  solo  per  un 
breve  tratto  poco  sotto  la  scriminatura.  nella  stiliz- 
zuzione  degli  occhi  e data  dalla  testa  di  Palazzo 


Pitti  riprodotta  in  E— A 206  — 2<>7(  Amelung,  Führer, 
pg.  138,  n°  194).  Tutte  le  opere  eonfrontate  si  ripor- 
tatio  alla  mctA  del  IV  sec.,  in  uno  stadio  artistioo  di 
poco  anteriore  all'  Alcasandro  di  Lisippo  dallo  sgunr- 
do  volto  verso  il  eielo.  Diffictle  perö  e dirc  quanto 
di  tutto  ciö  che  e comune  dipenda  dal  lavoro  dei 
eopisti. 

2813.  Ritratto  femminile  romano.  Re- 
stauri : busto,  parte  anteriore  del  eollo,  mento,  bocca 
e naso.  Lc  eioeehe  che  cadevano  sulle  spalle  sono 
spezzAte  al  loro  inizio.  I»a  testa  viene  riprodotta 
come  esempio  di  una  Variante  della  pettinatura 
In  voga  duninte  il  potere  delle  due  Agrippine. 

2814  e 2815.  Ritratto  femminile  ro- 
mano. Di  restauro  non  vi  d che  la  spalla  ed  il  seno 
sinistro:  tutto  il  resto  6 intatto.  L*  eceezionale  stato 
di  conservAzione  e la  mancanza  di  patina  mi  han 
fatto  dubitare  che  il  pezzo  potesse  essere  moderno; 
ma  un  esaine  ulteriore  della  superficie  dei  eapelli 
mi  haconvinto  che  il  marmo  e stato  in  tempi  recenti 
assai  energicamente  pulito  con  un  qualehe  stru- 
mento  usato  oggidl,  il  che  spiega  come  in  un  primo 
inomento  le  parti  suddette  sembrino  dovute  del 
tutto  alla  mano  di  un  artista  recente.  — Il  busto, 
caratteristico  delPrtA  traianea,  conferma  la  data- 
zione  che  si  ricava  dai  dati  stilistici  (occhi  aperti, 
sguardo  fisso  da  un  lato,  bocca  energicamente 
chiusa).  Per6  la  pettinatura  — per  la  quäle  ho 
trovato  un  secondo  esempio,  nnch'csso  dntato  dalle 
giesse  caratterist  ich©  nello  stesso  periodo,  in  un 
busto  del  Museo  Capitolino  (sala  delle  Colombe, 
n°  95;  »Stuart.  Jones,  tav.  40)  — conserva  solo  nella 
parte  superiore  il  tnido»  che  vediamo  nel  busto 
di  etA  traianea  riprodotto  in  Hehler  tav.  240,  b 
e prelude  invece  all’  nceonciaturn  di  Faustina  Senior© 
(ibidem.  283,  a,  b);  sicchd  infine  possiarno  datar© 
la  testa  nel  regno  di  Adriano. 

2816.  Ritratto  virile  romano.  Busto  non 
pertinente.  Tutta  la  superficie  della  faceia  c delle 
orecehie  ha  assai  Bofferto  e per  giunta  6 stnta 
coperta  di  orrihile  stucco.  Tuttavia  la  forma 
generale  del  viso  si  d salvata  e varii  critorU  stili- 
stici  (pupilla , posa  della  testa,  direzione  dello 
sguardo,  rughe  fra  le  sopraeciglia.  grossa  borsa 
laerimale)  assegnano  come  data  a questo  ritratto 
P etA  di  Carac&lla.  Cfr.,  per  i eapelli,  il  c.  d.  Aureli- 
ano  del  Museo  Torlonia  (Atlante,  II.  tav.  CLVIII, 
n°  607)  che  appartienc  press*  a poeo  all*  etA  di 
Gallieno. 

2817  e 2818.  Ritratto  femminile  ro- 
mano. Restauri:  naso.  busto  col  collo,  taasello 
sopra  il  sopracciglio  sinistro.  La  parte  superiore 
delP  acconeiatura  non  present«  aleuna  diversitA 


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X,  2819  - 2830 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


36 


di  csecuzionc  dal  rcsto  della  testa.  Iw»  ritengo  perciö 
pertinente  cd  eeeguita  a parte.  — lw»  pettinatura 
trova  la  somiglianza  piii  stretta  eon  quella  ehe 
appare  pulle  monete  di  Kaust ina  Seniore  e nel  »uo 
ritratto  proveniente  da  Villa  Adriana  (A  — Br  755) 
differendone  perö  princi palmente  in  ciö:  ehe*  le 
trecee  — qui  certamente  postiere  --  eireondano  il 
capo,  anziche  essere  avvolte  sul  sommo,  a guisa  di 
piccolo  nido.  Nella  fisionomia  ravviso  una  grandc 
Homiglianza  — sopratutto  nelle  labbra  — eon  il 
ritratto  bü  eitnto  del  Vaticano:  anehe  con  il  ritratto 
di  Monaco  (E  A 1024)  ehe  ha  una  ncconciatura 
aaaai  simile  e che  quasi  certamente  rappresenta 
T imperatrice,  la  rassomiglianza  fhuognomica  e assai 
gründe,  sopratutto  di  profilo.  Non  rni  sembra  del 
tutto  cacluao  quindi  ehe  bi  tratti  di  un  ritratto 
del!’  imperatrice.  Cfr.  anehe,  per  la  pettinatura. 
E-A  1023;  Aunonia  IX,  tav.  VII;  E-A  758; 
Atene,  Museo  Nazionalc,  fotografia  dell*  Ist.  Arch. 
Germ.  Bieber  2464;  idem,  idem,  2406;  Mus.  Cap. 
Sale  delle  Colombe,  15  (St.  Jones.  Tv.  37). 

2819  e 2820.  Ritratto  virile  romano. 
Busto  non  pertinente;  naao  di  reatauio;  una  bruttn 
patina  verdastra,  prodotta  da  una  qualehe  soNtanza 
con  la  quäle  nono  stati  riappicricati  i pezzi  distae- 
eati,  ha  uniformemente  eoperto  il  viso  del  personng- 
gio.  Sul  lato  sinistro,  la  parte  coperta  dai  capelli 
ha  assai  sofferto.  — Gli  occhi  leggermente  socchiusi, 
le  borec  sotto  gli  oechi  e lo  sguardo  penetrante, 
fiaso  verso  lo  spettatore  assegnano  eome  data  di 
csceuzione  V ctA  adrianen,  e non,  come  forse  si  sareb- 
be  in  un  primo  momento  tentati  di  farc,  all’etA 
repubblicana. 

2821  e 2822.  Ritratto  feinminilc  roma- 
no. Naso  auperfieialmente  restaurato  in  eemento, 
restauro  in  gran  parte  caduto,  busto  in  eemento.  — 
La  pettinatura  riappare  nulle  monete  di  Manlia 
Scantilla  e di  Didia  Clara  (Bemoulli,  J1I,  Münz- 
tafel I.  n°  5,  6).  rispettivamente  moglie  e fißlia  di 
Didio  Giuliano.  che  imperö  per  soli  due  meai  nel  193 
dopo  C.  Una  certa  rassomiglianza  tra  il  profilo  della 
testa  e quello  delle  monete  rni  induce  a vedervi 
Didia  Clara  Btena,  la  madre  cssendo  esclusa  dalP  eta 
giovanile  del  peraonaggio  rappresentato.  Cfr.,  per 
la  pettinatura,  Amelung,  Sculpt.  des  Vat.  Mus.  II, 
Tav.  77.  n°  801. 

2823 — 2825.  E r m a o Telamone.  Come 
si  scorge  abbastanza  bene  au  Ile  fotografie  preae 
di  profilo.  oltre  alla  ealotta  del  ernnio  in  ce- 
mento,  sono  rcstaurati  in  marmo  il  naso  e la  parte 
posteriore  della  testa,  del  collo  e della  spalla  (dal 
bot  tone  in  dietro) ; il  corpo  inoltre  £ pieno,  non  inca- 
vato  posteriormente  come  nci  busti.  Nessuna  frat- 


turn  fra  testa  e collo;  il  marmo  delle  parti  antiche  6 
azzurrognolo,  differente  da  quello  dei  restauri.  II 
pezzo  e quindi  ritagliato  da  una  statua  e deve  perciö 
trattarsi  o di  una  erma  doppia  ritagliata  o di  un 
telamone  appoggiato  ad  una  parete.  Un  pezzo  a&sia 
simile,  anehe  easo  ridotto  a busto,  trovasi  nel 
Palazzo  dei  Conaervatori,  nella  Sala  dei  Trionfi  di 
Mario,  sopra  una  porta.  ma  non  £ elencato  n£  gulla 
Guida  del  Bocconi,  n£  sull’  Hclbig-Anielung.  Deve 
quindi  trattarsi  o dell' alt  ra  inetA  dell’  erma  doppia 
o di  un  «pendant« . Le  braccia  sono  coperte  di 
maniehe  sottilissime.  appenn  visibili  sulla  fotografia. 
Mnnca  ogni  indicazione  di  woi.  Il  pezzo  ha  la  super- 
ficic  aasai  consunta.  come  se  foeae  stato  lungo  tempo 
sott’  acqua.  — Che  si  tratti  di  un’ opera  di  stile 
arcaizzante,  e reso  evidente  dalla  stilizzazione  dei 
riccioli  e dalla  forma  degli  occhi.  Strette  attinenze 
stilistiche  si  riscontrano  (sopratutto  nei  riccioli) 
nella  testa  del  Museo  Capitolino  riprodotta  in  E — A 
440  (Stuart  Jones,  pg.  247,  n°  69.  Tav.  57  c 58),  che 
appartiene  evidentemente  al  periodo  adrianeo.  Per 
la  corona  di  margheritine  non  ho  trova  to  aleun 
parallele  nelP  arte  antica  e non  so  trovarvi  altra 
apiegazione  che  quella,  che  sia  »tata  ricavata  da  un 
grosso  ceicine.  Se  questa  ipotesi  e giusta.  easa  con- 
forterebbo  l’opinione  che  si  tratti  di  un  telamone. 
anzich£  di  un*  erma  doppia. 

2826  e 2827.  Ritratto  virile  romano. 
Di  restauro:  il  naso,  la  punta  del  mento  e la  parte 
j superiore  del  cranio.  II  marmo  del  naso  c del  mento 
£ differente  da  quello  del  cranio.  Anehe  il  busto 
(la  tabelletta  non  £ »tata  mni  staecata)  sembra 
di  marnu»  differente  da  quello  della  testa  (ma  anehe 
I differente  da  quello  del  restauro);  ciö  ehe  perö  non 
j basta  ad  eecluderne  la  pertinenza.  — I capelli  a 
eiocche  grosse  c la  barba  reaa  a colpetti  di  raspa 
eollocano  queeto  ritratto  fra  Caracalla  od  Alessandro 
Severo;  la  stilizzazione  delle  pupiile  (doppia  lente 
unita  in  bamo)  e lo  sguardo  diretto  da  un  lato  vanno 
d’  accordo  con  tale  datazione.  Si  noti  il  cerchio 
ineiso  sul  pomo  di  Adamo,  di  cui  non  mi  so  render 
ragionc  (cicatrice  ?). 

2828  —2830.  Testa  ideale  greca.  La  testa 
£ stata  restaurata  sopra  un  busto  antoniniano. 
cui  quasi  certa  mente  appartiene  tutto  il  collo.  Il 
naso  cd  il  mento  sono  restaurati  in  marmo,  la  bocca 
e I*  estremitA  di  molte  ciocche  in  eemento;  perö  sul 
lato  destro  la  superficie  e stata  liberata  dalla  patina 
di  eemento  che  la  copriva  prima  di  essere  fotogn»- 
fata.  — La  stilizzazione  e la  disposizione  delle 
ciocche  trova  una  certa  soiniglian/a  nella  testa 
dell’  Apoxyomenos  (Br— Br  487)  con  cui  ha  in 
comune  la  leggerissima  sporgenza  sopraorbitale  e la 


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37 


X,  2831-2837 


38 


mancanza  di  „Überschneidung'4  del  sopracciglio 
superiore.  Perö  la  testa  dk  V impressione  di  un  ritret-  1 
to  fortemente  idcalizzato;  impressione  avvnlorata 
da  un  leggero  boIco  per  la  benda,  che  »i  scorgc  assai  l 
bene  nel  profilo  sinnt  ro.  Per  quel  ehe  si  puö  dire, 
dato  il  pessiino  stato  di  conservazione,  proporrei  ‘ 
eome  data  ii  secondo  terzu  del  IV  m*e. 

2831.  Testa  femminile  ideale.  Naso.  lab- 
bra  e parte  delle  guanec  restaurate  in  stucco,  ma 
solo  superficial  mente.  La  pupilla  non  e inciaa,  ben* 
ehe  sulla  fotografia  possa  sembntre  altrimenti.  — 

L*  interesse  della  testa  riaiede  principalmcnte  nella  ! 
acconciatura.  di  eui  non  sono  riuseito  a trovare  | 
una  replica.  Un»  certa  analogia  »i  riscontre  perö  nella 
pettinntura  della  testa  ripr.  nclle  figg.  1 —2  del  testo 
a Br  Br  073,  destra.  Ia  largn  zona  piatta  tenninata 
buI  vertiee  da  un  fiocoo  indistinto  fa  pcnaarc  ad  una 
fascia  su  eui  poggi  un  nastro.  eome  nella  testa  della 
♦Clio*  della  Sala  delle  Muse  ( Anderson  2247 ; Hel  big-  J 
Amelung  I,  pg.  177.  n°  270);  ma  la  superficie  non  e 
eosl  liscia  eome  tale  ipoteai  richiederebbe.  Con  la 
testa  della  statua  sii  citata  questa  presen  ta  anche 
una  lontana  parentcla  nel  mmlellato  della  super- 
fieie,  nella  forma  degli  ocehi,  nel  profilo  allungato, 
nel  trattamento  di  capelli ; si  che  non  dubito  che 
stilistieamente  vadano  confrontate. 

2832  t 2833.  Ritratto  femminile  ro-  I 
mano.  Naso  di  restauro;  punta  del  mento  eaduta. 
busto  antico  e pertinente,  di  forma  e di  Stile  della  1 
seconda  meta  del  II  sec.  d.  C.  (manto  su  tunica; 
taglio  poco  sopra  1*  ombelico).  Sopraceiglie  indicate 
a brevi  colpi  di  rnspa.  Benda  indieata  con  incisioni 
a zig-zag.  — L*  acconciatura  oorrisponde  talmente 
a quella  delle  monete  di  Faustina  Minore  (Ber- 
noulli  II.  2,  Münztafel  V.  1),  che  si  puö  sospettare 
che  sia  rappresentata  addirittura  1’  imperatricestessa. 

2834.  Frammento  di  bassorilievo  rap- 
presentante  una  scena  di  sacrifieio.  Misure  | 
approssimative:  altezza  m.  1.4)0;  larghezza  m.  1.00. 
Reetauri:  eetromiU  della  coda,  lc  zampe  dal  ginoc- 
chio  in  giü,  parte  anteriore  del  ntuxo.  Da  ident i-  j 
ficarsi  prohabilmente  con  1*  ariete  ricordato  dal  Bri- 
gentius(Lib.  II,  pg.  23)  nella  descrizione  del V *Avl-  j 
ariunu : En  summa  hic  Aries  ornut  fastigia  postis 
etc.  - Come  stile,  il  rilievo  si  avvicina  assai  all*  ariete  , 
del  suovetaurilia  dei  rostri  traianei  nel  Foro  Romano 
(Anderson  323).  Ofr.  inoltre.  per  controprovu.  il 
suovetaurilia  di  Gneo  Domizio  Ahenobarbo  al  Louvre 
(Alinari  22  558)  e quello  proveniente  dal  palnzzo 
di  S.  Marco,  anch’esso  al  Louvre  (Alinari  22  085 
Mon.  Piot,  XVII.  tav.  17).  eheappartiene  alla  prima 
meta  del  primo  secolo.  Ambcdue  differiscono  nella 
stilizzazione  del  vello.  Una  stilizzazione  assai  simile  1 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


si  trova  invece  nell’  ariete  del  suovetaurilia  del  rilievo 
in  onore  di  Marco  Aurelin  ineastrato  nell'  arco  di 
Costantino  (Br— Br  530)  ehe  perö  ne  differisce 
assai  per  una  maggiore  corporcitk.  L*  otk  traianca 
(o  tutto  al  piu  a<  Irian  ca)  del  rilievo  6 infino  confer- 
inata  dalla  terzultima  lastra  della  colonna  traiana 
(Oichorius,  tav.  CXIII,  n°413).  Non  c qulndi  del 
tutto  escluso  che  questo  frammento  abbia  apparte- 
nuto  al  Io  stesso  monumentoda  eui  provienc  il  n® 2807. 

2835  2837.  Statua  togata.  M-D  1301. 
La  statua  fu  trasportatn  nel  luogo  dove  trovasi 
tuttora,  togliendola  da  una  delle  due  basi  (C.  I.  L. 
XIV,  2800.  2800)  nddossate  al  Uasino  dei  Venti 
preßso  Piazza  di  Siena,  per  cura  del  Prof.  Mariani, 
in  sostituzione  della  statua  qui  pubblicata  sotto  il 
numero  2881 . Su  questa  sostituzione  vedi  Bull.  Com., 
1910,  pg.  139,  nota  I.  Foree  ö da  identificare  con 
la  statua  citata  in  Ennio  Quirino  Visconti,  Monu- 
incnti  Gabini,  III,  pg.  75,  tav.  45  = Ediz.  Labus, 
1835.  pg.  70,  tav.  XVI,  n®  45;  nel  quäl  caso  essa 
proverrebbe  da  Gabi,  aenza  perö  essere  ident ificabilc 
eon  aleun  pprsonaggio  nominnto  delle  iscrizioni 
uscite  da  quegli  scavi.  I^a  statua  avrebbe  inoltre 
in  originc  occupato  presso  a )x>co  lo  stesso  posto  di 
adesso.  Rest  au  ri:  grosso  tratto  della  toga  sotto  il 
bracoio  destro.  piccolo  tratto  dcll'  avambraccio  de- 
stro.  polso  della  mano  sinistra,  parte  anteriore  dei 
piedi,  un  piccolo  tratto  in  basso  del  pilastrino  che 
soetituiace  la  «capsa» . I>a  base  antiea  e<l  aderente 
t incastrata  nella  modern a.  Altezza  di  tutta  la  sta- 
tua metri  2,20.  — Iji  testa,  manifest« mente  non 
pertinente,  hu  tutti  i earatteri  di  un  lavoro  di  etk 
flnvio-traianea  (sguardo  Ieggermente  volto  di  lato 
fiaso  verso  lo  spettatore,  uscente  »la  sotto  le  soprae- 
ciglin  eorrugate,  «zampe  di  oen»  agli  angoli  esterni 
degli  occhi),  e vi  ravviso  piü  somiglianzaeon  i ritratti 
di  Traiano  ( Bemoulli,  II,  2,  tav.  25;  Delbrück, 
tav.  41)  che  con  quelli  di  Vespasiano.  La  statua 
togata  presen  ta  la  particolaritk  di  essere  lavorata 
in  due  parti,  separate  da  un  taglio  orizzontale.  Dal 
confronto  eon  i monumenti  datat i (Papers  of  the 
British  School  at  Rome,  III,  tav.  20  a destra ; tav.  24 
a destra:  lastrc  dell’arco  di  Costantino  provenienti 
da  un  an«  di  Marco  Aurelio),  si  puö  assegnare  a 
questa  foggift  di  toga,  eome  data,  la  seeonda  meta 
del  II  sec.  Il  disereto  uso  del  trep&no  colloca  questa 
statua  all*  inizio  di  qucsto  periodo. 

2838  e 2839.  Statua  togata.  M-D  1302. 
Sulla  provenienza  e sulle  vieewitudini,  vedi  la  statua 
gemclla  pubblicata  nel  numero  precedcnto.  Alt.  m. 
2.15.  Nella  pubblicazione  del  Visconti  la  statua 
e riprodotta  nella  tav.  40.  Restauri:  braceio  destro 
da  meta  bicipitc  in  gib,  un  piccolo  tratto  della  toga 


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X,  2840-  2842 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


40 


sotto  il  gornito  destro,  all*  altezza  della  inserzione 
dci  due  pezzi  nei  quali  fu  lavoratn  la  statua,  I’  oeci- 
pitc* ; se  il  eollo,  ad  inserzionc,  »cparato  dalla  testa 
da  un  taglio  netto  nia  nntico  e pertinente,  £ diffieile 
dire;  tuttavia  propendo  a eredere  ehe  «ia  modomo 
o nlmeno  non  pertinente  e ehe  sia  stato  scolpito  o 
ridotto  per  potervi  inserirc  la  testa,  ehe  e pertinente 
all«  statua.  Infatti  la  capiglintura  assegTia  all»  testa 
eome  data,  P eti  diTiberio  (cfr.  sopra tutto  Ber- 
noulli  II.  1,  Tav.  10,  1 1 ; inveee  il  ritratto  a pag.  140, 
fig.  20,  hn  una  disposizione  di  capelli  un  po*  diffe- 
rente), e la  foggia  della  toga  mm  contra*!«  cor»  tale 
data,  pur  potendoseenderosinoaTraianofcfr.  1*  arco 
di  Benevento  dove  appnre  tanto  1’  una  quanto  I’  altra 
foggia  di  toga  cscmplificata  nei  nn°  2785  e 2835). 
Comc  la  statua  gemella,  anehe  qucsta  6 lavorata 
in  due  |>ezzi  e la  base  antica  e innist  rata  in  quella 
moderna. 

2840.  Fi  gura  femminile  a mm«  nt  ata. 
Non  sul  M — D.  Ci  tat«  nei  testo  di  E A 2340  - 234 1 . 
Altezza,  scnza  la  base  e senza  la  testa.  raetri  1.40. 
Di  reatauro:  la  testa,  I’  avambraccio  destro,  am  Inj  1c 
nuuii.  I-a  base  antiea  A inenst  rata  in  quella  moderna. 
— La  Htatua  e una  replica  della  statua  di  Villa 
Pamphilj  riprodotta  in  E A 2340  2341  (‘larae 
43.1,  792  B Rep.  I.  210.  3.  l’na  lontnna  rmasomi* 
glianza  vi <>  anehe  con  E A 62.  a ainistra.  II confronto 
con  la  statua  di  Villa  Pamphilj  e assai  interessante, 
oltre  che  per  le  differenze  dovute  all«  stile  delle 
epoche  nclla  quäle  le  due  opcre  aono  state  esoguite 
(quella  appartiene  all«  rnctA  del  I sec.  d.  C.,  questa 
all«  seconda  metA  del  II)  e a piccole  differenze  di 
dettaglio  ehe  si  riseontrano  piii  o mono  dappcrtutto 
(ad  escmpio  il  laccio  della  cinghia  sotto  i «eni  ed  il 
drappeggio  pendente  dal I*  avambraccio  sinistroche 
nella  statua  di  Villa  Pamphilj  ecendeva  certamente 
piü  in  baaso,  ma  era  separate  dal  corpo,  eome  dimo- 
stra  il  puntello  rimasto),  sopratutto  perPaggiunta 
del  chitone.  Di  qucsta  aggiunta  conosco  sinora  ein- 
que  altri  esempi:  1)  Afrodite  diCapua,  nelPaggrup- 
pamento  con  1’  Ares  Borghese  (vedi  gli  esempi  in 
Lippold,  Copien,  pg.  224  e nota  288).  2)  Artemis 
Colonna  (vedi  piü sotto al  n° 2854).  3)  Artemis-Tyehe 
(E  — A 133  o 1543).  4)  Demetra  di  Chcrchcll-Ber- 
lino;  cfr.  Kekule,  über  Kopien  einer  Frauenstatue 
aus  der  Zeit  des  Phidias.  Tv.  II.  5)  Irene  di  Cefiso- 
doto  (E  — A 2076).  Anehe  nelle  statue  viril!  fu  fatta 
questa  aggiunta  (lippold.  Copien  pg.  198).  Nono- 
Manie  la  rarita  delle  repliche.  £ assai  probabile  ehe 
nella  statua  Pamphilj  si  ahbia  effettivamente  una 
eopia  di  un  originale  del  IV  secolo.  Cfr.  K A 319.  — 
II  Manilli.  pg.  25  parlando  della  balnustm  ehe  eir- 
conda  il  piuzzale  innnnzi  al  Museo  dice:  *ai  sei 


angoti  della  Piazza  sono  alzute  sei  statue  di  donne 
vestite  tutte  e poste  sii  piedestatli , scolpiti  eome  gli 
altri , ma  tuttavia  piü  grandi : e sono . cominciando 
verso  Tramontana.  Faust ina  Giovane : una  impera- 
trice : Lucilla  in  habito  di  Cerere : Giulia  Soemia, 
tmperatrice,  in  habito  di  Sacerdotessa  con  la  Patera : 
Cerere  co ’ i papaveri : e Faust  ina  Vecchia  velata.* 
II  Montelatiei  a pagina  29  dA  una  descririone  piü 
diffusa  delle  stesse  statue,  ma  sostanzialmentc 
uguale  e nello  stesso  ordine.  Il  Brigentius  (Lib.  I, 
pg.  18)  enumera  le  »ei  statue  con  questi  versi: 
«.  . . . Faust  ina  Parens  et  Natu,  super  bis  j insignes 
Thalamis,  Cererem  meniitaque  sacro  / Veri  uxor 
Lucilla,  Peplo  et  victata  Saccrdos.  f moesta  Ceres 
iethaeum  istic  gcrit  ipsa  Papaver  / atque  eadem 
inventas  iltic  ostentat  Aristas.»  Anche  adeano  sulla 
balaiist  ra  «i  ergonosei  statue  femminili  drtppeggiate; 
ma  evidentementc  piü  di  una  ha  rambiato  e testa 

( e Attribut!»  »1  che  A quasi  impossibile  identificare  le 

1 statue  descritte  due  mccoH  or  sono  con  quelle  attual- 
mente  ivi  esistenti. 

2841.  Euterpe.  Non  sul  M — D.  Bestaun:  il 
flaute, eeeetto un  hreve  tr>ittoattiguoaUa  paltna della 
mano,  le  dita  della  niano  sinistra.  la  parte  nuda 
dell*  avambraccio  destro.  La  base  antica  t»  ineastrata 
entro  quella  nuNlerna.  La  pertinenza  della  testa. 

i di  visu  dal  eollo  da  una  fruttura,  non  e esclusa;  il 
na*o  e di  restauro.  — Ncssuna  replica  enatta;  eome 
motivo  di  panneggio  la  statua  si  riattacea  a qucllo 
frequent  issimo  della  Urania  della  aala  delle  Muse. 
Cfr.  tuttavia  la  Euterpe  riprodotta  in  Clarac  506. 
1010  ~ Rep.  I.  263.4  e sopratutto  E— A 397  (Wör- 
litz) ehe  rappresenta  una  Erato.  La  differenza  del 
panneggio  trn  queste  due  statue  sono  pert»  troppo 
forti  per  attrihuirle  »cnz’altroni  copisti.  11  drappeg- 
gio c le  proporzioni  impediscono  didatare  I*  originale 
nei  V sec.  cd  anehe  nei  IV;  seppure  non  si  tratta 
addirittura  di  un*  opera  del  tutto  romana. 

2842.  Cerere.  Non  su  M — D.  Alinari  6796. 
Moscioni  6190.  Rest» Uli:  naso  e bocca.  La  base  non 
e stata  mai  separata  dai  piedi:  perö  le  pieghe  conti- 
gue  alla  base  sono  Stilist iea mente  un  poco  aoHpcttc. 
il  che  fa  dubitare  ehe  tutta  la  parte  Inferiore  della 
statua,  dallc  ginocchia  in  giü  sia  moderna.  La 
testa  e di  mnrmo  differente  dal  corpo  e present« 
sotto  il  eollo  un  taglio  netto:  se  tuttavia  essa  fasse 
in  origine  ad  insorzione  e quindi  forse pertinente, 
non  si  puö  determinare  ehe  con  molta  difficolti. 
La  pettinntun»  mi  sembra  (giaeche  non  corrisponde 
perfetta  mente  a nessuna  delle  pettinature  ehe  si 
trovano  sulle  rnonete)  ehe  vada  piuttosto  neU'etä 
di  Otaeilia  (metA  del  III  aec.)  che  in  quella  di  Giulia 
Donma  (fine  11).  Lu  statua  si  riattaeca  al  tipo  XLI 


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41 


X,  2843-2851 


T 


Rom.  Villa  Borghese,  Park 


42 


dcllo  Hekler  da  cui  differisce  soprntutto  per  la  mano 
destra  coperta  dal  manto.  Anche  le  altro  varianti 
doltipo  (Röm.  Mitt.  1900.  pg.  195;  Ckrac  959, 2464  D 
de  Rep.  I,  590,3;  Sala  della  Biga  007;  Museo 
Torlonia  XLVII.  188)  differkcono  per  queato 
particolare:  k Variante  snr » prolmhilment©  da  attri- 
buirsi  all’  artista  roinano. 

2843.  Statua  di  Cercro.  Non  hu  M — D.  La 
8tatua  b un  pasticcio  di  duc  atutuc  di  differente 
tipo:  la  sutura  rorre  lungo  una  linea  orizzontale 
all’  altezza  del  polao  ainiatro.  Di  reatauro  aono:  la 
testa  col  collo,  1’  avambraeeio  «lestro,  quasi  tutta  la 
mano  ainistrn  eon  il  poko,  il  piede  sinhtro  con  il 
aandalo  (il  piede  e la  mano  sinistra  in  gesao).  La  base 
6 anch’  «*sa  modema.  I^eapighe  della  mano  sinistra 
aono  quindi  antiche.  — La  parte  inferiore  appar- 
tiene  invecc  nl  tipo  XXI  dello  Hekler.  di  cui 
un  eaempio  & riprodotto  in  K— A 1829.  La  statu- 
ettariprodotta  in  Montfaucon,  Ant.  Expl.  I,  21. 
3 = Rep.  II,  241,  1 differisce  dal  nostro  pezzo 
quasi  unicamente  per  il  brsccio  destro  sollevato  e 
per  k mancanza  delle  spighe  nelk  Hiniatra;  ma  non 
mi  pare  oscluso  il  aospetto  che  si  tratti  di  una  falsi- 
fienzione  imitata  forwe  appunto  da  questa  nostra 
statua  stessa.  lai  datazione  dell’  Anielung  per  V ori- 
ginale (fine  del  IV  sec.)  mi  sembra  troppo  alta: 
efr.  per  il  gesto  della  sinkt ra  il  tipo  della  coeidett« 
Anchymie.  Per  I*  esecuzione  della  jwrte  «up.  cf.  k 
base  della  Colon  na  Antonininim  nel  Giardino  della 
Pigna  (Ameiung,  I,  Tal«  116)* 

2844.  Figura  femminile  ammantata. 
Non  su  M— D.  Reatauri:  braccio  destro,  eccctto 
forso  1’  inizio,  V avambraeeio  ainistro,  la  parte  ante- 
rior© della  testa  (la  |>arte  antiea  non  b pertinente), 
i piedi  ed  il  panneggio  fra  essi.  Li  base  b antiea.  — 
Deik  statua  non  mi  aembrano  ehe  caistnno  repliche 
esatte,  bencht  i singoli  particokri  del  drappeggio 
si  ritrovino  in  numeroatarimi  eaempi.  Ma  nono- 
stant©  ciö,  e nonostante  il  taglio  netto  ehe  divido 
quasi  orizzontalmrnte  k statua  sotto  la  cintura, 
non  credo  ehe  si  tratti  di  un  paaticcio,  benal  di  una 
contaminazionc  di  un  artista  romano. 

2845  e 2846.  Ara  rettnngoiare.  Ncn  su 
M— D.  Gib  citata  dal  ManiMi.  pg.  140  ccm  le  parole: 
»Ara  quadra  di  Mer  cur  io : da ve  in  facciae  scolpita  V 
Arculadcir  inccnso,  ilCappeilo  e ilCaduceodetr  istesso 
Dio ; c datte  allre  faccc  la  Ratern,  V Urceoto  et  altri 
StrumentidaSacrifizio .<•  Citata  quindi  dal  Montelatici, 
a pag.  67,  con  le  parole  »Ara  quadra  dedicata  a Mercu- 
rio,  perquelto  siriconoscedalC  esserviscolpitoin  faccia 
il  di  lui  Cappella  et  il  Caduceo;  Cacer radelC  incenso 
t datf  attre  faccie  intorno,  la  pater a.  V urceolo,  la  testa 
di  un  aride  et  altri  istromenti  da  sacrijicio .»  Non 


sembra  che  abbia  cambiato  molto  di  posto  da  nllora. 
Marino  di  Carrara  a venature  azzurrc;  larghezza 
ni.  1,65;  altezza  m.  0.68;  profonditA  in.  0 80.  Sui 
kti  non  fotografati  rispettiva mente  un  orcio  ed  una 
pater»  del  conaueto  tipo.  L’  ultimo  oggetto  a destra, 
frammentario,  nel  lato  riprodotto  al  N*2845,  e mani- 
fest» mente  un  caduceo,  che.  insieme  con  il  petaso 
alla  sua  sinistra,  derigna  Mercurio  eome  la  divinitb 
cui  1’  ara  era  deriieata.  L’acerra  all»  sinistra  del 
petaso  appartiene  al  ti|K>  privo  di  zampc  che  vedi- 
amo  talora  in  mano  a sacrificanti  ( Daremberg-Sagbo 
s.  v.  Acerra,  fig.  42);  pu6  anche  darsi  che  i piedi 
fossero  ridutti  a delle  piccolissime  Hfere  (cfr.  ibidem, 
fig.  41)  non  espresse  pcrcho  considerate  naseoste 
dalla  cassetta  stesan.  SulP  «so  di  adornare  V altare 
di  simboli  vedi  Paulv-Wissowa  s.v.  Altar  (Reisch). 
Co  me  data  dell*  esecuslone  propoirei  l'eti  traianea, 
brissandomi  aulT  omamento  dell*  acerra  che  ritorna 
quasi  ident ico  sull*  arco  di  Bencvento. 

2847-  2851.  Ercole.  Non  su  M — D.  Forae 
da  identificarri  con  V »Aventino  alto  del  naturale» 
(su  questa  espressione  vedi  il  commento  del  Grae- 
ven)  nominato  ncll*  inventario  di  Giambatt.  della 
Porta  (Röm.  Mitt.  1893  pg.  241  n®  62).  Le  descrizi- 
oni  non  pennet tono  di  decidere  con  quäle  dei  due 
Er  coli  ricordati  dal  Mnnilli  a pg.  43  e a pg.  44  debba 
hwctc  identifieato  queato  pezzo.  Similmcnte  non 
b ehtaro  se  il  nostro  pezzo  debba  eeaerc  identifieato 
con  1*  *H ercole  con  la  Clava  e i ponti  in  mano  da  tui 
catti  net  Giardino  delle  Hesperidi  in  segno  iT  Havere 
superalo  cd  ucciso  il  Dragane  che  ne  stava  alla  custo- 
dia» ricordato  da  Montelatici  a pag.  23  ovvero  con 
1*  »H ercole  con  la  clrna  nella  destra  c nel  hraccio  sini- 
stro  la  pelle  del  Leone,  con  i pomi  in  mano»  ricordato 
a pg.  146.  Reatauri:  ant  ho  le  gambe  da  Ile  ginocchia 
in  gib  (il  ginoochio  «inistro  £ del  tutto  moderno, 
quell«»  destro  per  meta),  k clava,  la  pelle  cd  il  troneo 
dal!' altezza  corriapondente;  inoltrc  i due  bicipiti. 
L»  tc'sta  £ riattaccata.  ma  certamente  pertinente  ed 
b anche  riaccomodat*  giustamente,  eome  si  doduce 
dalle  estremita  della  tenia  aderen ti  alle  apalle.  Il 
marmo  delle  parti  antiche  b a grann  di  media  gran- 
dezza.  quello  delle  parti  moderne  a grana  fine  (Car- 
rnra).  La  fotografia  n®  2847,  del  lato  anteriore,  b 
statn  eseyuita  prima  della  guerra : non  sono  quindi 
in  grado  di  dire  se  qualehc  tratto  dei  polp*«.‘ci  o dei 
piedi  o della  base  fosae  antico.  Perö  non  1«)  credo. 
nonostante  In  patina  differente  e lo  statu  frummen- 
tario,  giacche  le  statue  esposte  alle  intemperie  hsnno 
sovente  subito  dei  reatauri  succesaivi.  Del  re*»to  il 
res ta uro  mi  sembra  giusto  in  ogni  sua  parte.  — La 
muscoktura  del  corpo  presenta  tutti  i earatteri 
dello  stile  policleteo.  Lo  stesso  dicasi  della  pondera- 


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43 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


44 


X,  2852-2854 


zione,  ho  il  restauro  «>  iriusto;  ne  \o  propor/.ioni  «i 
allontanano  troppo  dal  canone  di  Pottcleto.  Ln 
testa  invece  presenta  nella  pronuneiatissima  spor- 
grnza  dcll'osso  sopraorbitale  o xoprntutto  m*Ua  fort«* 
torxione  del  collo.  cui  si  accompagna  lo  sguardo 
diretto  in  alto  c di  lato,  delle  caratteristiche  eile- 
nistichc  sia  pure  esagerate  dalT  artefice,  per  mcglio 
caratterizzare  1*  eroe  rappresentato  (efr.  il  ritratto 
di  Aleasandro  Magno  rinvenuto  a Prione,  riprodotto 
in  Jahrbuch,  1 Hill*,  taf.  I,  o qucllo  di  Pergamo,  Alt. 
von  Pergamon  VII.  1.  pg.  156,  fig.  137,  a,  b,  c sopra- 
tutto  il  profilo  del  Diadoco  nol  Museo  dolle  Terme 
in  Hekler,  tav.  84).  Tale  dixcordanza  e Stilist  ica  6 in* 
«lizio  indubbio  di  un*  opera  eclettica;  la  predilezione 
per  lo  form  ule  policletee  ci  riportn  verso  il  primo 
secolo  doll*  impero.  II  «Ir.  I**hmann-Hartleben  mi  fa 
o*xervare  la  stretta  somiülianzn  di  questa  statua 
con  P Kreole  Mastai,  in  bronzo  dorato,  della  Rotonda 
Vaticana,  che  dettacli  teeniei  e la  stretta  somigli- 
anza  con  la  xtat.ua  iconiea  di  vtk  xillarm  riprodotta 
in  llokler  tav.  127  b.  nonclie  il  luogo  di  rinveni- 
mento  (teatro  di  Pompeo).  assegnano  alla  metA  del 
primo  sec.  av.  C.  (la  statua  di  Dolo  con  i suoi 
rieordi  cllcnistici  e piii  antiea  della  statua  romana, 
nella  quäle  gia  si  avvertono  le  nuove  tendenze 
classichcggianti).  L’  Ercole  di  Villa  Borghese,  insiemc 
con  F Ercole  della  Galleria  Pitti  riprodotto  in  E — A 
231,  sarebbero  ambedue  una  elaborazione  ulteriore 
della  statua  del  teatro  di  Pompeo.  Una  clabora- 
zione  aneora  piii  tarda  si  avrebbe  infine  nelF  Ercole 
in  bnsalto  del  Museo  di  Parma,  proveniente  dal 
Palatino  {Gargiolli  C 6556). 

2852.  Torso  di  una  Statua  di  Apollo. 
Non  su  M — 1>.  Form*  menzionato  nel  Montelatici, 
pp.  22  con  le  parolc:  * Apollo  appofäialo  ad  un 
Ironcot . Restauri.  ben  distinti  dalla  qualita  doll 
marnio  (marmo  antico  a grana  grossissima;  marmo 
mo«lerno  a grana  finissima:  Carrara  di  w*eonda 
qualita):  teeta  e collo.  braccio  e mano  sinistra 
(stringe  un  bastoneino  e pogiria  su  un  tratto  del 
gluteo  sinistro  moderno),  il  goniito  destro,  la  metA 
inferiore  dei  glutei,  le  gambe,  i pie«li,  eccetto  la  parte 
aderente  al  suolo  del  pie«le  destro,  qualche  tratto 
del  serpente,  tra  cui  la  testa.  La  base  £ antiea  ed 
aderente.  eccetto  il  tratto  nel  quäle  £ inserito  il  piede 
sinistro;  il  ramo che  unisce  il  tronco aleorpoe  antico, 
sl  che  ne  e assicurata  ln  pertinenza  alla  statua.  — Il 
restauro  mi  sembra  giustificato  in  tutte  le  sue  parti, 
eccetto  nella  posizione  del  braccio  sinistro  ehe  non 
6 giustificato  da  nenuna  traccia  antiea.  £ vero 
che  fuori  del  restauro  scelto  dal  restauratore,  non 
rimane  altra  posizione  penaabile  che  quella  ciel  cosid- 
detto  periboetos.  Cfr.  tuttavia  (naturalmente  occor* 


re  robbe  rigunrdare  tutti  i restauri)  Clarac  485,  938  — 
Rep.  I,  248,1 ; Torlopia  XCI,  n°370  = R4p.  II,  96,  8; 
in  posizione  in  versa  Clarac  476  B.  906  D— Rep.  240,7 ; 
476  I),  348  B 241,5;  488,  946  A - 250,4  ; 488. 
946  = 250,5.  L’  originale,  sc  un  originale  si  ha  da 
amniet tere,  apparteneva  ad  una  fase*  Stilist iea  di 
poco  anteriore  all'  Hermes  di  Prassitele  (muscolatura 
piii  marcatA,  come  nel  satiro  Ludovisi). 

2853.  Figura  femininile  su!  tipo  della 
Elettra  di  Napoli.  Non  sul  M -D.  Forae  da 
identificarei  con  la  • Statua  della  dca  Flora  con  una 
corona  di  fiori  in  mano,  tcricndo  con  la  sinistra  un 
panno,  che  gli  (sie)  pende  dolle  spalle» , menzionata 
in  Montelatici,  pg.  86.  Restauri;  la  testa.  1’  «vam- 
braccio  destro.  grossissimo  pezzo  della  gatnba  sini- 
stra con  un  tratto  del  panneggio  aderente.  Kavam- 
braccio  sinistro  con  la  mano  cd  un  piceolo  tratto 
del  manto  stretto  da  questa.  Sotto  il  gomito  sinistro 
trovasi  adesso  un  tratto  di  panneggio  pendente, 
della  stcasa  pntina  della  parte  inferiore  della  statua 
(che  A stata  ingiallita  cd  arrossata  dalla  ruggine)  e 
dello  stesso  Stile  delle  parti  antiche;  forae  quando 
fu  fatta  la  fotografia,  cioA  prima  della  guerra,  il 
pezzo  era  caduto.  La  base  d antiea  ed  aderente.  — 
All'  altezza  dell*  ombelieo  un  taglio  netto,  indizio  di 
lavorazione  separate  dei  due  pezzi.  — Su  questa 
Variante  del  tipo  della  Venus  Genetrix,  vedi  Her- 
kenrath, eine  Statuengruppe  der  Antoninenzeit.  in 
Ath.  Mitt.  1905,  pg.  245  — 256,  e Neugebauer,  Askle- 
pios 178®  Winckelmannsproirramm)  pg.  4,  nota  7; 
Lippold,  Kopien,  S.  85.  Agil  esempi  citati  aggi- 
ungi:  Bartoccini,  Guida  del  Museo  di  Tripoli.  n° 
15,  riprodotto  in  Rep.  III,  199,1,  e 1’ esemplare 
dell’  Antiquarium  Comunale  riprodotto  ibidem  1 99.3; 
la  nostra  statua  differisee  dagli  eseraplari  eitati 
dallo  Herkenrath  non  solo  nei  particolari.  ma 
anehe  per  una  maggiore  snellezza  e sopratutto  per 
un  rninor  movimento  nel  panneggio  c quindi  per 
una  maggiore  fedeltA  nl  protot ipo.  Io  credo  che 
il  nostro  esemplare  vada  messo  in  prineipio  alla 
Serie. 

2854.  Artemis  «lei  tipo  Colonna.  Non 
sul  M — D.  Restauri:  Ambo  le  brarcia  da  meta  bici- 
pite.  s«*no  sinistro.  le  gambe  quasi  per  intieru,  il 
tronco,  un  lembo  del  ehitone  sopra  il  tronco.  La 
testa,  antiea  ma  non  pertinente,  6 stata  attualmente 
(la  fotografia  d anteriore  alla  guerra) sostituita  da  una 
m oder  na.  — Questo  esemplare  non  e elencato  Delle 
liste  del  Klein  {Praxiteles  pg.  310.  nota  2)  edclT  Ame- 
lung  (Braccio  Nuovo,  92,  pg.  108).  Appartiene  al 
sottotipo  iminito  di  muniehc,  di  cui  il  Klein  enumera 
altri  tre  esempi.  Una  replica.  important isaima  nono- 
«tonte  la  sua  mutilazione,  perehd  con  la  teste  per- 


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45  X,  2855  -2858 


tincnte,  d riprodott«  in  Milet  I,  V,  pg.  58,  n°  0,  fig.  6 
( Herkenrath). 

2855  e 2856.  H erme«.  Non  «u  M — D.  Pro- 
veniente  dai  magazzini  del  Palazzo  dei  Conser- 
vatori.  Restauri  (a  grana  fine,  ben  distinti  dal 
marmo  sntico,  a grana  gross«):  braccio  destro, 
eccetto  I*  inizio  con  V Attribute  ed  un  tratto  della  cos- 
eia  ad  csso  aderente.  polpaccio  e malleolo  destro, 
tassello  sulla  coecia  «inist  ra,  malleolo  sinistro  con 
un  breve  tratto  della  tibia,  niano  e pol«o  sinistri, 
con  la  parte  aderente,  quaai  tutto  il  caduceo,  eccetto 
un  breve  tratto  di  uno  dei  due  aerpenti.  l’estremit» 
inferiore  del  nmnto  con  l'e8tremitii  inferiore  del 
tronco,  qualche  tratto  della  base.  Dell*  »riete,  la 
zanipa  anteriore  sinistra  (1*  anteriore  d.  manca ; gli  zoc- 
coli  sonoperö  ambedue  antiehi)  cd  un  tratto  de]  petto 
Della  testa,  il  labbro  superiore,  il  naso,  gli  ocohi,  la 
fronte  eon  un  tratto  di  ca  pell  i »opr*  rasa ; infine  tutta 
la  ealotta.  I.*  testa  d eongiunta  al  corpo  da  una 
fett*  modern»,  ma  ciö  non  baata  di  per  sd  ad  eselu- 
deme  la  pertinenza.  anzi  la  eura  presa  nel  restaurare 
un  fmmniento  cosl  rnutilo  (il  tassello  fr»  la  te«tn  ed  il 
collo  fu  probabilmente  reso  neceasario  dalle  frnt* 
ture  non  bene  eollimanti)  porterebbe  all»  conclunione 
opposta.  II  tipo  Htatuario  espresso  in  questa  «tatua 
si  ritrova  in  numerosiastmi  cseniplari,  tutti  perö  piit 
o meno  differenti  1’  uno  dalP  alt.ro.  Su  di  csao  hanno 
parlato:  il Furtwilngler, Meisterwerke,  pg.  502  - 506); 
1*  Arndt  (E— A213— 215);  V Amclung  (Führer  durch 
die  Antiken  in  Florenz,  pg.  138,  n°  103);  di  nuovo 
il  Furtwängler  (Collection  Somzee,  pg.  0*  10);  il 
Bulle  (E-A  631—632)  «1  infine  il  Mariani  (Au«o- 
nia  II,  1007,  pg.  207  — 234).  II  ritmltato  di  tutti 
questi  studi  ei  puö  riaasumere  prosso  a poco  cosl. 
Esistono  tre  sottotipi  principali:  uno  — che  poaaiamo 
chiamaredell*  Hernie«  Richelieu  — dicuisidoccupato 
il  Mariani,  rappresentato  da  numerone  vnrianti.  di 
cui  nessuna  d munita  della  testa  originale  della 
divinitd  (la  testa  delP  enemplarc  Le  ecu  d un  ritratto 
idealizzato  di  et h augustca,  come  ha  visto  il  Lippold 
in  Jahrbui-h,  1011,  pg.  274.  Anche  in  ei6 1*  e«.  Lecca 
va  inaieme  con  la  «tatua  di  Formia  ehe  porta 
un  ritratto  contcmporuneo  o di  poco  posteriore). 
Alle  repliche  elencate  dal  Mariani  occorrc  aggi- 
ungere  quella  rin  venu  ta  a Formia  e pubblicata 
dall*  Aurigemma  in  Boll.  d’  Arte,  gennaio  1922, 
pg.  315—320,  la  cui  bcllezza  fa  assai  dubitare 
che  I*  Hermes  del  VilUno  I^ecca  sia  un  originale, 
mentre  avvalora  il  sospetto  enunciato  dal  Mariani 
per  gli  altri  tipi,  che  i copist i roniani  abbiano  etMi ge- 
rat« le  evcntuali  reminiscenze  policlctee  dclf  origi- 
nale (e  cid  vale  anche  per  la  rcplica  Lecca).  Il 
secondo  sottotipo— cui  solo  spetta  il  nome  di  tipo 


Rom.  Villa  Borghese,  Park  46 


Lansdowne — e rappresentato  da  tre  eaemplari:  Lans- 
I downe,  Pitti»  Berlino  106.  Il  terzo  (tipo  Aegion)  d 
rappresentato  anch’ csso  da  tre  esemplari:  Aegion, 
Berlino  100.  Napoli.  I.*a  noetra  «tatua  d differente 
I da  tutti  e tre  i «ottotipi,  da  cui  si  distingue,  oltre 
; che  per  il  gettito  della  clamide,  aggiunta  dovuta  al 
| ooptsta  (cfr.  Rep.  I,  161.3)  e per  la  prewcnzadell’  ari- 
| etc  che  ha  stessa  origine  (efr.  la  rcplica  di  Trento, 
Mariani,  pg.  218,  fig.  7),  per  la  posizione  del 
j piede  de«tro  e per  la  muscolatura  piü  nettamente 
policletea.  Ma  piü  che  la  copia  di  un  originale  di 
j rcuoIa  policletea  credo  che  hisogna  vedere  in 
questa  «tatua  un’  opera  di  et&  romana.  In  quanto 
nlla  testa,  essa  presenta  tutti  i earatteri  del  IV  sec. 
o del  lavoro  in  mnrmo:  solo  il  mento  ricorda  piut- 
towto  i tipi  di  etä  policletea.  Ma  benche  cid  potrebbe 
farcredere  ad  un’  opera  del  principiodel  IV  sec.  nella 
quäle  si  «arebbero  combinnti  gli  influssi  della  nuova 
generazione  con  le  persistenze  della  precedente  (cid 
che  tomerebbe  assai  opportuno  per  coloro  che  vogli* 

I ono  vedere  in  Naukydea  di  Argo  1*  inventore  di 
questo  tipo)  persisto  nel  vedere  nella  «tatua  un’  opera 
di  un  eclettico  romano. 

2857  e 2858.  Replica  del  Marsia  di 
Agram.  Non  «u  M — D.  Forae  da  identificarsi  con 
una  delle  duc  «tat ue  di  Erhole  menzionate  al  n°  2847  — 
2851 ; forae  anche  da  identificarsi  eon  la  «tatua  rieor- 
data  dal  Brigcntius  (libro  I,  pg.  70)  eon  i verai 
«. . . hic  gestans  hiuneris  horrenda  Leonis  f tergora 
fl  arm  al  its  nodoso  Robure  dextram  J eminet  A leides  . .• 
Bestaun  al  oorpo:  braccio  destro,  eccetto  un  brovis- 
«irno  tratto  all*  inizio,  con  l’attributo,  braccio  sini- 
stro, i)  membro,  ambo  i ginocchi,  un  breve  tratto 
! della  caviglia  destra»  1'  alluce  sinistro,  un  piccolo 
tratto  della  pelle  al  dinopra  del  tronco.  Tutti  i 
rcatnuri  «ono  in  marmo  di  (’arrara,  eccetto  il  roem- 
I bro  che  d in  cemento.  l^a  statua  d in  marmo  pario 
| della  migliore  qualitd.  purtroppo  assai  giiosta  dall’ 
(-«posizione  all’  aperto.  Riprodottn  in  Jahreshefte, 
j X,  1907»  pg.  321,  fig.  05,  donde  Rdp.  IV.  pg.  128,  I. 
La  rcplica  Borghese  d,  come  »tato  di  conservazione, 
inferiore  a quella  di  Agram;  ha  perö  il  vantaggio  di 
aver  conaervato  ambedue  i piedi.  Oltre  alla  terza 
replica  di  Holkham  Hall,  ve  ne  ha  forae  una  quarta 
riprodotta  in  De  CavaUertia»  anno  1585,  I, 
tav.  61,  dove  d data  come  osistonte  a Villa  di 
papa  Ciulio.  Etwa  differiscc  dalla  nostra  »olo  per 
la  mancanza  del  troneo  e per  una  differente;  testa. 
Non  d quindi  escluso  ehe  »i  tratti  del  medesimo 
pe/.zo.  Una  altra  replica,  dotata  di  una  bcllissima 
testa,  d «tata  rinvenuta  reccntemente  a Leptis 
M.igna  (belliHsima  riproduzione  della  aoU  testa 
su!!’  Illuatrazione  ltaliana,  1924,  n°  47,  pg.  672, 


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47  X,  2859  — 2865 

dove  per  una  «vista  e detto  “Nettuno*').  II  tronco 
£ in  qu«*stn  statua  altrvttanto  hasso  comc  nella 
replica  ingle#«*,  o nello  «tato  attunle  di  ronservazione 
non  «aprei  dire  sc  superiormento  «ia  «pezzato; 
ma  non  tni  pnrc.  In  quanto  alla  data  «1a  imsegnare 
all*  originale,  sott  d’aceordo  con  Io  l!ada«*zck 
nel  vedervi  un’opera  postlisippeji ; ma  il  confronto 
con  il  ritratto  di  Attalo  I e con  la  testa  frmminile 
rinvenuta  a Pergamo  ed  ora  a Berlino  ( Springer- 
Michaelis- Widters,  X edix.,  fig.  794  — 795)  dal  cui 
sguardo  profond«)  usocnte  da  «otto  le  sopracciglia 
corrugate  081*0  11  n simile  penaioro  agitato,  m’  in* 
«lueono  a datarv  la  «tatua  verso  la  fine d«*I  I II  «ec.  av. 
Cr.  In  qimnto  alla  testa,  non  pertinente,  ve«li  i 
niimeri  segucnti. 

2859  e 2860.  Ritratto  greco.  Sovruppoato 
alla  «tatua  prcecd«*nte.  R«*»tauri:  naso,  orecchio 
d«*«tro;  la  testa  c unita  alla  »tatua  di  Marsis  per 
mezzo  di  una  fetta  modcrna.  Per  Io  «tile  e per  la 
fugtr  ia  della  bar  ha  o dei  capelli,  la  t«*sta  da  eon- 
frontarsi  c*on  il  ritratto  di  Kpicum  riprodotto  in 
Brrnoulli,  (Jriechisehe  Ikonographie,  tav.  19.  d,  e 
sopratutto  con  il  ritratto  forse  di  Hermarco  (ibidem 
iav.  20).  Anehe  il  ritratto  di  Fpicuro  in  Nuova  York 
ripnalotto  in  Delbrück  tav.  25  va  eonfrontat«»  \m 
«lata  mi  parc  quindi  ehe  debba  esscre  collo»  ata  nelP 
ultimo  terzo  «lei  IV  »ec.  fra  il  ritratto  di  Ariatotele 
e«l  il  Dentostene  «li  Polyeuktoa. 

2861  e 2862.  Figura  femminilc  amman- 
tata.  M — D 1459.  Visibile  anche  in  Aliimrl  17  579, 
ma  in  piceolisaime  proporzioni.  Dal  tenipo  in  cui  fu 
elencata  dal  Matz  e «la  quello  in  cui  fu  «'»«•guita  la 
fotografia  di  Aliuari.  Ia  statua  ha  camhiato  poato 
«lue  volte.  Rostauri:  testa.  nmlio  le  mani.  quasi 
tutta  la  base,  ln  jmrte  dei  piedi  uscentc  dal  «lrap- 
pcggio,  un  tratto  «lei  «Irappcggi«)  ad  «*s»i  aovraatantc. 
Iy.»  parti  nudc  »ono  state  rscguitc  in  gesso  «lurante 
Ia  guerra,  e in  questa  occasione  6 stata  tolta 
ln  testa  antica,  ma  non  pertim*nte  ehe  vi  era 
»ovrnpposta  e ehe  trovasi  attualmente  nel  nmgazzino 
«lelln  villa.  La  testa,  descritt«  dal  Matz-I)uhn, 
e visibile  sulla  fotografia  di  Alinari.  nonch«*  su  una 
fotografia  es«*guita  |»er  conto  della  Caaa  Bruekmann 
prima  della  guerm,  e rappreaenta  un*Afr«Mlite  simile 
all*  Afrcxlite  di  Petworth.  Ncssuna  replica  esatta 
n me  conosciuta.  Un  po*  le  si  aecostano  la  statua 
di  Aristonoc  di  Ramnunte  (’/;q.  1891,  tav. 

5)  e la  statua  riprodotta  in  Iiep.  IV,  pg.  407.  o®  7 c 
quella  da  Cnido  riproflotta  in  Rep.  II.  242,5.  St 
tratta  evident«*mente  di  una  Variante  dei  tipo  della 
Urania  «lella  Sala  «lelle  Muse.  11  fatt«>  che  questa 
Variante  sia  cosi  isolata  temlerebbe  a«!  eseludere 
che  si  tratti  della  copia  «»satta  di  un  originale  greco 


Rom,  Villa  Borghf«e.  Park  48 


e ad  attrihuire  la  Variante  airartefice  romano:  ma 
la  storia  doll*  evoluzionc  di  qu<*8to  motivo  di  figura 
drappeggiata  (che  votliumo  gia  apparire  sui  vaai 
attici  della  seeonda  mcti  «lei  V wo.)  e ancora  troppo 
poe«i  studiata  per  poter  «lire  au  cif»  una  parola  defini- 
tiva,  Uhe  il  prototipo  tu  ppresentasse  una  Persefone 
mi  sembra  aasai  prolmbile,  tantopiü  che  in  tal  modo 
ben  si  eomprende  il  favore  g«x!uto  da  ohso  nella  tipo- 
logia  funeraria  di  eta  romana;  ma  non  credo  chi* 
T originale  doll’ Urania  Vaticana  »ia  da  identificarsi 
con  ln  lVrscftme  ritratta  sul  rilievo  votivo  eleusinio, 
ripro«h»tto  in  Baumeister,  pg.  416,  fig.  457,  caacndo 
qu«*st’  ultima  da  «latarsi  n«*I  primo  trentennio  dei  IV 
»er.  Invece  1’  Urania  vAti«*ana,  «lal  «Irappeggiamento 
assai  simile  al  »Sofocle  lateranense,  dove  essere  datata 
nella  seeonda  metA  «iello  stesso  bccoIo. 

2863  c 2864.  Ce  re  re.  Non  au  M — l). 
Restauri:  testa  (in  marmo).  le  punte  «lei  p«jlli«rc  e 
dcll' indice  della  mano  sinistra.  le  estremita  anteriori 
«lelle  spighe,  il  <*«>llo,  la  parte  inf«*riore  della  veate, 
j t pirdi.  la  baap.  — L’  attributo  «»asendo  quindi  in 
parte  antico,  abbiamo  probabilmente  uno  degli  in* 
numercvoli  casi  di  una  statua  iconiea  funeraria  con 
la  defunta  ident ificata  con  la  Perwfone  mistiea.  Si 
tratta  di  una  Variante  della  Pudicizia  dei  Braeeio 
Nuovo.  Lista  di  repliehe  in  Amelung,  Belve«iere 
102  c c Lippifld,  Cupieen,  nota  246  al  eap.  XVII. 
j Non  solo  la  replica  di  Cherchell,  ma  «liehe  la  prima 
I «lelle  repliehe  elencate  da  Amelung  6 munita  «l«*gli 
attributi  di  Persefone.  P«*r  «lecidere  se  si  tratti  di 
una  Variante  «htvuta  ad  artisti  nmiani  o a«l  artist: 
greci,  oceorrerebbe  uno  studio  aceurato  dei  hasse- 
rilievi  ««'polcrali  e delle  teriwotte  «‘IlenLstiehe; 
tutta  via  ame  s«*inbra  che  nuUa  imix-disca  di  vederivi 
una  copia  «li  un  originale  greeo  della  stn-onda  metä 
dei  secondo  secolo  av.  C. 

2865.  Muhr?  Restauri:  (in  cemento)  testa, 
collo,  gmswo  tratto  d«*l  jietto  (in  alto  a «lestro), 
nmbo  le  bra«‘cia  «ron  1*  attributo,  un  tratto  dei  pan- 
neggio  H«»tt<»  la  mnschcra.  L'  «*atn*mita  della  zampa 
1 libern  pt-ndente  dal  kolpo«  manca;  il  panneggio 
I sottostante  d stato  eoperto  eol  cemento  con  cu 
sono  «tat«*  inipiastrati*  tutte  le  »uture  e le  apezzaturc. 
Manca  imdtre  1* alluce sinistro  ed  un  tratto  triango* 
Iure  «lella  base  innanzi  ad  esao.  I«a  baao  £ antica 
cd  a«lerente.  Altezza,  con  i restauri  e senza  la  base, 
inetri  1.78.  I^a  »tatua  fu  qui  trasportatn  sotto 
r Am  minist  razione  Colonna  — «otto  la  quäle  furono 
pure  eseguiti  gli  attuali  orribili  r«*»tauri  — traen- 
dola  dall*  Antiquarium  CVmiunalr.  Kssa  ^ quindi 
idcntica  con  la  replica  di  E--A  1993,  cit-ata  sotto 
il  n°  4,  prov«*nicnte  da  porta  Maggiore.  1,ä  replica 
di  Ny  C.irlsberg  e riprodotta  altresi  in  R«'»p.  III, 


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49  X,  2866  - 2868 


119,  8.  Cfr.  ancora  Lippold,  Copieen,  not»  72  al 
cap.  XV.  ln  quanto  alla  datazione  dell'  originale, 
non  credo  ehe  esso  possa  fand  risalire  alla  gencrazione 
di  Prasaitele.  ma  ttttt*  al  piü  a quella  di  Liaippo. 
All’  etÄ  di  Prassitele  invece  farci  risalire  1’ originale 
dell«  statua  di  Wörlitz  (E  — A 395).  il  cul  motivo  6 
»tato  evidentemcnte  ripreso  dall*  autorc  deUa  nostra 
statua,  modificantfblo  secondo  lo  stile  dt  I suo  tempo. 

2866.  Statuctta  di  Eaculapio.  Föne,  ma 
difficilmente  M— D 84.  Probabilmente  da  identi- 
fiearai  eon  )u  »statuctta  di  Escutapio  alla  piedi  ß 1(2 *, 
menzionata  nelTinventario  delle  antichita  di  G.  B. 
Della  Porta  (Röm.  Mitt.  1893,  pg.  239,  n®  18).  Da 
una  nota  del  Graeven  aembra  ch»»  nl  suo  teinpo  la 
statuctta  si  trovnsae  dictro  il  Museo.  La  testa, 
certamcnte  non  pertinente,  £ stata  durante  la  guerrn, 
r pcrciö  dopo  che  fu  caeguita  la  fotografia,  sostituita 
da  una  testa  moderna,  nd  so  cosa  ne  avvenne;  non 
mi  parc  che  (da  da  idcntificnre  con  la  testa  ripro- 
dott-a  al  n°  2871.  Ln  base  eantica  edaderenteedha 
form»  ovale;  anche  un  tratto  della  elava.  per  un’  al- 
tezza  di  10  cm.,  & antico.  Son  di  restauro  il  reato 
della  elava,  con  T avambraecio  che  lo  rcggo,  ed  il 
gomito;  inollrc  varii  tratti  del  manto.  di  cui  il  piii 
grosso  e 1*  eatremitA  della  picgu  cadente  dal  ginocchio 
destro.  Il  niarmo  antico  e a grana  fina,  um  non  cos) 
fine  oomc  il  lunensc;  e inoltre  assai  luecntc,  ma  non 
so  se  sia  greco.  Altezza,  con  la  testa  e senza  la  base, 
ni.  1.3*1.  — Is»  statuctta  si  riattacca  al  tipo  trat  tato 
dal  Neugebauer  in  Asklepios  (78°  Winckelmanns* 
Programm)  e present«  la  Variante,  che  non  ho  ria- 
contrato  altrove  cos)  chiaramente  espressa,  delle 
pieghe  a zig -zag  del  lembo  scendentc  lungo  la  gamba 
sinistra  sopra  Y omphnlos.  Solo  sulIa  statua  di  Ber- 
lino  (Neugebauer  III,  2)  se  ne  scorce  un  timido 
inizio.  Naturalmente  ai  tratta  di  una  Variante  del 
copista  romano. 

2867.  Statua  di  Daco.  Non  su  M — D.  Gifc 
ricordato  dal  Manilli.  pg.  16  eomc  esistente  in 
un  luogo  poco  dbtante  dall'  attuale  e giA  sopra 
T ara  sulla  quäle  |>oggm  attualmente,  eon  le  pa- 
rolc  « mezza  figura  di  marmo  assai  maggiore  del 
naturale,  d'  un  Part  ho  prigiono . Ricordato  anche 
dal  Montelatici,  pg.  16  con  Ic  parolc  •mezza  figura 
an/iea  di  marmo,  assai  maggiore  del  naturale,  che  con 
ambo  le  mani  legale  d'  avant i in  sembiante  di  gran 
mestizia,  rappresenta  un  Partho  fatlo  prigione. 
Posa  questa  grande  figura  sopra  un  sarcofago ,*  ecc. 
(acglie  la  descrizione  dell“  ara  dcscritta  nel  n® 
aeguente).  Anche  allora  i due  pczzi  trovavansi 
entro  un’aroo.  differente  perö  dall’  attuale.  Ricor- 
data  infine  clal  Brigcntius  (I-ib.  1,  pg.  8)  con  i ver- 
ai  r mneula  captivum  religant  ubi  bellica  Parthum  / 


Rom,  Villa  Borghese,  Park  50 


hfne latus  addex  trum  deilectit  nostra  mcaturn  / semita*, 
etc.  Dinienaioni  doppie  del  naturale.  La  testa  in 
marmo  bianco,  il  corpo  in  marmo  giallo  con  venatnre 
azzurrc.  Parte  posteriore  eaeguita  assai  sominaria- 
mente;  un  grosso  «punto  di  differimento»  A visibile. 
Nuso  e qualche  tratto  delle  ciocche  e delle  soprac- 
ciglia  re«  taurate  in  cemento.  I^a  statua  sembra  ehe 
inferiormente  preeenti  un  taglio  netto.  — La  posa 
e uguale  a quella  ehe  troviamo  nella  statua  di  Daco 
harbato  del  Museo  Chiaramonti ( Amelung  I.Taf.57, 
n°  536),  dove  le  parti  nude  sono  anch’  esse  in  marmo 
bianco  ed  il  pnnneggio  in  marmo  colorat-o  e la  partc 
conservata  delle  brnccia  e delle  gambe  e presso  a poco 
ln  medesimn.  La  stessa  tecnica  dei  due  marmi  la 
troviamo  anche  nelle  Otto  statue  di  baibari  pro- 
! venienti  dal  monumento  adrianeo,  attualmente  so- 
pra V arco  di  Costantino  ( Rep.  III.  61 , 8.9  Beilori. 
Veteres  Arcus  Auguttorum.  1690.  Tv.  23;  un  fram* 
mento  al  Museo  Capitolino:  St.  Jones,  tav.  7.  nü  21 ). 
Il  nostro  pezzo  ö pregevole  anche  per  Io  stato  di 
conscrvazione.  Cfr.  altresi  P Atlante  di  Ny  Carlsberg 
tav.  56.  n®  676.  677;  Amelung  I tav.  1,  n°  9;  tav.  II 
| n°  127 ; tav.  XIV  n°  1 18;  Museo Torlonia  II.  tav.CIU 
n°  412,  assai  interessante  pcrche  non  tenninato. 
1 Tutti  queeti  monumenti  sono  di  dimensioni  superiori 
al  naturale,  come  il  noHtro  pezzo.  Sono  da  confron* 
tarsi  infine  i due  barbari  in  marmo  nero  del  Palazzo 
dei  Conservatori  (Bocooni,  pg.  119,  n®  3 e 7)  e le 
due  statue  colossali  di  Frigi  rinvenute  a Corinto 
I (A.  J.  A.  1902.  pg.  7 e segg.  con  figure  e tavola 
aniunse),  indubbiamente  di  poco  posteriori  alle 
| statue  di  barbari  della  ('apitale. 

2868.  Ara  funeraria  iseritta.  Non  su 
M-  D.  L’  iscrizione  6 riprodotta  in  C.  I.  L.  VI  1924. 
dove  & anche  riportata  la  bibliografiti  anteriore,  fra 
cui  i passi  del  Manilli  e del  Montelatici.  Altczza 
| massima.  m.  1,70;  larghezza  mossima  in.  1,25;  pro- 
! fonditä  m.  0.70.  Orcio  e patera  «ui  lati.  — I«a  petti- 
natura  della  moglie  e quella  di  Domizia.  ma  quella 
del  marito  A quella  di  Traiano  (Bernoulli,  II.  2, 
tav.  24),  con  cui  il  pernonaggio  ra ppreten ta to  ha  in 
comune  anche  la  stilizzazione  dei  tratti  fisiognomici. 
| Cfr.  altresi  il  personaggio  rappresentato  ibidem. 

tav.  27.  La  forma  del  busto  A un  po’  mono  complcta 
| di  quella  del  busto  capitolino.  eiö  che  puö  anche  di- 
penderedalla  tirannia  dello  spazio.Tuttavia  sia  nota  to 
I che  il  busto  del  marito  premorto  ha  una  forma  legger- 
mentc  piii  stretta  di  quello  della  moglie,  beneid 
questa  abbia  una  pettinatura  piü  antica,  il  che  si 
spicira  facilmente  supponendo  che  la  vedovn  abbia 
| scelto  per  se  un  ritratto  da  giovane.  Anche  lo  stile 
I delle  pieghe  fa  scendere  V esecuzione  all’  inizio  della 
1 otk  trai Alien.  Lc  pupille  (un  semplice  punto  in 


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51 


X,  2560—2878 


Rom,  Villa  Borghese.  Park 


52 


origine),  sono  assni  corrose.  La  decorazione  dd 
coronamento  (cfr.  Alimann.  Römische  Grab- 
altäre, fig.  44,  di  etä  flavia)  non  contrasta  eon 
qucsta  datazionc.  Questo  monumento  e interessante 
perchö  fomisce  una  data  ahhastanza  precisa,  che 
puö  easere  utile  agli  epigrafisti  e soprntutto  agli 
Studiosi  della  storia  delle  magistrature  romanc  (su  i 
<viatorfS»  vedi  Mommaen,  Staatsrocht,  III  odiz., 
pg.  360-  362). 

2869  e 2870.  Testa  chiomata  con  her* 
retto  frigio.  M l)  911.  Forte  asimmctria  fa- 
ciale,  che  dimostra  che  la  statua  era  volta  verso 
la  piopria  destra,  ilche  perö  non  ci  aiuta  a deeidere 
se  si  tratti  di  un  Paride,  di  un  Ganimede,  di  un 
Attis.  di  un  Mitra  o di  un  Genio  mitriaco.  Ncsuuna 
replica  esatta  a me  conosciuta;  tutto  al  piü  cfr., 
per  la  direxione  delk>  sgunttlo  e degli  occhi,  il  Paride 
aeduto  della  Galleria  delle  Statue  (Amelung  II, 
Tav.  47.  n°  255)  e,  per  la  disposizione  dei  capelli 
sulla  fronte,  la  testa  di  Woburn  Abbey  riprodotta 
in  Furtuängler,  Statuencopieen  im  Altertum, 
tav.  VI. 

2871.  Testa  barbuta.  Non  su  M— D.  La 
testa  ha  assai  sofferto  per  T umiditä,  si  che  non  si 
puö  dire  nulla  di  preeiso.  In  alto,  un  ciuffetto  di 
capelli,  appena  pereettibile  in  fotografio.  Sembre- 
rebbe  ln  copia  di  un  ritratto  di  filosofo  greco, 
ma  il  lavoro  non  mi  sembra  romano.  Forse  proviene 
da  un  altorilievo. 

2872  t 2873.  Ritratto  virile  romano. 
Non  .su  M— D.  Assai  corroso  dalle  intemperie.  Il 
naso  restaurato  e di  nuovo  caduto.  Meta  del  III  aee. 
dopo  Cristo.  Cfr..  oltre  che  i ritratti  degli  imperatori 
del  tempo  (soprntutto  Traiano  Decio),  E— A 1447 
(cosidetto  Sertorio  di  Erbach)  ed  i ritratti  ripto- 
dotti  dal  Rodcnunldt  in  Zeitschrift  für  bildende 
Kunst.  N.  F.  XXXIII,  119—123« 

2874.  Frammento  di  bassorilievo.  Non 
su  M — D.  Marino  di  irrana  finissima,  differente 
perö  dal  niarmo  di  Carrara  e differente  anche  dal 
marmo  del  bassorilievo  di  cui  al  nuitiero  seguentc. 
II  pezzo  ö »tato  collocato  con  la  partc  posteriore 
piatta  in  modo  che  si  presentasse  all’  obbiet tivoeome 
si  presentava  ullo  spettatore  quando  faceva  paite 
del!’  intiera  »tele.  Distanza  dalla  radice  del  naso  alla 
punta  del  mento.  cm.  1 1 Va  — I particolari  stili- 
»tici  si  ritrovano  frequentemente  su  stele  funerarie 
della  fine  del  IV  sec.  ( Utberschntidung  nell*  ocehio 
sinistro)  e nulla.  all’ infuori  della  qunlitn  del  marmo, 
impedirebbe  di  vedervi  un  lavoro  uttico;  forse  si 
tratta  di  un’  opera  provinciale  o di  un  artista  emi- 
grato. 


2875.  F rammento  di  altorilievo.  Non  su 
[ M — D.  La  lastra  6 rotta  irregolarmentc  tutto  in- 
torno.  Distanza  dalla  radice  del  naso  alla  bocca 
cm.  6*4.  Marino  a grnna  di  media  grandezza,  diffe- 
rente da  quello  del  bassorilievo  trattato  nel  n°  prece- 
dente.  — La  bella  testa  di  vecehio  e indubbiamcnte 
un  ritratto;  duhbio  e peiö  se  il  frAmmento  provenga 
»la  un  rilievo  funerario.  Stilisticämente  la  testa  va 
confrontata  eon  il  ritratto  di  Epicuro,  quäle  ci  ö dato 
dal!’  esemplare  di  Nuova  York  (Bull,  of  the  Metro* 

| politan  Mus.,  VI,  pg.  150;  ripr.  Delbrück,  tav.  25; 
per  il  confronto,  sono  assai  piü  adatte  due  magnifiche 
fotograiie  all'  Istituto  Germanien):  sopratntto  gli 
occhi  e la  zona  liscia  sotto  1*  ocehio  sonosomiglian- 
tisaimi).  Perö  si  ritrovano  nella  nostra  testa  alcuni 
caratteri  piü  tardi,  quali  un  maggior  movimento 
nei  capelli  e nelle  ciocche  della  barba,  eleinenti  che 
la  riaccostano  ai  ritratti  della  prima  etä  pergnmena 
(ad  <>».  a quelli  del  Br.  Mu».,  Smith  1800  e 1801) 
ed  al  Galata  del  donario  attalico  in  Venezia  ripro- 
dotto  in  Bulle,  der  schöne  Mensch,  tav.  223. 
senza  perö  giungere  coal  basso.  Il  pezzo  va  quindi 
datato  nella  seennda  generazinne  del  teizo  secolo 
av.  Cristo. 

2876  e 2877.  Ritratto  virile  romano 
idealizzato.  Non  su  M D.  Naso  di  restauro. 
corona  assai  lacunosa,  si  da  render  impossibile 
1*  ident ifieazione  della  pianta  da  cui  c forraata;  la 
pupilta  e stata  fortemente  invrandita  in  etä  modema, 
ma  non  dubito  che  in  origine  vi  fosse  un  semplice 
piccolo  punto.  quäle  noi  lo  troviamo  sull*  Am  Paris; 
il  |m*zzo  ha  subito  una  forte  rilavorazione,  di  cui  si 
scorgono  tmcce  evident i sulla  guanria  sinistra.  — 
La  doppia  fila  di  riccioli  fa  pensare  all*  ctä  di  Domi* 

! ziano  (Cfr.  la  testa  del  Louvre,  Gimudon  1328 
Bcrnoulli,  s.  v.  Domitian,  n°  11,  nella  quäle 
perö  la  fila  superiore  delle  ciocche  £ modema). 

1 Cfr.,  per  lo  »tile,  i due  littori  dell*  arcu  di  Tito 
riprodotti  in  Strong,  La  scultura  romana,  pg.  111, 

I fig.  73,  che  prosentano  la  stessa  aria  un  po* 
trasognata  e lo  ateeso  ocehio  aperto  ed  assai 
incavato. 

2878.  Statuetta  di  Musa.  Non  su  M — D. 
Ixi  statuetta  ha  una  posizione  leggerniente  diago- 
nale rispetto  all*  obbiet  tivo,  t*»l  che  le  proporzioni 
sono  licvissimamente  falsate.  Altezza  m.  1.20. 
Anche  qui  le  superfici  lavorate  sul  braccio  sinistro 
e sul  piede  sinistro  dimostrano  che  le  parti  man- 
canti  erano  lavorate  a parte.  La  testa  era  ad  insor- 
zione.  I,a  parte  posterior«*  ö lasciata  rozza.  Marmo 
n grana  grossisMinm.  Anche  qui  si  notano  1c  misure 
inferior)  al  normale  che  troviamo  piü  o mono  nelle 
j altrc  repliche  (E— A 2300:  m.  0,94  con  hi  testa  non 


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53  X,  2879  — 2881 


pertinente;  ChUmmonti  174  B:  m.  0,86  scnza  U 
testa;  anche  le  repliche  Pamphilj  — . W,  eatzinger  7 
Napoli  = Watzinger  6 aono  inferiori  al  normale)  e 
che  troviamo  in  un’altm  delle  .Muse  del  rilievo  di 
Archelao  (cfr.  N°  2802  - 2803). 

2879.  Statua  di  Apollo.  Non  au  M — D.  Le 
parti  qut  muncanti  aono  state  restauratc  durante 
la  guerra  in  eemento,  in  modo  che  il  dio  foase  rap- 
prcsentato  in  atto  di  auunare  una  cetra  jkjggiata 
sul  pilastrino;  dai  monconi  di  ferro  rimasti  hi  deduec 
che  anche  prinm  la  Mtatua  cra  statu  restaurata  cos). 

Si  notino  i ttandali,  i riecioli  sulla  spalla  (quello 
sinistro  huI  manto)  cd  il  profondo  intacco  all*  inizio 
del  membro.  1-a  base  £ adcrente.  La  parte  inferiore 
üino  all*  ombelico,  e in  marmu  a grana  fine,  pro- 
babilraente  lunense,  a venature  azzuire;  la  parte 
superiore  in  marrao  a gruna  grosaa.  L*  omero 
ed  il  principio  del  braccio  destro  aono  attualnientc 
in  eemento;  probabilmente  anche  allora  (la  foto* 
grafia  ö stata  eseguita  prima  della  guerra)  tratta- 
vasi  di  restauri.  Ix*  dimensioni  sonn  superiori  al 
normale.  — La  parte  inferiore  6 una  repliea  di  dis- 
creta  fnttura.  delP  Apollo  di  Cirene,  di  cui  il  Klein 
ha  elencato  nitre  sei  repliche  ed  una  Variante 
(Praxiteles,  pg.  162  — 163.  not-a  1,  tipo  IVf,  Halb- 
gekleidet; del  n°  2 lo  stesso  autorc  preseutu  una 
fotografia  in  Gr.  Rokoko,  pg.  125  e «egg.,  fig.  56). 
Alle  copie  ivi  elencate  aggiungi  Rep.  III  20,2  (Ermi- 
tage); III.  20,5  (Cherchell);  IV,  50,5  (Miuec  Alaoui); 
Mendel,  pg.  317  n°  114.  a Costuntinopoli.  Se  infinc. 
come  v jirobabile,  tutte  o qualcuna  delle  «tu tue 
riprodotte  in  IX*  CavaUeriis  III.  7 e IV,  92,  coin- 
cidano  eon  qualcuna  ddl’  elenco  del  Klein,  oocorre- 
rebbe  ancora  indagare.  Sul  tipo  parla  anche  Ami*- 
lung  nel  testo  a Br-  Br  593  cd  infine  il  Klein  in  Gr.  j 
Rokoko,  pg.  127.  L*  originale  non  puö  a mio  avviso 
essere  anteriore  all»  aeconda  raetk  del  III  »ec.  av.  C.s 
basta  per  escludere  la  datuzionc  nella  generazione 
di  ScopA  c Prassitele.  il  tipo  del  viao  e degli  oechi, 
ben  viaibili  nella  fotografia  riprodotta  nell*  articolo 
di  Ainelung,  ed  il  gettito  delle  pieghe  ehe  ritorna 
in  tante  statue  riprodottc  dal  Klein.  Ix>  varianti 
della  noatra  statua  (sostegno,  sandali,  decomo  Hella 
piega  tra  i due  piedi),  sono  certamente  dovute  al 
eopista.  Li  jmrte  superiore  puö  derivare  da  una 
Variante  del  medesimo  tipo:  ma  puö  anche  avere 
appartenuto  ad  una  statua  di  Dionysos  in  simile 
atteggiamento. 

2880.  Statua  virile  di  stile  areaico.  Non 
su  M — D.  Orn  all*  Antiquarium,  nella  prima  sala.  — 
Sulla  stutua  ha  trattato  lungurnente  il  Della  Seta 
in  Bull.  Com.  1908,  pg.  1,  e »egg.;  fotografie  da  tre 
lati  nelle  tavole  I — III.  La  prima  c ripetuta  in  Rep. 


Rom.  Villa  Borghese,  Park  54 

I 

IV,  362,3,  dove  nel  teato  ö detto  trattursi  di  Traiano 
J Deck),  equivoco  dovuto  all*  ultimo  verso  del  Brigen- 
tiu»  citato  dal  Della  Seta:  *tu  Romae , Traiane 
Decus» . — Avendo  avuto  agio  di  oeservarc  la  statua 
| nel  Magazzino  Archeologico,  insieme  con  il  Dr.Kaach- 
nitz  ed  il  Dr.  Ed.  Schmidt,  siamo  giunti  ulla  eon- 
clunione  che  il  polpaccio  destro,  aasai  corto  rispetto 
ni  femori  ed  a tutte  le  proporzioni  della  statua,  pur 
^ non  essend«  dello  stesso  marmo  e dello  ateaso  rcatau- 
) ratore  del  polpaccio  sinintn»,  non  ö dello  marmo  fiel 
I torso;  che  anche  i piedi.  che  formano  tutC  unocon 
I la  base  e la  parte  inferiore  del  tronco.  sono  differenti 
I per  marmo  e per  lavorazionc  dal  torso;  e che  non 
] ö escluso  che  il  polpaccio  destro  poasa  appartenere 
| ad  essi  e che  i due  pezzi  possano  essere  antichi. 
Certamente  moderne  sono  inoltre  le  hraccia  (il  brac- 
cio destro  e rcstaurato  giustamente,  ina  la  mano 
stringeva  probabilmente  una  lancia  poggiata  a terra; 
il  braccio  sinistro  ö certamente  troppo  distante  dal 
corpo,  contro  lo  stile  del  tempo),  i lembi  del  man- 
tello  (lo  stile  delle  pieghe  e differente  da  quello  della 
parte  antica ; inoltre  I’  a vanzo  di  puntello  sulla  eoscia 
ninist  ra  sta  ad  indicare  che  il  manto  giungeva  sin  li) 
e la  parte  superiore  del  tronco  (che  in  antico  giun- 
geva probabilmente  solo  sino  all'altezza  della  trat- 
tuia  fiel  ginocchio).  Anche  togliendo  alla  statua 
quella  origiualitA  che  il  Della  Seta  (che  non  ebbe 
tutte  le  comoditA  che  ho  avuto  io  nell*  esame  del 
marmo)  volle  vedervi,  essa  rimane  per  noi  un  inter- 
! eesantissimo  e rnrisaimo  esempio  di  una  copia 
di  un  originale  greco  contempo raneo  al  frontone 
orientale  di  Olimpia,  sull*  immagine  di  una  delle 
cui  figure  virili  ritte  penso  che  si  debba  restaurare 
la  statua. 

2881.  Statua  di  atleta  in  atto  di 
ungersi.  Non  hu  M D;oraall*  Antiquarium  Oomu- 
nalc.  Su  queata  statua  ha  gik  parlato  il  Mariani 
in  Bull.  Com  1919,  pg.  139  -146.  fig.  14.  La 
statua  c visihile,  in  piccole  proporzioni,  sulle  vedute 
della  facciata  del  Museo  in  Alinari  6798  e Ander- 
son 440.  Alle  notizie  ivi  datc  dal  Mariani  aggiungi 
che  forao  la  statua  va  ident ificata  con  una  delle 
*due  statue  di  Gladiatori » citate  dal  Manilli  a pg.  40 
e con  *r  Eroe  vestito  atta  militare  con  la  corazza  in - 
dosso  et  uno  scudo  tondo  in  mano  con  una  testa  scotpi- 
tavi  nel  mezza*  citata  dal  MonteUtici  a pg.  22, 
J salvo  che  invecc  non  si  tratti  del  ^Gladiator  e con 
I r elmo  in  capo  e la  spada  in  mano»  deoeritto  a pg.  1 68. 
Anche  il  Brigentius  (lib.  11  pg.  25)  parla  di  un 

| « Gladiator  Arena  j hinc  velut  in  media 

i pugnut». 


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55 


X 


Bibliograf  ia 

Manilli,  Villa  Borghese,  Roma,  1650. 

L).  Montelatici.  Villa  Borghese,  Roma,  1700. 

A.  Brigcntiu«.  Villa  Borghesia  poeticedcsoripts, 
1716. 

In  Ouattani,  Memorie  enciclopediche,  III, 
pg.  93,  si  jmrla  «li  un  catalogo  di  Villa  Borghese 
com  pi  lato  dal  Pacetti,  ehe  pero  non  so  se  »iu  statu 
poi  puhblieato. 

Per  aiutare  coloro  che  volessero  eventual* 
mente  ritrovare  le  statuc  esistenti  n Villa  Borghese 
— aieno  esse  o no  riprodotte  nel  presente  lavoro  — 
ho  accluso  un  elichC*  con  la  pianta  della  villa,  tratto 
da  una  pianta  mesaami  gentilmente  a disposizionc 
dal  Direttore,  Oav.  Galimberti.  Ln  Villa  £ divisa 
in  otto  zone;  i numeri  eorris|>ondono  a quelli 
dcll*  attuale  serie  delle  K— A;  le  lettere  greche  ai 
pezzi  non  fotografati  di  cui  qui  presso  si  da  la 
»piegazionc. 


Zona  1 

(fra  Porta  del  Popolo,  i Piloni  Kgizii  cd  il  (»iardino 
del  Lago). 

Come  e noto.  questa  parte  fu  aggiunta  a quelln 
piil  nntiea  nel  principio  del  seeolo  «corso  e vi  lavoro 
il  Canina. 

0 

2785.  Si  trova  sul  prato  a sinkt  ra  del  Vialc  del 
Fioeco.  Li  presso  e il  «arcofago  «li  Prosenete  (Matz- 
Duhn,  2453)  ed  una  colonna  au  cui  rimane  la  pari«* 
inferiore  di  una  statuetta,  che  forse  d P avanzo 
delP  Aselepio  eleneato  in  M -D  84. 

2786  e 2787.  Si  trova  sul  lato  destro  ddla 
fontana  del  Fiocoo. 

a)  Si  trova  «ul  lato  »inistro  della  fontana  del 
Fioeco.  M-  1)  1534.  Copia  della  eoaidetta  „Spinne- 
rin“ di  Monaco.  Riprodotta  nclla  monografia  del 
Flasch,  die  sogen.  Spinnerin,  pg.  8. 

ß)  Nel  mezzo  della  fontana  del  Fioeeo.  M 1)78. 
Aselepio,  rirordato  dal  Kjellberg,  Asklepios,  pg.  37, 
N.  20,  e dal  Neugebauer,  Asklepios,  pg,  51,  Nota  197, 
N.  10.  K riprodotto.  con  tutta  la  fontana.  in 
Alinari  20198  a,  Andereon  2912,  Moscioni  6174. 

2788.  Su  un  vialc  che  conduce  all’  Istituto 
Internationale  di  Agricoltura.  AI  suo  poato  trova* 
vasi  anteriormente  il  Dionysos  eleneato  in  M I)  384 
(ora  all*  Antiquarium  comunaie). 

y)  dirimpetto  all;»  statua  precedente.  Una 
delle  due  erme  ricordate  dal  M — D 321,  326;  dove 
»ia  amlata  a finire  V altra.  non  «o.  Altezza,  dal  ver* 
tiec  del  capo  sino  alla  base  del  phallos,  cm.  104; 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


50 


larghezza  de!  fusto  em.  30;  profonditii  del  fustn 
cm.  24. 

«*)  Süll*  areo  di  ingresao  al  (liardino  del  Lago. 
Statua  virile  nuda,  M D 1070. 

Le  due  figure  femminili  ammantate  eleneato  in 
M— D 1383  e 1465  non  sono  riuseito  a trovarle. 


I 


Zona  11 

( (liardino  del  Lago). 

2789.  Nella  cella  del  tempio  di  Esculapio. 

#)  Statua  di  Apollo  M — D 227.  La  denomi- 
nazione  «•  basata  unienmente  sui  restauri.  Acroterio 
centrale  «lei  tempio. 

C)  Nike  M D 923.  Ali  di  latta ; sono  di  restauro 
il  braceio  »inistro  con  il  aerpente,  1*  avambraeoio 
«lestro  eon  la  patera.  Quindi  ne  Nike,  n»*  Hygicia. 
Gli  attributi  bann«»  seambiato  la  mano  da  cui  sono 
generalmente  tenuti,  il  ehe  deve  unicamente  nttri* 
buirsi  al  desiderio  di  «immetria  con  1*  altra  statua 
p«»sta  sul!'  acroterio  sinkt ro. 

r4)  Nike  922.  Ali  di  latta;  le  braccia  non  mi 
sembrano  di  restauro.  Evidentemente  il  restau* 
ratore  ha  voluto  ehe  la  statua  rapprcMUitusse  una 
Nike  jht  eolui  ehe  la  vedease  «li  fianco  e ia  figlia  «li 
Eseulapio  per  ehi  la  vedesse  di  facciä. 
i>)  Artemis  M— D 670.  | 
i ) Artemis  M D 682.  | 
x)  Figura  virile  nuda  I 
marciante  M-D  1079.  I 
>)  Herme»  M—  D 170.  j 
fi)  Figura  virile  nuda 
M-D  990. 

r)  Hygicia  M— D 864. 
i)  Figura  femminile  am- 
niantata  M-D  1560. 

o)  Erote  seduto  M — D 526.  Su  una  colonnett« 
presso  il  vinle  centrale. 

Lc  statue  elencate  in  M~  1>  990  a ( Figura  virile 
nuda),  128  (Herakles),  492  (Pan),  1411  (statua  fern  - 
minilc  seduta;  ricordata  dal  Lippold  in  Ath.  Mitt. 
1918.  pg.  66)  non  sono  riuseito  a trovarle. 

2790  2795.  Sui  pilastri  del  canccllo  sulla  via 
Appia  Felix. 

.*r)  M — D 10.  La  testa,  una  volta  di  Zeus,  £ st  ata 
ca  m hin  tu  e rappresenta  una  figura  giovanile. 

(»)  Apoll«,  M D 220. 
n)  Afrodite  M-D  737. 
r)  Figura  togata  M — D 1224.  La  toga  $ di 
foggia  repubblieana. 

Il  tempio  di  E»eulapio  d visibile  in  Moaoioni 
6181,  6182,  9001,  9002. 


Lato  «inistro  del 
tetto  del  tempio. 

Lato  posteriore  del 
tetto  del  tempio. 

| Lato  destro  del 
tempio. 


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57 


X 


Rom,  Villa  Borghese,  Park 


58 


3 


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Villa  Borghese 


59 


X 


Rom,  Villi  Borghefte,  Park 


60 


Zona  II! 

(Porti co  dei  Leoni). 

2796.  Addoftftato  aUa  parcte  efttema  del  portico. 

2797  — 2805.  Infisai  nella  parete  interna  del 
portico. 

v)  M— D 844.  Forse  Ermafrodita,  forse  un 
Bemplicc  Priapo.  Sono  conaervati,  oltre  il  tronco,  i 
femori  ed  il  ginocchio  sinistro.  Altezza  massima, 
m.  1,35. 

»/)  M — D 509.  Non  un  Priapo,  ma  un  fanciullo 
con  frutti  nel  grembo  (petto  infantile,  non  femmi- 
nile).  Altezza  massima.  cm.  40.  Appartengono  allo 
stceso  tipo  Rep.  II,  432,  7 ; IV,  208,  2. 

X)  11  rilievo  M — D 4029  non  c’ü  piü,  n6  so  dove 
»in  andato  a finire.  Perö  nella  parete  vi  e una 
traccia.  le  cui  dimensioni  corrispondono  a quelle 
datc  dal  v.  Duhn  per  questo  pezzo. 

Zona  IV 

(Fra  il  Giardino  del  Lago  e 1*  Uccelliera). 

2806.  Nel  tempio  di  Antonino  o Fauatina. 

2807.  Presao  la  cosidctta  «Prospettiva» . 

2808.  Preaao  il  Prato  dei  I)aini. 

2809  t 2810.  Nel  giardino  Zoologie«,  presao 
P ingresao. 

Delle  quattro  statue  togat«  elencate  in  M— D 
1300—1303,  due  aono  riprodotte  sotto  inn.  2835— 
2839.  Le  alt  re  due  non  sono  riuacito  a trovarle. 

Zona  V 

(Uccelliera). 

2811—2815.  Sulla  atrada  che  conduce  al  Parco 
dei  Daini. 

V»)  Sopra  il  tetto  doll*  Uccelliera  e perciö  non 
fotografabile  a causa  deU'altezza.  Sopra  un  busto 
barocco:  ritratto  dell’ eta  di  Commodo.  Guance 
imberbi,  capelli  ricci,  pupille  inciae,  testa  e sguardo 
Tolti  leggermente  a destra.  Restauri  impoaaibili 
a controllarsi. 

2816—2833.  Parete  orientale  della  seconda 
parcella  dell’  Uccelliera. 

2834.  Parcte  oecidentalc  della  terza  parcella 
dell’  Uccelliera. 

<«>)  Sopra  il  tetto  dell’  Uccelliera.  Non  foto- 
grafabile a causa  della  altezza.  Testa  barbata ; per 
quel  ehe  sembra,  di  ottima  produzione.  Korse  filo- 
sofo  greco  del  quarto  secolo  av.  C. 

A)  Ritratto  romano  dell’inizio  del  terzo secolo 
d.  C.  Su  un  busto  contabulato,  probabilmente 
pertinente. 

Zona  VI 

(Piazzale  innanzi  al  Museo). 

2835  - 2841.  Addossatc  alla  facciata  anteriore 
del  Museo. 


2842  e 2843.  Sulla  balaustra  che  circonda 
il  piazzale. 

D)  Statua  togata  con  testa  femminile. 

Zona  VII 

(Piazzale  dietro  il  Museo). 

2844-  2862.  Sui  pilastri  che  circondano  il 
piazzale. 

r)  Repüca  del  coaidetto  «periboetoa»  del 
Museo  Capitolino.  Esccuziond  trascuratu.  Assai 
restaurato  (gamba  destra  d ft  sotto  il  ginocchio, 
mano  sinistra,  braccio  destro,  parte  superiore  del 
tronco,  parte  inferiore  della  nebride,  naso,  orecchio 
destro). 

J)  Piccolo  frammento  di  una  statua  di  Priapo. 
Di  antico  non  vi  & che  il  corpo  e le  braccia  che  reggono 
I il  manto  ripieno  di  frutta.  Cfr.  R£p.  Il,  73,5;  73,6; 
74,2—7.  Forse  ricordato  in  Manilli,  pg.  140,  con 
le  parole  •Una  Statua  d'  un  Servo  vecchio  che  porta 
dinanzi  con  amhe  le  mani,  un  panno  grande  pieno 
di  uva  e <f  altri  frutti ».  Forse,  ma  meno  probabil- 
mente,  da  identificarsi  con  la  statua  menzionata 
nell’  inventario  delle  antichita  di  G.  B.  Della  Porta 
(ROm.  Mitt.  1893,  pg.  242,  N®  87)  con  le  parole 
$Una  statua  di  Vertuno , dio  delli  ortit  al  naturale*. 

Zona  VIII 

(Presao  porta  Pinciana). 

2863  e 2864.  Arco  di  trionfo  presso  la  latte- 
ria;  lato  sinistro. 

2865.  Arco  di  trionfo  presao  la  latteria;  in 
mezzo. 

2866.  Arco  di  trionfo  presso  la  latteria;  a 
destra. 

2867  c 2868.  Sotto  un  arco  di  mattoni  in 
| via  di  Porta  Pinciana. 

E)  Bassorilievo  rappresentante  un  toro  con- 
dotto  al  sacrificio,  incaatrato  a grande  altezza  nel 
lato  interno  della  porta  dei  Cavalli  Marini.  Altezza. 
circa  un  metro;  larghezza,  m.  1,60  circa.  Gi& 
ricordato  dal  Montclatici,  pg.  6,  come  esistentc 
nello  stesso  posto  dove  trovaai  tuttora,  con  le  parole: 
•un  mezzo  di  rilievo  antico  di  marmo  in  cui  si  mira 
scolpito  un  Toro  condotto  da  due  Vittimarij  al 
Sücrifizio*. 

Gruppo  IX 

(Deatinati  altrove). 

2869  — 2877.  Serra  ^del  giardino  del  lago. 

Z)  M— D 1153?  (fanciullino,  simile  a </). 

2878  e 2879.  Uccelliera. 

//)  Copia  del  satiro  riprodotto  in  Amelung, 
Kat.  der  Vat.  Mus.  I,  pg.  47,  n®  32,  Taf.  5.  Manca 
la  testa,  le  braccia  quasi  per  inttero,  le  gambe  da 
sopra  il  ginocchio  in  giü. 


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61 


X,  2882-2807 


Rom,  Palazzo  Barberini 


62 


2880  e 2881.  Antiquarium  Comunalc. 

N.  B.  Le  fotografie  sono  state  eseguitc  dal 
valente  otografo  Cesare  Faraglia  sotto  la  mia  dire- 
zione  eccetto  i n.  2780,  2847,  2852,  2853,  2854, 
2860,  2879,  2880,  2881,  eseguiti  prima  della  guerra. 


Rom. 

Palazzo  Barberini. 

(Ergänzungsangaben  von  W.  Amelung  und 
P.  Mingazzini.  Die  Verfasser  der  Texte,  Arndt  und 
Lippold,  haben  einen  Teil  der  Originale  nicht  zu 
Gericht  bekommen.) 

2882  2884.  Wiederholung  des  Area  Bor- 
ghese mit  aufgesetztem  Kopf  des  tAlki- 
bi&des«.  M-D  1323.  Doc.  ined.  IV,  40.  Phot.  d.  j 
röm.  Inst.  121.  Hoch  ohne  Plinthe  2,03  m.  Der  j 
Körper  aus  großkrystallinischcm,  gelblichen  Mar- 
mor, der  nicht  zugehörige  Kopf  aus  feinkörnigem 
grauen.  Sehr  geputzt.  Die  äußeren  Teile  der  Plinthe 
sind  ergänzt  ; der  Stamm  antik,  aber  nicht  zugehörig. 
Ob  die  Beine,  deren  Stellung  von  der  des  Ares 
Borghese  abweicht,  modern  oder  nur  falsch  an- 
gesetzt sind,  ist  erneut  zu  untersuchen.  Die  Unter- 
arme siud  jedenfalls  ergänzt.  Die  Formengebung 
iat  gegenüber  der  der  Pariser  Replik  übertrieben. 
Vielleicht  war  der  Typus  in  unserem  Exemplare 
zum  Porträt  verwendet  (vgl.  Lippold,  Kopien 
8.  181  f.  und  Text  zu  E-A  2782).  An  dem  Kopf 
iat  die  Nase  ergänzt,  die  Augensterne  modern  ein- 
gegraben und  namentlich  die  Brauenbogen  und  der 
Bart  an  der  Seite  stark  überarbeitet.  Uber  seinen 
Typus  vgl.  zuletzt  Amelung  bei  Helbig*  88  und 
Poulsen,  Ikon.  Miscellen  (1921),  S.  72,  Anm.  4. 

2885.  Heraklesstatuette.  M-D  95.  Höhe 
des  Antiken  0,45  m.  Das  Löwenfell  mit  den  Fingern 
ganz  überarbeitet.  Keine  Ansatzspur  für  die  Keule,  i 
Umrissen©  Brustwarzen.  Motiv  de«  Herakles  Lans- 
downe,  aber  stilistisch  nicht  verwandt. 

2886-  2889.  Knabenstatue  mit  aufge- 
setztem Kopf  des  WestmacottBchen  Ath- 
leten. M-D  1111.  Furtwängler,  Meisterwerke  502, 
Anm.  1.  Zum  Typus:  Anti,  Mon.  dei  Lincei  XXVI, 
689  ff.  Hoch  1,48  m.  Der  Körper  ist  nicht  poly- 
kletim  hen  Stils,  sondern  nach  den  weicheren  Formen 
Kopie  eine«  Werke«  des  vierten  Jahrhunderts.  Der 
Kopf  von  ziemlich  flauer  Arbeit. 

2890.  Replik  des  polykletischen  Nar- 
kisaos.  M-D  975.  Furtwängler,  Meisterwerke, 

S.  483,  Anm.  3,  Nr.  m.  Höhe  des  Antiken  0,66  m. 
Der  ganze  reihte  Arm  sammt  Hand  modern.  Das 
antike  Fragment  im  modernen  Kopfe  kann  nicht  j 


zugehören,  da  von  feinkörnigerem  Marmor.  Gute 
Kopie. 

2891.  Statue  des  Herakles.  M-D  94.  Doc. 
ined.  IV,  21.  Hoch  1,55  m.  Das  Löwenfell  umgclegt 
wie  beim  Herakles  Chiaramonti-Albani  (Br- Br  609): 
wahrscheinlich  ist  die  Statue  nur  römische  Com- 
pilation. Vgl.  Gail,  delle  Statue  256. 

2892.  Knabentorso.  M-D  189.  Overbeck, 
Kunstmythologie  dos  Apollon,  S.  258,  A.  Höhe 
de«  Antiken  0,87  m.  Großer  Eisenstift  in  der  linken 
Weiche.  Große  Flicken  am  Ansatz  der  Ober- 
schenkel; auch  die  Schamparticen  sind  ergänzt.  Vom 
Delphin  ist  auch  der  Ansatz  der  Schwanzflosse  er- 
halten; da  die  Ergänzung  dieser  Reste  zu  einem 
Delphin  das  Richtige  zu  treffen  scheint,  könnte 
man  an  Palaimon  denken.  Formen  de«  4.  Jahr- 
hunderts. 

2893.  Männliche  Statue.  M-D  186.  Hoch 
2,07  m.  Den  gebrochenen,  intacten  Kopf  halten 
Amelung  und  Mingazzini  für  sicher  alt  und  zu- 

I gehörig.  Die  Plinthe  und  der  ganze  »Omphaloe« 

| sind  modern.  Eine  Deutung  können  wir  nicht  geben, 
i Bemerkenswert  die  absichtliche  Verhüllung  der 
i ScliAmgcgcnd:  darnach  wohl  römische  Erfindung 
(vgl.  Lippold,  Kopien,  S.  189,  196). 

2894.  Laufender  Gallier.  M-D  1094.  Die 
Deutung  ergibt  sich  aus  dem  Gürtel  (Kekule,  69. 
Berl.  Winckelmanns- Programm,  S.  9 ff.).  Es  ist 
ausgeschlossen,  daß  der  den  Galliertypus  vorzüg- 
lich wiedergebende  Kopf  von  einem  Ergänzer  älterer 
Zeit  erfunden  worden  wäre.  Er  muß  also  antik 
sein.  Neuer  Typus,  nicht  pergameniBch. 

2895.  Isis.  M-D  667.  Hoch  mit  Plinthe 
1,51  m.  Die  linke  Hand  faßte  dA«  Gewand.  Die 
Deutung  ist  durch  den  Kopfschmuck  (Mondsichel 
und  Ähren)  gesichert.  Genaue  Wiederholungen 
sind  nicht  bekannt.  Vgl.  Bulle,  archaisierende 
griechische  Rundplastik,  Taf.  IV,  31.  über  Isistypen 
archaistischen  Stiles  s.  auch  Eduard  Schmidt, 
archaistische  Kunst,  S.  64,  Anm.  24. 

2896.  Weibliche  Gewandstatue.  M-D 
1500?  Der  Hals  scheint  zwischengeeetzt,  der 
Kopf  aber  antik  zu  sein.  Nach  dem  Stand  und  der 
Faltenbchandlung  Kopie  nach  einem  Werke  noch 
de«  5.  Jahrhunderts.  Der  Kopf  mit  seinem  runden 
Stimabechluß  könnte  der  nämlichen  Zeit  angehören. 
Die  Plinthe  offenbar  modern. 

2897.  Wiederholung  der  Hygieia  Hope. 
M-D  1508.  Hoch  ohne  Kopf  1,22  m.  Geringe« 
Exemplar.  Die  Schlange  (Ansatz  für  das  Kopfstück 
am  Gewand  oben)  nicht  über  die  Schulter,  sondern 
am  Boden  wie  an  der  Replik  der  vatic&nischen 
Gärten:  E-A  782.  Zum  Typus  zuletzt:  Amelung 


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Koni,  Palazzo  Barberini 


64 


65  X,  2898-  2915 


bei  Hclbig*  1541.  Hinzuzufügen  die  Replik  in  Kon- 
Htantinopcl : Kat.  Mendel  111,  808. 

2898.  Weibliche  Gewandstatue.  M-D1388. 
überlebensgroß.  In  der  Anordnung  de«  Gewandes 
Figuren  wie  der  Artemesia  vom  Maussolleum  und 
der  Vestalin:  Hekler,  röni.  weibl.  Gewandstatuen, 
Fig.  25,  verwandt. 

2899  und  2900.  Weibliche  Gewandstatue. 
M-D  1394.  Hoch  2,28  m.  Zu  M-D’a  Erganzungs* 
angaben  hinzuzufügen:  Plinthe,  beide  Füße,  Ge- 
wand unter  dem  rechten  Arm  längs  der  Hüfte.  Die 
Figur  hatte  di**  Rechte  hoch  aufgestützt:  Scepter 
oder  Thyreo«  ? Neuer  und  interessanter  Typus  des 
4.  Jahrhunderts  in  guter  Ausführung. 

2901.  Fortunastatuette.  M-D  880.  Hoch 
1,56  m.  Dem  Typus  Braccio  nuovo:  Helbig3  27 
verwandt,  aber  nicht  Replik.  Gering. 

2902.  Demeter-Statuette.  M-D  610.  Hoch 
mit  Plinthe  0,85  in.  Ergänzt  auch  das  Oberteil 
des  Diadems.  Geringe  Wiederholung  der  am  besten 
in  der  Pourtales’ sehen  Bronze:  Bronze»  Greau.  pl. 
XLI  wiedergegebenem  Erfindung.  Vgl.  Hekler,  röm. 
weibl.  Gcwandstatuen  8. 177;  läppold,  Kopien  215. 

2903.  Weibliche  Gewandstatue.  M-D1546. 
Unterlebensgroß.  Kleiner  Kausch  des  Himations 
über  dem  Wulst  zwischen  den  Brüsten.  Erfindung 
des  späteren  4.  Jahrhunderts. 

2904.  Artemisstatuette.  M-l)  700.  Ähn- 
lich, aber  nicht  genaue  Replik : Museo  Torlonia  Nr.  9. 

2905.  Weibliche  Gewandstatue,  als 
Urania  ergänzt.  M-D  1488.  Hoch  ohne  Kopf 
1,12  m.  Eine  Wiederholung  nach  Eduard  Schmidt 
in  Frankfurt  a.  M.  Das  Gewandmotiv  kehrt  sonst 
am  Ähnlichsten  wieder  bei  der  Statue  Museo 
Torlonia  228,  die  ebenfalls  den  linken  Fuß  auf 
eine  kleine  Erhöhung  setzt.  Verwandt  ist  auch  die 
»Urania«  Berlin  222  (Watzinger,  63.  Bcrl.  Winck.- 
Progr.,  S.  9,  Abb.  4).  Die  Barberiniache  Statue 
zeigt  die  früheste  Fassung:  wohl  noch  4.  Jahr- 
hundert. 

2906.  Mädchenstatue.  M-D  1553.  Hoch 
1,55  m.  Ergänzt:  der  rechte  Fuß  mit  Gewand  und 
Ecke  der  Plinthe.  Der  Kopf  ist  antik,  wie  man  an 
der  Oberfläche  des  Hinterkopfes  erkennt;  das  Ge- 
sicht ist  stark  übergangen  und  geputzt.  Der  Kopf 
ist  eingesetzt.  Replik  in  Florenz:  Clarac  775,  1932 
(im  Gegensinne  abgebildet).  Zur  Oewandanordnung 
sind  zu  vergleichen  die  Figuren  aus  Magnesia: 
Reinach,  rep.  IV,  410,  8 lind  421,  3,  sowie  Palazzo 
Doria-Olympia:  E-A  2296,  die  aber  jünger  sind. 

2907.  Weibliche  Gewandstatue.  M-D1506. 
Auch  von  Moocioni  photographiert.  Hoch  1,9-4  m.  J 
Zu  M-D's  Ergänzungsangabeu  hinzuzufügen:  der  | 


ganze  rechte  Arm,  der  linke  Unterarm,  große 
Teile  des  Gewandes  über  den  Füßen,  sowie  Füße 
und  Plinthe  selbst,  Flicken  im  Gewand.  Nach  einem 
Vorbilde  frühestens  des  3.  Jahrhundert«. 

2908.  Fortuna  ( ?).  M-D  1388  ( ?).  In  der 
Gewandanordnnug  verwandt  ist  die  Berliner  For- 
tuna 154,  die  aber  archaisierende  Züge  beimischt. 
Nach  der  hohen  Gürtung  und  der  Gewmndmaase 
zwischen  den  Beinen  hellenistisch. 

2909.  Höre.  M-D  832.  Hoch  ohne  Kopf 
1,275  m.  Puhl,  von  Amelung,  Ausonia  V (1910) 
p.  1 17,  fig.  5;  dort  die  genauen  Ergänzungsangaben. 
Die  Figur  hat  Blumen  und  Zicklein,  wie  sonst  die 
Frühjahrshore  auf  Campana-  Reliefs  ( Rohden* Winne- 
feld, Architekt.  Tcrracottcn,  Tafel  XL VIII  und 
8.  89  ff.),  trägt  aber  die  Blumen  im  Bausch  des 
Gewandes,  nicht,  wie  jene,  in  einem  Korb  in  der 
Linken.  Die  Gewandanlage  ist  von  Amelung  mit 
der  eines  Reliefs  im  Louvre  (a.  a.  ö.  fig.  4)  ver- 
glichen, die  Schöpfung  der  Figur  einem  Meister  der 
»parteiischen«  Schule  zugeschrieben  worden. 

2910.  Weibliche  Gewandstatue.  M-D1446. 
Hals  und  linke  Schulter  modern,  der  Kopf  alt. 
Römische  Gewandanordnung;  nächste  Verwandte: 
Sala  della  biga  607;  Neapel,  Guida  51;  Villa 
Borghese,  Phot.  Alinari  6796.  Hekler,  Münchner 
arch.  Studien,  S.  232,  LI. Typus.  Zum  Unterkörper 
vgl.  die  kleine  Herculanenserin. 

2911.  Weiblich  ? Gewandsstatue.  M-D  594. 
Der  aufgesetzte  Kopf  vom  Anfang  des  3.  Jahr- 
hunderts. In  den  Motiven  verwandt:  Louvre,  Gi- 
raudon  1397.  Römische  Erfindung. 

2912  und  2913.  W iederholung  vom  Kopfe 
des  Mantuaner  Apolls.  M-D  182.  Büste,  Hals. 
Nase,  Stück  der  Haarrolle  über  der  rechten  Schläfe 
neu.  Höhe  des  Kopfes  0,20  m.  Nach  der  Bohrer* 
arbeit  im  Haar  aus  dem  2.  Jahrhundert  n.  Uhr. 
Geringe  Kopie. 

2914  und  2915.  Herme  des  Asklepios. 
M-D  1740.  Ausgezeichnete»  Wiederholung  des  Askle- 
pios Uffizien-Orlandi:  E— A 240/41.  JJppold. 

Kopieen,  S.  37  und  166.  Nach  diesem  vom  Meister 
dt*«  Tiber- Apollon.  Von  Wiederholungen  sind  be- 
kannt: 

1.  Statue  Uffizien  E-A  92/93. 

2.  Herme  im  British  Mumm  in:  Br- Br  229. 
Phot.  Arch.  Inst.  Berlin. 

3.  Kopf  im  Louvre:  Cat.  somm.  888;  Phot. 
Alinari  22  655. 

4.  Kopf  ebenda.  Im  Gegensinne  kopiert.  Phot, 
iin  Münchner  Uipsmuseum. 

5.  Kopf  Palazzo  Orlandi:  E-A  240/41.  Pbot. 
Alinari. 


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65  X,  2916  - 2934 


Koni,  Palazzo  Barln-rilii  66 


6.  Statuettengruppe  Barberini:  Amelung, 
Führer  durch  Florenz,  Abb.  19,  S.  68. 

Unsere  Herme  ist  jetzt  in  die  Villa  Barberini  in 
Castel  Gandolfo  verbracht  worden:  Lugii,  Bull.  oom. 
1922,  tav.  I,  2,  pag.  8,  Nr.  16. 

2916.  Jünglingskopf.  M-I)  1675.  Nur  die 
Maske  antik;  an  ihr  Nase  und  Lippentcilc  ergänzt. 
Höhe  des  Antiken  0,22  m.  Typus  der  zweiten  Hälfte 
de«  4.  Jahrhundert«  v.  Chr.  in  Ausführung  des 
2.  Jahrhunderts  n.  Chr. 

2917.  Kopf  des  Sarapis.  M D 36.  Amelung, 
rovue  arch.  1903,  II,  pag.  193,  Nr.  21.  Interessant 
wegen  des  Schmuckes  des  Modius:  Zweig  und  Ähren. 

2918.  Athenekopf.  M-D  648.  Neu:  Büste, 
Nase  und  Helmbusch.  Höhe  des  Antiken  0,58  m. 
Zu  vergleichen  der  nach  der  anderen  Seite  ge- 
wendete Kopf  Stroganoff:  Br- Br  608. 

2919.  Jugendlicher  Kopf  mit  Stirn- 
binde.  Nicht  bei  M-D.  Neu:  Büste  und  Nase. 
Höhe  de»  Kopfe»  0,26  m.  Wendung  nach  der 
rechten  Schulter.  Der  Artemis  Colonna  nahe  ver- 
wandt. 

2920  - 2922.  Jugendlicher  Kopf  mit 
Stirn  binde.  M-D  1697.  Hoch  0,23  m ohne  Hals. 
Ergänzt:  der  Hals,  der  größte  Teil  der  linken  Wange 
mit  Mund  und  Kinn,  die  Nase,  Stücke  an  beiden 
oberen  Augenhöhlenrändcm  außen,  ein  großer  Teil 
der  Haare  über  dem  rechten  Ohr,  Teile  des  Ober- 
nchadeb,  der  auch  überarbeitet  ist.  Verschiedene 
l/k*her  im  Haar,  zum  Teil  mit  Metallstiften,  zur  Be- 
festigung eines  Kranzes.  Die  Augen  waren  ein- 
gesetzt. Dem  Kopf  vom  Südabhang  (Studniezka, 
Jahrb.  d.  Inst.  XXXIV,  1919,  107  ff.)  ähnlich, 
jedoch  in  wichtigen  Einzelheiten,  wie  der  Lage  der 
Binde,  abweichend.  Auffallend,  daß  an  der  gleichen 
Stelle,  wo  an  jenem  die  Hand  ansaß,  hier  die  Haare 
ergänzt  sind.  Die  Arbeit  ist  offenbar  original. 

2923  und  2924.  Archaistischer  weiblicher 
Kopf.  M-D  2006.  Hals  zwischengesetzt,  Büste 
nicht  zugehörig.  Ergänzt  : unterer  Teil  der  Nase. 
Der  Haarknoten  hinten  ist  antik,  aber  ganz  über- 
arbeitet. Im  übrigen  ungeputzt.  Die  Frisur  ist  von 
Vorbildern  wie  dem  Mantuaner  Apoll  inspiriert. 
Löckchen  vor  den  Schläfen  auch  sonst  bei  archaisti- 
schen Köpfen,  wie  bei  Ibüi. 

2925.  Statuette  eines  sitzenden  Grie- 
chen. M-D  1177.  Br- Br,  Text  zu  610,  FSg.  8. 
Lippold.  Griech.  Porträtstatuen.  S.  72,  Anm.  1. 
Ergänzt:  Stück  der  rechten  Schulter,  Stück  am 
Kissen  rechts  vom,  Vorderteil  des  rechten  Fußes. 
Andere  Ergänzungen  sind  abgefallen.  Der  Hals  ist 
zwischengesetzt,  der  Kopf,  aus  anderem  Marmor, 
sicher  nicht  zugehörig.  Die  Nase  ist  an  ihm  ergänzt. 


| Vielleicht  Wiederholung  der  verschollenen  Statuette 
des  Kleobulos  aus  Palazzo  Doria:  Bcmoulli,  Griech. 
I Ikon.  I,  S.  205. 

2926  und  2927.  Männliche«  Porträt  mit 
, Kopftuch.  Nicht  bei  M-D.  Hoch  0,35  m.  Er- 
gänzt: Nasenspitze,  der  ganze  Hinterkopf,  großer 
Teil  der  linken  Schädelseite,  rechtes  Schulterstück. 

I Die  erhaltenen  Teile  des  Hinterkopfe»,  der  Hab  auf 
der  linken  Seite,  sowie  das  linke  Schulterstück  sind 
ganz  überarbeitet.  Die  turbanähnliche  Kopfbedek- 
kung  läßt  an  einen  graecisierten  Perser  aus  der 
Umgebung  Alexandere  d.  Gr.  denken.  Vgl.  sonst 
auch  Arndt-  Bruckmann,  Porträts  151/152.  Nach 
der  Form  der  Büste  Arbeit  der  frühen  Kaiserzeit. 

2928.  Männliche  Gewandstatue.  M-D  1290. 
Hoch  2,50  m.  Ergänzt:  Kopf,  Unterarme,  Flicken 
am  Gewand,  rechte  Ecke  der  Plinthe.  Chiton  mit 
Halbärmeln  und  Himation,  das  nach  der  Toga-Mode 
traianischer  Zeit  umgeworfen  ist.  Römische  Stiefel. 
Genaue  Parallelen  zum  Gewandmotiv  sind  nicht 
bekannt.  Vgl.  etwa  Konstantinopel:  Mendel  596 
(Rcinach,  rep.  II,  46,  3).  Wohl  ein  griechischer 

. Literat  römischer  Zeit. 

2929.  Togatus.  M-D  1276.  Hub,  die  Toga 
j der  späteren  Kaiserzeit  (Gymn.-Progr.  Brünn 

1894/95),  S.  8,  Fig.  2.  Hoch  1,86  m.  Ergänzt: 

I Plinthe,  Füße,  rechter  Unterarm  mit  Hand,  Finger 
| der  linken  Hand  und  der  größte  Teil  de»  von  ihr 
gehaltenen  Gewandbausches,  Hab,  viele  Teile  der 
| Falten.  Der  Kopf  (neu:  die  Nasenspitze)  scheint 
antik,  ein  vorzügliches  Porträt  der  flavischen 
[ Epoche.  Die  Statue  wichtig  ab  eine  der  wenigen 
Togastatuen  mit  der  »oontabubtio«.  Für  die  späte 
EntMtchungKzeit  «ehr  gute  Arbeit. 

2930  und  2931.  Kopf  eines  Römers. 
M-D  1777.  Ergänzt:  Büste,  Nasenspitze,  Rand  de» 
rechten  Ohres,  Flicken  in  rechter  Braue,  Unterlippe 
und  Kinn.  Vorzügliche  Arbeit  der  frühen  Kaiser- 
zeit. Vgl.  Arndt- Bruckmann  519/20. 

2932.  Kopf  einer  Römerin.  M-D  2074. 
Die  Büste  ist  alt ; ob  aber  zugehörig  ? Ihr  Fuß 
modern.  Ergänzt:  die  Nasenspitze.  Poliert.  Das 
Hinterhaupt  verhüllt.  Gute  Arbeit  aus  der  Zeit 
um  220  n.  Chr. 

2933.  Büste  einer  Römerin.  M-D  2143. 
Hab  zwischengesetzt,  Zugehörigkeit  der  Büste  (Fuß 
neu)  nicht  erweisbar.  Nase  und  Vorderecken  de« 
Haarkissens  unter  den  Ohren  ergänzt.  Poliert.  Uin 
240  n.  Chr. 

2934.  Fragment  eines  bacchischen  Re- 
liefs. M-D  3581.  Amelung  zu  Sab  dc'busti  326a. 
Höhe  0,405  m,  Breite  des  Antiken  0,27  m.  Nur  die 
drei  Mittelfiguren  antik;  die  Streifen  links  und 


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67  X,  2035'  2940  Rom,  Palazzo  Barbcrini  — Neapel,  Museo  nazionale  — München,  Glyptothek  68 


rechta  erat  in  neuerer  Zeit  ergänzt.  An  der  Bac- 
chantin die  Mitte  des  rechten  Armes  neu.  Die  Köpfe 
der  drei  Figuren  sind  alt.  Die  Bacchantin  hält 
Flöten,  die  alte  Frau  eine  Fackel.  Arbeit  des  2.  Jahr- 
hunderts n.  Chr. 

2935.  MarmorgefäO.  M-D  3666.  Das  Gefäß 
besteht  aus  drei  nicht  zusammengehörigen  Teilen: 
dem  Unteraatz  eines  Kandelabers  (zwei  Reken  er- 
gänzt), mit  welchem  ungebrochen  der  derzeitige  I 
Fuß  der  Vase  (der  vielmehr  das  unterste  Stück  des  i 
Kandelabers  war)  zusammenhängt;  der  Vase  selbst, 
von  welcher  eine  Hälfte  mit  dem  einen  Henkel  neu 
ist;  dem  Deckel  sainmt  Griff.  Auf  den  Oberseiten 
der  in  J^Öwenklauen  endigenden  Stützen  des  Unter- 
ratzes  Ornament.  Dieser  Untersatz  ist  von  feinster 
augusteischer  Arbeit.  Zum  Gef&ß  vgl.  das  in  der 
Form  noch  gedrücktere:  Vatican,  Uandelabri  232 
(Phot.  Moscioni  3043). 

2936.  Römisches  Relief  mit  Schiff. 
M-D  3543.  Hoch  1,41  m,  breit  0,835  m.  Rechta  1 
oben  auf  der  Oberseite  Klammerspur:  eine  weitere 
Platte  hat  hier  angestoßen.  Nach  der  Inschrift 
(C.  J.  L.  I,  2S,  835,  mit  Abbildung)  noch  aus  republi- 
canischer  Zeit.  Das  Proembolion  in  Form  eines 
Hunds-  oder  Wolfskopfes,  über  dem  Schiff  ragt 
ein  Giebel  auf. 

2937.  Grabstein  der  Cominia  Tyche.  M-D 
3912.  Altmann,  röm.  Grabalt  Are,  S.  213,  Nr.  274.  , 
Hoch  1,00  m,  breit  0,57  m.  Aus  flavischer  Zeit. 

2938.  Grabrelief  des  C.  Rubrius  Ur- 
banus. M-D  3885.  0.  J.  L.  VT,  25531.  Hoch 
0,91  m,  breit  0,92  m.  Die  hohen  Seitenlehnen  der 
Klinc  endigen  in  Menschenfüßen.  Der  Sohn  hält  i 
die  vitis  des  Centurioncn.  Aus  vorhadrianiacher  Zeit, 

2939.  Clipeus  (Deckel  eines  Ossuari- 
ums?).  Nicht  bei  M-D.  Doc.  ined.  IV,  44.  C.  J. 

L.  VT,  2934.  Die  Inschrift  lautet:  »D.  M.  M. 
Aurelio  Vito  Centurioni  Coh.  XIIII  Urb.f  Durch- 
messer 0,45  m.  »Links  sitzt  eine  weibliche  Figur 
(fehlt  Oberkörper  mit  Kopf,  Teil  des  rechten  Armes, 
linker  Unterarm);  sic  hatte  den  Kopf  auf  die  linke 
Hand  gestützt.  Vor  ihr  ein  geöffneter  Köcher  und 
zwei  Schilde;  hinter  ihr  Schild  und  Sichelsehwert.  | 
Rechts  sitzt  in  gleicher  Haltung  ein  Barbar  mit  j 
Hosen  (Oberkörper  nackt;  es  fehlen  Oberteil  des 
Oberkörpers,  beide  Arme  bis  auf  die  linke  Hand, 
beide  Kniee).  Vor  ihm  Sichelschwert  und  zwei 
Schilde,  hinter  ihm  zwei  Schilde  und  Lanzenschaft, 
ln  der  Mitte  oben  zwei  Schwerter  und  Streitaxt.  t 
ln  der  Mitte  des  Ganzen  drei  halbmondförmige 
rätselhafte  Reste  (ein  Helm  von  vom  gesehen  ?). 
Beiderseits  Reste  der  eisernen  Verklammerung« 

( Mingazzini). 


2940.  Grabaltar  des  P.  Kgnatius  Nice- 
phorus.  M-D  3926.  Altmann,  röm.  Grabaltän*. 
S.  102,  Nr.  84.  Hoch  0,805  m,  breit  0,59  m.  Die 
Bekrönung  dieses  Cippus,  ehemals  im  römischen 
Kunsthandel,  befindet  sich  jetzt  im  Garten  des  Vil- 
lino  Antonia,  Via  Andrea  Cesalpino  1 B.  Unter  der 
Inschrift  Relief  mit  dem  Tode  des  Archemoros. 


Neapel. 

Museo  nazionale. 

2941/42.  Kopf  des  toten  Knaben  aus  der 
Gruppe  „Athamas  und  Lcarchos“.  Guida  243. 
Inv.  5999.  Ergänzt:  Nase,  Lippen,  Kinn,  rechtes 
Auge.  Die  strenge  Anordnung  der  Haare  seitlich 
der  Scheitelflechte  in  Verbindung  mit  dem  freien 
Wurf  der  Locken  am  Oberkopf  und  den  entwickelten 
Formen  de«  Gesichte«  machen  es  wahrscheinlich, 
daß  nicht  Kopie  einer  älteren,  hellenistischen  Erfin- 
dung vorliegt,  sondern  eine  Schöpfung  römischer 
Zeit.  In  den  Caracalla -Thermen  hat  eine  zweite  ähn- 
liche, aber  nicht  genau  entwSprechende  Gruppe  gestan- 
den: Not.  d.  »cavi  1901.  p.  252.  Nr.  3. 

2943/44.  Kopf  der  Bronzestatue  des 
schuippchenschlagenden  Satyrs.  Guida  858. 
Inv.  5628.  Lippnld,  Kopie;*n  128.  Benndorf,  Oest. 
Jahresh.1V,  172.  Klein,  Gesch.  der  griech. Kunst  III, 
243;  Rokoko,  44.  ,, Lippen  einst  versilbert.  I>ie 
fehlende  Iris  war  in  weiße  GußtimsHe  eingelegt.“ 
Wiederholungen:  A.  Statuen.  1.  München,  Glypto- 
thek 448  a (jetzt  502).  Basalt.  2.  München,  Glypto- 
thek 224.  3.  Vatican,  Gal.  d.  St.  267.  Kopf:  Phot. 
Moscioni  11  706.  Reste  des  Barte«  w’cggearbeitet. 
B.  K ö p f e.  1.  Louvre.  Phot.  Giraudon  2096.  Wohl  — • 
Cat.  somm.  677;  Fröhner  277.  2.  Vatican.  8.  dei 
Busti  315.  Phot.  Moscioni  21  887.  4.  Magnesia  a. 
M.  Watzinger,  S.  219  Taf.  VIII.  Im  Gegensinn.  — 
Schöpfung  der  ersten  hellenistischen  Zeit;  ein 
zweites  Werk  des  gleichen  Künstlers  ist  der  Fauno 
msso  (Gab.  dellc  moschere  432). 


München. 

Glyptothek. 

2945—48.  Bronzestatue,  sog.  Spinnerin. 
No.  444.  Die  Statue  ist  aus  verschiedenen,  gesondert 
gearbeiteten  Stücken  zusammengesetzt,  die  unter 
Benutzung  von  Gip*  und  Klammem  aneinander  - 
gefügt  worden  sind.  Die  Teile  sind:  1.  die  Füße. 
2.  Unterkörper  bis  zum  dreieckigen  Gewandüber- 


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09 


X,  2948-2949 


München,  Glyptothek 


70 


fall,  und  zwar:  a)  Rechtes  Bein  und  anschließende 
Teile,  vorn  bis  zur  großen,  aufwärts  ziehenden 
Mittelfalte,  hinten  durchaus  bis  zur  linken  Kante 
(Chiton  und  Mantel  in  einem  Stück),  b)  Linke 
Nebenseite  des  Chitons  (unten),  c)  Chitonfalte  links 
neben  dem  linken  Fuß.  d)  Vortierseite  von  Chiton 
und  Mantel  bis  einschließlich  der  großen  Mittelfalte, 
die  vom  rechten  Fuß  zum  Nabel  zieht,  e)  Große 
Mantelfalte  unter  dem  linken  Arm.  3.  Überschlag 
vorn  und  rechter  Teil  des  Gewandwulstes  über  der 
Brust.  4.  Linker  Teil  dieses  Wulstes  und  an- 
schließende Brustpartien  und  der  bekleidete  linke 
Oberarm.  5.  Linker  Unterarm  vom  Ellbogen  ab 
mit  dem  darauf  liegenden  Gewand.  G.  Rechter 
Arm,  soweit  nackt  (die  Hand  war  vielleicht  ge- 
sondert gegossen).  7.  Rest  des  Oberkörpers.  — Köpf 
und  Hals  neu;  an  den  Händen  Alles  antik.  Moderne 
Flicken  am  unteren  Rande  des  Überschlags  an  der 
rechten  Hüfte,  am  Chiton rand  hinten  unten  rechts, 
in  der  Faltenticfc  links  vom  linken  Fuß.  über- 
schmierte Ergänzung  auf  dem  Bauch.  Oie  Patina 
ist  körnig  wuchernd,  an  einzelnen  Stellen  dunkel  - 
rot;  die  giftig  grüne  Farbe  der  untersten  Partie  in 
der  Mitte  vom,  an  Chiton  uud  Himation,  läßt  darauf 
schließen,  daß  man  dort  zu  reinigen  versucht  und 
die  zu  glänzend  gewordenen  Stellen  wieder  über- 
schmiert hat.  Gußflicken  am  rechten  Oberschenkel 
vom.  Ob,  wie  behauptet  wird  (Abeken,  Mittel- 
italien, S.  381;  Kugler,  Kleine  Schriften  II,  528; 
Urlichs,  Oie  Glyptothek  S.  110;  Flasch,  Sog.  Spin- 
nerin, S.  2,  Anm.  2),  einzelne  Teile  nicht  gegossen, 
sondern  getrieben  sind,  muß  von  einem  Techniker 
untersucht  werden. 

Schon  Friedcrichs  (Bausteine1  No.  724)  hat 
richtig  bemerkt,  daß  Schuhe  und  Ringe  durchaus 
nicht  gegen  die  Deutung  auf  eine  Göttin  sprechen. 
Vgl.  auch  Lippold,  Kopien  S.  208.  Die  Schuhe 
scheinen  übrigens  auch  l»ei  der  horghcsischcn  Replik 
(vgl.  die  Abbildung  bei  Episcopius  II  8t)  ursprüng- 
lich vorhanden  gewesen  zu  sein.  Für  die  Haltung 
der  Hände  vgl.  die  Bronze  des  Mus.  arvheologico 
in  Florenz:  Milani  Uv.  XXXIII  S.  139  Nr.  0; 
diese  Atliona  hält  in  der  Rechten  die  um  den  Unter- 
arm sich  windende  Schlanae,  in  der  Linken  (Heyde- 
mann,  Mitt.  a.  d.  Antikensammlungen  in  Ober-  und 
Mittelitalien,  S.  79,  Anm.  12)  den  Rest  eines  Geräte««. 

Ähnlich  Ist  vielleicht  auch  die  Münchener 
Statue  zu  ergänzen:  ein  Helmbusch  ist  nach  den 
Berichten  in  unmittelbarer  Nähe  gefunden  worden 
(offenbar  identisch  mit  dem  Stück  im  Münchner 
Mus.  f.  ant.  Kleinkunst:  Christ,  Führer  [1901  ] S.  78, 
Nr.  915). 

Eine  weitere  Replik  befindet  sich  in  Villa  Sant- 


angelo  bei  Pollena  am  Vesuv.  Kopf,  Unterarm, 
Füße  sind  an  ihr  ergänzt.  (P.  A.  und  G.  L.) 

2949,  »Telesphoros«.  MarmorsUtue,  mit 
Plinthe  79,5  cm  hoch;  1920  aus  dem  sog.  Anti- 
quarium in  die  Glyptothek  überführt  (Nr.  500).  W. 
Christ,  Führer  durch  das  K.  Antiquarium  in  Mün- 
chen (1901),  S.  52,  574.  GroßkryBtAllischcr  grie- 
chischer weißer  Marmor.  Nur  die  Nasenspitze  und 
eine  Stelle  an  der  linken  Augenbraue  mit  Stuck  aus- 
gebcssert.  die  Vorderfl&che  der  einst  zum  Einlaasen 
bestimmten  und  vermutlich  runden  Plinthe  anschei- 
nend zur  Erzielung  einer  ebenen  Ansichtsseite  vom 
abgearbeitet.  Oie  Rückseite  ist  nicht  modelliert, 
nur  eben  nbgepickt,  so  daß  wir  Aufstellung  vor 
einem  Hintergrund  annehmen  müssen.  Diese  wird 
auch  dadurch  wahrscheinlich,  daß  der  freie  Raum 
unterhalb  des  Mantelsaumes  von  den  Fersen  an  bis 
zum  (auch  hier  gradlinig  abgeschnittenen)  Plinthen- 
rand  durch  eine  stehen  gelassene  Marmormasae  ge- 
füllt ist. 

Die  Kleidung  des  ganz  steif,  mit  etwaa  ge- 
hobenen Händen  dastehenden  Knaben  besteht  aus 
einem,  vermutlich  kurz  gedachten  Chiton  und  dem 
lick&nntcn  Kapuz-Mantel,  der  als  Wettermantel  im 
ganzen  Altertum  verbreitet  war.  An  sich  liegt  also 
kein  Grund  vor,  den  Knaben,  dessen  etwas  vulgäres 
Geeicht  durchaus  keinen  vornehmen  Eindruck 
macht,  für  etwa»  anderes  zu  erklären,  als  für  eine 
genrehafte  Knabenfigur.  Aber  es  muß  zugestanden 
werden,  daß  der  Typus  auch  in  etwas  vornehmerer 
Auffassung  vorkommt,  bo  in  Mantinea  (B.  C.  H. 
| 1890,  Taf.  8;  vgl.  dort  Foug^res  8.  595)  und  Kreta 
(dort  8.  598),  ohne  daß  man  die  Figur  schon  darum 
. für  eine  göttliche  Person  halten  müsste.  Auch  die 
andern  statuarischen  Exemplare  des  Typus  (S.  Rei- 
nach.  Rep.  de  la  etatuaire  II,  S.  469.470;  III,  8. 13; 
V,  8.  223)  geben  keine  Entscheidung,  wohl  aber 
kommt  diese  Gestalt  nicht  selten  in  zweifelloser  Ge- 
meinschaft mit  Asklepios  vor  (vgl.  Roschers  Lexikon 
der  Mythologie  V,  8.  309;  Darembcrg-Saglio,  Die- 
tionnaire  V,  S.  70  und  die  dort  angeführte  Litera- 
tur). Wesen  und  Ursprung  der  merkwürdigen  Ge- 
stalt des  Telesphoros  sind  noch  ganz  ungeklärt  , und 
auch  die  reinliche  Sonderung  der,  vielleicht  in  ver- 
schiedener Anwendung  eine«  und  desselben  Typus 
entstandenen  Exemplare  will  deshalb  nicht  recht 
gelingen.  Oie  in  den  Bonner  Jahrbüchern  118,  1909, 
8.  206.  Anm.  3 genannten,  mit  verstecktem  Phallos 
ausgestatteten  apotropäischen  oder  vielleicht  eher 
zauberischen  Bronzefigürchen  werden  vielleicht  die 
Deutung  bringen. 

Unser  Exemplar  zeigt  ungemein  einfache  For- 
men, die  z.  T.  durch  den  Gegenstand  bedingt  sind 


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71 


X,  2950 — 2954 


München,  Glyptothek 


72 


Es  ist  aber  zu  bedenken,  daß  Bohrung  ganz  fehlt, 
und  doch  hätte  sich  durch  sic  oder  eine  ähnliche 
Bearbeitung  dem  Haar  ein  in  pikantem  Gegensatz 
zu  der  schweren  Kapuze  beruhender  Reiz  leicht  j 
geben  lassen.  Die«  nicht  ohne  Sorgfalt  gearbeitete  I 
Exemplar  wird  man  also  wohl  vor  die,  aufgelockertes  1 
Haar  so  besonders  bevorzugende  antoninische  ■ 
Epoche  setzen,  ln  die  trajanische  würde  es  wohl 
gut  passen.  (P.  VV.) 

2950-53.  Sitzender  Togatus.  Nr.  517.  1 
Früher  in  der  Akademie  der  bildenden  Künste  auf- 
gestellt.  Erwähnt : Urlichs,  Glyptothek  S.  4,  Nr.  5. 
Einer  der  frühesten  römischen  Ankäufe  König  Lud- 
wigs. Der  Kopf  gehört  nicht  zu:  er  ist  aus  anderm 
Marmor.  An  ihm  sind  ergänzt:  das  ganze  Gesicht 
mit  Ausnahme  des  linken  Auges,  der  linken  Wange 
und  der  linken  Stirnseite;  der  größte  Teil  de«  rechten 
Ohrs,  der  untere  Rand  des  linken  Ohrs.  Der  Hals  ist 
bis  zur  H&lsgrub«  antik,  die  Wendung  de«  Kopfe« 
zur  linken  Schulter  gefiebert  Stiftlöcher:  eines  in 
der  Höhe  des  rechten  Ohrläppchens  im  Haar,  ein 
zweites  etwa  6 cm  dahinter,  links  unterhalb  des 
Wirbels,  wohl  für  einen  Brunzekranz.  Das  Erhaltene 
von  sehr  guter  Arbeit.  Nicht  näher  bestimmbarer 
(laudier.  — Der  Körper.  dt*Hsen  Marmor  dem  pen- 
telisohen  in  der  Struktur  verwandt  ist,  ist  außer- 
ordentlich stark  ergänzt.  Antik  int  der  rechte  Teil 
des  Oberkör]>ers  von  der  Schulter  an  lind  der  Bauch. 
Der  Rücken  ist  bis  auf  die  Schultern  alt ; der  linke 
Oberarm  hängt  mit  ihm  zusammen;  vom  Unterarm 
ist  nur  der  auf  dem  Mantel  aufliegende  Teil  alt. 
An  der  linken  Schulter  sind  ergänzt  : die  Falten  im 
Rücken,  das  ganze  Faltenbündel  der  Toga  bis  in  die 
Nabelgegend  sammt  den  anstoßenden  Teilen  der 
Brust  (diese  Ergänzungen  bestehen  wiederum  aus 
mehreren  Teilen).  Auf  der  rechten  Seite  ist  die 
ganze  Schulter  samint  dem  Gewand  über  dem  Ober- 
arm außen  neu;  ferner  (aus  anderem  Marmor)  Ober- 
und Unterarm  und  Hand.  Gesondert  ergänzt  ist 
ferner  der  vom  rechten  Ellbogen  herabfallende  Teil 
der  Toga.  Vom  rechten  Bein  ist  nur  der  Ansatz  de« 
Oberschenkel?  und  das  unterste  Stück  de«  Unter- 
schenkels bis  zum  Knöchel  antik;  der  ganze  vordere 
Teil  de«  im  Knie  gebogenen  Beines  ist  neu,  ebenso 
wie  der  Fuß  mit  dem  Untersatz  darunter  (nur  der 
innerste  Teil  des  Fuße«  ist  alt),  ferner  auch  das 
über  das  rechte  Stuhlbein  herabhängende  Gewand. 
Auch  das  linke  Bein  (von  anderem  Marmor  als  das 
rechte)  muß  modern  «ein:  Schnitt  am  Ansatz  de« 
Unken  Oberaehenkels.  Weiter  oben  sind  noch 
mehrere  moderne  Stücke  eingesetzt.  Der  linke  Fuß 
sitzt  oberhalb  des  Knöchels  mit  Schnitt  an:  auch  I 
er  ist  modern,  die  Ergänzungen  aus  verschiedenen  j 


Zeiten.  Das  Kissen  hängt  mit  dem  Rücken  zu- 
sammen; sein  unterer  Teil  sitzt  durchgehend  mit 
Schnitt  an  und  ist  modern,  ebenso  wie  die  runde 
«Stütze  unter  dem  Stuhl  und  die  Stuhlbeine  samint 
Plinthe.  Wahrscheinlich  war  der  ganze  Sitz  ge- 
sondert gearbeitet.  In  neuester  Zeit  sind  an  der 
Statue  verschiedene  Ergänzungen  in  Gip«  vor- 
genommen worden.  (P.  A.  und  G.  L.) 

2954.  Oberteil  einer  archaischenRelief- 
Stele  mit  drei  Frauen.  Nr.  241.  Die  hier 
gebotene  Photographie  ist  um  so  mehr  geeignet,  die 
früher  (E  — A 846)  gebrachte  zu  ersetzen,  als  sie  nach 
dem  erst  jetzt  gut  sichtbar  gemachten  Original  her- 
gestellt ist.  Vor  allem  ist  e*  jetzt  klar  gew  orden,  daß 
sich  da»  Relief  nicht  weiter  nach  links  fortaetzte. 
«Seine  Höhe  ist  noch  31  cm,  seine  Breite  war  nie 
größer  als  46  cm.  die  Dicke  ist  noch  gegen  11.5  cm; 
die  seitlichen  und  die  obere  Kante  sind  sauber  ge- 
glättet. Die  Einfassung  d«  Bilde«  besteht  nur  aus, 
allerdings  stark  bestoßenen  »Streifen;  architek- 
tonisch war  sie  nicht  gestaltet. 

Die  Herkunft  de«  Reliefs  ist  noch  nicht  sicher  er- 
mittelt . Brunn(Nr.l  17)gab, ebenso  wiefrüherSchom, 
Delo«  an,  L.  Urlichs  (Glyptothek  S.  35.  Beiträge 
zur  Gesch.  der  Glyptothek  S.  26)  vermutete  in  ihm 
ein**  Erwerbung  Haller«.  Dessen  nach  seinem  Tode 
gefundene  Liste  der  dem  Kronprinzen  gehörigen 
Antiken  ist  in  einer  von  Gropiu«  herrührenden 
italiänischen  Übersetzung  in  Straßburg  erhalten. 
Darin  wird  genannt:  Framraento  d’un  Baaso  rilievo 
doll*  laola  di  Paros,  nach  englischem  Fußmaße  1' 
zu  0.4 Yi  groß,  was  30.4,  bzw.  44.15,  bzw. 

1 1,25  cm  ausmacht,  und  mit  unserem  Relief  so  genau 
stimmt,  daß  mir  die  Identification  und  damit  die 
Herkunft  aus  Paros  gesichert  scheint  (Beschr.  der 
Glyptothek*  S.  VI).  Einspruch  hat  jedoch  H.  L. 
Urlichs  erhoben  (Wochenschrift  für  klass.  Phil. 
1917,  S.  412),  während  G.  Rösch.  Altertümliche 
Marmorwerke  von  Paros  (Kiel  1914),  S.  8,1  wenig- 
stens geneigt  scheint,  zuzustimmen. 

Die  drei  linkshin  schreitenden  Frauen  sind  in 
dem  «Streben  nach  Abwechslung  socomponiert,  daß 
die  mittlere  in  Vorderansicht,  die  andern  im  Profil 
erscheinen.  Entere  trägt  je  eine  lange  beiderseits 
de«  Halses  herabhängende  Locke  und  einen  starken, 
durch  horizontale  Furchen  gegliederten  Nacken  - 
schöpf.  Die  Gewänder  scheinen  faltenlos,  nur  unter 
dem  linken  Arm  der  Vordersten  sind  Falten  ange- 
deutet. Sehr  verschieden  sind  die  erhobenen  Hände 
gebildet.  Bei  der  Ersten  sehen  wir  jene  gezierte 
Handhaltung,  bei  der  die  Spitze  des  Zeigefingers 
und  Daumens  aufeinander  gelegt,  die  andern  gerade 
ausgestreckt  sind.  Die  zweite  hebt  die  flache  offene 


73 


X,  2955-2957 


München,  Glyptothek 


74 


Hand,  die  Dritte  legt  anscheinend  alle  Fingerspitzen 
zusammen.  Ob  diese  verschiedenen  (»osten  den  Ge- 
stalten verschiedene  Bedeutung  geben  sollten,  ob 
sie  einen  Dreiverein  von  Göttinnen,  ob  Adoranten 
darstellen,  ist  aber  nicht  auazumachen,  obwohl  die 
bei  der  ersten  Frau  beschriebene  Handhabung,  die 
vielleicht  auch  hei  der  dritten  gemeint  ist,  als 
Adoration  verstanden  werden  kann,  ebenso  wie  die 
der  mittleren.  (P.  W.) 

2955.  Bruchstück  der  Sima  des  Apollo- 

tempels in  Bassai,  nach  L.  Urlicha’  Vermutung 
(Glyptothek  S.  35)  durch  K.  von  Haller  erworben; 
ich  kann  diese,  an  sich  »ehr  glaubliche  Annahme 
nicht  beweisen.  Andere  Fragmente  der  Sima  sind 
in  London  (Catalogue  of  Seutpture  1 Nr.  505,  <bu* 
eine  abgeb.  Ancient  Marblee  IV,  Titelblatt  und 
O.  M.  von  Stackeiberg,  Apollotompel  zu  Bassac 
S.  44,  darnach  M.  Schede,  Traufleisten-Ornament 
Taf.  3,  17,  S.  14)  und  Paris  (E.  Michon  in  Revue  de» 
etudes  grecque»  1912.  S.  Ö7.  Cat.  «ommairc  de« 
marbros  antiques  731  f.).  Vgl.  C.  R.  Cookereil,  The 
Teniples  of  Jupiter  Panhellenius  at  Aeginaand  of 
Apollo  Epicurius  at  Bassae,  Taf.  6.  (P.  W.) 

2956.  Rechte  Hälfte  eine»  Totenmahls 
aus  feinem  krystallinischen  (sog.  parischcm)  Marmor. 
Als  Geschenk  E.  P.  Warrens  in  da»  Münchner  Anti- 
quarium gelangt  (Das  K.  Antiquarium  zu  München. 
Kurze  Beschreibung,  1914,  S.  32  f.),  seit  1920  in 
der  Glyptothek.  Nr.  512. 

Das  Relief  ist  links  von  oben  bi»  unten  abge- 
brochen: der  scheinbare  gradlinige  Abschluß  links 
unten  ist  nur  da«  Fußende  der  mit  einer  Decke  be- 
hangeneti  Kline,  auch  hier  erscheint  zur  Rückseite 
hin  Bruch.  Ungefähr  in  halber  Höhe  ist  an  der 
rechten  Seitenfläche  des  Pilaster«  ein  Dübelloch 
eingearbeitet,  das  wohl  einstiger  Befestigung  diente, 
und  den  quer  durch  das  Relief  laufenden  Bruch  ver- 
ursacht hat.  Breite  de«  Erhaltenen  bi»  zu  53, 
Höhe  67  cm. 

übliche  Darstellung.  Auf  einer  Kline,  deren 
breite  Füße  unterhalb  der  Decke  sichtbar  «erden, 
liegt  der  bärtige  Heros,  im  langen  Haar  anscheinend 
eine  Binde,  den  linken  Ellenbogen  auf  mehrere  Kis- 
«un  gestützt.  Die  auf  dem  linken  Schenkel  auf- 
ruhende  Hand  ist  mit  einem  Teil  des  Arme*«  zerstört. 
Auch  der  rechte  Arm  fehlt.  Auf  dem  Fußende  des 
Bette«  «itzt  die  Gattin;  von  ihr  ist  nur  der  Unter- 
körper «Thalten,  in  Chiton  und  Mantel,  die  Füße 
auf  einem  verzierten  Schemel.  Vor  dem  Bette  steht 
ein  Tisch,  offenbar  mit  runder  Platte,  die  drei 
Stützen  in  der  Form  der  schlanken  Vorderbeine 
eine«  Zweihufer«  - etwa  eine«  Hirsche«  — gebildet. 
Auf  dem  Tisch  sind  Speisen  dargestellt;  in  der  Mitte 


ein  rundlicher  gefurchter  Kuchen  erkennbar,  link« 
davon  zwei  nroauhles,  dazwischen  u.  a.  ein  Granat- 
apfel, recht*  eine  undeutliche  gerauhte  Masse,  wohl 
Trauben.  Die  verlorene  linke  Hälfte  des  Reliefs 
wird  eine  ausführliche  Darstellung  der  Adoranten 
enthalten  haben. 

Die  architektonische  Einfassung  wird  von 
einem  unten  rechts  etwa«  vorsprin  "enden  Sockel 
gebildet,  auf  dem  ein  dorischer  Pila«ler  steht;  auf 
diesem  liegt  ein  glattes  Epistyl  und  eine  Bekrönung, 
die  «ich  aus  Kyma  (Profil  des  Eicrstaha),  Platte 
(deren  Vorderfläche  etwas  zurückgelehnt  ist)  und 
darülver  einem  zweiten  Kyma  aufbaut.  Sie  trägt  da« 
Dach,  dessen  Langscito  mit  herablaufenden  Dach- 
ziegelreihen um!  Stirnziegcln  angedeutet  ist. 

Die  etwas  conventioneile,  aber  gute  Arbeit  zeigt, 
ebenso  wie  die  ('ompositinn,  Anklänge  an  Früheres 
und  läßt  Entstehung  gegen  Ende  doa  4.  Jahr- 
I hundert*  vermuten.  (P.  W.) 

2957.  Toten  mahl,  von  Martin  Wagner  der 
Glyptothek  geschenkt,  um  dem  von  Klenze  lebhaft 
beklagten  Mangel  an  decorativ  verwendbaren  Re- 
lief« abzuhclfen.  «ei  ea  auch  nur  durch  diesen  »anti- 
quarischen Knochen«  (L.  Urlichs,  Glyptothek 
8.  101).  So  wurde  dies  Relief  im  Apollo-Saal  in 
fa«t  unerreichbarer  Höhe  decorativ  neben  zwei 
Fälschungen  Monti’s  eiugcmaucrt  (L.  ITrlichs,  Die 
i Glyptothek  S.  86).  Uni  es  überhaupt  genauer  unter  - 
’ suchen  zu  können,  mußte  es  hembgenommen  wer- 
den und  i*t  jetzt  an  «einer  alten  Stelle  durch  einen 
Abguß  ersetzt.  Furtwänglera  Beschreibung  der 
Glyptothek  2 Nr.  217  Int  entstanden,  als  da«  Relief 
noch  nicht  genau  zu  sehen  war. 

Da»  Relief  ist  64,5  cn»  breit,  41,5  cm  hoch,  und 
besteht  aus  weißem,  «ehr  dichtem  und  eher  Kalk- 
stein zu  nennenden  Marmor;  die  Art  des  Steine« 
ist  vor  Allem  an  der  rechten  Seite  erkennbar,  wo  der 
einfas««ende  Pilaster  abgesplittert  ist  und  «ich  eine 
löcherige  Oberfläche  zeigt,  wie  sie  bei  Kalkstein 
sehr  gewöhnlich  ist.  Entsprechend  diesem  schlech- 
ten Material  ist  die  Arbeit  flüchtig  und  hart,  ohne 
i jede  Feinheit,  vor  Allem  die  Falten  gefühllos  einge- 
«ehnitten.  Man  wird  darnach  von  attischer  Arbeit 
nicht  reden  dürfen,  und  Entstehung  vor  dem  Ende 
de«  4.  Jahrhunderts  ist  wohl  durch  die  schlanken 
Proportionen  der  Adoranten  und  die  gedrohte  Hal- 
tung der  Frau  ausgeschlossen,  während  die  viel- 
fachen typischen  Zusammenhänge  mit  älterer  Zeit 
nicht  raten,  seine  Entstehung  allzu  lief  herab  zu 
rücken. 

Die  Darstellung  ist  die  übliche.  Auf  der,  mit 
einem  lang  herab  hängenden  1-akcn  überdeckten 
Kline  liegt  der  bärtige  Heros,  auf  dein  Kopf  einen 


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X,  2958-  2861 


München,  Glyptothek 


76 


niedrigen  Kalathon,  in  der  erhobenen  Rechten  ein 
Khvton;  die  Linke  ist  nicht  mehr  zu  erkennen,  ein 
Füllhorn  d«rf  aber  hier  nicht  angenommen  werden. 
Beiderseits  von  dem  Kopf  des  Heros  ist  auf  dem 
schlecht  geglätteten  Grund  mit  eingetieften  Umrill* 
linien  eine  riesige  Schlange  dargestellt,  deren  Kopf 
ungefähr  die  Armbeuge  des  Gelagerten  berührt, 
deren  Windungen  sich  nicht  leicht  zu  einem  klaren 
Bilde  vereinigen  lassen  (vgl.  Berlin  829  und  dazu 
Arch.  Zeitung  1883,  S.  303).  Auf  dem  Fußende  des 
Bettes  sitzt  in  bewegter,  aber  typischer  Haltung 
die  Gemahlin  des  Heros,  erhebt  in  der  Linken  ein 
Kästchen  und  legt  mit  der  anderen  Hand  Weihrauch 
auf  ein  kleines  Thymiaterion,  das  in  Folge  der  Zer- 
störung scheinbar  auf  dem  Bettrand  steht,  tatsäch- 
lich aber  auf  dem  Tisch  gedacht  sein  muß.  Bei  der 
Frauengestalt  zeigt  sich  eine  recht  nachlässige  Aus- 
führung: das  Bet  t , das,  wie  den  Füßen  des  Heros  »ls 
Lager,  so  auch  ihr  »Ls  Sitz  dienen  muß,  ist  schein- 
bar schon  recht«  von  ihr  durch  eine  senkrechte  Linie 
beendet  ; eine  unerkläi  liehe,  ungeformte  Masse  zieht 
sich  von  da  zu  ihren  Beinen  hin,  und  eine  ähnliche 
liegt  unterhalb  ihres  rechten  Unterarmes,  wo  die 
Gewsndfaltcn  des  Heros  erscheinen  müßten.  Auf 
dem  Tisch  selbst  liegen,  nur  durch  flüchtig  einge- 
tiefte  Linien  ausgedrückt  und  summarisch  darge- 
atellt,  rundliche  Kuchen  oder  ähnliche  Speisen. 
Recht«  steht  neben  einem  schlanken  Krater  der 
nackte  Mundschenk.  Links  die  heranschrcitenden 
Adoranten,  Männer,  Frauen  und  ein  Kind,  in  der 
Ecke  darüber  der  übliche  Pferdekopf.  Die  architek- 
tonische Einrahmung,  Pilaster,  Kpislvl  und  Fries, 
läßt  infolge  der  flüchtigen  und  nachlässigen  Aus- 
führung keine  genauere  Beurteilung  der  Form  zu, 
aber  auch  von  dieser  Seite  her  betrachtet  erscheint 
das  Relief  noch  durchaus  griechisch  und  wird  der 
ersten  Hälfte  der  hellenistischen  Epoche  ange- 
hören. (P.  W.) 

2958.  G rabstein  des  Eutaktos,  von 
weißem  großkrystallischcm  Marmor;  1920  aus  dem 
sog.  Antiquarium  in  die  MUnchnci  Glyptothek  (Nr. 
507)  überführt.  Vgl.  W.  Christ,  Führer  durch  das 
Antiquarium  in  München  (1901),  S.  33,  614.  Münch- 
ner Jahrbuch  der  bildenden  Kunst.  1909,  S.  17. 
Höhe  73,5  cm,  erhaltene  Breite  34,  ursprüngliche 
etwa  40  cm;  diese  ist  nach  der  Gicbelspitzc  (Mitte) 
und  dem  deutlich  spürbaren  Übergang  des  Relief  - 
gründe«  zur  Ante  hin  sicher  genug  zu  bestimmen, 
damit  auch  für  die  Ergänzung  der  unten  stehenden 
Inschrift  eine  Grundlage  gegeben.  Sic  lautete  also: 
['//■  ßoüXi(  xal]  6 dt}uog  antfaroi  {yoixuji  oi/} 
Kßtaxtw  !ivtd[xtov  ti^g  if]g  narp/Ja  tfiXoitt[ulag 
ZW#]*.  Vgl.  C.  I.  G.  IV,  6817,  wo  die  glaubliche 


Vermutung  geäußert  wird,  das  Relief  stamme  aus 
Pa ro«,  weil  die  gleiche  Formel  dort  in  den  Grab- 
inschriften sehr  häufig  vorkommt  (vgl.  I.  G.  XII. 
5,  312  ff.  Sitzungsberichte  der  K.  Bayer.  Akademie 
1866,  L S.  264). 

Die  architektonische  Gesamm  tform  ist  sehr  ein- 
fach. In  eine  Marmorplatte,  die  olien  die  Form  eine« 
Giebels  mit  seitlichen  Akroterien  zeigt,  ist  mit 
weichen,  unscharfen  Begrenzungen  eine  Nische  ein- 
getieft,  so  daß  unten  ein  breiter  Sockelstreifen  für 
die  Inschrift  stehen  blieb.  Darin  Bteht  aufrecht  ein 
bekleideter  Mann  (Chiton  und  Mantel)  in  typischer 
Haltung.  Daß  der  Kopf  zu  seiner  Rechten  hin  ge- 
wendet war,  läßt  sich  trotz  der  Zerstörung  des  Ge- 
sicht« noch  erkennen,  ebenso  wie  die  Unbärtigkeit. 
In  der  gesenkten  Linken  könnte  er  eine  Rolle  ge- 
halten haben.  Ein  stehender  nackter  Knabe  reehts 
neben  ihm  hebt  seine  Rechte,  deren  Rücken  dem 
Beschauer  zugewendet  ist,  zu  ihm  empor  und  hält 
in  der  gesenkten  Linken  eine  bauchige  Kanne. 

Der  Grund  de«  Reliefs  war,  nach  erhaltenen 
Spuren,  braungelb  gefärbt.  (P.  W.) 

2959.  Grabstele  des  Nikolaos.  Früher 
im  Antiquarium,  seit  1920  in  der  Glyptothek 
(Nr.  511).  Vgl.  W.  Christ,  Führer  durch  das  K. 
Antiquariumin  München  (1901),  8.  33,  608.  Münch- 
ner Jahrbuch  der  bildenden  Kunst  1909.  S.  16. 
Conze,  Die  attischen  Grabrelicfs  IV,  Nr.  1990. 

Weißer,  anscheinend  pentelischer  Marmor; 
attischer  Ursprung  ist  auch  ohnehin  wahrscheinlich. 
Höhe  72,  größte  Bieite  27.5  cm.  Der  flache  Giebel 
trug  schlichte  Eckakrotorien.  seine  Spitze  fehlt. 

In  einfach  vertieftem  Felde  ohne  jede  Andeutung 
architektonischer  Einrahmung  steht,  ganz  von  vorn 
gesehen,  Nikolaos,  ein  unbärtiger  Jüngling  mit  lang 
in  den  Nacken  fallendem  Haar  in  der  üblichen 
Männertracht,  Chiton  und  Mantel.  Die  gesenkte 
Hand  scheint  etwa«  zu  halten.  Links  unten  sitzt 
ein  Hund,  zu  «einem  Herrn  Aufblickend  und  die 
Pfote  hebend. 

Die  kalte,  aber  saubere  Arbeit,  die  sich  auch  in 
der  Schrift  äußert,  läßt  das  Werk  gegen  den  Anfang 
unserer  Zeitrechnung  ansetzen.  (P.  W.) 

2960.  2961.  Doppelseitiges  Maskenrelief. 
Nr.  254.  Einst  in  Villa  AlbAni  vermutlich  mit 
dem  folgenden  zusammen  aufgeslcllt,  zusammen 
mit  ihm  durch  Napoleon  nach  Paris  entführt  und 
dort  1815  vom  Kronprinzen  Ludwig  gekauft.  Durch 
K lenze  decorativ  hoch  an  der  Wand  des  Niobiden- 
saales  so  eingemauert,  daß  die  flachen  Reliefs  der 
Rückseiten  unsichtbar  und  unbeachtet  blieben. 
Erst  1920  wurden  beide  Relief«  im  Römischen  Saal 
so  aufgestellt,  daß  sie  von  beiden  Seiten  zugänglich 


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77 


X.  2860—  2961 


München,  Glyptothek 


78 


sind.  Die  gemeinsamen  Schicksale  empfehlen,  beide 
Stücke  z.  T.  wenigstens  zusammen  zu  besprechen,  | 
obwohl  sife  nicht  gleichzeitig  entstanden  sind,  aber 
doch,  wie  jetzt  zweifellos  geworden  ist,  einer  und 
derselben  Denkmälergnttung  angehören.  Es  lohnt 
deshalb  nicht,  hier  frühere,  ohne  Kenntnis  dieser 
Tatsache  aufgestcllte  Deutungen  ausführlicher  zu  j 
besprechen. 

Noch  in  Villa  Alboni  entstand  die  (im  Gegen- 
sinn wiedergegebene)  Zeichnung:  Choix  des  plus 
celebres  maison*  de  plaisance  de  Rome  jmr  Percier 
et  Fontaine,  2.  cd.,  Paris  1824,  S.  25  (nur  die  Vorder* 
»eiten),  in  Paris  diejenige  bei  F.  et  Pinne*!,  Lea  monu* 
ments  du  Mnsee  Napoleon  dessines  parTh.  Piroli,  11  ! 
(1804).  Taf.  27  - 30.  Photographische  Abb.  bei  Th.  ; 
Schreiber.  Die  hellenistischen  Relief bilder,  Taf.  100  1 
(nur  die  Vorderseiten  mit  nicht  ganz  richtiger  An- 
gabe der  Ergänzungen),  wozu  seine  Bemerkungen: 
Die  Wiener  Brunnen reliefs  S.  87  zu  vergleichen  sind. 
Doch  wird  man  die  Vermutungen  über  die  ursprüng- 
liche Aufstellung  solcher  Reliefs  jetzt  mit  Hinweis 
auf  den  Fund  in  der  Cnsa  degli  Amorini  dorati  in 
Pompei  beschränken  und  vereinfachen,  obwohl  auch 
dort  alte  und  zerbrochene  Exemplare  Ihm  Wieder- 
verwendung in  die  Wand  eingelassen,  nicht  mehr 
im  Garten  auf  Weilern  frei  aufgestellt  sind.  Vgl. 
Notizic  degli  »cavi  1907.  S.  549  ff.  Einige 
Belege  für  diese  ursprüngliche  Anbringung  hat  ( 
schon  Schreiber  gekannt,  aber  sie  wie  Ausnahmen 
behandeln  wollen.  Sie  ist  zweifellos  die  eigentliche;  j 
denn  der  Ursprung  dieser  Aufstellung  von  Masken 
— eingcachlossen  in  einen  mehr  oder  weniger 
offenen  Kasten,  dessen  Rückwand  mit  ganz 
flachem,  Malerei  ersetzendem  Relief  bedeckt  ist  — 
liegt  doch  zweifellos  in  dem  Brauch  der  Schauspieler 
oder  Choregen.  ihre  Masken  dem  Gotte  zu  weihen. 
Vgl.  W.  Helbig,  Wandgemälde  Nr.  1460,  welches 
sicher  nicht  Ausstellung  eines  Theaterzettels  oder 
dergleichen  abbildet,  sondern  (wie  Wiese ler,  The- 
atergebäude, zu  Tnf.  4,  12  richtig  ausführt)  eine 
Weihung,  und  zwar  die  einer  in  offenem  Kosten 
(Winckelmonn,  Werke  V,  S.  174,  Weimarer  Aus- 
gabe) befindlichen  Maske.  E.  Reisch  (Weih* 
geschenke  S.  62  und  145)  und  W.  H.  D.  Rouse  ( Grcek 
Votive  Ufferings  S.  162  f.)  haben  literarische  Belege  I 
für  die  Sitte  zusammengestellt.  Lysias  läßt  einen  I 
Angeklagten  unter  seinen  Leistungen  für  den  Staat  | 
hervorheben,  daß  er  zw  eimal  als  Chorege  gesiegt  und  ( 
aby  rfi  oxevi^g  drafr/ni  i größere  Summen  auf- 
gewendet habe;  in  Teos  weiht  ein  Agonothet  tä  j 
,7(H><rto.T a xal  tovg  atttfdrovg.  und  wie  häufig  diese 
Weihung  der  Masken  im  Athenischen  Dionysos-  j 
heiligtum  war,  zeigt  Aristophanes,  der  es  be- 


stimmt als  den  Ort  faov  ru  ponuoAvxfia 
xQfudvrvttu.  Neben  dem  hier  genannten  Auf- 
hängen der  Masken  war  Aufstellung  beliebt; 
I außer  den  schon  erwähnten  Denkmälern  nenne  ich 
nur  A.  Conze,  Grabreliefs  Nr.  2113  und  K.  Wör- 
mann.  Die  Landschaft  in  der  Kunst  der  alten  Völ- 
ker. Taf.  10,  S.  425;  bpim  erstem  deutet  da»  Anathem 
den  Beruf  des  einen  Verstorbenen  an,  und  wir  dürfen 
hier  die  treue  Wiedergabe  eines  attischen  Anathems 
römischer  Zeit  erwarten;  das  zweite  zeigt  die  Ver- 
wendung dieser  zur  Gartendecorution  gewordenen 
Weihgeschenke.  Der  Wandel  der  heiligen  Haine, 
Gymnasien  ti.  s.  f.  in  öffentliche  Gärten  (Athen. 
Mitt.  1909,  8.  100 ff.;  M.  Gothcin)  brachte  auch  den 
Wandel  der  Anatheme  in  DecoraUonaatflcke  mit 
sich. 

Das  Relief  E -A  2960/61  (Glypt.  254)  zeigt  auf 
der  Vorderseite  die,  wie  sehr  oft,  nicht  mehr  als 
Theatermasken  mit  auf  gerissenem  Mund  gebildeten, 
großen  Köpfe  zweier  dionysischer  Dämonen  und,  wie 
auch  nicht  selten,  daneben  in  kleinerem  MaOstab  ge- 
haltene dionysische  Embleme,  wozu  in  diesem  Falle 
noch  ein  Pan  tritt.  Die  ganze  Höhe  (wie  photo- 
graphiert) beträgt  31  cm,  die  Breite  51.  Der  silen- 
artige  Kopf  links  zeigt  Widderhömor  (vgl.  dazu 
O.  Jahn,  Arch.  Aufsätze  8.  82,  85.  Lauersforter 
Phaleroe  8.  10).  durch  die  eine  weiche  Binde  ge- 
schlungen auf  die  Stirne  herabhängt.  Rechts  ist 
ein  Silen  mit  kurzen  Stierhörnern,  spitzen  Ohren 
und  langem  Haar  dargestellt;  auf  seine  Stirn  hängt 
ähnlich  im  Bogen  eine  zusammengedrehte  Binde 
herab,  deren  Enden  nicht  zu  sehen  sind.  Beide 
Köpfe  liegen  auf  dem  Felsen,  vor  dem  sich  ein 
Korb  mit  rundem  Decke!  zeigt,  aus  dem  eine 
Schlange  hervorkriecht,  eine  «cista  mystica«  (vgl. 
O.  Jahn  im  Hermes  III,  S.  317.  L.  Stephani, 

I Schlangenfütterung  S.  14).  sodann  eine  Ziege,  nach 
I deren  Euter  ein  am  Boden  sitzendes  nacktes  Kind 
j langt,  und  eine  stark  nach  hinten  gelehnte  kleine 
Priapos- Herme,  endlich  ganz  rechts  ein  stehender 
Pan.  Da«  Kind  soll  doch  wohl  in  dieser  Umgebung 
den  kleinen  Dionysos  daretellen  (O.  Jahn,  Arch. 
Aufsätze  S.  82,  85.  H.  Heydemann,  Dionysos’  Ge- 
burt S.  19,  73.  55).  Pan  ist  offenbar  gefesselt,  die 
Hände  auf  dem  Kücken,  so  wie  er,  von  Eros  besiegt, 
mehrfach  vorkommt  (Roschers  Lexikon  III,  1,  S. 
1458);  es  war  deshalb  eine  naheliegende  Annahme 
Furtwänglers,  daß  Pan  »wohl  von  demselben  Relief 
stammt,  aber  sicher  hier  nicht  folgte«,  die  sich  aber 
als  irrig  herausgestellt  hat.  Seine  Gestalt  hängt 
zum  größten  Teil  mit  der  Relicfplatte  zusammen, 
die  hier  durch  einen  fa»t  Benkrecht  und  auffällig 
gerade  verlaufenden  Bruch  zerteilt  ist.  Daß  dies 


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X,  2962—2964 


München,  Glyptothek 


80 


zweifellos  Bruch,  nicht  gearbeiteter  Schnitt  ist, 
zeigt  die  Rückseite.  Nur  int  die  rechte  Kante  der 
Platte  (ebenso  wie  auch  die  Vorderseite  der  antiken 
Bodenleiste)  modern  geglättet,  wobei  der  linke  Arm 
des  Pan  etwas  abgearbeitet  wurde.  Die  unpassende, 
ganz  äußerliche  Verwendung  die**«*  Typus  müssen 
wir  also  dem  geringen  Empfinden  de«  Hersteller« 
zur  Last  legen.  Modem  ist  weiter  der  ganze  untere 
Teil  der  Bodenleiste  und  von  dem  oberen,  etwa 
halb  ho  hohen,  das  Stück  bi«  zum  linken  Hinter- 
bein der  Ziege  und  andererseits  das  kurz  vor  dem 
Priap  beginnende  bis  zur  Ecke  rechts.  Modern  ist 
Hodann  alles,  was  links  von  der  Füge  liegt,  die  an 
der  C'ista  und  dem  Widderhorn  vorbeiführt,  und 
auch  der  unterste  Teil  der  Cista,  der  mit  dem  ange- 
setzten Stück  der  Bodenleiate  zusaminenbangt. 
Diese  Ergänzungen  erscheinen  in  der  Abbildung 
Perciers  (».  o.)  noch  nicht,  sind  also  in  Paris  ent- 
standen. 

Die  Rückseite  zeigt  einen  dionysischen  Zug, 
einen  rück  blickenden  Satyr  an  der  Spitze,  dann 
einen  zweiten  von  einer  Pantherin  begleiteten,  mit 
Pedum  und  Fruchtschüssel,  endlich  eine  Flöten  - 
Spielerin.  Der  erste  Satyr  ist  durch  denselben 
Bruch,  der  die  Vorderseite  links  verstümmelte,  halb 
verloren  gegangen;  er  ist  «ehr  ungeschickt,  z.  B. 
ohne  linkes  Bein,  ergänzt,  und  beweist,  daß  die 
Darstellung  hier  etwas  breiter  war.  Neu  ist  offen- 
kundig die  linke  untere  Ecke,  das  darüber  ange- 
fügte Bruchstück  der  Flötenspielerin  aber  ebenso 
zweifellos  alt:  es  paßt  im  Bruch  an,  gehört  also 
hierher,  und  damit  ist  auch  die  Stelle  des  stehenden 
Pan  auf  der  Vorderseite  gesichert. 

Wegen  der  zeitlichen  Stellung  (etwa  nntoni- 
nische  Zeit)  sc»  auf  die,  allerdings  diserete  Angabe 
der  Augensterne  bei  dem  Kopf  rechts  und  die  ziem- 
lich starke  Verwendung  des  Bohrers  verwiesen. 

<P-  W.) 

2962.  2963.  Ähnliches  Relief  wie  das 
vorhergehende,  auf  dessen  Besprechung  im  All- 
gemeinen zu  verweisen  ist.  Nr.  253.  Breite  50,3  cm, 
Höhe  40. 

Die  Vorderseite  zeigt  zwei  große  Köpfe, 
eines  efeubekränzten  Silens  und  wohl  eines  jugend- 
lichen Dionysos,  ebenfalls  mit  Efeu  und  Binde  und  j 
langen,  etwas  steif  herabfallenden  Locken.  Zw  ischen  I 
ihnen  unten  liegt  die  kleinere  Maske  eines  jugend-  | 
liehen  Satyrs,  darüber  im  Grunde  Tympanon  und 
Thyrsos,  unten,  wie  an  den  Felsen  gelehnt,  links 
zwei  kurze  Flöten,  die  eine  durch  einen  eingesteckten 
geholfenen  Schalltrichter  vergrößert,  und  dabei  ein 
Trinkhorn,  lechts  eine  Syrinx.  Angestückt  sind 
am  Rande  oben  rechts  vier  Stücke  der  Platte;  wie 


es  scheint  sind,  von  links  her  gezählt,  das  erste  und 
vierte  neu.  Ergänzt  i»t  ferner  am  Kopfe  links  die 
Nase;  das  oberste  Kfcublatt  oberhalb  seine«  Ohres 
war  (ebenfalls  in  Marmor)  modern  angesetzt, 
Schnittfläche  und  Eisenstift  zeigen  es.  Die  unteren, 
gelockten  Enden  der  Schnurrbarts  sind  in  Stuck 
angefügt.  Auch  beim  Dionysoskopf  ist  die  Nase 
(in  Marmor)  ergänzt.  An  der  Satynnaske  war  die 
höchste  Spitze  der  Haare  in  der  Mitte  (in  Marmor) 
ergänzt.  Diese  Ergänzung  ist  halb  abeefallcn  ( Eisen - 
stift);  an  der  rechten  Schläfe  ist  ein  Teil  der  herab- 
hängenden Haare  neu. 

Auf  der  Rückseite  ist  flüchtig  und  flach,  wie 
stet«,  ein  im  Taumel  daherraaender  nackter  Satyr 
abgebildet;  um  den  linken  Arm  hat  er  ein  flattern- 
de» Fell  geschlungen,  in  der  linken  Hand  hält  er  ein 
Lagobolon.  in  der  andern  eine  Traube.  Vor  ihm  ein 
aus  Steinen  aufgetürmter  Altar,  mit  hängender 
Girlande;  auf  ihm  brennt  ein  Opferfeuer.  Hinter 
dem  Satyr  Felsen  und  darauf  eine  der  üblichen 
Priap- Hermen. 

Wie  trotz  aller  Flüchtigkeit  dieser  Satyr  in  Be- 
wegung und  Formgebung  klarer  und  bestimmter  ist. 
wie  die  entsprechenden  Teile  de«  vorhergehenden 
Reliefs,  «o  auch  die  Vorderseite.  Man  wird  da» 
Werk  gegen  Ende  de»  1.  Jahrhundert»  ansetzen 
dürfen.  (P.  W.) 

2964.  «Schreitende  Höre.  Wie  F.  Hauser  er- 
kannt hat  (Österreichische  Jahrwshefte,  11*03,  S.  79), 
Bruchstück  einer  Relief  reihe,  deren  übrige  Reste 
»ich  in  Rom  und  Florenz  befinden,  deren  Ent- 
stehung in  neuatt  wehem  Kreise  »ich  immer  deut- 
licher herausstellt.  Vgl.  zu  Brunn- Bruckmann 
Nr.  598.  A.  «Springer«  Handbuch  der  Kunstge- 
schichte ,l  I,  1920,  8.  496;  11  1923,  S,  493. 
W.  Klein,  Vom  antiken  Rokoko,  1921,  S.  148. 
Eduard  Schmidt.  Archaistische  Kunst.  S.  28.  Der 
Fundort  ist  nur  für  einen  Teil  de«  Ganzen  über- 
liefert: Villa  Palombara  in  Rom,  wa«  auf  die  kaiser- 
lichen Horti  Lamiani  de«  Esquilin  führt  (vgl.  Jor- 
dan- Hülsen.  Topographie  der  Stadt  Rom  I,  3, 
«S.  347.  354,  31,  und  Kiepert-Hülsen,  Furmae  urbis 
Komae  * S.  98.  R.  Lanciani,  The  Ruins  & Ex- 
cavations  of  Anoient  Rome.  S.  409).  Unser  Frag- 
ment befand  sich  früher  im  Besitz  der  Familie 
Mattei  (Monumenta  Matthaeiana  II,  Taf.  49,  2), 
kam  in  die  «Sammlung  de»  Kardinals  Fesch  und 
1816  in  die  Glyptothek  König  Ludwig'»  I.;  vgl. 
Catalogue  de  tableaux  . . . le  tout  provenant  . . . 
de  la  mnison  de  M.***,  demeurant  nie  de  la 
ehaussee  d’Antin  . . . Nr.  70.  La  ventc  . . . en 
»era  faite  ...  le  17  de  juin  1816,  S.  43,  257. 
L.  Urlichs,  Beiträge  zur  Gesch.  der  Glyptothek 


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Bl 


X,  2965 


München,  Glyptothek 


82 


S.  22  f.  (145).  A.  Furtwängler,  Beschreibung  «1er 
Glyptothek*  Nr.  250. 

In  seinem  jetzigen  Zustande  ist  unser  Belief 
72,5  cm  hoch,  54  breit.  Es  war  in  mehrere  Stücke 
zerbrochen  und  ist  namentlich  link«  ergänzt.  I>ie 
Fugen  sind  auf  der  Photographie  gut  sichtbar.  Neu 
ist  Alles,  was  links  von  der  Fuge  liegt,  welche  als 
Kontur  die  Sohle  des  linken  Fußes  begleitet,  dann 
zur  rechten  Hand  hinzieht,  den  zurückflatternden 
Mantel  — dessen  Zipfel  auf  dem  anpassenden 
Bruchstück  in  Rom  erhalten  ist  — links  umsiumt 
und  von  ihm  sogar  ein  kleines  (modernes)  Stück, 
den  äußersten  fast  senkrecht  laufenden  Falten- 
rücken,  abschneidet  und  von  da  gradlinig  ungefähr 
senkrecht  aufwärts  zieht,  etwa  in  der  Höhe  des 
Nackens  rechtwinkelig  nach  rechts  umbiegt  und  nach 
einer  kurzen  wagerechten  Strecke  wieder  gradlinig 
nach  oben  führt.  Die  Bruchstücke  rechts  von  dieser 
Fuge  sind  alt  mit  Ausnahme  der  zwei  kleinen  drei- 
eckigen  Füllstücke.  Sie  scheinen  aus  demselben, 
etwas  bläulichem  Marmor  zu  bestehen  wie  die  uanze 
linke  obere  Ecke  des  Reliefs,  und  da  der  vom 
unteren  dreieekigen  Füllstück  aus  schräg  nach  rechts 
oben  führende  Bruch  als  Fortsetzung  des  im  ergänz-  j 
ten  Teil  nach  links  abwärts  verlaufenden  Bruches  i 
erscheint,  muß  angenommen  werden,  daß  die  ganze 
schon  ergänzte  Platte  einmal  durch  Sturz  ihre  linke 
obere  Ecke  verloren  hat.  Dabei  brach  sie  zuni  Teil 
in  der  schon  vorhandenen  rechtwinkeligen  Fuge, 
zum  größeren  Teil  in  der  heschriel»enen  schrägen 
Linie  auseinander,  so  daß  der  antike  Schopf  der  I 
Gestalt  nebst  einem  Teil  des  oberen  Rahmens  und 
des  Reliefgrundcs  abbrach.  Vermutlich  ist  gleich- 
zeitig der  antike  Teil  der  Platte  auch  in  Gürtelhöhe 
der  Gestalt  und  dem  vorgestreckten  Arm  entlang 
ungefähr  wagerocht  und  in  einer  vor  dem  Gesicht 
her  laufenden  Linie  senkrecht  durch  gebrochen.  Bei 
der  Zusammensetzung  mußten  am  oberen  Teil  des 
Bauches  zwei  Flicken  in  das  Gewand  eingefügt 
und  der  Rücken  des  untersten  rund  geführten  Fal- 
tenzuges  (in  fünf  der  Länge  nach  aneinander  ge- 
fügten Stückchen)  von  der  Hüfte  an  bis  fast  zur  j 
Schulter,  ergänzt  werden.  Auch  die  rechte  Hand 
mit  Ähren  nebst  dem  hitlbcn  Unterarm  ist  neu;  die 
Abbildung  der  Monumcnta  Matthaeiana  zeigt  hier 
eine  andere  Ergänzung,  nach  dem  Text  »Mohn«,  der 
allerdings  mehr  wie  eine  zusammengerollte  Binde  aus- 
sieht, und  muß  auf  Grund  der  Beobachtung  Hausers 
für  ebenso  falsch  erklärt  werden,  wie  die  jetzige. 
Sie  erscheint  aber  schon  in  einer  Abbildung,  die  für 
uns  die  erste  Spur  des  Reliefs  darstellt.  Auf  dem 
Frontispiz  der  Recherche»  curieusw*  d’antiquite  von 
Jakob  Spon  ( Lyon  1683)  ist  als  zweiter  der  malerisch 


gruppierten  Reste  des  Altertums  auf  hoher  Basis 
ein  Bildwerk  zu  sehen,  wie  die  zugehörige  ExpLi- 
cation  angiht,  aus  S.  Remy  en  Provence,  nach  einer 
Zeichnung,  die  absolut  mit  der  genannten  Abbil- 
dung Mattei,  auch  in  dem  Grade  der  Erhaltung, 
übereinstimmt  und  von  unserem  Relief  genommen 
sein  muß.  Da  es  also  keine  Statue,  wie  sie  Spous 
Abbildung  zeigt,  ist.  wird  man  die  angegebene  Her- 
kunft auch  auf  eine  Verwirrung  in  Spons  Papieren 
zurückführen  müssen.  Daß  er  in  Villa  Mattei  ge- 
zeichnet hat,  beweist  das  Nymphenrelief  CIL.  VI, 
1,  549  = Recherches  S.  481  und  Miseellaneaeruditae 
antiquitatis  (1685)  S.  32.  und  auch  die  Inschriften 
de«  Sthennis  etc.  etc.  (Löwy  481—485);  ob  unser 
Relief  sich  in  der  Villa  oder  im  Pallazzo  befunden 
hat,  nagen  die  Mon.  Matthaeiana  nicht,  sie  haben 
aus  beiden  Quellen  geschöpft  (I.  8.  III,  XV  ff.), 
XLUlff.).  (P.W.) 

2965.  Relief  mit  geflügelter  Gottheit, 
aus  kleinkiystallischem  weißem  (attischem  ?)  Mar- 
mor; rechts  alte  Begrenzung,  oben  und  unten  wohl 
auch,  obwohl  die  Kanten  sehr  bestoßen,  z.  T.  auch 
modern  überarbeitet  sind.  Links  quer  durch  ab- 
gebrochen. Höhe  68,5,  Breite  58  cm.  Bis  1920  im 
sog.  Antiquarium,  jetzt  in  der  Glyptothek  Nr.  514. 
Vgl.  W.  Christ,  Führer  durch  das  K.  Antiquarium 
in  München,  190],  8.  33,  626. 

Links  stand  ein.  durch  den  Bruch  zur  Hälfte 
verloren  gegangener  Mann,  den  Kopf,  wie  es  scheint, 
nach  seiner  Rechten  gewendet.  Er  trägt  nur  einen 
Mantel,  der  den  oberen  Teil  der  Brust  frei  läßt;  der 
gesenkte  linke  Arm  ist  von  einer  ziemlich  großen 
.Stoffmasse  umhüllt.  Der  von  hier  herabfallendc 
Zipfel  trugt  an  der  Ecke  einen  rundlichen  Rommel. 
Die  Füße  ruhen  nicht  auf  dem  Boden,  der  über- 
haupt keine  deutliche  Wiedergabe  gefunden  hat, 
vielmehr  ist  unter  dem  fast  in  Vorderansicht  dar- 
gestellten  linken  Fuß  nur  eine  ohne  scharfe  Form 
in  den  Reliefgrund  übergehende  Bosse  stehen  ge- 
lassen; bei  dem  im  Profil  gebildeten  rechten  Fuß, 
der  nicht  so  störend  aus  der  Fläche  herausficl,  hat 
man  selbst  darauf  verzichtet. 

Die  zweite  Gestalt,  rechts,  ist  in  der  bekannten 
steif  symmetrischen  Haltung  eines  bestimmten  Nike- 
Typus,  auf  der  Kugel  stehend,  gebildet  (vgl.  F.’ 
Studniczkn.  Die  Siegesgöttin  S.  15,  Fig.  23.  Roscher* 
Ix'xikon  III,  1,  S.  335.  Bahelon  et  Blnnchet,  Bronze* 
de  la  Bibi.  Nationale  Nr.  678  ff.  ) Ihr  bis  auf  die 
Füße  reichendes  Gewand  flattert  gleichmäßig  hach 
beiden  Seiten;  darüber  trägt  sie  ein  nach  Art  des 
dorischen  Peplos  auf  den  Schultern  zusammen- 
gestecktes  hulhlanges  Obcrgewand,  das  dicht  unter 
den  Brüsten  gegürtet  ist.  Auf  dem  Rücken  scheint 


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83  X,  2966—2972  München.  Glyptothek  — Kunsthandel  — Privatbesitz  84 


ein,  dies  Gewand  etwa«  an  Länge  tibertreffendes 
Mäntelehen  zu  hängen,  dessen  untere  Erken  — die 
rechts  wieder  mit  Bommel  beschwert  — seit! ich  von 
den  Schenkeln  flattern;  es  ist  wohl  zusammen  mit 
dem  Oborgew'and  auf  den  Schultern  festgesteckt 
gedacht.  Nahe  den  beiden  unteren  Ecken  des  Män- 
telchens sind,  noch  im  Bruch  kenntlich,  lloasen  vor- 
handen gewesen,  die  irgendwelche  Gegenstände  am 
Grund  haften  ließen:  hier  die  mit  dem  größten  Teil 
der  Arme  verlorenen  Hände  zu  vermuten,  geht  schon 
wegen  des  großen  Ahetandca  nicht  an,  auch  das  be- 
liebte Motiv,  mit  jeder  der  Hände  einen  Gewand- 
zipfel oder  mit  beiden  zusammen  eine  Girlande 
fassen  zu  lassen,  ist  nicht  möglich.  Die  Gestalt 
muß  Gegenstände  getragen  haben,  die,  vom  Relief - 
hintergrund  ganz  gelöst,  von  den,  anscheinend  etwas 
schräg  aufwärts  geführten,  Bossen  gestützt  wurden. 
Ihre  nähere  Bestimmung  wird  durch  die  Unsicher- 
heit der  Deutung  der  geflügelten  Gestalt  erschwert. 
Die  Schmetterlingsflügel,  welche  hinter  ihren  Schul- 
tern auf  ragen,  genügen  nicht  zu  sicherer  Bestim- 
mung. Allerdings  sind  Bie  zweifellos  in  der  Ober- 
fläche zwar  modern  geglättet,  aber  doch  nicht  etwa 
aus  Vogelflügcln  umgearbeitet,  wie  man  wohl  ge- 
meint hat.  Sic  müssen  ursprünglich  gleiche  Form 
gehabt  haben,  weil  oben  zu  viel  Marmor  ansteht 
und  weil  der  Reliefgrund  keine  Überarbeitung  zeigt. 
Auch  die  Bossen  lassen  »ich  dafür  nicht  verwenden. 
Natürlich  wird  man  von  den  Schmetterlings- 
flügeln  aus  zunächst  auf  Psyche  raten;  aber  gerade 
sie  auf  einer  Weltkugel  stehend  zu  sehen,  müsste  uns 
erstaunen.  Daß  diese  Flügel  auf  Eros,  aber  aueh 
auf  andere,  besonders  weibliche  Gestalten  übertragen 
wurden,  ist  bekannt.  Vgl.  L.  Stephani,  C.  R.  de 
»St.  Peterabourg  1877,  S.  140.  0.  Jahn,  Arch.  Bei- 
träge, S.  196.  A.  Furtwängler,  Gemmen,  Taf.  24,39. 
Es  scheint,  daß  die  Schmetterlingsflügcl  besonders 
bei  Nemesis  beliebt  gewesen  sind;  zu  deren  bildlicher 
Gestaltung  vgl.  H.  Posnansky,  Nemesis  und  Adra- 
steia:  Roschers  J^exikon  III,  1,  S.  155  ff;  Hermes 
1902,  S.  134 ff.;  B.C.H.  1898,  S.599, 1912, 8. 236 und 
248;  Österreich ische  Jahreshefte  1910,  S.  56;  1912, 
8.  78;  und  was  sonst  an  diesen  Stellen  angeführt  ist  — 
ein  »ehr  verschiedenartige«  und  noch  nicht  ge- 
schlichtetes Material,  bei  dessen  Sichtung  man 
nicht  überschätzen,  aber  auch  nicht  außer  Acht 
lassen  darf,  wie  Nemesis  mit  anderen  Gestalten  ver- 
quickt worden  ist.  Ich  neige,  einer  Anregung  P. 
Arndts  folgend,  nun  tatsächlich  dazu,  die  Gestalt 
unseres  Reliefs  auf  Nemesis  zu  deuten;  die  Welt- 
kugel, auf  der  sie  steht,  würde  für  diese  /iamin’oMa 
tov  xdofiov,  Regina  Orbis  (C.  I.  L.  VI,  1,  532) 
passen,  zumal  »ic  nicht  nur  hier  vorkomint.  Ob 


die  Kugel  und  das  so  viel  häufigere  Rad  dahei 
gleichbedeutend  ist  (Herme*  1902,  S.  139),  «las 
wage  ich  nicht  zu  behaupten,  wenigstens  nicht, 
wenn  wir  die  bedeutsame  Weltkugel  annehmen,  ob- 
wohl das  Epigramm  B.C.H.  1902,  S.  600  sich  auf 
Xlueoiq  xvxi.or  fyovna  nui.ov  bezieht,  das  zuge- 
hörige Relief  aber  nur  ein  Rad  zeigt. 

Geht  dieser  Deutungsvereueh  nicht  vollständig 
irre,  so  werden  wir  — auch  unter  Berücksichtigung 
der  formalen  Tatsache,  daß  die  Weltkugel  für  den 
Künstler  so  wichtig  schien,  daß  er  bei  gleichmäßiger 
Anordnung  weiterer  Gestalten  auf  eine  Darstellung 
des  festen  Bodens  zu  verzichten  bereit  war  — neben 
der  Herrin  der  Welt  andere  ähnliche,  vielleicht  durch 
pantheistischc  Verquickung  gewonnene,  Götter- 
gestalten  vermuten.  Aber  erhalten  ist  nur  der  Rest 
einer,  Asklepios  ähnlichen  Figur. 

Der  Stil  de»  recht  hnrt  gearbeiteten  Reliefs 
wird  wohl  provinzial  beeinflußt  sein,  aber  nicht 
eben  spät,  und  nicht  eben  römisch.  (P.  W.) 


München. 

Kunithindel. 

2966  -69.  Jünglingskopf.  Aus  florcntiner 
Privatbesitz.  Soll  nach  Stockholm  verkauft  worden 
sein.  Hoch  0,25  m.  Feinkörniger  Marmor  mit  gelb- 
lichem Ton.  Ergänzt:  Nase,  Hals  links  und  hinten 
und  die  freistehenden  Locken-Enden  rechts.  An  den 
Lippen  geflickt.  Dreifache,  über  der  Stirn  ge- 
knüpfte Haarbinde.  Starke  Neigung  zur  linken 
Schulter.  Das  kurze  Haar  spricht  für  männliches 
Geschlecht.  Römisch-klaasieiMtischc Schöpfung, ähn- 
lich wie  der  Kopf  mit  Pinicnkranz:  Ny  Carlsberg 
403  a.  Nach  der  Bohrarbeit  im  Haar  mit  den  stehen- 
geblichenen  Marmorstegen  antoninische  Arbeit. 


Mönchen. 

Privatbesitz. 

2970—72.  Jünglingstorso.  Auf  einer  Hel- 
bingschen  Versteigerung  in  München  erworben. 
Hoch  1,20  m.  Weißer  grobkörniger  Marmor  mit 
grauen  Streifen  und  graugrünen  Glimmerflecken. 
Der  Kopf  ging  zur  I.  Schulter;  wie  der  glatte 
Schnitt  zeigt,  muß  er  einmal  ergänzt  gewesen  sein. 
Kein  Nackenhaar.  Auf  der  r.  Schulter  oben  am 
Hals  großer  ( weggebrochener)  Chlamysknopf . An  der 
1.  Hüfte,  «in  Ende  des  Sehwertbandes,  eine  wegge- 
brochenc  Stelle,  an  der  der  Knauf  des  Schwertes 
gesessen  haben  könnte.  Der  1.  Arm  ging  abwärts 


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85 


X,  2973—2978 


Schloß  Tegel  bei  Berlin 


86 


nach  vorn;  nach  der  Art  der  Bruchfläche  war  er 
niemals  ergänzt.  Daa  Attribut  der  R.  ist  schwer  zu 
deuten;  man  möchte  am  ehesten  an  lange  Haare 
denken.  Ein  Löwenfell  ist  nicht  wahrscheinlich; 
die  Formen  des  Körpers  sind  für  Herakles  zu  jugend- 
lich weich. 

Ebenso  schwierig  ist  die  zeitliche  Einreihung 
des  Torso«.  Für  die  Art,  wie  am  Rücken  und  links 
sich  die  Falten  der  Chlamys  einrollen,  kennen  wir 
keine  Parallele.  Aber  eine  Entstehung  in  der  Re- 
naissance oder  späteren  Zeit  wird,  nach  Mitteilung 
des  Besitzers,  von  Wilhelm  von  Bode  für  ausge- 
schlossen erklärt.  Ebensowenig  ist  an  eine  moderne 
Arbeit  zu  denkeu.  Nach  der  starkbewegten  Mus- 
kulatur kann  die  Erfindung  des  schön  gearbeiteten, 
aber  nicht  originalen  Torsos,  der  zunächst  ein  Rätsel 
bleibt,  nicht  vor  die  pergamenische  Zeit  gesetzt 
werden. 

Schloss  Tegel  bei  Berlin. 

0.  F.  Waagen,  Das  Schloß  Tegel  und  seine 
Kunstwerke  (Berlin  1859);  hier  citiert  als  W.  — 

J.  Höffner,  Schloß  Tegel,  in  Yelhagen  und  Klasings 
Monatsheften  XXVI,  1912,  S.  349  ff.,  mit  Abb. 
Theodor  Fontane,  Wanderungen  durch  die  Mark 
Brandenburg:  Havelland  (ill.  Ausgabe,  1910,  8. 
133  ff.).  Für  die  Erlaubnis,  die  Sculpturcn  in  Tegel 
neu  aufnehmen  zu  lassen,  sind  wir  dem  Urenkel  Wil- 
helm von  Humboldts,  Herrn  Geh.  Reg. -Rat  Rein-  I 
hold  von  Heinz  zu  lebhaftem  Danke  verpflichtet.  | 

2973.  K nahen« tat ii e,  ergänzt  als  Dionysos.  I 
W.  S.  15  f.  C’Iarac  690  B,  1600  B;  Friederichs-Wol-  | 
ters  1487.  H.  1,516  *».  Feinkörniger  weißer  Mar- 
mor. Ergänzt  (die  Ergänzungen  wurden  nach  An- 
gaben von  Rauch  indessen  Atelier  ausgeführt):  Kopf 
mit  Hab  und  Schultern,  Arme,  Teil  des  Rückens, 
Flicken  im  Unterleib,  Glied,  r.  Hinterbacke,  hinterer 
Teil  de«  r.  Oberschenkels,  Stück  unter  dem  r.  Knie, 
Teile  der  Zehen,  der  Stamm;  die  Unterschenkel,  Füße  j 
und  Plinthe  scheinen  von  älterer  Ergänzung  zu  stam- 
men ; am  r.  Unterschenkel  sind  Verwitterungsspuren  j 
von  moderner  Hand  nachgeahmt.  Das  Antike  sehr 
verwaschen. 

Schlicht  gearbeitete  Kopie  nach  eifiem  Vorbild 
vom  Ende  des  4.  Jahrhunderts,  in  dem  sich  pra- 
xitelische  und  lysippisehc  Motive  mischen. 

2974.  Nackter  Knabentorso.  W.  S.  8. 
Friederichs-Wolter»  1290.  »Im  Jahre  1808  in  der  i 
Nähe  der  bekannten  Poststation  la  Storta.  in  der 
Nähe  von  Rom  gefunden.  H.  0,65  m.  GroßkrystalÜ- 
nischer  weißer  Marmor.  Kopf,  1.  Arm,  Glied.  Unter«  | 
schenke!  waren  ergänzt.  R.  Arm  abgebrochen.  Im  | 


Stammrest  eine  Bohrung  für  Wasserleitung.  Weich- 
liche, noch  unentwickelte  Formen.  Der  Knabe  eilt 
vorwärts  mit  Vorgesetztem  r.  Fuß;  dagegen  war  der 
1.  Arm  vorgestreckt.  Der  Kopf  war  nach  der  I. 
Schulter  gewendet.  Nach  hellenistischem  Vorbikl, 
in  der  Bewegung  an  den  eilenden  Hypnos  er- 
innernd. 

2975—2978.  Zwei  Fragmente  einer 
Gruppe  der  drei  Chariten.  W.  S.  7 f.  »Diese 
beiden,  in  Athen  gefundenen  Torsen  wurden  dort 
von  einem  französischen  Offizier  der  ägyptischen 
Armee  Bo  na  partes  gekauft  und  — nach  Friederichs- 
Wolters  1483  im  Jahre  1807  — nach  Rom  gebracht, 
wo  Wilh.  von  Humboldt  sie  käuflich  von  dem 
Kunsthändler  Antonini  erwarb.« 

2975  —2976.  Torso  der  recht«  stehenden  Charis. 

H.  0,93  m.  Parischer  Marmor.  War  mitten  durch- 
gebrochen.  L.  Standbein.  L.  Arm  war  gesenkt, 
r.  seitlich  ausgestreckt.  Der  Kopf  war  nach  der 

I.  Schulter  geneigt.  Stützenreste:  an  der  1.  Hüfte 
außen  zur  Verbindung  mit  dem  Stützwerk  außen, 
wohl  einer  mit  Gewand  bedeckten  Urne,  wie  bei 
den  meisten  anderen  Repliken ; am  r.  Oberschenkel 
außen  zur  Verbindung  mit  dem  r.  Oberschenkel  der 
mittleren  Charis;  unter  der  1.  Brust  zur  Verbindung 
mit  dem  r.  Unterarm  der  mittleren  Charis. 

2977  —2978.  Fragment  der  links  stehenden 
Charis;  Unterleib  mit  Oherschenkeln.  H.  0,656  m. 
Marmor  wie  beim  vorigen  Torso.  Die  Oberschenkel 
waren  abgebrochen ; ausgebrochen  war  die  l.  Hüfte 
(die  Brüche  mit  Gips  geflickt).  Sprung  im  Un- 
terleib. R.  Standbein.  Stützenreste:  an  der  r.  Hüfte 
außen,  dem  an  der  1.  Hüfte  des  Torsos  entsprechend; 
am  1.  Oberschenkel  außen  zur  Verbindung  mit  dem 
1.  Oberschenkel  der  mittleren  Charis.  Aus  diesen 
Stützenresten  ergibt  sich,  daß  es  sich  um  ein 
Fragment  der  1.  stehenden,  nicht  der  mittleren 
Charis  handelt. 

Waagen  hat  in  »einen  Treaaure«  of  art  in  Great 
Britain  III  S.  254  f.  die  Vermutung  ausgesprochen, 
ein  Fragment  der  dritten  Charis  befinde  sich  in 
Ince  Blundell  Hall.  Nach  seiner  Beschreibung  — 
broken  off  above  somewhat  higher  than  the  nose, 
and  below,  in  the  centre  of  the  thigh  — läßt  sich 
diese  Sculptur  in  keinem  der  beiden  von  Micliaelis 
in  Jnee  beschriebenen  Aphrodite-Torsen  (Anc. 
tnarbles  S.  356,  n.  63  u.  63  a)  wiedererkennen; 
vgl.  M.  Bieber  in  Revue  archcologique  1914  I 
S.  250;  der  hier  citierte  Torso  63  a stammt  nach 
Michaelis  Beschreibung  von  einer  Aphrodite,  die 
ihre  Scham  mit  der  1.  Hand  bedeckte.  M.  Bieber 
bildet  ebenda  den  Torso  in  Tegel  nach  dem  Gips- 
abguß in  Dresden  ab;  zwei  Photographien  des 


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87 


X,  2989 — 298 1 


Schloß  Tegel  bei  Berlin 


88 


Torsos  nach  dem  Abguß  in  Berlin  unter  den  Einzel- 
aufnahmen des  Berliner  Seminar»  n.  112  tl.  113. 

Uber  die  Chariten* Gruppe  im  Allgemeinen,  die 
verschiedenen  Wiederholungen,  Präcedenz  der 
malerischen  oder  plastischen  Fassung  vgl.  Furt- 
wängler  in  Höschen  mvthol.  Lexikon  I 883  f.; 
Eucher  In  Pauly-Wissowa  III  8.  2167;  Bulle,  der 
schöne  Mensch,  2.  Au  fl.,  8.  315,  Text  zu  Taf.  161, 
u.  S.  657,  Text  zu  Taf.  31 8;  Ghislanzoni  im  Notiziario 
archeologico  II  1916  8.  51  ff.;  L.  Curtius  in  „Die 
Antike“  I S.  50  f. 

Eh  kann  kein  Zweifel  sein,  daß  die  Tegeler 
Torsen  von  der  künstlerisch  wertvollsten  aller  er- 
haltenen Wiederholungen  der  Chariten-Gruppe 
stammen  und  daß  ihre  Können  stilistisch  strenger 
und  einfacher  sind  als  an  irgendeiner  der  anderen 
Wiederholungen.  Wer  diese  Torsen  allein  nach 
ihren  Formen  datieren  wollte,  wird  sie  ohne  Weiteras 
für  Werke  aus  der  zweiten  Hälfte  des  4.  Jahr- 
hunderts erklären,  und  zwar  für  Originalwerke.  .Sie 
entfernen  sieh  in  stilistischer  Hinsicht  noch  sehr  I 
wenig  von  der  Knidischen  Aphrodite,  stellen  al»er  | 
am  nächsten  der  Venus  von  Kyrene,  deren  Original 
mir  trotz  Curtius*  gewagter  Neudatierung  nur  in  der 
ersten  Hälfte  den  4.  Jahrhunderts  verständlich 
scheint.  Mit  der  Venu«  von  Kyrene  Italien  die 
Torsen  auch  zw  eifellos  das  Standmotiv  gemein.  Von 
derjenigen  Wiederholung  der  Gruppe,  die  in  dieser 
Hinsicht,  wie  bereits  Ghislanzoni  richtig  bemerkt 
hat,  ebenfalls  mit  der  Venus  von  Kyrene  ülierein* 
stimmt,  von  der  ersten  Kvrenaecr  Wiederholung, 
unterschied  sich  nun  allerdings  die  Gruppe,  von  der 
unsere  Torsen  stummen,  darin,  daß  liier,  wie  immer 
sonst,  di«*  außen  stehenden  Chariten  auf  dem  nach 
außen  stehenden  Beine  feststehen,  während  jene 
Gruppe  in  Kyrene  die  gleiche  Figur  im  Typus  der 
Venus  dreimal  unverändert  wiederholt,  nicht  zum 
Vorteil  der  Gesamtwirkung.  Es  ist  das  nur  eine 
von  den  zahlreichen  Abweichungen  fast  »Iler 
Wiederholungen  untereinander.  Die  Figuren  stehen 
fast  nie  ganz  gleich  auf  ihren  Beinen;  sie  stehen 
einmal  mehr,  einmal  weniger  in  einer  Ebene;  die 
I.  Hund  der  I.  stehenden  ruht  einmal  auf  der 
r.  Sehulter  der  mittleren,  einmal  auf  der  gleichen 
Schulter  der  r.  stehenden;  die  Körper  der  mittleren 
und  der  r.  stehenden  sind  einige  Male  so  dicht 
aneinandergerückt,  daß  sie  sich  berühren;  die 
Köpfe  stimmen,  wro  Bie  erhalten  sind,  weder  in  ilirer 
Haltung,  noch  in  Formen  oder  Haartracht  Uber*  , 
ein;  als  Stütze  sind  rechts  und  links  neben  die 
Figuren  meist  Urnen  mit  Gewand  gestellt,  bei  der 
Gruppe  in  Siena  aber  baumähnliche  Gebilde.  Die 
Urne  mit  Gewand  ist  übertragen  von  den  Dar- 


stellungen der  Aphrodite,  bei  denen  sie  sinnvoll  ist. 
Aber  was  soll  sie  eigentlich  neben  den  Chariten, 
die  gar  nicht  an  Baden  denken,  sondern  ihre  Gaben 
bieten  ? Dazu  das  ganze  unentbehrliche  Stützwerk 
zwischen  den  Figuren,  das  zu  vermeiden  einige 
Kopisten  — Gruppe  im  Louvre  und  Gruppe  2 in 
Kyrene  — zwei  von  den  Figuren  so  nahe  anein- 
andergerückt  halien.  daß  sie  sich  berührten ; freilich 
wurde  dadurch  das  ursprüngliche  Verhältnis  des 
Dreiklangs  gestört.  Spricht  das  wirklich  Alles  so 
durchaus  für  die  Existent  eines  plastischen  Vor- 
bildes, wie  sie  kürzlich  so  kategorisch  behauptet 
worden  ist  ? Können  dagegen  die  Gründe  auf- 
kommen,  die  Bulle  den  Abweichungen  zweier  deco- 
rativer  Malereien  in  Pompei  entnimmt  ? Ist  es  für 
die  Zeit,  in  der  wir  doch  die  Entstehung  der  Com- 
positum annehmen  müssen,  wirklich  ein  so  natür- 
licher plastischer  Gedanke,  die  drei  Figuren  in 
einer  Tübene  nebeneinander  aufzureihen  ? Daß  wir 
von  einem  derartigen  Gemälde  aus  dem  4.  Jahr- 
hundert nichts  wissen,  besagt  natürlich  gar  nichts. 

So  verführerisch  c«  wäre,  in  den  Tegeler  Torsen 
Beste  der  Originalgruppe  zu  erkennen,  nach  der 
alle  anderen  plastischen  und  malerischen  Wieder- 
holungen zum  Teil  mit  sehr  weitgehenden  Ände- 
rungen gearbeitet  worden  wären,  muß  ich  das  doch 
ablchnen.  OriginalgriechiHch  freilich  ist  die  Arbeit 
und  ein  sicheres  Zeichen  dafür,  daß  die  Composition 
der  Gruppe  bereits  im  Beginn  der  Zeit  Alexanders 
geschaffen  worden  ist. 

2979.  Oben:  Sarkophagf  rag  ment.  W.  8.  13. 
H.  0,318  m.  L.  0,767  m.  Feinkörniger  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt:  oberer  Hand,  untere  Leiste  mit 
dein  untersten  Streifen  de«  Reliefs,  1.  Ende  mit  r. 
Unterschenkel  und  Gewandteilen  der  Kore,  ihr  r. 
Arni  fnst  ganz  (Hand  antik),  das  r.  Ende.  Dar- 
gestellt  ist  der  Raub  der  Kore.  Von  einem  Kinder- 
sarkophag. Spätantoninisch. 

Unten:  Statuette  einer  Tänzerin.  W. 
8.10.  H.  0.705  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor. 
Ergänzt:  Kopf  und  Hals,  I.  Arm  mit  Thyreo«,  1.  Bein 
von  der  Mitte  des  Oberschenkels  abwärts,  r.  Unter- 
schenkel, soweit  unbedeckt,  mit  Fuß.  Stütze  und 
IMinthe.  Ganz  unbedeutende  Decorationsarbeit. 

2980  -2981.  Statue  einer  Muse;  sogen. 
Anchyrrhoe.  W.  8.  10.  »Gefunden  vor  der  Brücke 
Ponte  Molle  bei  der  Osteria  la  Finocchia.«  H.  1,19  m. 
Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Ergänzt  (angeb- 
lich von  Thorvaldsen ; vgl.  Friederichs- Wolters  1595) : 
Kopf  und  Hals,  beide  Arme  bis  auf  die  obersten 
Teile  der  Oberarme,  beide  Hände  mit  Gefäß  und 
Gewandteil,  einzelne  Falten,  r.  Fuß  mit  Gewand, 
großer  Teil  des  Gewandaaumes  auf  der  r,  Seite  auf 


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89  X.  2982—2990 


der  Seite  des  r.  Beine«,  der  Felsen.  I>cr  halbe  1.  Fuß 
mit  Teil  de«  Gewände«  war  abgebrochen. 

Außerordentlich  delicatc  Arbeit.  «Stark  geputzt. 
Da«  Sonett  Wilhelm  von  Humboldt«  auf  die  Figur 
in  »einen  Gesammelten  Werken  III»  S.  400,  17. 
Zum  Typus  vgl.  zuletzt  Text  zu  E — A 2651/2. 

2982.  Knabentorso  mit  Mantel.  W.  8.  8. 

H.  0,58  m.  Feinkörniger  weißer  Marmor.  Kopf, 
Arme,  Gewandzipfel  und  beide  Unterschenkel  waren 
ergänzt.  Flicken  im  Unterleib.  Sehr  verwaschen. 
Der  1.  Unterarm  war  aufgestützt.  R.  Standbein. 
L.  Fuß  war  vorgeeetzt.  Der  r.  Arm  war  leicht  vor- 
gestreckt. Beide  Hände  werden  etwas  gehalten 
haben.  WTeiehe,  noch  knabenhafte  Formen.  Wohl 
in  Anlehnung  an  ein  Original  vom  Ende  de«  4.  Jahr- 
hunderts gearbeitet.  Vielleicht  Grabstatue. 

2983  2984.  Zwei  Statuetten-Köpfe. 

2983  a:  Köpfchen  de«  Apollon.  H.  0,18  m.  Fein- 
körniger gelblicher  Marmor.  Ergänzt:  Nase.  Lippen, 
großer  Teil  des  Kinns  und  der  1.  Wange.  Skizzen- 
haft Ausgeführte  Wiederholung  de«  Apollon  Lykeios 
Capitol- Berlin. 

2983  b u.  2984:  Weibliches  Köpfchen,  stark 
nach  der  r.  Schulter  gewendet.  H.  0,19  nt.  Fein- 
körniger gelblicher  Marmor.  Ergänzt : die  Natic  mit 
Umgebung.  In  den  Augen  ein  leicht  schmerzlicher 
Ausdruck.  Einfache  Kopie  nach  einem  Typus  des 
4.  Jahrhunderts. 

2985.  Zwei  Statuetten-Köpfe. 

a)  Bärtiges  Köpfchen.  H.  0.15  m.  Feinkörniger 
gelblicher  Marmor.  Ergänzt : die  Nase.  Antoninische 
Arbeit  nach  hellenistischem  Vorbild. 

b)  Heraklesköpfchen.  H.  0,19  m.  Feinkör- 
niger hellgrauer  Marmor.  Harte  Arbeit  nach  skopa- 
dischem  Vorbild  des  jugendlichen  Heros  mit  dem 
Löwenfell  auf  dem  Kopfe,  der  leicht  nach  der  1. 
Schulter  gewendet  ist.  Wohl  nach  dem  gleichen 
Original  gearbeitet,  wie  die  entsprechende  Statuette 
des  jugendlichen  Herakles  im  athenischen  National- 
muscum  (Stais,  Marbres  et  bronzes  du  Musce 
nat.,  I S.  52  n.  253). 

2986  — 2987.  Römisches  Kinderporträt. 
Identisch  mit  W.  S.  8-  »die  stark  lebensgroße  Büste 
eines  Römers  von  guter  Arlnrit*  ? H.  0,52  m.  Marmor 
des  Kopfe«  grobkörnig  und  gelblich,  der  der  Büste 
feinkörnig  und  gelblieh.  Schon  demnach  gehöre» 
Kopf  und  Büste  nicht  zueinander.  Diese  stammt 
zudem  von  einer  Mädchenbüste  hudrianischer  Zeit 
— das  Mädchen  war  als  Artemis  mit  dem  Köcher- 
band dargestellt  — ; der  Kopf  ist  ein  Knabenporträt 
der  claudisch-flaviscben  Zeit.  Ergänzt : Nasenspitze, 
Teil  des  Habe«  mit  Teil  des  Kinns,  der  I.  Wange 
und  der  Haare  im  Nacken.  Lebendiger  Ausdruck. 


Schloß  Tegel  bei  Berlin  90 


2988.  Relief  mit  sitzendem  Zeus.  W.S.  13 
und  Frhxierichs- Wolter«  1863.  Durch  W.  von  Hum- 
boldt au«  dem  Palazzo  Kondanini  erworben.  H. 
0,685  m.  Br.  0,475  m.  Feinkörniger  weißer  Marmor. 
Ergänzt:  alle  vier  Ränder,  breiter  Streifen  rechts  von 

l oben  bis  unten  mit  dem  1.  Unterarm,  einem  Teil  des 
Szepters,  dem  1.  Bein  fast  ganz,  dem  Vorderteil 
des  r.  Fuße«  und  dem  größten  Teil  des  Schemels; 
außerdem  die  Haare  über  der  Stirn,  r.  Augen- 
knochen mit  Auge,  Nase,  Teil  des  Bartes  und 
j Flicken  im  r.  Arm.  Ziemlich  stark  überarbeitet. 

2989.  Relief  mit  Prometheus.  W.  S.  13 
I und  Friederichs- Wolters  1864.  Herkunft  und  Mar- 
mor wie  bei  der  vorigen  Nummer.  H.  0,885  m. 

1 Br.  0.463  m.  Ergänzt : alle  vier  Ränder,  der  ganze  Re- 
, liefgrund  links  von  der  Figur;  an  dieser  selbst  Stirn 
1 mit  Vorderschädel,  Nase  und  Mund,  halber  r.  Unter- 
arm mit  Hand,  Vorderteile  beider  Füße.  Ferse  des 
r.  Fußes.  Schräge  Sprünge  im  unteren  Teil. 

Die  beiden  Relief«  2988  und  2989  sind  in  ande- 
rem Marmor  gearbeitet  als  das  Moirenrelief  2990, 
haben  andere  Herkunft  und  sind  jenem  vor  allem 
I qualitativ  weit  unterlegen.  Zu  beachten  ist  auch  die 
| Verschiedenheit  der  Höhe,  die  doch  so  erheblich  ist, 
daß  sie  sich  nicht  allein  durch  die  Ergänzung  der 
i Ränder  bei  2988  und  2989 erklären  kann.  Keinesfalb 
I können  diese  ursprünglich  mit  dem  Moirenrelief  ein 
Ganzes  gebildet  haben.  Sie  sind  auch  dein  Madrider 
Puteal,  das  immerhin  in  seiner  decorativen  Leben - 
! digkeit  keinen  unerfreulichen  Eindruck  macht, 
j unterlegen. 

Die  Tegeler  Platten  können  ubo  als  Beleg  für 
I die  ursprüngliche  Zusammengehörigkeit  der  Moiren 
mit  der  Darstellung  der  Athena-Geburt  nicht  ver- 
wendet werden.  So  verliert  Hausers  hypothetische 
Reconstruction  eines  ira  Peiraieus  aufgestellten 
Altäre«  (Osten*.  Jahresh.  VI  1903  S.  99  ff.)  eine 
ihrer  Hauptstützen.  DaO  die  von  Hauser  so  glück- 
lich wieder  hergestellten  Reliefplatten  mit  den 
Horen  und  Agrauliden  stilistisch  mit  Moiren  und 
Athenaecburt  unvereinbar  sind,  ist  schon  bei  Helbig. 
Führer  8 I S.  66  und  von  Arndt  und  Lippold  ira  Text 
zu  unseren  Nummern  1724—30  hervorgehoben  w*or- 
den.  Ob  Arndt  und  Lippold  mit  Recht  in  dem  Relief 
des  Madrider  Puteais  nur  eine  neuattische  Klitte- 
rung ursprünglich  unzusammenhängender  Typen 
erkennen,  ist  mir  sehr  zweifelhaft. 

2990.  Relief  der  drei  Moiren.  W.  S.  16 
und  Friederichs- Wolter«  1865:  ^In  der  Villa  Palom- 
bnra,  hinter  der  Kirche  Sta.  Maria  Maggiore  (in  der 
zweiten  Hälfte  des  18.  Jahrhunderts),  gefunden; 
später  im  Palazzo  Ms  «sind  (alle  Colonne,  aus  dem 
das  Relief  1809  durch  Frau  v.  Humboldt  erworben 


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9t 


X,  2991-2996 


Schloß  Tegel  bei  Berlin 


92 


wurde).  Der  schöne  Kopf  der  ritzenden  Parze 
wurde  erst  später  be  i drin  Kunsthändler  Malatcsta 
aufgefunden  und  dem  Kumpfe  angefügt.  Die  Be* 
stauration  der  fehlenden  Teile  ist  nach  Angabe  von 
Bauch  in  dessen  Atelier  in  Born  gemacht  worden.* 
11.  0,73  m,  L.  1,115  m.  Feinkörniger  gelblicher 
Marmor.  Ergänzt : der  ganze  1.  Kund;  fast  der  ganze 
Beliefgrund  um  den  Oberkörper  der  sitzenden  bis 
zu  dem  der  mittleren  Moire  mit  fast  dem  ganzen 
r.  Arm,  der  r.  Hüfte  und  dem  Unterleib  der  sitzen- 
den, sowie  einem  Stück  Gewand  unter  dem  1.  Ellen- 
bogen; ein  Flicken  im  Rande  unter  dem  Felsen; 
an  der  mittleren  Moire  die  Nase  und  ein  Teil  des 
r.  Oberarms,  ein  Gewandzipfel  unter  dem  1.  Ellen- 
bogen; ein  Stück  im  Bande  unter  der  Figur;  an 
der  rechten  Moire  das  ganze  r.  Ende  des  Reliefs 
mit  dem  Vorderteil  der  r.  Hand,  1.  Unterarm,  Rolle, 
Globus,  Pfeiler;  1.  Fuß  mit  (iewand  und  unterem 
Bande.  Die  Oberfläche  der  antiken  Teile  ist  meist 
gut  erhalten.  Sorgfältige  Arbeit  der  ersten  Kaiser- 
zeit  nach  der  bekannten  Moirengruppe  des  Madrider 
Puteais.  Vgl.  K-A  1724  — 30.  Die  Arbeit  dieser 
Reliefplatte  ist  der  des  Puteais  an  Feinheit  über- 
legen. Noch  eleganter  ist  die  Ausführung  des  Kopfes 
der  sitzenden  Moire  auf  dem  Fragment  eines  dritten 
Exemplare«,  auch  mit  plattem  Grunde,  im  Thermen- 
Museum  (Paribeni,  Le  terme  di  Diocleziano  e il 
Museo  naz.  romano4  S.  225  n.  588). 

2991—2994.  Puteal.  W.  S.  6.  Vormals  in 
der  Kirche  S.  Oalisto  in  Trastevere,  wo  da«  aus 
demselben  geschöpfte  Wasser  für  wundertätig  galt. 
Der  Legende  nach  soll  der  heilige  Cali  x tu«  durch 
dieses  Puteal  in  den  darunter  gelegenen  Pozzo  ge- 
stürzt worden  sein  und  so  das  Martyrium  erworben 
haben.  Wi  v.  Humboldt  erwarb  das  Puteal  käuflich 
aus  der  Kirche.  Er  verfaßte  gemeinsam  mit  Fr.  A. 
Wolf  die  Inschrift:  Puteal  sacra  bacchica  exhibens 
idem  illud  in  quo  ad  martyrium  patiendum  circa 
a.  CCXXIII  S.  Callist us  deraersus  traditur  ex  eius- 
dora  S.  Callisti  aede  romana  transtiberina  eraptionis 
iure  huc  deveetum.  H.  0,95  m.  Durchm.  oben 
0.75  m.  Feinkörniger  gelblicher,  augenscheinlich 
pcntelischer  Marmor.  Ergänzt:  an  dem  Herme« 
Kopf,  Büste,  r.  Arm  {bis  auf  einen  Streifen  am 
Handgelenk),  r.  Hand,  Hüfte  mit  Gesäß  und  Teil 
des  r.  Oberschenkels,  Flicken  am  l.  Oberschenkel 
und  r.  Schienbein;  das  Kind  bis  auf  die  Beine:  ein 
Flicken  r.  unten  vom  Herme«;  an  der  Figur  r. 
vom  Hermes  Kopf  mit  Hals  und  Teil  der  Brust, 
sowie  einem  Stück  der  Thvr«<isspitze,  die  1.  Hüfte 
mit  Gesäß  und  fast  dem  ganzen  1.  Oberschenkel; 
ein  großer  Flicken  zwischen  Kopf  und  r.  Arm,  sowie 
einer  r.  vom  1.  Unterarm  mit  einem  'Peil  von  diesem; 


! an  dem  nächsten  Satyr  recht«  Kopf,  Hals  und 
großer  Teil  der  Brust,  fast  der  ganze  r.  Arm  mit 
Fackel,  r.  Hüfte  mit  r.  Bein  (Fuß  antik)  und  Teil 
des  1.  Beines  am  Knie;  an  dem  nächsten  Satyr 
Kopf  mit  Hals  und  Oberteil  der  Büste,  r.  Brust, 
j Teil  des  Thyrsoe,  r.  Hand,  Teil  de«  r.  Oberschenkels, 

1.  Ellenbogen;  an  dem  nächsten  Satyr  Kopf  mit 
Hals,  Schultern,  r.  .Arm,  Flöte,  Kopfteil  des  Fells; 
an  der  Maenade  Kopf  mit  Hals,  Büste,  r.  Arm,  Teil 
de«  Tympanons,  r.  Hüfte  mit  Gesäß  und  Teil  de« 
r.  Oberschenkels,  Teil  des  r.  Unterschenkels;  an 
dem  Satyr  links  von  Hermes  Kopf  mit  Hals  und 
r.  Brust,  größter  Teil  des  r.  Arms  mit  Hand  und 
größtem  Teil  der  Fackel,  1.  Hand  und  Teil  des 
Schlauch«,  großer  Teil  des  r.  Oberschenkels;  große 
Stücke  im  oberen  und  unteren  Profil.  Stark  ver- 
waschen. Neuattische  Dutzend  waare;  sehr  weichlich 
charakterlose,  flaue  Arbeit.  Hauser,  ncu-attische 
Reliefs  S.  31  u.  38  a;  Beinen  hier  geäußerten  Zweifel 
an  der  Echtheit  des  Reliefs  hat  er  bereit«  ebenda 
S.  200  in  den  Zusätzen  und  Berichtigungen  zurück - 
genommen. 

2995—2996.  Oscillum  uud  Fragment 
eines  solchen. 

2995  links  u.  2996  rechts:  Oscillum.  W.  S.  13. 
Welckcr,  alte  Denkmäler  II,  Taf.  VI,  11.  S.  122  ff. 
Durchm.  0,345  m.  Feinkörniger  hellgrauer  Mar- 
mor. Ergänzt  : Stücke  de«  Rande«,  Zapfen,  Nasen- 
spitze der  Maske.  Auf  der  einen  Seite  in  einem 
Rahmen  mit  Bliitenkranz  und  Perlenschnur 
eine  Ammonsmaske  in  Hochrelief;  auf  der  andern 
Seite  Agaue  mit  Schwert  und  dem  Kopf  der 
Pentheus  tanzend  vor  einem  Felsaltar  mit  bren- 
nender Flamme,  in  ganz  flachem  Relief.  Die  Aus- 
führung der  Maske  weist  in  spät-antoninischc  Zeit. 
Seltsam  wirkt  dagegen  die  affectierte  Einfachheit, 
ja  das  Archaisieren  — man  beachte  die  Körper- 
haltung — der  andern  Seite. 

2995  recht«  und  2996  links:  Fragment  eines 
Oscillums.  Welcker,  alte  Denkmäler  II,  S.  126,  n*  9. 
H.  0.305  m.  Feinkörniger  gelblicher  Marmor.  Auf 
der  einen  Seite  Herme«  nach  1.  stehend;  unten 
Kopf,  1.  Schulter  und  r.  Arm  einer  trauernd  Sitzen- 
den mit  verhülltem  Hinterhaupte.  Auf  der  andern 
Seite  ein  nackter  bärtiger  Mann,  der  mit  der  R. 
aus  einem  großen  Koffer  ein  Gewand  erhebt : unter 
dem  Koffer  nach  Welckcr  Rest  einer  Hand.  Beide 
Darstellungen  rätselhaft;  s.  Welcker  a.  a.  O.  Gute 
schlichte  Arbeit  der  ersten  Kaiserzeit. 


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93  X.  2997 — 3000 


Mitau  (Lettland). 

Museum. 

Sitz.-Ber.  der  kurländ.  Gesellschaft  für  Littera* 
turu.  Kunst,  1834,  S 54  ff.;  1886,  S.  8.  „Feldgrau“, 
Soldat  enbeilage  zur  M i tauischcn  Zeitung,  1917, Nr.  18. 
Münchner  Illustrierte  Zeitung  XI,  1918,  Nr.  5, 
S.  36  f. 

2997/98.  Torso,  Replik  des  Eros  von 
Centocelle.  Angeblich  aus  Cumae,  1850  in  Rom 


Mitau  (Lettland),  Museum  94 


erworben.  Hoch  1,10  m.  Reste  von  Locken.  Die 
Flügel  waren  eingesetzt.  Gute  Arbeit. 

2999/3000.  Weiblicher  Kopf.  Von  einem  Mit- 
glied der  Fürstlich  Lie vensehen  Familie  vor  80—90 
Jahren  in  Rom  oder  Florenz  erworben.  Hoch  0,45  m. 
Neu:  Nasenspitze  und  Stück  der  Oberlippe.  Der  Hals 
ist  zum  Einsetzen  hergerichtet.  Im  Haar  mehrere 
Löcher,  wohl  für  einen  Kranz.  Löcher  für  Ohrringe. 
Schöner,  sonst  nicht  bekannter  Typus  des  4.  Jahr- 
hunderts. Vgl.  etwa  E— A 248/49. 


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f A M k t 3»  > 7 


Photographische  Einzelaufnahmen 

ANTIKER  SCULPTUREN 

Serien  zur  Vorbereitung  eines  Corpus  Statuarum 
ARNDT-AMELUNG 


Herausgegeben 


PAUL  ARNDT  und  GEORG  LIPPOLD 


REGISTER  ZU  SERIE  VI— X 


Bearbeitet  von 
O.  BRENDEL 


Preis  3 Mark 


E.  BRUCKMANN  A.-G.  MÜNCHEN  1929 


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Vorwort. 

Das  vorliegende  Register  ist  in  allem  nach  dem  Vorbild  desjenigen  von 
G.  Lippold  für  Serie  I— V bearbeitet  worden.  Die  einzige  Änderung  besteht 
darin,  daß  sich  jetzt  in  den  Abteilungen  III  und  IV  nicht  die  kursiven,  sondern 
die  steil  gedruckten  Zahlen  auf  die  Abbildungen  beziehen,  die  kursiven  nur  auf 
Erwähnungen  in  den  Texten. 

Cher  den  Gebrauch  von  Abkürzungen,  die  Bezeichnung  bekannter 
Statuen  durch  ihre  landläufigen  Namen  und  ähnliches  sind  dieselben  Grund- 
sätze eingehallen  worden  wie  in  dem  Register  zu  den  Serien  I — V.  Ebenso 
wie  dort  bezieht  sich  das  chronologische  Register  ausschließlich  auf  die  in  den 
Texten  ausgesprochenen  Meinungen. 

O.  BRENDEL. 


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I.  Inhalt  von  Serie  VI— X. 


No.  1501  — 1703  Madrid,  Prado VI,  S.  1 — 39 

.♦  1704—1777  „ Museo  arquiologico 39—53 

>t  1778—1783  „ Kunstakademie „ „ 53 

1784—1800  „ Sammlung  Alba „ „ 53  — 50 

„ 1801  Barcelona VII,  „ 1 

„ 1802—1809  La  Granja „ 1—2 

,,  1810—1824  Sevilla,  Museum  * „ 2—5 

1825—1847  „ Casa  de  Pilato« „ „ 5—8 

„ 1848  — 1849  San  Lücar  de  Barrameda „ 8 

,.  1850  Fr^jua 8-9 

„ 1851  — 1800  Montpellier,  Musec  numicipal „ 9—10 

,,  1861  — 1800  „ Societe  archäologique  „ 10—11 

„ 1807  — 1905  Genf,  Mus^e  d’art  et  d’histoire . „ „ 11  — 25 

„ 1906-1908  „ Collection  Darier „25-20 

n 1909  — 1920  „ (Morillon),  Collection  I)uval „ „ 26—31 

„ 1921  — 1927  „ ( Grand- Saconnex),  Collection  Sarasin 31—32 

„ 1928  — 1932  Aachaffen  bürg  „ „ 32—33 

„ 1933—1940  Sammlung  Pourtale»  (früher  in  München,  dann  in  Leningrad) „ 33—34 

„ 1941—1943  München,  Sammlung  Berolzheimer ,.  „ 34 

„ 1944—1949  Ehemalige  Sammlung  Klügmann  (jetzt  Mecklenburg  b.  Schwerin) „ 34—35 

1950-1959  Modena „ 35-38 

„ 1960-1966  Rimini „ 38-40 

„ 1967—1969  Florenz,  Casino  Medice^ „ „40 

„ 1970—1972  „ Kunsthandel „ „ 40 

„ 1973—1979  (!ortona „ „ 40—41 

„ 1980  — 1985  Ehemals  Rieti,  Sammlung  Canali .,  „ 41—42 

.,  1986  — 2041  Rom,  Kunsthandel  „ „ 42  — 68 


„ 2042-2043 
„ 2044  - 2045 
„ 2046  - 2047 
„ 2048  - 2051 
,»  2052  2057 
..  2058  - 2065 
„ 2066  -2069 
„ 2070  2073 
„ 2074  — 2100 
„ 2101  2257 
2258  -2331 


„ Palazzo  Caetani „ 08 

„ Villa  Lante  „ 68  — 69 

,,  Auditorium  dee  Maeeenas „ 69 

Antiquarium  comunale „ „69—70 

„ Palazzo  Maüsimi  alle  eolonne 71  — 72 

„ Palazzo  Odeecalchi „ 72—73 

„ Palazzo  Mattei „ 73 

„ Palatin „ „ 74 

„ Palazzo  Marghcritn „74  — 82 

„ Lateran  - VIII.  „ 1—16 

„ Palazzo  Doria ,.  „ 16—34 


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No.  2332  - 2307 
2368  -2381 
„ 2382-  2391 
„ 2392 
„ 2393 
„ 2394 
„ 2395  2398 
„ 2399  — 2400 
2401  2410 
2411  2016 
„ 2647  - 2681 
„ 2682  2684 
..  2685  2687 
„ 2688—2690 
2691  -2700 
2701-2784 
„ 2785—  2881 

2882  - 2940 
„ 2941-2944 
„ 2945  - 2965 
„ 2966  2969 
„ 2970-  2972 
„ 2973  - 2996 
„ 2997  - 3000 


Rom,  Villa  Doria  Pamfili 

M Paluu»  Altempe  

,,  Palazzo  Valentin! 

„ Studio  Canova  

„ Via  Margutta  53  B 

„ Kunsthandel 

Paros,  Privatbesitz 

Smyrna.  Evangelische  Schule  

Venedig,  Hof  des  Dogenpalastes 

„ Museo  areheologieo  (früher  im  Dogenpalaat) 

,,  Museo  civico 

Rom,  Sammlung  Meng&rini  

Hamburg,  Museum  für  Kunst  und  Gewerbe  

,,  ehemals  Sammlung  Klügmann  

.,  ehemals  Sammlung  Reimers  

Rom,  Villa  Borghese,  Casino 

„ Villa  Borghese,  Park  

,,  Palazzo  Barberini  

Neapel,  Museo  Xazionale  

München,  Glyptothek 

„ Kunsthandel  

,,  Privatbesitz 

Schloß  Tegel  bei  Berlin 

Mitau,  Museum  


VUI.  S.  34-41 
„ 41-43 

„ „ 43-  44 

..  44 

„ „ 44-45 

..  ,.  45 

,.  45 
..  46 

IX.  ..  1-3 
..  3-42 

„ 42-49 

..  ..  49 

49—50 
..  ..  50 

,.  51  —52 
X.  ..  1-20 

,.  ..  21-61 
..  61-68 
..  ..  08 
„ .,  68-84 

..  ..  84 

„ „ 84-85 

..  ..  85  92 

03-94 


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II.  Verfasser 

No.  1501  — 1849  Paul  Arndt 

„ 1850—180(5 Andre  Joubin 

,♦  1867  — 1927  George«  Nicole». 

..  1928—1943  Paul  Arndt 

..  1944  — 1949  . . Georg  Lippold 

..  1950  -1959  . . Paul  Arndt 

19(50  - 19(5« Fritz  Weege 

♦,  19(57  — 1985 Paul  Arndt 

„ 1986  2051  Walther  Amelung 

..  2052  2069  Paul  Arndt 

2070  — 2100  Walther  Amelung 

„ 2101  -2257  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

„ 2258  - 2331  Walther  Amelung 

„ 2332—2398  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

„ 2399  — 2400  Paul  Jaonbathal 


der  Texte. 

No.  2401  2681  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

„ 2682-  2700  Rudolf  Pagenstecher 

„ 2701  — 2784  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

„ 2785  — 2881  Paolino  Mingazzini 

„ 2882—2948  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

2949  Paul  Wolters 

„ 2950  — 2953  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

,,  2954 — 2965  Paul  Wolters 

„ 2966—2972  Paul  Arndt  u.  Georg 

Lippold 

,♦  2973—2996  Walther  Amelung 

„ 2997  — 3000  Philipp  Lederer 


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1 


Agen  — Berlin 


9 


III.  Ortsregister. 

(Mo  »or  den  auftfrfDhrUn  Stüekrn  »lohend«'  Zahl  entspricht  der  Mu§*um»nuruiner.  IHc  kursiv  gedruckten  Zahlen  beiiehen  »ich 
mir  auf  die  Teate.  die  audim  auf  die  Aufnahmen  »«-IHat.  Zahlen  in  Klammem  beci<-l  en  »ich  auf  die  Serien  I— V der  E-A.. 


Agen  (Frankreich). 

Venu»  2528. 

Agram. 

Marsvas  2857 >58  (Kepl.). 

Alx  en  Provence. 

(Kutal.  Gibert)  217  Asklepios  2532.  214  Knäbchen 
im  Mantel  (1392),  2726. 

Anzio. 

VILLA  DES  ANTIQUARS  M.j  (M.-D.)  1285 
Togntus,  Statuette  2324.  1311»  Uamillus  2324. 

3876  Cippua  den  L.  Lartiu*  Anthus  2324. 

Aschaffenburg. 

POMPEJANUM:  Römer,  schwach  bärtig,  Büste 
1928/30.  Römer,  bärtig,  Kopf  1931/32. 

Athen. 

NATIONALMUSEUM:  67  Jünglingskopf  1855/56.  1 
182  Kopf  vom  Siidabhang  2403/05  (Rep).). 
193  Muse  (Melpomene)  1568  (Kopfrepl.).  215  17 
Musenbasis  von  Mantinca  1568.  231  Themis  von 
Rhamnus  1817.  232  Aristonoo  von  Rhamnus 
2861/62 , 239  Satyr  von  I^amia  2434.  241  Herme« 
von  Aegion  2855/56.  244  Jüngling  von  Eretria 
(624)  2019.  245  Unvollendete  Gnippe  Satvr- 
Dionyso«  2503/07,  240  Jünglingsstatue  4.  Jhdt. 
(639,  40)  1794.  253  Hera  kkeeta  tuet  te  2985  b. 

274  Athena- Statuette  aus  Epidauros  1724/30 
(Anm.  Sp.  43).  275  Athena  1724/30.  332  Bärtiger  , 
Götterkopf  2411/12  (Replik).  441  Frauenporträt 
2817/18.  680  Aphrodite  von  C’hacronea  2527,  698 
JünglingH;4tatue(713)  1794.  710  Statue  der  Megiste 
(724)  2410.  715  Grabrelief  aus  Salamis  (661  64) 
1745.  716  Grabrelief  (658)  1865.  1409  Dioskuren- 
idkf  (1246)  2668.  1464  Relief  6005,  1532,1538, 
1539  Reliefs  1735.  1828  Kolossale  Porträtstatue 
2847/51,  2812  Votivrelief  1724  30.  13  396  Bronze* 
statue  von  Antikythcra  2042,43.  (Sybel)  4151 
Kopf  1718.  Torso  (Herakles  Farn.)  1886. 


AKROPOLIS-MUSEUM  (Catal.  Dickins)  695  Trau- 
ernde Athena  1641(42,  Unvollendete  Gruppe. 
Dionysos- Satyr  2503/07. 

PIRJU-SMISKUM:  115  Rcl.  Athena  17H/30 
(Anm.  Sp.  43). 

STADION:  Doppclhcrme  Apollon- Hermes  aus  dem 
Stadion  1872  73,  2167:68. 

Avignon. 

Aphrodite  1542. 

Barcelona. 

PROVINCI  AI-MUSEUM:  (Katal.  A.  E.  de  Molins) 
716  Weibl.  Gewundstatue  1801. 

Basel. 

Apollon  (Steinhäuser)  1626.  Aphroditekopf  (899 
900)  2428  29. 

Benevent. 

Traja  ns  -Bogen  2838/39. 

Berlin. 

ALTES  MUSEUM:  37  Aphrodite  1542.  59  Artemis 
('oionna  2797.  69  Asklepios  2866.  83  Demeter  ^ 
(Cherehell)  2840.  154  Fortuna  2908.  158  As- 
klcpi«  »köpf  2624  26.  193  Hermaphrodit  1973/74. 
196  Hermes  (I^ansdowne)  2855/56.  199  Hermes 
(Aegion)  2855/56.  222  sogen.  Urania  2905.  225 
Narkissos  2552/53.  310  Bärtiger  Grieche  2411  12. 
322  Bärtiger  Grieche  2159/60  (Repl.).  502  Skla- 
venstatue 2643/44.  586  Weibliche  Statuette  mit 
archaistischem  Idol  2724.  610  W.  Kopf  (vom 
Südabhang,  Repl.)  2403/05.  Inventar  1502  Büste 
aus  Statue  hergerichtet  1638/40,  2532.  Inv.  1529 
Büstchen  1802/07. 

Aus  Pergamon:  Athena  vom  Altar  1724/30  (Sp.  43, 
Anm.). 

Aus  Magnesia  a.  M.:  Männl.  Sitzatatue  2701.  Kopf 
des  echnippchenschlageoden  Satyrs  2943/44. 

Agypt.  Abtlg. : Isispriesterin,  Statue  2400. 


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3 Bologna 

ANTIQUARIUM:  Bronzen. 

Inv.  8824,  Pan,  1975  links. 

Mar»  Ultor  1958  rechts. 

Terrakotta : 8853  W.  Statuette  aua  Prienc  2797. 
PRO  ATBESITZ:  von  Kaufmann:  Aphrodite-Kopf 
1876.  U.  von  Wilamowitz-Moellendorff : WeibL  Ge- 
wandatatue  1507. 

Bologna. 

Hernie  (Hermes  Propyl.)  2165166. 

Bonn. 

AK A DKM  KUNST-MUSEUM:  W.  Terrakotte  aus 
Rhegion  2018/19. 

Boston. 

MUSEUM  OF  FINE  ARTS:  (Catal.  Caskey.) 

62  W.  Kopf  2185/87  (Repl.).  68  Ammon  (Wörlitz.) 
1980:81 ; 2175:76.  78  W.  Kopf  199.1.  99  Priamus- 
Rel.  2722.  Kybele-Statuette  VII  Sp.  31.  a. 
Bronzekanne  (Tyazkiewicz)  1976.  Terrakutten 
au»  Mvrinn  2733. 

PRIV  ATBESITZ:  bei  Mrw.  J.  J.  Gardner.  Amazone 
(172/74)  1793. 

Brescia. 

Nike  2015. 

Broadlands. 

(Mich.)  9.  Herme«  (Ludoviai)  Kopfrepl.  2110/11. 

Brüssel. 

MI  SEE  DU  CTNQUANTENAIRE:  1 Anha 
istischer  Kopf  2192/94. 

Budapest. 

K UN  ST  H I STÖR.  MUSEUM:  00  KHn.  Rel.  2224. 
Terrakotta,  Frauenstatuette  mit  tiefer  G Ortung, 
Frgmt.  2718. 

Cambridge  (England). 

FITZWILLIAM  MUS.:  Apollon-Statuette  (Kopf- 
replik) 1986  J90. 

Cambridge  (Maas.). 

FOGG  MUS.:  Aphrodite  1642. 

Candia  (Kreta). 

MUSEUM  DES  SYLLOGOS:  Weibl.  Kopf  2115/16. 
Knabe  in  Kapuzenmantel  2949. 

Chatsworth  House. 

Dionysos- Kopf  1993  (Sp.  49,  Anm.). 

Catajo. 

s.  unter  Wien. 


— Florenz 


Cherchell. 

Athen»  2766.  Apoll  (Kyrene)  2879.  Karyatiden 
(Trallea -Cherchell)  2461:64.  Pudicitia  (Vatikan)» 
Kepl.  a|s  Ceres  2863/64. 

Cortona. 

(Heydemann)  2 Votivhand  aus  Bronze  1977  70. 
6 Doppelfigur,  nackte  Frau  — mit  Aegis  be- 
kleideter Mann  1973/74. 

SkJavcnknabe,  schlafend  1975 rechts.  Paii,  Bronze- 
statuette 1975  links.  Bronzekanne  1976. 

Delos. 

MUSEUM:  Fragmt.  eint«  langgewandeten  A)>ollon 
1556.  Weibl.  Statue  mit  Nebris  (aus  dem  Theater- 
Viertel  1993  (Sp.  51). 

Dresden. 

j STAATE.  SKULPTUREN SAMMLUNG:  (Katalog 
Herrmann)  27  Basis  2615  18.  H6  öleingieüer 
2068  (Kepl.).  75  Stephanosfigur,  Kopfrepl. 
2127/28.  KO  Hermeakopf  2110/11.  84  Sitzende 
Muse  1557.  S8  Polykletiachcr  Epheb  VII  Sp.  22  C; 

, 2072/78  (Repl).  95  W.  Kopf  2048  49.  117  Dres- 

dener Artemis  1568;  Kopistenvariante  2751. 
180  Artemis  2799.  184  Nymphe,  Torso  2641/42. 
185  Artemis,  Torso  1815.  190  Apollon  2804  unten 
rechts.  197  Euripides  (Kepl.)  1982/83.  215  Askle- 
pios, Statuette  2532.  237  Satyr.  Torso,  2641/42. 
241  sogen.  Ariadne  1568.  269?  Artemis  2799. 
289  Aphrodite  (Capitol)  2488/90.  318  Aphrodite 
i 1542.  326  Große lierkulanenserin 2242/44 (Repl.); 
2772.  327  Kleine  Herkulanenserin  1532  links ; 
1568  ; 2449;  2795;  2910 . 

Hvgieia  IX  Sp.  49  (Kepl.) 

GIPSSAMMLUNG:  Satyrstatue  1811. 

Erbach  (Odenwald). 

Hermes  als  Kind  (1444)  1915/16.  Sogen.  ScrtoriuH 
(1447)  2872/73. 

Eregll  ( Peiint hos). 

Dionysos  2382. 

Florenz. 

! GALLEKlA  DEGLI  ARAZZ1:  47  gefesselter 
Knabe  2733  (Repl.). 

| MUSEO  ARCHEOLOG1CO:  (Milani  1)  S.  139  Nr.  6 
Athen»  (Eigene)  2948/48.  S,  172  Nr.  2588  Silber- 
schild  des  Flav.  Ardaburiua  2361165.  S.  249/50 
Terrakottagiebel  1890.  S.  261  Artemis  2592/93 
(Kepl.).  8.  314  Nr.  44  Marsyaskopf  2767/68 
(Kepl.).  S.  318  Nr.  88/89,  Epikur  und  Hermareh 
(nicht  Sophokles  u.  Aeschylos!)  2092/93.  S.  323 


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5 


Florenz  — Cent 


ti 


Nr.  134  Apollonstatuette  2529  (Repl.).  S.  323 
Nr.  140  Polyhvmnia  2794.  8.  328  Nr.  178 

Aphrodite  1542. 

(Amclung  203)  Hinter,  Bronzestatuett-c,  2029. 
(Amelung  271)  Bronzepcrträt  aus  Livorno  1610. 
GIARDINO  BO  BO  LI : I).  84  Herme«  (103)  2063. 
Nicht  bei  I).:  Sitzende  Muse  (200)  (Repl.  Klio 
Vatikan)  2568, 

PALAZZO  (TORSI NI  LUNGARNO:  D.  270  Apoll 
(Ly kein»)  (335)  2879. 

PALAZZO  C0RS1N1  AL  PRATO:  IX  247  W.  Ge- 
wands tatue  (310)  2840.  IX  252  M.  Statue  (327) 
2063;  Kopf  (nicht  zugehörig)  (327  ) 2812.  Bei  IX 
S.  lOtt  oben  erwähnt  Dionys«»  (325)  1793. 
CASINO  MKDICKO:  I)oryphon»«-Kopf  VII  Sp.  40. 
Männl.  nackte  Statue  1007  150.  Caesar-ähnlicher 
Römer  VII  Sp.  <0. 

PALAZZO  OR LAN  1)1:  Asklepioskopf  D.  503 

(340/41)  8924  25  (RepL). 

PALAZZO  PITTI : D.  2 Männl.  Kopf  2812.  D.  4 
„Apollon“ -Statue  2558.  I).  1(5  Hern«*«  (Lanx- 

downe)  (213/15)  1940;  2856  56.  I).  1»  Asklepios 
(219/21)  2054  (Repl.).  D.  27  W.  Kopf  2822.  D.30 
Hygieia  (227)  1828.  1).  33  Herakleantatue (228  30) 
27V8.  I).  35  Herakles  (231)  2847  51.  D.  36  Hera- 
klca (Farnese)  2630  (Repl.).  I).4l  Aphrodite  1542. 
PALAZZO  RICCARDI  : Euripidc*  1982  83. 
PALAZZO  STROZZI:  Meleager-Statue  (ehern. 

Strozzi)  2714. 

GIARDINO  TORRIGIANI:  D.  S.  214  Ganymed- 
gruppe  (289)  2545  46. 

CFF1ZIEN:  D.  12  Rom.  m.  Porträt  2930  31.  1).  13 
Hermes  (Ludovisi)  (83  84)  2110fU  (Kopf repl.). 
IX  65  Augustus  1953  r.  D.  84  Ariadne  1552.  D.  95 
Herakles  (Farnese)  (346)  2775  77  (Repl.);  2793. 
I).  132  Griech.  Porträt  IX  Sp.  48.  I).  153  Sitzende 
Nymphe  2641,42.  D.  162  Neunttische  Basis 
2481; 83  (Repl.).  1).  194  Alexander  Severus 
2791  92.  D.  197  Asklepios  2624126  (Repl.).  D.  198 
Asklepios  (92  93)  2485  87  ; 2531;  2914/15 . 
D.  213  Kopf  einer  Griechin  (358  59)  IX  Sp.  48.  , 
I).  248  Nereide  2185.  D.  263  Niobiden-Trophos  ■ 
1635  36  ; 2124  (Repl.).  D.  321  Bärtiger  Kopf  ! 
(368/69)  1649  50.  J).  361  Unfertiger  Römer 

2674  75.  D.  497  sogen.  Karneades  1654.  IX  519  i 
Relief,  v.  Bacchusthron?  2577.  D.  523  Relief.  | 
von  Jupiterthron  2577.  I).  535  Dorvphoros. 

Basalt -Torso  <94  95),  1933  34.  D.  536  Relief  mit 
Rundtempel  2-577.  D.  546  Satyr  ( Knipeziontreter) 
2641  12.  1).  554)  Apollino  2017.  D.  551  Gruppe 
Ares  und  Aphrodite  2782.  \V.  Kopf  (3645)  1635  36. 
PALAZZO  VECCHIO:  I).  510  Apollon  (340)  Kopf 
1879,  1).  512  Apollonkopf  2465:66  (Repl.). 


UNBESTIMMT:  Clarac  686,  1611  Dionys  mit 
Löwen,  sitzend  2009.  Clarac  775,  1932  Madchen- 
statue  2906. 

Formlae. 

M.  Statue  (Hermes  Richelieu)  mit  Porträtkopf 

2855  56. 

Frankfurt. 

LKEB1GHAU8:  Muscngruppc  1568  (Sp.  16). 
Athens  2797.  W.  Gewandstatue  2905  (Repl.). 

Frijus. 

MUSäE  MUN1CIPAL:  Zouskopf  1850. 

Genf. 

MUSEUM  (Katal.  Deonna):  50  Kroskopf  1 8*58  69. 
2348  50.  1646  48  (Repl.).  51  Hermeskopf 

1870  71.  52  Doppelhcrme  1872  73;  2167  68. 

56  Apollon  Sauroktonos  1874.  58  Aphroditetorso 
1875.  59  Aphrodite.  Kopf  1876.  60  (ehein.  Duval) 
Kora,  Statue  1909.  61  (ehern.  Duval)  Apollon 
Kitharöde  1911/13.  62  (ehern.  Duval)  Bogen- 
spnnnender  Km«  1914.  63  Männl.  Torso  1886. 
65  Männl.  Torso  1884  85.  66  Kopf  eines  jungen 
Mannes  1887  88.  67  (ehern.  Duval)  Knabe  mit 
der  Gans  1918.  68  Alter  Hirt,  Statuette  1898. 
69  (ehern.  Duval)  Nymphe  ein  Becken  haltend 
1910  a.  71  (ehemals  Duval)  Sarapia  stehend  1917. 
73  Aphnxlite  VII  Sp.  23,  i.  74  Aphnxlite -Torso 
VII  Sp.  23,  k.  76  Aphrodite,  Statuette  VII 
Sp.  22,  h.  77  Aphnxlite  (Capitol),  Kopf  VII 
Sp.  23,  m.  80  Aphnxlite,  Kopf  VII,  Sp.  22.  e. 
81  Behelmter  Athenakopf  1877.  82  Athens- 

Statuette  VII  Sp.  23.  1.  85  Flora,  Kopf  VII 

Sp.  22,  g.  88  Kybele,  Kolossalkopf  VII.  Sp.  23.  n. 
90  Selene,  Statuette  1891.  91  Priapus.  Statuette 
1892.  92  Dionysos,  Kopf  1878.  94  Männl.  Torso 
VII  Sp.  22,  f.  96  (ehern.  Duval)  Männl.  Torso  mit 
Chlamys  1919.  98  Herakles,  Hermenkopf  1889. 
122  Bartloser  Mann,  Porträt  1901  02.  125  (ehern- 
Sarasin)  „Jugendlicher  Caligula“,  Büste  1926  27. 
128  Lucius  Verus,  Büste  VII.  Sp.23.  s.  12t)  Nero, 
Büste  VII  Sp.  23.  r.  131  Porträtstatue  1903. 
132  Männl.  (nicht  W.)  Kopf  1904/05.  133  Bärt. 
Porträtkopf  VH  Sp.  23.  p.  134  Verschleierter 
Frauenkopf  VII  Sp.  23,  q.  135  W.  Porträtkopf 
1899  1900.  137  Relieffragment,  archaistisch  1893. 

138  Neuattische«  Rel.Fragm.  (Dionysos)  1924). 

139  Neuattisches  Relief  VII  Sp.  24,  v.  145  Mar- 

nionliakus  1894  95.  156  Relief  (En»  versteckt 
sich  hinter  Maske)  1896.  157  Relief  (Eroten  in 
ländl.  Scene)  1897.  160  Totenmahlrelief  VII 

Sp.  23,  o.  175  Reliefkopf  VII  Sp.  23,  u.  204  Rc- 


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7 Genua  — 

lief  VII,  8p.  24,  w.  2UT)  Neuattischea  Relief  VII 
Sp.  24,  x.  *206  Xouattisches  Relief  VII  Sp.  24,  y. 

(Nicht  bei  DiVmna):  Inv.  1165  B<xk.  Bronze- 
Statuette  1867.  Inv.  1201  Apollon  Lykeios  1879. 
Inv.  229  Dionysos,  Bronzestatuette  1880/82. 
Inv.  1223  Herrn««,  Bronzestatuette  1883.  Krieger, 
Terrakotta.  Hochrelief  1890.  Nymphe  von  Ken- 
taur geraubt,  cyprische  Gruppe  VII  8p.  22  a. 
Klfenbeinplakette.  cyprisch  VII  Sp.  22  b.  Manul. 
Tonn*  (polykletisch)  VII  Sp.  22,  c.  Behelmter 
Ephrbe,  Bronzestatuette  VII  Sp.  22,  d.  Junger 
August us  VII  Sp.  23.  t.  Totenmaske  (aus  Fayum) 
VII  Sp.  24,  z.  Sonnengott  VII  Sp.  24,  z. 

DUVAL  (Morillon  bei  Genf):  Nackter  Ephebe 
1910  b.  Kybelc  sitzend,  Statuette  VII  Sp.  31,  a. 
Apollon,  Doppelherme,  VII  Sp.  31,  b.  Sarkophag  - 
Fragmente  VII  Sp.  31,  c.  Fragmente  von  (Uam- 
pana  ?)- Reliefs  VII  Sp.  31.  d.  Herme«  als  Kind, 
Kopf  1915/16. 

M.H  .DARI  ER : A mazone.Statuet  te,  (falsch ) 1 906/08. 

M.  SARASIN:  laichender  Satyrkopf  1921.  Un- 
bärtiger  Römer  1922/23.  Unbärtiger  Römer 
1924  25.  Augustus,  Büste  VII  Sp.  32. 

Genua. 

PALAZZO  REALE:  Kopf  einer  Jünglingsstatue 
(1363  64)  1 593:98. 

VILLA  GRUBKR:  Stirnziegel,  Athen«  (1372) 
22/2  Mitte. 

Gortyn. 

„Apollon**,  Torso  2558.  Athens  (Vellctri)  2632/33 
(Repl.). 

Hamburg. 

MUSEUM  F.  KUNST  U.  GEWERBE:  Attisches 
Grabrelief  2685.  Grablekythos  2686.  ( ampami- 
relief  2687.  Unbärtiger  Kopf  (1378  79)  IX 
Sp.  51. 

PRIVATBESITZ:  Sammlung  Reimers:  Jünglings- 
toreo  2691/92.  Heraklestoreo  2693.  Herakles  sit- 
zend,  Statuette  2694.  W.  Kopf,  Loda  verwandt 
2695  97.  Römerkopf,  Zeit  de**  Gallienus  2898  99. 
Zwei  TerrakottabUsten  2700. 

Sammlung  Dr.  Franke  (früher  A.  K lügmann): 
(M.-D.)  176  Hermeskopf  2688 '89.  4074  Relief 
mit  bogcnschicOcndcm  Apoll  2690. 

Hannover. 

PROVINZIALMUSEUM  (Katal.  Köhler):  6 Pan 
(1072)  1739. 

Holkham  Hall. 

(Mich.)  19  Marsyaa  (Agram)  285 7 158. 


Kopenhagen  8 

Ince  Blundell  Hall. 

(Mieh.  8.)  Athens  2339  ( RepL  ohne  Aegis).  13  Apoll 
2852.  14  Apoll  2852.  36  Aphrodite  1542. 

' Fragni.  einer  Charis  aus  Gruppe  dreier  Chariten, 
verschollen,  297 5 f 78. 

Karlsruhe. 

I MUSEUM:  Bärtiger  Götterkopf  (1436  37)  1832/33. 

| Gigant  (1440)  1799/1800;  1995.  Asklepios  2267. 

Kassel. 

MlrSEUM  (Katal.  Bieber):  3 Knabenkopf,  früher  aui 

I Statue  9.  2147/48.  6 Kopf  des  polyklet.  Diadu- 
menos  1578  84.  27  Jünglingskopf  1834136. 

Kiew. 

| SAMMLUNG  KANENKO:  Statuette  au«  Villa 
Patrizi  1950,  s.  u.  Rom.  Thermenmu«.  534. 

Klagenfurt. 

j Knäbchen  im  Mantel  2726. 

Konstantinopel. 

I OTTOMAN.  MUSEEN:  114  Apoll  (Kyrene)  2879. 
317  Apoll  (Kyrene)  2879.  460  Rel.-Fragm.  aus 
Tralles  1897.  596  Männl.  Gewandstatue  2928. 
601  Männl.  Statue  1813.  003  W.  Gewandstatue 
1507.  808  Hvgieia  (Hope)  2897. 

Bronze  750  Zeus  1850. 

Aus  Magnesia  a.  M.:  825  Frauenstatue  2725;  2906. 
826  Männl.  Gewandstatue  2019. 

1 GARTEN  DER  ÖSTERR.  SCHULE:  W.  Statue 
2461/64. 

Kopenhagen. 

NY-CARLSBERG  GLYPTOTHEK  (Catal.  Jacob- 

, aen  1907):  32  W.  Kopf  2192:94.  34  Doppelherme 
2192  94.  63  Apoll  I Kit haröd c)  1011.13;  2338.  66 

I Apollon,  Kopf  2162/63;  2167/68.  69  Apollon,  Kopf 
2430/ 31  (Repl.).  73,  74  Apollon  2013.  76  Apollon, 
Kopf  2529.  83  Artemis  u.  Iphigenie  1815.  89  Ar- 
temis 2014;  2742 ; 2798.  »9  Athena  2339. 

152  Bart.  H«*rm«*  1656/57  (Repl.).  149  Hermen- 
kopf 1832/33.  155  Dionysos  2798.  155  a Dio- 
nys«« (Hop«*)  1793.  158  Dionysos  2798.  253  He* 
räkle«  2266.  270  Rcl.  m.  Rahmen  (Herakles- 
arbeiten) 2188.  297  98  W.  Köpfe  2048:49.  304a 
Weibl.  Gewandatatue  1507.  336  I>edn  2755.  353 
Statuetten  köpf,  polykletisch,  (verschwunden?) 
2236/37.  365  a Mädchenkopf  2024  25.  387  Me* 
ieager  2714.  388  Männl.  Toreo  188485.  394 
„Polyhymnia“  2794;  1993  (Sp.  52).  395  Muse 
1993  (Sp.  52).  396  Muse  1993  (Sp.  47);  2865. 
400  Jüngling  Alba  1789  92.  403a  Kopf  mit  Pinien- 
kränz  1993  (Sp.  48);  2966/69.  409 a Griech. 


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Korinth  Madrid 


10 


Port  rätst* tue  231)3.  413  Grieche,  Herme  1980/81. 
414  b Euripide*.  Herme  1982  83.  4131  a Jüng- 
ling von  Epidauro*  2401.  485  Satyr  1975 

links.  488  a Symplegma  ( Hermaphrodit- Silen) 
2562.  491  Sphinx  2485/67.  512  Paatieeio  2061. 
528  Togastatue  2019.  532  W.  Gewandslatue 

1801.  537  Fundilia  2133.  550  Asklepios 

2368/70.  500  Römer  2027  28.  597  Pompe  jus 
2637/38.  597  a Römer  1984  85.  859  Römer,  Re- 
naiasaneearbeit  (1192)  2645  46.  «78  «77  Atlanten 
(Barbaren)  2867.  777  Sarkophag  1742  links. 

817  Relief  (Sessel)  2006. 

Kopfrepl.  d.  Stephaii<mfigur  2127  28. 

THORVALDSEN-ML?8KUM : Langgewandeter 
Apollon,  Fragm.  1556. 

Korinth. 

W.  Statue  2485.87.  Barbarcnatatuc  Kolossal  2867. 

Kyrene. 

Charitcngruppen  2975  78  (Gruppe  1 Sp.  87,  Gruppe  2 
Sp.  88). 

La  Gran  ja  (Scgovia). 

Köpfe  den  Reliefs  mit  Gallierkämpfen  1802/07. 
Statue  eine«  Jüngling«  1808/09. 

Leningrad. 

EREMITAGE  (total.  Waldhauer,  1923):  4«  Hv- 
gieia  IX  Sp.  49  (D  313).  78  Hcrakleakopf  2164 
(RepL).  1 16  Weibl.  Statue  2461! 64.  256  (?)  Kin- 
derkopf 2773  74  (RepL).  273  Rogenspannendcr 
Eros  1914.  316  Apoll  (Kvrene)  2879.  360  Relief, 
Ganymed  1948. 

Zeus  als  Asklepios  ergänzt  1917.  Weibl.  Statue  I 
1553.  Alter  Hirt.  Statuette  1898. 

.SAMMLUNG  POURTALfcS:  Doryphor,*.  Torso 
1933  34*).  Silen.  Statuette  1935.  Aphroditekopf  i 
1936  38.  Kinderköpfehen  au«  grünem  Basalt  ' 
1939.  Hermes,  Brome- Statuette  1940.  Bronze- 
kopf eine«  Kinde«  VII  Sp.  33,  Anm .;  194 1 4 3. 

Leptis  Magna. 

Marsyas  (Agram)  2857/58. 

Leyden. 

ML’SEUM:  Zeuastatue  au»  Utica  1638  40. 

Lissabon. 

MUSEUM:  1815  Liegender  Silen  2129/30. 

London. 

BRITISH  MUSEUM  (fatal,  of  Sc.):  501  Diadu- 
menos  Farnese  1518.  505  Fragmente  der  Sima 

•)  Jetzt  Berlin,  Altes  Museum. 


de«  Apollontemp(‘U  in  Bassai  2955.  1204  -17 

S&ulenreliefs  au«  Ephesus  2218/20.  1241  Athens 
au«  Ephesus  1522/25;  2342.  1302  Kora  au«  Knido« 
2861162.  1403  Figur  aus  Kyrene  1825.  1572 
Atbenakopf  1508:09.  1608  Asklepiosherme  2914 
bis  2915  (RepL).  1696  Asklepios  2532.  1734  He- 
raklcskopf  1834/36.  1743  Perseuskopf  2035/37. 
1745(nieht  1754!)  Priap  1960.  1747  Athlet  2228(30 
( Repl. ).  1 752  J ünglingsknpf  1638/40.  1 754  Athlet 
Westraacott  2141  42  (Kopfrepl.).  1860  61  Por- 
trät köpfe  2875.  1833  Euripides  (Repl.)  1982/83. 
2095  Statuette  aus  Rhodos  1950.  2129  Ziege 

1679.  2191  Archelaos-Rel.  (Apollon)  1556.  2200 
Niobiden- Disko«  2690.  2303  Sarkophag  au« 

Saida  1906  08.  2509  Neuattische  Basis  2481(83 
(Repl). 

Bronze  1291  Heraklesberme  2730  (Repl.). 

LANSDOWNE  HOUSE:  (Mich.)  35  Herme« 

2855(56.  61  Herakles  2266  (Repl.);  1619  20<Kopf. 
repl.?)  2001(02  (Kopfrepl.);  1545/47  ; 2885. 

Madrid. 

PRADO  (Katal.  E.  Hübner,  Die  antiken  Bildwerke 
in  Madrid):  H.  4 Zeus  (Inee  Blundell  Hall) 
1501  03.  H.  5 Zeus  mit  Aegis  1504.  H.  6 W.  Ge- 
WAndstatuette  1505.  H.  7 W.  Gewandstatuette 
1506.  H.  8 W.  Statuette  1507.  H.  9 Athens 
1508/09.  H.  10  Athenastatuette  (Parthem») 
151015.  H.  11  Fortuna  1516.  H.  13  Poseidon 
1517  20.  H.  .14  Nackter  Jüngling  1521.  H.  15 
Apollon  1522/25.  H.  16  Apollon  1526.  H.  17 
Arteraistorso  1577  rechts.  H.  18  Dionyxoa 
1527/31;  1585(87;  1993  (Sp.  49,  Anm.)  ; 1997. 
H.  20  Dionyso«  1532  rechts.  H.  23  W.  Gewand- 
statue 1533.  H.  24  Aphrcalite  1534  36.  H.  25 
W.  Gewandstatue  1537.  H.  26  Sogen.  Amymone 
1538.  H.  28  Kauernde  Aphrodite  1539  41.  H.  31 
Aphnxlite  1542;  2596(98.  H.  33  Tyche  (Typus 
Dresdener  Artemis)  1543  ; 2840.  H.  34  Fortuna 
1544.  H.  36  Herakles  1545/47.  H.  37  Herakles 
1548.  H.  39  Hypnoastatue,  Kopf  1549  50; 
1570(71.  H.  4t)  Leda  1551.  H.  41  Schlafende 
Ariadne  1552.  H.  42  W.  Koloaaalfigur  1553. 
H.  43  Athena  (der  myronischen  Gruppe)  1554. 
H.  44  W.  Gewandstatue  1555.  H.  45  Muw 
1556.  H.  47  Polyhymnia,  Torso  1532  links. 
H.  48  - 57  Musengruppe  1522  24;  1568.  H.  49 
Sitzende  Mus«?  1557;  1568 . H.50  Sitzende  Muse 
1558/60;  1993  (Sp.  52  Anm.).  H.  51  Sitzende 
Muse  1561.  H.  52  Sitzende  Muse  1562.  H.  53 
sitzende  Muse  1563;  1562.  H.  54  Sitzende  Muse 
1564.  H.  55  Sitzende  Muse  1565/67.  H.  56  Sit- 
zende Muse  1568;  1993  (Sp.  52  Anm.).  H.  58 


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11  Madrid  19 


Ganymed  mit  Adler  1568.  H.  59  Böckchen- 
tragender  Satyr  1570/71;  2-519/20.  H.  60  Aus-  i 
ruhender  Satyr  (Periboetos)  1572.  H.  62  Aphro- 
dite mit  Muschel  1573.  H.  63  Unterkörper 
liegender  weibl.  Figur  1574/76.  H.  64  Nackter 
männl.  Torso  1577  links.  H.  65  Diadumenos  (des 
Polyklet)  1578/84.  H.66  Nackte  männl.  Statue 
1585  87;  1967/69;  1997.  H.  67  Gruppe  von  Ilde- 
fonso  1588  92.  H.  69  Nackter  Knabe  1593/98. 
H.  70  ..Schlafgott“  1599/1601.  H.71  Sogen.  Nar- 
kiwos  1602.  H.  73  Knieender  Perser  1603.  H.  75 
Römischer  Prinz  1604.  H.  78  St at ue  des  August  us 
1605.  H.  81  Panzcrstntue  16C6.  H.  83  Römerin. 
Statue  1607  09.  H.  84  Sitzender  Greis  1610. 
H.  86  Zeurikopf  1611.  H.  92  Athenukopf  (Vel- 
letri)  1612/13;  2632/33.  H.  94  Helioskop!  1614/15. 
H.  95  Doppelkopf  (Io  oder  Isis)  1616  18;  2348/50. 
H.  96  Herakleskopf  1619/20.  H.  97  Jugendl. 
Kopf,  bekränzt  1621/23.  H.  98  Dionysosherme 
1624  25.  H.  106  W.  Kopf  1626.  H.  108  ..Kluß- 
gott“,  Maske  1627.  H.  109  Herakles,  Kolossalkopf 
1628/29.  H.  110  Herakleskopf  1630.  H.  111 
Hcraklrskopf  1631.  H.  114  Kinderköpfchen  1632. 
H.  HO  Kopf  der  knidischen  Aphrodite  1633  34. 
H.  117  7 W.  Kopf  1635  36.  H.  119  Kopf  (Silen 
m.  Racchuskind)  1637.  H.  123  Behelmter  Jüng- 
lingskopf 1638  40.  H.  124  Athenukopf  1641/42. 
H.  147  Doppelhenne  („Epikur-Metrodor“)  1643 
bis  1645.  H.  148  Aphrodite  u.  Eros.  Doppelherme 
1646/48;  1961/62 ; 2348/50.  H.  150  Bärtige  Herme 
1649/50.  H.  155  Bärtige  Herme  1651 '52.  H.  157 
Bärtiger  Grieche  1653.  H.  165  Bart.  Grieche, 
Herme  1654.  H.  171  Bärt.  Grieche  1655.  H.  172 
Bürt.  Herme  1656  57  ; 2165/66.  H.  187  Bärt. 
Grieche  1658.  H.  189  M.  Kopf  (dem  Diomedes 
verwandt)  1659  62.  II.  197  Jugendlicher  Römer 
1663  64.  H.214  BärtigerKopf  auf  Kaiserbüste  1065. 
H.  227  Drusus  Minor  1666/67.  H.  230  Unbärt. 
Römer  1668.  H.  231  Unbärt.  Römer  1669  70. 
H.  245  Bärtiger,  Porträt  1671  72.  H.  260  Männl. 
Fbrtlfttkopf  1928/30.  H.  262  Daker  1673  74. 
H.  264  W.  Büste  (Zeit  Julia  Titi)  1675/76.  H.  282 
Römerin  1677/78.  H.  283  Kopf  einer  Ziege  1679. 
H.  284  Dreiseitige  Basis  1680  82.  H.  285  Neu- 
attische Reliefs  1683/86.  H.  286  Neuattisches 
Relief  1687.  H.  287  Neuattisches  Relief  1688. 
H.  288  Fragment  eines  Reh -Gefäßes  1689.  H.  289 
Puteal  mit  Relief  1690/93.  H.  291  Eiförmiges 
Reh -Gefäß  1694  96.  H.  293  Relief  mit  fünf 
Frauen  1697;  2804  oben  rechts.  H.  335  Stier, 
HcchreL  1698  ; 1699.  H.  336  Kuh,  Hochrelief 
1698 ; 1699.  H.  337  Eber.  Relief  1699.  H.  338 
Eber,  Relief  1699. 


(Nicht  bei  H.)  Bärtiger  1700,01.  Römer,  Büste  1703. 
H.?  W.  Kopf  1702., 

MUSEO  A R QUEO  LOG  ICO  (Katal.  Delgado); 
2705,  2706,  2710,  2746  Reliefs  ( Dionvsoemythos) 
1752/56.2011  Eber  ? 1704.  2691  Puteal,  Athenn- 
gebürt  1724  29  (nicht  1730!);  2989;  2990. 
2697  Fragment,  rundes  Marmorgefäß  1742  links. 
2704  Silvan,  Statue  1776.  2707  Dionysosstatue 

1734.  2708  Puteal  1746  51.  2713  Marsyaa,  Sta- 

tuette 1741.  2714  Satyr  mit  Schlauch  Statuette 
174t).  2715  Fragment  einer  Gruppe  1738.  2716 
Pan,  Statuette  1739.  2729  Herakles,  Statuette 
1721.  2730  Tibcrius,  Oberteil  einer  Sitzfigur 

1765/67.  2731  Drusus  Minor  1763,04.  2736 

Tognstatue  (Kopf  L.  Venia)  1772.  2737  Römerin, 
Sitzfigur  1768/70.  2740  W.  kopflose  Statue  1736. 
2741  W.  kopflose  Statue  1737.  2745  Relieffrag- 
ment 1744.  2751  Grieeh.  Votivrelief,  Fragment 

1735.  2753  Knabe  mit  Fischen,  Fragment  1742 

rechte.  2756  Knabenbüste,  römisch  1771.  2760 
Altcrtümh  bärt.  Kopf  1718.  2764  Bartloser  Rö- 
merkopf 1760,61.  2769  Jünglingskopf  strengen 

Stils  1719/20.  2771  Relieffragment  1731.  2824 
Tiaehfuß  1743.  2828  Neuattische  Basis  1756/58. 
2838  Hellenistisches  Grabrelief  1745.  2843  Rö- 
mische Aschenurne  1777 ; 2241.  2936  Porträtkopf. 
Bronze  1762.  2939  Bronzestatuette  eines  Jüng- 
lings (polykletisch)  1723.  2943  Lar,  Bronze- 
statuette 1773  74.  3490  u.  3509  Kalksteinfiguren 
aus  dem  Cerro  de  loa  Santos?  1715/16.  3500  bis 
3502  u.  3512  Skulpturen  aus  dem  Orro  de  los 
Santo«  1708  — 13. 

(Inventar)  16793  Archaistische  Frauenstatue 
1759.  16820  Kopf  der  „Sappho“  1732/33.  17461 
Hypnos  1775.  18453  55  Stierköpfe,  Bronze 

1705/07.  18529  Stier  mit  Menschenkopf  1714. 

18536  Kentaur,  Bronze  1717. 

7506,  7508,  7510,  7513,  7527,  7624,  7625,  7627, 
7651  Skulpturen  aus  dem  Cerro  de  los  Santos 
1709-13. 

Athena,  Bronzestat uette  1722.  Innenbild  einer 
Schale  des  Aison  1730. 

KUNSTAKADEMIE:  (Hübner)  500  W. Kopf  1783. 
H.  60!  W.  Kopt  1778  HO.  H.  502  Kimbenporträt 
1783.  H.  503  W.  Kopf  1783.  H.  504  Antoninus 
Pius  1783.  H.  505  Vitellius  (modern)  1783. 

W.  Kopf  mit  Diadem  1781  '82. 

SAMMLUNG  ALBA:  (Hübner)  565  Artemis,  Sta- 
tuette 1797.  H.  566  Männl.  Torso  1793;  2798. 
H.  567  Aphrodite  ( Gene  tri  x)  1788.  H.  568  Musen- 
statue 1798.  H.  569  Jünglingsstatue  1789  92. 
H.  571  W.  Kopf  1784  85.  H.  572  Priap,  Herme 
1786/87. 


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13 


Magnesia  a.  M.  — München 


Jünglingstorso  1 71M . Jüngling«torso  1795.  Eros, 
Torso  1799.  Gigant,  Tom»  1799/1800. 

AUS  DEM  ESCOR  I ALEX SIS:  Schiffskampf  (1500) 
IX,  Sp . 49,  (1).  295). 

Magnesia  a.  M. 

(s.  unter  Berlin,  Konstantinopel.  Smyrna). 

Mailand. 

MlTSE0  ARCHEOLOUICÖ:  Relief  (von  Diana - 
thron)  2577. 

Mantinea. 

Knabe  mit  Kapuzenmantel  ( B.C.H.  1890  T.  8)  2949. 

Mantua. 

PALAZZO  DUC  ALE:  (Dtitschkc)  703  Repl.  einer 
Erechtheion- Karyatide  (9)  2461  64.  I).  720  Ka- 
ryatide (Repl.)  2457 ; 2461  64.  1).  850  Rel.  Fragm. 
2577.  I).  853  Bacchischer  Kopf  (22/23)  2811. 
1).  872  Ap<  11  2912  13  (Kopfrepl.);  2923  24.  I).  874 
nt uattische  Baaia  2481  83  (Repl.).  I).  876  Römer 
aia  Herme«  (25)  1823. 

Marbury  Hall. 

(Mich.)  10  Stehende  Muse  1993.  Jcnkins-Vasc 
1724(30. 

Mariemont  (Brii««el). 

SAMMLUNG  WAROCQUß:  189  Victoria.  Bronze  - 
«tatuette  1955  recht«. 

Gut  Mecklenburg  (Schwerin). 

M.-D.  497  Pan.  Statuette  1944.  M.-D.  3384  Pans- 
k(»pf  1945.  M.-D.  3384  Eck  eines  Sarkophag« 
1940  47.  M.-D. 3577  Rel. Frag m.  (Ganymed)  1948. 
Altärchen  1949. 

Milet. 

Artemistorso  (Colonna)  2854. 

Mitau. 

Erostorso  (Centocelle)  2997/98.  Weibl.  Kopf  2999  | 
bis  3000. 

Modena. 

GALLERIA  ESTEXSK:  (Inv.)  2037  Serapisbüste 
1951  links.  2039  Bart.  Kolossalkopf  1952.  i 
2044  Weibl.  Statuette  1950.  2044»  weibl.  Kopf, 
verschleiert  1951  rechts.  2049  August  us  1953 
rechts.  2053  Sandalenlösende  Aphrodite.  Sta-  i 
tuette  1951  Mitte;  2749. 

Römerin.  Kopf  1953  link«. 

Bronzestatuetten:  Apollon  1950  link«  1957  links. 
Athena  1958  links.  Blüte,  aus  der  ein  Knabe  auf- 
steigt 1954  rechts.  Dionysos  1954  Mitte  1955 
links.  Nackter  Jüngling  1950  recht«  1957  rechts. 
Victoria  1955  rechts. 


14 

Bronzeleiste  mit  Figur  de«  Mar«  Ultor  15*58  rechts. 
Bronzefigürehen  von  Pferdebrustsehmuck  1959. 

Montpellier. 

MUSßE  MUNICIPAL:  Aphrodite  (Genetrix)  1851. 
Herakles  als  Kind.  Statue  1852/54.  Hoi1  ineskopf 
1855/50.  Weibl.  Kopf  1857/58.  Römerin.  Büste 

1809  f60. 

COLLECTION  DE  LA  SOClfiTfi  ARCHEOLOGI 
QUE:  Frauenkopf  1861.  Frauenkopf  1862. 
Frauenkopf  1863  a.  Frauenkopf  1863  b. 

Junger  Römer.  Kopf  1864.  Frgmt.  von  griecn. 
Grabrelief  1865.  Terraeottarelief  1866. 

Morillon  (Genf). 

SAMMLUNG  DUVAL:  S.  u.  Genf. 

München. 

GLYPTOTHEK;  (Furt wangier)  210  BrunnVher 
Kopf  2150  51.  211  Apoll  Barberini  2743.  213  a 
Apollon  Kitharöde  (1180  81)  1911/ 13  (dort  als 
Muse  bezeichnet);  2797.  217  Totenmahl  2957. 
219  Eirene  (des  Kephisodot)  2076.  224  Schnipp- 
chen-schlagender Satyr  2943:44.  231  Dionysos* 
Kopf  (844  45)  2811.  241  Oberteil  einer  archai- 
schen Reliefstele  (846)  25*54.  243  Bruchstück  der 
Sima  de*«  Apollontempels  zu  Baxsai  2955.  254 
Doppelaeitiges  Maskenrelief  2960  61.  255  Ahn). 
Relief  2962/63.  256  Schreitende  Höre,  Rel. -Frgmt. 
2964.  272«  Kleines  Mädelmn.  Grab-  oder  Votiv- 
statue  (von  Jandolo)  1992.  298  Alexander  Ron- 
danini  2131:32.  305,  306  Karyatiden  (859.  862) 
2377(79 ; 2786/87.  339  Porträtkopf  2391.  350 
Augustusstatue  (863)  1794.  371  Karyatide  (860) 
2377(79.  35*4  „Nero“  1813.  404  Porträt  2144.  444 
„Spinnerin“  2945/48;  X Sp.  55.  2786(87  x (Repl.). 
448  a (jetzt  502)  Basaltreplik  des  Schnippchen- 
schlagenden  Satyrs  2943/44 . 457  Bronzekopf. 
Knabe 2139  40.  477  Kinderkopf  2773/74  (Repl.). 
479  Aphroditekopf  1963  64 ; 248H  90.  45*5*  Ltd* 
2755.  506  „Telesphoros“  2949.  507  Grabstein 
(Eutaktos)  2958.  511  Grabstele  (Nikolaos)  25*59. 
512  Rechte  Hälfte  ei  ne«  Totenmahls  21*56.  514  Rel. 
mit  geflügelter  Gottheit  2965.  517  Sitzender  To- 
gatus  2950/53.  519  Asklepioskopf  2624(26  (Repl.). 
RESIDENZ:  Asklepios  (915)  2532.  Weibl.  Statue 
(916)  1828.  Frauenstatuette  (917)  2790.  Philo- 
sophenkopf (963)  1644  (Repl.).  Porträtkopf 
(975/76)  2416(17.  Porträts  (Augusteisch?) 

(979  83)  1967(69.  Trajan  (1013)  2467/68.  Römi- 
sches männl.  Porträt,  Bronze  (antik?)  (1020/21) 
2453  (Repl.).  Weibl.  Porträt  (1023)  2817(18. 
Weibl.  Porträt  (ält.  Faustina)  (1024  ) 28 17 J 18. 


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16 


15  Neapel  — 

M.A.K.  (Kurze  Beschreibung):  Nr.  915  Helm  husch. 
Bronze  9946/48.  S.  321.  Totcnmahlfrgmt. 
(jetzt  Glyptothek  512)  2956.  Gef  «weiter  (M.  | 
Jhh.  V.  1910  S.  140)  9788. 

KUNSTAKADEMIE:  Abguß  den  prax  italischen 
Periboetoe  1672. 

PRIVATSAMMLUNGEN:  Arndt:  Doppelfigur, 
eben  (männl.-weibl.)  in  Henne  übergehend  | 
1978/74. 

Berolzheimer : Römischer  Knabe.  Kopf  1941 ,43. 

Hirth:  Jünglinge  köpf  (1456  57)  2 147 US  (Repl.). 
Hermaphrodit  (1463/54)  2696)98. 

Kaulhach:  Mädchenkopf  2352. 

PringBheim:' Aphrodite  Statuette  2292. 

Kronprinz  Rupprecht:  Serapisköpfchen  (905)  2026.  i 

Ungenannt:  Jünglingstorso  2970  72. 

EJiemals  Münchener  Privat  besitz : Kopf  beim  ( Jrnfen  [ 
Ziehy  1627.  Philosoph,  Frgmt.  1644  (Repl.). 

Neapel. 

MUSEO  NAZIONALE:  (Guida  Rueseh,  1908) 

G.  51  Weibl.  Gewandstatue  2133 ; 2910.  G.  57 
Hellenistische  weibl.  Geuandstatue  2649  (Repl.).  | 
G.  100  Jünglingskopf  (605/06)  1638/40.  G.  106 
Artemis  hum  Pompeji  2692(93  (Iiepi.).  G.  110 
Gruppe,  Oreat- Elektra  2125  26.  G.  136  Aphro- 
dite 2831.  G.  137  Weibl.  Statue  2790.  G.  225 
Weibl.  Statue  1607.  G.  242  Flora  Farnese  1533; 
2410.  G.  243  Gruppe,  Athamas  und  liearebos  : 
(Kopf  des  toten  Knaben)  2941/42.  G.  245  Männl.  | 
Statue  222 3.  G,  251  Venus  von  Capun  1533; 
1993  (Sp.  45).  G.  253  Satyr.  Dionysoskind  auf 
der  Schulter  tragend  1570/71.  G.  280  Herakles  1 
Earaese  1886.  G.  281  Neuattiacbes  Relief  1687. 

G.  296  Kolossaikopf.  Zeus  1889.  G.314  Aphro-  I 
dite  Kallxpygos  1688.  G.  491  Apollon  Sauroktonos  ' 
(768)  1874.  G.  494  (?)  Aphrodite  1542.  G.  499 
Zeusstatue  27/7.  G.  510  Dionysos.  Büste  (525/26) 
2788/40  (Repl.).  G.  530  Dionysos,  Torso  (501) 
1881.  G.  531  TischfuB  1748.  G.  584  Männl.  Torso, 
pergamenisch  1884/85.  G.  607  Statue,  als  Herines 
ergänzt.  2118.  G.  6641  Knieender  Perser  (502/03) 
1603.  G.  815  Satyr  mit  Schlauch  1740.  G.  817 
..Narcissus“  2134;  2267.  G.  834  Jünglings- Statue 
au«  Pompeji  2196.  G.  843  47  Herkulancnsische 
Tänzerüinen  2209/10.  G.  857  Sog.  Dionysos  j 
2070/71.  G.  858  (Kopf  des)  schnippchenschlagen-  I 
den  Satyrs  2943/44.  G.  997  Sog.  Marcellus  2713.  ■ 
G.  1325  Aphrodite*  Lovatelli  2527.  G.  1487  Ale-  I 
xander,  Bronzestatuette  1744. 

Inventar  6109,  6113  Knäbchen  im  Mantel  2726. 
72394  Bronze*  von  einem  Tisch  1934  rechts. 
Hermes  (Aegion)  2855/66.  Selene  1891. 


Paris 


Gemälde:  Eroten,  mit  Masken  spielend  (Helb. 
754)  1896. 

VORRAUM  I>.  PINAKOTHEK:  Röm.  männl. 
Porträt,  Bronze  (Inv.  10529)  2453.  (modern). 

MU8K0  EGIZIANO:  Weibl.  Kopf  (Inv.  1038) 
2293/95. 

PALAZZO  BISIGNANO:  Muse  2878. 

Newby  Hall. 

(Michaelis)  6 Aphrodite  1542.  M.  18  Weibl.  Sitz» 
statue  2478)80  (Repl.).  M.  33  Apollon  2852. 

New  York. 

METROPOLITAN  MUSEUM:  Griechisches  Grab- 
relief  2392.  Polykl.  Jünglingskopf  2038  39. 
Kpikur,  Büste  2875.  Satyr,  sein  Schwänzchen 
haschend,  (Rcl.)  2032. 

Paris. 

LOUVRE  (Catal.  Sommaire):  81  Kopf  des  „Orest“ 
2127  28.  87  Bacchus  Richelieu  1687/81;  199 /;  1993 
(Sp. 49).  287 ( ’haritengruppo 2976/78. 304  Gefessel- 
ter Knabe  27JJ(RepL).  345  (Froehner400)  Askle- 
pios-Statue 2789.  366  Aphrodite  (mit  Inschrift  des 
Praxiteles)  2410.  393  Bärtiger  Dionysos  (Fr.  214) 
1837/38.  412  Historisches  Relief  2807.  439  Venus 
von  Arle«  1538 ; 1542;  1568;  2080  (Unterkörper. 
Repl.).  464  Athen»  von  Velletri  (Repl.),  1612113. 
518  W.  Gewand  nt»  tue  2842.  529  Artemis  von 
Gabii  2285  (Repl.).  545  Eros  Borghese  1796. 
548  ‘ (Fr.  330)  Herakles-Statue  2164  (Repl.). 
573  Herme«  2855/56.  589  Artemis  von  Versailles 
2801.  640  Zeus  (Tnlleyrand)  1920.  669  W.  Kopf 
2460/51.  677  (? ) Kopf  des  schnippchenschlagenden 
Satyrs  2943/44.  731  f.  EYagmcnte  von  der  Sima 
de«  Apollontempels  zu  Bsssai  2955.  752  Vot  ivrelief 
au«  Eleusis  (Kore  und  Demeter)  2861/62.  866 
Are«  Borghese  2052/53  (Kopfrepl.);  2882184.  888 
Asklepioskopf  2914/15  (Repl.).  889  „Pollux“ 
2052/53.  975Suovetaurilienrel.(dee  Ahenobarbus) 
2834.  1096  Suovetaurilienrel.  (von  San  Marco) 
2834.  1147  W.  Büste  2419/20.  1212  Togastatue 
(erg.  Augustus)  2667.  1264  Domitian  2876/77. 

1340  (Fr.  334)  Rcl.  (von  H em kiest hron ?)  2577. 
1358  Ägypt.  Priester  2634/35 . 1394  Ganymed, 
von  der  Incantada  in  Saloniki  2545/46 . 1544  Isia- 
pricsterin  2400.  1612  Borghcsisehe  Tänzerinnen, 
Rel.  2577.  1662  (Fr.  337)  Rel.  (von  Satumthmn  ?) 
2577 . 2119  Sarkophag  aus  Saloniki  2461/64. 

2219  W.  Gewandstatuc  1507.  2265  Knäbchen 
im  Mantel  2726.  2463  Oseillum  1894/95.  2716 
„Tranquillina“  2716  (Repl.).  3070  Athena  (Me- 
dici) 1730. 

(Froehner,  Notice)  213  Bärtiger  Kopf  1649150. 


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17  Parma 


Apollon  1626.  W.  Kopf  2048  40.  Panzerstatue  1821. 

Hochrelief  273$  40.  Relief,  Tänzerinnen  2000. 
Photographie  Giruudon  1003  Dreiseitige  Basis 
2481/83  (Repl.).  1 176  Frauentorso  aus  Milet  1825. 

1 183  Herakles -Statue  2093.  1288  M.  Statue  1813. 
1369  M.  Statue  1813.  1388  W.  Gewandstatue 
1801.  1397  W.  Gewandstatue  2911. 
Narkissostorso,  Gips  2552  53. 

BlHLIOTIlfcyUE  NATIONALE,  Bronxen:  !H. 
432  33  Knaben  aus  Blüten  aufsteigeml  1954  r. 
853  Bronz«*Htatuette  Sitzender  Sophokles  1610. 
£67  lsispriester  ? 1941,  43.  3 RH  Sitzender.  Silber- 
statuette aus  Bordeaux  1610. 

Mt'StöE  GUIMET:  Asklepiosstatue  2789  (Rcpl.). 
PRIVATBESITZ:  (Coli.  Level)  Herakleaherme. 
roter  Marmor  1889. 

Parma. 

GALLERIE:  Dütschke  957  Herakles,  Basalt  (vom 
Palatin)  2847:51. 

Paros. 

PRIVATBESITZ:  Nike  2395  98. 

Petworth. 

(Mich.)  73  Aphrodite,  Kopf  2861(62. 

Philadelphia. 

Gruppe  des  Dionysos  mit  Löwen  2009. 

Pisa. 

Dütschke  1«.  Weibl.  Kopf  (200-  201)  2171(72. 
PolUna  (am  Vesuv). 

VILLA  SANTANGELO:  Repl.  der  Münchener 
Spinnerin  2945! 48. 

Pompei. 

Nuovi  Scavi:  Musen  2802(03. 

Ravenna. 

ARCTVESCOVADÖ:  Reliefs  von  Ceres  ? -Thron 
2577.  Rel.  von  Götterthron  2577.  Rel.  4 weibl. 
Figuren  2577.  Rel.  mit  K alathiakost&nzerin  2577. 
SAN  VITALE:  Reliefs  von  Neptunthron  2577. 

Rieti. 

MARCHESE  FRAN.  C AN  ALI:  (VII  Sp.  41  42) 
s.  unter  Kopenhagen,  Ny  Carlsberg  413,  414  b, 
597  a. 

Ritninl. 

MUSEO  ARCHEOLOG1CO:  Priapherme  I960. 
Doppelherme  1961  62;  2348(50.  Weibl.  Kopf 
1963/64.  Grabrel.  1965,  Terrakottarcl.  Dionysos 
mit  Mädchen  I960. 


— Rom  18 

Rom. 

VILLA  ALBANI  (Katal.  Visconti):  1«,  24.  91,  97 
Karyatiden  2508111.  03  Herme  2171/72.  106  Satyr 
mit  Dionysoskind  auf  den  Schultern  1570(71.  317 
Stephanosfigur,  Repl.  (1993)  2127(28. 596  Hermes- 
stat  ue  < 1 1 02 ) 2223.  Dieser  Statue  aufgesetzt  Kopf  - 
repl.  Hermes  (Ludovisi)  (1103,04)  2110(11.  604 
Ares  (1009)  27112.  6«2  Artemisstat  ue  >112  13.  678 
Eroa-Statuette  189«.  711  Weibl.  KopI(112122) 
1993.  74» Sogen.  Sappho  1S07;  1732  33.  8!«  (!) 
Neuattische  Reliefplatten  1683(86.  906  Stephanus- 
figur  Repl.  2258.  948  Neuattisches  Rel.  1688. 
967  Rel.  mit  Kalathiskost&nzcrin  2577.  977  Rel. 
mit  Dreifußraub  (nicht  Neapel!)  Vll.  Sp.24x. 
982  Neuatt.  Rel.,  Nymphen  u.  Silen,  Vll  Sp.  24  y. 
1011  Relief.  Ganymed  1948. 

Port  rät  köpf  1844/45.  Hygieia  (Hope)  2348(50. 
PALAZZO  ALDOBRANDINI : .Jünglingsstatur 

(1354)  2332. 

ISTITUTO  DI  SAN  ALESSIO:  Statuette,  Erosm. 
Maske  1806. 

PALAZZO  ALTEMPS:  (M.-D.)  58  Asklepios  mit 
aufgesetztem  Porträtkopf  2368  70.  124  Kolossale 
nackte  Sitzfigur  2372.  512  Mänade,  Kolossal- 
figur 1993  (Sp.  46);  2338;  2373  75.  1083  Nackte 
männl.  Statue  2371.  1365  VV.  Gewandstatue 

2377 '79.  1381  Weibl.  (kiwandstatue  2376. 

1745  Anakreon,  Kopf  2380  81. 

SAMMLG.  W.  AMKLUNG:  Bärtiger  Götterkopf 

i 1832  33. 

PALAZZO  BAKBER1N1:  (M.-D.)  36  Sarapisknpl 
2917.  51  Statuettengrappe  Asklepios  u.  Hygieia 
2914' 15.  94  Heraklesstatue  2891.  95  Herakles- 
statuette  2885.  182  Apoll  (Mantua)  Kopfrepl. 

2912  13.  186  Männl.  Statue  2893.  189  Knabentorso 
2892.  594  Knabentoreo  291 1.  610  Demeter  2902. 
648  Athena  2918.  667  Isis  2895.  700  Artemis, 
Statuette  2904  . 832  Höre  2909.  880  Fortnna- 
statuette  2901.  975  Narkissos  (Polyklei)  2890. 
1094  Laufender  Gallier  2894.  1111  Knabenstatue 
(Weetmacott),  Kopf  2886  89.  1177  Sitzender 

Grieche»  Statuette  2925.  1276  Toga  tu*  2929. 
1323  Ares  (Borghese)  mit  Kopf  „Alkibiades“ 
2882/84.  1388  Weibl.  Gewandstatue  2898.  1388 
Fortuna?  2908.  1394  Weibl.  Gewandstatue 

2899/2900.  1446  Weibl.  Gewandstatue  2910. 

1488  Weibl.  Gewandstatue  (als  Urania  ergänzt) 
2905.  1500?  Weibl.  Gewandstatue  2896.  1506 
Weibl.  Gewandstatue  2907.  1508  Hygieia  (Hope' 
2897.  1546  Weibl.  Gewandstatue  2903.  1553 
Mädchenstatue  2906.  1675  Jünglingskopf  2916. 
1697  Jugendlicher  Kopf  mit  Stirnbinde  2920  22. 
1740  Asklepioshenne  2914/15.  1777  Römer,  Kopf 


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19 


Rom 


20 


2930/31.  2006  VVeibl.  Kopf,  archaistisch  2923  24. 
2074  Römerin,  Kopf  2932.  2143  Römerin,  Büste 
2933.  3543  Römisches  Relief  mit  Schiff  2936. 
3581  BacchischesRel.-Fragm.2934.  3666  Marmor- 
gefäß  2935.  3885  Grabrel.  (C.  Rubrius  Urbanus) 
2938.  3912  Grabstein  (Cbminia  Tychc)  2937. 

3926  Grabaltar  (P.  EgnatiuB  Nicephorus)  2940. 
(Nicht  bei  M.-D.):  Jugendlicher  Kopf  mit  Stim- 
binde  2919.  Clipeus  2939.  Männl.  Porträt  mit 
Kopftuch  2926. 27. 

MUSEO  BARRACCO:  (fatal.  1910)  94  Athenakopf 
2035/37.  100  Apoll  2701.  107  Diadumenonkopf, 
polykletisch  1578/84.  109  Athlet  mit  Hand  auf 
dem  Hintern  2236/37  (Kopfrcpl.).  114  Doppel- 
herme  2348/50.  115,  1 1 6 Hydrophorenstatuetten 
1999/2000.  159  Jünglingskopf  (222  24  ) 2042/43 
(Repl.).  166  Fragment  einer  Muse  1568. 
169  Fragment  eine«  Marmorkraters  1920.  177 
Priapmaske  1786187. 

(Helbig)  pl.  LXIX  Mädehenkopf  2250/51. 
PALAZZO  BORGHESE:  Dionysos  (486)  2382 
(Repl.). 

VILLA  BORGHESE:  Casino. 

Vcslibolo : 2 Apollo  sitzend.  Torso  2701.  3 Männl. 
Tons.»  2702.  4 I^eda-Nemesis  2703.  8 Athena 
Parthenon,  Torso  2704.  9 Männl.  Torso  mit 
Chlamys  und  Schwertband  2705.  12  Herakles- 
statuc  2706.  15  Männl.  Torso  2707.  16  Männl. 
Torso  2708.  23  Polyklet.  Narkissos,  Oberteil  2709. 
27  Sitzender  Kaiser,  Torso  2710.  29  Jünglings- 
torso  2711. 

Erdgeschoss  : Salone.  36  Satyrstatue,  kolossal  2712. 
39  Prinzenstatue  2713.  40  Meleager  2714. 

41  Togastatue  mit  Augustuskopf  2715.  44  Rö- 
merin, Statue  2716.  45  Satyrstatue  2717. 

I.  Zimmer:  56  VVeibl.  Statue  2718.  61  Pasiphae- 

Sarkophag,  Nebenseite  2719.  63  Apollonkopf 

2720/21.  64  Aias  und  Kassandra.  Rel.  2722. 

65  KnAbehen  in  Mantel  2723;  2726;  2756  (Repl.). 

66  Frauenstatue,  archaistisch  2724.  68  Frauen- 
statue 2725,  69  Knäbchen  in  Mantel  2726  (s.  auch 
2723).  71  Artemis  Kurotrophoe,  Rel.  2727. 

II.  Zimmer:  85  Aphrodite,  Kopf  2728/29;  2747/48 
(Repl.).  86  B&rt.  Herakles,  Hüftherme  2730. 
91  Tellus,  Brustbild  2731. 

III.  Zimmer:  107  Brunnenschmuck  2732.  113  Ge- 
fesselter Knabe  2733.  1 14  Herakles,  Statue  2734. 
1 1 5 Knabe  mit  Vogel  2735.  1 1 7 Kopf  der  Apollon- 
statue 2736/37;  2096.  120  Weibl.  7 Kolossalkopf 
2738/40.  122  Herakles  (132)  2793.  123  Artemis- 
statuette 2741;  2800  (Repl.).  126  Artemis  2840. 

IV.  Zimmer:  129ArtemiB,  Statue  2742.  137  Artemis, 
Statue  2743.  161  „Amymone“  2744. 


V.  Zimmer:  HW  VVeibl.  Figur  2745;  228990. 

170  Nymphe  mit  Muschel  2746;  2765.  174  Aphro- 
ditekopf 2747  48.  177  SandAlenlösende  Aphro- 
dite 2749.  180  Knabcntoreo,  Brunnenfigur  2750. 

VI.  Zimmer:  183  Athcnastatue  2751;  2766. 

186  VVeibl.  Knlossalkopf  2752/53.  191  Beckcn- 
trägerin  2754.  193  Leda  2755  ; 2703.  194  Knabe 
im  Mantel  2756.  195  Mädchenstut  ue  2757/59. 
199  Asklepios  mit  Telesphoros  2760. 

VII.  Zimmer:  200  Kopf  der  Statue  „Satyr  utif 
Delphin  reitend“  2761/62.  201  Bacchantin  2763. 
203  Paris,  Statue  2764.  215  Aphrodite,  Statue 
2765;  2746.  217  Athenastatue  2766. 

VIII.  Zimmer:  225  Kopf  von  Maray&sstatue 

2767/68.  227  Männl.  Sitzbild  2769.  233  Sarapis 
2770.  241  Gruppe,  sitzender  Mann  und  kleine« 
Mädchen  2771. 

/.  Stock : 258  Große  Herkulanenscrin  2772.  260  Kin- 
derkopf 2773  74.  261  Herakles  Farnese  2775  77. 
262  VVeibl.  Gewandstatue  2778.  245  Kampfgruppe 
2779/81.  250  Gruppe,  Ares  und  Aphrodite  2782. 
252  Knabe.  Bronze  2783.  257  VVeibl.  Kopf  2784. 
j VILLA  BORGHESE:  PARK:  (M.-D.)  10  Zeuskopf 
X Sp.  56;  2790,95.  56  Asklepios,  Kolossalstatue 
2789.  78  Asklepios  X Sp.  55.  2786/87 . 84  ( ?)  As- 
klepios,  Stat  uette  2866.  84  (?)  Asklepios,  Statuette 
X Sp.  55.  278. 5.  106  Herakle»  2793.  128  Herakles 
X Sp.  56,  2789.  170  Hermes  X Sp.  56.  27S9. 
220  Apollo  X Sp.  56.  2790/95.  227  Apollo  X 
j Sp.  56,  2789.  321.  326  Hermen  X Sp.  55,  2788. 
384  Dionysos  X Sp.  55,  2788.  492  Pan  X Sp.  56, 
2789.  509  Kind  mit  Früchten  X Sp.  59, 2797/2896. 
526  Eros  sitzend  X Sp.  56,  2789.  670  Artemis 
X Sp.  56,  2789.  682  Artemis  X Sp.  56,  2789. 

I 694  Artemis,  Statuette  2798.  704  Artemis  2801. 
737  Aphrodite  X Sp.  56,  2790:95.  825  Muse 
(Anchirrhoe)  2602/03  ; 2878.  844  Hermaphrodit 
oder  Priap?  X Sp.  59,  2797/2805.  847  VVeibl. 
Peplosfigur  2786  87.  864  Hygieia  X Sp.  56,  2789. 
911  Kopf  mit  plirygiseher  Haube  2869 '70. 
922  NikeX  Sp.  56,  2789.  923  NikeX  Sp.56,  2789. 
95*0  Nackte  männl.  Figur  X Sp.  56,  2789.  990  a 
Nackte  männl.  Figur  X Sp.  56,  2789.  1070  Nackte 
inännl.  Statue  X Sp.  56,  2788.  1079  Schreitende 
männl.  Figur  X Sp.  56,  2789.  1153  (?)  Kind 
X Sp.  60,  2869/77.  1224  Togafigur  X Sp.  56, 
I 2790 i 95.  1290  Togatus  2785;  2838/39.  1300  To- 

ga tu«  X Sp.  59,  2809/10.  1301  Togatus  2835  37; 
2786;  2868(39;  X Sp.  59,  2809/10.  1302  Togatus 
2838,39;  X Sp.  59,  2809/10.  1303  Togatus  X 
Sp.  59,  2809/10.  L383  Weibl.  Gewnndstatue 

X Sp.  56,  2788.  1411  VVeibl.  sitzende  Figur 
X Sp.  56.  2789.  1422  VVeibl.  Mantelfigur  2800. 


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21 


Rom 


22 


14AU  „Polyhymnia“  2794.  1451  Klein«*  Her- 

kulanettscrin  2795.  1459  Weibl.  Gewandstatue 
2801  62.  1465  Weibl.  Gewandstatue  X Sp.  56, 
2788,  1514  Muse  2790.  1534  „Münchener  ♦Spin- 
nerin“, Rcpl.  X Sp.  55,  2786/87  ; 294848. 
1560  Weibl.  Gewandfigur  X Sp.  56,  2789.  2226 
Sarkophagdcckcl  2804  oben  rechte.  2339  Sar- 
kophagfragment  2804  unten  links.  2374  Artemis. 
Torso  2797.  2453  Sarkophag  des  Prosencte« 

X Sp.  55,  2788.  4028  Weibl.  Gewandstat  nette 
2805  links.  4029  Relief  X Sp.  59,  2797  2808. 

(Ohne  M.-I).- Nummern)  Männl.  Torso  2788.  Ale- 
xander Severus.  Büste  2791  92.  Grabnltar  des 
Sextus  Pediua  Hirrutus  2796.  Artemis,  Statuette 
2799.  Artemis,  Statuette  2800  ; 2741.  Apollo- 
statue,  Fragm.  2804  unten  rechts.  Kleine« 
Gruppen -Fragm.  2804  oben  links,  Sarkophag 
Fragm.  2805  Mitte.  Relief,  Fragm.  2805  rechts. 
Römisch,  historisches  Relief.  Fragm.  2807;  2884. 
Konstant  mische#  Kolossal  porträt  2808.  Eie- 
fantenprotome  2809  10.  Bacehiaeher  Idealkopf 
2811.  Männlicher  Idealkopf  2812.  Weibl.  Por- 
trät, röm.  2813.  Weibl.  Porträt,  röm.  281415. 
Männl.  Porträt,  röm.  2816.  Weibl.  Porträt,  röm., 
2817  18.  Männl.  Porträt,  röm.  2819  20.  Weibl. 
Porträt,  röm.  2821  22.  Herme  oder  Tolamon  ? 
2823  25.  Männl.  Porträt,  röm.  2826  27.  Griech. 
Idenlkopf  2828  30.  Weibl.  Idealkopf  2831.  Weibl. 
Porträt,  röm.  2832  33.  Relieffragment  mit  öpfer- 
acen©  2834.  Weibl.  Mantelfigur  2840.  Euterpe 
2841.  Ceres  2842.  Ceres  2843.  Weibl.  Mantelfigur 
2844.  Rechteckige  Ara  2845  46.  Herakles  2847  bis 
2851 ; 2887; 88.  Apollo.  Torso  2852.  Weibl.  Figur, 
(Typ  der  Elektra.  Neapel) 2853.  Artemis (Colonna) 
2854;  2840.  Hermes  2855  56.  Marsvaa  (Ag- 
ram) 2857/58.  Griech.  Porträt  2859  60.  Ceres 
2863/64.  Muse  ? 2865;  2798.  Daker,  Statue  2867. 
Grabultur  mit  Inschrift  2868.  Bärtiger  Kopf 
2871 ; 2866.  Männl.  Porträt,  röm.  2872 >78.  Relief- 
fragment 2874.  Relieffragment  2875.  Ideali- 
siertes Porträt,  röm.  2876.77.  Muse  2878.  Apol- 
lon, Statue  2879.  Männl.  Statue,  archaisch  2880. 
Athlet,  sich  salbend  2881 ; 2838  87.  Porträt,  Zeit 
des  Commodus  X Sp.  59.  281 1118.  G riech.  Por- 
trät, Philosoph  ? X Sp.  59,  2834.  Männl.  Porträt, 
röm.,  X Sp.  59,  2834.  Periboetos,  Rcpl.  X Sp.  60, 
2844162.  Priapstatuc.  Fragm.  X Sp.  60,  2844)62. 
Relief,  Stieropfer  X Sp.  60,  2867/68.  Satyr  X 
Sp.  60,  2878/79. 

PALAZZO  CAETANI:  (M.-D.)  797  Aphroditekopf 
1993  (Sp.  45).  1673  Jünglingskopf  2042,43. 

EHEM.  PALAZZO  CAMUCCINI:  (M.-D.)  1285  To- 
gatus,  Statuette  2324. 


STUDIO  CAN0VA:  (M.-D.)  3558  Fragm.  eine« 
griech.  Grabrel.  2392. 

CAPITOL:  (Cutal.  Stuart  Jones). 

Corlite : 7,  20,  Bärtige  Hermen  2168/66. 
Stanzeterrene  adritta:  1,1.  Basis 22 1811 7.  III.  1.  Sar- 
kophag. Achill  und  Lykom«leat<Vhter2Ä0i5rf(7r/s. 
Galleria:  5 Bogenspnnnender  Eros  1914.  22  Weibl. 
Kopf  2488  60.  49  Kopf  1818.  54  Aphrodite 

2896198. 

Sala  delle  Cotombe:  15  Röm.  w.  Porträt  2817/18. 

87  „Ariadne“,  Herme  (422  23)  2348,47;  2162/63. 
95  Weibl.  Porträt,  röm.  2814/18. 

Gabi netto  della  Venen:  1 Aphrodite  1534  36; 

1565/67  (Kopfrepl.)  2488/90  (Repl.). 

Stanza  degti  Imperator i : 11  C.  Cäsar,  Basalt,  modern 
2329. 

Stanza  dei  Fitosofi : 1 „Eubuleua“  2812  (Repl.). 
69  Kopf  (440)  2823/25.  80  Männl.  Porträt  2926  27. 
81  Männl.  Porträt,  Philosoph  1644  (Repl.). 

88  u.  90  Bärtiger  Grieche  1684  (Repl.).  94  Bärtige 
Herme  (443  44)  1649/50  (Repl.). 

Salone : 5 Asklepiosstatue  2117.  14  Togastatue, 
frührdrn.  2019.  17  „Sappho“  (Alhani)  mit  aufgen. 
Athenakopf  (449  51)  1641/42  (Kopfrepl.).  22  Alte 
Frau  2326/27  (Repl.  des  modernen  Kopfes). 
24  Demeter  (457  58)  1553  (Repl.).  34  Weibl. 
Gewands  tat  ue  1533.  36  Athen*  1724  30. 

Stanza  del  Fauna ; 15  Hcrakicahcrmo  2730  (Repl.). 

18  a und  b Araazoncnsarkophag  2805  rechts. 

19  Dionysos?  (464  (15)  Kopf  2811.  21  Ariadne? 
(466/67)  Kopf  2811. 

Stanza  del  Gladiatore : 2 „Juno“  (470/71)  1825.  5 So- 
gen. Ariadne  1878.  7 Apoll  Lykeio«  2492  (Repl.). 
ö „Innocenza“  2794.  12  „Antinous“  2794. 
CARACALLA-THERMEN:  Gruppe  des  Athamas 
und  Learehou  2941/42 » Kapitell  2894 • 

VILLA  CARPEGNA : (M.-D. ) 24  Bärtiger  Kopf  2394. 
VILLA  CA  SALI:  (M.-D.)  3704  Röm.  Sessel  2006. 
PALAZZO  COLONNA.  (M.-D.)  222  Kopf  der 
Statue  ( 1 140  41)  2242/44.  393  Dionysos  ( 1 1 42  43 ) 
1527/31.  821  „Anchirrboe“  (1150)  2802  03. 

828  a Aphrodite  1542.  3738  Relief  (1163)  2240, 
CONSERVATOREN  PALAST:  (CataL  Stuartjones). 
Primt)  Portico : 3 Mänade  1759. 

Secondo  Portico:  3.  7 Barbaren  2867. 

Scala:  II  Primo  Ripiano.  1 „Urania"  2389. 

Sala  dei  Trionfi:  3 Camillus  1773/74.  8 (?)  Büste 
über  der  Tür  2823/25. 

Sala  delle  Oche : 8 Satyr- Pa nmoske  2571. 

Galleria:  8 Gruppe.  Gigant  gegen  zwei  Satyrn 
1799/1800,  56  Weibl.  Statue  2485  87  (Kopfrepl.). 
Sala  degli  Orti  Lamiani : 3 Kentaurenkopf  2767/68. 
17  Oberteil  und  Kopf  einer  Frauenstatue  2458/60. 


Digitiz 


GooqI 


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Rom 


24 


SalaüegliOrti  Mtcenaziani : 2 Mänadenrelief  1683186, 
Sala  dei  Monument i arcaici:  7 „Spcs“  2724. 
Giaräino : 29  Marsyaa  2767,68.  34  Aphrodite  1542. 
Scala:  VI,  9 Aegyptischer  Priester  2634/35  (Repl.). 

11  Relief,  Apotheose  einer  Kaiserin  2403/05. 
Bacchiseher  Kopf  (478/79),  ehemals  Sala  d.  Arazzi 
3,  jetzt  Villa  Borghese,  Park  2811;  2119  20. 
PALAZZO  COR8ETT1:  (M.-D.)  1165  Gefehlter 
Knabe  2733  (ehemals  Palazzo  Coroetti). 
PALAZZO  CORSIXI : Marmorvase  mit  Lykurg  und 
Mänade  2722. 

COSTANZI : (M.-D.)  150  51  Kn&bchcn  in  Mantel 
2726. 

PALAZZO  DORIA:  (M.-D.)  20  Zeus-Pluton,  Kopf 
2302  08.  113  Herakles,  Kopf  2262  b.  188  Apol- 
lon 22157.  203  Apollonstatuette  2201.  245  Auf- 
gehängter Marsyaa  2270.  264  Ern«  2268.  317  Bär- 
tiger Dionysos  2282.  358  Dionysos  2280.  388  Dio- 
nysos. Statue  2283,85;  2262  a.  382  Dionysos, 
Statuette  2282  a.  574  Nil,  Statue  2279.  809  De- 
meter oder  Kore.  Statuette  2284.  871  Artemis, 
Statuette  2283.  875  Artemis,  Statue  2285.  727 
Aphrodite.  Statuette  2288  a.  750  Aphrodite, 
Statuette  2291.  788  Aphrodite,  Statuette  2292. 
845  Hermaphrodit  ? 2289  90;  2745.  988  a Widder 
mit  Odysseus  2281.  995  Jüngiingxstatiie  2258. 
Dionysoskopf  (2258  aufgesetzt)  2259.  1078 

Eilender  .Jüngling  2289.  1088  Krieger  VIII, 

Sp.  33,34.  1208  Alle*  Weib,  Statuette  2301. 

1387  Mädehenstatuette  2293/95.  1486  Muse. 

Statue  2300  ; 2878.  1487  Muse  229098;  2725 ; 
2906.  1484  Weibl.  Statuette  2287.  1542  Weib- 
liche Statuette  2288  b.  1811  .lugendlieher  Ken- 
taur 2271  72.  1808  Reimer,  Büste  2313.  1809 
Römer.  Kopf  2308.  1979  Römer,  Kopf  2309  lü. 
2032  ( ?)  Weibl.  Porträt,  röm.  2314.  2093  Ältere 
Faustina  2315.  3825  Grabrel.  (Gladiator  Baton) 
2324.  3872  Runde  Basis  oder  Altar  2320  22. 
3678  Putodl  2318  19.  3720  Trapezophor  2317. 
3788  Votivrelief  an  Silvan  2325.  3995  Aachen- 
behälter  2323. 

(ohne  Nummer)  Knalienstutue  2280.  Herakles 
2268.  Jünglingastatue  2273/78.  Artemis.  Statue 
2286.  Weibliehet*  Köpfchen  2299.  Jugendl.  männl. 
Idealkopf  2304.  Weibl.  Ideulkopf  2305/07. 
Römer,  Porträtkopf  2311.  Nero  als  Kind  2312. 
Weibl.  Perträtbüste,  röm.  2316.  Alte  Frau,  Kopf 
2328  27.  Römer.  Kopf  2328.  C.  Caesar,  Kopf  2329. 
Hadrian,  Kopf  2330.  Antoninus  Pius,  Kopf  2331. 
Sitzender  Grieche,  Kleobulos  (verschollen)  2925. 
VILLA  DORIA- PAM FI LI:  (M.-D.)  55  Asklepios, 
Statue  2333  35.  513  Maenade,  Statue  2338; 
2373(76;  1993.  575  Nil,  Statue  2338.  848  Weibl. 


Gewands  tatue  2337.  902  Kybele  (Pamfili) 

2345  47;  2461/64.  1105  Nackte  .lünglingsstatue 
2332.  1275  Togfttttl  2358.  1378  Weibl.  Gc wand- 
stat ue  2342.  1380  Athennatatue  2339.  1452  Zwei 
weibl.  (Jewandstatuen  2343  44.  1498  Weibl.  Ge- 
wandstatue 2340  41 ; 2AM0(Repl.).  2057  Römerin. 
Büste 2357.  3498 Relief  ( borghesische Tänzerinnen) 
2-577,  3810  DemoHthenesportrüt  2355/58.  3810 
Clipeus  mit  grieeh.  Porträt  2353  54.  3884  Runde 
Basis  2381/85.  3773  Votiv  nn  Jupiter  Bronton 
2359.  3774  Widder,  ReL  2380.  3802  Röm.  (Jrab- 
relief  2388. 

(ohne  Nummer)  Doppelherme  des  Eros  2348/50. 
Jünglingskopf  2351.  Weibl.  Kopf  2352.  Relief 
2387.  Doppelherme  (Eros -Aphrodite)  1646  48 
(Repl.).  Rel.  mit  vier  weibl.  Figuren  2577. 
Apoll  2852.  Muse  2878.  Clarac  981,  2519  c 
Aphrodite  (identisch  mit  Aphrodite  Odescalchi) 
2061 , Anm. 

PALAZZO  FARNESE:  (M.-D.)  3623  a Rel.-Frag- 
ment  (Provincia)  1819. 

FORUM:  Zimmer  am  Lacus  Juturnac:  Asklepios 
2054.  Bärtiger  Togatus  2055. 

TitiislK»gcn:  Liktoren  2876/77.  Schranken;  Suo- 
vetaurilienopfer  2834. 

GARTEN  DER  FRATRI  FRANClSCANI  Ml- 
NORl;  Alter  Hirt  1898. 

PALAZZO  GIUSTLNIANI:  (M.-D.)  679  Artemis 
2 7 99.  A pc dkm  28 5 2. 

VILLA  GIUST1NIANI:  (M.-D.)  Relief  mit  vier 
weibl.  Figuren  2677. 

EHEM.  SAMMLUNG  J ERICH  AU:  Hygieia  IX 
Sp.  49  (Repl.). 

MUSEO  KIRCHERIANO:  Inv.  3925  Weibl.  Kopf, 
Basalt  (modern  ?)  1752  33.  Inv.  3953  Kandelaber- 
boais  mit  Eroten  2481/83  (Repl.). 

KONSTANTINSBOGEN:  Reliefs  2807  ; 2834; 
2835  37.  Barbaren  2867. 

VILLA  LANTE  (HELBIG):  Windgott  (Reliefkopf) 
2044.  Viktoria  7 Re  lief  köpf  2045. 

LATERAN : (Benndorf- Schöne).  6 Weibl.  Statuette 
2101/03.  45  Weibl.  Kopf  2104  05.  46  Torso 
(Stephanosfigur)  2108/07.  48  M&nnl.  Torso 

2108/09.  49  Herme*  Ludovisi  2110/11.  52  Ar- 
temistorso  2112  13.  53  J ünglingstorso  2114. 

70  Weibl.  Kopf  211546.  85  Asklepios?  Kopf 
2117.  89  Mannl.  Torso  2118.  98  Bacchiseher 
Kopf  2119  20.  101  Paniske.  Kopf  2121/22. 

115  Relief,  (Practorianer- Signum)  2123.  138  a 
Torso  der  Niobidentrophos  2124.  142  Jugendl. 
Kopf  2125/26.  157  Stephanosfigur  (Kopf repl.) 

2127/28.  206  Tiberius,  Kolossalstatue  2710 

2 


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25 


Hora 


26 


(Torso,  Repl.).  214  15  Liegende  Silcne  2129/30. 
210  Satyrkopf  2131  32.  222  Römerin,  »Statue* 
2133.  220  Jugendl.  Dionysos,  Statue  2134. 

228  Jünglingsknpf  strengen  Stils  2133  30. 
220  Statue,  jugendl.  Dionysos  2137.  234  Männl. 
Gewandtorm»  2138.  253  Jünglingskopf  2130  40. 
254  Athlet  (Westmacott)  Kopfrepl.  2141  42. 
258  Köm.  hist.  Relief  (Frgmte.)  2143  u.  2145. 
203  Hurtiges  Porträt  2144.  20(5  Köm.  hist.  Relief 
2143  u.  2145.  267  Weibl.  Ton»  2146.  271  Jugendl. 
Kopf  2147/48.  273  Satynnädchen,  Kopf  2140. 
274  Weibl.  Kopf  2150/51.  275  Satyrkopf  2152. 
27«  Nymphe.  Kopf  2153;  264143.  277  Coa- 
»utius-Pan,  Kopfrepl.  2154,55.  2H3  Sarkophag- 
fragm.  215«.  205  Weibl.  Kopf  2157  58.  302  Hart. 
Grieche,  Herme  2150  «0.  307  Un bärtiger  Römer 
21441 . 313  Weibl.  Kopf  21  «2  63.  336  ff.  Haterier- 
grnb  2246;  2234.  363  Herakles  als  Kind.  Kopf 
2164.  374  Hart.  Herme  2165  66;  165637; 

2167168 ; 2169(70.  378  Apollon,  Herme  2167/68; 
2162  63;  1656  57  380  Bärtige  Herme  2160  70; 
2165  66;  1656  57.  382  Bärtiger  Götterkopf  i 

2171  72.  383  Bart.  Kopf  2173  74.  388  Ammon-  j 
köpf  2175  76;  2234  35.  389  Bart.  Kopf  2177/78. 
301  Bart.  Herme  2179  80;  2165166.  305  »Jüngling.  1 
Herme  21HI  82.  :1»7  Bart.  Herme  21*1  ■84. 

308  Nereide  auf  Seedrachen,  Fragm.  2185.  I 
400  Sarapiskopf  2186.  401  Gruppe  Eros- Psyche,  | 
Fragm.  2187.  402  Rel.  m.  Heraklestaten  2188.  | 
403  Weibl.  Kopf  mit  Mauerkrone  2180.  405  Sa-  I 
rapis,  Doppelhenne  2100  01;  234*  30.  407  Dop-  [ 
pelherme  (archaistische  Köpfe)  2102  94;  2348(50. 
408  »Sarkophag.  Triumph  des  Bacchus  2809(10. 
410  Kcntaureukampf.  Relieffragm.  210.5.  412 

Nackte  Jünglingsstatue  2106.  41«  Zwei  Kinder. 
Gruppe,  Fragm.  2107.  417  »Silen.  Torso  2108. 
420  Apoll-Daphne,  Gruppe?  Fragm.  2199.  425 
Bö  ck  ehe  nt  ragender  Satyr.  Herme  2200.  420  Sit- 
zende Frau,  Statuette  2201.  432.  435  Kopflose 
hacchischc  Hermen  2202  03.  430  b Niedrige  kan- 
nelierte Säule  2204  unten.  430  Cy  linderförmiger 
Gegenstand  2204  oben.  442  Muse.  Torso  2205. 
444  Weibl.  Kopf  2206/07.  445  Männl.  Torso 
2208.  447  Weibl.  Kopf  2200  10.  440,  452 

»Stirnziegel  2211/12.  453  Statue  (C.  Caelius 

Satiiminus)  2213.  445  Kindersarkophag  2214 

oben.  454  Köm.  Grabrelief  2214  Mitte.  448  a ^ 
Architekturfragment 2214  unten.  466  Stirnstiegel  i 
2211  12.  450  Ara  Giustiniani  2215  17.  460  Kan- 
delaberbasis 2218  20.  4«l  Männl.  Torso  2221. 
468  Stimziegel  2211  12.  471  Stimziegel  2211/12. 
472  Männl.  Torso  2222.  47 5 Männl.  Torrn»  2223. 
476  Relief f rüg u».  2224.  482  Relieffragm.  2226. 


484  »StatuettengnipiN*.  Fragm.  2227.  485  düng- 
lingskopf  2228/30.  4>6  Rel. -Fragm.  (^ornrion) 
2231.  487  Weibl.  Idealkopf  2232/33.  480  Dio- 
nysos, Hermenbüste  2234/35.  491  Jugendl.  Her 
menbüste  2236  37.  405  Linker  Arm,  Statuen* 
fragm.  22.ai8.  407  Weibl.  Statue.  Fragm.  2230. 
«515  Hellenistisches  Reliefbild  2240;  2241.  510  Re- 
lieffragm. 2241.  .522  Hellenistisches  Reliefbild, 
Fragm.  2241.  523  Weibl.  Gewandstatue  m.  As- 
klepioskopf  2242/44.  532  Weibl.  Porträtstatue, 
röm.  2245.  .535  Rel.  mit  Porträt  (Caltilier)  2246. 
530  Hermes  als  Kind,  Kopf  2247 '48.  540  Kinder- 
köpfchen 2240  rechts.  542  Priapkopf  2240  link». 
544  Mädchenkopf  2250  51.  545  Röm.  Ritter. 
Grnbrel.  22.52.  547  Attiskopf  2253.  567  Relief - 
porträt  (Caltilier)  2254.  568  Grabrelief  2255. 
570  Grabrel.  (Ixdlius  Liberali»)  2256. 

(nicht  bei  B.-S.)  Männl.  Torso  2225.  Mithras- 
köpf  2240  Mitte.  Helioskopf  2257. 

(M.-I).)  3499  Relief  mit  KaUthiskcwtänzcrinnen 
2577. 

PALAZZO  LAZZERON1:  Alter  Hirt,  Statuette 
(1171)  1898. 

VILLA  LECCA : Hermesstatue  mit  Porträt  köpf 

2058(60 ; 2855  56. 

VILLA  MADAMA:  (ehemals  am  Eingang  des 
1.  Casino)  Musenstatue  1993,  5. 

MALDUR A (Via  Quattr.  Font.  l()0):Nymphe  19/0». 
PALAZZO  MAKGHER1TA  (Catal.  Schreiber,  Die 
ant.  Bildw.  d.  Villa  Ludovisi):  137  Liegender 
Silen  2005;  2129  30.  146  a,  b Eirene  (Kephisodot) 
2076,  Kopf  2077  79;  2840.  147  weibl.  Statue 
2084  86.  212  »Sarkophag  2100.  243  Sitzender 
Mann  2092/03.  244  Sitzender  Mann  2080  00. 
245  Sitzender  Mann  2001.  290  Aphrodite- Statue 
2081/82;  1542  B,  10;  Kopf  20811;  2596  98. 

311  Weibl.  Gewandstatue  2098. 

(nicht  bei  Schreiber)  Weibl.  Torso,  kurz  gewandet 
2074.  Mädchenstatue  207.5.  Venus  (Arles)  2080 
(Unterkörpern*  pl.).  Kora,  Statue  2087.  Ap<4lon 
sitzend  2088.  Artemis  2006.  Togatus  2097. 
Altar  2000. 

PALAZZO  MASSIMI  ALLE  COLONNE:  (M  D.) 
52  Asklepios  mit  Telesphoros  2054.  1080  Nackter 
Jüngling  2052/53.  1288  Römer,  Statue  2055. 

1610  Löwe  2056.  .3870  Relief  mit  Fasees  2057. 
PALAZZO  MATTEI;  (M.-D.)  1005  Duypboros 
2(166.  1024  Apollon  Lykeioe  2069.  1025  Salber 
(Dresden)  2068.  1037  Diadumeno*  2067.  1 324 
Männl.  Torso  1813.  2755  Relief  1896. 
Verschollene  »Satyrstatue  1585(87. 

VILLA  MEDICI : (M.-D.)  1689  Bärtig«»  H«*rrae 
1656/57  (Repl.). 


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27  Rom  28 


MENGARINI:  Artemis,  Torso  2682.  Hermeskopf 
2683/84*  Einschenkender  Satyr,  IX  Sp.  -19 
(Repl.). 

MONTE  VERDE:  (138/39)  Eroe  1046  4S  (Repl.). 

(147  48)  Aphrodite- Kopf  1876. 

MUSEO  MUSSOLINI  (enthält  unter  anderem  die 
Skulpturen  des  ehemaligen  ..Auditorium  des  Mä- 
cenaa“,  des  „Orto  botanico“  und  „Mitgazzino  Cüo- 
munale“).  Otal.  Boceoni,  Musei  Uapitolini, 
S.  275  ff.,  Nuovo  Museo): 

Sala  III : 11  Priap,  archaisierend.  2096;  1769. 
Sala  V : tt  Salber,  ursprünglich  Villa  Borghese, 
2881. 

Sala  V:  13  Attisches  Votivrelief,  Pragm.  2054). 
Sala  VIII : 8 Archaische  männl.  Statue.  Ursprung). 
Villa  Borghese  2880. 

Sala  VIII : 13  Dmmedmkopf  (809/10)  1659162. 
(M.-D.)  384  Dionysos  2788. 

Weibl.  Kopf,  Fragm.  2048/49.  Metope,  Fragm. 
2051. 

Alter  Hirt  ? 1898.  Torso,  den  Figuren  des  attali- 
schen  Wcihgeachenks  verwandt  1884  85.  Sitzende 
Muse  1 565,167 . Muse  1568.  Muse  (Polyhymnia) 
1993 , 4;  2794.  Muse.  Fragm.  1993.  4 (jetzt  Villa 
Borghese,  Park,  oben  2885).  „Elektra“  2853 . 
Stehende*«  Mädchen,  Statuette  2<MH.  Kniende* 
Mädchen.  Statuette  2047. 

VILLA  NEGRON1 : Relief  mit  Guirlandent&nzc- 
rinnen  2577. 

PALAZZO  ODESCAIjCHI:  (M.-D.)  108  Männl. 
Statue  (ergänzt  Herakles)  2082.  605  Aphrodite 
(Valentini)  2061;  2386*88.  1010  Jünglingsstatue 
2063.  1028  Männl.  Kolossnlatatue  2058  80; 

165962. 

Jünglingsstatue  2064.  Jünglingsstatue  2065. 
PALATIN:  (M.-D*)  1663  Jünglingskopf  2070  71. 

1669  Jünglingskopf  2072  73. 

EHEM.  VILLA  PATR1Z1:  Eirene  (Kephisodot) 
2076.  Relief  mit  Kalathiskoatänzerinnen  2577. 
Ehemals  Familie  Patrizi  (Via  Margutta  53  B) 
Männl.  Gewandstatue,  griwh.  (jetzt  Kopenhagen 
Ny-C’arÜH*rg  409  a)  2393. 

(M.-D.)  1055  Hermes  ( ?),  Statue  (134)  1794. 
PINCIO:  Asklepio«  (sitzend)  2089  90. 

PALAZZO  ROSPIGUOSI:  M.-D.  622,  Athen* 
2146;  2766. 

TURM  DES  SENATORENPALASTES:  Artemis 
1815. 

PALAZZO  SPADA:  (M.-D.)  1166  Knabe  mit 
I*öw’enfell  2726  (Kopf repl.).  1174  Sitzender  Ari- 
stippos  1568. 

Knäbvhen  im  Mantel  2726. 


MUSEO  NAZIONALE  DELLE  TERME  (Catal. 
Paribeni 4):  14  Grahgobäude  (aus  Chieti)  2007  08. 
17  Grabgeb&ude  (SuipieiA  Platorina)  2337. 
39  ( ?)  Vestalin  2898.  40  Augustiis  (Via  Labicana) 
1605.  48  Hermes  Ludovisi  (270  71)  2!10fll , 
Kopfrepl.  57  Heraklesherme  1721.  64  Einschen- 
kender  Satyr  1986  90;  2852.  67  Juno  (Ludovisi) 
2659  60.  72  Ares  (Ludovisi)  2775  77.  74  Weibl. 
Gewandstatue  (265)  1506.  82  Hera  Kopf  (248/90) 
2999/3000.  1 24  Grabrelief  eines  rom.  Ritters  2252. 
15«  ( ?)  Nackte  Aphrodite  2292.  216  Asklepios- 
köpf  2242/44  (Repl.).  358  Archaistischer  Kopf 
2192/94.  372  Aphrodite  (Kyrene)  2975/78. 

| 462  Tiberbett-Apoll  1808  09.  463  Jünglingskopf 

2157  58.  468  Dionysos  (von  Tivoli)  1532;  1734. 
527  Apollonkopf  2465/66 (Repl.).  528  ( ?)  Jugendl. 
Krieger  Kopf  2035  37.  531  Dionvsoekind  1585 '87. 
534  Weibl.  Statuette  (nicht  Kiew,  Smlg.  Kanenko) 
1950.  588  Relicffmgm.  (Kopf  d.  sitzenden  Moire) 
2990;  1724/30.  643  ff.  Wagenlenkerhermen  2029. 
Inv.  1759  Weibl.  Gewandstatuette  1507. 

(ehern.  Ludovisi.  Katal.  Schreiber;  Vgl.  auch  Pal. 
Margherita.)  2 Muse  1568;  1993  (Sp.  52  Anm.). 
41  Sitzende  weibl.  Gewand«! h tue  2478  SO. 
Hygieia  Giustiniani  IX  Sp.  49  (Repl.). 

MUSEO  TORLONIA  (Catal.  Visconti):  6 Artemis 
2799.  7 Satyr  (tanzend ) 264 1 42.  9 Artemis  2904. 
21  Satyr  (tanzend)  2641/42.  34  Bärtige  Herme 
(Hermes)  1656/57.  48  Artemis  2799.  77  Sogen. 
Olympia«  2089/90.  93  Muse.  Kopf  1568/60. 

137  Weibl.  Kopf  1839/41  (Repl.).  l#0  Hel.  VII 
Sp,  24,  y.  151,  157  firuppc,  Satyr-Hermaphrodit 
tun  41.  163  Nymphe  2641/42.  188  Weibl.  Ge- 
wandstatue  2842.  218  Aphrodite  1542;  2841:42. 
228  Weibl.  < lewandstatue  2905.  274  Statue  2267. 
343  Porträt  2637/38.  362  Peplosfigur  2786/87. 
370  Apollo  2852.  412  Barbar  2867.  422  Herakle«- 
Sarkophag  2694.  467  Relief  2805  rechts.  488  Kopf 
2147  48.  497  Bärtiger  (iötterkopf  2411/12 (Repl.). 
509  Pompeji»  2637/38.  607  Sogen.  Aurelian  2816. 
491  (’  Marmi  UI  tav.  47)  Stephanoefigur.  Kopf, 
repl.  2127/28. 

TRAJ ANSSÄULE:  Drittletzte  Platte  2834. 
PALAZZO  VALENTIN!:  (M.-D.)  387  Iliony»*, 
Statue  2382.  606  Aphrodite  2386  88  ; 2061. 

631  Athena  2390.  771  Hermaphrodit  2383  85. 
1480  Weibl.  Gewandstatue  2389.  3797  Rom. 
Orabrel.  2381. 

BIBLIOTHECA  VALLICELLIANA : (M.-D.)  3876 
t'ippus  de«  L.  latrtiua  Anthus  2324.  Sitzi-nder 
Herakles  2694. 

i VATIKAN  (Katal.  Amclung):  Hraccio  Nuovn : 
9 Barliar  2867.  23  „Pudicitia"  1537 ; 2863/64. 


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29 


Rom  — Sevilla 


30 


24  Jünglingskopf  2135  36.  32  Satyr,  Kitzen« I 

X Sp.  60±tL  (Repl.).  38  Artemis.  Statuette  1816. 
4M  Trajan.  Büste  2796.  511  Weibl.  (Jewandstatue 
(MiKen.  Selene)  2512;  215>S  60.  H Frauenstatue 
2084  '86.  Fortuna  1826;  2901.  WZ  A Athen« 
2390.  lim  Nil  1952  (Kopf).  llü  Barbar  2861. 
127  Barbar  2867. 

G aller ia  Lapidar ia:  lila  Muse  2205. 

Museo  Chiaramonti : 5 Relief  1S17.  DJ  Fortuna 
(118«)  1516.  DIi  Athena  2766  (Repl.).  I Hl*  Poly- 
klet.  Kopf  2139  10.  174  B Muse  2878.  17« 

Xiohide  (laufend)  1911  13,  228  Herme  2202  03. 
2«7  Relief  (Guirlandentänzerin)  257  7.  297  Kopf 
2116  17  (Repl.).  356  Daker  2867.  40«  Satyr-  i 
köpf  2152.  448  Stimziegel  221 ! 12.  448  B u.  D , 
Kn&bchen  im  Mantel  2720.  475  Folyklet.  Kopf 
2139  40.  495  Bogenspannender  Krön  1911.  490 
Athena  2339.  535  (Jallierkopf  1*02  Q 7 . 544  Silen  j 
(Kopf)  2152  (Repl.);  2639  io.  580  Alte  Frau  I 
2301.  580  B u.  ('  Hermen  2202  03.  001  Weibl. 
Porträt-Kopf,  Kirn.  2 *21  22.  «2«  Mädchcnkopf 

177X  80.  630  Herakles  2891.  «55  Xarkissos 

2.552. 53  (Repl.).  603  Hvgieia  2075.  704  Odyweua 
2519  20.  708  Relief  2032. 

Giardino  dellu  Pigna:  1D5  Artemis.  Statuette  2711 
(Repl.);  2800  (Repl.).  223  Buhim  der  Antoninus- 
xtiule  2797  ; 2843.  233  Isis  1505.  335  Weibl.  Torso 
1553  (Repl.).  Weibl.  (Iewandatatue  1533. 
Belvedere:  Ui  Meleager  2711.  42  Aphrodite  2291. 
45  A2  Porträt  2353  51.  53  Sog.  Antinous  1585  87.  i 
112  Apoll  1813.  1020  Statue  einer  Höre  2438. 

Sala  degli  animult : 224  Hochrel.  28Q9  10. 

G aller  ia  deile  Statue : 251  Polyklet.  Kopf  (Hermes) 
2012;  2038  39.  255  Paria  2869  70.  25«  Herakles 
2891.  258  Statuen-Frngm.  1993.  2«7  Schnipp- 
eben  schlagender  Satyr  2915  44.  400  (Jewand- 
statue,  weibl,  1909.  401  Aufgesetzter  männl. 
Kopf  2812.  405  Beckent rügen n 2751.  409  Satyr 
1993.  414  Ariadne  1552;  1697.  417  Hermes 
1X55  56. 

Sala  dei  Bttsli ; 315  Schnippchen  schlagender  Satyr. 
Kopf  2913  11.  301  Alexander  »Severn«  2791  92. 
372  Porträt  1911  13. 

Gabi  netto  deile  Maschere:  425  Goethetänzerin  21718. 
432  Fauno  roaao  2913  11.  433  Aphrodite  1936:38. 
438  Bncchisches  Relief  1689.  443  Apollon 

(Adonis)  272A1L 

Loggia  Scoperta:  111  Relief  2100. 

Sala  deile  Muse : 491  Silen  2152  (Repl.). 
Musengnippc  1532  links;  1568. 

499  Melpomene  1 621  23  4 Kopf);  1995.  2 (Kopf- 
repl.).  503  Thalia  1557.  504  Urania  2841 ; 2*61  62. 
505  Klio  2831;  1561;  1993  (Sp.  52],  508  Poly- 


hymnia  1532  links;  1993  (Sp.  49  Repl..  »Sp.  52 
Kopf);  iZJl  51 1 Erato  2121.  515  Kalliope  1564. 
51«  Apoll  Kitharöde  1911.13;  2797.  517  Ter- 
psichnre  1563;  1993  (Sp.  52*  Anm.  Repl.). 

Sala  Rotoilda:  539  Zeus  (Otrieoli)  2519  20.  544 
Bronze-Herakles  2225  ; 2847  51. 

Sala  delta  croce  greca:  564  L.  Venu*  1813.  571  Muse, 
Statuette  1993. 

Sala  delta  Biga:  «07  Weibl.  (Jewandstatue  2842; 

2910.  «08  „Sardanapal“  1624  25. 

G aller  ia  dei  Candelabri : 21  Marmorvaac  (mit  Ly- 
kurg u.  Mänade)  2722.  2H  Torso  (gefesselter 
Knabe)  2733.  Dl  Ähnl.  Torso  2733.  111  Artemis 
ULI  rechts.  134  a Puteal  1690  93.  148  Satyr 
mit  Dionysosknaben  157Q  ; /,  181  Xeuattisehe 
Basis  248  1 83  (Repl.).  182  Musenstntuette  1993 
( Sp.  52*  Anm.).  184  Antiorhia  ( Kutyehides)  2529. 
200  ApoUonotatuc  1759;  2096.  232  Marmorgefäß 
2935.  209  c Perser  (vom  Attalischcn  Wcih- 

geschenk ) 1539:41. 

G aller  ia  Geograf  i ca : 17  ( ?)  Weibl.  Kopf  1732  33. 
Garten:  Frauenstatue  (781)  1825.  Hvgieia  (Hope. 
Repl.)  (782)  2897.  Weibl.  Sitzstatue  (780) 
2478.80.  Aufgesetzter  Kopf.  Leda  (788)  2755. 

Sammlung  Salting. 

Bronzekanne  1976. 

San  Lücar  de  Barrameda  bei  Sevilla. 

Roma.  Kolossalkopf  1848,49. 

Saragossa. 

PROVIXCV ALMUSKUM:  (Burrea  y Arag6n.  Di*- 
curaoe)  S.  115  Amymone  2711  (Repl.). 

Schwerin. 

MUSEUM;  Bärtiger  Kopf  1651.52. 

Sevilla. 

MUSEUM:  04  Nackte  Kaiserstot ue.  Torso  1823. 
35  Trojan,  Kolossalstntue  1822.  99  Männl.  Torso 
1811;  18 13.  lim  Artemis  Torso  1815.  11Ü  Männl. 
Torso  1810.  103  Frauenstatue  1817.  104  Panzer- 
statiie  Torso  1821.  10«  Relief,  stehende  Krau 
1819.  1118  Männl.  Torso  1813.  115  Männl.  Torso 
1812.  150  Jünglingskopf  1818.  152  Römer. 

Kolossalkopf  1824.  1D3  Römer.  Kopf  1820  rechts. 
212  Atlas.  Statuette  1814;  1995.  398  Unterteil 
weibl.  Statuette  1820  links.  493  Weibl.  Torso 
1810. 

(Neuerer  Fund)  Artemis  1815. 

UASA  DE  P1LAT08:  (Katal.  Hübner)  839  Athena. 
Statue  VII  Sp.  8.  840  Athena,  Statue  VII  Sp.S. 
841  Weibl.  (Jewandstatue  Kolossal  1825.  842 


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31 


Side  — Venedig 


32 


Weibl.  Gewandatatue  1820.  H48  Dionysos-Kopf, 
bärtig  1837  38.  8511  Jünglingskopf  1834  30. 

880  „Mcnander“  1842  43.  888  Sogen.  Scipio 
1848  47.  888  Weibl.  Gewandatatue  1827.  872 
Männl.  Torso  1831.  803  Weibl.  Kopf  1830  41. 
807  ( ?)  Kopf  eine«  Griechen  1844  45.  911  Weibl. 
Gewandatatue  1829;  2843. 

(Nicht  bei  H.):  Jilnglingsfigur,  Torso  1830. 
Hvgieia,  Statue  1828.  Bärtiger  Kopf  1832  33. 
PA  LAC  IO  DK  SAN  TELMO:  s.  u.  San  Lucar. 

Side  (Kleinasitm). 

Relief,  Gruppe  Are»  und  Aphrodite,  aus  Side  2782. 

Siena. 

SAMMLUNG  CHIGI:  Apollonkopf  2 465  66  (Repl.l. 
Artemis  1815. 

LIBRERIA  PICCOLOMINI : Charitengruppe  2975 
bis  2978. 

Smyrna. 

EVANGELISCHE  SCHULE:  Jiinglingakopf  2399. 
Isispriesterin  2400. 

AUS  MAGNESIA  A.  M.:  Mädchenfigur  2906. 

Stockholm. 

NAT10NAL-MUSEUM:  (Katal.  IL  Brising,  Antik 
Konst  i Nationalmuseum).  3 Apollon  Kitharöde 
1911113 . 5 Stehende  Muse  1993.  8 Stehende 
Muse  (Euterpe)  2841. 

(Lagrelius  III,  63}  Bärtige  Herme  1651152. 

Tarragona. 

MUSEO  ARQUEOLOGICO:  (Catalogo  1894) 

Nr.  378  Statue  einer  Höre  2438. 

Schloss  Tegel  bei  Berlin. 

Knabcnstatue.  als  Dionysos  ergänzt  2973.  Nackter 
Knabentorso  2974.  Zwei  Fragmente  einer  Drei* 
(’lmritengruppe  2075  78.  Sarkophagfrngment 
2979  oben.  Tänzerin.  Statuette  2979  unten.  Muse 
( Anchirrlme)  298t i 81.  Knabentorso  mit  Mantel 
2982.  Apöllonstntuette,  Kopf  2983  n.  Weibl. 
Statuette,  Kopf  2983  b u.  2984.  Männl.  bärtiger 
Kopf,  Statuette  2985  a.  Hernklesköpfchen  2985  b. 
Rom.  Kinderporträt  2988  87.  Rel.  Zeus  sitzend 
2988.  Prometheus  2989  Drei  Moiren  2990; 
2988  »H>  auch  /;:■/  :<>.  Puteal  2991/94.  Oaoillum 
2995  links  2998  recht«.  Oscillum,  Fragm.  2995 
rechta/2996  links. 

Trient. 

Hermes  2855  56. 


Tripolis. 

MUSEUM:  (Bartoceini,  GuidaV  15. .Elektra“  2853. 
Tunis  (Afrika). 

BARDO-MUSEUM:  Athena  uun  Bulla  Regia 
1911  1 i.  Apoll  (Kyrene)  2081;  2879.  „Cmi“ 
1553.  Weibl.  Gewandstatue  2861/62. 

Turin. 

MUSEO  CIVICO:  D.  312  Frauenstatue  1533. 

Urbino. 

Apollon  Kitharöde  2013.  Relief  mit  Guirlanden- 
tänzerin  2577. 

Venedig. 

DOGENPALAST  (Katal.  Dütschke  V.):  Hof  de« 
Dogen palaatca : 58  Männl.  Gewandatatue,  grieoh. 
2401.  59  Weibl.  Gewandatatue  2402.  OüTogatus 
2408.  81  Weibl.  Statue,  (erg.  als  Fortuna)  2407. 
82  Männl. < »ewandi«tatue,griecli.2408.63Weibl.Ge- 
wandstatuc  2409.  84  Weibl. Ge wundstatuette  2410. 
MUSEO  ARCHEOLüülCO:  (Dütschke  V.)  85 

Bart.  Götterkopf  2411 , 1 2 88  Weibl.  Kopf  24 13  15. 
89(?)*)  Jünglingskopf  2418  1Z.  2ii Knabentorso 
2418.  H „Aspasia“,  Kopfreplik  2419  20.  13 
Athena. Kopf  2421  22, 24  Dionysos,  Kopf  2423  24. 
75  Römer.  Kopf  2425  28,  18  Aphrodite.  Statuette 
2427.  Iil(D  Apollon,  Kopf  243<|  31;  2£il  '"<■ 
i üii  Demeter t IX  Sp.  12L  a_l  Apollonkopf  2432  33. 

• 82  Bacchantin  2434.  84  Römer.  Statue  2435. 

88  Satyrkopf  2438,37.  82  Höre,  Statue  2438. 
8h  Athena,  Kopf  2439  44 >,  Üü  Weibl.  Gewand- 
stotuette  2441.  93  Aphrodite  und  Eros,  Statuette 
2442.  98 Knabe  mit  (Jana  2443.  9&  Heli<*s,  Büste 
2444  48;  1614  15.  99  Bogenaj)annender  Eros 
2447.  1112  Zeus,  Statuette  2448.  1115  Weibl.  Ge- 
wandstatuette 2449.  108  Weibl.  Kopf  2450  51. 
LLü  Statue  des  Silen  2452.  LLI  Jugcndl.  Römer 
2453.  LL3  Nereide  auf  Delphin  2454  50,  115  Ka- 
ryatide 2457;  2461  64.  120  Muse  2481  84  : 2457. 
1 21  Apollonkopf  2485  68.  122  Trajan,  Kopf 

2407  08.  122  Dreiseitige  Basis  2489  71.  131  Drei- 
seitige Basis  2472,74.  132  Dreiseitige  Basis 

(Eroten)  2475  77;  2481-83.  133  Unterteil  weibl. 
Kolossalst  »tue  2478  80.  134  Dreiseitige  Basis 

(Eroten)  2481  83;  1494.  135  Weibl.  Gewand- 
atatue 2484.  138  Weibl.  Kopf  2485  87.  137 

A phroditestatue,  Kopf  2488  <h>,  141  Wcibl.  Ge- 
wandatatue 2491.  144  A|a>lloii,  Statue  2492. 

148  Jünglingsatutue  2493  IML  147  Ammonköpf- 


•)  luv.  244. 


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:« 


L4Ü  Dionysos- Satyr,  Gruppe  2503  07.  151  Weibl. 
Statue  mit  aufges.  Athenakopf  25«  »8  11.  159  Dios- 
kur2512.  lül  Dionysoa,  Sta tue  2513.  1641  Bogen- 
spannender  Eroa,  Kopf  2314  13;  253.7.  UJ  Drei- 
seitige Basis  2516/lÜ.  170  Odysseus- Statuette. 
Kopf  2510/20.  122  Muke  2521$  2611  (RepL). 
181  Statuette  (Kopf)  2322  23.  189  Dreiseitige 
Kandelaherbasis  2324  20.  190  Römischer  weibl. 
Porträtkopf  IX  Sp.  HL  193  Frauenstatuette  mit 
archaistischem  Idol  2527.  194  Aphrodite.  Sta- 
tuette 2528.  197  Apollon.  Statuette  2529. 

198  Enatuno  (aus  Ems- Psyche*  Gruppe)  2530. 

199  Männl.  Statuette  2531.  200  Asklepios.  Sta- 

tuette 2532.  201  Bogenspannender  Kn«  2533. 
202  Leda  mit  Schwan  IX  Sp.  HL  2Uli  Demeter 
IX  Sp.  HL  204  Dreiseitige  Basis  2534/36» 
205  Aphrodite,  Torso  2537.  200  „Aspasia“. 

Statuettenton«»  2538  39.  207  Weibl.  Statuette 
254t»  4L  208  Gestürzter  Gallier.  Kopf  2.342  43; 
2876.  209  Toter  Gallier.  Kopf  2544.  211»  Demeter 
IX  Sp.  HL  212  Ganymed.  Kopf  2543  40.  213 
Stiertötender  Mit hraa  2547.  214  Fuß  einer  Kolos- 
salstatue 2548.  215  Weibl.  Statuette.  Kück 
ansicht  2549.  217  Stürzender  Gallier.  Kopf 

2530  51.  219  Demeter  IX  Sp.  HL  221  Karkimme. 
Statuette  2552  53.  222  Nike,  Statuette  2554. 
223  Dreiseitige  Basis  2555  57.  224  Männl.  Toren 
2558.  225  Hekateion  2559.  227  Weibl.  Statuette 
2660.  230  Muse  IX  Sp.  HL  232  Mann!.  Statuette.  ; 
Torso  2561.  233  Hermaphrodit  2562.  234  Weib). 
Gewandstatuette  2563.  235  (?)  Römer  köpf 

2564  65.  236  Aphrodite  IX  Sp.  1L.  237  Männl. 
Torso  2506.  240  Dreiseitige  Basis  2507  69. 

249  Asklepios?  Statuette  257«».  251  Maske  2571 ; 
2621.  253  Relief,  Herakles  und  Oniphale  2572.  ; 
254  Grieeh.  Votivrelief  IX  Sp.  HL  255  Spät-  ! 
grieeh.  Gruhrel.  2573.  250  Rön».  Rel.  IX  Sp.  HL  1 
257  Relief.  Eroten  2574.  258  Relief.  Triton  u.  . 
Nereide  2575.  262  Toten mahlrel.  2576.  203  Relief  1 
mit  Eroten  2577;  2674.  204  Votivrel.  an  Herakles 
IX  Sp.  HL  265  Nebenseite  eines  Sarkophags  2578. 
266  Weibl.  Idealkopf  IX  Sp.  Hl  284  Attisches 
Grabrel..  Fragm.  2579.  285  Totenmahlrel.  2580. 
280  Relief.  Kentauren  2581.  287  Relief,  kelternde 
Satyrn  2582.  288  Nebenseite  eines  Sarkophags 
2583;  2678.  290  Spät  grieeh.  Grabrel.  2584. 

293  94  Nebenseiten  eines  Sarkophags  258,3  86. 
295  Sehiffskampf,  Rel.  IX  Sp.  HL  296  Spät- 
grieeh.  Grabrel.  2587.  297  Votivrel.  an  Attis 
IX  Sp.  HL  299  Grieeh.  Grahrel.  IX  Sp.  HL 
303  Vierseitige  Basis  2588.91,  309  Artemis, 

Statuette  2592  üiL  310  Weibl.  Statue,  Kopf 
2-594  95.  312  Aphrodite,  Statue  2596  98;  2641  42 ; 


34 


1642.  313  Hygieia  IX  Sp.  HL  314  Satyr.  Knlumal- 
kopf  2699/2600;  2611  42.  315  Weibl.  Kopf 

26« »1  02.  320  Herakleskopf  2603  '04.  321  Weibl. 
Kopf  2605  06.  322  Weihl.  Kolossal  köpf  2607  08. 
324  Athen«  (Velletri)  Kopfrepl.  2609  1 1 ; 2032  3.1. 
328  Römerin.  Porträtkopf  2612  KL  329  Jüng- 
lingskopf 2014  15.  332  Weibl.  Kopf  2616  17. 
333  Flußgott  IX  Sp.  HL  334  Herakleskopf 
2618  19.  335  Zeuskopf  2020  21 . 338  Athens, 
Kolossalkopf  2022  23.  341  Asklepiosstatue.  Ober- 
teil 2624/26:  1668  40.  344  Stadtgöttin?  Kopf 
2627  28.  345  Bärtiges  Köpfchen  2629  30.  348 
Bärtiges  Köpfchen,  Portrat  2631.  353  Athens 
( Velletri),  Kopfrepl.  2609  11: 2632  33»  354  Aegypt. 
I*riester,  Büste  2634  35.  356  Vitellius  2036. 
357  Pom  pejus  2037  38.  302  Silenakopf  2639/40. 
363  Nymphe,  Kolossalkopf  2641  42;  2-5S0  2600. 
103  ? Römer,  Renaissancebüste  2645  41L 
Philosoph.  Porträt  1644  (RepL).  Knabenkopf 
2613  44.  Weibl.  Kopf  2458  00, 

Weibl.  Kopf  (auf  2402)  2403  «»5.  Weibl.  Kopf 
(auf  2427)  2428  29. 

(ehern.  Grimani):  Statuettenrepl.  Aspasia  2638  39. 
Bärtige  Herme  1666  67. 

MUSEO  CfVICO  (Eleneo):  6 Kopfksc  weibl. 
Statuette  2«347  rocht».  L2  Kopfl.  weibl.  Statuette 
2«U7  links.  21  ,.Philisko«‘4-Miise  2652;  2661. 
22  Behelmter  weiblicher  Kopf  2601  02.  24.  Kopf- 
lose  weibl.  Gewandstatuette  2650.  25  Orien- 
talische Priewterin,  Statuette  2655.  25  (?)  „Au- 
ch irrhoe“  2651;  2662;  2980  8],  27  l'nbärt.  Por- 
trätkopf 2674  75.  28  Grieeh. -Ägypt.  Porträt- 

kopf. Basalt  2672  73.  3ü  Sarapia,  Kopf  2668  69. 
31  Idol  2654.  32  Bart,  grieeh.  Kopf  2670/XL 
35  Weibl.  Köpfchen  2657  58.  36  Bart.  Hermes, 
Maske  2656.  31  Pan.  Statuette  2648  recht«. 
38  Mosaik  2681.  411  Grieeh.  Votivrel.  2663. 
4J  Knabenkopf.  röm.  267677.  58  Pan,  Statuette 
2648  links.  Ü1  Reiter.  Bronzcatatuette  2678. 
05  Mann  im  Himation,  Statuette  2666.  153 Toten- 
mahl 2604.  liiu  Silen,  Statuette  2653.  166  Rö- 
merin als  Juno.  Kolossalkopf  2659  60.  169  Kopf- 
lose weibl.  Gewandatatue  2649.  170  Togatus, 

Tom»  2667. 

Schrank  D Eros  2680. 

(pag.  3J_1  G 1 Athena  2679. 

D.  395  Grabstein  des  Zosimoe  2665. 

Verona. 

MUSEO  CI  VIGO:  (D IV.)  506  Röm.  Grabstein  2006. 

Sammlung  Earl  of  Wemyss. 

Bacchischer  Kopf  2811.  Frauenstatuette  2627. 


Venedig  — Sammlung  Karl  of  Wemysa 


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35  Wien  — Unbekannte  Aufbewahrungsorte  36 


Wien. 

KUNSTH 1 STORI  SCH  ES  MUSEUM : Artemis 

(Larnaka)  2727.  (Wiener)  Kora  1801;  2087 
(Hepl.).  Athenakopf  1508,09.  K na heben  im 
Mantel  2720. 

Stehende  Nike  (aus  Samothrake)  1522 <25. 

Aus  Ephesus:  Ganymed  mit  Adler  1509.  Bärtige  ! 
Herme  1656:57-,  »115/8«. 

EH  EM.  CATAJO:  (D.  V)  446  Hygieia  (62  links) 
2840.  509  WeibL  Kopf  (36/37)  2209/10.  702  Sa-  | 
rapis  (56)  1917.  796  Herakles  (64)  2793. 

VASEN:  Amphora  mit  Aias  und  Kassandra  2722. 

Wüten  House  (Pembroke). 

M.  1 a „Bonus  Eventus“  2001. 

Woburn  Abbey. 

M.  129  Kopf  (Paris)  2809/70. 

Wörlitz. 

MUSEUM  (Katal.  Hoeäus):  26  „Thalia  “ (395)  1993; 
2798 . 28  Erato  (397)  2841.  30  Sitzende  Mine 
1557.  36  Ammonkopf  2175(70.  69  Aphrodite- 
kopf  (401/02)  1870. 

Würzburg. 

GIPSABGÜSSE:  Narkissos.  Torso  2552(53.  Belief-  | 
fragm..  Guirlandentänzerin  2.577. 

Kunsthandel. 

FLORENZ:  (Bardini)  Gefesselter  Knabe  2733 
(Repl.).  (Pallotli)  Romakopf  1970*72. 
MÜNCHEN:  Aphrodite.  Statuette  2590(98.  Jüng- 
lingskopf  2966/69.  Weibl.  Kopf,  modern!  1732(33. 
NEAPEL:  (Barone:)  Weibl.  Kopf  1558/00. 

PARIS:  (Feuardent:)  Sitzender  Herakles,  Statuen- 
frgmt.  2094.  (Hirseh:)  W'eibl.  Statue  2401  04.  ■ 
Bärtige  Herme  1056(57  (Repl.).  Doppelherme  I 
2192194. 

(Bronzen :)  Demeter  (Greau)  2902.  Sklaven- 
knabe, Statuette  (Hirseh)  1941(43.  Elefant 
2809/10. 

ROM:  (jetzt  Prinz  Ab&melech):  Muse  1993;  2798. 
(Barsnnti):  IViapos,  Kopf  2040/41. 

(Benvenuti):  Stadtgöttin  (1196)  2345/47. 
(Giacomini):  Polyklet.  Jüngl.  Kopf  (jetzt  New 
York)  2038  39.  Bärtiger  Götterkopf  2394. 
(Hartwig):  Relief  mit  Kalathiskostänzeriii  257 7. 
(Jandolo):  Apoll  oder  Dionysos.  Torso  1991. 
Kleines  Mädchen  (jetzt  München  Glypt.  272  a) 


1992.  Alte  Frau,  .Statuette  1994.  Atlas.  Statue 

1995.  Fragment,  von  kolossaler  Reiterstatue 

1996.  .lugemll.  männl.  Torso  1997.  Männl.  Sitz- 
figur, Torso  1998.  Karyatide,  Kopf  1999/2000. 
Jünglingskopf  2001/02.  Römer,  Kopf  2003  04. 
Grieeli.  Relief,  Fragm.  2005.  Grabrelief,  Ehren- 
oesacl  2006.  Grabgebäude.  Fragmente  (jetzt  Rom 
Museo  Xazionale  14  ) 2007/08. 

(Murvocchia):  (M.-D.  180)  Apollonstatue  1986/90; 
2010/11.  8.  auch  2324  (Anzio). 

(Simonetti):  Dionysos  mit  Löwen  (jetzt  Philadel- 
phia) 2009.  Männl.  Torso  2010/11.  Hermes,  Statue 
2012.  Apollon-Statue  2013.  Artemis,  Statue  (jetzt 
Kopenhagen  Glypt. 89)  2799; 2014.  Aphrodite,  Sta- 
tue 2015;  2537.  Statuette,  Aphrodite 201 6.  Sitzen- 
de weibl.  Figur,  Oberteil,  2017  (nicht  in  Kopenha- 
gen). Erotisches  Symplegma  2018.  Togatus  (jetzt 
Kopenhagen.  Glypt.  528)  2019.  Apollonkopf  2020. 
Hermes  Propylaio«,  Kopf  2021 . Athenakopf  2022. 
Jünglingskopf  2023.  Mädchenkopf  (jetzt  Kopen- 
hagen Glypt.  365  a)  2024  25.  Jünglingsköpfchen 
2026.  Rom.  Port  rät  köpf  (jetzt  Kopenhagen 
Glypt.  560)  2027  28.  Röm.  YVagenlenkcr,  Bronze 
2029.  Attisches  Re  lief  frag  ment  2030.  Friesplatte, 
drei  Bacchantinnen  2031.  Relieffragment  (Satyr 
sein  Schwänzchen  haschend ; jetzt  New  York)  2032. 
Sarkophagfragment  2033.  Fragment,  röm. -hist. 
Relief  2034.  (Veroeh.  Kunsthändler):  Jugcndl. 
Krieger,  Kopf  (jetzt  Rom.  Muaeo  Nazionale  528) 
2035/37*). 

Weibl.  Kopf  (1190)  IX  Sp.  48.  Männl.  Kopf,  un* 

| bärtig  (1378,79)  IX  Sp.  51. 

Dionysos,  Hernienbüste  2234/35.  Bärtiger  Götter- 
kopf 2411(12  (Repl.).  Köpfchen,  Ismkoon  ähnl. 
2029(30.  Grabrelief  des  Hyginus  2065. 
Marsyaskopf  2707(08  (Repl.). 

Bronzekopf  (ältere  Faustina).  falsch  2817(18. 

Unbekannte  Aufbewahrungsorte. 

(ehemals  Lecuyer)  PL  I,  3,  Auktion  (1883)  Nr.  278, 
1894(95. 

(ehern.  Stroganoff)  Athenakopf  2022. 

Sitzender  Herme«  2009.  YVeibl.  Kopf  1732(33. 

W.  Gewandstatuette,  Montfaucon  Ant.  Kxpl.l,  21, 
3,  2843  (falsch!). 

Verschollenes  Fragment  (Le bas,  Voyage  areh.  52, 
PI  4,  1)  2282. 

•)  l’aribcui  (1911)  Nr.  214. 


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38 


37 


Panw  — Verschiedene  Werke  der  Mitte  des  5.  Jhdta. 


IV.  Kunstgeschichtliches  Register. 

Kun.lT  g'ilruckle  Zul.k-.i  brtlehni  »Ich  nur  aut  die  Tete,  dk-  »mlem  »ul  die  Aufnahmen  ,e|l»t.  Zahlen  in  Klammen.  Iw.ich.-i. 

aleh  nuf  die  Serien  I— V der  E.-A.) 


A.  Archaische  Kunst. 

Paros  ( ?). 

Oberteil  einer  Stele  mit  Relief,  drei  Frauen  (Miin- 
eben)  29.54. 

Cyprlsch. 

Kalkstcingruppe  {Kentaur  raubt  Nymphe)  VII 
Sp.  22  a;  Elfenbeinplakette  VII  Sp.  22  b. 

Um  500. 

Menaichmof»  und  Soidun.  Bild  der  Artemis  2592/93. 

Bärtiger  Kopf  1713. 

Nicht  genauer  fixiert. 

Dionysos,  Bronzestatuette,  1954  Mitte/1955  links. 

Pan,  Bronzestatuette,  mit  oehsimähnliehem  Kopf 
1975  links. 

Gefäße. 

Bronzekanne  1970. 

B.  Fünftes  Jahrhundert. 

Agcladas. 

Stephanosfigur  2127  28;  Replik  2106/07  (von  Pytha- 
goras?). Kopf  (Ähnlichkeit  mit  frühphidiasi- 
sehen,  der  Leinnia  verwandten  Werken?) 
2127/28. 

HcraklcsKtHtuette  (Ludoviai  verwandt)  1721. 

Zeit  der  Stephanosfigur.  Jünglings- Statue.  2332 
(auch  Omphttlosapoll  gleichzeitig?). 

Olympia. 

Ostgiebel.  Replik  einer  gleichzeitigen  männlichen 
Figur  2880. 

Apoll  21 14. 

Paros. 

Nike  2395  98. 

Schule  von  Sikyon. 

Aspaaia  2119  20  (Kopfreplik);  2538  39  (Statuetten- 
kopie); 2337. 

Verwandte  Figur,  männlich  (um  460)  2393. 


Kalamls. 

Ammon,  Kopfreplik  2175;76. 

Ammont yp  verwandt  1980  81  (oder  von  Silanion?). 
Omphalos-Apoll,  Replik  198690  (vgl.  Choiseul* 
(louffier;  Attribut,  keine  Schale?). 

Verwandte  Torsen  2062;  2064;  2332. 

Aspasia  (Omphalos- Apoll  verwandt?)  2419  20. 

Verschiedene  Werke  strengen  Stils. 

I Übergang  vom  archaischen  zum  «trengen  Stil  2114 
( Jünglingstorso;  a.  auch  Pythagoras). 

; Jünglings  köpft*  1719  20  ; 2135/36;  2147-48  (s.  auch 
Polyklet). 

Männl.  Torso  (2.  Hälfte  5.  Jhdt.  ?)  2558. 

Apoll  von  Mantua,  Kopfraplik  2912/13. 
Herkulanensische  Tänzerin  2209(10  ( verwandt«  r 
Kopf). 

Karyatiden  von  Tralies-Cherahcl  (um  470  ?)  2461164. 

1 Apollon,  Bronzestatuette  (2.  Viertel  de«  5.  Jhdt«.) 
1953  links  1957  links. 

Pythagoras. 

„Pollux“,  verwandte  Statue  2052/53  (etwas  jünger), 
i Stephanosfigur  2106/07. 

i JünglingstonMi  2114  (Apoll  von  Olympia  ähnlich?). 

Myron. 

Athena-Mareyasgruppc ; Athen«  1554  (Statuen- 
raplik); 164142  (verwandter  Kopf);  1993 
(Sp.  63). 

Dresdner  Sa  Iber  2068  (Replik). 

Perseus  verwandt  ? 2035/37. 

1 Myronische  Hnarbchandlung  1834(36;  1855:56, 

Verschiedene  Werke  der  Mitte  des  5.  Jhdts. 

Hermes  Ludoviai,  Kopfraplik  2110/11  (Petasos  zum 
Original  gehörig?). 

Männl.  Statuen  1808  09  (Jüngling);  1810  (Torso). 
Bärtige  Köpfe  1649/50;  1651/52  (Herme). 
Jimglingsköpfe  2070/71;  1834/36  (Kassel). 


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Parthenon  — Polyklet 


40 


39 

Artemis-Statue,  Fragment  2112  13, 

Köpfe,  weiblich  1732/33;  2485/87. 

Terrakotta  (aus  Rhcgkin)  2048(49. 

Parthenon. 

( Istgichclkomposit  i«m  1724180. 

Fries.  Kopf  de«  Dionysos,  verglichen  mit  dem 
Weber-Labord  eschen  Kopf  und  einem  Hermes- 
kopf 1870,71. 

Pferdetypus,  anders  als  Parthenon  2005. 

Phldias. 

Athen«  Part henos 2704 (Torso);  15 10  15 (Statuette). 

Zeugthron  (dazugehöriges  Relief  ? bogenschießender 
Apoll)  2090. 

Athen«  Ix*mnia  2127(28  (verwandte  Jünglings- 
köpfe). 

Kroa  1868/69;  19*11(02;  2348/50  (I)oppelherme  des 
gleichen  Typua);  1W6  48  (Doppelherme  mit 
Aphrodite). 

Aphrodite  2728  29  (Kopf);  2747/48. 

Athena  Medici -Sevilla  1508(09  (Kopfreplik);  1730. 

Sappho  Albani  1732/33;  2175/70.  Mit  anderer 
Frauenfigur  phidiasischer  Zeit  auf  Relief  2359; 
verwandte  Gewandstatuette  1507. 

Apoll  von  Kassel  2020  (Kopf);  2720  21  (ver- 
einfachte Replik). 

Tiber-Apoll  291115  (Asklepios  vom  gleichen  Mei- 
ster?). 

Phidiasisch,  Athenastatuette  1722. 

Phidiasischer  Kopftypus  an  römischen  Sphingen  s 
2317. 

Nicht  von  Phidia«,  sogen.  Amymone  1538. 

Zeit  des  Phidias. 

Weibliche  Statuette  2101/03. 

Weibliche  Köpfe  2104/05;  2373  75;  2831  (verwandt 
der  Statue  Neapel,  Guida  Ruesch  136). 

Athena  Farnese  2079  (verwandte  Rronzeatatuette); 
davon  abgeleiteter  Fra u ensta tuen  tv  pus  2805 
links. 

Mänade.  Kopistenvariante  nach  Phküaaiachem  Vor- 
bild,  Kopf  2373/75. 

Alkamenes. 

(lenetrix  1788  (ohne  Kopf);  1851;  Variante,  sogen. 
Elektra  2853. 

Hephäst  2308  70  (Asklepiostyp.  unrichtig  auf  den 
H . zurüekgef ührt ). 

Hermes  Propyl«  ins  2021;  2282. 

Doppelherme  mit  Apollon  1872  73. 

Ähnlich  2656. 


Hckatninn  2282  ( Dionysosstatue,  daran  und  an 
Herme«  Prop.  erinnernd). 

, Area  Borghese.  Replik  2882  84  ; 2782  (zu  Gruppen- 
hildungen  verwendet). 

Hera  Barberini  2245  (nicht  Wiederholung,  aber  nach 
Motiven  der  Zeit). 

Unsicher;  Apollon  (Herme)  2167  68. 
j Nicht  von  Alkamenes,  Athena  2766. 

Agorakritos. 

Aphrodite  Valentin!  2380/88;  Replik  2061  (Torso). 

Späten»  Umbildung  1544. 
Apollontypu«(KünrtlerderAphroditeValcntmi)206/. 

, Athena-Typus  (auf  Stirnziegel)  2212  Mitte. 

I Gleichzeitige  Karyatiden  2457;  2461  64. 

Kresltas. 

Diomede*  1834130;  1659  62  (Variante  de«  Kopfe«); 
1S55/50;  verwandter  Kopf  2058  60;  männl. 
Torso,  vom  Diomedea  abgeleitet  2705. 

Athena  von  Velletri.  Kopfrepliken  1612/13;  2609/11 ; 

20.32  33;  verwandter  Kopf  2508/11. 
Nahestehend?  Behelmter  JfingUngakopf  1038/40. 

Argivlsch  (Sikyoniach). 

lTm  450.  weibl.  Kopf  2115/10;  gleicher  Typus, 
kolossal  2752  53. 

Weibl.  Kopf,  Karyatide  1999/2000. 

Knnhcnstatue,  Tono  2200. 

Jünglingskopf  (Zeit  Polyklet«)  2147/48. 

Hermeskopf  (peloponnesiach  um  400)  1870/71. 

Polyklet. 

Allgemeine«:  Polykletische  Elemente  beim  Antinous 
von  Bel  vollere  ? 1585  87. 

Doryphoroa;  Torso  1933  34;  2060  { Hi-plik) ; Köpfe 
1870  71:  VII  Sp.  40. 

? Kopf  auf  dem  „Polyklet4*  der  Gruppe  von 
Ildefonso  1588,92. 

Ableitung  2261  (Apollonstatuette);  2782  (zu 
Gruppenbildungen  verwendet). 

Verwandt.  Statuette  mit  Helm  VII  Sp.  22,  d. 
Dindumenoe  1578  84  (Madrid);  2067. 

West maeottseher  Athlet:  Kopfrepliken  2141  42; 
2886  89. 

Knahensieger  der  Gruppe  von  Ildefonso,  West- 
macott  ähnlich.  1588  92. 

Sog.  Narkissoe:  Replik  2709  ; 2890;  1602. 

Entsprechendes  Motiv  im  Gegensinne  2764. 
Knabenstatue  Dresden  (Kopfrcplik)  207273. 
Athlet  mit  der  Hand  auf  dem  Hintern  (Barraceo) 
2236  37  (Kopfreplik.  Hermenbüste). 
Kanephoren,  verwandte  Gowundatatuc  2377  79. 


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41 


Paionios  — Kephisodot  der  Ältere 


42 


Halber,  auf  Polyklet  zurück  geführt  28«  I. 

Herme«  2012  (Kopie  nach  polykl.  Typ.). 

Pan  (Casautiu*  Ordo)  Kopfrcpl.  2154  55. 

Verwandter  Typua  2121  22. 

An  Polyklet  anschließend. 

Jünglingsstatuettc,  Bronze  1723. 

.Manul.  Torsi  VII  Sp.  2?f  c;  2058/00;  'JOGI,  Anm. 
(zu  Pasticcio  verwendet ) ; 2003;  2108  (H);  2100; 
2223;  2708. 

Herakles  2847/51. 

Herme«  (Kopf  buh  Polykletischeni  abgeleitet) 
2083/84. 

(Typ  des  Herme«  mit  Flügel  über  der  Stirn,  poly- 
ldeiiach  ?)  1870171. 

Köm.  Merkuntatuette  1040. 

Jünglingsköpfe  2130  40;  2390;  2038  39. 

Weibl.  Kopf,  polyklet  isch  ? 2048  49. 

Männl.  Statue  nach  polyklet.  Vorbild  1903;  1967/09. 

Typen  de«  IV.  Jhdt«.  unter  polyklet.  Nachwirkung 
2262  b (Heraklesstatuette). 

Paionios. 

Nike  1011  13  (verwandter  Apollon  Kitharöde;  Mitte 
de«  V.  Jhdt«.  ? vgl.  auch  den  Apollon  Kitharöde 
im  Vatikan.  Helbig9  263;  a.  auch  u.  Skopa«). 

Schule  de«  Paionios : bekleideter  männl.  Torso  1831. 

Verschiedene  Werke  dieser  Zelt. 

Xiobidengiehcl  Ko|>cnhngcn : Apoll  2373173  (ähn- 
liehe  Figur);  2338  (verwandte  weibl.  Figur). 

Demeter  von  Cherchell  2337  (verwandte  Statue). 

Verschiedene  Werke  vom  Ende  des  V.  Jhdts. 

Kredit heion- Koren  2104:05  ; 2461,64;  2786187. 

2077,70  (Kopfrepl.  der  3.  Karyatide  von  link»  in 
der  vorderen  Reihe). 

2647  recht«  (weibl.  Gewandatatuettc  der  Zeit). 

Phigalia:  Relief  (nach  malerischem  Vorbild)  au«  der 
Zeit  des  Frieses  2722. 

Stil  de»  Friese*  an  weibl.  Gewandstatue  2540  4 1 . 
Sima  vom  Apollotempel  2955. 

Athena  Ince  Hl.  Hall.  Replik  2339;  verwandt  2376. 

Bärtige  Herme  (Madrid)  1656  57  (dort  Repliken- 
liste;  auch  ein  (Jegenstück  vom  gleichen  Künst- 
ler erwähnt);  2165/66  (Replik;  Scheidung  der 
Repliken  in  zwei  Typen);  2160/70;  2170  80. 

Fortuna,  Statuette  1516  («Hier  römische  Krfimlung  ?) 

Mannl.  Köpfe,  bärtig  2171  72;  2394. 
u n bärtig  2228  30. 

Weibliche  Statue  1553  (kolossal). 

2075  (Frauenstatue,  kurzer  Peplos). 

(Jewandstatuetten  2288  b;  2563  (zweite  Hälfte 
V.  Jhdt.). 


„Griechische  Originalstat ucn“  IX  Sp.  48  (I)  HO, 
203,  210,  210). 

Weibliche  Köpfe  2300;  1635/36;  1857,58  ; 2083; 
2232  33;  2283. 

2305  07  (Übergang  ins  IV.  Jhdt.);  2345/47  (Kopf 
einer  Kybelestatue). 

Verschiedenes : Artemis  Kurotrophos  auf  Relief,  nach 
Typen  de«  V.-  IV.  Jhdts.  2727. 

(iralmtatuette  (Zeit  de«  peloponncsim-hcn 
Kriege«)  2048. 

Sitzende  Grabstatue,  männl..  Zeit  der, .Olympia«** 
Torlonia  2089/90. 

Reliefs. 

Grabrelief  1865  (Frgxnt.). 

Votivrelief  2005  (Frgmt.). 

Porträt. 

Anakreon  2380  81. 

Männl.  Gewandfigur  2303. 

Vasenmalerei. 

Aison  (Innenbild  einer  Schale)  1730. 

Meidiaa  2722. 

Nicht  näher  fixierte  Typen  des  V.  Jhdts. 

Männliche  Statue  1830  (Jüngling). 

Sitzstatuen  2009  (Dionysos  mit  Löwen);  2769. 
Männl.  Köpfe:  Bärtig  IS32/33;  2411/12. 

Weibl.  (Jewandstatue  -2896. 

Sitzfigur,  Römerin  (nicht  V.  Jhdt.)  1768  70. 
Weibl.  Kopf  2616/17  (röm.  Arbeit). 

Tiere:  Bock  (Bronzestatuette)  1S67. 

C.  Viertes  Jahrhundert. 

Allgemeines. 

Kmporblicken  der  Statuen  de»  4.  Jahrhunderts 

2273  17  v. 

1 Ähnlichkeit  männlicher  und  weiblicher  Geaichtazüge 
an  Werken  des  4.  Jhdt«.  2811. 

Kephisodot  d.  Ältere. 

Eirene.  Statucn-Replik  2076;  Kopf  2077/79. 

Weibl.  Kopf,  Zeit  der  Eirene  (Ende  d« 
ß.  Jhdts.  ?)  2162  63. 

Weibl.  Kopf,  Eirene  verwandt  1778/80. 
Dionysos« Statue,  Kopf  noch  an  Eirene  erinnernd 
(nicht  praxitelisch)  2263  65. 

Dionysos- Statue.  Oberteil  2513. 

Herme*«  Madrid  (Mercuriua  Librum  pattem  in 
infantia  nutriens?  Nicht  Timarcho«)  1585  87. 


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43 


Zeit  Kephisodot«  — Auf  Praxiteles  zurückgeführt 


44 


Zelt  Kephisodots. 

Athcna  2766  (nicht  .von  Alkainencs). 

Verschiedene  Werke  vom  Anfang  des  4.  Jhdts. 

„Amymone“  2744  (ernte  Jahrzehnte  des  Jhdts.; 

. 8.  auch  Praxiteles'. 

Athena-Kopf  2390. 

Dionysos- Statue  2137;  Statuette  2262. 

Männl.  Kopf  (Apollonstatue  aufgesetzt)  2736  37; 
li&rtig  2173/74  (um  400). 

WeibL  Kopf  2157/58  (kurz  nach  400). 

Naukydes. 

Herme«- Statue,  Werk  vom  Anfang  d.  4.  Jhdts.  oder 
eines  römischen  Ekletikers?  2855,56. 

Euphranor, 

Dionysos  von  Tivoli,  Statue?  1734;  verwandte  Sta- 
tuette 1532  rechts. 

Bronzestatuette,  Dionysos  1880,82  (Ausgleich  von  j 
attischen  und  argivischcn  Elementen). 

..Adonis“  von  Centocelle  2259(  verwandter  Dionys«  w- 
kopf);  verwandter  Kopf  2430  31. 

Eubuleus  2242  44  (gleichzeitiger  Asklepioskopf). 

Paris  (?)  (Statue  Vatikan  Call.  d.  Statue  255)  ver- 
wandt. Kopf  mit  phrygiaoher  Haube  2869  70. 

Nackter  Jünglingstorso  2691  92. 

Jugendlicher  Kopf  (praxitelisch  ?)  1621/23. 

Zelt  des  Euphranor. 

Nackter  Knabe  1593/98  (nicht  5.  Jhdt.). 

Männl.  Torso  1812. 

Tlmotheos. 

IxOa  2755;  2703  (Unterteil  einer  Leda- Nemesis); 
1551. 

Ähnlicher  Kopf  2695/97. 

Im  Motiv  verwandtes  Fragment  2239. 

Epiduurische  Skulpturen  2695,97. 

„Athleten“  ? Jbnglingsknpf  2042  43. 

Hon*,  der  (»oethetänzerin  verwandt  2438. 

Weihl.  Statue  2017  (Kreis  des  T.). 

Nereide  2454  56  (Kreis  des  T.). 

Dionysos  (Madrid)  1627  31.  Bacchus  Richelieu  da- 
von verschiedene,  weichere  Weiterbildung. 

Faltenstil  «les  T.  verwandt  2289  90. 

Skopas. 

Allgemeines:  Augenhildung  2026;  Skopasischer  Ge- 
sichtsausdruck < Hermes.  Bronzestatuette)  1883; 
Skopasiseher  Stil  (Kcliefkopf)  VII  Sp.  23,  u.  j 

Herakles  I .ansdowne,  Kopfreplikcn  1545  47; 
1619/20;  2001/02;  2181/82  (Henne). 


Statuettenkopie  2985,  b. 

Verwandter  K«»pf  2618  19. 

Oder  selbständiger  Typ?  2266. 

Motiv  des  H.  L.  2S85. 

Mcleager,  K«*pf  2499,2502. 

Torso  verwandt,  aber  älter.  2566. 

Kopf  vom  Südabhang  2403  05  (Replik);  verwandter 
Kopf  2920/22. 

Athena  Rospigliosi  2146. 

Hygieia  Hope  2346:50;  Repl.  2897. 

Bronze-Herakles,  Vatikan  verwan«lt  2225  (Torso). 
Apollon  vom  Palatin  (oder  von  Tinmrchide*  ?) 
1911  13. 

Apollonkopf  (Pal.  Vecchio,  Repl.)  2465,66. 

Skopas  zugeschrieben. 

Aphnxlite  von  Oapua  2782  (zu  Gruppen  verwendet); 
2840  (Chiton  hinzugefügt). 

Skopaslsch. 

? Nymphe  mit  Becken  1910,  a. 

? Zeuskopf  (Zeus  von  Otricoli  verwandt)  1850. 

Nicht  «kopasisch  260304  (Herakleskopf). 

Maussoleum. 

Artemisia,  verwandte  weihl.  Gcwandstatuc  2898.  • 

Praxiteles. 

Basis  von  MantLnea  2284  (Statue,  Kon?  <*ier  De- 
meter),  einer  der  Musen  (Amei.  S.  50)  verwandt. 
Ähnlich  2287. 

Sauroktonos  1874. 

Auf  Sarkophagfragment,  mit  gekreuzten  Beinen, 
2805  Mitte. 

ln  der  Gruppe  von  Ildefonao  1588/92. 

Torso  mit  SauroktonoH  verglichen  1991. 

Verwandte  Köpfe  1796;  2458 f 60  (weiblich);  K«»pf 
einer  Beckenträgerin,  Zeit  des  S.  2754. 
Haartracht  2383  85. 

Kindische  Aphnxlite:  Torso  1875. 

Kopfreplik  163334;  1876. 

Variante  2291. 

Ähnlich  2605  06. 

(’lmritengruppe,  nahestehend  21*75/78. 

2811. 

Hermes  von  Olympia:  1527 J31  (Gew'andbehand- 
lung);  1585/87;  2811 ; 2852. 

Auf  Praxiteles  zurückgeführt 

Musen:  Musengruppc  Vatikan  ( Th  esp  jaden  '!)  1557 
bis  1568;  (nur  Kreis  des  Praxiteles)  1993 
(s.  auch  Sp.  53). 

Madrid  (Verhältnis  zur  Vatikanischen)  1568. 


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Praxitelischem  verwandt  — Brvaxis 


45 


Polyhymnia  1532  links  (Repl.  Madrid);  1993, 
4;  2794  (Repl.);  daran  erinnernd,  Frauen - 
statue  1825  ; Zeit  der  P.  173t». 

2704  (nicht  4.  Jhdt.?)  hellenistisch  od.  hadria- 
mach  ? 

Krato  2124  (dmiiit  verglichen  Torso  der  Xiobklen- 
trophos). 

Urania  2861/62  (verglichen  mit  Sophokles  !*ate- 
ran). 

Verwandte  hellenistische  Statue  ( Euterpe)  2841. 
Stehende  Muse  Wörlitz  1993  (nicht  praxiteliaeh); 
286.5  (doch  praxiteliaeh  7). 

„Amymone“  1538  (Statue  vom  Typus  d.  A.);  2744 
(datiert  in  die  ersten  Jahrzehnte  des  4.  Jhdts.). 
Aphrodite  von  Arles.  Repl.  2080  (Unterkörper). 
Motive  ihrer  Zeit  an  männl.  Porträtstatue  2435. 
1642. 

Aphrodite  Petworth  2861  62  (ähnlicher  Kopf). 
Apoll  Lvkeios  187!*;  Repl.  2000;  verwandt  2221. 
Weiterbildungen  24 16; 17 ; 2432  33. 

? 241*2. 

Statuettenkopf  21*83,  a. 

Apoll.  Kit  haröde  ( verwandt  Artemis  -Tyclie)  1522  25. 
Apoll  von  Kvrene  2871». 

Dresdner  Artemis  /«5  4 J (Tyche  vom  Typus  der  D.A.); 
verwandt  2283. 

2751  Variante  als  Athen«. 

Artemis  von  Gabii,  Repl.  2285  (nicht  die  Brauronia). 
Artemis  von  Larnaka  2741  (gleichzeitige  .Statuette). 
2800* 

Artemis  Colonna  1831*  41 ; verwandter  Kopf  2696  97. 
Torso  2854;  ähnlicher  Kopf  mit  St  im  binde  2910. 
2797 . 

Artemis,  reif  praxiteliaeh  2281». 

Athena-Köpfe  2622  23  ; 2022  ; 2431»  40;  21*18. 
Brunnscher  Kopf  2 160 '61  (verwandt). 

Dionysos  7 oder  Apollon  11*1*1. 

-Kopf,  llermenhüste  2234,35. 

2382  (Erfindung  praxitelischer  Zeit). 

1527  31  (oder  3.  Jhdt.  7 s.  auch  Timotheoa). 
Eros  von  Centocelle:  Torso  21*1)7  1*8. 

1688192  (als  Todesdämon). 

Ens  vom  Palatin,  verwandter  Torso  171*5. 

Große  Herculanenserin.  Repl.  2772. 

Umstilisiert  2343  44  ; 2242*44. 

Kleine  Herculanenserin  2441*  (Repl.);  2795;  2806; 
2910. 

Kura.  (Wien),  Repl.  2087. 

Nurkissos.  (Neapel)  2134  (verwandter  Torso). 
..Periboetos“,  Repl.  X Sp.  60,  2844  621 \ 

Torso  2852  (älter  als  Hermes  Olympia). 

1572;  1811. 


46 


■ Einac  henkender  Satyr,  Repl.  IX  Sp.  49. 

Ähnlicher  Kopf  (weibl.)  2413/15. 
j Satyr  Ludovisi.  Torso,  Variante  2788. 

| Satyr  mit  gekreuzten  Beinen.  Kopfrepl.  2436  37. 
i Sogen.  Sardanapal  1624;  26. 

Praxitelischem  verwandt. 

1 Aphrodite  (Euploia 7)  1642;  (Kreis des  IV.,  um  350). 
Aphrodite  208 1 82  ( praxitelische Anklänge ) ; 2596  98. 
Zeuskopf  (zweite  attische  Schule;  Zeus  von  Otrieoli 
verwandt;  Einfluß  des  IV.  und  Skopas 7 ) 1854*. 
Weibl.  Köpfe  1963  64  (sp&tprax italisch);  1781  82 
(mit  Diadem,  nach  praxitel.  Vorbild). 

Weibl.  Kopf  und  Statue,  praxitelischen  Typen  nahe- 
stehend 2439,40. 

Tansgra -Statuetten  1668. 

Nachwirkung  des  Praxiteles. 

Athena  2390  ( Sohülcrkreis  d.  Pr.;  Ende  4.  Jhdt.). 
Weibl,  Gewaodstatuen  2409;  2484  (hellenistisch?). 
Weibl.  Köpfchen  (alexandrintsch)  2291*. 

! Männl.  Torso  (hellenistisch)  VII  *Sp.  22  f. 

Zweite  attische  Schule. 

Schlafgott  1599/1601. 

Zeuskopf  1850. 

Verschiedene  Werke  d.  1.  Hälfte  d.  4.  Jhdts. 

Artemis  7 Statue  2743. 

Weibl.  Gcwand&tatuette,  Unterteil  1820  links. 
Weibl.  Kopf  2601  02;  Mftdchenkopf  24*24  25. 
Bacchiscber  Kopf  (vorpraxitelisch)  2119/20. 

Verschiedene  Werke  der  Mitte  des  4.  Jhdts. 

Apollon  mit  der  Gans  1687. 
j Jünglingstorso  1794;  bacehischer  Torso  2493,96. 
Männl.  Torso,  zeitlich  zwischen  Hermes  Madrid 
und  Bacchus  Richelieu  1997. 

Bacchus  Richelieu  1993  (Sp.  50);  11*91. 

Stehende  Muse  Wörlitz  1993 ; 2866  (s.  auch  Praxi- 
teles). 

Kopf  mit  Modius  (älter  als  Brvaxis)  2302/03. 

Bryaxis. 

Sarapia  2774*;  211 17. 

Vom  gewöhnlichen  Typus  abweichend  2186. 
Kopf  mit  Modius  2302/03. 

, Zeus  kolossal  (Madrid)  1501  03  (verwandt  dem  Kör- 
per der  Zeus  von  Inco  Bl.  Hall;  dem  Kopf  Zeus 
von  Otrieoli). 

Zeus  von  Otrieoli  s.  auch  Praxiteles,  Skopas;  1889 
( Herakleskopf,  mehr  der  Zeusmaske  Farnese 
als  Zeus  von  Otrieoli  verwandt). 

1860  (verwandter  Kopf). 

2619  20  (verwandter  Odysseuskopf). 


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47  Leoehares  — In  den  Texten  ni< 

Leochares. 

Apoll  vom  Belvedere  2493/96  (verwandter  Kopf?). 
Satyr  von  Lamia  2434  (Bacchantin,  verwandt). 

Zeit  des  L.  ? Ganymedgruppe  2545  40. 

Thymilos. 

Von  Th.?  Gruppe  Dionysos  mit  Satyr  2503  07. 

Lysipp. 

Apoxvomonos  verwandter  männlicher  Kopf  2828/30. 
Herakles  Farnese,  Replik  (Torso)  1880. 

4630;  2164. 

Spätere  Herakloatypen,  davon  abgeleitet  271*3. 
Verwandtes  Standmotiv  2207. 

Hoarbehandlung  verwandt  Area  Ludoviai  2775/77. 
Bodens pannender  Eros  1014;  2514/15;  2533  (Torso); 
2268. 

Verwandter  Kopf  2141*. 

Motiv  des  bogenspannenden  Eros  2013. 
Umbildung  2447. 

Silen  mit  Bacchuskind  1637  (Knpfrepl.). 

Nackter  männlicher  Torso  1577  links. 

Muse  (Zeit  de«  L.)  2865;  vgl.  auch  1903. 

Eros  mit  Herakles» ttri buten  2268. 

BAcchischcr  Kopf  (Zeit  de«  L.)  2811. 

Nachwirkung  des  Lysipp. 

Silen-St&tue  (Chiaramonti- Venedig)  mit  lysippi- 
m*hen  Motiven,  hellenistisch  2452. 

Marsvaskopf  («pater  als  Sokratesporträt)  2767  68. 
XarkisHOH  2552  53. 

Sitzende  weibliche  Statuette  1950. 

Männl.  Torso  (Ende  des  4.  Jhdts.)  2010/11. 

Männl.  Ktipf  (später  als  Alexanderporträt)  2812. 
Kontrapost  in  der  Schule  des  Dyaipp  1568. 

Euthykrates. 

Symplegma  des  Euth.  ? 1574/76. 

Verschiedene  Werke  aus  d.  2.  Hälfte  d.  4.  Jhdts. 

Poseidon,  kolossal  1517/20. 

Charitengruppe  2975/78. 

Weibl.  Gewandstatue  2903;  weibl.  Torso,  Ober- 
körper entblößt  2560. 

Jünglingskopf  2916. 

Weibl.  Kopf  2522  23  (2.  Viertel  4.  Jhdt.). 
Archaisierend : Dionysosherme  (Zeit  dt«  „Sardniia- 
pal“)  1624  25. 

Karyatiden  von  Tralles-Cherohel  2461(64. 

Schule  des  Praxiteles. 

Antinous  von  Belvedere  1585/87  (Hermes  Madrid 
nicht  von  Timarchoe). 


jht  fixierte  Werke  de«  4.  Jhdts.  48 


Kephisodot  der  Jüngere. 

A t benage burt  (auf  Altarrelief)  1724/30. 

Verschiedene  Werke  aus  der  2.  Hälfte  des  4.  Jhdts. 

Are«  Ludoviai  277577  { Hoarbehandlung  verwandt 
Herakles  Farnese). 

Bronzejüngling  von  Antikythcra  2273/78  (ver- 
wandte Statue). 

Satyrkopf  (verwandt  Alexander  Kondanini)  2131/32. 
Sitzender  Mann ( Graba tatue,  Ende  4.  dhdt.)  2089  1*0. 

In  den  Texten  nicht  fixierte  Werke  des  4.  Jhdts. 

Aphrodite  (Capitol)  VII  Sp.  23  m. 

2488/90  (Kopie). 

2015  (Ableitung). 

Aphrodite,  halb  entblößt  2288  a. 

Apollon  (Steinhäuser)  1626  (verwandter  weibl. 
Kopf). 

Apollon -Statuette  2529  (noch  vor  Alexander);  1526. 

Sitzend  2088. 

Asklepine-Statue  2789. 

Athene- Kopf  2421/22. 

Fortuna -Statuette  2901. 

Ganymed  mit  Adler  1569. 

Helios.  Kopf  1614/15. 

Herakle«,  Statuette  2262  b (Typ  de«  4.  Jhdts.  auf 
polvkl.  Grundlage). 

Kopf  1628/29;  1631;  2097. 

Herme«  als  Kind  1915/16. 

Hygieia  1828. 

Hypnoe  (Madrid).  Kopf  1549  50. 

2383  85  (praxitelisch  ?). 

2974  ( hellenistischer  Knabentorso,  daran  er- 
innernd). 

Jüngling  (Alba)  1789,92. 

Karyatiden  Albani  2508/11. 

Niobidentropho«  2124  (Repl.). 

Sogen.  Spinnerin  (München)  2945/48. 

Zeus -Kopf  1611. 

Männl.  Statuen  2265  (.liinglingsstatue). 

Knabenstatuen  2886/89  (Torso);  2892  ; 2418  (be- 
kleideter Torso). 

Männl.  Kopf  2023  (Jünglingskopf). 

Weibl.  Gewandstatuen  201*8;  2340/41;  2441  (Sta- 
tuette); 2840  (nach  Original  des  4.  Jhdt«.); 
2905. 

1826  (mit  antikem  Porträtkopf). 

Sitzend  22t)  1. 

Knieend  2047  (Persephone?). 

2441  grieeh.  Originalstatue  (Venedig). 

1992  (Grab-  oder  Votivsta tue),  kleine«  Mädchen. 
2402  Grabfigur. 


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50 


49  Nachwirkung  de*  4.  .Ihdta.  — Doidalaaa  von  Bithynien 


Weibliche  Köpfe  2983  b 84  (Statuettenkopie);  2999 
bis  3000;  2250/51;  1702;  18t>3  b;  2200/07. 
Kinderköpfehen  1939  (grüner  Banal t). 

Nachwirkung  des  4.  Jhdts. 

lleraklt«Mtatiie  nach  Typen  de«  4.  Jhdts.,  römisch 
2706. 

Znintatuette  nach  Typen  de«  4.  Jhdts.,  hellenistisch 
2448. 

Tiere. 

I/iwe  (Grnhstatuc)  2056. 

Gefäße. 

Grahlckytho«  2686. 

Malerei. 

( iemälde  dt*  4.  Jhdts.,  Vorbild  der  Charitengruppe  ? 
2976/78. 

Porträt. 

Sogen.  Alkibiades  2882/84. 

Alexander  Rondanini  2131 132. 

2812  (Lyaippisch). 

Helioskopf  Alexander-Ähnlich  2257. 

Idealkopf  Alexander-ähnlich  1818. 

Aus  Priene,  aus  Pergamon  2847 /St. 

Aristoteles  2859/60. 

Kuripidt*  1982/83  (Herme);  1658. 

Sokrates  (Lysipp)  2767/68. 

„Solon“  2368/70. 

, .Sophokles“,  nicht  Lateran -Typ,  von  Silanion  oder 
Kalamin?  1980/81. 

Philosoph  X Sp.  59  2834  W\ 

Bärtige  Köpfe  2670/71;  2109/60;  1700/01. 

Weibl.  Kopf  (dem  Kaulbachschen  Typ  verwandt) 
2352. 

Reliefs. 

GrabreLiefs  (attisch)  2685. 

Fragmente  2.392;  2579;  2874. 

Votivreliefs  2663. 

Fragmente  1735;  2030;  2050;  2226  (4.  3.  dhdt. 
v.  Chr.). 

Toten  mahlrelief  2580. 

Metope  2051. 

Basis  nach  Vorbild  aus  der  Zeit  der  ephemsrhon 
Süulenreliefs  2218/20. 

Relieffragment  1731  (1.  Hälfte  de*  4.  dhdt«.). 

D.  Hellenistische  Kunst. 

Verschiedene  Werke  vom  Ende  des  4.  Jhdts. 

Athens  2390  (Schülerkreis  des  Praxiteles). 

Weibl.  Gewandstatuen  2409  (nach  Praxiteles). 
2484 (hellenistisch?  Praxiteiiache  Gewaudanlago). 


Beginn  der  hellenistischen  Epoche. 

Artemis  (Kopenhagen),  früh  hellenistisch  2014; 

ähnliche  Artemis  2799. 

Asklepios  (Statuette)  2532. 

Demeter  2902. 

Hermaphrodit  (oder  Aphrodite)  2289  90;  Replik 
2745. 

Priap,  Kopf  2040  41. 

Pascjuintigruppe:  Menelaos  1884/85  (älter  als  die 
Figuren  des  a Malischen  Weihgeachenks). 

.Satyr,  Schnippchen  schlagend  2943/44 (vom gleichen 
Künstler,  wie  der  Faune  rosso  im  Vatikan). 

Ikk'kchen  tragend  1570/71. 

Silen-Statue  nach  lysippischen  Motiven  2452. 

Männl.  Statuen  2531  (Statuette). 

Knabenstatuen  2973  (Tegel);  2982  (Toroo  m. 
Mantel). 

Männl.  Köpfe  2026  (Jünglingsköpfchen);  23*4 
(jugendl.  Idealkopf);  2416/17  (Beginn  der 
Diadochenzeit). 

Weibl.  Gewandstatuen  1555  (nach  hellenistischem 
Vorbild):  1737  (Statuette,  verwandt  H ekler 
Typ  XXI);  2206,98  (Mädchenstatuette);  2527 
(Fmuonstatuette  mit  archaistischem  Idol);  2649 
(Kopie  nach  frühheUcnistischer  Frauenstatue); 
2560  (Statuette);  2725. 

Pergamenisch. 

Attalisehes  Weihgeschenk : Knieender  Perser  (Galle, 
ria  dei  Candelahri)  1539/41  (verwandt  kauernde 
Aphrodite). 

Ähnlicher  Perser,  Stütz-Figur  1603. 

Grieche  1884/85  (verwandt  Gallier  Ludovisi). 

Gallier:  Kopf  eine«  gestürzten  2542/43. 

Kopf  eines  toten  2544. 

Kopf  eine«  stürzenden  2550/51. 

Herakles  mit  Telephon  (Louvre)  2693  (verwandter 
Torso). 

Attalos  I.  und  Frauenkopf  Berlin  2857/58  (vgl.  mit 
Marsyas  von  Agram). 

Kampfgruppe*,  römische  Virtus  mit  unterlegenem 
Barbar,  Zusammenhang  mit  pergamenischer 
Kunst?  2779/81. 

Gigant  (Torso),  pcrgameniseh-rhodisch,  nicht  vom 
attalischcn  Weihgeschenk  (Kopenhagen)  1799 
bis  1800. 

laufender  Gallier,  nicht  pergamenisch  2894. 

Jünglingstorso,  nicht  vorpergamenisch  297072. 

Weibl.  Kolossalkopf  2738/40  (oder  römisch?). 

Porträt:  Alexander  aus  Pergamon  2847/61  (ver- 
wandter Herakles  köpf). 


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51 


Boethoe  — Nicht  fixiert«  hellenistische  Werke 


52 


Doidalsas  von  Bithynlen. 

Kauernde  Aphrodite  1 $39/41  (drei  Typen;  Zusam- 
menhang mit  pergamenischer  Kunst?). 
2307/08  (verwandter  Kolossal  köpf). 

Boethos. 

Knabe  mit  der  Gans  1918. 

Komisch«*  Nachahmung  2443. 

Gruppe  ?. weier  Kinder.  Frgmt.  der  gleichen  Zeit 
2197. 

Rhodisch. 

Philiskoa  (Musen)  2300  (Repl.  einer  Muse);  2852 
(nicht  von  Philiakos);  IX  Sp.  48  (D.  230). 
Anchirrhoe  2651  (Koplik);  2802/03  ; 2980/81. 
Polyhymnia  (Vatikan)  2794  (Zeit  de«  Philinko* 
oder  hadrianisch  ?). 

Polyhymnia  (Berlin)  2802/03  Koplik,  zusammen 
mit  Koplik  einer  Anchirrhoe  gefunden  (Datum: 
zweite  Hälft«  de«  2.  Jhdt#.  v.  Chr.). 
Philiskosmusen  verwandter  Typus  < Hekler  Typ 
XXI)  2843. 

Verwandte  Statuette  2878. 

Laokoon  ähnliche«  Köpfchen  2629/30. 

Daran  erinnernd,  Atlas  1995. 

Aegyptlsch  alexandrinisch. 

Sarapis  2668/69. 

Aphrodite,  sandalcnlöftend  1951  Mitte. 

Köpfchen  2428  29, 

Weibl.  Köpfe  2450  51. 

2299  (nach-praxitelim-h-alexandrinisch). 

1863  a. 

Damophon. 

? Artemistorso  1815. 

? Heraklesherme  2730. 

3.  Jhdt.  v.  Chr. 

Capitolinische  Aphrodite  ( ?)  S.  oben  Sp.  48. 

Apoll  (Kyrene)  2879  nicht  prnxitelisch. 

Marsyaa  ( von  Agram)  Kcplik 2857/58 ( End© 3.  Jhdt. ). 
Zeusstatuette  (um  200,  nach  Typ  des  4.  Jhdts.) 
2448. 

Sitzender  Greis  (Statuette)  2925. 

Weibl.  Gewandstatue  (frühestens  3.  Jhdt.)  2907. 

2.-1.  Jhdt.  v.  Chr. 

Arche]  nosrtdief:  Apoll  1356. 

Weibl.  Mantelstatue,  an  Figuren  des  Reliefs  und 
an  kleine  Herculanenserin  erinnernd  2806. 
Asklepios  von  Melos  2333/33  (verwandte  Asklepios, 
statue)  2760. 

Eros  und  l*svche  (Torso  von  einer  solchen  Gruppe) 
2530. 


Münchener  Spinnerin  2945/48. 

Replik  X Sp.  53.  2786/87  «. 

Weibl.  Gewandstatuen  1537  (Zeit  der  Pudieitia). 
2863/64  (Variante  der  Pudieitia.  Vatikan; 

2.  Hälfte  des  2.  Jhdts.). 

1556. 

Späthellenistisch. 

Artemis- Statuette  (mehr  A.  von  Versailles  als  A.  C-o. 
lonna  verwandt)  nach  späthellenistisehcm  Typ 
2797. 

Kolossale  Sitzfigur,  männlich  2372. 

Weiblich  (Frgmt.)  2478/80. 

Knabenkopf  (oder  römisch  ? Sklavenstatue  Berlin 
aus  Tarent  verwandt)  2643/44. 

Nicht  fixierte  hellenistische  Werke. 

Aphrodite  von  Syrakus,  ähnl.  .Statuen  2746;  2765; 
Kopf  1936/38. 

Pringsheim  2292  (Verwandte  Statuette). 

2527  (nach  hellenistischem  Original  ?). 

Sandalen  lösend  2749. 

Artemis- Statue  2742. 

Kospigliosi  (Kcplik  de«  Torso)  2682. 

Ariadne  schlafend  1552. 

Athena-Kopf  (nicht  praxitelisch)  1877. 

Dionysos,  Kopf  (Typ  der  sogen.  Ariadne)  1878. 
Herakles,  Kopf  2847/51. 

Als  Kind,  Statue  1852/54. 

Herme«  als  Kind,  Kopf  2247,48. 

Isis?  Kopf  2594/95. 

Knalie  mit  Vogel  spielend  2735. 

Gefesselt  2733. 

Im  Mantel  2723;  2726  ; 2756. 

Kro peziontreter  2707  (ähnl.  Bewegung). 

Mädchen  von  Anzio  2763  (verwandt©  Statue,  Bac- 
chantin). 

Marsvas,  aufgehängt.  2270. 

Pan,  Kopf  (attischer  Typ)  1945. 

Sitzend  (Statuette)  1944. 

Statuette  2648  link«  u.  recht«  (rechts  ithyphnl- 
lisch). 

Satyr,  Kopf  lachen«!  1921;  Kopf  2152. 

Auf  Delphin  reitend  2761/62. 

Koloesalstatue  2712. 

Silen,  Kopf  2639/40;  Torso  2198. 

Männl.  Statue:  Torso  (praxitelisch«  Nachwirkung) 
vn  Sp.  22  f. 

Sitzstatue  2091. 

Männl.  Köpfe:  bärtig  ( Statuettenkopie)  2985a. 
Junger  Mann  1887/88. 

Weibl.  Gewandstatue  1506  (Statuette);  1798  (auf 
praxitelischer  Grundlage);  1816;  2205  (Muse, 


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53  Porträt  — Neuattiach  54 


Ton«));  2410  (Statuette;  HpätgriechischM  Ori- 
ginal ?);  2841  ( Euterpe);  2906  (Mädcheosta  tue); 
2908  (Fortuna?). 

laufend,  Statuette  2tW7  link». 

Stehende  Frau  auf  Relief,  hellenistisches  Motiv? 
2727. 

Alte  Frau,  Statuette  2301. 

Weibl.  Köpfe  2657/56;  1862. 

1861  (naehpraxiteliseher  Typ). 

Gruppen:  Symplegma  2018;  2562  (Hermaphrodit 
von  Gruppe  mit  Silan);  1738  (Satyr  und  Herma- 
phrodit ? Frgmt.). 

..Aufforderung  zum  Tanz.**  Kopf  der  Nymphe 
264 1 42;21 53;  des  Satyrs  2599  2600. 

Athunm«  und  Learchos,  nicht  hellen istisch,  son- 
dern römische  Erfindung?  2941  42. 

Grabgrup|>e?  Vater  und  Tochter  2771. 

Porträt. 

Demosthenes  2355  56  (auf  CLipeus);  Zeit  de*  D., 
bärtiger  Grieche  1653;  D.  u.  Aristoteles  ver- 
wandtes Porträt  2859  60. 

Epikur  (und  Hermarch),  verwandt  2859  60. 

Verwandt,  etwa«  jünger  (Rel.Kopf)  2875. 

Sitzatatue  dt«  E.  2092/93. 

Metrodor  (Statue,  ähnliche  Mantelmotive)  1998. 

Acsohine«  2401  (verwandte  Gewandstatuc);  ähnlich 
2408. 

Menander  1842  43  ; 2355  .56’. 

Attalos  1.  und  Frauenporträt  aus  Pergamon  2857)58. 

Diadoch  im  Thermen muaeum  J*47j51. 

Unbekannte:  Philosophen  iDoppclherme)  1643/45. 

Bärtiger  Grieche  (Herme)  1654. 

Männl.  Porträt  auf  Clipeus  2353/54. 

Jünglingskopf?  (frühhellcnistisch)  2614/15. 

Griechisch-ägyptisch,  männl.  Porträtkopf  aus  Ba- 
salt 2672  73  (3.  2.  Jbdt.  v.  Chr.). 

Perser?  Männl.  Porträt  mit  Kopftuch  2926  27. 

Mann  im  Himation.  sputhellenistisch  2666. 

Sitzender  Greis,  Statuette  1610. 

Alte  Frau  1899  1900. 

Relief. 

Grabrcliefs  1745;  2958  (Kulak tos). 

Spät  griechisch  2584;  2587  ; 2959  (Nikoldos). 

Totenmahlreliefs  2956  (Ende  4.  Jlidt.). 

2957  (Beginn  des  Hellenismus). 

VII  Sp.  23  o (2.  Jhdt.  v.  Chr.). 

Sarkophag- Platte  1897. 

Verschiedene  Reliefs:  2964  (München)  Rel.  mit  ge-  1 
flügelter  Figur. 

Fragmente  1744;  2031. 


E.  Italisch-Etruskische  Kunst. 

Bronze. 

Etruskisch-archaisch : Nackter  Jüngling.  Statuette 
(um  500  v.  Chr.)  1956  rechts  1957  rechts. 
Reiter,  Statuette  (altertümlich)  2678. 

Nicht  datiert:  Athens- Statuette  1958  links. 

Terrakotta. 

Zwei  weibl.  Büsten  ( Unterweltsgött innen  ?)  2700. 

Urnenreliefs. 

Paris  von  seinen  Brüdern  bedrängt  7560. 

F.  Römische  Kunst. 

Umarbeitungen  und  Varianten  älterer  Kunstwerke. 

Aphrodite  (Capitol),  Varianten  2015;  2537. 

Apoll  von  Kyrene  (Variante)  2879. 

Kopf  (röm.  Erfindung?)  2267. 

Artemis  von  Versailles  (Variante)  2801. 

? Artemis  2798. 

Herakles  (H.  Farnese  verwandte  Statue)  2793. 

Römische  Kompilation  ? 2891. 

Herrn««  (Vorbild  myroniach-kresiläisch)  1855  56. 
Mänadr,  Kopf  (Vorbild  phidinsisch)  2373  75. 
Männl.  Statue  2893  (römische  Erfindung?). 

Weibl.  Gewandstutuen: 

2806  ; 2842  (Variante  von  Hehler  Typ  XLI);  2844. 
Musen  2790  ; 2861/62  (nach  Urania  Vatikan). 
Künstler  und  Kopisten. 

K leomene*  1568  (Kopist  der  „Thespiaden“). 
Stephano«- Figur  2106/07. 

Kopfreplik  2127/28;  Torso- Replik  2258. 
Oreet-Elektra-Gruppe:  Elektra  1853  (weibl.  Figur, 
Typ.  d.  El.). 

Verwandter  Kopf  2125/26. 

Parteiisch,  Gruppe  von  Ildefonso  1588  92. 

Höre,  Statue  2909. 

? Kopf  (Dionysos)  2259. 

Schule  von  Aphrodisias:  Künstler:  Atin.  Syneros? 
1752  55  Anm. 

Nahestehend?  Grupp«*,  Apoll  und  Daphne  211*9. 

Neuattisch. 

Rundskulptur:  (?)  Madrider  Musen  1568. 
Mädclienstatucttc  (nicht  4.  Jhdt.?)  221*3  95. 
Aphrodite  Capitol,  Umarbeitung  2015. 

Apollon  2013. 

Artemis,  archaisierend  2096. 

Reliefs:  Von  dreiseitigen  Busen:  1680  82;  1756  58; 
2469  71  (flavisrh);  2472,74  ( Kcnai-ssanccfal- 
schung);  2516/18;  2534,36  ; 2555  57  ; 2567/69. 
Mit  Eroten  2475/77;  2481/83. 

Kandclabcrbasis  2218  20. 

Runde  Basis  (oder  Altar)  2320,22. 
Basisfragment  VII  Sp.  24  v. 


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Archaistische  Werke  — Verschiedene  Werke  de*  2.  Jhdta.  n.  Chr. 


56 


Putcal:  Mit  Kalathiskustänzcrinnen  2318/19. 

Mit  baechisehen  Szenen  1090/93;  2991  04. 

Mit  Athenagebuit  ( Matirider  Putcal)  1724,30;  da- 
nach Moirenrelief  2990;  nicht  dazu  gehöriges  Re- 
lief 2988  (sitzender  Zeus)  und  2989  (Prometheus)? 
Relief-Gefäße:  Fragment  1689. 

Eiförmig  1694/90. 

Verschiedene  Reliefs:  Fragment,  schreitende  Höre 
2964. 

Reliefs  mit  Satyr-Mänadc  1687/88. 

Mänaden,  vier  zusammengehörige  Rel.  1093 ‘80. 
Kampf  um  den  Dreifuß  VII  8p.  24  x. 

Zwei  Nymphen  und  Silen  VII  8p.  24  v. 
Archaistisches  Frgmt.,  Dionysos  1920. 

Archaistische  Werke. 

Artemis  2096;  2592,93. 

Amazone,  Statuette  mit  archaistischen  Zügen 
1906  08  (Fälschung). 

Hennen:  Priap  1786  87;  I960  (Augusteisch). 
Bärtig  2183  84. 

Doppelhenne  oder  Telamon  ? 2823/25. 

Sphinx  auf  Bronzeplakette  1954  links. 

Victoria  mit  archaistischen  Zügen,  campanische 
Bronzestatuctte  1955  rechts. 

Weibl.  Gewandstatoon  1505;  1759;  2724; 

2461  04  (archaistisch  ?). 

Weibl.  Kopf  2923/24  (Frisur  des  Mantuaner  Apoll). 
Reliefs:  Fragmente  1813;  1920. 

Ara  Gittstiniani  2215/17. 

Verschiedene  Werke  aus  der  Zeit  der  Republik. 

Herakles  2847/51. 

Toga- Statue  X Sp.  5ß.  2790,  95. 

Reliefs:  Ahenobarbus- Basis  2019. 

Grabrelief  2214  Mitte. 

Relief  mit  Schiff  293«. 

Arbeit  der  Katserzeit. 

Alte  Frau,  Statuette  1994. 

? Männl.  Torso.  Bronze-Herakles  Vatikan  verwandt 
2225. 

Verschiedene  Werke  der  frühen  Kaiserzelt. 

Augusteisch:  Ara  Paris  2019;  2317  (Trapezophor, 
verwandte  Arbeit). 

Untersatz  2935. 

? Grabrelief  1965. 

Julisch-Claudisch:  Atlas  (Statuette  mit  Inschrift, 
datiert  49  n.  Uhr.)  1814. 

Prinzenstatuen  2 108 >09. 

Fragmente  von  einem  Grabgebaude  (Gladiatoren- 
Relief  Chieti)  2007  08. 

Reliefs:  Fragmente  2224  (eher  tiberianisch  als 
tr&janisch). 


Triton  und  Nereide  (dem  Gebäude  der  Eumachia 
gleichzeitig)  2575. 

Grabstein  des  Zosimos  2665. 

„Hellenistische  Reliefs“,  Fragmente  2240,  2241. 

Flavisch:  Nike  von  Brescia  2045  (verwandter 
Reliefkopf). 

Historisches  Relief  mit  Darstellung  eines  Trium- 
phes 2034. 

Nicht  genauer  fixiert:  Togastatuen  2097;  2213. 

Fragmente  von  Reiterstatuen  1996. 

Tischfuß  1743. 

Reliefs:  Vierseitige  Basis  2588/91;  Oscillum- 
Fragment  2995  rechts  2996  links. 

Erotenreliefs  2574  ; 2577. 

Fragmente,  Prozession  mit  l#aren  2231. 

Verschiedene  Werke  trajanisch-hadrianischer  Zelt. 

Trajansbogen  2100;  2845 / 40  (Ornament). 

Artemis.  Statuette  2797. 

Helios,  Büste  2444/40. 

Sarapis,  Büste  1951  links.  • 

Telesphorus  ? 2949. 

Polyhymnia- Replik  (spätbadrianiseh  ?)  2794. 

Weibl.  Gewandtorso  (abgeleitet  von  Athena  Hope- 
F&meee)  2805  links. 

Frauenstatue  1801. 

Togastatue  2055. 

Daker  (hadrianisch  ?)  2807. 

Reliefs:  Historische  Reliefs,  Fragmente  2143;  2145 
(flavisch  oder  hadrianisch  ?);  Fragment  (zeitlich 
zwischen  Trajansäulo  und  Markussäule)  2807. 

Maskenreliefs  (Ende  I.  Jhdt.  nach  C’hr.)  2962,03. 

Mercur-AJtar  2845/40;  Grabaltar  (mit  Porträt- 
Büsten  und  Inschriften)  2868. 

Grabaltar  (Sextus  Pedius  Hirni  tu»)  2796. 

Grabrelief  ('.  Rubrius  Urbanus  (vorhadrinnisch) 
2938. 

Sepulkrales ( ?)  Relief,  Herakles  mit  Omphale2572. 

Hochzeitssarkophag  2033. 

Verschiedene  Werke  des  2.  Jhdts.  nach  Chr. 

Antonmisch:  Mithras  mit  Stier  2547. 

Area-Aphrodite  (Gruppe,  nicht  vorhadrianisch) 
2782. 

Kybclc,  Statue  (Zeit  des  M.  Aurel.)  2345/47. 

Windgott,  Relief  köpf  2044. 

Frau  mit  Mauerkrone,  Kopf  2189. 

Weibl.  Kopf  (nach  Typ  des  5.  Jhdts.  v.  Chr.,  nicht 
vorluidrianisch)  2616/17. 

Weibl.  Peplosfigur,  Karyatide  2786  87. 

Tiefgegürtete  Frauenstatue  2718. 

Klassizistischer  Jünglingskopf  2966,69. 

Reliefs:  Runde  Basis  (mit  Porträts  der  antoni- 
nischcn  Familie)  2361  /05. 

3 


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57 


Verschiedene  Werke  de«  3.  Jahrh.  n.  C‘hr.  und  der  späteren  Kaiserzeit. 


Maskenreliefs  2060/61 ; Oscillum  2005  links  2000 
rechts ; Frgmt.  von Relief-Vase  ? (Zeit  d. Com- 
mndtis)  2805  recht«;  Frgmt.  eine«  Kinder- 
snrknphag»  {»pätHritoninisch)  2070  oben. 
Grahrelicf  (Zeit  de«  Marc  Aurel)  2301. 

2.  Hälfte  de»  2.  Jahrhundert«:  Ammonköpfchen 
2407/06. 

Helioskopf  2257. 

Dioskur  (um  200)  2512. 

Weibl.  Kopf,  Kybele  oder  Stadtgöttin  (um  2(40) 

2627,28. 

To^iaUtuen  27 H5;  2835/37;  2715. 

Reliefs:  Bacchiaehe  Szenen  2034. 
Sarkophagdeckel  (Selbstmord der  Altham)  21541. 

Verschiedene  Werke  des  3.  Jahrh.  n.  Chr.  und  der 
spateren  Kaiserzeit. 

Togastatue  mit  < ontabulatio  2020. 

Relief»:  Rel.  mit  Signum  2123. 

Grabrelief«:  de»  Gladiators  Baton  (Caraealla« 
Zeit)  2324;  ein»’»  römischen  Ritters  (Gordia- 
nisch)  2252;  2360  (Gordianisch);  2573  (grie- 
chisch). 

Sarkophag  (Mitte  3.  Jhdt.)  2100. 

Nebenseiten  eine»  Sarkophag»  2578;  2583. 

Römisch,  nicht  näher  bestimmt. 

Artemis,  Statuette  21HM. 

Atliama»  und  Learehos,  Gruppe  (röm.  Erfindung?) 
2941/42. 

Athen«  oder  Roma?  Kopf  260162. 

Blutenkelch,  au»  dem  ein  Knahc  auf»tcigt  1054 
recht«. 

Elefantenprotome  2809  10. 

Eros  mit  Fackel,  Br.-Statuette  26SO. 

und  Psyche,  Gruppe  2187. 

Dionysoskopf  2423/24. 

Fortuna  (verwandt  Aphrodite  Valentini)  1544. 
.,Flußgott“-Maske  (Quirinus?)  1627. 

HrraklcH  sitzend,  Statuette  2694. 

Hermes,  Br.-Statuette  1883; 

Kopf  2688  80. 

Isis- Priesterin,  Statue  2400. 

tar,  Br.-Statuette,  Kopf  nach  Typen  des  5.  Jhdt». 
v.  Chr.  1773  74. 

Nereide  auf  Seedrachen  (dekorativ?)  2185. 

Nike,  Statuette  2554. 

Nil  (nicht  nach  hellenistischem  Vorbild)  2336. 
Roma  1848,40;  1070  72  (Kopf);  2661  62  (Kolossal- 
köpf). 

Satyr,  Böckchen  tragend,  Hüftherme  2200. 
Surapi»,  Doppelherme  2190  01  (späte  Arbeit); 

stehend  1017. 

Silen,  Statuette  2653. 


58 

Silvan  1770. 

Tellus  2731  (Brustbild). 

Zeus,  Kopf  (röm.  Erfindung  od.  Kopie?)  2621»  21. 
Mannl.  Statuen  (s.  auch  Porträt):  Heroisch  2371 
(nackte  Dckorntionsfigur  m.  aufgestütztem  Fuß); 
2208 (Torso) ; 2222 ; 2561  ;2702;  2705 ( vom  „Dir», 
medee“ abgeleitet);  2713;  1003  u.  2058  60.  poly- 
klctisch  beeinflußt ; l823(Nerva  ?); sitzend 27 10. 
Fragment,  linker  Arm  (von  Kaiserstatue ?)  2222. 
Bekleidet  2138  (Torso);  2028. 

Himat  ionstat  ue  2401. 

Toga- Statue  26457  (griech*.  Arbeit  ?);  sitzend 
2950  53. 

Panzerst«  tuen  1606;  1821  (Torso). 

Weibl.  Gewandstatuen  (s.  auch  Porträt): 2010; 2011. 
1827  (mit  praxiteiischen  Motiven);  1820  (Typ 
Hekler  XXI  p);  1817  (nach  älterem  Vorbild). 
1768  70  (Antonia  ?). 

Weibliche  Köpfe  2784;  VII  Sp.  J3q  (verschleiert). 
Relief»:  rlipcu»  2030. 

Brunnenschmuck,  dekorativ  2732. 

Fragment  von  Reliefgefäß  1742  links. 

0»cillum  mit  Masken  1804/05. 

Relief  mit  Kentauren  (späte  Arbeit)  2581 ; keltern- 
den Satyren  2582;  Widder  236t»;  fünf  Frauen 
1607;  Stier  1698;  Eber  1690;  Fasces  2057. 
Hcraklestaten  2188. 

Votivrelief  (an  Silvan)  2325;  (an  Zeus  Brontoo, 
nicht  Kopie)  2350. 

Grabrelief  2255  (ungedeutet). 

Historische«  Relief  (Provincia?)  1810. 
Sarkophag:  Kindersarkophag  2214  oben. 
Nebenseiten  2585  86  ; 2719  (Pasiphae);  Deckel 

2804  oben  rechts. 

Fragmente?  1741  (Marsyas);?  1802  07  (Gallier- 
kampf); 11446  47  (Orestcs-S.);  2156  (Al- 
thaia); ?2804  oben  links;  2804  unten  link»; 

2805  Mitte;  VII  Sp.  31c. 

Aschenurne  1777. 

Ara,  kleines  Altäre hen  1949. 

Grabaltar  (P.  Egnatius  Nicephorus)  2940;  2099. 
Grabfigur:  Hypnos  1775. 

Bronze. 

Mar«  Ultor  (auf  Bronzeleiste)  1958  rechts. 

Drei  Figuren  von  Pfcrdebrustschmuck  1959. 
Votivhand  1977/79. 

Bttstchen  eines  Wagenlenkcrs  2029. 

Terrakotta. 

Campan&rcUefs  2687;?  VII  Sp.  31  d (Fragmente). 
Italisches  Relief  (Dionysosgruppe)  1066. 

Stirnziegel  (mit  Athenadarstellung)  2211/12. 

; Relief  1866. 


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59 


Bronze  — Porträt 


Malerei. 

Pompejanisch : Herma phroditenfresko  in  Neapel 
1642. 

Wandgemälde:  En«,  Aphrodite  den  Bogen  ent- 
reißend 1914. 

Mosaik:  Villa  am  Meeresstrand  2081. 

Glyptik. 

Agat  hangeln«- Gern  me  (Berlin)  192X160. 

Aldos- Gemme  2733. 

Sard  Marlborough  (Augustus  als  Herme«)  205X160. 
Gemmen  1948  ( F urtwgler.  Tafel  LXV,  52);  2399 
(Furtwgler.  XXXVIII,  30). 

Architektur. 

Fragment  2214  unten. 

Porträt. 

Republikanisch  ‘.Männlich:  1669  70  (falsch);  1671172 
sogen.  Julian;  1824  (kolossal  mit  Eichenkranz); 
1804;  190 1 ,02 ; 2003  04 ( Kopf, velatus); 2027/28; 
2308;  2564  05;  2819  20;  oder  griechisch? 
1844/45. 

2300/10  (roter  Porphyr,  echt  ?);  2074/75  (schwar- 
zer Basalt). 

VII  Sp.  40  (Cäsar  ähnlich);  2328  (Cäsar  ähnlich, 
falsch?). 

Pompejus  2037/38;  S.  Pompejus  ähnlich  1928:30. 
Togastatue  2019. 

Keliefporträt  auf  Deckel  2100. 

Weiblich:  2133  (Statue). 

Augusteisch : Männlich:  Augustus.  Statue  1005; 
Kopf  VII  Sp.  32;  Sp.  23  t (jugendlich);  auf 
Toga-Statue  2715;  1953  rtxdits; 

Cajus  Cäsar  2329  (falsch). 

Unbekannte:  1703  (männl.  Büste);  1820  rechts 
(Kahlkopf);  2311  (echt?);  2399  (polykletische 
Anklänge?);  2930  31;  2926  27  (augusteische 
Büste,  Kopf  mit  Turban);  Knabenkopf  2070  77. 
1941,43  (Sklavenknabe?). 

Weiblich:  Ideales  Frauenporträt  209597. 
Claudisch:  Männlich:  Tibcrius  1765/67  (Sitzstatuc); 
Männl.  Torso,  Replik  de«  sitzenden  Tiborius 
Lite  ran  2710. 

Drusus  Minor  1606,67;  1763  64. 

Jugendlicher  „Caligula“  1926/27. 

Claudius  (Bronzekopf)  1702. 

Nero  Vll  Sp.  23r ; als  Kind  2312. 
Unbekannte:?  1967  69;  2950/53;  1668  (Zeit  des 
Nero;  Jugendlich  1663  64;  1783  (Knabe); 
2757/59  (Kinderpnrträt). 

Statuen:  1604  (Primonstatuc);  1903  (heroische 
Statue);  Togatus  2400  ; 2838  39  (Kopf  tibe- 
rianisch). 

Weiblich:  Antonia?  1708/70  (Statue);  2340,41 


60 


(Statue  noch  Typus  d.  4.  Jhdts.  v.  Chr.);  2337 
(Statue  strengen  Stils);  1007,09  Statue,  Agrip- 
pina  ähnlich). 

Weibl.  Köpfe:  2491  ( Agrippinafrisur);  2813 
(Agrippina  ähnlich);  1953  links  (Agrippina- 
frisur); 2357  (Büste);  2012/13. 

Flavisch:  Männlich:  Vitellius  (modern)  1783;  2636. 
Domitian  2785. 

1760/61;  1922/23;  2161  (oder  republikanisch?); 

2876,77  (idealisiert);  2929. 

Caltilier  (Relief porträts)  2240. 

Knaben  portrüt  2980  87. 

Statue  (Nerva?)  1823. 

Weiblich : 1677, 78  (neronisoh-othonisch  ?)  :1675/7G 
(Frisur  der  Julia  Titi);  2868  (auf  Grabaltar). 
Trajanisch:  Männlich:  Trajan,  Statue  1822;  Kopf 
2467/68;  2835  37  (mehr  Trajan  als  Vespaaian 
ähnlieh).  Caltilier  2254. 

Unbekannte:  2313;  2808  (auf  Grabaltar). 

Knabe  1771;  Gruppe,  Mann  u.  Mädchen  2771. 
WciblUh:  Statue  2245;  Kopf  2314  (als  Mond- 
göttin); 2549  ; 2484  (auf  Gewandstatue);  2724 
(auf  archaistischer  Statue);  2528  (auf  nicht  zu- 
gehöriger Aphroditestatue);  2572  (auf  Rel.  als 
( Imphaie). 

Hadrianisch:  Hadrian, (moderner  Bronzekopf) 2330. 
Antinoua,  Kopf,  1588,92. 

1658  (grieeh.  Inschrift:  T.  Stateilios;  Büste, 
Chiton  mit  übergeknüpftem  Fell). 

2453  (junger  Römer). 

Weiblich:  Altere  Faustina  2315;  2817/18  (ältere 
Kaust  ina  ?). 

Zeit  der  F.  1859/60  ; 2549;  2814/15  (Büste  tra- 
janisch). 

Antoninisch : Männlich : Antoninus  Pius  ( Bronze, 
modern)  2331 ; Lucius  Verus,  Büste  VH  Sp.23s ; 
Togastatue  1772. 

Porträts  der  antoninischen  Familie  auf  runder 
Basis  2361  65. 

Unbekannte : 1 630(aln  Herakles  ?) ; 1 665 ; 1 67 1 72 
(Ende  d.  2.  Jhdts.  n.  Chr.);  2144  (Arzt);  X 
Sp.  59  i f>  (Zcitde«  Conunodus);  2631  32  (Grie- 
che, Ende  des  2.  Jhdts.  n.Chr.?).  Statuen  2435; 
2783  (Knabe,  Bronze). 

Weiblich  : 1826;  1827 ; 2832  33  (jüngere  Faustina) ; 
2806  (Zeit  Julia  Ilomna);  2821  22  (Didia 
Clara?). 

Statue,  (Typ  Aspaaia)  24 19 / 20. 

Mann  und  Frau,  auf  Grabrelief  2256. 

3.  Jhdt.  n.  Chr.:  Porträtköpfe  2872/73. 

Männlich:  Alexander  Severus  2791/92. 

1.  Hälfte  3.  Jhdt.,  1931  32;  X Sp.  59.  A; 
2816  (Zeit  de«  Caracalla);  2826,27;  1924/25; 


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61 


Vorrömisch  in  Spanien  - Zeitlich  in  den  Texten  nicht  fixierte  Werke 


2734  (als  Herakles);  2608/99  (Zeit  de«  Gnl- 
IicmiH);  2872  73  (Zeit  Trajnnus  Dccius). 

2358  (Togatus). 

2100  (auf  Sarkophag,  an  Philippus  Arahs  er- 
innernd). 

Weiblich:  2310;  2710  (Zeii  der  .lulia  Mammaen; 
aus  Älterem  umgearbeitet?);  2011;  2032  (um 
220);  2033  (um  240). 

2842  (Zeit  der  Ütacilia  Seren  oder  2.  Jhdt.  ?). 
2343,44  (Statue  umstilisiert  nach  Typus  der 
großen  Herkulanenscrin). 

4 Jhdt.  li.  (’hr. : Gajus  (’aelius  Saturninus  2213. 

Constantin  II.?  (Kolosaalkopf)  2808. 

Nicht  genauer  fixiert : Männlich : 1840  47  (Kahlkopf 
mit  Kreuznarbe);  1084  85  Herme  ( weder  Cicero 
noch  Seneca);  2425  20  (Pasticcio  ?). 

Weiblich:  2050  00  Römerin  ah  Juno  (Art  der 
Juno  Ludovisi). 

Stuekniasken  aus  dem  Kay  um  VII  Sp.  24  r. 

G.  Varia. 

Vorrömisch  in  Spanien. 

Kalksteinfiguren  aus  «lern  Cerro  de  los  Santo« 
(iberisch)  1708  13. 

Aegyptisierende  Statuen  (falsch?)  1715/16. 
Kentaur  (Bronze;  archaisch  grieeh.  Import ?)  1717. 
Eber  1704. 

Stier  (mit  Menschenkopf)  1714,  nach  habylon.  Vor- 
bildern; Köpfe  ( Bronze)  1705  07,  Mykcnischem 


Dionysos  als  Kind  (Rosso  antieo)  2280;  1837  38 
(bärtig). 

Flußgott,  (Kofossalkopf)  1052. 

Flora,  Kopf  VII  Sp.  22g. 

Ganymed  ( Relieffragment)  1948. 

Hekataion  2559. 

Herakles  1548. 

' Alter  Hirt  (Statuette)  1898. 

Jood.  Isis  1610  18. 

Kentaur  2271/72  (farbiger  Marmor). 

Knabe  mit  Fischen  1742  rechts;  Torso  2750. 

Kore  (Gewandstatue)  1909. 

Kvbele?  VII  Sp.  23 n;  VH  Sp.  31a  (Statuette). 
Mithras  2249  Mitte. 

Masken  2521;  2571. 

Nil  2279  ( Basa Itsta tue). 

Odysseus  unter  dem  Widder  (späte  Arbeit)  2281. 
Paris,  Kopf  mit  Mütze  2764. 

Priap  1892  (Statuette);  2249  links. 

Priester  2634  35  (ägyptisch). 

Priesterin  2655  (orientalisch). 

Pan,  Statuette  1739. 

Satyr  1740  (mit  Schlauch);  2717. 

Selene  (Statuette)  1891. 

Silen  1935  (Statuette);  2095  (Brunnenfigur,  rö 
misch?);  2129  30  (liegend). 

Sklavenknabe  schlafend  1975  links. 

Triton  2094. 

Tänzerin  2979  unten  (Statuette). 


verwandt  ? 

Münzen. 

Griechisch  2492  (Bild  des  Apoll  Lykeios);  2739 
(Megalopolis,  ithypha llischcr  Herakles). 

1501(03  des  achäischen  Bundes  (Zeusfigur). 

Italisch  2309(10  (C'apua,  Atella,  mit  Elefanten). 

Römisch  2592/93  (Augusteisch,  archaistische  Ar- 
temis). 

2832  (Faust  ina  Minor);  2782  (Faustina  Minor, 
Medailkm). 

2821  22  (Didiu  Clara,  Manl.  Scantilla). 

Zeitlich  in  den  Texten  nicht  fixierte  Werke. 

Aphrodite  1573  (mit  Muschel);  V 1 1 Sp.  22f  (Kopf); 
VII  Sp.  22h  und  i (Statuetten);  VII  Sp.  23k 
(Torso);  201 6;  2427 ( Statuette);  2441  (mit  Eros). 

Apollon  VII Sp.  3lb( Doppelherme); 2701  (sitzend). 

Artemis  1577  rechts  (Torso);  1797  (Statuette). 

Asklepios  2570  (oder  Zeus ? Grieeh.  Original). 

Athens  VII  Sp.  23,  I (Statuette). 

Attis,  Kopf  2253. 

BacchiHche  Hermen  2202*03. 


Ziege  1679. 

Zeus  mit  Ägis  1504. 

Männliche  Statuen:  1910  b (nackter  Ephcbe. 

Torso);  1919  (Torso  mit  (’hlamvs);  1793  (Torso 
mit  Löwen  feil);  2269  (eilender  Jüngling);  1521 
(nackter  Jüngling,  kolossal);  2707  (Torso);  271 1 
(Jünglingstorso);  2118  (Torso). 

Männliche  Köpfe:  Ideal-K.  2177/78  (bärtig);  2769. 
Porträt-K.  VII  Sp.  23p  (bärtig);  2871  (grieeh. 
Philosoph). 

Weibliche  Statuen:  2778  ((Jewandstatue):  2407 
( Gewandstat  uc). 

Reliefs:  Votivrelief  VII  Sp.  24 w. 

Totenmahlrelief  2576;  2664. 

2195  Relieffragment  (Kentaurenkopf). 

2367  Daphnia  von  Pan  belauert. 

1896  (Relief). 

Krieger  von  Terra kottagiebel  ? 1890. 
Stntuettengruppe  2227. 

Vortierteil  vom  Fuß  einer  Koioasalstatue  2548. 
('annelierte  Säule  und  in  Rindennetz  verhüllter 
Gegenstand  2204. 


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64 


V.  Alphabetisches  Sachregister. 

F.  O.  ibei  Ortmuuneii»  = Fund-Ort. 


Abano  F.  0.  243«"». 

Acemr  2843,46. 

Adler,  auf  Blitzbündel  stehend,  an  Stelle  der  In- 
schrifttafel  auf  einer  Büste  1665. 
Adoration  29.54. 

Adoranten  2957. 

Aegis.  Attribut  de*»  Zeus  1504. 

von  Zeus-Statue  ? 1638.40. 
bei  einer  mann-weiblichen  Doppelfigur 
1973  74. 

Aeuvpten  F.  0.  2026  ; 2299. 

ägyptische»  (alexnndriniKchcH)  Kultsymbol 
? 2293  95. 

Afrikaner?  Nackter  Knabe  1593/98. 

? 2674,-75. 

Agat  hangelos.  (iemme  Berlin  1928, '30. 
Agathodaimon  2663. 

Agaue  (auf  Oscillum)  2995  link»;96  rechts. 

2204  unten. 

Agyieus  Boraos.  (Nicht  A.  B.)  2204  unten. 

Aias  und  Kassandra.  Rel.  2722. 

Aion  2886. 

Aison  ( Vasenmalcr)  1730. 

AknnthuH- Dekoration  2100. 

als  Schildstütze  2766. 

Aktaion  auf  Basisrel.  1757. 

Albano  F.  O.  2282;  F.  O.  2317. 

Alkibades  (sogen.)  2882  84. 

Althaia.  Selbstmord  der  2156. 

Alexander  auf  dem  Bucephalus  ? 1744. 

Alte  mit  Böckchcn  1994. 

Altes  Weib.  Statuette  2301. 

Kopf  einer  Alten.  Porphyr  2326  27. 
Amazone,  Statuette,  (falsh)  1906  08. 
oder  Atalante?  2074. 

Ammon.  Typus  Wörlitz- Boston  1980  81;  2175,76. 
Kopf  ii uf  Fasces  2057. 

Köpfchen  2497 >98. 

Maske  auf  Oseillum  2995  Iinks/96  rechts. 
Amymone.  (sogen.)  Statue  1538;  2744. 

Anakreon.  Kopf  2380/81. 


Anchirrlme.  (sogen.)  s.  u.  Musen. 

Ancona  F.  O.  11813. 

Annius  Vems  2361 '65. 

Antinous,  Kopf  1588  92  (Sp.  21). 

Antonia  1768,70. 

Antoninu«  Pius  1783  (nicht  Antinous). 

Bronze  2331  (modern). 

2361/65  (Porträt  auf  rumler  Basis). 

Anubis  2516  18. 

Anzio  F.  0.  2318/19. 

Apex,  auf  Khren»e*wel  dargest.  2006. 

und  Athlctenknppc  2029. 

Aphrodisias.  Kunstschule  von  . . . 1517/20;  1752/55. 
Aphrodite,  von  Arles  1538;  1542  ; 2080. 

Capitol  1534  36;  KopfrepL  1565  67;  VI 1. 
Sp.  23  m. 

von  Capua  verwandt  1533. 

< Jenet  rix  17.88;  1851. 

Kallipygos  1688. 

Kauernd  1539/41. 

Petworth.  verwandter  Kopf  2861/62. 

Pontia  oder  Euploia?  1542. 

de»  Praxiteles. Torso  1875;  Kopfrepl.  1633/31; 

Kopf  als  MedailloTtHchtnuck  1876. 

V'alentini  2061. 

ihr  Haar  aus  drückend,  Statuette  2292;  Kopf 
1936  38. 

Sands  len  lösend  1951  Mitte;  Torso  2749. 
mit  Ero»  2442. 

mit  Eros  und  Delphin  2015;  2291;  2488  90. 
mit  Muschel  1573. 
halb  entblößt  2288  a. 

Kopf  VII  Sp.  22 e;  2428  29;  2728/29;  2747/48. 
Statuette  VII  Sp.  22h;  2016;  2081/82;  2427; 
2528. 

Statue  2386  88;  2596  98;  2765. 

Torso  VII  Sp.  23  k;  2537. 

? auf  röm.  Sarkophag  2100. 

Votivrel.  an  A.  2226. 

Faustina  d.  j.  als  Venus  ? 2361  65. 
Aphrodite?  2289/90. 


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60  Alphabetisches  Sachregister 


Apollon,  bartlos  ( Alkamcnes  ?)  1872/73. 
vom  Archelaosrel.  1322  25. 
mit  der  Gans  1887. 
in  Kassel,  Kopf  2020  ; 2720/21. 
als  Kitharödc,  auf  neuRtti»cher  Basis  1682; 
1911/13. 

nackt  mit  Kithara  2013;  2529;  2261. 
halbnackt  mit  Leier  1526. 
langge  wandet  1522/25. 

Lvkeios  1879;  2069;  2492;  Kopf  2983  a. 
in  Mantua.  Kopf  2912  13. 

Omphalus-A.  1986  90. 

Sauroktonos  1874;  auf  Sarkophagfragment 
2805  Mitte, 
de»  5.  Jhdta.  2061. 
sitzend  2088;  Torso  2701. 

Doppelberme  VII  Sp.  31  b;  Herme  2167  68. 
Statue  2879. 

? Statue  2267;  ? Torso  VII  Sp.  22,  F. 
Bronze-Statuette  1956  links  1957  links;  22  »1 . 
Kopf  2430  31 ; 2432  33;  2465  06;  2560. 

? durch  Eidechse  bezeichnet?  1967/69. 
oder  Dionysos?  1991;  ? sitzend  m.  klein. 

Mädchen  2771. 
und  Daphne?  Frgmt.'  2199. 

Beziehung  zum  Helenaruuh  ? 2585,86. 
bogenschieöcnd,  auf  Rel.  2690. 

Throne  des  . . 2577. 

Apolloniu«  von  Tvana,  sogen.  1655. 

Aquileja  F.  O.  2681. 

An».  Kleine*  Altärchen  1949. 

Giustiniani  2215/17. 

des  Mercuriua,  niedrig  rechteckig  2845  46. 
Feldaltar  aus  Steinen  aufgetürmt  2962/63. 
der  Gruppe  von  Ildefonso  1588/92. 
Archaismus,  d.  4.  Jhdta.  v.  Chr.  (Dionysosherme) 
1624/25. 

? Karyatiden  von  Tralles  Cherchell  2461 , 64. 
S.  auch  oben  Sp.  55. 

Arrhemoros,  Tod  de«  . . . auf  Grabaltar  2940. 
Architektur-Teil  {Hel.  von  einer  Kaasettendecke?) 
2360. 

Frgmt.,  Sima  des  Apollontcmpels  in  Biutsai 

2955. 

Einfassung  eine«  Totenmahlrel.  2956. 

Area  und  Aphrodite  2782. 

(Borghese)  2882/84. 

Ariadne,  schlafend  1552. 

Arimaspen  auf  Campanaid.  2687. 

Artemis,  Kurotrophos  2727. 
laufend  2797  ; 2801. 

Statue  2285;  2286;  2742;  ? 2743;  2014. 


Torso  1577  rechts;  1815  (langt*  Haar);  2682; 
2112/13. 

Statuette  1797;  2283;  2592  93;  2741;  2798; 

2799  (Fackel  oder  Köcher);  2800;  2904. 
auf  Votivrel.  2050. 

Büste  eines  Mädchen«  als  A.  2986  87. 

Arzt,  durch  Wollbinde  gekennzeichnet  2144. 
Aschcnurnc,  röm.  1777;  2241. 

Aschen  behält  er  2323. 

Ascoli  F.  O.  1877. 

Asensi.  ehemals  in  Samml.  A.  1719/20  (Jüngling*- 
köpf).  1731  Hel. -Frgmt.  (aus  Athen). 
Asklepios  mit  Telesphoros,  Statue  2054  ; 2760;  mit 
Kapuzenknaben  2949. 

Statue 2333  35;  2368/70;  Kolossalstatue 2769. 
Statuette  2532;  2866. 

Statuenoberteil  2624,26. 

Kopf  2042  44  (mit  Reifen). 

Büste  2117. 

Herme  2914/15. 

? Votivrel.  an  A.  2090. 
oder  Zeus?  2570. 

-ähnliche  Figur  auf  Rel.  2964. 

Aspasia,  sogen.  2538  39  (Statuettenrepl.);  2419  29 
( Kopf). 

Aspra,  Nympheum  einer  Villa  in  der  Nähe  von  A . 
F.  O.  1910  a. 

j Atargatis,  Statuette  VII,  Sp.  24/25,  zl. 

Athamas  und  Ijcarchos,  Gruppe  2941/42. 

I Athen,  F.  O.  1718  (Dionysostheater  ?);  1771;  1665; 
2503  07;  2975/78. 
gekauft  in,  VII  Sp.  23  K. 

Togastatue,  in  Athen  gearbeitet  2019. 

: Athena,  auf  der  Atlas- Metope  Olympia  1784  85. 
in  Frankfurt,  verwandt  1641/42;  1554. 

Ioee  Bl.  Hall  (ohne  Aegis)  2339. 

Paithenoa  1510/15  (Statuette);  Torso  2704. 
Phidiasisch,  Bronze* Statuette  1722. 
Sevilla-Medici  1508,09  (Kopfrepl.). 

Statue  1508/09;  2390;  2751;  2766  (Hephai- 
steia  d.  Alkamcnes  ?). 

Statuetten  VII  sp.  23.  1.;  Bronze  (aus- 
schreitend)  1958,  1.;  2679. 

Kopf  1877;  2022;  2421/22$  2439/40;  2508/1 1 ; 

2632  33;  2918$  2661/62  (oder  Roma?), 
avif  Stimziegeln,  Palladiumtyp  und  Statue 
2211  12. 

mit  Herakles  auf  Reis.  2215/17. 
sich  die  Ägis  umlegend  2797. 

-Gehurt  (auf  Putoal)  1724  30  ; 2989. 

Athlet,  »ich  salbend  2881. 

Atlas,  knieend,  die  Weltkugel  tragend  1814. 
als  Stützfigur  1995. 


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07  Alphabetische«  Sachregister  (>8 


Atta  Huche«  Weihgeschenk  1799/1800. 

Fig.  vom  . . . 1884/85. 

Attis,  Kopf  2253. 

Attribute  durch  Kopisten  verwechselt  1568. 
au»  Bronze  gearbeitet  1086/90. 
schmales  Brett  ? 2287. 

„Aufforderung  zum  Tanz“  (Kopf  der  Nymphe) 
2153;  2260. 

Augen -Sterne  graviert  1569;  2014;  2023;  2143; 

2288a;  2314  (und  Braue);  2315;  2316; 
2512;  2529;  2560;  2631;  2734;  2752/53; 
2816;  2868;  (schwach)  2960/61. 
Augapfel,  nicht  Pupille  umrissen  2232  33. 
Antik  graviert?  2380/81;  2493  96;  2596  98; 

2577  (Sp.  33  u.)  2620  21 ; 2636. 
Pupille,  Punkt  (wie  Ara  pari»)  2876  77;  leicht 
eingetieft  2249  Mitte;  angedeutet  2143. 
Pupille  hohl  1904/05  ; 2545/46. 

Augen  hohl,  Marmor  2419/20;  2432,33;. 
2920/22. 

Augen  hohl,  Bronze  1 705 ; 1956  links.  1 957  links. 
Pupille  hohl,  Bronze  2943  44  (Iris  ein- 
gelassen); 1723;  2029. 

Pupille  graviert,  Bronze  1786/87. 
in  Silber  eingesetzt  1880/82. 
eingesetzt  (modern)  2330  ; 2331  (Bronze), 
nicht  gebohrt  2144. 

ü berechn ittene«  Lid  an  Grabrel.  4.  Jh.  2874. 
Augustu»,  Togastatue  1605. 

Kopf  (Eichenkranz)  VII  Sp.  23  t.;  1953  rechts; 
2715. 

Büste  (Sarasin)  VII  Sp.  32. 

Said  Marlborough  2058  60. 

Aurelius  Theodorus,  Sarkophag  2100. 

M.  Aurel.  Vitus,  Centurio  2939. 

Azevedo  (Portugal)  F.  O.  (Theater,  liegender Silen) 
2129,30. 

Bacchus,  Throne  des  . . . 2577. 

Bacchantin  2763. 

bacchische  Szenen  s.  u.  Dionysisch. 

Bagdad,  Provenienz  2596  98. 

Bänder,  doppelt  geknotet  in  der  Hand  einer  Frau, 
unerklärt  2150. 

Barbar.  Daker  1673,74  (auf  Pferde  brustschmuck); 
knieend  1959. 

unterlegene  Barbaren  in  Kampfgruppe 
2779  81. 

sitzend,  auf  Clipeus  2939. 

Barcelona  K.  O.  1801. 

Basalt,  weibl.  Kopf,  schwarzer B..  falsch?  1732  3'! 
Kinderköpfchen,  grüner  B.  1939. 

Nil,  Statue  2279. 


Basis,  dreiseitig  neuat tisch  1680,82;  1756/58;  1920? 

Fragment;  2218 '20  (Kandelaber);  2469/ 
2471 ; 2472  74;  2475/77  (Eroten);  2481/83 
(Eroten);  2516/18;  2524/26  (Kandelaber); 
2534  36  ; 2555  57;  2567/69; 
rund  VII  Sp.  24  v.;  2320  22  (oder  Altar?); 
mit  Porträtfiguren  der  antoninischen 
Familie  2361  '65. 
vierseitig  2588/91, 
einer  Dionysosstatue  ? 1752  55. 

Teil  einer  Statuen basis  ? 2188;  2195. 
Verhüllte  (’iste,  Unterlage  einer  Statue? 
2204  unten. 

au»  Bronze  mit  Palmetten  in  Silber  eingelegt 
VII  Sp.  22  d. 

Bassai,  Sima  vom  Apollontempel  2955. 

Baton,  Gladiator  2324. 

Bccerri,  Grenzsteine,  Grabmonu mente  ? 1704. 
Bemalung,  Farbspuren  rot  1752/56;  VII  Sp.  22  e; 

(Haar);  VII Sp. 22h (Haar);  VII Sp. 231 
(Himation);  I960;  2503  07  (Unterschen- 
kel); 2508  11  (Athenakopf);  2547  (Mi- 
thras-Tunica);  2641:42  (Satyrkopf), 
rotbraun  1775. 

rosa  ii.  blau  (Terrakotta)  1966. 
braungelb,  Hintergrund  e.  Grabrelief»  2958. 
Haare  durch  Bemalung  gegeben  1784/85. 
Binde,  Enden  einer  Kopfbinde  in  Bronze  angesetzt 
1778/84. 

um  die  Mitte  des  Leibes  1958  recht». 

Stirn  binde.  Dionysos  2513. 
jugendl.  Kopf  mit  Stirnbinde  2919;  2920  22. 
vorn  auf  der  Stirn  geknotet  2411/12. 
Haarbinde  dreifach,  über  der  Stirn  geknotet 
2966/69. 

Haubenbinde,  weibl.  Kopf  2413/15. 

Binde  in  weibl.  röm.  Frisur  1677/78. 
Blüten-Kelch,  aus  dem  ein  Knabe  aufsteigt  1954 
rechts. 

Bock.  Bronzestatuette  1867. 

Böckchen,  von  alter  Frau  gehalten  1994. 
Bordonchio  (Rubicon)  F.  O.  1965. 

Bronze,  Statuetten:  1956  links/ 1957  links  (Apollon); 

1722;  1958  links;  2679  ( Athens);  1880/82 
(Dionysos);  1954  Mitte  1955  links  (Dio- 
nysos); 2680  (Eros);  1883  (Herme*);  1940 
(Hermes);  1975  links  (Pan);  1954  rechts 
(Blüte,  aus  der  ein  Knabe  aufsteigt); 
1 773,74  < Lar);  1 955  rechts  ( Victoria ) ; 1723 
(Jungling);VII  $p.22d( behelmter  Epheb); 
1 956  rechts  / 1 957  recht»(  nackter  J üngling ) ; 
1 975  rechtst  Sklavenknabe  schlafend);  2678 
(Reiter);  1717  (Kentaur);  1867  (Bock). 


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69 


Alphabetisches  Sachregister 


70 


Stierköpfe,  altspanbch  1705  07. 

Knabenstatue  2783;  Schnippchenschlagender 
Satyr  2043  44;  Münchner  Spinnerin 
2945  48  (Zukh  mmensetzung). 

Plakette  (von  Fibel)  mit  Sphinx  1954  link«. 

•lebte,  darauf  Mure  Ultor,  1958  rechte. 

Figürchen  von  Pferde  brustsch  muck  1959 
(Barbar,  zwei  röm.  Heiter). 

Claudius -Kopf  1702. 

Römer,  Kopf,  vergoldet  1959  recht«. 

Römischer  Wagenlenker,  kleine  Büste  2020. 

Hadrian  2330.  Antoninus  Pius  2331,  modern. 

Votivhand  1977/79. 

-Kanne  1978. 

Zügel  au«  Bronze  an  Marmorn* lief  eine« 
Heiter«  1744. 

Brunnenfigur,  Pan  1739;  1944  (liegend);  Silen 
(liegend)  2095. 

Aphrodite  1542  ; 2596,98. 

Nymphe  m.  Becken  1910  a. 

Dionysos  m.  Löwen  2009. 

Triton  2094. 

Knabentorso  2750. 

? Elefanten  protome  2809/10. 

Votivrelief  an  Silvan,  nachträgl.  ab  Brunnen- 
rel.  verwendet  2325. 

BrunneiiMehmuck  2732. 

Brust warzen,  hronzemäßig  Umrissen  2624  26;  2708; 
2885. 

Büste,  der  frühen  Kaiserzeit,  hellenistisches  Por- 
trät? 2926  27. 

Ulaudiseh  mit  Untersatz  2357. 

Flavisch  mit  Frauenporträt  1675  76;  und 
trajanbeh,auf  zusammengehörigen  Reliefs 
2246,  2254;  trujanisch  1771;  1951  links; 
2006  (Porträt  auf  Szepter);  bekleidet 
(Helios)  2444  46. 

auf  trajaniseheni  Grabaltar  2868;  weiblich 
2814/15. 

Hadrianisch  2316;  2986  87  (weiblich  als  Ar- 
temis); 2796  (auf  Grabaltar). 

Antoninisch  2314;  1655  (Adler  an  Stelle  In- 
schrifttafel);  2828  30. 

drittes  Jahrh.  n.  Uhr.  2791,92;  2932  ; 2933; 

mit  Inschrift  (T.  Stateilio)  1658. 

Gew'andschmuck  eines  Idols  2654. 

antik?  2117;  zu  Meleagerkopf  gehörig 
? 2499  2502. 

modern  aus  Statue  zugeschnitten  1638/40; 
2624  26;  2709. 

Cfielius,  C.  Caelius  Satuminus  2213. 

Calcei  s.  u.  Schuhe. 


Cales  F.  0.  1734;  ? 1746/51;  1752/55;  1772. 

Caius  Cäsar  2329. 

Caliguhi?  jugendlich  1926,27. 

Caltilier- Porträt«  2246;  2254. 

Camillus  2138. 

Uampana.  ehemals  Sammlung  C.  1852/54;  1855  56; 
1857,58. 

-Reliefs  1666. 

Camuceini,  ehern,  in  Palazzo  C.  1999/2000. 
Uanova  2641/42. 

Carpi,  Kardinal  von  . . .,  ehern.  Sammlg.  C.  2555/57. 
(’astiglion  della  Pescaia  F.  O.  2592  93. 

Cavaceppi,  Silenatatue  bei  C.  2452, 

Uavalleriis.  de,  Zeichnung  männl.  Statue  Madrid 
1585,87. 

Marsyas  (Agram)  2857/58;  Apoll  ( Kyrene) 
2879. 

Ceres,  Throne  der  . . . 2577. 

Statue  2842;  2843  ; 2863  64. 

Cenro  de  los  Santo»  F.  O.  1708/13;  angeblich  F.  0. 
1715/16. 

Uervetri  F.  O.  (Theater)  2129/30. 

Chariten-Gnippe,  Frgmte.  2975/78. 

Chevrier  (Savoyen)  F.  O.  1880  82. 

Chieti  F.  O.  (Umgebung)  2007  08. 

Chiton  mit  geknöpften  Halbärmeln  1759;  doppelt 
mit  geknöpften  Halbärmeln  2650. 
doppelter  Frauenchiton  2201;  7 2438;  2743. 
doppelt  gegürtet,  langer  Überfall  2508  11. 
doppelt  gegürtet  2742. 
mit  Apoptygma  1891. 
über  den  Schenkeln  geknöpft.  Amazonench. 

1906/08  (Fälschung), 
durch  Kopbtcn  hinzugefügt  2840. 

Chlaina  an  der  Halsgrube  geknüpft  1759. 

Chlamys  über  Stütze  geworfen,  älter  als  Hermes 
des  Praxiteles  1585  87. 
über  dem  Panzer  getragen  1744. 
über  Baumstamm  geworfen,  getreue  Kopie ! 
1967/69. 

Kopistenzutat  ? 2012;  2013. 

Uiste  von  Binden  umhüllt  ? 2204. 

Cista  mystica,  Maskenrelief  2960  61. 
auf  Dionysosrelief  1752. 

Claudius  1762. 

Inschr.  Tib.  Claudio  Caesari  . . . 1814. 
Clipeus  mit  unbek.  Porträt  2353/54;  Demosthenes- 
porträt  2355,56. 

Deckel  eines  Ossuariums  ? 2939. 

Cominia  Tyche,  Grabstein  2937. 

Commodua  2361/65. 

Contabulatio  2929. 

Corneto  F.  O.  VII  Sp.  22  e. 


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71 


72 


Alphabetisches  Sachregister 


Correr,  ehern.  Samml.  2663 ; 2667;  2072,  73. 
Corfcona  F.  O,  1977-79. 

Cumae,  Provenienz  2997/98. 

Currey,  ehern.  Samml.  VII  Sp.  24  x u.  y. 

Daker  2867. 

Da  m na  t io  memoriae  2381/95. 

Daphne  ? Frgmt.  2199. 

Daphnia  auf  Relief  2367. 

Dea  Syria  VII  Sp.  24,25  z1. 

Delos  ? F.  O.  2954. 

Demeter  1863  b. 

«xler  Kore  ? Statuette  2284. 
und  Persephone?  auf  Rel.  2359. 

Statuette  2902. 

„Gr.  Originalstatuen“  IX  Sp.  48  (D.  80, 
203,  210,  219). 

Demosthenes  2355  56. 

Diadem  1781/82;  1505. 

mit  Efeu  u.  Weinkranz  (Priap)  17£6  87. 
besonders  eingesetzt  1993, 
spitz  zulaufend  2735. 

Diadtimenos  Polyklets  1578  84;  2067. 

Diana.  Porträt  (trajaniach)  als  I).  2314. 

Throne  der  . . . 2577. 

Diomedee,  Kopf,  variiert  1659/82. 

Dionysos  Statue,  nackt,  angelehnt  1527/31;  von 
Tivoli  verwandt  1532  rechts;  1734; 
jugendlieh  2137;  2263/65;  Statue  (bär- 
tig) 2282;  Statue  2382;  Oberteil  2513; 
Torso  2134. 

Statuette,  Bronze  1880  82;  1954  Mitte,  1955 
links.  Marmor  2262;  ? Statuettentorao 
2561. 

Kopf  ( bärtig ) 1 837  118 ; 1 878 ; 2259  ; 2423  24 ; 
2811. 

Herme  (bärtig)  1024/25;  Hermenbüste  2234 
2235. 

Maske  auf  Maskenrel.  2962 1i3. 
sitzend,  mit  Löwen  2009. 
und  Satyr,  Gruppe  2503/07. 
als  Kind  2280;  Kind  von  Ziege  gesäugt,  auf 
Maskenrel.  2960  61. 

Dionysische  Szenen:  Relief  gef äß  (Frgmt.)  1689. 
Puteal  1746  51;  2991/94. 
runde  Basis  oder  Altar  2320/22. 

Maskenrel.  2960  61;  2962  63. 

Reliefs  1752/55;  2934;  Frgmt.  2031;  Terra- 
kotta 1966. 

Dirskur  2512. 

Domitian  2785. 

Doppelhcrrac  des  Apollon  VII  Sp.  31  b. 

Apollon- Herme«  1872,73. 


des  Eros  2348/50. 

Ems- Aphrodite  1646  48. 
des  Sarapis  2190/91. 

Bärtiger-Unbärtiger  1961  62. 
zwei  archaistische  Köpfe  2192  94. 
zwei  Philosophen  1643/45. 
oder  Pendants?  2823/25. 

Doryphoros  des  Polyklet  1933/34.. 

Kopf  VII  Sp.  40. 

Dreifuß,  Streit  um  den  delphischen  1).  VII 
Sp.  24  x. 

Drusus  Major  1768,70. 

Minor  1666  67;  1763/64. 

Eber  auf  Rel.  1699. 

Kolossal,  vorrömiseh  1704. 

Egnatia,  Grabrel. -Inschrift  1965. 

P.  Egnatius  Nicephorus.  Grabaltar  2940. 
Eichenkranz  auf  Portrat-Kopf  (kolossal)  1824. 

bei  Sarapis  2190/91« 

Eirene  des  Kephisodot  1585/87  ; 2076. 

Elefanten- Protome  2809,10. 

Eleusinische  Gottheiten  ? 2359. 
Elfenbein-Plakette,  eyprisch  VII  Sp.  22  b. 

Epikur  2092  93. 

Krinys,  Eckfigur  eines  Orestes- Sarkophage«  ? 1946, 
1947. 

Eros,  bogenspannend  1914;  2447;  2514/15;  2533 
(Torso). 

Statue  m.  Herakleaattri  buten  2268. 

Torso  1796;  2997/98  (Centocclle). 
Bronzestat  uetto  (Fackelträger)  2680. 

Kopf  1868,69. 

Doppelherme  1646,48  (mit  Aphrodite); 

1901/62;  2348/50* 

und  Psyche,  Frgmt.  einer  Gruppe  2187 ; 2530. 
bei  Aphrodite  2015;  2016;  2749. 

Stütze  einer  Narkissoestatuette  2552/53. 
Reliefs  1896  (versteckt  sieh  hinter  einer 
Maske);  1897  ( Ernten  Ihm  der  Weinernte); 
2475,77  ; 2481  83  (Eroten,  neuattisehc 
Basis);  Erotenreliefs  2574;  2577. 

? Gefesselter  Knabe  2733. 
nicht  Eros,  Knabe  mit  der  Gans  2443. 
Eumnehia  (Gebäude)  2575. 

Eumenidcn  schlafend,  auf  Orestes- Sarkophagen 
1697. 

Eumolpo«  ? 2359. 

Kuripides  verwandtes  Porträt  1658.  Herme  mit  ein- 
geritztem Vers  aus  dem  „Alexandroa** 
1982  83. 

, Eutakto«  (Grabstein)  2958. 


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73  Alphabetisches  Sachregister  74 


Fälschung,  Porträt.  1069/70;  ? 1762  (Claudius); 

? 2800/10;  *2311;  ? 2328;  ? 2329  <C. 

Caesar);  2330  (Hadrian),  2331  ( Antoninu» 
Pius),  beide  Nachgütwe  nach  Antiken; 
? 2353/54  (inClipeus);  2425  26;  2453; 
1783,  2636  (Vitellins);  2645  46. 

Köpfe  weiblich  ? 1732/33;  ? 2326/27  (alte 
Frau,  Porphyr);  ? 2386 '88. 

? Jugend  1.  Krieger,  Kopf  2035, 37;  ? Sonnen- 
gott („Kronos“)  VII  Sp.  24  z1. 

? KalkstciiiHtatucn,  iberisch  1715  16. 

? Weibl.  Gewandstatuette  2843. 

Amazone  (Statuette)  1906/08. 

Terrakotten  (.Saminl.  Gr£au)  2718. 

? Neuattische  Reliefs  VII  Sp.  24  x,  y. 
Dreiseitige  Basis  2472/74;  Kandelaberbasia 
2524  20. 

keine  Fälschung  1887,88. 

Farbiger  Stein:  Roter  Marmor  1889;  2634  35. 
Schwarzer  Marmor  2614/15  (Porträt). 

Roter  u .schwarzer  Marmor 227 1 72(  Kentaur). 
DunkelgTAuer  Marmor  2328  (Porträt). 
Porphyr  2320  27. 

Schwarzer  Basalt  2074/75  (Porträt). 
Statuen  i.  vcrsch.  farbigem  Marmor  (Baker) 
2807. 

Fascee  auf  Relief  2057. 

Faustina  die  Altere  2315. 

die  Jüngere  (als  Venus)  2361  65. 

Fayütn,  Totenmasken  aus  . . . VII  Sp.  24,  2 
Fell  als  Sattel  1744. 

Fels  als  Sitz  1739;  1752;  1950;  2454  '56. 

Ferkel  s.  u.  Schwein. 

Fesselung  2733. 

Fibel,  Brachst,  einer  F.  1954  links. 

Fingerstellung  beim  Halten  von  Bogen  u.  Pfeil 
1956  links  1957  links. 

Fischer-Knabe  1742  rechts. 

Flora,  Kopf  VII  Sp.  22  g. 

Florenz,  ehern,  bei  Bildhauer  Consani  2691/92. 
Flöte,  doppeltes  Band  der  Doppelflöte  1687. 
Flügel,  eingelassene  Fl,  ? 2506  11. 

Schmetterlingsfl.  an  weibl.  Figur  2904. 
Flußgott  ?Knpf.  kolossal  1952. 

Fol,  Musee  Fol.  VII  Sp.  11, 

Formiae  F.  O.  2368  70. 

Fornares  (bei  Sevilla)  F.  O.  1816. 

Fortunu  1516;  1544  (Idol  als  Stütze);  2901 ; T2908. 
Fransen  an  weibl.  Gewand  1505. 

Frascati  F.  0. 2701 ; 2707 ; 2755 (Villa  Lucidi  bei  Fr.). 
Frejus,  F.O.  1850. 

Frisur,  weiblich:  Agrippina  ähnlich  1953  links. 
Julia  Titi  1675/76;  Domitia  2868. 


Ältere  Faustina  2817/18;  2814>r15  („Nest“), 
hellenist.  Lockentoupet,  (griech.-ägypt.). 
1593  98. 

gedreht©  Locken  (ägyptisch?)  2293  95. 
Löckchen  vor  den  Schläfen  bei  Isis  (archai- 
stisch) 2923/24;  1954  links  (archaistisch). 
Mittelflechte  2104/05. 
männlich:  Alt-Jonisch  1872  73. 
Haarschleifen  an  der  Seite  (archaisch) 
2070  71. 

drei  Reihen  Buckellöckehen  (archaistisch) 
1893. 

Nackenschopf  aufgebunden  1956/57  links  u. 
rechte.  • 

Nackenhaar  aufgenomnien  (bärt.  Götterkopf) 
2171/12. 

neronisch-othonisch  ? 1677/78. 
des  Priap  I960. 

Kinderfrisur  (Zopf  i.  d.  Mitte,  hinten  über- 
gelegt) 1915/16. 

Fruehtopfcr  2719. 

Füllhorn  (Lar)  1773  74. 

Gabii  F.  O.  T 2838/37. 

Gallier- Kampfe  (Reliefs)  1802/07. 

Statuetten,  (Venedig).  Köpfe  2542/43;  2544; 

2550/51. 
laufend  2894. 

Ganymed  mit  Adler  15419. 

Relieffragment  1948. 

Kopf  2545. 
nicht  G.  2273,78. 

Geflügel- Händler,  Aushängeschild  1866. 

Genf  F.  O.  (Rhonebett)  VII  Sp.  23  n;  VII  Sp.  24  w. 
Germanicus  2807. 

Ghezzi.  Cavaliere,  Zeichnung  von  . . . 1993,  5. 
Giebel- Figur  ? 1890  (Terrakotta). 

Gigant  1799/1800  (Torso). 

GiuNtiniani,  ehern.  Samml.  2034. 

Ara  G.  2215/17. 

Gladiator.  Grabrelief  des  Baton  2324. 

Gludiatorenk&mpfe.  Rel.  von  Chieti  2007/08. 
Glykon  (Bildhauer)  18841. 

Gorgoneion  bei  Aphrodite  ? 2016. 
auf  Sarkophag  2100. 
auf  Kreuzbändern  (Athena?)  2508/11. 
Gortyn  F.  0.  2461/64. 

Grab- Altar. 

2099  ; 2796  (Sextus  lVdius  Hirrutus);  2868; 

2940  (P.  Egnatius  Nicephorus). 
-Gebäude,  Fragmente  2007/08. 

• Gruppe  (Vater  und  Tochter)  2771. 
-Lekythoe  2686. 


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75  Alphabetische«  Sachregister  7f> 


Grab- Relief. 

griechisch:  2685  (attisch);  IX  Sp.  49 (D.  299). 
Fragmente  1731;  1865;  2392;  2579;  2874. 

sp&tgriechisch : 1745  (hellenistisch);  2573; 
2584;  2587;  2665  (Zosimos);  2875  (hel- 
lenistisch mit  Porträt?) 

römisch:  1965  (augusteisch  ?) ; 2006  (antoni- 
nisch);  2214  Mitte  (republikanisch);  2252 
(Ritter);  2255  (unpedeutet);  2256  (Lol- 
lius  Liberalis);  2366  (Fl.  Valerianus); 
2391  (antoniniwh);  2938  (CV  Rubrius 
Urban  ua). 

-Statue. 

griechisch:  2089/90  (Ende  5.  Jhdt.  v.  Uhr.); 
2402  (4.  Jhdt.  v.  Uhr.). 

2046  (Statuette). 

2056  (Löwe). 

oder  Votiv  ? 1992. 

2863  64  (Porträt  als  Persephone  Mystica). 

? Knabe  mit  Mantel  2982. 

-Stein  2937  (Cominia  Tyche);  21*58  (Kulak- 
tos). 

-Stele  2959  (Nikolaus). 

Porträt«  verschiedener  Zeit  aus  einem  Grab 
2246,  2254. 

Graf,  ehern.  Saniml.  (Totenmasken)  VII  Sp.  24  z. 

Greif,  Kopf  auf  Fascis.  2057. 

Grimani,  Samml.  2425  26. 

Gruppe,  Apoll  und  Daphne  ? 2199. 

Ares  und  Aphrodite  2782. 

Athamas  und  Learcho«  21*41/42. 

Athena  und  Marsyas  1554. 

Chariten  2975/78. 

Eros  und  Psyche  2187. 

Satyr  u.  Hermaphrodit  ? 1738. 

Grabgruppe.  Vater  u.  Tochter?  2771. 

Kampfgruppe  2779/81. 

ungedeutote  Statuettengruppe  2227. 

von  Ildefonso  1588,92. 

Gurtung  doppelt,  unterhalb  der  Brust  u.  «iberhalb 
der  Scham  1533. 

hohe  Gurtung  1568;  1993  (Sp. 50;  Mitte  des 
4.  Jhdt«.);  2402. 

tiefe  Gurtung  2718  (Strick);  2410  (Schleife 
vorn). 

breiter  Gürtel  2205  (Muse). 

Hadrian  2330,  Bronze,  modern. 

nicht  H.  2361/65. 

Haller,  K.  von  . . Erwerbungen  Hallers  ? 2954;  2955. 

Hand,  rechte  H.,  «Irei  Finger  ausgestreckt,  als  Votiv 
1977/79. 

Harpokrates  2516/18. 


Heemakerk,  Statue  von  H.  gezeichnet  2296/98. 

Helios,  Kopf  1614/15;  2257. 

Büste  2444/46. 

Hekate  (Hekateion)  2559. 

Helena  von  Pari«  entführt?  2585/86  (Rel.). 

Helm,  attisch  in  Form  einer  phiygizchen  Mütze  mit 
Volutenkrempe  2035/37. 
Wagenlenkerhelm  2029. 

I Herakles,  Farnese  1548;  1886  (Torso);  2775/77; 
2793  (verwandt). 

Lansdownc,  Motiv  de«,  2886  (Statuette); 
Kopf  1619/20  (Efeukranz);  1628/29  (ko- 
lossal);  2001/02;  2618/19  (nahestehend). 
Ludovisi- Herme  verwandt,  Statuette  1721. 
Bronze- Herakles  de«  Vatikan«  verwandt 
2225;  2847  51. 

Statuen  2706;  2891. 

Torso  2693. 

Statuette  2262  b. 

Köpfe  1545  47  («kopaaiach.  Reif  im  Haar); 
2097;  260304;  2985  b (Statuettenkopf, 
jugendlich). 

Herme  1889;  2730  (Hüftherme). 
als  Kind  1852/54;  2164  (Kopf), 
als  Porträt  2734  (Statue);  1630. 

? auf  neuattischer  Basis  1681. 

-Taten,  Rel.  2188;  (Ara)  2215/17. 
und  Omphale  2572  (Relief), 
in  Theaterscene  2366. 
ithyphallisch  2730. 

Throne  des  H.  ? 2577. 

-Knoten  2138;  2204  unten. 

Hermaphrodit,  Gruppe  s.  u.  Satyr. 

? oder  Aphrodite  2289/90. 

Statue  2383/85. 

au»  Symplegma  mit  Silen  2562. 

Hermarch  2092/93. 

Herme,  Euripides  1982/83. 

Grieche  1980/81;  2159/60  (bärtig);  1654 
(birtig). 

Römer  1984/85  (ungleiche  Schultern);  1777 
(auf  Aschenuvne). 

Apollon  2167/68.  Pendant  zu  2165/66;  Replik 
von  letzterer  2179/80. 

Dionysos  2234  35  (Hermenbüste);  1624  25 
(archaisierend). 

Priap  1786/87;  1960  (beidemal  Schaft  be- 
kleidet). 

Bacchische  Hermen  2202/03  (aus  Blättern 
aufwachsend). 

Jüngling  2181  82;  2236  37  ( Hermen büste). 
Bärtig  2183.85  (archaisierend);  1527/31 
(Stütze  einer  Dionysoastatue);  1585/87; 


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77  Alphabet  isohes 


1650/57  (».  auch  2165/66»  2169  70); 
1649/50;  1651/52. 

Hüftherme  2730  ( Hei  akles);  2200  (Böokchcn- 
tragender  Satyr). 

Doppclfigur  männl. -weiblich.  mit  den  Beinen 
in  H.  übergehend  1973  74. 
a.  auch  u.  Doppelherme. 

Herrn«»  Ludovisi  2110/11. 

mit  myroniacker  Haarbehandlung,  Kopf  mit 
Fl  ügeln  1 655  56. 
dea  Naukyde«  ? 2855,56. 

Polykletisoh  2012  (Statue); 

Köpfe  1870  71;  2683/64. 

Propylaioa  1872  73  ; 2021. 

Rronzestatuetten  1883;  1940. 
als  Kind  1915  lß(Kopf  mit  Flügeln);  2247  48; 
2688/8». 

Maske  2656  (bärtig). 

auf  Oscillum  2995  rechte  96  links. 

Hermippos- Maske  1 894  95. 

Himation-Statue  2019  (Römer). 

•Statuette  26645. 

Hirt  1898  (Statuette*). 

Honoe  2361/65. 

Hope,  fälschlich  als  in  Sannnl.  H.  befindlich  be- 
zeichnet (Asklepios-Statue)  2789. 

Höre,  Statue  2438;  2909  (FrühÜngshore  ?). 
schreitend,  auf  Rel.  2964. 

Huetor  ( Granada)  F.  O.  1759. 

Humboldt,  W.  v.  1724  30;  2975/78;  2980  8|  (Sonett 
an  eine  Musenstatue);  2988;  2991/94. 
Frau  v.  H.  2f»90. 

Hund,  unterm  Stuhle  einer  Sitzstatue  2089  IM). 

oder  Wolfskopf,  Pmcmbolion  eines  Schiffes 
2936. 

auf  Orabrel.  2959. 

Hygieia  1828;  2897  (Hope);  Statuette  IX  Sp.  49 
(I).  313). 

Hyginoe,  Grabstein  2665. 

Hymenaeus  2100. 

Hypnos  1549/50  (Madrid);  1570,71  (verwandter  j 
Kopf). 

Sehlafgott?  1599/1601. 
als  Grabfigur  1775. 

Jacques.  Pierre,  von  ihm  gezeichnet  2726;  2789. 

Ianiskos  der  AsklepUdc  ? 1918  < KnuU*  in.  der  Gans). 

Idol,  weibl.  archaistisch  1588  92 (Gruppe  von  llde- 
fonso);  2527  (Attribut  einer  Frauen- 
statuette). 

2654. 

Inschrift,  -tafcl  2355  56  (Clipeus  m.  Porträt), 
republikanischer  "Zeit  2936. 


Sachregister  78 


Grabinschr.,  pansche  Formel  2958. 
auf  Replik  der  kleinen  H ereu lanenserin  2449. 
V’ erseht »I len  2588 /9 1 . 

Io  mit  Isis  verbunden  1616'18. 

Iphigeneia,  Entführung  der  ? 2585/86. 

Isis  1616  18;  2516  18;  ? 2594  95  ; 2895. 

auf  ihren  und  Sarapiskult  bezüglich  ? 1698. 
den  Horus  säugend,  iberisch  1715. 
-Priesterin  2400. 

Italica  (bei  Sevilla)  F.  O.  1738;  1739;  1810;  1811; 

1812;  1813;  1815;  1819;  1820  recht«; 
1821;  1822  u.  1823  zusammen. 

Julian,  Apostata,  sogen.  1671/72. 

Juno  von  Lanuviiim  2361  65. 

Pronuba  2033. 

Römerin  als  J.  2659,60. 

Juppiter.  Throne  des  . . . 2577. 

Kulathna-artiger  Aufsatz  2293  95  {Mädehensta- 
tuette). 

auf  dem  Kopf  de«  Heros  eines  Totenmahls 
2957. 

Kalathiskostänzcrin  2318  19  (Puteal);  2577 
(auf  Reliefs). 

Kalkstein-Skulpturen,  spanisch  1708  13. 

.Stier  mit  Menschenkopf,  iberisch.  1714  (Rel.); 

17 15;  16  (zwei  iberische  Statuen). 
Totenmahlrel.  2957. 

Kandela  ber- U ntersatz  2935. 

Kanne  1976  (Bronze). 

Karneades,  fälschlich  sogen.  1654. 

Karyatide  2457  ; 2461  64  ; 2786  87  (weibl.  Pfepktt- 
figur). 

Kentaur  1717  (Bronze-Statuette). 

1743  (auf  Tischfuß). 

trophäentragend  1821  (auf  Panzerstatue), 
raubt  Nymphe  VII  Sp.  22  a. 
jugendlich  2271  72. 

Kentaurenkämpfe  1694  96  (auf  Rel.- Gefäß, 
neuattiseh);  2195  (Rel.-Frgmt.). 
Kentaurenrel.  2581. 

Kerberos  2770  (mit  Sarapis). 

Kindc*rköpfchen  1632;  2773  74;  1939  (grüner 

Basalt). 

-gruppe  2197  (Frgmt.). 

Kluft-ähnliche  Frisur  1862  a (Frauenkopf). 

K lenze,  Leo  von  2957  ; 2960  61. 

KJeobuloe-Stat  uette  2925. 

Kleoinenes.  Thespiaden  1568. 

K line 2938  ( Seitenlehnen  endigen  in  Menschenfüßen). 
Kniendes  Mädchen  2047  (Statuette). 

Knabe  im  Mantel  2726;  2723;  2756;  2949  (Tcles- 
phoroe);  2982  (Torso). 


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79  Alphabetisches  Sachregister  80 


gefesselt  2733. 

mit  Vogel  spielend  2739. 

Statue  2783  (Bronze);  2886  89. 

Torso  2892. 

Koffer.  Mann  hebt  (jewand  aus  K.  ? 2995  rechts/ 
2996  links. 

Koloesal-Stntue  2789  (Asklepios);  1517  20  (Posei- 
don); 2867  (Daker,  doppelt  lebensgroß); 
weiblich  1553;  2898;  2478/80  (Unterteil 
einer  Sitzstatue). 

1765  67  (Sitzstatue,  Tiberius). 

2548  (Vorderteil  eines  Statuenfußes). 

1996  (Reiterstatue,  Fragmt). 

Kolossal- Kopf,  Satyr  2712;  2599/2600. 

2641/42  (Nymphe);  2738,40  (weibl.). 

1824  (Scipio  Afr.  Major?);  1763/64  (Drusus 
Minor);  1822  (Trajan). 

2808  (Konstantin  II..  dreifach  lebensgroß). 

Kopf,  besonders  eingesetzt  1736;  1737;  1765/67; 

1793;  1798  (Muse);  2108/09  (nackte 

Statue);  2118  (mit  Dübel);  2731  (Brust- 
bild); 2878  (Muse,  Statuettentorao). 
zum  Einsetzen  gearbeitet: 

Roma  1970/72;  Athen«  2022, 

Zeus  1850  ; 2302  03;  Weibl.  2048  49.  2. 
Porträt:  1760/61;  1763  64;  1820 rechts;  1824 
(kolossal);  2003/04  (für  Togastatue). 
Oberkopf,  besonders  gearbeitet,  Stockung 
2273/78. 

aus  Statue  modern  zurechtgeschnitten  ? 1951 
rechts. 

Kopie  nach  Bronze  1568;  2135/36;  2266  (antoni- 
nisch); 2273/78. 
hellenistisch  ? 1884/85. 

Erste  Kaiserzeit  ? 2302  03. 

Hadrianisch  (oder  antoninisch  ? Spiralförmig 
geriefelter  Puntello)  1986  90;  ? 2263/65; 
2268;  2545  46. 

Antoninisch  (2.  3h.  n.  Uhr.)  1569;  2157/58; 
2232  33  ; 2730  ; 2733  ; 2738/40  (oder  Er- 
findung?); 2843  ; 2912/13  (Apoll  von 
Mantua);  2916;  2985a;  2488/90  (Capitol. 
Aphrodite). 

Späte  Kopie  2262  b. 

«Hier  Erfindungen?  2267. 
ungenau  2084  86  ( Frauenstatue  als  Porträt); 
2343. 44  (Große  Hcrkulanenserin  als  Por- 
trät); 2720/21  (Kassler  Apoll,  verein- 
facht); 2975/78  (Charitengruppe);  2179 
2180;  2242  43  (umstilisiert). 
verkleinert  2775/77  (auf  Lebensgröße);  2802 
2803  („Anchirrhoe“  zusammen  mit 


Statuettenformat);  2983a  (Apollo  Ly* 
keios,  Statuettenkopf), 
im  Gegensinne  1688  ; 217576;  2234  35; 
2259;  2545/46;  2745  ; 2747/48;  2914  15,  4; 
2943  44  (Schnippchen -schlagender  Satyr). 
Zutaten  und  Veränderungen  2339  (Athen« 
Inre  Bl.  Hall  ohne  Agis);  2461  64  (Maske, 
Zutat);  2024  26  (Asklepios  mit  Wulst- 
binde); 2714  (Meleager);  2766  (Schild  bei 
Athenastatue);  2751  (Dresdener  Artemis 
als  Athena);  2855  56  (Widder  u.  Ohlarays 
an  Hermesstatue);  2897  (Schlange  bei 
Hygieia  Hope), 
paarweise  kopiert  2726. 

Kora  1588  92;  1909;  2087. 

Kaub  der  K.  2979  oben  (Kindersarkophag). 
Kottaboy,  von  Satyr  gespielt  ? 1688. 

Kranz,  Lorbeer  1558/60  (mit  Stirnbinde);  2006  (Sp. 
57;  mit  Edelstein);  2634  35. 

Akanthus  1889;  Eiche  VT  I Sp.  23  t;  Pinien? 
1993,3  (in  Marmor  angestückt);  Mar- 
geriten? 2823  2825;  Palmetten  177374 
(Lar);  Efeu  u.  Wein  1786/87. 
oder  Diadem?  angestückt  1760/61  (Porträt), 
aus  Metall  zugesetzt  1768/70;  mit  Meta  11- 
stiften  2920  22. 

teils  Marmor,  teil»  Bronze?  1621  23. 

2361  65  (Porträt). 

Kreuzbänder«,  d.  Rücken  weibl.  Gewandstatue  1533. 
Schnüre  kreuzweise  gebunden  2074  (weibl. 

Figur  in  kurzem  Poplos). 

2508/11, 

I Kronos,  vom  Typ  des  . gefälscht  VII  Sp.  24  zl. 
Kybole,  Kopf?  VII  Sp.  23  n. 

Statuette,  sitzend  VII  Sp.  31  a. 
oder  Stadtgöttin?  2189;  2627/28. 
auf  springendem  Löwen  2345/47. 

Lagobolon  11444;  2962/63. 

Las  Cabezas  de  San  Juan  (bei  Sevilla)  F.  ö.  1814. 
| Laokoon  1887/88. 

I I>ar,  Bronzestatuette  1773/74. 

Laren  in  lYozession  2231. 

Storta  (bei  Rom)  F.  O.  2974. 

Lebensgröße  bei  Statuen  1993  (Sp.  51). 

Lada  1551 ; IX  Sp.48  (D.  202);  2695/97  (verwandt); 
2755. 

-Nemesis  2703. 

Legatus  juridicus  Asturiae  . . . 2796 
Lentini  (Sizilien)?  Provenienz  VII  Sp.  24  zl. 
Leopardenfell  als  Pferdeschmuck  2807. 


„Polyhymnia“,  Statuetten);  2878  (Muse,  Liegefalten  1736. 


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81 


Alphabot -fache*  Sachregister 


82 


Ligorio,  Pirro.  Fundangabendes P.  L.  1568 (Madrider 
Musen);  2634/35. 

Lionardo  da  Vinci  2645.-46. 

Id  via  ? 1768/70. 

Logras  (Ain)  F.  O.  1883. 

Lollius  Liberal»,  Grabrel.  2256. 

Uwe  11176  ( Bronzekannenhenkel);  2035/37  (aal 
Helm);  2056  Statue. 
lyöucn-Kupf  2057  (auf  Pasee*). 

• Fell  1783;  1788  (Muse). 

-Klauen  2835  (Gerätefüße). 

-Füße  1768  70  (Sessel);  200«. 

Lucilla  2361/65. 

Ludovisi,  Villa  F.  0.  1875. 

Lykurgos  1872/73  (lnschr.  auf  Sockel). 

Lyra«  Sehildkrötenleier  in  St  ierhörner  endigend  1563. 

Mänade  1738  (tanzend);  1883  (oder  Muse?  Sp.  4«; 
8p.  50);  2338;  2373  75. 
auf  Relief  1683  86  (neuattisch);  1687.  1688 
(mit  Satyr). 

? Fragment  1742  links. 

Mainz,  Umgebung  F.  O.  1040. 

Mantua,  Grabmal  Pietro  Strozzi  2461  64. 

Marcus  Aurel  ins  2361.65. 

Mars,  Ultor  Capitolinus  1858  recht«. 

Marevas,  aufgehängt  2270. 
von  Agram  2857/58. 

Kopf  2767/68. 

von  Sarkophag?  1741. 

Martigny  (Wallis)  F.  ü.  1004 '05. 

Masken  2461  64;  2521;  2571;  2862  63. 
als  Oscillum  1884  85. 

Maskenrelief  (doppelseitig)  2960,61;  dort 
auch  über  Weihung  von  Masken  durch 
Schauspieler. 

Rest  einer  M..  nicht  Aspergillum  2205. 
Mattei,  ehern.  Sam  ml.  2653;  2864. 

Mauerkrone  2188;  2627,28. 
oder  Mixlius  2345  47. 

Medaillon,  Kopf  zum  Einlassen  in  M.  gearbeitet 
? 2304. 

von  zwei  Schlangen  gehalten  (Hals-  u.  Arm- 
reifen eine«  Gladiators)  2324. 

Meleager,  Statue  2714. 

Kopf  (Büste) 7 2488  2502. 

Menander,  Kopf  1842  43. 

Mercur,  Altar  2845/46. 

Meritla  (Spanien )F.0. 1760  61;  1 oder  Italien  ? 1776. 
Meßpunkt  am  Kinn  1570  71. 

Metopen  ? 1752/55. 

Frgmt.  2051. 

Minos,  ein  Fruchtopfer  bringend?  2718. 


M Uhras,  Kopf  2248  Mitte, 
mit  Stier  2547. 

Möbel- Schmuck  oder  Votiv?  2028. 

Trapezophor  2317. 

Miküum  VII  Sp.  24  zl  (mit  Strahlen);  2288  a; 

2302  -03 ; 28 1 7 ( Sch  muck : Zweig  u . Ä hren). 
Moiren  2980  (Re).). 

Molin,  ehern.  Samml.  2647  links  u.  rechts;  2648  links 
u.  rechts;  2654  ; 2655;  2656;  2659  60; 
2666 ; 2668  69;  2670/71;  2674/75. 
Montecelio  (Comiculum)  F.  0.  2018. 

Montfauoon  2843. 

Montpellier,  Umgegend  F.  O.  1859  60. 

Mora  del  Rio  (Cordoba)  F.  O.  177374. 

Moroeini.  ehern.  Samml.  2650;  2651 ; 2652;  2657  58; 

2661  62;  2665  (Pal.  Sagredo-M  ). 

Mosaik  2681  (Villa  am  Meercsstrand). 

Musen,  sogen.  Anchirrboe  2651;  2802  03  ; 2980  81. 
Euterpe  2841. 

Polyhymnia  1532  links;  1558  (Sp.  16); 
1983,  4;  2794; 
rtcenische  Muse  2205. 

Statue  1556  (Frgmt.).  1798:2461/64;  2790; 
2865. 

Statuette  2300  ; 2878. 

Gruppe  1532  (Vatikan);  1556  -1568  (Ma- 
drid); 1568  (Frankfurt). 

Gruppe  im  Tempel  des  Herkules  Musarum 
(aus  Ambrakia)  1993  (Sp.  51). 

Gruppe  des  Philiskos  2652  (nicht  von  Ph.); 
IX  Sp.  48  (D.  230). 

Unterscheidung  d.  M.  Erfindung  helleni- 
stischer Zeit  1568. 
oder  Mänade?  1993. 

Nadel,  zum  Heften  des  Gewände*  auf  der  Schulter 
1817. 

Narkissos  1602. 

polykletisch  2709;  2880. 

2552/53  Statuette. 

Neapel,  Herkunft  2033. 

Nebris,  Luchskopf  ? 1759  (Frauenstatue) 

2031  (Bacchantin). 

2096;  2798  (Artemis). 

Nemesis  ? auf  Weltkugel  stehend  2965. 

Neptun,  Throne  des  . . . 2577. 

Nereide  2185  (auf  Seedrachen). 

2454/56  (auf  Delphin). 

Nettuno  F.  0.  2345/47. 

Nero  VII  Sp.  23  (Büste), 
als  Kind  2312. 

Nike,  archaisch  (in  Paroa)  2395  98. 

2403/05;  2508 ‘11  (oder  Nemesis?). 


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83  Alphabetisches  »Sachregister  84 


Nike,  2554  (Statuette). 

•ähnlicher  Typus  2065. 

Nikolaos,  Grabstele  des  . . . 2059 
Nil,  Statue  227»  (Basalt);  2330. 

Nimes  F.  O.  1801;  ]862;  1864. 

Nymphe,  Beckenträgerin  1010  a ; 2754  ; 2153  (Kopf), 
mit  Muschel  2746. 

Kolosaalkopf  2641,42. 

Odcscalchi,  ehern.  Samml.  1086/00;  200»  (Pul  ). 
Odysseus  2510/20  (Statuettenkopf). 

unter  dem  Widder  2281. 

Ohren  als  Votiv  2733. 

Omphaloe  bei  Asklepios  2532. 

Orange  F.  O.  (Theater)  1804/05. 

Orestes- Sarkophage  194647. 

Ornament,  ncuattisch  2218  20. 

Oscillum  1804/05;  2005  links  2006  recht«;  2005 
recht«. 2006  links. 

Ouero  (bei  Pola)  K.  O.  2457. 

Ostia  F.  O.  1538;  VII  Sp.  22  d;  2245;  224»  Mitte; 
2250/61. 

Pacetti  (Bildhauer)  2780. 

Paestum  F.  O.  1765/67;  1768/70. 

Pnlaimon  2802. 

Palombara,  aus  Villa  P.  1724/30  (Moirenrel.), 

Pan  2154/55  (Coasutitu). 

»Statuette  1075  links  (Bronze,  ochsenähnl. 

Kopf);  2648  links  u.  rechts. 
Brunnenfigur  173»;  1044  (liegend). 

Kopf  1045. 

auf  Relief  2535  (mit  »Schweinsfell);  2060/61 
(gefesselt). 

auf  Daphnis  lauernd  2367. 

Paniske  2121  22  (Kopf). 

Panther- Fell  1009/2000;  2000;  2200. 

Pantherin  bei  Eumolpoe  ? 235». 

Panzer- Statue  1606. 

Schuppenpanzer  2807  (der  Prätorianer  ?). 
Paris  2764. 

Kopf  mit  phrvgischcr  Haube  2860/70. 
Pan»  F.  O.  2305  98;  1 2954;  ? *2058. 

Parthenon,  Ostgiebel  1724/30. 

Paaquino- Gruppe,  Repl.  de«  Menelaos  ? 1884  85. 
Pedius,  Sextus  P.  Hirrutu»  2706  (Grabaltar). 
Pentheus,  Agaue  mit  Kopf  de«  P.  2536. 

Peplo«  kurz,  «eitlich  ganz  geachtamen,  kurze« 
Apoptygma  2074. 

•Figur,  weibl.  2786/87. 

Pera  F.  O.  2461  64  (Sp.  12). 

Pergamon,  Athena  de«  Altars  1724/30. 

Periboetos  siehe  u.  Satyr. 


Persephone  ? 2047  (kniende«  blumenpfliiekende« 
Mädchen). 

t 2861/62  (Urbild  der  Urania  Vatikan). 
2863/64  P.  Mystica  als  Porträt« tatue  (Typ 
Urania  Vatikan). 

Perser,  knieend  als  Stützfigur  1603. 
Personifikation  des  Senatus  2100;  der  Virtus 
T 2779,81. 

Perspektive  2367. 

Petasoe,  Kopistenzutat  ? 2110/11. 

Pfeiler  mit  Resten  eine«  Tieres  1745  (hellenistisches 
Grabfel.). 

1814  in  Form  eines  Baumstammes? 

Pferd  (auf  gr.  Rel.)  2005:  Kopf  (auf  röm.  Rel.)  2034. 
Pferdebrustechmuek  1050. 

Phallo«,  in  Tclesphorusfigürchen  vereteckt  2949. 
Platanen  1897  (hellenist.  Rel.). 

Plinthe.  antik  2461  64;  2503  07  ; 2544;  2775/77. 
rund,  profiliert  1533. 

vorn  profiliert  1734;  antik  profiliert  ? 2484. 
im  Umriß  der  Figur  1814. 
Hadrianisch-Antoninisch  2552/53  ; 2.  Jhdt. 

n.  Uhr.  2330;  2715. 
oval  2866. 

mit  Inschrift  244»  (kl,  Herkulanenserin). 
zum  Kinlassen  in  PI.  294». 

Politur  des  Marmore,  modern  2542/43  ; 2544; 
2550/51. 

Polyhymnia  s.  u.  Musen. 

' Polyphem  u.  Galathea  ? 2732. 

Pompeji  F.  O.  2802/03. 

2960/61  (Maakenrel.  in  der  Caaa  degli  amo- 
rini). 

Pompejus  2637/38  ; 2847/51  ( Pompejustheater). 
Popa  2033. 

Porta,  Giambatt.  della,  ehern.  Samml.  2735;  2746; 

2734;  2782;  2783  ; 2785;  7 2807;  7 2808; 
2847/51;  X Sp.  «0,  J,  2844  82. 
Porträt,  griechisch. 

Solon  T 2368/70. 

Anakreon  2380/81. 

»Sophokles  als  Greis  271». 

Euripide8  1982  83  (Herme);  verwandt  1658. 
Demosthene«  2355/56  (in  Clipeus);  Zeit  de« 
D.  1653  (bärtig). 

zwischen  Demosthenes  u.  Hermarch  2859/60. 
Epikur  2092/93  (Statue). 

Mcnander  1842/43. 

4.  Jhdt.  v.  Uhr.  1 2670/71  (bärtig)  ? X, 
Sp.  59,  2834  w (Philosoph), 
hellenistisch  1654  (Herme,  bärtig)  ? 2614/15 
(Jüngling);  72631  (Ende 2.  Jhdt.,  bärtig); 
2875  (3.  Jhdt.,  Rel. -Kopf). 


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% Alphabetisches  Sachregister  Rß 


mil>ckunnter  Grieche  1844/45;  1980  81 

(Herme);  2159  60  (bärtig);  2353/54  (in 
Clipeus);  2871  (bärtig). 

1643/45  (Doppellierme,  Philosophen). 
Statuette,  sitzend  1610;  2925. 

Griech. -Ägyptisch,  mann).  Kopf  2672  73. 
Perser  ? mit  Kopftuch  2926  27. 

Weib!.  Köpfe  2352;  IX  Sp.  48. 

oder  Fälschung  nach  Heraklestyp  ? 17(81  01. 

röm  isch  ( Re  puh  lik ) 

1669  70  (gefälscht);  ? 1824  (koloesal,  Eichen* 
kränz);  1864;  1901/02;  1928  30  (bärtig); 
2027  28;  2100;  2308  ; 2309  10  (Por- 

phyr); 2674  75  (BaaaK);  2819  20. 
Togastatue  2019. 

(Übergang  in  die  Kaiserzeit) 

Fori  pejus  2037  38;  1928/30  (bärtig,  S.  Pom- 
pe jus  ähnlich). 

Caesar  ähnlich  2328  (dunkelgrauer  Marmor); 
VII  Sp.  40. 

2003/04  (Velatus);  2564 /«5. 

Römerin.  Statue  2133. 

( Anfang  der  Kaiser  zeit) 

1703  (Büste);  1820  rechts  (Kahlkopf);  1941 
1943  (Knabe). 

2311  (echt  ?). 

Idealisiertes  Frauenporträt  ? 2095  97. 

( Augustei sch-Claudisch) 

August  US  1605  (Togatus);  VII,  Sp.  23  t; 

VII  Sp.  32;  1953  recht«;  2715. 

1926/27  (G.  oder  L.  Caesar?);  2329  (falsch  ?). 
Tiberius  1765  67. 

Drusus  Minor  1606  67;  1763  64. 

Claudius  1762  (falsch?). 

Nero  VII  Sp.  23  r;  2312  (als  Kind), 
unbekannt  1663  64;  1668;  1903  (heroisch). 
1967  69();  2399  ; 24<Ml  (Togatus);  2838  30 
(Tt»gat»ui). 

2930  31;  2950  53  (Frgmt.). 

Knaben  1783;  2676  77;  2986  87  («»der  Fla- 
visch  ?). 

2757  59  Kin<lerportrit  (Zeit  der  Menelaos- 
gruppe). 

weiblich:  Livia?  1768  70  (Sitzstatue). 
Agrippina  ? 1607/09;  Agrippina  ähnlich 
1953  links;  2491;  2813. 

2357  (Büste)  2012  13. 

2695  97  ( idealisiert ). 

(Fla\'isch) 

1760  61 ; 1823  (Statue,  Nerva  ?);  1922/23; 
T2145;  ?2161  (Velatus);  2246  (Caltilier); 
2785  (Domitian);  287677  (Zeit  des 
Domitian);  2929. 


Vitellius  (modern)  1783;  2636. 
weiblich  1675/76  (Frisur  der  .Julia  Titi); 
1677/78  (neronisch-othonisch);  286S  (auf 
Grnbaltar,  Domitia-ähnlich). 

(Trajatmch) 

Trajan  1822;  2467/68. 
unbekannt  2006  (Büste  auf  Szepter);  2254 
(Caltilier);  2313;  2835  37. 

2868  (auf  GrabultAr). 

Knaben  1771;  2771. 

1073  74  (Daker). 

weiblich:  2245  (Statue);  2314  (als  Mond- 
göttin); 2484  ; 2528  ; 2724. 

2572  (auf  Rel.  als  < Imphaie). 

(Hadr  ionisch) 

2330  (moderner  Bronzekopf),  Hadrian. 
1588/92  (Antinous). 

S.  Pedius  Hirrutus  (Grabaltar)  2796. 

? 2143;  2453. 

weiblich:  Ältere  Faustina  2315;  ? 2817  18. 
Zeit  der  Ä.  F.  1859/60;  2549. 

2814  15  ( trojanische  Büste). 

Mädchen  als  Artemis  2986  87  (Büste). 
Römisch  (2.  Jhdt.  n.  Chr.) 

Antoninus  Pius  (Bronze,  modern)  2331. 

L.  Verus  1772  (Togastatue);  VII  Sp.  23»; 
Porträts  der  Antoninischen  Familie  2361/65 
(auf  runder  Basis). 

unbekannt  1030  (als  Herakles);  1665  ; 2144 
(Arzt);  2435  Mitte;  X Sp.  59,  2811/15  y 
(Zeit  Commodus). 

Grabreliefs  2256  (Isdlius  Liberal»);  2391. 
1071/72  (Ende  2.  Jhdt.). 

2783  (Knabe,  Bronze-Statue), 
weiblich:  1826;  1827  (antik?);  2832  33 
(Jüngere  Faustina). 

Römisch  (3.  Jhdt . und  später ) 

Alexander  Severus  2791  92  (Büste), 
unbekannt  1924/25;  1931/32;  2343/44; 

2698  99  (Zeit  de«  Galliern»);  2734  (als 
Herakles);  2816  (Zeit  de»  Caracalla); 
2826  27;  2872/73  (Zeit  des  Trajanus 
Decius);  X Sp.  59.  2834  A. 

2358  (Togatus). 

2366  (Grabrelief). 

auf  Sarkophag  2100;  2581  (als  Apollon  und 
Dionysos), 
auf  Signum  2123. 

weiblich : 27 1 6 ( Zeit  der  J ulia  Mammäa ) ; 2806 
(Zeit  der  Julia  Dom  na);  2821  22  (Didia 
Clara  ?);  2842  (Zeit  der  Otacilin  7);  2316; 
2343/44  ; 2911;  2932  (um  220);  2933  (um 
240). 


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R7  Alphabetische»  Sachregister  88 


(4.  Jhdl.  n.  Chr.) 

Konstantin  II.  T 2BU8  (koloesal). 

G.  Caelius  Satuminus  2213. 

Römisch  (nich1  genauer  fixiert) 

1846/47  (Kahlkopf);  VII  Sp.  23  p (bärtig). 
2425/26  (Pastircio);  ? 2702  (Torso);  ? 2705 
(Torso). 

1884/85  (Herme). 

weiblich  1899/1000  (hellenistisch  ?);  2050  00 
(als  Juno). 

Porträt statuen 

2710  (Sitztorso);  2713;  2928  (Gewandstatue, 
Grieche  römischer  Zeit  ?). 

. Ältere  Statuen  zu  Porträts  verwendet 

2058/60  ( polykletisch 7 ) ; 2882  84  (Art»  Bor- 
ghese); 2855  56  (Hermes  Kichelieu,  au- 
gusteisch). 

weiblich:  2419/20  Sogen.  Aspasia  (antoni 
nisch);  2337  (Statue  strengen  Stils); 
2340/41  (Statue,  4.  Jhdt.  v.  Chr.). 
umgearbeitete  Statuen  2806  (weiblich,  Kopf 
Zeit  der  Julia  I)omna);  2710(weibl.,  ura- 
gearb.  in  der  Zeit  der  Julia  Mammäa?) 
Poseidon  1517/20  (kolossal). 

Praetorianer  ? 2807. 

Priap,  Statuenfragment  X Sp.  HO  J;  2844/62. 

Statuette  1892;  Kopf  2040/41;  2249  links. 
Herme,  archaistisch  1786/87;  1960. 
auf  Maskcnrelief  2960  61 ; 2962/63. 
lViester,  Ägyptisch  2634/35  (Büste), 
oder  Dichter  ? 2698/99. 

Orientalische  Priesterin  ? 2655 
Prise us,  Licinius  1517  20. 

Prozession  2231  (röm.  Reh). 

Prometheus  2989  (Reh). 

Protome  2809/10  (Elefant). 

Provineia  auf  ri'»m.  hist.  Reh  ? 1819. 

Psyche  ? 2965. 

Pudicitia,  sogen.  2863/64. 

Puteal  mit  baoe loschen  Szenen  1690/93  ; 2991/94. 
K alat b isk»  istänzerin  ne n 23 18/1 9. 

? Athenagehurt  1724/30, 

Pyramides  2956. 

Pythagoras  von  Rhegion  1593/98  (Libys  puer  tenens 

tabellam). 

Quirinus  1627  (Maske). 

Rath,  ehern.  Musee  R.  VII  Sp.  11. 

Rauch,  ergänzt  von  R.  2990. 

Ravenna  F.  O.  2574;  2577. 

Reh-Fell  1993,3. 

Reiter-Statue  1996  (kolossal). 


Relief  mit  architektonischer  Umrahmung,  nicht 
Sarkophag  2188;  2195. 

Sepulkral,  nicht  Sarkophag  2572. 

-Hintergrund  nur  bis  zum  Knie  der  Figuren 
ausgearbeitet  2227. 

-Gefäüe  1694  96  (eiförmig,  mit  Kentauren- 
kämpf);  1689  (Frgmt.);  2805  rechts 
(Frgmt.). 

Rhegion  F.  O.  2048.49  (Terrakottafigur). 

Rhyton  2957  (auf  Totenraahlrel.). 

Rimini  F.  O.  1956  rechta/1987  rechts. 

Rolle  in  der  Hand  gehalten  ? 2958  (heilenist.  Grab- 
roh);  2100;  1568  (Muse  mit  R.);  2366. 

Rollus  (Provinz  Murcia,  Spanien)  F.  O.  1717. 

Rom  F.  O. 

1911/13  (Untergrund  des  Laterans);  1993,4 
(Platz  innerhalb  Porta  Maggiore*); 

2t 44.  2045  (Nähe  de«  Janus  Quadrifron», 
via  Bucimazza ; T urm  der  Winde  ? ) ; 2292 
(Carac&llathermen) ; 2750  (via  Nomen- 
tana); 2847  51  (Palatin;  Pompejuathe- 
ater);  2980/81  (Nähe  von  Ponte  Molle); 
2990,  29(4  (Villa  Palombara). 

Herkunft  1868/69;  1889,  2003/04,  2050  (Es- 
quilin); 1891,  VII  Sp.  23,  1 (via  Urbana); 
VII Sp. 24,2»  (Janiculum);  1893 (Pollak). 
1906/08  (Gärten  des  Sallust.  falsche 
Provenienz- Angabe). 

ehemals  Villa  Albani  2960  61,  2962/63;  Pa- 
lazzo Altemps  2013;  Hof  de«  Collegio 
Nazarcno  2009;  Villa  Doria  Pamphili 
2267;  Villa  Papa  Giulio  2857  58  (Marsyas 
von  Agram,  gezeichnet  von  Cavalieri»); 
Pah  Rondanini  2988.  2889;  Kirche  San 
Calisto  (Trastevere)  2991  94;  Pah  Va- 
lentini  1909;  Pah  Venezia  (Gir.  Zulian) 
2478/80;  Pah  Vidoni  2014.  2017. 

au«  den  Magazinen  de«  Konservatorenpa- 
laste*  2811,  2855/56;  Magazin  bei  dem 
Pontanone  der  Acqua  Paola  2809/10. 

au»  Rom  oder  Florenz  1 2299/3000. 

Roma,  Kopf  1970/72. 

1848/49  (kolossal). 

Rondanini,  aus  Pa).  R.  an  W.  von  Humboldt  ver- 
kauft 1724/30  (Reh-Frgmt.). 

Roaao  antico  2280  ( Dionyaoekind) . 

Rubrius,  C.  R.  Urbanus  2938  (Grabreh). 

Salbcr  2881  (polykletisch  ?). 

Samos  2664. 

Sarapis  1917;  2770  (mit  Kerbero«). 

Kopf  2186;  2668/69;  2917. 

Büste  1951  link». 


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89 


Alphabetisches  Sachregister 


90 


Doppelhcrme  219091. 

? 2302  03. 

Sardinien  F.  O.  1970  72. 

Sarkophag,  Klazomcnisch  VII  Sp.  22  a. 
Hellenistisch  1897. 

Fragmente  VII  Sp.  31  o;  2033  (Hochzeits>S.). 
2156  (Selbstmord  der  Althaia). 

2804  oben  links  (von  Ph&dra-S.  ?). 

2804  unten  links;  2805  Mitte. 

2979  oben  (Kinder-S.). 

2100  (Hochzoitad&retellung);  2214  oben  (Kin- 
der- S.). 

Nebenseiten  2578,  2583  (Kinder- 8.). 
2585.86;  2719  (Pasiphae-S.). 

-Deckel  2804  oben  recht«. 

Karyatiden  an  S.  2461/64. 

Sepulkralrel.  nicht  S.  2572. 

Sassoferrato  (Sentinum)  F.  O.  ? 1996. 

Saturn,  Throne  des  . . . 2577. 

Satyr,  ausnihend  ( Periboetoe)  1572;  1584/87; 

2852;  X Sp,  60  /*;  X Sp.  6t»  H. 

Böekchcn  tragend  1570/71;  2200. 
das  Dionysoskind  auf  den  Schultern  tragend 
1570  71 ; Schnippchen  schlagend  2943  44. 
mit  Schlauch  1740. 
mit  Hermaphrodit  1738. 

Statuen  2712  (kolossal);  27)7. 

mit  gekreuztem  Beinen,  Kopfrepl.  243 » 37. 

auf  Delphin  reitend,  2761/62. 

Kopf  1921  (lachend);  2131  32;  2599/2600 
(kolossal). 

-Mädchen,  Kopf  2149. 
auf  Relief  mit  Mänade  1687,  1688;  auf  den 
Fußspitzen  gehend  1756;  »ein  Schwänz- 
chen haschend  2032;  mit  FruchtachQuel 
2534. 

kelternde  S.  2382. 
tanzend  2962  63  (Relief), 
oder  Pan?  2571  (Maske). 

Scheitelflechte  (an  jugendlich-männl.  Köpfen)  1775. 
Schiff  (röra.- republikanisches  Rel.)  2936. 

Schlange  2945/48,  Athena  mit  Sch. 

2957  (auf  Toten mahlrcl.). 

Schuhe,  griechisch  2323. 

Halbstiefel  (hellenistische«  Grobrel.)  2584. 
Jagdstiefelähnlich,  mit  Löwenfell  2783. 
an  einer  Göttin  (Münchner  Spinnerin) 
2945  48. 

Schulterband  von  Kopisten  weggelassen  2124. 
Schwan,  Attribut  2289/90. 

Schwein,  Opfertier  1735;  1993  (VII  Sp.  46)  Ferkel- 
feil  und  Ferkel. 


Schweins-Fell  um  den  Kopf  einer  Karyatide  1999 
2000;  bei  Artemis  2014,  2742;  an  Stamm 
Aufgehängt  2493/96. 

Schwinge  mit  Phallos  2240. 

Scipio,  Africanus  Major  ? 1824  (Porträt). 

fälschlich  sogen.  1846  47;  2634  35. 

Selene,  Statuette  1891. 

Senat us  personifiziert  2100. 

Sessel  (Seils  curulis?)  2006. 

Sette  Bassi  F.  0.  1993,  2. 

Sierre  (Wallis)  F.  O.  1867. 

Sichelschwert  (mit  andern  Waffen)  auf  CUpeua  2939. 
Signum  der  Praetorianer  2123. 

Silen  mit  Bacchuskind  (Kopfrepl.)  1637. 

liegend  2095  (Brunnenfigur);  2129/30  (Deko- 
ration von  Theater  bauten). 

2452  (Statue). 

Torso  2198. 

Statuette  1935  (Gruppe  mit  Dionysos?); 
2653. 

Kopf  2639/40. 

Symplegma  mit  Hermaphrodit  2562. 

Silvan  1776;  2325. 

Sima  2955  (Apollontempel  in  Bassai). 

Sitzstatur  1765/67  (Tiberius). 

1768  70  (Antonia?). 

2769  (männl.,  5.  Jhdt.  v.  Chr. T). 
Sklavenknnbc,  schlafend  1975  rechts  (Br.-Sta- 
tuettc);  mit  Strigili»  u.  Gewand  des  Herrn 
auf  Grabrcl.  2392. 

Smikrus,  Elcusinios  2668. 

Smyrna.  Provenienz  1745  (durch  Konsul  Spiegel- 
thal). 

2587  (Grabrel.). 

Solon  2368/70. 

Sophokle«.  sogen.  1980/81. 
als  Greis  2719. 

nicht  Sophokles  ( Doppelhcrme  l 2092  03. 
Iclmeutai  1915  76. 

Spina  eine«  Zirkus  2345  47. 

Spon,  von  Jakob  von  Sp.  gezeichnet  (in  Villa  Mattei) 
2964. 

Sphinx  auf  Hasen  kauernd  1954  link«, 
als  Trapezophoren  2317. 

Statcilio«.  T.  1358  (griech.  Inschrift  auf  Büste). 
Stele,  archaisch,  Oberteil  mit  Rel.  2954. 

Stern  auf  Mütze  2512. 

Stier  mit  Kuh  als  Pendant  (Hochrel.)  1698. 
Bronzeköpfe  (spanisch)  1705  07. 
mit  gehörntem  Menschenkopf  (Re!.,  iberisch) 
1714. 

•Kopf  (auf  Fascis)  2057 ; unter  der  Keule 
des  Herakles  2694;  Maskenrel.  2960  61. 


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91  Alphabetisch«! 

Stier- Schädel,  zur  Bezeichnung  einet  Heiligt  ums 
2733. 

-Opfer  2033;  X Sp.  80  E. 

Mithin*  mit  Stier  2547. 

Stirn- Krone  an  Aphroditeköpfen  1542. 

Stirn-Ziegel  2211/12. 

Stuck- Masken  aus  Fayüm  VII  Sp.  24  z. 

Stückun^.  Seite  und  Hinterkopf  1003  04. 
weibl.  Kopf  (3  Stücke)  2287. 

Kopf  (Statuette)  2527  (ebenso  linker  Arm), 
weibl.  Köpfchen  (hellenistisch)  2657/58. 
Statuen:  1906  (kolossale  Reiterfigur L 1997  I 
(Unterkörper);  1998  (männl.  Sitzfigur); 
2461/64  (linker  Arm);  2508  11  flinker 
Arni);  1829  (2  Teile);  2835/37,  2838  39 
(Togastatue.  2 Teile). 

Bronzestatue  (Münchner  Spinnerin) 

2045  48. 

eingesetzte  Flügel  2997  98. 
antike  Flickung  2532. 

Stütze,  an  Statue?  2648  link»  (Pan);  Stamm,  für 
Wasserleitung  durchbohrt  2974. 

Idol  als  Stütze  1906  08. 

Stützfiguren,  architektonisch, 

1603  (kniender  Perser);  2006  (an  Sesseln); 
2077/79  (Krccht heion- Karyatiden). 
Suovetaurilien  2834. 

Symplegma,  dis*  Euthykrates?  1574/76  (Frgmt.); 
2018. 

Symposion,  (Zyprisch,  auf  Klfenbeinplu kette  VII, 
Sp.  22  b. 

Szepter,  mit  Büste  als  Bekrönung  2361. 

Tänzerin,  Statuette  2979  unten. 

Tarent  F.  O.  2643/44. 

Tegea,  Ostgiebelgruppe  (Stil  der  Köpfe)  1887  88. 
Telesphoros  mit  Asklepios  20.74;  2760;  2949. 

Tellus  (Brustbild)  2731. 

Tenerani,  ehern.  Samml.  1887/88. 

Terrakotta»  Tanagra -Statuetten  (prax  italisch)  1568; 
1736;  falsch  2718;  Büsten  2700. 

Reliefs:  Campana  VII  Sp.  31  d ( ? Frgmte.); 

2687;  italisch  1966;  römisch  1865. 
Hcichroliefatatuctte  (von  Giebel)  1890. 
Tbespiaden  des  Praxiteles  1568. 

Theater-Aufführung  2366  (m.  Donnermaschine?). 

•Dekorationen  ? (Karyatiden)  2461/64. 
Thorv&ldsen  als  Erg&nzer  2980  81. 

Throne,  Götterthrone,  Reliefs  2577. 

Thymiaterion  2957  (auf  Totcnmahlrel.). 

Tiberius  1765  67. 

Timagora  ( Mädchen- Name)  2686. 


Sachregister  92 

Tisch-Frgmt.  ( Bronze)  1954  rocht«. 

dessen  Stützen  in  Zweibttfer-( Hirsch-  ?) 
Vorderbeine  ausgehen  2956  (auf  Toten 
mahlrd.). 

1 Tivoli  F.  O.  (Hadrians  Villa)  2032;  (Palaestra) 
2634  35;  VII  Sp.  22  h. 

Toga-Statue  2019  (republikanisch) ; 1605  ( August  us) ; 

2097  (erste  Kaiserzeit  );  ebenso  2213;  2100 
(augusteische  Toga  im  3.  Jh.  n.  Ohr.); 
2715  mit  August uskopf ; 2838  39  liberia- 
nisch. 

2835/37  mit  flnvischem  Kopf;  2785  (Donii- 
tiansknpf). 
trajanisch  2055. 

Lucius  Verua  1772. 

sitzend  2950/53;  mit  Uontabulutio  2929. 
Torso,  männlich:  mit  Löwenfell  1793;  mit  Chlamys 
1813;  1919. 

mit  rätselhaftem  Attribut  2970.72. 

Toscana  F.  O.  (Meeresstrand  in  Südtoscana)  2022. 
Totenmahl -Relief  1735;  VII  Sp.  23  o;  2580  ; 2664; 
2957. 

-Fragmente  2576;  2956. 

Totenmasken  (aus  Fayüm)  VII  Sp.  24  z. 

Trajan,  KolossabtaUie  1822. 

Kopf  2467/68. 

Trajanus  Dcoius  2872/73  ; 2880. 

Travertin- Kopf  (Aphrodite)  VII  Sp.  22  e. 

-Reliefs  2214  Mitte;  2099  (Grabaltar). 

J Triton,  Brunnenstatuo  2094. 
auf  Tisehfuß  1743. 

Triumph  auf  römisch -historischem  Rel.  2034. 

Troja  F.  O.  (Umgebung;  Metope  vom  Athena- 
tempel?)  1744. 

1614  r15  (Heliow-Mctope). 

Tropaion  von  Viktorien  geschmückt  (Panzernd.) 
1606. 

Tuba  2034. 

Turban  2926  27. 

Turm  der  Winde  (in  Rom)  2044. 

Tvche  mit  Ruder  und  Füllhorn  1543. 

Untergewand  durchscheinend  1737. 

Urne  mit  Gewand  überdeckt  (Stütze)  2975  78. 

Valerianus  2366  (Grabrel.). 

Varia  Octabiana  2100  (Sarkophaginschr.). 

Vase.  Marmor  2935. 

Velletri,  angeblich  F.  O.  1993.3. 

Velum  an  Frauenkopf  1863  b;  (angestückt)  1899- 
19(8»;  VII  Sp.  23  n;  VII  Sp.  23  q. 
Frauenporträt  des  3.  Jhdta.  n.  Chr.  2932. 


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1 


93  Alphabetische« 

Venedig,  ehern.  Pal.  Capello  2461/64. 

Venus  8.  Aphrodite. 

Verhüllung  der  Schamgegend  2893. 

Verona,  ehern.  Samml.  Maffei  (Sarapis)  1917. 

Verus,  Lucius.  Kopf  auf  Togastatue  1772. 

Büste  VII  Sp.  23  b. 

Viatores  2868. 

Victoria,  Bronze- Statuette  ( Ca m panisch)  19.55  j 
rechts. 

auf  Relief  2301/65;  ? Rel.  Kopf  2045. 

Virtus  2361/65;  2779,81. 

Vitis  (der  (Zenturionen)  2938. 

Vitellins  (modern)  1783;  2030. 

Vogel  auf  Totenmahlrel.  VII  Sp.  23  o. 

Votiv-Rel.,  griechisch  1735  (Frgmt.);  VII  Sp.  24  w; 
2005  (mit  Pferd);  2050  (Frgmt.);  2220  | 
(Frgmt.);  2359  (Jupiter  Bronton);  2003  I 
(Agathodaimon);  ? 2030;  IX,  Sp.  48, 
(D.  254). 
an  Silvan  2325. 

oder  architektonischer  Schmuck  ? Stier- 
köpfe 1705  07. 


Sachregister  94 


Wagenlenker  (römisch)  2029. 

Wagner,  Martin  2957. 

Weltkugel,  von  Atlas  getragen,  mit  Ansatz  eines 
darauf  stehenden  Gegenstandes  1814. 
daraufstchend  weibl.  geflügelte  Figur  2904. 
Widder- Opfer,  Rel.  2300;  2834  (Frgmt.). 

•Kopf  (Maakenxel.)  2960/61;  auf  Gürtel- 
schnalle 1815. 

Windgott,  Relief  köpf  2044. 

Zeus  (Typus  Inee  Bl.  Hall)  1501  03;  ebenda  zitiert 
Zeusbronze  in  KonstAntinopel. 
von  Otricoli  1501/03. 
mit  Acgis  1504. 

Statuette  2448. 

Kopf  1011;  1850;  2020  21. 

-Pluton,  Kopf  2302  03. 
sitzend  (Rel.)  2988. 

Votiv  an  Jupiter  Bronton  2359. 

Ziegenkopf  1079. 

Zosimos  2605  (Grabstein). 

Zotteln  am  Gewand  (s.  u.  Fransen). 

Zulian,  Gir..  Samml.  im  Palazzo  Venezia  2478  80. 
Zyklus  von  Athletenstatuen  2066/69. 


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